*<§= m m s H» p m I 1 5 m 1 m g m X a m m ü m S § n m i M! 3% m (n> der deutschen STAATS - OBERREALSCHULE IN TRIEST. Veröffentlicht am Schlüsse des Schuljahres 1906-1907. -SSL TRIEST. Im SeUnstvorlutfn der k. V. Btaiita-Oberrealbohula 1907. iS m IW3». m m m m 8 m 1 i S m m i® □5dl »I m fl m {§§ m m I 1 %. -) Im Itinorar (S. 233) heißt es: Scarabantia-m. |). XVIII (al. XII) — Muteno m. |>. XXXVI (al. XXII) Vindobona. :l) Szechenvi, G-raf Bela, Funde aus der Steinzeit im Neusiedler Seebeoken etc. 11 ff., 16, 47. — Gross, Skizzen zur vorrömischen Kulturgeschichte. 420 ff. — Wurmbrand in Mitteilungen der anthropolog. Gesell schaft in Wien. III. 29. ') Szechenyi, a. a. O. 24. .lukovits, Niveau Veränderungen des Neusiedlersees in Verhandlungen des Vereines für Naturkunde zu Preßburg. V. (1860/1) S. VII. ft. '■) A. a. O. III. 24, 146 ff. ") Conversio Carent. c. 9. 7) Zahn, Codex dipl. Austriaco-Frising. I, 19, R) Boczek, Cocjw dipl. Morav. I. 88, — m - zerfallen die gewagten Erklärungen Szecheriyis, der den Namen Poszon y (=P r e ß b u r g) mit P i s o 11 i u m deutet, diene Stadt von einem römischen Statthalter Pi so gründen und von hier den Namen Peiso auf den Neusiedlersee übergehen läßt, in nichts und es liegt wohl auf der Hand, daß der Peiso oder Peiso des Plinius der Plattense e ist, wofür sich alle deutschen Historiker und Kartographen erklären. Wir stehen also vor der merkwürdigen Tatsache, daß der Neusiedlersee in römischer Zeit keinen Namen hatte.1) Es geht aber trotzdem nicht an, daraus zu schließen, daß er überhaupt noch nicht vorhanden war. Gänzlich unhaltbar ist die Ansicht, daß der Neusiedlersee erst im Jahre 1300 nach Christus entstanden sei, eine Nachricht, die ein im Jahre 1777 abgefaiites Manuskript, aufbewahrt im Archive des in der Nähe des Sees gelegenen Franziskanerklosters Frauenkirche n, bringt.2) Schon die Aufdeckung des Pfahlbaues spricht für eine weit zurückreichende Existenz des Sees; im folgenden sollen gesicherte Beweise für seinen Bestand im Mittelalter beigebracht werden. Zur Zeit des Einbruches der Magyaren in Ungarn, als in ganz Westungarn Slawen saßen, hatte der Neusiedlersee, ähnlich wie der Plattensee von dem slawischen blato (Sumpf) benannt wurde, den slawischen Namen „Mutno“ (von matu = trübe).3) Nach ungarischen Autoren gaben die Magyaren dem See die Bezeichnung Fertö (von fertel-mes = schlammig, graulich). Fertö würde also, wie man sieht, dasselbe wie das slawische Mutno bedeuten. Seit Beginn des 13. Jahrhunderts begegnen wir dem Neusiedlersee häufiger in Annalen und Urkunden und zwar im Jahre 1217 als Ferteu lacus4) 1240 als Ferteuseu5), und in den Jahren 1317, 1318, 1324, 1330, 1338, 1347, 1362 und 1379 als Fertlieu, auch Fertew und Fertowe.’) Man kann Ferteu, Fertowe oder Vertowe mit gutem Recht als ursprünglich deutschen Namen hinstellen; es bedeutet Vertowe soviel als die „gefährliche Au" oder vielleicht „die fahrende“, d. h. schwankende Au, in der es nicht ratsam ist, sich niederzulassen. ’) Sprunner-Menke, Atlas autiquus (Nr. XXII) gibt dem Neusiedlor-noü den Namen „lacus Peiso superior (?) . Es ist dies, wie das Fragezeichen andeutet, wohl keine sicher belegte Bezeichnung; einen Beleg dafür konnte ich nicht eruieren. -) Moser, Der abgetrocknete Boden des Neusiedlersees. .lahrbuoli der geolog, Reichsanstalt. 18G6, 84’!. ;l) Kaemmel, a. a. O. I. 175; Sohat'afik. Slawische Altertümer. II. 154. A. 2. 4) Fontes reruni Austriacarum. II. 11. Bd. Nr. XXXVII. ■') A. a. O. II. 11. Bd, 102, Nr. XCI. ") A. a. O. II. 1<> Bd., 19, Nr. LY.; öii, Nr. LIX; 101, Nr. XCYlll; 140. Nr. CXXXVII; 173, Nr. CLXXI; ‘201, Nr. CXCV11 ; 268. Nr. COXLVI ; 325, Nr. CCXC. - 1 Wenn inan bedenkt, daß der Name ganz, gut auf die Eigenschaften ries Neusiedlersees und den angrenzenden Han säg paßt, ferner daß das deutsche Element von Karl dem Großen her und durch die deutschen Kolonen der liier begüterten fränkischen und bayrischen Grafen, Stifter und Klöster, wie Freising, Heiligenkreuz und Lilienfeld, stark vertreten war, so scheint es sehr leicht möglich, daß Fertowe eine ursprünglich deutsche Bezeichnung war, die später in das magyarische Fertö entstellt wurde.1) Der Bestand des Sees im frühen Mittelalter ist hiermit wohl hinlänglich bewiesen. Der Name Fertowe = die gefährliche, fahrende, schwankende Au charakterisiert trefflich den Wechsel der Wasserstandsverhältnisse im Seebecken, der nicht selten den Siedlungen an den Ufern gefährlich wurde. Gerade dieses unberechenbare Verhalten des Sees, das zeitweilige Austrocknen und die zeitweilige Überflutung des Nachbarlandes brachten es wohl mit sich, daß erst mit dem Einsetzen der dichteren Kolonisierung Ansiedlungen in nächster Nähe des Sees erstanden, während man ihm früher aus dem Wege ging. So mag denn in der Römerzeit der Neusiedlersee und der Han säg eine völlige Sumpfwildnis gewesen sein, in die kein Römer vordrang, und die daher auch nicht erforscht wurde. Deshalb blieb vielleicht auch der See ohne einen Namen. Die Schritt für Schritt vordringende deutsche Kolonisation besetzte dann auch die Umgebung des Sees. Eine der wichtigsten Grundherrschaften in diesem Gebiete wurde das Kloster Heilige n k r e u z bei B a d e n in N i e d e r ö s t, e r-reich. Im Jahre 1217 schenkte nämlich König Andreas II. dieser Abtei das Gut Leginthov, das früher die Bissener innegehabt hatten. Die in der Schenkungsurkunde-) enthaltene Grenzbeschreibung des Gutes zeigt uns, daß damals der Neusiedlersee nicht weiter gegen Osten gereicht haben kann als heutzutage. Die Grenze beginnt „a inetis ville Galu s iuxta fertev lacum siteu, das ist bei Gols (— Gälos). Der Ort liegt auch heute unweit des Sees. Von hier erstreckt sich die Besitzung nach Osten (Südosten) „iuxtapossessionem ,pethlen‘ vocatam“, was sich mit Apethlon zusammenstellen lassen dürfte. Da auch „Podesdorf iuxta lacum ferthev“ in derselben Urkunde genannt wird, haben wir mehrere Örtlichkeiten vor uns, die damals wie heute am Ostufer des Sees bestanden, wobei uns „pethlen“ (Apethlon) darauf hin weist, daß auch der „Seewinkel“ im Mittelalter ebenfalls nicht, mehr ganz überflutet war, sondern höchstens wie jetzt, eine Menge kleinerer Lacken, Zickseen, aufzuweisen hatte. *) Lampl, Dip Leithagrenze in Blätter des Vereines für Lunden künde von Niederösterreieh. XXXIII. 121. ,J) Fontes rerum Austriaoaruin. II. 11, JJd., 51, Nr. XXXIII, Die Heiligenkreuzer Urkunden erwähnen von 1217 an öfter den Neusiedlersee und es läßt sich aus ihnen manches über die Schwankungen des Seespiegels gewinnen. Auffällig ist, daß von 1217 au bis 1 ri 17 *) der Neusiedlersee in den Urkunden stets als „fertev lacus“ oder als „ferteusen“, also als ein See bezeichnet wird und nun auf einmal im Jahre 1318 und 1324 -) zu Ferteu nicht mehr das Appellativum „lacus“, sondern „fluvius“ tritt. 1330, 1338 und die folgenden Jahre ;i) erscheint dann wieder „lacus“ als Beisatz. Hiernach müssen wir annehmen, dal.) nach 1317 eine Veränderung mit dem See vorgegangen sein muß, so dal) er mindestens sechs Jahre nur den Namen Fluß verdiente. Da auch bei der Austrocknung in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts nur ein schmaler Streifen Wassers zwischen Apethlon und Eszterhaza sich erhielt, wird man hierin den fluvius Ferteu der Urkunden von 1318 und 1324 zu erblicken haben und daraus auf eine Austrocknung des Seebeckens in diesen Jahren schließen dürfen. Auch von einer Wiederfüllung des Sees, die augenscheinlich nach einer längeren Austrocknung eintrat, erhalten wir aus so früher Zeit eine Nachricht. Übereinstimmend wissen Moser, Szechenyi u. a. zu erzählen, daß in alten Urkun-kunden des Schlosses Forchtenstein berichtet werde, daß der Neusiedlersee in alten Zeiten nicht bestanden habe, sondern an seiner Stelle Dörfer, die Forchtenstein untertan waren, sich befanden; der See habe dann die Dörfer, welche Feketeto (— Schwarzwassser), Jakobfalva (= Jakobsdorf), Sarosvölgye (Kot-, Kottingstal), Jokut (= guter Brunnen), Kendervölgye (— Hanftal) und Fertü geheißen hätten, überflutet. Nach den Antiquitates Sabarienses soll dies im Jahre 1230 geschehen sein,4; eine Belegstelle, die Moser anführt, verlegt diese Überflutung in das Jahr 1300,5) Wir haben es bei diesem Berichte nicht mit einer gleichzeitigen'Aufzeichnung zu tun, daraus erklärt sich, daß manches daran ganz sagenhaft klingt und die Zeitangaben um 70 Jahre auseinandergehen. Sage ist vor allem, daß der See erst 1230 oder ') A. n. O. II. II. Bd., 102, Nr. XCI; II. 1<>. Bd., 49, Nr. LV. ’) A. n. O. II. 16. Bd., 53, Nr. LIX.; 101, Nr. XCVIII. ') A. a. O. II. IG. Bd., 140. Nr. OXXXVII.; 173, Nr. CLXX1. 0 Szechenyi, a. a. 0. 20 H.; Antiquitates Sabarienses L. VII. C. V. ") Moser, a. a. O. 343. Die Stelle lautet: „Adj aeet sacro huic loco I r rauenkirchen| quidam laeus, vulgo Pertö dictus, qui antiquis temporibus nunquam fuit visus in reguo, sed pagi in eo looo stabant, olim spectantes ad arcem Fraknö |= Forohteustemj. Cum autem lacns hie exeeperit et potenter in longura ot latuui coepit anno 1300, liomines in tempore abiere, pagi mersi sunt nec unquam visi huousque. Nomina pagorum sunt: Fe-keteto, Jakapfalva, Saärvölgve, Jökut, Fertö, quorum ultimus lacui postea uomen dedit. Haec ea tide, qua in manuscriptis reperi, pro memoria ad-duoere placuit. gar 1300 entstanden sein soll, was schon oben widerlegt wurde. Indessen steckt in der Sage ein Körnchen Wahrheit, insofern als jedenfalls eine plötzliche Wiederfüllung des Seebeckens nach längerem Trockenliegen die Sagenbildung begünstigte. Tatsächlich war wohl der See vor 1280 längere Zeit ganz ausgetrocknet oder so eingeschrumpft, dal.t inan an ein neuerliches Erscheinen des Wassers gar nicht mehr dachte und im Seegebiete Gehöfte anlegte, die dann dem wiederkehrenden Wasser zum Opfer fielen. Wieder können wir da auf eine Analogie im vorigen Jahrhundert zur Unterstützung dieser Ansicht hinweisen. Auch während der mehrfach erwähnten Austrocknung in den sechziger Jahren wurden Bauernhöfe auf dem Seeboden errichtet. Diese Neu Mexico genannte Siede-lung stand bereits 187(5 unter Wasser. Wie von vielen Seen die Sage geht, daß an ihrer Stelle früher eine Stadt oder ein Dorf stand, schmückten wohl auch die Umwohner des Neusiedlersees diese unerwartete Katastrophe von 1230 sagenhaft aus; aus Gehöften machten sie gleich ganze Ortschaften, deren Namen vielleicht von einmal wirklich bestehenden, dann aber aus irgendwelchen Gründen abgekommenen Ortschaften herrühren. Für die nach dem Berichte gleichfalls überflutete Siedelung Fertö fand ich in einer Heiligenkreuzer Urkunde vom Jahre 1217 einen Beleg in einem Gute (predium) Fertis,1) dessen Lage sich nicht näher bestimmen läßt; nach dem ganzen Zusammenhange dürfte es östlich de« Sees gelegen haben. Nach 1217 wird Fertis nie wieder in den Urkunden genannt, es muß also, wenn es nicht seinen Namen geändert hat, aus irgendeinem Grunde abgekommen sein und es ist nicht ausgeschlossen, daß es 1230 unterging. Was den Zeitpunkt der in Rede stehenden Überflutung anbelangt, verdient das Jahr 1230 vor 1300 den Vorzug, denn die Antiquitates Sabarienses stehen dem Ereignis näher, während die Frauenkirchner Handschrift aus 1777 stammt. Auch nach Thirring2) fand eine Wiederfüllung des Sees 1205—1235 statt, wenn er auch den Untergang der Ortschaften bezweifelt. Ein Höchstwasserstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts würde bei der Abhängigkeit unseres Sees von den Klimaschwankungen, die später gezeigt und begründet werden soll, mit der von Brückner aus der Häufigkeit kalter Winter erschlossenen Kälteperiode von 1200—1230 übereinstimmen.:1) Setzt man dagegen für dieses Maximum des Wasserstandes das Jahr .1300 an, so wird eine Übereinstimmung ') Fontes verum Austriacarum. II. 11. Bd. 54, Nr. XXXVIII. '-) Thirring, A Fertö es videke. 11. :l) Brückner, Klimaschwankungen seit 1700. Penek, Geographische Abhandlungen. IV. 2., 271. — vri — mit. den Klimaschwankungen nicht erzielt, da gerade 1290—-1310 voi'wiegend warmes und trockenes Wetter herrschte. Abgesehen davon, daß wir nach Angaben der steirischen Reimchronik aus dem damaligen hohen Wasserstande der Rabnitz iind des Hau säg vielleicht auf einen besonders hohen Wasserstand des Neusiedlersees in den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts schließen dürfen, *) fehlen für das Mittelalter weitere brauchbare Angaben über das Verhalten unseres Sees; erst vom 17. Jahrhundert an werden die Nachrichten häufiger, die nun nachstehend verzeichnet werden sollen. 1674 stand das Wasser ziemlich hoch; 1678 muH der See sehr tief gewesen sein, weil mehrere Leute mit einem Boote darin umkamen.-) 1683 war der See teilweise trocken.-) 1693—1738 war der See nach Swarowsky:|) ausgetrocknet. Nach einem alten Dokumente4) wuchs der See in dem gelinden Winter 1693 an, nachdem er mehr als 10 Jahre hindurch (also 1683—1693) sehr wenig Wasser hatte, so daß Wiesen- und Feldbau auf dem Seeboden betrieben werden konnte. 1735 mati die Eisdecke zwischen Ruszt und Illmitz 7262 m,5) jedoch schon 1736 sank der See so tief, daß vier Männer ihn von Ruszt bis Illmitz durchwaten konnten, ohne bis über die Hüften einzusinken. 1738 war der See nach mündlicher Überlieferung fast vollständig ausgetrocknet, so daß ein Böttcher ihn passieren konnte. °) 1741 trat neuerdings ein bedeutendes Steigen des Sees ein. In dem Szeclienyi sehen Archive in O d e n b u r g findet sich eine Korrespondenz zwischen dem Grafen Sigmund S z 6-ehenyi und dem Fürsten Nikolaus Eszterhazy aus dem Jahre 1742,7) worin besprochen wird, mit welchen Mitteln den Überschwemmungen des Sees, welcher bereits mehrere Hundert Joch Wiesen der Gemeinden Sarrod, Szeplak, Hegykö, Homok etc. inundierte, Einhalt getan werden könnte. ') Monuinonta Gormaniae, Deutsche Chroniken. V. 147. Vers 11.010 bis 11.050. König Ottokar hat Ung.-Altenburg eingenommen und zieht gegen Süden bis zur Rabnitz ; wegen des großen Wassers kann er diese nicht Überschreiten und muli, um nach Ödenburg zu gelangen, einon Um weg (Iber Proßburg machen. ■) Hegyfoky. Wasserstand der Flüsse und Niederschlag in Ungarn ui den „Mathematischen und naturwissenschaftlichen Berichten aus Un garn“. XIV. 271. ') Swarowsky, Dio Schwankungen des Neusiedlers cos. (Bericht über das 12. Vereinsjahr des Vereines der Geographen in Wien.) Seite 15. ') Mayrhofer, A Fertö tava. 1862— 1884. ’) Aut dor Spezialkarte, die den hohen Wasserstand von 1882 fest-hält, milit diese Strecke 7000 m; es liegt also 1735 hoher Wasserstand vor. “) Hegyfoky, a. a. O. 271. ') Szeclienyi, a. a. 0. 25. — VITI - 1768—1770 wuchs der See in größerem Maße; 177(5 mal.) die Wasserstrecke zwischen Ruszt und Illmitz 6328 m, was auf hohen Wasserstand hindeutet. Nach 1778 trat ein langsames Sinken ein. Dm 1790 herum wurde ein kleines Minimum festgestellt. Um 1810 machte sich geringes Steigen geltend. 1811 zog sich das Wasser 1.000 Schritte zurück. 1812 füllt sich der See wegen großer Schneetalle und reic hlichen Schmelz Wassers wieder. 1812—1850 herrschte hoher Stand. 1826—1840 zeigte sich auch an der Donau bei Wien höherer Stand als gewöhnlich. Besonders hoch stand der Wasserspiegel 1830. Noch 1853 war dpr See wasserreich; lj im Jahre 1855 begann ein abermaliges Sinken bis zum Austrocknen im Jahre 1865. 1860 war das Wasser bereits 1000 Schritte vom Apethloner Ufer entfernt; 1862 (August) war das Wasser nur noch 30—100 cm tief; der Spiegel sank fortwährend. Am 26. August 1863 konnte ein Schuhmacher von der Insel Neudeck bis Holling den See durchwandern, wobei ihm das Wasser nirgends höher als bis an die Waden reichte.-) Am 9. November 1863 betrug die Tiefe nur mehr zwei Schuh (= 62 cm). Im Herbst 1864 war das Wasser nur mehr 15—25 cm tief und in der Mitte Juli 1865 trat die gänzliche Austrocknung ein. Von den älteren Austrocknungen war vielleicht keine so allgemein und anhaltend wie diese. Bis zum Jahre 1871 erhielt sich nirgends fortwährend Wasser im Seebecken, außer aut’ dem kurzen Streifen von Banfalu (Apethlon) bis Eszter-haza. Da im Jahre 1865 viel Regen und Schnee fiel, bildeten sich 1866 hier und dort Sümpfe, die jedoch s. lion im Juni austrockneten. Solche Sümpfe gab es auch in den Frühlingsmonaten 1867, 1868 und 1869, sie verschwanden aber im Juni immer wieder. Der Gipfelpunkt der Austrocknung wurde 1868 erreicht; zwei Leute des Grafen Szechenyi konnten am 8. September dieses Jahres trockenen Fußes von Holling (im Süden) bis Neusiedel (im Norden) durch das Seebecken gelangen.3) 1869 konnten über den erstarrten Grund schwere Fuhrwerke fahren; 1868 und 1869 wurde Korn und Weizen auf dem Seegrunde gebaut. Im Jahre 1871 brachten Schneeschmelze und reichlicher liegen, ferner die Raab und Rabnitz viel Wasser in den Seegrund; ebenso geschah es 1872. Im Frühling ist schon 100—.125 cm tiefes Wasser im See angesammelt ; auch die Vulka und andere Bäche, die in den trockenen Jahren fast ') Pauer, Übor den Neusiedlersee. Verhandlungen der geolog. He ich» anstalt. 1871, 110. .1 ukovits, a. a. O. VII. 2*28, 225. :l) Szechünyi, a. a. O. 28. vollständig versiegten, führten reichlich Wasser zu. Während der Jahre 1873 bis 187<> herrschte ungefähr der gleiche Zustand wie 1872. Im Frühling war das Wasser kaum 80—i60 cm von den alten Ufern entfernt, im September zog es sich stets 20—60 cm zurück. 187(> wurden dann bei der reichlichen Wasserzufuhr durch alle Bäche des Leithagebirges und der Vulka alle Acker im Seegrunde überschwemmt. Bei Ruszt war damals das Wasser kaum 10 in vom unteren Stadttor entfernt. — 1877 und in den folgenden Jahren erreicht der See schon seine ehemalige Ausdehnung, und durch das Wasser der Rabnitz gespeist, füllt er sein Becken 1H78 wieder vollständig aus. 1879 und 1880 zerstörte das Wasser die im Seegrunde gelegenen Gebäude von Panihagen, dem sogenannten Neu-Mexico, derart, dali sie zusammenstürzten. Im Sommer stellte sich geringes Sinken des Wasserstandes ein. Mit dem November 1882 beginnen die hydrographischen Aufzeichnungen zu Holling und Neu sie del. Aus diesen berechnete .Jahresmittel mögen den Wasserstand in den folgenden Jahren charakterisieren. Es betrug1) 1er mittlere Wasserstand der höchste Wasserstand im Jahre i Neusiedel: bei Holling: bei Neusiedel : bei Holling: 252 cm 225 cm 282 Clll 275 cm 1883 23(1 n 204 r 277 n 252 n 1884 226 r> 199 268 259 77 1885 202 n 208 fl 252 255 188G 185 n 204 n 230 A 250 77 1887 206 p 214 JJ 250 A 266 1888 199 V 211 fl 245 n 2lil n 1889 180 n 188 218 A 237 L890 l()(i n 170 fl 224 A 218 77 1891 — a 182 n 182 n 253 71 1892 — n 182 n — n 221 7? 1893 145 n 184 n 138 A 211 77 1894 — V 184 n 192 n 209 77 1895 — n 185 n 144 » 209 77 1896 — r> 185 n — n 242 77 1897 — n 184 — n 224 77 1898 Man entnimmt aus vorstehenden Zahlen die kontinuierliche Abnahme der Höhe des Wasserstandes bis zum Jahre 1898. Im Jahre 1891 wurde bei Neusiedel der Pegel vom 23,—30. September, ferner vom 2.—5., 7.—11., 14.—19., 22.—24. Oktober und vom 27. Oktober bis 28. Dezember überhaupt nicht mehr *) A magvar illam jelentekenyebb tblydibau eszlelt vizalläsok. IV., VI. XII. Die Wasserstände weiter zu verfolgen, bin ich außerstande, da mir gegenwärtig' die später-erschienenen Bände des Werkes nicht er reichbar sind. Vom Wasser bespült. 1892 stand der Pegel bei Neusiedel, ausgenommen die Monate März bis August, wo sich hie und da das Wasser plötzlich einstellte, völlig trocken; dasselbe war 1893 das ganze Jahr hindurch der Fall. 1894 wurde der Pegel vom April bis Juli häufiger, vom August bis November seltener, im Dezember wieder gar nicht mehr vom Wasser erreicht. 1895 stand der Wasserstandsmesser bei Neusiedel bis zum 9. April trocken, von da an bis Ende Dezember war stets Wasser in durchschnittlicher Höhe von 145 cm vorhanden. Während im Jänner und Februar 1896 noch ein Wasserstand von durchschnittlich 144 cm abgelesen werden konnte, blieb der Pegel bei Neusiedel von März 1896 bis Ende Dezember 1898 völlig trocken. Auch bei Holling bleibt das Wasser vom 20. Juli bis 8. August und vom 16. bis 31. August 1898 gänzlich aus und erreicht vom September bis zum Ende des Jahres nur mehr 114—118 cm Höhe. Die geschichtlichen Nachrichten und die Wasserstandsbeobachtungen belehren uns, dal.i der Wasserstand des Neusiedlersees bedeutenden Schwankungen bis zur vollkommenen Austrocknung unterworfen ist. Diese Schwankungen stehen mit dem Niederschlage, von dem die Wasserzufuhr abhängt, in inniger Beziehung, was eine Vergleichung der Schwankungen mit den Niederschlagsverhältnissen in den .Jahren 1851 bis 1894 zeigen soll. Hegyfoky1) hat aus einer Anzahl ungarischer Stationen mit Niederschlags- und Wasserstandsbeobachtungen an Flüssen die Mittel für die einzelnen Jahre von 1851 bis 1894 berechnet, aus diesen jährlichen Mitteln zog er Lustrenmittel. Die in Prozenten ausgedrückten Lustren-mittel für Niederschlag und Wasserstand sind folgende: Lustrum: 1851/55 1866/60 1861/(55 1866/70 1871/75 1870/811 1881/85 1886/90 1891/94 Nieder-schlag: 103% 98% 88% im% lüa«/„ in«/„ 105<*/,, 102% 101 % Wasserstand der Flüsse: U7 % 95% 81% 99% 96% 121% 105% 96% 9(1% Wir bemerken eine schöne Übereinstimmung zwischen dem Niederschlag und dem Wasserstande der ungarischen Flüsse einerseits und dem Verhalten des Neusiedlersees andererseits. In dem ersten Lustrum 1851/55, wo Niederschlag und Wasserstand 100 °/0 übersteigen, weist der Neusiedlersee einen ansehnlichen Wasserreichtum auf, im zweiten Lustrum 1856/60 stellt sich mit der Abnahme dos Niederschlages und des Wasserstandes der Flüsse ein Sinken des Seespiegels ein. und 1861/65, wo der Niederschlag das Minimum in der zum Vergleich herangezogenen Zeit erreicht, trocknet der See vollständig aus. Die allmähliche Steigerung des Niederschlages in ') Hegyfoky, Wasserstand der Flüsso und Niederschlag in Ungarn. (Mathematische und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn. XIV. 261, (len beiden folgenden Lustren kann erst gegen Ende derselben den See wieder füllen, welcher in dem niederschlagreichsten Lustrum 1876/80 sein früheres Areal wieder erreicht. Bezeichnenderweise tritt das Maximum des Sees erst im nachfolgenden, schon etwas trockneren Lustrum 1881/85 ein. In den beiden Lustren 188P>/90 und 181M/94, wo der Niederschlag um ein weiteres abnimmt, fallt auch der Seespiegel dementsprechend beträchtlich. Wenn Brückner1) zu dem Ergebnisse kommt, dal.! die Schwankungen der abflußlosen Seen sehr groll sind und eine oft sehr bedeutende Verspätung der Epochen im Vergleiche zu den ursächlichen Schwankungen der Wasserzufuhr zeigen, so sehen wir dieses Resultat am Neusiedlersee bestätigt. Im Lustrum 185(1/60 ist der Niederschlag um 10 °/„ geringer als im vorhergehenden, der Wasserstand der Flüsse sinkt denn auch um 22 °/0, am Neusiedlersee dagegen geht die Abnahme des Wasserstandes viel langsamer vor sich. Die Verspätung der Epoche beim Neusiedlersee wird noch deutlicher in den folgenden Lustren 1861/65 und 1866/70. Das niederschlagärmste Jahr war das Jahr 1863; damals betrug das Mittel des Niederschlages für die ungarischen Stationen 462 mm, während das Mittel für den 43jährigen Zeitraum 1852—1894 678 mm ausmacht ; -) es war alsp im Jahre 1863 eine negative Abweichung von 32 °/0 zu konstatieren. Bei den Flüssen tritt denn auch 1861/65 der niederste Wasserstand ein, während beim Neusiedlersee (siehe oben!) der Gipfelpunkt der Austrocknung erst 1868 erreicht wird, zu einer Zeit, wo der Niederschlag schon wieder ziemlich groß und nahezu normal war. Ähnlich wie hier das Minimum des Wasserstandes sich um 5 Jahre gegenüber dem Minimum der Niederschlagsmenge verspätet, hinkt auch das Maximum des Seespiegels dem des Niederschlages nach. Das nässeste Jahr war das Jahr 1878 mit 843 mm Niederschlag2) und einer positiven Abweichung von 24 °/u gegenüber dem Mittel von 678 min. Der Wasserstand der Flüsse erreicht demgemäß 1876/80 sein Maximum, der Neusiedlersee dagegen hat seinen Höchstwasserstand erst 1883, also wieder um 5 Jahre später und wieder zu einer Zeit, da für den Niederschlag und die Wasserzufuhr nahezu normale Verhältnisse eingetreten sind. Diese Verspätung des Maximums und Minimums beim Neusiedlersee um 5 Jahre steht in bemerkenswerter Übereinstimmung zu der Verzögerung der Periode bei den Gletscherschwankungen, welche Heim im allgemeinen gleichfalls auf • >—6 Jahre ansetzen konnte. ') BrlUikner, Klimasehwunkun<>'Oii. !>7. Hegyfoky, Wnsscrstaml. etc. ‘264, XU - Im Voranstehenden wurde die Abhängigkeit der Seespiegelschwankungen vom Niederschlage durch Vergleich mit den Niederschlagsverhältnissen de* gesamten Königreiches Ungarn gezeigt. Nunmehr soll die Abhängigkeit des Wasser-Standes im Neusiedlerseebecken von den Niederschlagsverhältnissen der näheren Umgebung und dem Wasserstande der Flüsse Raab, Rabnitz, Ikva und Vulka klargestellt werden. ') In der nachfolgenden Tabelle, die mit Hilfe der „Jahrbücher der kgl. ungar. lieichsanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus“ 2) und der „Wasserstände der bedeutenderen Flüsse des ungarischen Staates"4:1) zusammengestellt ist, sind von den meteorologischen Stationen der Umgebung des Neusiedlersees die Jahresmittel der Niederschlagsmenge, ferner des Wasserstandes der oben genannten Flüsse und zum Vergleich die Wasserstände des Neusiedlersees bei Neusiedel und Holling in den Jahren 1888—1898 ausgewiesen. ■) Von don angeführten Flüssen int nur die Vulka ein unmittelbarer Zufluß des Neusiedlersees. Die Wassermengen, welche diose und einige kleinere Bäche dem See zuführen, können oft'onbar der Verdunstung nicTit das Gleichgewicht halten; wir müssen daher notwendig noch an eine andere Wasserzufuhr denken. Moser (a. a. O. 334) und nach ihm S u p a n (Länderkunde. I. 2. 228) nehmen eine Speisung durch aufsteigen des Wasser an. Pauer (Verhandlungen der geolog. Reichsanstalt 1871. 110 ff.) schreibt die Anfüllung des Sees einem unterirdischen Zuflusse von Seichwasser der Alpenausläufer und der Odenburger Berge zu. Zur Begründung dieser Ansicht wird darauf verwiesen, daß an jenen Stellen, wo der durch den Seo gezogene Meridian die Donau, Leitlia, Raab und Rabnitz schneidet, das Niveau des Sees tiefer liegt als der Spiegel der Flüsse. Doch dürfte auch noch eine andere Speisung in Betracht kommen. Pauer (a. a. O.) und Kugler (Verhandlungen d. geol. R. A. 1871. 99) berichten, daß die Wiederaufüllung des Sees nach der Austrooknuug von 1865 bis 1870 durch die Überschwemmung des Hansägs erfolgte. Aus dem von der Raab, Rabnitz und Kleinen Raab überfluteten Hans&g floß das Wasser zum tieferen Neusiedlerseebecken ab. Bei ihrem ungemein gerin gen Gefälle können diese Flüsse bei Hochwasser das enorme Wasser quantum nicht rasch genug abführen, infolgedessen wird bei hohem Wasserstande der Donau und Raab das Wasser der lotzterou und der Rabnitz zurückgestaut und dor Hans&g inundiert, so daß die Wirkung davon zwischen Kszterlmzy und Pomogy in einer raschen, gegen den Neu siedlersee gerichteten Strömung des Wassers durch die Durchlässe des Dammes bemerkbar wird, der zwischen dem See und dem Moore errich tet wurde. Die zwanzig großen Durchlässe dieses Dammes sollen dazu dienen, das Wasser aus dem See in den Hansiig abzuleiten, was natürlich nur so lange geschieht, als aus dem Moore ein guter Abfluß durch die Entwässerungsgräben in die tiefer gelegene Donau erfolgt. Bei Hoch wasser tritt die umgekehrte Bewegung ein. J) A magyar kiraly orszagos meteorologiai es földmägnessegi iutezet evkönyvei. 1883 ff. ‘) A magyar iilljim jelentekeuvebb tolyoiban eszlelt vizallasok. 1892 ff. CD i-H co r. cc cc CO CO o CO Ol Ol CO cc IO 00 Ol CO cc o* »o »o cc r/3 Abgesehen von dem Jahre 1.88B, wo trotz des äußerst geringen Niederschlages die Flüsse und der Neusiedlersee hoch stehen, entspricht dem beträchtlichen Niederschlage der Jahre .1884—1886 ansehnlicher Wasserreichtum der Flüsse und des Sees; die Verminderung der Regenmenge im Jahre 1887 lälit die Flüsse und den Seespiegel merklich sinken, während 1888 mit der viel größeren Niederschlagsmenge die Gewässer wieder steigen. Das auffallend trockene Jahr 1890 und die folgenden weniger regenreichen Jahre 189.1—1894 haben ein stetes Sinken des Wasserstandes im Neusiedlersee zur Folge, so daß der Pegel bei Neusiedel, wie schon oben ausgeführt wurde, meist trocken steht, wie denn auch die Raab bei Arpas, die Rabnitz und die Ikva gegenüber dem Jahre 188i3 niedrigen Wasserstand aufweisen. Trotz der höheren Niederschläge 1895 —1898 erholt sich der Wasserstand beim Neusiedlersee und den Flüssen namentlich hei den Stationen Arpas, Kapuvär, Beö-Sarkäny und Fertö Szt.-Miklos nicht wieder, höchstens daß 1895. wo die größte Niederschlagsmenge festgestellt werden kann, bei Kapuvär und Fertö Szt.-Miklos höherer Wasserstand eintritt Es war ja auch, wie oben erwähnt wurde, vom 9. April 1895 bis März 189(> im Neusiedlersee nicht nur bei Holling, sondern auch bei Neusiedel ein durchschnittlicher Wasserstand von 144 cm zu konstatieren, so daß auch hier die Abhängigkeit der Seespiegelschwankungen vom Niederschlag in Erscheinung tritt. An der Hand genauer Daten konnte bisher gezeigt werden, daß die Schwankungen des Neusiedlersees in den letzten fünfzig Jahren mit den Klimaschwankungen in engstem Zusammenhänge stehen. Auch die weiter zurückliegenden Schwankungen des Seespiegels sind, soweit wir sie zurückverfolgen können, von den Veränderungen des Klimas bedingt und es läßt sich nicht nur ein Parallelismus mit den Klimaschwankungon, sondern auch mit den von diesen gleichfalls abhängigen Grletscherschwankungen feststellen.x) Für die oben (Seite V ff.; festgestellten Schwankungen vom Ende des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 14. Jahrhunderts läßt sich ein Vergleich mit den Grletscherschwankungen, da Nachrichten hierüber fehlen, nicht durchführen. Diese Schwankungen sind aber darnach angetan, Brückners Aufstellungen über ') Swarowsky a. a. O. lmt dies zuerst nachgewiesen; Brückner a. a. 0. zeigt für mehrere abflußlose Seen, darunter auch für den Neusiedlersee, die Übereinstimmung der Schwankungen ihres Spiegels mit gleichzeitig vor sich gehenden (!letschersehwankungen. Da nach dem Erscheinen von Brückners Werk Richter eine „Geschichte der Schwankun gen der Alpengletscher“ (Zeitschrift des Deutschen und österreichischen Alpenvereins. XXII. S. 1 ff.) veröffentlichte und mein Material über die Schwankungen dos Neusiedlersees gegenüber Brückner reicher ist, halte ich es nicht für unpassend, diese Frage hier nochmals zu behandeln. die säkularen Schwankungen des Klimas, die sieh auf die Häufigkeit kalter Winter stützen,zu bestätigen, wenngleich sich nicht vollkommene Übereinstimmung zeigt, wie ja bei dem spärlichen und mangelhaften Material nicht anders zu erwarten ist. In d^n Jahren war es nach Brückner: Verhalten dos Neusiedlersees: 1190— 1201 1200—1230 1230 1245 1245—1255 1256—-1270 1270—1290 1290-1310 1310- 1325 kalt wann kalt warm kall warm kalt Ende des 12. Jahrhunderts wahrscheinlich ausgetrocknet. Zwischen 1205 1230 höherer Wasserstand; Höhepunkt 1230. Anfang der siebziger Jahre hoher Wasserstand. 1325—1350 J warm 1317 1324und dann 1339 wird der Neusiedlersee bloß als „fluvius“ bezeichnet. Da warme Perioden meist niederschlagsarm und kalte sehr feucht zu sein pflegen, stimmt es ganz gut überein, wenn wir am Ende des 12. Jahrhunderts eine warme Periode und parallel mit ihr sehr niedrigen Wasserstand des Sees ansetzen können. In der dreißig .lalire dauernden folgenden kalten Periode füllt sich der See und es ist wieder ein Beweis für den verspäteten Eintritt der Epoche bei abflußlosen Seen, daß der Neusiedlersee erst am Ende der kalten Periode 1230 Verheerungen anrichtet, also sein Maximum erreicht. Der hohe Wasserstand in. den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts fällt entsprechenderweise in eine kalte Periode. In der darauffolgenden warmen Periode trat wohl ein Sinken des Spiegels ein, aber erst in der kalten Periode 1310—1325, also abermals verspätet, schrumpft der See dermaßen ein, daii er in Urkunden nur mehr Fluß genannt wird. Es scheint, nach dem Verhalten des Neusiedlersees zu schließen, die zwischen zwei langen warmen Perioden (1290—1310 und 1325—1350) eingetretene kalte Periode nicht sehr feucht gewesen zu sein ; es folgte auf das Minimum des Sees 1317—1324 wohl etwas höherer Wasserstand, da 1330 und 1338 das Appellativum „lacus“ gebraucht wird; 1339 mögen die Wirkungen der feuchten Jahre von der warmen Periode seit 1325 bereits wieder aufgehoben gewesen sein, so daß 1339 sich wieder ein Minimum zeigte. Seit dem 17. Jahrhundert lassen sich die Klimaschwankun-gen aus Nachrichten über die Weinernten und die Eisverhältnisse der Flüsse und aus der Häufigkeit kalter Winter erschließen. Auch Berichte über die Grletscherschwaukungen setzen mit dieser Zeit ein, so daß die reichlicheren Angaben über das Verhalten des Neusiedlersees damit gut verglichen werden können. Eine tabellarische Zusammenstellung möge die Ergebnisse veranschaulichen. ') BrUokner, Klimaschwankungen 27L. Klimaschwankungen nach Brückner, fostgestellt Gl ei ohss ei tiges Verhalten An- merkungen nach den (Schwankungen der Weinernte nach der i Häufigkeit kalt. Winter nach den Eisverhältnis son der Flüsse der Gletscher (nach Richter) 1 1 dos , Neusiedlersoes kalt wann kalt warm kalt 1U45 11)65 | 1665- 16SM), bzw. 1685 1651 67 Beginn des Vorstoßes 1675; Dauer desselben 1675— 1681; Vorstoß intensiv u. in den ganzen Alpen gleichzeitig. 1674 1678 ziemlich hoch; 1683- 1693 teilweise trocken. Nach Richter (S. 9) dürfte die kühle Periode auch 1671 -1675 ange-dauert haben 1691—1705 1706 1785 1786 1756 1685—1705 1705 1780 1780 1750 1702 — 20 1721 1785 1786 1750 1708, 1712—1715 Vorstoß; nicht bes. charakterisiert. 1785 Vorstoß; Dauer 1785 1750; Vorstoß schwach, aber lang dauernd. Rückzugsneriode um 1750. 1693 geringes Anwachsen d. Soos. 1785 zioml. hoch ; 1736 sehrniedrig; 1738 ausgetrocknet; 1741/28teigen dos Sees. Rogen reich war die Periode 1691 1715; 1 auch 1705-1715 war es kalt. warm kalt wann 1756 1765 1766—1775 1776 1805 1750 1765 1765—1775 1751 1770 1771 1790 1791 1805 Vorstoß 1767/8, Maximum zwischen 1770 -1780; ziemlich intensiv. .1768-1770 Wachsen in größerem Maße, 1776 noch hoher Stand; nach 1778 geringes Sinken. Um 1790 kleines Minimum. Trocken 1756- 1770; naß 1771 1780; trocken 1781 1805. kalt warm kalt 1806 1820 1821 1885 1886 1865 1806 1820 1821-1880 1881 1860 Vorstoßbog. 1814; Maximum 181.7 1820; kurz u. sehr in ensir. Um 1826 u. 1883 zweiklein. Beweg. Vorstoßbog. 1885; zwischen 1840— 1845 Vorrücken aller Gletscher; 1845 -1850 Maxi malstand; 1855 zweites Maximum. Um 1810 gering. Steigen; 181.1 Rückzug; 1812 neuerliches Wachsen, bis 1850 hoher Stand; 1830 bes. hoch; 1858wasser-reioh. Naß 1806 1825; trocken 1826 1840; naß 1841 bis 1855. warm kalt 1856—1875 1876-1890 ■ 1861- 1880 1860 1870 Rückzug d. Gletscher. Seit 1875 oder 1881) kümmerlich. Vorstoß, 1855 beginnt ein Sinken bis zur Austrockn. 1865, deren Höhepunkt 1868 erreicht ist; 1871- 1876 allmähliche Füllung des Beckens. 1878 erreicht d.Soo sein Areal wieder; 1883Hochst.; dann ullmähl. Abnahme. Aus der voranstehenden Zusammenstellung geht der Parallelismus zwischen den Seespiegel- und den Gletscherschwankungen unleugbar hervor. Der Vorstoß der Gletscher 1675—1681 geht parallel mit einem Maximum des Neusiedlersees im Jahre 16/4 vor sich.1) Für den folgenden Vorstoß der Gletscher um 17.15, der allerdings nicht besonders intensiv war, fehlt sicheres Ver-gleichungsmaterial. Nach Swarowsky und Brückner war (siehe oben) der See von 169B—1738 ausgetrocknet, was nicht völlig richtig ist. Die Austrocknung fällt nach Mayrhofer in die Jahre 1688—1693, was zu den Klimaschwankungen und dem Verhalten der Gletscher ganz gut paßt; dieser Gewährsmann weiß auch von einem Steigen des Seespiegels um 1693, das entsprechenderweise in eine kalte Periode (1691—1705) fällt. Jedenfalls steht nach den Berichten fest, daß 1735 der See nicht trocken, sondern ziemlich hoch stand, was trefflich zu dem schwachen Vorstoß der Alpengletscher um 1735 stimmt. Wir haben in derselben kalten Periode (1730—1750) neben dem schwachen Maximum um 1735, dem etwas auffälligerweise 1736—1738 ein Minimum folgte, um 1741/2 und in den folgenden Jahren ein zweites Maximum am Neusiedlersee; eine Analogie dazu bieten die Alpengletscher, indem bei einigen, wie z. B. beim Biesgletseher bei Randa schon 1736, bei anderen, z. B. beim Grindelwaldgletscher erst nach 1740 der Vorstoß begann.2) Neben dem nächsten Vorstoß der Alpengletscher um 1767/8 geht ein starkes Steigen des Sees im Jahre 1768 einher; der mindestens bis 1776 andauernde hohe Stand paßt gleichfalls vortrefflich zu dem Verhalten der Gletscher. Nach einem kleinen Minimum um 1790, entsprechend der Rückzugsperiode der Gletscher, steigt der Neusiedlersee fast gleichzeitig mit dem Vorstoß der Gletscher um 1814. Während bei den Gletschern, nachdem sie 1817—1820 ihr Maximum erreicht hatten, eine Rückzugsperiode folgt, an die sich um 1835 ein neuerlicher Vorstoß anschließt, behauptet der Neusiedlersee von 1812—1850, beziehungsweise 1853, einen hohen Wasserstand, wenigstens fehlen Nachrichten über eine Minderung seiner Wasserfülle. Indessen scheint auch bei dem See nach 1820 ein, wenn auch vielleicht unbedeutendes Sinken eingetreten zu sein, da für 1830 berichtet wird, daß er damals ') Die Brttcknerschen Nachweisungen über Weinernton, Häufigkeit der kalten Winter und Eisbedeckung der Flüsse stimmen in diosem Falle nicht ganz zu den Phänomenen am See und an den Gletschern; denn letztere bedingen zwischen 1671 und 1675 kühles und feuchtes Wetter; tatsächlich ei'gibt nach Richter (a. a. O. 9) eine eingehendere Betrachtung der WeinTesetermine für 1671—1675 eine ausgesprochene Verspätung derselben, freilich inmitten eines sonst warmen Zeitraumes. 2) Richter, a. a. O. 11. besonders hoch, also gegenüber früher gestiegen war. Dies kann man mit den kleineren Bewegungen. der Gletscher um 1826 und1 1833, ,'die zwischen den zwei großen Vorstößen 1814—1820 und 1835—1850 eintraten, vergleichen. Übrigens verband, wie Richter darlegt, eine Brücke höheren Standes auch bei den Gletschern die oben erwähnten Vorstöße, da der Rückzug um 1830 im Vergleiche zu dem von 1860—1870 sehr unbedeutend war.1) Es stimmt daher das Verhalten des Neusiedlersees mit den Gletscherschwankungen schön überein, wenn sich' auch bei ihm in der Zeit von 1812—1850 kein ausgesprochenes Minimum zeigte. Endlich ging mit dem Austrocknen des Sees in den sechziger'Jahren des vorigen Jahrhunderts auch ein bedeutender Rückzug der Gletscher vor sich, und mit derifolgenden neuerlichen Füllung des Seebeckens zeigten ,die > Gletscher ein kümmerliches Vorrücken zwischen 1875 und- 1880. Der Neusiedlersee kann demnach mit Recht gewissermaßen „ein Chronometer für Niederschlag und Glazialschwankungen“ genannt werden,") denn seine Schwankungen, vom ersteren bedingt, stimmen sichtlich mit letzteren überein. ’) Richter, a. a. O. 50. s) Swarowsky, a. a. O. 16. Sehulnaehriehten. L Der Lehrkörper und die Verteilung der Lehrfächer und Ordinariate. Direkter, Professoren, wirkliche Lehrer, Supplenten. Zahl Name, Titel und Charakter Lehrfiiclier Klassen Wöchentl. Stunden Ordinarius der Klasse l Justus Hendryeh, Schulrat, Direktor, VI. Rangsklasse. Französisch Kalligraphie Stenographie VII *) II b 2 Kurse 3 1 4 — 2 Horatius Chizzola, wirkl. Lehrer. Französisch Italienisch III b, IV b, V V 14 3 — 3 Klemens Emptmeyer, Professor der VIII. Rangsklasse. Freihandzeichnen I a, II b, II c, III a, IV a, VII 12 11 — 4 Dr. Karl Goll, wirkl Lehrer, Kustos d. Lehrerbibliothek. Deutsch Geogr. u. Gesch. III a, IV b II b, IV a, VII 8 11 III a 5 Leopold, Höss, Professor, Kustos des Kabin, für Chemie. Mathematik Physik Chemie Anal. Chemie 1 c, II c *) IV b IV a, IV b, VI 2 Kurse 7 2 8 4 IV b G Vinzenz Hruby, Professor der VIII. Bangsklasse. Französisch Englisch III a, IV a, VI V, VI, VII 14 9 IV a 7 Franz Karollus, wirklicher Lehrer. Mathematik Physik I a, IV a, IV b, VI III b. VI *) 14 7 VI 8 Augustin Kotier, Professor, Kustos d naturhist. Kabinettes. Deutsch Mathematik Naturgeschichte Ib, III a, III b I b, II a, VII 7 6 7 I b _ fl Franz X. Metzler, Professor der VIII. Rangsklasse. Deutsch II b, IV a, V, VII 17 II b 10 Dr. Hugo Mioni, W eltpriester, Professor. Kath. Religion Exhorte Italienisch la, IIa, IIc, IIIa, um, IV a, IV b, V-Vll III a-Vll I 8 11 2 3 — 11 Johann Rajakowitsch, Professor, Kustos d. phys. Kab. Mathematik Physik V. VII *) IIIa,IVa, VII 10 9 VII *) Siehe Anmerkung auf Seite 8. ja rt S3 Name, Titel uml Charakter Lehrfächer j Klassen Wöchentl. Stunden Ordinarius der Klasse 12 Anton Stephanides, Professor der VII. Rangsklasse, Kustos des geometr. Kabinettes. Geometrie und geom. Zeichnen Darstell. Geom. | II a. II b, II c | IV a, IV 1) V,.VI, VII 6 C 8 — 13 Dr. Karl Tertnik, Professor, Kustos der Schülerbibliothek der Georgstiftung u. d. Münzensammlung Deutsch Geographie Geogr. u. Gesch. Slowenisch .11 c | 1 a, I b III a, V 1. und 3. Kurs 6 6 7 4 II c 14 Adolf Thannabaur, Professor der VIII. Rangsklasse Deutsch Geogr. u. Gesch. I c, VI IV b, VI 10 7 Ic 15 Artur Schlaegel, Turnlehrer im II. Semester. Turnen I a-II c 4 2 8t. Illa-V, VIH-VII ä 1 St. Vorturner. 12 6 2 — 16 Anton Zernitz, Prof. d. VII. Rgkl. i. R., Aushilfslehrer. Italienisch II, III, IV VI, VII 9 6 — 17 Dr. Johann Furlani, suppl. Lehrer. Deutsch Mathematik Naturgeschichte Kalligraphie I a II a, 11 b II b, II c I a 7 6 4 1 I a 18 Rudolf Hlawaty, suppl. Lehrer. Geom.u. geom.Z Freihandzeichnen Kalligraphie III b Ib, 11a, IIIb,IVb,V I b, II a 2 19 2 II a 19 Erich Lechleitner, suppl. Lehrer, Assistent. Geom. u.geom. Z, Freihandzeichnen Kalligraphie Freihandzeichnen III a I c, VI I c, II c I a, II a, b, IIIa, b,V 2 6 2 17 — 20 Karl Techet, suppl. Lehrer. Deutsch Mathematik Naturgeschichte Chemie II a *) I b I a, I c, V V (i 4 6 8 V 21 Andreas Verbich, suppl. Lehrer. Deutsch Geographie Geogr. u. Gesch. III b I c II a, II c, III b 4 3 12 III b 22 Heinrich Sone, Weltpriester, Konviktsdirektor, Aushilfslehrer. Kathol. Relig. Exhorte I b, I c, II b I a, 11 c G 2 — 23 Dr. Josef Schiller, Assistent a. d. zool. Station, freiwill. Supplent. Naturgeschichte VI 2 — *) Siehe Anmerkung auf Seite 8, *) Anmerkung. Während der Krankheit des Prof. L. Höss (siehe die Chronik) von Mitte November bis Mitte April wurde für ihn, teilweise mit reduziertem Stundenausmaße, nachstehend suppliert: Der Direktor übernahm die Mathematik in der II. c vom 20. Dezember bis IB. April mit 3 wöchentlichen Stunden, Prof. Rajalcowitsch die Physik in der IV. b durch dieselbe Zeit mit 2 Stunden, Suppl. Dr Furlani die Mathematik in der I. c vom 20. November bis 20. Dezember mit 2. dann bis 15. März mit 4, dann wieder bis 15. April mit 2 Stunden, Suppl. Tecliet die Chemie in der IV. a und IV. b vom 20. November bis 15. April mit je 2 statt 3 Stunden, überdies vom 20. Dezember bis .15. April die Chemie in der VI. mit 2 Stunden, wogegen er in der II. a im Deutschen und in der V. in der Chemie um je 1 Stunde entlastetwurde; außordem supplierte für ihn der w. L. Karollus in der I. b in Mathematik vom 15. März bis 15. April. Akatholische Religionslehrer. a N Name, Titel und Charakter Lehrfächer Klassen 3 c 940.) 3. Weihnachts- und Faschingsferien: a) Zu Weihnachten sind die Tage vom 24. Dezember bis 1. Januar als Ferialtage zu behandeln. b) Das I. Semester schließt am Samstag vor dem Faschingssonntag in allen jenen Fällen, in denen dieser vom 16. Februar nicht mehr als eine Woche entfernt liegt. Es bilden dann der Faschingsmontag und Dienstag zugleich die Semestralferien ; das II. Semester beginnt mit dem folgenden Mittwoch. c) In allen jenen Fällen, in denen sich der- Samstag vor dem Faschingssonntag vom 16. Februar um mehr als eine Woche entfernt, schließt das I. Semester am Samstag vor dem 16. Februar, das II. Semester beginnt aber schon am folgenden Dienstag; dafür wird jedoch der Faschingsdienstag freigegeben. (Minist.erl. vom 11. Dezember 1894, Z. 27955.) 4. Lehrmittelbeitrag: Jährlich 8 K; ärmere Schüler nur 2 K. (Statth.erl. vom 11. März 1904, Z. 7016/VTI.) 5. Wiederzulassung zum Schulbesuche bei Diphtheritis: Ein von der Diphtheritis geheilter Schüler kann erst drei Wochen nach Ablauf des lokalen Krankheitsprozesses unter Beibringung des ärztlichen Attestes wieder zum Schulbesuche zugelassen werden. — Einem eventuell mit einem Diphtheritiskranlcen zusammenwohnenden Schüler kann nach dessen Genesung und nach vollzogener Reinigung und Desinfektion der Wohnung auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses sofort der Schulbesuch wieder gestattet werden. (Statt, erl. vom 12. April 1885, Z. 7489.) 6. Obligater katholischer Religionsunterricht in den oberen Klassen. Laut h. Minist.-Verord. vom 23. April 1898, Z. 10331, ist die kath. Religion als obligater Gegenstand in der V. und YI. Klasse in je 2 wöchentlichen Stunden, in der VII. in einer zu lehren. 7. Religionsunterricht der israelitischen Schüler. Durch Minist.erl. vom 7. Mai 1901, Z. 35149 ex 1900, wurde angeordnet, daß derselbe wie bisher gemeinsam für das Staatsgymnasium und die Staatsrealschule, jedoch vom Schuljahre 1901/1902 klassenweise in je einer wöchentlichen Stunde, zu erteilen sei. — Vom Schuljahre 1904/5 an ist die mosaische Religion in der I. Klasse in 2 wöchentlichen Stunden zu lehren. (Minist.erl. vom 14. Oktober 1904, Z. 29209.) 8. Neue deutsche Orthographie. Der Minist.erl. vom 24. Februar 1903, Z. 36991 ex 1901, ordnet an, daß dieselbe vom Schuljahre 1902/3 an zu lehren und in den mittleren und oberen Klassen die bisherige Schreibweise bis auf weiteres zu dulden sei, ferner daß neue Lehrbücher oder neue Auflagen der schon approbierten Lehrbücher in der neuen Orthographie gedruckt sein müssen, und dal) Lehrbücher mit der bisherigen Orthographie neben denen mit der neuen höchstens während eines Übergangsstadiums von 5 Jahren gebraucht werden können. 9. Religionsunterricht der e van g. Schüler. Durch Minist.erL vom 19. September 1902, Z. 9790, wurde angeordnet, daß vom Schuljahre 1902/3 an der evangelische Religionsunterricht zwar gemeinsam für die Schüler des Staatsgymnasiums und der Staatsrealschule wie bisher, jedoch getrennt nach den beiden Bekenntnissen erteilt werde, falls die Schülerzahl 20 für jedes Bekenntnis erreicht wird ; sonst ist derselbe für beide Bekenntnisse gemeinsam von einem Religionslehrer des vorherrschenden Bekenntnisses zu erteilen. Vom II. Sem. 1903/4 ab ist auch die evang. Religion H. B. in 4 wöchentlichen Stunden zu lehren. (Minist.erL vom 23 Dezember 1903, Z. 38904.) 10. Zweite Exhorte. Vom 1. Januar 1904 ab ist für die katholischen Schüler dieser Anstalt eine zweite sonntägliche Exhorte zu halten. (Minist.erl. vom 17. Februar 1903, Z. 38374.) 11. Gebrauch verschiedener Lehrb iicher-A u f 1 a g e n. Der gleichzeitige Gebrauch einer älteren Auflage neben der neuesten wird gestattet, wenn dies nicht bei der Approbation der letzteren ausdrücklich als unzulässig erklärt wurde. (Minist.erl. vom 20. März 1903, Z. 9098.) IX. Chronik. 1. Die Wiederverwendung der vorjährigen Supplenten Dr. Johann F u r 1 a n i, Rudolf H1 a w a t y, Erich Lechleit ne r, Karl T e c h e t, Andreas V e r b i c h und des Aushilfsreligionslehrers Heinrich Sone wurde genehmigt. (Statth.erlaß vom 17. Juli 1906, Z. 17.467/VII), ebenso die des Assistenten an der zoologischen Station Dr. Josef Schiller, als freiwilligen Supplenten für Naturgeschichte in der VI. Klasse, wofür ihm eine einmalige Remuneration von 100 K angewiesen wurde (Statth.erlaß vom 12. März 1.906, Z. VII—225—07). Hingegen wurde die Anstalt durch einen vierfachen Lehrerwechsel geschädigt, indem es 4 wirklichen Lehrern, resp. Professoren, gelang, Lehrstellen in Wien zu erlangen: Dr. Erwin Dintzl erhielt eine Lehrstelle am Erzherzog Rainer - Gymnasium (Min.erlaß vom 22. Juni l!K3fi, Z. 12008), Dr. Hermann Tertsch eine an der Staatsrealschule im XIII. Bezirk (Min.-Erlaß vom 5. Juli 1906, Z. 25127), ebenda auch Dr. Norbert Krebs (Min.erlaß vom 6. .Juli 1906, Z. 25125); durch dieselben Erlässe wurden zu ihren Nachfolgern ernannt: Franz Karollus, bisher provisorischer Lehrer an der Staatsrealschule in Elbogen, aber für das Schuljahr 1905/6 der Staatsrealschule in Klagenfurt zur Dienstleistung zugewiesen, Augustin K o fl er, provisorischer Lehrer am Staatsuntergymnasium in Gottschee, und Dr. Karl Goll, Supplent am Gymnasium der Theresianischen Akademie in Wien. Auf eigenen Wunsch wurde der Professor der VIL Rangsklasse Anton Zernitz mit Schluß des Schuljahres in den bleibenden Ruhestand versetzt (Min.-Erlall vom 18. Juli 1906, Z. 27370), nachdem er seit dem Schuljahre 1895/6 an dieser Anstalt den gesamten Unterricht im Ialienischen besorgt hatte; seine Stelle erhielt der bisherige Supplent an der Staatsrealschule in Karolinenthal, Horatius Chizzola (Min.-Erlaß vom 29. August 1906, Z. 33635). Gegen Ende der Ferien erhielt Professor Josef T h i e n e 1 die erbetene Lehrstelle an der Staatsrealschule im XIII. Bezirk von Wien (Min.-Erlaß vom 27. August 1906, Z. 32282), nachdem er seit 1894 an dieser Anstalt als Lehrer des Deutschen und Französischen erfolgreich gewirkt hatte. Da infolge seiner Ernennung eine rechtzeitige Ausschreibung und Besetzung seiner Stelle nicht mehr möglich war, übernahm der neuernannte wirkl. Lehrer Horatius Chizzola einen großen Teil des französischen Unterrichtes, und durch Statth.-Erlaß vom 5. Oktober 1906, Z. 22710/VII, wurde ausnahmsweise gestattet, dali der eben in den Ruhestand versetzte Professor A. Zernitz den Unterricht im Italienischen in 5 Klassen mit je 3 wöchentlichen Stunden besorge. Nur durch die Bereitwilligkeit des Professors Zernitz wurde es möglich, das Schuljahr sofort mit einem vollständigen Lehrkörper zu beginnen. Da das Unterrichtsministerium die Einführung des obligaten Turnunterrichtes mit Beginn des II. Semesters an dieser Anstalt anordnete, wurde dem bisherigen Nebenlehrer für den Turnunterricht am Staatsgymnasium in Ried, Artur Schl a ege 1, die Stelle eines definitiven Turnlehrers verliehen (Min.-Erlaß vom 6. Januar 1907, Z. 50592 ex- 1906). 2. Die wirklichen Lehrer Johann Raj ako wi tsoli, Dr. Hugo Mioni und Augustin Kofi er wurden unter Zuerkennung des Professortitels im Lehramte bestätigt (Min.-Er-lässe vom 20. August 1906, Z. 17398/VII, 28. März 1907, Z. 315/VII, und 31. Mai 1907, Z. VH-588-07); Professor Klemens Emptmeyer wurde in die VIII. Rangsklasse mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Oktober 1906 befördert (Statth.-Erlaß vom 15. Juli 1906, Z. Pr. 875/1); dem Professor Leopold Höss wurde die erste Quinquennalzulage vom 1. September 1906 ab angewiesen (Statth.-Erlaß vom 18. Oktober 1906, Z. 24749/VII). 3. Mitglieder von Prüfungskommissionen waren wieder: Prof. Vinzenz Hruby für Volks und Bürgerschulen in Görz und Capodistria, Prof. Leopold Höss für die niederen und auch für die höheren Zollarntsprüfungen in Triest. Wie im Vorjahre standen auch heuer als Nebenlehrer am hiesigen Staatsgymnasium in Verwendung: die Professoren Anton Stephanides für Stenographie und Klemens Empt-meyer für Freihandzeichnen. 4. Die allerhöchsten Namensfeste Seiner Majestät des Kaisers und weiland Ihrer Majestät der Kaiserin wurden wie bisher durch einen feierlichen Schulgottesdienst und Frei-lialten von jeglichem Unterrichte gefeiert. 5. Der Schulgottesdienst und die religiösen Übungen wurden wie gewöhnlich abgehalten, ersterer für alle Klassen jeden Sonn- und Feiertag, außer am 1. und 2. November (hier ein Feiertag), zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten, und jeden Sonntag 2 Exhorten gehalten, die eine für die Klassen la— II c, die andere für die Klassen III a—VII. Zur Beichte und Kommunion gingen die Schüler im Oktober, März und Juni. 6. Die Zahl der Schüler und der Klassen ist aus den statistischen Tabellen zu ersehen. 7. Die Aufnahmsprüfungen für die I. Klasse wurden am 30. Juni und 1. Juli, ferner am 17. September, für die anderen Klassen am 17. September und den folgenden Tagen vorgenommen. Das Schuljahr wurde am 19. September mit dem Geistamt und der Verlesung des Stundenplanes und der Dis- ziplnarOrdnung eröffnet, der regelmäßige Unterricht begann am 20. September. Das I. Semester wurde am 9. Februar geschlossen, das II. begann am 13. Februar und schloß am 27. Juni mit dem Dankamt und der Zeugnisverteilung. 8. In keinem Jahre seit 1894/5 erlitt der regelmäßige Gang des Unterrichtes so häufige und anhaltende Störungen wie in diesem Jahre; nicht selten waren zwei bis drei Lehrer zugleich verhindert, Unterricht zu erteilen, so daß nur ein kleiner Teil ihrer Lehrstunden durch Supplierung gedeckt werden konnte. Wegen eigener Krankheit fehlten namentlich: Prof. Höss vom 4. Novembor bis 15. April (außer am 12. November) und Prof. Metzler an 25 Schultagen, wegen ansteckender Krankheit (Scharlach) in der Familie der wirkl. Lehrer Karollus 3 Wochen; mehrere Tage beurlaubt waren Prof. Thanna-baur und Supplent Tech et wegen Krankheit und Tod der Mutter, resp. des Vaters, mehrere andere 2 bis 5 Tage; Prof. Hruby war 4 Tage beurlaubt als Examinator in Görz und Capodistria. 9. Da der 23. Dezember auf einen Sonntag fiel, begannen die Weihnachtsferien schon an diesem Tage und dauerten bis zum 2. Januar einschließlich. Der Direktor gab 2 Ferialtage : den 21. November (Madonna della Salute) und den 29. Mai, letzteren zum Zweck der Veranstaltung gemeinsamer Ausflüge der Schuljugend. Die diesbezügliche Tabelle (S. 42) gibt die Übersicht derselben. Die Direktion spricht den Eisenbahndirektionen für die bereitwillige und rasche Ausstellung von zu einer 50°/0igen Fahrpreisermäßigung berechtigenden Legitimationen und den Herren Stationsvorständen für die freundliche Unterstützung dieser Ausflüge ihren besten Dank aus, ebenso schließlich den Herren Kollegen, welche sich der Mühe der Begleitung und Überwachung der Schüler aufopfernd unterzogen haben. 10. Der Gesundheitszustand der Schüler war wegen des langen Winters und Nachwinters und des kalten Frühjahres nicht sehr befriedigend. Ansteckende Krankheiten sind jedoch selten vorgekommen: a) 1 Schüler erkrankte an Masern. — b) In der Familie ist ein Diphtheritisfall vorgekommen. Am 10. Dezember 190fi untersuchte Herr Dr. Peter Co-porcich die Augen der Schüler und konstatierte hiebei keinen entschiedenen Ophthalmiefall, sondern nur 9 „verdächtige“. Wie in den früheren Jahren wurden die Schüler durch geeignete Kundmachungen aufgefordert, sich der Impfung, respektive Wiederimpfung zu unterziehen, wenn seit ihrer letzten Impfung 10 Jahre verflossen sind. 11. Die Jugendspiele wurden wegen des schlechten Frühlingswetters erst am 27. April wieder aufgenommen und fanden in der Regel am Samstag nachmittags statt und zwar für jede Gruppe jeden zweiten Samstag; sie fielen aus am Samstag vor Ostern und vor Pfingsten, ferner einmal wegen schlechten Wetters, einmal wurden sie statt Samstag Sonntag vormittags abgehalten. Es beteiligten sich an den Jugendspielen 30 bis 40°/0 der Schülerzahl der einzelnen Klassen. Die Direktion erstattet an dieser Stelle der k. k. Statthalterei, dem k. u. k. Militärstationskommando und dem k. u. k. Kommando der Inf.-Kadettenschule ihren besten Dank für die wohlwollende Unterstützung in dieser Angelegenheit und dankt den Spielleitern Suppl. Rud. Hlawaty und Dr. Jos. Schiller für ihren unermüdlichen Eifer in der Leitung oder Überwachung der Jugendspiele. In dieser Hinsicht unterstützte sie der Direktor, welcher häufig auf dem Spielplätze erschien, bei den meisten Spielen, im Juni auch der Turnlehrer Art. Schlägel. Die Gruppen und Spiele waren folgende: I. A, B und C von 3 bis 31/., Uhr nachmittags: Katze und Maus, Drittenabschlagen, Tauziehen, Wettlauf, Handball, Kreisball und Raff ball. II. A, B und G vou 31/,, bis 5 Uhr nachmittags: Katze und Maus, Drittenabschlagen, Tauziehen, Wettlauf, Handball, Kreisball und Raff ball. lil. A und B von 3 bis 31/., Uhr nachmittags: Dritten-1 abschlagen, Tauziehen, Wettlauf, Fußball, Ralf ball, Kreisball, Tamburinball und Reifewerfen. IV. A und B von 3l/., bis 5 Uhr nachmittags: Tamburinball, Faustball und Reifewerfen. Die stärkeren Schüler Fußball. V. und VI. von 5 bis 7, später von 6 bis 8 Uhr abends: Fußball. 12. Herr Landeschulinspektor Dr.Franz Swida inspizierte die Anstalt an verschiedenen Tagen im März und Mai, und der Herr bischöfl. Kommissär Domherr und Pfarrer Anton Lupetina den katholischen Religionsunterricht Ende Mai und anfangs Juni. 13. Am 9. Juni zelebrierte der hochwürdige Herr P.Fruc-tuosus im Oratorium des Schulgebäudes eine Messe für Erstkommunikanten und spendete nach einer von historischen Beispielen tiefer Frömmigkeit ausgehenden, warmen, von Liebe für die Schuljugend zeugenden Ansprache 46 Schülern das Sakrament des Altars. Dieser Feier wohnten zahlreiche Eltern und Verwandte der Schüler, der Direktor und mehrere Professoren bei. Die Direktion erstattet im Namen der Anstalt dem obgenannten hochwürdigen Herrn, sowie den beiden Religionslehrern Dr. Hugo Mioni und Heinrich Šonc ihren besten Dank. Übersicht der Maiausflüge. Klasse Zahl der 1 Schüler || Weg und Ziel. Dauer Begleitende Lehrer. I a ii Mit der Bahn bis Podmelec, 1 von hier zu Fuß nach Tolmein und S. Lucia; per Bahn zurück nach Triest. 1 Tag Dr. Furlani I b 28 Von Triest nach dem Monte Spaccato, Lipizza, Cattinara und zurück. 1 Tag Kotter I c 22 MitderLokalbahnnach Opeina. Fußwanderung nach Trebitsch, zum „Steinernen Tisch“ und nach Conconello. Heimfahrt mit der Bahn. n7a Tag Thannabaur II a 22 Mit der Bahn nach S. Daniel; Fußpartie nach Wippacll (Mittagspause) ; zu Fuß nach Haiden-schatt und mit der Staatsbahn zurück nach Triest. 1 Tag Hlawaty II b 14 Wio I a 1 Tag Dr. Furlani II 0 25 Bahnfahrt bis Rodik; Fußwanderung den Erlberg auf und zurück nach Rodik und nach Herpelje; mit der Bahn zurück nach Triest. 1 Tag Dr. Tertnik III a 22 Bahnfahrt bis Herpelje ; Fußwanderung über Klanec auf den Slavnik (1028 m). Abstieg nach Materia und Herpelje; per Bahn zurück nach Triest. 1 Tag Dr. Goll, Lechleitner III b 16 Wie II a. 1 Tag Verbich IV a 1B Bahnfahrt bis Salcano; über den Monte Santo nach Canale; Rückfahrt mit der Bahn nach Triest. 1 Tag Dr. Mioni IV b 14 Wie 11 a. 1 Tag Chizzola V 4 Wie VII. 1 Tag Rajakowitsch VI 12 Bahnfahrt nach Lupoglava; Marsch auf den Monte Maggiore und zurück. ITag Karollus VII 18 Bahnfahrt nach Wocheiner-Feistritz; Fußwanderung zum Woelieiner See und Savicafall. 1 Tag Rajakowitsch 1 a-VII 218 X. Kundmachung bezüglich des Schuljahres 1907-1908. Die neu eintretenden Schüler müssen, von ihren Eltern, oder deren Stellvertretern begleitet, zur Einschreibung erschei-den und hiebei vorlegen: a) den Tauf-, resp. Geburtsschein, b) das Impfungszeignis, c) die schi’iftliche Erklärung eines Arztes, daß sie mit der granulösen Augenkrankheit nicht behaftet sind, d) das letzte Schulzeugnis. Die Einschreibung in die I. Klasse wird am 2. Juli, sowie am 14. September, in die anderen Klassen am 16. September vorgenommen. Aufnahmsprüfungeu für die I. Klasse finden am 3. Juli und am 16. September, für die anderen Klassen am 20. September und den folgenden Tagen statt. Jene Schüler, welche der Anstalt im abgelaufenen Schuljahre bereits angehörten, haben sich, wenn sie ihre Studien hier fortsetzen wollen, am 16. September im Konferenzzimmer zu melden. Jeder Schüler, welcher in die erste Klasse eintreten will, muß : 1. das 10. Lebensjahr zurückgelegt haben oder doch bis Ende Dezember vollenden, 2. bei der Aufnahmsprüfung aus der deutschen Sprache, dem Rechnen und der Religionslehre genügende Kenntnisse an den Tag legen. Gefordert wird: III der Religion jenes Maß von Wissen, welches in den esten vier Jahreskursen der Volksschule erworben werden kann. In der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben, Kenntnis der Elemente aus der Formenlehre und einige Übung im Diktandoschreiben und Analysieren der Redeteile und der wichtigeren Satzteile. Im Rechnen entsprechende Übung und Gewandtheit in den vier Grundoperationen mit ganzen Zahlen. Für die Aufnahme in eine höhere Klasse wird gefordert : 1. das entsprechende Lebensalter; 2. der Nachweis der notwendigen Kenntnisse durch ein legales Zeugnis über das letzte Semester, eventuell durch eine Aufnahmsprüfung. Für eine solche Prüfung ist die gesetzlich bestimmte Taxe von 24 K zu erlegen. Alle Schüler, welche in die V. Klasse aufgenommen werden wollen, haben eine schriftliche Erklärung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter vorzulegen, in welcher ausdrücklich gesagt ist, ob der Schüler den Unterricht in der engliehen oder italienischen Sprache in den Oberklassen besuchen soll. Jeder neu aufzunehmende Schüler hat bei der Aufnahme eine laxe von 4 K 20 b und einen Lehrmittelbeitrag von 3 K zu entrichten. Diese Taxe kann nur bei einer notwendig gewesenen Übersiedlung sehr armen Eltern nachgesehen werden. Das Schulgeld beträgt 80 K jährlich und muß im Betrage von 40 K in den ersten 6 Wochen eines jeden Semesters erlegt werden. Arme Schüler, welche einen guten Fortgang sowie ein befriedigendes sittliches Betragen an den Tag legen, können von der Zahlung des Schulgeldes befreit werden. Den Schülern der ersten Klasse, die im I. Semester das Schulgeld spätestens im 3. Schulmonate zu entrichten haben, kann die Zahlung gestundet werden, wenn sie dürftig sind und bei einer 2 Mona'te nach der Aufnahme abzuhaltenden Konferenz in Sitten und Fl eil.! eine der beiden ersten Noten, sowie in allen Obligatfächern wenigstens die Note „befriedigend“ ausweisen. Die Stundungsgesuche sind 8 Tage nach der Schüleraufnahme einzureichen, die definitive Befreiung erfolgt erst nach Schluß des Semesters für diejenigen, die im sittlichen Betragen die Noten „lobenswert“ oder „befriedigend“, im Fleiße die Noten „ausdauernd“ oder „befriedigend“ und im Fortgange die erste Klasse ausweisen. XI. Statistik der Schiller. Nachtrag zum Schuljahre 1905-1906. KLASSE. . . I II m IV V VI vri Summe a b c a b c a b a Zu einer Wiederholungsprüfung zugelassen . . Entsprochen haben . 2+2 7 3 11 2 4f3 4 7+3 4+2 4+3 5+1 3 1 46+15') 3 7 3 1 7 4 9 5 5 5 3 1 53 Nicht entspr. haben oder nicht erschienen sind. . 1 — 1 1 — — 1 1 2 1 — — — 8 Zu einer Nachtragsprüfung zugelassen 1 2 Nicht entspr. haben oder nicht erschienen sind. . 1* — — — — — _ 2 Darnach ist das Endergebnis für 1905/1906: I. Klasse mit Vorzug . 2 1 1 1 3 1 1 — 1 1 1 3 16 I- „ bl 28+1 21 29 28 25 31 21+2 30 24 26 18 13 I 325+3 n- „ 6 4 5 7 1 3 5 7 11 9 7 8 73 in. „ Urjgeprüit 3 1 — 2 2 1 — 6 1 3 2 21 1* 2 Außerordentliche Schüler . — — — — — — — — — — — — 2 1 2 Summe . . 43 [.34+1 JL 39 34 J2j 37 34+2 48 36 36 '28 18 | 439+3 Schuljahr 1906-1907. KLASSE . . I n III IV V VI VII Summe a , b c a | b c a | b a | b 1. Zahl. Zu Ende 1905/1906 . . . 43 34+1 27 39 34 30 37 34+2 43 86 36 50 1 28 18 439+8 Zu Anfang 1906/1907 . . . Während des Schuljahres eingetreten Im ganzen also aufgenomm. Darunter: Neu aufgenommen | aufgestiegen und zwar j Repetenten . Wieder aufgenom-/ aufgestiegen men und zwar ( Repetenten . Während des Schuljahres ausgetreten 48+1 45 1 85 42 2 83+1 2 33 3 50 51 30 30 2 81 19 497+2 11 48+1 46 35 44 35+1 86 50 51 30 32 51 31 19 508+2 45+1 3 42 4 32 3 7 1 31 5 6 27+1 ‘2 2 4 26 4 4 1 44 1 2 1 39 9 1 25 4 2 25 5 6 1 40 4 1 24 6 19 150+1 8 800+1 50 4-1-1 9 5 2 — 6 4 1 — 1 3 1 — 36+1 Schülerzahl zuEnde 1906-1907. 44 44 37 87 30 30 42 42 86 85 1 30 30 46 46 50 50 30 80 31 31 48 48 80 80 19 19 473 472 1 2. Geburtsort (Vaterland). Triest samt Gebiet . . . Das übrige Küstenland. . Andere Provinzen Oesterreichs Ausland (inkl. Ungarn) . . 31 8 6 4 24 5 7 1 17 5 7 1 30 2 9 1 21 4 8+1 2 14 5 6 5 83 4 8 1 38 7 4 1 20 6 8 1 16 7 6 2 82 4 8 4 21 5 2 2 13 4 2 810 57 78+1 27 Summe . . | 44 | 87 30 42 85+1 80 46 50 30 81 48 30 19 472+1 *) bei den Wiederholungsprüfungen bedeutet 4-15 „von der Statthalterei bewilligt“, sonst -f-1, -f-2 „Privatist“. * bedeutet: „weil gestorben“. ** „ „wegen langer Krankheit“. Bei den Rubriken 2—7 und 9 sind nur die bis Ende Mai verbliebenen Schüler mitgezählt. KLASSE . . I II III IV V VI VII Summe a b c a b c a b a b 3. Muttersprache. Deutsch Italienisch Slowenisch .... Serbo-kroatisch . . Andere Sprache . . 16 20 5 2 1 15 11 10 1 11 11 7 1 18 22 2 12+1 11 12 J0 14 5 1 17 25 4 13 28 8 1 10 17 3 9 17 3 1 1 16 23 9 11 14 3 2 9 7 2 1 167+1 220 71 5 9 Summe . . 44 37 30 42 35+1 30 46 50 30 31 48 30 19 172+1 4. Religion. Römisch-katholisch . . . Griechisch-orientalisch . . Evangelisch { Hef^Belf.' Anglikanisch Mosaisch Konfessionslos 30 2 6 1 1 4 37 30 23 1 8 3 7 35+1 30 31 2 6 2 5 60 19 5 2 3 1 31 42 4 1 1 23 2 2 1 2 14 1 2 2 404 8 33 10 1 24 1 Summe . . 44 37 30 42 35+1 30 46 50 30 31 48 30 19 472+1 5. Let t- 8 rH U