Freytag, den 5. December 162Z. l>«ibach, den «?. November »82Z. N?it Sehnsucht sahen die Bewohner Laibachs der Flyer entgegen, welche schon am letzten Nahmensfeste W?. Majestät des Kaifers begangen werden sollte, da« mahls abtr wegen eingetretenen Elementar »Hindernis, sw unterbleiben mußte — ein« Feyer, in welcher mit dem innigsten Dankgefühle die landesväterllche Fürsorge des »llergnädigsten Monarchen laut gepriesen werden sollt«, mlt der AllerhöchstderOlbe neben so vielen andern Proben Sein«« Huld, auch dem dringenden Bedürfnisse, die Stadt von d«m Übel der sie umgebenden Sumpfe zu defleyen, feine Aufmerksamkeit zu schenken geruhte. Seit der Vollendung des vomAbbä Gruhel unter de» Regi«rung Ihree Majestät der höchstseligen Kaiserinn Maria Theresia zu Stand« gebrachten Canals, war an dieß wichtige, kostspielig« Unternehmen nicht mehr Hand augelegt worden. Unsern Tagen war eg vorbehalten, eln k. Pro» fessoren des hiesigen Lyceums empfangen wurden. Nach geendetem Hochamte, zu dessen Musik die philharmonisch« Gesellschaft mitwirkte, und während welchem von den städtischen Kanonen die Salven gege» den wurden, erhob sich der ftyerliche Zug nach dem Platze, an welchem di« ersten Vorarbeiten zur Austrock» nung des Morastes begonnen waren, und wo die erste Mühlwehre eröffnet werden sollte. Tausende von Zu» schauern hatten sich dort an beyden Ufern versammelt. Nachdem Se. Excellenz daselbst die von dem k. e. Vaudirector Hochdemselben vorgewiesenen Pläne dieser Vorarbeiten ln Augenschein genommen, brachte der Bürgermeister, als Organ und Repräsentant der Ve» wohner dieser Stadt, in einer der Feye« angemessenen Rede die Gefühle des Dankes vor, welche in den Her« zen der ganzen Gemeinde für den gütigsten und weise» sten Vater des Vaterlandes glühen, durch Dessen aller» höchste Gnade das bereits als aufgegeben angesehene kostspielige Project derMorast.Austrocknnng wieder ins Leben gerufen, und durch Höchstdessen eigene huldvolle Anregung die ersten Schritte zu dessen Realisirung, in Darbringung freywilliger Suoscriptions«Deytr6ge, Naturalleistungen der umgebenden Bezirke, und baren Fonds aus der stadtischen Casse sanctionirt wurden. Der Bürgermeister schloß seine Rede mit dce V'tte, das heutig« Dankfest zur Kenntniß des höchsten und vielge» liebten Monarchen zu bringen, bis es der Gemeinde vergönne seyn wird, ihre treugehorsamst und dankbar» sten Gefühle dem gnädigsten Landesvater an den Stu« fen des höchsten Thrones seM zu wiederhohlen» Mit dieser Dltte vereinte der bürgerliche Ausschuß auch jene zur Errichtung eines Denkmahls, das den späten Nach» kommen mit gleichzeitiger Erinnerung an den hier ab» gehaltenen Monarchen «Congreß, die Huld uvd Gnad« des angebetheten Monarchen und das Dankgefühl des Landes verkünden soll. Se. Excellenz der allgemein verehrte Lsndes-Gou-verneur erwiederten hierauf, daß Sie um so ledhafter in den Ausdruck jener Empfindungen einstimmen, die durch das Organ des Bürgermeisters und der ständischen Verordneten hier ausgesprochen wurden, weil Dankbar» keit gegen den besten der Regenten, und paltiotischer Gemeinst«« die moralischen Triebfedern seyen, welch« diese Feyerlichkeit veranlaßten. Die von Sr. Excellenz am Schluss« gesprochenen Wo»te: »Lang« und glücklich herrsche Kaiser Franz, der 433 axgebethete Va'ke« Seiner Unterthanen!" wu?5en mit allgemeinem Enthusiasmus von allen Umstehenden und d« zahlreich zu diesem Feste zugeströmten Volksmenge »iederhohlt, uyd fanden in den dankbaren Herzen der« selben ein lautes und nie versiegendes Echo. Die Eröffnung und Abtragung der Wehre, welche auf ein gegebenes Zeichen unter Trompeten« und Pau» schall und dem Donner der Kanonen auf der nahen Insel, dann vom Castellberge herab, begann, beschloß Dieses Fest, dessen Andenken sich immer tiefer begrün» den wird, je segenbringender die Folgen sind,, die man sich von dem Werke verspricht, welches nach 43 Iah» dert; 2) daß der Arbeiter von Brustbeschwerden, denen ! Individuen von derley Beschäftigung ausgesetzt sind, und die ihr Leben verkürzen, defreyet; 4) daß die Men» schenkraft auch durch jene des Wassers mittelst eines beweglichen, an <«nem Ende des mit einem Gegen» gewichte versehenen Hebels befestigten Eimers erseht; 5) daß an Orten, wo Wassermangel eintritt, dasselbe in einem mit einer Klappe versehenen Recipienten der» dergestalt geleitet werde, daß sich die Klappe sogleich schließe, sobald der Eimer mit Wasser angefüllt ist, und sich wieder öffne, sobald das Gegengwicht seine Wir« kung geäußert hat; und daß endlich 6) durch die Zu« sammensehung von zwey Hebeln, der Bedarf an Wasser vermindert werde, indem durch die Anwendung «ines neuerfundenen Princips «ine gewisse Menge Wasse, zu zweyfacher Kraftäußerung gegen einen gegebenen Widerstand veranlaßt, und auf diese Art die Wirkung des Gegengewichtes vermieden werde;" ein fünfjähri, ges Privilegium, nach den Bestimmungen des a. h. Pa» lenls vom 9. December »820, zu verleihen. Vom r. e. illyrischefi Glldernium. Laldach am 7. Novemdee »8«3.^ Wien. Se. k. k. apostol. Majestät haben vermöge a. h. Cabinettschreibens vom »0. d. M., dem k. k. Feldmal, schall > Lieutenant, zweyten Inhaber des Infanterie« Regiments Nr. 8 , Rittee des militärischen Marien» Theresitn«, des russ. kaiserl. St. Wladimir. Ordens dritter Classe, und des königl. sicilian. militärischen St. Georg-Ordens der Wiedervereinigung, Joseph Freyhrn. von Stutterheim, das Commandeur «Kreuz des österr. kaiserl. Leopolo» Ordens taxfrey zu verleihen geruhet. Se. k- k. Majestät haben mit a. h. Entschließung vom «5. Octoder d. I., die durch die Ernennung des Hermann von Huhe zum Gubernial-Secretär, und des Cajetan Hofer znm Expedits«Director bey dem Gubernium in Steyermark, daselbst in Erledigung ge» kommenen zwey Kreis«CommissärS'Stellen erster Classe, den dortigen Kreis-CommWren dritter Classe, Ludwig v. Iacomini und Daniel v.Iellesy, in Rücksicht auf ihre angerühmten Fähigkeiten und Verwendung, zu verlei« hen geruhet. Se. k. k. Majestät haben durch allerhöchste <3nt« schließung vom 25. October d. I.. das Lehramt der theoretischen und practischen Chyrurgie am Lyceum zu Laibach, dem Magister der Chyrurgie, Leopold Nathan, atlcrgna'digst zu verleihen geruhet. (Wien.Z.) 43g Klagenfure. In einem Schreiben aus Görz vom 25. Nov. d. I. heißt es: von dem hier in Garnison gelegenen löl>l. k. k. Linien «Infanterie» Regiments Grollherzog Toscana ist heute das zweyte von hier, und gestern das dritte Bataillon von Trieft nach Klagenfurt abmalfchirt. Dafür haben wir vier Compagnien vom löbl. Infanterie »Regiment König Wilhelm der Niederlande als Garnison erhalten. (Klagenf.Z.) Königreich beyder Sieilieu. Neapel den 26. Oct. Der häufige Regen hat im Disllicte von Nola großen Schaden angerichtet. Die Sttöm« überschwemmten die Felder und Dörfer, und «mnirten die Straßen. In Cicciano wurden alle Lan. dereyen verwüstet, und mehrere Elnwohner fanden in d Saal, nachdem Sie Sich zuerst mit Pluvial von rothem , Atlas und Insel von Goldstoff bekleidet hatten, wie es : beym ersten Consistorium nach der Krönung üblich ist. < Der heil. Vater bestieg sodann den Thron, und bezeigte l in einer zierlichen lateinischen Rede seine Dankbarkeit , gegen das heil. Collegium. Diese Rede wurde vom Car« l dinal'Decan della Somaglia im Nahmen seiner Colle« 5 gen beantwortet. Hierauf schlössen Se. Heiligkeit dem l schon im geheimen Consistorium vom »6. May d. I. z vom verstorbenen Papste bekannt gemachten Cardinal, « priest» Zurla den Mund, und schlugen sodann zu fol, i genden Kirchen vor: Zum Erzbigchum Salzburg, den l AuguNin Gruber, dermahligcn Vischof von Laibach; ^ ErzblglhumBari,Monslgn.Mlchcle Clari; Erzdisthum g Messwa. M. Francesco di Paola Villadicani; Erzbig, s thun-. Rouen, M.Gustav Maximilian Prinz von Croy; s zu denB.sthümern: Montalto, FilippoAmbros; Nola r Mons.Nicola Coppola; Aversa, M.Francesco Saverio z Durine; Patti M. Nicola Gatto; Girgenti, Adb« 5 Pictro Maria d'Agostino; Massa di Carrara, Francesco r Ioppi; Vaccia, Franz de Paula Graf v. Nadasdi; n Langres, Gibert Arragonnes; Chalons, Joseph Marie h Fran^ois Victor de Monyer de PriNy; Pelpignan. D« Z. Francesco de Saunhac; Saint«Diez, Jacques Iacqne-k- min; Kulm, Stanislaus de Mathy; Ortosia (in^ui-n. a !^n«) Fortunat Patcrno; Imeria (W ^ui-tibu«) Ludovico S Silvestre de la Chatre; Dorila (lu xllrtiku«) Johann t Friedrich Qsterweicher, CanonicuS vonBamberg. Hier-n auf eröffnete der heil. Vater dem Cardinal Zurla den r Mund. Sodann aMirten die Cardinäle FabricioRuffo ) und Consalvi Sr. Heiligkeit bey Ablegung des gewöhn» lichen Eides wegen Beobachtung der Dullen und apo» n stolischen Constitutioncn. Die Consistorial»Advocaten e bathen hierauf um die Ballien für die Erzbischöfe von d Bari, Salzburg, Messina, Besangen und Ron/n. » Schließlich bekleidete der heil. Vater den Bischof von ' Massa Carrara mit dem Röchelte, und lenen von Gir» ' genti mit der Mozzeta. Frankreich. , Am »a. Nov. begannen die gerichtlichen Verhandlun» » gen in Betreff des als Giftmischers angetlagten Doctor« l Castaing. Er trat in c>en von Zuschauern angefüllten l Gerichttfaal. ein junger blonder Mann von cinem ix» teressanten Äußern, einer sanften Stimme, ruhiger Haltung und in seinem ganzen Benehmen eine Gewandt» > heit> welche vielen Umgang mit der feinern Welt vee» rieth. Es hatte etwas schaucrUch Geheimnißvolles, statt blutiger Kleider oder sonst bey Ermordungen gewöhn» lich vorgelegter Gegenstände, nur Büchsen und Flaschen mit Gift zu sehen, welche man in der Wohnung des. Angeklagten vorgefunden, und der tiefe Eindruck, wel« chen dieß auf die Zuschauer machte, äußerte sich besonders bey dem weiblichen Geschlechte; denn die Damen pflegen hie« in nicht geringer Anzahl dergleichen Ver, Handlungen beyzuwohnen. Um 1» Uhr begann die Vorlesung der Anklagacte; sie dauerte bis halb drey Uhr Nachmittags. DeS Doctors Haltung blieb da» bey unverändert dieselbe, und ruhn; machte er seme Bemerkungen auf einer Schreidtafcl, während die übrigen Zuhörer heftig erschüttert wurden. D>e in dieser Anklageacte aufgeführten Thatsachen sind im Wesentlichen folgende: Von unbemittelten Ältern geboren, war Castaingä Hauptzweck von Jugend auf, sich ein angenehmes und genußreiches Leben zu ver» schaffen, und er erwählte das Studium der Medicin, um als ein ausgeieichnet« Arzt einmahl sein Glück zu machen. Vorzüglichen Fleiß verwendete er auf Kenntniß der Gifte, unter denen einige seine Aufmerksamkeit auf sich zogen, weil sie, ohne die animalischen Körper zu zerstören, eine gewisse krank, heilähnliche Wirkung in denselben hervorbringen. -" 44a Vor d<« Hand aber blieb er in unbemittelten, juweilen drückend«» Umständen, die sich dadurch noch vermehrten, daß er mit einer Witwe, welche Mutter von drey Kindern war, in genauer Verbindung lebte. Siegebar ihm auch zwey'Kinder; allein im Übrigen ließ sich) von diesem, wie es schien, nur aus herzliche« Neigung entstandenem Verhältniß nichts Dö» feg sagen. Gelegentlich wurde Castaing mit einer Fa» milie Ballet, und zwar mit den beyden Söhnen des Hauses bekannt. welche jünger waren als er. Kurz nach einander starben deren Ältern und ein Oyeim von ihnen. Die Söhne ererbten dadurch, theils zum Nachtheil ihrer verheiratheten Schwester, welch« au» einer früheren Ehe entsprösse« war, ein großes Vermögen. Der eine hieß Hyppelit, der an« 2ere August. Mit ersterem war Castaings Umgang besonders dadurch häufiger und enger, weil er ihm dey seinen Brustbeschwerden, an denen er fortwäh» rend litt. als Arzt mit Rath und That beystehen tonnte. Hyppolit macht« ein Testament » in welchem er feine Schwester auf Kosten scines Bruders begün» stigte. (Diesen Umstand hatte Castaing nicht nur vor mehreren Personen geäußert, sondern August Ballet woUtc das Testament selbst in Händen gehabt haben.) Ader als Hyppolit am 5. October 1822 starb, fand es sich in seinem Nachlaß nicht. Er war von einem plötz« liäien bösartigen Anfalle in Zeit von vier Tagen hin» geraffc worden. In den drey letzten Nächten war Castaing nicht von ihm gewichen. Der Bruder und die Schwester ließe., ihn öffnen, und es ergab sich, daß besondere Umstände obgewaltet hatten, wie sie bey gewissen natürlichen Krankheiten, aber auch nach dem Gtdrauch gewisser Gifte sich einzustellen pflegen. — War August durch seines Bruders Testament enterbt, so verlor c« zehn bis zwölftausend Franken jährlicher Einkünfte; er ging also gern darauf ein, als Castaing sich erboth, eg ihm für 100.000 Franken von einem gewis» seu Lebret zu verschaffen, bey dem eg deponirt seyn sollte. Dies« Summe stimmte auffallender Weise gerade mit derjenigen üderein, welche der bisher arme Castaing jeht mit einem Mahle zu seiner Disposition hatte; er lieh nähmlich um dieselbe Zeit 3o,ooo Franken an seine Mutter aus, und 70,000 Franken brachte er in Staats--Fond« unter. — Durch ein gemeinschaftliches Verbre» chen waren August Billet und Castaing nun an ein« ander gebunden. Am 29. May d. I. fuhren sie mit' einander nach St. Cloud. Sie blieben den 3c». dort, und gingen bis zur Mittagszeit spatzieren. Nachmit» !Vg vtrließen sie den Gasthof wiedtt, und kamen tlst um 9 Uhr Abends zueück. Castaing ließ eine Hilde Glühwein bringen, und machte selbst Zucker und Ci° tronen hinein, die er unterwcges gekauft hatte. Un« aufgefordert verließ er darauf da's Zimmer, besuchte eine kranke Magd im Hause, und kam dann wieder zn seinem Freunde ins Zimmer. Dieser h«tte den Wein sehr bitter gefunden, und nur wenig davon gtlrun« ken. Castaing selbst bestätigte dieß auch, außerl« ade« gegen «ine Person, daß er nur einen Löffel voll da» von genossen hätte, während er zu einer andern sagte, er habe zwey oder drey Gläser getrunken; ein nicht wenig verdächtiger Umstand. August halte eine höchst unruhige Nacht, und konnte, nach Ea-staingg eigener Aussage, am andern Morgen nicht aufstehen. Diese« hatte sich inzwischen schon um 4 Uhr Morgens das Haus öffnen lassen, um, wie er vorZab, in den Park zu gehen. Er^uW^aber nach Paris. Und was that » hier? ^^HÜÜWMt» und zwar dasselbe Gift, welches er siebzehn Tage vor Hyppol!:« Tede auch gekauft hatte. Castaing hat schon selbst gestanden, daß er zur Zeit der Öffnung der Läden nach Paris gekommen, und in eine Apotheke gegangen sey, wv er bloß den Eleven gefunden; hier habe er zwölf Elan Brechvulver gefordert, und den über dle Quantität erschreckten Eleven ein mit Bleystift geschriebenes Recept von seiner eigenen Hand, aber als ein fremdes vorne« zeigt, und ihm etwas »on einer besondern Methode dcs Doctors Castaing vorgeschwatzt: gleich darauf habe er an tinem andern Orte ein halbes Quentchen Opiatsäure, gelauft, unter dem Verwände, damit Versuche an Thieren anzustellen.—Eilig kam er wieder nach St-Cloud, und verordnete dem Kranken kalte Milch, worauf b