3 si, Karl Yodovnik~$iegenfeld, Gediclite des Hauptmannes Carl Vodovnik-Siegenfeld, herausgegeben Dr. Ant. Medved, Prof. am k. k. Staatsgymn. in Marburg. / 4 - 4 , '/?-* £-rl(-£r'trtyi-4 4, /a•>» «Ach nein, holdes Bliimchen 1 — der Jager dann spricht Entziickt von des Bliimeleins Schimmer — Die Lilien und Rosen, sie neiden dich nicht, Sie lieben, wie ich dich fiir immer.» 95 ««So nimm mich — erwidert das Bliimchen ilitn sacht — Doch schone mein bliihendes Leben, Sonst stirbt nieine Bliite, vergeht meine Pracht, Noch ehe ein Heim mir gegeben.»» Er reisst es heraus und begierig es schaut, Doch siehe, — es stirbt in den Handen . . . O Bliimlein, wer Andern sein Leben vertraut, Muss baldigst und jammervoll enden! Getauschte Hoffnung. Im Garten stand ein junger Baum, Mit Bliiten reich geschmuckt; Ih m hat der Lenz im Liebestraum Den Kranz aufs Haupt gedriickt. Da kam ein Sturm in boser Nacht, Mit Regen, Schnee und Eis . . . Und morgens war des Baumes Pracht Vor Erost und Schnee ganz weiss. Gebrochen war sein Blutenkranz, Zerstort sein zartes Griin; Er vvar geknickt im Jugendglanz Und siechte sterbend hin. — So bricht der Hoffnung sel’ge That Gar oft ein boser Sturm. Der Mensch, — er saet und pflegt die Saat, Die Ernte halt der Wurm. 97 7 An F. von P. Der Mensch, der vom Geschick getrieben, Ein Fremdling irrt durchs fremde Land, Vergisst den Schmerz ob der verlor’nen Lieben, Reicht ihm ein guter Mensch die Hand. Und findet er sich gleichgestimmte Seelen, Des siissen Trostes langgesuchte Quellen, Dann zieht des Frohsinns lichter Sonnenschein In seines Herzens Tiefen wieder ein. Und muss er, folgend seines Schicksals VVinken, Den Ort verlassen, wo er gliicklich war, So eilt noch oft, des Trostes Quell zu trinken, Sein Geist zuriick, gekraftigt wunderbar. Kein Fremdling mehr, nicht einsam und verlassen, Tragt er sein Schicksal, rnuthig und gelassen; Bestarkt im Glauben zeigt ihm dann sein Blick Im Strahi der Hoffnung besseres Geschick. So wird auch oft zu dir mein Geist enteilen, Vom Dankgefiihl fur manche Huld beseelt; Wird, segnend dich, in deiner Nahe vreden, Wenn auch die Pflicht mich in der Ferne halt. Sei Dank dir tausendfach fiir angenehme Stunden, Du gossest Balsam mir in Herzensvvunden, Und ich vergass im heiter frohen Sinn Vielleicht zu oft, dass ich ein Fremdling bin. 98 An den erkrankten Freund K. Fliehen dich auch alle Freuden, Zahlt mit Schmerzen nur die Welt, Denke: Gott ergeben leiden Wird zur Tugend einst gezahlt. Dulde muthig, ohne Zagen, Schiitzt dich ja des Vaters Hand, Einmal enden alle Plagen Jenseits — im gelobten Land. — Ob des Schicksals Sturme vnithen Und dein Kahn am Felsen bricht, Oder Eldorados Bliiten Dir zum Kranz ein Genius flicht, Durch des Lebens dunkle Weiten Soli dich stets der Glaube leiten! — o<|>o— An S. P. Die Poesie bat dich zum Freunde mir gegeben Und manches Lied im Bunde ist erklungen, Wir sind vereint, geschieden auch im Leben Halt uns die Muse ewig doch umschlungen. 99 An einen Naturphilosophen. (R. F.) Weil du die Sterne gezahlt am Himmel, so weit er dir offen, Weil du die Erde umschifft, weil du das Nord- licht geschaut; Weil du hinunter gebohrt einen Schnitt in die Rindc der Erde, Pflanzen und Thiere studiert, das Infusorium entdeckt, Weil du das Leben belauscht auf, liber, unter der Erde Aber des Lebens Princip noch ein Geheimnis dir blieb: Glaubst du, es lebe kein Gott, kein allmachtiger Scbopfer des Weltalls? Schuf er das Auge dir doch, ali diese Dinge zu seh’n. Eine unendliche Welt uns birgt sich noch im Infusorium, Aber Gestirne sind auch nur Infusorien der Welt. Sage mir doch, wo beginnt dann, wo endet die Schopfung? Bis du mir das nicht sagst, lehre mich leugnen nicht Gottl 100