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Nr. 2. Kottschee, am 19. Jänner 1909. Jahrgang VI. Nationaler Zusammenschluß. Als kürzlich der deutsche Landsmannminister Dr. Schreiner von einem Besucher gefragt wurde, was gegenwärtig für die deutschen Abgeordneten das Wichtigste sei, antwortete er: „Der Zusammenschluß! Nach dieser Richtung müssen wir marschieren." — „Denken Exzellenz hiebei auch an die Christlichsozialen?" war die nächste Frage. Minister Dr. Schreiner erwiderte: „Gewiß! Wer sich deutsch fühlt, gehört zusammen, gleichviel welche Parleirichtung innerhalb der Deutschen er sonst vertritt. Die Zusammenschlußbewegung ist selbstverständlich nur so gedacht, daß die Eigenart jedes Verbandes unangetastet bleibt. Im Prager Landtag sind die Deutschen gerade in der letzten, so stürmischen Tagung mit gutem Beispiel vorangegangen. Radikale und gemäßigte deutsche Abgeordnete, freiheitliche und christlichsoziale, agrarische und industrielle Landtagsabgeordnete kämpften gemeinsam, ungeachtet der sonstigen Differenzen, die in Zeiten der Gefahr sich als verschwindend klein erweisen. Nicht anders verhielt sich die Bevölkerung und unsere wackere Studentenschaft. Alle deutschen Studenten, die freisinnigen, radikalen und katholischnationalen verteidigten gemeinsam das bedrängte deutsche Recht in Prag ... Die nächste Mission der deutschen Volksvertreter ist der Zusammenschluß. Davon hängt ihre Stellung im Parlament und im Staate ab; je zersplitterter und zerklüfteter wir auftreten, desto größer die Freude und die Erfolge unserer Gegner, je geschloffener und festgefügter der nationale Block der Deutschen, desto größer unser Ansehen, desto zahlreicher unsere Siege und desto schöner die Zukunft des deutschen Volkes in Österreich." Von der bloßen theoretischen Erkenntnis der Notwendigkeit eines nationalen Zusammenschlusses angesichts der dem deutschen Volke drohenden Gefahren bis zur tatsächlichen Verwirklichung dieses hehren Gedankens ist freilich noch ein langer Weg zu durchmessen, auf dem viele Steine liegen. Gewissen Leuten und gewissen Zeitungen können es nämlich die Christlichsozialen überhaupt nie recht machen. Setzen sie sich für die ruhige Assimiliernng fremdsprachiger Elemente ein, so stellt man sie als Verräter des Deutschtums hin; treten sie, wie jüngst in Niederösterreich, tatkräftig gegen das Vordringen des Slawismus in deutsche Gebiete auf, so werden ihre besten Absichten in deutschnationalen Kreisen verdächtigt. Von einer Anerkennung keine Spur! Nichts als Angriffe und Verdächtigungsversuche; das ist leider das Grundbestreben vieler Deutschfreiheitlicher gegenüber den Christlichsozialen. Die jüdischen Zeitungsschreiber und die leidenschaftlichen Schürer des Kulturkampfes sind unausgesetzt daran, die Christlichsvzialen zu verfemen und als deutschfeindliche Elemente hinzustellen — zum Schaden der deutschen Sache. Leider haben sich die Deutschfreiheitlichen und Deutschnationalen von dieser jüdischen Fuchtel, die immer wieder zwischen die Deutschen hineinfährt, wenn sie sich einigen wollen, noch immer nicht freizumachen verstanden. Und wie steht es nun mit der Verständigungsfrage bei uns in Gottschee? Angesichts der drohenden nationalen Gefahr haben die Christlichsvzialen in Gottschee, nicht eingedenk der vielen Unbilden, die sie früher erfahren haben, die Hand zur Verständigung geboten und es wurde der Verständigungsgedanke auch in den ruhigen und besonnenen Kreisen der politischen'Gegner begrüßt. Aber gewissen Leuten kann man eben gar nie etwas recht machen. Und so wurden jüngst in den „Nachrichten" die edlen Absichten, von denen die Christlichsozialen beseelt sind, in hämischer Weise verdächtigt, als ein „wohlberechnetes Manöver" dargestellt und in beleidigender Weise behauptet, nicht die nationale Bedrängnis in Gottschee, nicht der uns aufgezwungene völkische Kampf, sondern der Zusammenbruch des Bündnisses (I) mit den Slowenen habe die Christlichsozialen be-müssigt, eine Annäherung an die Gottscheer Deutschnationalen anzustreben II Es gibt eben Leute, die es gar nicht fassen können, daß andere bei ihrem Tun und Lassen von wirklich edlen Beweggründen geleitet werden können; immer und überall wittern sie nur Eigennutz und Hinterhältigkeit. Wenn wir Christlichsozialen einzig und allein nur das Parteiinteresse im Auge hätten, wäre es uns nicht einmal im Traume eingefallen, für den Verftändigungsgedanken eine Lanze zu brechen. Können doch die Parteiintereffen durch eine Annäherung an den politischen Gegner eher nur verlieren, nicht aber, gewinnen. Nicht um die Interessen unserer Partei, sondern um das Wohl unserer engeren deutschen Heimat war es uns zu tun, als wir den Verständigungsgedanken anregten. Die liebe Heimat, an der wir alle mit jeder Faser unseres Herzens hängen, ist es ja doch, die durch die Selbstzerfleischung ihrer Söhne in einer Zeit drohender nationaler Bedrängnis schweren Schaden leiden würde. Unser Anerbieten war also von der lautersten, edelsten und vater-landsfreundlichsteu Gesinnung getragen, einer Gesinnung, zu der sich die „Nachrichten" leider noch immer nicht ganz aufschwingen zu können scheinen. Mit saurer Miene wird zwar auch in dem „Nach-richten"-Aufsatze „Rückblick und Ausblick" (3. Jänner 1909) die Richtigkeit des Verständigungsgedankens zugegeben und anerkannt, aber in welch verdrossener Weise! Zuerst versetzt man den Christlichsozialen einige derbe Rippenstöße, um dann schließlich mit kaum verhehltem Ingrimm ihnen die Hand zu reichen. So macht man denn doch nicht Stimmung für eine gute Sache! In dem genannten „Nachrichten"-Aufsatze wird eine Reihe von längst widerlegten Anwürfen gegen die Christlichsozialen wieder aufgewärmt und ins-besonders an der Gottscheer Geistlichkeit kein gutes Haar gelassen. Wir wollen nicht mit demselben Maße messen, mit dem uns da zugemessen worden ist. Im Interesse des Friedens, und um nicht neuerlich Verstimmungen zu erregen, lassen wir die Sache auf sich beruhen, zumal es sich, wie gesagt, doch nur um längst widerlegte Anklagen und Vorwürfe handelt. — Soll der Verständigungsgedanke überall in Gottschee Wurzel fassen, so muß auch die Presse diese Stimmung wachrufen. Die Zeit ist eine schwere und die Verantwortung eine große. Hüten wir uns daher, unsere Kräfte in bloßen Parteikämpfen zu zersplittern. Wenn gegenwärtig die slowenischen Parteien, die doch durch so gewaltige grundsätzliche Gegensätze getrennt sind, Frieden ge- schlossen haben, so ist der nationale Zusammenschluß für uns Gottscheer, die wir im Lande Krain nur eine kleine Minderheit bilden, gewiß umso notwendiger. _________ Dom Landtage. Die September-Ereignisse in Laibach sowie die jüngste Ernennung eines eigenen deutschen Landesschulinspektors fanden in der ersten Sitzung des hämischen Landtages am 8. d. M. ein erregtes Nachspiel. Der Landespräsident Freiherr v. Schwarz wurde bei seinem Erscheinen im Landtage aus den Reihen der slowenisch-liberalen Abgeordneten mit Abzugrufen und gemeinen Schmähworten empfangen, die Mitglieder der slowenisch-liberalen Partei umringten den Herrn Landespräsidenten und schleuderten ihm die ärgsten Beschimpfungen ins Gesicht; die christlichsoziale Slowenische Volkspartei gab zwar auch ihrem Unmute wegen der Ernennung des deutschen Landesschulinspektors Belar Ausdruck (der deutsche Inspektor bedeutet aber schließlich doch keine Schädigung des nationalen Besitzstandes der Slowenen. Anm. d. Schrift!.), aber sie schloß von Anfang an alle unparlamentarischen Mittel aus und wandte sich im Vereine mit den anderen Landtagsparteien nach den ersten stürmischen Szenen unverzüglich der positiven Arbeit zu. ^ Da Landesausschußbeisitzer Dr. Šušteršič und Abg. Jaklič ihre Mandate im Landesausschusse niedergelegt hatten, wurden an ihre Stelle aus der allgemeinen Kurie zum Landesausschußbeisitzer Abg. Prof. Jare, zum Stellvertreter Abg. Ravnikar und aus dem ganzen Landtage Abg. Dr. Pegan zum Landesausschußbeisitzer und zum Stellvertreter Abg. Mandelj gewählt. Sodann kamen nachmittags fünfzehn Dringlichkeitsanträge zur Verhandlung. Abg. Dr. Šušteršič beantragte, daß der Landesausschuß künftighin vier Vertreter in den k. k. Landesschulrat zu entsenden hätte. Abg. Freiherr v. Schwegel erklärte, seine Partei sei fest entschlossen, zum Wohle des Landes mitzuwirken, und erteile dem Antrage auf Vermehrung der Stellen im Landesschulrate ihre Zustimmung. Abg. Dr. Lampe beantragte: 1.) Der Landtag wolle beschließen: a) I. Behufs der Abgänge beim Landesfonds werden vom 1. Januar 1909 an bis zur definitiven Feststellung des Voranschlages folgende Landesumlagen eingehoben: 1.) eine 40%tge Umlage auf die Verzehrungssteuer von Wein, Wein- und Obstmost sowie von Fleisch; 2.) eine selbständige Landesumlage vom verbrauchten Biere zu 2 K per Hektoliter; 3.) 40°/oige Umlagen auf alle direkten Steuern mit Ausnahme der Personaleinkommensteuer und der Erwerbsteuer für Hausierer. II. Der Landesausschuß wird beauftragt, dem Beschlüsse unter I. die Allerhöchste Sanktion zu erwirken. III. Der Landesausschuß wird bevollmächtigt, die Abgänge in der Zeit vom 1. Jänner 1909 bis zur definitiven Feststellung des Voranschlages für das Jahr 1909 eventuell im Wege einer Kredit-vperation zu decken. — In der Begründung betonte Abg. Dr Lampe vor allem den Umstand, daß die Ausgaben des Landeshaushaltes im steten Wachstum begriffen seien und das Defizit im vergangenen Jahre bereits die Höhe von 1,145.000 K erreicht habe. Dr. Šušteršič beantragte, behufs Bedeckung der Landesausgaben, bezw. der Beitragsleistungen zu Straßen- und Wasserbauten sowie für andere Meliorationsarbeiten sei ein Landesdarlehen von zehn Millionen Kronen aufzunehmen. In der Begründung dieses Antrages erwähnte Dr. Šušteršič, daß im Landesbauamte schon jahrelang Entwürfe für Meliorationsarbeiten liegen mit einem Voranschläge von über 30 Millionen Kronen, zu dem angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse 25 bis 50 Prozent zugeschlageu werden müssen. Für die dringlichsten Bauten seien mindestens 10 Millionen Kronen erforderlich. Mit der „kleinlichen Flickarbeit" müsse ein- für allemal gebrochen werden. Abg. Graf Barbo begrüßte den Antrag mit Freuden, da die Interessen des harnischen Großgrundbesitzes mit denen des Bauernstandes identisch seien. Abg. Mandelj stellte den Antrag auf Errichtung einer Landesbank, welche Hypothekar-, Kommunal-, Meliorations- und Eisen- bahndarlehen vermitteln, öffentliche Lagerhäuser errichten solle usw. Hiebet verwies er u. a. auch auf die Meliorationszwecke für Dürrenkrain. Abg. Dr. Zajec stellte den Dringlichkeitsautrag auf Abänderung des hämischen Jagdgesetzes in dem Sinne, daß der Hase aus dem Schutze des Jagdgesetzes ansgeschieden, die Verwaltung der Gemeindejagden den Gemeinden zu überlassen und das Eut-schädigungsverfahren zweckmäßig umzugestalten sei. Abg. Dr. Pegan beantragte, es sei die Gemeindeordnung und die Gemeindewahlordnuug nach den Grundsätzen der Verallgemeinerung des Wahlrechtes, der Demokratisierung der Gemeindeverwaltung und der Ausschaltung der Gemeindeobstruktion abzuändern. Abg Dr. Žitnik stellte den Antrag auf Abänderung mehrerer Bestimmungen des Landesstraßengesetzes. (Abschaffung der Virilstimmen der Höchstbesteuerten in den Bezirksstraßenausschüssen und Vermehrung der Zahl der Vertreter der Gemeinden.) Abg. Mandelj beantragte die Gründung von Landesversiche-rungsanstalten für die Versicherung von Feuerschäden, für die Lebensversicherung und für die Rindvieh- und Pferdeoersicherung, für welche Der Landesausschuß die einschlägigen Gesetzentwürfe auszuarbeiten habe. Abg. Dr. Šušteršič stellte den Antrag auf Reorganisierung der landschaftlichen Ämter und Abg. Jaklič auf Errichtung eines landschaftlichen Gewerbeförderuugsamtes und Gewerbebeirates, Abg. Dr. Triller auf Regelung der Lehrergehalte, Abg. Piber auf Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes über den Alpenschutz und Abg. Jarc auf Gründung einer slowenischen Hochschule. Die Dringlichkeit letztgenannten Antrages wurde tu Abwesenheit der Vertreter des Großgrundbesitzes angenommen. In der Sitzung am 14. Jänner stellte Abgeordneter Pirc den Dringlichkeitsantrag, der Landtag möge sein Bedauern darüber aussprechen, daß die Landesregierung die zugunsten der hämischen Landwirte wegen Futtermangels eiugeleitete Hilfsaktion (Heuverteilung) so verschleppt habe, daß diese Aktion heute nicht einmal bis zur Hälfte durchgeführt sei; ferner sei die k. k. Regierung aufzufordern, im Laufe einer Woche alle zur endlichen Durchführung der Aktion notwendigen Vorkehrungen, insbesondere dadurch zu treffen, daß sie unverzüglich die „Gospodarska zveza“ und die „Zveza slovenskih zadrug“ mit der Futterbeschaffung aus der zweiten, bisher unverbrauchten Hälfte der Staatssubvention im Restbeträge von 250.000 K beauftragt. Ein Dringlichkeitsantrag des Abgeordneten Dr. Lampe, wor-nach der Landesausschuß bevollmächtigt wird, einen Landesbeitrag für dringliche Straßenbauten usw. zu bewilligen, wurde dem Finanzausschüsse zugeiviesen. Zur Annahme gelangte der Antrag (Gesetzentwurf) des Abgeordneten Dr. Šušteršič, betreffend die Vertretung des Landes im Landesschulrate (vier Vertreter des Landes), ferner die Resolutionen des Schnlausschusses gegen die Ernennung des deutschen Landesschul-iuspektors und betreffend das Schulreferat im Landesschulrate (beide bloß mit den Stimmen der slowenischen Abgeordneten), die Resolution, betreffend das Realschulgesetz (mit den Stimmen der slowenischen Abgeordneten), sowie die Resolution des Abgeordneten Dr. Triller, betreffend die Utraquisterung der Laibacher Realschule (mit den stimmen der slowenischen Abgeordneten). Für die Resolution, betreffend die Errichtung einer Universität in Laibach überhaupt, stimmte das ganze Haus, während für die Resolution betreffend die Errichtung einer slowenischen Universität in Laibach, die zwei slowenischen Parteien allein stimmten. In der Debatte über den Dringlichkeitsantrag, betreffend die Vertretung des Landes im Landesschulrate, wurde u. a. -auch die Notwendigkeit der Reorganisierung der Wiederholuttgs- und der gewerblichen Fortbildungsschulen, sowie die Regulierung der Lehrergehalte hervorgehoben. Abgeordneter Lavrenčič bezeichnet das gegenwärtige Volksschulwesen als ganz unpraktisch, weil der Lehrplan keine Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Stadt- und der Landbevölkerung sowie auf die Bedürfnisse der einzelnen Stände nehme; die Schule hätte die Liebe zur Heimat, zur Kirche und zum Kaiser zu pflegen, sowie auf den wirtschaftlichen Unterricht entsprechende Rücksicht zu nehmen. Abgeordneter Dr. Eg er erklärte, es sei der deutschen Partei ferne gelegen, daß mit der Ernennung des dritten Landesschul-inspektorö eine Kräfteverschiebung im Landesschulrate herbeigeführt werde. Weiters kehrt sich Redner gegen den Vorwurf, daß das slowenische Schulwesen von der Regierung stiefmütterlich behandelt werde. In der Frage der Realschule könne man sich leicht einigen: Man überlasse die Realschule den Deutschen und erlange eine slowenische mit Staatsmitteln. Abgeordneter Dr. Eger protestierte schließlich gegen das Verlangen, das Referat im Landesschulrate mit einem Slowenen zu besetzen. Dr. Pegan erklärte u. a., am berechtigten deutschen Besitzstände in Krain nicht rütteln zu wollen, aber es gebe in Krain nur zwei Nationalitäten: Die Slowenen und die Gottscheer. Der Antrag auf Änderung des Landesstraßengesetzes (Berichterstatter Abgeordneter Jaklic) wurde dem Landesausschnsse zur Ausarbeitung eines diesbezüglichen Gesetzentwurfes zugewiesen, ebenso der Antrag auf Abänderung des Jagdgesetzes. In den auszuarbei-tenden Gesetzentwurf werden die Bestimmungen aufzunehmen sein, daß der Hase aus dem Jagdschutze ausznschalten sei, daß größere Gemeinden auch selbst die Jagd ausüben können, daß das Legen von Giften zwar unstatthaft sei, aber immerhin bewilligt werden könne und in diesem Falle öffentlich bekannt gegeben werden müsse, schließlich, daß für Schadenvergütungen eigene Schiedsgerichte eingesetzt werden. Der Antrag auf Änderung der Gemeindeordnung und'Wahlordnung (Berichterstatter Dr. Pegan) wurde ebenfalls an den Landesausschuß überwiesen, der bis zur nächsten Tagung einen Gesetzentwurf auszuarbeiten hat, desgleichen der Antrag auf Errichtung einer Landesbank und einer Landesverstcherung (Feuer-, Vieh- und Lebensversicherung). Vor Schluß der Sitzung brachte Abg. Dr. Eger einen Dringlichkeitsantrag, betreffend die Bewilligung einer 5°/oigen Umlage von den Mietzinserträgnissen in der Stadtgemeinde Gottschee, ein, der dem Finanzausschüsse zugewiesen wurde. — Uber die folgenden Sitzungen berichten wir in der nächsten Nummer. Ein Vortrag über Zola und Ibsen. Am 14. d. M. hielt Herr Prof. Dr. Friedrich Hirsch im Sitzungssaale der Stadtgemeindevertretung einen Vortrag über Zola und Ibsen. Der Vortrag war gut besucht und der Herr Professor, der ein gewandter Redner ist, verstand es, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft durch etwa einundeinhalb Stunden an seinen Gegenstand zu fesseln. Man hatte das Gefühl, daß ein geistvoller und sachkundiger Mann sprach, der aus dem vollen schöpfte und nicht bloß fremde Urteile wiedergab, sondern vielfach seine eigenen selbständigen, von anderen Literaturkundigen abweichenden Ansichten entwickelte. Über heikle Punkte, die bei 'dem Vertragsgegenstände kaum zu umgehen waren, wußte Herr Prof. Dr. Hirsch mit eleganter Manier hin« wegzugleiten. Teils ausführlicher, teils in prägnanter Kürze führte der Vortragende die Werke der beiden Hauptvertreter des modernen Realismus oder Naturalismus vor. Allerdings möchte Prof. Hirsch die Ausdrücke Realismus, Naturalismus, Impressionismus lieber ersetzt wissen, durch „Sehnsnchtspoesie", nämlich die Poesie eines Dranges, der sich aus der nicht befriedigenden Gegenwart hinaussehnt und einer neuen besseren Zeit zustrebt. Unter Realismus oder Naturalismus versteht man bekanntlich die Wendung der neueren Poesie zur genauen Nachbildung der Wirklichkeit, selbst mitunter auf Kosten der Schönheit und der guten Sitte. Die Dichtung wird durch die Naturalisten zugleich in den Dienst der Wissenschaft gestellt, sie soll, wie dies z. B. in Zolas Romanzyklus Rvugon-Macquart der Fall ist, wissenschaftliche Probleme (Vererbung und Anpassung, bezw. Milieu oder Umwelt) lösen. Wenn Zola gewissermaßen ein wissenschaftliches Tableau des Kulturzustandes seiner Zeit geben will und seine Technik und Detailmalerei hiebei selbst vor den scheußlichsten Gegenständen und unflätigsten Szenen nicht zurückscheut, der Dichter also zum Darsteller der unverhüllten Unstttlichkeit und Perversität herabsinkt, so will ihn der Vortragende trotzdem vor dem Vorwurfe der Pornographie in Schutz nehmen. Gewiß, ein Pornograph wollte Zola nicht sein, dazu ist seine Tendenz zu ernst. Aber das ist unzweifelhaft, daß so manches, was Zola geschrieben hat, ein pornographisches Gepräge trägt und unsittlich genannt werden muß. Wir würden es daher sehr bedauern, wenn die beim Vortrage anwesenden Jünglinge vielleicht nunmehr aus Neugierde zu Zola griffen. Daß Zola keine Lektüre für die Jugend1 ist, hätte auch im Vortrage betont werden sollen. Vielmehr haben Schule und Familie die Pflicht, diesen Schriftsteller von den Händen ihrer Schüler, bzw. Söhne und Töchter fern zu halten2. Bei der Besprechung der Dramen Ibsens, der bekanntlich auch die wissenschaftlichen Hypothesen der neuesten Zeit als Hebel seiner Dichtungen benützt, gelangten besten Kampf gegen alles Morsche, Faule, Unhaltbare, Überlebte, Konventionelle usw. sowie sein überspannter Wahrheitsfanatismus zur entsprechenden Würdigung. Im allgemeinen muß aber gesagt werden, daß die Lichtseiten der beiden modernen Vertreter der realistischen Dichtkunst, die befruchtend und richtunggebend für die Literatur der ganzen Welt wurden, stark, wohl zu stark hervorgehoben wurden, während die Schattenseiten kaum leise berührt wurden. Wenn Ibsen auch das Christentum zu den vergäng liehen Idealen rechnet und ein drittes Reich, ein Reich der Adelsmenschen erhofft, so ist seine Hoffnung, geradeso wie die der modernen Gottsucher, wohl eine vergebliche. Der Menschheit kann nur Heil werden in dem einen Großen und Göttlichen, der allein von sich sagen durfte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." 3 — Was aber die Ziele der Poesie anbelangt, halten wir es mit Jakob Grimm, der gesagt hat: „Die Poesie ist das Leben selbst, gefaßt in Reinheit (also nicht in SchmutzI) und gehalten im Zauber der Sprache." Der moderne Realismus wird in der Dichtkunst gewiß tiefe umbildende Spuren zurücklassen, er stellt jedoch nur eine Ubergangsform dar, die überwunden werden muß und überwunden werden wird. Aus Stabt und Tand. Gottschee. (Ernennung.) Seine Exzellenz der Leiter des Ministeriums für Kultus und Unterricht hat den Supplenten am Staatsgymnasium in Villach Herrn Ernst Berner zum wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in Gottschee ernannt. — (Beförderung.) Frau Julie Lackner-Jonke, Lehrerin in Obergras, wurde in die dritte Gehaltsklasse befördert. — (Vom Justizdienste.) Seine Exzellenz der Leiter des Justizministeriums hat den Herrn Richter Dr. Karl Krauseneck in Gottschee nach Capodistria versetzt. — (Militärisches.) Die Herren Alois Stalzer, Notaricus-kandidat in Marburg, und Michael Stalzer, Bahnassistent in Wartberg (Steiermark), wurden zu Leutnanten in der Reserve ernannt. — (Hymen.) Am 18. Januar fand in der hiesigen totabt-Pfarrkirche die Trauung des Herrn k.k. Fachschuldirektors Josef Knab l mit Fräulein Paula Loy statt. Trauungszeugen waren die Herren Prof. Theiß und Bürgermeister Kaiserlicher Rat Alois Loy. 1 Auch für Erwachsene nicht. Wer Zola liest, tut es in der Regel nicht, um seine Tendenz zu studieren, sondern aus ganz anderen Gründen, die wir nicht erst auseinanderzusetzen brauchen. (Anmerkung der Schriftleitung). 2 Mit Rücksicht auf den heiklen Gegenstand hätte un;eres Erachtens schon in der Einladung betont werden sollen, daß die Vorträge nur für Er-wachsene bestimmt sind. (Anmerkung der Schriftlettung.) . 3 Die an einer Stelle des Vortrages erwähnte und, rote es scheint, gebilligte oder wenigstens nicht mißbilligte Auflehnung der Frau gegen den sakramentalen Charakter der Ehe („freie Ehe") würde dem Frauengeschlechte nur zum Verderben gereichen. Das sehen alle vernünftigen Frauen auch em und lassen sich in ihrer Überzeugung von keinem Modeschriftsteller wankend machen. (Anmerkung der Schriftleitung.) — (Das „Bündnis" mit den Slowenen.) Die „Nachrichten" warfen den Gottscheer Christlichsozialen neulich wieder ein-inal ihren „Bund" mit den christlichsozialen Slowenen vor und behaupteten anderseits, daß dieser „Bund" in Brüche gegangen sei. Wir stellen demgegenüber fest, daß die Christlichsozialen des Gottscheer Gebietes überhaupt nie einen Bund mit den Slowenen geschlossen haben. Sie haben zwar mit denselben das christlichsoziale Programm gemeinsam, washalb auch mancherlei kulturelle und wirtschaftliche Fragen gelegentlich zur gegenseitigen Besprechung und Erörterung gelangten. In nationalen Fragen aber von den christlichsozialen Slowenen Beistand und Hilfe zu erwarten, wäre selbstverständlich eine große Naivität. Da sind wir Gottscheer ans uns selbst angewiesen. Es ist übrigens sonderbar, daß man immer nur den Cchristlichsozialen ihr Verhältnis zur Slowenischen Volkspartei zum Vorwurfe macht. Der Deutsche Volksrat und die Abgeordneten des Großgrundbesitzes haben doch tatsächlich ein Abkommen mit der Slowenischen Volkspartei geschlossen, das bei den Landtagsverhandlungen auch zur praktischen Betätigung gelangte. Wir haben daran nichts auszusetzen, denn irgendwo muß sich die deutsche Minderheit doch anlehnen können, um praktische Erfolge zu erreichen; aber dagegen müssen wir uns verwahren, daß man uns etwas zum Vorwurfe macht, was gar nicht uns betrifft, sondern unsere politischen Gegner auf deutscher Seite. Auch können wir Leuten, die noch vor wenigen Jahren für die Wahl slowenisch-liberaler Abgeordneter (Zupančič, Drobnič und Merhar re.) agitierten und im Ländchen herumreisten, kein Recht zusprechen, uns die Wahl Dr. Pegans zum Vorwurfe zu machen. — (Eine landwirtschaftliche Zeitung.) Die k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft für das Herzogtum Kram gibt seit Jänner l. I. auch ein deutsches Blatt (Amtsorgan) heraus unter dem Titel „Der Landwirt". Dieses Blatt erhalten die deutschen Mitglieder der k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft nunmehr anstatt der landwirtschaftlichen Zeitschrift „Ökonom". „Der Landwirt" will durch belehrende, aneifernde Abhandlungen der Hebung und Förderung der heimischen Land- und Forstwirtschaft dienen, die Landwirte bezüglich der landwirtschaftlichen Erscheinungen auf dem Laufenden erhalten und über landwirtschaftliche Fortschritte, sofern sie für unsere Verhältnisse wichtig erscheinen, in entsprechender Weise berichten. — (Selbstmord.) In der Nacht vom 13. auf den 14. d. M. erschoß sich der 75 Jahre alte Joses Jaklitsch, Hausbesitzer hier, (vulgo „Schneider Mail"), im Bette mittelst eines Revolvers. Nach ärztlichem Ausspruche beging der Unglückliche den Selbstmord in einem Anfalle von Alterstrübsinn. — (Todesfall.) Am 14. d. M. starb hier nach längerer Krankheit Herr Johann Rom im Alter von 44 Jahren. Der Verblichene war bis vor kurzer Zeit Kaufmann in Freistadt (Oberösterreich) gewesen und hatte erst vor wenigen Monaten sich vom Geschäfte zurückgezogen. Herr Rom stammte aus Hohenegg Nr. 15 und war unverehelicht. Er ruhe in Frieden! — (Ein Urteil über moderne „schöne" Literatur.) Universitätsprofessor Dr. K. Hilty, deffen Name in der Literatur bekanntlich einen sehr guten Klang hat, schreibt in feinem Werke „Glück" (1, S. 172): „Ein wahres Unglück unserer Zeit sind überhaupt die vielen bloß für die „schöne" Literatur erzogenen und gebildeten Leute, die sich dessenungeachtet oft für die wahren Gebildeten halten. Sie leben, eben weil ihnen eine reale Befriedigung fehlt, in einem beständigen Heißhunger nach „interessanten Erscheinungen" und daraus entstehen dann alle die literarischen Zeitungen, Zeitschriften, Feuilletons, Sensalions- und Tendenzromane, „wissenschaftlichen" und anderen Vorträge, die einen kurzen Augenblick lang einem „Bedürfnisse der Zeit" zu entsprechen scheinen, bald aber sich als völlig ungenügend zeigen, die Leere auszusüllen, welche sie hervorgerufen hat." — An einer anderen Stelle (S. 169) meint Hilty, der nicht etwa „klerikaler" Katholik, sondern Protestant ist, es sollen die gebildetsten Menschen der Zeit, vor allein die akademischen Kreise, den Mut haben, zu erklären: „Wir kennen sie (nämlich die schlechten französischen Romane und Theaterstücke) nicht. „Es gehört vielleicht zur Allgemeinheit der Bildung", fügt Hilty in einer Anmerkung hinzu, „ein Stück als Repräsentanten der Gattung gelesen zu haben. Wer aber, ohne Schriftsteller, Journalist oder Literaturhistoriker zu sein, mehr als ein Stück von Flaubert, Zola, Ibsen usw. liest, der versündigt sich an seiner Zeit (Zeitverschwendung!) und an seinem guten Geschmack, und wenn er eine ,sie‘ ist, „auch noch au seiner Natur und sozialen Aufgabe." — „Wir zweifeln nicht, daß unserer jetzigen realistischen Literatur wieder eine sentimentale folgen wird, an welcher die Menschheit doch einen Genuß hatte, während man jetzt darauf ausgeht, das, was schon im Leben häßlich und zudringlich genug ist, durch die Kunst noch zu vervielfältigen" (S. 185). — Die neuere und neueste Richtung in der Literatur ist bekanntlich auf dem falschen Wege, manches für „ästhetisch" zu erklären, was nicht nur unästhetisch, sondern geradezu abscheulich und sittlich verwerflich ist. Es gibt nun allerdings Gebildete, die solches Zeug hauptsächlich nur darum lesen, „damit man doch auch nötigenfalls darüber mitsprechen könne," innerlich aber an dieser literarischen Kost keinen Gefallen finden. Ein Zeichen von gesundem Menschenverstand ist es, daß die meisten, die nicht „geistreicheln" wollen, derlei Erzeugnisse doch nicht allzuhoch taxieren und sich in ihrem gesunden Urteile nicht beirren lassen, selbst auf die Gefahr hin, „Ignoranten" gescholten zu werden. Über den Geschmack läßt sich bekanntlich nicht gut streiten, und wer eine Vorliebe zu literarischen „Schweinereien" hat, hat deshalb noch kein Recht, anderen, die diesen Geschmack nicht teilen, Mangel an Urteil vorzuwerfen. — (Die Militärtaxpflichtigen) vom Geburtsjahre 1874 an mögen nicht vergessen, sich im Jänner bei den zuständigen Gemeindeämtern zu melden. Wer es versäumt, bezahlt die Vergeßlichkeit mit 2 K. — (Gemeindeangelegenheiten) sind nicht nur für die gerade herrschende Partei, sondern für alle Gemeindemitglieder von Jntereffe und sind mir daher für Berichte über solche immer dankbar. Es scheint mancherorts noch immer die irrige Meinung verbreitet zu fein, daß es besonderer Erlaubnis bedarf, Einsicht in die Sitzungsprotokolle, Rechnungen und Voranschläge zn nehmen. Demgegenüber erinnern wir daran, daß Ausschußsitzungen öffentliche L-itznngen sind, denen als Zuhörer jedermann beiwohnen darf; zweitens, daß es jedem Gemeindemitgliede freisteht, Einsicht in die Sitzungsprotokolle zu nehmen; drittens, daß jedermann berechtigt ist, Abschriften der Protokolle, Jahresrechnungen und Voranschläge ans seine Kosten zu verlangen. Wer das nicht weiß und wissen will, dem soll man die §§ 47, 48 und 66 der Gemeindeordnung ins Gedächtnis zurückrufen. — (Schutz den Katholiken in der Fremde!) Unter diesem Titel ist soeben im Verlage von A. Opitz Nachf. in Wien eine von dem Sekretär des östvrr. St. Raphaelvereines, k. k. Hauptkassier F. I. Fischer, verfaßte Broschüre erschienen, welche in eingehender Weise die Frage der modernen Wanderbewegung in ihrer Beziehung zur katholischen Kirche handelt. Es ist leider eine traurige Tatsache, daß unter den Millionen katholischer Ab- und Auswanderer, die alljährlich ihren Heimatsort verlassen, die katholische Kirche enorme Verluste zu beklagen hat. Insbesondere geraten die Abwanderer vom Lande nach den Städten und Jndustriebezirken häufig unter den Einfluß der Sozialdemokratie, während die Auswanderer nach Amerika dort einerseits der Werbetätigkeit der zahlreichen Sekten ausgesetzt sind, andererseits infolge der religiösen Ungebundenheit von dem allgemein herrschenden JndifferentiSmns und Materialismus eingesteckt werden. Für die fortziehenden Mädchen kommen außerdem noch andere sittliche Gefahren in Betracht. Der österr. St. Raphaelverein hat sich daher die Aufgabe gestellt, unter Heranziehung aller in der katholischen Sache tätigen Kräfte eine ausgedehnte Organisation zu schaffen, welche es ermöglicht, den ihren Heimatsort verlassenden Katholiken überall, wohin sie kommen, den Schutz der katholischen Glaubensgefährten zu sichern. Es wäre zu wünschen, daß alle Katholiken dieses schöne und wichtige Werk durch ihre Mitarbeiter unterstützen. Auskünfte erteilt bereitwilligst das Sekretariat des österr. St. Raphaelvereines in Wien XIII. Bezirk, Kienmayergasse 11. Mitterdorf. (98 Meterzentner Heu) hat die Landesregierung bei der ersten Verteilung für die hiesige Pfarrgemeinde bestimmt und dasselbe durch unsere Raiffeisenkasse zum ermäßigten Preise von 5 K den Meterzentner an bedürftige Bittsteller verteilen lassen. Das Heu stammte aus Italien und waren damit alle Beteiligten recht zufrieden. Die zweite Verteilung soll gegen Ende Jänner stattfinden. — (BauernbundVersammlung.) Am Dreikönigsfeste fand hier die erste Wanderversammlung des Bauernbundes im neuen Jahre statt. Die Beteiligung war eine so zahlreiche, daß sie alle Erwartungen übertraf. Viele konnten nur stehend der Versammlung beiwohnen. Nebst den Heimischen waren Gäste aus Gottschee, Klindorf, Seele, Schalkendorf und sogar aus Göttenitz (sieben Teilnehmer) erschienen. Nach Begrüßung der Versammlung durch den Obmannstellvertreter des Bauernbundes Herrn Johann Kump ergriff der Sekretär des Niederösterreichischen Bauernbundes Herr MichaelHechenblaikner. gegenwärtig dem Sekretariate des Kärntner Bauernbundes zugeteilt, das Wort zu einem gut zwei Stunden dauernden Vortrage, in welchem er zuerst den Gottscheer Bauern die Grüße des kärntischen und niederösterreichischen Bauernbundes überbrachte. In klarer, recht volkstümlicher Sprache schilderte er hierauf die gegenwärtige Lage des österreichischen Bauernstandes, wies dann hin auf die hauptsächlichsten Ursachen des Rückganges der bäuerlichen Wohlfahrt und die Mittel zur Besferung. Eines der ersten sei der feste Zusammenschluß aller Bauern in Bauernbünden, da nur eine geeinte Bauernschaft Erfolge erzielen und Angriffe abwehren könne. Raiffeisenkasfen und die den verschiedenen Verhältnissen angepaßten landwirtschaftlichen Vereine bedeuten einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Besferung. Viele Beispiele erläuterten den Vortrag. Besonders gespannt war alles auf die Erklärung der wichtigsten Punkte aus der geplanten Altersversicherung, von der wir nur wünschen, daß sie bald zur Tat werden möchte. Oftmaliger lauter Beifall lohnte den Redner für die trefflichen Ausführungen. Herr Pfarrer Eppich sprach namens der Versammlung dem Redner am Schluffe herzlichen Dank aus und bat ihn zugleich, noch öfters unter den Gottscheern für die Sache des Bauernbundes tätig sein zu wollen. Herr Hechenblaikner sagte zu. Am Abend kehrte er dann wieder nach Klagenfurt zurück. — (Liberale Politik.) In der liberalen Partei ist man wieder einmal durch eigene Schuld zu Schaden und infolgedessen in große Aufregung gekommen. Das Jagdgeld ist dahin, das Schulholz ist verschustert und, was noch bevorsteht, weiß man nicht. Das alles ist die Folge der ungeschickten liberalen Politik, die nur darauf bedacht war, den Christlichsozialen das Leben möglichst sauer zu gestalten, ihnen von vorneherein alles abzuschlagen, woran sie besonderes Interesse haben konnten. Und es wird noch lang nicht besser, denn ein Liberaler gesteht nie ein, daß er gefehlt hätte. Als Unheilstifter betrachtet man nur uns Christlichsoziale, voran den Pfarrer und Oberlehrer, und demgemäß wollen die Liberalen ihren Mut an uns kühlen. Davon überzeugt sich jeder, der nur 24 Stunden hier Aufenthalt nimmt. Lange genug haben wir das herrische, rücksichtslose Auftreten der Roten hingenommen. Jetzt kehren wir einfach den Spieß um, der bisher immer gegen uns gerichtet war. Tun die Liberalen nicht, was ihre Pflicht wäre, dann werden wir unterlassen, was wir bis heute freiwillig getan haben. Eine Hand wäscht die andere. Als Prügelknaben lassen wir uns nicht gebrauchen; wer auf unser Geld ansteht, hat uns anständig zu kommen. Wenn die Liberalen schon Prügel werfen wollen, dann sollen sie damit in ihren eigenen Reihen anfangen und da den Uberschuß an Gemütsroheit und Dummheit treffen. — (Hauskauf.) Josef König aus Neuloschin Nr. 12 hat das der Witwe Magdalena Fitz in Ort Nr. 23 gehörige Haus um 3600 Kronen gekauft. — (Verkehr bei der Post.) Beim hiesigen Postamte fanden im abgelaufenen Jahre 9762 Geschäftsstücke (Arbeitseinheiten) ihre Erledigung, das sind 134 weniger als im Jahre 1907. Der gesamte Geldverkehr belief sich im Jahre 1908 auf 418.602 K 18 h. Rekommandierte Sendungen wurden 286 aufgegeben, 2109 sind eingelangt; 660 Fahrpostsendungen kamen an, 1340 gingen ab. Aufgegebene Telegramme 452, eingelangte 701; eingezahlte Postanweisungen 1190, eingelangte 1304; Einlagen im Postsparkasfendienste 1116, Rückzahlungen 299. Dazu kommen noch 318 Nachnahmesendungen und 6 Postaufträge. — (Die Verteilung des Jagdgeldes) macht im liberalen Lager gewaltiges Kopfzerbrechen; man kann den Schlüssel dazu nicht finden. Von christlichsozialer Seite hat man sich daher erbötig gemacht, nach Fertigstellung der Besitzstandsliste die weitere Aufteilung unentgeltlich zu besorgen. Schalkendorf. (Gemeindeausschnßsitzung; Rechnungsabschluß der Gemeinde Seele.) Am 5. Jänner fand in Schalkendorf eine Gemeindeausschußsitzung statt, bei welcher zu Rechnungsprüfern die Herren Joses Jaklitsch von Zwischlern, Alois Melz von Zwischlern und Johann Zose von Schalkendorf gewählt wurden. Die Gewählten prüften die Jahresrechnung der Gemeinde und befanden sie als vollkommen richtig. Nach derselben stellten sich im Jahre 1908 die Einnahmen der Gemeinde Seele auf K 9645.47, die Ausgaben auf K 7485'56, somit Überschuß K 195165. Der günstige Vermögensstand der Gemeinde ist ein erfreulicher Beweis dafür, daß die Gebarung eine sparsame und umsichtige war. Bezüglich der drei Kinder der Anna Knapfl in Fünfkirchen (Ungarn), die der Gemeinde zur Last fallen sollen, wurde beschlossen, vorerst Erhebungen zu veranstalten, ob die genannte Knapfl tatsächlich das Heimatsrecht der Gemeinde besitzt. — Den freiwilligen Feuerwehren in Schalkendorf und Hohenegg wurde eine Subvention pro 1909 im Betrage von je 50 K bewilligt. Dem Waisenknaben Johann Kump, Studierenden am Gymnasium in Gottschee, wurde, obwohl er das 14. Lebensjahr bereits überschritten hat, mit Rücksicht auf seine guten Studienerfolge ausnahmsweise aus humanitären Gründen der bisherige Erziehungsbeitrag (72 K) auch noch für das Jahr 1909 bewilligt. — (Fenerwehrkränzchen.) Sonntag den 10. Männer fand im Gasthause des Herrn Anton Kresse in Schalkendorf ein Feuerwehrkränzchen statt, bei dem die neugegründete Schalkendorfer Musikkapelle unter der Leitung ihres Kapellmeisters Herrn H. Mugrauer die Musik besorgte. Das Kränzchen erfreute sich eines sehr starken Besuches. Es herrschte eine frohbelebte Stimmung, alles unterhielt sich aufs beste. Alle Ehre unserer Musikkapelle, die in so kurzer Zeit so Tüchtiges zu leisten imstande ist und schon einzelne ähnliche Kapellen des flachen Landes überflügelt haben dürfte. Das gesellschaftliche Leben in Schalkendorf hebt sich immer mehr und es herrscht erfreulicherweise bei uns der richtige einträchtige Sinn. — (Spende.) Der Verein der Deutschen aus Gottschee in Wien hat der hiesigen freiwilligen Feuerwehr 30 K gespendet, wofür auch an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen wird. — (Kunstdünger.) Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß Thomasschlackenmehl und Kainit zur Wiesendüngung jederzeit im Kaufmannsgeschäfte des Herrn Anton Kresse in Schalkendorf erhältlich ist. Messettak. (Volksbewegung.) Im zweiten Halbjahr 1908 gab es in unserer Pfarre 20Geburten, 11 Sterbefälleund 2 Trauungen. Gestorben sind: Mathilde Schmuck aus Untersteinwand Nr..8, 18 Jahre alt; Anton Deutschmann aus Warmberg Nr. 13, 817-2 Jahre alt; Gertraud Kump aus Reichenau Nr. 45, 53 Jahre alt; Maria Breser aus Altfriesach Nr. 10, 13 Jahre alt; Maria Meditz aus Nesseltal Nr. 51, 62 Jahre alt; Johann Sterbenz aus Nesseltal Nr. 66, 20 Jahre alt; Johann Stalzer aus Altfriesach Nr. 27, 6572 Jahre alt; Agnes Meditz (Hebamme) aus Nesfeltal Nr. 70, 80 Jahre alt. Margaretha Meditz aus Büchel Nr. 26, 60 Jahre alt; Johann Flack aus Unterbuchberg Nr. 5, 90 Jahre alt; Ursula Nick aus Büchel Nr. 50, 8174 Jahre alt. — Getraut wurden: Johann Koželj, k. k. Gendarmerie-Titularpostenführer in Nesseltal Nr 11 mit Justina Breser von Nesseltal Nr. 18 am 12. Obktober; Anton Skok von Nesseltal Nr. 1 mit Maria Stonitsch von Nesseltal Nr. 1 am 8. November. Kschermoschmh. (Umlegung der Landstraße. — Wasserleitung.) Die Gemeinde Tschermoschnitz wünscht dringend die Umlegung einer 600 m langen Strecke der Landstraße zwischen Tschermoschnitz und Mitterdorf und eine Ausbesserung derselben in der Länge von 400 m. Bereits vor 16 Monaten hat zu diesem Zwecke die Ablösung von Grundstücken stattgefunden. Der Kostenvoranschlag beträgt 18.000 K. Die umzulegende Straßenstrecke ist sehr steil und gefährlich. — Seit Jahren schon strebt die Ortschaft Tschermoschnitz die Errichtung einer Wasserleitung au, da die Herbei-schaffuug des nötigen Wasserbedarfes viel Arbeit und Mühe kostet. Die Kosten einer Wasserleitung von Mitterdorf nach Tschermoschnitz würden den Betrag von 14.000 K nicht überschreiten. Der der Gemeinde (Ortschaft) zufallende Kostenanteil ist bereits vorhanden. Wir hoffen vom hohen Landtage, daß er unseren Wünschen ein geneigtes Ohr leihen wird. Wöü'andl. (Gemeindeangelegenheiten.) Zum Voranschlag der Gemeinde Pöllandl für das Jahr 1909 wurde in der Ausschußsitzung am 8. November 1908 beschlossen: Die zu gewärtigenden Einnahmen betragen K 250, welchen Ausgaben im Betrage von K 2388 gegeuübersteheu werden. Davon entfallen auf: Schul» erfordernde für die Schulen in Pöllandl und Steinwand K 640, Leitung der Gemeinde K 538, sonstige Gemeindeerfordernisse K 880, wohltätige Zwecke K 330. Darnach ergibt sich ein Abgang von K 2138, zu dessen Deckung eingehoben werden: 1.) eine 47%tge Umlage von allen direkten Stenern, 2.) eine 25%tge Umlage von der Verzehrungssteuer, 3.) 20 h vom Hektolitergrade gebrannter geistiger Getränke, 10 h vom Liter versüßter geistiger Getränke und 1 K vom Hektoliter Bier. Die Genehmigung von Seite des Landesausschusses ist bereits erfolgt. Mll'andk. (Wassernot) Das Tal von Pöllandl bis Tschermoschnitz ist sonst das lebhafteste des ganzen Gottfcheer Gebietes. Überall hört man das muntere Klappern der Mühlen und eilige Schnarchen der Sägen. Auf der Straße wimmelt es von Fuhrwerken, die Klötze zu- und Bretter wegführen. Heiter aber ist es anders. Nichts regt sich im ganzen Tale, da infolge Wassermangels alle Mühlen und Sägen bis gegen Tschermoschnitz hinauf schon seit dem vergangenen Sommer feiern müssen. In der Gegend von Tschernetnbl und Möttling soll bereits emfittdltcher Brettermangel herrschen, da man dort ganz auf die Zufuhr aus ttnserm Tale angewiesen ist. Als vor nicht langer Zeit ein verbissener Slowene von Möttling einem hiesigen Sägebesitzer drohte, man werde die Gottfcheer mit ihren Brettern nicht mehr in die Stadt hinein lassen, sondern sie zwingen, ihre Ware auf der Hutweide feil ztt halten, entgegnete dieser prophetisch: „Ihr werdet uns noch fußfällig um Bretter bitten!" Jetzt ist es fast schon so weit. Kormvakd. (Von der Schule.) Große Freude hat hier die Nachricht des „Boten" erweckt, daß der k. f. Bezirksschulrat Rudolfswert die Errichtung einer Schule in Hornwald beschlossen habe. Es ist wahrlich hoch an der Zeit, daß unsere Kinder auch einen geordneten Unterricht genießen, damit sie nicht aufwachsen, wie die lieben Rehe in unserer nächsten Nachbarschaft. Möge nur auch der Landesschulrat dieser Angelegenheit das nötige Wohlwollen entgegenbringen! — (Die Säge) hat nach längerem Stillstände vor Weihnachten ihren Betrieb, wenn auch nur in beschränktem Umfange, wieder ausgenommen. Um das nötige Wasser zu gewinnen, werden die Zisternen mit Schriee gefüllt und dieser dann mittelst Dampf zum (schmelzen gebracht. An Schnee aber haben wir jetzt durchaus keinen Mangel, ist ja die Schneedecke 70—80 cm stark. Anterkag. (Trauungen im Jahre 1908.) 16. Februar: Franz Sürge aus Niedermöfel mit Aloisia Loschke aus Römergrund; 23. Februar: Leonhard Maicheu aus Verdreng mit Maria Lackner aus Unterlag: 4. Oktober: Joses Agnitsch aus Ältsriesach mit Katharina Sterbenz aus Ramsriegel. — (Sterbefälle 1908.) 6. Jänner: Katharina Kobe aus Gereut, 1 Jahr alt; 14. Jänner: Margarethe Wogrin aus Ramsriegel, 83 Jahre; 17. Jänner: Maria Kump aus Ramsriegel, 83 Jahre; 19. Jänner: Michael Zidar aus Unterwilzen, 77 Jahre; 26. Jänner: Margarethe Jakovac ans Hrölin, 38 Jahre; 14. Februar: Maria Hutter aus Römergrund, 73 Jahre; 18. Februar: Friederike Kapsch aus Unterlag, 3 Monate; 12. April: Michael Lakner aus Graflinden, 1 Jahr; 24. April: Josef Stalzer aus Graflinden, 13 Tage; 17. Juni: Alois Lakner aus Neugereut, 21 Tage; 28. Juni: Magdalena Hutter aus Unterlag, 69 Jahre; 1. Sep- tember: Josef Schmalz ans Gereut, 52 Jahre; 12. November: Luzius Fantin ans Italien, 1 Monat; 16. November: Ursula Kapsch ans Unterlag, 65 Jahre; 16. November: Katharina Lakner aus Unterpockstein, 69 Jahre; 19. November: Margarethe Stan- dacher ans Hrölin, 76 Jahre alt. Weg. (Recht bitter, aber ebenso lehrreich.) Im vergangenen Sommer wurden die Unterwetzenbacher beim Weiden auf Rieger Ortschastsgrunde betreten. Rieg verlangte zufolge eines früheren Gemeindebeschlusses 1 K per Stück als Strafe. Da sich die beiden Parteien, wie es so oft vorkommt, nicht friedlich einigen konnten, kam es zum Prozeß. Und das Ende des Liedes? Unterwetzenbach kostet der Spaß zirka 900 K; davon erhält Rieg zirka 40 K, der Rest bleibt den „Herren" in Gottschee. „Ein billiger Ausgleich ist besser, als ein fetter Prozeß," sagt das Sprichwort; leider erinnert man sich erst zu spät daran. — Unser Pfarrmesner verlangte 240 K als Jahreslohn. Es kämen ans den mittleren Steuerträger ungefähr 40 h pro Jahr zu zahlen. Bei der diesbezüglichen Konkurrenzverhandlung wurde aber dieser Gehalt verweigert. Ehrlich geleistete Arbeit wird nicht bezahlt, beim Prozessieren geht aber das Geld nie aus. Gewisse Leute lache» sich dabei allerdings in die Faust. — (Von der Jagd.) Die Jagdaufseher müssen jetzt ein Blech, wahrscheinlich an der Brust, tragen, woran man ihre Eigenschaft als Jagdaufseher erkennt. Früher war das nicht, obwohl das bezügliche Gesetz schon alt sein soll. Ein nnsriger ist unlängst wegen Fehlens des Bleches betreten und mit sechs Stunden Arrest bestraft worden. Köttenitz. (Todesfall.) Am 6. d. M. starb hier Jakob Sumperer, der durch mehrere Jahre auch Pfarrmesner war. In seinen jungen Jahren durchreiste der Genannte viele Länder, auch außerhalb der Monarchie, und sprach mehrere Sprachen, besonders die kroatische und serbische. Leider war Sumperer etwas zu viel dem Alkohol ergebe«, was auch seinen Tod verursachte. Erwähnt sei, daß eine Tochter des Verstorbenen in Fiume, eine Schwester in Abbazia verehlicht ist, ein Bruder ist beim Herzog von Württemberg bedienstet, von welchem Sumperer in feinen alten Tagen auch unterstützt wurde. — (Bon der Südmark.) „Gescheiter ist's, den Gulden für einige Liter Wein, als für die Süvinark zu geben. Dein Besitzer N. sind fünf Schweine umgeftnnden, aber er hat keine Unterstützung erhalten."So äußerte sich vor kurzem ein Bauer aus Masern. Ilnterdeutschau. (Volksbewegung 1908.) — Trauung: Am 2. September Peter Fngina aus Tfcheplach 3 mit Paulina Kure aus Brefowitz 6. — Sterbefälle: Am 27. Jänner Katharina RoLmanj aus Tfcheplach 5, 67 Jahre alt; 16. Februar Josef Maicheu aus Brunngereut 2, 55 Jahre; 18. Februar Peter Mi-chelic aus Bresowitz 16, 70 Jahre; 28. April Franz Mantel aus Preriget 5, 11 2; 22. Juni Peter Moorin ans Tfcheplach 5, V2 Jahr; 22. Juli Margaretha Göstl aus Kral 15, 75 Jahre; 9. September Margaretha Moorin aus Vimol 6, 66 Jahre; 17. September Josef Sterbenz ans Brefowitz 12, 63 Jahre; 27. Oktober Michael Ostermann ans Kral 1, 78 Jahre; 8. November Maria Verderber aus Saderz 2, 65 Jahre; 23. November Katharina Michelič aus Tfcheplach 15, 76 Jahre; 24. Dezember Maria Pichet aus Bresowitz 18, 75 Jahre. Masern. (Errichtung einer selbständigen Ortsgemeinde.) Es ist ein jahrelanger Wunsch der Bevölkerung von Masern und Masereben, daß die Steuergemeinde Masern von der slowenischen Gemeinde Niederdorf getrennt werde und eine selbständige Ortsgemeinde bilde. Wir hoffen, daß der Landtag unserem berech- tigten Wunsche willfahren wird und daß die kaiserlichen Behörden uns keine Schwierigkeiten bereiten werden. Masern. (Volksbewegung im Jahre 1908.) In unserer Pfarre waren im Vorjahre 22 Geburten und eine Trauung, u. zw.: Johann Krisch aus Moos 5 mit Maria Sturm aus Masern 21. Sterbefälle 17: Thomas sbaschnik aus Masern 21, 70 Jahre; Margaretha More aus Hirschgruben, 42 Jahre; Maria Michitsch aus Masern 14, 62 Jahre; Franz Tschinkel aus Masern 29, 76 Jahre; Josef Primosch aus Masern 47, 16 Jahre; Alois Petsche aus Masern 8, 1 Jahr; Maria Primosch aus Masern 56, 81 Jahre; Gertrud Pogorelz aus Hirschgruben, 60 Jahre; Peter Schaffer aus Masern 13, 70 Jahre; Josefa Primosch aus Masern 44, 10 Jahre; Karoline Malnar aus Hirschgruben, 2 Jahre; Alois Sturm aus Masern 20, 1 Monat; Josefa Sbaschnik aus Masern 7, 13 Jahre; Franziska Požar aus Hirschgruben, 55 Jahre; Philipp Tschinkel aus Masern 15, 6 Jahre; Theresia Micheliö aus Hirschgruben, 1 Stunde; Theresia Micheliö aus Hirschgruben, 32 Jahre alt. Wrauen. (Schadenfeuer.) Am 10. d. M. wurden die Bewohner unserer Ortschaft durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. Die Keusche der Maria Lamperter war durch Unvorsichtigkeit in Brand geraten. Die Besitzerin konnte nur mit genauer Not ihr Leben retten. Ihr ganzes Hab und Gut wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden beträgt 1400 Kronen, außerdem verbrannten noch 44 Kronen in barem Gelde. Zum Glück waren die Häuser alle mit Schnee bedeckt, sonst hätte das Feuer gewiß noch weiter um sich gegriffen. Wösek. (Böswillige Irreführung.) Hans Jonke weiß ganz gut, daß die letzte Notiz im „Boten" „Wasser, Schulden und andere Suppen unseres Stifters" nicht aus der Feder des Pfarrers stammt, aber es wäre nicht interessant, wenn in den „Nachrichten" nicht jedesmal vom Pfarrer zu lesen wäre. Deshalb nur fest gelogen, damit das Volk irregeführt wird. Doch, Herr Hans Jonke, es wird Ihnen nicht gelingen; denn das Volk durchschaut bereits die böswillig betriebene Priesterhetze. Übrigens, nehmen Sie das Wort Seelsorger nicht in den Mund, denn Hans Jonke und ein Seelsorger, wie passen die zusammen! Werden Sie überhaupt jemals einen Seelsorger brauchen? Bis jetzt sind noch keine Anzeichen vorhanden. — (Der Pfarrer) vergönnt den Kindern keine warme Suppe und möchte haben, daß dieselben erfrieren und verhungern, so verleumdet Haus Jonke. Das muß schon ein großer Dummkopf jeitt, der so was glaubt. Denken Sie einmal vernünftig, Herr Hans Jonke! Wenn alle Kinder erfrieren und verhungern, dann sterben ja die Leute von Mösel allmählich aus und dann brauchen wir in Mösel keinen Seelsorger und — keinen Gemeindevorsteher. Übrigens, welche Kinder sind bereits erfroren und verhungert? Die Kinder befinden sich vielmehr so wohl, daß sie kaum zu bändigen sind. Der. kurze Weg von Reintal (2 km), aus Niedermösel (1'7), aus Dürnbach (3'1) und aus Otterbach (4 km) tut den Kindern so wohl, daß sie im Winter mit Schneeballen ganz lustig herum-'werfen und anstatt auf dem ausgetretenen Wege zu gehen, mitten im Schnee „gasen". — (Dr. Pegau), über den H. Jonke in den „Nachrichten" so tapfer losgezogeu hat, ist Landesausschußbeisitzer geworden. Nun, Hans Jonke, beeilen Sie sich, ihm zu gratulieren und sich bei ihm einzuschmeicheln, denn nach oben sind Sie ja immer der ergebenste Diener und verstehen, die tiefsten Bücklinge zu machen, wie wir es aus bestimmter Quelle wissen. — (Deutschfreunde) dürfen sich den Hans Jonke nicht zum Vorbilde nehmen, wie bereits im „Gottscheer Boten" angegeben wurde. Auf seine Anrempelungen wegen der Wahl des durchaus ehrenwerten Dr. Pegan, der ein gemäßigter christlichsozialer Slowene ist und kein Deutschenfresser, wie er von Hans Jonke betitelt wird, sind wir veranlaßt, auf die jahrelangen geschäftlichen und freundschaftlichen Beziehungen des HauS Jonke zum Slowenen Anton Kajfež hinzuweisen, von dem er erst in jüngster Zeit wieder eine große Quantität Wein bezogen hat. In Geschäftssachen ist ja, wie bekannt, bei Hans Jonke Nationalität ganz Nebensache. Der Grundsatz: „Geschäft ist Geschäft und Geld ist Macht", den man in den „Gottscheer Nachrichten" den unbezahlten Verwaltern der Raiffeisenkassen anhängen möchte, scheint in ihm einen marinen Verehrer-gesunden zu haben. _ — (Wegen der Suppenanstalt) für die Schulkinder hat G. R. Josef Verderber nicht bloß in der Gemeinde viele Protestunterschriften gesammelt, sondern auch die Mösler Hausierer in Wien dazu bewogen; das war alles gegen Hans Jonke gerichtet. Nun höret und staunet, was in den „Gottscheer Nachrichten" zu lesen ist, nämlich: Zum Schluffe der (Gemeinde-) Sitzung wurden über Antrag des G. R. Verderber stimmeneinhellig die Verdächtigungen des „Gottscheer Boten" gegen den Gemeindevorsteher Hans Jonke mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen und ihm für dessen umsichtiges Wirken in der Gemeinde Dank und Anerkennung, als auch vollstes Vertrauen ausgesprochen." Höher geht's nimmer! G. R. Verderber ist der ärgste Gegner des Hans Jonke und zugleich — sein Anwalt. Schöne Seelen finden sich, um den „Gottscheer Boten" eins zu versetzen! Medertiefenöach. (Verkehr.) In den von der Triester Firma angekauften Waldungen wird nun fleißig gearbeitet; sechs bis zehn Paar Pferde verfrachten fast täglich die fertigen Schwellen zur Bahn. Die Arbeiter, meist kroatische Likaner erzielen einen Tageslohn zwischen vier und fünf Kronen. Heimische Arbeiter richten Meterholz zum Verkohlen an und verdienen dabei nur ungefähr drei Kronen für den Tag. — (Einen Verkaufsladen) wird in nächster Zeit in Tiefenbach Nr 25 M. Glaritsch d. I. neu eröffnen. Moroöitz. (Siebreifenerzeugung.) Im vergangenen Jahre erzeugte der im Ländchen bekannte Siebreifenmacher Candotti zwölf Waggon dieser Ware im Morobitzer- und Julauferwalde. Seelenvergnügt und zufrieden zogen sie, die Italiener, in ihre Heimat zurück, nur ein einziger, der Piccolo, bleibt über Winter im Walde. Einmal soll ihm Meister Petz, ein anderesmal ein Langfinger einen Besuch abgestattet haben. — (Zwei Jagdhunde) verließen einen hiesigen Pächter vor etwa zehn Tagen. „Flock" und „Kranze!" hielten sich einige Tage in Masern auf, wurden dort zur Hasenjagd verwendet, dann aber, als die Schonzeit kam, vor die Türe gesetzt. Sollten die Hundei irgendwo sich aufhalten, möge man sie gegen Entlohnung nach Rieg senden. Kukendorf. (Schweinemast.) Andreas Eppich aus hiesiger Ortschaft verkaufte vor kurzem einem italienischen Kohlbrenner ein Schwein, das 254 kg wog. Die englische Iorkshiere-Rasse wäre also jedenfalls dem Landwirte zu empfehlen. Die Schweine müssen zwei Jahre gehalten werden, bevor sie ausgewachsen und zum Verkaufe als Mastschweine geeignet sind. Nachrichten aus Amerika. Dem Domoljub entnehmen wir nachstehenden, aus Amerika eingelangten Bericht, der neu beweist, daß die dortigen Arbeitsund Lohnverhältnisse noch gar keine rosigen sind: „Es wundert mich, daß man in der alten Heimat von reichlicher Arbeitsgelegenheit in Amerika redet und schreibt, während wir doch davon nichts wissen. Jedem, der einmal hier war, sind die größeren Fabriken bekannt. Als erste erwähne ich Lake. Eri. Aron Co. Diese beschränkte ihre Arbeit vom Beginne der vorjährigen Krisis bis zur letzten Präsidentenwahl auf nur drei Tage in der Woche. Jetzt arbeitet sie bald fünf, bald sechs Tage, stellt aber ab und zu den Betrieb auch für eine ganze Woche ein. Stil, n. Vire. Cohat haben den Betrieb bis zum kommenden Frühjahr-ganz eingestellt, 1500 Arbeiter sind deshalb entlassen worden. Bon den Drahtfabriken arbeitet nur eine die ganze Woche. Die Fondre oder Eisengießereien arbeiten wöchentlich drei bis vier Tage. Bei der King, bridge Co. arbeitet man täglich nur 7 Vs Stunden, da es an Bestellungen fehlt. Die Salinen stehen schon ein vvlles Jahr. Die kleineren Fabriken beschäftigen nur wenig Arbeiter, nnd zwar nur für drei oder vier Tage. Die einzige Fabrik, die wieder rüstig weiter arbeitet, ist die White Automobil Co. Doch auch hier ist Arbeit schwer zu bekommen, wenn man nicht früher schon dort beschäftigt war. Es werden gewöhnlich nur die infolge der Krisis entlassenen Arbeiter wieder ausgenommen. Beschäftigungslose Arbeiter gibt es noch eine große Menge. Allein in Cleveland rechnet man ihre Zahl auf '70.000 bis 100.000. Frühmorgens stehen sie zu Hunderten vor den Fabriken, und fragst du sie um ihre Arbeit, heißt es: „Wir haben keine." Nnd das dauert bei manchen schon Monate und Monate. Es ist daher nicht recht, wenn von reichlicher Arbeit jetzt nach Hause geschrieben wird. Mit solchen Briefen stürzt man viele ins Unglück. Wer jetzt herkommt, soll nur eine volle Tasche von zu Hause mitnehmen und sich, falls er niemanden hat, der sich besonders seiner annehmen würde, auf monatelange Verdienst-losigkeit bereit halten. Am 4. Mai tritt der neue Präsident die Regiernng an. Vielleicht wird's dann besser." Genossenschaftswesen. Gottschee. (Spar- und Darlehenskasse.) Im Monate Dezember 1908: Einnahmen: K 11.837*83; Ausgaben: K 10.567 62 h; Geldumsatz: K 22.405*45; eingezahlte Spareinlagen K 3630; behobene Spareinlagen: K 240; gegebene Darlehen: K 4800; rückgezahlte Darlehen: K 2950; laufende Rechnung mit dem Ge-nossenschaftsverbande: erhalten: K 4000; abgesandt: K 4600. — Im ganzen Jahre 1908 beliefen sich die Einnahmen auf K 132.809 03, die Ausgaben auf K 131.125*93; Geldumsatz: i< 263.934 96; eingezahlte Spareinlagen: K 105.095*85; behobene Spareinlagen: K 21.268*43; laufende Rechnung mit oem Genossenschnstsverbande: abgesandt: K 88.786*30; erhalten: K 18.214*40. Briefkasten. Mach Wafern. Aus Freistadt schreibt uns ein Landsmann: „Bitte, von Masern mehr Berichte, da dieser Ort meine Heimat war. Also rührt euch etwas, ihr Maserer! Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene ttleindruckzeile ober deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zeknprozentige, bei solchen durch das ganze )abr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. 516folut garantiert echter Meßwein. DieAaudwirtschaftliche Genossenschaft in Wippach (Kram) ist für Lieferungen garantierter echter Meßweine vom fürftbischöflichen «Ordinariate in Laibach den Pfarrern wärmstens anempfohlen worden. Weiße neue Weine von besonders gutem und mildem Geschmacke liefert dieselbe per wo Liter zu 50 — 4;0 K. Unter 56 Liter wird nicht abgegeben. Die preise verstehen sich loko Bahnstation Jtbeföfierg oder — Kaidenschaft t K billiger. Besonders feine sortierte Weine als Riesling, Burgunder weiß Silvaner, Zelen und Kannine (schwarz) worden mit ^5 — 55 K berechnet. Am Lager ist auch Weinessig und Treber-Branntwein usw. Die Genossenschaft ist unter der strengsten Kontrolle des Pfarramtes tu Wixpach, so daß ein Betrug ausgeschlossen ist. En gros wird billiger berechnet. Die landivirtichafiliche Genossenschaft in Wippach (Krain). Abonnements-Einladung. 3n das zweite Jahr tritt unsere Monatsschrift Hinaus in die Welt und bittet um starke Aufnahme und Weiterverbreitung derselben. Der preis ist pro Jahr 2 Kronen voraus zahlbar, wer sieben Abonnenten gewinnt und vorausbezahlt, erhält Franko-Zusendung und Freiexemplar. An allen größeren (Orten werden Agenturen gegeu entsprechenden Nebenverdienst errichtet. Die Monatsschrift „5t. Ioses-Glöcklein" erscheint trotz des niedrigen Abonnementspreises in <2 Besten je (6 bis 20 reiten mit einer 2monatlichen Beilage „Der Kinderfreund". Dieselbe wird im unterhaltenden, belehrenden Teile ihr möglichstes bieten, auch wird dieselbe noch mit Illustrationen versehen werden, ferner lassen wir für die Anliegen der Abonnenten 20 heil. Messen lesen und jeder Abonnent wird noch kostenlos in den Sühnungsverein der armen verlassenen Seelen im Hegfeuer aufgenommen, in welchem jede Woche über q>000 heilige Messen dargebracht werden. Und so laden wir nochmals recht herzlich und zahlreich zum Abonnement ein und bitten auch um starke Verbreitung dieser Monatsschrift. Abonnements werden nur ganzjährige angenommen. Alle Zuschriften, Bestellungen, Geldsendungen, welche für Redaktion und Derlag bestimmt, müssen frankiert sein. Hochachtend Steinbruck, Wst Wauöling, Höeröayern. Redaktion und Verlag „Der Kinderfreund" wird dem Kefl 2 lieigelegi. fieiratsantrag. Ein junger Witwer, zweifacher Hausbesitzer, Kaufmann mit sehr gut gehendem Geschäfte, sucht zu heiraten ein Mädchen oder eine Witwe mit etwas Vermögen, nicht unter 30 Jahre alt, welche Lust und Liebe zum Geschäfte hätte. Sie muß der deutschen und slowenischen Sprache mächtig und zugleich eine gute Mutter sein. Gefällige Anträge an die Administration dieses Blattes unter „Ehrlich". Uerein der Deutschen a. ßottsebee in len. Zitz: l., Nauhensteingasse tlr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Vereinsl'okal'e „Zum roten Igel". I., Zl'brechtsptatz Her. 2. HAUS 1 Stock hoch, solid gebaut, 15 Minuten von Gottschee, mit großem Garten; gutes Trinkwasser; gegenüber befindet sich ein zweiter Garten mit großer Scheuer. Der zum Hause gehörige Grund (46 Joch) besteht aus großen Fichten- und Bnchen-Waldanteilen, 10 Äckern, Wiesen, Bauplätzen mit Nutzwasser (Zisternen). Alles wird sofort verkauft. Auskunft erteilen Springers Kröen in Grafenfeld bei Gottschee Nr. 40. Ziir « gan hat! §ür r gan z-ir d gan Briefe werde Mam N fette i und ü zu ge! der „! verlan lische Fmste lauten und f Niesen Lerttei darf, teiiben Berfec schwül haben Die <1 arg g' epiden wärtio greifen Nachd Reiche Volkes ein pc Bogü Studi, nicht i senden Rereits es alle freudig begöm Verantwortlicher Schriftleiter Josef Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. — Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gottschee. besiegt ttmbre und e auch ! in De! bereite: gewiß wünsch und bi Widers