light über eine im Mm liiftage Seiner ImWm ißs Herrn AchrkoJinisters nach Frankreich unternommene Heise zur Information über den Stand der Caltnr der amerikanischen Reben erstattet von Antonio von Pretis-Cagnodo, k. k. Ministevialralh, Wien. Aus der kaiserlich-königlichen Hof- und Staatsdruckerei. 1889. Euer Excellenz! über die- im hohen Aufirage Euer Excellenz .mit dem Chemiker Herrn Franz Kurmann im Spätsonmier des vorigen Jahres in Frankreich gepflogenen Erhebungen, bezüglich des Standes der dortlands bereits mit amerikanischen Reben ausgeführten Gulturen habe ich die Ehre, den einvernehmlieh mit dem Genannten verfassten Bericht vorzulegen. Derselbe nmfasst: L Einen kurzen Röckblicfe über das Auftreten und die Ausbreitung der Reblauscalamität, sowie über die infolge derselben stattgefandene Aufnahme der Gultur der amerikanischen Reben, II, die Darstellung der in einzelnen Departements stichprobe-■weise vorgenommenen Erhebungen des Standes der amerikanischen Reben in Öffentlichen Versuchsgärten, in Anlagen von Rebenhändlem und auf den mit diesen Reben wiederbepflanzten Weingäi-ten, sowie die Wiedergabe der hiebei von Besitzern und anderen maßgebenden Persönlichkeiten erhaltenen Auskünfte, III. endlich die sich an der Hand der Erhebungen ergebenden Folgerungen. Diesen Ausführungen erlaube ich mh- hier Folgendes vorauszuschicken : Die Reise erfolgte in der Zeit von Anfang September bis Ende October 1888 und erstreckte sich, um die Gulturen unter verschiedenen ProducUons-Verhällnissen kennen zu lernen, auf Theile der Departements Rhöne, Herault^ Gard und Gironde, wobei wir einen längeren Aufenthalt im Departement Herault aus dem Grunde wählten, weil in den.selben die ältesten und auch der Fläche nach ausgedehntesten Pflanzungen mit amerikanischen Reben sich befinden und weil in der Hauptstadt Montpellier jene Lehranstalt ihren Sitz hat, die auf dem Gebiete der hier in Rede stehenden Kultur eine specielle Thätigkeit entwickelt. Das Depuilement Gironde bereiste icli ohne Herrn Kurmann, di derselbe die Rückreise früher antreten mussle. Ich lenkte meine Heimreise über das Deparlement Bouches-du-Rhöne, musste mich dort aber infolge anhaltenden Regenfalles auf den Verkehr mit Professor Mariön beschränken, Allorts betonten wir den Zweck der uns gewordenen ehrenden Mission und hatten uns auch stets eines liebenswürdigen Empfanges und im allgemeinen auch der zur Durchführung unserer Aufgabe Erforderlichen Unterstützung, insbesondere seitens der in öffentlicher Stellung befindliehen Persönlichkeiten zu erfreuen. Immerhin war es mit einigen Schwierigkeiten ■verbunden, innerhalb einer, gegenüber den zu bereisenden ausgedehnten Landesthtilen kurz bemessenen Zeit, einen möglichst zutreffenden Einblick in die gemachten Erfahrungen und Über den Stand der gegebenen Ttage zu gewinnen. Wir konnten nämlich sehr bald die Wahrnehmung machcn, dass, wie schon F. Sahut in seiner Abhandlung') über die Anpassurtig der amerikanischen Reben an den Boden bemerkt, die Gultivatoren derselben stets gerne auf die erzielten Erfolge hinweisen, es aber im allgemeinen nicht lieben, von den gemachten gegentheüigen, häufig kostspieligen Erfahrungen zu sprechen und dass es daher im Kreise derselben gegenüber dem bald ausnahmslos vorliegenden Bestreben, alle Schwierigkeiten der Frage als gelöst hinzustellen, nur seiton gelang, Persönhchkeiten zu begegnen, die sich zur Abgabe eines nach jeder Richtung objectiven Urtheiies herbeiließen. Es dürfte diesfalls genügen anzuführen, dass im Departement Herault ein rückhaltloseres ürtheil in einem Falle nur gegen Abgabe des Versprechens der Discretion bezüglich der Quelle, in einem anderen mit dem nicht mißzuverstehenden Beisatze erfolgte, dass der Betreffende in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben wünsche. Femer wurden wir daselbst von berufenster Seite nur auf Besitzungen aufmerksam gemacht, wo die Cultur der Reben unter den denkbar günstigsten Bedingungen betrieben wird und in der Nähe von Bordeaux wurde die Nennung einer Besitzung, auf welcher die Itiparia nicht gedeiht, aus dem Grunde verweigert, weil dem befreundeten Eigenthümer daraus Nachtheile für den beabsichtigten Verkauf der Reben erwachsen könnten. Übrigens hat, wie uns auch Herr Louis Reich in Faramon bestätigte, der Fremde ufid der Einheimische die gleichen Hindernisse zn übei-winden, in welcher Beziehung noch als Beispiel anzuführen J) De Tadaptation des Vtgnes americames au sol et au climat, Montpellier 1888, dass wir hei einem speciellen Anlasse Zeugen waren, wie einei" aus einem nördlicheren Departement in Montpellier eingetroffenen größeren Anzahl von kleineren Weinbauern über ausdrückliche Abmachung zwischen den leitenden Persönlichkeiten, nur Pflanzungen mit möglichst gutem Stande gezeigt und hiebei jene ausgedehnten Theile derselben Besitzung sorgfältig umgangen wurden, aufweichen die Ä^«nWeredlungen im ausgesprochenen Niedergange sind. Wie Euer Excellenz entnehmen werden, haben wir unsere Erhebungen thunlichst auf alle bei der Frage in Betracht kommenden Umstände ausgedehnt und weiter, soweit sich Gelegenheit bot, uns auch über die Erfolge der directen Bekämpfung der Reblaus zu unterrichten gesucht. Wenn dennoch die einzelnen Aufnahmen in dieser oder jener Richtupig Lücken aufweisen, so bitte ich das gütigst mit Rücksicht auf die schon berührten Schwierigkeiten und damit entschuldigt halten zu wgllen, dass wir als Fremde uns einer gewissen Bescheidenheit in unserem Vorgehen nicht entkleiden konnten, und uns mit dem zufrieden geben mussten, was man uns zeigte und sagte. Wien, August 1889, Antonio von Pretis-Cagnodo, k. k. Minis lermli'aLh. Rückblick über das Auftreten und die Ausbreitung dei Reblaus-Calamität, sowie über die infolge derselben stattgefundene Aufnahme und CuUur der amerikanischen Reben. Schon Mitte der 1860er Jahre wurde in Frankreich in einzelnen Weingärten der südlich und südwestlich gelegenen Departements ein zunehmendes Zui-ückbleiben der Vegetation an bis dahin blühend gestandenen Reben beobachtet. Die Ursache dieser, mit dem Absterben der Reben endigenden Krankheitserscheinung ist erst Mitte des Jahres 1868 durch die Entdeckung des Vorhandenseins eines die Wurzeln der Reben zerstörenden Insectes, nämlich der Reblaus (Phylloxera vastatrix), aufgeklärt worden. Über das Wesen, über die Vermehrung und Verbreitung der, wie spätere Erfahrungen gezeigt haben, mit Reben aus Amerika eingeschleppten Reblaus, war man damals völlig im Unklaren, und ist es bekanntlich auch seither ungeachtet aller Bemühungen noch immer nicht gelungen, die Entwicklung des Insectes in allen Stadien klar zu legen. Zur Zeit der Entdeckung war die Rehla&sverseuchung noch auf verhältnismäßig geringfügige Flächen beschränkt, verbreitete sich aber außerordentlich rasch. Von den 77 Departements, in welchen Weinbau betriehen wird, wai'en 42 im Jahre 1879") i ( 2,174.000 ha 50 , , 1882 ^^^ Weinbaufläche vor 2^415.000 „ 54 , , 1884 ( ^^^ Reblaus-Invasion 2,485,000 „ 60 , „ 1887 ) ^^^^ 2,576.000 , in mehr oder weniger ausgedehnter und intensiver Weise von der Reblaus heimgesucht. ') In den wissensehafUiehen Mittheifun^ii „Zoologiscliev Anzeigei' vom 18. Februai' 1889, Nr. 3001" sehreibt L, Dreyfus, Wiesbaden: .Meine XJntersuchungen Laben mich überzeugt, dass wir auch bei der Gattung PhylloicerA nnd selbst bei der bekauntegten Species derselben, der Reblaus, den Enlwicklungscyklus uocb keineswegs vollständig kennen und dass derselbe auch hier ein complicirteter ist, als bisher angenommen wurde." ä) Ans frülierea Jahren stehen keine Daten zur Verfügung. Vor der Reblaus-Invasion besaß Frankreich Weinländereien im Umfange von 2,300.000 ha^). Durch das Insect wurden die Reben bis zum Jahre 1879 auf Flächen im Ausmaße von..... 474,700 Art , , „ 1882 , „ „ , , ..... 763.700 „ » . , 1884 „ ^ , „ , ..... 1,000.600 , „ Ende 1887 , „ , , , ..... 1,050.000 „ zerstört. Wie hieraus zu entnehmen ist, war die Zunahme der Verbreitung der Reblausinfection bis zum Jahre 1879 eine verhältnismäßig raschere als in den Folgejahren, Diese mit der Natur der Sache nicht übereinstimmende Erscheinung lässt die Annahme zu, dass in den ersten Jahren eine Verbreitung der Infection auf künstlichem Wege erfolgte, imd zwar bei dem Abgange jeden weiteren greifbaren Anhaltspunktes, durch den damals ungebundenen und auch betriebenen Verkehr, namentlich mit den in großen Mengen aus Amerika eingeführten Schnitt- und Wurzelreben. Es erscheint diese Annahme umso begründeter als die Verminderung der raschen Infectionsausbreitung mit dem Zeitpunkte zusammenßillt, von welchem an auf Grund der Gesetze vom 15. Juli und 12. December 1878 der Verkehr mit Reben eingeschränkt und geregelt wurde, Nii^ends hörten wir Beschwerden über die diesfalls noch heute zuRecht bestehenden gesetzlichen Bestimmungen bezüglich des Rebenverkehres, wohl aber Klagen, dass dieselben erst in so später Zeit activirt worden sind. Über den Zeitpunkt des Auftretens der Reblaus und über die Zunahme und den derzeitigen Umfang ihres Zerstörungswerkes iß den einzelnen Departements, sowie über den in denselben seit dem Auftreten des Insectes eingetretenen "Wechsel in den Rebenbeständeii, wm'de versucht, in dem beigedruckten Ausweise A ein übersichtliches Bild zu geben, zu welchem folgende Bemerkungen hier ihren Platz finden mögen: Über die zerstörten Flächen in der Zeit von 1884 bis 1887 liegen keine nach Departements geordnete Daten vor. Nach einer amtlichen Summar-Mittheilung waren bis zum Schlüsse des Jahres 1887 die Reben auf rund 1,050.000 ha zerstört. <) Die Differenz zwischen obigen 2,576.000 A« und dieser Ziffei' per 2,300.000 Are findet in dem vorliegenden statistischen Material keine Erläuterung. Für die französischen Besitzungen in Algier wurde mit dem noch heute zu Recht bestehenden Gesetze vom 29. Juni 1879 die Einfuhr von Reben und Reben-bestandtheilen absolut verboten. Wie aus den bis zum Jahre 1S84' ausgewiesenen Daten hen^or-geht, war der Verlust an Reben der Flächenausdehnung nach in den einzelnen Departements ein außerordentlich verschiedener. Während beispielsweise die Departements Bouches-du-Rhöne, Gard und Vau-cluse einen Verlust von 100 und mehr Procent ihres ursprünghchen Weinbaubesitzes ausweisen, betrug der Verlust bei einer nahezu gleich langen Dauer der Verseuchung in den Departements Charente, Charente-Inferieure, Gironde nur 70, 50 und 30 Procent. Die höchsten VcrlustziEfern weisen folgende Departements aus: Besaß vor der "Verlor bis 188i durch Verseuchung die Reblaus Gard verseucht seit 1865..... 98.940 ha 100.170 ha Vauclusb „ „ 1866..... 32.000 , 43.230 Hörault „ „ 1870.....180.000 , 192.000 , . Es müssen hienach in diesen drei Departements sehr erhebliche Neuanlagen oder Wiederbepflanzungen vorgenommen worden sein, die neuerdings durch die Reblaus zerstört wurden. Vergleicht man nun das Ausmaß der mit Reben bepflanzten Flächen vor der Rehlaus-Invasion mit den für die Jahre 1882 und 1887 ausgewiesenen, so ergibt sich, dass beispielsweise in den Departements Charente Inf^rieure, Corse, Lot et Garonne, Pyrenees-Orientales, Rhöne, Tarn et Garonne u- a. m. die Rebenbestände seit dem Jabre 1882 eine weitere erhebliche Abnahme erlitten, dass dagegen in den Departements Ardfeche, Bouches-du-Rhöne, Gard, Gironde Herault, Isere, Var u. a. m. seit dem Jahre 1882 sich die berebten Flächen wohl erweitert haben, ohne indess die alte Ausdehnung zu erreichen, dass ferner in einzelnen anderen Departements, wie in Ain, Alpes-Basses, Alpes-Hautes md Alpes-Maritimes, Loire-Infžrieure, Lot etc. die Rebenarea sich kaum verändeii; hat, dass endlich in einer anderen Anzahl von Departements, wie beispielsweise Aude, ungeachtet des Rückganges von 167,400 ha im Jahre 1884 auf 149.500 ha im Jahre 1887^, dann Gers, Loir et Gher, Puy de Dome, Tarn, so bedeutende Neuanlagen gemacht worden sind, dass die derzeit mit Reben besetzten Flächen weitaus ausgedehnter sind, als jene zur Zeit des Auftretens der Reblaus in diesen Landes-tlieilen. Aus einer ebenfalls amtlichen Mittheilung geht hervor, dass seit dem Auftreten der Reblaus Wiederbepflanzungen und Neuanli^en '} Es mtisste efiie zweifellos lehrreiche Aufgabe sein, an Ort und Stelle zu erheben, wieso die Differenz zu rund 18,000 Jm entstanden ist. sowohl in phylloxerirten als iiichtphylloxerirten Departements bis Ende 1887 in einem Umfange von 087,000 ha ausgeführt worden sind, so dass Frankreich derzeit wieder 1,920.000 A« Weinländereien besitzt und sich sohin gegenüicier der Fläche per 2,300.000 ha vor der Reblaus-Invasion noch ein Minus von 380.000 Aa ergibt. Von den vielen zur Bekämpfung der Rehlauscalamität vorgeschlagenen Mitteln vermochte, wenn von der nur local möglichen Anordnung der Üherstauung der Weinpflaiizungen mit einer 30 bis iO cm hohen Wasserschichte (Submersion) abgesehen vi^ird, keines einen durchgreifenden Erfolg zu erzielen. Selbst die Behandlung der Weingärten mit Schwefelkohlenstoff und Sulfocai'bonat, wiewoht unter passenden Verhältnissen entschieden wirksam, hat, wie aus der beigedrucktcn Nachweisung B zu ersehen ist, wohl stetig fortschreitende, deimoch aber bisher nur verhältnismäßig geringe Verbreitung gefunden. Der Grund hiefiir ist der Hauptsache nach darin gelegen, dass der Schwefelkohlenstoff nicht in allen Bodenarien mit gleich gutem Erfolge zu verwenden ist, die Anwendung des Insecticids große Aufmerksamkeit und richtige Wahl des Zeitpunktes voraussetzt, und endlich bis in die neuere Zeit vielfältig irrige Ansichten über die Höhe des Kostenerfordernisses verbreitet waren, dass das Sulfocarbonat aber, sollen die Kosten der Anwendung nicht unverhältnismäßig wachsen, die leichte Beschaffung der erforderlichen Wassermenge voraussetzt Der Mangel eines vollkommen sicheren, leicht anwendbaren Mittels zur Hintanhaltung und Bekämpfung der Reblaus einerseits, das zunehmende Zerstörungswerk derselben anderseits, lässt es begreiflich erscheinen, dass man sich mit umso regerem Eifer einem Auswege zuwendete, der in der Cultur der amenkanischen Reben gelegen schien und aller Noth ein Ende zu machen versprach. Noch im Jahre 1869, also kurze Zeit nach der erfolgten Entdeckung der Reblaus, war es zunächst Herr Lahmon der mit der Beobachtung hervortrat, dass in seinem nächst Bordeaux gelegenen und von der Reblaus hart mitgenommenen Weingarten, die dort in früheren Jahren neben europäischen ausgesetzten amerikanischen Reben, den Angriffen des Insectes Widerstand m leisten scheinen. Obwohl bald darauf ähnliche Wahrnehmungen auch aus anderen Landestheilen, in welchen sich ebenfalls aus früherer Zeit vereinzelte 0 Lalimon's Besitz liegt im ebenen Teirain am rechten Ufer der Garonne, und wird von dieser nur durch einen als Falirstraße benützten breiten Damm getrennt. Der Boden ist em tiefgründiger, frischer. amerikanische Reben vorfanden *), verlauteten, so blieb doch die damit angeregte Frage der Verwendung dieser Reben im Kampfe gegen die Roblaiis vorerst nur Gegenstand der Erörterung, nmsomehr als man zur Zeit selbst darüber noch Zweifel hegte, ob die in Europa consta-tirte Laus mit der an den Reben Amerikas beobachteten identisch sei, und über die dort vorkommenden Rebenarten und Varietäten wenig unterrichtet war. In weiterem Verfolg der, wie gesagt, damals schon in Erörterung stehenden Frage, fand sich über Anregung der Äckerbaugesellschaft für das Departement Ilerault^) die französische Regierung im Jahre 1873 veranlasst, den Entdecker der Reblaus in Frankreich, Professor J. E. Planchon nach Amerika zum Studium des Gegenstandes zu entsenden. In den an die Regierung unterm 10. und an die Gesellschaft unterm 23. November 1873 erstatteten Berichten, führt Planchon zunächst aus, dass nach seinen Erhebungen die in Frankreich aufgetretene Reblaus sich von jener in Amerika nicht unterscheidet, ferner dass es dortlands Reben gibt, welche überhaupt nicht von der Reblaus angegriffen werden und solche, die, wenn auch von dem Insecte befallen, dennoch den Angriffen desselben ohne Em-buBe ihrer normalen Entwicklung und Fruchtbarkeit widerstehen, und bemerkt mit Hinweis hierauf, dass daher eine berechtigte Hoffnung für die Möglichkeit der Wiedercultur der zerstörten Weingärten vorliegt, sei es durch Veredlung der wiederstehenden amerikanischen Reben mit europäischen, sei es durch Pflanzung jener amerikanischen Reben, welche durch Fruchtbarkeit und Gute des Productes geeignet sein werden, zur Weingewinnung Verwendung zu finden, Planchon gibt gleichzeitig folgende Rathschläge: 1, In Betreff der zu beobachtenden Vorsichten bei der Einfuhr von Reben aus Amerika: 1) Insbesondere in den FQnfziger-Jahi'eu sind von einzelnen Besitzern, deren Pflanzungen besonders intensiv und vegebnäßig vom Oiditim Tuckeyi befallen wurden, amerikanische Reben, welche von diesem Pilze weniger zu leiden haben sollen,, eingeführt worden. 2) Im Departement Herault war die Reblaus 1S70 aufgetreten nnd hatte binnen einer kurzen Spanne Zeit von nur drei Jahren außerordentlich große Verwüstungen angerichtet. Dem regen Eifer, welchen diese Gesellschaft, untei-stülzt von den Lehrkräften der Weuibauschule zu Montpellier, der Reblauscalamität von ihrem ersten Auftreten an zugewendet hat und unausgesetzt widmet, muss die vollste Anerkennung gezollt werden. (x) in keinem Falle Rebeu in einer Region oder örtlichkeit einzuführen, welche nicht schon von der Reblaus inücirt ist;') b) lieber Schnitt- als Wurzeh-eben einzufüliren; t) Die Schnittreben zti dem Zwecke zu desinficiren um das Insect und die allfalls an den Sehnittlingon haftenden Pilzsporen, namentlich jene der Peronospora viticola zu tödten.^) 2. Betreffs der als Veredlungsunterlagen oder als zur Traubengewinnung empfohlenen Reben (Ci^agts recomandSsJi tt) Concoräy dessen Trauben mit entschiedenem Johannisbeerengeschmack in Europa nicht munden würden, ist als Unterlage empfohlen worden, weil er in Amerika weit verbreitet ist, die Veredlung leicht annimmt und weil er, obwohl seine Wurzeln häufig von Nodositäten bedeckt sind, sich dennoch im üppigsten Wachsthume erhält, während die daneben stehenden Catacoha^ Isabella, Delaware, von den Angriffen der Reblaus leiden; h) CUnim^ nahezu ohne Johanuisbeerengeschmack, aus den gleichen Gründen wie Concord (die Gallenlaus, bemerkte Planchon, tomme häufig in sehr großer Anzahl auf den Blättern vor); cj Notion's Virginia, eine starkwächsige Rebe, die zwar nur im Staate Missouri viel verbreitet ist, wo der Wein derselben ohne Johannisbeerengeschmack sehr geschätzt werde. Hussmonic schätze den Durchschnittsertrag auf rund 79A^pro ha. Nach Aussage des Isidor Bush in St. Louis bewurzle sich die Rebe schwer. Dieser Fehler, welcher auch den Varietäten Herbemont und Cunningham nachgesagt werde, habe sich in Frankreich, wenigstens nicht bei Jules Leenhardt bestätigt, bei dem alle aus Amerika bezogenen Reben als; Concord, Clinton^ Taylor, Göthe, Herbemont, Cunningham und einige andere "leicht Wurzel gefeisst haben; dj Herbemont, welcher wegen seines kräftigen Wuchses, seinet Fruchtbarkeit und der Güte seines Prodüctes hauptsächlich in Missouri ciiltivirt wird. Im Jahre 1865 habe Herr Poeschel in Hermann von einer fünfjährigen HerÖema»te.nlage per 20 o/r, 1800? (also 90Äi pro ha) geerntet; <) N'introduire, en aucuii cas, cepagea dans une region ou une iocalitö, que ne senüt dejä infeetfte de Phylloxera. Die Nothwendigkeit der Desinfection wiid von Planchon mit folgenden Worten begrtindet; ^J'ai quelques raisons de supposer le Phylloxei-a (ä l'etat d'oeuf ou de jeune 6dos ä Tantomrne) pourrait bien žtre iniroduit avec les garments eux-mSmes. J'ai egalement en vue de tuer les spores du' Peronospora viticola, c' est-ä dire d'une cryptogame appel^e ,Mildeiv" en Atnei'ique*. Cunningham^ welcher von Riley als widerstandsfähig gegen die Reblaus empfohlen ^vurde, den übrigens, wie Planehon beigefügt, er nicht Gelegenheit gehabt habe in umfangreicherer Anlage zu studiren; fj Taylor sei, wie man sage, zwar wenig fruchtbar, gebe aber einen sehr geschätzten Weißwein. Ich habe, bemerkt Planchon,-zu wenig gesehen, um mich über diese Rebe aussprechen zu können; gj Seuppernong^ eine Rebe, von welcher in den Südstaaten Nordamerikas zwei Varietäten, die eine mit kleinen weißen, die andere mit rothen Früchten cultivlrt werden. Der große Wert dieser Rebe bestehe darin, dass weder die Wurzeln noch die Blätter von der Reblaus befallen werden; es sei nur zu fürchten, dass das harte Holz der Rehe sich schwer bewurzele und auch schwer veredeln lassen werde. Ein gleiches sei auch von Mustang oder vitis candicans^ einer Rpbp aus Texas zu sagen, die Plancbon zwar nicht an Ort und Stelle studiren konnte, von welcher er indess glaube, dass sie der Reblaus wiederstehe. Nach weiteren Mittheilungen über Bezugsquellen in Amerika, über die Behandlung, Pflanzung der Schniltreben und ihre Veredlung, schließt Planehon seinen Bericht mit folgenden Worten: Insolange kein sicheres Mittel zur Rettung der phylloserirten Rebpflanzungen gefunden wurde, müsse man die Production von Wein mit den zu gering geschätzten-amerikanischen Reben (les cepages trop mepris^s d'Amerique) anstreben. Man müsse zweifellos in einem Beginnen mit Vorsicht vorgehen, welches selbst im Falle des Gelingens dem Weinbauer eine neue Lehrzeit und höhere Culturkosten auferlegen wei'de; wir rathen nach Hunderten und nicht nach Tausenden die' exotischen Reben einzuführen, aber auch keine Zeit zu verlieren zur Feststellung, ob diesen Reben die ihnen in Amerika innewohnende Widerstandsfälligkeit in tmserem Boden und unter einem neuen Klima erhalten bleibt.. (De verifier si Timmunitž acquise d ses cepages en Amerique, leur sera conserv^e ä notre profit dans notre sol et sous un nouveau climat). Die Ausfühmngeii PJanchons wai'en von maßgebendem Einflusso für die unmittelbar nachfolgende Aufnahme der seither in stetig wachsender Ausdehnung betriebenen Cultur der amerikanischen Reben, beziehungsweise für die Heranziehmig derselben zur Wiederbeflanzung allmählich ausgedehnterer, vordem mit viUs mtißra^'Rehm. bestockt gewesener AVeinbauflächen. Iliezu wurden zunächst die von Planchon genannten, im Laufe der seither verflossenen Jahre aber auch zahlreiche andere auf diese oder jene Weise bekannt gewordene amerikanische Rebarten «md Rebvarietäten herangezogen. Es würde zu weit führen diesfalls auf weitere Einzelnheiten einzugehen, und wird nur bemerkt, dass die Kenntnis über die in Amerika cultivirten Reben wesentlich durch die im Jahre 1876 erfolgte Veröffentlichung einer französischen "Übersetzung des Kataioges der Firma Rush und Sohn und Meissner, Weingarten-und Rebschulbesitzer in St. Louis (Amerika)^), verbreitet wurde, dass es eine Zeit gab, in welcher mit jedem neuen Lenze, auch eine neue Rebe genannt wurde, die an Eigenschaften alle fi-üher gelobten übertreffen sollte, dass endlich auch der Zufall eine Rolle gespielt hat, indem beispielsweise V. Bi^aria zuerst nur dadurch nach Frankreich gelangle, dass dieselbe als Ersatz für die bei der vorgenannten Firma bestellte, aber unmöglich beizubringende Menge der Varietät Taylor an Fahre in Clemmt (Gard) geliefert wurde, dass es endlich wie die genannte Firma berichtet, bei der eingetretenen massenweisen (Bestellung von V. Biparia nicht zu vermeiden war, dass nicht CordifoUa, Cinerea, Aestivalis und andere wilde' Reben beigepackt wurden.*) In Betjreff des Nutzungszweckes der zur Gultur herangezogenen Reben, ergibt sich insofeme eine principielle Unterscheidung, als bis anfangs der 1880er Jahre die allgemeine Aufmerksamkeit der Weinbauer Frankreichs vorwiegend den sogenannten direct tragenden amerikanischen Reben zugewendet war und erst seither, weil diese bis auf allfalls'einige wenige die gehegten Erwartungen nicht erfüllten, sich nahezu ausschließlich mit der Pflanaiing jener Reben Amerikas befasst, die als Unterlagen für Veredlungszwecke Verwendung versprechen.®} Zur Durchführung der Culturen wurden insbesondere in den ersten 6 bis 8 Jahren Schnitt- und Wui'zelreben — ohne weitere ') Les vignes americaines, catalogue illustre et descriptif par Bush et Tils et Meissner, ouvrage Iraduit de r.anglais par Louis Buzille et J. E. Planchon. In dem für Zwecke des handelsmäßigen Vertriebes von Reben gewiss mit vielem Geschicke abgefassten KataJoge werden 33 Rebenvarietäten genannt, welche den Hauptsatz in den Weingärten Amerika's abgeben und weitere 46 Varietäten namhaft gemacht, die als Neuheiten (noureautes) viel versprechend sind. Aus dem die Rebencultui behandelnden Abschnitte des Kataioges geht hervor, dass man damals die Rebenveredlung in Amerika nicht übte, sondern dieselbe als ein nnausgetragenes Problem ansah. Siehe dritte Auflage des Cataloges der Firma Bush und Sohn und Meisner, 1883 in deutscher Übersetzung herausgegeben von A. Freiherr von Babo und Theodor Rümpler 1885. S) Siehe Felix Sahut „les vignes americaines, leur greiTage et Jeur taille", Montpellier 1887. Beachtung der yon Planchon empfohlenen Vorsichten — in großen Massen aus Amerika nach Frankreich eingeführt. Über -den Umfang der sehr bald geschäftsmäßig betriebenen Rebeneinfuhr liegen keine exacteren Daten xor. Ein beiläufiges Bild ergibt sich immerhin daraus, dass, wie Sahut berichtet,') auf Anempfehlung Planchon's millionenweise Clinton und Concord, Wurzel- und Schnittreben, und allein durch den Deputirten Fahre des Departements Gard, von 1873 an hunderttausende Wurzel- und Schnittröben, namentlich der genannten Varietäten, femer von Serbemont, Gum-nhigham, Taylor, Norton's Vir^nia u, a. m. importirt wurden; außerdem führt die Exportfirma Bush & Sohn und Meissner in der dritten Auflage ihres Rebenkataloges an, dass schon auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass Lmo'tr mit Jacques synonym sei, dieselbe von einem wohlbekannten französischen Importeur einen Auftrag auf Tausende von Schnittreben dieser Varietät erhielt, der diese zu übermäßigen Preisen in BVankreich offerirte, dass dann von 1876 an Hunderttausende von Jacquez Schnittreben, femer Taylor, und als diese Varietät nicht mehr in genügender Menge in Amerika zu finden wai-, Jtiparia in solchen Quantitäten nach Frankreich gingen, dass die Finna sich nah und ferne darnach umsehen musste. In zur Einsicht vorgelegenen Briefen schreibt die genannte Firma EndeFebmar 1879: »soeben versendeten wir nach Frankreich Hunderttausende von Schnittreben, meist Ei-paria satwage'^ und welter anfangs Februar 1880: „vom December 1879 bis heule versandten wir zwei Millionen Schnittrebon, vorwiegend Riparia, nach dem südlichen Frankreich und wir sind doch nicht die einzigen Exporteure". Von den durch die Reblaus verödeten Weingartenflächen waren mit ameiitanischen Reben wiederbepflanzt: bis zum Jahre 1879 zusammen 3.174 ha . . , 1882 , 17.076 , , , „ 1884 „ 52.778 , und , Ende 1887 , 166.500 So belangreich diese der neuen Rebcultur zugewendeten Flächen auch an und für sich erscheinen mögen, so ist deren Ausdehnung dennoch gegenüber der seit dem Auftreten der Reblaus neu angelegten und wiederbepflanzten Flächen per 684.000 Aa, sowie im Vergleiche mit den noch der Wiedercultivirung harrenden Flächen eine verhältnismäßig sehr geringe. Bericht Aller den Wein bau congress in Bordeaux 1886. Wie aus dem beigedructten Ausweise ersichtlich wird, besitzt: das Departement Aude..........................20.200 Gard..........................15.000 , , Gironde......................10.481 H^rault......................76.970 , , Pyren^es-Orientales. 12.440 Var.............. 8.930 daher diese sechs Landestheile zusammen.. 144.020 ha. Die gegenüber von 166.500 ha sohin verbleibende restliche Fläche der den amerikanischen Reben dienstbar gemachten Area per 23,500 ha vertheilt sich auf 32 Departements und umfasst dieselbe in 12 Departements zwischen 1000 bis 3000, in den übrigen 20 aber nur zwischen 10 bis 1000 ha. Im Entgegenlialle zu ergibt sich eine mit der noch brach lie- amerikanischen Re- genden Weingarten- ben besetzte Fläche fläche beispielsweise im Departement Bouches-du Rhöne per 15.000 ha per 3.021 ha Charente........ 90.000 , » 307 . Chai'ente-hiferieure » 137.000 , 1.004 „ Dordogne........ fl 70.000 , » 440 , Gard........... Tt 68.000 , 7) 15.000 , Herault').;...... II 77.000 , n 76.900 , Lot et Garonne .. . » 99.000 , H 1.000 , Rhöne .......... B 20.000 , 31 1.013 , Var............ » 54.000 „ » 8.931 „ Vaucluse ......... n 19.000 „ 11 2.633 , . Da sich in einzelnen Bodenbonitäten, namentlich in solchen von mehr oder weniger kalkhaltiger oder mergeliger Beschaffenheit keine der bis dahin erprobten amerikanischen Reben bewährt hatte, sah sich die französische Regiening veranlasst, im Jahre 1887 den Professor an der landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Montpellier, Pierre Viala, neuerdings nach Amerika mit der Aufgabe zu entsenden, doi-tlands nach Rebenvarietäten zu forschen, welche sich für die bezeichneten Bodenbonitäten eignen würden (afin de rechercher aux-Etats-Unis 1) Das Departement Hirault besass.....................180.000 Jia besitzt dermalen inclusive 7C.90Q ha Amerikana.....103.000 , soUin resultirt nocl» immer ein Verlust von........... 77.000 ha d',Ani6rique les vaiižtžs des cepages pouvant vegeter en terrain calcaire et mametLs). Aus dem Berichte des Genannten ist Nachstehendes zu entnehmen : Viala bereiste während der ersten Periode seines sechsmonatlichen Aufenthaltes in Amerika die Staaten New-Jersey, Maryland, Virginia, Nord-Carolina, New-YorJc, Ohio. Die in diesen wie in allen Staaten des Nordens und Ostens im wilden Zustande gleich gut gedeihenden Rebenarten sind: V. Biparia, V.. Aestivalis^ V. Lctltrusca, V. Hotund^olm. Letztere Art, welche nur in sandigen feuchten Lagen an den Küsten des Atlantischen Meeres wächst, habe, wie schon in Frankreich seit längerer Zeit bekannt ist, keinen Wert. V. Labriisca (Linne) ist nur in sandigen, fruchtbaren Alluvial-und in den rothen fruchtbaren Bödon kräftig entwickelt (n'a jamais žte observe vigoureux que dans les terres sableuses, les alluvions riches, les terres rouges fertiles). In armen Böden, beispielsweise gelben Mergelböden, wird sie in den nördlichen und östlichen Staaten, wo die Kälte im Winter und Frühjahre eine strenge ist, mit der Zeit (ä la longue) durch die Phylloxera vernichtet. In den südlichen Staaten unterliegt Labrusca wie die Varietäten derselben selbst in zureichend fruchtbarer örtlichkeit rasch den Angriffen des Schädlings. Die wilde Aesfipalis, (V. Aestivalis^ Michaux und V. Bicohr, LeconteJ gedeiht nur kräftig im sandigen oder reichen Alluvium, in rothen fruchtbaren und lockeren Böden. In mergeligen, lehmigen, kalkhaltigen und trockenen Böden ist die Vegetation der Reben eine schwache, obgleich die Wurzeln derselben von der Reblaus nicht leiden (ne soient pas alterees). F. Riparia (Michaux), die verbreitetste Rebenart von Ober-Canada an bis zur Grenze des Territoriums von Indiana, eixeicht in den vereinigten Staaten im wilden Zustande nur in sehr fruchtbaren Böden eine große Entwicklung und man gewinnt bei dem Studium der Örtlichkeiten, in welchen die Formen der Riparia am zahlreichsten wachsen, die Überzeugung, dass dieselbe nur in fruchtbaren Standorten (milieux fertiles) einen wirklichen Wert haben kann. In einem mergeligen oder in weißem kalkhaltigem und trockenem Boden wurde Riparia nirgends kräftig wachsend gefunden. In sehr vielen Fällen hat Viala in den Wäldern V- ^^(^(tr-ia-Stöcke gesehen, deren Blätter mit Reblausgallen besät und deren Wurzeln zahlreich mit Rebläusen bedeckt waren, hat aber niemals ein Absterben der Stöcke infolge der Angriffe des Inseetes beobachtet. Beiicht Ober eine Reiso. 2 Es haben demnach, bemerkt Viala, keine der im Norden und im Osten vorkommenden Rebarten für kalkhaltige und mei^elige Böde^i einen Wert (Aucune des espfeces du Nord et de l'Est n'a done de valeur pour les terrains calcaires et mameus). In der zweiten Periode bereisteViala sodann Tennessee, Missouri, das Territorium Ton Indiana und Califomien und berichtet über die dort beobachteten Reben wie folgt: K Rubra (Mlchaux) oder Y. P(ümata dürfte mit Rücksicht auf das ausschließliche Vorkommen derselben in den sehr fruchtbai-en Alluvialböden des Merrimac und Mississippi, dann in Illinois keinen "Wert als Veredlungsmxterlage haben. Im Südosten des Missouri und im Norden des Territoriums von Indiana wurde F. Bupestris mit ihreo diversen Varietäten: CordifoUa-rupestris, Bipanft-rupestris ebenso V. Lincecumii beobachtet. V, Lincecumii (Buckley auch Post-Oak oder Ae&tivalis a gros grains genannt) kann unter Umständen im Centrum der Vereinigten Staaten, wo namentlich Black rot und Müdew, dann die strenge Kälte, nicht nur die Cultur von auf widerstehender Unterlage veredelten Vitis Fj«?/er«-Reben, sondern auch von gewissen amerikanischen Sorten unmöglich machen, wertvoll sein. Für französische Gegenden werden die Varietäten von V. Lincecumii wegen ihrer geringen Ertrs^sfähig-keit, dann wegen des herben Geschmackes der wenig sailreichen Beeren keiue Zukunft haben. Übrigens gedeihen diese Reben nur in, reichen oder sandigen, niemals jedoch in weißen Kalk- oder gelben Mergelböden. F. Bupestris, die mit ihren zahlreichen Varietäten in Tennessee und in dem gegön Süden sich erstreckenden Theil von Süd-Missouri, dann im Territorium von Indiana und Texas gefunden vrird, wächst im aligemeinen nur in den vom Frühjahre an ausgetrockneten Fluss-und Wildbachbetten dort, wo eine baumartige Vegetation nie vorkommt. Der Boden von diesen Betten und Schluchten ist aus kieseligem Gerolle oder hartem Kalk mit wenig angeschwemmter Erde zusammengesetzt und im ganzen von einer trockenen, wenig fruchtbaren Beschaffenheit, Bupestris hat eine genügend kräftige Entwicklung, der Stamm ist zuweilen sehr dick und immer entwickelter, als derjenige von Biparias im Alluvialboden. Alle Formen der Bupestris^ sagt Viala, können als Unterlage für Veredlungen in wenig fruchtbaren Böden vielen Wert haben, ich glaube aber nicht, dass es Reben för kreideartige Terrains sind, da ich dieselben in solchen niemals gesehen habe. Die in Texas heimischen Reben wachsen aussehlieSlich in kalk-ihalligem KreideteiToin (existent exclusiveocient dans les calcaires cre-tacžs), welches noch den fossilen Resten der Kreideformation angehört •und sich von Texas nach Neu-Mesico, Colorado und Arizona erstreckt, welch letztere Staaten Viala nicht durchforschen konnte. Der Boden in diesen ausgedehnten Ebenen besteht durchwegs aus einer schwarzen Erde von außerordentlicher Fruchtbarkeit. Der Untergrund ist ein weißer, zerklüfteter Kalkfelsen von Terschiedener Härte, aber immer mürbe, in vielen Fällen von einer Textur zwischen tuffoser Kreide und jener der eigentlichen Champagne der Untergrund ist mehr oder minder tiefliegend (bis zu 5 Fuß), zuweilen tritt er an die Oberfläche, wo er sieh rasch zersetzt und eine weiße mit kreideartigem Schotter gemengte und wenig humusreiche Erde bildet, die weniger fruchtbar ist, als der Kreideboden in der Charente. In diesen örtlichkeiten wachsen; F, Berlandietri (Planchon), V. Cinerea (Engelmann)^ F. CordifoUa (Miehaux), K Candicans (Engelmann), F. Monticola (Buckley), V, Novo-Mexieana, eine neue Form, welche von T. V, Monson als eine Art angesehen wird, und die zahlreichen Hybriden, die sich aus den sehr mannigfaltigen Kreuzungen dieser Arten ergeben. F. Novo-Mexicam erinnert an gewisse Formen von F, Biparia und besonders an Solonis. Infolge; ihrer üppigen Vegetation könnte diese Art, gleichwie (Jordifolia-ruiyestns, Bijfano'rupestris, als Unterlage für Veredlungen in ärmeren Böden von Wert sein, aber ich (Viala) halte sie nicht geeignet för gelbe Mergel- oder weiße Kalkböden. Dasselbe gilt för die Hybriden genannt ^Chanipm", welche aus der Kreuzung von F. Rupestris und von F. Cmdieans oder von F. Eupestrts oder von F. Monticola (Buckley) stammen. Die Monticola (Buckiey)^ welche nichts anderes ist als F. Montana, (Buckley) öder Te,mna (Munson) oder F. Foxsana (Planchon), kommt nur in wenigen Lagen des Südostens von Texas vor. V. Monticola. hat infolge ihrer schwachen Entwicklung in verhältnismäßig fruchtbaren Lagen als Unterlage wenig Wert für kalkhaltige Böden, sie hat aber gar keinen zur directen Weinproduction, ungeachtet ihrer nicht kleinen rosafarbigen Beeren. F. Candicans oder Mustang gedeiht nur üppig an den Ufern der Flösse (Red River, Trinity River, Brazos River, Rio Grande); im Hügellande mit kalk- und kreidehältigem Boden ist sie seltener vertreten und von viel minderem Wachsthume, Bei der Schwierigkeit ihrer Vermehrung durch Stecklinge hat Mustang, iviewohl sie eine gute Ver- 2* ediungs-Unterls^e und sehr wideretandsfähig gegen die Reblaus ist, dennoch für die kalkhaltigen und mergeligen Böden weniger Wert als V. Berlandiert, V. Cinerea und F. CordifoUa. Cordifolia und Cinerea entwickeln sich in den Östlichen Staaten in den tiefgründigen sandigen Aliuvialböden des Mississippi viel besser und kräftiger als die Jtipana; sie bleiben jedoch grün und kräftig in den armen und trockenen Böden von Texas, Berlandieri ist nebst Mustang die verbreitetste Rebe in trockenen Örtlichkeiten von Texas. Wie Cordifolia und Cinerea entwickelt sich auch Berlandieri ki'äftiger in fnichtbaren Lagen, aber sie wird auch in weissen Kalkböden nie gelb. Wie erstere ist sie nicht nur sehr widerstandsfähig gegen die Reblaus, sondern auch für Veredlungen in kalkhaltigen Böden sehr geeignet. In dieser Beziehung hat Viala sehr überzeugende Beispiele in Baiton beobachtet, woselbst einige vor zwei Jahren auf 4jälirigen jSßr?«rei?«m-Stöcken gepfropfte spanische Reben trotz der schlechten Bodenverhältnisse vollkommen grün waren und in sehr schöner Vegetation standen. Die Hybriden zwischen diesen drei Arten, oder anderen waren selbst in genügend fruchtbaren Böden weniger gut entwickelt. Nadi gesehenen Anpflanzungen von T. Ärizonica in Califomiert wäre dieselbe bezüglich ihrer Anpassung an den Boden der; Bupedris gleichzustellen, V. Californica, gedeiht nur in fruchtbaren, frischen, — in armen und trockenen Böden ist sie schwach und chlorotisch. Übrigens ist die Cdifornica nicht widerstandsfähig gegen die Reblaus, wovon Viala sich in mehreren Fällen zu überzeugen Gelegenheit fand. In jenen Theilen Califomiens, wo die Reblaus aufgetreten ist, pflegen die Weinbauern, welche dem im Süden Frankreichs angenommenen Vorgange folgen, die Wiederbepflanzung ihrer Weingärten in fruchtbaren Böden (terres fertiles) nahezu ausschließlich mit den Varietäten der V, Siparia vorzunehmen. Das Hauptaugenmerk der Weinbauern des Ostens und des Nordostens (Amerikas) war nach Viala immer darauf gerichtet, neue Varietäten zu schaffen, welche dem Black rot und dem Mildew widerstehen. Die so strengen Winter gestatten aber den dortigen Weinbauern nur die für diese Regionen, in welchen der Rebbau lange Zeit begrenzt war, geeigneten Varietäten der V. Labrmca zu benützen. Die dui'ch müderes Klima begünstigten Weinbauern Califomiens haben übrigens niemals die Trauben tragenden Sorten des Ostens gepflanzt, sondern vermehren die Viiis Vmfem-'B.&hen. Obige Gründe, unterstützt von der angenommenen Gewohnheit der Bewohner des Ostens, die fuchsirten oder gezuckerten Weine zu genießen, sind die Ursachen, dass die Weinbauer daselbst stets gerne alle direct tragenden Sorten hofi&iung'svoll aufnehmen, welche ihnen von den Pepinieristen, die bemüht sind, die ursprünglichen Labrtisca-Varietäten durch Kreuzung oder Samenzucht zu verbessern, geboten werden. Der Ruf, welchen einzelne dieser neuen Reben in den vereinigten Staaten erworben hatten, wai- häufig die unglückliche Ursache ihrer Aufnahme (adoption) in Frankreich. Ohne auf weitere Einzelheiten der derzeit neuen direct pro-ducirenden Sorten einzugehen, glaubt Viala doch erwähnen zu sollen, dass Niagara, Empire State, mit weißen und fuchsirten Trauben geringwertiger sind, als der in Frankreich bereits bekannte Noah. Secretary verliert nahezu alle seine Früchte durch Black rot und leidet an der Reblaus. Monteßore ist nicht wertvoller als Clinton, von welchem er abstammt; ohne Wert sind auch für.unsere Weinländer Duchess, Prentiss, Backus, Beauty, etc. Yoakum und Mac Kee sind nichts anderes, als Merbemont, und Sohinson Seeling ist synonym mit Ruländer. Iron welcher weit davon entfernt ist, dem Black rot zu widerstehen, gibt einen geringeren Ertrag als europäische Varietäten und ist dessen Wein geringwertig und fuchsirt. Othello kommt in den Vereinigten Staaten nur als Collectionsrebe vor, ist nicht geschätzt, weil Black rot, Mildew und das Versengen seiner Blätter die Gultur desselben unmöglich machen. Dasselbe gilt für Triumph, Eine geringe Bedeutung haben dortlands Canada, Brant^ Slack Deßance etc. Das praktische Ergebnis seiner Forschungsreise fasst Viala dahin zusammen, dass für kalkhaltige und mergelige Böden Berlandieri, F. Cinerea, und V. Cordi/oUa als Veredlungs-Unterlagen die meisten Chancen des Erfolges bieten, und fügt weiter bei, dass diese Schlussfolgerungen ausschließlich auf die Beobachtungen in den Örtlichkeiten Amerikas gegründet shid, in welchen diese Reben wachsen. Es wäre möglich, dass die Eigenschaften dieser Reben sich bei ihrer Vermehrung in Frankreich nicht bestätigen, was er indes nicht glaube. Nicht ausgeschlossen wäre es auch, dass bei dem großen Anpassungsvermögen, welches einige Reben zeigen, andere Rebenarten, als da sind V. Novo Mexicana, CordifoUa rupestris, Hyhrides-Chamfins etc. einigen Wert für ki-eidehältige Böden haben, was er indes ebensowenig annehmen möchte, Durch diese Erhebungen Vialas erscheinen vielfach andere Mittheilungen über Rebenstand und Rebencultur in Amerika aJterlrt. So erhellt beispielswe^e, dass im ^illgemeinen alle amerikanischen Reben in ihrem Heimatlande nur in tiefgründigen guten nährstoffreichen Böden gedeihen, bis auf F, Bupe-^tris^ die auch in ärmeren Böden zu finden ist, und dass F. Lahrusca, wie die Varietäten derselben, nachhaltig sich, nirgends bewährt; dass nur bei der wild wachsenden Bi^aria die Eigenschaft der Widerstandskraft gegen die Reblaus erwiesen erscheint, und dass das Fehlschl^en von Versuchen, die V. Fmj/V«-Reben in Amerika zu cultiviren, nicht so sehr der Reblaus, als den Klimaverhältnissen und den Pilzkrankheiten zuzuschreiben ist. II. örtliche Erhebungen und Wiedergabe der von Besitzern und anderen maJügebenden Persönlichkeiten erhaltenen Auskünfte in der Reihenfolge, wie solche vorgenommen, lücksichtlich ertheilt wurden. Departement du Ehöne. Herr Dr. Grolas, Professor an der medicinischen Facultät in Lyon, MitgMed der französischen Reblaus-Obercommission, beklagt die stat^ehabte Einfuhr von amerikanischen Reben nach Frankreich, da mit denselben bis dahin unbekannt gewesene gefährliche Pilzkrankheiten eingeschleppt wurden, und verweist auf die diesfälligen Bemerkungen in dem Berichte des kürzlich aus Amerika zm^ückgekehrten Professors Viala in Montpellier. 1) Comte rendu des travaux du service du Phylloxera, ann^e 1887. la dem Berichte tViala's heißt es wörtlich: Eti resumö et pour degager nettement lea faits praüques, qui resultent des indications pr^c^dentes, je conclurai, que, pour les .terrains calcaires et marneux, le F. Btirlandkri, le F, Ofwerea et le F. CordiffMa sont les porte-greffes qui offrent le plus de chances de rfeussite, Ces coa-dufiions sont bashes uniquement sur Tobservation des laiheux dans les quels crois-sent ces eignes aux Etats-Unis. D se pourrait done que les faits que je signale ne soient pas de mSine nature lorsqu'on les multipliera en France, ce que je ne pense pas. U se pent aussi que, vu I'adaption au sol, d'auti-es formes, telles que F. I^ovo Mexieam, CoräifoUa n^estria, Hybrides Chamj^im etc. aient queique valeur dans les terrains cr^tacžs, ce que je ne crois pas non plus. Die Cultur der amerikanischen Reben sei personelle Sache; dieselben gedeihen in gutem, lehmigem, kieseligem Boden — für kalkhaltigen habe man noch keine brauchbare xmd ausdauernde Rebe gefunden. Es empfehle sich die im Departement Rhöne seit jeher übliche Gepflogenheit festzuhalten und eine Neuanlf^e erst nach vier- bis fön^ähriger Zwischencultur mit Hafer oder Luzerne vorzunehmen. Die Veredlung der Reben sei eine nicht allzuleichte Aufgabe, die Haltbarkeit der Veredlungen noch immer eine nicht ansgeti'agene Frage. Crolas hfQt von den direct producirenden Sollen nicht viel, weil dieselben sich nicht widerstandsfähig gegen die Reblaus erweisen, theils auch von Pilzkraukheiten aller Art zu leiden haben und vernichtet werden, und-endlieh ein geringwertiges Product liefem. So sei zum Beispiel der vielgenannte Othdlo ganz untauglich und die Angahe, dass es zwei Varietäten gebe, eine mit, die andere ohne Fuchsgeschmack, eine Erfindung, um den Absatz des Pflanzholzes zu sichern. Im Departement Rhöae werde alles aufgeboten, damit die Besitzer ihre inflcirten Anlagen mittels Schwefelkohlenstoff erhalten und erst dann zu den amerikantschen Reben greifen, wenn das Insecticid nicht ausreicht. Leider werden die kleineren Besitzer durch Händler aufgemuntert, kaum verseuchte einheimische Reben zu roden und die Cultur der fremden Reben aufzunehmen. Um den nachtheüigen Einflüssen, welche der Schwefelkohlenstoff unter mancherlei Umständen haben könne, zu begegnen, werde derzeit vielfach ein Gemenge des Insecticids und Vaselin mit Erfolg verwendet. Um von dem Stande der Sache sich zu überzeugen, empfahl Dr. Crolas die Rebenanl^en der landwirtschaftlichen Schule zu Ecully, dann die Versuchsfelder zn St, Germain au Mont d'Or rmd Villip Morgon und die Weingärten bei Belleville bis Boui^ de Chirouble zu besichtigen, welchem Rathe wii* nach vorgenommener Besichtigung der iSchwefelkohlenstoffabrik von J. Deiss, Odet & Co. bei Lyon gerne folgten. Die Ecole pratique d'Agriculture in Ecully bei Lyon besitzt 14 ha Wein-, Gemüse- und Ziergärten. Dieselbe steht unter der Leitung des Herrn Devine. Die der Rebcultur zugewendete Fläche ist theils mit veredelten und unveredelten amerikanischen, theils mit einheimischen Reben Der in dem Plane eingezeichnete Kreis gibt die erste Infections-stelle in dei- Anlage an, Parcelle D ist eine 1880 geschaffene Pflanzung, die seit 1882 mit Schwefelkohlenstoff behandelt wird; der Stand der Reben ist mitAusnahme Ton einigen ausgeprägten Infectionsstellen, ein gleichmäßig schwächlicher, Trauben sind daselbst jedoch mehr als auf den beiden vorerwähnten Parcellen vorhanden. Parcelle I ist eine 1881er Anlage und wird seit 1883 behandelt. Der Stand der Reben ist ähnlich wie auf der vorgedachten Parcelle. Einen nach jeder Richtung besseren Stand besitzt die mit Gcmay bepflanzte Parcelle N, in welcher in einer Tiefe von 50 cm der reinste Sand zu finden ist. Ein gleichmäßig gutes Wachsthum besitzt eine nach Sjähriger Ruhe des Bodens ausgeführte 1886er arja-Varietät wird Biparia Gloire de Montpellier bezeichnet, von welcher 1000 Stück Schnittreben mit 40 Frcs. verkauft werden. Direct producirende Amerikaner wie, Secretary^ Othello, St. Smtveur sind auch als Standortspflanzen vorhanden; St. Sauveur wurde der rascheren Holzproduction wegen zum Theile auf einheimische Reben gepfropft. Die Trauben dieser Sorten waren am Besuchstage, 10, September 188S, noch recht sauer. Am Standorte stehen noch Berlandieri in wenigen Stöcken und Kreuzungen von Bupestris, wie Rupestris-Gmein, Bupestrü-Fort-worth u- a. Die heuer versuchte Vermehrung von Cinerea ist nicht gelungen. Herr Richter bemerkte unter anderem Folgendes: Es sei Sache des Einzelnen bei jeder Neuanlage die für seine Bodenbeschaffenheit passendste amerikanische Rebe durch ein versuchsweises Vorgehen zii ermitteln. Viele Weingartenbesitzer hätten oft 10 und noch mehr amerikanische Sorten in einem und demselben Boden angepflanzt und veredelt; diejenige Unterlage, welche die bestgelungenste Veredlung ergeben habe, sei dann im großen weiter verwendet worden. Für mergelige und kalkhaltige Böden müsse man auf Jßei'landieiH, Cinerea und Cördifolia die Hoffnungen als ausdauernde Unterlagen setzen. Im Departement Herault könne unter den dortigen klimatischen Verhältnissen die Veredlung am Platze wohl durchgeführt werden; vou dem Wetter im Veredlungsmonate März hänge jedoch der mehr oder weniger gute Erfolg ab. Im Jahre 1887 seien 60—70, im Jahre 1888 80—90®/o Anwuchs erreicht worden. Die sich bei der Standortsveredlung zahlreich ergebenden Fehlstellen werden fast durchwegs mit Jacques bepflanzt. Um einheitliche Rebbestände zu erhalten, werde man sich all-mählig der Auspflanzung von in der Rebschule gestandenen Veredlungen zuwenden. Bezüglich der Dauer der Veredlung ist Richter der Ansicht, dass, wenn, wie behauptet wird, nach 10 Jahren nur noch der 3. Theil oder auch weniger der ursprünglichen Stöcke vorhanden sein würde, damit die Haltbarkeit der Veredlung erwiesen sei. Das Entfernen der aus der Edelrebe gebildeten Wurzeln während des Standes der Veredinngen in der Rebschule finde nicht statt, sondern erfolge ei-st beim Ausnehmen derselben im kommenden Frühjahre, gleich wie bei jenen Veredlungen, die am Standorte ausgeführt und im ersten Jahre zum Schutze gegen Windbruch mit Erde angehäufelt wot'den; im zweiten Jahre befinde sich die Veredlungsstelle schon über der Erde. Die Lockerung des Bodens mittelst des Dampfpfluges auf eine Tiefe von circa SOow kommt pro Hektar aufSOOFrcs., die gesammten Anlagekosten eines Hektars mit veredelten Reben auf etwa 3000 BYcs. zu stehen. Der Düngerbedarf der amerikanischen Reben ist ein sehr großer-In besseren Wirtschaften wird alle 2 Jahre mit einem Aufwände von 200 bis 500 Frcs, pro Hektar gedüngt; pro Rebstock rechne man 500 g Dünger, Ein Kubikmeter Pferdedung oder Straßenkehiicht kostet in Montpellier je nach der Jahreszeit 3-5—4 Frcs.; in einigen Jahren dürfte das Kubikmeter wegen der vermehrten Nachfrage infolge des Enlslehens von Neuaiilagen auf 9—10 Frcs. zu stehen kommen. Ein Gemische von Ölkuchen mit Kainit ist als Dünger beliebt; IOOä:^ hievon kosten 12—14 Frcs. und beträgt der Aufwand für die Düngung pro Hektar- (4000 Stöcke ä 500^?) ohne Arbeitslohn 240 bis 280 Frcs. Bastide in d'Agnac sicherte sich sämmtlichen Straßenkehricht Yon Cette auf die Dauer von 6 Jahren und kostete ihm derselbe loco Cette 1-20 Frcs. pro Kubikmeter. Durch die 6 Jahre ging täglich ein Wagen mit 8 Pferden nach Cette, um den Dünger nach d'Agnac, weit, zu verführen. Für das Jahr 1888 könne man durchschnittlich 80—lOOÄ? Wein pro Hektar erwarten, und werde infolge dieses außerordentlichen Leseergebnisses der Preis des Weines bedeutend, bis auf 15 Frcs. pro Hektohter und vielleicht noch weiter sinken. Carifjnm gebe einen besseren Wein als Aramon, sei aber weniger ertragreich, nur 60 pro Hektar, während Aramon unter gleichen Verhältnissen bis 100 pro Hektar liefere. Neben einer der Richter'schen Pflanzstätten befindet sieh eine größere Anlage eines Propnetairs, auf welcher die daselbst vorhandenen Vitts Fi'« jfem-Reben vor S Jahren mit Othello zum Zwecke der raschen Holzproduction gepfropft worden sind, da früher \ 000 Stück OifA«?^-Schnittreben mit 250 Frcs, bezahlt wurden, während sie jetzt um 80 Frcs. erhältlich sind. Der Stand dieser Anlage ist ein sehr unerfreulicher. Herr Felix Sahut in Montpellier warnt vor der Anpflanzung der zur Traubengewinnung genannten fremden Reben, weil dieselben nicht dauernd widerstandsfähig und theÜs auch wenig ertragreich sind, überdies einen ungenießbaren Wein geben. Nur mit den wilden amerikanischen Reben und deren Veredlung sei eine Wiedercultur der Weinbaufläehen zu erzielen, wenn die Reben in das ihnen zusagende Terrain gepflanzt werden. Coiicord und Clinton haben sich nicht bewährt; so seien auch die in Viviers noch vorhandenen 9A«, welche sichtliche niedergehende Plätze aufweisen, der Rest von den dort vor 10 Jahren' mit diesen Varietäten bepflanzten 50Aa. Zur Erzielung eines gleichmäßigeren Rebenbestandes sei die Auspflanzung veredelter Wm^zelreben nothwendig, obwohl auch in solchen Anlagen sich immer eine gewisse Anzahl von Fehlstellen ergeben werde, die Nachpfianzungen erfordere. An der zureichenden Dauerhaftigkeit veredelter Reben sei nach Analogie der Obstbaumveredlung nicht zu zweifeln. Im Högellande habe eine Wiederbepflanzung noch wenig statt-gefiinden, woran zum TheU Mitursache sei, dass der kleinere Resitzer noch misstrauisch den amerikanischen Reben gegenübersteht, Wo nur immer die Vorbedingungen gegeben sind, könne mit den bekannten Insecticiden die Reblaus erfolgreich bekämpft werden; insbesondere sei die Behandlung der Reben mit Sulfoearbonat zu empfehlen, mit welchem Mittel in der Gironde die günstigsten Ergebnisse, wie sich Sahut persönhch überzeugte, zu erzielen sind. Lavalette, Eigenthum des Herrn Parasol in Montpellier, ist ein ausgedehnter Wald- und Weingartenbesitz in coupirtem Terrain; der Waldbestand erinnert an mittelmäßigen Karstwald. Von der zur Rebencultur bestimmten Fläche per 100 ha sind 6 ha mit einheimischen Reben bepflanzt, die submergii-t werden und einen guten Stand zeigen; circa 60 ha sind mit veredelten amerik^ischen Reben besetzt. Die Restände weisen sehr viele Fehlstellen auf; eine 1888er Neupflanzung von zur Veredlung bestimmten Jacquez in mittelgutem Boden, ist gleichfalls sehr lückenhaft. Auf den Parcellen mit mehr magerem nur circa 25 cm tiefem Boden sind schon in den Vorjahren Biparia; Solonis \md Jaeqmz eingegangen. Auf einer ParceUe im Ausmaße von ha, hatten Veredlungen von Eiparia mit Carignan und Bmschet, aus dem Jahre 1885 stammend, ein sehr kümmerliches Aussehen, die zwischen die Veredlungen gepflanzten t/ocjMe^vStöcke besaßen kaum 30 cot lange TrieJse; diese Parcelle soll nun versuchsweise mit Rurpestris bepflanzt werden. Auf den besser aussehenden Parcellen ist Jacquez die Unterlage; die in sanft ansteigendem Terrain gelegenen R0enbestände scheinen auch durch die Trockenheit des Bodens zu leiden. Die vorhandene älteste Veredlung ist Sjährig, Als Edelreben wurden Aramon^ Carigmn, Bomchet und ClaireUe verwendet. Trotz der vielen Fehlstellen in den Parcellen mit veredelten Reben ist der Regisseur nur für die Standortsveredlung von 1jährigen Unterlagen. Anderweitige zur Traubengewinnung geeignete amerikanische Reben werden nicht gepflanzt. Graf St. Maurice inFrejorgues hat circa 40 Äa Weinbau-fiäche in ebener Terrainlage. Bei diesem Besitzer sind 2-, 3- und ijährige Veredlungen auf RipaHa wegen des hohen Kalkgehaltes des Bodens theÜs schon eingegangen, theüs absterbend. An die Stelle der niedergegangenen Siparia wurde Solonü angepflanzt und veredelt, dieselbe kommt bis jetzt sehr gut fort. Auf einer Fläche von 10 bis 12 ka stehen veredelte Solonis, die sehr gutes Wachsthum in feuchtem kalkhaltigem Boden zeigen. Der Regisseur halt auch Herhemont fui- eine passende Unterlage, und sind auch schon diesfällige 5jährige Veredlungen mit Älicmte Bmschet vorhanden; auch im Jahre 1888 ist neuerlich Merbemont auf einer Parcclle im Ausinaße von 4 ha veredelt worden. Eine 9jährige £er&emo«i-Anlage dient zur Schnittholzgewinnung; insgesammt nehmen die direct producirenden und veredelten Merbmonts eine Area von 6 ha ein. Nach Angabe des Regisseurs betragen die Anlagekosten für 1 ha mit veredelten Reben: Rigolen mit dem Pflug und Ochsengespann auf Vj m Tiefe .................... 200— 220 Frcs. Das Setzen von 4000 Unterlagen auf 1 ■ 60 w im Quadrat...........................60 , 4000 Wurzelreben, pro Mille 150 Frcs--------600 , Nach zwei Jahren die Veredlung von 1000 Reben 40 Frcs..................^^^_160 , Summe____1020—1040 Frcs. Der Stand der gesammten Anlage ist mit Ausnahme der niedergehenden Rij[jarias ein schöner, die älteren veredelten Reben sind mit Trauben gut behangen. Graf Maurice beeilt sich mit dem Schaffen von Nenanlagen nicht zu sehr; derselbe hat seinerzeit außer auf flerömorti auch sntJacquez, Clinton, York u. s. w. Veredlungen ausgeführt; die bestgelungenen mnd die auf H&rbemo^ gewesen, weswegen auch dieser In vielen Fällen als Unterlage verwendet wird. Graf d'Espous in Guilhermain (St Mareel) hat im Jahre 1881 von SO—90 kleinen Besitzern 260 ha eben gelegenen, lehmig-eisenhältigen Boden angekauft und ein großes Weingut errichtet. 175 ha sind bereits mit Reben bepflanzt, davon stehen 150 ha im Ertrag; mit Ausnahme von einem geschlossenen Hektar, welches mit Othäio bepflanzt ist, ist alles mit veredelten Amerikanern und Jmques besetzt. Die Pflanzung ist 3 hm lang und längs einer Allee gelegen; die Anlage ist zumeist derartig, dass nach je drei Reihen veredelter S,iparia eine Reihe Jacqtiez als Producteur direct folgt; die JocjiMse-Reben ragen, was Wachsthumsfreudigkeit betrifft, über alle übrigen Reben hervor. Von vielen Veredlungen kommen oft 1 — 2 meterlange Triebe aus der Unterlage zum Vorscheine, die bei der liegenden Gultur vorerst nicht bemerkt werden können und dann auch nicht entfernt werden. Die Veredlungen sind ein bis sechs Jahre alt, die älteren Veredlungen besitzen reichlich Trauben. Der Stand der Veredlungen ist, das jeweilige Alter derselben in Betracht gezogen, ein ungleichmäßiges. Eine Fläche von lOÄffistmit veredelten Solonis bepflanzt und gedeihen diese daselbst bislang sehr gut. An einer Stelle wachsen veredelte Rupestris gut, obwohl der Boden nur eine Tiefe von 30 cm und compacten, cor^lomeratischen Untergrund besitzen soll; an einer zweiten Stelle mit älmiicher Bodenbeschaffenheit sind deswegen auch Bupestiia angepflanzt worden, die im Jahre 1889 sur place veredelt werden. Auf diesem Gute befindet sich eine der schönsten und besteingerichteten Kellereien des Südens mit 250 Fässern, Eisenbahn im Eeller, schönen Pressen u. d. gl. Die Wirtschaftsgebäude sind vollständig neu und modern gebaut, sehr ausgedehnt und beherbergen viele Pferde, Ochsen mid Schafe. Herr Emile Torquebiau in Plauehude besitzt 60 äö Wehi-gärten; derselbe hat im Jahre 1875 mit dem Veredeln von Concord und Clinton begonnen und als man Taylor empfahl, auch diesen als Unterlage verwendet. Als Edelreben wurden Aramon und Alicante Bmschet benützt. Obwohl die Ctwcord-Veredlungen nicht schlecht stehen, d. h. von einem Niedergehen derselben noch nichts zu sehen ist, wiU der Genannte doch Concord als nicht resistent nicht weiter cultiviren und wendet sich der Hauptsache nach der Biparia, bXs, Unterlage zu. Er hat auch eine Jocg-i/^-Pflanzung, welche ebenfalls veredelt werden soll, da der Jacquez^'Wem nicht viel tauge. Der Boden ist geröllig mit Erde von röthlicher Farbe. Michel Negre in Mas de Ministre hat 95 A« Weinbesitz,wovon 45 ha von den übrigen 50 ha entfernt gelegen sind. Die Veredlungen sind ein bis -vier Jahre alt, die Unterlage besteht ans Jacguez und der Hauptsache nach ans ^'j^aWa; als Edelreben kamen^mtfww und AUcante Bou^chet in Verwendmig, Herr Riben in Pailletrice hat nach Angabe des mit der Lesearbeit beschäftigten Rebmannes Weingärten im Ausmaße von 80 Äot, von welchen 60 ha in Production stehen. Der vollkommen ebene, tiefe Diluvtalboden von röthlicher Färbung sei sehr kalkhaltig. Die älteste Anlage ist 7jährig und hat Biparia als Unterlage, welche 1880 gepflanzt und 1881 veredelt wurde. Von Sjährigen Veredlungen, auf ^jährige Unterlagen am Standorte aus-, geführt, verspricht sich der Regisseur 1888 eine Ernte von 100 H pro Hektai'. Eirgährige Veredlungen sind auf Riparia und Jacquez mit Alicanie Bouschet und Aramon am Standort ausgeführt. Mit direct tragenden Amerikanern sind 5 ha bepflanzt Wegen der kalkigen Beschaffenheit des Bodens wird der Regisseur auf Grund der an verschiedenen Orten gemachten Eifairungen in Zukunft Jacquez als Unterlage verwenden. Der Stand der veredelten Reben war allgemein ein schöner. Herr Jules Leenhardt in Verchant besitzt 65 M Weingäilen in einem, die Tiefgründigkeit wechselnden rothenBoden, der mitKiesel-gerölle gemischt ist und Kaikfelsen als Untergrund hat; 55 ha stehen bereits im Ertrage, 10 ha sind mit noch jüngeren Pflanzen besetzt. Bis auf 3 Äa, die mit Othello bepflanzt sind, ist das übrige Weinland mit veredelter Utparia, dann auch Jacquez-'Keh^n besetzt. Auf emer theils ebenen, theils schwach ansteigenden Fläche gehen die Veredlungen auf Miparia zugrunde, weil die Wurzeln in die ealcairen Schichten nicht einzudringen vermögen. Dort, wo Riparia zugrunde geht, wird Othello als Unterlage verwendet werden. Thatsächlich stehen auf der calcairen Flüche Othdlos^ die ein ganz gutes Wachsthum und schön grüne Blätter besitzen und ein Alter von 1 bis 6 Jahren haben sollen. Die Untersuchung einer im Niedergangsstadium befmdlichen Riparia zeigte eine gute Verwachsung mit dem Edelreise, Herr Leenhardt ist für die Schnittrebenveredlung in der Pepi-niere, da bei der Platzveredlung zu viele Lücken entstehen, besonders in ungünstigen Jahren. Die in der Rebschule eingelegten veredelten Schnitti-eben ergeben durchschnittlich nur 30—40 Procent gut verwachsene veredelte Wurzelreben. Als Edelreben auf 0#Äe??ö-Unterl^e vemendet der Genannte vielfältig Blaußränkisch, da dieser sich besser als der blaue Fortugieser eignet. Herr L eenhardt ist mit dem Producte von Jacguez unzufrieden und wird diese Sorte, sowie auch den bislang zur Traubengewinnung verwendeten Othello mit einheimischen Reben veredeln. ZurVillaLouisa desHermWestphal gehören 10A« Weingärten, deren Boden als ein mergeliger bezeichnet wird und von weißlicher bis röthlicher Färbung ist. Auf den Parcellen mit weißlicher Boden-farhe sind bereits im zweiten Jahre der Veredlung gestandene Taylor total eingegangen und sterben nunmelir auch Själirige Veredlungen auf Riparia und Jäequeg ab; auf einer Fläche von circa 1 ha mussten 4jährige Veredlungen von CHmant auf Eiparia wegen Nlchtgedeihens gerodet werden. Auf diesem Terrain will es Besitzer nunmehr mit Othello als Unterlage versuchen, nachdem einige, zwischen den absterbenden Veredlungen gepflanzte 1- und Sjährige Oihellos, obwohl verseucht, recht gutes Wachslhum zeigen. 4—5 jährige Veredlungen von Biparia mit Ohasselas, circa 1 '/j stehen gut, während auf einer angrenzenden Parcelle mit Äramon und Bouschet veredelte glwchalti-ige Riparias zum Theile schon die Merkmale des Absterbens an sich tragen. Auf diesen Parcellen gedeihendieremplacirtenJü(cjM£!S entschieden besser, als die veredelten Riparias-, Jmquez hat stellenweise durch Peronospora recht gelitten und die Hälfte der Trauben eingebüßt Herr Westphal erklärt, dass die Herstellung eines Weingartens mit veredelten Reben eine recht schwier^e Sache sei, selbst, im 5. Jahre der Anlage fehle noch Yg der- Stöcke. Erfahrungen über die Dauer der Veredlungen seien noch ausständig, man setze jedoch große Hoffhungen, welche insbesondere durch die reiche 1888er Ernte — man spreche von 6 Millionen Hektoliter im Departement Herault — genähil; werde, in dieselben. Sehr empfindlich würde der kleine Weinbauer getroffen werden, wenn den Veredlungen nur eine begrenzte Dauer, allenfalls nur 10 Jahi-e, beschieden wäre. Zur Ilcole nationale d'agriculture bei Montpellier gehört eine Fläche von 7 Äa, welche mit veredelten und nicht veredelten amerikanischen Reben bepflanzt ist Auf einer Tafel, circa i'^j^ka groß, wurde RipaHa in den Spalt gepfropft. Das Alter der Veredlungen ist ein ungleiches, die ersten derselben stammen aus dem Jahre 1882; die vorhandenen jüngsten Veredliuigen scheinen nicht am Standorte durchgeführt, sondern nach-gep0anzt worden zu sein. Die Stöcke sind voll mit Trauben behangen. Auf einer anderen Parcelle stehen Veredlungen auf Soloms, 1881 am Standorte durchgeführt; daneben befindliche Veredlungen von Aramon axvi Biparia aus dem Jahre 1879 stehen besser als jene-auf Solonis. Ferner sind auf einer Parcelle Bramow-Veredlungen auf Bifaria^ Solonis^ Yoi'k, Jcwquez^ Vialla und Taylor zu finden. Dec Stand dieser Veredlungen ist ein nicht ganz gleichmäßiger. Daselbst seinerzeit gestandene Veredlungen auf Clinton sind zugrunde gegangen. Othello wurde vor zwei Jahren auf "jährigen Jacquez veredelt, der Stand ist ein schlechter, Eine größere Anlage mit Jacqmz, aus dem Jabre 1877, hat einen guten Stand und sind manche Stöcke zum Brechen voll mit Trauben behangen. Auf dieser Parcelle sind vier Erziehungsarten zur Durchführung gebracht: en chaintre, Cordon, Lang- und Kurzschnitt. Mit jiraOTOtt veredelter Taylor aus dem Jahre 1879 hat schwachen Stand und wenig Trauben. Veredlungen ^xd Cunningham^ 1879 ausgepflanzt, sehen schwächlich aus. Der Rebsorte HeriAmont sagt der Boden, weicher hier von lichterer Fai'be als an den übrigen Stellen der Anlage und sehr bündig ist, nicht zu; sie hat schwaches Wachsthum ,und wenig Trauben und liegt an einer Stelle ganz darnieder. Versuchsweise hat man bei einigen Stöcken derselben rothe Erde und Steine untergebracht und das Wachsthum ist ein besseres geworden. Der das Geleite gebende Culturchef der Lehranstalt sagte Folgendes: Er habe keinen auffallenden Unterschied betreffs der Verwachsung zwischen den verschiedenen Unterlagen und Edelreisern machen können, doch sei der Biparia als Unterlage der Vorzug zu geben. Der Pi'ocentsatz der Verwachsung bei den Standorts-Veredlungen sei je nach den Jahren ungleich und hänge von klimatischen Einflüssen ab. Für die Verhältnisse im Departement H^rault genüge es, wenn die Veredlungen nur zehn Jahre dauern, vorausgesetzt, dass die Pflanzung im dritten-Jahre eine halbe und später durch sechs Jahre volle Ernten, d. h, lOOÄ^ pro Hektar (ä 20 Frcs. == 2000 Frcs.), gibt. Die Anlagekosten beziffert derselbe mit 3000 Frcs. per \ha, wenn man sich die Reben selbst zieht und selbst veredelt. Im Herault sei Äyjffnet noch immer die bevorzugte Unterlage; dem mehr oder weniger hohen Grade der Phylloxerirung der Reben Bericht Qber eitie Heise. 4 werde keine, umsomehr Aufmerksamkeit aber den Pilzkrankheiten, wie Peronospora etc. zugewendet. Die im ausgedehnten Garten der Lehranstalt befindliche Collection von amerikanischen Reben ist eine sehr reichhaltige, auch Cinetm^ Berlandieri^ CordifoUa und 1888 ausgepflanzte Kreuzungen von Berlandieri mit Ghassdas sind vorhanden. Der Stand dieser Collection ist ein ungleichmäßiger und stellenweise schlechter; viele Reben, darunter auch Äjoana-Varietäten sind chlorotisch, andere wieder, so Mparia Pm-ier, Solonis und Eupestris^ Varietäten liiit Gallen total bedeckt, eine Äj^ana-Varietät hat durch Gallen ihr Laub vollständig verloren. An einer anderen Stelle sind Tafeln für die Rebsorten der verschiedenen weinbautreibenden Länder vorhanden. Manche Tafeln, so z. B. die für Österreich-Üngam bestimmten, sind nahezu leer, andei'e vrieder zu Yj,, Vio—V«o Fläche bepflanzt Am vollständigsten sind zwei Tafeln für französische Sorten bepflanzt, deren Wachsthumszustand auch ein guter ist. Sämmtlicbe auf den vorerwähnten Tafeln stehenden Reben sollen auf Biparia veredelt sein. Eine kleine muldenförmige Parcelle mit französischen Reben, welche der Sorte Espar angehören, lOjäbrig und entsprechend mit Trauben behangen sind, wird durch Zuleitung der Tagwässer submei^i-t. Die Parcelle wird in jedem Jahre mit künstlichem Dünger gedüngt Mas La-Sorres, Das Versuchsfeld dieses Namens wurde 1871 von der ReblausCommission für das Departement Herault — das zweite Versuchsfeld dieser Commission liegt in Aiguelongue — auf einem Grundstücke eines Kleinbesitzers errichtet Dasselbe umfasst 2 ha, ist vollkommen eben gelegen und hat einen tiefgründigen Boden mittlerer Bündigkeit, der alljährlich eine halbe Düngung, d. L 35 m^ Stalldünger pro Hektar erhält. Die Versuchsstellungen erstrecken sich auf die Erprobung von Mitteln — man sagt, dass über 100 versucht wurden — zur Vernichtung der Reblaus, dann auf die Durchführung der sogenannten culturellen Verfahrungsweisen und auf die Cultur empfohlener amerikanischer Rebsorlen, die 1876 begonnen worden ist In erstgedachten Richtungen wurden in constanter Weise die Culturalverfahren mitjSchwefelkalium, gemischt mit grüner Seife, femer mit Kaliumsulphocarbonat bei einem Theile der alten und bei, in den Jahren 1877 und 1878 neu ausgepflanzten einheimischen Reben, ferner auch bei je einem Theile der Stöcke von solchen amerilianischen Reben angewendet, die den Angriffen der Reblaus zu unterliegen drohten. Erst neuesteus ist an Stelle der vorgenannten Insecticide der "Schwefelkohlenstoff getreten und ist man, wie der Rebmaun sagt, mit dem Erfolge zufrieden. Über den Stand der amerikanischen und einheimischen Reben bei der Besichtigung der Pflanzstätte wird Folgendes bemerkt: Lemir besitzt schönes Wachsthum {der Wein hievon soll den von Jacquez an Güte öberr^en), Cunningham steht schön (der Wein soll nicht fuchsii-t sein), Black Ji4y hat entsprechenden Wuchs, wird hier als resistent bezeichnet (die Traube soll sehr söß und ohne Fuchsgeschmack sein), HerhemorU, an mehreren Stellen des Versuchsfeldes angepflanzt, sieht gleicbmlßig unschön aus, soll nur in gerölligem Boden gedeihen, Concord geht zugrmide, Ittiländer bleibt im Wachsthum zurück, Marion stirbt vollständig ab (die Traube soll sehr fuchsul: sein), Elvira soll besseres Aussehen als in den vorhergegangenen Jahren besitzen, ist jedoch nicht wachsthumsfreudig, Croton ist bis auf drei Stöcke abgestorben, Wilder geht ganz ein, Ägaioam und Salem sind nicht resistent, Älvey steht sehr schön, York Madeira, Solonis^ Cornucopia, Auhichon und Biparta tomenteux zeigen minder gutes Wachsthum,r Biparia des PaUUres hat voitreffliches Wachsthum, besitzt jedoch theilweise gelb gefärbtes Laub- Die vorgenannten Rebsorten besitzen ein Alter von 7 Jahren. Jacqttez zeigt entsprechendes Wachsthum, ein 12jähriger Stock dieser Sorte besitzt Trauben ä gros grains, Othello, 6jährig, steht ungleich und ist sehr verseucht, Clinton kränkelt, Delaware^ CyntUana, ISorton's Virginia, ) sind im Niedergange. Triumph, Sjährig, Secretary und Senasgua Bei gleichem Alter besitzt York Madeira veredelt ein besseres AVachsthum, als unveredelt; dasselbe ist auch bei Eumdan, welche Sorte übrigens nicht resistent ist, Elvira und Clinton der Fall. 4jährige Veredlungen auf Clinton- Vialla^ am Standorte ausgefühi't und in eisenhaltigem Boden stehend, zeigen eine sehr gute Entwicklung. 4:f= Sehr schön stehen Veredlungen von verschiedenen einheimischeg Sorten auf Jacqitez, Alve^, Ounmn^ham^ July, JföoÄ*), Taylor und Biparia. Veredlungen auf Concord und Buländer und erst 2jährige Veredlungen auf Senctsqua gehen ein. Drei Jalire alte Veredlungen von AUcmte-Bouscket auf Solonü scheinen sich gut halten zu wollen, Veredlungen von Franklin auf Solonis bleiben im Wachsthmne etwas zurück. Von den gebräuchlichsten Unterlagen, wie: Eiparia, Vmlh, Solonis, Jacquez und Yorh Madeira^ zeigt nach der Veredlung Biparia den schönsten und gleichmäßigsten, York Madeira den mindesten Stand. Auf einem besonderen Quartiere sind die verschiedensten amerikanischen Reben in einer Anzalil von je 65 Stöcken vorhanden, von denen nur je 20 Stöcke veredelt wurden; als Edelreben dienten Alieante-Bousdidy Cartgnm, ColowbeaUy Aramon u. d. gl. Der Stand ist ein ungleicher und lückenhafter. Im Jahre 18S8 ausgeführte Veredlungen von Herlemont d'Aurdh Nr, 1 auf Bupestris scheinen recht gut gelungen zu sein, 2jährige Veredlungen von Jacques d'Aurelle auf Bupestris zeigen keine gute Entwicklung. Die im Versuchsfelde insgesammt vorhandenen veredelten Reben nehmen einen Flächenraum von etwa 1 ha ein, Im Frühjahre 1888 wurden die Varietäten Jacqueis Bois plat, Jacquez ä gros grains und iSi, Saui;eur ausgepflanzt; an dieselben reihen sich Kreuzungen von Bupestrzs und Taylor. Von 11 ausgepflanzten ^erZawdien-Reben sind nur 4 Stück angewachsen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, werden auch amerikanische Reben theilweise mit Gs^ behandelt. Herbemont geht trotzdem ein, steht besser behandelt, als nicht behandelt, dasselbe ist auch bei Eumelan der Fall. Bei Jacquez ist kein auffallender Unterschied zwischen behandelten und nicht behandelten Stöcken, sowohl im Wachsthume als im Erträgnisse, zu bemerken. Von Taylor haben die behandelten Stöcke ein Drittel mehr Trauben als die nicht behandelten ergeben. Concord, Biir^ord-proliflc, Eumelan, Diana, Catawba, Ives S^ed^ ling, Ägawam, Wilder, Salem u, s. w. können nur vermittelst der Insecticide erhalten werden. Auf einer kleinen Parcelle ist die einheimische Sorte Terret bourret ausgepflanzt, welche trotz der Behandlung mit Gs^ zugrunde I) Neben Noah gestandene C?«!io?!-Vevedlungen sollen eingegangen sein. geht; es heißt diese Rebsorle sei an und füi* sieh allen Krankheiten ausgesetzt. Die gleichfalls behandelte französische Rebsorte Colombectu, im siebenten Laube, zeigt einen sehr guten Stand. An einer Stelle finden sich 30jährige "Rm^ero-Stöcke, welche seit sieben Jahren behandelt werden und die viele Trauben besitzen. . Der Stand noch weiterei* französischer Rebsorten au den verschiedenen Orten des Versuchsfeldes ist im allgemeinen ein nicht gleichmäßiger, aber auch nicht ungünstiger; recht gutes Wachsthum besitzt Mmcat de Hambourg. Mitten zwischen Amerikanern findet sich an einer Stelle von geringer Ausdehnung die Rebsorte Colombeau, die nicht behandelt wird und doch gut steht; die daneben angepflanzten Rebsorten Carigmn und Alicmte-Boiiseket, die gleichfalls nicht behandelt werden, sind im Absterben begriffen. Der Rebmann erklärt, er würde als Unterlage nur Biparia Gloire de Montpellier oder Biparia des PaiMres wählen. Wenn die Veredlungen ein Jahr lang ausgepflanzt sind und nicht gedeihen wollen, dann solle man sie sofort aus dem Boden nehmen, weil sie eben nicht gelungen, das heißt nicht gut verwachsen seien. Die Veredlung am Standorte sei für dortigen Boden und Klima das Beste, die Fehlstellen könne man mit mittlerweile in der Rebschule herangezogenen Veredlungen ausfüllen. Die Veredlung von Wurzelreben sei jener von Schnittreben vorzuziehen; Schnittreben solle man nur dann veredeln, wenn man selbe, wie etwa Richter in seiner Rebschule, ordentlich begießen körme. Bemerkt sei noch, dass sich neben dem Versuchsfelde ein Weingarten mit altem französischem Satze befindet, der mit Gs^ behandelt %vird; der Besitzer dieses Weingartens ist mit dem Erfolge zufrieden. Das Versuchsfeld zu Aiguelongue bildet einen Bestandtheü ^es,einem Herrn Boissezon gehörigen, 11 ha großen Besitzes „BeUevue*. Dasselbe hat eine Ausdehnung von 1 ha und liegt in sanft ansteigendem — hier schon als Hügelland (coteau) gekennzeichnetem — Terrain, mit lehmigem Boden und gerölligem Untergrunde. Das Versuchsfeld ist ein im Jahre 1877 durch die Reblaus zerstörter Weingarten. Nach vorausgegangener Lockerung des Bodens mittelst des Pfluges auf circa 35 cm Tiefe wurden 1883 die Reben olme Düngerbeigabe ausgepflanzt. Diese erfolgte erst zu späterer Zeit. Von amerikanisclxen Reben, theils veredelt, theils unveredelt, sind vorhanden: Jacqtteg, 4 Reihen, abwechselnd je eine veredelt und nicht veredelt. Jac(iu€z-Lenoirj 4 Reihen; mit diesen beiden Varietäten ist man-bisher sehr zufrieden. Cunningham, 1 Reihe, das Terrain sagt ihr nicht zu, der Boden soll ein wenig mergelig sein. Herhem>nt steht nicht gut, wird mit Eisenvitriol gegen Gelbsucht behandelt und zwar mit 100^ per Stock. Concord ist durch die Reblaus daselbst schon das zweitemal zugrunde gegangfen. Man hat an Stelle Concords im Jahre 1888 St. Sauvmr^ Eerhmiont d'Aurelle und Jacquez ä gros graim plaeirt; diese Sorten haben nicht gut gegriffen, so sind von 21 ausgepflanzten St. Saj/fewr-Reben niu: 10 angewachsen. Black July hat kein Wachsthum, die Veredlung auf dieselbe steht viel besser als die nicht veredelte Rebe, 'steht schön. Die vorangeführten Veredlungen wurden sämmtlich 1884 am Standorte ausgeführt. Canada, 10 Stöcke, ist entschieden im Rückgänge begriffen. Auiuchon, 10 Stöcke, und Elvira, 11 Stöcke, steht schwach. Black Eagle, 10 Stöcke, steht schlecht. Noah, 11 Stöcke, steht ungleich, einige Stöcke sehen besser^ andere wieder minder aus. Barrtf, 10 Stöcke,> ^izXr"^' " ( Spuren von Vegetation. Salem, 5 „ ) Massasoit, 5 Stöcke, steht sehr schwach. Conqueror, 6 , steht sehr schwach. Tokakon, 5 „ ist abgestorben, Neosho, 5 „ steht besser, Brandt, 5 „ steht ungleichmäßig, einige Stöcke sehen besser, andere schlecht aus. Arminia, 6 Stöcke, ist sehr schwach. Pedroni, 9 , steht gut. Planchon, 10 , steht entschieden schlecht. Eumelan, 7 „ ist im Niedergehen. Blue Dyer, 9 „ steht ungleichmäßig. Bim Favorite, 6 „ ist theils schon todt, theils absterbend. Alvey, 10 , sieht mittelmäßig gut aus. Agawam, 7 Stöcke theib absterbend, theils schon abgestorben. Goethe^ 5 Stöcke absterbend. Lindley, 7 „ ungleich schwach. Isahella, 7 » absterbend. T> I t " i schwach und absterbend. Black Fearl 4 „ ) Eine Veredlung auf Black Fearl steht merkwürdig schön. Humholdt, 6 Stöcke, sind bereits abgestorben. Bmtz^ 5 , nahezu eingegangen, Riparia Ferrit, 17 Stöcke, mit Aramon und Cangnan veredelt, steht sehr schön. Hiparia PernV, 1 Stock, nicht veredelt, steht schwächer. Rijoaria fahre, 38 Stöcke, sämmtlich veredelt, stehen an einer Stelle besser, an einer anderen haben sie schwaches Wachsthum. Biparia rouge, 20 Stöcke, unveredelt, stehen schön. Riparia rouge, 170 Stöcke, veredelt, stehen theils gut, theils sehr ungleich, Edelreben sind Aramon und Carignan. Ri;paria tommtmx, 20 Stöcke unveredelt, 5 Reihens 170 Stöcke veredelt mit Aramon, Cariynan, Ckdrette, AUcantc, Espar, Mourrastel, Cinsant, Chasselas, Ajspirant, Terrd noir^ Olwelte Manche und Muscat Hambourg stehen schön bis schwächer. . , .77, ( ^ Stöcke unveredelt, mparia aesFaiU^es, , ,, ^ (68 „ veredelt, stehen sehr schön. T>. . T> 7T1., 2 Stöcke unveredelt, RtpamaFaulEsme, ^^ veredelt besitzt gutes Wachsthum. . , . TT j ( 4 Stöcke unveredelt. Ripanagmre de Montjaelher, Lg veredelt stehen gut. (10 Stöcke unveredelt, YorkMaaetra, J (170 , veredelt, stehen gleichmäßig gut. ^^^^ , ( 2 Stöcke miveredelt. ' (34 „ veredelt mit Bousehet, gehen an einer Stelle nieder, haben stark durch Peronospora gehtten. 4 Stöcke unveredelt. Clmton-Vialla,\„^ , ,, (68 , veredelt, stehen ungleich, theils gut, theils schwach. 4 Stöcke unveredelt, FranUinA^^ , ,, (68 , veredelt, schwaches Wachsthum, stellenweise niedei^ehend. „ , i 4 Stöcke Unveredelt, ^-^^^""'IgS , veredelt, nur theilweise gut, sonst schwach und niedergehend. 2 Stöcke unveredelt, ClintonA^. , ,, (34 „ veredelt, stehen ur^leich schwach bis schlecht. Marion, niedergehend, chlorotisch. . (1 Stock unveredelt, Stöcke veredelt, T.. . I T ( 1 Stock unveredelt, Stöcke veredelt. Die beiden vorgenannten Ä^^aria-Varietäten sind vor drei Jahren an Stelle von Berlandteri, welche nicht gegriffen hatten, gepflanzt worden; sie besitzen schwaches Wachsthum. , (1 Stock unveredelt, Stöcke veredelt, '' stehen sehi- schlecht. , . , M 1 Stock unveredelt, Stöcke veredelt, stehen besser. . , T> .,„ 1 1 Stock unveredelt, Ktpana des irmllh'es , j i. ^ (16 Stocke veredelt, stehen gut. 1 Stock unveredelt, 18 Stöcke veredelt, schwach und ungleich. n T Stöcke unveredelt, Cordzfoha,\^^ , veredelt, stehen ungleich, sehr schön bis schwach, einige Veredlungen sind abgestorben, ^ (1 Stock unveredelt, Mmtang,)^^^ Stöcke veredelt, ungleich, gut bis schwach. Biparia tomenteux, in gleicher Anzahl, gut. „7 jy, . ( 2 Stöcke, unveredelt, Eyhndes Gham;ptn' Cinerea, 134 , veredelt stehen gut, an einer Stelle schwach, einige Stöcke fehlen. 2 Stöcke unveredelt, ^34 „ veredelt, gut bis minder gut. „ , . j m T ( 2 Stöcke unreredelt, Bupeetns parte Taylor ^ ^^^^^^^^^ stehen gut, _ , . , II ( 1 Stock unveredelt, Bur>e.tr^ femelle j^g ^^^^^^^^ stehen mittelmäßig, Ti j . , m T ( 1 Stock unveredelt, Ru^edn. porte Taylor ^^^^^^^^^ stehen rmgleich. TT ( 1 Stock unveredelt, Stöcke veredelt, ungleich bis schwach. T> i • ^ J7 ( 2 Stöcke unveredelt, schwach bis ganz ungleich. „ j . , . (1 Stock unveredelt, Kupestns bms rouqe , / (18 Stöcke veredelt, verhältnismäßig gut. 1 Stock unveredelt, Bupestris ana-Veredlungen im 5. und Laube stehen nicht ganz gleichmäßig, "viele Triebe aus den Unterlagen sind sichtbar. Eine Parcelle mit Ä;pc(r«rt-Veredlungen im 3. Laube steht nicht schön, besitzt viele Fehlstellen aus dem ersten Jahre der Veredlung imd Plätze, auf vrelchen die Reben entschieden niedergehen. Biparia wird allmälig nachgepflanzt und veredelt, auch an solchen Stellen, wo mehrjährige Veredlungen eingehen, daher die Reben ein unterschiedliches Alter haben. Die 3jährigen Veredlungen bedecken eine Fläche von 1 ha-, der Boden daselbst ist trocken und erinnert an Obensiebenbrunn, wo stellenweise ebenfalls die Riparia als solche schlechter steht. Eine Anlage mit 8jährigen ÄjjjarMK-Veredlungen steht besser als die mit 3jährigen, fast bei jedem Stocke findet man daselbst Unterlagstriebe, auch Fehlstellen und Stellen mit schlecht aussehenden Stöcken. Der Boden dieser Anlage ist ein mehr lehmiger Sand. Der Regisseur sagt, dass man sich um den Stand der Verseuchung nicht kümmere, und bemerkt bezüglich der Dauer der Veredlungen, dass von den 3000 im Anlagejahre ausgesetzten veredelten Reben nach 10 Jahren vielleicht noch 160 bis 170 vorhanden sind, ha der Umgebung finde man bei vielen Kleinbesitzern noch gut erhaltene französische Rebanlagen, die sämmtlich nicht behandelt werden. Professor F. Viala äußert sich allgemein dahin, dass es unter den gegebenen Verhältnissen noch immer geboten erscheine, die vor-handenenWeinpflanzungen mit den zur Verfügung stehendenMitteln zu vertheidigen, schon im Hinblicke darauf, dass alte Pflanzungen immer mehr wert seien als junge. Stehe man aber vor der Fra^e der Neuanlage, das heißt, ob dieselbe mit Vinifera-'&.eYim unter gleichzeitiger Anwendung von Insecticiden oder aber mit ameiikanischen Reben auszufuhren sei, dann möge man diese versuchen. Bei der Gultur der amerikanischen Reben kommen nur die Mehrauslagen für die Veredlung in Betracht, während das Cultm-alver-fahren einen Mehraufwand inclusive der erhöhten Düngerzufiihr von jährhch 200 Pres, erfordere. Bei Bijaaria, Bupestris und Taylor sei die Widerstandsfähigkeit gegen die Reblaus außer Zweifel und handle es sich bei diesen Reben nur noch um die Anpassung an den Boden. Es gebe noch keine allgemeinen Regeln für die Verwendung der amerikanischen Reben; unaufgeklärt sei es, dass einzelne derselben in diesen und jenen Böden fortkommen, andere daselbst wieder nicht. Die für die einzelnen Böden passendsten Unterlagen herauszufinden sei einzig und allein Sache des Versuches. An der Dauer der Veredlung sei nicht zu zweifeln. AuehinAmerikahabe er die Verkrüpplung (rabougrissement) der Reben beobachtet, ohne dass an denselben die Reblaus zu constatiren war. Für jene Bodenai'ten, in welchen sich die bisher eultivirten Reben nicht bewährten, sei zu hoffen, dass mit Berlandieri, CordifoUa und Cinerea bessere Ergebnisse erzielt werden. Diese Reben sollten zum Zwecke der leichteren Vermehrung zunächst selbst als Pfropfrehen behandelt werden. Gegenüber der Bemerkung, dass in den Anlagen mit veredelten Reben stets viel Lücken zu finden seien, meinte Viala, dass dies doch nicht überall der Fall sei und macht speciell auf die Anlagen seines Vaters in Laverune aufinerksam. Gegen die Peronospora habe sich die bomlle bordekise bewährt; bei starkem Auftreten des Pilzes, wie zum Beispiel im Jahre 1887, sei eine viennalige Behandlung nothwendig gewesen, wofCir der Aufwand sich mit 50 Frcs. per Hektar berechnete. Herr Viala in Laverune besitzt in ebener Lage bei 5 fta geschlossene Weingärten, welche sich einer besonders guten pfleglichen Behandlung erfreuen. Auf einer Fläche von steht mit Aramon veredelte BipaHa, im dritten Jahre der Elrate. Die Pflanzung wurde in als gut bezeichnetem Boden (Diluvium sabloneux) gemacht tmd ist nunmehr öjähr^; die Stockentfemung beträgt l'5m im Quadrate. Im Jahre 1886 sind von dieser Pflanzung 80 und in den Jahren 1887 und 1888 je Weii; pro Hektar gewonnen worden. Im Jahre 1887 wurden für 100% Arciwo/i-Maisehe 16 Frcs., für 1 kl Aramon-W^in 25 Pres, erzielt. Auf einer gleichfalls Y^ ha unifassenden Parcelle liefern die daselbst befmdlichen, drei Jahre alten veredelten Biparias 1888 das erste Erträgnis. Die auf diesen beiden Parcellen gestandenen einheimischen Rehen sind 1876 zerstört gewesen und wurde diese Area in der Zeit von der Rodung an bis zur Wiederbepflanzung mit Getreide und Luzerne bebaut. Der Stand der Veredlungen in beiden Pflanzungen ist ein sehr guter; zwischengepflanzte Jocg'ttßs-Stöcke sind daselbst gar Bericht aber eine Reise. 5 nicht und Fehlstellen nur sehr wenige bemerkbar. Die beiden Anlagen wurden 1888 4inal mit eau celeste gegen Mildew behandelt; die mahge Behandlung eines Hektars kommt auf 10—12 Frcs. zu stehen. Auf einer anderen Parcelle im Ausmaße von 0-4 ha wurde vor 6 Jahren Bijparia ausgepflanzt und vor 4 Jahren veredelt; die Veredlungen lieferten 1888 die dritte Ernte und zwar vnirden von 1200 Stöcken (Pflanzweite derselben 1-6 m im Quadrate) 29 W Wein geemtet. Die Fehlstellen sind mit Jacques und auch mit Bupestfis, die bereits veredelt worden ist, bepflanzt. Die daselbst sich vorfindenden chlorotischen Stöcke (Miparia als Unterlage) sollen im nächsten Jahre entfernt und durch Bwj^esins ersetzt werden, da der Boden trocken und mager ist Eine Parcelle von ha ist mit veredeltem Ta^^or bestockt; die Unterlage wurde vor 14 Jahren ausgepflanzt und vor 12 Jahren mit Chasselas, Cangnan und Aramon veredelt. Der Stand der Veredlungen ist im allgemeinen ein guter, die C7iasse/as-Veredlungen haben jedoch minderes Wachsthum als die übrigen und gehen hie und da nieder. Als Ursache hieför wurde schlechte Verwachsung angegeben und that-sächlich eine solche auch diirch die Untersuchung constatirt. An Stelle niedergegangener Stöcke ist bereits vor 3 Jahren Bi^aria ausgepflanzt und vor 2 Jahren veredelt worden. Die auf dieser Parcelle sich vorfindenden JacquezSiiitk.% zeigen eine gleichmäßig schöne Entwicklung, die wenigsten derselben sind auf dem CAffsse/as-Theile zu finden. Von dieser Parcelle sind 1888 52 hl pro Hektar geemtet worden. Auch Othello ist angepflanzt, jedoch nur zum Zwecke des Holz-•verkaufes; als Traubenträger sei Othello nichts wert. Im Jahre 1887/88 haben 1000 Stück Im lange OfAe^^o-Schnittreben anßinglich 80, später 150 Frcs, gekostet; Viala hat 100 OiAe^/o-Schnittreben zu 1 Frc. pro Stück an einen Händler verkauft. Eiue Fläche von 0'6 ha ist mit nunmehr 7jährigem Jaequess bepflanzt. Mit dem Vejedeln eines Theiles der JacjMe^-Stöcke wurde vor 4 Jahren b^onnen, ein weiterer Theil derselben 1888 veredelt und der restliche Theil soll im nächsten Jahre gepfropft werden, da der Verkauf von Jacquez-Y{o\L aufgehört habe ein lohnender zu sein. Im Jahre 1887/88 wurden 1000 Stück Im lange JčrcjMe^-Schnittreben mit 18 Frcs. verkauft. Als Edelrehen werden Aramon und Bomchet verwendet; das Veredeln geschieht mittelst des Spaltpfropfens und Einsetzens zweier Reiser. Die Veredlung von älterem Jacques soU recht gut gelingen. Die unveredelten Jacguez-Siöcke sind gleichmäßig schön entwickelt. Die veredelten besitzen einen gulenStand; Fehlstellen sind auf dieser Parcelle sehr wenige vorhanden, Herr Viala bemerkte im Zuge der Besichtigung seiner Anlagert noch Folgendes: Man sei mit der Rodung der K FŽtt^a-Reben zu eilig Toi^egangen; dieselben hätten sichere uud höhere Erträge, als die veredelten Amerikaner geliefert, wenn sie auch erst in einem späteren Jahre als diese in vollem' Ertrag treten. Er halte die Standortsveredlung für besser als das Auspflanzen von schon veredelten Reben; in den Jahren 1887 und 1888 habe er 907(, Anwuchs erzielt, JJ?j>oWo und Jocgwfö seiendemTa^^o)- als Unterlage vorzuziehen. Die veredelte Biparia trage mehr als der veredelte Jaequez^ voraiis-gesetzt, dass sie sich in einem ihr zusagenden Boden befindet; auch erfolge die Traubenreife auf Eiparia früher als auf Jacqiiez^ hingegen mache dieser weniger Ansprüche an den Boden als jene. Die Anlagekosten pro Hektar betragen nach ViaJa: LockerndesBodensmitderHandauf eine Tiefe von35—4fOm . SöOFrcs, Ankauf von 4200 Reben pro 1000 20 Frcs........84 , Veredeln derselben.................140 „ 574 Frcs. Derselbe beziffei-t den jährlichen Abgang an veredehen Reben durch schlechte Verwachsui]®, Bruch u. d. gl. mit lOy^. Neben der 6jährigen iÜ^^am-Pflanzung Viala's befindet sich eine 0*4 ha große, eiaem anderen Eigenthümer gehörige Parcelle, auf welcher der veredelte Clinton, der ühr^ens auch nicht in der erforderlichen Weise gepflegt worden sein soll, nahezu vollständig abgestorben ist. An die Viala'sche Jacquez-^StSCQ^e grenzt eine einem zweiten Weingartenbesitzer eigenthömliche, circa y^ ha umfassende, 7 Jahre alte Pflanzung mit veredeltem Taylor und veredelter Mparia', die Veredlungen auf Biparia haben durchwegs ein besseres Wachsthum als jene auf Taylor', letztere haben vielfach gelb gefärbtes Laub und gehen stellenweise ein. Herr Etienne Courty zu St. Georges d'Orgues. Infolge besonderer Umstände konnten die Wemgärten desselben nur flöchtig besichtigt werden. Die auf einer größeren zusammenhängenden Fläche mit gutem Boden von röthlicher Färbung befindlichen 1-, 2- und 3jährigen Biparia-Veredlutigen zeigten zwar keinen gleichmäßigen, aber auch keinen ungünstigen Stand. Es sind daselbst hur wenig Fehlstellen oder nachgepflanzte Jacquez vorhanden; Herr Courty erklärt, dass von den Standortsveredlungen 90—95Vo gegriffen haben. Ein Wachsthumsunterschied bei den ungleichaltigen Vei-edlungen tritt nicht hervor. An einer Stelle, circa Va ha groß, deren Boden als ,kalkhaltig" bezeichnet wird, gehen mit Ammon veredelte Riparias zugrunde, ebenso daneben stehende 10jährige Yeredelte Clintons in einer Ausdehnung von 1 Äff. 15jährige, mit Aramon veredelte Clintons i%ha) und 8jährige veredelte Bi^parias, in gleicher L^e und Boden stehend, haben gutes Wachsthum und sehr viele Trauben; gleicii gute Entwicklung haben 8jährige veredelte Taylors. Die Beschaffenheit des Bodens in diesen Parcellen wird als eine gute bezeichnet. Als direct producirende AmerikaneE sind Jacqmz, St. Sauveur und Othello, 4jährig, angepflanzt. Auf einer kleinen Parcelle finden sieh noch alte französische Reben vor, welche einen befriedigenden Wachs Lhumszustand und entsprechend Trauben besitzen. HeiT Dr. Despetis in Yeuzes bei Meze. Auf den mit amerikanischen Reben besetzten Flächen des 50 Jta umfassenden Besitzes ist der Stand der Pflanzen durchwegs kein günstiger, indem sie ungleich entwickelt sind und an Chlorosis leiden. Als Ursache wiiti die mergelige Beschaffenheit des Bodens bezeichnet. Insbesondere ist es die Biparia, welche kein Gedeihen zeigt. Auf einer größeren Parcelle, die im Jahre 1888 ein Erträgnis von 65 hl pro Hektar lieferte, sterben die Veredlungen, vor 6 Jahren auf Sjährlgen Unterlagen am Platze hergestellt, stellenweise ab. Auf einer zweiten ebenfalls ausgedehnteren Parcelle, sind die veredelten Biparias bis auf wenige chlorotische Stöcke vollständig eingegangen. Für alle jene Böden (terrains marneux-calcaires), in welchen die Siparia nicht vorkommt, glaubt nun Dr. Despetis eine ausdauernde Rebe in dem von ihm benannten Taylor Narbottm gefunden zu haben. Diese auf der zweiten der vorgenannten Parcellen stehende Taylor-R^he besitzt ein kräfidges Wachsthum und normal grünes Laub. Von direct producirenden Sorten hebt Despetis Herhemont (TÄurelle, welcher entschieden resistent sei und Gynthima, die einen guten Wein gebe, hervor. Eine 3 ha umfassende Carigmotw^Anlage in sandigerem Boden besitzt einen recht guten Stand; dieselbe wird mit Schwefelkohlenstoff und zwar mit 180% pro Hektar behandelt. Das Einbringen dieses Insecticids erfolgt mittelst des Pfluges und belaufen sich die Kosten auf 80 Frcs. pro Hektar. Die sonstigen Culturartieiten verursachen bei einem T^lohne Yon 2 und 1 Pre. für den Mann, respective die Frau, eine jährliche Auslage von 300 Frcs. pro Hektar. Diese Pflanzung wird in jedem dritten Jahre mit 25 bis 30 Tonnen animalischem Dünger pro Hektar gedüngt und beträgt der diesfällige Aufwand bei einem Preise von 10 Frcs. pro Tonne und bei einem Stande von 4200 Reben, 320 Frcs. Von derselben Pflanzung wurden ; 1S83........ntlil 1884 ........ 84 , 1885 ........ 62 , 1) 1886 ........ 154 „ 1887 ........ 217 , und 1888 . .......240 „ geemtet; ein höheres Erti'ägnis wie das des letztbezeichneten Jahres wurde auch vor der Reblaus-Invasion nicht erreicht, Herr Bouscarren in Terral hat 100 Aa mit veredelten und unveredelten amerikanischen Reben bepflanzt. Concord und Clinton sind schon abgestorben und die veredelte Riparia geht horstweise ein; an Stelle dieser ist bereits vielfach gleichfalls zur Veredlung bestimmte Bupestris angepflanzt worden. Auf einigen Parcellen, auf welchen Riparia mit Älimnte Bouschet^ und Taylor mit Äramon veredelt, sich befinden, werden die allmälig entstehenden Lücken mit Jacq^uez ausgefüllt. Jaequez, von welchem ausgedehntere und verschied onaltrige Pflanzungen bestehen, wird sowohl als Unterlage wie als Traubenträger sfehr geschätzt. Im Jahre 1885 auf einer Fläche von ausgepflanzter und seither veredelter Jaequez ist sehr gut entwickelt. Eine Pflanzung mit unveredeltem Jaequez aus dem Jahre 1877 besitzt einen gleichmäßig guten Stand. Jaequez wird in guten Böden veredelt, in schlechten hingegen unveredelt belassen. St, Sauveur wurde der rascheren Holzproduction wegen auf 4000 J(icä'i(e2-Stöcke gepfropft. Herr Bouscarren bemerkte, dass er seine 1888er Fochsung noch um 20 Frcs. pro Hektoliter verkauft habe, dass aber nunmehr Wein schon um 11 Pres, pro Hektoliter zu erhalten ist. Bei einem Preise von unter 20—22 Frcs, pro Hektoliter sei der Weinbauhetrieb kein 1) Wurde in diesem Jahre gedüngt, halte aber durch HagelstWag geliUen. lohnender mehr. Die Anlagekosten pro Hektar werden mit 2000 Pres, beziffert. In der Gemeinde Beauvoisin, etwa zwei Stunden von Lunel entfernt, sind nach Angabe des-Maire's noch 60—70 ha mit altem Rebsatze vorhanden. Diese allen Weingärten, welche nur zum Theile mit Schwefelkohlenstoff behandelt werden, machen wegen ihres gleichmäßig guten Standes einen sehr erfreulichen "Eindruck; insbesondere zeigte eine, einem Herrn Bernard gfehörige, mehrere Hektai- umfassende Anlage, obwohl sie dem Culturalverfahren nicht unterliegt, ein Wachsthum, wie es besser an keinem anderen Orte gefunden worden ist. Die Widerstandsfähigkeit der hier stehenden Reben wird auf die sandige Beschaffenheit des Bodens zurüekgefuhrf. Die Behandlung eines Hektar mit Schwefelkohlenstoff kommt auf 150 Frcs. zu stehen. Die Unterbringung des Insecticids mittelst des Pfluges anstatt des Gastin'schen Pfahles, komme deswegen nicht billiger zu stehen, weil im ersteren Falle eine sehr sorgfältige Bodenbestellung vorangehen müsse, was bei Verwendung des Pfahles weniger nothwendig sei. Jene Besitzer, welche sich den amerikanischen Reben zugewendet haben, verwenden als Veredlungsunterlagen Riparia, Jacquez und Taylor. Nach den gemachten Erfahrungen soll es gut sein, Bipana im ersten und Jacquez im zweiten Jahre nach dem Auspflanzen zu veredeln. Alle nach dem Rebschnitte bis Ende August erforderlichen Gultürarbeiten werden gegen eine Entlohnung von 100 Frcs. pro Hektar vergeben. In der Gemeinde Beauvoisin wurden im Jahre 1888 nachstehende Ernten pro Hektar erzielt: Von Äramon im Alluvialboden......... 100—150 hl in gerölligem Terrain...............70 , und von Gremache- und den 5o«scÄe(-Varietäten in ersterem..................100 , in letzterem...................50 „ HerrVidal, Maire in P i gnan, hält die Riparia, dann auch Solonü'' Taylor und York Madeira für die verwendbarsten Unterlagen. Das Auspflanzen von aus der Rebschule stammenden veredelten Reben sei in Hinsicht auf die Erzielung vollkommener Bestände vortheilhafter, als die Veredlung am Platze. Bei einer Neuanlage mit ■einjährigen Veredlungen habe sich nur ein Ausfall von bei der Platzveredlung im Jahre 1887 ö®/,, und 1888 107^ ergeben. Eintretende Fehlstellen werden nunmehr nur noch mit veredelten Reben bepflanzt. Bei der Platzveredlung sei es besser, statt des englischen Copu-lirens das Veredeln in den Spalt in Anwendung zu bringen. Die veredelten Reben kommen früher in vollen Ertrag als die einheimischen und geben auch höhere Ernten als diese. In den hügeligen Lagen sei das Erträgnis ein geringeres als in der Ebene, dafür aber die Qualität dos Productes eine bessere. Direct producirende Sorten, wie Othello, St. Sammr a. in. cultivirt Herr Vidal nicht; weh Jacquez benützt er nur in geringer Ausdehnung als Lückenbüßer, da derselbe weder als Traiibenträger noch als Unterlage genügt Die Lockerung des Bodens wird bei einer Neuanlage vermittelst des Dampfpfluges vorgenommen, was einen Aufwand von 350 Frcs, pro Hektar erfotdert. Die Bodenbeschaffenheit wird als eine gute bezeichnet. Die Reben werden pro Stock und Jahr mit 10 kg Compost gedüngt und beziffert sich der Aufwand mit 10 Cts. pro Stock, Die Gesammtanlagekosten für 1 Im belaufen sich auf 3500 Frcs. Über die Anlagen ist der Hauptsache nach Folgendes zu bemerken; Auf einer größeren Fläche besitzen die im Jahre 1886 aus der Rebschule hieher verpflanzten Veredlungen ein gleichmäßig gutes Wachsthum und gaben .1888 die erste Ernte. Von einer Parcelle mit 6jährigen Standortsveredlungen hofft der Besitzer 1888 pro Hektar 250 hl zu ernten; die daselbst vorhanden gewesenen Lücken sind mit Jacquez und veredelten Reben ausgefüllt worden. Von einer anderen Parcelte, auf welcher Clinton- und Biparla-Veredlungen stehen, wird ein Erträgnis von 270 hl pro ha erwai-tet. Wegen einer Weganlage daselbst mussten 84 veredelte C/<«(o«-Stöcke ausgehauen werden, unter weichen nur bei einem eine schlechte Verwachsung angetroffen worden ist. Ferner sind 8- und 4 jährige Veredlungen, hei denen die Unterlage fast durchgehends aus Rtparia besteht, vorhanden. Auf einer Parcelle mit heurigen Standortsveredlungen sind viele Ünteriagstriebe sichtbar. Der Stand der Pflanzungen ist ein allgemein gleichmäßiger. Herr Vidal erwähnt, dass er in entlegener Lage noch eine ly^ ha große Anlage mit französischen Reben besitzt, welche mit einem Insecticide nicht behandelt werden; dieselben, 1884 ausgepflanzt, sind schon 1886 verseucht gewesen und derzeit soweit zurückgegangen dass sie im Jahre 1889 gerodet und durch amerikanische Reben ersetzt werden. HeiT Jaussan in Babouillet, Mitglied der Oberconmiission für Reblausangelegenheiten in Frankreich, besitzt cii-ca 70Wt;ialand, von welchem bisher nur ein sehr geringer Theil der versuchsweisen Cultur der fremden Reben gewidmet ist. Das Alter der Bestünde mit einheimischen Reben, welche sämmtlich mit Schwefelkohlenstoff behandelt werden, ist ein sehr verschiedenes, das Aussehen derselben ein, wenn auch wechselndes, so doch durchschnittlich kein ungünstiges. Eine 30jährige Pflanzung mit einheimischen Reben, die seit 1879 mit Schwefelkohlenstoff behandelt wird, besitzt einen guten Stand; von derselben sind vor der Reblaus-Invasion mindestens 80, 1887 45 und 1888 pro Hektar geerntet worden. Eine angrenzend nahezu gleich alte Pflanzung hat pro 1888 pro Hektar ei^eben. Eine Parcelle im Ausmaße von Vj^ha, welche im Jahre 1888 nur lOSÄ? lieferte, ist wegen des zu geringen Erträgnisses zur Rodung bestimmt. Eine 150 Jahre alte Pflanzung besitzt eine gleichmäßige Entwicklung und hat 1888 eine befriedigende Ernte ergeben. Von einer oy^Aa großen Anlage wurden 1888 60Ä? pro Hektar erzielt; die seinerzeit daselbst sichtbar gewesenen Infectionsstellen sind nicht mehr erkennbar; an Stelle von eingegangenen Stöcken wurde Jacques angepflanzt. Eine 1683/84er Anlage mit BoitscAe^-Varietäten besitzt ein theils schönes, theils weniger gutes Wachsthuni; die inmitten derselben befindlichen schlechten Stellen sollen durch ungeschickte Anwendung des Schwefelkohlenstoffes entstanden sein. Von einer 9jährigen, einen schönen Stand aufweisenden und V/^ha großen Anlage wurden 1888 90W Wein erzielt; eine nicht mindere Entwicklimg besitzt auch eine aus dem Jahre 1881 stammende Pflanzung von Pdit Bmtschet Eine im Jahre 1877 zuerst von der Reblaus ergriffene Parcelle zeigt im allgemeinen einen gleichmäßigen Stand. Eine X^l^ha große Pflanzung wird, da sie 1888 nur ein Erträgnis von 30 hl pro Hektar abwarf, einer Neuanlagc Platz machen. Auf einet Parcelle sind die an den SeuchensLelleti ausgepflanzten: Bijparia- und SoIoiih-B-ehen schon zum zweitenmale eingegangen. Auf einer anderen Parcelle, welche 1877 mit einheimischen Reben bepflanzt wurde, sind die Fehlstellen mit in der-Rebschule herangezogenen Veredlungen ausgefüllt worden. Von 20C0 im dritten Laube stehenden Taylor- und if'/j5aWa-Veredlungen besitzen erstere ein besseres Wachsthum als die letzteren; die ^!^(irja-Vcredlunsfen gehen stellenweise ein. Im Jahre 1888 wurde die Platzveredlung von Siparia auf einer Fläche von 1 ha Torgenommen; Fehlstellen sind daselbst nicht wenige vorhanden, die vielfach zum Vorscheine gekommenen Unterlagstriebe besitzen ganz gelbes Laub und die gelungenen Veredlungen bekunden kein zufriedenstellendes Wachsthum. Das Nichtgedeihen der Biparia wird der calcairen Beschaffenheit des Bodens zugeschrieben. Eine große Äjjoana-Pflanzung in gutem Boden, welche zum Zwecke der Production von Schnittholz geschaffen wurde, besitzt einen sehr schönen Stand. Zur Behandlung eines Hektars werden 250 k^ Schwefelkohlenstoff verwendet; derselbe wird alljährlich im Monate Marz veimittelst des Pfluges auf eine Tiefe von 15 cm in den Boden eingebrachi Mit 4 Pflügen vei-mag man in 10 Tagen 40 ha zu behandeln. Bei einem Preise von '40 Frcs. für 100 kg Schwefelkohlenstoff werden die Gesammtkosten pro Hektar mit 120 Frcs. angegeben. Herr Jaussan bemerkt, dass' Besitzer der Umgebung von der Submersion ihrer Weingärten wieder absehen und sich dem Schwefelkohlenstoffverfahren zuwenden, da die erstere Bekämpfungsai-t den jährlichen Aufwand von 400 Frcs. pro Hektar erfordere. HeixS, Bastide erwarb im Herbste des Jahres 1878 das Schloss d'Agnac mit einem Grundbesitz, bestehend aus 280 ha Wald- und Weideboden, ferner 40Äa Ackerland und 80Äa Weinland, auf welchem die Bestände durch die Reblaus zerstört waren, um den Preis von 380.000 Frcs. Seithei- -sind nach und nach 120Aa mit amerikanischen Reben bepflanzt worden u. zw. 40/ta mit veredeltem und nicht veredeltem Jacq^iiez, 80Aa der Hauptsache nach mit veredelter Rij^aria und nur zu einem geringfügigen Theile mit veredeltem Taylor, veredelter Solonis und unveredeltem Serb&mnt. Die Veredlung erfolgte mit Aramon- und 5oMscAc(-Varietäten auf dem Standorte. För die Beschaffung des Pflanzmateriales wurden bis zum Jahre 1881 verausgabt 49.715 Frcs., dagegen von 1881 — 1884 fur abgegebene Reben eingenommen 186.092 Frcs.^) 1) Über die in weiteren Jahren erzielten Emnahmen aus dem Reben verkaufe wurden Daten nicht zur Verfügung gestellt. Für verkaufte Weine wurden erzielt im Jahre 1882/83 .......... 10.500 Frcs. , , 1883/84 .......... 37.326 , , „ 1884/85 .......... 90.000 , „ „ 1885/86 (4000 A^ä 43 Frcs.) . , 172.000 , , ,, 1886/87 (5000 „ , 30 „ ) . . 150.000 „ Im Jahre 1888 wurden 7000 hl Wein geomtet, die zur Zeit des Besuchstages noch nicht verkauft waren, Jacquez, wird weiter mitgetheilt, gibt 70—80A? und Aramon auf Jacquez g&ptropÜ 150kl pro Hektar. Die Pflanzweite ist 1-75, wird aber in Zukunft auf 1'60 m im Gevierte herabgemindert werden. Der Besitzer heklj^, dass die auf nahezu 80 ha stehenden veredelten Siparia, nachdcm sie durch 4—5 Jahre ein sehr schöne^ Waehsthum hatten, nunmehr plötzlich absterben. Die Ursache liege wahrscheinlich in der mergeligen Beschaffenheit des Bodens. Dagegen bewähre sich Jacquez sehr gut und werde auch in Hinkunft aus-sdiließlich verwendet werden. Auf einer hinter dem Schlosse gelegenen Fläche gehen die öjährigen Veredlungen auf Riparia und Taylor, femer auch Herhe-mont ein. Dicht daneben stehende, noch vom Vorgänger des Besitzers ausgepflanzte 120 JöcijfMei-Reben, nunmehr ISjährig, zeigen ein vorzügliches Wachsthum, und sind auch reich mit Trauben behangen. Auf einer zweiten gegenüber dem Schlosse gelegenen Anlage mit veredelter Biparia im vierten Laube, ist das Niedergehen der Pflanze^ ebenfalls ganz unverkennbai-; eine weitere Pflanzung mit veredelter Riparia und Jacquez in einem leichteren Boden, ist ungleich entwickelt nnd lückenhaft. In einem jungfräulichen, mehrere Hektare umfassenden gerölligen Boden mit röthlicher Farbe, den der Besitzer als .mager' bezeichnet (offenbar Theile des aufgerissenen Weidelandes), stehen lückenhafte 1- und 2jährige Veredlungen dcaiJacquez und weiter noch nicht veredelte Siparia, deren Entwicklmig bisher eine gute ist. Der Besitzer theilt mit, dass die Bodenlockerung bis auf 45 cm Tiefe mit von Ochsen gezogenen Pflügen erfolgt und einen Aufwand von iTind 190 Frcs. pro Hektar erfordert, dass ferner alle übrigen Arbeiten, einschließlich der Herstellung von 3200 Pflanzlöchern und der Kosten für die Rebenbeschafifung (1000 St.'20 Frcs.), zusammen circa 300 Frcs. kosten, daher der Gesammtaufwand für eine Neuanlage sich auf rund 500 Frcs. pro Hektar stellt. Die Arbeitskostea im zweiten Jahre der Anpflanzung, nämlich für Nachpflanzung, Vornahme der Standortsveredlung, Entfernung der Wurzeltriebe des Edelreises, für die Erdarbeiten etc., beziffert der Besitzer mit rund 230 Frcs. und jene im dritten Jahre, einschließlich der Kosten für 100 m* Dünger ä 5 Frcs,, mit rund 630 Frcs. pro Hektar. Herr Gaston Bazille, ehemaliger Senator, hat in St. Sauveur und Perols einen Grundbesitz von zusammen 150 A«, von welchen 80 Im mit Reben bepflanzt sein sollen. In St, Sauveur flnden sich noch circa 30 Jahre alte französische Reben, welche seinerzeit submergirt wurden, es seit dem Jahre 1885 der Umständlichkeit wegen aber nicht mehr werden. Der Stand dieses alten Rebsatzes auf einer Area per 4 ha mit • bündigem Lehmboden ist theilweise schön, theilweise schlecht und lückenhaft. Eine Pflanzui^ von Riparw Gloire de Montpellier, im fünften Laube stehend, hat zur Schnitttiolzgewinnung zu dienen. In St. Sauveur soll sich auch der Mutterstock der Sorte gleichen Namens befinden, derselbe ist uns jedoch nicht gezeigt worden. In Perols wurde eine Anlege mit rothem, gerölligem Lehmboden im Ausmaße von 1 ka gezeigt, auf welcher im Jahre 1885 gepflanzte Riparia 1886 mit St. Sauveur veredelt worden ist; dieselbe weist viele Fehlstellen auf und ist das Wachsthum der Stöcke kein freudiges. Die St. Saw«ewr-Traube scheint sehr ungleich zu reifen, die reife Beere ist süß und ohne Fuchsgeschmack. Von dieser Anlage wurden bei einer Reihenentfemung von2'l m mid einer Stockentfernung von l'l m in der Reihe {nach Angabe stehen 5200 Stöcke auf 1 ha), im Jahre 1888 105 hl geerntet. Eine zweite Pflanzung mit SL Sauveur auf eigenem Fuße ist erst 2 Jahre alt. St. Sauveur ist auch noch an einer dritten örtlichkeit in Veredlungen auf verschiedene Unterlagen im Alter von 1—5 Jahren vorhanden. Als Unterlagen für die gesammten, an beiden obgenannten Orten befindlichen Veredlungen wurden der Hauptsache nach Riparia, dami Taylor, Jacques und Cmningham, welch' letzterer sich als nicht widerstandsfähig erweist, verwendet. Der Stand der gesammten Verr edlungen,' bei denen die Edeireben vomehmUch aus Aramm, Bnmdhd u. s. w. bestehen, ist ein recht ungleicher; zwischen den älteren Veredlungen trifft man sehr viele nachgepflanzte junge Stöcke. In Perols ist Jacqiiez auch als directer Producteur angepflanzt, Herhemont und Othdlo sind daselbst nur in wenigen Stöcken vorhanden. Im Jahre 1887 sind die St, &wi)e?(r-Schiiitti'eben um 1-50 Frcs. pi*o Stück verkauft worden, 1888 hofift man dieselben um 75 Cfs. pro Stück abzusetzen. Herr Henri Mares, Mitglied der Obercommission für Reblaus-aagelegenheiten in Frankreich, Präsident der Reblauscommission füi* das Departement Herault, ist Besitzer des Schlosses Launac, zu welchem ein Gesammlareale von 500 ka gehöi-t; darunter 140 ka Weinlaad, Yon welcliem 10 ha mit alten ü'anzösischen und J 30 ha mit zum größten Theile veredelten amerikanischen Reben bepflanzt sind. Die französischen Reben sind 30 Jahre alt und seit 20 Jahren verseucht; sie werden alljährlich einmal mit Schwefelkohlenstoff behandelt, was eine Auslage von 200 Frcs. pro Hektar ver\irsacht. Der Stand der Pflanzung ist im allgemeinen ein guter, die Stellen, an welchen die ursprünglichen Stöcke eingingen, sind mit Jaequez imd der Mehrzahl nach mit veredelten Reben wieder bepflanzt worden; letztere sind Bei einer Pflanzweite der Stöcke von 1-5 m im Quadrate erhofft sich der Besitzer von diesem Bestände pro 1888 eine Ernte von 100 kl pro Hektar. über die Anlagen mit amerikanischen Reben lässt sich in der Reihenfolge, in der sie besichtigt wurden. Folgendes sagen: Eine Parcelle, auf welcher Biparia mit Alicante Bomchet und ^mmo» veredelt ist, hat ein gutes Aussehen; die Veredlungen stehen im diitten Laube und besitzen sehr viele Trauben. Als Ursache für das Vorkommen von chlorotischen Stöcken daselbst wird schlechte Verwachsung und auch die Bodenbeschaffenheit angegeben; der Boden wird als argilenx-calcaire bezeichnet und ausdrücklich betont, dass derselbe genügend Kieselsäure enthalte. Auf einer 2 ka großen Parcelle zeigen die daselbst befindlichen Veredlungen eine gleichmäßig gute Entwicklung; die Unterlage, der Hauptsache nach Biparia^ dann Bup^strk und in einer sehr besdiei-denen Anzahl von Stöcken auch York Madeira, wurde 1880 ausgepflanzt und 1881 mit Aramon, Cangnan und Alicante Bousckct veredelt An den verschiedensten Stellen stößt man auch auf ganz junge Veredlungen und auf, im Jahre 1888 gepflanzte Biparia, die im nächsten Jahre veredelt werden soll. Die Entfernung der Reihen beträgt 2 m, die der StÖckc in der Reihe 1 m, so dass auf 1 ka 5000 Stöcke stehen; dieselben, bei denen überall kräftige Unterlagstriebe sichtbar sind, haben derartig viele Trauben, dass der Besitzer sich die kolossale Ernte von 250 hl firo Hektar erhofft. Eine Parcelle im Ausmaße von i'&ho-f in welcher 1887 Ripcirict mit Aramon and Garignm veredeit wurde, weist sehr ifiele Fehlstellen und selbständige Eiparia-Slöcks auf. Eine nebenan befindliche kleinere Parcelle ist mit Mupestris, nun 2jährig, und Veredlungen, bei denen die Unterlage Jacquez sein soll, bestockt; den zum Vorscheine gekommenen Unterlagstrieben nach zu schließen, wird daselbst auch vielfach Jtiparia als Unterlage verwendet worden sein. Eine Pflanzung mit entsprechend stehenden Bramow-Veredlungen und sehr vielen dazwischen befindlichen Jäscjiws-Stöcken, ist 6 mal im Jahre gegen Mildew') behandelt worden. Eine V/^ha große JacjMeär-Pflanzung aus dem Jahre 1880 besitzt 2 Stellen, an welchen die Stöcke vollständig eingehen. Herr Mares schreibt das Absterben^) derselben dem Einflüsse der Reblaus zu; an Stelle der eingehenden ■/acg'iw^-Reben wird zur Veredlung bestimmte Biparia gepflanzt. Im Jahre 1883 wurden an einer Stelle Veredlungen von Carignan auf Biparia, Jacquez, Taylor und York Madeira auf 0«ri^«««-Reben in abwechselnden Reihen angepflanzt; die einheimischen Reben, d. h. die mit eigenem Fuße sind schon nach 3 Jahren und die Veredlungen mit Ausnahme jener, bei denen die Unterlage ans Ri^aria bestand, später allmälig eingegangen. Auf einer Fläche von 8Äa steht seit 1880 veredelte Riparta, von welcher man eine Ernte von 250pro Hektar erwartete; anschließend ist in 3 langen Reihen unveredelte Ripana und in 2 Reihen Jacquez angepflanzt. Der Stand der gesamraten Anlage ist ein prachtvoller, eine solche Wachsthumsfreudigkeit der Reben wurde noch an keinem zweiten Orte beobachtet. Die Reihenentfernung ist 2'5m, die Pflanzweite der Stöcke in der Reihe l'25m. An einer Stelle von mäßiger Ausdehnung sind die unveredelten Äij?aW«-Stöcke chlorotisch und sterben ab; als Ursache hiefür wird Untergrundwasser angegeben. An Stelle der eingehenden Riparia-Stöcke wird York Madeira angepflanzt, die daselbst schon stehenden 1jährigen Pflanzen dieser Rebvarietät haben ein normales Aussehen. Neben der vorbezeichneten Anlage befindet sich eine solche mit Joßqms-, York Madeiror und Äysana-Veredlungen, von welchen die ersteren ein entschieden weniger kräftiges Wachsthum als die letzter en besitzen. Bei dieser Pflanzung scheinen die Unterlagen nicht strenge 1) Die Behandlung mit einem Gemische von Schwefel und Ealk komme auf 20, mit eau celeste auf 35—40 und mit boule bordelmse auf 30 Pres, pro Hektar zu stehen, 3) Das erstemal, dass in so bestimmtei- Foi-m als die Ursache des Absterhens von Jacquez die Reblaus hingestellt mirde. auseinandergehalten und als solche stellenweise auch Eupestris verwendet worden zu sein. In einer Hügellage mit steinigem Boden stehen im 3, Jahre veredelte Sipartas, -welche pro Hektar 50 hl Wein ergeben haben. In einem Hügelterrain mit zu Tage tretendem Felsgestein besteht eine Pflanzung von einheimischen Reben in einer Ausdehnung von 1 ha. Der Stand dieser Reben, welche eine Pflanzweite von 5»» im Quadrate besitzen, ist ein sehr schöner, jede einzelne derselben gleicht einem kleinen Baume; daselbst sind auch einige Zfipam-Veredlungen ausgepflanzt worden, Herr Marfeg glaubt, dass diese Reben nicht vei'seucht sind. Die Collection von einheimischen und fremden Reben ist sehr reichhaltig. Der Stand der Reben, welche ein Alter von 6 Jahren haben, ist mit verhältnismäßig wenigen Ausnahmen ein schöner, die Pflanzweite beträft 2rn und Im. Herr Maree macht unmittelbar auf Rodeflächen Neuanlagen, da es in seiner Wirtschaft an Dünger nicht fehlt. Betreffs der Widerstandsfähigkeit wird Bipaj'ia am höchsten, Taylor am geringsten geschätzt, dazwischen seien Jacqves und York Madnra gelegen. Der veredelte Jacquez gebe weniger Ertrag als die veredelte Riparia. York Madeira habe ein geringeres Wachsthum als die Biparia, producire aber im veredelten Zustande mehr als diese. Die Veredlungen werden am Standorte ausgeführt. Herr Mares hat von seinen 140 ha Weinland vor der ReblausInvasion bis zu 20.000, durchschnittlich aber 15.000 pro Jahr geemtet. Derselbe bemerkte im Zuge einer Unterredung Folgendes; Vor der Reblaus-Invasion besaß das Departement Herault circa 200.000/10 Weinlaud mit einem durchschnittlichen Ertrage von 40 bis 4:5hl pro Hektar. Ein Leseerfolg wie der des Jahres 1888 mit rund IQQM pro Hektar, sei seit 50 Jahren nicht mehr vorgekommen. Man habe sich eine so ergiebige Ernte umsoweniger erwai'tet, als im Februar 1888 noch ausnahmsweise Schneefall, dann trockene Witterung und erst im Juli und August wieder vorwiegend feuchte Witterung eintrat, es somit zu einer Zeit regnete^ während welcher gewöhnlich Trockenheit bei einer Temperatur von 35 bis Celsius vorwaltet. In diesem Jahre sei die Wärme nicht über 30° gestiegen. Im Jahre 1870 wurde im Departement Herault, und zwar im ArrondissementMontpellier, das erste Auftreten der Reblaus beobachtet — und schon 1879 war in demselben der größere Theil der Rebenbestände zerstört. Das Verfahren mit Schwefelkohlenstoff sei damals noch wenig bekannt gewesen-, der Mehraufwand für dasselbe beziffere sich mit 200 Frcs. pro Hektar, der übrigens dann nicht mehr gedeckt erscheine, wenn der Preis des Weines von 25.bis 30 Frcs. pro Hektoliter auf löbis 20 Frcs. zurückgehen sollte. Betreffs der amerikanischen Reben behauptet Mares, dass er schon auf dem Congresse zu iHontpellier 1874 darauf hingewiesen habe, dass man nur mit immunen oder doch wenig phylloxerirten amerikanischen Reben werde Erfolge erzielen können, nur nicht in kalkhaltigen, mergeligen Bodenarten (terrains mameux, calcaires), wiewohl auch in diesen Rodenbonitäten die Vinifera-Avlen prosperirten, solange keine Reblaus vorhanden war. Durch die Erfahrung sei seine Ansicht vollständig erhärtet worden, indem alle amerikanischen Reben, welche stark verseucht sind, zugrunde gehen, und in der bezeichneten Rodenbonität nicht gedeihen. Die Cultur der amerikanischen Reben habe eine vollständige Vei-schiebung der örtlichen Lage der Weingärten hervorgerufen, indem diese vom hügeligen Terrain in das Flachland verlegt wurden. Von den verschiedenen fremden Reben könne er nur Btparia, Bupestris, dann York Maddra und allfalls noch Jacqu^ empfehlen, die Cultur des letztgenannten sei unsicher, Mares spricht sich für die Standortsveredlung aus und behauptet auf Riparia bis zu 1007o) Durchschnitt 80% Anwuchs erzielt zu haben. Die Anlagekosten pro Hektar, das heißt Rigolen des Bodens mittelst desPfluges, Aussetzen der Stecklinge, Veredlungen derselben im 2ten Jahre, Nachbesserung der Veredlungen im 3. Jahre (repiquage), nebst Bodenbearbeitung während dieser Zeit, beziffert Mar^s mit 2000 Frcs., bei schwierigeren Verhältnissen und wenig geschickten Arbeitern auch bis 5000 Frcs. Der Ertrag der va'edelten Reben sei ein höherer als seinerzeit der, der nicht veredelten. Weiter führt Mai*es aus, dass alle direct tragenden amerikanischen Reben zu verwerfen sind, theils weil nicht resistent, theils weil das Product ungenießbar sei. Jacques werde nur von Weinhändlem empfohlen, welche einen dunkel gefärbten Wein zum Verschnitt beiiöthigen. Ein sehr großes Augenmerk müsse auf die Peronospora-Be-kämpfung gelegt werden. Wenn diese beispielsweise in diesem Jahre nicht vorgenommen worden wäre, würde man anstatt der weitaus über nonnalmäßigea, kaum eine halbe Ernte erzielt haben. HeiT Pagšzy in Villiers hat 30 Aa seines Grundbesitzes mit amerikanischen Reben, theils veredelt, theils unveredelt, bepflanzt. Eine Parcelle per 1'/^ ha mit strengem Lehmboden ist mit, mit Ämmon veredelten Eij^arias besetzt. Die Unterlage wurde 1880 ausgepflanzt und 1882 gepfropft. Auf dem tiefsten Theile dieser Parcelle sind die Reben vregen TJntergrundwasser schon mehraials eingegangen, an anderen Stellen sterben die Veredlungen gleichfalls ab; der Boden soll daselbst ans weißem Mergel (marne blanche) bestehen. An diesen Stellen wird nunmehr Rupestris als Unterlage verwendet; die daselbst schon vorhandenen Ät^esins-Stöcke besitzen ein gutes Aussehen. Der Besitzer hofft im Jahre 1888 auf einen Ertrag von 140 hl, gegen sonst durchschnittlich 90 hl Wein pro Hektar. Auf einer zweiten Parcelle im Ausmaße von Ys ha stehen Veredlungen auf Riparia gleichmäßiger, als auf der früher gedachten; Besitzererwartet hievon ein Erträgnis von 80 M gegen 40 im Jahre 1887. Eine Pflanzung mit veredelter Biparia in geröll^em Boden von röthllcher Farbe hat einen guten Stand, aber viele Fehlstellen; die Veredlungen haben ein ungleiches Alter, da sie erst nach und nach hergestellt wurden. Von im Vorjahre nachgepflanzten 50 Stück veredelten Reben haben sich nur 10 Stück erhalten. Diese Pflanzung, deren Herstellung im Jahre 1881 in Angriff genommen wurde, heferte selbst in einem guten Jahre nur 20 hl pro Hektar; sie wird nur in jedem dritten, die Parcelle aber, von der der Besitzer 140 hl pro Hektar im Jahre 1888 erwartet, in jedem Jahre gedüngt Insgesammt sind 9 ha mit veredeltem Clinton bepflanzt. 14jährige G!m(o«-Veredlungen, die Unterlage wurde schon im Jahre 1872 ausgepflanzt, haben einen sehr guten Stand; auf 1 ha befinden sich bei einer Pflanzenweite von 3 m im Gevierte 1300 Stöcke. Gleichmäßiges und recht gutes Wachsthum haben lOjährige, ebenfalls am Standorte ausgeführte C^mtow-Veredlungen auf einer fast eben gelegenen Parcelle mit sehr rothem Boden im Ausmaße von 2 ha; die Stöcke hatten daselbst durch Rynchites Betuletl sehr zu leiden. Auf einer anderen Parcelle mit 2500 Stöcken pro Hektar gehen die veredelten Clintons ein. Ih^^or-Veredlungen, sämmtliche am Standorte dui'chgefühi-t, nehmen eine Fläche von circa 8 ha ein. Eine 12jährige Pflanzung von mit Carignan veredeltem Taylor im Ausmaße von lYa ha hat einen recht guten Stand. Auf einer anderen Parcelle hat ebenfalls mit Carignan veredelter Taylor (die Unterlage wurde im Jahre 1878 auf 2 w im Quadrate ausgepflanzt) ein ungleichmäßiges Waehsthum und gehen Stöcke ein. Es wird allmälig Biparia nachgepflanzt vmd mit Alicante Boaschet veredelt; auch die diesfalls schon yorhandenen Veredlungen entwickeln sich nicht günstig. Noch nicht veredelte Biparic^ sehen chloroüsch aus. Der Boden auf dieser Parcelle ist tou weißlicher Fai'be. Coneord hat hier nur drei Jahre ausgehalten; einzelne zwischen Coweoird seinerzeit gepflanzte Jacquez-Siöcke haben ein prächtiges Wachsf thum. Veredlungen von Äramon auf Cunningham, 2-; 3- und 4jährig, scheinen sich gut zu entwickeln. Cunninghcm nimmt die Veredlung schwer an. Auf einer weiteren Fläche per 3 ha ist der Stand der nunmehr SjäTuigen Herfcmoni-Reben ein sehr schlechter. Diese Sorte, welche sich in keiner Richtung bewährt hat, wird nicht mehrculüvirtwerdert. Auf einer anderen Parcelle von 1 ha kommt Jacquez, welcher zur directenProduction dient, zumTheile nicht fort; als Ursachehievonwird die Beschaffenheit des Bodens, welche „mameus" sein soll, angegeben. Auf dieser Parcelle ist bereits Othello, welcher noch weniger dort gedeiht, Wö Biparia und Jacquez nicht fortzukondmen vermögen, zugrunde gegangen. Auf einer Parcelle, bepflanzt mit Herhemont und Jacquez, werden die eingehenden Herhemont durch veredelte Jacquez ersetzt. Herr Pagezy bemerkt, dass die Veredlung keine so einfache Sache sei, als sie gewöhnlich hingestellt werde; von Standorts-Veredlungen sollen im günstigsten Falle B^Mi Biparia 80, auf 60"/o gelingen. B^pestris nehme die Veredlung nicht leicht an, wenn sie aber einmal gefasst habe, dann liefere sie ein größeres Erträgnis, als die veredelte Biparia. Auch die veredelte Sohnis soll, wenn, sie in einem ihr zusagenden Terrain, z. B. feuchtem Lehmboden stehe, reichlicher als dje veredelte Biparia tragen. In guten Böden könne man schon veredelte Reben auspflanzen, in Böden von schlechter Beschaffenheit solle man jedoch die Veredlung nur am Standorte vornehmen. An allen jenen Orten, wo Biparia-, Jacqumi. d. gl. nicht gedeihen, werde nunmehr allmäligÄw^esifm als Unterlage angepflanzt. AMiClinton werden keine Veredlungen mehr durchgeführt,den vorhandenen Qinton-Veredlungen wird jedoch auch fernerhin die nöthige pflegliche Behandlung zutheil werden, um sie nach Möglichkeit zu erhalten, i)Herr Auguste Laurent tbeilte mit, im Jahre 1879 gelegentlich duer Versammlung, in der jemand die amerikanischen Reben als untauglich zur Reconstruction des vaterländischen Weinbaues hingestellt habe, auf den prachtvollen Stand der veredelten CJwton-Reben bd Pageiy in Villievs und bei Tnrenne in Valantie hingewiesen zu hahenj nach i Jahien habe er zu seinem Schrecken den Niedergang der von ihm eiust hochgepriesenen Veredlungen an beiden genannten Arien sehen müssen. Bericht Uh^r eine Heise. ^ Herr Pag^zy sagt, dass bei ihm die eiah eimischen Reben weniger als die Teredelten getragen haben, er müsse jedoch betonen, dass die ersteren nie so pfleglieh als die veredelten Amerikaner behandelt worden seien. Zur D&ngang der Reben wird Stalldünger verwendetIn der nächsten Zeit sollen noch weitere 10 ha zu einer Weinpflanzimg umgestaltet werden. Auf dem Wege von Montpellier nach Cette trifft man viele NeuanlE^en mit veredelten amerikanischen Reben in verschiedenem Alter und von theils schönem, tlieils weniger gutem bis schlechtem Aussehen*), die Hügellagen sind nur zum kleinsten Theile mit Reben bepflanzt und die daselbst vorhandenen Weingärten präsentiren sich ungünstig. Herr k. und k. Yiceconsul v. Scheydt in Cette bemerkte, dass man mit den amerikanischen Reben um Cette hei-um keine guten Erfahrungen gemacht habe. Nach Mittheüungen Richters sind die Weingärten unterhalb Montpellier bis Cette auf früheren Sumpffeldern mit Riparia als Unterlage angelegt worden, welche, weil ihr der Roden nicht zusage, eingehe; man versuche es daselbst nunmehr mit Salonis. Herr Generalrath Girard in Launac Neuf hat einen Besitz von 90 Äa, von welchen 48 ha mit Wein bepflanzt sind. Der Boden des Gutes wird als Lehmboden (terre forte argileux) bezeichnet. Nach Angabe des Rebmannes*) sind von den im Jahre 1887 am Standorte auf JJtjsaWa ausgeführten Veredlungen nur lOo/o, im Jahre 1888 aber bis 807o gelungen. Der Stand derselben ist trotz des guten Bodens ein nicht günstiger. Auf 3Aa stehen 5—7jährige Veredlui^en auf Ta^/or und Clinton, welche im Niedergange begriffen sind; daneben befindliche Biparier Besitzer war leidend,- die Führung, erfolgte durch eine nicht hmreichend kundige Persönlichkeit, Von anderer Seite wurde mitgetheilt, dass bei Dezeimeris Se^mont, Taylor, ClintQru, Jacquez u. a. den Erwartungen nicht entsprochen haben. Derzeit sind 8 ha mit veredelter Biparia und nur eine kleinere mehr feuchtere Ai-ea mit veredelter Solonis besetzt. Die älteste Anlage umfasst 1 ha und ist in Reihen mit in den Jahren 1880 und 1881 auf dem Standorte veredelten JJif^csn'os bestockt Die Reben sind an 2 hohen Drahtrahmen gezogen, die Reihenweite ist 2 w, die Stockentfernung in den Reihen .\m 50 m. Der Roden zvrischen den Reihen vfird jährlich mit zur Gründüngung geeigneten Pflanzen bestellt, die eingeackert werden. Der Stand der Pflanzung ist im aligemeineti ein guter, nur hie pnd da sind Stellen bemerkbar, auf welchen die Reben im Wachsthum zurückgeblieben, oder vielleicht auch Nacbpüanzungen vorgenommen worden sind. Als Edelreben sind Malbek, Carbenet-Saum'gnon, Verdot, Bousehet und andere verwendet worden. Eine weitei-e Fläche von 1 ha, ebenfalls Drahtrabmencultur, ist 1883 und 1884 mit durch 1 Jahr in der Rebschule gestandenen Vei;-edlungen von Eiparia mit SemtUon bepflanzt. Bis auf eine krankhaft aussehende Stelle ist der Rebenstand ein ausgeglichen guter lind der Traubenansatz bei dieser vrie bei der früher gedachten Anlage ein sehr reicher. Auf einer angrenzenden Parcelle, circa 0-5 ha groß, war die Entwicklung der erst im Frühjahre 1888 der Rebschule entnommenen yeredelten JJtpano-Reben eine wenig gleichmäßige, stellenweise waren auch Lücken vorhanden. Bei der Begehung dieser Pflanzung wurde unmittelbar anstoßend an dieselbe ein circa 0-5 ha umfassender alter Fifj's Vmifera-Bestand wahrgenommen, von dessen Vorhandensein früher keine Mit-theüung gemacht worden war. Angesichts des Umstandes, dass diese Reben niemals eine besondere culturelle Nachhilfe erfahren hatten, war der Stand noch immer eia verhältnismäßig guter, ebenso auch der Traubenansati, Der Besitzer rechnet auf einen Ertrag von 360 M und beziffert den Durchschnittspreis seines Rothweines mit 70 und seines Weißweines mit 100 Eres, pro Hektoliter. HeiT Miquel-Paris, Chäteau des Hugon in Quinzac, bat Weingärten in der Ebene, die suhmergirt werden und 15 ha in Hügellagen. Von den letzteren sind 5 ha mit 4- und 5jährigen Veredlungen auf Eiparia, Tayhr .und Jacgvsz bepflanzt. Wiewohl die Bodenbonität dieses Weingartens eine gleichartige ist, so stehen doch nur die beiden letztgenannten Veredlungen gut, während die veredelte Biparia zurückgeht, wofür der Besitzer eineu Grund, nicht anzugeben weiß. An dem yeredetten Taylor constaürte ich das Vorhandensein der Reblaus, hi einzelnen Reihen sind noch vorhanden: OikeUo^f d® im Jahre 1887 bis zu 14 hg Trauben per Stock lieferte, aber dermalen stark von Melanose beftillen ist, wodurch die Trauben ein widerliches Aussehenhaben; Black-Defiance mit besonders schönen, großen Trauben und entschiedenem Puchsgeschmack; Herhmont d'Aimlle Nr, 2, dessen Traube sich von dem gewöhnlichen Herbemont durch größere Beeren tmd wässerigen Geschmack unterscheidet, und Cunninsfham mit kleiner wohlschmeckender Traube, die aber am 18. October noch nicht reif war. Das Wachsthum dieser fünf Rebsorten ist ein sehr gutes. Auf einer angrenzenden Fläche von 10 ka steht 1882 ausgepflanzter Herbmont überall dort, wo die Tiefgründigkeit des kalkhaltigen Lehmbodens metir als 30 cm beträgt, in einem gleichmäßigen guten Wachsthum, wie dasselbe bei dieser Sorte bisher nii^ends gefunden worden war. Der Besitzer rechnet auf 80 M pro Hektar und auf einen Preis von 40 Frcs, pro Hektoliter. Derselbe sagt, dass auf seiner gegen Süden offenen, in geschützter Lage befindlichen Besitzung die Berhemont-Tmuh^, wenn auch spät, doch stets reif wird. Mit den Erfolgen der Submersion ist der Besitzer zuMeden. HeiT Andrieux in St. Groix du Mont bei Langon. Nach den Ausführungen des Winzers war der in theils ebener, theils abdachender Lage befindliche 32 Äa umfassende Weinlandbesitz schon 1874 von der Reblaus mehr oder weniger zerstört. Im Jahi-e 1876 wurde die Gultur der amerikanischen Reben aufgenommen ;md sind derzeit 20 ha damit bepflanzt. Besichtigt wurden folgende Anlagen: In sehr gutem, röthlich gefärbtem, lehmigem Boden stehen nebeneinander an Drahtrahmen gezogen (Reihenweite 2 m, Stock-entfemung 1«»): in 3 Reihen 1876 ausgesetzter und 1877 auf dem Standorte veredelter Clinton; in 3 Reihen 1877 ausgepflanzte, 1878 veredelte Mi^ria und in4Reihenl884 ebenfalls auf dem Standorte veredelte Bysarm, Als Edelreis sind Mailhae und Bouschd, verwendet worden. Der Stand dieser Reben ist ein sehr guter. Die Veredlungen auf Eifaria haben sich frachtreieher, als jene auf Clinton erwiesen. In abdachender Lage ist 1 ha 1880 mit Taylor, Clinton und Eiparia bepflanzt worden; erstere wurden 1881, letztere aber — wegen der lucrativen Holzausnützung — erst 1883 veredelt. Der Stand ist durchwegs ein ^ter, die eingetretenen Fehlstellen^ beiläuiig ein Drittel, wurden mit veredelten Wurzelreben und theils auch mit Jacqmz ergänzt. Schön steht eine nunmehr 8jährige Anlage im Ausmaße von 1 ha von mit Smillon und Smvignon veredeltem Clinton und Taylor. In diesen beiden Anlagen ist eine Reihenweite von 1*5 w bei einer Stoekentfemung von im eingehalten und stehen 6000 Pflanzen auf einem Hektar. Der Pflanzung ging eine Lockerung des Bodens bis auf 50m Tiefe voraus. Einige kleinere Theile der ohne jene künstliche Nachhilfe erhaltenen alten Ftwi/era-Weingärten in roth gefärbtem Boden stehen gut; der Ertrag bleibt jedoch hinter jenem der veredelten amerikanischen Reben zurück. Letztere sollen überhaupt einen reicheren Traubenertrag haben, als die heimischen in gleichem Alter. Die in begrenzterer Anzahl vorhandenen York Maäeira-^ Merbe" motU-, Jacquez' und ÄiaA-Pflanzen werden nur insoweit cultivirt, als es der Holzverkauf wünschenswert macht. Die drei Erstgenannten, bemerkt der Rebmann, sind wenig fi:uehtbar und die Traube York Madeira hat zu viel Fuchsgeschmack. Noah ist zwar reich tragend, das Product aber nur zur Cogiiac-Mfrication gut. Im Jahre 1886/87 wurden 7000 Frcs. für abgegebenes Pflanzmaterial erzielt. Der Ertrag an Wein ist imDurchschnitt 40 bis 60 M pro Hektar und der Preis für Weißwein 100, für Rothweia aber 60 Frcs. pro Hektoliter. Der Rebmann ist für das Auspflanzen von schon veredelten Reben und beziffert den Anwuchs der in die Rebschule zur Wui'zel-fassung eingelegten Schnittreben mit 70®/(,. HerrGoulon, Friedensrichter in Pijols. Die Rebenbestände des 30 ha umfassenden Besitzes waren schon 1876 von der Reblaus stai'k befallen. In dem lehmigen Boden des Besitzes hatte die versuchsweise vorgenommene Bekämpfung des Schädlings mit Schwefelkohlenstoff keinen Erfolg, daher die Wiederherstellung der Bestände mit amerikanischen Reben erstrebt wird und seither auch auf 22 ha durchgeföhi-t ist- Die 1888er gute Lese ergab im Durchschnitt 50 kl pro Hektar Ib^^or und/acg'Wfts;, bemerkt Herr Goulon, sind bezüglich der Verwachsung sehr gute Unterlagen, doch hatten die veredelten Reben stets weniger Trauben, als die Veredlungen auf Eiparia geliefert, was 1) Die 1887er Weinernte wurde u. zw. der roiiie Wein mit 600 Fi'ca., der weiße mit 450 Frcs. pro Tonne = 2'25A( verkauft. darauf zurückzufühi-en sei, dass erstere verseucht sind, letztere hingegen nicht. Hundert nach der englischen Copulation vetedelte Schnittreljen geben nur 50—60 Stück verwachsener Wurzelreben. Zur Ei'zieluhg eines lückenlosen Weingartens empfehle es sich 2 Jahre lang in der Rebschule gestandene fehlerlose Veredlungen auszusetzen. Wenn die Bodenbeschaffenheit die Bespannung der Cultui-geräthe mit 2 Thieten erfordert, werden die Reben in Reihenweiten von bei-dem Auslangen mit einem Zugthiere in solchen von 1-5 m gepflanzt Der Aufwand für eine Neupflanzung einsjihließUch der p,igol-und der Cultui-ai-beiten im 2. Jahre berechne sich bei Pflanzung von T7«i/erff-Reben auf 2500 Frcs., bei Auspflanzung veredelter amerikanischer Reben- auf 3500 Frcs., wobei 1000 Stück Veredlungen mit 300 Frcs. in Rechnung kommen. Bei der zerstreuten Lage des Besitzes konnten nur 2 Wein-gäilen besichügt werden, von welchen der eine im Ausmaße von 8 ha mit nunmehr 8jährigen an Drahtrahmen gezogenen Veredlungen auf Taylor und Sti-paria, der andere per 60 a mit im Jahre 1885 auf dem Standoi-te veredelten Joej^wss-Reben besetzt ist Der Stand der älteren wie der jüngeren Anlage ist ein sehr guter- und nur in den Reihen mit veredelten Riparia sind einzehie Reben bemerkbar, bei welchen die Edekuthe fehlte. Von der GuUur der Jacgitesf-Rebe zur Traubengewinnung ist wieder abgegangen worden, weü die Pilzkrankheiten den Ertrag^ derselben zu sehr beeinträchtigten. Herr Coulon spricht sieh überhaupt gegen alle zur Trauben-gewinnimg geeigneten amerikanischen Reben aus; selbst Herhemont, obwohl gut tragend, sei wegen später Fruchtreife nicht brauchbar, überdies sei der IIerbm,ont-yfem etwa nur drei Fünftel des Productes der einheimischen Reben wert Der Genannte klagt über die Höhe der Gulturkosten, da die amerikanischen Reben eine intensive Bodeubestellmig und in nicht von der Natur nährstoffreichen Böden viel Dünger erfordern. Vordem sei das anders gewesen, man pflanzte und erntete, eine Düngung der Weingärten wurde niemals oder doch nur selten vorgenommen. Auf die Bemerkung, dass noch ausgedehnte Flächen wieder zu bereben seien, erwiederte Herr Coulon, dass ein großer Theil der Weinbauer noch beobachtende Stellung gegenüber den fremden Reben einnimmt und auch vor der Höhe der Anlt^e- wie Betriebs- kosten zurückschrecke- Im Hügellande sei es überhaupt fraglich, ob mit den fremden Reben ein lohnender Weinbau beirieben werden köime. Auf dem Wege 2u den Goulon'schen Anlagen, wurde noch eine sehr schön stehende 30 a me^ende Pflanzung von Herfte-mont eines Nachbaxbesitzers besichtigt, bei welchem Anlasse die Bemerkung fiel, dass der Wekn als Haustnink verwendet werde. Herr Paul Skawinski, Besitzer der Chäteaux: (Wemgüter) Rosemont-Geneste und Cante-Laud nnd Geschäftsführer (Gerant) der Weingüter Lamartine, S^nilhac, la Couronne, Cantenac-Brown und Leoville-Poyferre im Medoc, vertheidigt die Rebenbestände dieser Besitzungen mittels der Submersion, und dort wo diese nicht durchführbai' ist, dui'ch die Behandlung der Reben mit Sulfocarbonal, zum kleineren TheÜe durch mit Wasser imprägnirten Schwefelkohlenstoff. Für die Submersion wird das Wasser durch Dampfpumpen gehoben. Die Anlagekosten betrugen beispielsweise in Cantenac-Brown für eine Fläche von l&ha rund 20.000 Frcs. Der jährliche Aufwand für die Durchführung der Submersion, einschließlich der Damm- und Grabenerhaltung und der Amortisationsquote des Anlagecapitals, beziffert sich durchschnittlich mit 210 Pres, pro Hektar. Auf anrainenden feesitzungen wird die erforderliche Wassermenge gegen eine Entschädigung von 150 Frcs, pro Hektar gepumpt. Jeder Besitzer, der sieh der Submersion seiner Anlagen zuwendet, sucht auch seine Nachbarn zu gleichem Vorgange aufeumuntem, da, je ausgedehnter die submergirten Flächen sind, um so sicherer die Reinvasion der Reblaus verhütet wird. Man- hofft, dass in Zukunft nicht mehr eine alljährliche, sondern nur noch eine Submersion in jedem zweiten oder dritten Jahre erforderlich werden wird. Die Behandlung der Reben mit Sulfocarbonat erfordert einen Jahresaufwand von 350 bis 400 Frcs. ,pro Hektar. Die Ver-wendung des mit Wasser imprägnirten Schwet^ohlen-stoffes hat sich bisher bewährt jjmd ist in gegebenen Vearhältnissen dieses Gemische jenem des reinen Schwefelkohlenstoffes vorzuziehen. Schwefelkohlenstoff, mit Vaselin vermengt, wurde bisher nicht versucht. Bei der Begehung einzelner Theile voi^enannter Besitzungen mit einem durchgeheoids sehr schönen Retbenstand bemerkt Herr Skawinski weiter, dass er bifher nur auf seinem Gute Cante-Laude ein circa 50 a umfassendes Versuchsfeld für amerikanische Reben besitze, Bericht aber eine Reise. 7 dass er aber die Frage der Verwendbarkeit derselben von Anfang rili mit der gi-ößten Aufmerksamkeit verfolgt habe. Vor allen traubentragenden ft-emden Reben müsse er entschieden warnen, das Product derselben sei eine „saltš" und sollte dabei- auch ihre Verbreitung in keiner Weise unterstützt werden. Als Unterlage für Veredlungszwecke hätten sich gemeinhin in genügend tiefen, gut cultivirten und gut gedüngten Böden bewährt: Riparia, JacgueZf Solonü, Yorh Madeira xra^A. Yialla\ iSö^onjs mache vielleicht noch den geringsten Anspruch an den Boden. Rupestris habe sich in Medoc weniger verwendbar, als Taylor erwiesen. Infolge nicht genügender Tiefe des Bodens oder auch seiner zu vorwiegend lehmig-kalkhaltigen (ai^leux-marneux) Beschaffenheit sind auch in Medoc mehrfach die Versuche der Wiedercultur von Weingärten mit amerikanischen Reben erfolglos geblieben. So beispielsweise in den wenig tiefen Böden von sieben oder acht Genieinden zwischen St. Esteph und Valeyrac, in welchen keine der erprobten Reben sich bewährte und daher zwischen dem fünften und sechsten Theile des ehedem mit VitisVinifer a bestockt gewesenen Landes dieser Gemeinden als füi* den Weinbau verloren angesehen werde. Auch in den Departements Charente und Charente-Inferieure begegne die Anpflanzung der fremden Reben aus analogem Grunde gi'oßen Schwierigkeiten. Überall dort, wo günstige Verhältnisse vorliegen, sollte man nicht Anstand nehmen, den Weinbaubetrieb mittelst der veredelten amerikanischen Reben wieder aufzunehmen. Die Lebensdauer der Reben anlangend, bemerkt Skawinski, dass in den sandigen und gerölligen Böden des Medoc auch diese VUis Vini-/era-Anlagen in 20—30 Jahren erneuert werden müssten. Derselbe glaubt, dass die veredelten amerikanischen Reben, wenn dieselben in einen ihnen zusagenden StandoH gepflanzt und gut gepflegt werden, ein gleiches Alter erreichen können. Im Winterfroste liege die größte Gefahr für die veredelten Reben. In der Gironde komme strengere Kälte selten vor; wenn dieselbe sich aber, wie im Winter vom Jahre 1870 auf 1871, wiederholen sollte, dann würde allerdings biimen wenigen Stutiden jahrelanges Mühen mit einem Schlage wieder vernichtet sein. Bouches-du-Rlione. Herr Professor Fortunio Marion in Marseille äußerte sich in einer Besprechung der Gegenstandsfrage dahin, dass die Erhaltung der bestehenden Vitis Fjfwj/'era-Anlagen immer in erster Linie zu erstreben ist. Dass der Weinbaubetrieb mit amerikanischen Reben unter gewissen Bedingungen möglich ist, sei durch die Erfahrung bewiesen, ob und inwieweit in nachhaltiger Weise, lasse sich derzeit nicht entscheiden. Zu befürchten sei, dass die französischen Weine an Güte yerheren werden, da alle Besitzer, welche ihre Rebgärten mit amerikanischen Reben wiederbepflanzen, um die Deckung des erforderlichen Mehraufwandes zu linden, zur Veredlung nur reichtragende Sorteji verwenden. Die vor dem Auftreten der Reblaus alleroi-ts gepflanzten Reben für bessere Weinsorten seien derzeit kaum mehr zu finden. III. F olgerungen aus den Erhebungen. Die in F^-ankreich bisher gemachten Erfahrungen betreffend die Cultureignung der amerikanischen Reben und ihre Verwendbarkeit für den französischen Weinbaubetrieb ergeben auf Grund der gepflogenen Örtlichen Erhebungen und der hiebei erhaltenen Auskünfte das Folgende: Widerstandski'äftig gegenüber den Angriffen der Rehlaus und überhaupt culturfähig haben sich die amerikanischen Reben im allgemeinen dort erwiesen, wo denselben ein ihnen zusagender Standort eingeräumt worden ist. Eine Abgi-enzung zwischen Widerstands- und Gulturfähigkeit festzustellen, ist bei den engen Wechselbeziehungen zwischen beiden nicht möglich geworden, so wenig wie die eigentliche Ursache der einschBgigen Erscheinungen aufgeklärt werden kann. Was die Standortsbonität anlangt, gehen die gemachten Erfahrungen dahin, dass in einem tiefen, lockeren, an Nährstoffen reichen, nicht zu trockenen, aber auch nicht zu nassen Boden von röthlicher Färbung alle amerikanischen Reben mehr oder minder gut gedeihen, dass dagegen in Weingartenböden, deren Tiefe unter 50 cm herabgeht und die von vorwiegend kalkhaltiger oder mergeliger Beschaffenheit sind, keine der erprobten fremden Reben mit Erfolg cultivirt werden kann. Aus den Ansprüchen der fremden Reben an den Boden erklärt sich die allgemeine Erscheinung, dass sich die mit diesen Reben wiederbepflanzten Flächen in vorwiegend ebenem Terrain befinden, während im eigentlichen Hügellande, wo vordem die Güte des Pro- 7=» ductes Ersatz für die geringere Menge desselben bol, eine Wiedei'cultur der zerstörten Weingärten mit den fremden Reben nicht platzgegriffen hat. Wegen Mangels der entsprechenden Tiefe oder der erforderlichen sonstigen physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens, oder auch wegen Abgang beider Grundlagen, haben sich aber nicht, nur im Hügellande, sondern auch anderorts die gemachten Versuche der Wiederberebung des Weinlandes mit den fremden Reben erfolglos erwiesen. So beispielsweise in den wenig tiefgründigen (20—30 cm) Theilen des bas Medoc, zwischen St. Esteph und Valeyroc, wo demzufolge die Wiedercultur circa des sechsten Theiles der Weinbauarea der hier gelegenen 7 oder 8 Gemeinden mittelst der amerikanischen Reben als ausgeschlossen angesehen wird. Auf die gleiche Ursache und die kalkhaltige Beschaffenheit des Bodens ist die geringe Ausdehnung der amerikanischenRebpflanzungen zum Beispiel in den Departements Charente und Charente-Inferieure zurückzuführen. Ob und wieweit in talk- und kreidehaltigen Böden mit den von Professor Viala zur versuchsweisen Anpflanzung als Veredlungsunterlagen empfohlenen F. Cinerea, V. Berlmdieri und V. CordtfoUa ein Erfolg zu erzielen ist, wird die Zukunft lehren. In den verschiedenen Abstufungen der Bodenbonitäten, welche innerhalb der gekennzeichneten liegen und natürlich bezüglich ihrer physikaüschen und chemischen Eigenschaften die weitgehendsten Unterschiede aufweisen können, werden bei zureichender Tiefe des Bodens einzelne der amerikanischen Reben, wie weiter ersichtlich werden wird, mit mehr oder minder gutem Erfolge cultivirt. In Standorten, in welchen sich die Reben nicht üppig entwickehi können, erhscht auch ihre Widerstandskraft gegen die Angriffe der Reblaus. An der Hand der im Laufe der Jahre gemachten Beobachtungen ist es in neuerer Zeit auch versucht worden, Classificationen des Bodens bezüglich seiner Eignung für die einzelnen amerikanischen Reben aufzustellen. So vei-dienstvoll auch diese Bemühungen gewiss sein mögen, so ist das Ergebnis derselben gegenüber der außerordentlichen Empfindlichkeit der einzelnen fremden Reben, beispielsweise hinsichllich des mehr oder weniger großen Gehaltes des Bodens an Kieselerde, Lehm, Kalk oder auch des Grades der Bündigkeit u. s. w. für den praktischen Gebrauch nur von untergeordnetem Werte und es lässt sich daher bei dem Abgange bestimmter Anhaltspunkte immer nur im Wege des Versuches feststellen, in welchem Boden die Rebe wachsen imd gedeihen kann. Dass es diesfalls noch an zureichenden Erfahrangen mangelt, ergibt sich daraus, dass in dem anscheinend allen Anforderungen entsprechenden Boden der Pflanzung des Herrn Berthet bei VilUe-Morgon einzelne Rebvarietäten dem Anscheine nach infolge der Reblausangriffe kränkeln, dass in Rochet nächst MontpeUier in einem Terrain, wo noch heute ohne künstliche Nachhilfe ein Vitts Vinifera-Satz den Angriffen der Reblaus widersteht, bis auf Jacquez keine der erprobten übrigen 20 amerikanischen Reben gedeihen wollte, dass in Ghäteau d'Agnac nicht weniger als 40 ha Ä^j^aWa-Pflanzung nach S—ijährigem Gedeilien plötzlieh abstarben, dass streng genommen und selbst bei Veteranen auf dem Gebiete der Cultur der fremden Roben z. B. Herrn Leenhardt in Verchant, Despetis in Yetizes, eigentlich- auf jeder der besuchten Besitzungen constatirt werden konnte, dass hier diese, dort aber jene fremde Rebe das Stadium des Niederganges unverkennbar an sich trug und nunmehr durch diese, dort wieder durch jene Rebe ersetzt werden soll. Die Ursache des Niederganges wird allgemein damit begründet, dass der Standort ein für die Reben überhaupt nicht passender oder auch damit, dass der Boden ein zu kalkhaltiger oder zu mergeliger sei; forschten wir nun weiter, welche Gründe für die Wahl der nunmehr zur Auspflanzung bestimmten Rebe leitend sind, so lautete die Auskunft, dass man hoffe, dass die neu gewählte sich auf dem gegebenen Standorte besser als ihre Voi^ängerin bewähren werde. Wie die Ausdehnung des Weinbaugebietes, in welchem überhaupt die Cultur der amerikanischen Reben erfolgreich betrieben werden kann, eine begrenzte ist, so zeigte sich auch, dass die Zahl der für Zwecke des französischen Weinbaues geeigneten fremden Reben eine sehr geringe ist. Schon im Eingange des Berichtes wurde darauf hingewiesen, dass die französischen Weinbauer sich anßlnglich in erster Linie mit der Cultur der in Amerika zur Wemproduction verwendeten Rebenvarietäten beschäftigten und beiläufig erst seit dem Jahre 1S80 vorwiegend die Cultur der nur als Veredlungsunterlagen brauchbaren Reben zugewendet haben. Von den vielen aus Amerika zur directen Traubengevrinnung empfohlenen Varietäten wird in Frankreich derzeit bis auf Jacquez und Herbemont keine mehr in einer nennenswerten Ausdehnung cultivirt. Das Gebiet des Jacqiiez ist jedoch aucli nur der engere Süden Frankreichs mit seinem mehr trocken warmen Klima (Herault, Gard), wo dessen Product als Verschnittmaterial für die dort producirten Bramow-Weine Verwendung findet. In dem mehr feucht wannen Klima, beispielweise der Gironde, ebenso auch in dem kühleren des Departements Rhöne wird Jac^ue» theils wegen der Pilzkrankheiten, welchen derselbe dort unterworfen ist, theils aber auch deswegen nicht mehr als Traubenträger cultivirt, weil für dessen Product die Verwendung fehlt. Der Herhemont, welcher in den bezeichneten Regionen des Jacquez sich nach jeder Richtung hin als ungeeignet erwiesen hat, wird in einzelnen Lagen, beispielsweise des Departements Gironde derzeit noch cultivirt; die Ansichten über die lohnende Verwendung desselben gehen jedoch, wie die Erfahrungen zeigen, sehr weit auseinander. Bezüglich aller übrigen traubentragenden Varietäten hat sich int allgemeinen gezeigt, dass sie theils nicht widerstandsfähig, wie Cmada, Oynthiam^ Delawaref Blach luly, St. Sameur, theils -zu gering tragend oder zu spät reifend wie Ounningham, Herbemojit etc., theils zu sehr aller Art Pilzfcrankheiten unterworfen sind wie Othello, Delaware, Black Deßancs, Elvira u. s. w., oder endlich, dass das Product wie von Noah u. a. für die französische Weinbereitung nicht brauchbar ist. In aJlemeuester Zeit hat man vielfach auf die Varietät Herbemont d'Äurelle, eine angeblich in ÄMka mit Erfolg cultivirte Rebe, hingewiesen. Nach der in der Gironde erhaltenen Auskunft wäre das Product geringwertiger als das des gewöhnlichen Herbemotd, Von den ursprünglich als Veredlungsunteriagen empfohlenen Reben werden Concord und Clinton nur noch auf Theilflächen älterer Anlagen gefunden, bei Neuanlagen aber nicht mehr verwendet, weil sie sich auf den meisten Standorten als nicht widerstandsfähig erwiesen haben. Aus dem gleichen Grunde wird auch die anfänglich zur Traubengewinnung, dann aber als Veredlungsunteriage benützte Varietät Taylor seltener mehr gepflanzt. An Stelle dieser werden für Zwecke der Veredlung derzeit: Siparia, Vialla, Solonis, Yorh Madeira, dann im engeren Süden Frankreich's noch Jacquez und Bupestris cijltivirt. Der allgemeinen Verwendbarkeit nach gibt Verwalter Grote in Villi6-Morgon folgende Reihenfolge: York Madeira, YiaUa, Bipatia, Solonis, welcher sich Professor Vassilli6re in Bordeaux mit dem Beisatze anschließt, dass Biparia in allen tiefen, reichen, nicht nassen, Solonis aber in feuchteren, kieselhaltigen Lehmböden,- die jedoch nicht an üntergrundnässe leiden, passe. In den Departements Gard und Herault werden die Veredlungen vorwiegend auf Biparia, JacqueZf Solonis und zum Theil auch auf Bupestris vorgenommen, welch letztere sich hingegen nach den Mitthei- lungeti Skawinskis in der Gironde weniger noch wie Taylor bewährt hat, Waehsthum uad Widerstandsfähigkeit der Reben hängt, wie schon früher bemerkt wurde, davon ab, dass dieselben in ein ihnen zusagendes Terrain gepflanzt werden, in welcher Beziehung V. Rupes-tris vielleicht weniger anspruchsvoll erscheint, als die übrigen genannten Reben, wiewohl sie bisher die verhältnismäßig geringste Verbreitung gefunden hat. Was die Veredlung der Reben anlangt, ist in den südlichen Landestheilen durchwegs die Standortsveredlung mittelst des Spaltpfropfens, in den anderen Weinbaugegenden aber voi-wiegend die Handveredlung, sei es von bewurzelten oder nicht bewurzelten Reben, nach dem englischen Gopulirverfahren üblich. Allseitig wird anerkannt, dass zur Erzielung gleichmäßiger Bestände die Aussetzung von in Rebschulen herangezogenen Veredlungen erforderlich ist. Als die günstigsten Zeitpunkte für die Vornahme von Standortsveredlungen wurde der Monat März bezeichnet, DieHöhe desAnwuchs-procentes wird wesentUch durch die jeweiligen WitL'erungsverhältnisse bedingt. Infolge kalten Wetters ist es vorgekommen, dass die Veredlungen ganzer Anlagen zugrunde gegangen sind. Bei wenig günstiger Witterung ergibt sich durchschnittlich ein Anwuchs der Veredlungen bis zu 507o, dagegen bei günstiger, wie solche in den Jahren 1887 und 1888 wai-, mit 80 bis 90Vn- Bei der Handveredlung hat der Verwalter Grote in Villiš-Morgon, welcher das Veredeln nur insoweit betreibt, als es zur Weiterführung der Anlagen auf dem Berthet'schen Besitze nothwendig ist, in 5 Jahren im Durchschnitte bei der Veredlung von Jork Maddra SO"/« , ViaUalO^U a Riparia und „ Solonis 40"/o Anwuchs erzielt. Herr Richter in Montpellier, - der veredeltes Material in großen Mengen für Yerkaufszwecke anfertigen lässt, beziffert den Anwuchs bei der Veredlung von Ri;pana, Jacquez, Solonis, Vicdla und York Madära mit 25 bis 30, von Bupestm nur mit 5 bis 6%. Der Genannte, wie auch-andere Persönlichkeiten, ziehen die Veredlung von Schnittreben jener von Wurzelreben vor, weil eine gleichmäßigere Verwachsung erreicht wird. Der Preis für 1000. Stück einjähriger Veredlungen sehwankt zwischen 250 und 300 Frcs. Aus mehrseitig erhaltenen Mittheilungen ist zu ersehen^ dass in Frankreich vor demAuftreten der Reblaus selbst in Weinbaugebieten, in welchen das Pi-oduct die verhältnismäßig höchsten Preise erzielte, die Bodenbestellung zu wünschen übrig ließ. Seither ist das anders geworden, da der Erfolg der Wiederbepflanzung, mag sie mit europäischen, mag sie mit amerikanischen Reben vorgenommen werden, selbst in der besten Bodenbonität davon abhängig ist, dass die Vorbereitung des Bodens, sowie dessen alljährliche culturelle Behandlung und Düngung eine ausgiebige sei. Die einer Neubepflanzung vorausgehende Lockerung (Rigolen) des Bodens erfolgt auf den größeren Besitzungen mittelst von Zug-thieren oder mit Dampfkraft bewegten Pfluges auf eine Tiefe bis zu 50 bis 60 cm-, nur bei kleineren Besitzern wird diese Arbeit mit der Hand bewirkt. Ebenso wird auf den erstgedachten Besitzungen in der Folgezeit» soweit es Lage und der jeweilige Entwicklungsstand der Reben gestatten, die Bodenbearbeitung mittelst Spanngeräthen vorgenommen. Im Durchschnitte werden die Reben auf eine Entfernung von 1'50 bis l'75m im Gevierte gepflanzt. Nur in besonderen Fällen war die Pflanzweite eine größere bis über 3 m. Die Kosten einer Anlage mit veredelten amerikanischen Reben bis zum Beginne des 3, Jahres, in welchem die Culturkosten gewöhnlich schon durch den Ertrag an Trauben die Deckung finden sollen, wurden im Durehschnitte bei einem T^lohnspreise von 2 Frcs. 50 Cts. bis 3 Frcs. mit 2000 bis 2500 Frcs. beziffert. Die fortlaufenden Culturkosten sind aus dem Grunde verhältnismäßig höhere wie ehedem, weil der Boden fort und fort fleißig bearbeitet werden muss und an Dünger nicht gespart werden darf. Der Einfluss, welchen eine mehr oder minder emsige Bearbeitung des Bodens auf die Entwicklung der fremden Reben öbt, konnte allerorts beobachtet werden. Die Düngung der Reben erfolgt gemeinhin alle drei Jahre, und werden hiezu, insoweit als die aus den übrigen Wirtschaftsbetrieben sich ergebenden Düngstoffe nicht zureichen, die Abfallsstoffe der Städte, wieStraßenkehricht,Rückstände aus Viehschlachtungen u. s. w., dann auch Kunstdünger verwendet Der Düngmigsaufwand pro Jahr und Rebe wurde mit 4 bis 6 Cts. angegeben. Femers erwächst bei der culturellen Behandlung der veredelten gegenüber den nicht veredelten Reben noch insoweit ein Mehraufwand, als die Entfernung der aus dem Edelreise sich bildenden Wurzeln in sorgfältiger Weise geschehen muss, weil sonst ein Freimachen von der als widerstandsfähig geltenden Unterlage erfolgt. In allen Weinbaugegenden mit strengerer Winterkälte, wie zum Beispiel im Departement Rhöne, ist ein sehr sorgfältiges Bedecken der Veredlungsstelle mit Erde — das sogenannte Anziehen der Reben — vorzunehmen, sollen nicht Arbeit und Kosten auf Jahre hinaus wieder gefährdet erscheinen. Die Ertragsfähigkeit der veredelten fremden Reben gegenüber jener der Vüis Fmi^era-Reben vor der Reblausinvasion anlangend gehen, wie aus den Äußerungen der einzelnen Weinbauer zu entnehmen ist, die Ansichten sehr auseinander. Während die einen von den veredelten Reben frühere und reichere Ernten erzielt haben wollen, behaupten die anderen, dass die Erträge der einheimischen Reben ehedem höhere und sicherere gewesen sind. Der wesentlichste Factor für die wirtschaftliche Seite des Weinbaubetriebes mit veredelten amerikanischen Reben liegt natürlich in der Frage der mehr oder weniger großen Dauerhaftigkeit der veredelten Reben. Auf dem überwiegenden Antheile der Anlagen mit veredelten Reben haben dieselben ein durchschnittliches Alter von 4 bis 5 Jahren; Anlagen mit älteren veredelten Reben sind nur in beschränkter Anzahl und begrenzter Ausdehnung vorhanden. Von dea besichtigten älteren, d. i. über 8- bis 10jährigen Anlagen, machten jene auf den Besitzungen der Herren Berthet und Pulliat den günstigsten Eindruck, namentlich erstere vermöge ihres ausgedehnteren, einheitlichen Satzes und des ausgeglicheneren Wachs-tbumes. Ein wesentlich abweichendes Bild boten die Anlagen der Departements, in welchen die Standortsveredlung gehandhabt wird. Hier war der Stand allorts ein melir oder weniger lückenhafter und mit wilden und nachgesetzten nicht veredelten Rehen vei-mengter. Der Rebenstand und die Mittheilungen einzelner Interessenten im Departement H^rault, dass infolge von Abfall des Edelreises und Bruch, obwohl vielseitig zum besseren Schutze der veredelten Reben, die Anlagen durch 1 und 2 Grenzreihen nicht veredelter Reben ein-gesäiunt sind, ein jährlicher Nachsatz, beziehungsweise Nachveredlung (repiquage) bis zu 10®/o erforderlich ist und dass demnach die Anlagen innerhalb 'eines Zeitraumes von 10 bis 13 Jahren streng genommen das zweitemal erneuert wurden, lässt die Annahme berechtigt erscheinen, dass eine wesentlich längere Dauer den auf dem Standorte veredelten Reben kaum beigelegt werden kann. In der Gironde.wo das Aussetzen schon veredelter Reben erfolgt, die ältesten derselben aber erst Sjährig sind, würde man sich zu- frieden geben, wenn sie sich bis zum SOsten Laube haltbar erweisen sollten. Der derzeitige Stand dieser Anlagen lässt diese Erwartung nicht unberechtigt erscheinen. Das Gesaramtbild des Standes der Frage lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Cultur der amerikanischen Reben bewegt sich in Frankreich noch immer im Stadium des Versuches, da die bisher mit denselben erzielten Erfolge nur soviel ersehen lassen, dass die Möglichkeit der Cultur gegeben ist, ohne indes zutreffende Anhaltspunkte zur Aufstellung concrete!" Lehrsätze darüber zu liefern, wo und mit welchem Rebenmaterial die Wiedercultur der bezüglichen Flächen mit voraussichtlichem Erfolge Torgenommen werden kann. Aus den bisher gemachten Erfahrungen erhellt soviel mit Sicherheit, dass sich keineswegs uberall dort, wo vor dem Auftreten der Reblaus die K Vwifera-K&h&a erfolgreich cultivirt wurden, auch der Weinbau mit amerikanischen Reben betreiben lässt, sondern dass dies nur in (einzelnen) besonderen örtlichkeiten der Weinbaugebiete möglich erscheint. Wo dies aber der Fall ist, und mit welchem Material, kann nur fallweise auf Grund von Versuchen sichergestellt werden. Weiter lassen die Erfalirungen ersehen, dass alle sogenannt direct tragenden amerikanischen Rebarten und deren Varietäten aus dem einen oder anderen Grunde für die "Weinproduction ungeeignet sind und dass von diesen, wie von den übrigen wilden Reben nur einige wenige sich als Unterlage für Veredlungszwecke verwendbar erwiesen haben; dass eine entsprechende Entwicklung der Reben von einer fleiJSigen Bodenbestellung und von reichlicher Düngung desselben abhängig ist, und daher, abgesehen von dem Mehraufwande für die Durchführung der Veredlung, der Weinbaubetrieb mit amerikanischen Reben, sich erheblich Uieuerer stellt als bisher; dass endhch bezüglich der nachhaltigen Dauerhaftigkeit veredelter Reben die Erwartungen keine weitgehenden sind. Infolge dieser Sachlage ist man aber auch in Frankreich keineswegs über die Frage beruhigt, ob und inwieweit der Betrieb des Weinbaues mittelst der amerikanischen Reben gesichert ist, wie das zutreffend aus Folgendem sich ergibt; Die öffentliche Verwaltung sehen wir auf Grund des' Gutachtens ihres fachlichen Beirathes, der Cornmission superieuve du Phylloxera, noch immer die Bestimmungen der §§; 4 Und 5 der Gesetze vom 15. JuU 1878 und 2. August 187'9 handhaben, gemäß welcher dieselbe nicht nur die Bekämpfung der Reblaus mit den bekannten Insecticiden im Verwaltungswege durchführen, sondern auch jene Weinbergsbesitzer unterstützen kann, welche mit diesen Mitteln die Erhaltung ihrer ViUs Fim/er«-Bestände anstreben. Erst in zweiter Reihe tritt die Förderung der Cultur der fremden Reben durch Beihilfen für dieAnlage von Püanzschulen, unentgeltliche Abgabe von Reben u. d. gl. ein; da hiefür eine gesetzliche Verpflichtung der Regierung nicht vorliegt. Dabei lässt dieselbe die beschränkenden Bestimmungen betreffs der Einfuhr von Reben aus Amerika, sowie des Verkehrs mit denselben in Frankreich selbst, und endlieh das absolute Verbot der Einfuhr von fremden Reben nach Algier, obwohl auch dort schon die Reblaus aufgetreten ist, nach wie vor zu Recht bestehen. Die französische Regierung verausgabte auf Grund der vorcitlr-ten Gesetzesparagraphe für die Behandlung der Rebenbestände mit Insecticiden 1885 1886 1887 396.218 Frcs. 497.418 Eres. 334.543 Frcs. und als Subvention für die Erhaltung von Pflanzschulen für amerikanische Reben an Departements und Gemeinden 1885 1886 1887 49.740 Frcs. 56.410 Frcs. 76.236 Frcs. In Übereinstimmung mit der daraus hervorgehenden Haltung der öffentlichen Verwaltung stehen die Ausführungen einzelner stimmführender Persönhchkeiten, wie Crolas, Viala, Vassilliere, Marion u. a,. die es immer noch als nächst liegende Aufgabe bezeichnen, die vorhandenen Vitis Fi[n?yera-Bestände so lange als irgend möglich gegen die Angi'iffe der Reblaus zu vertheidigen und erst dann, wenn die zu Gebote stehenden Mittel sich als unzureichend erwiesen haben, es cdt der Cultur der amerikanischen Reben zu „versuchen". Was die Weinbauer selbst anbelangt, so findet das Bestehen einschlägiger Zweifel dadurch seinen Ausdruck, dass bisher die Anzahl der Besitzer zerstörter Weinpflanzungen, welche die Wiederbepflanzung derselben mit amerikanischen Reben vorgenommen hat, immer noch (wie es schon eingangs nachgewiesen wurde) hinter jener zurückbleibt, die es vorzieht, nach wie vor VUis Fim/era-Reben auszupflanzen und deren Bestand, sei es mittelst der Anwendung von Insecticiden, sei es mittelst des sehr kostspieligen Verfahrens der Submersion, sichert. Aber auch selbst in den Kreisen, welche sich vor kürzerer oder längerer Zeit der Cultur der fremden Reben zugewendet haben, bekundet sich eine begrenzte Zuversicht hi dieselben, nicht nur dadurch, dass eine Tollständige Wiederbepflanzung des Besitzes bisher nur seifen stattgehabt hat, was auf eine zuwartende Stellung sehließen läset, sondern besonders zutreffend dadurch, dass in sehr vielen Departements, ja selbst im Departement Herault, in welchem gegenüber einer gesammten Weinbauftäche von 180,000 A« derzeit schon über 70,000 Äct mit amerikanischen Reben bepflanzt sind, durch die, die ■Weinbauer vertretende Landwirtschafts^sellschaft, noch immer Versuchsfelder aufrecht erhalten werden, in welchen einerseits die Bekämpfung der Reblaus probeweise fortgesetzt wird, anderseits aber die verschiedensten amerikanischen Reben hinsichthch ihrer Resistenz gegenüber der Phylloxera und ihrer nachhaltigen Verwendbarkeit in veredeltem und nicht veredeltem Zustande geprüft werden. Dass in dieser Richtung begründete Zweifel vorliegen, erhellt endlich daraus, dass Personen, wie Mülardet u, a. im Wege der Hybri-disirung Reben zu erziehen hoffen, die widerstandskräftig gegen die Angriffe der Reblaus sind und ein den Vitis Fm^era-Reben gleich gut^ Product liefern. TABELLEN. If ach- h s ta 1 1 2 S 4. 5 6 7 s 1 Departements Weinbaufläche Tor der ReblausInvasion f 0 g to-». 1.1 3 14 15 16 17 1882 1887 1879 1882 1884 1887 Weingärtea Bepflanzte Weit^äiten Meu-anlagen im Alter bis zu 4 Jahren Zusammen im Alter von über 4Jahren Nen-ankgen im Alter bis zu 4Jahren Zusammen Mit amerikanisehen Reben bepflanzt ha 590 14.315 16,785 691 17.476 3 204 250 3.631 3.013 224 3.237 . J.245 15.571 13.640 902 14.542 j . 1.562 4.077 8.950 3.283 12.233 10 180 267 1.166 220 4,871 6.000 180 6.180 6 12 90 1-381 8.624 20,572 S.OdO 25.772 028 10.922 13.046 1.010 14.056 132 230 393 1.335 3 712 592 592 • 2.012 12.640 15.405 595 16.000 40 501 18.908 18.371 639 18.910 • 25.959 167.488 96.685 52.880 14i9.565 1.455 20.200 3.068 20.560 17.686 1.314 19.000 180 40 860 4.111 10.339 13.305 1.847 15.152 195 478 828 3.021 72 512 419 11 430 . ^ 2.728 27.013 20.782 4.932 25.704 35 31 140' 307 9.732 79.104 22.344 9.123 31.467 374 393 342 1.004 522 14.962 13.987 679 14.666 j . 611 15,615 14.377 65 14.442 66 1.870 17.391 4.600 1.000 5.600 14 2.284 34.065 31.178 1.493 32.671 10 8 15 25 4 29 9.501 77.727 17.800 17.800 2 21 150 440 82 7.070 7.390 7.390 3.4(69 10.260 8.B00 5,000 13^0 168 117 795 1.282 14 402 360 360 . if 26 1.367 1.453 20 1.473 . + 6.157 " 18.057 19.186 11.670 30.856 657 2.198 5.016 15.003 12.313 71.804 S3.820 16.605 70.425 40 1.307 15.490 124.588 129.800 129.800 2 2.000 8.024 109.721 110.000 25.000 135,000 104 8.382 10.484 19.229 68.873 53.383 49.199 103.082 900 10.928 29.689 76.971 u o s s n K •O C t-/ CO .rH 'U 1879 1882 18S4 zerstöi-te Weinbauflache Bepflanzte im Alter von über 4 Jahren ko- ha 32 lile et Vilaiue..... 80 57 33 Indve ............ 22.5S9 1878 1885 1 513 22.907 34 Indie et Loire..... 55.000 1882 . 5 20 47.440 35 Isere ............ 32.640 1876 1878 1.298 4.296 5.081 13.358 36 Jura............. 20.585 1878 1886 8 19.254 37 Landes........... 27.068 1880 . 3 4 19.432 38 Loir et Cher...... 31.741 1878 1 20 45 35.440 39 Loir........... 15.643 1876 1882 91 1.063 1.811 14.363 40 Loire (Haute-)..... 8.000 1876 ^ 1 19 70 7,247 41 Loire-Infevieur ..., 31.000 1884 . 29.633 42 Loiret............ 33.Ü70 1878 1386 1 20 37 24.936 43 Lot ............. 65.815 1876 1879 2.041 38.128 47.858 59.899 44 Lot et Garonne____ 140.000 1874 1879. 4.600 40.080 90.000 58.080 45 Lozfere........... 2.438 1876 1882 68 344 573 1.184 46 Maine el Loire .... 42.0U0 1884 31.264 47 Mai-ne........... 14.151 . . 14.187 4Š Mame (Haute-).... 16.869 1S87 16.241 49 Mayenne_________ 400 • 430 50 Mearthe et Moselle. 17.1i4 15.810 51 Meuse ........... 13.453 10.761 52 Morbihan......... 400 - 367 53 Niewe........... ] 0,916 1886 . 9.864 54 Oise............. 402 . . 241 55 Puy-de Döme..... 27.800 1878 6 8 29.244 56 Pyrenees (Basses-) . 25.000 1880 5 18.314 57 Pyr&ees (Hautes-). 17.800 1878 1886 4 17.016 58 Pyrenees (Oiient.-) , 70.000 1876 1881 550 15.000 31.000 74,740 59 Rh6ne ........... 46.026 1876 1880 2.014 12.863 16.807 29.792 60 Saöne (Haute-)____ 12.500 . , . 11.839 61 Saöne et Loire____ 44.421 1878 1881 200 1.328 3.784 41,491 6S Sai-the........... 9.460 • • • • • 9.356 1 9 1 10 11 12 1 13 14 te -= j=. j 17 1882 , 1887 1879 1882 1884 1887 Weingärten Bepflanzte Weingärten Keu-anlagen im. ^ter bis zu 4f Jahi'en Zu-£EuoQinen im Alter von über 4Jahren NeuanJagen im Alter bis zu. 4 Jahren Zusammen Mit ameritanisehen Reben bepflanzt ha 5 63 33 33 2.860 25.767 11.657 1.519 13,176 11 51 9.184 56.624 62.500 4.800 67.300 . 1.909 15,267 S2.236 1.500 23.736 31 94 529 94 19.348 18.588 129 18.717 isi 100 2.140 21,572 20.000 2.000, 22.000 3 . 5.663 41.103 38.960 3.227 42.187 1.777 16.140' 13.304 1.789 15.093 3 3 28 1.661 8,908 7.874 1.081 8.955 2.353 31.986 31.000 1.000 32.000 . 2.678 27.513 29.500 3.174 32.674 27 3.678 63.577 30.160 1.733 31,893 26 101 1.050 12.968 71.048 26.600 14,000 40,600 300 150 1,000 130 1.314 923 96 1.019 1 7 . 3.681 34,945 43.000 6.000 49,000 1 894 15.081 13.528 772 14.300 316 15.557 14.127 230 14.357 38 468 400 400 277 16.087 15.263 373 15.636 41 10.802 10.^6 168 10,624 356 713 1.996 3.435 5.431 1.406 11.270 11.052 746 11.978 . 241 174 1 175 • 5.741 34.985 38.550 6.950 ^,500, 2.891 21.205 23.400 3.050 26.450 jl.t59 18.175 15.200 1.600 16.800 5.871 80.611 39.108 10.892 50.000 200 12.444 4.354 34.146 19.000 7,950 26.950 3 115 323 1013 150 11.9S9 10,850 34 10.884 . . 3.5S2 tö.073 32.082 2.345' 34.427 8 , 29 393 m 10.279 9.541 546 10.087 • • Bericht Ober eiaa Reis». Departements Weinbaa- fläche vor der ReblausInvasion S t3> SS 2 ci tü s rti •s ü "O S ■S'S) s ^ ■a 1879 1SS2 1SS4 zerstörte Wein baufläche Bepflanzte im Alter von über 4 Jahren Jia 63 64 65 60 67 68 69 70 71 n 13 74 75 76 77 Savoie......... Savoie (Haute-).. Seine.......... Seine et Marne .. Seine etOise_____ Sevres (Deux)---- Tara............ Tam et Gairannc.. Var............. Vaucluse........ Vendue ......... Vienne.......... Vienne (Haute-) ,. Vosges ......... Tonne.......... Summe... 11.260 7.789 2.371 7.32i 7.529 20.262 51.000 39.980 90.327 32.000 19.000 34800 1.924 5.74« 34.694 1878 1878 im 1886 1876 1878 1876 1873 1866 1SS2 1S78 1882 1886 1886 1882 1882 1880 1878 1878 1886 1883 871 2 10 39.245 33.500 4/4.760 45 5 4.442 60 3,000 54.080 31.000 150 1.032 763.799 100 7 7.513 75 12.000 60.857 43.234 200 2.727 1,000.619 6.538 7.774 812 8.249 0.655 19.734 48.632 41.364 12.737 8.191 17.668 36.335 1.395 5.510 35.742 1,777.644 10 1882 Weingärten Neuanlagen im jUter bis zu 4rJabren Zusammen IS 1887 Bepflanzte Weingärten im Alter von über 4 Jahren Neuanlagen. im Alter bis zu 4 Jahren Zusammen u 1879 15 1882 16 1884 1887 Mit amerikanischen Reben bepflanzt ka 308 374 17 S 57 230 1.990 10.878 5.944 4.261 2-570 1.099 5.862 139 160 3.698 6.846 8.148 829 8.806 5.885 21.724. 59.510 47.308 16.998 10.761 18.767 42.197 1.534 5.670 39.440 9.980 7.709 478 7,193 6.200 10.564 51.500 26.423 13.358 6.259 17.330 35.040' 960 5.579 32.200 130 423 8 532 300 1.123 8.000 4.259 22,124 5.996 175 3.500 58 . 125 2.950 10.100 8.132 466 7.725 6.500 11.687 59.500 30.682 35.482 12.255 17.505 38.540 1.018 5.704 35.150 624 50 12 8 1 1.206 626 57 20 60 3.263 875 2 45 30 195 910 1.200 8.931 2.633 30 300 249.329 2,026.973 1,595.089 205.089 1,920.257 3.174 17.076 52.778 166,517 NacIi- C 1 o Pu Departements 1879 1882 1884 1887 Ausmaß der s U b m s r g i T t e n Weingartenfläche in ha 1 Ain-......................... Aisne....................... 3 Allier....................... 4 Alpes (Basses-)............... 2 36 8 206 5 Alpes (Hauifes-)............... • 6 Alpes (Mariiimes)............. • • 7 Ardöche..................... 2 10 8 Ardennes.................... 9 AriSge...................... 1 10 Aube....................... 11 Aude....................... 978 2.300 3.895 ] 12 Aveyron.................... 28 13 Bouehes-da-Rhöne............ 1.233 3.291 5.391 4.679 ; U Cantal...................... 15 Chatente.................... 5 5 12 ■ 16 Cbarente-Införieur............ 'l8 1 ■ 17 Cher........................ , * * • 18 Corröze..................... • 19 Corse ...................... 20 Cöte-d'Or.................... 21 Creuse...................... , 1 22 Dordogne .................. 23 Doubs ..................... 24 Drftme...................... 168 106 87 165 ^ 25 Eure........................ * 26 Eure et Loire................ 27 Gard........................ 374 .1X25 2.774 3.372 : 28 Garonne (Haute-)............. • • 2 263 : Weisung B, 1879 188S 1884r 1887 1879 1882 1884 1887 AusmaiJ der mit Schwefelkohlenstoff mit Sulfocarbonat behandelten Wemgartenflächen iu ha 5 141 • 545 • 273 31 l 30 ^ 47 63 10 15 5 22 79 132 • 3 227 366 428 21 9 31 101 241 1,213 2 • • • 6 9 10 20 • • • 32 879 6.889 15,900 780 2.364 1.698 92 180 191 20 73 481 428 3-593 53 242 24 2.099 . . 4 . i 32 13 36 11 79 58 64 120 130 237 213 25 9 27 31 12 57 250 1 - • 1 • 26 70 65 1 1 29 128 ■ 600 960 • 1 38 303 1S4 200 11 12 25 60 7 440 198 447 1.701 115 17 1 • 107 III 386 1.209 7 145 147 313 • 99 339 1.807 • • 836 ti K « o A. Departements 1879 1882 1884 1887 AusmalJ dev submergirten Weingartenfläche in ha 29 Gers........................ 30 G iron de..................... 2.221 3.504. 5.952 7.561 31 H6rault..................... 780 2.283 5.896 5.051 S2 nie et Vilarae................ 33 Indre ...................... 31 Indre et Loir................. 35 Isere........................ 4 7 14 18 36 Jura........................ 37 Landes...................... 38 Loir et Gher................. 39 Loire ..................... 40 Loire (Haute-)................ 41 Loire-Inl'erieur............... 42 Loiret...................... 43 Lot........................ 44 Lot et Garonne .............. 45 Loz^re...................... 46 M^e et Loire................ 47 Marne...................... 48 Marne (Haute-)............... 49 Mayenne.................... 50 Meurthe et Moselle............ 51 Meuse...................... • . m Morbihan.................... 53 Niövre ,..................... 54 Oise........................ 65 Puy-de-Döme................ 56 Pyrenees (Basses-)............ • 1879 1882 1884 18S7 1879 1S63 1884 1887 Ausmaß der mit SchwefelkohlenstoiF mit Sulfocai'bonat behandelten WeingartenMcheii in ha 2 336 835 239 485 2.711 6.936 7.684 1.140 3.541 2.340 4.962 4 10 100 ; 31 129 15 179 422 1.590 4 1 11 20 5 10 22 3 25 8 50 10 50 302 1.574 3 15 3 27 110 4 40 6 6 10 48 69 93 155 165 395 8 6 6 1 26 143 2 25 48 7 18 25 108 75 309 13 7&8 751 43 1 20 2.915 920 2 3.165 132 1 III 1 20 22 30 12 o DeparteineTits 1379 18S2 1884 1887 Ausmaß der s b m e r g i r t e n Weingavtenfläche in ha 57 Pyrenees (Hautes-) 58 Pyr&^es (Oiientales) 59 Rhtoe 60 Saöne (Haute-) 61 Saöae et Loire 62 Sarthe «3 Savoie 64 SaToie (Haute-) 65 Seiae 66 Seine et Marne____ 67 Seine et Oise 68 Sevres (Deux) 69 Tam 70 Tam «t Garoiine 71 Yar 72 Vaucluse 73 Vendue 74 Vienne 75 Vienne (Haute-) 76 Yosges 77 Yonne Summe. 56 101 150 5.114 30 1 35 96 541 12.543 200 10 20 85 581 23,303 851 40 15 1.033 26.665 1879 1882 1884 1887 1879 1884 1887 Ausmaß der mit Schwefelkohlenstoff mit Sulfocajrbonat bebanddten WeingartenflScben in ha 200 143 12 23 1 5 11 112 U 3.122 2 1,473 4.403 248 36 3 250 150 210 35 91 17.121 40 3.000 6.799 534 23 60 13 401 200 461 36 33.446 68 4.461 13.302 1.673 40 1 36 50 122 15 240 66.175 627 III 1 2 10 3.033 600 1 5 4 10 42 210 6.286 123 17 1 10 6 3 16 S.820 {• lAtuI I4h»ru> -tbdnri rH.,^ Sr^.^r&aWnlt_____ .........V..,.......15dl. .........II.......^.Rtfari«. SwÜi-JliJ ai,pLnm ^(plIHKf 1US PLAN DU CHAMP VEXPERIENCES Ikhc ya EUGXUiS.iistitiittui-jr.fiemniiOti^.jiAil: EIM. Dnriwe 1» Jfeiim. LeJtä^tf' Terre ä Jtr^Bairt! ^IK i 1 MMJadKrl t 4 ; 5 JW ajr J^öiBf 1 I puan ms Ouuiyi d*!^«»!«» J(p9rt«nientil •tatll Ol (w ä VlillE MORGON IwatJjraitot JkulijfnfdeU ^XBERTHET.