CMcr W Zeitung Zeitschrift für Stadt und Land, mit besonderer >Rü,gst bemächtigte sich während des Kampfes der vielgeprüften Be-wohner der Leopoldstadt; mit Sack und Pack eilten sie schaarenweise, weinend, jammernd und händeringend der innern Stadt zu, — ein herzzerreißender Anlbick! Zu gleicher Zeit wurde der Angriff gegen die Landstraße mir nicht geringer Kraft und Anstrengung betrieben. Die Nationalgarde dieser Vorstadt leistete nur geringen Widerstand; die mobilen fforps wurden auseinandergesprengt, und nach einer anhaltenden hefti-gen Kanonade fiel der größte Theil der Vorstadt in die Hände deS Militärs, dessen einzelne Eolonnen bis an die Franzenskettenbrücke vordrangen, und von hier aus den Vertheidigern der Barrikaden in der Leopold-stadt in den Rücken kamen. — Dieser Moment entschied daS Schicksal der Leopoldstadt. Die Barrikaden, 3 Stunden hindurch mit Muth vertheidigt, wurden in eiligster Flucht verlassen, und Eroaten, deutsche Gre-nadiere und polnische Jäger waren bald im Besitze der ganzen Vorstadt. Während dieses vierstündigen Kampfes versetzte ein anderes Ereigniß die ganze Bevölkerung der Stadt in Schrecken und Entsetzen. Fast rund nm die Stadt herum sah man ein Feuer nach dem andern auebre-chen; zurrst wurden die äußersten Grenzen der Leo-poldstadt heimgesucht; ein Theil der Augartenstrasse, dann eine ganze Reihe von Häusern in der Franzens-allee bis zu der Zuckerfabrick von M a ck, wrlchc zwei Abende vorher eingeäschert war, und bis zur großen Dampfmühle, die glücklicher Weift verschont bli.b; im Prater loderten mehrere Gebäude in Flammen auf. — Bei eintretendem Dunkel zeigten sich auch in andern Richtungen schreckliche Feuer. An der St. Marrer Linie brannte die Artillerrieeaserne, weiter südlich die großen und schönen Gebäude deS Gloggnitzcr Bahnhofes, und außerhalb der Mariahil» fer Linie die GaSbeleuchtungSanstalt. Ganz Wien schien in Flammen und Feuer gehüllt zu sein und das ganze | Firmament färbte fich dunkelroth. Unbeschreiblich »rar da» Entsetzen der Zuschauer, welche in großer Menge auf den öffentlichen Plätzen und Basteien sich sammelten. Mit Anbruch der Nacht verhallte der bis dahin unaufhörliche Kanonendonner; daS Resultat deS Kampfes war ein für die Vertheidiger der Stadt ungün-stigeS. Die Landstraße und die Leopoldstadt waren ganz in den Häuden des Militärs, welches die Straßen, öffentlichen Pläye und Gebäude besetzte, und seine äußersten Vorposten bis an die Ferdinands brücke und das neue Maulhgebäude vorschob. — Der große Kampf deS denkwürdigen TageS war zu Ende; nur ein unbedeutendes Plänkelfeuer wurde noch zwischen den Vorposten des Militärs und der Besatzung der Ba-steien unterhalten. (Forts, folgt.) E i l l i. Von der eroatischrn Gränze berichtet man, daß die Vorposten unseres Armeekorps unter Graf Nugem in der Gegend von Friedau durch den unga-rischen Landsturm umgangen wurden. In dem hierauf entstandenem Gefechte sollen unsere Truppen einen Ver-lust von 60 Mann erlitten haben, die Ungarn aber zuletzt zurückgedrängt worden sein. In einem Privatschreiben eineS Deputirten auS Wien wird der erlittene Schaden auf 10 Millionen angegeben; andere Berichte sprechen sogar van dem Vierfachen dieser Summe. Es sollen mindestens 20 bis 30 Häuser ein Raub der Flammen geworden fein. Die Verhaftungen dauerten noch immer fort, der Ver-k.hr mit den Borstädten war jedoch bereits viel erleichtert worden. Der „Serbe" schreibt: Der Graf Elz, welcher in Syrmien zu Gunsten der Magyaren agiren wollte, wurde deßwcgen von unsern Grenzern erschlagen ; mit ihm erlöscht der Elzischc Stamm. Weil unserm Syr-mien nun von der slawonischen Seite Gesabr droht, so wurde ein neues Lager bei Schied errichtet, um den Feind gehörig zurückweisen zu können. Anstatt im Feindeslande haben wir nun den Kriegsschauplatz bei uns. Nach der Agramer Zeitung sind in dem Gefechte bei Schwechat von Seite des MiliiärS 65 von Seite der Magyaren über 300 und vor Wien von der eroatischen Armee 120 Todte und Verwundete geblieben. DaS wallachisch - ilirische Regiment soll Lugosch und Weißkirchen besetzt haben. Dem Krakauer Courier zufolge ist Lemberg in Belagerungszustand erklärt worden. £ l m ü tz. Sichern Nachrichten zufolge hat Ge-neral Simonich die Ungarn bei Neuhäufel geschlagen und diesen Platz besetzt. Die Magyaren mißhandeln die slowakische Bevölkerung in der Art, daß ganze Schaaren von 5—600 die mährische Gränze über-schreiten, und in den Grenzorten Schutz suchen, (ff. B.) Schnellpressendruck und Verlag von I. B. Jeretin. Jutelligenzblatt jur Cillier Zeitung. 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Eine Frage der Zeit zur Verständigung und Begründung des freien StaatSbur-gerthumS, besprechen von Eduard Ehörnitzer, Doetor der Rechte. Preis 10 Kreuzer EM. D ie S ilcpubUkaner Hecker. Struve, uud Schliiunelpenning. Führer der rePublikavisäie» Frei-schaarcn in, badischen Oberl.nide 1848. preis 6 kr. C. Äl Zerstreute Blüten. Körber. Preis 40 kr. EM. Ferdinand UNd die Engel. Vision am 15. März 1848. Dritte Auflage. Preis 10. fr. E. M. D e r Sch wager Mar an seine Landleute. Briefe zur Aufklärung für Siadt und Land. 1. Lieferung. Ein und ein halb Bogen ö kr. C. M. Wiener Ereignisse vcm 15. bis 28. Mai, erzählt und erläutert. Preis G fr. E. M. Einhundert katholische Bilder in Stahlstich oder Sammlung religiöser Darstellungen nach älteren und neueren Meistern und wabrbaste Abbildungen der Heiligen und Schutzpatrone der fatbolischen Kirche. Präinieiibilder für die hochw. kathol. Geistlichkeit, zur Vertheilung an fromme Kinder, zu Zimmerverzie-.rungen und alle fathol. 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Musifalisch deflamatorisch - theairaischeS Quodlibet, mit Gesang in einer Abtheilung. Anfang um halb 7 Uhr. Srkuellpreneiivruck un» Tterlag vvn I. £J. Ieretiu.