.> I ,'j » ' " yA$k jupgillier Wochenblatt. ^H< i^r / Zeitschrift jut Belehrung mid Vertretung des Bürger- nnd Banernstandes. I\rO. 1. IVfotto : Licht, Recht, Wahrheit. Eamstag am l. April !6-t3. VL>'.i»t>vortIieIie Redaotion: Bincenz Prafch, f. k. Professor. — I. E. Ganser. Programm. •Oft dem unendlichen Jubel, der in allen Provinzen unserer Monarchie erschallt, hervorgerufen durch die zur Zeit noch unermeßlichen Geschenke, mit welche» unS die Huld unseres gütige» Monarchen beglückte, bei der neue» Gestaltung aller Verhältnisse unseres StaatSlebcnS, geziemt eS sich nicht, die Hände müßig in den Schooß zu lege», sonder» »ach Kräften mitzuwirken zu den« großen Baue, deu wir i» nächster Zukunft auffüh-ic» wollen. Diese Ansicht hat unS geleitet, da wir, de» vielseitigen Wünsche» entgegen kommend, die Herausgabe einer Zeitschrift unternahmen, welche sich zur Hauptaufgabe macht, uuter Währung der deutschen Rationalität, iu einer geni einsaßliche n Sprache die großen und wichtigen Frage» der Gegenwart mit Freimuth und Wahrhaftigkeit zu erörtern, Belehrung und wahre Aufklärung unter die sogenannten mittleren und niederer» Stände zu verbreiten, insbesondere die Zustände deS Vttrger- und Ännerilstnndes zu beleuchte», und diese in den Stand zu seyen, durch richtigen Gebrauch der ihueu gewordenen Zugestanduisse ihre Angelegenheiten nach Recht und Gesetz zu vertrete». ES scheint unö für diese große Aufgabe nicht hinlänglich zu sein, daß diese neuesten Ereignisse bloS in den Blätter»'der Hauptstadt besprochen werde», sondern eS thut auch noth, daß man wisse, was i» den Kreisen deS Landes vorgehe, und daß die bezüglichen Wünsche und Bedürfnisse z»m Ausdrucke kommen. ?lchibare Mitarbeiter haben uuo bereits ihre Beihilfe zugesichert, und wir stellen an jeden Freund der Wahrheit die offene Bitte, uuS durch Beiträge in der Ausführung unseres Zweckes zu unterstüpn». LaS Hnttptblntt unserer Zeitschrift wird eine kurz gefaßte Uebersicht der wichtigsten Begebenheiten des Auslandes und eine getreue Darstellung der Ereignisse deS IniilaudeS enthalten, wobei wir naturgemäß die. Verhältnisse uusereS und der benachbarten Kreise insbesondere berücksichtigen wollen. Diesem werden wir in Cri» ginal-Aufsäpen leitende Artikel über die Interessen jener Stände folgen lasse», deren Vertretung wir unS ;ur Pflicht mache». Der Tlttlinilg, welcher eigentlich als Ergänzuug des HauptblatteS dienen soll, wird interessante Notizen aus dem Bereiche deS KreiseS, die bestehenden Marktpreise, Erscheinungen im Gebiethe der Landwirthschaft, da« Verzeichnis) der im Pomerio der Stadt Eill« Verstorbene» und der angekommenen Fremden enthaltcn; da» Bei» blatt aber wird verschiedene Inserate, Verlautbarungen von Dominien »nd Parteien gegen Entrichtung der üblichen Gebühr aufnehmen. Das C'illlcr IVocIiriililntt erscheint im Verlage der Kreiöbuchdruckerei deS I. B. Jereti n zu Eilli, und zwar vorläufig wöchentlich einmal in der Ausdehnung von '/, bis S/4 Druckbogen. Der voraus zu erst* geilte und portofrei slll die Nednction einzusendende Betrag ist für Eilli und nächste Umgebung bei Selbstabbolung vierteljährig 45 kr. Auswärtige wollen sich an die znnächst gelegenen k. k. Post, ämter wenden. Das RedaetionS - Bureau befindet sich in der Grayergasse Rr. 77. nckblicke. Indem wir unter dieser Aufschrift eine geschichtliche Uebersicht des gegenwärtigen Umschwunges europäischer EtaatSverhältnisse zu liefern gedenken, hoffen wir einer großen Anzahl unserer Leser einen angenehmen Dienst zu erweisen, und sie auf den Punct zu stellen, auS tvcl-chen sich ei» begründetes Urtheil über die Veranlassungen der gewaltigen Veränderungen schöpfen läßt, denen in jüngster Zeit die meisten Staaten und mit ihnen unsere Monarchie ausgesetzt waren, und deren Folgen zu tief eingreifen in das Wohl nnd Wehe der Völker, als daß wir bei ihren Erscheinungen glcichgiltig bleiben könnten. Andererseits verdie»! heut zu Tage die Geschichte mehr alS je den Vernahmen „Lehrerin der Menschheit", und wollen wir unS nicht blindlings von dem Strome der Begebenheiten hinreissen lassen, so müssen wir auch einen Blick werfen auf das, waS ringS um unS her vor-ging, was mit unseren eigene» Zuständen in inniger Verbindung steht, und daher auch für uns einen Gegenstand lehrreicher Beobachtung bilden muß. Der beschränkte Raum unseres Blattes nnd die Ereignisse, welche von Stunde zu Stunde heranstürmen, gestatten unS nicht, diese Uebersicht so vollständig zu liesern, alS wir es Anfangs im Plane batten. Wir können daher der früheren Verga»ge»heit nur eine» oberflächlichen Blick widmen, werden jedoch zu seiner Zeit die Verhältnisse jener Periode und die Verträge, welche die bisherige Grundlage unserer Staaten bilde», ge-naner inS Auge fassen. Cbfchoii in den meisten Ländern Europa'S sich die Ueberzeugung aufgedrungen hatte, daß die bisherigen NcgierungSgruudsätze mit der höheren Bildung der Völker so wie mit den veränderten Bedürfnisse» unverträglich scien, so galt dieses doch vorzugsweise von Italien, und in diesem Lande wieder waren eS der Kirchenstaat und Neapel, welche am meisten nnter dem Drucke einer veralteten Verfassung seufzten. Unsere Leser erinnern sich an den unendlichen Jubel, welchen im Mai 184G die Erwäblttng des PapsteS PiuS IX.. erregte, «seit vielen Jahren her war es etwas ganz Ungewöhnliches, daß ein Mann von freisinnigem Eharakter, der die An-forderungen der Zeit kenne, zum höchsten geistlichen Oberhaupt erwählt wurde. Daher war es kein Wunder, daß selbst im Schooße der Geistlichkeit immer lauter die Stimme wurde, man möge ablassen von jenein Geiste, der, obschon man mit allen Mitteln ihn heraufbeschworen hatte, dennoch vielseitigen Haß erregte, die Familienbande zerrüttete, die Völker entzweite, und von dem Wege wahrer christlichen Liebe weit abführte. Diese Anschuldigung galt insbesondere dem Jesuitenorden, welcher zwar von Pap>i ElemenS XIV., Ganganelli, im Jahre 1773 in allen Staate» der Ehristenbcit aufgehoben worden, allein in neuerer Zeit nebst vielnamigcn Klöstern gleichen Zweckes wieder neue und insbesondere in Oesterreich tiefe Wurzeln gefaßt hatte. Allein Papsi PiuS begann seine Verbesse» rniigen aus dein weltlichen Gebiete, schafft« viele Miß bräuche ab, die unter der Berwaltnng der Cardinäle ein-gerissen waren, überzeugte sich mit eigene» Auge» von der Mangelbafligkeit der GerichtSpflege. von der häufigen Umgehung der Gesetze, gewann sich dadurch nicht bloß die Verehrung der Römer, sondern bewirkte, daß in allen Staaten Italiens der Ruf nach einer freieren und zeitgemäße» Verwaltung immer lauter, eindringlicher und zuletzt unabweislich wurde. (Fortsetzung folgt.) W v cl, c »scl, a ». Lilli. Die Tage vom 8. bis IG. März wurden wie inner einer unheimlichen Gewitterschwüle durchlebt. An allen Orten bildeten sich Gruppen, welche die anlangenden Zcitnngsblätter mit Hast durchflogen, das Ausbleiben derselben und die erste Nachricht, daß in Frankreich der König gestürzt, entflohen, und eine pro-visorische Regierung eingesetzt sei, weckte auch die träumerischen Schläfer au« ihrer Unthätigkeit. Die Nachrichten aus Baden, Würtemberg, Baiern, Hessen, Sachsen, welche sich einstimmig für Preßfeeiheit, Oeffentlichkei» und Münd-lichten im Gerichtsverfahren und Vertretung d e S V o l kes am Bundestage durch ein deutsches Parlament ausgesprochen halten, die selbst vom Bundestage für alle deutschen Länder zugestandene Preßfreiheit, alleS dieses wirkte wie ein Zanberschlag ans die Gemüther, nnd zum ersten Mahle wurde sich auch der Wende bewußt, daß er zu der großen deutschm Familie im politischen Sinne gehöre, welche von der Ost- nnd Nordsee bis zum Ge-stade des adriatische» MeereS reicht. Allgemein sab man ein, daß Oesterreich nicht zurückbleiben könne. Die Nachricht von der Abdankung des StaatSkanzlerS Metternich belebte die Hoffnungen aufs Neue, indem der Mann gestürzt war, welcher den von der Zeit gebothenen Fortschritt mit eisener Hand aufgehalten hatte. AuS Gratz und Wien langten Berichte ein von der Bewegung, welche alle Elassen der Bewohner ergriffen hatte; mit ängstlichem Bangen harne man aus die Losung, endlich am t 6. um 1 Uhr Mittags langte der Gratzer Train an, geschmückt mit den National sahnen und brachte die freudenvolle Nachricht von Auf-Hebung der Censur und die am Bortage im Theater zu Gratz verkündete Ertheilung einer zeitgemäßen Volksvertretung. Nun kannte der Jubel keine Gränze mehr. Schon um 3 Uhr versammelte sich, Eoearden in der Landesfarbe tragend, eine zahlreiche Menschenmasse auS allen Ständen vor dem Bahnhofe und von dort ging der Zug unter Begleitung der Militärmnsik und dem Donner der Pöllcr über den Hanptplay zurKirche, vor dieser wurden die 3 rie sigen Fahnen gesenkt, welche ebenfalls die Farben weiß und grün, und auf diesem Felde die 3 Hoffnungssterne deS Cillier Wappens zeigten. Sofort bewegte sich der Zug ! unter endlosem: „Es lebe der Kaiser"' zum Kreisamts-I gebäude, und als dort die Volkshpmne aus voller Mannes I brüst erschalle, da blieb auch kein herz ungerübri, kein - 3 — Auge trocken. Abends wurde die Stadt aus dem Steg-reife beleuchtet, und an dem MagistratSgebäude strahlten die Wone: „ES lebe Ferdinand I., Preßfreiheit, Volksvertretung." Die Hauptwache wurde aus der Mitte der Bürger bezogen, und die tiefgefühlte Feier deS Tages, welchen noch unsere Enkel segnen werden, lief ohne irgend eine Störung der Ruhe ab. Am folgenden Tage ver-sammelten sich alle Elassen der Bevölkerung mit Einschluß der Behörden in der Stadtpfarrkirche zu einem feierlichen Dankamte, IfiUi hat somit den Ruhm, dem großen Geschenke zuerst, ohne auf höheren Befehl zu warten, aus freiem An-triebe das Siegel religiöser Weihe aufgedrückt zu habe». In-dessen war bereits folgendes allerhöchste Patent erschienen : Wir Ferdinand I, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich e>l der StaatsauSgaben z» vermindern. Nur wenn das ganze Land die Waffen z» führe« gelehuit hat, ist Aufrecht-Haltung der Ruhe und Ordnung und Achtung vor den, Gesetze im ganze« Lande verbürgt, nicht aber, wenn in zerstreute« Städte» ein Häufchen in glänzender Uniform 3 — 4 Mal des Jahres dir mämilichc Waff' zum Spiele der Eitelkeit erniedriget. Halte» wir also sesi zusammen, nehmen wir den Begriff der Rationalgarde im großen Sinne deS Gesetzes, nnd schließen wir uns mit Vertrauen dein edlen Beispiele an, welches uns die Bewohner unserer Hauptstadt gegeben haben und geben werden, nehmen wir die dort geltenden Grund-sätze im Voraus an, enthalte» wir uns inzwischen aller kleinlichen Fragen, auch in Gratz gibt es Fami lienväter, GewerbSkeute, die freudig und ohne Za»-d e r n und Mißtrauen dem Rufe gefolgt sind, und beberzi-gen wir das große Wert: „Eintracht macht stark." Mehrere unserer Mitbürger waren zurZeit als die Bewegung in Grap statt gefunden, dort anwesend, hatten Zeugen abgegeben von der aufopfernden Liebe, Selbstbeherrschung und Weisheit, mit welcher S. E. der Landes-gouvenieur Graf Wickenburg die aufgeregte« Gemüther ^beschwichtigte, und die tobenden Massen von Ausbrüchen der Gewaltthätigkeiten zurückhielt. Dieß und die allgemeine Verehrung mit der sein Name in allen Gauen des Landes genannt wird, bewog die Bewohner unserer Kreisstadt, ihre Gefühlt zum lebendigen Ausdrucke zu bringen. Am 25. März hatte der Redacteur dieses Blattes Professor VineenzPrasch die Ehre, folgende Dankadresse S. Ereellenz persönlich zu überreichen: Euer Ereellenz.' Wer eine große That gethan, den lohnt das eigene Bewußtsein! Das hält uns in Ehrfurcht Unterzeichnete jedoch nicht ab, den Gefühlen und Empfindungen Ausdruck zu geben, welche der weithin ertönnendeRuf von Euer Ereellenz wahrhaft ritterlichem Muthe, hochherziger Gesinnung, Mäßigung und Edelsinn, welche hohe und glänzende Eigenschaften Euer Ereellenz an den er-eignißreichen 15. IC. und 17. März an den Tag legten, in unsern für alles Edle und Große erglühenden Herzen erregte. Wir sehen mit Stolz auf das erhabene Beispiel, welches uns, ja ganz Deutschland — ganz Europa gegen- — 5 - über — die cdlc Bürgerschaft von Gray gtgcbcn — aber wie das Licht der Sonne den dichtesten Nebel durchbrechend der Erde den Tag gibt, wie die Folie dem Edclstcinc erst den wahren Glanz di« wahre Klarheit verleiht, so ist die väterlich »nd geistreich leitende Potenz deS Edlen und Großen, das in jenen Tagen in der Hauptstadt geschah, in Euer Ereellenz zu suchen. Euer Ereellenz! All das ersparte Blut der hochsinnigen Bürger von Gratz— all die ersparten Thränen bilfloser Witwen und vaterloser Waisen werde» in die Wagschale fallen, mit den der große Richter einst Euer Ereellenz große Thaten wiegen wird. Der Name des Grafen von Wickenburg wird in EtcicrmarkS Geschichte, umgeben mit dem Sirahlenkranze der Unsterblichkeit pran-gcn, für unS aber ist die Sprache zu arm, um Euer Ereellenz die Bewunderung und den tiefgefühlten Dank so wie die Verehrung anSzuspreche», welche wir empfinden. Wir vereinigen alle unsere Gefühle in dem ?llleS hinreißenden Rufe: Go» erhalte unsern Kaiser! hoch lebe unser Gruvrrnenr Graf von Wickenburg! Euer Ereellenz in Ehrfurcht ergebene Bürger nnd Bewohner von Eilli. Seine Ereellenz geruhten mit sichtbarer Rüh-ru»g diese Dankadresse entgegen zu nehmen, und dem Uiber-bring« in den huldvollsten Ausdrücken dic Versicherung zu ertbeilen, daß Sie Alles, waS das Wohl unseres Kreises fordere, auf das Angelegenste befördern wollen. Zur Verstärkung der hiesigen Garnison ist am 20. Mär; eine Eoinpagni'e von dem in Gratz liegenden k. k. Ins. Rginte. Baron Wimpfe» hier angelangt, und hat bereits am 28. darauf gemeinschaftlich mit der Nationalgarde über e»i verbreitete» Gerücht einco Brandversuches den Patrouillen Dienst versehen. In Folge der im lombardisch - venetianischen König-reiche (so unten) vorgefallenen Ereignisse ist bereits eine Abtheilung dcS Grenadierbataillons Biergotsch lKinSkp) mit Batterien und Munition, fernerS 2 Bataillon des Regimentes Wocher nach Italien marfchirt. DaS Regiment Nugent und eine Abtheilung Carl Uhlane» werde» eben dahin folgen. Auf der im Bau begriffenen Eisenbahn-strecke von Laibach bis Steinbrücken haben sich italienische Sendlinge eingefunden. um dic Arbeiter zur Theilnahme an dcn italienischen Aufstanden zu verleiten. Wir machen die betreffenden Bezirke auf diesen Umstand aufmerksam, und hoffen, daß man mit aller Kraft derlei Bestrebungen ent-gegen arbeiten werde. W i e». Ihre Ereellenzen der Präsident der Polizei-und EensurHosstelle, Graf Sedlnitzkp, und der Oberste Kanzler, GrafInzaghi, dann der k. ung. Hofkanzler, GrafGeorg Apponyi, ,»gleichen der k.k.StaatSminister und BimdtS Präsidialgtsandtt, Graf MünchB ellin g. bausen, haben ihre Stellen in die Hände Ee. Majestät niedergelegt. Se. k. k. apostol. Majestät habe» mit Allerhöchster Entschließung vom >7. März die Bildung eines für die Vollziehung und Durchführung der in dem Allcrhöchstcn Patente vom 15. März I. I. ausgesprochenen Grundsätze verantwortlichen Minister - Rathes zu beschließe» geruht. (Dic Ernennungcn ttagcn wir nächstcnö nach.) Krain. In Laibach ließ sich daS Volk zu sehr be-dauerliche» Ereessen verleiten. — Das gräfl. Auers-pcrg'sche Schloß Sonegg wurde förmlich gcplündcrt »nd mit zügcllofcr Rohheit verheeret. Aus Innsbruck liegen Privaibriefe vor, welche alles WünschenSwrrihc melde». Der Präfect deS GvmnafiumS, ein Jesuit, welcher am Tage der Feier deS Eonsiitutionsfcsteö dic studicrcndc Jugcnd nicht von dem Besuche der Schule befreien wollte, mußte natürlich der ttebergewalt weichen. Die Petitionen der Tiroler so wie der übrigen Provinzen werden wir nächstens nachliefern. B a i e r n. Se. Majestät König Ludwig haben aus freiem Antriebe dem Throne entsagt »nd dessen Räch folger Marimilia« II. bereits die Regierung angetreten. Dänemark. Die Sache der Herzogihünicr SchlcS-wig-Holstci» (welche bekanntlich zu Deutschland gebö-reu) ist entschieden. Da der König jedem deutschen In-tcrcssc sich abhold zcigtc, so haben diese deutschen Her» zogthümcr cinc provisorische Regierung gebildet, um sich cngcr an Deutschland anzuschlicßc». Frankfur t. Dic deutsche Bundesversammlung erklärt den alten deutschen Reichsadler mit der Umschrift: „Deutscher Bund" und dic Farben deSchcmaligcn deutschen RcichSpanicrS — schwarz, roth, gold — zu Wappen und Farben dcS dcntschc» Bundes. Lombardisch VenctianischcS König reich. Alle Blicke sind gegenwärtig auf Italien gerichtet, der Erfolg der dortigen Erriguissc wird ein großes Gewicht in dic Wagschale unserer Monarchie legen. Man t»atie Anfangs dic Eonstitution mit Inbcl begrüßt, allein bald siel dic MaSkc und in Mailand brach der Aufstand mit großer Gcwalt auS. Wir wollcn unscrc Lcscr nicht mit den abcntcucrlichcn Gcrichtcn bchclligcn, wclchc dic All-gcmcinc Zcitung aufzntischc» für gut fand. Daß ein großcr Thcil dcS KöiiigrcichcS sich der Empörung an-gcschloßcn habt, wollcn wir nicht in Abrede stellen. Am wahrscheinlichsten ist folgende ?lnsicht dcS dortigen Zustandes. Feldmarschall Radetzki hatte nach cinem schr crbittcrtcn Strassenkampsc in Mailand sich in daS Eastcll zurückgezogen, um daS Bombardement desto wirksamer eröffnen zu können. Dieß gab Veranlassung zu der Sage, er sei in dic Flucht gcschlagcn worden. Nach den neuesten Nachrichten war Mailand bereits vollstän dig unterworfen, und den Bewohnern cinc bcdcutcndc Eontribniion anfcrlcgt. Dic aus dem Piemontesischen eingedruiigenen Feinde sollen von dem ?. und 10. Jäger-bataillo» unter den Obersten Kopal und Weiß zu» rnckgetrieben worden seyn. Mantua war noch in dtn Händen der Oesterreicher, und der Feldmarschall bereits - 6 - auf Verona im Anzüge, wohin sich auch der Herzog von Modcna geflüchtet habe, während der Herzog von Parma in seiner Residenz belagert sei. Rücksichtlich Venedig entnehmen wir dem österreichischen Lloyd folgende Daten, welche unstreitig für die sichersten anzunehmen sind. Nach einem kurze» Freuden-»übel wurde auch in dieser Stadt eine provisorische Regierung eingesetzt und von dem Gouverneur, Grafen Ludwig Palffy fein Amt niedergelegt, von dem Feld-marschal - Lieutenant Grafen Ferdinand Zichy eine sehr entehrende Kapitulation unterzeichnet, wornach die Trup-pen des Regiments KinSky und jene der Eroaten, dic Landartillerie und das GeniecorpS cingcschiff! und das ganze Kriegsmaterial in Venedig verbleiben sollte. Am 27. März trafen drei Compagnien deS Regimentes KinSky in voller Rüstung bereits in Triest ein, da diese wackere Schaar ihre Waffen nur mit ihrem Leben den Cmpörcrn überlassen wollte. DaS Fort Malghera in Venedig war aber noch im Bcsitze cincr Truppcnab-»httlung dieses Regimentes. Der Marincobrist Mari-novich wurde auf die grausamste Weise ermordet. Die Provinz Treviso, Udinc, Palinanuova, Rovigo, Loreo, Adria, 6t. Dona, Sacilc, Padua seicn von dcn öfter-reichischen Truppen geräumt und hätten sich großen-theils der venetianischen Republik angeschlossen. Der Gc-ncralmajor Victor von PontiS hat sich am 25. März nach Görz begeben, um längs den« Isonzo einen Cor-don zu ziehen und sofort Friaul wieder zu unierwerfcn. Seine Majestät haben dic augenblickliche Aufstel-lung eines ArmeecorpS am Jfonzo unter dem Befehle des FeldzeugmcistcrS Grafen Nugent anzuordnen geruht. Cilli. Alle Abtheilungen tmsereS Werbbezirkes werden auf den Kriegsfuß gesetzt. Zeitfragea. Cilli am 23. März. Der Augenblick, in welchem die «tände dcS ReichcS die durch kaiscrlichc Gnade vcrbciffcnc Constituiion inS Lebcn rnfen wcrdcn, rückt immcr näher heran; daS Volk sieht ihm mit Furcht und Hoffnung entgegen. Mit Furcht, weil eS noch nicht klar genug über die Frage belehrt ist, ob eS auch auf eine Vertretung des 4ten Standes, durch Vertreter aus seiner Mitte zu rechncn hat; mit Hoffnung, ja mit kind-lichem Vertrauen, wcil cS die wahrhaft großherzigen Gesinnung?» scincS kaiserlichen VaterS kcnnt. In dicscm Augcnblicke wäre eS an der Zeit, daß die zu Gratz versammelten Herrn Stände ihre Verhand-lungen veröffentlichen, daß sie dadurch dem Volke ein Vertrauen einflößen, und sich eines Vorrechtes cntlcdi-gen, dessen traurigen Werth Niemand mehr anerkennt. Wir sollen dic Wundcn, an denen wir so lange gcblutet, eben so frei besprechen, wie die Mittel, die dagegen angewendet werden sollen. Wir sollen aber auch die Gesinnungen derjenigen kennen, denen cin Recht zu-gestanden ist, über die Maßregeln zu berathen, von de- nen das Glück und die künftige Blüthe dieses schönen Lande« abhängig ist. Möge auch dem Landmanne eine materielle Begünstigung ohn? Verzug gegeben werden; die Entschä-digung dafür wird er sich dann gcrnc gcfallcn laffcn, wenn er nur einmahl faktisch dersclbcn versichert ist. Mö-ge in den ersten Reihen dieser Begünstigungen die Auf-Hebung deS ZehentS, der ZinSgaben und des Unier-IhanS - SlrafpatenteS stehen. Vor allem aber mögen die Herren Stände daS Licht dcr Öffentlichkeit auf ibre Ver-Handlungen strahlen lassen, denn daS ist der Weg zum Vertrauen, daS ist der Weg der Belehrung und deS Fortschrittes. Gurnigg. Nachdem wir diesen Artikel unscrcS gcchrten Mitarbeiters bcrcitS dcr Prcssc übergeben hatten, crfabrcn wir, daß sich von Gratz eine Deputation unserer Stände und Rcpräsentanten auS dem Bürger- und Bauernstände am 23. März zur Vertretung der vaterländischen Interessen »ach Wien begeben hat. Verwundert müssen wir die Frage aufwerfen: Auf welche Constitutionelle Grundlage stützen sich dicsc, wenn gleich noch so ehrenwerthen Re präsentanten deS Bürger- und Bauernstandes? Wer hat sie mit Instructionen versehen? Wie können sie der Ausdruck der ganzen Provinz seyn, oder sollten sie nur die Hauptstadt vertreten und jede stimmberechtigte Stadt mit Petitionen einzeln und scheu sich nach und nach em-finden? Wir ehren mit Dank die Großmuth unserer Stände welche sie seit Jahren insbesondere im Unterrichts wescn an den Tag lcgtcn; allcin eS wäre Vcrrath an uns und unseren Enkeln, wenn wir die großmüthigen Geschenke dcS Monarchen nicht selbstständig zu benützen verständen. Die Redaction. Anhang. Vcrzcichniß dcr im Pomörio der Stadt Eilli Verstorbenen. Am 27. März 1348. Frau Theresia Tauschl, BindermeistcrS Wittwc, alt G9 Jahre, in der Stadt Nr. 158, an Ablagerung der Gicht auf die Lunge. Am 23. März 1343. Herr Josef Kaulich, bürgl. Gastwirth und Hausbesitzer, alt 53 Jahre, HauS Nr. 30, an der Lungenknoeen schwindsucht. Karl Schmidcrcr von Marburg, HandlungS - Praktikant, alt 17 Jahrc, arnHauptplatz Nr. 104, am Typhus. In das Jntelligenzblatt des Cillier Wochen blatteS werden literarischc, merkantille und andere An zeigen gegen Entrichtung von der JnsertionSgebühr 3 kr. EM. für die einmalige; 4 kr. für dic zweimalige und 5 kr. für dir drcimaligc Einschaltung für dic gcfpaltcnc Druck-Zeilen der gewöhnlichen kleinen Schrift oder deren Raum aufgenommen. J. ». jerctio, Vcrlcgcr. SchveUprcsseavruck hm» Vertag von I. «. I«retia.