für ^ Vaterlmck) Künste Wisenschaft und geselliges Leben. A^- KV« O«tN!8t«t3 Ät5N 27. NOv^nar.________R847. Ehirurgische Operationen unter Hnmeudung des Schwcftläthers. ^^m 24. Februar wurde im hiesige!, allgemeinen Krankenhause, in Gegenwart des Herrn Landes-Protomedi-cus, Gnbernialrathes l)r. Sporer, dann mehrerer Herren Professoren und anderer Kunstgenossen, zum ersten Male der Schwefel-Aethcr als Mittel zur Beseitigung des Schmerzes, welcher chirurgische Technicismen begleitet, angewandr. Es handelte sich um die Abtragung einer krebshaft entarteten Drüse, in der Größe einer geballten Mannsfaust, bei einem Manne von 40 Jahren, schwächlichen Körperbaues und cachcc-tischen Aussehens. Der Kranke machte aus dem, von Wattmann modificirten Apparate erst 14 Athemzüge, und nach Verlauf von einer und einer halben Minute noch weitere sechs. Die Operation, von Professor Dr. Nathan meisterlich vollführt, dauerte zwei und eine halbe Minute, der Zustand der Abstumpfung für den Schmerz drei Minuten. Der Puls, welcher vor dem operativen Acte 76 Schlage in der Minute (vielleicht in Folge moralischen Einflusses) machte, hob sich erst auf 80, um in der dritten Minute auf 68 zu sinken. Die Augen, welche, so wie das Gesicht, etwas aeröthet wurden, bewegten sich langsam mit einein stieren Blick und erweiterter Pupille, die Lieder nicht geschlossen. Die niedergedrückte Unterlippe blieb hängen. Beim Hautschnitte, geführt in einer Lange von nahe an 6 Zoll, bei der Trennung der Geschwulst — keine Empfindung ; bei der Unterbindung der Schlagader und des diese begleitenden Nervens eine Verziehung des Mundes, ein kurzes Stöhnen, ein geringes Zittern der Füsie. Dies; die ein-zigen Gefühlsäußerungen, die in keinen Anschlag kommen, zumal die Operation, besonders in, Augenblick der Unterbin-düng, notorisch zu den schmerzhaftesten gehört. Befragt, was er empfunden, äußerte der Kranke, es sey ihm vorgekommen, als wäre er in einen dichten Nebel gehüllt gewesen, ohne etwas gelitten oder gefühlt zu haben, und befinde sich wohl. Die Schnittwunde verrieth keinen Geruch nach Äther. Heure befindet sich der Kranke so wohl, als es sich wünschen läßt. Dieser glanzende Erfolg ist ein neuer Beweis des Segens, den die Entdeckuug Jackson's der leidenden Mensch- heit brachte; ein Beweis, daß Wissenschaft und Philanthropie nicht bloß schön zu tränmen, sondern auch Großes zu leisten vermögen. In einem Falle, wo Behufs der Ausziehung eines Stockzahnes 10 Athemzüge mit Aecher gemacht wurden, erfolgte eine, durch eine und eine halbe Minute anhaltende Narcose, bei geschlossenen Augen, blassem Gesichte, langsamem Pulse, Kälte der Hände, ohne Träume; jedoch stellte sich beim Eiinritte in die frische Luft, drei Viertel Stunden nach der EM-action, welche durchaus schmerzlos vorüberging, ein leichter, bald vorübergehender Taumel ein. Der Athem roch noch am folgenden Morgen nach Acthcr. , H L a i b a ch, am 25. Februar 1847. D Dr Vnimlind Mcl>r, t- k- Director des allg. Krankenhauses. Das zweite Gesicht. ^ Noueüete. °M (Fortsetzung.) »Ich dankte ihr vielmal für ihre Gefälligkeit und ging über die Straße nach dem angedeuteten Hause, indem ich nach den Karnießen und anderen an der Fa<^ade angebrachten Zierathen empor schaute. Sie waren ohne Zweifel sehr schmutzig. Ein Paar steinerne Damen, mit Körben in den Händen, die wahrscheinlich einst so weis; gewesen waren, wie Schnee, hatten jetzt eine Menge langer, schwarzer Streifen auf ihren Gewändern, die Nasen waren verschwunden, aber die Augäpfel waren ganz dunkelbraun, obschon über der Mitte sich ein weißer Fleck zeigte, der das Vorhandenseyn des Sraarcs anzudeuten schien. Die in den Körben ent-haltcnen Früchte bestanden anscheinend aus schwarzen Kirschen und ein verräuchertes Füllhorn, welches neben jeder dieser Damen stand, spie schwarzbraunes Obst und Blumen von keineswegs einladendem Ansehen aus." M »Ich schaute überrascht und verwundert empor und fragte mich, ob mir wohl das Schicksal bejchieden sey, in einem so schönen Hause zu wohnen. Ich faßce jedoch Muth und fragte bei dem Eisenhändler, welche von den drei Thüren, die sich unten am Hause befanden, zur Wirwe Gent- ^ ner führe und ward nach der zweiten gewiesen." W >>In der ersten Etage angelangt, fand ich ein nettes, kleines Mädchen, welches mich bei ihrer Herrin einführte. 66 einer ruhigen, trockenen, alten Dame, welche in einem Zimmer saß, das anscheinend früher einen Theil eines prachtvollen Saales ausgemacht hatte — ich sage einen Theil, denn man sah deutlich, daß das Zimmer früher größer gewesen war. An der Decke, die von der schönsten Stuccatur-arbeir war, die ich je gesehen, zeigten sich mehreie Gruppen von Genien in Hochrelief und Lebensgröße, in Wolken und Blumenstraußen, wie in Federbetten sitzend. Aber eben diese Decke verrieth die Zertheilung des Raumes, denn an der ganzen Seite, wo die Mauer hinter der guten Dame weglief, sah man Genienfüße ohne Köpfe und Rümpfe, Bruchstücke von Blumenkörben und andern Figuren, die nicht die Hälfte der Glieder besaßen, welche ihnen die Bildhauer gewöhnlich geben." »Dieß erklärte sich sehr bald, indem die Witwe mir mittheilte, daß sie aus ihrem Zimmer drei gemacht, wovon sie eines für sich, das zweite für ihr kleines Dienstmädchen reservire und das dritte, welches eine von der Straße heraufführende Treppe für sich allein hatte, vermiethe. Behufs dieser Eintheilung hatte sie, wie sie mir sagte, und um die Decke zu stützen, eine tüchtige Wand aufführen lassen, so daß ich, wenn ich das zu vermiethende Zimmer sehen wollte, mit ihr hinunter gehen und die andere Treppe hinaufsteigen müßte, weil keine Verbindungsthüre zwischen den beiden Zimmern angebracht sey. Ich bewunderte ihre Klugheit und ging mit ihr sogleich nach dem kleinen Zimmer, in das man durch eine kleine Treppe mit apparter Hausthüre gelangte. An der Decke desselben fand ich sogleich die Verlornen Beine und Flügel der Genien von der andern Seite und außerdem noch einige derbe, vollständige Waldgötter. Das Zimmer enthielt ein kleines, schmales Bett, einen Tisch, eine dürftige Anzahl Stühle und einige andere, für eine Studentenwohnung erforderliche Gegenstände." »Obschon mich ein unangenehmes Gefühl von Verlassenheit überschlich, als ich daran dachte, ein Zimmer zu bewohnen, das so gänzlich von aller menschlichen Nähe abgeschnitten war, so schloß ich doch, da die Miethzinsforderung der Wicwe sehr billig war, den Handel sogleich ab und richtete mich bald in meiner neuen Wohnung ein. Die Dame war sehr gütig und aufmerksam, that Alles, was zu meiner Bequemlichkeit beitragen konnte, und fragte unter An-derm auch, was für Empfehlungsbriefe ich mit nach Hamburg gebracht hätte. Ich hatte nur einen, von dem ich mir etwas versprach und welcher mit einer Menge der Prädicate, womit man, wie Ihr wißt, in Deutschland umgeht, an Herrn S'«* gerichtet war, einen Mann, der zu seiner Zeit sowohl als Philosoph, wie auch als Schriftsteller in großem Rufe stand, der aber dabei auch Weltmann war und, was mehr als Alles ist, ein gütiges und wohlwollendes Herz besaß." »Diesen Brief gab ich noch an demselben Tage ab und fand in dem Adressaten einen alten, aber munter und wohl aussehenden Herrn von 64 Jahren, der mich sehr freundlich und gütig empfing und in dessen Nähe ich mich sofort ganz heimisch fühlte, da er mich mit jener väterlichen Miene be- handelte, welche sowohl Achtung, als Vertrauen einflößt. Er that an mich verschiedene Fragen über meine Reise, wo ich wohne, wie ich meine Zeit anzuwenden gedächte und zuletzt, von welcher Art der Zustand meiner Finanzen sey." (Fortsetzung folgt.) Kurzer Bericht über den Gorzer Verein ^ wider die Thierqualerei. ( Schluß.) Noch muß der WunW beigefügt werden, daß der jährliche Beitrag wenigstens 30 kr. betrage, weil dieß die Rechnung evidenter macht, weil die bisherige Begünstigung oft unnöthig benützt wurde, und weil sonst die zu verabreichenden Druckschriften den Betrag von 20 kr. übersteigen dürften. Da die größeren Auslagen in dem ersten Jahre des Bestandes des Vereines, nämlich im Jahre 1845 geschahen, und die meisten Beitrittsbeträge in jenem Jahre eingeflossen sind, so wurden auch jene Beträge, welche im darauf folgenden Jahre 1846 nur für Ein Jahr geleistet wurden, für das Jahr 1845 eingeschrieben. Alle verehrten Mitglieder, welche bereits ihr Quotum für das erste Jahr geleistet haben, werden höflich ersucht, den Betrag für das zweite Jahr, die neu Eintretenden aber für das erste Jahr, womöglich noch vor Ende des laufenden Jahres auf dein ihnen bequemsten Wege erlegen zu wollen; jedoch ganz unbesorgt, ob dadurch das Deficit gedeckt wird, oder nicht, da von einer größeren Belastung nie die Rede seyn wird. Einstweiliger Ealsi, - Abschluß des Vereins wider die Thierquälerei am 1. Sep-tembel- 1846. Einnahme. fl. kr. Ausgabe. fl. kr. An Beiträgen und Für Münchener Geschenken ... 501 23 Druckschriften. . 355 — Holzformen - Ver- Für eigene Vereins- gürung v. Agram 10 — schiften .... ,439 40 Für verkaufte ^. Mäander Büchlein .... 140 — Druckschriften. . 175 — Summe ... 651 23lFrachtlohn, Post- also Deficit... 408 37 porto...... 90 20 1060 —! Summe . . . 1060 — Görz am 6. September 1846. Stauig, Scholast, Vorstands-StrüuertN'ter. ^ C i r c « l a r e. Der unterzeichnete Verein zum Schutze der Thiere hatte nach jahrelangen localen Bestrebungen die Ueberzeugung gewonnen, daß die Erziehung der Jugend und des Volkes, die Ausbildung des Herzens uud die Veredlung des Gefühls ein Haupthebel zur Beförderung der Zwecke unserer Vereine seyn müsse, eine Ueberzeugung, welche alle andern Vereine theilen, indem auch sie nicht minder durch Wort und That, wie durch Schrift zu wirken suchen. - 67 - Durchdrungen von jener Ueberzeugung und In Hoff-nung umfassendel- Wirksamkeit entschlossen wir uns vor 3 Jahren, ein Volksblatt in diesem Sinne zu begründen. Wir glaubten dicses aber nicht bloß auf unser kleines Land beschränken zu dürfen und wagten daher den Versuch, es auf ganz Deutschland auszudehnen, es zum Nutzen und Frommen aller Vereine und Völker zu schreiben. Die hochgeehrten Vereine zu München und Hamburg faßten ahnliche Plane zur Begründung solcher periodischer Blätter auf, überzeugten sich aber, daß, nachdem das unsere bestehe, es an einem vor der Hand genug sey, wenn dasselbe zugleich als Organ aller übrigen Vereine dienen und so Allen den erzielten Nutzen gewähren werde. Die hohen Behörden unseres Landes und anderer Lander Deutschlands, das Zeit- und Sachgemäße unseres Unternehmens würdigend, ließen uns durch Commissions-Ertheilungen, Porto-Freiheit und Porto.-Ermäßigungen mannigfache Unterstützungen zu Theil werden, welche es möglich machen, mit nächst-kommcndem Jahre den vierten Jahrgang des unter dem Titel: »Der Menschenfreund in seinen Beziehungen zur belebten Welt. Eine Zeitschrift zur Unterhaltung und Belehrung des Volkes," erscheinenden Blattes fortzusetzen. Wir haben bis jetzt mit großen Anstrengungen und Opfern unser Ziel verfolgt und sind uns bewußt, die Erreichung unserer Aufgabe nicht ganz ohne Erfolg erstrebt zu haben, aber immer fehlt noch die allgemeine Theilnahme der übrigen Vereine Deutschlands. Diese Theilnahme ist aber vorzugsweise nothwendig, wenn diejenige Ausbreitung des Blattes herbeigeführt werden soll, welche die Rückwirkung auf das Volk einzig sichern kann. Ein Blatt, das von deu Vereinen und dessen Mitgliedern nicht geachtet und mit Gleichgültigkeit behandelt wird, kann um so weniger bei denen Eingang finden, die den Vereinen nicht angehören. Aber auch diese sollen es lesen, damit sie unsere Grundsätze achten lernen, sich in ihrem Handeln und Denken dem unseren anreihen, die Unseren werden mögen. An unserm guten Willeu und kräftiger Ergreifung der zweckdienlichen Maßregeln haben wir es nicht fehlen lassen. Wir verwenden alle uns zu Gebore stehenden pecuiiiären und sonstigen Mittel, um unser Blatt immer gediegener, gehaltreicher und zweckentsprechender zu machen; wir werden seiner Zeit es mit Illustrationen ausstatten, um es der Jugend, wie den Erwachsenen immer angenehmer zu machen; wir werden thuu, was irgend in unsern Kräften steht; — aber allein, ohne Hilfe von Außen, verzweifeln wir, den Gipfel des hohen Berges zu erklimmen. Wir erblicken eine solche Hilfe in dem Beistande der uns verbrüderten Vereine Deutschlands, welche gleiche Zwecke mit uns verfolgen : der bedrängten Thierwelr den in dem Natur- und Sittengesetz von Gott vorgeschriebenen Schutz vor Mißbrauch, Mißhandlung und Qualen zu verschaffen. Wir wenden uns also an diese Vereine mir der Bitte, "icht um pecuniäre, wohl aber um geistige Unterstützung; wir bitten, uns Mittheilungen von Ihrer Wirksamkeit, Mittheilungen von interessanten Ereignissen in Ihren Bereichen, literarische Mittheilungen, welche im Geiste unserer Vereine geschrieben sind, zukommen zu lassen; wir werden Alles be-uutzen, um uuser Blatt zu einem gesuchteren zu machen. Wir bitten aber auch um geneigte Mitwirkung für immer größere Verbreitung dieses Blattes in ihren Kreisen und Landen nicht bloß durch Empfehlungen in öffentliche,, Blättern, sondern durch Sammeln und Subscriptionen, Einführung auf Schulen in Städten und auf dem Lande u. s. w. Die Bestellungen auf dieses Blatt werden auf allen Postämtern Deutschlands angenommen. Der Subscriptionspreis für den Jahrgang beträgt ^ Thaler. Das Blatt erscheint I4rägig in einem ganzen Bogen. Wir haben solch niedrigen Abonnementspreis gestellt, um auch den llnbemirteltern die Zugänglichkeit zu erleichtern, und nur in derHoffnung einer ausgedehnten Verbreitung konnteu wir diesen niedrigen Preis wagen; — ein Fehlschlagen dieser Aussicht würde mit der Zeit den Untergang des Blattes herbeiführen müssen. Ihr Manner Deutschlands ! — es handelt sich hier um ein deutsches Institut, das seinen Segen über alle verbrüderten Völker verbreiten soll; —laßt das Unternehmen nicht sinken; — gedenkt, daß die Saat, welche wir jetzt ausstreuen, wenn auch uns nur theilweise, doch unsern Kindern und Kindeskmdern gesegnete Flüchte im vollen Maße tragen werde! ^Dresden den 28. December 1846. — Das Directorium des Vereins zum Schlitze der Thiere. Serr m. p., l Vorstand. Anmerkung der Nedaction. Um die löbliche Tendenz des „Görzer Vereins gegen die Thierquälerei" zu unterstützen und unsern Landsleuten den Beitritt weniger umständlich zu machen, werden die dicßfälligen Beitritts - Erklärungen und Jahres - Beiträge auck in der Kanzlei der t. t- L a n dw i r th sch a ft-Gesellschaft in Laiback (Salendergasse Nr. 195) angenommen und sodann an denVereins-VorstandinGörz abgeführt werden. Feuilleton. Neise in Oberösterreich und Salzburg. — Unter diesen, Titel erschien eben in Wien bei Sollinger ein gehaltvolles Werk des renommirten Schriftstellers Mathias Koch, der darin freimüthig alle Mängel und Miß-stände im Lande bespricht lind, so oft sich eine Gelegenheit ergibt, wohlmeinend Wünsche und Vorschläge zu Verbesserungen vorzubringen nicht ermangelt. Lob und Preis dem Fortschritte, wo derlei offen besprochen werden darf! — Exemplare von diesem guten Buche sind in der Buchhandlung von Jg. Al. Edlen v. Kleinmayr vorräthig. Der Preis ist 2 fi. C. M. In Sachen der Schwefeläther - Witze. — In der »Wiener Zeitschrift" ist Nachstehendes zu lesen: »Eine gücige Hand hat uns mit einem Dutzend Schwefelätherwitzen bedacht. Wir danken für die Aufmerksamkeit, werden aber von diesen Witzen in keinem Falle einen Gebrauch machen. Als die ervlodirende Baumwolle n jnur war, wurde dieß Thema ebenfalls zu sarkastische», Gleichnissen, Bemerkungen, Ein.- und Ausfällen ausgebeutet, das ist wohl wabr; allein die Erfindung der erplodirenden Baumwolle, obwohl sie dem menschlichen Forschungsgeiste zur Ehre gereicht, würde doch, wenn sie sich nuch vollkommen bewährt gefunden hätte, für das eigentliche Wohl der Menschheit immer eiue ganz gleichgültige Sache geblieben seyn, daher auch nichts daran lag, wenn Komus sich dieses Thema's bemächtigte; bei dem Schwefeläther aber ist es ciu anderes Verhältniß. Der Gedanke - «8 - dieser Erfindung entsprang in einem vom Himmel gesegneten Augenblicke! — Tausende von qualvollen Stunden, Millionen Thränen werden durch den Schwefeläther verschwinden! er ist eine Wohlthat für alle Geschöpfe, welche körverlichen Leiden und Nebeln nnterworfen find ; die Erfindung des Schwefelachers ist, wenn auch nicht die erhabenste, so doch gewiß die wohlthätigste unseres Jahrhunderts. Die neuere Zeit hat seit Dr. Ienner'ö Kuhpockenimpfung nichts Aehnliches aufzuweisen. Der Name jenes Mannes, dessen Gedanke die gräßlichsten Schmerzen vernichtet, gehört der Nachwelt an, und so lange es körperliche Leiden gibt, so lange wird dieser Mann auch gepriesen werden. Diese Erfindung ehrt die Zeit, durch diese Erfindung wird das Jahr 1846 in der Geschichte der Menschheit mit goldenen Lettern prangen, und über eine solche Erfindung darf m diesen Blättern kein Witz gerissen werden." To weit führt der Gei;! — Norddeutsche Blätter erzählen Folgendes: »Ein Hauseigenthümer in B"^ leistete vor Gericht den Manifestationseid, das; er nicht 4 Rthlr. 10 Sgr. bezahlen könne. Als man später erfuhr, das; er Hansbefißer sey und man ihn wegen Meineides in Anklagestand versetzen wollte, entfloh er nach Amerika, Weib und Kinder zurücklassend. Jetzt wird er gewiß mehr, als 4 Thlr. 10 Sgr. zahlen können! 33achahmenslverth! — In Paris hat Herr von Bcthune, ein Abkömmling Sully's, in Berücksichtigung der Theuerung, allen seinen Pächtern die Pachtzahlung für dieses Jahr nachgesehen, eine Meute von 150 Hunden und 7 Pferde verkauft lind sein ganzes Haus eingeschränkt, um das ganze dadurch ersparte Geld den Nothleidenden zukommen zu lassen. Wieder eine edle Handlunss des neuen Papstes. — In Rom geht nun wieder eine von jenen edlen Handlungen des Papstes, die seine ganze Herzensgüte beurkundet, von Mund zu Mund. Der Papst harte nämlich nicht sobald erfahren, daß eine arme Witwe nach dem Tode ihres Mannes mir mehreren Kindern der gränzenlosesten Armuth ausgesetzt sey, als er in Begleitung des Moosig. Cor-boli Bussi, Unterstaatssecretärs, beide als einfache Priester gekleidet, die Wohnung der Unglücklichen aufsuchte und Trost und Hilfe spendete. Er wurde erkannt, und hatte Mühe, sich den Segenswünschen der Nachbarn zu entgehen. <3in seltsames Mittel. — Ein Hausbesitzer in Baltimore wimschce einen Miechsmann los zu werden, der die Mieche nicht einrichtete, und griff zu dein komischen Mittel, ihn auszuräuchern. Er verstopfte deßhalb die Oeffnung des Schornsteins, uud der Nauch füllte bald die Zimmer dermaßen, daß der Miether mit seiner Familie eiligst die Flucht ergriff. Allein er verklagte den Hausbesitzer, und erhielt 15 Dollars Entschädigung nebst Kostenersatz zugesprochen. Papierkorb des Amüsanten. Buchstäblich wahr! Den Gemeinde-Vorsteher in A5 b^ ei„ i„, Dorfe befindlicher beurlaubter Soldat um ein Zeugniß über seine Erkrankung zur Vorlage an sein Re-giments-Eommando. Der Gemeinde-Vorsteher stellte es da« hin aus: »Ich Endesgesetzcer beacrestire, daß N. N. während seiner Krankheit allhier unpäßlich sich befunden hat; der Herr Landgerichts-Fiscus, der ihn behandelt, weiß es am besten." — Bald darauf starb der Soldat, und der Vorsteher fertigte nun die Bescheinigung aus: „Demnach Vorzeiger dieses, der geweste Soldat N., an der Krankheit, zu welcher ihn der Herr Fiscus curirt hat, mir Tode abgegan- gen ist, so kann er nicht einrücken, und muß um nochmalige Verlängerung seines Urlaubs gehorsamst nachgesucht werden." Eine Bauersfrau, die eben von dem Markte in der Stadt zurückgekehrt war, erzählte ihrer Nachbarin, wie sie die „dummen Stadtleute" immer so zu beschwatzen verstände, daß sie oft einen doppelten und dreifachen Gewinn mache. — „Wer's glaubt!" entgegnete die Nachbarin, — „die Scadtleute werden nach und nach so gescheidc, wie unsereins." Ein norddeutsches Witzblatt schlägt vor, eine Versammlung von echten Stubengelehrten möge sich auf die von der Kartoffelkrankheit befallenen Felder begeben, und daselbst alle Abhandlungen und Rathschläge vorlesen, die über diese Krankheit geschrieben wurden. Die Krankheit — so heißt es — werde diesen Unsinn und die vielen Widersprüche nicht ertragen können, nud eiligst entfliehen. Man wußte lange nicht genau, wann Gott'die Welt erschaffen habe; endlich entdeckte es ein hochgelahrter Professor in Gera, Namens Ho^el, und belehrte alle Wißbegierigen in seiner »Hlinmlluolio »m Seite, daß es am sechs-undz w anzigsten Sept e in berAnnoEins geschehen sey. Theater in Laibaeh. Montag am 22. und Dinstag am 23- Februar — Reprisen schon gegebener Stücke! Am erstern Abend: „Die Marquise von Villette,» am zweilen: „Stadt und Land." Die „Marquise von Villette" ging bei ihrer vortrefflichen Besetzung dießmal noch besser, noch gerundeter in die Scene, als das erste Mal, und Herr T h o m ü wurde als Herzog von Orleans mit Beifall ordentlich überschüttet- Das Stück kann auch bei einer nochmaligen Wiederholung auf zahlreichen Besuch rechnen. In «Stadt und Land" haben wir nichts beizufügen, als dasj unser Liebling, die an« muthigc Dlle. Ant. C a lli a n o, die Rolle der Apollonia in tresslichster Weise und im schreiendsten Contraste zu der Apollonia der DUe- A r nst e i n. un» glücklichen Andenkens, darstellte. — Mittwoch am 24- Februar: «Die beiden Waisen ," Vaudeville in tz Acten, nach dem Französischen für das Theater an der Wien bearbeitet. Es ist dieß ein bekanntes, franzosisches Rührstück, dessen Ausgana sich >>' so überschwengliches Theaterglück auflöst, daß wahrlich ,in halb Dutzend Stück? genug daran hätten. An» meisten bemerkenswert!) machte sich wieder Dlle. Antonie (Zalliano als Ca» diche, welche muntere, neckische Parthie sie !n der That allerliebst spielte. An der Stelle des Viehhändlers Chenu hätten wir Herrn G r a m b a ck» gewünscht; Herr Schnitzer entsprach darin nicht, auch telegraphirte er zu häufig mit dem Manne im Kasten- Herr Moldt liest sich als Piche-loup recht komisch an. Herr Müller, der in der Parthie deß Grafen Adolph den Herr» Gottdank supplirte, leistete genügendes; nur mehr Muth, mehr Selbstvertrauen, Herr Müller, es wird icbon gehen! — Dlle. Kohrner, als Susette, war zu tragisch, zu monoton. Die Aufnahme war ziemlich kalt, der Besuch spärlich. — Donnerstag am 25. Februar: „Kabale und Liebe.» Trauerspiel in 5 Acten von Friedrich v. Schiller. Die Aufführung dieser Tragödie, die bekanntlich tüchtige Kräfte erfordert, kann man im Ganten reckt gelungen nennen. Herr Thott, 6 spielte den Präsidenten v, Walter mit jener besonnenen Ruhe, die diesem kalten, berechnenden Charakter zukömmt. Herr Vuchwald hin» gegen war als Ferdinand ganz der jugendlich feurige Brausekopf, das liebcwarme Idol der schön?» Veigerstochter, Veide wurden nach mehreren Scenen wohlverdient herausgerufen und stürmisch beklatscht. Die Par-thien der Louise und der Lady Milford konnten nicht in bessern Händen seyn, als in denen der Dlles, Alexandrine Calliano und Spengler. Erstere die sanfte, liebende Schwärmerin, letztere die majestätische Weltdame, leisteten beide in ihren Fächern so Ausgezeichnetes, als man es auf einer Provinzbühne nur immer erwarten und wohl in mancher Residenzstadt nicht sehen kann. An auezeichnende» Hcrvorrufungen fehlte es nicht. Herr Schnitzer war ein gewöhnlicher Stadtmusikant Müller, wir sahen schon viel bessere und zwar dier; Mad. Vlumauer (dessen Frau) genügte den Ansprüchen- Herr Nlumenfeld gab den geckenhaf' tcn Hofmarsckall Kalb mit guter Färbung und bewies, daß er namentlich in solchen Rollen besonders gewandt sey. Es halte sich an diesem Abende ein zahlreiches Publikum cingefunden und das Stück fand auch eine recht gute Aufnahme. Leopold Kordesch. Verleger: Iguaz Alois Gdler v. Kleinmayr.