k VVK Mittwoch a,n V^. Dezember «8 54 Die „Laibachci Icitimg" erscheint, mit Nm'nahmc d,r S>.',!,!- und Feiertag, täglich, un» f^ttct sammt d,n A,ila>^n im Co,,,ptuir ginzjährg ll ,!., l,a! !>j a !, c i,, 5,!, ,^>» fr, ,»il Kreuzband i„> Eomptoir >,an,jährig >2 ff., halbjä l,riq 6 ff. H,',r die Zuilell,i,lg i»'« Hau« sind Hal l'j ä h ri >, ^<0 fr. mchr ^i cntrichtr,,. Mit eer Post plirto-irci ganzjährig, unter Krru,l'and mit, acdmckter Adresse l5 ss,, halbjährig 7 ss. 30 fr. — Insera tionsglbsihr für cine Spaltt»,,ile o»er !>en Äa»,n derselben, fnr einmalig Vinsch.iltun,', 8 kr., für zweimalige i fr,, für ereimaüge 5 fr. C, Vl, Inscratc bis «2 3ci!cn f°ste» > st. für 3 Mal, 5N fr. sür 2 «lal »nd 4N kr, fiir »Mal e,n,»schaltlii. H» diesen Gebühren ist »ach dc,ü „vrouis«ischc,! Gcsehc »l,,» 6. Novencher !l<5>« fi,^ Inserations^äüire!" ül>ch >0 kr. sür cim jedesmalige Finschaltnng hinp, z» rechne». Älutlicher Theil. svc. k. k. apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dc» k. k. Provinzial-Delcgateu in Verona, Johann Edlen v. Iordiö, in den Freihcrrustand des österreichischen Kaiserreiches mit dem Prädikate „Lo Hansen" allergnäoigst zn erheben geruht. Die k, k. Zentral < KonnMion für Erforschüug und Erhaltung der Vaudenkmalc hat die Herren Heinrich Costa, k. k. Gefalle»-Obcramts-Direktor in Laibach, Georg Grabrijan, Pfarrer und Dechant in Wippach, und Bartholomäus Arko, Probst in Neustadt!, zu ihrcn Korrespondenten für Ober-, Inner-und Untcrkrain erwählt. Vom k. k. Landes > Präsidium. Laiback) am 29. Dezember 1884, Nm23. Dezember 1834 wird in der k. k, Hof-und Staatsdruckcrei in Wien das t^Ill. Stück des Reichs-Geseh-Blattcs ausgegeben und versendet. Dasselbe cuthält unter Nr. 314. Die Verordnung des Justiz'Ministeriums o. 13. Dezember 18!»4, wirksam für alle Kronlän-dtr, mit Ausnahme dcs lombardisch - veuetianischen Königreiches und der Militärgrcnze. wodurch den zur Ausübung der Vcrggcrichtsbarkeit bestimmten Gerichtsbehörden Vollzugsvorschriftcn zur Anwcn-dung der §§. 138 — 167 dcs allgemeinen Vcrg< gesetzcs vom 23. Mai 18^4. Nr. 146 des Reichs-gcsetzblattcs. auf die bereits bestehenden Gcwcrk. schaftcn ertheilt werden. Nr. 3l6. Die Verordnung des Ministers für Kultus und Unterricht uom 16, Dezember 1854, wirksam für alle Kronläudcr, womit die Allcrhöch-stcu Vestimmuügen über die Organisation der Gym> nasic» kundgemacht werden. Wie», 22. Dezember 1864. Vom k. k, Redaktionsbnreau dcs NcichsgcsctMattcs. RlchkimMcher Theis. Vom südöstlichen Kriegsschauplätze. Nach den neuesten Briefen der „Patrie" aus der Krim baben die Pclagcrungsarbeitcn mit nencr Energie wieder begonnen. Die nenen Kanonen-Battcricu wirkte» vortrefflich; am 1V. Dezember sollte eine neue Mörser-Batterie ein furchtbares Feuer eröffnen. Die zweite Vclagcrnngs-Phase hat jetzt also ihren Anfang mit den furchtbarsten Zcrstörnngswcrkzcugcn begonnen. Der Gcist der Truppen ist ausgezeichnet; mit Lebens-Mitteln im, Ueberftuß versehen und bedeutend an Zahl verstärkt, erwarten sie mit Ungeduld die letzte Entscheidung, Seit dcn letzten uicr Wochen sind miii' deftmö 20,000 Mann den Bosporus passirt nnd tag-Uch rückm ncnc Massen nach. Die Schiffe werfen °le Truppen nur au's Land und eilen dan» nach Frank-tt'ch und England znrück, nm neue Verstärkungen nachzuholen. " Die mit dem ..Sinai" nach Marseille gela.w. ten Nachrichten ans der Krim gehen nicht über den 2. Dezember hinaus. Dem «Connicr de Marseille" zufolge hattc der General Caurobcrt die Vai uo» Kamiesch mit Festungsiuerken. die 6« Kanonen traMi. verschen lasse» und angeordnet, daß sie jeden Abend znm Schuh gegen russische Vrander mit einer soliden Kette geschlossen werde, während gleichzeitig englische nnd französische Dampfer in der Umgebung Wacht halten. Die Äai von Kamicsch, die einen Theil der Ge> schwadcr und an 300 Transportschiffe bergen kann, ist für die Miirteu von hoher Wichtigkeit. Die Nus> sen befestigen sich ihrerseits ebenfalls, die Vclagcrer gleichzeitig dnrch wiederholte kleine Ausfälle beun> rnhigcnd. Auf bcidcu Seiten langen fortwährend Vcrstärknngm au, 12.00N Manu hatten bis dahin die Alliirtcn schon erhalten, die Truppen uon Omcr Pascha's Armee nicht mitgerechnet, Fürst Mcutschikoff sollte 60,000 Mann erhalten haben, allein beim Zu. stand der Wege scheiut es uicht wohl glaublich, daß ihm seit dcr Schlacht bei Inkcrman mehr als 16-bis 20,000 Mann zugckommcu sein können. Die Miirten hatten bis zum 2. Dezember schon 300 Ge> schütze in Batterie. Ueber die Plane dcr beiderseitigen Befehlshaber zirknlircn verschiedene Gerüchte. Auf der cinrn Seile schrieb mau dem Fürsten Ncntschikoff die Absicht zu, das Mauöucr uou Inkcrman mit massenhaften Streit» kräftcn zu erncncrn. Auf der anderen Seite erhielt sich die Meinung, daß dic verbündeten Gcncralc bloß die Ankunft aller Verstärkungen abwarteten, um einen aroßc» Schlag zu führen. Von den Dispositionen für den Augriff weiß ma» so uicl, daß die Englä»' dcr rechts vom großen Admiralitäts-Haftn, die Fran-zosen, nachdem sie zuerst die Mast > Bastion erstürmt, links davon eindringen sollen. Dcr Angriff wird na> türlich gleichzeitig ausgeführt werdcn, und es sind alle Austalteu getroffen, um jede Diversion vo» der Tscher« naja hcr unmöglich zu mnchcn. Verstärkungen kön> ucu unr anf cincm großcn Umwege in die Stadt gc> worfcn werden. Wie cs scheint, wollen die Franzosen zu Kon-stantinopel eine Ncscrve - Armcc von 20 Tausend Mann bilden, und dcr General Larchcr hattc bereits von dcr türkische» Regierung cine Liste der zur Ka> scrnirnng der französischen Truppen geeignete» Ge> bände begehrt. Korrespondent. Saut S. Marie iu Obcr>Michigan nm23 Ott. 1854. Es wird vicllcicht Sie selbst und dic Leser Ihres schätzbaren Vlattcs intcnssirc», uo» einer tirchlichcn Feierlichkeit in unserem fernen Nordwesten ctwas zu ocrnchmcn. — Dcr gcstrige Sonntag war in kirchlicher Hinsicht ciucr dcr mcrkwürdigstcu Tage für Saut S. Marie. Wir bcgiugcu gestern eine Feierlichkeit, die hier noch nie stattgefunden. Herr Ludwig Thiele, welchen dcr hochwürdigste Hcrr Bischof Varraga uuläugst zum Priester geweiht hat, und welcher ^er erste Priesttt ist. dcr von diesen, hochw. Kirchenprälaten und in dieser ucucn Diözese geweiht wurde, hielt in unserer S. Marienkirche seine feierliche Primiz, bci wclcher dcr hochw. P. Mcnct 8. I., als Diakon, und dcr hochw. P. Kohler 8. ^., „>« Snbdiakon fungirte. Der hochwürdigstc Hen- Bischof hielt selbst die Primizpredigt, oder vielmehr die Primizvredigte»; denn cr trug vier verschiedene, nicht sehr lange, aber inhaltsvolle Predigten vor, in französischer, deut, scher, englischer «>ü indianischer Sprache, und zwar mit einer bewnndcrungswürbigen Fertigkeit und Gc> läufigkcit, um bci dieser feierlichen Gclegcnheit alle zahlreich anwesenden Katholiken und andere Glänbi» gen verschiedener Zungen zufrieden zu stellen, und Niemanden leer ausgehen zu lassen. Das Ganze machte eine» so tiefen Eindruck anf die Anwesenden, daß sie diesen fcicrlichcn Tag gewiß nie vergessen werden. Der hochw. Herr Thiele ist für Eagle Harbor am See Superior bestimmt, wo die gute» Leute schon im voraus ciue schöne Kirche erbauten, in der Hoffnung, bald cinc» Prirster zu erhalten. Diese Kirche wird zu Ehrcu dcs heiligsten Erlösers cing?' weiht werde». Hcrr Thicle reiset i» einigen Tagen dahin ab, uud wird hoffentlich sich alle» dortigen Katholiken recht nützlich machc», da er die drei Sprachen spricht, die dort nothwendig sind, englisch, deutsch und französisch, um dcn Irländcrn, Dcutschcn und Kauadicrn glcich dicnen zu können. Oesterreich. Wic», 21. Dczember. Dcr Geburtstag Ihrer Majestät dcr Kaiscri» wird heuer beim allerh. Hofe, wie man hört. in aller Stille und nur im engste» Familienkrcisc gcfcicrt. Das Gerücht, daß die durch' wuchtigste Mutter Ihrcr Majestät dcr Kaiserin, die Frau HrrzoM Luisc. aus Vaiern aus diesem Anlasse hicher kommen werde, ist unbegründet. — Wie dcr «Allg. Ztg.« aus Paris vom 16. geschrieben wird. ist Se. Erzcllenz rer Minister dcs Acußer». Graf Biiol-Schaucnstein. zum Großkreuz dcr Ehrenlegion ernannt wordc». — Von Seiten dcs k. k. nieder-österr. Veschäl' uud Nemontiruugsdepartemcnts wird bckanut gemacht, daß der Ankauf vo» schweren Artillcriezugpferdeu uur mehr bis Ende dieses Jahres stattfinde» wird, da der Bedarf für die im Zngc begriffene Armeeausrüstung hinlänglich gedeckt ist. ' Se. kaiserliche Hohcit dcr durchlauchtigste Hcrr Erzherzog Karl Ludwig ist den 17. d. von Lembera nach Wien abgcrcist. — In Tirol hat sich dieser Tage wieder ein Unglück durch eine Schncelawiuc ereignet. Am 6. d. M. begäbe» sich zu Virgen im Isclthal drei Brüder, Söhuc einer Witwe, »ach ihrer Bcrgwicse. um das Heu heimzuholcu; schou waren sie auf ocni Rück» wcgc, als dcr zweite Bruder plötzlich den Warmings-ruf „Lawiuc!" aussticß. Im Angcnbliel waren alle drci von ihr fortgerissen, dem zweite» Bruder gelang cs, sich größtcnthcils auf dc: Oberfläche z» erhalten, bisweilen klammerte cl sich a» einen Baum oder Gesträuch, und als die Lawine im Thalc stille stand, hattc cr noch dic Kraft sich loszumachen. Er rief nach seinen Brüdern vergebens; er suchte und stieß cndlich auf etwas Hartcs im Schnee, grub uach, und entdeckte seinen jüngeren Vrubcr, der fest in, Schnee begraben und bewußtlos war, bald jedoch wieder zu sich kam. Beide holten nun Hilfe hcrbci. u»d nach beiläufig einer Stunde fand ma» den Leichnam des dritten Bruders mit gebrochenen Glicvcrü. da er mit der Lawine über einen 30 Klafter hohe» Felsen berat" gestürzt war. , , Wie». 22. Dezember, Vc>.. dem"' der k^ . Hof- und Staatsdruckcrei oe.m.achst crschcmcndcn Hof. uub Ttaatsschcn.ati.mus ist M dc.» Iahrc .847 keine Ausgabe veranstaltet wordc», dcr Drm d. gegenwärtigen Schematismus wurde nur dnrch dle «ttttR ungeheuren Personalvcrändcrnngc», die im Justiz» uno politischen Administrativfache stattfanden, verzögert, — Die neu konzessionirte Gasbeleuchtungsgesellschaft, deren Aktienkapital «00.000 ft. beträgt, hat mit den vor der Maricchllferlinie gelegenen Gemein» den einen Kontrakt zur Röhrenleguug auf 22 Jahre abgeschlossen. Mit mehreren anderen Kronlandshaupt-flädten steht die erwähnte Gesellschaft in Unterhandlung wegen Bewilligung zur ausschließlichen Röh> renlegung. Wien. 22. Dez. Im Vahnhofe zu Hof ist am 19. d. M. Feuer entstanden, und der Dachstuhl vom Mitteltrakte abgebrannt. Um 6'/, Uhr Abends war das Feuer bereits gelöscht. Oestcrrcichische Aus> stellungsgütcr waren nicht gefährdet, und sind unbeschädigt geblieben. Wien, 23. Dezember. Auf Einrathen des Fi< »anzmiuisteriums hat Se. Majestät der Kaiser von Nußland befohlen, daß bei den Zolllegstättcn des russischen Reiches und des Königreiches Polen für den aus dem Auslande in Fässern eingeführten Wein der Eingangszoll nicht mehr nach dem Maße, sondern nach dem Bruttogewichte cinznhebcn komme. Diese Verordnung ist probeweise auf drei Jahre giltig. — Von Hermann Meynert, dem bekannten Historiker, ist eine, wissenschaftlichen und Untcrhal-tungs - Interessen gewidmete Wochenschrift erschienen. Die Probenummer zeichnet sich durch Reichthum und glückliche Anordnung des Materials aus. Wir heben unter den gebrachten Aufsähen besonders die „Ge> schichte der orientalischen Frage und des russisch schen Krieges" und „die letzte Revolution in Spanien" hervor. Weniger Geschmack konnten wir der im Feuilleton mitgetheilten Novelle: „Die Ritter der Zukunft" abgewinnen. i — Professor Safari!, Sohn des berühmten Slauistc», hat Humboldts „Kosmos" ins Böhmische übersetzt und mit Bemerkungen versehen. Wien. Die k. „Wiener Ztg." veröffentlicht Folgendes: K u n d m achn n g. Am 20. Dezember l. I. sind in Wlcn 12 Per» sonen an der Brechruhr erkrankt, L genesen und 4 gestorben. Am 2l. Dez. hat die Zahl der Erkrankten 7, die der Genesenen 8 und jene der Verstorbenen 4 betragen. In Behandlung befinden sich noch 83 Kranke. Seit dem Ansbruchc der Epidemie sind 3! 08 Personen erkrankt, 3396 genesen und 1627 gestorben. Wien am 22. Dezember 1834. Graz, 22. Dez. Wir haben abermals ein verhängnißvolles Vrandunglück in Stciermark zu be> klagen — der Markt Eibiswald ist ein Raub der Flammen geworden. — Am 19. d. M. um 6 Uhr Früh brach im Stalle des Gastwirthes Wilhelm Lcrch Feuer aus, welches bei dem Umstände, baß die Häu> ser größtcnthcils mit Schindeln gedeckt nnd die Wirth« schaftsgcbäude sehr häufig aus Holz gebaut sind, mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß m Zeit von einer Stunde der ganze Markt rimdum in Flammen stand, und nnr einige gemauerte, mit Ziegeln gedeckte Häuser verschont blieben. — Die Eittstchungsursache des Brandes ist bis jetzt noch nicht ermittelt, das Unglück grenzenlos, da so viele Familien in der ge« genwärtige» Jahreszeit ohne Obdach, ohne Lebens« mittel sind. — Menschenleben ist, so viel bis jetzt bc> kannt, keines zu beklagen. — Viele konnten jedoch von ihrem Hab und Gut, außer dem, was sie am Leibe trugen, fast Nichts mehr retten! (Gr. Ztg.) Nadkcrsburg, 20. Dez. Ein entsetzliches Un> glück wäre bald über unsere Stadt am vorgestrigen Tage hereingebrochen. Es entstano nämlich schon nahe dem Ausgange der Stadt in einer äußerst schmalen und daher wenig praktikablen Straße in einem un- > ansehnlichen, bloß mit Stroh eingcdachten Hause ein Brand, destcu Entstehungsart, wie leider gewöhnlich nicht ermittelt werden konnte. Das brennende Haus selbst ist zwar trotz der thätigst, „»d allseitigsten Hilfeleistung nur zum kleinsten Theil gerettet worden; aber der größte Theil unserer Stadt wäre vielleicht verloren gewesen, wenn sich nicht kurz uor dem Aus» bruche des Feuers ein den Tag über wehender hefti. ger Wind gelegt hätte. So danken wir es dem Au. ^ mächtigen, daß wir vor einer schweren Heimsuchung verschont geblieben. — Unter den zur Rettung und Hilfe Hcrbeigecilten zeichneten sich aber nebst den Herren Bezirksvorstchern, den Beamten der Bezirks» gerichte, der k. k. Gensd'armeric, den Bürgern der Stadt n. s. w. vor Allem Se. Durchlaucht der Herr Major Fürst Windischgrätz aus, welcher die hier kantonireudc Division von Toscana < Dragonern kom> mandirt. Sc. Durchlaucht harrte ausdauernd bis zum Erlöschen des letzten Funkens auf der Brandstätte aus, ermunterte und leitete die Löschanstalten und krönte sein edles Werk noch damit, daß er den um den größten Theil ihrer Habe gekommenen Vowoh. nern des abgebrannten Hauses ein namhaftes Geschenk zukommen ließ. (Grazer Ztg.) Trieft, 22. Dezember. Der „O««ei-valor« ?rie«tmc>" meldet in seinem amtlichen Theile, daß die „Trieft er Zeitung" wegen Veröffentlichung einer, in ihrer Nummer 289 (v. 16. d. M.) cnthal» tcnen Korrespondenz aus Wien, in welcher die von der kompetenten k. k. Behörde verhängte Suspension des Journals „Lloyd" auf eine unanständige, wo sentlich irrige und die k. k. Behörden selbst unbedingt tadelnde Weise besprochen wird, von Seite der hohen k. k. Statthaltern des Küstenlandes ernsthaft verwarnt worden ist. Deutschland. Die „Allg. Ztg." veröffentlicht eine — französische — Note des Ministcrpräsidcüten Frcihcrrn v, Wantcuffcl vom 7. Dezember an die königlichen Gesandten in Paris und London, den Grafen Hatzfcld und Grafen Vernstorff. Der Wortlaut dieser Note ist folgender: Herr Graf! Eu. Ezzcllenz haben seiner Zeit Kenntniß von der Depesche erhalten, welche ich am 21. Oktober au den Gesandten Sr. Majestät des Königs in St. Petersburg gerichtet habe, um das kaiserlich russische Kabinct nochmals aufzufordern, die vier von uns und Oesterreich ihm vorgeschlagenen Punkte als Grundlage der Fried c»öuntcrha»dlu»g rückhaltslos anzunehmen, und sich in diesem Sinne! nicht nur gegen uus, sondern auch direkt in Wien auszusprcchen. Eben so wissen Sie, Hen Graf, daß dieser unser Schritt zunächst eine Depesche des Grafen Nessel-rode an den Baron Vuoberg zur Folge hatte, durch welche dieser autorisirt wurde, uns zu erklären, daß der Kaiser Nikolaus geneigt sei, an Unterhandlungen Theil zu »chmc», welchen die vier Punkte als Aus» gangspunkt dicnen würden. In dieser Erklärung waren jedoch die 4 Punkte nicht »ach ihrem ursprünglichen Wortlaut formulirt, und die russische Depesche enthielt überdieß eine so irrige Auffassung der Lage Deutschlands uud seiner Beziehungen zu Rußland, baß wir es nicht für zweck» mäßig hielten, darauf einzugehen. Wir drückten im Gegentheil dem Kabinct uo» St. Petersburg unser Bedauern darüber aus, daß es unsern Rath nicht befolgt habe, dem Wiener Kabinet seine Zustimmung zu den vier Punkten anzuzeigen, und wir erneuerten unsere dringende Aufforderung, es möge >n dieser Vc> ziehung die uns gemachten Eröffnungen vervollständigen und modifiziren. Unsere Austrengmigcn i» dieser Beziehung blieben nicht fruchtlos und der Gesandte des Königs in St. Petersburg meldete nns telegraphisch, daß Fürst Gortschakoff auf demselben Wege ermächtigt worden sei, dem Grasen Buol die Zustimmung Nußlands zu den von Oesterreich empfohlenen vier Punkten anzu» zeigen. Der russische Gesandte in Wien entledigte sich dieses Auftrages durch eine Note vom 28. No-vembcr, deren Abschrift beiliegt, und Graf Vuol antwortete unter dem 30. November, wie Eu. Erzellcnz aus der zweiten Beilage ersehen werden. Auf Befehl Sr. Majestät des Königs beeile ich mich, Sie aufzufordern, diese friedlichen Eröffnungen Nußlanbs zur Kenntniß des Kabinets von Paris (London) zu bringen. Ihr Herr Kollege, der österrci. chische Gesandte, wird eine ähnliche Mittheilung cr> halten haben. Sie werde» , deßhalb Ihre Sprache der seinigen anschließen, »m die Erklärung Nußlands einer günstigen Aufnahme von Seiten der französi» schcn (britischen) Negierung dringend zu empfehlen. Möge diese die Situation in ihrer Gesammtheit wohl erwägen, um sich zu überzeugen, daß kein Grund vor< Handen ist, Mißtrauen vorwalte» zn lassen, noch auch Hintergedanken vorauszusetzen, wo der Wunsch, zu einer Verständigung zu gelangen, so aufrichtig als allgemein ist. Wir begreifen vollkommen die Anforderungen des Kricgszustandcs, in welchem die Westmächte sich Rußland gegenüber befinden, aber wir können kaum glauben, daß die Kabincte von Paris und London, nachdem Nußland rückhaltslos und unumwunden eine Basis der Friedensunterhandlung annimmt, welche sie selbst vor Kurzem formnlirt hatten, es abschlagen köuute» oder wollten, einen Weg einzuschlagen, welcher ohne den Chancen militärischer Erfolge vorzugreifen, dennoch die Möglichkeit bietet, einen mörderischen Krieg abzukürzen, indem er ihm die Schranken ei» ncs gemäßigten, aber ernsten und einigen Willens entgegensetzt. Indem Sie sich dieses Auftrages entledigen, kön» ncn Sie, Herr Graf, den hohen Werth, welchen der König unser erhabener Herr, darauf legt, im Einver» stänoniß mit dc» europäischen Mächten vorzugehen, geltend machen, um Hcrru Drouin dc Lhuys (Lord Clarendon) das lebhafte Interesse auszudrücke», mit welchem wir Ihre Berichte über die Aufnahme erwarten, die Ihre SprNche bei dein Kabmct uon Pa> ris (London) gefunden haben wird. Empfangc» Sie u. f. w. Manteu f f c l. Italien. Rom, 14. Dezember. Das „Giornalc di Noma" schreibt: „Rom scheint in diesen Tagen seine Gedanken vollständig vom Kriegstheatcr im Orient abzuwenden und sich ganz in sich selbst zu konzcntrirc»; cs gc> dc»kt auöschlicßüch des großen Ereignisses, das am 8. d. M. in der Basilika des Vatikans stattfand, als das Dogma von dcr unbcfleckten Empfängniß der großen Mutter Gottes aufgcstcllt wurde. Nom feiert den großen Triumph in tauscud uerschicdencu Weise». Begeisterte Künstler vcruiclfältigcn mit dem Meißel, wie mit dem Pinsel die Abbildung dcr Empfängniß; Dichter, Musiker und Schriftsteller verherrlichen das Ercigniß in ihrer Art. Alles das gereicht dcr Haupt« stadt ocr katholischen Welt zu großcn Ehre». Zu glcichcm Zwccke haben auch zwei große Akademie» stattgefunden; dic crstc wurdc von den Akadcmikcrn der „unbcficcktcn Empfäiiguiß" am H-in dcr großen Kirche zu dcn 12 Apostel», dic zweite von dc» Alumncn dcr päpstlichen Seminarien in dem großen Saal des Scminario romano veranstaltet. In dcr crstcn, bei dcr sich cine außerordentlich grobc Zahl uon Kardinälcn, Bischöfen, Prälaten und audercn Notabilitäten einfand, wurden des hohen Gegenstandes angcmcsscnc Ncde» in lateinischer, it"l>l' nischer, griechischer, hebräischer, französischer, englisch^' deutscher, spanischer Sprache und i» iwch andcrn Zunge» abgehalten Eine eigens lil'gcfaßle und von Paccmi in Mnsik gesetzte Hymne wurdc abgcsnngc». Die Akademie dcr Alninncii, i» bcr sehr gclu»> gene Verse in italienischer, latcmischcr u»o gricchi' scher Sprache oorgctragc» wurden, ist ebenfalls mit dcm Besuche vieler hohen Kirchcnfürsttn beehrt worden." Rom, 17. Dez. Nach Mcldnng des „Parla> nmtto" hat Sc. Heiligkeit dcr Papst zur Cnnncrung a» den dogmatische» Ansspnich vom 8. Dezember die Aufstellung einer Säule mit ei»cr Marienslatuc auf dem spanische» Platze vor dem Kollegin!» dcr Pro' paganda des Glnubcus anbcfohlcn; zu diesem M' Hufe wird dic antike, prachtvolle, hinter dcm Pallast der knria Innoccnzia liegende Säule verwendet wer' dcn. Mit dcr Ausführung dcr Statue ist dcr Bilt" Hauer Obici betraut worden. Eine ähülichc Säule »>it ei»cr Mariciistatuc besitzt Nom bereits scit län^' gcrcr Zeit auf dcr Piazza di S. Maria maggwtti sic wurde uon Paul V. errichtet. Dcr picmontesischc Gesandte am h, Stuhle, H/> Marchcsc di Pralormo, hat nach Meldung dcr ,,^' di Vcnez.", glcich nachdem er Kenntniß uon dcw Kloster» :c. Gesetzentwurf iu Picmont erhalten haM' seine Demission eingesendet. Neapel, 9. Dezember. Das Fcst dcr unbe' fleckten Empfä»g»iß ist gcster» hier mit dc» gewoy>>' liche» kirchliche» u»d militärischen FcicrlichlcitcN l ' gangen wordc». Sämmtlichc dabci ausgerückte ^n^ pc» erhielte» eine doppelte Tagcslöhmmg. , ., ^. jestät der König erhielt vor den Truppen die teiegi" «tt«» Phische Meldung von der ft eben in Rom erfolgten dogmatischen Entschcidnng ; die Nachricht winde auf den Befehl Sr. Majestät' sogleich mit cincr abermali-gen Salve ans allen Gcschiiycn gefeiert. Sc, Ma' jcstät befahl sodann , daß die solenne Veröffcntli-chnng dcr päpstlichen Vullc mit 10! Kaiioncnschüsscn aus den Geschützen eines königlichen Forts begrüß! werden soll. Frankreich. Paris, 19. Dez. Wir lesen im „Monitcur" wie folgt: «Ganz Frankreich wild über den Dank, welchen England mit Akklamation dem General Canrobcrt und unserer Armee, dem Admiral Hamclin und nnsc. icr Marine für ihr tapferes Zusammenwirken und ihren herzlichen Beistand im orientalischen Kriege so tben votirt hat, anf's Tiefste bewegt sein. Diese feierliche, bisher beispiellose Kundgcbuug dcr Gesinnungen eines großen Volkes gegen seinen loya-len Alliirten bat Frankreich bereits dnrch seine Bc-wnndcrung für die glänzende Tapferkeit der englischen Armee nnd Flotte beantwortet. Es hat lebhaft dcm Lobe Beifall gezollt, welches unsere Ober» Generale nach den Schlachten an dcr Alma, bei Valaklawa u»o Inkerman dcr Unerschrockcnheit Lord Raglan's nnd seiner Armee gespendet haben. Die beiden Völker, wie ihre beide» Armeen, haben sich die offenste, herz» lichstc Gtrcchtigkcit widerfahren lassen. Während ihre Soldaten und Matrosen in Mut!) und Hingebung wetteifern, scheinen die beiden Nationen im Edel» mnthe zu rivnlisircn, um eine der andern den schönsten Theil des gemeinschaftlich erworbcncn Nnhmcs zukommen zu lassen. Nichts kann geeigneter sein, ihre Allianz enger zu schließen, als dcr Austausch so edler Gesinnungen,' nichts kann ihnen besser die Sympathien nnd den Beistand aller ciuilisirtcn Völker sichern und den schließlichen Triumph der von ihnen vertheidigten heiligen Sache (süim« cnu5 wendig auf 10- oder 111.000 Mann. Jene gesetzliche Beschränkung der Truppenstärke hat vielmehr nur die Bedeutung, daß es dcr Regierung nicht gestattet sein soll, eine größere Zahl fremder Söldner anf ein Mal nach Englano zu bringen. Ist die Fremdenlegion in der vom Parlamente bewilligten Stärke in England organisirt und dann nach dein Kriegsschauplätze beför-dcrt worden, so steht eö dcr Ncgicrnug noch immer frei, so oft sie es für gut befindet, eine gleiche Zahl nachfolgen zu lassen. Nnr darf nicht mehr, als die betreffende Zahl fremder Truppen, zu derselbe» Zeit sich in England befinden. Nach Aussage des Kriegssekretärs Sidney Herbert hat, so viel bekannt, das britische Heer anf der Krim bis jetzt 4132 Mann an Todten eingebüßt. Davon fielen 1280 in dcr Schlacht, nnd 2782 erlagen ihren Wunden oder wurden durch Krankheit hinwcggerafft, Allcin in drei auf einander folgenden Jahren des Ietz> ten großen Krieges büßte das britische Heer nahe an «0.000 Man» ei». Londo », 1L. Dezember. In dcr gestrigen Sitzung des Oberhauses stellte dcr H crzo g v onNc w> castlc den Antrag, das Haus möge dem vereinigten englisch . französischen Heere, vor Allem ihren Führern, Lord Raglan nnd General Canrobcrt, nebst den Generalen, die sich am meisten hervorgethan haben, für ihre Tapferkeit uud Hingebung seinen Dank aussprc-chen. Der Herzog motivirt seinen Antrag durch eine lebhafte, wiederholt von Beifall unterbrochene Schil> ^ning dessen, was die beiden Armeen seit Beginn des utldz>,,^>s fur die gemeinsame Sache geleistet haben.— ^ord Derb y, alü Haupt dcr Opposite» , gibt dem An> trage sciiic wärmste Zustimmung, Loro Hardwike spricht die Hoffmmg aus, daß dnrch die Schilderung deS Hriegsiniüistcrs Admiral Duudas vor jeder weitere» Verleumdung geschützt sein werde. Noch sprechen viele der Lords Worte der wärmsten Anerkennung für die verbündeten Armeen und Flotten; dann werden die bc-antragtc» Daukesvota mit Akklamation angenommen. Anf eint I,iterpellatio!l des Marquis ofClauricarde, ob die Negierung nicht Vorlagen über die Stellung der Oesterreichcr in den Fürstenthümcrn zn machen habc, erwiedert Lord Clarendon, er werde darüber die betreffenden Papiere, in so weit sie sich zur Veröffent» lichnng eignen, beim Wicderzusammcntritt des Parlamentes nach Neujahr vorlegen. Oesterreich habc lange gezögert, aber seither sei sein Schatz von freiwilligen Beiträgen gefüllt, seine Rüstungen seien bc-schleuuigt worden und es sei nicht gut deutbar, daß Beides nnvcrwendet bleiben sollte. Es erfolgt dann eine heftige Debatte über die Frcmdcnlcgion-Bill. Dcr Antrag auf Comit«bcrathung derselben wird schließlich mit 63 gegen 43 Stimmen angenommen. Im Unterhaus legt Lord I, Russe! deu österreichischen Trattat auf dcn Tisch uno beantragt in ähu> lichcr Weise wie der Kricgsministsl cin Dankcsvotlim für die Armeen, die Flotten und ihre Führer. Mr. d'Isracli als Führer der Opposition im Unterhaus, »chließt sich diesem Antrag im Namen seiner ganze» Partei mit Wärme an Es wird dcr Todten und der Ueberlebeudcn mit Begeisterung gedacht. Da jedoch beim Dankesvotum für die Flotte der Name von Sir Edm. Lyons in den Vordergrund gestellt worden war, entspinnt sich über oic Verdienste von Admiral Dundas ein lebhafter Wortwechsel. Mr. La yard, welcher ans dcr Krim einen Brief an Freunde geschrieben hatte, dcr indiskreter Weise i„ die Zcitungcn gekommen und in welchem Admiral Dnndas vielfach getadelt war, wird eben dieses Briefes wegen in dc» Streit mit hinein gezogen. Sir I. GraHa in tritt heftig gegen Layard auf. Letzterer ist es sciner Ehre schuldig, wie er sagt. seine über Dundas angesprochene» Ansichten dnrch Beweise zu bekräftigen. Sir I. Graham verspricht Beweise für das Gegentheil nnd so wird die uiiliebsainc Affaire nochmals aufs Tapet kommen. Sir Francis B aring, Admiral Walcotl uno Kapitän Scobcll nahmen lebhafte Partei für den Admiral, dessen Sir E. Lyons erst kürzlich in einem Briefe dankbar uud achtungsvoll Erwähnung ge> than habc.— Die beantragten Danivota werden dann einzeln mit Akklamation genehmigt uud das Haus vertragt sich bis anf Montag. Spanien. Der „Indcpcndance Beige" schreibt man aus Madrid vom 14. Dez.: «Der General. Gouvenicur uo» C»ha hat dcr Regierung angezeigt, daß sie auf die dortige» Kasse» 60 Millionen Realen entnehmen kann. Das bereits völlig ausgearbeitete Budget wird die Regierung nächstens dcn Cortes vorlegen, die Berathung wiro aber erst im Ianiicr l'cgiimcü, Viichcv l'l-zog jedcr Minister, wenn er anch »ur ciuen Tag im Amte war, eine lebenslängliche Pension von '30.000 Realen; nach dem ncucu Budget soll fortan cin Minister nur pcn-sionsbercchtigt werden, wenn er drei Jahre im Amte' war. Die Vcrfa,ft>ngskoni,nissio» wird bis zum Mo> natsschlussc mit ihrer Arbeit fertig sein und die Be-rathnng uiit jener des Budgets zusammentreffen. — Der Instizminister wollte den Dcputirtcn Ferdinand Madoz, dcr cincn bcdcutcndcn Instizposten bekleidet, desselben entsetzen, weil cr gegen die Monarchie ge-Nimmt hat; die Königin wollte jedoch das Dekret nicht unterzeichnen, indem sie äußerte, Madoz habc bloß sie persönlich beleidigt, und das verzeihe sie ihm. Dänemark. Kopenhagen, 18. Dezember. Das Ministerin»! ist nunmehr dadurch uollstälidig geworden, daß der Chef des Sekretariats uno des erste» Departements nntcr dem Ministerinn, für, das Hcrzogthnm Schleswig, Konfercnzrath H, I, «,<, Raaslöff. wenn m.ch nnr interimistisch,' offiziell znm Ministtr für Schleswig (a„ des Grafen Karl Moltkc Stelle) er-nannt >st. Es sind demnach folgende Minister nur mtcrimisti.ch ernannt: der Minister des Innern (Ban^, ader nnr in ,einer Eigenschaft «ls Premierminister; der Minister des Auswärtige» Graf Scheel - Plessen ; dcr ^mtizministcr Simony; der Marineminister Mi> chc!,c» und die Minister für Schleswig (Konferenz, rath Raaslöff) »,,o für Holstein» Laueüburg (Gebein,-rath Scheel). Heute Mittag ist das „enc Volksthing eröffnet '""../>' .^ "^ (wie eine telegraphische' Depesche meldet) d,eßmal nicht dnrch Sr, Majestät den König u ^er^,,, sondern dnrch m, Neslript desselben a» der durch dassclbc zur Eröff> ung des Tbings crmächtigt wurde, geschehen ist, er-" ' ^ dadurch, daß sl>s„ ,,„r das nengcwablte ^ Äh.ng. »,cht aber der Reichstag als Ganzes er- Nn t wnroe, da die Sitzungen des („ich! aufgelöste») ^a, sth.ngs bloß so Ia»ge suspendirt waren, bis das ^olksthmg wieder z»samme»trcten konnte. K o p e n h ageu. 19. Dezember. Das vom Mi. "istcrium den beiden Things beute, mitgetheilte Programm enthalt sowohl die Annahme des von, Reichs t"ac iirnchmigten Grnndgesetz.Entwurfcs, als die An- schlicßnng an die Forderungc» der Volksthings-Adresse, in deren Sinn dcr Reichsrath nm;»,^sta!ten sei. Die auswärtige Politik bleibt unveränttrt. Das Finanz» gesrtz wnrde zwar in seiner früheren Fassung, aber mit dem Vorbebaltc einer später» Uma/staltiiüg vorgelegt. Das Verbot der Zeitungen „Dagblndet" und „Faedre» landet" in dem Hcrzogthnm Schleswig ist mittelst f. Neskriptc aufgehoben. (Hamb. Nachr.) Afrika. ' Eiu Konsnlarbericht ans Kairo, im Dezem» ber enthält nach dcr „Austria" Folgendes: Die hicsigc Regierung hat die Ansbczahlung der lin Umlanf befindlichen Kasscnanweisnngen zeitweise eingestellt, um die Trennung jcncr, welche die Vcr> waltungspcriode des verstorbenen Vizelönigi treffen, von den durch das jetzige Gouvernement zahlbaren bewerkstelligen zu können. Diese Maßregel, welche oeßfalls Mißbilligung findet, weil sich in der Staats» kasse cin Aktivum von mehr als 3 Mill. Tbaler befinden soll, hat die ohnehin herrschende Noth an Bargeld am hiesige» Platze »ur noch gesteigert, und crste Häuser mußte» sich bereits einen Skonto von monatlichen 2 ^^2'/,°^ gefallen lassen. Die Frage nach Vrrzehrungsgcgcuständcn für Europa uno na< mcntlich für Gricchcnlaud, wo dcrcn Preise cine übcr< spannte Höhe erreicht haben, dauert fort. Im vori> gen Monate wurde fertige N,nc zur Verladung nach Alcraudricn um folgende Preise begeben: Saidi-Wci',e,l pr. Ardcb zn lAV Piaster, Behera-Weize» 124 Pia-stcr. Gerste ?2 Piaster, Bohnen 9« Piaster, Mais (loeo bier) 88—90 Piaster. Die namhaften Zufuhren vo» Mauufakturcu haben die Käufer etwas ringe» schüchtert und den Absatz bei niedriger» Preisen theil-weise in's Stockcn gcbracht. In Folge der Reklamationen an Said Pascha wurden die Varkcnfahrten zwischen Suez und Gcdda aufgehoben. Ans diesem Anlasse habe» sich acht solche Fahrzeuge beeilt, ihrc Warculadnugcn, bestehend in 1200 Kolli diverser Gegenstände, von Suez nach Gcdda zu verschiffen. Telegraphische Depeschen. Berlin, 21. Dez. Herr v. Uscdom begibt fich in außerordentlicher Mission nach London uud von dort vcrmnthlich nach Paris. Oberst Manteuffcl begibt sich in gleicher Scndnng nach Wicn. Heute ist das Verbot der Ausfuhr von Pferden über die änßere Zollgrenze publizirt worden. Berlin, 22. Dcz. Die gestrige «Kasseler Zeitung" pul'lizirt mehrere a. h. Verordnungen, u. z. wear» Alifycbuua, des Vclagsniugsstandrs, wegen Vollziehung des Aundeöpreß- uud Bundesvereinsge« sctzcs, endlich wegen 'Aufhebuug dcs Vürgergarocge» setzes; diese Verordnungen sind sämmtlich vom 1!»ten Dezember datirt. Rom. 16. Dezember. Dic französischen Drago» ncr werden sich am 20. d. M. in Marsch sctze»; die» selbe» werde» »icht ersetzt, da die gcge»wärtigc Gar» »ison genügend erscheint. Dcr Marsch erfolgt übcr Gcnua nnd Toscana. ' Turin, 20. Dezember. Nach der „Vnoii" wäre aus Rom wegen der Älosterfrage das Interdikt eingetroffen. 'Genua, 20. Dez. Das Dampfpacketboot. welches vorgestern nach Ntw-^ork ging, hatte «3 ausgewiesene Flüchtlinge am Bord. Paris. 20. Dez. Dcr „Momtcnr" meldet die Anfhebnng dcr Blotade dcr russischen Ostseehäfen. Paris, 21. Dcz. Dcr heutige „Monitcur" ucröffcntlicht dcn Dc;embcr< Vertrag. ' London, 22. Dez. In dcr gcstrigcn Abend» sitzung ging die Fremdenlcgiousbill ohnc Ame»oemcnt dnrch die Comite's, " London, 23. In die gestrige» Nachtsihnng des Unterhauses antwortete Graham auf die Anfrage D'Israclis, ob rs wahr sei, daß dic Russen Memel blokiren, vcrncincnd. Hrrbcrt stellte i» Abrede, daß die Regicrnng wegen Werbungen für die Fremdcnlr-gion »,it Bclgicn unterhandle. Nusscl erklärte, es sei Preußen gegenüber anläßlich seiner Erwerbung dcs Iahdebuscns keine Ncmonstration gemacht wor» den. Oobdcn drang anf Flicdcnsuntcrhandlungrn auf Grnndlagc dcr 4 Punkte. Im Obcrhausc ward dic Milizbill zum dritten Male verlesen. Hcrr v. Uscdom ist gcstern in außerordentlicher Mission hier cinge» troffen. " Odessa, dcr Nacht v. W. d. bestätigt. General Osten-Sacken ko!»>na»dirt derzeit in Scbastopol. Etwas Frost hat sich h'"' ""-gestellt. K on st a »tin ope l, ".Dez General Larcher ist zum Platzko.nmanomite., ernannt worden. Druck und Verlag von I. v. "Meiumayr H ss. Vamber«-!» Laibach7^^^,wortliche Nedae^rI7I^A^«...««r " .f Ba.ni.er«. V iirsenbericht aus dem Abendblatte der österr. kais. Wiener-Zeitung Wien 22, Dezember Mittags l Uhr. Dic Vürsc cr^'ffnctc in günstiger Stimmung, wclchc sich hauptsächlich durch den Rückgang der Wechsel und Valuten bemerkbar machte. London war Anfangs mit i2.l8 ausgcbotcn. Bei größerem Ncdarfc zogen zwar die Preise der Devisen und Comptnntcn gegen Schluß wicdcr an, blieben jedoch gegen gestern um V, — V. pEt billiger, un« thcilweise offcrirt. Auch in Papieren machte sich im Beginne der Vörsc eine günstige Tendenz geltend, welche zwar gegen Schluß ermattete, deren Wirkung in den Kursen aber gegen gestern noch immer fühlbar blieb, Namcntlich ist 3 V» Nat, A»l. heute um mehr als V, M, höher zu lassen gewesen, es wurde bi< 86'/, l'czahlt, Amsterdam 106. — Augsburg 127"/. Vrief. — Frankfurt 126 '/,. — Hamburg 93 V,. — Livimw —. — London l2.20. — Mailand l2i '/>- — Paris l48 V.. Ttaatsschillduerschrcibungen zu Z "/» 82"/,«—«2'/, dctto „ 8. L. „ 5°/. 93—93 7. detto Gloggnißer m. N. „ 5°/« 9l'/.—82 dctto Viational Anl. „ 5'/» 8« V.^86 V. Staatsschulduerschreibungen „ i'/, V« 7l'/.-71 V. detto .. „ 4'/» 6^V.^-«^'/> detto v.J.« 850 mit Ruch. 't °/» l»! >,—92 dctto l«52 „ 4'/« 89 V,—«0 Staatöschuldvcrschrcibungen „ 3 °/. «'/,-'0 detto „ „ 2 7,'7» ^l-^! 7, dctto „ . „ ! '/. !«'/,—16'/. Grundcntlast.-Oblig. N. Oestrr. zu Z °/. ?!' '/.—80 detto anderer Kronlander 73 7, — 78 Lotterie-Nnlche» vom Jahre 1534 22^ 7,-^29 dctto dctto 183l» <20~l207. detto detto !8ä'l l»3',,,—U8 V, Äanco-Obligationc» zu 2 7, «^ 57 7,-5» Obligat, des L. Ä, Änl. u. I. 1^5»« zu 5 "/« i»7-99 Vank-Aktien mit Aczug pr. Stück l24<>-!242 detto ohne Vczug !«4ll —1U42 detto »>uä 7.-95 7, Kaiser Ferdinands-Nordbahn l87'/,—<88 Wien-Naabcr 105 '/.—w« Ändwcis-linz-Giunnduer 254—236 Preßd. Tyrn. Eisenb. 1. Emission 17—20 «. „ mit Priori». 30—35 Ocdc»burg-Wien»?ceustHdter — — Dampfschiff-Aktien «40—5'i2 dctto 1«. Emission 535-53« detto des Lloyd 560—562 Witiicr-Dampfmühl.'Acücn 129—130 Aoyd Prior. Oblig. (in Silber) ü'/„ 94—95 Nordbahn detto 5'/» 86-8N V, Gloggüitzer detto 5'/» 78-79 Donau-Dampfschiff detto »'/, 8l—»2 Co,,,,, Re,ttschcinc 13'/,—>4 Csterh»zy 40 st. Lose 82 7.-83 Wiudischgräh-Lost 28 '/.-^2» Waldsteiu'schc ^ L9''.-30 Keg!evich'sche „ />—11 7. ltaiserl. vollwichtige Dukateu-Agio 32 — 32 7, Telegraphischer Kurs » Bericht der Staaispapierc uum 23. Dezember 1854. Etaatsschuldverschreibungen . zu 5pEt, (in CM.) 83 Darlehen mit Verlosung «. I. !»3'l, für 100 fl. 229 „ 1«39. „ 100 ss. I2N Wrundentl.-Obligat. anderer Hronländcr zu 5 °/> 73 1/2 5°/» National-Aulchen...... 86 fl. in C. M. Lltto Anlchcn », I. 1854..... 98 9/16 fl. in E. M. Akticn dcr K«iser sscrd,»ands-Nordbahn zn !UW ss. 6. M. getheilt . . . . >882 1/2 fl. in L. M. Afticn dcr österr. Donau-Dampfschifffahrt zu 500 st. C. M....... 542 fl. in E. M. ,'!ci,e,i 0i,< ü!i>'i',', Llovd iu Lrieü z» ,.0l!HoIIänd.Gu!d.. Nthl. <0« Vf. 2U,nat. Äilgi'burg. fur !»»''! ft!u>t,<» (Zur. /2st.F>,!,,WuId., l2N !/2 << Mmiat. Hamburg, s„l l>,0 M,nf Banco, Mild.» A3 V,v < P,„ud Sterl,»,,, Gulden l!i-2l .i Monat, i.'nmi. für 300 Franken, Gulden . . 14» 2 Mou t. Mailand, für 300 Ocstcrr. Lire, («uldeu I '>'Z 2 Ml'iiat, Paris für 300 Fraukcu . . Guld. 1>8 3/8 2 Monat. Gold- und Hüb er°K»lsl vo>» 22, Dczenibcr 1854. Brief. G.ld. ,!tais. Münz-Dulatcn Agio .... 32 l/2 32 >/4 detto Naud- detto...... 32 3> 3/4 Napolconsd',r „ .... 10,3 IN 1 Eouurainsd'or „ .... 17.3!» 17.30 Friedrichsd'or „ , , . . 10.12 K>.10 Prcußifchc „ „ .... IN 36 10.3.1 «ngl. Sovcreigus „ . . . , 12.31 12.29 ^uß.,Imperialt .....^U l6 >0.<5 ^^'p" . -......... 33 3/4 33 3/4 ^l'beragw ......... 281/2 28 ,/2 Fremden-Anzeige der hier '2l«sseko„„neneu und Abaereisten. . D"' 22-D.^mbtr l854. " Hr. G,.,'ePPe Marches. Terpot. Genera!-Agenc d.','?d Hr. A,tt°n Ma,i°, Be,'!ße!^ veii Venedig nach W^„ ^ ^,. ^^,ard Wemum,er, k. k. Steuer. Insp.ktor, von Fimne „ach Pettau. — Hr. ?lrnold Otl° Mayer, Konsul — !,nd Hr. vi-, Kail Biau», Professor, von Trieft »ach Wien. — Hr, Geoi'g Halso», amerikanischer Gesandle' — Hr. Raimund v. Manner, Privatier, — und H,-'. Eduard Struthof, Ingeniel,!-, vc>» Wien nach Triest. — Hr. Jakob Karl Sahi'land, Paitlkulier, von Karl. stadt nach Wien. Z, ?37. (3) An die verehrlichen Bewohner Laibachs! Die fromme Sitte, welche seit vielen Jahren hierorts besteht, sich durch eine milde Gabe ;um Wohle der Armen von den übllchen Neu-jahrs- und Namensfestes-Gratula. tionen zu entbinden, veranlaßt den gefertigten Gemeinde-Vorstand zur Bekanntgebung, daß die Emzeich-nung und Aubfolgung der Ent, Hebungskarten für Neujahrs- und Namenstagswünsche pio 1855, wie es früher geschehen, durch den Hrn. Gemeinderath und Armenmstltuts-Rechnungsführer, Josef Aichholzer, ln deffm Tuch^ und Schnitt,varen-Handlung am Hauptplal?e, vom 15. Dezembcr d. I. bis 15. Jänner <955, täglich, nnt Ausnahme der Sonn- und Feiertage, besorgt werden wird, daß, ohne der Großmuth Schranken zu setzen, für ein Billet der übliche Bettag von 20 kr. zu bezahlen komme, und die Namen der verehrllchen Geber durch die Zei- tung bekannt gegeben werden, wonach um genaue Angabe derselben gebeten wird. Diese jährliche Beihilfe zum Be-, sten der hierortiaen Stadtarmen erfolgt in einer Zeit, wo durch die gesteigerte Noth die Ansprüche um Unterstützungen sich so sehr mehren, daß der Gemeinderath, m dessen Verwaltung das Laibacher Armen-Hnstitut nach den neuen Bestimmungen der Gemeinde-Ordnung überging, mit vollem Vertrauen auf die bewähtte Mildthätigkeit der Stadt-ln'assen mit Zuversicht rechnet, um seine übernommenen Obliegenheiten zur Linderung so vieler Nothleiden-den und dieser Gemeinde Angehörigen nnt allcn ihm zu Gebote stehenden Mitteln erfüllen zu können. Das Ergebniß dicser Bitte wird am Schluffe veröffentlicht ,verden. Laibach am 6. Dezember 1855. Z. >9?4, (3) Bekanntmachnng. Beim Unterzeichneten werden alle Gattungen Münzen und Sraatspaplere sowohl ein- als verkauft. Besonders wild das 5'1o Natwnal-Anlehen zn gutem Preise bezahlt. Größere Parthien^ Staatspapiere werden auf Verlangen gegen Vergütung von I- 1° Provision besorgt. Sigmun ^Schneider, HaupiplatzFNl. 238. Z. >994. (,) Man sscwiuut an diesen beiden Tagcn in dcr großen N e a lit ä t e n - Lo t t e ri e eine balbe saa&aacösj bloß in barem Gelde Die sonstigen namhaften Vortheile, welche diese große Lotterie ?em spielenden Publikum darbietet, sind aus dem Svielvlane zu ersehen •lolt. Ei. Wutscher.