h-1. -fHO Sonderabdruck aus der Monatsschrift «Die Erdbebenwarte», Jahrg. VII, 1908. Die Explosion des Pulvermagazins am Laibacher Felde. Am Nachmittage des 27. Juli 1906 wurde von den Bewohnern der Stadt Laibach gegen 1 Uhr 45 Min. ein starker donnerartiger Knall vernommen, welcher von Erschiitterungen der Luft sowie auch des Erdbodens be- gleitet war. Die Ursache dieser Erscheinungen wurde im ersten Augenblick fast allgemein einer ortlichen Erschutterung oder einem Kanonenschufi zu- geschrieben, bald jedoch stellte es sich heraus, dafi um die angegebene Zeit eine gewaltige Explosion des Pulvermagazins am Laibacher Felde, welche sich durch eine aufierordentliche Detonation bemerkbar gemacht hat, erfolgt war. Da von den meisten Instrumenten unserer Warte die Wirkungen dieser Explosion aufgezeichnet wurden und die Aufzeichnungen einige Ahnlichkeit mit einer ortlichen Erschutterung aufwiesen, so wurden zunachst die verschiedenen Zeitungsberichte gesammelt, in der Erwartung, dafi dem Referenten der Erdbebenereignisse fiir Krain auch dariiber Nach- richten einlaufen werden, die dann mit den instrumentellen Aufzeichnungen hatten verglichen werden konnen. Da aber die Anfrage an den Erdbeben- referenten fiir Krain negativ ausfiel, so wandte sich der Leiter der Erd- bebenwarte an die k. k. Zentralanstalt fiir Meteorologie und Dynamik, mit der Bitte um Versendung eines Rundschreibens an die Erdbebenbeobachter in Krain, mit der Aufforderung, sie mogen iiber alle jene Beobachtungen berichten, die sie gelegentlich der Explosion am Laibacher Felde wahr- genommen hatten. Besonders betont wurde die Frage, ob der Beobachter die Erschutterung der Luft oder des Bodens oder beider gleichzeitig wahr- nahm. Die Zentralanstalt trug dieser Bitte in der entgegenkommendsten Weise Rechnung und versendete das Rundschreiben im April 1907 an die meisten Beobachter in Krain, von vvelchen auch in kurzer Zeit die Ant- vvorten, und zwar 58 positive und 188 negative Meldungen einliefen. Da aber das Netz der Beobachter gerade am Laibacher Felde nicht so dicht ist, als es in diesem Falle wiinschenswert gewesen ware, so vvandte sich die Leitung der Warte an Herrn Ignaz Elsner, Adjunkt der k. k. Tabak- regie, vvelcher an einige Fabriksarbeiter, die in der Stadt Laibach und Umgebung wohnen, Fragebčgen verteilte und von denen 60 schriftliche Von A. Belar. 2 Antworten eingelaufen sind, die uns Herr Adjunkt Elsner freundlichst zur Verfligung gestellt hat. Im nachfolgenden mogen alle oben ervvahnten Be- richte iiber die Wahrnehmungen anlafilich der Explosion angefiihrt werden, soweit sie fur die Erklarung liber die Wirkungen und Verbreitung der Explosion von Interesse sind. Vora Verfasser wurden iiberdies bei ver- schiedenen Privaten sowie beim Stadtmagistrate Laibach Erkundigungen eingezogen, deren Ergebnisse auch hier der Vollstandigkeit halber mit- geteilt werden sollen. Durch die freundliche Vermittlung des Herrn Haupt- mannes G. Veith war es moglich, bei Augenzeugen, die ,,sich in der nachstenNahe des Explosionsortes befanden, Umfrage zu halten sowie anOrt und Stelle einen Lokalaugenschein vorzunehmen, um liber die Wirkungen der Explosion am Herde selbst Naheres in Erfahrung zu bringen. Auch diese Wahrnehmungen sowie die Beschreibung der Diagrammbilder der Laibacher Warte sollen im folgenden geblihrend gevviirdigt werden. Am 7. Marž 1907 wurde der Artillerie-Feuerwerker Ferd. Wolf, welcher die Aufsicht iiber die Munitionsmagazine flihrte, vom Verfasser um nach- folgendes befragt: «Wie weit waren Sie vom Pulverturm bei der Explosion entfernt?» «Ich stand an der Wiener Strafie von der Explosionsstelle in SW.-Richtung ungefahr 600 m entfernt.* «Was hatten Sie fur eine Empfin- dung bei der Expiosion?» «Gar keine ! Ich verspiirte weder ein Bevvegen der Luft noch ein Zittern des Bodens. Nach Mitteilungen anderer, die, ungefahr 100 Schritte von mir entfernt, fast genau im S. der Explosions- stelle standen, versptirten diese sowohl eine starke Luftbewegung als auch ein Zittern des Bodens.» »Machte es auf Sie den Eindruck, dafi die Explo- sion in mehreren Abschnitten erfolgte oder dafi die ganze Pulvermasse auf einmal explodiert sei?» «Die ganze Pulvermasse mufi auf einmal explo- diert sein, da auch die Detonation den Eindruck eines einzigen starken Kanonenschusses auf micli machte.* «Wie grofi war die Pulvermenge im Magazine?* »Ungefahr 3000 kg.» Nach dem Lokalaugenschein, welchen der Verfasser mit dem Artillerie- hauptmann Georg Veith vorgenommen hat, wurde nachfolgendes fest- gestellt: Bei den um die Explosionsstelle a (siehe Situationsplan) nachst- liegenden Objekten b (Pulvermagazin, 35 m entfernt, Wachhaus, 90 m ent¬ fernt) machte sich in ausgesprochener Weise eine Saugwirkung bemerkbar, indem die zugekehrten Fenster und Tiirstocke herausgerissen wurden. Ein schwacherLattenzaun (x) hart am Objekte an derSSW.-Seite wurde nicht beschadigt, hingegen wurde ein starker Pfostenzaun (j/) ungefahr 40 m ESE. stark beschadigt. Bei den siidvvarts gelegenen Objekten f und g, 150 bis 240 m entfernt, hatte sich hingegen eine starke Wirkung bemerkbar gemacht. Vielfach wurden die Dacher durch Steine eingeschlagen und zwei Wande verschoben. An dem vveiter entfernt nordlich gelegenen Munitionsmagazine c und dem Pulvermagazin d, ersteres 500 m, letzteres 370 m entfernt, wurden nur einige zugekehrte Fenster zertriimmert. Sonst war in dieser Richtung 3 hin keine Beschadigung feststellbar. Die Hauptmasse des Steinmaterials, aus welcher das durch die Explosion zerstorte Gebaude aufgebaut war, ist nach drei Richtungen geschleudert worden, ungefahr in einer Zone von 100 m, und zwar mehr oder minder gegeniiber den Frontmauern des zerstorten Objektes, also gegen NE.-SE. und SW. zu. Die geringsten Mengen des Steinmaterials fanden sich an der NW.-Seite, an welcher die Eingangstiire angebracht war. 4 Nach den Erhebungen des Stadtmagistrates* tiber die Wirkung der Explosion im Pomorium der Stadt konnte folgendes festgestellf werden: Anlafilich der Pulverexplosion am Laibacher Felde sind an den Hausern der Wiener Strafie, und zwar Nr. 73 (KuTiststeinfabrik), Nr. 69, Nr. 60 (Haus Lehner), Nr. 52 (Haus Auer), woselbst auch ein Zaun umgeworfen wurde, Nr. 46 (Kapelle St. Christoph) und an der Wasserleitungsstrafie Nr. 26 (Haus Fortuna) Mauerrisse konstatiert worden. Infolge des entstandenen Luftdruckes sind auch Fensterscheiben an mehreren Hausern, und zwar an der dem Explosionsorte zugekehrten Seite, eingedruckt worden. Durch kurze Umfrage von seiten des Stadtmagistrates ist damals folgendes erhoben worden : Artilleriekaserne, Wiener Strafie Nr. 58, welche 780 bis 1070 m von der Explosionsstelle entfernt ist, wurden 180 Fenster¬ scheiben zertrummert. Beschigrad Nr. 47, Entfernung 1370 m, 20 Fenster¬ scheiben. Heizhaus der Sudbahn, Lastenstrafie, 1800 m Entfernung, 9 Ober- lichten. Infanteriekaserne, Metelkogasse Nr. 2 , Entfernung 2000 m, 40 Scheiben. Dalmatingasse Nr. 10, Entfernung 2300 m, 7 Fensterscheiben. Zuckerraffi- neriegebaude, Polanadamm, Entfernung 2600 m, 63 Fensterscheiben. Einem authentischen Bericht in der amtlichen ‘Laibacher Zeitung* ent- nehmen wir folgendes: «Wahrend eines Ungewitters, das sich gestern um die Mittagsstunde iiber unsere Stadt entlud, schlug der Blitz in die sogenannte Abwaghiitte des ararischen Pulver- magazins ein, wo 20 Fasser Pulver sowie ein Vorrat von Jagdpatronen eingelagert waren. Gegen halb 2 Uhr nachmittags wurde vom Schlofiberg ein Feuer auf dem Laibacher F’elde signalisiert. Gegen s / 4 2 Uhr erfolgte eine furchtbare Detonation sowie eine heftige Erderschiitterung, infolge welcher sich der Bevolkerung ein wilder Schrecken bemach- tigte, da man im ersten Augenblicke einen Erdstofi befiirchtete. Eine ungeheure Rauch- und Schuttsaule, einer Wasserhose ahnlich, erhob sich in die Luft und blieb dann mehrere Minuten unbeweglich stehen. Die Abwaghiitte war in die Luft geflogen und buchstablich vom Erdboden vveggefegt worden. Schwere Steine, Mauerreste und Holzbestandteile wurden mit furchtbarer Gewalt im weiten Umkreise nach drei Richtungen hin geschleu- dert; der grofie Luftdruck beschadigte die in der Nahe befindlichen Gebaude, so nament- lich das nachststehende Pulvermagazin, dessen Dach vollstandig abgetragen wurde, und die Kantine, wo alle Fensterscheiben in Splitter gingen und die innere Einrichtung sowie das Mauerwerk arge Beschadigungen erlitten. Glucklicherweise wurde bei der Explosion niemand verletzt, da sich die wachhabende Mannschaft im Pulvermagazine, die ungeheuere Gefahr erkennend, noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatte. Wenn in dem nahe gelegenen Magazine, wo gegen 200.000** kg Pulver eingelagert gevvesen sein sollen, eine Explosion erfolgt ware, so hatte dies fiir Laibach ein unabsehbares Unheil zur Folge gehabt. Zum Gluck verblieb es bei der einen Explosion. — Die Entstehungsursache des Brandes wird kaum genau ermittelt werden konnen. Vielleicht ist sie in einer mangel- haften Anlage des Blitzableiters zu suchen; wahrscheinlich fiihrte der Leitungsdraht nicht zu einer nassen, sondern trockenen Erdschichte, so dafi der Blitz, statt in die Erde zu fahren, auf irgend ein Objekt im Magazin ubersprang und es in Brand steckte, der schliefilich die Pulvervorrate ergriff.» * Herr Magistratsrat Vončina hatte die Giite, uns davon Mitteilung zu machen, ** Diese Angabe ist auf 20.000 kg richtigzustellen. 5 Berichte von Beobachtern in der Stadt Laibach. Laibach, Blei vveisstrafie 11, I. Stock. Der Beobachter safi beim Schreib- tische und verspurte eine eigentiimliche Erschiitterung, die mehr den Eindruck einer Luft- als einer Bodenbeivegung auf ihn machte. Die Familienmitgiieder schlossen zunachst auf ein Erdbeben. Der Beobachter hingegen war sicher, dafi etwas anderes vorgefallen sein miisse. Die Bodenbewegung verspurte ich deutlich, doch machte sie mir den Ein¬ druck, dafi sie mehr oberflachlich verlaufen ist und sich daher wesentlich von einem Erdbeben unterschied. Nachdem der Beobachter beim Fenster herausgeblickt hatte, bemerkte er in NNE. eine machtige pilzhutformige weifie Rauchsaule aufsteigen, die eine Zeitlang unbeweglich war. (Prof. F. Keller.) Laibach, Resselstrafie 9, Parterre. Ich war am fraglichen Tage zu dieser Zeit in meiner Wohnung anwesend und bekam die Erschiitterung der Explosion sehr deutlich zu spuren, obwohl meine Wohnung vom Ereignisorte mindestens 15 bis 20 Gehminuten entfernt liegt. Als standig hier ansassiger Laibacher mit allen Anzeichen und Begleit- erscheinungen gewohnlicher Erdbeben aus langjahriger Praxis her wohl vertraut, erkannte ich in diesem Falle trotzdem sogleich, ohne weitere Uberlegung, dafi hier kein Erd- stofi, sondern irgend ein anderes Ereignis vorliegen miisse. Ich kam zu dieser Folgerung vor allem aus dem Umstande, dafi die Erschiitterung des Erdbodens, beziehungsweise der Luftschichte, diesmal evident nicht von unten hinauf, sondern von oben nach abvvarts fuhlbar war. Insbesondere trat dies auch dadurch hervor, dafi beispielsweise die Scheiben meiner Fenster zuerst und viel heftiger in den oberen Partien erklirrten und spater erst auch unten ausklangen. Mein erstes Empfinden war daher sofort, dafi dies kein Erdstofi, sondern eine Explosion gewesen sein miisse, um so mehr, als auch das bei den zahl- reichen Laibacher Erdbeben sonst fast immer mitverbundene unterirdische Drohnen dies¬ mal ganz fehlte. Und da am Ende meiner Strafie ein Materialwarenhandler ein grofieres Geschaft unterhalt, so war ich der Meinung, dafi in seinem Magazin ein grofieres Petroleum- oder Spiritusfafi explodiert sein diirfte und legte dem Vorfalle daher vveiter kein grofieres Gewicht bei. Fast eine halbe Stunde spater beim Ausgehen erfuhr ich die eigentliche Veranlassung der Erschiitterung. In den naher liegenden Hausern wurde letz- tere allerdings starker empfunden. Wie ich weifi, wurden in vielen Hausern zahlreiche Fensterscheiben zertriimmert, an einzelnen sogar ganze Dachteile aufgerollt oder selbst auf weite Strecken fortgetragen. Desgleichen wurde auch der bei der Explosion in die Luft aufgestiegene Pulverdampf noch lange Zeit hindurch in einer eigentiimlich lang geformten zusammenhaltenden Torpedoform forttreibend gesehen. (L. Suppantschitsch.) Laibach, Do m pl at z 18, II. St. Es wird wohl wenige Bevvohner der Stadt Laibach gegeben haben, welche die Wirkung der am 27. Juli 1906 um 1 Uhr 45 Min. nachmittags erfolgten Pulvermagazins-Explosion am Laibacher Felde nicht wahrgenommen hatten. Ich befand mich zu derselben Zeit in meiner Wohnung (mitten in der Stadt). Es wurde ungefahr um 1 Uhr 15 Min. durch einen Kanonenschufi ein Feuer signalisiert. Ich war iiberrascht, als nach einer halben Stunde ein zweiter, wie mir schien zwar dumpfer, aber viel starkerer Schufi erfolgte, bei welchem die Fensterscheiben klirrten und eine deut- liche Erderschiitterung erfolgte. Dies war die Wirkung der genannten PulverexpIosion. Nicht nur ich, sondern alle Bewohner des Hauses haben diese VVirkung wahrgenommen und die meisten glaubten, dafi wieder ein Erdstofi erfolgt sei. (J. Vodeb, Schulrat.) Laibach. Der Beobachter befindet sich im Freien, ungefahr l’/ 2 km von der Explo- sionsstelle entfernt. Die Detonation war sehr stark, so dafi viele Bevvohner angstlich aus den Hausern eilten. Die Erdschwankungen waren ziemlich stark und auch die Luftbewegung verspurte der Beobachter. Ein Erdstofi mit nachfolgender vvellenformiger Bewegung war die Empfindung, die der Beobachter gespiirt hatte. In der nachsten Nahe steht ein Haus, von vvelchem alle Dachziegel abgevvorfen wurden. Fensterscheiben vvurden zer- triimmert. Neben dem Hause steht ein Baum, von vvelchem das Laub abgefallen ist. 6 Grofie Stiicke von angebranntem Holz wurden in die Hohe geschleudert. Auch in einem Dorfe, 1 km von Laibach entfernt, sah man einzeine zertrummerte Scheiben. Hoch liber der Explosionsstelle war eine fast kreisrunde Wolke zu sehen. (A. Tomitsch.) Laibach, Komenskygasse 14, I. St. Alle Bewohner verspiirten einen Erdstofi von Norden. In der Wohnung schuttelte und krachte es wie bei einem starken natiir- lichen Erdbeben. Stark bewegt wurden die Wanduhr und die Hangelampe, auch die Fenster ldirrten. Diese Erschiitterung dauerte nur einige Sekunden, gleichzeitig war eine starke Detonation vernehmbar. Der Boden zitterte, ob aber die Luft bewegt war, kann man nicht entscheiden. Am Firmament bemerkte ich eine grofie Rauc.hwolke. In meiner Wohnung ist kein Schaden aufgetreten. In den Hausern, die naher der Explosionssteile waren, wurden Fensterscheiben zertriimmert und an noch niiherstehenden wurden Dach- ziegel abgeworfen. Die Leute waren stark beunruhigt, die Hunde bellten, auch bemerkte man eine Unruhe beim Gefliigel. (K. Simon.) Laibach, ResselstraSe 1, II. St. Alle in und aufier dem Hause befindlichen Personen haben einen ungeheuer starken Stofi von Norden verspiirt, Dauer 1 S e k., mit gleichzeitiger Detonation. Die Fensterscheiben wurden zertriimmert, die Leute stiirzten erschrocken gegen die Explosionsstelle, nicht achtend, in welch grofie Gefahr sie sich begeben. Auch der Berichterstatter war unter diesen. Gelegentlich solcher Ereignisse ware es angezeigt, die Bevoikerung auf die grofie Gefahr aufmerksam zu machen. Wie ich in Erfahrung brachte, waren alle 2000 bis 3000 Neugierige bei einer weiteren Explo- sion eines grofien Pulvermagazins getotet worden. (Sadar.) Laibach, Triester Strafie 25, I.St. DieWirkung der Explosion wurde sowohI in Gebauden als auch im Freien von den Bewohnern wahrgenommen. Der Beobachter stand in der Mitte des Zimmers und verspurte um die Zeit einen vertikalen Stofi, worauf eine Erschiitterung des Gebaudes eintrat. Die erdbebenartige Erschiitterung war kurz, als wenn jemand zu ebener Erde eine Tur kraftig zugeschlagen hatte. Doch war diese Erschiitterung viel starker, wie sie etwa durch Tiirzuschlagen hervorgerufen wird. Eine Pendeluhr blieb stehen; auch die Bilder an den Wanden vvurden aus ihrer Lage gebracht. Die Dauer der Erschiitterung schatze ich auf 2 Sekunden. (Lehrer F. Trost.) Laibach, Krankenhaus, I.St. Zur Zeit der Explosion befand sich der Be¬ obachter beim Mittagessen, als von allen Anvvesenden eine Erschiitterung gieich einem mitteistarken Erdbeben verspiirt wurde, welche gleichzeitig von starkem Fenster- klirren begleitet war. (R. Sloviček, Gutsverwalter.) Laibach, Komenskygasse. Die Fenster zitterten und Turen wurden infolge des Luftdruckes geoffnet. Die Luft und die Erde zitterten und die Rauchsaule war sehr hoch. Jeder glaubte an ein sehr starkes Erdbeben. (Kosmač.) Laibach, Studentengasse 9. Erde und Luft zitterten, man vernahm einen starken Knall. Die Rauchsaule war an 100 m hoch. (Šetina.) Gradišče, Laibach. Der Beobachter vernahm einen starken Knall, dem ein Zittern der Luft folgte. Die Rauchsaule war sehr hoch. (Zaler, Stibil.) Laibach, Martinstrafie 28. Eine Mauer ist gesprungen und mehrere Fenster¬ scheiben wurden zertriimmert. Ein deutlicheres Zittern als solches bei Erdbeben wurde wahrgenommen. Hohe der Rauchsaule etwa 50 m. (Jug.) Laibach, Metelkogasse. Einen sehr starken Knall verspiirt. (Garvas.) Laibach, Wienerstrafie 47. Der Beobachter wurde fast zu Boden geworfen. Man vernahm einen starken Knall. Fensterscheiben zersprangen. (Vertačnik.) Laibach, Sparkassegassse 6. Ein sehr deutliches, und zwar so starkes Zittern wurde vernommen, dafi Glasscheiben aus Bilderrahmen herausflogen. Weiters sah man Ziegelstiicke von Dachern herunterfallen. Die Erde zitterte heftig. Ein dichter Rauch vvirbelte in der Luft. Wir waren alle sehr erschrocken und wurden von einem Soldaten, der uns aufforderte, die Wohnung zu verlassen, da weitere Gefahr drohe, noch mehr erschreckt, (Borštnar.) 7 Griine Grube. Wir alle waren bestiirzt, als wir einen starken Knall vernahmen. Es hatte den Anschein, dafi ein heftiger Erdstofi erfolgen werde. Die Rauchsaule verwandelte sich in einen grofien Kreis. In der Leimfabrik wurden Fenster zertriimmert. (Jeras.) Griine Grube. Knall gehort, ein Zittern der Luft und des Erdbodens verspurt. Drei Scheiben wurden zertrummert. (Peruzzi.) Griine Grube. Starken Knall und Stofi wahrgenommen. (Terškan.) Neu-Udraat. Die Erde zitterte und ein starker Stofi wurde wahrgenommen. Fiinf Fensterscheiben wurden zertrummert. (Smole.) Neu-Udmat. Wir erschraken, als wir den Knall horten. Eine Rauchsaule wurde nicht gesehen. Die Erde zitterte, Fensterscheiben klirrten. (Erklavc.) Schischka. Der Beobachter stand zur Zeit der Explosion an der Turschwelle des Schulgebaudes, hingewendet gegen die Explosionsstelle, die vom Hause sehr gut sichtbar ist. Zunachst bemerkte ich ein Aufwirbeln der Luft, eine ungemein starke Explosion und eine Bodenerschutterung wie etwa bei einem Erdbeben. Meine 20 Jahre alte Tochter war im Zimmer. Nach der Detonation ist eine so starke Erderschutterung aufgetreten, dafi meine Tochter gestiirzt ware, wenn sie sich nicht im selben Augenblicke an der Tiir- klinke festgehalten hatte. In den Hausern gegeniiber dem Schulgebaude sind viele Scheiben zertrummert worden. Die Furcht war grofi. Die Leute wollten zur Explosions- stelle eilen, wurden aber daran gehindert, weil die Gefahr bestanden hat, dafi noch andere Pulverniederlagen explodieren konnten. Und in der Tat, wenn sich noch ein anderes Magazin entziindet hatte, so wiirde die ganze Stadt Laibach als auch Schischka Schaden genommen haben. Zum Gliick ist die Entzundung nur in einem Magazin erfolgt, in welchem nur geringe Mengen Pulver aufbewahrt waren. (Oberlehrer A. Javoršek.) Unterschischka. Knall gehčrt. Zittern der Erde gefiihlt, da es starker war wie bei einem Erdbeben. Hohe der Rauchsaule unbestimmt, da diese immer hoher stieg. Wir kamen alle mit blofiem Schrecken davon. (Kovič.) Unterschischka. Man vernahm einen fiirchterlichen Knall. In der Luft verspiirte man keine Bewegung, blofi die Erde zitterte. In der Umgebung war alles zerstort. Die Rauchsaule war sehr hoch. (Rupert.) Unterschischka. Starker Knall. Fensterscheiben gingen in Triimmer. (Vahovc.) Unterschischka. Starker Knall. Heftige Bewegung der Erde. Eine Mauer erhielt einen RiB. (Peharič.) Koseze bei Laibach. Starken Knall und Erschutterung verspurt. Es machte auf mich den Eindruck einer Kesselexplosion. (Soklič.) Koseze. Starker Knall und Zittern des Erdbodens. (Zakotnik.) Koseze. Starken Knall und Zittern des Erdbodens wie bei einem Erdbeben wahr- genommen. Die Bevvohner befanden sich in grofiem Schrecken. (Ahlin.) Hradeckydorf. Ein starker Knall und ein Zittern der Erde wurde wahrgenommen. Die Rauchsaule hatte eine Hohe von zwei Tiirmen. (Steklasa.) Laibach, Stadtwald. Starker Knall, so dafi Luft und Erde zitterten. Die Rauch¬ saule war gleich zwei Turmhohen. (Tschokert.) Stefansdorf. Die Bewohner erschraken und eilten aus den Hausern. Ein starker Knall war vernehmbar, so dafi die Erde zitterte. Fenster klirrten. Die Hohe der Rauch¬ saule war beilaufig die des Grofikahlenberges. (Strojan.) Stefansdorf. Starken Knall wahrgenommen. Hohe der Rauchsaule 70 m. (Bezlaj.) Stefansdorf. Knall ziemlich stark. Heftiges Erzittern der Erde. Hohe der Rauch¬ saule 50 m. (Mehle.) Stefansdorf. Ich erschrak sehr, da es rauschte, und hatte die Empfindung, als ob ein Dampfkessel explodiert ware. Mauern bewegten sich wie bei einem Erdbeben. Die Rauchsaule war hoch wie ein Turm, (Rode.) 8 Moste bei Laibach. Fensterscheiben klirrten und ein starker Knall war horbar. Der Rauch walzte sich und wurde lichter. (Eržen.) Moste. Knall verspiirt, die Erde erzitterte etwas. (Bokavšek.) Moste. Knall verspiirt, die Erde erzitterte etwas. (Bricelj.) Sadobrowa. Der Knall war sehr stark, die Erde zitterte. (Lovša.) Kletsche bei Laibach. Bei der stadtischen Wasserleitungsanlage klirrten die Fenster. Die Erde zitterte wie bei einem Erdbeben. (Žirovnik. Stoschze. Der Erdboden zitterte und wir vernahmen einen starken Knall. Mehr als 40 Fensterscheiben wurden vom Luftdrucke eingedriickt. (Presetnik.) Stoschze. Der Knall vrarde deutlich gehort und man befiirchtete noch eine weitere Explosion. Die Mauerziegel sprangen infolge Zitterns des Erdbodens und viele Fensterscheiben gingen zugrunde. Der Schaden ist bei uns ziemlich bedeutcnd. (Pečnik.) Saule. Die Erde zitterte wie bei einem Erdbeben. Die Rauchsaule war an 1000 m hoch, wurde aber von Winden in der Richtung gegen Stein vertragen. (Cemačar.) Stoschze. Die Leute eilten aus dem Dorfe. Der Knall war stark, das Zittern des Erdbodens war auch bedeutend. Mehrere 100 Fensterscheiben gingen in Trummer. (Smerke.) Malavas bei Laibach. Knall gehort, Bewegen des Erdbodens verspiirt, Fenster¬ scheiben wurden zertrummert. (Jakopič.) Jeschza bei Laibach, Schulhaus, I. Stock. Ich safi schreibend hinter dem Katheder, als eine starke Detonation erfolgte, so stark, dafi ich zunachst nicht wufite, was die Ursache derselben sein konne. Zunachst dachte ich an ein starkes Beben, denn das Schulhaus, welches 3 km von der Explosionsstelle entfernt ist, hat stark gezittert. Auch das Echo der Detonation, welches von den umliegenden Bergen erscholl, war ungemcin stark. Die Bevolkerung war sehr bestiirzt. In Gebauden, die der Explosions- stelle naher liegen, wurden viele Fensterscheiben zertrummert. (M. Žibert.) Jeschza. Einen schufiahnlichen Knall verspiirt, Fenster klirrten infolge des Be- wegens der Luft. Fensterscheiben wurden viele zertrummert. Da Windstille herrschte, so erhob sich die Rauchsaule sehr hoch. (Zupan.) Jeschza. Knall gehort, Zittern des Erdbodens verspiirt. (Koblar.) Jeschza. Knall gehort, Zittern des Erdbodens verspiirt. (Kušar.) Jeschza. Knall gehort, Zittern des Erdbodens verspiirt. (Kreč.) Tomačevo. Knall wahrgenommen. Fensterscheiben wurden zertriimmert, einige Mauern erhielten Risse. (Dovč.) Sneberje. Knall gehort, Zittern des Erdbodens verspiirt. Die Bevolkerung war erschrocken. (Anšič.) Tschernutsch. Die Leute glaubten an ein Erdbeben, starken Knall gehort, Fenster und Turen wurden geoffnet. (Vilfan.) Tschernutsch. Alles hatte den Anschein eines Erdbebens, zwei starke Knalle gehort, Luftdruck stark, Erdboden zitterte. Die Explosion verursachte viel Schrecken. (Justin.) Tsehernutsch. Man glaubte einen Erdstofi zu verspiiren, zweifacher Knall, Fensterscheiben wurden zertrummert. (Lampič.) Tschernutsch. Die Bevolkerung erschrak, da man ein Beben wahnte, zweifacher Knall, zwci starke Erdstofie verspiirt. Die Rauchsaule hatte oben eine Krone. (Kodermann.) Tschernutsch. Die Leute vvahnten ein Erdbeben, starken Knall gehort, Fenster und Turen wurden geoffnet. (Levec.) Pod Boršt bei Tschernutsch. Die Leute erschraken. Die Erde zitterte. Die Rauchsaule verfinsterte die Sonne. (Jerko.) 9 Tschernutsch. Der Erdboden zitterte, Knall wahrgenommen, Fensterscheiben wurden zertriimmert. (Bedenk.) Tschernutsch. Die Explosion wurde in der Umgebung iiberall versptirt. Ich befand mich stehend in der Kuche in der Nahe eines Fenšters, welches nur halb ver- schlossen war. Ein eigentiimlicher Luftzug rifi das Fenster auf und gleichzeitig vernahm ich eine schufiartige Detonation. Auch der Boden erzitterte, die Leute glaubten, dafi ein Erdbeben eingetreten sei und stiirzten alle ins Freie. Bemerkenswert ist, dafi die am Felde eingespannten Tiere bei der Detonation plotzlich stehen blieben und nach dieser sich durch lange Zeit nicht vom Fleck bewegen wollten. (Cerar.) Draule. Starken Knall und Zittern des Erdbodens verspurt. (Pokorn.) St. Veit ob Laibach. Nach einem starken Knalle verspurte man ein Bewegen der Erde. Die Rauchsaule hatte einen Kranz. (Poventa.) St. Veit ob Laibach. Im ersten Augenblicke glaubten wir an ein Erdbeben. Der Knall war ein schufiartiger. Die Erde zitterte nicht, wohl aber die Luft. (Železnik.) St. Veit ob Laibach. Starken Knall und ein Zittern des Erdbodens verspurt. (Rebolj.) St. Veit ob Laibach. Ziemlich starken Stofi und Knall verspiirt. Die Erde er¬ zitterte ziemlich stark. (Juvan.) St. Veit ob Laibach. Starken Knall und Zittern der Erde wahrgenommen. Rauch nicht beobachtet. (Šloser.) St. Veit ob Laibach. Gelegentlich der ExpIosion haben die Einwohner einen kraftigen Stofi verspurt. Die Fenster klirrten und fur einige Augenblicke geriet alles ins Schvvanken. Die Leute glaubten, dafi noch ein starkeres Beben erfolgen werde und fliichteten aus den Hausern, als sie aber gegen Osten zu eine machtige Rauchsaule auf- steigen sahen, wufiten sie gleich, was vorgeht. Das Getose in der Luft war nicht un- ahnlich jenem, welches Erdbebenerschutterungen einzuleiten pflegt. (J. Žirovnik.) Trata bei St. Veit. Starken Knall und etwas Erzittern der Erde vei'sptirt. (Jager.) Preschgain bei St. Veit. Starken Knall und heftige Erderschutterung wahr- genommen. (Štrukelj.) Obergamling. Man horte ein Getose, wie es einem Erdbeben vorangeht. Die Stube, in der ich mich befand, erzitterte und ich glaubte an ein Erdbeben. (Grad.) Gunzle bei St. Veit ob Laibach. Knall gehort, ein Bevvegen der Luftschichten und des Erdbodens verspiirt. Alles hatte den Anschein eines Erdbebens. Fenster klirrten. (Planinšek.) Dobrova. Knall und Zittern des Erdbodens verspurt. (Suhadolc.) Dobrova. Starker Knall und eine hohe Rauchsaule wurden wahrgenommen. (Lampret.) Bresovritz. Leute, welche auf dem Felde waren, sahen einen Rauch aufsteigen und verspiirten unter den Fiifien eine leichte Zitterbewegung ahnlich einem Erdstofi. Der dumpfe Knall machte den Eindruck, als wenn in der Ferne ein Kanonenschufi gelost vrorden ware. (D. Benedikt.) Rudnik bei Laibach. Viele hatten eine erdstofiartige Bewegung wahrgenommen. Ein eigentumliches Zittern des Bodens mit einem kurzen Stofie, etwa wie wenn am Schlofiberg ein Kanonenschufi gelost vvird, war vernehmbar. Entfernung 5 1 7 km auf der Strafie. (Petrič.) St. Martin unter dem Grofikahlenberge. Der Beobachter befand sich im Zimmer zu ebener Erde. Eine Erschutterung wurde allgemein verspurt im Freien als auch in den VVohnraumen. Im Freien wurde iiberdies ein dumpfer Knall vvahrgenommen. Ich hatte die Empfindung, dafi mehrere Erdstofie erfolgt sind, welche ungefahr fiinf Sekunden dauerten. In der Luft vernahm man ein eigentumliches Rauschen und 10 Bewegen. In den Zimmern sah man bewegliche Gegenstiinde schwanken. Fcnster klirrten und in einem Hause wurde die Beobachtung gemacht, dafi ein grofier Deckel eines Kessels, in welchem Vichfutter gekocht vvurde, herunter geschleudert vvurde. (F. Lavtižar.) Vodice, Bezirk Stein. Hier wurde die Wirkung von den meistcn Personen als ein Donnerschlag mit gleichzeitiger Bodenerschiitterung wahrgenommen. Einzelne glaubten, dafi es bebe. Sostro bei Laibach. Die Explosion des Pulvermagazins am Laibacher Felde ist hier von allen Bewohnern deutlich wahrgenommen worden. Die Detonation war ahnlich einem dumpfen, aber starken Kanonenschusse. Der Luftdruck vvar so stark, dafi das Schulgebaude heftig erzitterte wie bei einem starken Erdbeben. Wenn die Detonation nicht so deutlich vernehmbar gewesen vvare, so hatte ich an ein Erdbeben gedacht. Zunachst dachte ich an ein Feuersignal vom Schlofiberge, was man zu uns her wohl nie so stark hort. Im Augenblicke der Explosion safi ich eben beim Tische und gleich nach der Detonation ging ich sofort ins Freie schauen, was vorgefallen sei. Auf dem Hiigel neben dem Schulgebaude angekommen, sah ich in der Richtung der Explosion eine etwa 500 m hohe Rauchsaule mit einer Krone zuoberst unbevveglich stehen. Die Rauchsaule mit der Krone blieb etwa eine Viertelstunde unverandert stehen, ein Zeichen, dafi vollkommene Windstille herrschte. Ware die Erschutterung von langerer Dauer gewesen, so hatte das Gebaude Schaden gelitten. Auch Personen, welche im Freien waren, haben eine starke Detonation und einen Luftdruck vvahr- genommen, der sie beinahe zum Wanken brachte. Die Luftlinie von Sostro bis zum Pulvermagazin diirfte ungefahr 4 bis 5 km betragen. (Oberlehrer M. Bergant.) Mannsburg. Eine ungevvohnlich starke Detonation erfolgte, worauf wir gleich folgerten, dafi etwas Ungevvohnliches vorgefallen sein mufi. RichtuAg S.-N. (L. Letnar.) Domschale. Sehr viele Personen haben eine sehr starke Detonation gehort. Gleich darauf sah der Beobachter eine hohe Rauchsaule in die Luft steigen, welche sich auf dem oberen Ende kranzartig erweiterte und ziemlich lange unverandert in der Luft schwebte. (C. Engelmann, Schulleiter.) Tersein. Allgemein versptirt im Orte und in der Umgebung. Ich hatte die Empfindung, dafi jemand mit einer schweren Last gegen die Tur angeschlagen habe. Die Detonation war ungcmein stark, so dafi die Bewohner glaubten, dafi im hiesigen Steinbruch eine grofic Mine gesprengt vvurde. Wicder andcre, welche ins Freie eilten, vvaren im Glauben, dafi ein starkes Erdbeben erfolgt sei. Fenster klirrten und bewegliche Gegen- stande gerieten ins Schvvanken. (L. Blejec.) Nevlje, Bezirk Stein. Von vielen Bewohnern vvurde ein Knall, eine Bevvegung der Luft und des Bodens vvahrgenommen. In den Gebauden hatte man nichts besonderes verspiirt. (A. Lach.) Commenda, Bezirk Stein. Der Beobachter und seine Familie hatten nichts verspiirt, nur jene, vvelche im Freien vvaren, erzahlen, einen Doppelschufi gehort zu haben. Eine andere Erschutterung vvurde nicht vvahrgenommen. (Mesner.) Radomlje. Die Explosionswirkung vvurde von allen Bevvohnern in und aufierhalb der Gebaude als eine vvellenformige Erschiitterung vvahrgenommen. Einige schlafende Personen ervvachten, einzelne glaubten, dafi der Blitz eingeschlagen habe, andere vvieder, dafi ein Kanonenschufi gelost vvurde. Fenster klirrten, die Bevolkerung erschrak zum grofiten Teile. Die Entfernung von der Explosionsstelle betragt 15 km. (J. Kuhar.) Rova bei Stein. Die meisten Bevvohner hatten gelegentlich der Explosion eine eigentiimliche Detonation vvahrgenommen. Der Beobachter befand sich zur Zeit im Keller und glaubte, dafi ober ihm irgend ein schvverer Gegenstand umgesturzt sei. Ein¬ zelne Bevvohner dachten an ein Erdbeben. (J. Schmeidek.) 11 Jarsche, Bežirk Stein. Nach Mitteilungen der Bewohner vernahm man hier da- mals eine donnerahnliche Detonation. Der Boden zitterte in der Richtung von Siiden nach Norden. (T. Petrovec.) St. Jakob an der Save. Der Beobachter befand sich in der Schule zu ebener Erde. Eine Detonation und eine kurze Erschiitterung vom Siiden, die ungefahr eine Sekunde gedauert hat, wurde allgemein verspurt. Der Beobachter hatte die Empfindung, dafi im ersten Stocke die Ziinmerdecke herabgesturzt sei. Ein eigentumlicher dumpfer Knall war vernehmbar und alle beweglichen Gegenstande gerieten in Schwankungen. Alles fliichtete ins Freie und fast allgemein war man der Ansicht, dafi ein Erdbeben erfolgt sei. (M. Poklukar.) Morautsch. Allgemein in den Hausern als auch im Freien wurde eine schaukelnde Bewegung wahrgenommen, welche einige Sekunden andauerte. (Toman.) Morautsch. Der Beobachter befand sich im ersten Stocke bei Tische sitzend in Gesellschaft mit vier anderen Personen, als wir mit einemmal erschrocken aufsprangen und uns fragten, was vorgefallen sei. Die Erschiitterung sowie den Knall hat man all¬ gemein in als auch aufierhalb der Hauser wahrgenommen. Die Arbeiter, welche im Kirchturm beschaftigt waren, hatten oben eine starke Erschiitterung und eine auffallende Luftbewegung bemerkt. Der Eindruck der Detonation vvar derartig, als wenn in nachster Nahe ein Kanonenschufi gelost worden ware, und es schien, als wenn diese Erscheinung von der Tiefe nach aufvvarts ausgestrahlt ware. Das ganze Haus wurde erschiittert, die Fenster klirrten. Der Empfindung nach konnte man glauben, dafi in der Tiefe unter der Erde etwas eingestiirzt ware. Die Erschiitterung war so stark wie die gelegentlich der Erdbebenperiode 1895. Gleich darauf, als kein Erdbeben stattgefunden hat, da die Er- schiitterung zu kurze Zeit dauerte, crfolgte die starke Detonation, so dafi wir im richtigen Glauben waren, dafi eine Pulverturm-Explosion bei Laibach sich ereignet haben mag. Eigentiimlich ist der Umstand, wie aus den Bcrichten aus anderen Ortcn hervorgeht, dafi gerade in Morautsch die Wirkung starker verspurt wurde, als an Orten gegen die Save zu, welche viel naher der Explosionsstelle gelegen sind, und dies um so mehr, als zwischen Morautsch und dem Laibacher Felde ziemlich hohes Bergland liegt. (Dechant Bizjan.) Krcfinitz bei Littai. Von vielen Personen, ausgenommen den Beobachter, wurde ein Getose und eine Erschiitterung des Bodens vvahrgenommen. (J. Wohinz.) St. Veit bei Egg, Bezirk Stein. Der Beobachter befand sich im Zimmer. Von allen Bcvvohnern wurde ein starker Knall, als wenn ein PollerschuS vor dem Hause ge¬ lost vvorden ware, mit einer deutlichen Erschiitterung vvahrgenommen. Fenster, Turen und Kasten gerieten in Bevvegung. (Benefiziat J. Gregoriž.) Brdo, Bezirk Stein. Der Knall war ahnlich wie ein Donnerschlag und wurde sowie die Erschiitterung in allen Hausern und im Freien allgemein verspiirt. Auch wurde ein eigentiimliches Gerausch vernommen. Die meisten Bevvohner stiirzten aus den Hausern, weil sie im ersten Augenblicke glaubten, dafi ein Erdbeben aufgetreten sei. Spiiter hat sich die Meinung verbreitet, dafi in der Pulvermiihle von Stein eine Explosion erfolgt ware. G- Mapa.) Theinitz bei Stein. Die Wirkung der Explosion wurde hier gleich einem starken Schufi aus der Ferne vvahrgenommen, vvobei auch eine kleine Erschiitterung des Bodens, die sehr kurz war, in der Richtung von Siid nach Nord verspurt vvurde. Die Beobachterin befand sich im Freien. (A. Albrecht.) Stein. Von der Explosion hat man in Stein selbst nichts gehort noch gespurt. Die Erschiitterung, bezw. die Detonation, soli nach den Angaben der Leute bis zu den Ortschaften Tersein, Domschale und Egg gereicht haben. (Tramte.) Preska bei Zvvischenvvassern. Nur einzelne Personen erzahlen, dafi sie im Freien einen Knall vernommen, andere, die sich in der Wohnung befanden, geben an, 12 eine Erschiitterung verspiirt zu haben. Der Beobachter hat weder etwas gehort noch verspiirt. (J. Kiferle.) Gorenje Pirniče bei Zwischenwassern. Die Explosionswirkung wurde hier sehr deutlich vernommen. Wir horten einen starken Knall und glaubten, dafi irgend ein Maschinenkessel expiodiert ware. Gleich darauf bemerkten wir eine Rauchsaule auf- steigen, spitz zulaufend wie ein Kirchturm. Eine Erderschiitterung wurde nicht wahr- genommen, wohl aber eine starke Luftbewegung. Am nachsten Tage besichtigte der Beobachter die Explosionsstelle, \velche 11‘12 km in der Luftlinie, Richtung NW, vom Beobachtungsort entfernt liegt. (M. Kos.) Bischoflack. Der Beobachter hatte von der Explosion nichts bemerkt, jedoch wurde ihm mitgeteilt, dafi einige Personen um die angegebene Zeit ein Klirren der Fenster vernommen haben. (Pfarrer J. Karlin.) Duplje bei Neumarktl. Es ist moglich, daB die Wirkung der Explosion in unserem Orte wahrgenommen wurde, aber niemand hat dieselbe beobachtet, und zwar aus dem Grunde, da seit Jahr und Tag infolge des Bahnbaues der neuen Wocheiner Bahn fortwahrend in den verschiedenen Steinbruchen Detonationen erfolgten. (K. Zavašnik.) Iggdorf. Gelegentlich der Explosion hatten die Bewohner, die am Felde arbeiteten, einen zweimaligen, kurzen, dumpfen Donner vernommen. Einige erwarteten darauf ein Erdbeben, andere wieder behaupten, eine leichte Bodenerschiitterung verspiirt zu haben. Die Erschiitterung hat in der Ortschaft allgemeines Interesse hervorgerufen. (Šušteršič.) Tomischl bei Brunndorf. Die Wirkung der Explosion wurde nur im Freien von allen als eine einzige stofiartige Erschiitterung mit nachfolgendem Getose, ahnlich wie bei einem Erdbeben, verspiirt. Die Bodenerschiitterung dauerte nur eine Sekunde, das Gerausch fiinf Sekunden. Vielfach war man der Meinung, es sei wieder ein Erdbeben- stofi erfolgt. Ahnliche Beobachtungen wurden iiberall in dieser Gegend gemacht. (J. Trošt.) Presser. Nur vereinzelte Personen hatten bei dieser Gelegenheit eine schufiartige Detonation vvahrgenommen. (A. Korbar.) Littai. Die durch die Pulvermagazins-Explosion bewirkte Erderschiitterung wurde in der Ortschaft Hottitsch bei Littai sowie in der Ortsgemeinde St. Veit bei Sittich etwa um s / 4 2 Uhr deutlich wahrgenommen. In der Ortschaft der letzterwahnten Gemeinde vermeinten die Bewohner, es sei ein Erdbeben erfolgt, weshalb die meisten aus den Hausern fluchteten. Die Erschiitterung war so stark, daB die Fenster klirrten und Gegenstande, die auf Gesimsen standen, ins Schwanken gerieten. (Zeitungsbericht.) Littai. Weder eine Luft- noch eine Bodenbevvegung war hier vernehmbar. Hin- gegen wurde der Knall sehr deutlich gehort. (B. Andoljšek.) Perschgain bei Littai. Der Beobachter war auf dem Felde und beaufsichtigte dort die Arbeiter. Auf einmal erfolgte eine ungemein starke Detonation. Im ersten Augen- blicke glaubte er, daB es eingeschlagen hatte. Das donnerartige Getose mit einem viel- fachen Echo war noch einige Zeit aus der Gegend von Littai vernehmbar. Da der Himmel heiter war, war ein Blitzschlag ausgeschlossen. Zunachst dachte er an Sprengungen im Steinbruche, erst nach einigen Tagen erhielt er die Aufklarung durch die Zeitung. Eine Bodenerschiitterung hatte er nicht vvahrgenommen, nur in der Luft war ein Donner und ein ziemlich lange andauerndes Echo horbar. (K. Jaklič, Pfarrer.) Jantschberg. Freitag gegen 1 Uhr 45 Minuten erschreckte ein schauderhafter Knall die hiesige Bevolkerung und da die Hauser zitterten und die Fenster klirrten, so glaubte ein jeder, dafi in sein Haus der Blitz eingeschlagen habe. Zu gleicher Zeit be¬ merkten wir am Laibacher Felde in der Nahe von St. Christoph eine kolossale Rauch- masse, die sich in die Hohe hob. IZeitungsbericht.) NAROONR IN UNIUER2ITETNH KNJIŽNICA