7 O as 7 Ueber die petrographische Beschaffenheit einiger Gesteine des westbohmischen Cambriums und des benachbarten Gebietes. Von Dr. Karl Hinterleehner. Mit zwei Liclitdrucktafeln (Nr. IX und X) und einer Textfigur. Einleitung. Vorliegende Arbeit ist als das Kesultat einer rein petrographischen Classification eines von Herrn Prof. Dr. J. J J a h n seinerzeit im west- bčhmischen Cambrium, Prii- und Postcambrium gesammelten Materiales zu betracliten. Geologische Angaben wolle man in dem Elaborate nicht suchen, da Autor in dem in Rede stehenden Gebiete vor Abfassung dieser seiner Arbeit noch nie gewesen ist. Nachstehende Zeilen sind also eine Vervollstandigung, Erganzung und zum Theile wohl auch Riehtigstellung der in unseren Verhandlungen 1901, pag. 213—224 veroffentliehten Publication: „Vorlaufige petrographische Bern er kun ge n iiber Gesteine des westbohmischen Cam¬ briums." Die Bezeiehnung „[neu]“ hinter dem Gesteinsnamen moge darauf himveisen, dass das betreffende Gestein in den „Vorlaufigen Bemerkungen etc.“ noch keine Aufnahme gefuhden bat, und demnach iiberhaupt nur hier behandelt erscheint; die Zalil in eckiger Klammer hinter dem Gesteinsnamen bezeichnet hingegen die fortlaufende Zalil, unter welclier dasselbe Gestein im genannten Schriftchen zu finden ist. Die pag. 183 und 214 angefubrten Analysen machte Herr C. F. Eiehleiter, dem ich dafiir hier meinen besten Dank sage. Anderweitige dringende Arbeiten machten es, wie sich der Ebengenannte ausserte, derzeit unmoglich, eine grossere Reihe von Aualysen auszufiihren. Wie in den „Vorlaufigen Bemerkungen etc.“, so beabsichtigt Autor auch hier das Material, geordnet nach Profilen oder zum Theile auch nach gemachten Touren, die entweder Prof. Dr. J. J. J a h n schon besprochen bat oder erst besprechen wird, zu erortern. Im Anschlusse an die Bespreehung der von Herrn Prof. J ah n gesammelten Handsttlcke mogen gelegentlich auch noch einige Gesteins- Proben angeftihrt werden, die mein Freund Dr. F. Slavik, Assistent an der bolim. Universitat in Prag, gesammelt und mir freundlichst Jalirbuch d. k. k. geol. Reichsanstalt, 1902, 52. Band, 2. Heft. (K. Hinterleehner.) 22 164 Dr. Kar! Hinterlechner. [2 behufs Vergleiches iiberlassen hat. Der Freundlichkeit desselben verdankt Autor auch die unten sub Nr. 8, 19 und 26 angeftthrten Analysen, welche Herr Dr. J. Friedrich in Prag besorgt hat. Bei der Untersuchung der spater als „Spessartitahnliehe Diorite“ bezeichneten Handstticke war es dem Verfasser besonders daran gelegen, moglichst viel Vergleichsmaterial zu bekommen, um einige strittige Fragen, wenn auch nicht defiuitiv losen, so doch dem Ziele nilher bringen zu konnen. Zu dem Zwecke wandte er sich an Herrn Geh. Ra tli Prof. Dr. H Rosenbusch in Heidelberg, an das min.-petrog. Universitiits-Institut des Herrn IlofrathProf. G. Tschermak und an Herrn Prof. Dr. Fr. Berwerth, Leiter der min.-petrog. Abtheilung des k. k. Hofnmseums in Wien. Von alleu genannten Herren wurde Autor in ausgiebigster Weise durch Ueberlassung von Vergleichsmaterialien — von Herrn Geh. Ratli Prof. Rosenbusch speciell auch noch durch briefliche Mittheilungen - unterstiltzt, was mit ehrerbietigstem Danke an dieser Stelle liervorgehoben werden muss. Die Photographien, die fur die Herstellung der zwei Tafeln dienten, wurden mit Bewilligung'des Herrn Prof. Becke im miner. Museum der Wiener Universitat vom Autor gemaclit. Es sei ih m des- halb gestattet, Herrn Prof. Becke dafiir den besteji Dank zu sagen. Der Inhalt dieses Elaborates erseheint gleichzeitig auch in slovenischer Sprache in den Publicationen der konigl. bohm. Gesell- schaft der Wissenschaften in Prag. Literatur-B ehelfe. Rosiwal A. Pet.rographische Notizen iiber Eruptivgesteine aus dem Tejrovicer Cambrium. Verhandlungen d. k. k. geol. R.-A. 1894, pag. 210—217 und pag. 322 — 327. — Petrographische Charakteristik einiger Grauwaekengesteine aus dem Tejrovicer Cambrium. Ibidem pag. 398—405. — Vorlage und petrographische Charakteristik einiger Eruptivgesteine aus dem Tejrovicer Cambrium. Ibidem pag. 446—449. Dr. J ah n J. J. Ueber die geologischen Verhaltnisse des Cambrium von Tejfovic und Skrej in Bohmen. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. 1895, pag. 641—791. — Kambrium mezi Lohovicemi a Tejrovicemi. Vest. kr&l. čes. spol. nauk. 1897, o. XXXIX, Prag. Autor. Vorlaufige petrographische Bemerkungen iiber Gesteine des westbohmischen Cambriums. Verhandlungen d. k. k. geol. R.-A. 1901, pag 213—224. Dr. Slavfk F. Pfispčvek k pozndni vyvrelin stfedoceskeho praekam- bria. Rozpravj češke akad. cfs. Frant. Jos. pro včdy etc. Prag 1902, Jahrg. XI, Nr. 4. Sonstige Literatur-Behelfe werden an den beziiglichen Stellen citirt. Petrogr. Beschnffenheit einiger Gesteine des westb. Oambriums etc. 165 A. Profil »Kanienna hurka“ — „Po die obersten Partien) der „Augitdiorit“ - Apopbyse (= Gang) * am osti. Auslaufer des Milečberges 2 ). Schon m a k r o s k o pi s c h erkennt man das Gestein leicht als ein durch und durch zersetztes Material; behandelt man es aber erst u ) ef. unten' Nr. 8. 2 J cf. J. ,J. Jahn, „Ueber die geologischen Verhaltnisse des Cambriums von Tejfovic und Sltiej in Bohmeir 1 . Jabrb. d. k. k. geol. R -A. 1895, pag. 674, sub G. 170 Dr. Karl Hiuterlecliner. [ 8 ] mit kalter, verdiinter HCl, so gewahrt man ein so lebhaftes Auf- brausen, dass man annehmen konnte, es lage ein sehr unreiner Kalk- stein vor. Die Farbe des Handstiickes ist eine schmutzig-graugrune, stellenweise trifft man eine schmutzig-rosa gefarbte Bildung, die bei der Behandlung mit HCl nicht braust. Sie bildet (einmal) Adern, einen Zeolith (?), zumeist jedoch kleine, hirsekorn-, bis linsengrosse, seheinbare Concretionen und ist in dem Falle sicher Feldspath. U. d. M. entrollt sicli uns folgendes Bild. Als jiingste und zugleieh verbreitetste Bildung' verrath sieh ein nur allotriomorph begrenzter, zwillingsgestreifter Feldspath, der local vollkommen in Calcit um- gevvaudelt vorlag. Neben der Calcitisirung ist au ihin nur noch die Uimvandlung in Kaolin zu beobachten Genauere Bestimmungeu vvar es nicht moglich au ihm vorzunehmen. Sehen wir von den sehr zahlreichen feinen Apatitnadelchep und dem autfailend geringe Zersetzungserscheinungen aufweisenden Magnetit ab, so konuen die Bestimmungeu aller ubrigen Elemente nur mit Vorbehalt hier wiedergegebeu \verden, da sie vollkommen zersetzt vorlagen und nur auf Gruiul der secundaren Produete, die an ihre Stelle getreten sind, ersehlossen, nicht aber sicher bestimmt werden konnten. Dies vorausgescliickt, konuen wir zwei Minerale unterscheiden. Das eine zeigt neben sechsseitigen Quersehnitten, wie man sie von der A m p h ib o lgruppe kennt, nur noch nadelformige Durchsčhuitte oline jede terminale Endigung. Local vvurde an der- artigen Bildungen audi ein sehr deutlicher Pleochroismus erkannt, so dass man wohl berechtigt sein diirfte, mit Rucksieht darauf und auf die „Amphibol“-Winkel der sechsseitigen Querschnitte derartige Bildungen als A m p h i b o 1 anzusprecheu. Gesetzt, wir dilrfen von einem Amphibolminerale in diesem Falle sprechen, so ist dasselbe fast ganz zu Limonit oder vielleicht auch zu Braunspath und sicher Calcit zersetzt. Aelmliche F or men sieht man ubrigens, die Horn- blende auch in dem unten sub 3 besprochenen Gesteine annehmen. Das zweite, hier anzufuhrende Mineral ist fast ganz sicher als Olivin aufzufassen. Dafiir spricht die Beobachtung sechsseitiger bisymmetrischer Quersclmitte, die fur die Olivinzersetzung charak- teristische Maschenstructur, sichere Spuren von Corrosionserschei- nungen, sowie auch zwei Systeme von Spaltrissen, die sicli in einem Schnitte fast unter rechtem Winkel trafen. — Als Zersetzungsproduct des Olivins vvurde in einigeu Fallen nur Calcit, in eiuigen anderen aber nur ein theils parallel, theils nur faserig struirtes, blassgriines, schvvach pleochroitisches Mineral, das allem Anscheine nach als Pilit aufzufassen ist. vorgefunden. Man vergleiche auch die Angaben sub 49, pag. 209. Wahrend dort Si0 2 als Quarz zur Ausscheidung gelangte, ist dieses Gestein allem Auscheine nach als eine sehr basische Varietat aufzufassen, wie es auch das vervvandte (gleiche) Gestein von Kostelfk ist (S 1 a v 1 k, 1. c. pag. 25, sub 6), dessen Analyse (von Dr. J. Friedrich) ich der Freuudlichkeit des Herrn Dr. S la vi k ver- danke. Das letztere enthalt: Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 171 C. Schlucht unterhalb Tejfovic. 9. Melaphyr (-Mandelstein) [9]. An der Bruchlinie scheidet den -B-Schiefer ab. Makroskopisch. Aeusserlich ist das Gestein dem Melaphyre, den Rosiwal als Var. F, Nr. 13, pag. 324, beschrieb, sehr ahnlich. Die Farbe des Handsttickes ist hellbraun, die Strnctur fast dicbt bei Vorhandensein zahlreieher Mandelbildungen. Die letzteren bestehen zumeist aus Calcit, Dolomit und Limonitgebilden. U. d. M. ervveist sich dieser Melaphyr to tal zeršetzt; von den ursprlinglichen Mineralen wurde, abgesehen von einem einzigen Magnetitkorne, auch nicht eine Špur angetroffen, dafiir ist aber das Gestein umso reicher an secundaren Bildungen. Unregelmiissig gelagerte leistenformige Durchschnitte eiues wegen Zersetzung ganz unbestimmbaren Minerales wurden hypothetisch als Feldspathe aufgefasst, welche dem Gesteine urspriingličb eine diaba- sisch kornige Structur verliehen baben mochten. Deshalb, wegen dem grossen CaO-Gehalte und mit Riicksicht auf die zahlreichen Mandelu moge das Gestein als Melaphyr (-Mandelstein) bezeichnet werden. Ausser den eingangs angeftihrten, makroskopisch sichtbaren Mineralen secun¬ daren Ursprunges erkennt man u. d. M. noch sehr zahlreiche Chlorit- bildungen, und zwar zumeist in Form von Spharokrystallen. 10.. Metamorphosirter Paradoxides-Schiefer [10]. Mit Sandsteineinlagerungen an der Bruchlinie, anten in der Sclilucht. Das Gestein ist eigentlich ein sehr feinkorniger Grauwacken- sehiefer von schmutzig-grauer Farbe und dichter Structur. Ein petrographisch ganz gleiches Gestein wurde schon von Herrn Ing. Rosiwal (L c. pag. 404), als Grauwackenschiefer (sub 2) genau beschrieben. Hier sei nur darauf hingevviesen. Jahrbnch d. k. k. geol. Keichsanstalt 1902, 52. Band, 2. Heft. (K. Hinterlechner.) 23 172 Dr. Karl Hinterlechner. [ 10 ] II. Felsitfels. a) Das Eruptivgestein, welches an der Bruchlinie, fast unten beim Beraun tkale, den Paradoxid.es - Schiefer vom polymikten Conglomerate absc bled [11]. i) Unterhalb des Dorfes Tejfovic, schon fast ganz unten in der Schlucht [15]. Alle Proben von obigen zwei Fundstellen konnen wir als Felsit¬ fels bezeiehnen und mit dem gleichnamigen Gesteine, dasRosiwal „aus der Schlucht im Dorfe Tejrov.ic“ (1. c. pag. 212, Nr. 4), beschrieb, identificiren. Die voh Herrn Ing. Rosiwal dortselbst angefiihrten Angaben gelten auch hier vollkommen. Zu bemerken ware nur, dass die nach der Methode Prof. Becke^ 1 ) mit Flussaure und Anilinblau vorgenommene Untersuchung auf Quarz dessen Existenz ganz ausser Frage stellte. Er fiillt die Interstitien zwischen den fluidal angeordneten Feldspath- leisten ganz aus. 12. Keratophyr [12]. Das unten am Ausgange der Schlucht in das Beraunthal anstekende plattige Gestein. Makroskopisch. Die Farbe des Gesteines ist dunkelgrau, das Gefiige dicht, der Bruch muschelig. Dunkelbraune Limonitschniirchen durchziehen gelegentlich das Handstiick. Ausscheidungen intratelluren Alters konnen auch u. d. M. nicht nachgewiesen werden. Durch die parallele Anordnung der Feldspath- leistchen kommt deutlich die fluidale Structur zum Ausdrucke. Bei der Durchsicht der Sehliffe konnten folgende Verhaltnisse constatirt werden. Als wesentliche Bestandtheile des Gesteines wurden vor allem zweierlei Feldspathe erkannt: ein gerade ausloschender, scheinbar nicht Zwillingsindividuen bildender und ein Plagioklas, dessen Durch- schnitte (Zweihalfter) nur sehr kleine Ausloschungsschiefen (circa 6°) beobachten liessen. Die Zersetzung der Feldspathe zu Kaolin ist zwar erwiesen, nur ist dieser Process hier bei weitem nicht so weit. vor- geschritten, wie in vielen anderen Fallen. Die Zvvischenraume der fluidal geordneten Feldspathleistchen werden von einem griinen, sehr sclnvaeh doppelbrechenden Minerale, das der Chloritgruppe au- gehoren diirfte, erfullt. Welchem praexistirenden Minerale dasselbe selu Dasein verdankt, komite nicht nachgewiesen werden. Das Vor- handensein von primaren Quarzbildungen ist trotz der Tinction mit Flussaure und der Farbung mit Anilinblau nicht als nachgewiesen zu betrachten. In kleinen Partikelchen zeigt sich allgemein ein Erz ver- breitet. Auf Grund chemischer Reactionen auf Titan ist wenigsteuš ein Theil des ersteren als Titaneisenerz zu bezeiehnen. Ob neben diesem auch Magnetit vorkommt, bleibt unentschieden. — Secun- diire Carbonatbildungen sind keine Seltenheiten in den Schliflen. Beim Vergleiche unseres Schliffmateriales mit den Praparaten, die Herrn Ing. Rosiwal vom Materiale vom „Felsen, auf dem die Burg Tejrov steht“ (1. c. pag. 425—327), vorlagen, stellte es sich heraus, dass diese 1 ) „Untersckddung von Quarz und Feldspath in Diinnschliffen mittcls Farbung 11 . Tschermak’s mineral, u. petrogr. Mittheilungen, 1888; X, 1890, 1891; XII, pag. 257. [11] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 173 zwei Gesteine als ident zu betrachten sind, falls wir einerseits von den Einsprenglingen des Gesteines vom genannten Felsen und andererseits von den eben merklichen grosseren Korndimensionen unseres Ge- steines absehen. Die erzielten Vergleichsresultate spater angefertigter Schliffe sind der Grund, weshalb das in den „Yorlaufigen Bemerkungen“ des Autors als Felsitporphyrit bezeichnete Gestein hier als Keratophyr benannt wird. 13. Spessartitahnlicher Hornblende-Diorit (Structurliild Tafel X, Fig. 3) [13]. Yon der Stelle, wo der erste Schiefer ansteht, unten in der Schluckt. Makroskopiscb ein graugefarbtes, mandelnfiihrendes, fein- korniges und splitterig brechendes Gestein, das mit freiem Auge als seine Elemente schwarze Hornblende und Feldspath erkennen lasst. Als secundare Bildungen erkennt man Gal cit (mit HGl) und fettglanzenden, farblosen Quarz. U. d. M. verrathen sich als Hauptbestandtheile des Gesteines ein Feldspath und Hornblende; in Gestalt feiner Nadeln lag viel A p ati t vor, Magnetit ist sehr wenig vorhanden, hie und da tritt etwas Z i r k o n auf. Am Feldspath, der sicher in grosster Menge vorkommt und in dem alle restlichen Elemente eingebettet liegen, \vurden folgende Beobachtungen gemacht. Der Form nach ist er undeutlich leisten- formig, zumeist jedoch unregelmassig begrenzt ausgebildet worden; bezuglich seiner Natur ist es sicher, dass er als gestreifter zu be- zeichnen ist, die Ausloschungsschiefen waren stets gering; eine ge- nauere Bestimmung war unmoglich durchzufiihren. Als Zersetzungs- producte liefert er Kaolin, Calcit, Quarz und Giimmer. Die Hornblende ist, im Gegensatze zum hypidiomorphen Plagioklas, vollkommen idiomorpli zur Ausscheidung gelangt. Beobach- tete Fliicheutracen: Spuren von (100), ferner (110), (010) und ter¬ minale Endigungen. Ilire Erkennungszeichen sind die von der braunen Hornblende hinreichend bekannten. In zwei Schnitten parallel (010) wurde die Ausloschungsschiefe c: c mit 17° 25', resp. 17° 50' bestimmt. Der Pleochroismus war sehr stark, und zwar: a hellgraugelb, b sehr schwach graubraun, c braun. Die beobachtete Absorption : a < b < c. Zwillingsbildung nach (100) war gar nicht selten beobachtet worden. Die Hornblende er* scheint in diesem Gesteine sehr wenig, ja fast gar nicht von den Atmospharilien angegriffen. Nur selten sieht man an ihren Durch- sehnitten ein allmaliges Griinwerden — wie ein Ausbleicheu — vom Rande der Gebilde gegen die Mitte zu vorschreiten. Ueber die Neben- gemengtheile ist niclits besonderes zu bemerken, ihre Formen sind idiomorpli. Das Photogramm Tafel X, Fig. 3, zeigt. uns die Structurver- haltnisse dieses Gesteines. 23 * 174 Dr. Karl Hinterleckner. [ 12 ] 14. Melaphyr [14 und 16]. Gleick oben unterhalb des Dorfes, wo der rotke Sckiefer ansteht. In den „ Vorlaufigen petrographischen Bemerkungen etc.“ desAutors wird der in Rede stehende Melaphyr theils als „aphanitischer Porphyr“ (1. c. pag. 217, Kr, 14), theils als „Felsitporpbyrit“ (1. c. Kr. 16), bezeichnet. Auf Grand neuerer ausfuhrlicher Untersuchuugen einer grosseren Zalil von Dtinnschliffen musste jedoch die friihere Auffassung fallen ge- lassen werden. Makro s k opis c h. .Die Farbe der Handstucke ist, dem Grade der Zersetzung entsprechend, verschieden, und zwar dunkelgrau, dunkel- blaulichgrau, blaulichgrau fast. violett, mitunter auch schmutzig roth. Fragliche Mandelbildungen oder vielleicht Pseudomorphosen von Limonit nach einem anderen, jetzt infolge der totalen Zersetzung unbestimm- baren Mineral verleihen manchen Partien eine rostbraune Farbe. Das Gestein wird stellenweise von einer Unzahl feiner Calcittrilmmer durchsetzt und ist an manchen Stellen derart vervvittert, dass es ganz locker erseheint, weshalb durcli einfaches Anriihren mit Wasser aus letzterem Materiale eine rothe Zimmerfarbe in genannter Gegend erzeugt \vird. Die Structur ist im besten Erhaltungszustande dicht, wobei jedoch zwei Belegstucke winzige Plagioklas-Einsprenglinge und intratellure Bildungen eines zweiten Minerals, das nach den Beobachtungen u. d. M. ivahrscheinlich als Enstatit anzusprechen sein diirfte, zeigen. Ein dunkel blaulicbgraues Handstiick enthalt ausserdem noch soviel Mag¬ netit, dass es deutlich auf eine Magnetnadel eimvirkt. U. d. M. enthiillt sich uns in den SchlifFen vom besterhaltenen Materiale folgendes Bild. Das Gestein besteht im \vesentlichen aus Plagioklas und einem stark veranderten Pyroxen; als Neben- gemengtheil tritt Magnetit auf, an manchen Stellen fiudet man Durchschnitte eines ganz zersetzten Olivins. Durch die Ausbildung von zwei schwer von einander unterscheidbaren Generationen der ersteren Minerale kommt eine undeutlich porphyrische Structur zum Ausdrucke. Die \venigen Plagioklas-Einsprenglinge konnten wegen uiigiinstigen Schnittlagen nicht bestimmt werden. Beziiglich des Gruudmasse-Feld- spathes, der zumeist in Form kurzer Leistchen (Zweihalfter) vorliegt, diirfte es aber wahrscheinlich sein, dass er sehr verschiedenen Mischungsverhaltnissen entspricht. Ein rhombischer Schnitt eines Plagioklases, der parallel (010) getroffen war, zeigte namlich eine Ausloschungsschiefe von + 18° 15', welche auf Albit hinweist. Bei Anwendung des von A. Michel-Levy vorgeschlagenen statistischen Verfahrens bei der Bestimmung feiner Plagioklasleistchen findet man aber Maximalausl6schungsschiefen, die zwisclien 25° und 30° schwanken und demnach auf ein bedeutend basischeres Glied — Labrador it — innerhalb der Plagioklasreihe hinweisen. Die Anordnung der Gruud- masse-Feldspathe ist bald eine. ganz richtungslose, bald aber eine deutlich fluidale. In den Zwiekeln zwischen den sich mitunter kreuzenden Feldspathleistdien kann man gelegentlich ein zersetztes, globulitisch gekorneltes Glas antreffen. [13] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 175 Der Feldspath erscheint in allen Fallen, wo man es iiberhaupt wahrnebmen kann, in Kaolin iind in ein Carbonat umgewandelt. Das Pyroxen-Mineral erscheint in einem Theile des Materiales schwaeh gelblich, in einem anderen aber blassgrunlich gefarbt. Es ist sehr stark umgewandelt, und zwar im ersteren Falle mehr in Carbonate allejn, im letzteren mehr in Carbonate und in Chlorit. Die Bestim- ni.uhg, die auf folgenden Beobachtungen beruht, moge daher als hypo- tbetisch aufgefasst werden. Die Durchsehnitte sind theils leistenformig, theils unregelmassig begrenzt; man findet aber audi solclie, an denen man die Tračen von (100), (010) und (110) zu sehen glaubt. Die den Pyroxenen eigene prismatisehe Spaltbarkeit ist in den leistenformigen Schnitten deutlicli, \veniger deutlidi jedoch in den an letzter Stelle angefuhrten basalen zum Ausdrucke gekommen. Die leistenformigen und die liypothetiscii fur basal erkl&rten Durchsehnitte loschen fast o h n e Au s n ah m e gerade (bezuglich der Spaltrisse, resp. der Flachen- tracen) aus. Ein mohokliner Pyroxen erscheint demnach schon fast ausgeschlossen. Dazu kommt nocli die Beobachtung einer in leisten¬ formigen Durchsclmitten auftretenden faserigen Structur, wie beim Enstatit und Bronzit. Auf Grund dieser Tbatsachen diirften wir den Pyroxen fur einen rhombischen Augit erkliiren konnen. Beriick- sichtigt man endlich nocli den schon angefuhrten Umstand,. dass das Mineral fast ganz in Carbonate (zum Theile bestimmt Calcit) umge- wandelt erscheint, und dass trotz der fast totalen Zersetzung des rhombischen Augites auffallend wenig Limonit zu sehen ist, so diirften wir mit ziemlicher 'VVahrscheinlichkeit annehmen konnen, es sei- dieser rhombische Augit sehr FVarm — also ein Enstatit. Fur den Enstatit spridit endlich auch die Aehnlichkeit dieses Minerals mit jenem, das Herr Ing. Boshval (1. c. pag. 216, Kr. 10) als Enstatit anfuhrt. Als Olivin wnrden einige wenige, ganz zersetzte Mineraldurch- schnitte aufgefasst, die einen deutlicli rhombischen Symmetriecharakter zur Schau tragen und, obschon zersetzt, die charakteristisčhe Maschen- structur aufweisen, wie man sie bei solehen Olivinen gewohut ist zu sehen, die einen Uimvaudlungsprocess erst durchmachen. Der Umstand, dass fast alle Durchsehnitte ganz regelmassige krystallographische Begrenzungen zeigen, und dass in denselben keine fremdartigen Minerale vorkommen, weist auf eine sehr friilie Bildungsepoche dieses Minerales hin. Als Umwandlungsproducte des Olivin finden sicli in erster Linie Carbonate, eine gelbe bis rothbraune, jedoch nicht sehr ver- breitete Substanz, deren Natur nicht bestimmbar war, und winzige Spharokrystallchen von Talk oder Chlorit. Das vorhandene Erz ist sicher Magnetit. Fassen wir oben angefuhrte Beobachtuiigen zusammen und ver- gleichen alie erzielten Resultate mit den Angaben, die Herr Ing. A. Rosiwal (1. c. pag. 216, Nr. 10) iiber den Melaphyr vom Fusse des Milečberges macht, so stellt sich eine vollkommene Congruenz der Gesteinsproben heraus. 176 Dr. Karl Hinterlechner. [14] D. Schlueht gegen Kamenna hflrka unterhalb Tejrovic (Mittelcambrium). 15. Diahas [iieu]. Schlueht siidlich Tejrovic gegen Kamenna hflrka. Das Gestein gleicht vollkommen dem Rosiwal’schen Porphyrit (1. c. pag. 212, Nr. 3) vom rechten Ufer des Beraunkaflusses. Hier sei deshaib als Erganzung der dortigen Angaben nur bemerkt, dass das Maximum der Ausloschungssehiefe mehrerer Plagioklas-Zweihalfter mit 10—13° bestimmt wurde. Uiiter den secundaren Bildungen fand man ausser den sehon von RosiwaI angeftthrten aueh noeh Quarz (cf. unten Nr. 19 d). 16. Grauwackensandstein [17]. Aus der Schlueht siidlich Tejfovic gegen Kamenna hflrka westlich vom Stollen. M a kr o s k o p i s eh: schwach braunlichgrau, feinkornig, niclit frisebe Bruchflaeheu von Limonit uberzogen. Quarzkorner und einen hellen Glimmer erkennt man sehon mit freiem Auge. U. d. M. varen nachweisbar vorhanden: eckige Brocken von Quarz und Feldspath (Plagioklas), eine kohlige Substanz und Muscovit in Form kleiner Schuppchen; Bruehstucke fremder Gesteine wurden als Elemente dieser Grauwacke nicht constatirt. Das verkittende Cement besteht aus den oben angefuhrten mineralisclien Bestandtheilen, zu denen nocli Carbonatbildungen hinzutreten. 17. Polymiktes Grauwacken-Conglomerat [18]. Von derselben Localitat wie der Grauvvackensandstein, sub 16. Makroskopisch kann das Gestein auf den ersten Bliek mit obigem Namen bezeichnet verden. Man erkennt namlich sehon bei der Beobaehtung mit freiem Auge fremde Gesteine, wie Sandsteine, einen dunklen Schiefer und Quarzbrocken als dessen Elemente. U. d. M. kann man folgende Verhaltnisse constatiren. Als grossere Gesteinsfragmente liegen vor: a) Quarzstiicke (Gangquarz); P). Grauvackensandstein, respective Grauwackenschiefer, bestebend aus eckigen Quarz-Feldspathsplittern und einem Cement, das zum Theile aus denselben Bestandtheilen, zum Theile aus Serieit und kohligen Bestandtheilen zusammengesetzt ist; Y) Ly d i t; S) ein ausserst feinkorniger fraglicher, Quarzitscbiefer; s) T h o n s c h i e f e r und £) Felsitfelse in verschiedenen, sehon von Rosi val be- schriebenen Ausbildungen (1. c. Nr. 3 — 6). Das Bindemittel biklet ein Gemenge von thonig zersetztem Feldspath, Quarz, farblosem Glimmer (Serieit), reichiichen Carbonaten und einem dunklen, bituminosen Bestandtbeile. Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 177 Rosiwal spricht 1. c. pag. 401 der jeweiligen Beschaffenheit des Bindemittels der polymikten Grauwacken-Conglomerate die Be- deutung eines wichtigen Kriteriums fur die Altersbestimmung derselben zu. „DasBindemittel“ im Liegend-Conglomerate, sagt er, „bildet ein Sandsteinmortel, dessen Cement makroskopisch von grauer thoniger Beschaffenheit" und „u. d. M. wiederum ein e Mikro¬ bi' e c e i e, gebildet aus kleinsten Partikeln der oberi genannten Ge¬ steine, welclie durch thonig-kieselige Substanz, d. h. authigenen Quarz von winzigster Korngrosse neben Thoneinschlussen verbunden sind“, ist. Im Gegensatze dazu bezeichnet Iio si w al nach Jahn das Binde- mittel des H a n g e n d - C o n gl o m e r a t e s „als thonig, dunkel, zumeist aus derselben Masse bestehend, wie der eingelagerte Paradoxides- Schiefer 11 . Betrachten wir unser Gestein von demselben Gesichtspunkte, wie Herr Ing. Rosiwal, so miissen wir es nach obigern als zum Hangend-Conglomerate gehorig auffassen. 18. Felsitfels. «) Siidlich Tejfovic, nordwestlich Cote 316, nordbstlicb Cote 362, Felsen schon beim Fahrvvege, der zur Stelle r pod trnim“ fiibrt [19]. b) Die kleine Abz\veigung gleich am siidlichen Ende des Dorfes [neu]. Makroskopisch. Felsitisch dichte Structur, splitteriger Bruch, auf den Kliiften von Limoiiitbildungen braun gefarbt, sonst aber durch hellgraue Farben ausgezeichnet U. d. M. stimmen die Proben von obigen Fundorten vollkommen mit den R o s i w a 1’schen Felsitfelsen (,Felsitporphyrit) 1. c. pag. 212, Nr. 4, und ibidem pag. 213, Nr. 6 (nicht Nr. 5!) iiberein. Aus diesem Grunde sei liier nur auf die Beschreibung an anderen Orten hinge- wiesen. E. Mileoberg' (Untercambrium, Liegendes, Eruptivgestein). 19. Diabas. a) M ikro s kopisch grobkornige V ari etate n. a) Oestlicher Abfall vom Mileč (Fahrweg), das unmittelbari! Liegende vom unter- cambrischen Conglomerate (Structurbild Tafel IX, Fig. 1) [20]. [2) SUdlicher Abfall des Milečberges, Felseu umen beim Flusse Berauu (vergl. mit dem Diabas sub b, /3 in diesem Abschnitte) [23]. Makroskopisch. Die Farbe der Handstiicke ist grau bis graugrun. Mit unbevvaffnetem Auge erkennt man auf frischen Bruch- lachen Feldspathleistchen und ein griinlichgraues, makroskopisch nicht genauer erkennbares Mineral. Die erstereu erreichen nicht selten eine Liinge von 2 mm, wahrend die Breite kaum 0'5 mm betragt. Die Structur der Handstiicke ist bei angegebener Beobachtung als feinkornig, der Bruch als splitterig zu bezeichnen. U. d. M. erkennbare Bestandtheile sind : ein F e 1 d s p a t h (Plagioklas), Augit und hie und da ein Erz (Magnetit). Die Lage- rung der Plagioklase ist eine ganz unregelmassige, so dass der Augit in lauter eckige Stiickchen zerschnitten erscheint. (Das Bild 1 auf Dr. Karl Hinterlechner. 178 [16] Tafel IX zeigt uns die diabasisch-kornige Štruc tur dieses Gesteines. Der leistenformige F e 1 d s p a t h ist ganz zu Kaolin zersetzt, weshalb seine Bestimmung vollkommen unmoglich war; der Augit dagegen zeigt im Vergleiche zu diesem nur wenige Spuren von Ver- anderungen. Er ist schwach gelblich gefarbt, ganz unregelmassig begrenzt und durch einen selir schwachen Pleochroismus ausgezeichnet. Die prismatische Spaltbarkeit ist sehr vollkommen ausgebildet, quer zur selben verlaufen Spriinge, welche den Charakter einer Zerkliiftung zur Schau tragen. Diesen entlang geht eine allmalige, vorlaufig un- bedeutende Zersetzung des Augit, bei gleichzeitiger C-h lor.it* bildung, vor sicb. Beim Vergleiche unseres Schliffmateriales mit schon bekannten Vorkommnissen stellte es sich heraus, dass unser Gestein mit obigen Eigenschaften mit dem Diabase vom Magdesprung (Harz), sowohl was Structur als wie auch mineralogische Zusammensetzung und Zer¬ setzung betrifft, vollkommen iibereinstimmt. b ) Mikroskopiseh mittel-grobkoruige Varietat. a) Das Liegende vom Tfemošna-Conglomerate, stidl. Ahhang des Milečberges am Fahrwege stidl. „M“ (Mileč W) [21]; £) slidlieher Abhang des Milečberges, im Tfemošna-Conglomerate beim Kar&seker Bache (vergl. oben a, /3) [neu]; y) siidlicher Abhang des Milečberges, siidl. C6te 421. Felsen beim Flnsse (Structurbild Tafel IX, Big. 2) [23]. M akrOskopisch. a) Die Farbe des Gesteines sub x ist grtinlichgrau, das Gefuge dicht. Mit freiem Auge und mit der Lupe erkennt man gar keinen primaren Bestandtheil, hie und da tritt als secundilre Bildung Pyrit auf. Der Bruch ist splitterig. P, 7) Farbe dunkelgrau; im Handstiicke p ist die Structur s eh ei n bar porphyrisch infolge starkeren Hervortretens von Augit- bildungen, die Probe y ist dicht. Durch Pyritgehalt sind alle Beleg- stticke ausgezeichnet. Die Probe p ist manchen Partien des Handstiickes, welches Herr Ing. Ko si wa 1 (1. c. pag. 211, Nr. 2) als f ei n k ornigen Diab as bezeiehnete, sehr ahnlich, wenn man von den grosseren Augitaus- scheidungen absieht. U. d. M. erkennt man im allgemeinen mit einer starken Vergrosserung genau dieselben Verhaltnisse, wie in den Schliffen vom Materiale oben sub a, mit einer entsprechend schvvacheren respec- tive dieselben, welche schon Kosivval (1. c. pag. 211 — 212, Nr. 2) bei seinem feinkornigen Diabas anfuhrt. Dieses letztere Material bildet beztiglich der Korngrosse ilbrigens ein Ztvischenglied zwischen unserem Diabas Varietat a und b. Speciell angefiihrt muss nur (fiir das Material sub p) folgendes vverden. Stellentveise fanden sich Calcit- A g gr e ga te, deren itussere Umrisse im Durchschnitte Formen des rhombischen Systemes beobachten liessen. Mit Riicksicht auf diese Thatsache mussen genannte, otfenbar secundare Bildungen als Pseudomorphosen nach einem Minerale be- [17] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Canibriams etc. 179 zeiehnet werden, dessen Natur nicht bestimmbar war. Falls wir an- nehmen diirften, es wtire ein Olivin gevvesen, so konnen wir unsere Varietat ji als 01 i v i n fiihrenden D i a b a s bezeichnen. c) Mikroskop is c h fein- bis sehr f e in ko mi g e Varietat. «) Sudlicker Abfall des Milečberges, Liegendes des Tfemošna - Conglomerates (Structurbild Tafel IX, Fig. 3) [neu]; /3) siidbst.1. Abdachnng des Milečberges, das Liegende des Tfemošna-Conglomerates iiber dem Labradorporphyrite (Structurbild Tafel IX, Fig. 4) [neu]; y) von der Miindung des Kardseker Baches, das Liegende des Tfemošna-Conglo- morates (Structurbild Tafel IX, Fig. 5) [22]. Der makroskopische Befund stimmt mit den Angabeu, die Herr Ing. Rosi w a 1 iiber den Por p hy rit Nr. 3, pag. 212, in seiner ofters citirten Arbeit macht, so iiberein, dass man sagen kann, unsere Droben unterscheiden sich von der Herrn Ro si wal vorgelegenen mir durch eine um eine Nuance hellere Farbe. U. d. M. erkennt man noch immer Plagioklasleistchen und mit starker Vergrosserung (F u e s s, Object. 9, Ocul. 2) aucb noch ein Mineral, das dieselben Eigenschaften aufweist, wie die feinsten beobacbteten Augit-Partien in den Schliffen von den Proben oben sub b. Die Schliffe sind wegen der starken Zersetzung des Gesteines wenig durchsichtig, man erkennt jedoch noch immer die Tendenz beider wesentlichen Bestandtheile, schmal-leistenformige Formen an- nebmen zu ivollen. Die gangformigen Calcitiiderchen und das vor- laufig stellenweise Auftreten von „buschel- und steruformig fast trichitischer, aggregirter Plagioklaskrystalle“, wie sie Rosiwal 1. c. pag. 212 anfuhrt, konnen aucb hier beobachtet werden. Audi Calcit-Pseudomorphosen, die in ihrem Innern oder in der nachsten Nacbbarschaft Cblorit und ein Erz (zum Theile Limo n it) auf- \veisen, trifft man in dem Materiale ji, so dass man es mit Redit als feinkornigeres Aequivalent des Diabas b , ji auffassen kann. Nachstehend die Analyse eines „Spilites“ von Skomelus bei Radnic (S la vi k 1. c. pag. 7), der den mikroskopisch feinkornigen bis dicbten Varietateu vom Milečberge gleicht. Analytiker Dr. J. Friedrich, Prag 180 Dr. Karl Hinterlechner. [18] d) M i k r o s k o p i s c h - d i c h t e Diabas-Varietat. Liegendi s des Tfemošna-Conglomerates siidl. Cote 322, sadi. Abfall des Milečberges (die letzten Formatstiicke gegen die Riška M.) (Strncturbild Tafel IX, E'ig. 6) [neu und Nr. 24]. Makroskopische Beschreibung cf. oben sub c, respective bei Rosiwal 1. c. pag. 212, Nr. 3. U. d. M. Um bei den Proben von der oben angefubrten Localitat u. d. M. uberhaupt etwas zu sehen, musste ein Oel-Immersionsystem angevvendet werden. Bei der starksten, sonst zur Verftigung gestan- denen Vergrosserung (Fuess, Object. 9, Ocul. 2) sab man niimlich nichts anderes als Feldspath-Mikrolithe in einer braungrauen Grund- masse, wie es ganz zutreffend I. c. pag. 212 bereits Rosiwal be- selireibt, einige vvenige zersetzte und deshalb unbeštimmbare Feld- spatheinsprenglinge (nieht ganz sichere Ausloschungsschiefe auf(010), in einem Falle —10° 30', also vielleicht An de sin) und Relicte eines rhombisehen Minerals (? Olivi n, cf. sub b, (3). Dieses letztere war, wie in den oben angefubrten Fallen, immer von chloritischen Bildungen begleitet. Erze siiul in dem Gesteine von obiger Localitat gar nicht erkannt worden. Mit Hilfe der Oel-Immersion wurden die biischel- und stern- formig aggregirten Feldspath-Mikrolithe derart vergrossert, dass sie zweifellos als Plagioklase angesprochen werden konnen. Dieselben sind durchgehends in ein Gemenge von Kaolin, Quarz und Glimmer (beli) umgewandelt. In den Zwickeln zwisehen denselben verrieht sich aber nun auch derAugit, der, abgeseheu von der Grosse, voll- kommen mit jenem der groberkornigen Varietaten iibereinstimmt. Die Structur des Gesteines ist ebenso wie in den friiheren Varietaten als diabasisch-kornig erkannt worden, da der Augit in lauter eckige Partien vom Plagioklase zerschnitten erscheint. Nur an einer Stelle fand man einen Augitkrystall, der eine gedrungene Saulchenform mit eckiger Zuspitzung (im Durchschnitte) aufvvies. Ankniipfend an obige Betrachtungen sei es uns nun erlaubt, nocli einige Worte dem in diesem Abschnitte des ofteren citirten „Por- phyrit ul ) und einem Labradorporphyrit * 2 ) des Herrn Ing. Rosi\val zu widmen. Die Rolle der Rosivvarschen „Unmassen buscbel- und sternformig fast tricbitischer, aggregirter Plagioklas- krystalle“ erhellt aus obigen Auseinandersetzungen; sie entsprechen namlich vollkommen unseren Plagioklas-Aggregaten, wie sie oben zuerst sub c und dann auch sub d besprochen \verden. Die „Glasbasis“ Rosiwal’s ist dagegen zumindest in vielen Fallen kein 3 ) derartiges Magmarelict. Zwischen gekreuzten Nicols zeigt ‘) Verhandl. d, k. k. geol. R.-A. 1894, pag. 212, Nr. 3. 2 ) Ibidem pag. 214. 3 ) Auch Slavile konnte in ahulichen Gesteinen (von der Studena hora, von Čila u. s. w.) nie eine Glasbasis finden, so diclit die Proben auch gewesen [19] Pctrogr. Bescliaffenbeit einiger Gesteine des westb. Cambriums ete. 181 die fragliche Substanz namlich stellenweise sehr liolie (roth 1 , blau *) Interferenzfarben und wird in allen wahrnehmbaren Fallen viermal beli und viermal dunkel bei der Untersuclnmg mit einem Oel-Immer- sionsystem (Fuess, Ocul. 2). Wenn ein Analogieschluss hier erlaubt ist, so muss man obige E o s i w a 1’sche „Glasbasis“, die audi der Autor urspriinglidi fiir eine solche hielt, nur fur A u g i t in aller- winzigster Form halten. Die „Globulite“ RosiivaPs halt Autor fiir mikrolithische Bil- dungen, die winzigen Secundarproducte sind aber sidier als Glimmer, Quarz, Kaolin, Calcit und ? Chlorit zu bezeidinen. Beriicksiditigen wir nodi den Umstand, dass die Lagerung der Plagioklase mit der augitischen Interstitialfiillung dem Gefiige den Charakter der diabasisch kornigen Structur verleiht, so durften wir wohl kaum fehlgehen, ivenn wir das Gestein statt als Porphyrit, als mikroskopi seli dichte Diabas-Varietat benennen. Hiermit moge jene erste Probe, die Ilerr Ing. Eosiwal, sowie alle jene Gesteine, \velebe Autor vorliegender Zeilen selbst ursprung- lich 1 ) auf Gruud der Aehnlichkeit der Mikrostructuren mit dem Rosi \va 1’schen Porphyrit als solche bezeichnet bat, als Diabas im obigen Sinne aufgefasst werden. Alles obige, was fur den „Porphyrit“ gesagt vvurde, gilt nun audi fur den „Labradorp orphyrit“ Rosiwal’s. Audi dieses Gestein ist als ein Diabas (Diabasporpliyrit 2 ) aufzufassen, in dem der Feldspath in zwei Generationen zur Ausbildung gelangt ist; die Grundmasse, allein betrachtet, ist namlidi vollkommen identisch mit unseren dichten oder mikroskopisch feinkornigen, vielleiclit audi als Spilite 3 ) zu bezeiclmenden Diabas-Varietaten. Als Spilite bezeichnet diese Gesteine audi Sla vik (1. c. pag. 6 — 7) und fiihrt beziiglich ihres geolog. Vorkommens an, dass sie ein System mehrerer, in den praecambrischen Schiefern concor- dant eingesehalteter Lager bilden und effusiver Natur sind, sovvie dass dieser „Spilitcomplex“ faciellen Wechsel von kornigen Diabasen, echten Spiliten, Labradorit- und Augitporphyriten (bei Zvikovec) und Olivinhaltigen (melaphyrischen) Gesteinen zeigt. Gerade die Abhange des Mileč gegen den Kardsecky potok und bei der Mttndung des Šlovicky potok in die Beraun fiihrt er als Stellen an, wo allmahlicher, schlierenartiger Faciessvechsel beobachtet werden kanu. Das weiter unten zu erwahnende Vorkommen von Tuf fen vis-A-vis von der Koufimecer Fischerei bestiltigt iibrigens die Auf- fassung SlavllPs von der eifusiven, nieht intrusiven Natur dieser Gesteine. sind. — Die Glasbasis miisste denmacli, wenn man ihr Vorhandsein iiberhaupt an- nimmt, ganz zersetzt und entglast scin. „Vorlaufige petrograpliische Bemerkungen liber Gesteine des westbolim. Cambriums.“ Verhandlungen der k. k, geol. It.-A., 1901, pag. 213—224, Nr. 3, 22. 24, 26, 32, 66, 69, 70, 71. 2 ) llosenbusch, Physiograpliio. II. Bd., III. Aufl., pag. 1058—1061. 3 J Ibidem pag. 1061 — 1065. 24 * - 182 Dr. Karl Hinterlechner. [ 20 ] F. NNO-Abfall der Študenti hora, vis-a-vis von der Koufiniecer Fischerei. 20. Melaphyr. Vom NOO-Fusse der „St,uden& liora“, unten an der Boraun zwischen „W“ (Wiesc) bei „rybarna Koufiinec“ (= Koufimeeer Fischerei) und Cote 242 nordl. Tejrovic. Von obiger Fundstelle sollen hier melirere verschiedene Mela- p h y r-Varietaten zusammengefasst bebandelt werden. a) Melaphyr-Varietat A 1 ) (Diabas) [neu]. Makro skopisch: Dunkelgriinlichgrau bis dunkelrothlicbgrau, Structur diclit bis tast dicht, mit glitzernden feinen Plagioklasbildungen auf frischen Bruclifiachen; bei der Behandlung mit I1CI erkennt man immer eiuen selir boben Ca 6'<9 3 -Gehalt der Handstucke. U. d. M. erkennt man theils fluidal, theils unregelmassig gelagerte P 1 a g i o k 1 a s leistcben, von diesen wie zerschnittenen hellbraunen Augit und ein Erz (Magnetit und wie es scbeint Umen it) als primare Bestandtbeile. Als secunditre Bildungen treten auf: Carbonate, Kaolin und Cblorit. Ob Olivin als magmatiscbe Bildung vorgekommen ist, kann jetzt an der Hand der vorgelegenen Scblitfe nicbt gesagt werden. Wenn das Gestein Olivin gefiihrt bat, was wir mit Ktick- sicbt auf den grossen Chloritgehalt und, da der Augit gleicbzeitig nicbt stark zersetzt ist, bei obiger mineralogiscben Zusammensetzung mit Vorbebalt leicht annebmen konnen, so stimmt es ganz mit Ro siwal’s Melaphyr-Varietat A und mit unserem feinkornigen Melaphyr (Diabas) unten sub Nr. 28 b und 40 uberein. — Bezuglich des Plagioklases sei bemerkt, dass das beobachtete Schiefenmaximum 35° betragt und mitbin unser Feldspatb mit dem vom Ing. R o s i w a 1 bestimmten (33°) selir gut ubereinstimmt. Die Structur ist tbeils fluidal, tbeils diabasiscb kornig. b) M el apbyr- Varietat E [25, 27]. Das Gestein entspricbt dem R o s i w a 1’schen „M e 1 a p h y r Varietat E, dichter Melapbyr (zum Tbeile Mandelstein)“, nur ist die Mandelbilduug mehr durcb eine allgemeine Zersetzung des Gesteines ersetzt. Naehstehende Analyse eines u. d. M. porpby- riscbeu, ude es scheint olivinfreien und feldspath-, respective erz- armen, ganz zersetzten, grilnlichgrau gefiirbten, an Mandelbildungen selir reichen Handstuckes solite uns die cbemiscbe Zusammensetzung des Melaphyrs obiger Varietat zeigen; leider ersehen wir aber daraus nur den Grad der Zersetzung, den unser Gesteinsmaterial aufweist. '■) Rosiwal, 1. c. pag. 215, Nr. S. [ 21 ] Petrogr. Beschaffenlieit einiger Gesteine des westb. Cambrhims etc. 183 Si O, . ALOo . Fe 2 0 3 . Fe O . Ca O . Mg O . K 2 0 . Na 2 0 . Gliihverlust (7L 0 + C0. ž ) Procent 45'90 13-95 9-95 5-44 10-45 0-11 0-48 2-04 12-20 Summe . . . 100-52 c) Melaphyr-Varieti.it E [neu] und Melaphyrtuff [neu]. Makroskopiscli. Ein Ivinderfaust grosses Belegstiick bestand aus zwei mit freiem Auge von einauder unterseheidbaren Theilen. Eine hellgrau gefiirbte, diclite Partie war bei scharfer Abgrenzung ganz innig mit einem anderen, beli graubraunen, feinkornigen Stiicke verschmolzen. Bildungen der intratelluren Epoche konnten in keiner der beiden Partien erkannt werden. U. d. L. wiire man geneigt, das feinkornige Material fur einen Sandstein zu lialten, der aus kaum hirsekorngrossen Elementen bestelit. Die schon makroskopiscli unterseheidbaren zwei Halften mogen hier mit Rucksicht auf die Schlussresultate der mikroskopisclien Untersuchung im weiteren getrennt besprochen werden. a) Melaphyr. U. d. M. ein undeutlich porphyrisches Gestein, dessen Elemente mit Rucksicht auf den Grad der Zersetzung nur auf Grund der Durchschnittsformen mit Vorbehalt erschlossen werden konnen. Leistenformige Querschnitte, die allem Anscheine nacli aus zwei Halften bestanden haben diirften, und jetzt ein Gemenge, das vorwiegend aus K a o 1 i n und C a 1 c i t besteht, darstellen und nur die Form des Feldspathes aufweisen, konnten am richtigsten als Plagioklase angesprochen werden. Formen von Augitdurchsehnitten weisen auf einen m o n o k 1 i n e n Pyroxen hin. Der Olivin verriith sich durch bisymmetrische, ge- drungene Saulchen mit beiderseitiger Zuspitzung und das gleiehzeitige Auftreten von Chlorit und Limonit in seinen Durchschnitten. Erz ist wenig und noch das nur in Limonit umgevvandelt vorhanden. Als secundare Bildungen treten Limonit, Chlorit und massenhaft Calcit auf. U. d. M. e.rweist sich dieses Gestein mit obigem Melaphyr b ident. P) Melaph'yrtuff. U. d. M. erkennt man als Bestandtheile desselben eckige Brocken, die die Structur, mineralogische Zusammen- setzung und Zersetzung des obigen Melaphyr a erkennen lassen; ausserdem besteht aber der Tuff noch aus folgenden Elementen: Leistchen, die theils alsPyroxen, theils als Plagioklas gedeutet werden konnen und in einen grunlichbraun durchscheinenden, stark ge- triibten Mantel einer Substanz eingehullt erscheinen, die auch selb- standig in unregelmassigen Formen auftritt. Local bleibt diese Masse 184 Dr. Karl llinterlechner. [ 22 ] zvvischen gekreuzten Nicols ganz dunkel, an maneken Stellen dagegen verrath sie sich als ein Aggregat eines oder mekrerer Minerale; \vo sie durcksckeinend wird, zeigt sie eine last griinlickkraune kis iveingelbe Farbe. Vielleicht kaben wir es bei genannten, kaufig von c on ca ven Flachen begrenzten Bildungen mit Ase k en k lumpe k en zu tkun, die an maneken Stellen sekon von allem Anfange an winzige individualisirte Bildungen einschliessen oder erst spater einen „Entglasungsprocess“ durckgemackt kaben. Alle bis jetzt angefiihrten Elemente, die beim Schleifen wie die Komer eines nicht zu festen Sandsteines ausbrechen, ersckeinen endlick von einer Aggregatpolarisation zeigenden Masse zusammengehalten. Ilieser Kitt ist stellenweise sekr sclmach lickt- breckeud wie Quarz, an anderen Stellen ivieder ersckeint er wie getriibt, und man ware geneigt, denselben fur Cklorit zu halten. Carbonatbildungen sind sowokl im Tuffe, sowie in dem Melapkyr obeti sub « massenkaft vorkanden (neben Limonit und Cklorit). d) Melaphyr-Varietat C neb st ?Diabas. Makro skop is ek. Eine eigenthiimlieke Rolle spielt ein Hand- stiick eines zum groš,sten Tkeile dunkelgrauen Gesteines, an dem keine Aussckeidungen der intratellnren Periode zu erkennen sind. I)as Belegstiiek zeigt auf einer Kluftflacke Calcitbildungen, ausser- dem durcksetzt es eine feine Ader desselben Minerals. Der Bruck der Probe ist musekelig. Ein Eck des ervvaknten Hq,ndstuckes untersckeidet sich recht \vesentlick vom ubrigen Tkeile desselben. Zum Unterschiede vom obigen dicliten Gesteine ist es namlich schmutzig-olivengriin gefiirbt, bei fast feinkorniger Structur. Die Grenze der beiden Partien ist sekr deutlich erkenubar. Wie es aus der mikroskopiseken Untersuckung klar kervorgekt, kaben wir es auck kier, wie oben sub c, mit zwei enge miteinander verbundenen Gesteinen zu tkun, die im iveiteren getrennt eriirtert iverden sollen. Interessant \vare es, im Terrain zu eruiren, in ivelckem Verkaltnisse die zwei angrenzenden Partien zu einander steken, ob das oben an erster Stelle angeflikrte Gestein das sekmutzig-olivengriine einschliesst oder umgekekrt. Wakrscheinlicker ist die erstere Annahme. Die dunkelgraue Partie des Handstiickes sekliesst namlich, \vie es sick u. d. M. herausstellte, mekrere andere Gesteinsarten ein und deshalb ist es nickt ausgescklossen, dass auck der genannte grune Tkeil ein Einsckluss im grauen Gesteine ware. U. d. M. erweist sick das makroskopisch dunkelgraugrun gefarbte Gestein derzeit als aus — wie es sekeint — venig zersetztem, gestreiftem Feldspatk und aus n ur seeundaren Producten zusammengesetzt. Unter den letzteren finden sick Gal cit und Cklorit fast ganz allein. Alle primaren Bildungen scheinen in ein Gemenge dieser zwei Minerale umgewandelt zu sein. Aus diesem Grunde ist es rein unmoglick, die urspriinglichen Gesteinscomponenten zu bestimmen. Vielleickt konnen wir einen Oliv in praexistirend annekmen; die Form der Durckscknitte mancher Calcitaggregate, die sonst in unseren venvandten Gesteinen den letzten Rest obigen Minerals reprasentiren dilrften, lassen diese, ausdrttcklich bemerkt, kvpotketiseke Annahme zu. Falls dies den [23] Petrogr. Bescbaffenheit einiger Gesteine des west,b. Cambriums etc. 1 85 Thatsachen im unzersetzten Gesteine entsprechen solite, so konnen wir unser Gestein dem Rosiwal’schen Melaphyr Varietat C an die Seite stellen. Das Hauptinteresse bei der mikroskopischen Untersuchung dieses Gesteines erregen jedocb die erwahnten Einschltisse fremder Gesteine. In obigem Melaphyr fanden sich n&mlich einzelne Brocken eines fast u n d u r c h s i c h t i g e n (T h o n-) S c h i e f e r s, ein G r a u w a c k e n- schiefer, ein Grauwackensandstein nnd ein Brocken eines Melaphyrs, wie er oben sub b angefiihrt erscheint. Die grossten unter ihnen sind im Schliffe circa 0-4 mm lang und 0'17 mm breit. Es ist klar, dass alle diese Gesteine in genannter Gegend illter sein mtissen als dieser unser Melaphyr. Dieser Um stan d legt es nahe, anzunehmen, dass aiich die makro- skopiscb keilformige .Partie von schmutzig olivengriiner Farbe einen Einschluss im ersteren Gesteine bildet. U. d. M. erscheint diese letztere liings einer scharfen Grenze vom friiher besprochenen Gesteine getrennt. Als Gesteinscomponenten tre te n da gestreifter Feldspath (bis auf ein einziges beobachtetes Leistchen in Gal cit umgewandelt), ein Erz (Magnetit), Limonit und ein chloritisches Mineral auf. Die Structur allein ist als diabasisch ko mi g erhalten geblieben. Mit Rticksicht auf diese wollen wir die in Rede stehende Partie als Diabas bezeichnen. 21. Diabas [26]. Felsen am linken Beraunufer „vis-a-vis von der rybarna Koufimec,“ osti. Abhang des „pisaiuv vrch“, Liegendes des Phyllites (B) mit Lyditlagern. Das vorgelegene Gestein von obiger Localitat kommt nach dem Aussehen und wegen seiner Structur (Anordnung der Plagioklase) am nachsten dem Ros i wal’schen Porphyrit, pag. 212, Nr. 3. Die neueren Untersuchungen erlauben es uns jedocb, aus oben, pag. 177—180, angefiihrten Griinden nicht, das Gestein nocli weiter mit diesem Namen zu bezeichnen. Die Schliffe obigen Handstiickes stimmen namlich vollkommen mit dem Diabase Nr. 19 c iiberein. Bemerkt sei nur, dass aucli bier wieder die oben erwahnten, rhombisch begrenzten C al ci t- C h 1 o r i t- Pseudomorphosen auftreten (?01ivin- diabas). 22. Spessartitahnlicher, Augit fiihrender Diorit (Structurbild Tafel X, I) Dass die unter obigem Titel zusammengefassten Gesteine tlberhaupt zu den jiingsten Eruptivbildimgen gehoren, dafiir fuhrt Slavile (1. c. pag. 30 — 32) Folgendes an: 1. unter Skrivali ist ein soleher Gang im „Spil it“ zu selien; 2. am linken Abhang des Javoruicer Tkale s, unvveit der Milndung in die Berounka bei K os teli k, tritt ein Gang zusammen mit „Monzonitaplit“ im intrusiven koruigen Diabase auf; 3. die von Jakn angefiikrte Stelle im Tkale des Karaseck^ potok, wo ein „Augitdiorit“ den l’arad l pxides -Sckiefer discordant durchsetzt; 4. den vom Autor dieser Zeileu angefiihrten „Diabasdiorit“ vom Vosnik im Hangenden des Cambriums [33] und 5. die stoffliche Identitiit mit den porphyrartigen Dioriten der Umgebung von Itakonitz, welcke auck als jiingste Eruptivgesteine der Gegend auftreten und mit der Mekrzahl der „Augitdiorite“ die OSO-Ricktung gemeinsam haben. 2 ) Autor kat, ikn selbst nickt geselien; er wurde alier von Prof. Jakn stets als Gang (oder Apophyse) im miindlicken Gespriicke bezeichnet, Von der Gangnatur dieses Gesteines ist auck Slavik Uberzeugt, der das Vorkommen gesehen und dessen Ricktung mit O 10° S bestimmt kat. Fig. 1, 202 Dr. Karl Ilinlerlechner. [40] Makro skop is eh isfc clas uns vorgelegene Handstiick, abgesehen von seiner schwaeh griinlichgrauen Farbe, dem Diabas-Diorit Ilosiwal’s (1. c. pag. 211) gleich. U. d. M. erkennt man auch hier als wesentliche Bestandtbeile braune Hornblende und Plagioklasj Uebergemengtheile sind Augit und Olivin, Nebengemengtheile aber Apatit, Magnetit und Titan ei s en (nebst Leukoxen). Von .genannten Eržen ist jedoch hier auffallend wenig vorhanden. Die Elemente Olivin und Augit verleihen dem Gesteine den Cbarakter d er porphyrischen Structur infolge ilmer Ausbildung in zwei Generationen, die sich jedoch beim Augit nicht leicht von einander trennen lassen. Bezuglieh der Formausbildung der einzelnen Elemente sei hier nachstehendes bemerkt. Die braune Hornblende lag zumeist in Gestalt nadel- und leistenformiger Gebilde vor, die sich an den Enden ausfaserten und nur in der Prismenzone, allein auch da nicht immer, regelmiissige Begrenzungen auf\viesen; ganz unregelmassige Bildungen wurden ebenfalls beobachtet. Schnitte, die die Prismenzone senkrecht trafen, zeigten zwar die Tračen von (110), auch (010) wurde beobachtet, allein ihre Form bat hier im Vergleiche zur Ausbildung desselben Minerals im Gesteine, das oben sub 13 beschrieben erscheint, eine merkliche Einbusse erlitten. Diese Ausbildung moge deshalb als hy p idiom o r p h e aufgefasst werden. Die gleichen Verhaltnisse sind am monoldinen Pyroxen und Olivin zu beobachten, wiihrend der gestreifte Feldspath vollkommen allotriomorph ausgebildet vorlag. Der Magnetit ist idiomorph ausgebildet, das Titaneisen (oder der titanhaltige Magnetit) l&sst aber keine sichere, genauere Angabe zu, da es (er) stark zersetzt erscheint zu L e uk ox en, Aus diesen Beobachtungen resultirt, dass der Structur- Charakter des Gesteines als ein (an den idiomorphen grenzender) hy pi dio m or p h e r zu bezeichnen ist. Das relative Alter von Olivin, Augit und Hornblende war nicht erkennbar, da keinerlei aufklarende Einschlusse vorlagen. Ueber die Eigenschaften der angefuhrten Gesteinselemente gilt alles im Vorausgehenden sub Nr. 4, 13 u. s. w. Gesagte. Als secundiire Bildungen findet man Ivaolin, Calcit, Chlorit, (?) Pilit und Epidot. M. Mtindung des Zbirover Baches in die Berann, iiber die Slapnicer Miihle bis Dloulia liora. 43. Grauwacken. o) D u n k e 1 g r a n e r b i s s c h w a r z e r (t ra n w a c k o n s a n d s t e i u (Mikrobreccie). Liegendes des Tfemošnd-Conglomerates bei der Slapnicer Miihle [48]. Vergl. Beschreibung des schwarzen Grauvvackensandsteines bei Rosiwal, 1. c. pag. 402, Nr. 4. [41] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 203 b) Braungrauer Grau wack e n s an d s t e i n (Mikrobreccie). Slapnice—Dlouha hora, der Sandstein unter dem Paradoxides-Schiefer. Makroskopisch feinkornig und braungrau gefarbt, unter- scheidet sich derselbe auf den ersten Blick yoii obigen Ausbildungen. U. d. L. erkennt man deutlicli Quarzkorner nebst einem braunen Bestandtheile. U. d. M. erweist sich das Gestein als ident mit dem von R o s i w a 1 (1. c. pag. 404 — 405) beschriebenen Grauwackensandsteine „beim Jagerhause Slapy“. N. Dlouha hora, Jezero, Čiliatko, Slapv, Lipa, Ostrovec, Mlečice, Žakovina, Lohovičky ‘). 44. Keratophyr. a) Westl. Abhang des Dubinky-Berges, Felsvvande anten am Zbirover Bache bei Jezero, siidl. Gote 263, nordostl. Cote 379. — [70]. b) Felswande am Bachdurchbruche bei Jezero; Zbirover Bach, nordostl. vom Hegerhause Slapy [neu]. c) Einlagerung im Paradoxides -Schiefer des Buchava-Steinbruches beim Heger¬ hause Slapy [51]. d) Siidl. Gote 288, westsiidwestl. Cote 354 bei Slapy-Podmoky [53]. e) Siidl. Gote 354 und Hegerhaus Slapy [neu]. /) Gegeniiber „Lipa-Berg“, siidl. Cote 354 [neu]. g) Zbirover Bach, siidl. Podmoker Miihle [54]. h) Lipa-Berg [52]. i) Jiigerhaus Ostrovec [neu]. j) St.einbruch am linken Ufer des Zbirover Baches, vis-a-vis von der Jankover Miihle [57]. h) Gote 333 nordwestl. Ostrovec am Mlečicer Bache [60]. I) Steinbruch nordl. Cote 415, siidwestl. Cote 333, westl. Ostrovec [neu]. Makroskopisch tvaren die vorgelegenen Handstiicke schmutzig- grau bis dunkelgriinlich- oder auch rothlichgrau gefarbt, dicht und flachmuschelig oder splitterig brechend. Auf KluMachen ist reichlicher Limonit zu beobachten. Ausscheidungen der intratelluren Periode sind im Gesteine nicht zu beobachten. U. d. M. kanu man nur in einigen wenigen Fiillen eine porphyrische Structur unterscheiden, die durch die Ausscheidung von zwei Gene- rationen eines Feldspathes zu Stande kommt. Die Grundmasse bestebt, abgesehen von obigem Elemente, noch aus einem griinlichen Minerale, \vie es bereits Herr Ing. Rosivval (1. c. pag. 325) anfuhrt, und local aus etwas Quarz neben Magnetit. Als secundare Bildung ist haufig Calcit zu beobachten. Die seltenen Feldspatheinsprenglinge tvaren leider nicht geeignet, um unanfechtbare ..Bestiminungen vornehmen zu korinen. Sicher ist nur ein ungestreifter, gerade ausloschender, neben einem gestreiften ') Verbindet man oben angefiihrte Localitaten in einer Karte durch eine Linie, so wird die Richtung derselben, abgesehen von geringen Abvveichungen, fast genau mit der Streichungsriclitung (NO — 8W) des sedimentaren Schicht,- complexes zusammenfallen. Wir haben es also hier nur mit der Aneinanderreihung einer Anzahl von Fundorten zu thun. Daher auch das oftere Wiederholen des- selben Gesteines. Jahrbuch d. k. k. geol. Reielisanstalt, 1902, 52. Band, 2. Ileft. (K. Ilinterlechner.) 27 204 Or. Karl Hinterlechner. [42] Feldspathe vorhanden. Der erstere ist wahrscheinlich Orthoklas, der letztere vielleicht ein Albit (?). Ueber die sonstigen Eigenschaften dieser Gesteinsart macht be- reits Rosiwal in seinem ofter citirten Aufsatze (1. c. pag. 325—327) hinreichende Angaben. Bemerkt sei hier nur noch der Umstand, dass Calcit sehr reichlich vorhanden ist und haufig mandelbildend auftritt. Im Anschlusse daran mogen noch folgende Angaben hier Auf- nahme finden. Von meinem Freunde Dr. F. Slavi k wurden mir 18 Handstiicke aus der oben im Titel angefuhrten Gegend behufs Ver- gleiches mit dem von Herrn Prof. J ah n gesammelten Materiale freund- lichst iiberlassen. Unter diesen Proben erwiesen sich die Belegstucke von folgenden Localitaten als Keratophyre: a) Rechtes Ufer des Lohoviček-Baches, siidl. „v liordch 1 * C6te 447. Makroskopisch ist das Gestein ahnlich unserem Keratophyr oben sub a und i, u. d. M. scheint es aber mit der Probe sub l ident zu sein. Es ist frischer als das Handstuek von obiger Localitšit und eut- halt ein grtines, deutlich pleochroitisches, kurzstengeliges Mineral der (?) Amphibol-Familie. 3) Westl. Salzberg, Cote 418; zeigt einen Feldspatheinspreng- ling (Zvveihalfter), der ganz in Glimmer und Kaolin umgewandelt ist. Das Gestein ist makroskopisch sowie u. d. M. mit dem Gesteine oben sub / identisch. Y) Terešovskd Huf, rechtes Ufer des Mlečicer Baches, nordl. Cote 404. Makroskopisch sehr ahnlich einer Probe von der Loca- litat, wie oben sub g angefuhrt. U. d. M. weist dieses Gestein als Bestand- theile einen Plagioklas, der tast ganz in Calcit umgewandelt erscheint, das schon ofters enviihnte griine Mineral (Chlorit) als Zer- setzungsproduct und ein Erz (Magnetit) auf. Der sehr hohe Ca C0 3 - Gehalt des Gesteines (es braust lebhaft in HCl) und die fast ausnahms- lose Unnvandlung der Feldspathe in Calcit lasst vermuthen, dass dieser Gesteinsbestandtheil vielleicht den basischen Gliedern der Plagioklas- reihe angehore, da die tibrigen Elemente kaum das nothige Ca-Material fur die grosse Menge des vorhandenen Calcits hatten liefern konnen. Die Bezeichnung Keratophyr J ) moge deshalb fiir dieses Gestein als hypothetisch hingestellt werden. 5) Gipfel von „čih&tko“ bei Tereschau. Makroskopisch ahnlich dem Gesteine oben sub d, u. d. M. demselben ganz gleich. s) V e j v a n o v. Gipfel nordl. von Č i h a d 1 o. Mak ros k opise h dunkelgrunlich grau, dicht, splitterig, local muschelig brechend. U. d. M. erweist es sich als aus fluidal geordneten, zersetzten Plagioklas- Mikrolithen zusammengesetzt, zwischen denen als Interstitialfullung ein griinliches, nicht pleochroitisches Mineral (? Zersetzungsproduct eines Bisilicates) und ein Erz (Magnetit) auftritt. Das Gestein ist reicli an secundar gebildetem Calcit. ‘) Autor kann es nicht verhehlen, dass genannter fraglicher Keratoj>liyr eine gewisse strncturelle und scheinbar auch mineralogische Aehnlichkeit mit manchen Melaphyr-, resp. Spilit- Grundmassen aufweist (z. Ii. von Dillenburg oder SchneidemUble Kopf, Ilmenau) und vielleicht im unzersetzten Zustande zu diesen Gesteinen gestellt. werden konnte. [43] Petrogr. Beschaffeuheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 205 45. Felsitfels. a) Am nordwestl. Abhange des Hiigels Cote 401, siidl. Skrej, Einlagerang iin Paradoxides- Schiefer. b) Einlagerung im Paradoxides -Schiefer der Dlonlia bora am Fusswege vorn Zbirower Bache (Jezero) oach Skrej, siidwest].'Gote 401, nordl. Pr is k f i c e-Berg, siidl. „M“ von „Slapnicer Miihle“. c) Einlagerung im Sandsteine mit Paradoxides-S>c\ueier osti. Gote 396, westl. Podmoker Mulile an der Strasse. d) Felder unterlialb des Jiigerhauses Ostrovec; e) siidl. Gote 397, nordostl. Gote 357. nordl. Ostrovec am Mlečicer Bache. f) nordostl. Cote 363, siidbstl. Cote 402, ostnordostl. Mlečic; g) osti. Mlečic unten im Tbale ain Falirwege aus dem Thale des Mlečicer Baclies nacli Mlečic; h) westl. Cote 391, siidl. Mlečic; i) im Thalchen osti. Žakovina, siidvvestl. Mlečic, Apophyse im Parado.vides- Schiefer; j) osti. Cote 413, westl. Cote 391, nordnordiistl. Lohovičkji, das Liegende vom Uiitercamlnium; k) nordwestl. vom Kreuze im Thalchen nordl. Lohovičky. Makroskopisch erscheinen die vorgelegenen Proben ver- sehiedeii, und zwar grau, dunkelgrau, gelblichgrau, zumeist jedoch grau- oder schmutzigroth gefiirbt. Der Structur nach sind die Beleg- stiicke, die oben sub c (partim), i und j angefiihrt werden, durch die Bildung von Einsprenglingen (Feldspath) und das Stiick sub i durch das Auftreten von zwei Generationen eines Feldspathes und Quarz porphyrisch struirt. Nach der Korngrosse der Gruudmassebestandtheile sind alle Belegstucke als dicht zu bezeichnen. Der Bruch ist splitterig. U. d. M. tritt ausser der porpliyrischen Strueturausbildung auch eine fluidale (zumeist) und (selteu) eine feinkornige auf. Bei der porphyrisehen Structur ist fast nie eine der fluidalen entsprechende Anordnung der Grundmassebestandtheile, sondern fast nur eine allotrio- morph kornige Ausbildung der Elemente zu constatiren. Die Q u a r z e i n s p r e n g 1 i n g e zeigen u. d. M. schone Corro- sionserscheinungen, sonst iveist aber dieses Mineral keine Besonder- heiten auf. Zur Bestimmung der F eldspathbildungen der intratelluren Periode wurde aus dem Stiicke oben sub i ein Krystall mit deutlicher Ausbildung der (010), (001) der T- und (?) 1-Flache praparirt und ein Schliff || (010) hergestellt. Die Ausloschungsschiefe betrug + 18° 15' und entspricht demnach nahezu vollkommen einem reinen Albit Ab. Ein unanfechtbarer Betveis kann fur die Existenz des Ortho- klas e s unter den Einsprenglingsbildungen zwarnicht erbracht tverden, wahrscheinlich tritt jedoch auch dieser neben dem Albit auf. Vorausge- schickte Vermuthung stiitzt sich auf die Beobachtung ungestreifter Durchschnitte, die mit Bezug auf das vorhandene eine System sehr vollkommener Spaltrisse gerade Ausloschung aufwiesen. Die Form dieser Schnitte \var kurz leistenformig (in der Langsrichtung Trače von M ?) nach einer Seite zugespitzt (? Trače von T, l), nach der anderen aber quer abgeschnitten (? P oder x). Parallel zur sehr voll- kommenen Spaltbarkeit lag die Axe der grosseren Elasticitiit, senkrecht dazu jene der kleineren. Eine grosse Anzahl der Feldspatheinsprenglinge zeigt eine itusserst zarte Zwillingslamellirung, mitunter auch die fur den 27 * 206 Dr. Karl Hinterlechner. [44] Mikroklin charakteristische Gitterstructur. Die Ausloschungsschiefe ist in (len einzelnen Lamellen durchgehends sehr gering. Der Fekl- spath der intratelluren Periode ist so wie audi jener der Grundmasse sehr stark zersetzt, uncl zwar zumeist in Muscovit und Kaolin; nur sehr selten findet man Partien, die man mit Riicksicht auf ihre liohen Interferenzfarben fiir ein Carbonat halten kanu. Mit Riicksicht auf die verschiedene Ausbildung der Grund- m a s s e-Bestandtheile konnen wir im allgemeinen zwei Felsitfels- Varietiiten unter den vorgelegenen Handstiicken unterscheiden. In einem Falle sind die Feldspathe bei fiuidaler Anordnung leistenformig zur Ausbildung gelangt und in den Interstitien zwischen diesen tritt, wie mit Hilfe der Becke’schen Methode 1 ) der Feldspath- Aetzung mit Flussiiure und Farbung mit Anilinblau unzweifelhaft erkannt wurde, Quarz auf. Die zweite Varietiit (oben sub c, d, f, i und j) dagegen zeigt (bei Anwendung derselben Becke’schen Methode zur Erkennung des Quarzes) beide oben angefiihrte Bestand- theile in Form ganz unregelmassig begrenzter Korner. Speciell die Handstucke von den Localitaten oben sub i und j weisen eine fast als mikrogranitisch zu bezeichnende Ausbildung u. d. M. auf. Ob in der Grundmasse neben Quarz und Feldspath auch ein prim are r Gl im m er vorkommt, ist nicht ganz sicher. Ein primares Erz (Magnetit) und secundar gebildeter Glimmer ist unzweifelhaft vorhanden, allein von einem eventuell zur Ausbildung gelangteu primaren nicht zu unterscheiden. Auf ein blassgriinliches, in einem Falle braunliches und dann stark doppelbrechendes Mineral kommen wir spater unten nochmals zurilck. Mandelraume sind, wo sie beobachtet wurden, mit Quarz und Chalcedon erfullt. 46. Limonitreicher Sandstein. Zbirover Bach bei „Jankovsky ml^n“. Farbe zinnoberroth, Gefiige dicht, in den Hohlraumen secundare Quarzbildungen. U. d. M. eriveist sich die Structur als klastisch. Das Gestein besteht namlich aus abgerundeten kleinen Brocken eiues rothlich- braunen Minerals. Als Kitt tritt Quarz auf. 47. Melaphyr. Oberhalb (siidl.) JankovskJ i mlj^n (oben am Plateau). — Form: Gerblle. Die Farbe des Gesteines ist in frischem Bruche grau, jene der Verwitterungsrinde graubraun, das Gefiige ist feinkornig. In der Verwitterungsrinde bemerkt man limonitische Pseudomorphosen nach Olivin. U. d. M. Die Structur ist porphyrisch, und zwar durch zwei Generationen eines Plagioklases und eines ganz zersetzten, rhom- ‘) „Unterscheidung von Quarz und Feldspath in Diinnschlitfen mittels Farbung.“ Tschermak’s Mineralogisch - petrographische Mittheilungen, 1888, X, 1890 u. 1891; XII, 267. [45] Petrogr. Beschaffenbeit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 207 bischen Minerals, des Olivins. In der Grundmasse tritt ausser ge- nannten Mineralbestandtheilen ferner nur uoch ein Erz, Magnetit, auf. Eine Glasbasis ist bei der zu weit vorgeschrittenen Zersetzung nicht sicher nachweisbar. Yon den Secundar-Producten ist besonders hervorzuheben der massenhaft vorhandene Calcit, et\vas Quarz (?) und ein Chloritmineral. Die Plagioklase sind durch grosse Ausloschungsschiefen (uber 25°) ausgezeiehnet. Das zersetzte rhombische Mineral ist wie in Rosiwal’s Melaphyr-Varietat C, 1. c. pag. 216, ganz in Carbonate und zum Theile auch in Chlorit umgewandelt. Die Maschenstructur, wie sie von zersetzten Olivinen bekannt ist, legt es nahe, dieses Mineral als urspriingliches Gesteinselement aufzufassen. Das Gerollstiick durfte mit grosster Wahrscheinliehkeit von einem Melaphyr Varietat C (Rosiwal) herstammen. Hier mogen auch einige mir von Dr. Slavile freundlichst iiber- lassenen Gesteinsproben von nachstehenden Localitaten anhangsweise angefiihrt werden. Das gemeinsame makroskopische Merkmal der im Nachstehenden zu erorternden fiinf ersten Proben ist eine dunkelgraue, dunkelroth- graue bis dunkelviolettgraue Farbe, eine (fast) dichte Structur und ein melir oder weniger deutlicher, splitteriger Bruch. Einsprenglinge sind keine zu constatiren gewesen und ebenso keine Mandelbildungen. U. d. M. erweist sich das Handsttick a) aus dem Thale zwischen O s t r o v e c und N a d o s t r o v s k y M. wesentlich als aus einem Plagioklase und sehr viel Erz (M a g n e t i t) ursprunglich zusammengesetzt; der farbige Gemengtheil ist derzeit nicht mehr zu erkennen, da er ganz in chloritische Bildungen umge- wandelt erscheint. Seine Dimensionen miissen iibrigens von allem Anfange so geringe gewesen sein, dass man selbst frische Durchschnitte in so kleinen Partikelchen wohl nicht melir bestimmen konnte. Der Plagioklas bildet Zweihalfter, die mit geringen Ausnahmen zu Kaolin, Glimmer, etwas K alk und Quarz zersetzt erscheinen. Der letztere speciell ist in den erst u. d. M. deutlich vvahrnehmbaren Drusenraumen sehr reichlich erkennbar. Zur Beurtheilung seiner enormen Menge wurde auch hier die Tinction mit HFl und Anilinblau nach Becke vorgenommen. Der Quarz bildet theils aus unregelmassig begrenzten Kornern bestehende Aggregate, theils faserige Bildungen als Auskleidungen der Hohlraume. Die Fasern stehen stets senkrecht auf der Wand der Hohlraume. Limonitische Bildungen verdanken ihre Existenz dem zersetzten Bisilicate und dem,. Magnetite. Obiger Probe ist ein von p) Terešovskh Hut’, westlich Gote 404 stammendes Belegstuck ganz ahnlich, nur ist es noch mehr zersetzt. U. d. M. ist es local in ein ganz unentwirrbares Gemenge von verschiedenen Secundlirpro- dueten verwandelt, unter denen wir nur Feldspathmikrolithe und den Quarz sicher nach der obigen Becke’schen Tinctionsmethode haben constatiren konnen. 208 Dr. Karl Hinterlechner. [46] y) Thal des Zbirover Baches bei Lhotka, Felsen nordwestl. (?) Cote 380. Ein u. d. M. porphyrisch struirtes Gestein, das in einer kaum entwirrbaren Grundmasse von kornigem Feldspath und Quarz neben Magnetit gestreifte, leisteniormige Feldspath-Einsprenglinge aufvveist. Limonitische, local chloritische (?) Zersetzungsproducte diirften die An- nahme erlauben, dass ursprtinglich in geringer Menge und in kleinen Fonnen ein Bisilieat vorgelegen ist. 5) Thal des Ml e Sicer Baches, nordl. von Terešovskd Hut’, siidwestl. Cdte 415, unter der Ziegelei. U. d. M. erkennt man folgenden Mineralbestand: Feldspath- Mikrolithe, ein braun durchscheinendes, limonitisch zersetztes Mineral in mikrolithen Formen (ein Bisilieat), secundarer Quarz, Glimmer und fraglieher Chlorit. e) Thal des Mlečicer Baches, ostlich Cote 415. Schon mit freiem Auge ist secundarer Calcit (mit IiCl lebhaftes Brausen) und griinlicher Chlorit erkennbar. U. d. M. erkennt man Plagioklas-Mikrolitlie und Magnetit als primare Elemente, Calcit, griinen Chlorit und Limonit als Zersetzungs¬ producte. Der Calcit wurde als jiingste Bildung vorgefunden, er Tulit die unregelmassig geformten Drusenraume ganz aus, nachdem von Chlorit die Wande vorher ausgekleidet worden waren. 'Q Thal des Lohovieek-Baches, westnordwestl. Cote 458. n) Lohovičky, osti. vom Dorfe, Ufer des Baches zwischen Cote 427 und 457 (im Steinbruche). 6) Zwischen Salzberg und „Bll;i skdla“. M a k r o s k o p i s c h sind die drei letzten Proben dicht, von grauer Farbe, die eine hellbraune Sprengelung aufweist, und zeigen keine erkennbaren Ausscheidungen der intratelluren Periode. Das Handstilck von der Localitat oben sub ti besteht iiberdies theilweise aus einein griinlichgrauen, dichten, felsitischen Materiale. Die Grenzlinie zwischen dem Melaphyr und dem Felsit ist mit freiem Auge deutlich er¬ kennbar. U. d. M. ist das Gestein sub S porpliyrisch, die beiden Proben sub s und ti aber sehr feinkornig bis fast dicht struirt. Fur die Stellung der Diagnose waren vor allen die Handstucke sub •n und S massgebend. Das Gestein besteht im Wesen aus tluidal geordneten Feldspath- Mikrolithen, reichlichem Magnetit und einem mitunter noch deutlich braun durchscheinenden Minerale, das vielleicht friiher ein Bisilieat gewesen ist. In seiner Umgebung finden sich ausser limonitische n Bildungen noch reichlicher Cal cit als Zersetzungsproduct. Local cvurde ein Glimmer und ein chloritisches Mineral vermuthet. Die vorhandenen, unregelmassig begrenzten Man de ln sind von calcitischen Bildungen erfullt. Das porphyrische Gestein von der Localitat sub s zeigt im Wesen eine den friiheren gleiche Zusammensetzung, nur fehlen hier selbst Spuren, die ein Bisilieat vermuthen liessen. Die Feldspath-Einsprenglinge sind kurze Leisteken (Zweihiilfter), die zum Theile zu Kaolin und [47] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 209 Glimmer umgetvandelt erscheinen; das Maximum der Ausloschungs- schiefe schwankt um 20°. Der oben bereits angefilhrte Felsit im Handstiicke vod der Localiti.it sub vi ist u. d. M. von dem Melaphyr scharf getrennt, Ueber- giinge existiren zwischen beideu Gesteinen keine; zusammengesetzt enveist sicli der Felsit aus winzigeu Bestandtheilen, von denen nur der Feldspatli erkannt wurde; zwischen gekreuzten Nicols bleibt fast das ganze Gestein vollkommen dunkel. 48. Me!aphyrtuff‘). Rechtes Ufer des Zbirover Baches bei der n Kosfi M.“ Osti. von Lhotka. Makro skopi s c h dunkelgrau gefarbt, mit dem Ilabitus einer Grautvacke. Von den Mineralausscheidungen sind nur Feldspathleistchen an maneken Stellen zu selien. In grosser Menge trifi't man Drusen ausgebildet, deren Dimensionen zum allergrossten Theile fast nur mikroskopisch sind. Quarz und Clilorit sind die Minerale, die darin auftreten. U. d. M. erkennt man nur ein paarmal Feldspathkrystalle und einmal zwei Apatitleistchen. Fiir eine Bestimmung war keiner der vorhandenen Feldspathschnitte geeignet. Das Mineral ist aueh schon etwas zu Kaolin und Glimmer zersetzt. Angefiihrte Minerale liegen in einer schaumig aufgetriebenen, im auffallenden Liclite braunen Masse, die im polarisirten Licbte ganz undurchsichtig erscheint. Wie schon friiher bemerkt, sind die IIolil- raume im Gestein ganz mit Quarz und Chlorit erfiillt. 49. Spessartitahnlicher, Olivin fiihrender Ouarzdiorit. (Strnctnrbild Tafel X, Fig. 6) [lieu]. Steinbruch am linken Ufer des Zbirover Baches. vis-a-vis von der Jankover Muhle. Makroskopisch ist das Gestein dunkelgriinlichgrau gefarbt, ohne jede Špur einer Mandelbildung und von der Korngrosse wie die Iibrigen, hierher gehorigen Droben. U. d. M. unterscheidet es sich aber sehr wesentlich von den verwandten Belegstiicken, denn erstens ist der Feldspatli schon leistenformig — idiomorph — zur Ausbildung gelangt, und zweitens tritt hier Quarz in Gestalt einer Mesostasis als wesentlicher Bestand- tlieil neben der braunen Hornblende und dem Olivin, der die Itolle eines Uebergemengtheiles bat, auf. Ein Erz (Magnetit) ist nicht haufig anzutreffen. Beziiglich der Hornblende ist liier nichts von den friiheren Angaben wesentlich Abweichendes anzufuhren Der F el d sp a th ist, wie schon bemerkt, schon leistenformig ausgebildet vorgelegen; im Gegensatze zu den iibrigen Droben zeigt ') Leg. Dr. Sla vik. 210 Dr. Karl Hinterlechner. [48] die in Iiecle stehende den Plagioldas sehr wenig kaolinisirt und in Glimmer umgewandelt. Mitunter war am Mineral eine isomorphe Sehichtung zu beobachten. In einem Falle wurde die optische Be- stimmung nacli Becke 1 ) vorgenommen. Der untersučhte Schnitt zeigte die fur diese Bestimmungs- methode nothigen zwei Spaltrissysteme und zwischen gekreuzten Nieols drei Zonen: einen schmalen ausseren Jiand, dem eine etwas breitere innere Zone folgte, und einen schon entvvickelten inneren Kern. Die beobachteten Ausloschungsscliiefen und die denselben entsprechenden chemischen Mischungsverhaltnisse waren wie folgt: R Ausloschungsschiefe . . — 12° ,30' Chemische Mischung An 3% Bezeichnung .... Albit Z K + 27° 40' + 32° 40'; 48%_ 54%; Labrador 2 ) Der basischeste Theil des Schnittes ist mithin im Kerne (K) und in der inneren Zone (Z) zu suchen, wahrend der iiussere Rand (iž) einer sehr sauren Mischung entspricht. — Der Uebergang R-Z-K ist zwar ein allmhhlicher, doch erfolgt er von Z zu K sehr rasch, fast sprungartig. Quarz wurde in Form von Interstitialfullungen zwischen den Ilornhlende- und Plagioklasleistchen, also in gauz unregelmassig be- grenzten Durchschnitten beobachtet und ist die allerjiingste primare Bildung. Fur sein Vorhandensein sprechen folgende Beobachtungeu. Der Schliff wurde mit Flussiiure geatzt und mit Anilinblau gefarbt (nach Becke), um den Quarz von dem ihm bezuglich n fast ganz gleichen Feldspathe unterscheiden zu konnen. In einem nach obiger Behandlung des Schliffes ungefarbten und unregelmassig begrenzten Schnitte ohne jede Špur von Spaltrissen wurde nun im convergenten Lichte das Bild eines einaxigen Minerals von optisch p o siti v en Charakter beobachtet. Fur den Olivi n sprechen rhombische Durchschnitte, die die charakteristische Maschenstructur des zersetzten Olivins aufweisen. Secundar bildet sich aus ihm Pilit. Magnetit ist sehr \venig vorhanden, Apatit tritt nur in Gestalt sehr feiner Nadelchen auf. Das Bild 6 auf Taf. X riihrt von einer mit Anilinblau gefarbten Stelle her, so dass die ganz weissen Stellen den Quarz darstellen. ‘) Becke: „Ziir Bestimmung des Plagioklas in DiinnschlifFen, in Sclmitten senkreclit zu M und P. u Tschermak’s Mineralog. - petrographiscke Mittheilungen, 18. Bd., pag. 556. 2 ) Fiir diese Eesultate wurde aus der angegebenen Becke’schen Arbeit die empiriscke Curve nach Michel-Levy zu Grunde gelegt. [49] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 211 Ein makroskopisch gleiches Gestein sammelte auch Herr Ur. Sla vik bei Loko vi č k y. U. d. M. weicht dasselbe voii obiger Probe in einigen Punkten etwas ab. Da es genauer von Herrn Dr. S la vi k selbst beschrieben werden soli, so wollen wir uns hier nur auf einige allgemeine Bemerkungen beschranken. Der Plagioklas lag hier isomorph gesehichtet und leisten- formig (idiomorpli) ausgebildet in zwei Generationen vor und verleiht dem Gesteine eine deutlich porphyrische Structur; dasselbe gilt auch von der braunen Hornblende. Zersetzte Olivinreste la,gen sicher vor; ob Augit im Gesteine vorkommt, ist jedoeli nicht ganz sicher, dafiir wurde aber bestimmt B i o t i t beobachtet. Das Erz ist M a g n e t i t, hilufig findet man auch feine Apatitnadelchen; als Interstitialfullung tritt Quarz auf. In einem giinstigen Falle wurde die Feldspathbestimmung vor- genommen; es lag da ein Einsprengling, senkrecht zu P und M (cf. oben, pag. 210, Fussnote 1) getroffen, vor. Die Ausloschung betrug da, wie oben im Kerne (K), + 32° 45', und weist mithinauf einen Labrador bin. Als Beweis filr die Existenz des Quarzes konnen dieselben Beobachtungen angefuhrt werden, wie im obigen Gesteine aus dem Steinbruehe am linken Ufer des Zbirover Baches, vis-a-vis von der Jankover Mtihle. Der Bi o ti t wies in Schnitten parallel zur Basis nur einen sehr kleinen Axen\vinkel auf. 50. Ouarzconglomerat [64]. Nordwestl. vom Kreuze im Thalchen nordl. Lohovičky. Makroskopisch grauweis bis rosaroth gefarbt. Korndimen- sionen mikroskopisch bis bohnengross. Auf den ersten Blick als aus lauter eckigen soivie abgerundeten Quarzkornern zusammengesetzt erkennbar. U. d. M. besteht das Gestein aus Quarzsplittern, die durch einen Quarzkitt verbunden erscheinen. Urspriinglich \vurde das Gestein vom Autor als Grautvacken- conglomerat bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde mit Rilcksicht auf die grosse Aehnlichkeit mit dem R o s i w a l’schen „Weissen Quarz- conglomerate* (1. c. pag. 399) fallen gelassen. 51. Dichte Grauvvacke [62]. Im Thalchen osti. Žiikovina, siidwestl. Mlečic, Lager im Paradoxides-£>chicfer. Makroskopisch dicht, grau gefarbt. U. d. M. ist das Gestein eigentlich eine Mikrobreccie, die aus Bruchstiicken von Quarz, Feld- spath und Glimmerbildungen neben Limonit besteht. Die Glimmer- lamellen sind anscheinend parallel, alle iibrigen Elemente aber ganz regellos gelagert. Das mikroskopische Bild ist sehr iihnlich dem Rosiwal’sche,n Grauwackenscliiefer vom Buchava Jagerbause Slapy (1. c. pag. 404). Jahrbuch d. k. k. geol. Reichsanstalt 1902, 52. Band, 2. Heft. (K. llinterlechner.) 28 212 Dr. Karl Hinterlechner. [BOJ O.Lohovic,TerešovskaHut’, Vej vanov, ZbečnOjVlastec-Jiuiuška 1 ). 52. Keratophyr. a ) Aufschluss am Fahnvege von Gross-Lohovie nach Lohovičkf, nordwestl. Dampfmiihle, osti. Cote 423 [72]. b) K er a t op hy r-A p o p hy s e, im Paradozides-Sckiefer sttdwestl. Cote 355, sildostl. von Žakovina, westl. '1’erešovska H ut [73]. c) Das unmittelbare Hangende des Paradozides -Schiefers am nordwestl. Abhange des Berges Cote 435, westl. r Hiltten“ am Lohovicer Bache [74]. d) Am rechten (osti.) Ufer des \Vildbaches im nordl. Theile des Dorfes Terešovska Hut (Hiitten) [75]. e) Aus dem Steinbruche siidl. Terešov, nordl. Kadliceberg [76]. /) Aufschluss an der Strasse siidwestl. Cote 550 mid nord\vestl. des Jager- hauses Vlastec [79]. g) Am siidostl. Ende des Dorfes Lohovic, westl. Cote 427 [neu]. Das vorgelegene krystalline Gesteinsmaterial von obigen Locali¬ taten ist im allgemeinen schlecht erhalten. Aus diesem Grunde ist es bei dem kleinen Korne sehr schwer, die Keratophyre (Quarzkeratophyre) von den verwandten felsitischen Gesteinen unbedingt sicher zu unter- scheiden. Vielleicht gelingt es dem Autor gelegentlich neuer Auf- sammlungen, auf Grund frischeren Materials ausfiihrlichere Mitthei- lungen iiber die in Rede stehenden Gesteine machen zu konnen. M a k r o s k o p i s c h. Auf frischen Bruchflachen grau, hellgrilnlich- grau, dunkelgriinlichgrau, graubraun, braun, hell- bis dunkelviolett gefarbt. Auf den zahlreichen Kluftflachen der Handstiicke von manchen Localitaten tritt reichlich Limonit auf. Die Structur ist dicht, ohne Mineral-Ausscheidungen erster Generation, der Bruch splitterig oder flach muschelig. Die Handstiicke von den oben sub c, d und e ange- fuhrten Localitaten weisen einen als felsitisch zu bezeichnenden Charakter auf. IJ. d. M. Feldspath, etwas Quarz, ein Bisilicat (? Augit) und Magnetit bilden die primaren Bestandtheile der Gesteine; C hi or it, ein Glimmer (? M us c o vit) und Limonit die secundaren. Die Grosse der Bestandtheile ist fast durchgehends so klein, dass es selbst mit starkster, zur Verfiigung gestandener Vergrosserung (Fuess, Object. 9, Ocul. 2) nicht moglich war, sichere Diagnosen zu stellen. Der feldspathige Gemengtheil war theils in Leistenform, theils in Gestalt unregelmassig begreuzter Korner vorgelegen. Ilerrschte die erstere Form vor, so war die Anordnung der Leisten zumeist eine fiuidale. Die Feldspath-Mikrolithe zeigen zumeist gerade Aus- loscliung, man findet jedoch aucli Zweihalfter. Zwischen den Feldspathbildungen trifit man auf unregelmassig begrenzte Quarzgebilde, welche keine Besonderheiten aufweisen. Dass ein unregelmassig begrenztes, tvinziges, grlinlichgelb ge- farbtes, relativ stark lichtbrechendes, zum Theile chloritisirtes Bisilicat ztvischen den Feldspathleisten, resp. Ivorneru auftritt, unterliegt gar keinem Zvveifel; vermuthlich ist es ein Augit. In einem Schliffe vom Handstiicke sub d fanden sich ausser chloritischen Resten auch Calcit- ’) Obige Localitatennamen sollen uns nicht eine Profilrichtung, sondern nur eine gemachte Tour anzeigen. [51] Petrogr. Bescbaffenbeit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 213 Pseudomorphosen. Dieselben wiesen Umrisse auf, wie sie von den mono- klinen Pyroxenen bekannt sind imd losten sich bei der Behandlung mit kalter verdiinnter HCl unter Brausen auf. Die Menge des farbigen Bisilicates ist relativ sowie absolut sehr gering, deshalb wurden ursprunglich die Gesteinsproben sub c, d und e als Felsit bezeichnet. Der Muscovit verdaukt sein Dasein der Zer- setzung des Feldspathes, der Limonit jener des Augites, resp. nocli mehr des Magnetites. Besondere Aufmerksamkeit verdient von obigen Vorkommen jenes vom siidostl. Ende des Dorfes Lohovic, westl. Gote 427. An genannter Stelle tritt namlich der Keratophyr innig ver- bunden mit einer dicliten Grauwacke auf. Die vorgelegenen Hand- stiicke konnen demnach sowohl von der Grenze der beiden Gesteine herriihren, oder aber es ist der Grauwacke die Rolle von Einschliissen im Keratophyr zuzuschreiben. Beobachtungen im Felde werden daruber entscheiden, hier sei eben nur auf erwahnte Thatsache hingewiesen. Bei der Betrachtung mit freiem Auge fallt sofort die Aehnlich- keit der Handstucke mit manchem gefritteten Planer, wie z. B. dem des Kunštitzer 1 ) Berges bei Pardubitz in Bohmen, auf. Abgesehen von der grauen Farbe zeigt unsere Grauwacke ebenso wie jener Planer einen splitterigen bis muscheligen Bruch und einen sehr grossen Hiirtegrad. U. d. M. ist die Grenze der beiden Gesteine sehr scharf; \vo vor der Eruption in der Grauwaeke Sprtinge und Risse vorhanden waren, ist das Magma in dieselben eingedrungen, ohne dass irgend eine u. d. M. merkliche Veranderung der Grauwacke oder des er- starrten Magmas erfolgt 'wiire. Mineralogisch ist die Grau\vacke nachstehend zusammengesetzt. Thonig zersetzte Feldspath- und Quarzsplitter bilden die Hauptmasse im Gesteine; in bedeutend geringerer Menge tritt ein heller Glimmer neben kohligen Substanzen und einem fraglichen Erze auf. 53. Quarzporphyr. a) Aus dem Steinbrucke am čihadlo oberbalb Vejvanov [77]. b) Aus dem bteinbrucke auf dem Berge Lom, Cote 405, siidl. Zbečno (osti. Piirglitz) [78]. Makro skop is ch ein durch fast linsengrosse Quarz- und etwas kleinere Feldspathbildungen intratelluren Alters porphyrisches Gestein von grUnlichgrauer, schmutzigbrauner bis graurother Farbe und splitterigem Bruche. Der Feldspath ist stark zersetzt; Quarzbildungen fallen aus der V er witterungsrinde aus und verschatfen dadurch dem Gestein ein blatternarbiges Aussehen. U. d. M. "bemerkt man unregelmassig begrenzte, corrodirte Quarzdurehschnitte neben fast ganz kaolinisirten, zum Theile krystallo- graphisch begrenzten, in ubervviegender Mehrzahl ungestreiften Fekl- spathgebilden. Beide diese Minerale liegen in einer als M ikro- granit zu bezeiehnenden Grnndmasse, die ihrerseits aus ganz 5 Autor: „Ueber Basaltgesteine aus Ostbohmen.“ Jakrb. d. k. k. geol. R.-A. 1900, pag. 475, 495. 28 * 214 Dr. Karl Hinterlechner. [ 52 ] unregelmassig begrenzten Feldspath-, Quarz- und Glimmerbildungen besteht. Die Dimensionen der genannten Bestandtheile, speciell der ersteren ztvei, sind in manchen Fallen (sub a) so klein, dass man behufs Unterscheidung von Quarz und Feldspath zur Tinctionsmethode mit Flussaure und Anilinblau (nach Prof. Becke) greifen muss. Fine kleine Partikel eines Feldspathes \vies Gitterstructur auf wie der Mikroklin. Neben einem unzweifelhaft primaren Glimmer tritt noch ein in den kaolinisirten Feldspathen beobachteter heller Glimmer auf, dessen secundarer Ursprung liber jeden Zweifel er- haben ist. Nachstehende Analyse gewahrt uns einen Einblick in die Art der chemischen Zusammensetzung des Gesteines sub b. Si 0 2 . A l 2 0 3 . Fe 2 0 3 . Fe O . Ca O . MgO . K 2 O . Na 2 O . Gluhverlust ( II 2 O + C0 2 ) Sum m e . Procent 76-30 12-60 3-10 0-48 0-40 0- 03 3-46 1- 32 2- 50 Io0-19 c) Aus dem Steinbruche osti. Cote 448, westl. Cote 437, siidl. Cote 447, siiddstl. Gross-Lohovic [71]. Das oben bezeichnete Gestein \vurde in den „VorIaufigen petro- graphischen Bemerkungen etc.“ sub Nr. 71 als Porphyrit benannt, allein mit dem Beifugen, dass die Frage, „ob das unzersetzte Gestein als Porphyrit bezeichnet werden darf", „derzeit nieht definitiv ent- schieden werden“ kann. Makroskopisch ist das Gestein der Structur nach sehr fein- kornig, ja nahezu dicht, mit einigen wenigen, halb Hirsekorn grossen Quarzpartikelchen. Auf Verwitterungsflachen zeigt uuser Gestein zahl- reiche Griibchen, tvelche urspriinglich als Abdrucke ausgewitterter Quarzbildungen intratelluren Alters aufgefasst wurden. Die Thatsache jedoch, dass genau solche Bildungen auch auf ga n z frischen Bruchfliichen, die man von moglichst gut erhaltenem Materiale erhalt, zu beobachten sind, zeigte, dass diese Annahme vielleicht nicht den Thatsachen entsprechen durfte, oder dass die Abdrucke vvenigstens nicht von Quarzbildungen herstammen. Die Farbe ist schmutzig-griinlich- weis bis grau, mit der Hand ftihlt sich das Gestein rauh an. U. d. M. lost sich das Gestein in ein Aggregat von Quarzkornern auf, die ein griinliches Mineral (? Chlorit) und (? secundarer) Quarz verkittet. [ 53 ] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteiue des westb. Cambriums etc. 215 54. Thonschiefer, azoischer. Etage B [neu]. Zbečno (am Ende des Dorfes, St.rasseneinsclinitt). Makroskopisch ein graues, local braunes, schiefriges, nacli dem Anhauchen thonig riechendes Gestein, das von zahlreiehen Quarz- trummern durchzogen ist. Mitunter tritt audi etwas Calcit auf. TJ. d. M. ein Gemenge von Quarzkornern und einer kaolinisch zersetzten triiben Masse. P. Hudlitz-Zahofan [neu]. 55. Melaphyr. lin Thale zwischen Hudlitz und Zahofau (westsiidwestl. von der Stadt Beraun, auf Blatt Zone 6, Col. X: „Beraun und Hofovic, 1:75.000“). M a k r o s k o p i s c h sind die vorgelegenen Handstiicke grau, violettgrau, braunviolettgrau oder graulichgrun gefilrbt. An manchen Handstucken unterscheidet man noeh Drusenraume, die mit Calcit erfiillt sind, von der eigentlichen Gesteinsmasse ist aber in der Mehr- zabl der Falle selbst dies nicht mehr moglich, wegen der totalen Zersetzung der Gesteinsproben. Mit kalter verdunnter IICl behandelt, brausten Splitter so lebhaft, dass man hatte glauben konnen, man babe es mit unreinem Kalke zn thun. U. d. M. erwiesen sicli demzufolge einige Proben rein nur aus secundaren Producteu zusammengesetzt; von den urspriinglichen Bestandtheilen ist in solchen Fallen entweder gar nichts oder nur noch die Form erhalten, mit Rucksicht auf ivelclie wir auf eine fruhere Existenz von Plagioklas und Augit, neben denen auch Magnetit auftrat, schliessen durften. Als Secundarproducte treten Calcit, in iiberwiegender Menge Quarz, Limo n it und Chlorit auf. Die Drusenbildungen zeigen, dass der Calcitbildung stets die Quarzausscheidung vorausgegangen ist. In welchem Altersverhaltnisse diese zur Cbloritbildung steben, ist nicbt bestimmbar gewesen, da Chlorit ni e zusammen mit obigem Minerale in einem Drusenraume gefunden wurde. Das Auftreten des Chlorit scheint sogar das Vorhandensein von Calcit ganz auszu- schliessen, denn man fand Partien, die ganz chloritisirt waren, wabrend danebenliegende Tbeile ganz in Calcit umgewandelt erschienen, beide Partien waren aber langs einer Linie scharf von einander geschieden, o b n e jede Uebergange. Nacli dem Grade und der Art der Zersetzung konnen \vir unsere Gesteine nur mit einer Probe des S p i 1 i t e s vom Teufelsberge bei Hof vergleichen. 216 Dr. Karl Hinterleckner. [ 54 ] Resume. Die im Voranstehenden angefuhrten Ergebnisse der petro- g r a p hi s e h e n Uutersuchung imserer Gesteine aus dem west- bohmischen Pracambrium, Cambrium und Posteambrium koiinen wir an der Stelle folgendermassen kurz zusammenfassen. A ) Von Sedimentgesteinen werden hier erortert: «) Grauwackengesteine, und zwar: y.) dichte Grauivacke (51), P) dichter Grauwaekdnschiefer (7, 41), y) Gramvaekensandstein (6, 16 dicht: 37; Mikrobreccie 43), o) Gramvackenschiefer, sericitisch (38), s) polymiktes Grauwackenconglomerat (17, 36), 'Q tuffartige Grauwacke (4); b) Paradoxides- Schiefer, metamorphosirt (10); c) Quarzconglomerat (50); d) Sandstein, limonitreicher (46); e) Thonschiefer (1, 27; azoischer, Etage B, 54). B) Von den Er up ti vge s tein en vverden im Voranstehenden be- sprochen: a) Diabase, normale und spilitische Varietaten (2, 15, 19, 21); b) Glimmerdiabase (26, 34?>); c) Felsite (11, 18, 45); d) Keratophyre (12, 25, 29; Quarzkeratophyre 30; 33, 35, 44, 52); e) Melaphyre (14, 20, 23, 28, 32, 34, 47, 55); /) Melaphyr-Mandelsteine (5, 9); g) Melaphyr (Olivindiabas) (40); h) ein Melaphyr-Tuff (48); i ) Quarzporphyre (31, 53). C) Von Tiefengesteinen, resp. Ganggesteinen werden angefuhrt: Diorite (allgemein als spessartitahnliche Diorite bezeichnet) (3; Olivin fuhrend 8; Hornblende-Spessartit 13; Augit fdhrend 22, 24 und 42; Olivin fuhrender Quarzdiorit 49). Zu den unter A) angefuhrten Sedimentgesteinen soli hier nichts weiter liinzugefugt werden; beziiglich der Er up ti vge s tei n e moge aber Folgendes an der Stelle Aufnahme finden. Bei der seinerzeit von unserer Anstalt durchgefuhrten „Ueber- sichtsaufnahme" des in vorliegender Arbeit in Betraelit kommenden Gebietes wurden die Eruptivgesteine dortselbst allgemein als Diabase aufgefasst. [55] Petrogr. Beschaffenheit einiger Gesteine des westb. Cambriums etc. 217 J. Krejči und K. Feistmantel benannten 5 ) hierauf alle diese eruptiven Gebilde kurzweg als A phani te. Erst A. Rosiwal unterschied in seinen diesbeziiglich grund- legenden Arbeiten * 2 ) aus dem Jahre 1894: Felsite, aphanitische P o r p h y r e, Keratophyre, L a b r a d o r p o r p h y r i t e und Melaphyre neben einern Augitdiorit (Diabasdiorit) und einem feinkornigen Diaba.se, welch’ letztere zwei Gesteine er (1. c. pag. 447 und 448) zu den h y pidi o m or p h kornigen Massen- g e s t e i n e n stellte (entsprechend der damaligen Auffassung der Diabase). Sehen wir von zwei Q u a r z p o r p h y r e n ab, so findet man in unseren vorlaufigen petrographisehen Bemerkungen 3 ) iiber Gesteine des westb6hmischen Cambriums alie von R o s i w a 1 aufgestellten grossen Gruppen wieder vertreten. An derselben Eintheilung wurde nun im allgemeinen auch bei der petrographisehen Specialuntersuchung, als deren Resultat diese Arbeit zu betrachten ist, festgehalten; nur in einigen wenigen Fallen trat eine unwesentlich verschiedene Auffassung mancher Gesteine hier auf. An der Hand eines viel grosseren Sammlungsmateriales fuhlte sich Autor vor allem bemussigt, den hypothetischen Rosiwal’schen Porphyrit (1. c. pag. 212) und mitdem identische Proben (Labrador- porphyrit pag. 214) als Gesteine aufzufassen, die zur Diabas- familie (normale Diabase, resp. Spilite und Diabasporphyrit) gehoren; ferner wurden aber bei dieser Gruppe noch die als Olivin fuhrende Diabase und als G 1 i m m e r d i a b a s e bezeichneten Varietiiten unter- schieden. Es sei bemerkt, dass die Olivin fuhrenden Diabase alle mbglichen Uebergange zu den Melaphvren aufweisen und mit diesen fast sieher als geologische Einheit zu behandeln sein werden. Die bei den normalen Melaphyren angefiihrten Tuffe sprechen fur eine effusive Natur dieser Gesteine. Bei den Felsiten haben wir, wie schon Rosiwal envahnt, sehr saure Felsite (Mikrogranit) neben ziemlich basischen zu unter- scheiden. Dasselbe gilt von den K e r at op h y r e n , bei denen wir aus- gesprochene Q u a r z k e r a t o p h y r e neben basischen plagioklas- reichen Varietaten erkennen konnen. Die grosste scheinbare Abweichung der Auffassungen trat bei der Erklarung der Rosiwarschen Diabasdiorite oder Augit- diorite zu Tage, allein auch hier sind die Difterenzeu keine wesent- lichen, da schon R o s i w a 1 selbst den zuerst gewiihlten Namen Diabasdiorit durch die viel zutreffendere Bezeichnung Augit¬ diorit 4 ) ersetzte- und wir deshalb zu jenem Namen tiberhaupt nicht „Orograph,- geotekt. Ueliersicht des silurischen Gebietes im mittleren B'ohmen.“ Archiv f. naturw. Landesdarckforsehiing von Bohmen. Prag, V. Bd., Nr. 5, 1885. 2 ) Verhandlungen d. k. k. geol. R.-A, (cf. das genauere vorne). 3 ) Verhandlungen d. k. k. geol. R.-A. 1901, Nr. 8, pag. 213. 4 ) Autor moekte es noch lieber als A ug i t f Uhren der Diori t bezeichnen. Dr. Kar) Hinterlechner. 218 [56] Stellung zu nehmen brauchen, wahrend sicli der zweite selir unserer Bezeiclumng annahert. Dass die oben sub Nr. 3, 8, 13, 22, 24, 41 und 48 angefiihrten und vonRosivval (1. c. pag. 211) als Diabasdiorit beschriebenen und 1. c. pag. 447 als Augitdiorit benannten Gesteine keine Odinite im Sinne v o n II o senbusch sin d, wie sicli die s er Forscher in s e in er „P h y si o gr a p hi e der massigen Ge¬ steine", pag. 535, mit Vorbehalt ausdriickte, das ist auf Gr und der mir vom H eri'n Geli. Ra tli s e lb st zu- geschickten Vergleichsobjecte ga n z sichergestellt. W i 11 man das Gestein als G a n g g e s t e i n auffassen, so k a n n e s w o h 1 n u r b e i d e n Spessartiten als e i g e n e Form eingeordnet iverden, de n n auch mit diesen s tim m t es nich t ganz ii bere in. Im ubrigen sei nur noch bemerkt, dass die Stellung dieses Gesteines im ganzen Systeme der Gesteine noch d ure h w e g s n i c h t als eine definitiv entschiedene zu betrachten ist. Merkwiirdig ist es namlich, dass es an maneken Orten kaum einen Gelialt von 43°/ 0 Si 0 2 (nach einer Mittheilung Dr. SlavllFs) aufweist, wiihrend der Schliff vom Materiale sub Nr. 48 Si0 2 sogar sicher als Quarz ausgeschieden enthalt! Vergleichen wir nun unsere Arbeitsresultate mit jenen, die Dr. S1 a v i k in seinem „P f 1 sp e v e k k p oz n fini' vy vre lin stredo- č e s k e h o p r a e k a m b r i a“ (= Ein Beitrag zur Kenntnis der Eruptiv- gesteine des mittelbohmischen Pracambriums) anfiihrt. Da finden wir besprochen: 1. einen Complex spilitischer Ergiisse; 2. Melaphyre; 3. Olivindiabase; 4. normale Diabase ohne Olivin und mit unter- geordnetem Biotit; 5. Glimmerdiabase und monzonitische, respective syenitische Gesteine; 6. Minetten; 7. Orthoklasporpliyre und quarz- freie Porphyre; 8. Gangdiorite, die dem Odinit nahe stehen; 9. por- phyrische Diorite, und 10. Quarzporphyre. Die Gesteine Dr. Slavtk’s sub 2, 3, partim 1 und 4, ferner 5, 10, und wenn wir von der Slavik’schen Bezeichnung „Gangdiorite, die dem Odinit nahe stehen" absehen, auch sub 8, decken sicli mehr oder weniger vollkommen mit unseren diesbeziiglichen Proben. Fur seine Gesteine sub 6 und 9 konnen wir aber aus unserem Gebiete iiberhaupt keine Aequivalente anftihren. Wien, am 12. Juni 1902. Tafel IX. Gesteine (les westbbhmischen Cambriums. Jahrbuch d. k. k. geol. Reichsanstalt, 1902, 52. Band, 2 . Heft. Erkliirung zu Tafel IX. Photographirt mit Objectiv A. Zeiss. Bilci 1 — B. Fiinf Diabas-Varietaten. Im Texte beschrieben sub Nr. 19, pag. 177—179. Bild 1. Mikroskopisch grobkornige Varietat. Mit HFl geatzt und mit Anilinblau tingirt, Die dunklen Partien sind gefarbte Feldspatke, die bellen und grauen Augit. Ausserdem bemerkt man noch etvvas Erz (kleine, schwarze Stellen in der Mitte). Bild 2 entspricht der mikroskopisch mit te 1 gr o b k o r n i g e n Varietat (1. c. &, w.urde nicht tingirt. Die hellgrauen Leisten sind Feldspath, dazvvischen in den Zwickeln sieht man den Augit, an den schwarzen Stellen sieht man das Erz. Dasselbe sei bemerkt fiir die folgenden drei Bilder, von denen das dritte und vierte den mikroskopisch feinkornigen Varietaten (1. c. c, a und /3) und das fiinfte einer mikroskopisch se lir fei nkor n igen Varietat (1. c. c, y) entspricht. Im Bilde 5 sind die gr os s en, weissen, unregelmassig begrenzten Partien Spriinge und Neubildungen. Eine mikroskopisch dichte Varietat komite photo- graphisch nicht wiedergegeben werden im Gegensatze zur Angabe pag. 180, 3. Zeile von oben. Bild 6. Melaphjr (Olivin-Diabas Nr. 40, pag. 197). Die hellgrauen Partien sind Feldspath, die dunkelgrauen Augit, die schvvarzen Stellen das Erz (Magnetit und Ilmenit). Der Olivin ist im Bilde nicht zu sehen. Dr. Karl Hinterlechner : Cambrischc Gestcine. Tafel IX. 1 3 4 5 6 Autor phoc. Lichtdruck v. Max Jaffe, Wien. iahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt Bd. Lil. I902. Vcrlag der k. k. Geologischen Reichsanstalt, Wien, III., Rasumoffskygasse 2J1. Tafel X. Gesteine (les westbohmischen Carabriutns. Erkliirung zu Tafel X. Photographirt mit Objectiv A. Z e is s. Bild 1. Spessartitdiorit, Nr. 3, pag. 166. Die dunkelgrauen Leisten sind Hornblende, die in einer hellgrauen Masse (besonders herrschend in der oberen Halfte des Bildes) von Feldspath liegen. Die ganz hellen Querschnitte sind Apatit, die ganz schwarzen das Erz. Bild 2. Spessartitahnlicher, Olivin flihrend er Diorit, Nr. 8, pag. 169 — 171. Anfnahme bei gekreuzten Nicols. In der Mitte ein zersetzter Olivin (Spaltbarkeit). Die hellgrauen Partien sind Feldspath, die dnnklen Amphibolnadeln und etwas Erz. Bild 3. Hornblende-Spessartitahnlicher Diorit, Nr. 13, pag. 173. Die grauen Stellen sind Feldspathleisten, die dunkelgrauen solche von der Horn¬ blende, quergegliederte Leistchen sind Apatit, die schwarzen Stellen Magnetit. Bild 4. Spessartitahnlicher, Augit fiihrender Diorit, Nr. 22, pag. 185 und 186. Die dnnklen Nadeln sind Hornblende, Stellen wie eine beilaufig in der Mitte liegende sind Augit, die schvvarzen Punkte stellen den Magnetit vor; Apatit und Olivin sind nicbt zu sehen. Bild 5. Spessartitahnlicher, Augit f ti hr e n der D i o r i t, Nr. 42, pag. 200 — 202. Die Hauptmasse, hellgrau, ist Feldspath, die nur etwas dunkleren Nadeln sind Augit, die dunkelgrauen Nadeln sind Hornblende, die ganz schvvarzen Stellen sind Magnetit. Bild 6. Spessartitahnlicher, Olivin f u h r en d er Quarzdiorit., Nr. 49, pag. 209. Mit HFl geatzt und mit Anilinblau tingirt. Die ganz schwarzen Leisten und dunkelgrauen Stellen sind blau gefflrbter Feldspath, zwiscken diesen sieht man in den Zvvickeln den Quarz (weiss). Einzelne dunkelgraue Stellen sind Ilorn- blendebilder (nicht erkennbar im Bilde), quergegliederte Leisten sind Apatit. Das Erz erkennt man nicht. Dr. Karl Hinterlechner : Cambrische Gesteinc. Tafel X. Autor phot. Lichtdruck v. Mftx Jaffe, \Vien. Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt Bd. Lil, 1902. Verlag der k. k. Geologischen Reichsanstalt, Wien, III., Rasumoffskygasse 2i>. COBISS