«1461 v!Mlj»ni _ Versuch einer Beschreibung der vorzüglichsten Berg- und Hüttenwerke des Herzogthums Steyermark- Nebst andern dermischten mineralogischen, berg- und Huk, renmannischen Abhandlungen herausgegeben von B. Ignaz Ritter d. Pantz und A. Jos. Akzl- Mit vier Kupfern und zwei Tabellen. Wien, 1814. 2n der Earl Gerolö'schcn Buchhandlung- Vorerinnerung. Nieder Ehrgeiz noch Interesse, welche die Men¬ schen so oft verleiten, sondern der Wunsch man¬ cher wahren Freunde iss es, der uns zu dem Entschlüsse bestimmen konnte, eine Arbeit öffent¬ lich bekannt zu machen, die gelegenheitlich nach Erfüllung der Berufsgeschäfte, und so zu sagen nur durch Mittheilung der Gedanken in dem beschrankten Kreise unserer innigen Freund¬ schaft entstand. Den Verfassern ward vorzugsweise wahrend ihrer Dienstleistung zu Eisenerz die seitrrng des Bergbaues, und der Betrieb der Hütten an¬ vertraut. Ein Gespräch daher, das beide Zweige zum Gegenstand hatte, mußte in den Erhoiungs- ssunden für sie um so angenehmer seyn, als ohne¬ hin das rauhe Klima und das durch die hohen Fel¬ senzüge sehr beschränkte Gebirgsthal kaum eine andere Unterhaltung gewährt; um so angeneh- mer feyn, als man nur durch gegenseitige Mit- theilung seine Ideen einer höher« Vollkommen¬ heit zuführt und durch Benutzung der bectüre mit dem Zeitgeiste fortzufchreiten vermag. Endlich sind /a doch die mannigfaltigen Berg- und Hütten - Werke der Steyermark, insbe- sondere /ener vor und inner dem Berge des Ei¬ senerzes zu wichtig, als daß sie nicht einer nähern Erwähnung verdienten. In der Formation des dasigen Erzberg es findet der Geognost reiche Data zur Erweiterung seines Systems, und er mit dem Hüttenmanne vereinigt, müssen staunen über die Natur, wie sie sich bei der Absetzung ihrer Schätze in dieses Thal hier, in ihrem Reichthume und in ihrer Güte er¬ schöpfte , zum größten Glück dieses Kolosses! Denn sonst würde er bei den vielen erlittenen Schicksalen sich aufgelöst und den uralten Ruf in Hinsicht seiner Produkte kaum behauptet haben. Der Betrieb ist in den Schmelzöfen sowohl als bei den Hammerwerken nach dem einfachsten Menschenverstände eingeführt, und die Güte der Eisensteine, die in Europa vielleicht den er¬ sten Rang behaupten, folgt und ist von den wei¬ tern Produkten des Hohenofens und Frifchpro, zesses unzertrennbar. Wäre demnach dieser herr¬ liche Schatz nach seinem Werthe gewürdigt, und ?ir lchon in den frühern Zeiten durch Kunst und Nach, denken zu höherem Werrhe veredelt worden; so hatten ja in diesem großen Kreise alle Zweige des Eisenwesens in größter Vollkommenheit darge» stellt, und für die ganze Welt hier die hoheSchu, le für den Eisenprozeß angelegt werden können. Doch bleiben wir einstweilen bei dem stehen, was und wie wir es fanden, und tragen wir spä- ter nach, was im saufe der Zeit sich verbessern sollte. Dieser Band wird mit einer kurzen Geschichte der J n n, e r n b e rg e r Werke, mit Darstellung der Lage und Größen - Verhältnisse des Erz b er- ges und einer gcognostischen Betrachtung dessel¬ ben, so wie der umgebenden Gebirgsmassen he, ginnen. Die Beschreibung geht mit dem Blicke auf alle Naturerscheinungen in demselben, so wie mit einer vollständig oryktognostifchen Ueber- sicht aller in diesem Berge einbrechenden Fossilien fort und schließt sich mit den politischen Grenzen und dem Betriebe des Bergbaues selbst. Das Grauwackengebirge, iyelches bisher in dem geognostischen System noch so nackt und ein¬ fach erscheint, ist weiter auseinander gesetzt, und wir folgten dem großen. Spielräume, den uns hier die Natur darbot, es in der horkymmenden Ordnung, in stinen Eigenschaften, Verhalten * L M ,,nd seiner Vielfachheit zu beschreiben, wobei man¬ che Abänderung desselben ganz neu in der Geo- gnosie auftritt. Die Familie derGpathcisensteiue wurde aus dem Grunde ausführlicher dargestcllt, als sie hier den ganzen Umfang derselben begreifen, und die Uebergänge in einander sich so leicht auffinden und bestimmen lassen. An dem Fuße dieses reichen Eifenberges sind nun die Hütten hingebaut, welche dessen Schätze weiter veredeln. Man hat jedoch vorerst Len in der Vergan- genheir ausgeübten Stückofenprozeß angeführt, und dann die Zahl der Gefälle, der Materialien, wohin die verschiedenen Arten des Holzes und der Steine gehören, so wie des Maschinenwesens er¬ wähnt. Hierauf folgt die Vorbereitung und der Betrieb der Oefen, bei weichem einige Erschei¬ nungen erklärt wurden, die nach der Abhandlung von den Hüttenprodukten mit der Theorie des Schmelzprozesses hätten eigentlich vereinigt wer¬ den sollen. Dieser zerfiel in die Schmelzung der Erdar¬ ten , und in die Reduktion des Eisens selbst. Was den ersten Gegenstand betrifft, so hat uns der be¬ rühmte Rarurphilosoph Steffens schon die wich- v tigsten Materialien hiezu geliefert; wir haben diese yun mit andern Erfahrungen zusammengestcllt, und daraus weiter gefolgert. Kennt der Hüttenmann diese beyde» nicht, so wird er nur zufällig aber nie mit Gewißheit yuf ein glückliches Resultat feiner Schmelzung gelangen, und erhört auf Meister derselben zu seyn. Die Abhandlung hon den hohen und nieder» Oefen, so wie die Bestimmung ihrer einzelnen Maßen können endlich sedem um so erwünschter seyn, als, alles durch die Theorie begründet, und auf so vielen Eisenhütten, die wir aufmerksam und planyräßig bercisren, beobachtet ward; und als sich der Betriebsbeamte da rau f zu verlassen, und ein der Absicht ganz entsprechendes Produkt entweder für Gußwaare, Stahl, oder für den Ei¬ sen-Frischprozeß darnach zu erzeugen im Stande ist. Die Beschreibung der Hütten am Vordern- berge und jene zu Radmär, wo wir besonders von dem llcbergangskalkgebirge so wie über die Rö¬ stung «usführlicher sprachen, macht den Beschluß dieses Bandes aus; daher die vermischten mine¬ ralogischen berg- und hüttenmännischen Nachrich¬ ten den allenfalls nachfolgendenTheilen angehängt werden, welche auch die in diesem sande üblichen Frischmethoden, den Scahlprozeß, die Vcrkoh- vr lung m liegenden Werken und stehenden M ilern nach italienischer Art u. f. w. enthalten dürften. Uebrigens waren wir bemüht, sowie es auch in Zukunft geschehen soll, sede Erfahrung genau ju prüfen, und ihren Grund aus einer Theorie zu erklären, mit ihr übereinstimmt, und aus ihr gleichsam hervorging; wir suchten daher bei jeder Beschreibung auf dem Wege der Wahrheit zu bleiben, und ließen uns zu keinen leeren Hy, pothesen verleiten. Hb wir nun ^ob oder Tadel verdienen, glau¬ ben wir dem Kenner und unpartheyifchen Richter überlassen zu müssen; jede Zurechtweisung, wenn ste sich auf erprobte Erfahrung oder Vernunft- gründe stützet und mit billiger Nachsicht: daß der vorliegende Versuch nicht znm Druck bestimmt war, abgefaßt ist, werden wir dankbar annehmen und in die Folge zu benützen wissen; denn Nie¬ mand fühlt mehr als die Verfasser selbst, wie weit sie hinter dem ausgesteckten Ziele blieben! — Eisenerz in Lberstcyermark im Monat Februar -8--. Die Verfasser. I. Über die Eisen--, Berg- und Hüttenwerke am Jnnernberg des Eisenerzes. Sette. Kurze Geschichte der Jnnernbcrgcr Eisenwerke . , Lage and Größe des Erzbecges . . . . Gcognost sche Betrachtung des Erzberges und der denselben umgebenden Gcbirgsmaffen » , Von den Höhsen und Klüften imErzbcrge; von Ent. stehung des Brauneisensteins, und von den Kalk, stalaktite» (Eiftnblüthe) - . » » 4L Dryktognostische übcrstchl der im Erzberge einbre- chcnden Fossilien . . . . , Politische Begrenzung des Eczbcrges, und Betrieb des Bergbaues ..... Von der Eisenstein. Verschmelzung zu Eisenerz und ihren Hüttenwerke» im Allgemeinen , . -04 Von den Floß- und Hohenöfcn, dann den hiezu ge¬ hörigen Bau- und Maschinen« Wesen insbeson» dere. . » . . . , Der Altweissenbergrr Floßofea . . . -r? L. Der Wendcnsteiner Floßofen . . . .zr 6. Der Jungweißenberger Floßofe». . . O. Der Ruprechts Hoheofen . . . . -zn Von der Schmelzung in Hshenöfc» . . .143 Beschickung D. Sakführnng . . . . , .140 6. Arbeiten am Vorherdr . , . . Vlil Inhalt. Seite. D. Produkte bes Floß- und Hohenofens . . 160 L. Vom Ansblaftn der Ofen . . . . Vom Floßofenbctricbe . . . . »167 Vvni Ausbringen in Hohen-und Floßöfcn . . -69 Von der Erzeugung. .171 Vom Ausbringen . . , . . . 171 Von dem Kohlcubedarf .17- Vorbereitnng zur Theorie des SchmelzprozcsscS . 1 75 Von der Reduction des Eisens . . . .214 K, . Entsäuerurgs - Periode . . . ,219 L. Kohlungs-Periode . . . . .220 L. Saiierungs - Periode. . . . . 22s Von der Höhe der Öfen im Allgemeinen . . 227 Hohe der Ofen im Besonderen .... 2.rz Weite der Ofen im Allgemeinen . . . .246 Weite der Ofen un Besonder» . . . . 249 Von» Eisenkastcn . . . . . , oz, Runde und vicreckichte Schächte . . . ozr Elyptischc Zustellung . . » . . . 2^2 Von der Forme und den Düsen . . . ZL4 Vom Geblase . . . , . . .260 n über die Eisenhütten am Vordernberg des Eisenerzes . . . . . -6z III. über das Eisenr, Berg- und Hüttenwerk indcr Radmär . , - » > ^^5 ir Erklärung der KupferLafelru Tafel I. Stellt die in der Radmär neu erbaute Tagrolle in Verbin¬ dung der Erzhaldc, Rostfelder, und Karrenlauf mit einem besondern Längekaufrist und dreien Durchschnit¬ ten, dann eine Dfenlehrc vor >). k -4. Der Sturzlauf (Jörderungslauf). L. Die Rolle nach der ganzen Langenansicht. (!. Die Erzhalde im Durchschnitt. O. Ein Rostfcld im Längendurchschnitt mit den Luftkanälem L. Der Karrenlauf nach der Hohenvfengicht. ki Z. s. Eia Kreujdurchschnitt. Dabei bezeichnen:- Za. Die Stempel oder Säule«. b. Ein Haupkjoch mit seinen Einzapfungen. ,) Gleiche Buchstaben bezeichnen bei gleichen Ge-eastä»-- den immer einerlei Sachen, A so. Die Straße»- oder Lanz bäume. Z. Eine Kappe oder Hülfsjoch. Le. Zwei Aufständer (Stiche). MC. Die an dioKappen und Aufständer mit ei¬ sernen Nägeln befestigten drei Zoll star¬ ke» Dielen. ZZZ. Die mittlere Scheidewand der Rolle mit den sogenannten Diepeln (Zapfen). jllik. Die Fütterung oder Bekleidung von ein¬ zöllige» ins Kreuz befestigten Reibungs- brettchen» ii. Die eigentlichen zwei Rollkasäle, worin einer zur Abstürzung der Spath,- der an¬ dere für die Brauneisensteine dient. kk. Die beweglichen Aolldcckcl mit ihren Sci- tenlatten und Eharniren. Die Hülftspritzeit. mm. Die Traufbrettcr. vn. Die Kreuzbänder. k°ig. z. I?. Ein Lairgcnaufrisi, wobei klik den in Eharniren beweglichen Deckel in Scitenausciß, und mmm ein Laufbrett vorstellt. Die übrigen Buchstaben erklären sich aus 2. 6. Ein Längendurchschnitt der Rolle, wobei chkk. Die ins Kreuz gehende Brctterfütterung bezeichnen. ii. Wieder ein Längendurchschnitt ohne derSci- teufüttcrung. 00 die sogenannten Lanze« oder Widerstreben. 4. .Ofcnlchre, ohne Maßstab gezeichnet. - Hi Tafel II. Stellt die Hälfte dcr Hütte und des Ofens nüt den auf einer Seite befindlichen drei Cplindern nebst dem Durchschnitt eines Kolbens vor, k iz. >. Grundriß des Gebläses. s. Die Cylinder ohne Boden, mit der Wind¬ leitung, dein Reeipienten, Lutte und Düse, b. Der Kolben mit dem Ventili c. Das Gestühl (Gestelle). st. Das Balagerüst. «. Die Wagbäume mit den zu beiden Enden öc- findlichen Frictionsradcrn. ! Die Welle. x. Die cinhübigen Wellfüfic mit den Ansätzen (Anfsattelung) und den Seitenstützen. !i. Die sie umgebenden ciscrnon Reife, und endlich j. Das Aad. ». Ein Kolben mit Durchschnitt, wie er mit dem Gcsiühle verbunden ist. , y. Der untere Boden. r. Der mittlere mit Hanf umwundene. r. Der obere mit dem anzeschraubtea Leder, Tafel III. WiZ. >. Aufriß und Durchschnitt des Geblases.' c. Das Gestühl, wie es in den Geleitsaulen li. auf lind «bläust. l. Der Windkastcn aufdem Boden des EvlinderS- m. Dcr Rcripient. zur v. Der Regulator. o. Das Wasserrad im Durchschnitte. p. Die Wasserlutte mit der Schütze. Tafel IV. Eine Gichtentafel. Die erste C lnmue weißt die ivstündige Schicht des Tages und der Nacht aus. Die zweite zeiget durch einen Strich jede laufende oder ge¬ stürzte Gicht so wie die Kohlensätze an. Das Gewicht des veränderten Eisensteinsatzes wird oben au de» verlängerten Strich von Kall zu Kall hingesctzt Z. B- rao, 130, >40. Die dritte Columne hat den Zusammensatz der getriebene» Gichten aus der zweiten Columne. L. Wer Sre Ersen-, Berg- und Hüttenwerke am Znnsrnberg des Eisenerzes in Steper mark. Kurze Geschichte der Inn ernberger ' Eisenw erke. E^^eit langer als tausend Jahren wird eines der älte¬ sten Eiseiibergwerke Deutschlands, bei Eisenerz betrieben. Ganz Europa, ja die entferntesten Welttheile, kennen und schätzen die Produkte, die aus dieser fast unversieg¬ baren Quells in tausend verfeinerten Fabriksarrikeln her- yorgehen. Sie spendet den Gebirgsbewohnern Steyer-- marks und Österreichs die Ursiosse zum Hauptunteryalke, ernährt tausend betriebsame Bürger, weckt manches Ge¬ nie, reizt den Spekulanonsgeist , bringt den landeslürst- lichen Kammern Millionen ausländischen Geldes ein, und trägt ein Ansehnliches zur Vermehrung der Staats - Ein¬ künfte bei. Schon in den früheren Zeiten' erkannten die Lan¬ desfürsten die Wichtigkeit dieser Werke; schützten ste durch r Gesche, unterstützten sie durch Freiheiten, und nannten sic zum Beweise besonderer Werrhschäzung, mehr alscin- m undmasse ist im reinen Zustande meistens ein Ge¬ menge von Feldspath (vielleicht durch Hornblende grünlich gefärbt?) dann Speckstein und Thon, worin kleine eckige Ouarzkörner von grauerFarbe mit Glasglanz, und wei¬ ße Fckdspath-Kristalle porphyrartig liegen. Rein zeigt dieses Gestein keine Tendenz zur schi-frr- gen Tczttur. Es ist schwer zersprengbar und springt in unbe¬ stimmt eckige, scharfkantige Bruchstücke. Bei der Verwitterung scheint sich ein Gemengtheil, der Feldspath, (welcher an seiner Festigkeit und am kri¬ stallinischen Ansehen verlieret und weicher wird), auszu- schciden. Dieser bringt zuweilen eine schiefrige Struktur hervor, besonders da, wo nebst der thonigen Grundmaffe mehr Talkerde in der Beimengung ist. Der Talkerden- gehalt, der überhaupt für das hiesige Überg angsgcbirge charakteristisch ist, und von den bisherigen Erfahrungen ab weicht, nimmt in dem genannten Gesteine so mächtig zu, daß eS endlich selbst ein eigenes specksteinartig-kalki¬ ges, zuweilen dickschiefriges Gestein zu bilden scheint, worin zwar noch immer Ouarzkörner, aber Meistens et- -L was größer und sparsamer, porphyrartig - schiefrig vor¬ kommen. Dreß tritt jedoch wieder alimählig in den Lber- gangsthonschieftr über, wovon wir uns vielfältig, ins¬ besondere am Fuße des Erzbergs, überzeugten. Gewiß ist cs, daß in diesem Gesteine, welches in Mehreren Abänderungen vorkömmt, ein nach und nach in einander verlaufender Übergang Statt hat, ohne scharf abgesondert zu seyn. Merkwürdig bleiben diese Übergänge immer, wei¬ che so leicht zu irrigen Behauptungen veranlassen, da man außer dem Übcrgangsporphyr, meistens nur Zwi¬ schenstufen und kein deutlich erkennbares porphyrartiges Übergangstrappgestein antrifft, welches den bisher auf¬ gestellten Bedingungen entspräche; denn der Hauptbe- standtheil, die Hornblende, tritt kaum rein hervor, und scheint nur in der innigsten Verbindung mit Feldspath, Thon, vielleicht selbst mit Speckstein, vorhanden zrs ftpn. Wir erinnern hier, was Mohs von der Übergangs« rrappfvrmation bey der Beschreibung der Villacher Alpen sagt. Es verhält sich damit, wie mit den verschiedenen Hauptmassen des Porphyrs, welche hier thonig, da hornsteinartig , dort pechsteinartig u. s. w. sind, ohne daß sich Thonporphyr, Hornstcinporphyr, Pechsteinpsr- phyr u. s. w. in abgesonderten Lagen fände. Da dieses Gestein nicht den ausgezeichneten Charakter des porphyr¬ artigen Übcrgangstrapps an sich trägt, so wollen wir es auch nicht bestimmt dafür ansgcben. Vielleicht ist es eine eigene Art desselben, oder gehört doch noch dem Übergangs- Porphyr an. Es ist oft deutlich in bis 2 und mehr Fuß mächtigen, nach Südost sich verflachenden Schichten ge¬ lagert, aber auch häufig in unregelmäßige, ziemlich scharf gekantete Blöcke zerspalten. Die Ablösungen sind manch¬ mal durch Eisenocker rothbraun gefärbt, und die speckstein- artige Abänderung mit rindenförmisen Überzügen von -s Speckstein, versehen. Sein Vorkommen ist in La¬ gern und Gebirgsmassen im Grauwackcngcbirge, bc, sonders am Fuße desselben, und scheint feilen höhere G- birgspunkte einzunehmcn. —> Im östlichen Lheile de§ Erzberges (Trofeng genannt), hat man diese lichtgrünli¬ che, sehr specksteinarligc Gebirgsart über 6« Klafter ' durchfahren, worauf ein Z Klafter mächtiges Lager von bläulich-schwarzen, sehr gekohlten Übergangsthonschiefcr folgte, welcher dasselbe vom Übergangskalke, worauf das Grauwackengcbirge gleichförmig abgelagert ist, trennt. Es kommen in diesem Gesteine kleine Lager von Quarz, und auf den Schichtenablösungen Kalkspath vor, auch führt es zuweilen Lager von Spath und Braunei¬ senstein. Eben so wurde darin in frühern Jahren einmal auf Kupferkies gebauet. — Diese Gcbirgsart gibt gu¬ te Bausteine, und es dürfte jene Abänderung mit vielem Speckstein und wenigen Quarzkörncrn, einen Versuch mit Aussetzung der Ofenschächtc lohnen. Üb e r g a n g s kal k ste in. Dasselbe Gestein, wel¬ ches den weit verbreiteten Gebirgszug der Stcycrmark bildet, dessen umständlich bei der geognostischcn Beschrei¬ bung des Radmärer Übergangsgebirges erwähnt ist, formt auch hier die umgebenden Hochgebirge, nur scheint manch¬ mal derjenige Kalkstein der mehrmals mit den Lagern des Grauwackengcstcins wechselt, und die niedcrn Thäler und Schluchten des ersten, ausfüllt, einer neuern Bildungs- pcriode anzugehören. Dieser ausgezeichnete, dem Grauwa¬ ckengebirge untergeordnete Übcrgangskalk, zeigt gegen jenen in selbständigen hohen Gebirgen auftretcnden, kei¬ ne besondere Unterschiede; nur ist er, wo die wechselnden Lager sich dem Ubergangsthonschiefer nähern, streifen¬ weise von demselben durchzogen, so, daß er ein mehr röthliches Ansehen erhält, schiefrig wird, und sich zu¬ weilen in plattenförmige Stücke zertheilen laßt. Einiges durch die tieferen Baue im Erzberge aufgeschlossene Kalk- gestcin hat mit dem Urkalke der jüngern Urthonschiefer- L/ Formation siele Ähnlichkeit, nur fehlt ihm noch das demselben charakteristische kryßallinische Gefüge. Am Fuße des Erzbergs kömmt auch graulich schwar¬ zer Kalk vor, worin Schwefelkiese eingesprengt liegen. In der südlich abfallenden höchsten Kuppe des Erzberges sichen ansehnliche Kalkmassen zu Tage, welche durch ihre unzähligen Spaltenräume, Brüche und schroffen Klippen, ein schauerliches chaotisches Ansehen erwecken. Wetz-und Talkschiefer. Bisher hat man nur bey ersterem zugegeben, daß er, außer der Bildung im Urthonschiefergebirge, auch noch, obwohl sehr selten, im Übergangsgebirge vortomme, niemahls aber von letzte¬ rem. Sein hiesiges geognostisches Vorkommen ist also neu, wenigstens noch nicht beobachtet» Diese beydcn Schiefer zeigen sich in 6- bis ^zöl¬ ligen Lagen im Übergangschonschiefer, ja selbst zwischen den Schichten des spathigen Eisenstein - Stück - Gebirges,. Der Wetzschieftrist bey weitem mehr verbreitet, als der Talkschiefer; er geht zuweilen in ihn und in den Übergangs- thonschieftr bey ihrer gegenseitigen Begrenzung , über. In dem SZF Lachter langen Constantia«Stollen des Erzberges, der von Abend noch Morgen fast in der halben Höhe desselben eingeschlagen, und der Quere nach hatte durchsetzen sollen, wechseln die Wetzschieftrlager mebrmahls mit Übergangskalk, Thonschieftr, und schmalen nicht sehr ausgezeichneten Kieselschiefer - Lagern ab. Hier fanden wir kleinere Parthien einer verschieden gefärbten mehr ge¬ fleckten als gestreiften Art Bandjaspis, in welche der Wctzschiefer wohl selbst übergeht. Sein oft schon sehr starker Lalkgehalt macht bei zunehmender schiefrigem Textur, und mit der licht apftlgrünen Farbe einen voll¬ kommenen Übergang in Talkschieftr, welches auf der sogenannten weißen Schütt im Erzberge der Fall zu ftx« scheint. Der Talkschiefer ist viel weniger als ersterer ver¬ breitet; führt Quarz in Körnern, Trümmern und Lagen, und geht durch Abnahme des Talkes in Thvnschicfcr über. Metallische Einmengungen scheinen beyde nur sparsam zu führen; denn alles was mir bis jetzt auffanden, waren eingesprengke krystallisirte Schwefelkiese, die jedoch mehr dem Wctzschicftr zukommen. Ausführlicher wird von die¬ sen Schieserarten hei der orpckognsstischen Übersicht ge¬ handelt. Quarz. Der Quarz macht in der hiesigen Grau¬ wacke und in dem Übergangslhonschicfer untergeordnete Lager, die zu keiner besondcrn Mächtigkeit gelangen; er zwingt sich gleichsam zwischen die Blatter des Schiefers in kleinen Gebirgslagern, und durchsetzt ihn in Trüm¬ mern und Gangen, jedoch nicht sehr häufig. Kieselschiefer. Der Übergangskiesclschiefer ist ziemlich verbreitet vorhanden. Er dürste von manchen an¬ deren Gegenden, sowohl in oryktognostischen als auch in geognostischen Verhältnissen, etwas abweichen. Er ist ausgezeichnet geschichtet, und zwar von H bis 6zölligcr Mächtigkeit. Er wechselt mehrmahls mit dem Übergangsthon¬ schiefer in größer» und kleinern Lagern, ist aber vor¬ züglich gleichförmig über ihn gelagert, in welchem Fal¬ le er zuweilen kleinere Stück-Gebirge konstituirt, und in klippigen steilen Felsen zu Tage ansteht, die fast stets durch die häufigen Zerklüftungen, ein sehr zerrissenes, groteskes Ansehen haben. Quarz durchzieht ihn nicht sel¬ ten in Trümmern und Lagern, und auf seinen Ablösungs¬ flächen zumahl, wo der Übergang aus dem sehr gekohlten bläulich-und graulich- schwarzen Übergangsthonfchiefer und erhärteten Zeichenschiefer in ihm Stakt findet, ist gewöhn¬ lich ein schwärzlicher, stark abfärbender Überzug vor¬ handen. 2Y In seiner Nachbarschaft kommen zuweilen kleinere schmale Lager einer Art erhärteten Zeichenschiefers, und Alaunschieftrs vor Zeichenschiefer (erhärteter) und Alaun- schiefer. Diese beiden Fossil en kommen in den hiesi¬ gen Übergangs- Gebirgen nicht so häufig vor, insbeson¬ dere der Alaunschicfer. Jenes graulich-schwarze, etwas weiche, feinerdige, und meistens auf der Kante schrei¬ bende, durch den Strich ohne Farbenveranderung etwas glanzend werdende Mineral, das in kleinen Lagern zwi¬ schen dem Übergangslhonschicfcr und Kieselschieser, wie der Alaunschiefer gefunden wird , halten wir für erhärte¬ ten Zcichenschieftr. Er ist das verbindende Glied zwischen Thonschieftr und Kicselschiefcr; denn so wie die chemische Verbindung der Kieselerde mit sehr gekohltem Thonschieftr zunimmt, so wird es erhärteter Z e ich e nschi efer; erscheint sie aber in einem noch größer» Verhältnisse, wird das Fossil harter und fester, , und schlägt cs endlich lebhaf¬ te Funken, so ist es Kieselschieser. Zeichen-- und Alaunschieftr stehen also mit demKie- sclschieter in sehr naher geognostischer Verwandtschaft, find aber unbezweifelt dem Grauwackengebirge unterge¬ ordnet und gleichförmig damit gelagert. Sie scheinen manchmal etwas Schwefel und Kupferkies in Lagern zu führen, wenigstens nach einigen Beobachtungen in dem westlich vom Erzbcrge gelegenen Grcssenberge Übergang sgyps (?). Als solchen glauben wir denjenigen anschen zu dürfen, der im nordöstlichen Erz- berggehänge, ungefähr 40 bis 60 Klafter über der Thal- sohlc, in s verschiedenen Punkten gefunden wird. Er scheint dem Thonschieftr untergeordnet zu sepn; wenigstens lassen dieses einzelne kleinere Lagermassen von 4 bis 8 Schuh Ausdehnung und 6 bis ro Zoll Mach- Z0 tigkeit, zwischen den Schichten des zwar meistens schon in grauen und weißen Thon zersetzten ttbergangsthonschie- ftrs, unter Abwechselung von Wetzschiefer und kalkiger Grauwacke vorkommend, mit Grund vermuthen. Noch ist das unter der sogenannten Lehmgrube zu Lage ausgehende Gypslagek nicht aufgeschlossen, um über sein geognostischcs Verhalten etwas Bestimmtes sa¬ gen zu können ; die Schichten scheinen Z bis re; Zoll mächtig und meist geneigt zu seyn. Die Farbe des Gyp- ses ist weiß, ost mannigfaltig graulich weiß.; das Gefüge feinkörnig, und durch die fast stets beygemengken spie« gclflächigen kleinen späthigenGyps - Schüppchen erhält er ein schimmerndes Ansehen. Er führt zuweilen Stücke und Streifchen von Thonschicftr, von der Größe cinesHirsekorns dis zu einer Bohne, auch kleine Schwsfelkiespunkte einge¬ sprengt. Auch in dern übergangschsnschikscr haben sich Gyps- Einmengungen vorgcfunden. Seine Verbreitung dürfte nicht ansehnlich ftyn, und kaum die durch das Berggchänge gebildete kleine Vertiefung überschreiten; auch mvgte er überhaupt nur sehr lokal seyn. Zn dem gegenseitigen, durch ein Thal davon ge¬ trennten Grauwackengebirge, in der Planalpe, entdeck¬ ten wir ebenfalls, in einem etwas höhern Niveau, Gyps- Ausgehende. So viel von dem Übergangsgebirge. Flötz g e bir g e erscheinen nur in enkftrntermThä- lern als einzelne Stammglieder mächtigerer Formatio¬ nen. Sie lehnen sich fast stets als kleinere Hügel an die Gehänge der Übergangsgebirge an, und bestehen ent¬ weder aus einer Art Flötzkalk sdcr gewöhnlich mannig- L! faltige Versteinerungen führt) , aus dem bunten Sand¬ steine, und den Flötzgypsgcbirge. Diese Fiöhgebirge find nur in höchst unterbrochener Lagerung, selten sehr zahl¬ reich vorhanden, und haben auf die Bestimmung des Übergangsgcbirges keinen besondern Einfluß. Zuweilen gelangen sie zu einem ansehnlichen Niveau; wir haben Punkte aufgefunden, wo der Sandstein und die Ghps- ablagerungcn kleinere Streckender hohenÜbergangskalk- gcbirge abweichend und übergreifend, bedecken. Älter als diese FlöHgcbirgsablagerungen dürfte viel- leicht eines jener Quarzkonglomcrate seyn, das schon an die grobkörnige Grauwacke grenzt. Seine Gcmcngtheile, ein buntes Gemisch aus größern und kleinern Trümmern und Geschieben von Luarz, Kieselschicftr, Hornstein und Thonschiefer, find durch eine thonig-ralkige, oft auch quarzige eisenschüssige Materie zusammen verbunden. Dieses Conglomcrat scheint selbst geschichtet vorzukom¬ men, und nimmt über die Thalcssohle einen ansehnliche» Höhepunkt am Polsterberge, nahe bei Eisenerz, ein. Eines der neuesten Erzeugnisse der hiesigen Gegend, ist ein grobes ünd sehr grobes Conglomerat, das entwe¬ der aus Geschieben von Übcrgangskalksteiu mit talkarti¬ gem Kitt verbunden besteht, eine Art Kalknagelfluhe aus- macht, oder nebst diesem die meisten erwähnten Üder- gangsgesteinsarten in größern und kleinern Geschieden enthält, die gewöhnlich in den hiesigen Thalgegenden sich vorfinden und den Lauf der Flüsse und Bäche begren¬ zen, nach welchem die Schichten dieser Conglomcratein fast söhliger Richtung liegen. Oft löst fich die finterar» tige ziemlich feste Bindungsmasse von Kalk auf, und verur¬ sacht sofort die gewaltigen Uferstürze, die durch ihre Zerstörung so schauerliche Anblicke hervorbriugen. Dieses sind die ersten Beobachtungen, die uns bey Verfolgung der hiesigen Gebirge vorzüglich rnS Äuge fielen; soflten uns aber in der Folge neuere Ent» deckunge» aufsioßen ; so werden wir nicht ermangeln, sie nachzutragen. Bevor wir nun zur eigentlichen Beschreibung der Lagerungs-Verhältnisse des Erzbergs selbst übergeben, wollen wir unfern Lesern vielleicht nicht am unrechten Orte, und nicht ohne Erweiterung ihrer Kenntnisse, ei¬ nige in der Erfahrung bewährte Ideen des größten Gco- gnosten, des Herrn Bergrath Werners *), über die Bil¬ dungsepochen der Erde und ihre Formationen, wie sie uns der genialische St esse n s-) nach seiner Ansicht vor¬ trägt, fast wörtlich wieder mittheilen, um hieraus auch die Bildung der hiesigen Gebirge erklären zu können. „Die ursprünglich flüssige Masse unserer Erde," sagt Steffens,,, trat ruhig und allmählig zurück, und hinter¬ ließ bei dieser allmähligen Senkung ein festes Residuum. (Die hinterlassenen Spuren der ersten Contractivn der r) Schade, daß wir von diesem rationellen Gelehrten, der ans dem tiefsten Tiefen der Natur schöpfte, und dem die Unsterblichkeit schon lange gesichert ist, kein vollständi¬ ges geognostisches Werk im Drucke besitzen, sondern uns bloß mit den Notaten seiner Schüler begnügen müssen. a) Beiträge zur innern Naturgeschichte der Erde, von Hein¬ rich Steffens. Erster Theil S. -6 — 2z. Ein meister¬ haftes, mit vielem Aufwande von Scharfsinn und Ge¬ lehrsamkeit bearbeitetes Werk, das leider an vielen Örtern unter den Berg- und Hüttcumänuern ganz un¬ bekannt zu seyn scheint. Wir wünschen, daß es in An¬ kunft von recht vielen studirt, und die mannigfaltigen neuen Ansichten mit eigenen Erfahrungen und Beobach¬ tungen unbefangen verglichen werden möchten. Wicvcr- danken Steffens manche Zurechtweisung, manchen Aufschluß über diese »der jene Erscheinung, besonders bei der Schmelzung- L.- siüssigen Masse). Daß dieses Residuum wirklich durch eine ruhige Senkung der flüssigen Masse übgesetzt wur¬ de, beweist seine Struktur deutlich und hinlänglich. Eine feste, durchaus krpstallinifche Masse bildet das ursprüngliche Präcipikat; an diesem ha-ben sich andere Gebirgsarten von schiefriger Textur, mit gleichförmiger Lagerung und abnehmendem Niveau des Ausgehenden hingelagerk, Die Hauptmassen selbst, obgleich die Extreme ver¬ schieden genug siiid^ nähern sich und gehen in einandkr über. : - Das Ganze bildet also gleichsam eine allmähli g ver¬ änderte Masse mit immer abnehmendem Niveau, und dient als Grundlage für alle spätere Niederschläge. Uber dieses erste, älteste Residuum einer erlosche¬ nen Natnrtbätigkeik baden sich ungeheure Massen hin¬ gegossen, die es bedecke«. Die abweichende Lagerung so¬ wohl als auch die Thatsache, daß d-cse Massen über mehrere jener ruhig abgehetzten Massen übergreisen, be¬ weist, daß sie nur durch ein, auf jene ruhige Senkung folgendes, gewaltsames Steigen der flüssigen Masse, die nun wiederum jene ursprünglich abgesetzten bedeckte, nie¬ dergeschlagen sepn können. (Die hinterlassenen Spuren e'ncr auf jene erste allmablige Contraction folgenden Ex¬ pansion der flüssigen Masse.) Jenes Steigen brachte die ersten Spuren von mechanischen Niederschlägen in die — sonst durchaus chemische — Urzeit, indem dadurch die schon präeipilirtei! Massen zerstört, und als Conglomerak wieder abgesetzk wurden. Wie gewaltsam jene Epoche ge¬ wesen ftyn muß, ergibt sich schon daraus, daß beträcht¬ liche Massen der schon abgesetzten. Gebirge —-.wahrschein¬ lich durch das plötzliche Zuröckueken der flüssigen Masse— wieder zerstört und forkgerissen wurden, so daß nur ein¬ zelne Kuppen von größerer oder geringerer Verbreitung Z-4 zurück blieben, die uns das ruhige älteste Präcipilat un¬ ter ihnen, und dasVerhältniß der— über den älteren — hingegossenen Massen zu diesen, deutlich erkennen läßt. Nach dieser Epoche senkte sich die Masse wieder, und das hinterlassene Residuum dicftr Senkung nähert sich — durch das Überhandnchmen des Mechanischen, und durch Sie hinterlassenen Versteinerungen organischer Geschöpfe (die uns in dieser Periode das erste Losreiss.n der einzel¬ nen Organisationen von dem allgemeinen Organismus zeigen) — der jüngeren Epoche, so wie es durch das ab¬ nehmende Niveau sich der Urzeit nähert. Auch verlieren sich die Gcbirgsmassen — ihrer Qua¬ lität nach —> auf der einen Seile in denen der Urzeit, auf der andern Seite in denen der Flöhzeit. — Es sind die sogenannten Übergangsgcbirge Werners. Nach dieser Zeit finden wir nur Lager, die sich meist horizontal bedecken. Das Mechanische der Niederschlage nimmt immer mehr überhand. — Mehrere Erscheinungen, sor allem die Bedeckungen von Wäldern, beweisen uns, daß die flüssige Masse wiederholt gestiegen fty, gleichsam um Sem überhandnehmendenSenken entgegen zu kämpfen.-— (Wiederholte Expansionen, die der kontinuirlichen Con- rraction der ganzen Masse cntgegenkämpften). — Gegen Has Ende dieser Epoche finden wir das Residuum einer gewaltsamen Ausdehnung der flüssigen Masse, die alles bedeckte, obgleich auch hier, wie in der Urzeit, durch hie plößliche Zurücktrerung der Flüssigkeit, beträchtliche Thcile der schon adgeselM, Masse wieder zerstört und fort- gerissen wurden. Diese ganze Periode ist die FlöHzeit. Was wir später finden, ist nur das Resultat par¬ tieller Überschwemmungen, die freilich zuweilen weitläuf- tige Gegenden bedeckten. Sie bildeten die aufge- sch wem inten Gebirge. 35 Die ursprüngliche — ruhig abgesctzte — Haupt¬ masse, trennt sich allmählig gleichsam in mehrere, verschie¬ dene Massen, die sich durch die in der Hauptmasse vorkom¬ menden Lager andcuten und immer überhand nehmen, so wie sich die Urzeit der Übergangszeit nähert. — Nach¬ dem diese Trennung einmahl vor sich gegangen ist, bil¬ den die dadurch entstandenen Gebirgsarlcn eigene Reihen, deren Glieder zuweilen bloß in die Urzeit gehören, und nicht über diese hinauskommen, oft aber auch durch alle nachfolgende Epochen durchgehen und sich von der älte¬ sten Urzeit b.s zu der jüngsten Flößzeit, als solche/ ob¬ gleich immer verändert, erkennen lassen. Eine solche Reihe nennt Werner eine Formation. —> Die Schieferformati on ist die ursprünglichste. Die Gebirgsmasse, welche sowohl die höchsten Puncte der Ge¬ birge unseres Erdbodens, als auch die tiefsten, von al¬ len übrigen später entstandenen bedeckt, ausmacht — der Granit , ist das erste, älteste Glied dieser Formation. Das nächste Glied ist der Gneus, dann folgt durch ei¬ nen allmähligen Ubeigang der Glimmerschiefer, und auf diesen der Urthonschiefer. Daß diese Gebirgsarten Glie¬ der einer Formation sind, wird evident, wenn man ihr ren auffallenden Übergang in einander betrachtet. Diese kommen aste gleichförmig gelagert Mit ab¬ nehmendem Niveau vor, und machen die Hauptmasse des ruhig abgesctzlen, ältesten, chemischen Präcipitars aus. Die jüngeren Glieder dieser Reihe in der Urzeit (der Glim¬ mer und Urthonschiefer), nehmen häufig eine kalkige Na-. rur an, und die Talkformation erzeugt in der Ur- und Übergangszeit den Serpentin mir den Talkfosftlien. Eine merkwürdige Erscheinung bey den Gliedern dieser Reihe in der Urzeit, ist das Hervvrtreten des Koh¬ lenstoffs als Graphit und Kohlcnblende. Noch mächtiger und freier tritt er bei dem jüngsten Gliche, bei dem Ur- khonschiefer hervor. ^2 Z6 ' c^-il der Übergangszeit finden wir Ürthonschiefer in Übergangslhviischiefer übergehend '), der in seinem Ge- menge meistens schon viel Mechanisches zeigt; dieses ist noch mehr der Fali bei dem Graiiwackcnschicfer, der sich endlich in der Grauwacke, als dem ersten wahrhaft me¬ chanischen Präcipikale, oder im ältesten Sandsteine ver¬ liert. — So wie in der Urzeit Talk-, Wetz-, Quarz- und Kieselschiefer Nebenbildungcn dieser Formation zu seyn scheinen, so tritt dieser — als eine Ncbenbildung — auch in der Übergangsperiode, jedoch sparsamer hervor, wo auch der Dach-, Lasel- und Alavnschieftr etwas Ähn¬ liches sind. — Hier zeigt sich nun der Kohlenstoff weit starker, und nicht nur als kohliger Beschlag '), sondern sogar auch als reines Kohlenpulver ^). In der Flötzzeit zeigt sich diese, in der ersten Pe¬ riode so mächtige Formation, fast bloß mechanisch, und bildet hier den ältesten rochen Sandstein, das Kiesclcon- glomerat mit Schiefcrlhon (das einzige dem chemischen sich nähernde Präcipitat dieser Formation in der Flötz- zeit) und Steinkohlenlager. Durch diese tritt nun der Kohlenstoff mächtiger und von der Gebirgsart getrennter hervor, und bildet sogar eigene bedeutende Lager. Die nachfolgenden Glieder bestehen ebenfalls aus Sandstein von verschiedenem Alter. In den aufgeschwcmm- ten Gebirgen kömmt endlich das letzte und jüngste Glied dieser Formation wieder vor, als ein Gemenge von Grus, i) Der übergangstbonschiefcr führt »och keine Glimmer- schüppchen be.gemcnqt, dagegen dem Grauwackcnschic- fer diese nie fehlen dürfen. Ihre Trennung ist nicht wc sentlich. ») Wie hier zu Eisenerz. ,z) Schneider, über den Kicselschieftr bei Hef, 26 S/ Sand, Lehm und Thon, mit mächtigen Braunkohlenla- gern; also wiederum mit einer bedeutenden Menge von freiem Kohlenstoffe. Von der Zlrt ist das ausgebrcitete Lager, welches einen großen Thcil von Norddeutschland einnimmt. Fast alles, was von dieser Formation in der Flötzzcit vorkömmt, ist bloß regenerirt, wieder abgesetzte Trümmer der Urgebirge, oft durch eine thonigte, in der Flüssigkeit fein zertheilte und aus dieser niedergeschlagene Masse, gebunden. Die K a lksor m a ti o n tritt in der Urzeit weit spater hervor, kömmt hier bloß als untergeordnetes Lager, im Gneus, Glimmerschiefer und Urthonschiefer vor. Der Kalk ist hier von sehr körnigem Gefüge. Schon die Kalk¬ lager im Urthonschlefer verlieren allmählig dieses Gefüge und nähern sich manchmal der dichten Struktur. In den Übergangsgebirgen zeigt sich der Kalk weit machti- ' ger, und bildet nicht selten eigene weit verbreitete Ge¬ birge. Dahin gehören die meisten Kalkgebirgszüge von Obersteycrmark, Salzburg, Karnthen, u. m. dgl. Die¬ ser Kalk verliert schon die krystallinische Textur, und be¬ kömmt ein.n dichten splittrigen Bruch. Mit beständig ab¬ nehmender Cohärcnz verbreitet sich diese Formation in der Flötzzeit. Das die Ubergangsreihe verbindende älteste Glied, ist hier ohne Zweifel die Kalkfvrmation, die ebenfalls mächtige Gebirge an mehreren Ortern von Norddeutsch¬ land und Ungern bildet. Zu den jüngcrn Gliedern gehört der Hvhlenkalk, zu den jüngsten die Krcideformation und der Kalksintcr, der noch immer abgesetzt wird. Nach diesen vorausgeschickten allgemeinen Ideen über die Bildungsepochen der Erde, schreiten wir nun zur Über¬ sicht der Lagerungsverhaltnisse des hiesigen Erzbcrges. Das Grundgebirg desselben, so weit cs durch Baue untersucht und bekannt geworden, ist Übcrgangskalkstein Z8 derjenigen Reihe, die schon sehr viel Krystallimsches in ihren Gebilden bemerken läßt. Hinüber liegt daS Grau- mackengcbirge, dessen gruppirtc Suite mamiigsalkige be¬ reits aufgczahlte Lager in sich faßt, wobei, insbesondere an dem liessen Erzbcrges-Niveau, eine Art Übergangs¬ porphyr und porphyr artigen Übergangskrappgcstcins von mächtiger Verbreitung, vorhanden ist '), ,) Zn den frübern Zeiten baute man in diesem Gesteine auf Kupfererze, wie die am westlichen Erzbergsge- hängc des Söbcrhaggen vorfindige Haldcnstürze be¬ zeugen. Bei dem Betriebe des in der südlichen Erzbcrgs- Continuation am Hintern Erzbergc angelegten Hanpt- erbstollens, wurden ebenfalls Kupferlager oder Gänge überfahren. — Mit diesem 244 Lachter langen, die Gesteinschichten durchkreuzenden Hanptiintcrsnchnngs- Skollen," der seine Richtung nach Osten nahm, wollte inan die höher liegenden Eisensteine in der Teufe er¬ bauen; den» nach der damahligen Vorstellung, wo Geo- gnosie ein unbekanntes Ding war *), glaubte man, die hiesige Eiscnsteinnicderlage fey ei» großes Stockwerk, das durch die Mitte des Gebirges, iu eine unermeßli¬ che Teufe niedersetze. über diesen Stoll nbau ist nun ein Tagebuch vorhan¬ den, worin nach den damahls üblichen lokalen Benen¬ nungen die übcrfahrnc Berg- und Erzarteu angegeben sind. — Wir wollen den Inhalt kurz mittheilcn: Bis guf 41 Lachter hatte man meistens ein gcrvlliges ncue- st-S angeschwcmmtcs Gebirge, aus verschiedenen Ge¬ schieben und Trümmern vonKalk, Schiefer- und Spath- eisenstein, die zuweilen ein faseriger Kalksinter cusam- mcnkittete. In einigen Kalk- und Thonschicfer-Geschie¬ ben wurden Spuren von Blcpglanz und Kupferkies be¬ merkt. Von der 42. bis -Zo. Lachter erbaute man, Leider finden wir auch heut zu Tage noch viele Berg- männer, die die ersten Lincamcnte einer gesunden Geognosie nicht einmal dem Namen nach kennen Uxompla 5vm ostwsa. Verbreiteter, und zu höher» Puncten sich erhebend ist der Übergangsthonschiefer, der, wie gewöhnlich, auch hier, mehrere Kuppen und klippige Gehänge bildet. Über diesen ungleich vertieften und erhabenen Erz- bergsumriß, sind endlich die Spatheisenstein-Schichten '), als letztes Residuum einer höchst wahrscheinlich eigenen graulich-, bläulich-, schwärzlich- und röthliches, oft fast sandiges, Schicfergebirg (Grauwacke und Grauwacken- schicftr), znweilcir schon in Lehm aufgelöst ; auch wech¬ selte damit ein mehrere Lachter mächtiges Gestein von lichtgrüner Farbe mit Quarz ab. (Die oben erwähnte Art des Porphyrs und porphyrartigcn Übergangstrapp.) In beiden Gefleinsartcn erschienen kleinere Gänge (La¬ ger) von Quarz, die Kupferkiese, Schwefelkiese, Kalk- spath und Eiscnglimmcr führten. Von der bis in die 244. Lachter, wo man end¬ lich Kalkstein (Übergangs alk) anfuhr, harte man ein grünliches, zuweilen schieferiges, quarziges Gestern - in den mehrere Quarzklüfte ansctzten, die nebst Kupferkies, auch Fahler; rmtftchrten. Der erbaute Quarz in der >L7. Lachter soll von schön roftnrother Farbe gewesen senu. Nachdem mit diesem Stollen izo Lachter Sai- gcrhöhe und der über Tages anstehende Eiseustock schon lange uu'.ertcuft war, ohne denselben erbaut zu haben, stellte mair diesen von i 764 brs >776 betriebenen Haupt- untersuchungs-Stollen ein, und überließ ihn seinem Einstürze. Wir bedauern, denselben nicht mehr befah¬ ren zu können, da er, hinsichtlich der Lagerirngsver- hältniffc, höchst belehrend ,cyu müßte. >) Unter Schichten versteht man Masse» von beträchtli¬ cher Ausdehnung in di. Lang- und Breite, aber nur von verhältnißmäßig unbeträchtlicher, gewöhnlich sehr ungleicher Dicke, die entweder gerade laufend, oder ver¬ schiedentlich gekrümmt sind, und theils mehr vertikal, neben-, oder theils mehr horizontal übereinander, lie¬ fen. Bruncrs Gebirgskunde, S. 6. 4« Übergangsformation, mit veränderlicher Mächtigkeit ge¬ lagert, rv.bt-e nebst mehr und minder wichtigen Kalkstein- lagcrn, zuneilui kleinere Wetzschicftr- und spar^amc Talk- sch wer-Ablagerungen, als ihnen untergeordnete Glieder, mi-.führen. Nicht immer liegen die ursprünglichen Spakheisen- siein - Schichten auf dem vorzüglich in Anspruch kommen¬ den ÜbergLngslhonschiefer und den porphyrartigen Uvcr- gangsg iein, ländern wohl auch unmittelbar, jedoch in den wenigsten Fallen — auf dem altern Übergangskalk- stein. Eine Erscheinung, die sich leicht daraus erkläret, daß bei der Ablagerung des Grauwackengebirges, das¬ selbe nicht an alle Orter und Anhöhen des schon gebil¬ deten Kalkgebirges gleichförmig geführt, und solcher Ge¬ stalt dieses hier und da, über die Formungen der frühem Niederschläge, ja selbst über das Spatheisensteingebirge, hervorspringen konnte. Von -ebn- ward dieses Vorkom¬ men als eine der unerklärbarsten Anomalien der dasi- gen Lagcrungsorduung a gesehen. Viele meinten, jene zuweilen in größerer Mächtigkeit vorhandene Kalkmassen ftycu abgerissene Stücke, der zunächst gelegenen und hoch empor ragenden Kalkgebirge. Die Schichten des Spatheisensteins wechseln von 4 Zollen bis zu 2 und mehr Schuhen Mächtigkeit, die fast beständig ein dünner khon- und talkartiger schmieri¬ ger Besieg vow einander sondert. In dieser Abwechselung uit Lagern von Kalkstein und den erwähnten sparsamen Schieferarten, konsirtuireu sie ein Stück - Eisensieingebirge von A bis zu und auch mehr Klaftern, Mächtigkeit. Hierbei krümmen, wenden und stürzen sich die Schich¬ ten meistens nach der Richtung und dem Vcrfiächungs- vinkcl ihrer Unterlagen; einige fallen flach, andere aber jaben ihre Einsenkung mit einer Lhonlage von zo bis 10 Graden. Bald ist daher ihr Einschießeu mit dem icsstbaren Abhange recht - bald wrdersinnisch; zuweilen 4l scheii-r cs nach der Streichungslinie Les Erzberges selbst zu grh'en. In dieser anscheinbar verworrenen Schichtung wird der gründliche Geognost endlich doch einem regelmäßigen Zug, der durch dieses vermeintliche regelloseste Chaos geht, auffaffen und fcsthalten können; denn wer nie, weder in kleinen noch großen Verhältnissen der Crdmaffe, eine Regel erkennt, bei dem werden sich alle Beobach¬ tungen in ewige Zerstreuung austösen. Die hier be¬ obachtete Regelmäßigkeit zeigt, daß im Ganzen die Erzschichten gleichsam wie große Blätter an das Ge¬ hänge des auf der Oberstäche mit verschiedenen Uneben¬ heiten entstandenen Uebergangs-Grundgebirges, schild¬ förmig angclagert sind, und entweder ohne, oder mit geringer Bedeckung von Dammerde, zu Lage liegen. Zunächst am Fuße des ErZberges scheinen diesel¬ ben zuweilen etwas verworrener und undeutlicher stra- tifizirt rorzukommen, gleichsam als wenn beim Ab¬ züge und Rücktritte der Fluchen nicht mehr jene Ruhe geherrscht hätte, die dieses letzte Residuum (Pracipi- rat) eben so gleichförmig ans dvr flüssigen Masse hatte absetzcu lassen. Je nachdem die Spatheifensteinschichtcu in der Angrenzung von Thonschicftr oder. Kalk Vorkommen, werden die Eisensteine thvnig, talkig, oder kalkig. Im ersten Falle mengen sich denselben nicht selten Thon- schieferrheilchcn bei, werde» schiefrig , verlieren an Ei¬ sengehalt, und sind strengflnssiger; im zweiten aber gehen sie manchmal in wahres Kalkgesteiu über. Überhaupt hat man beobachtet, daß, wo zwei Extre¬ mitäten zusammenstoßen, cs sey nun Eisenstein mit Schiefer, Kalk, oder Schiefer mit Kalk, ein gewisses in einander Verstießen — ein Übergang — Statt stnde; insbesondere des jüngeren Prazipitats in den altern. Diese Übergänge vermischen sich ost durch eine erhebliche Mächtigkeit, bis endlich die reine Ge- steinsark erscheint. Hieraus möchte allerdings konse¬ quent gefolgert werden dürfen, daß die Bildungen der den Erzbcrg konstiruirenden Gcsteinsarten, in nicht zu entfernten Epochen aufeinander folgten. Es wäre demnach noch zu erörtern, ob das da- stge Spatheisen - Gebirge der Grauwacken - Forma¬ tion uncerzuordnen scy, oder nicht? Ein Gegenstand, der nicht mit Stillschweigen übergangen und theils schon aus dem Gesagten gefolgert werden kann. Wir glauben, man könne mit eben dem Rechte, als der Topasfels im Urgcbirge, der Thoneisenstein im Flötz- gebirge, u. m. Lergl. als selbstständige Gebirgsfor¬ mationen aufgestellt werden, auch dem hiesigen Spath» eisensteinc als Uebergangs-Spatheisenstein- Gebirg im gcognostischen Systeme einen Platz zu¬ weisen. Die Gründe dafür sind kürzlich diese: s.. Gehört die hiesige Spatheisensteinformation, wie wir aus dem angezcigten Vorkommen hinlänglich gesehen haben, weder dem Urgebirge noch dem Flötz- gebirge an, wofür sowohl gcognostische, als auch oryktognostische und chemische Verhältnisse, durch das gewisse Vorkommen einiger Erdarten und Metalle be¬ stimmt entscheiden; sie muß also den Uebergangsge-- birgeu zukomrncn. b. Dürfte diese mächtige und verbreitete Eisen- steinablagerung kein untergeordnetes Lager des Grau¬ wackengebirges seyn, da es bei seiner ordentlichen Schichtung meistens abweichend und übergreifend über dasselbe gelagert ist. e. Erscheinen mir den späthigen Eiscnsteinschich- ten in mehrmaliger Aswechslung Kalk und. Wetzschic- fer, die als untergeordnete Lager davon angesehen «erden müssen u. s. w. Hiedurch mochten wir zu 4Z -cm Schluffe berechtiget ftyn: das hiesige Spath- eisenstein-Stückgebirge s cy eine eigene selbstständige Formation, die in äußerst kurzen Ab ständen auf das Granwackenge¬ birge folgte. Sie scheint bestimmt einem jener Uebergangsge- bilde zuzukommen, die in ihrem Gemenge nebst Eisen- und Manganoxyd, vorzüglich Talkerdc und fast stets ziemlich viel Thon- und Kalkerdengchalt mitführen, und so manches Analoge mit dem dasigen Grauwa¬ ckengebirge haben. Wir sind aber auch überzeugt, daß außer dieser ein ansehnliches Stückgebirge konstituirenden Spath- eisenstein-Formation, noch eine andere vorhanden sey, die in minder mächtigen Lagern dem Grauwackenge¬ birge untergeordnet ist. Dahin scheint dasjenige La¬ ger zu gehören, welches in den westlich durch ein klei¬ nes Thal vom Erzberg getrennten Gebirge Tulleg, ver¬ kommt. Es enthalt sehr thonigcn Spath- und Braun¬ eisenstein , sitzt im Ucbergangsthonschiefer auf, der in fast söhliger Schichtung dasselbe bedeckt, und hie und da in seiner Beymcngung viele Kalktrümmer mitführt. Von den Höhlen und Klüften im Erz berge; von Entstehung des Brauneisensteins und der Kalkstalaktiten (Eisenblüthe), Bei Anschwemmung des Spateisensteingebirges, so wie bei der darauf erfolgten Austrocknung und Zusam¬ menziehung ihrer Schichten und Lagcrungsmassen, bilde¬ ten sich mannigfaltige leere Räume, die wir nun unter dem Namen Drusen, Höhlen und Klüfte (hier Kracke genannt) kennen. Sie mögen theils durch Spaltungen, lheils (besonders die großen Höhlen und Klüfte) durch 44 rin Herabgleiten höher gelagerter Schichtungsglicder, entstanden ftyn. Viele dieser Räume stad offen und leer; andere aber mit ockcrigam Brauneisenstein angcfüllt, oder Lurch verschieden Kalkstal ktüen -n herrliche Grotten verwandelt, worm sich die N'tnr selbst zu gefallen scheint. Noch immer sind die Na: Kräfte ein lhätiges Glied der groben Kette; fie bilden und zerstören auf ihrem oorgezclchneten Lege ohne eiafyörcn. Weiß man gleich nicht, wie d e Natur Spathei- senstein erzeugte, so ist roch so vnl g miß, daß der von weißer Farbe am wenigsten verä :dert,' folglich auch d. s darin eniyaltene Eisen zum Minim m oxydlrt ftß» müsse ). So wie die Wasser durch die Klüfte, Ritzen und Steinscheidungen cindringen, so wird daraus, wie auch aus der atmosphärischen Lust, ein Theil des SaucrstGfes von den in den Spachen vorhandenen, im mindern Grade vFydirken Eisen - und Braunstein, vielleicht auch selbst von den Erdartcn, wegen näherer Affinität dazu, absor- birt und gebunden. Hierdurch wird die Zusammenhangs- Verwandtschaft geschwächt, die weißliche Farbe gehl all- mählig durch die verschiedenen Schatürungcn der brau¬ nen in die gelbe über, und cs entsteht eine Art dickler- digen Brauneisensteins, endlich nach noch mehr verstärkter Säuerung B.auneisenocker. 7) Die weiße Farbe der Bdetalloxyde zeigt nur die größte Säuerung bei dem Zinn, Wismuth, Zink, Arsenik, Spicßglan;; Elsen hingegen ist gelb, Kupfer grün, Quecksilber und Blei roth, Gold dunkelroth. Mithin ist die von einigen gehegte Meinung, daß alle Metalle im höchsten Trabe oxydirt, Weiß seyn müssen, ganz irrig. 4Z Nun ist das Maximum der Oxydation erreicht. Wahrend dieser Bildungsepoche schied sich etwas Kalk- erdc, Eisen (vielleicht auch Thon- und Talkeree, da die Austösung der letztem im kohlensaurc Zustande bekannt ist), ab; der übrige Tbeil, vorzüglich die schmierige Thon- crde, blieb mit Eisen-und L .anggnoxyd in einer sehr lo¬ ckern, fast staubarligen Verbindung zurück. Wiederholt eindringende Bergwasser lösen diese Ockergebilde ost wieder auf, schwängern sich damit, und setzen dieselben in verschiedene Klüfte und Höhlen ab. Daraus erklärt sich, warum mau zuweilen zwischen den Klüften des wenig verwitternden Spatheisensteins, in allen Grubcngebaudcn, ja selbst über Tages dünne La¬ gen regcncrirten Brauneisenockers angcsetzt findet. Ferner ergibt sich hieraus, wie bei lange aufläs¬ sigen Gruben Wände und Firsten mit allerlei artig ge¬ stürmten Überzügen von erhärtetem Ocker, bekleidet wer¬ den komircn. Daß dieser Ocker wieder in den eigentli¬ chen dickten Brauneisenstein übergehe, scheint wohl mehr als wahrscheinlich, obgleich sich noch nicht erweisen läßt, daß aller Brauneisenstein auf diesem.Wege entstan¬ den sey. Gewiß aber ist der faserige Brauneisenstein (Glaskopf) ein Sinterungsprodukt der Spath- und vielleicht selbst einiger Arten der Thoneisensüinc ^). Ausgebrciteter als diese Ockerbildungen sind jene des Kaikstulers. Mit unermüdeter Thäugkcit dringen kalkgesättigte Wässer in die kleinsten Ritzen, wie in die größten Höblnngen; überziehen sie auf verschiedene Weise mir ihrem Sinter, füllen ihre Räume aus und verkitten nicht selten Massen und Schickten, Trümmer und Ge¬ schiebe, miteinander. Wir wollen nun zur genetischen r) Der durch längere Zeit oxydirte und im Masse auf¬ gelöste Theil jener Eisensteine bedurfte, um Gla-kopf tu werden, nur einer länger» und ruhigen Zeck. 46 Betrachtung der Kalktrvpfstcinhöhlen in die sogenannten Schatzkammern des Erzberges führen. Die Natur, wunderbar und anbclhungswürdig in allem, was sie gebiert, gewahrt in diesen Grotten dem spähenden Auge beim Scheine des Grubcnlichtes einen frappanten Anblick, der aus dem Gcbiethe der Phantasie entlehnt zu scyn scheint. In unterirdischen Klüften und Hallen entfaltet sich eine neue Schöpfung von herrlichen Schaukabinctten, und „Geweiht, ihr stilles Hciligthum „Mit Forscherblick zu spähn, „Und in der Werkstatt ihrer Mühn, „Die nimmer müde Geberin, „Zm Nachtgcwand zu sehn ). zeigt sich das Mineralreich in den leichtesten Formen der Pflanzenwelt. Wer den Uebertrilt eines so fremdartigen Stoffes in diese seltsamen Gestalten Eisenblüthe nannte, mar gewiß ein philosophischer Kopf, der den Ausdruck der Sprache der Wahrheit der Vorstellung anzupaffen wußte. Ueberraschend sind dem Fremdlinge diese gleichsam blühenden Grotten; man glaubt die Paläste der Naja- den betreten zu haben. Hier hängen liebliche Korallengesträuche in den verwickcltsten Formen über die überhangenden Erz¬ wände herab! Bergmännischer Kalender für das Jahr 179» Seite azö. 47 Das Auge verlier? sich in diesen phantastischen Lauben. Dort verstricken sich niedlich Tausende der zartesten Kalkfadcn von der Feine eines Haares, bis zur Dicke einer Federspuhle, und bilden ein Meisterstück der schöpferischen Natur. Das Titelkupfer *) versinnlicht die im sicbenzchnken Jabrbundcrk eröffnete Karlsstolluer Schatzkammer, in welcher die Drappene der westlichen Fclsenwand einzig seyu dürfte. Dem Mineralogen sind die Eisenblüthen oder Tropfsteine zwar nicht sehr wichtig, dem Physiker möchte jedoch wehr an der wahrscheinlichen Entstehungsart der Stalaktiten gelegen scyn. Bekanntlich erscheinen im Erzberge die Tropfsteine nur in den Drusen und Höhlungen des verwitternden oder stärker oppdirten Spathciscnsteins- Bei dem Durchsickern der Bergwässer durch die mannigfaltigen offenen Räume der ursprünglichen Eisen- steinschichken löset sich ein großer Antheil der in den Spachen enthaltenen Kalkerde, ja vielleicht selbst aus den Kalklagcrn auf. Die mit Kalk geschwängerten Wässer durchziehen die Klüfte, und sehen nach erfolgter Sättigung und >) Diese gelungene Abbildung verdanken wir einem va¬ terländischen juntzrn Künstler, Herrn Johann Tendlcr in Eilenerz, der durch eigenen Fleiß und Studium, sowohl in der Wühlerei, «lS Landschafts¬ zeichnung , bewundernswürdige Fortschritte macht. Wir wünschen diesem guten Manne, so wie seinem anspruchslosen Vater, Mathias Tendier, — ein genialischer Mechaniker — UnterstüSung und ein besse¬ re« Loo«. 48 Verdünstung des Wassers, bei größerer Aufnahme von Kohlensäure aus der umgebenden atmosphärischen Luft, den gemeinen blätterigen, aber auch st r a h lig und faserigen Kalksinker, zufolge der Wahlanzic- hungsgesetze, zunächst an die Sohlen und Wände der Bergklüfte, ohne seltene Formungen, in derben Masten, ab. Zuweilen stehen auch auf den Sohlen der Höhlen Kalksinter, wie Eiszapfen gebildet, hervor. Seine Farbe ist weiß, gewöhnlich blendend weiß, zuweilen aber durch Mangan und Eisenoxyd röthlich- braun gefärbt, und bandförmig gestreift. ' Im .Queervruche ist er grobkörnig, blätterig von abgesonderten Stücken, oft schmalstrahlig und faserig vom Mittelpunkte nach dem Umfange hinlauftnd. Diese runden und schaalenförmigen Absätze dienen dem schöncrn Tropfsteine der Eisendlüthe gewöhnlich zur Basis. Die Eistnblüthen kommen vor: von zackig-, kolben-, korallen- und staudenförmig verworrenen Gestalten, und sitzen gewöhnlich an den Seitenwändcn der Höhle-? und Klüfte. Die Bildung der Eiftnblüthc aus bloßem unbe- stimmten Fallen und Zerstäuben der mit Kalktheilchen geschwängerten Wafferu-opfcn; aus ungleicher Konsistenz der zuerst abgefttztcn kvhlengcsauertcnKalkparrikeln, und ans der Oscillakion der Grubenwetter erklären zu wollen, befriedigt nicht ganz. Sicherlich braucht aber zu ihrer Entstehung der Wasterzustuß nur sparsam zu geschehen; denn man sieht, wie die herabhängenden Tröpfchen mit ihrer wellenför¬ migen einer umgestürztcn Glocke ähnlichen Figur, zunächst am Mulkergestetne, wo sie mehrere Ruhe genießen (denn 49 4 dfe nachfolgenden Tropfen und ihre eigene Schwere beunruhigen die tiefer gesenkten Theilchen) in Form eures Ringes dünne Häutchen mischen. Bei fortgesetztem Nachdrange der mit Kalkcheilchen beladenen Lropfin, bilden sich unter stets Statt habendem Verdunsten des Wassers und Aufnahme von Kohlensäure aus der Grudenakmospharc, von Moment zu Moment, kleine, fast durchsichtige, faserige Ansätze, die endlich bei fernerm Zuflüsse, durch Aufnahme mehrerer Theile, all- mahlig vermehrt werden. Die mancherlei oft wie in einander verflochtenen Zweige vorkommenden Schnörkel scheinen nicht allein durch die in verschiedenen Richtungen beifließenden Kalk- waffertröpfchen, und durch die an jenen schon Konsistenz erhaltenen ersten ringförmigen Häutchen und Fäserchen, im Wege der Krystallisation angesetzte Kalkcheilchen zu entstehen; sondern es scheint auch eine Art Anwuchs von federförmigen Krystallen, die gleichsam aus den Wurzeln allmählig immer weiter hcrausgehoben werden, Statt zu finden. Oder sollte vielleicht Polarität auf eine noch unerforschte Weise mit im Spiele scyn, und zu de» sonderbaren Krümmungen und verworrenem Zickzack Veranlassung geben? So hat schon Ritter die scharfsinnige Bemerkung gemacht, daß man die Zweige des Dianenbaums und anderer metallischen Dendriken- spicle, als eben so viele magnetische Stäbe anscheu könne, deren ungleichartige Pole sich anziehen, so daß der Winkel des Ansatzes durch die Intensität der Ab¬ stoßung gleichartiger Pole bestimmt wird. Das Wasser der Stalaktiten, welches alle ihre kleinen Kanäle durchdringt, verdampft nicht bloß, sondern manches Tröpfchen desselben fällt auf die mancherlei Beitrage zur nähern Kcmttnist des Galvanismus. Band i,, St. a, Seite-8 o. 4 L» Schnörkel, und zerstäubt sich da. Weil diese nun immer naß gehalten werden, so kann sich der aus dem Tropfen allmählig durch Kohlensäure niedergeschlagene Kalk auf der Oberfläche der Stalaktiten schuppig glänzend an- setzen, während das durch die Poren hervorgedrungene Wasser nicht so wohl abtröpfelt, als vielmehr in den schönen Grotten verdunstet. Die Eifenblüchcn sind in der ersten Bildungsperiode mürbe, weich, und lassen sich zwischen den Fingern zerreiben; nur allmählig erhalten sie, so wie das Wasser stärker verdunstet, mehr Festigkeit, werden hart und klingend. Die Reinheit und Höhe des Tons steht mit der Länge und Dünnheit der Stängelchcn im Verhältnisse, welches jedoch noch näherer Bestimmung bedarf. Es würde nicht schwer styn, harmonisch zusammen klingende Stücke aufzufinden. Die Zweige finden sich höchst selten röhrenförmig oder hohl, sondern gewöhnlich dicht. Das feine Gefüge ist ganz fcdcrartig, das heißt, seinstrahlig - faserig Jeder Hauptstrahl, schrieb einer unserer Freunde, fährt exzentrisch aus der vollen Achse der mancherlei Sralak- titcnschnörkcl hervor. Jedoch fahren die Federn (Strahlen und Fasern) nicht senkrecht aus der Axe, sondern vom Wurzeipunkte unter 4L Grad aufwärts. Unter eben diesem Winkel sind kleinere wie Borsten auf die Haupt¬ federn oder Hauptfederstängel aufgesetzt, und es scheint sogar, daß auch diese Borsten wieder Hauptstängcl für kaum bemerkbare Federborsten oder Federbärte abgeben. Die glänzenden, wie mit schimmernden Pünktchen oder weißem Staube besäeten Oberflächen, geben ihn-., manchmal das Ansehen blühender Grashalme. Ganz etwas Eigenes bemerkt man an den spießigen und baumförmigen, dem Arrvgonit ähnlichen Eisen- blüthen in der 1774 entdeckten Franzens - Schatzkammer. S» Ihr Helles, durchsichtiges, eisiges, schuppiges Wesen unterscheidet sie deutlich von den gewöhnlichen. Wie aneinander hängende, feine, gefrorne Wasscrtröpfchen, scheinen die Kalktsteilche» zu einem Ganzen verbunden. Beim Widerscheine des Lichts ist dieses Naturspicl besonders lieblich anzusehen; überall durchdringen die Lichtstrahlen das feine zarte Gewebe, und man möchte auf die Vermuthung gcralhen, Schwefelsäure sey hier beigemischt, und bilde eure Art Selenit (Gyps). Indessen dürfte dieses bloß Täuschung seyn, und alles nur auf den noch uncrforschlichen mannigfaltigen Wirkungen der Naturkräfte, auf quantitativer Verbin¬ dung der Kalkerde mit dem Krystallifakionseise und der Kohlenstoffsäure beruhen, welche zuvörderst die verän¬ derte Lage und Zusammenstellung der Thcile, das beson¬ dere äußere Ansehen, und das verschiedene physikalische Verhalten veranlassen mögen. Die Bildung der Cifenblüthe gehört zu den noch stets fortwährenden Nakurprozcssen, und man kann sich nicht selten auf eine instruktivere Weise überzeugen, welche Fortschritte sie in wenigen Jahren zu machen pflegen. Aber dieser eilfertigen Produktion ungeachtet möchten doch wohl Jahrhunderte verflossen seyn, bis die jetzt so bewundernswertsten Kalkgebilde in ihrer Blürste Hervorkraken. So häufig der gemeine Kalktropfstein auch ist, so wenig ist es die Eisenblüthe mit ihren artigen Gmppi- rungen; denn der rastlose Schlägel des Häuers rösioeie nur vier solche Höhlen, die man darum hochschä^t, weil man sie so selten antrifft. 4° 52 , Oryktognostische Übersicht der im Erzbcrge ri« brech endeu Fossilien. Der Standpunkt, von dem wir bey Aufzählung der Fossilien ausgehen, war, dieselben in einer wissen¬ schaftlichen Form nach dem System der äußern Kenn¬ zeichen, von Leonhard, Merz und Kopp, auf- zustcllen. Da aber bloß Bruchstücke neben einander zu- siehcn kommen; so erhält eine solche Aufzahlung zwar ein etwas sonderbares Ansehen, jedoch vermeiden wir dadurch die sonst nothwcndig gewordene Wiederholung. Denn um den V ortheil des erleichterten Überblickes zu gewähren, hätten wir die Fossilien entweder in alpha¬ betischer Ordnung, oder nach dem Vorkommen vom lie¬ fern bis zum höchsten Punkte des Erzbcrges, auffüh¬ ren müssen, welches bei dem geognostischen Verhalten zum Theil schon geschah. Ferner wäre bald die Kalk-, bald die Thon-Ordnung, und gleich wieder die Eisen- Ordnung , u. m. dgl. unter einander gebracht worden. Wir fanden also am besten, dieselben in der Ordnung eines vryktognostischen Systems folgen zu lassen. Nur bei der Sippschaft der Eisensteine weichen wir von der gewöhnlichen Ordnung ab, da wir die feste Neberzeu- gung haben, daß vorzüglich die thonige Art Spathei- senstein, in dichterdigen Brauneisenstein, in braunen Eisenrahm, und endlich in Ocker übergehe. Wir lie¬ ßen daher, nachdem des Schwefelkieses, des magneti¬ schen Eisensteins, und Eisenglimmers erwähnt wor¬ den, die Arten des Spalheiftnsteins und ihre Über¬ gänge folgen. 2) Nach dem Verhalte» beim Schmclzprozcsse im Großen, so wie aus einigen orykivguestischen und geognostischen Ansichten, scheint unsere Mutmaßung: der Magnet¬ eisenstein falle mit Eisenglanz und Eiscnglimmer in eine Reihe zusammen, gegründet. Vielleicht bringen wir diesen Gegenstand ein andermal zur Sprache. 1. Bergkry stall. In kleinern und großem sechsseitigen durchsichtigen Krvstülicn, meistens lese in Lehmlagen, oder über Tage als Fmdlinge voekommcnd, die ursprünglich auf Spacheiftnstein aussaßen, bei sei¬ ner Verwitterung in braunen und ockcigen Eisenstein aber herausstelen. In der Erzbergs- Revier Tra- seng, dann in dem östlich von Elftnerz gelegenen Pol- sterberg, findet man manchmal Quarzkrpstalle von u Zoll, und darüber im Durchmesser. 2. Gemeiner Quarz. Von weißer und grauer, seltener röthlichcr Farbe; derb, in mehr und weniger großen Lagen in Grauwacke und Übergangsthonschiefer, und zerfressen im Spath- und Brauneisensteine, ein- gesprcngt, besonders in der Annäherung der Schieferla¬ gen, wobei er öfters ganz von Eisenstein umschlossen ist, und Zinnober-, Eiscngiimmcr, Kupfer- und Schwe¬ felkies in der Begleitung hat. Ferner in stumpfeckigen, zum Lhcil schon rundlichen Stucken, und in großem und kleinern Körnern in der Grauwacke, in dem por¬ phyrartigen Übergangsgestein , zerfrassen und durchlö¬ chert im Kiesclschicfcr, höchst selten in Afterkrystallen. Z. Hornstein, der sich dem gemeinen Quarze nähert. Von grauer tznd schwarzer Farbe, splittrigem Bruche, in stumpfeckigen, auch zugerundeten Stücken in einer sehr grobkörnigen Grauwacke vom Tullegg. 4. K iescl schiefer. Von graulich schwarzer Farbe, gewöhnlich mit Quarzadern, oder sehr dünnen Lagen durchzogen, die ihm ein streifiges. Ansehen geben. Im Großen von unvollkommenen schiefrigen, im Klei¬ nen von splittrigem Bruche. Seine Oberflächen find hie und da gefurcht, und auf seinen Ablösungen zeigt sich oft ein abfarbendcr, koh- ligcr, schwarzer Beschlag, in welchem Kalle ein Über- F4 gang von erhärtetem Zeichcnschicftr in Äieftlschiefer, oder umgekehrt. Statt finden möchte. Auch findet man manch¬ mal feine Glimmcrschüppchrn, besonders in der Nahe des Ubergangsrhonschiefers, aus welchem er mit grö¬ ßerer Beimischung von Kieselerde, überzugehcn scheint. Er findet sich sparsam in kleinen Lagen mit Übergangs¬ thonschiefer und Wetzschiefer, dagegen in dem westlich gelegenen Tullegg in mächtigen Lagern mit Grauwacken¬ schiefer, wobei er in äußerst zerklüfteten schroffen Felsen zu Tage ansteht. G e m e i n c r F e l d sp a th. In kleinen wei߬ lichen Körnern in der talkigen Grauwacke, krystatlisirf im Übergangsvorphyr und in dem porphyrarligcn Über- gangsrrappgestcin, die vorzüglich in größeren Graden der Verwitterung sichtbar werden. 6. Töpfer thon. Von weißer, graulich weißer, bläulich, blaßröthlich, und rauch-, selten gclblichgrauer Farbe. Mehr und weniger zähe, mit Luarzkörnern, Stücken von Alpenkalk, Wetzschiefer, Gyps und Eiseu- thcilchen gemengt. Scheint vorzüglich durch Verwitte¬ rung aus Ucbergangsthonschiefer, aus der talkigen Grauwacke *), und dem Wetzschiefcr entstanden zu seyn; findet sich auch in eigenen, meist reineren Lagern über ,) In dem Radmarer- Erzberge fand sich bei einem neuen durch das Liegende getriebenen Fördcrungsstol- lcn, die daselbst befindliche Art, sehr talkiger Grau¬ wacke, eine ziemliche Strecke fort, schon ganz in Lehm zerfallen. Die Luarzrheile zeigen sich darin lose, und Thon und Talk erscheinen mit einer gelb¬ lich weißen Farbe; er fühlt sich sehr fett an, und dürfte wegen seiner Reinheit und Feuerfestigkeit eine vorzüglich gute Masse für die Zustellung der Hohenofen seyn. Hier ist dagegen die Grauwacke sel¬ ten so talkig, daher denn der aus ihr entstandene Thon der Schmelzung nicht so lange widersteht. I FS dem Grauwackengebirgc, vorzüglich in dem nördlich. n Theile des Erzbcrgcs, in der sogenannten Trastng, wo der weißliche in der Grube Peter und Paul, der blä c- lich rothc, weniger feuerfeste hingegen, bloß über Lage gewonnen wird- Der bläulich rothe Thon entsteht bloß durch Verwitterung des rothen Üdcrgangsthonschiefers, in welchem oft plattgedrückte Geschiebe von Uebergangs- kalk, die mit einer kalkigen Haut umzogen sind, vor¬ kommen. Der weißliche, ins Blaue sich ziehende Thon, wurde in vielen Büchern ganz irrig für Vorzcüan- erde angegeben; indessen dürste er, gehörig geschlemmt und abgewittcrt, (gesäuert), einen guten Töpfer-und Pfeifenthon abgeben, und mit etwas Quarz und glei¬ chen Thcilcn gebrannten Thons versetzt, zu unschmelz¬ baren künstlichen Bodensteinziegeln für die Schmelzöfen geschickt seyn. Wie diese Lchmarten jetzt verwendet werden, ist bei dem Hüttenbetricbe bemerkt. 7. Glänzender Alaun schiefer. Von bläu¬ lich glänzender und cisenschwarzcr Farbe, mit dünn- schiefrigem Bruche, als scheckiger Ueberzug auf Quarz, oft sehr geborstct und aufgelöst. Ein in den hiesigen Übcrgangsthonschicfer - Ge¬ birgen höchst seltenes Mineral, das nur in den ticfern Punkten sparsam, in ganz kleinen Lagern mit Zei¬ chenschiefer, gefunden wurde. In den gegenseitigen Gebirgen von Erzberg im sogenannten Grössenberge, und Ramsau, dürfte der Alaunschiefcr unter gleichen Verhältnissen mehr verbreitet Vorkommen. 8. Zeichen schiefer (crhärtcr(cr). Er kömmt von graulich- und bläulich - schwarzer Farbe vor. Bricht derb, auf dem Längenbruchc etwas schimmernd, auf dem Quccrbruchc matt, und schreibt meistens auf einer Kante. Der Quarz kommt mit ihm lager- und zellen¬ artig, oder auch zerfressen vor. Finder sich in der F6 Nahe von Kieselschieftr, in den er bei zunehmendem Kieselgehalte bestimmt überzugehcn scheint. Er bricht in kleinen Lagern zwischen sehr gekohltem Übcrgangs- thoi.sckiefer, in dessen Nähe manchmal/ jedoch höchst selten, Alaunschiefer vorkömmt. Dieses von uns vorläufig für erhärteten Zeichen- schiefer bestimmte Fossil, soll sich auch in Ungern vor- ssnden. y. WcHschiefer. Von grünlich-grauer Farbe, in mehreren Schattirungen. Selten blaß spargelgrün, und gclblichg^au. Seine Oberflächen erscheinen zuwei¬ len mit den schönsten baumförnügen Zeichnungen geziert. Er findet fich derb in ganzen Lagern, und manchmal als Gemengkhcil der Grauwacke; ist inwendig fast all¬ zeit matt, selten etwas schimmernd auf dem Län¬ genbruche, von fein beigcmcngten Glimmerschüppchen. Im Großen von schiefrigem Bruche, im Kleinen split¬ trig, dem schiefrigen und erdigen sich nähernd.^ Ist weich und von graulich weißem Striche. Er gibt beim Anhauchen einen starken Thongeruch von sich und ist auf seinen Absouderungsflächcn gewöhnlich miteinem thonr und kalkartigen mehligen Beschlage überzogen. An einigen Exemplaren fanden wrr Schwefelkies, in kleinen Dodekaedern kryssallistrt, cingewachsen. Der hiesige WcHschiefer kömmt in größeren und kleineren Lagern, im Ubergangsthonschiefcr, Grauwacke, und selbst zwischen den Spatheiscnstcin - Schichten vor; er macht den Übergang in Talkschiefer, in die lichteren Arten des Übergangschonschiefers, und zuweilen selbst in einen mit rötblichcn, grauen und grünlichen Farbcn- abanderungen schattirten Band - Jaspis. Man findet ihn sehr oft mit Dendriten in der Constantia- und Jo¬ hanna- Grube, in mehrmaliger Abwechslung mit Über¬ gangsthonschiefer, Kalk und Spalheisenstein, S7 In früheren Zeiten, ja selbst noch vor einigen Jahren, hielt man diesen Wetzschicfcr bald für erhärte¬ ten Mergel, bald für erdharzigcn Schiefer, u. s. w. rc>. LHonschi cfer (Übergangsthonschiefer, oder Werners Grauwackenschiefcr). Seine Hauptfarbe ist grau, und zwar fi'det man ihn von allen Schattirun- gen derselben , insbesondere röthlich-, grünlich- und bläu¬ lichgrau, bläulich- und graulichschwarz, und röthlich- braun. Aus der grünlichgrauen Farbe geht er manch¬ mal in ein lichtes lauchgrün über, wird höchst gerad- schiefrig, nnd läßt sich ost in sehr dünne Tafeln Heilen, in welchem Falle er Tafelschiefer heißt. Er kömmt mcistentheils einfarbig, bisweilen lang lich gestreift und gefleckt vor. Man findet ihn derb in mächtigen Gebirgslagen:, auch eingesprengt als Ge- mengrheil der Grauwacke , mit welcher er die hiesigen Grauwackengcbirge konstituirt. Inwendig ist er ge¬ wöhnlich matt, oder schmachschimmernd; letzteres be¬ wirken die in ihm eingemengte sehr kleine Glimmen schüppchcn. Ähnliche zarte Glimmerblattchen finden sich vorzüglich auf seine äußere Flächen ausgestreut, die der Richtung der Schicfcrblätter gleich liegen. Der Bruch ist mehr und weniger vollkommen schiefrig, und zwar gewöhnlich gerade, seltener krumm¬ schiefrig, manchmal beinahe vollkommen blättrig, wel¬ ches hauptsächlich bei dem sehr dünn- und geradschiefri- gcn der Fall ist, der eine» zwcichchen, sich schiefwink- licht durchschneidcnden Durchgang der Blätter zu haben scheint. Einiger nähert sich dem dichten. Die Bruch¬ stücke sind mcistentheils unbestimmt eckig, trapezoidisch, oder dünn- und dickscheibenförmig, selten splittrig und rhomboidalisch. Der splittrige Bruch ist nur bei jenem bräunlich rochen Lhonschiefer, der schon dem rochen Conglqmerat F8 ähnelt. Die rhomboidalischen Bruchstücke sind größ- tentheils schon abgesonderte (ausgeze^chne.e) Stücke. Man findet ihn selten ganz rein; meistens ist nebst den zarten Glimmerschüppchen hie und da ein Quarz- körnchen, wenn auch noch so fein, eingemeugt. Zugleich trifft man Quarz in größeren und kleineren Stücken, öfters als Ausfüllung der Gangtrümmer, und in gan¬ ze» Lagern an. So fanden wir im mitternächtlichen gegenseitigen Berggehänge vom Erzberg, im sogenannten Nußgraben, . im grünlichgrauen Thonschicfer, der in plattförmige Stücke zerfällt, eine Quarzlage, die Kupferkies, erdige Kupferlasur, Asbest, braunen und ockrigen Eisenstein mit sich führte. Unter dem rörhlichen findet man wel¬ chen, der ganz zerfressen, oder wurmlöcherig erscheint. Seine Poren sind thcils mit einer Art Wurmmehl, theils mit einer ockrigen thonigen Masse ausgefüllt. Der hiesige Thonschiefer erhält sich seiner Weich¬ heit ungeachtet in der Witterung ziemlich lange, bis er in verschiedene Stücke zerfällt, die sich endlich lang¬ sam zu Thon auflösen. Er macht den Übergang kn Grauwacke, in ein porphyrartiges Übergangs-Gestein, in Wetz- und Kie¬ selschiefer; ja einiger scheint sogar in Talk- und erhärte¬ ten Zeichenschiefer überzugehen. 11. Glimmer. In kle'nen silberweißen Blätt¬ chen, in Uebergangthonschiefer und Grauwacke ein- gemcngt. 12. Erhärteter Talk, (Talkschiefer). Von lichter apfelgrüner Farbe, auch grünlich weiß, und grünlich grau in verschiedenen Graden der Höhe, wobei sie sich ins Grüne verläuft. Er bricht derb, istim Ly Bruche schiefrig, auch krummblättrig, etwas glanzend. Fühlt sich fett an, ist an den Kanten stark durchschei¬ nend, und gibt beim Anhauchen einen biktercrdigen Geruch von sich. Er macht in den dasigen Uebergangs- Gebirgen eigene Lager, und hat beinahe immer Quarz von größeren oder kleineren Parlhien, in Körnern und Trümmern bcigemengt. Er scheint auf der einen Seite in Speckstein, auf der anderen in Wetzschiefcr und in das porphyrartige Übergangsgcstein, so wie durch Ein¬ mengung mehreren Quarzes, Thomchiefers, eines thon- arligcn Bindungsmittels, durch Veränderung der licht¬ apfelgrünen Farbe in die grünlich-, röthlich- oder rauch- graue bis in das bläulich- und röthlich- braune, in eine Art Grauwacke und Grauwackenschiefer Überzugehe»; oder auch umgekehrt, so wie die talkartige Masse in dem Grauwackcngestein, zu-,der Lhonschiefer und Quarz abnimmt, tritt der so eben angeführte Talkschiefer hervor. Man findet ihn vorzüglich auf der sogenannnten weißen Schütt bei der Dreifaltigkeit-Erzrcchle, im Söberhaggen und Grcssenberge. An letzter»! Orte führt er viel Quarz mit sich. iZ. Berg milch. Von schnee- oder gelblich- weißer Farbe. Im Bruche fcincrdig, leicht und stark abfärbcnd. Findet sich zwischen den Kalkklüften, ins¬ besondere gegen die Erzbcrgskuppe zu; erscheint aber vorzüglich in dünnen Lagen zwischen den Braunerzen und Kalksteinlagern, wo sic jedoch schon mit Thon gemengt ist, und sich schmierig anfühlt. Die Bergleute nennen sie in diesem Falle weiß e S chmilbe. 14. D i ch t e r K a l k stei n (gemeiner). Er kömmt gewöhnlich von allen Schattirungen der grauen Farbe vor; seine Hauptfarbe scheint jedoch ein lichtes Aschgrau, grauiichweiß und gelblichgrau zu sepn. Erfindet sich auch weiß, fleischroth und brännlichroth, wobei er oft 6s adert und gefleckt erscheint. So auf mannigfaltige Art gefärbt, wird er Marmor genannt, Man findet ihn derb in großen Massen, in Ge¬ schieben, und als Beftandtheil einer hiesigen Breccie; nie wurde er jedoch im Erzberg in fremdartigen äuße¬ ren Gestalten, als Muscheln, Schnecken, u. s. w. ge¬ funden. Inwendig ist er meistens etwas schimmernd, und geht schon in das Feinkörnige über. Sein Bruch ist allzeit splittrig, selten bemerkt man eine Anlage zum Schiefrigen, wobei er sich in unvollkommene Platten spalten läßt. An den Kanten ist er stark durchscheinend und hat manchmal Spatheisenstein, Zinnober, talkar¬ tigen Wetzschiefer, selten Quarz, öfter Eisenocker, gemei¬ nen Schwefelkies, Kalk- und Braun-Spath, vorzüg¬ lich aber Thonschicfer streifenweise in seiner Nähe dei- gemengt, worin dann ein Uebcrgang Statt findet. Eben so geht er auf der andern Seite in körnigen Kalk¬ stein über. iF. Körniger Kalkstein (gcmeinkörnigcr). Dieser ist gewöhnlich von weißer Farbe, und zwar bläu¬ lich und gelblich weiß, jedoch kömmt er auch von ver¬ schiedenem Grau vor. Seltener ist er bunt gefärbt, sondern meistens ein¬ farbig. Znwendig schimmernd, ost schon glänzend. Der Bruch ist sehr feinkörnig, dem splittrigen sich üähernv. Nur bei einigen Arten von der Trafeng fanden wir ihn blättrig. Er kömmt in sehr kleinen und feinkörnig abgesonderten Stücken vor, welches schon dem dichten nahe kömmt. Er ist durchscheinender, als der vorherge¬ hende. Kalkspath und gemeiner Schwrfelkies kommen in ihm eingemengt vor. Dieser und der vorhergehende Kalkstein, (hier Roh¬ wand genanmit) erscheinen im Erzberge in mannigfalti¬ gen Verhältnissen. Sie wechseln bald mit den Grau¬ wacken- bald mit den Spalheiscnstein-Schichten in mehr und minder starken Lagen ab, erscheinen in Blöcken, unförmlichen Massen, und sebst als Geschiebe. Beide gehören jedoch ganz ausgezeichnet zum Uebergangskalk- steine, obschon ihre Altersfolge verschieden seyn mag, so z. B. kömmt der klein- und feinkörnige mit weißli¬ chen Farben, nur in einigen tieferen Punkten der Tra- fcng vor. Dieser dürfte gewiß der älteste segn, woraus selbst das Grauwackengebirge ruht. 16. Späth iger Kalkstein (gemeiner). Er kömmt meistens von weißlicher, auch gelblicher und röthlicher, selten von bräunlichrother Farbe vor. Er findet sich gewöhnlich derb, eingesprcngt, höchst sel¬ ten in sechsseitigen abgestumpften Säulen, in dreisei¬ tigen Pyramiden ^), und in unvollkommenen Rhom¬ ben, oder Linsen krystallisirt. In Adern durchsetzt er gewöhnlich den gemeinen Kalkstein (Übergangskalkstcin); ferner findet er sich in Spath-, Braun- und ockrigen Eisensteine. Der Bruch ist stets blättrig, von dreifa¬ chem Durchgänge der Blätter, daher die Bruchstücke allzeit rhomboidalisch. Bei zunehmendem Gehalte an Eisenopyd geht der Kalkspath in Spathcisenstein über. Seine eigentliche Schwere belauft sich von 2764 bis 277.L zu rooo Der gemeine Bergmann nennt ihn sehr unmineralogisch R 0 ß za h n. ') Viercckigr, an der Spitze abgestumpfte Krystallen r bis z Linien hoch und halb durchsichtig, deren Poda in der Beschreibung der Eisenberg- und Hüttenwerke zu Ei- fiucrz, 44 erwähnt, dürften wohl schwerlich Vor¬ kommen. 17. Kalk sinter. Seine Haupkfarbe ist weis, und zwar schnee, und gelblich weiß, seltner schmutzig röthlich braun in einem Stücke adern- und lagcnweise beisammen, oft verschiedene streifige Farbenzeichnungen bildend, wobei er ein bandförmiges, angenehmes Ari¬ schen erhält. Von dem vormals in den Söberhagge- ner Kupfergruben eingebrochenen bläulich grünen Kalk- finrer, findet sich nichts mehr. Er kömmt derb vor, zuweilen in kleinen stumpfeckigen, rundlichen Bohnen, und fast erbsenförmigen losen Körnern, oder in kleinen glatten Geschieben; oft aber, und zwar meistens, als Überzug, rindenförmig, (— Rindenstein, gewöhnlich überzieht er die Braun- und Ockererze, und wird hier Wasserfall genannt-—) tropfsteinartig, zackig, zapfen- und röhrenförmig, äußerst schön staudenförmig und ver¬ worrenastig (—Eisenblüthe—), auch nierenförmig und knollig; ferner krystallisirt, in unvollkommenen, theils spießigen, theils pyramidalen Krystallen. Seine äußere Oberfläche ist rauh, manchmal drü¬ sig; bei einigen Arten der sogenannten Eisenblüthen aber glatt und etwas abfärbend. Er ist äußerlich mei¬ stens matt, seltener schimmernd oder glänzend, wobei die Oberflächen der Zweige wie mit kleinen glänzenden Pünktchen dicht besäet sind. Innerlich schimmernd, oder glänzend, und zwar seidenartig. Der Bruch des Kalksinters ist bei dem blättrigen, (sogenannten Tropfstein) klein- und großblättrig, bei dem faserigen hingegen wechselt sein Gewebe vom höchst zartfaserigcn bis zum grobfaserigen ab, und ist jederzeit gerade, meistens büschelförmig auseinander laufend, je, -och auch gleichlaufend faserig, das zuweilen in das auseinander laufend Schmahlstralige übergeht. Oft Lber verläuft sich das Feinzartfaserige in oas Splittrige. ÜZ Er hat dicke und dünne krummgebogene, oder ge- radschaaligc, abgesonderte Stücke *), die das faserige Gewebe durchschneiden; der astige und zackige aber be¬ steht aus wurm- oder korallenförmigen, dicken und dün¬ nen ausgezeichneten Stängeln. Beim Zerschlagen erhält man immer keilförmige und splittrige, auch unbestimmt eckige Bruchstücke. Er ist an den Kanten mehr oder weniger durch¬ scheinend, und nur einige höchst reine Arten nähern sich dem Halbdurchstchligen. Die hier vorkommende Spielarten Kalksinters sind folgende: s. Blättriger, sogenannter Tropfstein. b. Faseriger und schmalstrahliger, blendend weiß, und bandförmig gefärbt. c. Faseriger, in gcradschaalig ausgezeichneten Stücken. ck. Krystallisirter, in unvollkommenen theils spießi¬ gen, lheils pyramidalen Krystallcn, theils stau- dcnförmig. e. Ästig und zackig, sogenannte Eisenblüthe. Die spezifische Schwere verhält sich im Durchschnitt zum Wasser, wie 2806: rooo, und ein wiener Eu- bikschuh wiegt bei -FZ — 160 Pfunde. >) Der schöne faserige Kalksintcr von gcradschaalig aus- ge;eichu:t:n Stücken, wurde in Erzberg imJahr-8o§ zuerst durch uns entdeckt, und bricht , nur an einen: Drte sehr sparsam ein. --'4 Das Vcrhältniß seiner Grun'obestaudtbeile ist sehr veränderlich, und bestimmt sich zum Lheil nach seiner Consistenz. So fand man in roo Theilen Eisenblü- ihe, Kalkerde 66, Kohlenstoffsaurc 29, und Krpstallisa- lionswasser 5; Bucholz gibt hingegen L6 Kalkerde, 40 Kohlensäure, und 1 Wasser an. Poda hielt mehr als ein Drittheil der Bestand- tycile für reines Wasser, weil wahrscheinlich die wah¬ rend der starken Rostung nütemwichene Kohlensäure für Wasser genommen wurde. Die schönen Eiftnblüthen stnden sich vorzüglich in den sogenannten Schatzkammern in Söberhaggen, im Karls- und Neu- Franzens, Stollen; jener Kalksinter aber in rundlichen stumpfcckigen Körnern, in der Bärenzeche bey Nikolaus, im Markinstollen, u. m. a. O. Sein Gebrauch beschränkt sich, (außer dem zackigen und asti¬ gen in verschiedenen äußerst angenehmen Gruppen, die gut erhalten, eine wahre Zierde der Mineralien -Samm¬ lungen sind) zur Aussetzung und Verschönerung der Grotten. Ferner gibt er einen sehr reinen Kalk, und kann daher als das beste Flußbeförderungsmittel bei Schmelz- und docimastischen Proben, gebrannt aber, nach der Löschung im Wasser, seiner blendenden Weiße wegen, zur Ucbertünchung der Wände u. s. w. verwen¬ det werden. Jener hingegen, der schöne Politur annimmt, oder sonst artige Zeichnungen und Farbemistbungen hat, dürfte zu allerlei Gefäßen und Figuren verarbeitet sich gut ansnehmen. So findet man in der Barbara-Ka¬ pelle am Erzbcrg ein Marien-Brustbild mit dem Jesu- Kind, aus Tropfstein gemeißelt. Man legt hier in einigen Stollen, vorzüglich bei Martin, Nikolaus, u. m. a., wo stets kalkige Wasser abtröpfeln, verschiedene Münzen hin, welche nach eini- 6A gen Monaten durch das darüber herabtrauftlnde Kalß, wasser eine Kruste oder Überzug von faserigem Kalks tropfstein erhalten, der das Gepräge der Münzen sehr deutlich zeigt. ez. Kalktuffstein. Seine Farbe ist gelblich- und rauchgrau, auch manchmal lichtgclblichbraun ^). Er ist sehr porös, röhrenförmig , meistens leicht, fühlt sich stets rauh an, und ist mehrentheils aus hoh¬ len', traudigen, auch röhrförmigen, zapfen-und moos» ähnlichen Figuren von Kalkstein (in welchem auch Stü« cke und Brocken vFN Spatheisenstein, Brauner; und Grauwackenschiefer ciugemengt sind) zusainmengesetzt ^), Einiger besteht bloß aus Moos, Baumblattern (vor¬ züglich von Fichten-und Tannennadeln,) und Holzstan- geln, und wird durch, allmahlige Jnkrustiriing gebildet. Er findet sich in mehreren Theilen am Fuße des Erzbergs, vorzüglich in der Trofeng, wo seine Erzeu¬ gung folgendermaßen beobachtet wird: Die vom Berge periodisch herbeifiießcnden kalkigen Wasser laufen über mit Moos bewachsene, ober mit Baumnadeln bestreute Platze, und nach Verdünstung des Wassers sind sie mit einer weichen Kalkkruste überzogen. Setzt nun der Wafferzufluß aus, so wachst das Moos wieder fort, bis diese Wasser wieder zufließen, und die Vegctabiiien mir einer ähnlichen Rinde überziehen. Auf solche Art vergrö- In einem Kalktuffsteinbruche im Mönchthale, nahebei Eisenerz, fand , man sehr schönen Tuffstein aus blo- fien MooSinkrusiaten von perlgrauer und sm-ltcblauer Farbe. r) Die hiesige Pfarrkirche St. Dswaldi ließ Kaiser Ma» ximilian izoS aus ähnlichem geschmitenen Kalktugiie^ ne von neuem erbauen. «6 ßern sich die Kalktufflagen, bis die Wasser die neuge- bildeten höheren Puncte nicht mehr erreichen können, sich neue Abflußkanäle bahnen, die Tuffmaffen allmähiig austevcknen, und eine beträchtliche Festigkeit erhalten. Der Bergmann nennt diesen Kalktuffstein Erd- mo vs. ry. Gemeiner Braunsp ath. Von verschie¬ dentlich schattirten, bräunlich - und fleischrothen Far¬ ben, derb und eingssprcngk; blättrig mit dreifachem Durchgänge der Blätter und stark spiegelnden Bruchfia- chen. — Der hiesige Braunspath scheint schon dem Kalk- spath anzugehören, in welchen er, so wie auf der an¬ deren Seite in den grobspathigen Sxatheisenstein über¬ geht. Sein Vorkommen ist nicht sehr häufig. 20. Körniger Gyps. Von schneeweißer, sel¬ ten graulich weißer Farbe; derb, mit höchst feinkörni¬ gem Gefüge, inwendig schimmernd, auch wenig glän¬ zend mit beigemengtcn spathigen.Gypsölättchen. Die Bruchstücke sind unbestimmt eckig, stumpfkan¬ tig , und zeigen manchmal eine Anlage zu unvollkom¬ men stänglich abgesonderten Stücken. Er ist an den Kanten stark durchscheinend, weich, milde, leicht zersprengbar, und hat oft kleine Kör¬ ner und Streifen von grünlichem und bläulichem Übergangsthonschiefer, seltner Schwefelkiespuncte ein¬ gemengt. Dieser feinkörnige Gyps kömmt in der Lro- ftng nächst der Lehmgrube, am Fuße des Erzberges in dem Grauwackcngebirge, vorzüglich im Übergangskhon- schieser gelagert (?) ') vor, und dürfte wohl zum Uber- gangsgyps gehören. ,) Siehe Seite zs- 6/ 2i. Lichtrother Zinnober. Von licht co- chemllrvlher, ins Scharlachrothe sich ziehender Farbe. Er findet sich d^'b, auch eingespreugt in stumpf- eckigen Stücken, stark glänzend, von blättrigem Bruche, und undurchsichtig. Er kömmt sehr sparsam zwischen und auf spath-, dichterdigem-, und ockrigem Brauneifenstein vor; noch seltener aber im Überaangskalke und Kalkspathe. Merk¬ würdig ist, daß der hiesige Zinnober gewöhnlich nur in der Milte der Spath-uno Brauneisenstein-Stücke in¬ neliegend, in Gesellschaft von gemeinem Quarz vor¬ kömmt. Bisweilen gesellt sich noch Kalkspat!), Eisen¬ glimmer und Schwefelkies dazu. Man findet ihn nur sparsam in den nördlichen Tagbrüchen von Martin, und in einigen Trofenger Gruden *). 2l. Kupferkies. Von messinggelber ins Speis-. gelbe übergehender Farbe, meistens mit Schwefelkies gemengt, in Spath - Brauneisenstein und Ocker, ge¬ wöhnlich noch mit Quarz vorkommeud. Im hiesigen Erz- bergc mit den nachfolgenden Kupfererzen eine seltene Er¬ scheinung. Er wirb vorzüglich nur in kleinen Mügeln in den tieferen Erzbergs-Puucten vom Strihlgrabcn und Söbcrhaggen, im sogenannten SchüHenbichel —> wo man ehemahls aus Kupfer baute — angetrosfen; über- -) Bor etwa 60 Jahren soll im Appolonia - Stollen ein ganzer Stock (Lager) Zinnober eingebrochcn ftp», de» aber ein gewissenhafter Häuer, weil einige feiner Mit¬ arbeiter ihn für gut Geld heimlich verkauften und liederlich wurden, durch Verstürzung einer Zeche un¬ gewinnbar machte. Jetzt dürfte cs sich vielleicht loh¬ nen, einen Zubau dahin zu führen. 68 Haupt ist sein Vorkommen mir in der Annäherung zum Grauwackengcbirge und seiner untergeordneten Lager. sz. Kupferfahlerz, 24. Kupfcrlasur, und 2.5. Kupfergrün werden manchmal nur auf Lrn alten Halden- im Schützenbichel und unterm ErZbcrg beim Erbstollen, mit-und auf dem porphyrarligen, und Grauwackcngestcine gefunden, verdienen daher keine nä¬ here Erwähnung. . 26. Gemeiner Schwefelkies. Von speis« gelber Farbe, cingesprengl, selten derb und krystallisirt in vollkommenen Dodekaedern. Im erster! Falle kömmt er manchmal in Spath- und Brauneisensteine, in Begleitung von Kupferkies, Quarz und Kalkspath vor; im letzter» aber, alsDode- kae er krystallisirt, hak man ihn nur sparsam im Wetz- schiefcr angctroffen. Er gehört wie alle jene Körper, welche auf die Güte des producirtcn Eisens nachihcilig wirken, zum größten Glücke unter die selten vorkommenden Fossilien. 27. Magnetischer Eisenstein * *). Von ei¬ sen-und bläulich- schwarzer Farbe, derb- und eingr- >) Gehört zu dem lm mineralogischen Systeme aufgc- siihrtcu gemeinen Magneteisensteine; wir sind aber mit unserem kenntnißvollen vaterländischen Mmcralog-n, Herrn Anker *), gleichen Sinnes, ihn magnetisch zu nennen, wenn er bloß die Magnetnadel beunru¬ higt, während der Magneteisenstein schon selbst leich¬ te Eisenkörpcr an sich zieht. *) Kurze Darstellung einer Mineralogie von Stcycr« mark re. rc. von Matthias Joseph Anker, zwei¬ tes Bändchen. Sette 48. Eine den in-und auslän¬ dischen Mineralogen sehr empfthluugswürdigc Schr-fl- sprengt in einem kirschrolhen grovspathigen Spacheistn- steine; dicht, von kleinem und feinem Korn., kleinblät¬ trig, womit ein stärkerer Glanz verbunden ist. Ei ige seiner Blättchen scheinen wohl Eisenglmrmer zu ftpn. Er bewegt die Magnetnadel stark, und ist sehr schwer. Von diesem Eisensteine fanden wir ein einziges, ungefähr zwei Faust großes Stück in der genauesten Verbindung mir Spachcistnstein, welches gleichzeitige Entstehung mit ihm zeigt. Sein Vorkommen war ziem¬ lich hoch im Erzberge, bei der sogenannten Markusrech- ten über Tag. 23. Eisen glimmer. Von vollkommen eisen- schwarzer Farbe, Mistens in kleinen, dünnen, dicht übereinander liegenden Blattern, spieglicht glanzend, aufderbu» und krystalli sirren Spatheisensteine, vorzüg¬ lich Brauneisensteine, vorkommend, manchmal mit Kalksparh, selten mit Quarz und Schwefelkies ver¬ wachsen. . - - Im hiesigen Sparheisenstein-Gebirge kömmt der Eisenglimmer sparsam vor, und wurde bisher meistens nur im Paulus-Stollen, im heitern Hart, und sonst an kinigeu andern Ortern aufgefunden. 2y. S p a th ei senst e i n. (Pstinz, Stahlerz). Der Sparheisenstein wurde von einigen Mineralogen au.s der Klaffe der metallischen Fossilien in die der erdigen versetzt *)'; daher der klassische Mohs in der Beschrei¬ bung des van der Nu loschen Kabiners-) bemerkt, >) Zm Lehrbuchs der Mineralogie von Neuß Th. ». Band 4. heißt es in der zweiten Anmerkung: der Gpatheisenstem werde vonHaup dem späthigcn Kal¬ ke untergeordnet. » r)> Zte Abtheilunz, Seite 407. 70 wie notbwendig es sey, bei der oryktognostischen Classification die Summe der äußeren Verhall- niffe, das ist, die oryktognostischc Verwandtschaft, und niwk einzelne Kennzeichen zum Leitfaden zu nehmen. Fer¬ ner erwähnt derselbe, daß die gegenwärtige Gattung mehrere Arien unterscheiden ließe, da sic aber auch ohne Lhcilung leicht zu übersehen wäre, so wolle er sic, um Weitläufigkeit zu vermeiden, übergehen. So schätzbar diese Bemerkungen für die Orykrognosie selbst sind, so wird man es uns doch nicht verargen, wenn wir den dasigen Spatheisenstein, mehr für den praktischen Hütkenmann, als für den gelehrten Oryktognostcn, in Arten theilen, und ihm Benennungen beilegen, die frei¬ lich fnr das oryktognostische auf äußere Kenntnisse ge¬ gründete System nicht ganz passend sind. Die Grunde für diese Untcrabtheilung sind die auffallenden Übergänge, welche vom Spatheisenstein bis in den Brauneisensteinocker Statt finden, so, daß man die am Erzbcrge cinbrechenden Brauneisensteins- Arten als Glieder der Spatheisenstein-Formations- Sui¬ te ansehen müsse. Diesem zu Folge theilen wir den spä- thigen Eisenstein in zwei Arten ab: G c m e i n e r S p a t h e i se n steln. Wir nennen ihn gemein, weil er am verbreitesten im Erzberge ist. In minderen Verwikterungs - Periddcu scheinen ihn die Oryktognostcn zum Vorbilde ihrer Beschreibungen ge¬ wählt zu haben. Durch eine Art seines Vorkommens nähert er sich dem Kalksteine ungemein, daher er auch oft für wahrenKalk gehalten wird. Don der folgenden Art unterscheidet er sich durch seinen minderen Lhon- und Talkgehalk, durch die Art der Verwitterung, und mehr dergleichen. L. Thonigcr und talkiger Spalheisen- stein. Sein größerer Thon-und Talkgehalt, der sich sowohl durch das bloße Ansehen, als auch durch den Geruch vcrossenbaret, so wie die übrigen äußeren Kenn- zcichen und das geogno frische Vorkommen, rechtferti¬ gen diese Unterabteilung. Gemeiner Sp a t heisen stein. Dieser kömmt vor: L. von feinkörnigem ins Splittrige übergehenden Bruche, der sick dem Kalksteine nähert; b. von kleinem körnigblatterigen Bruche, der c. ins vollkommen Klein - Grob seltner ins Gro߬ blättrige übergeht, wobei er fast spiegelartig wird, und deßhalb Spiegelpflinz heißt. a. Der feinkörnige Pflinz hat verschiedene Farbcnschattirungen; in seinem unvcrwitterten Zustande scheint ein lichtes Granlichgelb und Graulichwciß seine Haupkfarbe auszumachen. Im Bruche ist er feinkörnig, ins Dichksplittrige übergehend, und wird hierdurch dem hiesigen Übergangskalkstcine sehr nahe verwandt. Er unterscheidet sich von den übrigen Spatheiftnstcin- arten auffallend dadurch, daß die Oberfläche bei dec Verwitterung sogleich röthlich ockergelb beschlägt, und ohne in das Nelken-und Schwärzlichbraune überzuge- hen, als Ocker erscheint. Seine Schwere übertrifft die des Kalkgestcins, steht aber gegen die der übrigen Spatheiscnstcine weit zurück, und wird deßwegen als zu unhältig ausgeschicden und unter das Taube gestürzt. Er brickt meistens, in eigenen Schichten von großer Mächtigkeit in der Nähe des Übergangskalkes, daher die trivielle Benennung „R o hwa n hweil ihn der ge¬ meine Bergmann schon für wahres Kalkgestein hält. d. Die Farben diesesPflinzes sind verschieden, am gewöhnlichsten aber graulichweiß, seltener gelblich grau, manchmal ins Erbscngclbe fallend. 72 Sein Bruch ist klein - körnig - blättrig , auch vollkommen kleinblättrig, und bei zunehmender Größe der Blätter gehl er in den spieglichtcn Spathcisen- stcin über. Bei seiner Verwitterung, oder der Ein¬ wirkung der Atmosphäre ausgesetzt, wird er im¬ mer dunkler, röthlich- und nelkenbraun, verliert sein krystallinischcs Ansehen, wird dichterdig, j und geht in Brauneisenstein über, wobei er oft stahlfärbig blau an¬ lauft, und deswegen den Namen Blauerz erhielt. Ei¬ ne noch größere Oxydation bringen in ihm die gelblich braunen und ockergelben Farben hervor, wodurch er sich zum wahren Ocker umstelltet. Die Farben - Verän¬ derungen geschehen nicht bloß äußerlich, sondern sie ge¬ ben bei' gleich dichten Massen auch nach innen, und zwar auf den kürzesten Wegen, nähmlich in Radien gerade dem Mittelpunkte des Stücks zu *). Daher kommen denn die sehr instruktiven Stücke, die in der Mitte den ursprünglichen lichtfarbigen, ost fast weißen glänzenden Spatheisenstein wie einen Keru zeigen, der rund umher von Braunerz und Ocker, Hwr- in letzteres ferner iibcrgieng, umgeben sind. Aber noch ist diese Veränderung , die nichts anders als eine wahre fortlaufende Oxydation des in den Späthen enthglte- nen Eisen -und Mangan-Oxydes, vielleicht auch selbst der Erden ist, nicht beendiget. Sie geht weiter, und bildet aus dem dichterdigen Brauneisenstein, Ocker, wäh» rend höchst merkwürdig brauner Eisenrahm (und wir zweifeln nicht, selbst Graubraunsteinerz), in verschiede¬ nen Gestalten in den Drusen und Ablösungen der Braun- crze hervortritk. Dieser macht bei größerer Weiche all-, mahlig fast scheckige Ansätze, die durch Attraktionskräf- tc verbunden, einen mehr als wahrscheinlichen Übergang -) Faust große Stücke können, bei erleichterter Ein- Wirkung der Atmosphärilien, in 8 bis >o Jahren durch und durch in Brauncrz umgewandelt scyn. kn faserigen Brauneisenstein vermuthen lassen, dessen gan¬ ze Structur shon auffallend zu erkennen gibt, das, er einem Sinterungs - Processe sein Daftyn verdankte ^). Wir wollen aber hiermit keineswegs behaupten, daß aller faseriger Braunstein aus braunen Eisenrahm entstanden sey, da er eben so gewiß unmittelbar aus dem dichten Brauneisenstein gebildet werden mag. Nicht allein hier, sondern auch auf anderen Effensteinsbergbau- rn der österreichischen Monarchie bemerkten wir die Über, gange, so, daß wir uns für berechtigt halten,-alle je¬ ne Branneiscnstcinarten, den Schwarzeisenstein, und selbst einen großen Thcil der Braunsteinerze, welche mit den Eisenspathen verkommen, als Er¬ zeugnisse aus ihnen anzuschcn , wofür auch der gewöhn¬ liche beträchtliche Mangan - Gehalt spricht, der bei al¬ len übrigen Gliedern der Eisenstein - Sippschaft vermißt wird. Auch müssen wir einem Einwurfe begegnen, wel¬ chen uns der chemische Lryktognost machen könnte, der bei der Analyse des aus dem Spakheiscnsicine verwit¬ terten Braunerzes ansehnlich mehr Thon - und Talkerdt als Kalkerdc in der Grundmischung fand. >) Wer diese Übergänge für unstatthaft hält, beliebe sich mir hier au Ort und Stelle zu überzeugen, und wir stnd gewiß, daß er mit uns gleicher Meinung sey» werde. Branders schön beobachtet man die leisen Über¬ gänge in den Geißbergcr-Gruben bei Frisach in Karn- Gen, wo bei der Umwandlung des Pflinzes inBraun- 'rrz der manganhaltige Eiscnrahm stark zum Vorschein kommt; er setzt sich sodann in die entstandenen Dru¬ sen, macht einen und mehrere Überzüge auf dem Braun¬ erze, der Überzug wird nach und nach fester, die röih- lichbrauue Farbe wwd mit zunehmender Dichtigkeit noch auffallender, und die stärkste Cohasionskraft ist. endlich mit der Bollcndnng des Glaskopfes verbunden. 74 Daß dieses wirklich Statt findet, daran zweifeln wir gar nicht; daß aber deßhalb noch lange nicht er¬ wiesen sey, und nie erwiesen werden wird, der Braun¬ eisenstein könne kein Gebilde aus dem Spathcisenstein seyn^ wird leicht erklärbar, wenn man in Erwägung zieht, daß bei der Verwitterung und den einwirkendcn Wässern, die leichter abführbare Kalkerde gegen die zähe Thon-und Talkerdc wcggewaschen, mithin relativ mehr Thonerde bei gleichem Gewichte des Brauneisensteins in der chemischen Analyse abgeschieden wird *). Zwischen den kleinkörnig - blättrigen Eisenfiein- Theilchen hat er oft ein mattes, fast erdiges Anse¬ hen, das schon die beigemengte Thoncrde verrath, wo¬ bei er denn auch in den thonarkig-späthigen Eisenstein übergeht. Das eigcnkhümliche Gewicht dieses Pfiinzes be¬ läuft sich im unvcrwitterten Zustande auf Z642 biS Z7»Z zu 1000. Bei der Röstung verliert der Zent¬ ner 20 — Zo Pfunde, und in der Schmelzung gibt ein Zentner —42 Pfund Roheisen. Dieser Eisenstein ist im hiesigen Erzgebirge am verbreitetsten, und nimmt den größten Theil der For¬ mation ein. Übrigens führt er mit sich etwas Kalkspath, Quarz, und seltner eingesprengten Zinnober*), Eiscn- 1) Hier müssen wir nochmals auf die Formation des Kalksinters aufmerksam machen. «) Wie der Zinnober im Spathcisenflcin hier vorkömmt, (freilich sehr selten), so wird man ihn kaum irgend¬ wo wieder finden; da wir in einem, einen Viertels¬ zoll großem Stücke, welches wieder gleichsam, wie 7Z glimmer, Kupfer- und Schwefelkies. Beide letztere Fos¬ silien kommen nur in den tieferen Punkten des Erz¬ berge- vor. c. Die Hauptfarbe des sp ieg e lickt c n Pflinzes ist gelblich grau, auch crbsengclb und graulicbwciß. Ein einziges Stück fanden wir von vollkommen großblät¬ trigem Bruche, welches eine kirschrotbe Farbe zeigte. Der Bruch ist klein-, oft grob-, manchmal großblätte¬ rig, theils vollkommen gerade, seltner krumm. Die Blatter sind oft abgerundet, auch rhomboidalisch, und an den Kanten bei den lichten Farben wenig durchschei¬ nend, bei den dunkeln aber undurchsichtig. Er findet sich derb, eingesprengt in den erst er¬ wähnten Abänderungen, und in kleinen, auch größe¬ ren vollkommenen Rhomben krystallisirtt äußerst sel¬ ten aber in der Abänderung, wo der blättrige Bruch schmalstrahlig wird. Er hat zugleich eine eigene Art Perlmutter-Glanz, der ihn besyndcrs mit den oryk- tognostischen Kennzeichen, von allen anderen Eisenspa- then unterscheidet. So wie nur? die Farben bei der Verwitterung keineswegs zufällig , sondern jeder Abän¬ derung eigen sind , welches bei gleich einwirkenden Ve¬ hikeln wohl in dem quantitativen und qualitativen Verhältnisse der Grundmifchung und ihrer attractiven Kräfte zu suchen seyn möchte, eben so wird dieser Ei- senspath bei den angehenden Opydakions-Graden auf seiner Oberfläche gvldschimmcrnd, taubenhälsig bunt angelaufcn und schillernd, was man bei den andern Arten nicht beobachtet. Wenn die übrigen Spathcisen- stcinc immer brauner und schwärzlicher werden, und der Kern einer .Nuß von Spathcisenstein cingeschlos- w,! war, Zinnober, Ouarz, Eisenglimmer, Schwe¬ felkies und Talkblättcheu beieinander liegend ja-iden. /6 ihr spathiges Gefüge verlieren, so behalt diese Artauch bci ihrer höchsten Verdunklung noch immer ihr blät¬ triges und schimmerndes Bruchansehen bei. Daher ist es uns bisher auch nicht gelungen, einen ausgezeich¬ neten Übergang dieses spieglichten Pfiinzcs in Braun» erz zu entdecken. Schon dadurch läßt sich derselbe im frischen, so wie im verwitterten (oridirten) Zustande, von den übrigen Arten leicht unterscheiden. Auch seine Farben neigen sich immer mehr ins Schwärzliche, als Röthliche, und sein ganzes Ansehen verraih, daß we¬ nig oder gar keine Thonerde, wohl aber ungemein viel Kalkerde bcigemengt sey ; daher im ursprünglichen Vorkommen sein starker Anschein zum Übergänge in späthigen Kalk, wovon er sich aber durch die Schwe¬ re sehr merkwürdig unterscheidet. Im höchsten Grade der Verwitterung *) muß man ihn endlich doch zum Brauneisenstein-Ocker rechnen, .wenn er gleich wenig Thonerdc mit sich führt, und . immer etwas Späthi- ges zeigt. Das spezifische Gewicht ist sehr veränderlich, und wechselt von Zt>8o bis Z8»9 zu 1000. Bei der Röstung im Großen verliert der Zent¬ ner 28 bis ZO Pfund, und wirkt, wie aller Spalh- eisenstcin, nur nach der Verrostung auf die Magnet¬ nadel. l) Wir hatten Gelegenheit, grobspäthigen Pfliu; zu se¬ hen, der vor >iz Jahren, angeblich als weißer, un- zeitiger Eifcnspath, in etwa Mannsfanst großen Stu¬ cken ans die Halde gefördert ward. Diese Stücke sind erst jetzt durch und durch, mit Beibehaltung ihres späthigen Gefüges, bräunlich-schwarz geworden, wah¬ rend sich auf der Oberfläche und zwischen den Ab¬ lösungen, cuvaS Ocker gebildet hat. 77 Im Schmelzofen gibt er zo bis Z4 Pfund Roh¬ eisen vvm Zentner. DicBestandthcile, die Bergmann von einem stcy- ermärkischen Eiftnspathe angibk, wollen wir hersetzen: Z8 Eisen (oxyv) 24 Braunstein (04yd) 19 Kalkerde, rc> Kohlensäure und Wasser. Kohlensäure und Wasser ist für diese Art zu wenig, so wie Mangan zu viel. Wahrscheinlich also dürste das zur Analyse verwen¬ dete Stück von dem kleinkörnig - blättrigen Eisenspath gewesen seyn, der eben keine Thoncrdc mirführte. Sein Vorkommen ist mit den übrigen Eisenspathen in kleine¬ ren und größeren Schichten im dasigen Übergangsstück- eisenstein-Gebirge. Erbricht selten rein, sondern mit den anfgezahlten Abänderungen, und den bei b. ange» gebcncn Fossilien. L. Thon iger und kalkiger Spakheisen- stein. Dieser erscheint: ». kleinkörnig.-blätterig, mit sichtbaren Thonkheil- chen gleichförmig gemengt, der eine Anlage zur unvollkommenen grobstänglichen Absonderung be¬ sitzt, und b. kleinkörnig - blättrig mit streifenweise grünlich grauen Thon- und Talkblattchen durchzogen, wel¬ che ihm ein schiefriges Ansehen geben. ü a. Von Farbe verschiedentlich grau, vorzüglich lichtgelblichgrau, das bei zunehmender Oxydation rökh- lich- und nelkenbraun, höchst selten mordoreroth, und endlich beim Übergange in Ocker, mit den ihm eigenen Farben vorkömmt. Er ist kleinkörnig-blättrig, jederzeit mit mehr oder Minder sehr leicht kennbaren Lswucheilchen gleichför- 78 mig gemengt, und zeigt schon im unvcrwitterten Zu¬ stande eine Anlage zum unvollkommen ausgezeichnet Grob- stänglichen. Sein matteres, nur mehr schimmerndes An¬ sehen , verbunden mit den übrigen Kennzeichen, macht ihn leicht vor den andern Eisenspakhen kennbar. Die Verwitterung geht wie bei der erwähnten Abänderung, vor sich, nur mit dem Unterschiede, daß die braunen Farben lichter und röthlicher, und der dichte Bruch mehr groberdig erscheinen. Ferner zeigen sich bei seiner Verwitterung unvoll¬ kommen grob-, gerad-, und krummstänglich abgesonderte Stücke 0, die sich manchmal wie Blatter von einem Stengel, gleichförmig zu beiden Seiten gekrümmt, hin¬ aufziehen. Stücke hiervon, mit dem noch unverwitter- lcn Pstinz, nehmen sich trefflich aus. Von dem gewöhnlichen stänglichen Thoneisensteine (ein pseudo - vulkanisches Product ? ?) unterscheidet ihn sein groberdigcs, minder rothbrauncs Ansehen, sei¬ ne grobmchrenkhcils krummstangliche, unvollkommene Absonderung, und die größere Schwere sehr auffallend, u. m. dgl. Wer indeß einen dergleichen Brauneisenstein ohne Eisenspath zu sehen bekömmt, wird ihn ohne Bedenken unter die Gattung der Thoneisensteine zahlen, wie die¬ ses vielleicht schon oft der Fall bei Beschreibung dieses Eisensteins gewesen seyn mag. Denn, er enthält kein ein¬ ziges Kennzeichen mehr, was mit seinem ursprünglichen Zustande übereinstimmt, und nur hier, an der Quelle selbst, ist es so leicht, den Übergang zu erkennen, wo ,) Eine tauschende Ähnlichkeit mit den großen Basalt- faulen, daher ei» wichtiger Leitstern für die Ncpm- nisten. man den Winz noch kaustndfach gerade im Übergänge findet. Brauner Eisenrahm wird hier weniger, als bei dem oben erwähnten kleinkörnig - blättrigen verwitterten Eisenspath (Braunerz) abgeschieden, und wir vermukhcn aus Gründen, daß er nicht so diel Mangan - Oxyd in der Beimischung führe, daher auch das daraus produ- zirtc Roheisen mehr für Eisen, als Stahl geeignet ifi. Die Eigen-Schwere und der Eisengehalt in Hun¬ dert, verhalt sich fast, wie bei der Abänderung Sein Vorkommen ist vorzüglich in der Annäherung zum Übergangsthonschiefer, findet sich aber im Ganzen sehr sparfam, und wurde bisher nur in der Grube Beith, im Hinteren Hart, aufgefunden. d. Von allen bereis erwähnten verschiedenen Far¬ ben-Nuancen; kleinkörnig-blättrig, mit streifenweise grünlichgrauen, silberfarbigen Thon- vorzüglich Talk- dlätlchcn durchzogen, die ihm ein etwas schiefriges An¬ sehen geben. Er verwittert ebenfalls in Braunerz und Ocker, und wir sahen Stücke, wo der Pfiiuz in die Braunerzc nach Art der Kiappersteine (Eisennieren, die ost Ocker cingeschlofscn enthalten) eingeschlossen, und durch Schüt¬ teln bewegbar war. Der verwitterte zeigt manchmal eine Anlage zur stänglichen Absonderung. Er findet bestimmt sich in der Nähe öes Schiefers, oder kömmt in wechselnden Schichten mit ihm vor, tritt auch manchmal ganz in denselben über. Man ver¬ schmelzt ihn ungern, sowohl wegen des zu kleinen Eisen¬ gehaltes, als auch vorzüglich wegen der Beimischung der vielen Talk- und Thoncrde, die bekanntlich sehr streng- muffig sind. , So Zv. Dichterdiger Brauneisenstein. Von den oben angegebenen braunen Farben, und ein Pro¬ dukt der Verwitterung aus dem Spath.eiftnsteine. Wir glaubten durch den Beisatz: „erdig," seine äussere Charak¬ teristik etwas .näher zu bestimmen, da er sich eines Lheils dem gewöhnlichen Brauneisenstein, andern Lheils aber dem gemeinen Thoneisensteine nähert, und so zum verbindenden Gliede zwischen beiden wird. Sein Vorkommen ist wie das des Spatheisenstcines, -voraus er entstand; ferner in eckigen kleineren und grö¬ ßeren losen Stücken und Geschieben, wo er in Beglei¬ tung mit frischem Pstinz, Kalkstein und Ocker, den Trümmer- oder Breccien-Spatheisenstein bildet, der nichts weiter als eine Verbindung der genannten Theile mir faserigem Kalksinter ist *). In andern äußeren Ge¬ stalten, als z. B. röhrenförmig, tropfsteinartig rc. rc., worin er so gern vorkömmt, fanden wir ihn niemals. Charakteristisch bleibt für ihn, daß beinahe jeder¬ zeit der braune Eisenrahm und braune Glaskopf, beson¬ ders bei dem schon beginnenden Übergange in Ocker, die Drusen und Ablösungsstächen in mannigfaltigen äu¬ ßeren Gestalten überziehen, wobei ost der Eisenrahm verschiedentlich geformte Zeichnungen hervorbringt, die in früheren Zeiten zu höchst phantastischen Ideen verleitt- -) Der gemeine Bergmann neimt ihn nach einem aus getrockneten Birnen und Zwcschen gemengten Ge¬ bäcksKlötzcnbrot-Eisenstein. In diesem Trümmer- Spatheiftnstein, der oft mächtige Schichten des jüng¬ sten Erzeugnisses bildet, kommen nicht selten grössere Drusen und Höhlungen vor, die mit dem schönsten blättrigen, spiessigen und nadelförmigen Kalksinter hbcr- klcidet sind, und die Bewunderung des Fremden auf sich ziehen. Bei Leopold, im sogenannten Weinkeller, ßndet sich einer dieser ausgezeichnetsten Punkte. 81 ten, woraus denn unglaubliche Dinge entsprangen, die selbst Jahrhunderte nicht verwischen konnten *). i) Was von der sogenannten marianifcheu Wunderstuffe, deren selbst in öffentlichen Zeitschriften Erwähnung geschah, und wcßhalb den Eiscncrzcrn schon mancher bittere Vorwurf, und in mancher Hinsicht mit Recht zu Thcil wurde, zu halten sev, überlassen wir dem geneigten Leser. Er wird sich aus ben Kräften und Wirkungen der Natur, leicht selbst das Nvrhigc er¬ klären. Zur näheren Übersicht dieser in Kupfer ge¬ stochenen Wunderstuffe, folgt Statt der bcistehcndc» Beschreibung in lateinischer Sprache, eine deutsche wörtliche Übersetzung: „Am 8. Tage des Oktobers d. I. 1669." „Ein gewisser Bergknappe, Rahmens Simon Weissenbachcr, als er im Jnncrnbcrge der Eiscugru- ben, oder an der Eisenerzer-Seice, feiner gewöhnli¬ chen Arbeit vorstehend, in einer gewissen Grube, die inan von dec heiligen Dorothea nennt, einen guten Eisenanbruch zu suchen, in die Tiefe kam s und nach gewöhnlichem Gebrauche die guten Eisensteine von den schlechteren schied, fand unter andern einen Ei¬ senstein, Ivie er auf dieser Tafel ausgrdrückt ist, von etwa a Pfund Schwere. Diesen Stein zerschlug er Mit einer Haue in 2 Theile , und jetzt sah er in größter Verwunderung auf jeder der bcpden inneren Seiten gegenwärtiges Bild, welches nicht undeutlich die Vorstellung der allerheiligstcn Jungfrau und Got- tcsgebährcrinn aufdrang. Bewegt durch die Neuheit des Gegenstandes, besahen der kais. Bergrichtcr, wie der erste Markscheider den bewundernswürdigen Ei¬ senstein, und zeichneren ihn für dir kaiserk. gewcrk- schastl. H. Commissairs, die eben glücklicher Weise anwesend waren, nach einer vorhergegangcnen genanen Visitation des Jnnernberges, von welchen später das entdeckte Original als ein besonderes Pfand der Gunst der göttlichen Jungfrau - an den lächerlichen Hof 6 82 Er fuhrt in den Höhlen und Klüften häufig Kalk- sinter mit. Die spezifische Schwere ist von Z,Z^o bis Z,6vo zu 1000. Zv. O ckri g e r Br a u n e ife n stein. Er unter¬ scheidet sich von dem ockrigen Brauneisenstein aus ande¬ ren Gegenden durch kein einziges äußeres Kennzeichen, daher die nähere Beschreibung füglich übergangen wer¬ den darf. Die Eigenschwcre ist von 2,900 bis 2,§oo zu 1000 r). Der Zentner verliert nach Poda im Röstfeuer r6 bis Zc> Pfunde ^); wir fanden aber nur 3 bis -r Pfunde. Im Schmelzftuer soll er 20 bis 2Z Pfund Eisen geben. Der hiesige Bergmann nennt ihn Moder. Zi. Brauner Eisenrahm, Von einer Mit- telfarbc zwischen Stahlgrau und Nelkendrauu; seltner vollkommen Blei- und Stahlgrau. Er findet sich manch¬ mal derb, öfter eingesprengt nierenförmig, dendritisch und häufig als schaumartigcr Überzug auf dichterdigem Brauneisenstein, Ocker und braunen Glaskopf, in den Sr. durchlauchtigsten Majestät Leopold I. übecschickt wurde * *). *) Jetzt befindet sich diese Stuffe i» der Amtskanzle» zu Eisenerz ausgestellt. ,) A. a. O. 2) Diese Angabe kann nur dann richtig seyn, wen» sehr nasser, noch nicht abgctrockneter, sehrtponig^ Ocker zum Versuche genommen wird. 8S ein Übergang, gleichwie in das erdige Graubraunstein- crz, zu geschehen scheint. Überhaupt fallt die Sonderung der beiden letz¬ teren Fossilien ost sehr schwer, da die vryktognosti- fchen Unterschiede schon sehr ins Kleine gehen. Die ganze Gattung des Brauneisensteins führt einen an¬ sehnlichen Mangan-Gehalt in seiner Mischung, wo¬ von der braune Eisenrahm die größte Menge enthal¬ ten dürste, daher die leisen, kaum merkbaren Über¬ gänge in die Sippschaft der Braunsteincrzc. Das Vorkommen des braunen Eisenrahms im Erzberg ist sehr verbreitet, und die schönsten Stücke findet man bei den Ferdinands-Tagebauen. 32. Faseriger Brauneisenstein. Brau¬ ner Glaskopf. Von licht- und dunkelnelkenbrau¬ ner Farbe, äußerlich grünlich, auch sammetschwarz, in verschiedenen äußeren Gestalten, mit dichtfaserigcm Bruche, * Der in den Lagerstätten der Braunerze vorkom- mcndc Glaskopf bekleidet häufig die Drusenhöhlen desselben, in welchen er, besonders in dünn- und krum- schalig abgesonderten Stücken, mit dem Eisenrahin vorkömmt. In der Gegend Troftng, werden derbe Stücke oon Glaskopf, lose über Lage mit dichtem Braunei¬ senstein vorkommend, gefunden. Am häufigsten findet er sich in den höheren Theilen des Erzberges, aber im Verhältniß zu den übrigen Eisensteinen doch sparsam. Wir hätten nun alle bisher uns zu Gesicht ge¬ kommene Fossilien des Erzberges aafgezählr. Über die allenfalls einbrechende Braunsteinerze wollen wir. 6^ 84 AM richt vorlaut zu sehn, einstweilen unsere Meinung zurückbehaften. -politische Begrenzung des Erzberges, und Betrieb des Bergbaues. Der Crzberg wird durch die k. k. Gewerkschaft in Eisenerz, und durch vierzehn freie Berggewerkrn (Rad- meister) zu Vordernberg bebauet, so, daß beinahe drei Fünstheile der Höhe der ersteren, und zwei Fünstheile der Höhe, oder das Übrige bis an die höchste Kuppe, den letzteren augehören. Diese politische Begrenzung oder Theilung des Eigenrhuwes, geschieht durch eine schwebende, jedoch kciiicswcgs horizontale Markstattslinie *), die Eben- hohe genannt, welche 2r Ebenhöhs - Tagpflöcke, so wie mehrere Gruben- und Scherrnpflöcke sormircn. Diese Grcnzsignalc werden thcils mittelst hölzer¬ ner Pflöcke (Stiften), thcils im Gesteine befestigter eiserner Kreuzchen, die mit den Zeichen I (Junernberg), und V (Vordernberg), dann milder Jahrszahl 1769, als der letzten Ebcnhöhen-Regulirung, bezeichnet sind, vorgcstellt ^). -) Man versteht hierunter eine nach dem Umkreis des Bcrggehängcs in einer gewissen Höhe gezogene Linie 2) Es liegt außerhalb unsers vorgcsteckten Zieles, nler das Sonderbare und Unsichere dieser Begrenzung, so wie über die öftcrn, besonders in früh-ren Zeiten entstandenen Streitigkeiten und Ausgleichungen, h>" nur ein Wörtchen zu verttcnn, Lu diele Vorfälle nicht leicht wieder rückkehren dürften. 8Z So wie die Berggewerkm Vorderubcrgs noch ihre eigenen Fels- oder Gruben - Massen haben, so bestanden dieselben vor der 162,5 zu Stande gekom¬ menen Union ebenfalls am Jnnernberge, welche in der kapitulieren Erb-Bergwerksordnung *) näher bestimmt und angegeben sind; gegenwärtig aber bezeichnet die erwähnte Ebenhöhs - Linic das innernbergische Berg¬ bau - Territorium. Dieser nicht unbedeutende Flachenraum von etwa FZ,000 Quadrat - Klaftern ist, wie das Alker des Bergwerks, und die ehmahls bestandenen kleinen Gru¬ benmaßen von etlichen 20 Gewerken mit sich brin¬ gen, nach Art eines Maulwurfhügels in unzähligen Richtungen durcharbeitet und überworfen, welches der ganzen Bcgbauung ein sehr chaotisches verworrenes Ansehen gibt. Eine solche grenzenlose Unregelmäßig¬ keit konnte nur von einem planlosen Hineinschlagen, oder räuberischen Baue aus den frühesten Zeiten ent¬ springen, welches inzwischen, wie wir gleich zeigen werden, ebenfalls sein Gutes hat. Zugegeben, daß man sich so viel möglich in seinen Grundsätzen und Syste¬ men genau an den Leitfaden halten solle, den uns die Natur stillschweigend vor Augen legt, so konnte für das hiesige Lokale, worin eine ungeheure Spatheisensteiu- Formation als Stück-Gebirge niedergelegk ist, wohl nichts besseres für die Nachwelt geschehen, als vorerst -) Kaiprlich k piinl-rtc Erb - Bergwerksordnung über bas uhralte Eise«- und Stachel-Be'gwerk des Zim-rn, als Vorder» Eilenqrtzts im Land Sreyer. /^nno -6ä- verfaßt, und e^nno >670 gedruckt. Diese nun selten gewordene Bcrgordnung ent¬ hält über da- Eigenthnmsrecht der Eisenerzer Gewer¬ ken, dann wie gewisse'Bergangclegenheit n gehalten werden sollten, manche schätzbare Nachricht. 86 die ganze Masse nach unzähligen Richtungen durchzu¬ längen, weil hierdurch der Zuttitt der Lust und der Wasser unendlich begünstiget ist. Diese, für ein an¬ deres Lokale zwar strafbare Unordnung, bietet gerade die größte Oberfläche dar, und befördert dadurch die Abwitrerung (Oxydation) der fönst schwer zu gewin¬ nenden Pflinzc mächrig. Es wird also L. der Oxydationsprozeß beschleunigt, b. die leichtere Schmelzbarkeit der Erze begünstigt, und c, dir minder kostpiclige Erzgewinnung erreicht. Wenn man also von dem Grundsätze ausgeht: „in der kürzesten Zeit mit den geringsten Kosten die größtmöglichste Menge gut geschiedener Erze zu gewin¬ nen" so wird jede Bemühung dieses „verhunzte" Berg¬ werk, wie es so oft betitelt wurde, in Ordnung zu bringen, d. h. in geraden, dem Auge wohlgefälligen Straßen, es scy in der Grube, vdcr über Tage mit¬ telst Luecrbau, oder terrassenförmigen Tagbauen zu betreiben, nie zum wahren Ziele führen, und für das Werk vortheilhaft werden. Wenigstens beweiset die Erfahrung, daß man weit besser fährt, wenn man die abgefallencn Braunerze nur zusammenliesk , als mit theurem Pulver die kaum bezwingbaren Sparheisenstcin- Felscn ab schießt. Hier ist demnach das Beste, die Einwirkung der Atmosphärilien auf den höchsten Grad zu befördern. Die Alten waren also sehr klug, da sie bloß den Braunerzen uachbautcn, wozu sie vielleicht ihr einfacher Schmelzprozcß zwang. Alle ihre Baue gierigen daher mit dem Gehänge nahe an der Oberfläche parallel, weil hier die meisten Braunerze (Blauerze) zu finden waren; selten schlugen sie gegen die Mitte des Berges, weil sic 87 wohl wußten, daß hier mehr Psiinz einbrechen werde; höchstens wurden Hossnungsbaue betrieben. Der ganze Hiesige-Bergbau zerfallt nun: s. in den Gruben-, und b. in den Tagbau. Wenn wir den Grubenbau als solchen ohne weitere Umsicht betrachten, so müssen wir allerdings ge¬ stehen, daß man hier die wohlthätige Hand der Natur sehr unachtsam und sorglos aunahm, und die Quelle in ihrem vollen Segen mißhandelte. Man bauete Stol¬ len über Stollen, Straßen neben Straßen, und Ze¬ chen auf Zechen, unbesorgt, wie diese Baue einst mit kostbarer Zimmerung aufrecht zu erhalten seyen, worauf man insbesondere Bedacht hatte nehmen sollen, da in früheren Zeiten vorzugsweise nur Grubenbau betrieben ward. Der Alten Grubenbau war also sehr einfach , indem sie, wo Blauerze vorkamcn, ihnen nach allen Richtun¬ gen so lauge nachfuhren, als sic dieselben hatten; hör¬ ten sie auf, und der Pflinz brach ein, so wurden die erst losgearbcitetcn Erze gänzlich aufgeschicden, als Bor- rath darin liegen gelassen, oder nach Bedürfniß weg¬ gefördert, und die unzählig gekrümmten, oft schauer¬ lich großen Höhlen (Zechen) ihrem weiteren Einstürze überlassen. So ging es fort, man suchte neuerdings Blauerze, that das Rühmliche, und häufte eine monta¬ nistische Sünde aus die andere. Man sicht hieraus, wie kunstlos und natürlich der Grubenbau ehemahls war, und man hätte wenigstens in den folgenden Zeiten, da man schon einmal Gru¬ benbau treiben wollte, negativ lernen, und was die Alten khatcn, vermeiden sollen, da man hierbei gewiß nicht die Absicht halte, das Innere des Berges aufzuschlicßcn, um die Verwitterung der Erze zu be 83 fördern. Erst vor einem Jahrzehend fieng mm, an, die Winteemonate hindurch, wo der Hauer am Tage nickt arbeiten kann, Lueerbau einzuführcii, wodurch mit ge¬ ringen Zimmerungsrosten die Sicherheit des Arbeiters, und die Auftechrhalknng der Gruben- oder Wintcrbaue erreicht wird. Jetzt ist man bemüht, allen eigentlichen Grubenbau, der immer weit kostbarer, als der Tag¬ bau bleibt, nach Möglichkeit zu vermeiden, die Gru¬ den blaß als ein Obdach, oder Schutzort (wenn sie nicht der verkürzten Forderung wegen norhwcndig sind) bei dem hiesigen kalten Klima und dem lange dauernden Winter für den Bergmann anzusehen, um darin die Ausscheidung der Erze vorzuneymen, welche theils von den verlassenen Zechen der Alten abfallen, theils den Sommer über von den hohen Tagbrücken ungeschieden znsanimengezogen, und in die vielen vorhandenen un¬ ter sich verbundenen trichterförmigen Einstürze, (Eingänge genannt) oder in den besonders hiezu, jedoch in Erzen angelegien kleineren Schutte» und Schachten abge¬ stürzt werden. Es wäre wirklich zu unwichtig, diesen Bau wei¬ ter zu verfolgen, nur wollen wir bemerken, daß sich die ältern Bergbeamten etwas darauf zu Gute thakcn, die an die Vordernbcrgcr grenzenden Bergrheile unsinnig zu verhauen, wodurch bei diesen angrenzenden Gruben nun viele hundert Klafter Strecken m massiven Gezim¬ mer aufrecht erhalten werden müssen. Wo mau jetzt Stollen oder Ouerbau treibt, faßt man die Orter 7, bis 9 Schuh hoch, und 4 bis L Schuh breit. Schachtbau ist eigentlich nicht, und den man in neuesten Zeiten anlegte, hatte einen anderen Zweck, als um bloß Erze zu erobern, obschon er nach unserer Ansicht weder der Haupt- noch Nebenabsicht entsprach ^). >) Seit dies geschrieben ist, haben sich die Umstände ge¬ ändert ; man scbritt daher zur Ausführung dieses kost¬ spieligen Projekts. Mit Hliiwcgschaffung der gewöhnlichen Berghin- Lennssr, Grubenwässcr und schlechter Wetter rc. ,hak man wenig Muhe, weil sich der Grubenbau in keine Teuft erstreckt , die Erze alle zu Tage liegen. Dke Versiehe rung gegen Einstürze wird, wo es das Gestein erfordert, durch gewöhnliche Stollenzimmeruna mit ausgcscharrten Stempeln und Jöchern, (Kappen) bewirkt, wozu man Fichten- oder Lerchenholz verwendet. —- Die Arbeit auf dem Steine selbst richtet sich nach seiner Festigkeit; man bohrt, sprengt, verschramt, und wendet bei den würben Erzen Keilhaue und Kratze an. Alle diese Ar¬ beiten werden nach verschiedenen Gedingsarten betrieben, wovon wir weiter unten sprechen. Aus den Gruben fördert man die mittelst Grubenhunden, (hier Gcstäng- truchen genannt), theils mit, theils ohne Lciknagei, zu den Grubenhalden über Tage, von wo sie mittelst des Sackzuges und einer Tagrolle, denen am Fuße des Berges liegenden vier Hauprhalden beigefördert werden. Das mit einbrechcnde Taube wird in der Grude ausge schieden, und in die verfahrene Strecken angcsetzt. Das Geleucht bestand bisher in Kerzen, deren der Mann für die neunstündige Schicht zwei, oder für die halbe (Pois benannt), eine erhielt, wovon acht auf ein^Pfund gin¬ gen ; jetzt aber sollen zu einiger Ersparung, die unga¬ rischen Grubenlichter (Kohanitze) cingeführt werden *). Wichtiger als der Grubenbau ist jener am Tage. Bekanntlich wird die ganze Spatheisenstein - Bildung nur von der Dammcrde bedeckt, und gehört also zu dell letzten Überbleibseln der hiesigen Übergangsgebilde. Welche unzählige Vortheile hieraus erwachsen, brau- >) Über Grubenbeleuchtung werden wir Gelegenheit neh¬ men in einem andern Blatte unsere Ansichten und Er¬ fahrungen vorzutragcn, woraus sich mancher seine Zweifel berichtigen, und eines Bessern belehren soll. t>0 chen wir kaum zu erörtern. Aber doch schien man die¬ selben in den ältesten Zeiten nicht so in der Fülle benützt zu haben/als jetzt, Der Alte bestrebte sieb lieber mühsam in den Tie¬ fen der Erde, als auf der Oberfläche derselben; dadurch gewinnt es den Anschein, als wollte er nicht mit den kleinsten Mitteln die größten Wirkungen hervvrbringen, oder es lag vielleicht eine andere Ursache zum Grunde, daß nemlich die durch Verwitterung entstandenen Braunerze am Tage ct>das strengflüssiger, und am Eisengehalte armer als die der Grube sind. Dies ließe sich aus der Absorbirung der Kalkerdc, die auch einen Theil des Eisenoxydes mitnchmen dürfte, und aus der hiedurch entstandenen relativen Vermehrung der zähen und schwer schmelzbaren Thon- und Talkerde, erklären? —> Die kolossalen Tagarbeiten sind also meistens ein Denkmahl der letzten Jahrhunderte, die wir et¬ was naher besehen wollen. — Sie sind große, auf den schönsten Eisenerzen von der Dammerdc, (wenn welche darüber liegt), abgcdeckte Plätze, wo sich die Eisensteine, insbesondere die verwitterten, in kleinen Stücken und großen Wänden los machen und hcrcin- rollen; die durch Einwirkung der Witterung nur locker gewordenen Stücke werden mit geringer Mühe mittelst einer Kratze von dem übrigen Gesteine ganz abgeledigt, -re festen aber den Naturkräften zur ferneren Vermin¬ derung ihres Zusammenhanges überlassen. Bisher beob¬ achtete man kein System, nach welchem diese Tagar- beiteii betrieben werden sollten; daher denn die unge¬ heuer großen, oft 20 und mehr Klafter hohe» Erzbrüche, deren Anblick in Erstaunen setzt. Dieß veranlaßte un¬ ser Bestreben, diese Tagarbciten nach einem, dem Lo¬ kal angemessenen Leitfaden zu betreiben, wozu wir den terrassen- oder abfatzförmigcn (stufenweisen) Abbau *) am i) Eigentlich nichts anderes, als ein aufgclehnter Kir- sten- oder Stollcnbau (Straßenbau) kber Tage. 9- zweckmäßigstcn glaubten, bis wibdie unangenehme Über- zeugnng erhielten, daß hierbei außer dem regelmäßigen Anblick, und einigen unbedeutenden Förderungs-Erleich¬ terungen nichts gewonnen sey, dagegen die Erzeugung wesentlich zurückbleibe. So sonderbar dieses auch lau¬ ten durste, so richtig ist eS, und man wird mit den kleinsten Kosten— ohne Gefahr für die Zukunft — nur dann die Erz« erzeugen, wenn der schon bestehen¬ de unregelmäßige Tagbau beibehalten wird. Die Ursache hiervon liegt naher, als viele glau¬ ben dürften, und verdient um so mehr angegeben zu werden , da manche reisende Bergdiletkantcn, unberu¬ fen gar erbärmlich über das Unregelmäßige des hiesigen Bergbaues loszvgen. Gern vergeben wir aber Reisen¬ den diese Angriffe, denen es nicht immer vergönnt ist, längere Zeit an einem Orte zu bleiben, noch weniger aber bei der gründlichen Untersuchung des eigentlichen Bergbaubetriebes zu verweilen; nur bitten wir diese Herren, bevor sie ihre gesammelten Daten zur Publi- citäl gelangen lassen, dieselben strenge zu prüfen, um der Welt keine Unwahrheiten vorzutragcn. Schwerer ver¬ zeihen wir aber den Heimischen, denen neue Gedanken stets die Backen aufblasen, und die sich zu Meistern des Bergwesens aufstellcn — wollen. Sie schreien über Dinge, die sie kaum gesehen, noch weniger recht verstanden haben. So ging es auch hier; man bezeigte Mißfallen über den Bau, wollte re¬ formier» , und fand es ganz natürlich, daß ein ordent¬ licher Tagebau weit vortheilhafter, also auch minder kostspielig seyn müsse, als der jetzige. Allein wir versi¬ chern, daß diese Herren den eigentlichen Vortbeil der Tagbrüchc nicht auffaßten. Man will Tagbrüche regnli- reu d. h. aus dem Erzbcrge einen Promenade - Platz machen, und mit Bohren und Sprengen, mit vielem Kraft-und Geldaufwande kn den unverwitterten Pstiw 92 zen Straßen cinhauen, um einen schöneren Dan her- vorzubringcn. Die hierbei abgesprcngkcn rohen Pfluizc müßten aber, des Raume-halber, zum Theil anfg^s.-ue- den, die guten mürben Braunerzc dagegen, welche in den vielen übrigen Tagbrüchen ohne einen Kreuzer Un¬ kosten den Wiucer hindurch abfallen, und zur Aufl.sung bereit liegen, müßten verbleiben, weil alle Hasser voll¬ auf mit den neuen Anlagen beschäftigt wären. Diese und ähnliche, nur scheinbar glanzende Projekte, gehören zu den montanistischen Fehltritten, und sind wahre Ein¬ griffe indie stets wirkende Narur; denn durch regelmä¬ ßigen Tagbau entstehen nur ebene und glatte Flachen, hie zusammen genommen, bei weitem nicht jene große Oberfläche der unzähligen Vertiefungen, Erhabenheiten Klüfte und Spalten, des nun seit so vielen Jahren be¬ stehenden Tagbaues "ansmachcn; und weil eben jener Bau mit mehr geraden Straßen in der horizontalen und vcr- ticalcn Richtung nach fortgekriebeii werden müßte, so wür¬ den, wie gesagt, kleinere auch glatte Oberflächen entstehen, über die die Regenwasser leichter abgleiten, welches die Verwitterung, oder Veränderung der Pflinzc in Brauner¬ ze, ungemein zurückgcfeht. Denn wir können versichern, daß bis jeyt von den monströsen Erzbrüchen, ohne al¬ len menschlichen Kraftaufwand, jährlich Z bis 400,000 Centncr der besten Eisensteine abfallen, die nach Höhe des Falles und der eingegriffenen Verwitterung, welche im Winter durch die Kälte sehr begünstiget wird, da sie die ohnehin in ihrem Zusammenhänge geschwächten, zum Theil schon zerklüfteten Essensteinschichten, bcson- *) Man irret gewiltia, wenn man glaubt, alle von au¬ ßen röthlich braun anstehende Ersselsen scyrn auch die b sten Braunerzc. Nur -»nächst au der Ob,»fla¬ che bat die Verwitterung Kkait gehabt; diese Erze trennen flch mchrcuihcils von den übrigen Gcsicmsthri- len von selbst, und fallen ab. YZ ders durch das Gefrieren der eindringe^den Wässer aus¬ einander hebt, sich gleichsam von selbst in so große Stü¬ cke aufscheiden, Laß sie nur des Einfüüens und Abför¬ derns zur Hütte, bedürfen. Bei dem terrassenförmigen Tagbau hingegen würde« ans obigen Gründen diese Vonheile nicht mehr er¬ scheinen. Man würde Schlegel und Eisen zu Hülfe neh¬ men, durch Sprengen und Schießen die nur auf ihrer Db.rflache verwitterten Pflinze gewinnen, kostbar aus¬ scheiden , und in der Hütte eine hartnäckige Schmelzung erleiden müssen. Die Haupttagarbeitcn befinden sich in den Erzbergs- gegendcn Puchach, Zauchen, Vogelmauer, Polstc u. s. w. Ihre Zahl ist außerordentlich groß; denn überall, wo sich zwischen Len Erzselsen im Winker die Erze losziehen und abfallen, werden die Arbeiter zur Auflcsung, et¬ waigen Zerkleinung und Ausscheidung des Tauben, ver¬ wendet. Das solchergestalt in vielen, sehr zerstreut liegen¬ den Ortern aufgcschiedene Erz, wird theils auf frcye Haufen, theils in kleinen von rohen Pflinzstücken zusam¬ mengesetzten Taghalden, durch hölzerne Handberglröge aufgcstürzt, oder mittelst Laufkarren (Schiebkarren) d»- hin gefördert. Las Vorthcilhafte der Tagarbeiken gegen die in Ser Grube, liegt demnach klar vor Augen, indem der Arbeiter viel mehr Erz erzeugt, die kostspielige Gruben¬ zimmerung, das kheure Geleucht und Pulver erspart, und das Bcrggezähe nicht so abnutzl. Diese Vortheile sind zu wichtig, um nicht volle Beherzigung zu verdie¬ nen. Indessen ist man seil einigen Jahren bemüht, die große und kleine im Erze stehende Zechen durch Aus¬ brüche zu Tage zu löchern, und sie zu ihrem Sturze vor- »übereilen. Dadurch entstehen leichter-oder kralersörwi- 94 gc Eingänge, wobei die über Tage, oder in der Um- ssäche verwitterten Erze sich ablösen, hereinstürzen, und gleichsam eine Art Erzmühle bilden. Von dem tieferen Punkte Lieser Erzmühlen führt man einen Förderungs- Stollen gegen Tag, erbauet daselbst größere SchciLe- kauen, läuft die Erze hinein, und scheidet sie im Win, ter ohne Geleucht auf. Dieses sind dem Lokale angemes¬ sene Veranstaltungen, welche für die Wcrkseigenthümer eben so nützlich, als für den Bergmann wohlthätig sind, indem dadurch das sonst Gefährliche des Baues gesichert, und der oben erwähnte Nutzen aus den alten Gruben¬ bauen gezogen wird. So könnte man nun unter nöthi- ger Modifikation fortfahren, die eiserne Hütte des Erz¬ berges allmählig abzunehmen. Was die Ausscheidung der Erze betrifft, so ge¬ schieht sie jetzt in i — 2 Cubikzvll großen Stücken, wor¬ unter das durch die Scheidung und Abfördcrnng ent¬ standene Grubenklein mit begriffen ist. Die Arbeiten werden theils unmittelbar, theils mittelbar im Gedinge betrieben. Unmittelbar nen¬ nen wir diejenigen, wo der Bergarbeiter für ein ge¬ wisses Maß oder Gewicht geschiedener Erze, bezahlt wird Ersteres geschieht nach dem Lubikschuh, letzteres nach dem Zentner. Will man, sowohl in der Grube, als auch über Tage, eine Strecke schnell, und ordentlich fortgetricbcu haben; so geht es nach dem Current-Schuh , oder nach solidem Cubikklafter des verfahrenen Gesteins, wobei Pulver und Geleucht vergütet, und darauf bei Rcguli- rung des Gedings, so wie auf den dem Arbeiter ver¬ abreichten Proviant, Rücksicht genommen werden müße YF Lnkcr mittelbarem Gcding wird jene Arbeit be¬ griffen, wo dem Hauer ein bestimmter Tag- oder Schichllohn festgesetzt ist. Dieser ist jedoch so klein be¬ messen , daß er dabei nicht bestehen könnte; er wird al¬ so in die Nothwcndigkeit gesetzt. sich so viele Erze zu erzeugen, als er auch wegzusördern im Stande ist, wo¬ für ihm dann, nach einem gewissen Maße, welches aus Sacken, mit 2L0 Pf. Eisensteinen gefüllt, besteht, die er zu Len Hauptcrzhaldcn am Fuße des Berges abzic- hcn muß, eine besondere Bezahlung verabreicht wird. Alle Gedinge näher zu entwickeln, würde zu weit- läustig werden. Wir glauben daher nur für jeden Berg¬ gewerken und .Officianten im Allgemeinen die Bemer¬ kung mittheilen zu dürfen, daß er ja bei Gedinggebun- gen die Vorsicht beobachte, eine Art Quantums-Arbeit mit der Gcding - Arbeit zu verbinden, und dem Arbei¬ ter nie die Arbeitszeit, sondern die Arbeit selbst bezahle. Das sicherste Mittel also, um sich keine Faulenzer zu erziehen, sich gegen Betrug und schädliche Unterschlei- fcr zu sichern, ist, dem Bergmann nebst dem verfahrneu Currenlschuhe, oder Cubikklafter, für ein gewisses Maß Erz noch außerdem etwas zu vergüten, und dieses zu dem andern Gedingsgelde, als seinem ganzen Verdienste, zu suminiren. Die Förderung der Erze theilt sich, wie ihre Ge¬ winnung, in die der Grube, und in die am Tage. Erste¬ re ist bei weitem die unbedeutendste, und es wurde schon erwähnt, daß sie mit Hunden geschehe. Letztere aber, ist weit wichtiger, unbekannter, und ein Gegen¬ stand , worüber verschiedene Meinungen gehegt werden. Die aus der Grube geförderten, und in den Tag- arbeiten gewonnenen Erze werden in grobe leinene, oder sogenannte zwillichene Säcke, deren einer 2ß- Zentner faßt, eingcfüllt, dann auf kleine Wagengcstelle mit zwei Rädern, pher im Wimer auf kleine Schlitte» gelegt. <)6 von besonders dazu angestellten Sackziehcrn in die er¬ wähnten am Fuße Les Erzberges gelegenen Hauplerzhal- den übgeführt und ausgelecrt. Von hier gelangen sie endlich mittelst Erzwägen, nach Art der niedcrungan- schen Höhlen , durch Pferde zu Len Schmelzhausern. Diese Art Förderung heißt nun der Sackzug i), und Las hierzu nölhigc Förderungs-Werkzeug besteht aus einem mit zwei kleinen Radern versehenen Wagen¬ stelle nebst Deichselstange, worauf eine Schleife gelegt wird, die aus zwei bis fünf Schuh langen, nebeneinan¬ der liegenden hölzernen, am Vordertheile des Wagenge- gestelles befestigten, rückwärts aber auf der Erde schlei¬ fenden Stangen besteht. Auf Liese wird der mit Erz gefüllte Sack gebunden; der Sackzieher hängt den am Wagengestellc befestigten Zugricmen über die linke Schul¬ ter, oder über den Arm, nimmt die Deichsel, oderDi- rcctions - Stange, in die rechte Hand, und fährt den Berg hinab. Nachdem nun der Sack auf der Haupt¬ halde ausgeleert ist, muß er das ganze Fahrzeug, Zv bis 40 Pfund schwer, den Berg wieder hinan tragen. Er ladet es also auf die Schultern. Daß Liese Operation, des Tages oft wiederholt, höchst beschwerlich sepn müsse, wird jeder wohl einsehen. Weiber und Kinder helfen da¬ her dem ermüdeten Vater und suchen ihm die Arbeit zu erleichtern. Einer nimmt die Schleife, der andere Leu *) Man verwechsele diesen Sackzug nicht mit dem a» einigen anderen Örtern Steyermarks, Kärnthens, und Salzburgs üblichen, der bekanntlich auf Schweins- Häuten nur im Winter bei guter Schnecb.hu ge¬ schieht. Am meisten ähnelt die hiesige Fördcruugsarr der zu Hüttenberg in Körnchen üblich gewesenen, wo¬ von Hacquet in seiner mineralogisch - botanischen Lustrcifc vom Berge Terglou in Krain, zu dem Ber¬ ge Glöckner in Tyrol, zweiter Auflage, eine Abbil¬ dung lieferte. 97 Sack, und oft tragt sogar das Weib dm Wagen auf dem Kopfe. Die Sackwege sind mit großen, gleichen Steinen gepflastert, und die Fahrgeleise müssen von kleinen Steinen rein gehalten werden, wozu eigene Wegmacher angestellt sind. Nur der Sackzieher ist verbunden, bei guter Witterung sechs Sacke des Tages, drei von den entfernteren und drei von den näheren Gruben oder Lagarbeiten abzuziehen, wofür ihm die Bezahlung, pr. Sack nach den verschiedenen Entfernungen, nebst etwas -mehr Proviant, als den gewöhnlichen Erzhauern, verab¬ reicht wird. Der Erzhaucr hingegen zieht Abends nach der Schicht einen Sack herab, um nicht leer vom Ber¬ ge herabzugchcn, und ein-,-höchstens zweimal in der Woche, fährt er des Morgens um ein, zwei, drei odek vier Uhr an, zieht vier oder fünf Säcke ab, womit er bis acht oder neun Uhr endet, ruht sodann bis zwölf Uhr Mittags und arbeitet die Nachmittags - Pois, oder die halbe Schicht. Sowenig wir, um mit Schultes zu reden, dem alt römischen Sackzuge I) das Wort sprechen wollen, eben so wenig können wir zugcbcn, daß er für das Werk, und besonders dem Staate schon dar¬ um schädlich sep, weil so viele junge Männer zur Pro¬ vision hcranwüchsen. Bei keiner der hiesigen Wirthschaf- ten sind im Verhaltniß so wenige, dem Werke zur -ast fallende Provisionen, als beim Berge, wohl aber Jubilanten ^), welches ja auffallend beweiset, daß die Der Sackzug, oder die Förderung durch Menschen¬ hände, ist nicht ch alt, als man meint; Senn vor der Union -62L , förderten die Gewerk, n >bre Erze mit Pferden vom Erzberge herab, wovon noch an mehre¬ ren Orten die Wagengclcife stcplbar sind Jubilanten werden genannt, die 40 Jahre gedient ha? örn, und denen der ganze Verdienst cei.ssc» wwd. 7 9« hiesigen Bergleute nicht sobald absterben, oder zur Ar¬ beit untauglich werden. Wir haben uns auf vielen Berg¬ werken, besonders in den niederungärischen Silbergru¬ ben, so wie auf den österreichischen Salinen überzeugt, daß dort der Hauer weit mehr nachtheilige Einwirkun¬ gen auf seine Gesundheit erleiden muß, als sie hier der Sackzug zu wege bringt. „Früh gewöhnt, alt gclhan" findet auch Hier Statt. Es kömmt auch auf den leitenden Beamten an, daß er erkrankte oder schwächliche Häuer vom Sackzuge entferne, und zu einer anderen Ar¬ beit als zur Erzscheidung, oder dahin überlege, wo kein Sackzug ist. Man sicht hier viele ganz graue Hau¬ er, die freudig ihren Sack dem Berge entführen. Leicht ist diese Arbeit freilich nicht, aber doch auch nicht gar so arg, wie viele glauben. Gute Wege, ein geringes Sackgezeuge, einen, dem Zeirdrange angemessenen Lohn, menschliche Behandlung, und der Sackziehcnde Häuer ist mit seinem Schicksale so gut, als ohne Sackzug zu¬ frieden. Man entferne den Sackzug, und gebe dem Man¬ ne weniger Proviant oder Lohn , — denn manche glauben, er brauche dann nicht mehr so viel zu essen— und man wird sehen, welches Geschrei sich nach dem Sackzvge er¬ heben wird ^). Zur Vermeidung des Sackzuges sind seit einem Jahrzekend viele Projekte erschienen, mit deren Ausfüh¬ rung aber immer zurückgchaltcn wurde, weil sie dem Hauptzwecke: „mit den kleinsten Kosten die größt-möglichste Menge Erze beizuför¬ dern" nicht entsprachen. Auch wir trugen im Jahre i) Möchten doch alle Perfonalbeamte den wohlwollenden Nash in sich verwehren, ja erst den Charakter ihrer Untergebenen zn studiren, darnach ihre Handlungen zu bcm.ssrn, und überhaupt den alten Gcrminsprnch zu beherzigen '.„Nimm den Menschen wie er ist, „rd nicht wie er scpn soll!" 99 L 80/ die Idee vor, in drei Etagen des inneren Erz- berges kleine Fahrwege abzuplaniren, und sie mit Schutte und Tagrollen bis zum Fuße des Erzberges in Verbindung zu setzen. Die Erze hätten hierbei mittelst zweirädriger Camions (Karren) von den Tagbrüchen durch die Hauer, nach Ende der Schicht, den Füllbän- kcn der Schutte, oder Rollen beigefördert werden müssen. So glücklich uns dieser Vorschlag selbst schien, so leicht überzeugten wir uns späterhin, daß die Erze weit lheurer, als durch den Sackzug würden zu stehen ge¬ kommen seyn. Die glanzende Seite dieses Vorschlages war vorzüglich die, daß man 1. Die Schutte meistens in den Schichten der Er¬ ze, die mehrentheils 20 bis 4L Grade dem Gehänge gemäß einschießen, betreiben könnte. 2. Daß die Lange des Schuttes immer kürzer, als eine gleiche Strecke mit Stollen und Schacht abgebaut, ausgefallen wäre. Z. Rollten die Erze, bei einem Winkel von 42 bis 4F Graden, sey es ans Gestein oder Holz, von selbst, wobei die Stollen Förderung erspart würde. 4. Hätte der Bergmann nur nach beendigter Schicht die Zuförderung in den Camions bei gleichem Gefalle des Förderungsweges, mithin ohne erhebliche Anstrengung, zu bewerkstelligen, und könnte damit bis 0 Zentner auf einmal fördern. F. Würde der Arbeiter mehr als beim Sackzuge geschont, weniger ermüdet, und vermöchte den ganzen Tag hindurch angestrengter za arbeiten, da er jetzt » oder 2 halbe Tage in der Woche auf Sackzng verwen¬ den muß, u. s. w. rr»o Erwägt man aber von der andern Seite die mit diesem Projekte verbundenen Nachrheile, so ist der Sack- zug aus folgenden Gründen vorrheilhafter: 1. Wegen des großen Stamm-Kapitals, welches die neue Anlage erfordern würde. 2. Wegen jährlicher Unterhaltung der Schulte, Rollen und Wege. Z. Wegen des Holzverbrauchs zur Auszimmerung der Schulte und Rollen, oder wegen der beträchtlichen Kosten, wenn ste gemauert werden sollten. 4. Wegen der drei-, vier-, fünf-auch sechsfachen Kra- Henförderung; da man durch drei Etagen noch lange nicht alle Tagbrüche abbauen kann, und viele der besten schon abgefallenen Erze doch nicht unbenutzt bleiben könnten, wodurch wieder neue Zubaüe oder Tag - Rollen benölhiget waren, und die ohnehin schon kostbare Kratzenför¬ derung, noch vermehrt würde. S. Müßte es der Arbeiter, auch ohne Sackzug, zu einem so hohen Verdienste, als jetztbringen können. Run ersetzt aber die durch Besei¬ tigung des Sackzuges gewonnene Zeit, die größere Erzeugung, und der durch Verminderung des Personals herabgcsun- kene Arbeitslohn die erhöheten Kosten der neuen Förde runng, bei weitem nicht. Andere, für denselben Gegenstand gemachte Vor¬ schläge, b.standen theils in der Anlage förmlich serpen- lirter Fahrstraßen, theils in saigern Schächten und Stollen, wo man ebenfalls auf zweiraderigen großen Karren die Erze zu den Schächten durch Pferde bei- führen, und durch Stollen fördern sollrc. Noch einige andere Vo, schlage verdienen keiner Erwähnung, da sie zu den bergmännischen Gemeinplätzen gehören. Folgen¬ de Förscrungsmcthode dürste der Eigenheit des Lokals am angemessensten ftyn, worüber jedoch die näheren Versuche erst abzuftrhren wären *). Es führen jetzt zwei Hauptsackwege an beiden Seiten des westlich ge¬ legenen inneren Erzberges von den tiefsten, zu den höch¬ sten Tag- und Grubenbauen. Würden diese nun hie und da in ein mehr gleichförmig abfallendes Niveau ge¬ bracht, die jähesten Krümmungen abgebast, zu den Haupttagbrüchcn die Wege verbessert, und an den We¬ gen auf den ausgesuchtesten Punkten Hauptversamm- lungs - Erzhaldcn angelegt, dahin im Sommer die Erze eingesiürzt, und im Winter auf niedrigen, gut einge¬ richteten gegliederten Hörner - Schlitten abgefördert, so dürfte der Sackzug mit Nutzen beseitiget seyn. Auf einem solchen gut koustruirten Hörner- Schlitten, kön¬ nen g bis io Zentner Erz, das Geschlcpp miteingeschlossen, ans einmal durch einen Häuer sehr leicht bis zum Fu¬ ße des Erzbcrges gezogen werden. Hier wäre es am unrechten Orte, über diese Förderungsmethode weitläu¬ figer zu sprechen, nur wollen wir diesem Vorschläge, dem ersten der Art, die Priorität sichern. Ehe wir zur Beschreibung der Hüttenwerke über¬ gehen, sollen unsere Leser eine kurze Übersicht der inne¬ ren Eintheilung und Verwaltung des Jnncruberger Erz¬ berges erhalten, so wie die Anzahl und Cathegoric der Arbeiter mit ihren Lohns- und Faffungs-Genüssen, erfahren. Der gesammte innernbergische Erzberg - Antheil ist jur erleichterten Auf-und Übersicht in vierDistricte, und ') Die Verfasser, welche die Versuche bereits abflihrten, fanden ihren Vorschlag ganz ausführbar. Es könnten durch diese Fördcrungsart viele tausend Gulden ec spart werden. 102 diese wieder in Z4 Erzrechtcn ') cingcthcilt. Jede Erz- rechte hat einen beeideten Vorhauer, der nebst eigener Mitarbeit das übrige Personale dahin verhält , das em- piangcne Geleucht und Pulver verrechnet, und Mittelst eines in Händen habenden Spannzettcls für das anocr- rraute Berggezähe verantwortlich bleibt, wofür ihm ramuiglich ) ein kleines Aufstchtsgeld verabreicht wird. Uber jeden District wacht ein Districtshutmaun, der die weitere Aufstcht und Verrechnung über die ihm un- tergetheilten Erzrechten führet , und über alle vier Di- stricte ist wieder cm Lberhutmann bestellt. Dieses Aufsickts- und verrechnende Personal, so wie alle andern Gehülfen und gemeine Bergarbeiter, sind einer eigenen Wirlhschafts- Branche der Bergver- wallung untergeordnet, die jetzt aus einem Bergver- walter, der zugleich Berg- und Hütten- Amrs- Assessor und Markscheider ist, dann ans einem Schichtmeister, und aus 2 oder Z Bergpraklikanten besteht. Der Lohns¬ und Proviants - Genuß ist nach den verschiedenen Late- gorien der Arbeiter verschieden; inzwischen stehen von dem,Obcrukhmann an, bis zu dem Bergjungen, alle Arbeiter, so wie auch das besonders dazu bestellte Schmied- und Wagnerpersonal, in Fassung, d. h. sie erhalten raitunglich ein gewisses Maß von Getreide und Schmalz, zu sehr "geringen und beständig gleich- bleibenden Werth oder sogenannten Capitulations-Preis; i) Unter einer Erzrechte versteht man eine gewisse An¬ zahl Gruben- oder Tagbaue, denen ein sogenannter Vorhauer vorsteht. Ihre Begrenzung wird nicht ge¬ nau genommen, da cs bloß willkührliche, der bessern Übersicht wegen gemachte Unrerabtheilungen sind. ,) Eine Rairnng ist ein hier allgemein angenommener Zeitraum von 4 Wochen, oder 28 Tagen, und das ganze Milikair-Jahr wird in iZ Aaituugcn cingetheilt- »oz jedoch so, das sie den Ordonanz-Metzen ') Weizen mit »fl. räkk., das Korn mit i si. ,zc> kr., und das Pfund Schmalz mit rokr. dem Werke vergüten. Davon er¬ halten in einer Raitung die Hutleure, Boketlen-Ab- gcber, Vsrhauer, Bergzimmcrer, vrdinairen Erzhäuer, und Skeilhäucr: ^-Metzen Weizen, r Metzen Korn, und 8 Pf. Schmalz; nur die Sackzieher gemeßen, ihrer stär¬ keren Arbeit wegen, H Metzen Korn mehr, als obige. Die Lehrhäuer dagegen beziehen ^Metzen Weihen, H Metzen Korn, und Z Pf. Schmalz. An Lohn erhält der Odcr- hutmann in 4 Wochen rrfl, die Districtshutleute aber nach ihrer Rangfolge von eo bis 8 fl. Dem übrigen Personal mit der im Limito bctheilten Natural» Fas¬ sung wird pr. Schicht, wenn cs nicht im unmittelbaren Gedinge steht, eo bis rukr. geraitct, und es muß sich seinen höheren Verdienst im Sackzuge oder in einem besonderen Erzscheidungsgcdiuge erwerben. Den Berg¬ jungen, welche aus dreizehn- bis fünfzehnjährigen Kna¬ ben bestehen, werden täglich iZ kr. ohne Proviant bezahlt. Ein fleißiger Häuer, im Sackzuge oder sonst auf Geding belegt, verdient sich in vier Wochen oder in ei¬ ner Raitung, dem Mittel nach, 4 bis 8 Gulden in Banko - Zetteln , wobei er die empfangenen Naturalien schon vergütet hat. Die Zahl der Bergarbeiter ist bei dem mehrma¬ ligen Wechsel der Häuer sehr veränderlich; zu einiger Übersicht wollen wir die gesammte Mannschaft nach ihrer Kategorie und Anzahl, wie sie mit Ende August 1810 bestand, hier hersetzen: -) Der Ordonanz ..Metzen nm ist,; Metzen kleiner als der Wiener Metzen. 1O4 A n fsi ch t- u n d N a ch si ch t o d cr E x l ra - P er so n a l. Dberhntmann i; Distri.tshutlcute 4; Bollettcn- Abgcber 2; Bcrgzimmerer rz; Bcrgschmiedc Z; Erz- fasser i; Wegmacher z; Stollhäucr, oder quasi Prv- visiouer 17. Erz erzeugen d e und fördernde Mannschaft. Vorhäucr Z4; ordinaire Erzhäuer 125 ; Sackzie¬ her io; Lehrhäuer iz; Bergjungen r/. Mit diesem Personale werden bei guter Witterung in einem Som¬ mermonat etliche Zo, bis 40.000 Zentner der beßken Erze aufgeschicden, und bei 20 bis 24,000 Ztr. mit¬ telst des Sackzugcs, und bei Z bis 4000 Ztr. durch eine Lagrolle den Haupthalden bcigefördert. Von der E i s-n st c i uv er sch m elz u n g zu Eisenerz und ioren Hüttenwerken im Allgemeinen. Der große und wichtige Eiscnsteinbcrg gibt aus seinem Schoße Eisensteine her, die rarer natürlichen Mischung wegen eine ungemeine leichte Schmelzung. und ein Rohgut gewahren, woraus ein eben so vortreffliches Eisen als Stahl erzeugt werden kann. Sic geben im Großen nach einem Durchschnitt von mehreren Jahren berechnet, Z/ bis z8 Pfunde gekohl¬ tes Eisen; doch sind sie reicher und armer, leicht und strengstüssiger, welcher Unterschied in der Formation, so wie in der ungleich erlittenen Veränderung des Erzge- 2) Diese Tagrolle befindet sich bei dem sogenannten Re» gina - Stollen unterm Erzbergc. Ihre Bauart ist bei¬ nahe der gleich, die wir bei Radmär beschreiben wer¬ den, nur minder solid und vorthcilhaft. rvF birges selbst liegt. Dies ist oben weitläufig auscmau-- der gesetzt worden. Die in der oryk-ognosiischen Übersicht aufgeführten Ei¬ sensteine machen ausschließlich bas so wohlthätige Geschenk des Erzgebirges aus. Je reiner nun, und von allen übrigen Erdarten freier der Spakheifenstein vorkömmt, desto reicher und leichtflüssiger wird er; sobald aberThon- und Talkcrdc in ihm den vorwalcenden Bestandkheil aus- machen, wird er ärmer und strengflüssiger. Je größer das Verhältnis beider Erdarten ist, desto größer und nachtheiliger zeigt sich jenes Gebrechen. Die Schmelzbarkeit hangt übrigens nicht allein von der Reinheit des eifenreichen Kalkspathcs, sondern auch von der Verwitterung oder Zersetzung ab, welche die Natur im Laufe der Zeit darin bewirkte. Von die¬ sem Anhaltspunkte geht daher die Hütte aus, und theilt diese Eisensteine in folgende drei Gattungen: 1. JnPflinze, oder uranfängliche Eisensteine, die noch keine Veränderung erlitten, worin Eisen und Man- ganopyd nicht stärker gesäuert sind, Kohlensäure und Krystallisations-Wasser noch dasselbe Verhältnis, als in der Bildungspcriode haben. 2. In Brauneisensteine, oder hier sogenannte Braun- und Blauerze, welche sich bei Veränderung der Tempera¬ tur durch Luft und Wasser säuerten, und hierbei Cvhä- rcnz und Kristallisations-Wasser verloren, so wie durch stärkere Oxpdirung der Melallopyde, aus der weißen in eine dunklere Farbe übergingen, und endlich Z- In Ocker, als die letzte Art, womit jener Na¬ turprozeß endet. Unter diesen angeführten Gattungen von Eisen¬ steinen zeichnen sich nur, ihrer Leichtflüssigkeit wegen, die beschriebenen Braunerze aus. Die tägliche Erfahrung gibt hievon hinlänglichen Beweis, und eine am r6. Ju- io5 ni i8ro im Wendensteiner Floßofen abgeführte Probe- mo man bloß von der Hintcrnharter-Erzrevier genom¬ mene Braunerzc zur Verschmelzung nahm, bestätigte sie vollkommen. 3kie gieng die Arbeit so leicht, und nie hatten die Ofenknechce weniger mit der Räumung der Forme und dem Gestelle zu thun, als in jener Wo¬ che. Die Schlacken waren vollkommen aufgelöst, ran¬ nen wie Wasser aus dem Cisenkasten hervor, und er¬ kaltet waren sie leicht, porös, glasig, und von blauer ins Grüne übergehender Farbe. Das daraus erzeugte Rohguk, nur für den Zer- renprozeß bestimmt, floß nicht zu dünne, erschien mit »veißer schielender Farbe, und sprühte häufige Funken. Abgekühlt war es vollkommen weiß, dem Silberglanze sich nähernd, sehr feinkörnig ins Dichte übergehend im Bruche, und zeigte glatte Oberflächen. Die stärksten Hammerschläge konnten seinen Zusammenhang kaum trennen. Dieses Rohgut war mit wenig Kohlenstoffoxyd ge¬ bunden , und schloß sich als nächstes Glied an geschmie¬ detes Eisen an. Der Zentner Eisenstein gab zchi. Pfund Roheisen, welches iF,c>9 Cnbik-Schuhe Kohlen, aus etwa 1 Lannen und Fichten, und ch Buchenkohlen bestehend, zu seiner Reducirung bedurfte. Für die noch unveränderten Pflinze hingegen spricht der Hohenofenprozeß nicht mehr so vortheilhast. Man würde kaum im Stande seyn, sie unverrystet al¬ lein fortdauernd durchzusetzcn, und der zweite, nnterm 2Z. desselben Jahres in demselben Ofen unternommene. Versuch, bewährte dieß hinlänglich.— Sie sind streng¬ flüssiger, erfordern daher auch einen stärkeren Luftstrom, um in dieser erhöhten Temperatur zugleich mehr Sau¬ erstoff zur Oxydation und Verschlackung des in ihnen noch reineren Kalkes zu erhalten. Die sonst reinen, von 107 den obern Erzrechken des Dreikönig und Markus, dann aus dem mittleren des Franz, Anton und Michael eroberten Pflinzc, verursachten ein sehr hartnäckiges mühsames Wocheuwcrk. Sie wurden in nußgroße Stücke geschieden, und doch kamen sie in musigten Lhei- lcn und Tropfen in schwärzerer Gestalt vor die Forme, legten sich an, und vernaßtcn dieselbe. Der Abstich der Schlacken ging schwer, sie waren nicht mehr so fluffig und blieben unvollkommen aufge¬ löst. Verkühlt zeigten sie unter dem glasigen auch ei¬ nen erdigen Bruch, groß: Festigkeit, blaue und grau¬ lich weiße Farbe, und waren an. den Kanten theils durchscheinend, theils undurchsichtig. Das Roheisen hingegen gab einen desto dünneren Fluß. Seine Farbe war röther und knisterte selten. Im Bruche blieb es weiß, jedoch zackig, und das strah- ligc Ansehen verlor sich in ein kristallinisch kleinblätt¬ riges Gefüge. Offenbar verräth dieses eine stärkere Kohlung und einen größeren Braunsteingchalt, der in jenen Eisenminern noch weniger gesäuert ist, und eben deßwegen in dem Hohvfen sich leichter reduciren konnte. Diese Pflinzc gaben vom Zentner Eisenstein z6> Pfund; eine Differenz gegen den früheren Ausschlag, die sich theils aus einem geringeren Metallgehalte, vor¬ züglich aber aus der reichern Schlacke erklären läßt, die wegen ihrer Dickflüssigkeit größere und kleinere Theile halb und ganz reducirten auch gekohlten Eisens enthielt. Der Kohlenverbrauch— eben weil sic strenger zu schmelzen waren — bestand für den Zentner Roheisen in 21^ Cu- bik - Schuhe. Die Ocker endlich, würden noch am leichtesten schmelzen, da ihre Bestandthcile am meisten gesäuert sind; allein ihr Vorkommen ist nicht so häufig, daß i oF man auf ihre eigene Verschmelzung je zu denke» ge¬ zwungen seyn sollte. Übrigens ist der vom gemeinen Hüttenarbeiter an¬ genommene Satz: der Schmelzgang gehe dann am be¬ sten, wenn Blau, und Pflinze zusammengakürt und durchgesetzt werden, nur relativ; in so weitnähmlich durch letzten: ein im Ofen etwas verzögerter Gang, folglich ein gekohlt- fllüssigeres, und für den Arbeiter leichter zu gewinnendes Roheisen erzeugt, die Schlacken aber durch Hülfe der ersteren noch dünnflüssig genug er¬ halten werden. Die Erfahrung endlich, daß es auch Ocker und Blauerze gebe, die an Srrengflnssigkeit die Pflinze über¬ treffen und eine weit zähere Schlacke, als diese verur¬ sachen, ist eben so gut in der praktischen Arbeit erwie¬ sen, als es die Theorie erkennt. Daraus erklärt sich, daß man nicht Eisensteine von ein und derselben Revier, sondern aus verschiedenen Gegenden, vorzüglich aus de«, am Fuße des Erzgebirges betriebenen Söbcrhaggcu, Stritzelgraben, und dem abgesonderten Lager von Tull- egg, darunter verstehen müsse, die viel Thon- und Talk- erdc enthalten. Indessen mag auch der Zufall Blauerze und Ocker von derselben Erzstraße strengflüssjgcr und von zäherer Schlacke, als die Pflinze machen, wenn durch längere Verwitterung der ersteren ein Theil des Kalkes aufge¬ löst, und von eindringendem Wasser daraus abgeschie¬ den wurde. Dadurch mußten sie an Thon und Talk- crde, die ihrer Zähigkeit wegen sich nicht so leicht tren¬ nen, zunehmen, und mit dem in niedren Gegen¬ den vorfindigen Eisensteine, in gleiche Parallele gesetzt werden Die Zulieferung der Eisensteine vom Erzgebirge zur Hütte, geschieht etwa im Verhältnisse der Pflinze roy zu den Braunerzen, wie i zu 2 und z; nicht, weil ohne dieses die Hohenofen - Arbeit zurückgcsetzt oder er¬ schwert würde, denn die Werke am Vordcrnberge, welche ihre Eisensteine in der Kuppe desselben Erzgebir¬ ges erobern, pflegen meistens mit Brauncrzen ihre Ofen zu betreiben; sondern weil die Gewinnung in den Tag-> brüchen und Feldörtcrn, wenn man ohne Ausweichung die Arbeit verfolgt, dasselbe bestimmen. Die Röstung der Eisensteine wird hie? aus dem Grunde übergangen, weil man diese Oparation in den von derGichkmündungderFloßöftn fünf Schuh höher auf¬ geführten, aber im verflossenen Jahre ganz abgcschaften Kränzen, so wie in den höheren T heilen des Schachtes der späterhin erbauten Hohenofen auszuführen glaubte. Ohne jedoch die Röstung hier umständlich zu erörtern, so gehört sie gewiß zum Oxydations-Prozesse, worin die Eisensxaihe ihres Zusammenhanges, ihrer Kohlen¬ säure und des beigemischlen Kristallisationswassers be¬ raubt, und die Kalkcrde, so wie Eisen- und Braun- sieinoxyd, auf Rechnung der von allen Seiten herzu¬ strömenden Atmosphäre, noch stärker gesäuert wer¬ den. — Dieser Zweck kann nun in den oberen Theilcn des Hohenofen-Schachtes umsoweniger erreicht wer¬ den, weil durch die Gegenwart des Kohlenstoffs hier keine Säuerung — die eigentliche Absicht der Röstung —' erfolgen kann, wenn gleich durch die höher steigende Temperatur und Verflüchtigung jener Stoffe, die Zu¬ sammenhangsverwandtschaft der Lheilc geschwächt wird. Als noch die Slückofen-Arbeit in Eisenerz aus¬ geübt wurde, pflegte man auch die Eisensteine in ge¬ mauerten Rostfcldcrn und ohne Dach zu brennen. Es wurde erst eine Lage Kohlen, dann eine Lage Eisenstein gemacht, und so mit drei oder vier Schichten abwcch- fllnd fongefabren, bis endlich letztere den ganzen Ein¬ satz bedeckten. Der Rost brannte gewöhnlich drei bis vier Wochen. ' I 10 So vorbereitet, übergab man sie nun dem Stück¬ ofen, der in frühem Zeiten am Vor- und Jnnernberge das erste chemische Gefäß war, worin man Eisen durch Kunst zu erzeugen schon verstand. Jedoch läßt sich eben so wenig bezweifeln, daß man früher, wiewohl in weit unvollkommneren Grade, sogleich schmieobare Maa¬ re durch Schmelzung der Eisensteine in Wind-ober so¬ genannten tragbaren Öfen, hervorgebracht habe. Die auf verschiedenen Anhöhen des Erzgebirges, wohin kein Wasser gebracht werden kann, vorfindigen Schlacke», fetzen diesen Glauben außer Zweifel. Da aber zur fer¬ nem Beschreibung die Urkunden mangel», und diese Ar¬ beit überhaupt von keinem Gewichte ist, so soll es ge¬ nügen, nur kürzlich des Skückofeus zu erwähnen. Ihre eigentliche Höhe überstieg nie io Schuhe, weil die Erfahrung lehrte, daß bei größerer Höhe die Güte des erhaltenen Produktes sank, und der niedrigste Losen stets den besten Ausschlag gewährte. Die Weite des oft runden, oft viereckigen Schachtes, erreichte fünf Schuhe, wohl auch darüber. Gegen die Gicht verengte er sich, und im Gestelle ward diese Absicht durch Aus¬ schlagung mit Gestübbe erreicht. Die ganze Füllung bestand in 17 bis 18 Faß, oder 17L Cubick. Schuhen Kohlen. Was dun die Arbeit selbst betrifft, so schlug man zuerst den Boden mit Lösche aus, und vermachte den Eingang, der sich stets auf der Balgseite befand, mit Lehm. Nach dieser Vorbereitung wurde der Ofen mit Kohlen gefüllt, und die zwei ledernen Bälge in Bewe¬ gung gesetzt, die man allmählig in einen schnelleren Gang übergeben ließ. Nach der bestimmten Senkung der Gich¬ ten geschah jedesmahl am Eingänge des Ofen das Auf- geben der Kohlen und der Eisensteine, die entweder un¬ tereinander vermischt, oder abwechselnd gesetzt wurden, und am Dorherdc ließ man bisweilen Schlacken ab. Auf diese Art ging die Arbeit 16 bis 20 Stunden fort, während sich im Gestelle ein ansehnlicher Eisenklumpcn, Maße, gebildet hatte, der mit etwas flüssigem Roh¬ eisen, Grag lach, genannt, umgeben war Das Gebläse wurde jetzt eingestellt, der Ofen auf eben dieser Seite aufgcbrochen, und das Maß heraus¬ gehoben. Dieses wurde sogleich mit Schlegel und Keilen in ,wei Stücke, oder Halbmaße gecheckt, und dann in entfernletrc Gegenden, einem sehr niedrigen und flach ge¬ hen en Feuer, die Halmes, oder eigentlich Halb¬ mast feuer genannt, übergeben. Man hat in diesenOfcn wöchentlich sieben Maßen er¬ zeugt, wovon eine Maß mir Graglach und Waschwerk bei 24 Ctr. wog. — Dieser Prozeß war unstreitig der kürzeste, weil man dadurch sogleich Stahl und Eisen zu erzeugen im Stande war; Henn die Halbmaße wurden jederzeit in dem zn- gerichtelen Halmes oder Löschfcucr, nur im Safte aus- und abgcheitzt; was in der Zange zurückblieb, wurde gewöhnlich znm Stahl bestimmt, der unter dem Ham¬ mer weiter auszustrecken, und in bestimmte Forme zu bringen war. Was sich während der Ausheitzung von der Halbmasse abschmolz, die rauhen Oberflächen näm¬ lich und das mehr gekvhlre zugeschlagene Graglach, setzte sich in der Feucrgrnbe zu einer ordentlichen Renne, oder Lu'-pe an, die das weiche Eisen gab, und eben zu seiner Ausbildung die weiteren Schläge des Hammers erwartete. Dieser Prozeß verbreitet viel Licht über das Eisen- Hüttenwesen, und wir denken ihn unter der Rubrik (ver¬ einigter S chmelzp rvzeß) im 2. Bande weiter aus¬ einander zu setzen, das" Ausbringen und Ausbringen, den genauen Kohleuvcrbrauch im Slückvfcn und Löschfeucr ausguwcifln, und die Mittel an die Hand zu geben, durch veränderte Manipulation alle frisiere Gebrechen zu bcfti- I 12 tigen, auch eine ansehnliche Ersparung gegen die jetzige Methode zu bewirken '). Die Ursache, warum man ein reineres Metall erhält, liegt in der geringeren Höhe des Schachtes, wovon auch die der Kohlungssäule unzertrennbar ist. Das in der Erdart als Oxydul und Oxyd gebundene Eisen hat in der hervorgebrachren höheren Temperatur nur eine Koh- lungssäulc vor sich, die es entsäuert, und ihm nur so viel Kohlenstoff mittheilt, um als halhflüssigcs Roheisen sich von den gesäuerten, und in die Schlacke übergegan- gcncn Erdarten zu trennen. Durch den Windstrom des Gebläses verliert das nur sehr wenig gekohlte Roheisen, seinen zu jenem Zwecke benörhigten Kohlenstoff wieder, und trist in den metallischen Zustand über. Diesen Beweis liefert selbst das gewöhnliche Zer- rennftucr, wo zwar fast keine Kvhlungssäule, jedoch ein um so roherer, oder mehr gekohlter Gang durch Mittel, die wir beim Zerrennprozeffc auseinander zu setzen den¬ ken, eingeführt werden muß, wenn man reiche Eisensteins in diesem Zerrennfeucr verschmelzen, und daraus ein schmiedbares Eisen erhalten will. Die katatonische Schmelzarbeit auf der Insel Kor¬ sika, welche in ihren niederen Heerden die daselbst in gro¬ ßen Tagbrüchen oorkommenden reichen Eisenglanze verar¬ beitet, liefert auf diese Art ein sehr gutes reiches Eisen. Die niedere Kvhlungssäule gewährt also diesen gro¬ ßen Dorthcil; jedoch veranlaßte die Absätzigkeit des Stückoftnprozeffes, das geringe Ausbringen, — denn -) Das der Stückofen- und Halmesprozcß cm weit besse¬ res Eisen mit weniger Kohlen als der jetzt übliche hcofcn mit seinem Zerrennfeuer gab, soll daselbst eben¬ falls erwiesen und ausführlich dargcstcllt werden. I!Z die Stückofen arbeiteten stets mit reicher Schlacke, weil die Dauer der Säuerungspcriode die der Kohlung übertraf, —> und endlich die kleine Erzeugung den Gedanken, sie umzu- anvern, hervorbrachte. Zwar behaupteten die Slückofen so lange das Feld, bis die Waldungen in der Nähe abnah¬ men, und doch im Ganzen eine größere Eisenerzeugung Stakt finden sollte. Man schritt sofort zur Theilung des mehr vereinten Prozesses, crbauete höhere Ofen, worin man ein größeres Quantum mit weniger Kohlen zu er¬ zeugen vermögend war, und stellte noch mehrere Ham¬ merwerke in verschiedenen Waldgegenden auf. Jenen kh eilte mandie Desoxydation und Kohlung, Trennung des Eisens von den Erhärten, und diesen wieder die Entkohlung des Rohei¬ sens zu. Im Jahre 1762 ') wurden also die Stückofen gänz¬ lich abgeschafft, u-d dafür Floßofen von 14 bis 16 Schuh Höhe aufgcführt. Unter diesen kam einer, den man einen Hohenofen nannte; er war 22 Schuh hoch, und stand auf dem Platze, wo jetzt der Ruprechtische Hohe- ofen ist. Zur Einführung dieser Arbeit wurden Schmelzleute aus Kärnthen geholt, die wie dort, mit kupfernen For¬ men schmolzen, und sogenannte Gänze- oder Kärnthner- Striezcl abstachcn. Weil man sich aber von obigem Pro¬ zesse auf einmal zu weit entfernte, in dieser Arbeit noch zu unerfahren war, und meistens sehr gekohlte, graue und spieglichte Flossen erzeugte, welche die Hammerwer- >) Schon im Jahre r6zo erbaute man einen Floßostu, welcher jedoch nur kurze Zeit bestand, weil der große Kohleuvcrbrauch bei den Hammerwerken, um aus je¬ nem Eise» eine eben so gute geschmeidige Waare zu er¬ zeugen, erwiest» wurde, der für die Zukunft Mangel tz an Kohle» bewegen ließ. 8 j 14 ke auf einmal gegen ihr voriges, schon meist metalli¬ sches und nur wenig gekohltes Eisen, nicht zu verarbei¬ ten wußten; da ihnen die Zustellung der Feuer für die¬ ses Eisen noch unbekannt, und die Entkohlungsmittel desselben nicht in ihrer Erfahrung lagen, so erhob ßch über dieses Rohgut eine Menge Klagen, wobei die Stadt Steyer- unh Waidhofner Fabrikanten, die jene geschmie¬ dete Maare verarbeiteten, nicht still blieben. Diese Beschwerden machten den Beschluß nothrven- dig, jenen Hohenofen wieder abzutragcn, und in Len eben erst eingeführten Floßofen die Arbeit zu verfolgen, ungeachtet selbst das aus ihnen erzeugte Roheisen den Hammerwerkern noch nicht behagen wollte, die den Un¬ terschied gegen das der Slückvfen nur zu sehr fühlten. Die Maßen der Floßofen wichen in der Höhe um zwei Schuhe, in der Weile aber nur um sechs Zolle ab. Der damals ganz neu zugestellte Wendensteiner Floßofen haue folgende Ausmaßen: Vom Bodenstcinc bis zum Kohlensacke 7 Schuh—Zoll, und von diesem bis zur Gicht 7-6- DaherindergesammlcnHöhc r4Schuh 6 Zoll. Weite der Gicht von der Form zur Schuh Zoll. Windseite ...... 2 — detto von der Brust-zur Hinlersettc .' -z — delto im Kvhlensacke . . . . L Z detto am Bodensteine von der Form zur Windseite.Z 6 detto von der Brust- zur Rückseite. . Z — Der Schacht war übrigens rund und hintersäßig, das heißt: wenn man von der Mitte der Gichröffnung einen Senkel bis auf den Bodcnstcin hcrabließ, so mußte er gerade die Wind- oder Schußseike noch berühren. Das "L Gestell steht daher um 21 Zoll von der Centrallinie ab und gegen die Formseite hin und zwar aus dem Grunde, da¬ mit die Lehmform durch die Schwere der niedergehenden Satze, die nun vor dieser weiter in den Eisenkasten sich herabsenken, nicht abgedruckt wurde. Der von der Gichtöffnung noch weiter aufgeführte trichterförmige Kranz, betrug in seiner gcsammtcn Höhe fünf Schuhe, und eben so viel in seiner am meisten ver¬ laufenen Weite. Wo jetzt kupferne Formen liegen, setzte man eine Form von Lehm hin. Zu dem Ende schlug man in jene Öffnung mehrere von grauem Lehme gut durchgearbeiteke Ballen, und trieb mieten durch noch einen großen läng- lichtcn Keil von Lehm weiter in den Ofen, der mit ei¬ nem verlornen cylinderförmigen Stab angebohrt wurde, daß, wenn sich der Ofen iyr gehörigen Gange befand, die Richtung dieser drei Zoll weilen Öffnung horizontal war, und so lange sie nicht abbranntc, »8 Zoll in das Gestell reichte, auch eben so weit vom Bodensteine entfernt lag. Ihrer Richtung nach war sie auch oft aufwärts, ab¬ wärts, eben, kurz oder lang gestellt. Wollte man einen schnelleren Niedergang der Gichten bewirken, so wählte man die erste Stellung; mit der zweiten hingegen arbei¬ tete man auf einen langsamen Gang, wobei das in dem Eisenkasten schon befindliche Eisen durch den heftig anfal¬ lenden Windstrom mehr entkohlt, hauptsächlich aber die Schlacke flüssiger gemacht wurde. Kurz ließ man sie, um das etwa an der Formfeite «»gesetzte Eisen wegzubringen; und lang, um eine größere Erzeugung zu bewirken. Letz¬ tere beide» Fälle stimmte» in ihrer Wirkung mit den er¬ ster» beiden meistens überein. Die horizontale Lage hielt endlich zwischen beiden das Mjttel, und war das Zeichen eines guten Ofeuganges. — Was das Gebläse betrifft, so bestand es bei jedem Floßofcn aus ein Paar Spitzbal¬ gen ; der Wendensteiner Floßofcn war der einzige mit 8' n6 zwei Sier Schuh weiten, und ftchs Schuh hohen Kasten »er- sthenr, die jedoch auf 2l Schuh unausgedrückt blieben. Ihr Verfahren bei der Schmelzung begann damit, daß der neue Ofenschacht zuerst etwas ausgetrocknet, dann mit Kohlen gefüllt, geheizt, und bei der Formscite zu- - gemacht, endlich der Ofen abermal mit Z2 bis Z7 Faß Kohlen, (welches seine Füllung ausmachte,) voll gestürzt, die Form durchgebohrk, und bei dieser mittelst einge¬ brachter glühender Kohlen, angezündct wurde. Sollte der Ofen ganz ins Feuer gesetzt werden, so wurde auch der Kranz mit Kohlen gefüllt, dieses etlichemal bis zu seiner vollkommenen Erwarmung wiederholt, und dann mit langsam angelassenem Geblase zum Schmelzen da Anfang gemacht. Es wurden daher auf dennoch mit Kohlen ganz an¬ gefüllten Kranz rgo Pfunde, Eisenstein gegeben, und so Mit dem sogenannten Haufenschütten fortgcfahren. Unter diesem verstand man die Satzführung, wo nämlich einKübel Erz oder Z60 Pfunde als unveränder¬ lich angenommen, und nach Bcurthcilung des Ofcngan- ges r, 2, Z, 4 bis L Faß Kohlen dazu gegeben wer¬ den. Zuerst schüttete man daher entweder r oder 2 Faß, welches jedoch selten war, gewöhnlich Z, höchstens 4, und nur in außerordentlichen Fallen L Faß Kohlen auf den Kranz, stürzte sofort den Kübel Erz vor jenem hw- und warf es dann mit Schaufeln auf — welche Arbeit nun während des ganzen Ganges beobachtet wurde. Waren nun die nöthigen Haufen geschüttet, und hatte sich auch schon hinlänglich Eisen im Ofen gesam¬ melt, so wurde mit der Rennstange die Brust oder Schub? aufgcstoßen, Eisen und Sinter (Schlacken) zusammen auf das Flossenbctt abgelassen, die Öffnung aber mit ei¬ nem Gestübbknollen wieder gut vermacht. r 17 Die auf ^er Flosse liegenden Schlacken begoß man mit Wasser, und zog sie mit eisernen Krücken von dem Roheisen ab, die verkühlte Flosse wurde aber mittelst.ei- nes Zuges (Kranich), auf die Seite geschafft. Die Schlacken kamen, wie jetzt, ins Pochwerk. Das Absicchcn des Roheisens geschah bei ordentli¬ chem Gange alle bis 4 Stunden, nämlich nach 6 bis 8 Haufen, oder nach 2a bis 23 Zentnern aufgegebcnen und verschmolzenen Eisensteins. Das täglich in einem Floßofen erzeugte Roheisen belief sich auf L4, in spatern Zeiten aber auf §6 bis 60 Zentner. Die jährliche Erzeugung bestand im Zahre 1777 in 110,000 Zentner Roh- und Waschcisen, wozu man i92,Loc> Faß Kohlen verbrannte, und Zoo,ooo Zentner Eisenstein verschmolz. Der Kohlenverbrairch auf einen Zentner Roheisen ohne Kohleneinrieb, (welcher nur relativ ist, und keinem Huttenmanne einfallen wird, der Verschmelzung zur Last zuschreiben,) bestand in 1,74 Faß, oder 16,9z Kub. Schuhen. Der Zentner Eisenstein gab z6,66 Pfund Roheisen. So wurde die Manipulation lange fortgetrieben, während die Floßofen allmahlig höher stiegen, bis end¬ lich im Jahre 1802 der nach seinem Stifter, dem Herrn Hofrath v. Ruprecht, sogenannte R u p r e cht 'sche H 0 he- ofen, und im Jahre 1807 der zweite nach Gr. Excellenz dem damaligen Vicepräsidcnten, Hrn.Hrn. Rudolph Gra¬ fen v. Wrbna, sogenannte WrbnaischeHoheoftn jene zur größeren Vollkommenheit brachten. — Mit ihrer Entstehung verschwanden zugleich zwei Floß- ofen aus ihrem Betriebe; bei den übrigen dreien wurden ur kupferne Formen eingeführt, und die Gebläse nach und nach in lebhafteren Schwung gesetzt. — Um nun den gegenwärtigen Betrieb vollkommen zu beleuchten, wird nothwenoig seyn, auch aller übrigen Umstände dabei zu gedenken, daher das Dau- und Ma¬ schinenwesen samM dessen Vorrichtungen, die Vorberei¬ tung zum Betriebe, und endlich diesen selbst zu ver¬ folgen. — Kaum tritt der vom Fuße des halbkreisförmigen hoben Reichensteins hervorgepende Erzbach in den quel- lenreichen Lasitzenbach, in das sogenannte Krummenthal ein, das einen Flügel vom Markte Eisenerz ausmacht; so wird der Lasitzenbach schon zur Betreibung der Werke mächtig genug. — Sic bestehen aus drei Floß- und zwei Hohenofen, aus einem Drakhzuge, einem Schleifiverke, einem Zeug- und Bergschmiede, einem Hammerschlage, und noch anderen unbeträchtlichen Radern, die in Rücksicht der Ofen in folgender .Ordnung stehen: Das erste Gefalle, von 6ch Schuh Höhe, treibt den ersten, oder Altweißenberger Iloßofen, der im Jahre r/y-l neu aufgebaut wurde. Das zweite neunschuhige Gefälle, welches durch den ausgelassenen Drathzug auf 18 Schuht erhoben werden kann, und dann zur Betreibung von sechs Cylindern für das ganze Jahr hinlänglich ist, setzt ge¬ genwärtig den Ruprechl'schen Hohenofen in Bewegung. Das dritte Gefalle, mit einer Höhe von sechs Schu¬ hen, wird für den Wendensteiner Floßofen benutzt, der in den spateren Zeiten der Floßvfenreformation, iw Iah- re 1777, entstand. Von hier bis "zum Wrbna'schen Hochofen sindcn stch einige mehr und minder beträchtliche, benutzte und unbe¬ nutzte Gefalle. So fällt auch der von der sogenannten H9 Trafeng herfliißende Bach in den, den ganzen Markt durchströmenden Rinnsal, und versteht das Siebente Hauptgefälle mit einer größeren Menge Wasser. Es ist bis jetzt nur 84-, kann aber auf 16*Schuh gebracht worden, und kann aus obigem Grunde ein sehr starkes Geblase betreiben, dessen jener Ofen auch bedarf. Das achte Gefälle von 4H Schuh Höhe, setzt den Jungweißenberger Floßofen in Umtrieb, der die Jahrs- zahl seiner Erbauung mit 1779 ausweiset. Und endlich das neunte Gefälle mit ro^ Schuh, erhielt bis im vergangenen Frühjahr zwei Frischfeuer im Schwünge, die aber verschiedener Rücksichten wegen, und besonders wegen des großen Kohlenaufwandes, die im Hohenofen zweckmäßiger benützt werden und mehr Gewinn abwerfen können, außer Umtrieb gesetzt wurden. Erwägt man nun diese großen Gefalle und den Über¬ fluß des Wassers, selbst in den kältesten Tagen des Jah¬ res; so ist nicht zu begreifen, warum man nicht gleich bei Erbauung der Hohenöfen, Gebläse dahin gab, die in ihrer Stärke den Sibirischen nicht weit nachstchen, und die wöchentliche Erzeugung ungemein erheben dürften. Bon den Floß-und Hohenofen, daun dem hierzu gehörigen Bau-und Maschinenwe- jen insbesondere. Das Bau- und Maschinenwesen ist hier von eini¬ gem Belange; obschon daF letztere noch in den ersten Ta¬ gen der Kindheit sich befindet. Die Baumaterialien sind, wie bei allen Hüt¬ tenwerken : !20 2. Bruchsteine ; die entweder aus Kalk, Übergangs- trappgeiein, Grauwacke oder Lhonschiefer bestehen. b Ziegel- oder Backsteine verfertiget man sich nach gewöhnlicher Art selbst. Zu gemeinen Maucrarbcitensind sie h iuä- glich brauchbar ; wirken aber Hitze, Trocken¬ heit un. Nasse darauf, so können sie der allmahligen Tren¬ nung ihres Ganzen nicht widerstehen. Die Ursache davon scheint im Thone zu l egen. Er kömmt zwar auf Thon- schiefer « gefetzt, aber von Kalkgebirgen umgeben vor, enthält daher immer einen Bestandtheil derselben, der sich gebrannt, nach Verhältniß seiner Menge früher oder spater, in der Raffe auflösl. Mangelt aber zufällig die¬ ser Bestandiheil, so können diese Ziegel auch manchmal dauerhaft seyn. c. Der gebrannte Kalk, wenn der aus seinen hier so mächtigen Lagerstätten gewonnene, dazu verwendet wird, >— zeigt sich blendend weiß, und löset sich ganz im Was¬ ser auf. 6. Die Bodensteine, deren man sich zu den hiesi¬ gen Hohen- und Floßofen bedient, erhält man aus ei¬ nem Bruche, der eine halbe Stunde von Eisenerz ent¬ fernt ist, und im Gsolle genannt wird. Es sind gelernte Maurer auf die Gewinnung der¬ selben angelegt, welche die von mehreren Zollen bis zu ein Paar Schuhe mächtigen Gebirgslagen, die nicht selten auch zerklüftet sind, durch Bohren, Schießen und Verkeilung von einander abhebm, und nach einer bestimm¬ te» Figur, im Berhallniffe ihrer erlangten Größe, zu kleinen oder größeren Bobensteinen, abrichten. Sie be¬ stehen aus einem Gemenge von Übergangsthonschiefcr, welcher mit jenem innig, auch streifenweise durchzogen, verbunden ist. Kalkerde macht bei weitem den Hauptbe- standtheil aus, je mehr Thonerde mit ihr vereinigt ist, desto fester sind sie. Ihre rvthe, vom Lhonschiefer her-" !2t rührende Farbe, entscheidet daher auch für ihre Güte. Je röther sie also werden, desto mehr Thon enthalten sie und desto länger können sie dem Feuer widerstehen. Der Steinbruch liegt an dem Abhange eines Über¬ gangs-Kalkstein-Gebirges, an welches sich der jüngere Lhonschiefer gelagert hat; jener öffnet also gerade die Extremitäten beider Gebirgsarten, die hier in einander verflossen, diesen lhonigen Kalkstein gebildet haben. Zu bewundern ist, daß diese Bodensteine, mit r8 bis 24 Zoll Dicke von der besseren Art, doch Zo bis 40 Wo¬ chen im Qfcn auszuhalten vermögen, dann aber auch ganz durchgebrannt sind, und ins Wasser geworfen, sich fast gänzlich auflösen. e. Die Gesteflsteine zur Aussetzung der Hohenöfcn- schächte, bezieht man aus einem fünf Stunden von hier entfernten Steinbruchc, welcher in der sogenannten Gems liegt. — Ein Sandstein - Gebirg von unbeträchtlicher Ausdehnung, hat sich dort unmittelbar auf Kalk gesetzt. Es gehört zu dem Sandsteine aus der Kohlen- Forma¬ tion. Diese Gebirgsqrt ist von graulich weißer Farbe, und besteht aus ganz gleichförmigen, sehr kleinen Kör¬ nern »on Quarz, die mittelst eines glimmerigen, Thon- und mcrgclartigcu Bindungsmittels, zusammengekittct sind und nicht selten auch Spuren von Steinkohlen auf¬ weisen. Ein Steinmetz mit ein paar Gesellen sprengt dort, »nd richtet die Steine zu ihrer bestimmten runden Fi¬ gur vor. Da sie aber ebenfalls etwas kalkartig sind, so halten sie in der Schmelzung auch nicht langer, als die erwähnten Bodensteine aus *). >) Das ohmveie Kraubach im Murthalc an der Gulscn befindliche Serpentinsteingebirge, wird in Zukunft bes¬ sere Gestcllsteine liefern, da auf unfern Vorschlag schon günstig ausgefallene Proben abgeführt wurde». 122 L. Endlich.werden hier jährlich, besonders zur Aus¬ setzung der Floßofen und zu ihrer und der Hohenofen Aus, besserung, wenn letztere nur im niedrigen Gestelle aus¬ gebrannt sind, ferner zum Gestübbenmachen, mehr als 8000 Zentner grauer und weißer Lehm verwendet. Z. Die Bauholz - Gattungen beschranken sich auf Lannen, Fichten und Lerchen, weil letztere auf den hie¬ sigen Kalkgebirgen besonders gut gedeihen, und zu Ge¬ bäuden mit Vorrheil angewcndet werden. Von Laubhöl¬ zern finden sich Buchen, Ahorn, Ettern und Birken, je¬ doch nicht in beträchtlicher Menge. Nach diesem Vorausgeschickten übergehen wir nun zur Beschreibung der Schmelzöfen und des dabei vor¬ kommenden Bau - und Maschinenwesens selbst. Von den Dfen führen wir einen Floßofen, nämlich den sogenannten Altweißenberger, als Muster auf, und werden dabei nur die sich allenfalls ergebende sehr unbedeutende Unterschie¬ de der übrigen zwei Floßofen bemerken. Der Aktiv eißenb erzrr Floßofen. Diese Hütte wurde im oben angezeigteil Jahre, noch vor dem Ausgange des Krummenkhales, an den Fuß des Erzberges hingebauet. Das äußere Mauerwerk, oder das Gebäude selbst, ist mit einer Dicke von Schuh standhaft und massiv vom Grunde aus bis sechs Schuh über die Gichtöffnung senkrecht emporgehvben, .worauf nun die Ma erbänke mir dem eben so starken, und in seinem Bundwerke gat ^geschloffenen Dache, gesetzt wurden. Die im Grundrisse paralellogrammisch erscheinend? innere Lichte des Hüttengcbäudes mißt nach her langem Seite48 Schuhe, und nach der kürzern Zz. r2Z Die längere Seite der Hütte kam nach dem Lauft des Wassers zu stehen, und eben so/ührek auch der Aus¬ gang derselben. Den Aufriß des Schmelzhauscs mit verglichen, zer¬ fällt es in zwei Abteilungen: in die niedere, wo der Ofen an der Wafferseite einen Theil der Hüttenmauer selbst ausmacht und beinahe in der Mitte der zwei kür¬ zere» Seiten, das heißt, von diesen gleich weit entfernt abstehk; dann, wo das Gebläse frei im unteren Thcile des'Hüttcngcbäudcs zur Rechten des Ofens, zur Linken aber zwei Rollfelder angebracht sind, und eine Treppe zum oberen Theile, oder zur Gicht führt, welche Kohlen- und Eisensteine aufnimmt. Der Ofen selbst besteht aus folgenden Thcilen: a. Aus dem Grunde mit den nassen Anzuchten oder Canälen. b. Aus dem Rauhgcmäuer mit den trockenen Anzüch¬ ten und eisernen Schließen, wozu noch das Blas¬ und Arbeits-Gewölbe gehört. v. Endlich aus der Gicht, und ä. dem Schornsteine. Die innere Lichte des Rauhgcmäuers, worin die Zu¬ stellung kömmt, wird besonders beschrieben. — Auf die Trockenheit des Grundes nahm man we¬ der bei diesem Ofen, noch bei den beiden anderen son¬ derliche Rücksicht, da sie zur Wasserleitung hingcsetzt sind, und folglich ihr Fundament etliche Schuhe unter dem Horizont der bei ihnen vorbeisührenden Straße, oder das Erdterrains steht. Jedoch hat man jetzt den Platz vollkommen geebnet, ihn unter vollkommen rechte» 124 Winkeln ausgesteckt, und nach geschehener Ausgrabung, die Grundmauer 6 Schuh tief mit großen »Steinen bis zur Hüttensohle aufgeführt. Dos Wasserkanals in dieser Grundmauer, wurde auch schon in früheren Zeilen nicht vergessen. Er erhielt, etwas mehr erhoben, ein bis zwei Schah ins Gevierte und wurde in oer Grundmauer des Ofens selbst, mit Elsen-Platten bedeckt. Jede Seite des viereckigen Grundes mißt 20 Schu¬ he, und von diesem steige oer auf ze er Seite um einen Schuh zurückgezogene Oanistock, oder das Rauchgemäu¬ er, 20 Schuhe mit einem geringen Einzüge (Böschung) empor. Die Ecken dieses Osenstockes versah man mit zuge¬ hauenen Seinen, und gab überhaupt dem ganzen Ge¬ bäude eine gute und feste Verbindung, die durch zwei¬ fach neben einandergelegte Schließkränze (Anker) noch mehr gesichert wurde. Sie fangen bei den Gewölben an, und erstrecken sich bis zur Gicht; ihre horizontale Entfernung von einander beträgt zwei, und ihre senkrechte, drei Schuhe. Die trocknen Anzüchte im Ofenstocke sind sechs oder acht Zoll weit, und in kleinen Abständen durch die ganze Rauchmaucr geöffnet. Das Arbeits- so wie das Blasgewölbe wurde bei der Aufführung des Ofenstockes sogleich berücksichtiget, beiden eine äußere Höhe von neun Schuhen, und eine eben soviel betragende Breite gegeben. Sie verengen sich gegen den innere Ofenlichte auf fünf Schuhe, sowohl nach der Höhe als Breite. Eben so blieb der innere Raum, oder dieOfenlich- te offen, die vom Mittelpunkte des Fundaments vier I2S Schuh gegen jede Seite hin, also acht Schuhe, jedoch nur in der größun Lichte des in die Hälfte gestellten KoblensackeS übrig gelassen wurde, gegen die Gicht und den Bodcnstein aber sich um zwei Schuh verengt?. Die geringste Stärke des Ofcnstockes im Kohlensa¬ cke beträgt also fünf, und auf dem Grunde und der Gichlöffnung sechs Schuhe. Jedoch trug man beim Wen- dcnstciner Floßofen die innere Lichte außerhalb des Mit¬ telpunktes, und zwar um zwei Schuh weiter gegen die Formseite hin, folglich war die Stärke des Ofenstockes auf dieser Seite nur vier Schuhe, auf der entgegengesetz¬ ten Windseite aber sechs Schuhe dick. Sie mochte dcßhalb stärker geworden seyn, damit sie dem anfallenden Winde besser widerstehen, und mehr Masse entgegensetzen könne. Nach der Weite des inneren, für die Fußstellung be¬ stimmten Ofenraumes, richtet sich nun auch die Gicht, die durch ein acht Schuh breites, und acht Schuh ho¬ hes Gewölbe zugängig, übrigens aber mit dem Schorn¬ stein umgeben ist. Er steigt mit gleichem Umfange des Ofenstockcs von außen, jedoch nur mit zweischuhiger Mauerdicke 6 Klafter hoch an, und führt endlich durch eine aus seiner Verspannung verengte, sechs Schuh ho¬ he und drei Schuhe im Viereck weite kaminförmige Öff¬ nung, die Dämpfe fort. Das Geblase sieht frei neben dem Ofen im untern Lheile des Hüktcngebaudes, und zwei gewöhnliche Spitz¬ bälge, jeder mit einer Düse versehen, jchicken ihren Wind unmittelbar in den Ofen. Der kubische Inhalt eines Balges, (was nämlich verdrückt wird) beträgt 28 Schuhe. Da sie nun in einer Minute zehn bis" zwölf Mal wechselten, so sollte der Ofen nach obigem Inhalte, in jeder Minute eine Luskin^ von 126 §6o bis 672 Kubikschuhcn erhallen. Aber, was beträgt nicht der schädliche Raum, und die zwischen den Leisten der Seitcnwände entweichende Lust? Aus diesem Grun¬ de kann also der eigentliche Rauminhalt dieser Bälge nie zum Anhaltspunkte für die Stärke des Gebläses dienen ; ihre Gebrechlichkeit vermehrt noch diesen Fehler, und so kann man nie vollkommener Meister seines Schmclzgan- ges seyn. Wohleiiigenchtete Hütten Deutschlands sprachen den Spitzbälgen schon lange das Enduriheil: cs kann also nicht auffallen, wenn man auch diesen Hütten bald andere Geblase wünschet Die zwei Spitzbalge werden durch ein unter- schlachtiges Wasserrad bewegt, das aus vier Krümmlingen (Kränzen) zusammengesetzt ist, von welchen die einen Schuh drei Zoll hohen, und einen Schuh breiten Schaufeln, als Radien ausgehend Die ander vierundzwanzigzvlligenWelle angebrach¬ ten zweihübigen Schwingen, haben für jeden Balgmesser eine Hebclarmslänge von vierundzwanzig Zollen und einen ohne alles Gesetz geführten krummen Schnitt. So wie nun die Welle im Umlaufe ist, greift die erste Schwinge oder Mellfuß auf den Schemel, welcher durch eiserne Stangen mit dem beweglichen 1) Mochten doch die Worte des vortrefflichen Hütlen- nnmues, Herrn Albrecht Ziem an, edlich einmal m Stcycrmark beherzigt werden! Er sagt in seiner Eisenhüttenkunde, Seite z 17: „Der Engländer, der des dumpfen Heulens der Holzbalge überdrüssig war, richtete seine Cylindergebläse vor, und trieb die Ver- vvllkorümung derselben bis aufs Äußerste. — Der Deut¬ sche fand für gut, die alte Methode noch etwas be>- zubehalten. Endlich aber folgte er dem Brüten nach.', »27 Mantel des Balges zusammenhängt, drückt ihn und mit diesem Hebel auch zugleich den Mantel bis zum Balgstvcke nieder, der mittelst eines verbundenen und mit Gewicht beschwerten Wagcbaums, wieder gehoben wird und so wechselweise das Spiel fortsetzt. Dem Wcndensteincr Floßofen waren früher zwei Kasten,- späterhin aber drei Spitzbälge zugetheilt. Sie sind nebeneinander angebracht, und leiteten noch im ver¬ gangenen Jahre, jeder mit seiner eigenen Düße, den Wind in den Ofen. Die drei Düsen lagen in einer Eß- forme, w, daß zwei fest nebeneinander, und die dritte in die Mitte der zwei unteren, in der Figur gelegt wurden. Man vereinigte späterhin die drei Spitzbalge mit ihren Köpfen in einen Condcnsakor zusammen, um in einer gemeinschaftlichen Leitung, und mit mehr Gleich¬ förmigkeit, den Wind in den Ofen zu bringen; allein man erlangte hierdurch keine größere Erzeugung. Eben so ist der Mechanismus hier ganz anders vor¬ gerichtet. Er besteht aus einhübigen, excentrischett Well¬ füßen, und aus Wagbaumen, die von unten angebracht, und zu beiden Enden mit Friktionsrollen vorgerichtet sind, wovon die größeren dreißig Zoll, und die kleine¬ ren fünfzehn Zoll im Durchmesser hatten. Wenn nun der Wcllfuß sich um die größte Scheibe bewegt, so wird der Wagcbaum auf der anderen Seite, so wie mit ihm der- bewegliche Balgstock, zur Verdrängung des Windes ge¬ hoben. Bei dem Altweißenbergcr Floßofen werden, wie in allen übrigen, die Kohlen auf einer Brücke zugeführt, und in ein vor der Gicht vorgcrichtetes Fach abgestürzt; ein zweites, dicht neben diesem, ist zur Aufnahme der Eisensteine bestimmt, die vom Erzgebirge unmittelbar durch einen bis in die Hütte fortgehenden Lauf gedruckt, und täglich, Morgens und Nachmittags, aus Säcken abgestürzt werden. 128 Anders verhalt cs fich mit den Eisensteinen beiden übrigen beiden Floßöfcn. Sie wurden in die auf der Hüttensohle befindlichen, oben beschriebene Erzbchalter abgeleert, und mittelst eines Laufrades zur Gicht ge¬ hoben. Dieses Laufrad hat im Durchmesser zwölfSchuh, ist zwei Schuh breit, und aus feinem inwendig verschlagenen Boden find Leisten zum Tritte vorgerichtek. Um die horizon¬ tal liegende Welle des Laufrades ist ein Seil geschlungen, das mit einem Z6o Pfund Eisenstein haltenden Kübel in Verbindung steh!, der gefüllt, sehr leicht durch einen Men¬ schen gehoben werden kann. Mittelst eines beweglichen Schemels wird er vor die Gicht gedreht, ausgestürzt, und der leere wieder angehängt. Wir gehen nun zur Zustellung selbst über. Auf den gereinigten Grund, oder auf das Fundament des Ofens, wirb erst eine Schuh dicke Lehmsohle angeschlagen, so¬ dann der Bodenstein, der bei den niedrigen Ofen ge¬ wöhnlich 14 bis 16 Zolle stark ist, darauf fest gelegt, und seine etwa noch nicht ganz ausgefüllten Raume ge¬ gen die Rauchmauer hin vollends mit Lehm angestauchk und verstrichen. Gewöhnlich sucht man dem Bodcnsteine einen kleinen Fall gegen den Abstich zu geben, um Schla¬ cken und Roheisen leichter gewinnen zu können. Don diesem wird nun der Schacht entweder ganz mit Lehm angeschlagen, und ihm seine gehörige Struk¬ tur gegeben, welches das Sump er sch lagen heißt, oder es werden nur die schadhaften, und während der letzten Schmelzung ausgebrannten Thcile damit ausge- bessert, welches das Reifsetzen genannt wird. Erste¬ res geschieht nur nach einigen Jahren, letzteres aber nach jeder Schmelz- Campagne, die von 20 bis Zo, und mehrere Wochen dauern kann. I2Y Seit einigen Jahren pflegt man bisweilen auf den Bodcnstein zuerst einen, oder auch wohl zwei Kranze von Stein zu legen, diese hinter sich mir Lehm gut zu ver¬ stauchen, und so mit Thon die Arbeit bis zur Gicht fortzusetzcn. Es wird hiezu der weiße feuerfestere Lehm, Töpfer¬ thon, gewählt, den man auf der Hüttensohle auf einen Haufen stürzt, mit Wasser begießt, gut abrrilt, und zu Ballen formt. Diese netzt man an, schlagt einen an den andern, staucht sic mit Schlägeln fest zusammen, und fährt in gehöriger Dicke diese Gestellsmaße mit der Behutsam¬ keit aufwärts, daß die innere Lichte stcrs die oorgcschric- bencn Maße enthält. Man kann sie nicht so leicht ver¬ lieren, wenn man die Leere vor Augen hat. Diese besteht in einer mit dem Schacht gleich hohen, an bei¬ den Enden mit eisernen Zapfen versehenen Spindel, woran drei Arme unter einem rechten Winkel, wie I^iz. 4. Isb.I. zeigt, nemlich im Gestelle, im Kohlensacke, und in dee Gicht angenagelt sind. An den äußersten Enden sind sie durch Latten verbunden, deren Linie nun die Figur des Schachtes bestimmt. Diese Spindel wird in die Centrallinie gerichtet, so, daß sic unten auf dem Bodensteine aufstcht, und oben in einem die Gicht durch¬ laufenden Kreuzbaume beweglich ist. Dreht man nun die Leere um, so zeigt sie in jedem Thcile die Weite und Figur des Schachtes an. Der Schacht ist wie bei allen Floßösen rund. und gleicht zweien abgekürzten mit ihren Grundflächen zufammengestellren Kegeln. Das Gewölbe der Form wird, wie das der Ar« beitsseire, mit jener Arbeit zugleich gänzlich vermacht, uur eine Dffnung für die Form, und eine zum Abstiche gelassen. Erstere ist 14 Zoll vom Bodensteine entfernt, und hak i H-Schuh ins Gevierte; letztere fangt iwl dem Bo- deusteine an, ist zwei Schuh hoch, und sechs Zoll b" r L »ZO Um dem Arbeits- «nd Formgcwölbe mehr Halt¬ barkeit zu geben, müssen über jene» Öffnungen 2^ Schuh vom Bodensteine, zu beiden Seiten zwei eiserne Stan¬ gen nebeneinander in dreizölligcr Entfernung auf die Anstauchung gelegt werden. So erlangt die von innen mit Lehm, und von außen durch Ziegel gebildete, dar¬ auf ruhende Brust, mehr Festigkeit. Die Gicht wird endlich auf ihrer Oberfläche auch mit Lehm verschmiert, und sodann mit eisernen Platten belegt. Der auf diese Weise ausgesetzte, nun vollendete Ofen, muß in diesem Zustande eine Weile dem Luft¬ züge überlassen, dann langsam erwärmt und ausgegluht werden. Dann kann man ohne Bedenken zur Legung des Eßcifens (Forme), und zum Vermachen der Brust (Abstich), schreiten. Das Eßcisen wird auf eine dünne Lehmlage gelegt, darauf fest angeklopft, gehörig abgewogen, und der übrige Theii mit Lehm und Ziegeln gut vermacht. Die Öffnung für den Abstich aber, verschließt eine parallcl- logramisch aus Lehm verfertigte und getrocknete Tafel, die auf den Seiten noch mit Lehm verschmiert werden muß. Flossenbctt und Schlackenpochwerk werden bei Beschreibung der Hohenofen erörtert. Die Ausmessungen dieses Ofens sind folgende: Weite. ») Am Bodensteine von der Wind- zur Form-Seite .... Z Schuh, von der Rückwand zum Abstich . Z - b) Im Kohlcnsacke . . . . 6 - e) An der Gicht . . . . z - Höhe. Vom Bodensteine bis z»m Kvhlensacke 7 Schuh Von diesem zur Gicht . . . . ich - Gesummte Höhe Li Schuhe Die Gichtmündung war auch schon Z Schuhe weit, und der Kohlensack in die Hälfte der Ofenhöhe gestellt. Die Floßofen haben nur eine aus Kupfer beste¬ hende Form. Ihr Auge ist rund, und hat im Durch» Messer LZ- bis Z Zolle. Sie liegt in der Centrallinie, ist aber etwas ge, gen die Rückwand gekehrt; steht vom Bodensteine 1/ 6" ab, liegt Z bis F Zoll über, und hat einen Fall von drei bis fünf Graden, so,'daß also das Wasser von ihr gerade in den Ofen fließen kann. Die Düßen liegen unter einem sehr spitzigen Win¬ kel im Eßeiscn, acht bis neun Zoll vom Auge entfernt, und haben eine zwei Zoll weite Mündung. L W en d e n st e i n er Floßofen. Weite. Am Bodensteine Z Schuh - Kohlensacke . . . , . 6 - An der Gichlmündung . . . . s - H ö h i. Vom Bodenstcin bis zum Kohlensacke 7 Schuhe Von diesem zur Gicht . . . . r 1 » Gesammlc Höhe -z Schuhe. 9* Die Form liegt vv« Bodenstein ein Schuh sechs Zoll, reicht in den Ofen drei Zoll, und hat zwei bis drei Grade Fall. —. Der Durchmesser des Formauges ist zwei einen halben Zoll. Nur eine Düße liegt in der Form und ist von dessen Auge acht bis neun Zoll ent- stritt, deren runde Öffnung zwei einen halben Zoll be¬ trägt. 6. Der Jung Weißenberg er Flvßofcn. Er unterscheidet sich vom ersten nur in seiner Höhe mit ryA Schuhen, in allen übrigen Stücken stimmt er damit vollkommen überein. Der Fremde darf sich indessen nicht wundern, wenn er bisweilen eine Differenz in diesem Maße ver¬ nimmt, denn, so wie sich der Ofen selbst bald aus- rveitet, so geschieht es auch beim Eßeiscn und übrigem Zugestelle. Den gegenwärtigen Betrieb dieser Floßöstn wer¬ den wir mit dem der Hohenofenarbeit zugleich zerglie¬ dern, da beide kaum einen Unterschied zulassen. Wir gehen daher zur Beschreibung der Hohenofen über. I). Der RuprcchtS-Hoheofc». Das Hütten-gebäude ist von tieferem Grunde, mit aller Vorsicht und Genauigkeit durch eine massive Mau¬ er unter das Dach hinangeführt, dessen Verbindung in Rücksicht seiner Starke und Einfachheit Empfehlung verdient -). Denn die doppelten, auf den Hauptmauern ruhende Mauerbänke, sind bloß durch neun Schuh von -) ES ist ritte Art der nun allgemein als sehr vor- theilhaft anerkannten Bahlendachcr, das von dem dö¬ sigen Zimmcrmeister Gall er schs» vor mehreren Jahren erbauet wurde. einander entfernte Bundtrame abgebunden, und Statt der das ganze Gerüst in seiner Zusammensetzung unnütz vermsh-, rendcn Stuhlsäulen, wurden halbe in ihrer Milte et¬ was abweichende, und spitziger werdende Zirkelbögen auf jene gesetzt, die dazu bestimmt find, den höher liegenden Abbund, aus Dachsparren und Jxcnbandern bestehend, zu tragen. In der ersten oder untern Abtheilung enthält das Hüttengebaude: w) den Ofen, welcher in der Mitte der beiden kürzeren Seiten, und zwei Schuhe von der Hin¬ ter- oder Waffermaucr entfernt steht; b) kn den zu sei¬ ner Rechten und Linken befindlichen Plätzen, die zwei Paar Spitzbälgc, und im untern Raume das noch angebrach¬ te Pochwerk. In dem senkrecht über dem Pochwerke er¬ habenen Raume sind Schlafgcmächer für die nach der Schicht ermüdeten Schmelz- und Ofenknechte vorgerich¬ tet. Auf ihrer entgegengesetzten Seite aber ward der Ein¬ gang zur Gicht bestimmt. Der ganze vor ihr befindliche Platz ist in zwei Facher gethcilt, das größere für die Kohlen, und das zweite für die Eisensteine. Der Ösen selbst hat folgende Hauptkheile: i. Die Grundmauer oder das Fundament, mit den nassen Anzuchten oder Kanälen. 3. Das Nauhgcmauer oder äußere Mauerwerk, hier Ofcnstock genannt, mit den Abzüchtcn. L. Die Rauhschachtsfüllung. 4. Den Rauhschacht. Z. Das Arbeits- und dik beiden Formgcwölbe. 6. Die inneres Lichte für den Kernschacht und Gestell, welche mit feuerfesten Sandsteinen ausgesetzt werden. »Z4 7. Den Windfang oder Schornstein. Der zu diesem Hohenofen hestimmtc Platz ist jetzt ganz geebnet, und darauf die Aussteckung zu seiner Grün¬ dung vorgenommen worden. Weil man aber bei sei¬ nem Ausgraben kein festes Gestein erreichen kennte, so mußte eine um so größere Tieft jene Stärke ersetzen. Die Fundamente dazu, aus beträchtlichen Gesteinsmas- sen, mußten also bis zur Hüttensvhle aufgcführl werden. Gegen das Ende des herausgehobenen Grundes blie¬ ben nun, um die zusitzenden Feuchtigkeiten unschädlich zu machen, die Öffnungen für die nassen Anzüchte offen, die d s Viereck kreuzweise durchschnerden, um dasselbe herunckauf n, und außerhalb des Öftns unter einem kleinen Falle abgcführk^vurden. Ihre Deckung geschah mit eisernen Platten. Der bis zum Horizont der Hütte herangebrachte Grund wur¬ de mit kleineren Steinen und Mörtel ganz geebnet, und dann auf ibm die Schnürung oder Aussteckung der noch weiter fortzufttzenden Thcilc vorgenommen, die auf folgende Art geschehen mußte: Äon den vier Ecken des Fundamentes zog man Dia¬ gonalen, und wo sic sich durchschnitten, war der Mit¬ telpunkt, oder die Centralinie des Öftns, von welcher nun die Bestimmung der Maße für alle nachfolgende Theile selbst ausgieng. Durch diesen Mittelpunkt soll eine Parallele mit der vorder,, oder Hinteren Seite des Fundaments, und die zweite, jene unter einem rechten Winkel durchkreu¬ zend , gegen den Abstich zulauftn. Setzte man nun io jenes Centrnm einen Schenkel des Zirkels ein, und führ¬ te den andern mit seinem beschreibenden Kreise durch seine erste stets nur als Halbmesser zu erweiternde Öff¬ nung , so bestimmte die erste.- a. den Durchmesser der inneren Lichte des Schach- res selbst, für das Gestell und den Kernschacht. Die zweite: b. di- Stärke des Rauhschachtes; die dritte: e. die Weite der Raubschachtsfüllung; die vierte Eröffnung: «l. die Slärke des Rauhgemauers oder Ofeistockes, samnit seiner ganzen bis zur Gicht zur verlieren¬ den Böschung. Eben so leicht wurden nun die offen zu bleibenden Räume der beiden Blas - und des Arbeits- Gewölbes gefunden. Man trug nämlich ihre halbe Weite zuerst auf den einen, den anderen Thcil des obenerwähnten für die Zu¬ stellung kleinsten Umkreises, und eben so auch ihre grö߬ te Weite auf den zuletzt gemachten größten Umkreis, und zog die Punkte zusammen. Will man nun, wie cs hier geschah, dem Rauch¬ schacht und Rauhgemäucr oder Osensiocke selbst, eine mit der äußersten Seite des Grundes übereinstimmend rechtwinklichtc Figur crrheilcn; so bringt man bei den allererst gezeichneten Diagonalen an die Rückung die Ecken , welche sich ergeben müssen , wenn auf allen vier Seiten mit den Fundamenten gleichlaufende Linien von den vier Durchschnittspunkten des zweiten, dritten und "irrten Enkels gezogen werden. Nach diesen genau vorgezcichnelcu Linien, wurde der Ofenstock und der Rauhschacht, mit den dazwischen beobachteten leeren Raumen bis zur Gicht aufgcmauert. »ZS Für die drei Gewölbe hat schon beim Beginne der¬ selbe» der Grundriß gesorgt, die bei ihrer bestimmten Höbe durch Bögen geschloffen, und wie oben fortgesetzt wurden. Von dem Ofenstocke sollte man öfters längere Stei¬ ne über den dazwischen befindlichen leeren Raum in den Ro.uhschachc zur größeren Haltbarkeit und Verbindung beider, übergreiftn lassen. Und, damit die im Schachte, oder vom ganzen Gemäuer selbst sich ergebenden Dämpfe um so leichter Aus¬ gang fänden, so wurden von dem Rauhschachte durch die Füllung und den ganze» Lftnstock, über dem Ge¬ wölbe angefangen, und bis zur Gicht forkgefahren, auf jeder Seite des Ofens doppelt, in drei- bis vier - schuhl- ger Entfernung angebrachte Dampfröhrcn vorgerichket, die anfänglich auf- dann abwärtssteigcn, damit die Feuch¬ tigkeiten nicht rücktreten und der Hütlenstaub nicht hin¬ einfallen und sie verstopfen könne. Zu noch größerer Haltbarkeit und Befestigung des Ganzen, ist endlich das Mauerwerk mit sehr starken ei¬ sernen Schließen verankert, die bis zur Gicht in unbe¬ trächtlicher Entfernung in doppelten Kränzen übereinan¬ der liegen >) Ss war hier sehr gefehlt, die Schließen oder Anker fest im Oseustocke einzumaueru und noch dazu die Sta¬ be so stark als möglich, einzutreiben oder zu vcr- fplctren; denn.jeder Lftn, der in Umtrieb kömmt, wird — wäre die Austrocknung auch Jahre lang mit grö߬ ter Behutsamkeit geschehen — von der Hitze ausge¬ dehnt, und wenn dann die Anker fest anlicgcn und verkeilt find, muffen sie schlechterdings reißen, wie es hier auch vielfältig geschah. t-Z7 . Von der Gicht steigt der Ofenstock inwendig senk¬ recht, und von außen mit einer kleinen Böschung als Rauchfang ans, über den ein Gewölbe gespannt ist, wel¬ ches in einem engen Kamin sein Ende erreicht. — Zu jeder Seite des Hohenofens stehen zwei Spitz¬ balge ganz offen da, deren jeder einen Cubicinhalk von Z2 bis ZZ Cubicschuhen hat; und da ihr Wechsel pr. Minute von neun bis eilfMal im Ruprecht'schen Ofen, in dem des Grafen v. Wrbna aber nur acht bis neun Mal geschieht, so beträgt die Luftmasse für ersteren von iiF2 bis 1408, und für letzteren 1024 bis iiL2 Cu- bik-Schuhe. Dieses ist auch die Ursache, warum erste¬ rer, obwohl um sieben Schuh niedriger, den letzteren im Durchschnitte um etwas im wöchentlichen Aufbrin¬ gen und in der Erzeugung übertrifft. In den Köpfen dieser Spitzbälge sind jetzt Ventile von Eisenblech angebracht, damit weder Flamme noch Funken, auch keine Schlacken, die bisweilen aus Nach¬ lässigkeit der Ofenknechte schon über die Formen herauf stehen, eingesaugt werden, und die Balge entzünde« können. Jeder Balg hat eine eigene hölzerne Lutte, die durch angeheftetes Leder mit der Büße in Verbindung steht. Die Bälge werden bei beiden Hohenöfen durch gleichen Mechanismus bewegt. Er besteht aus einem mit- telschlächtig laufenden 14 Schuh hohen, und 2^ Schuh breiten Wasserrade, und aus einer Welle, worauf Käm¬ me angebracht sind, die auf Schemel greifen, und da¬ durch die mit ihnen verbundenen Mäntel der Bälge ab¬ wärts drücken. Dies ist ein sehr alter und bekannter Mechanismus, dkr seiner Absatzigkeit, seines ungleichen Ganges, sei- >Z8 ner Gebrechlichkeit und mehrerer anderen Fehler wegen, nicht weitläufiger beschrieben zu werden verdient. Wir haben mehrere Gebläse mit ihrem Mechanis¬ mus für verschiedene Lokalitäten entworfen, auch bereits eines mit gutem Erfolg in der Radmär erbauet, wel¬ ches weiter unten beschrieben, und in einer Zeichnung dargestellt wird. Unter andern dachten wir lange darüber nach , wie wohl der Mangel eiserner Cplindcr ersetzt werden könne, und fanden, daß vier gegossene eiserne Platten, ven in¬ nen abgeschliffen, und genau unter rechten Winkeln zu¬ sammengestellt, diesem Zwecke entsprechen würden. Sie erhalten nur die Dicke von zwei Zollen, und werden entweder in einen hölzernen Kasten gestellt, oder di^rch vier hölzerne, an den Ecken angebrachte Säulen, zu¬ sammengezogen. Die Probe mit solchen Kästen würde bei dem neu zu erbauenden Hohenofen in Hieflau abgcführt worden seyn, wenn zu ihrer Abpolirung ein Schle-fwcrk vorhanden gewesen wäre, und wir glauben, daß sie in Rücksicht ihrer Zauer und Güte den eisernen Cylindern nichts nachgcbcn müßten. — Die Schmclzmaterialien, als: Eisensteine und Koh« len, werden durch Pferde auf den nach den Hohenofen gehenden Brücken zugeführt, und gerade vor die Gicht in die beiden abgetheiltcn, schon beschriebenen Behält¬ nisse, abgestürzt. Zu der Zustellung dieser Ofen gehören: Der Bodenstein, b) Die Gestellsteiuc, a) die Kernschachtsstcine, und -Z-) 6) feuerfester Lehm und alte Gestellsteingraupen. Wenn man jedem Gebrechen zu steuern, und im Ge¬ stelle eine vollkommene Ruhe während der ganzen Schmelz¬ campagne zu erhalten denkt, so muß nothwendig auf den Grund erst eine halbe Schuh dicke Lchmlagewohl getreten, und daraufdann der oben erwähnte, aus Übergangskalk bestehende 18 bis 24 Zoll dicke Bodenstein festgelegt werden. Alle Fugen gegen den Rauhschacht sind dann noch genau zu verstauchen, und mit Lehm gut zu verstreichen, worauf nun das Gestelle und Schachtfutlcr kömmt. Für dieses besteht als Lehre ein bloß von der Gicht bis zum Lodcnstein herabgelaffener Senkel, der hier wieder den Punkt bestimmt, der senkrecht unter diesem von den zwei gezogenen Diagonalen im Fundamente angegeben wurde. O - Die am Senkel hängende L>ch»ur macht die Apc des Schachtes, oder die sogenannte Centrallinie aus, und so wie der Senkel selbst auf dem Bodensteine den Punkt angibt, um welchen nun in der gehörigen Ent¬ fernung der erste Schachtkranz gelegt wird, eben so muß diese Schnur der Anhaltspunkt für die gehörige Stellung aller nachfolgenden Stücke im ganzen Schachte, bis zur Gicht hinan, bleiben. Zur Erleichterung der Arbeit befe¬ stiget man jedoch im Kohlensacke und bei der Gichtmün-- dung einen Kranz von gleichem Durchmesser mir jener, und eine Latte, vom Umkreise des Bodensteines bis an "die Peripherie des Kranzes im Kohlensacke angeschlagen, zeigt die beständige Erweiterung des Gestelles , so wie die fortgesetzte Beobachtung bis an jene der Gicht, die um¬ gekehrt steigende Verengerung des Schachtes an. Die anzuwendenden Gestell- und Schachtsteinc be¬ stehen aus dem obig beschriebenen Sandsteine. Sie sind rund , wie der Schacht selbst, zugehauen. Bei ihrer Ein' setzung bedarf es daher nur hier und da einer kleinen i4<) Verbesserung. Als Kitt für dieselben, das heißt zur Vcrstreichung aller Fugen , bedient man sich einer aus drei Vierthcil Lehm vnd ein Viertheil gepochtem Talke, oft auch weniger bcstchendeu Masse *). Iss die Talk¬ erde in zu großem Vcrhaltnjß im Gemenge vorhanden, so wird cs zwar um so feuerbeständiger, verliert aber auch in eben dem Grade seinen Zusammenhang, und so umgekehrt. Mit dem Maasstabc in der Hand, fuhrt man nun von dem durch den Senkel bestimmten Centro des Bodcnsteines einen die Weite des Gestells bezeich¬ nende» Kreis, und reihet an diesen den erste» Kranz je¬ ner Gestellsteine, die man »och, wenn sie nicht genau an- schließcn, paffend zuhauen, den Gründ und die Seiten mit jenem Kitt oder Lehm gut anstreichen, und sofort zur Legung des ersten Kranzes schreiten muß. Er be¬ steht aus Stücken, die r8 und 20 Zoll hoch, nämlich etwas höher sind, als die Formen vom Bodensseine ab- stehcn. Die Länge ihrer (Hsgmente aber, oder der Bo¬ gen der Cirkelstücke , bleibt unbessimmt. Der erste Gestellstei» wird daher an der Rückwand des Ofens fest aufgelegt, der zweite kömmt rechts, der dritte links an diesen angeschlossen, und so muß wech¬ selsweise der erste Kranz vollendet werden ; nur beim Abstiche bleibt eine >4 bis iZ Zoll breite Öffnung übrig, ,) Die zur Vcrsircichung der Fugen sowohl, als zur Bindung der Gcstcllstcine unter sich, anzuwcndenden Kitte sind sehr verschieden. Am besten werden sie je¬ doch aus gepochtem Mehle oder Graupen gemacht, das aus den zur Zustellung gewählten, theils ro¬ hen, theils gebrannten Steinen, und nur aus so viel Lehm bestehen soll, als der Zusammenhang der Thcile nothwendig macht. Diese werden alsdann mit Was¬ ser begossen, sehr gut abgerührt und durchgeknetct. Ist im Gestcllstcine selbst kein Talk enthalten, so wird ei» Thcil des Ganzen gewiß gute Dienste leisten. t4» um bi! der nachfolgenden Arbeit seichter aus- und ein« schlüpfen zu können. Übrigens kracktet man die Seitenflächen und Fu¬ gen der zusammengestelltcn Steine gut mit obigem Kitt zu verschmieren, und den leeren Raum gegen den Rauch- schachr hin mit einer angerührten Masse aus frischem Lehm und allen gebrannten Thcilen der herausgenom- menen Lehmfüttcrung zu versetzen, auch noch durch alte, ebenfals gebrannte Steine, fest zu verschlagen. Auf den ersten Kranz kömmt in derselben Ordnung der zweite. Der Zugang beim Abstiche bleibt, wie im untern Kranze, gleich unbesetzt, und die halb ausge- haucne Öffnung der oberen Formstncke muß ebenfalls mit den auf den Bodenstcin gelegten, übercinstiinmeii, um späterhin das Eßcisen hinein legen zu können. Der dritte Kranz schließt sich, wie auch alle nach¬ folgende, ringsum zu, nnd die Zusammcnkittung und Versetzung der Hinteren Seite gegen den Rauchschackt, wird mit obigen Hülfsmitteln immer fortgesetzt, bis man endlich die Gicht erreicht hat, die mit eisernen Platten bedeckt wird, und so ist dann die ganze Arbeit, bis auf den Abstich, vollendet. War der Ofen wahrend einer Schmclzcampagne nur im Gestelle ausgebrannt, so pflegt man ihn nur an seinem schadhaften Orte auszubessern; es wird dann entweder ein Lhcil des Gestells allein, oder dieß mit dem Bodenstcinc zugleich, herausgcnvmmen, und ein neu¬ es dafür eingesetzt. Diese Arbeit währet zwei, drei bis vier Jahre fort, bis man wieder zur ganzen Aussetzung, oder Zustellung des Ofens zu schreiten gcnölhigt ist. Das Auswarmen und Zumachcn des Ofens er¬ scheint beim nachfolgenden Betriebe. Es sey daher er¬ laubt, erst noch die Ausmessungen dieses Ofens anzugeben. ^42 Weite. Schuhe. Zolle. Am Bodensee?» im Durchmesser . - Z 6 JmKohlcnsacke - dello ... 7 6 Bei der Gicht - delto ... 2 4 H ö h e . Vom Vodenstein bis zum Kohlcnsacke. . 10 Schuhe - Kohleusacke zur Gicht . . .19 — Gesammte Höhe 29 Schuhe. Besteht aus zwei kupfernen Formen. Höhe der ersten vom Bodensteine - - zweiten - - Entfernung der ersten von der Ccn- trallinic gegen die Rückwand. Entfernung der zweiten gegen den i Schuh Z Zoll 1 — 6 — Abstich . . . . - F Beide sind nur mit der Wasserscige von drei bis fünf Graben in den Ofen gestellt. Jede ist in denselben vorgelegt . — Z Zoll Jede Hal eine runde Öffnung mit einem Durchmesser von . — — Es liegen in jeder zwei Düsten vom Form-Auge 8 bis 9 Zoll entfernt, deren ebenfalls runder Mündungs- Messer zwei Zoll beträgt. Gegen das Ende jeder Sckmelzcampagnc stehen die Formen von dem ausgebrannten Bodenstcinc bei Z Schuhe entfernt. Daher sticht man gegen diese Zeit hin auch so oft spieglichke und graue Flossen ab; diesen Nachtheil bewirkt die größere Entfernung vom Luftstrome, und die daraus entspringende geringere Entkohlung des Roheisens. '4Z Der Wrbnaische Hoheofen beobachtet in sei¬ ner ganzen "Zustellung dieselben Maßae; nnr die Höhe des Schachtes übertrifft die des Ruprcchts'schcn um 7^ Schuh, daher seine gcsammte Höhe ZL4-Schuh ausmacht. Von der Schmelzung in Hohenofen. Wenn nun der Hoheofen zugcstellt ist, und alles übrige Gerathe sich im guten Stande befindet, Kobleu- und Eisensteins-Vorrälhe beigeschafft sind, so werden die Anstalten zum Schmelzen selbst getroffen, die zu¬ erst in der Auswärmung und im Zumachen des Ofens bestehe». Die Auswärmung geschieht anfangs bei fast ganz geschlossener Gicht, durch die in den Ofen ziehende Flamme des vor der Brust angczündeten Scheitholzes *), späterhin aber durch Einbringung des Feuers in den Oftnschachl selbst, dessen Gestelle mit sechs bis acht Faß Kohlen gefüllt, angczündet, und dies etliche Mal wie- dcrhohlt wird. Sind nun die Feuchtigkeiten durch das allmählige Erhitzen zum Theil aus dem Ofen vertrieben, und dadurch das Springen der Gestell- und Schachtsteine für die Felge vcrhüret, so wird der Schacht gereinigt, und der Ofen zugcmacht, welches in Einsetzung des Eßei- seus, und in Verschließung der Abstichöffnung besteht. Die Öffnung, worin das Eßeisen zu liegen kömmt, wird anfänglich mit weißem feuerfesten Lehm gut belegt, dann die ebenfalls mit ihm stark überzogene Forme darauf ge¬ geben, (die man so lange in die weiche Unterlage drückt, bis sic ihre gehörige Stellung erhalten hak), und end¬ lich der obere Raum mit Lehm und Ziegeln geschlossen. ') Dies wird meistens vernachlässigt, und man hat so¬ gar schon am zweiten Tage nach vollendeter Zustel¬ lung den Df n in Umtrieb gesetzt —- daher auch die weiten Sp'üngc in den erst n-n erbauten Hohenofen^ und die große Menge abgerissener eiserner Eallwsten -44 Die Abstichöffnung ist schon früher, gleich nach vollendeter Zustellung, oder erst jetzt durch Hinzusetzung der zwei Flügelstücke bis auf sieben Zolle iu ihrer Breite verengt worden. Jetzt muß sie nun aber ganz vermacht werden, und zwar ihr oberer Theil mit einem unge¬ brannten, aber wohl getrockneten Lehm-Ziegel, der nnkerc hingegen, durch welchen in der Folge Schlacken und Roheisen abfließen, mit einem Ballen von Gestübbe. Der Lchmziegcl ist bei drei Zoll dick, zehn Zoll breit, und etwa neun Zoll hoch; er paßt daher genau in jene Öffnung, und hält, wenn er noch mit Thon verschmiert wird, eine lange Zeit aus. Der Gestübbeballen wird bei jedem Abstichen durchgcbrochcn, und zur Verschlie¬ ßung jedesmal wieder ein neuer genommen. Jene thcilweise Anfullung und Entzündung der Kohlen, wird jetzt wieder etliche Schichten hindurch fortgesetzt, oft aber der Schacht sogleich mit Kohlen ganz angcfüllt, und fünf bis sechs Tage in der Glühung erhallen, worauf alsdann die Schmclzcampagne mit Anfgcbiilig der Kohlen und Erze beginnt. Jetzt fängt auch das bisher ruhige Gebläse langsam zu wechseln an, und so sind alle wirkende und leidende Mittel gegcneiir ander in Bewegung gesetzt. So wie nun durch die Zerlegung im Gestelle die ganze Füllnngsmaffe des Ofens sich allmählig zu senken anfängt, die erste und alle folgenden Gichten beständig niedcrgehen, so muß auch der dadurch im obersten Theilc des Schachtes cntstadenc leere Raum stets durch neue Kohlen und Erze, wieder ersetzt werden. Das Kchlenmaß bleibt schon mit seinem ersten «Laße unverändert, nur die Eis.nsteine werden anfangs im kleinsten Maße, pr 90 Pfunden, aufgegcben, bis sie durch stufenweises Steigen m das gehörige Verhältniß des Kohlensatzcs eingetrcten sind. Dieses Verhältniß wird nun zwar bei öfterer Umänderung, die sich auf die r4L Eigenschaften der herbeigeführkcn Kohlen und Eisensteine gr nden muß, beobachtet, aber die gehörige Aufgabe un¬ unterbrochen bis Ende des Schmelzganges forkgetrieben. Die Füllung des RupAchl'schcn Hohenofens be¬ tragt, nach der ganz neuen Zustellung, /6, bei einck theilweifcn Ausfüttcrung aber, wenn der obere Theil des Schachtes sich schon erweitert hat, 84 Faß, oder im Mittel 778 Cubik Schuhe-Kohlen; diedes Wrbnar- schen Hohenofens aber 82 bis 94 Faß, oder 8L6 Cubik- Schuhe. Nach erfolgtem Niedergänge von 8c> Gichten im Mittel beim Ruprechr'schen, und von 88 beim Wrbnais schcn Hohenofen, treten die Eisensteine, nach der Erfah¬ rung, mit voller Gewalt in das Gestelle ein; doch auch schon sechs bis zwölfGichten früher, gelangen viele S.ücke durch die Zwischenräume der Kohlen in dasselbe herab; es kömmt also bald die Zeit, die Schlacken entweder allein, oder mit dem Roheisen zugleich abzustechen. Der Heerd, worauf dieses geschieht, besteht aus einer zwölf- und mehrzölligen festen Lehmsvhle, die eine wohl angcstauchle Testübbe - Decke aus zwei Drittelgestampftem Kohlenklein und zweiDritteleben so zubereitekem Lehm über sich hat. Diese wird alle Sonntage neu ausgeschlagen, und mit vier bis sechs Faß Kohlen abgewarmt, wo alsdann der Ofen vier bis fünf Stunden außer Umtrieb ist. Das Aufgeben der Kohlen und Eisensteine, und das Abstechen des Roheisens und der Schlacken, erfolgt nun fortwährend in bestimmten Zeiten. Von der Art und Weise, wie dieses geschieht, hangt meistens der gute oder schlechte Schmelzgang ab. Wir wollen diese Arbeiten daher einzeln durchgehen. rs i^6 Beschickung. Tauben Zuschlag wendet man hier nicht an, da man Eisensteine besitzt, die wegen ihrer Lcichtflüssigkeit vielleicht unter allen den ersten Rang behaupten *). Die Pstinze machen gewöhnlich ein Drittel, und die Braunerze zwei Drittel des Ganzen aus, so wie sic in dem Haupterzberge gewonnen werden; jene aber vom Söberhag- gcn, Strißelgraben und Tullegg, beinahe in demselben Ver¬ hältnisse vorkommende Eisensteine, pflegt man im gerin¬ gen Verhältnisse etwa von^§ bis des Ganzen, mit zu verschmelzen. Und da sie, wie schon oben erwähnt wur¬ de, immer mehr oder weniger Thon- und Talkerde ent¬ halten , so geht die Schmelzung um so besser von stat¬ ten, je kleiner die zugcsctzte Quantität ist. L. Satzführung. Unter Gichten versteht man hier ein bestimmtes Maß von Kohlen und Eisensteinen, die den auf eine ge¬ wisse Tiefe niedcrgegangcnen Qsen gerade auszufüllcn im Stande sind. Diese Menge Eisensteine, so wie die Kohlen besonders, heißt man einen Satz. Der Kohlcnsatz besteht hier in einem innernbergcr Faß, das fünf österreichische Metzen, oder y./gFL Cllbik- Sckuhe a 64 Pfunde im Mittel, nach Wiener Maß lind Gewicht, enthalt. Der hier sogenannte, aber uneigentliche Eisenstein- satz füllt einen Kübel aus, welcher z6o Pfunde wiegt. Dieser Kubel wird nun in einer tarirren mit einem Ra¬ de versehenen Truhe, in dem sogenannten Laufkarren, ,) Wirklich bietet hier die Natur der Kunst sehr wohl- thäkig dir Hande. §47 r^kwe^er'ganz , halb, zvm Drittel oder Viertel, oder Mil Züo, »30, 120, oder yo Pfunden Eisensteinen auf de» oven bestimmten Kohlensatz angclaufen. Da bei der Satzfm-rung zwischen Koolen u id Eisensteinen (weil ein bestimmtes Quantum von Koolen nur ein bistimmres Quantum vou Eisensteinen zu ertragen fähig ist) und eben so zwischen diesen beiden uns dem ei «strömenden Winde e n richtiges Berdältniß statt finden maß, so überlassen wir jedem Hütkenmanne zur Beurtheilnng, ob durch j.ws gewaltige Steigen und Fellen des Eisen- steinsatzes Mit der Oiferciz von zu vis üo und rZZ Pfunden, jenes getroffen werden könne. Der Kohlensah ist unabänderl'ch, und scheint kn Hinsicht seiner Grö^e und in der Vorausfeh mg, daß Kohlen und Eisensteine so viel möglich untereinander ver¬ mengt, in den Calcin uions-Raum gelangen sollen, ziemlich nahe getroffen zu sepu. Bei dem Ausgeber! der Sähe, oder bei der Sahfnh- rung, hat der Schürknecht (Aufgeber) oder Möllner,zu Leochbachlcu: r. Den Niedergang der Gichten, damit er nur so tief geschehe, daß das Maß des Kohlen- und Eisen¬ stein - Satzes den gesenkten Raum einnehme. Ein un¬ ter einen, rechten Winkel gebogenes Instrument, der Eichkenmesser genannt, bestimmt die dießfälligs Antersuchung. 2. Daß die Kohlen, wenn kein Junge oder eige¬ ner Gehn fe vorh mden ist, soviel möglich von der Lö¬ sche gereimget, sodann die kleineren Kohlen am Boden des Korbes, und darauf die größeren Stücke gegeben werden, damit bei umgekehrter Stürzung in den Schacht, die kleineren Kohlen die Zwischenräume der größeren ausfüllen, und auf diese Art «die Eisensteine nicht so ge« schwind durchfallcn können. I4S Über -re Vortheile, welche die Reinigung -er Kohlen von der Lösche gewahrt, haben wir uns weit¬ läufiger bei dem Hüttenwerke in der Radmar erklärt. Z. Daß der Kohlensatz geebnet, so wie die darauf gestürzten Eisensteine ganz gleichförmig ans (Ä.cht vercheilt, und endlich 4. Dieselben nicht abgesondert *) nach den Graden ihrer verschiedenen Größe, sondern soviel möglich unter¬ einander gemengt, der Verschmelzung übergeben werden. So lange nun die Schmelzung im guten Gange sich befindet, und das Roheisen von der gehörigen Qua- li'ät erscheint, wird das Aufgcben im gleichen Verhält¬ nisse des Kohlen-und Eisenstein - Satzes fortgctrieben; eine Veränderung desselben macht aber entweder das Steigen oder Fallen des Eisensteinsatzes nöthig, und jenes geschieht: a. Wenn das Verhältniß harter und weicher Kohlen verändert wird; denn in diesem Falle kann in demselben Cubic-Inhalte des Kohlenkorbes ein größe- . rer Antheil an Kohlenstoff mitgegeben werden. b. Wenn zwar reine, aber weit mehr kleine als große Kohlen zugelieferr werden. Denn da erstere we¬ niger Zwischenräume, als letztere geben, so findet in Hinsicht dev Kohlenstoss - Antheils wieder eben gedachter Umstand sich rin, und endlich c. Wenn sich die Quantität der Kohlen ver¬ ändert. ,) Vorausgesetzt, daß der Unterschied ihrer Größe »ichl sehr bedeutend ist, und die einer Wallnuß nicht viel übersteigt. ;4A Der Kohlenstoff erscheint (wie dies bei Beschreibung des bisher noch betriebenen Berkohlungsprozesses wird erwiesen werden), in der Kohle in mehr oder weniger oxydirlcm Zustande. Je vollkommener aber jener Pro¬ zeß betrieben wird, (seine Vollkommenheit erreicht er nur in versailoffenen Gefäßen) desto weniger crb«lt die Kohs le Sauerstoff; cs ist daher in der Thal nur dem p akuschcn Hüttenmann begreiflich, warum diese einen um so viel größeren Erzsatz, als jene durch eine schlechte Verkohlungsmcthpde erzeugten Kohlen, zu ertragen fä¬ hig sind. 6. Muß «och der Eisenstcinsatz steigen, wenn die Beschickung leichtflüssiger wird. Was die mit derSchmclz- campagne zunehmende Erweiterung des Schachtes für Bezug auf die Satzführung habe, wird weiter unten erklärt, Aus dem Gesagten erhellt nun, daß der hiesige ga¬ re oder gekohlte Gang sich auf ein zu großes Verhält- niß der Kohlen gegen den Eisenstein-Satz gründe. Folgende Erscheinungen sind die Kennzeichen dessel¬ ben: wenn nämlich die Kranze der Gichkmündung mit einem weißen Beschlage angelauftu sind, und aus ihr eiiie röche Flamme auflodert, die zugleich mit einem gerin¬ gen aber blauen Rauche emporsteigk. Wenn durch das Form-Auge die Hellen und weiß- fchimmcrndcn Schlacken vor dem Windstro^e sich in Wellen erheben, und nur wenig kleine, aber lauter dünnflüssige Tröpfchen vor der Forme niederg hen; wenn das Leuchten aus ihr stärker, so wie der Schein röther zu werden beginnt; wenn endlich an das Raumeisen, welches durch das Form-Auge in den Eisenkasten hin¬ ablangt, sich nur sehr wenig Eisen anhangt, und die¬ ses wieder leicht davon abzuspringen pflegt. »L» Bei eröffnetem Abstiche sprudeln sogleich Schlacken Und Roheisen lcickt gleich einer Quelle ans dem Ofen hervor; dieses u irfl kune Funken, und jene bilden sä langenföi mige Zuge, l eide aber bleiben langer als gewöhnlich im Flusse, und werfen eine rolbe scheinende Farbe von fick. Mil Wasser begöße i, laufen die Schia» üen auf, blähen sich, bersten, erkalten bald, und sind dann, besonders im Vorzüge, vaer in der obersten Schlacken - Schicht ganz weiß *). Das Robeiscn aber bleibt lange warm, wird auf der sslren mil G.apbilschilppchcn bedeckten Ober¬ ssache ebener, und an den Seiten aufgebogen; im kal¬ ten Zustande ist es sehr zähe, und im Bruche spicglicht oder grau. Das Fallen des Ciftnsteinsahes erfordert das Sc- gentheil jener Vorsichtsmaßregeln. Wenn nämlich die Kohlen sehr groß — die zwar einen Unterschied verursachen — oder aber mit zuviel Lösche verunreiniget sind; ferner wenn sie weich und naß sind, das heißt schon sowohl in der Verkohlung selbst, als durch das Ablöschen im Wasser, oder endlich im Regen zu viel Wasser aufnahincn, ober wenn mehr Nadelholzkohlen als vorhin beigeführt wurden. Die Beschickung strengflnssigcrer Erzc erfordert eben¬ falls einen Abbruch derselben, so wie gegen das F-üh- «) D.cses ist die sogenannte biniKstein rtige, weise, po¬ rote, irhr leichte Schlacke; str kmsterr, wen man sie anhaa ei, da der Zusammenhang ihrer Lhcrle sehr schwach ^st, und derselbe dadurch noch mehr zerstört wird. >2ie gibt einen schwflichtcn Geruch evn sich der jedoch mcht von Schwescikalk, sondern ven Zerle¬ gung d-s Ma ers, und des dadurch frei geword.ue« D-asscesiossgaL hecruhrt. 'ahr der plötzliche Übergang der kalten in eine wärmere Zeit, und überhaupt jene öftere Abwechslung wohl zu berücksichtigen ist; denn, wer weiß nicht, daß jeder Ofen — gleiche Verhältnisse vorausgesetzt, — im Winter bei anhaltender sehr großer Kalte, wo folglich die Luft auch mehr Sauerstoff enthalt, weit besser zu arbeiten, und weniger Kohlen auf ein gleiches Maß Eisenstein zu be¬ dürfen pflegt? Nasse Eisensteine sollen übrigens im Sommer nicht zur Wage gebracht, so wie gefroruc Erze »im Winter nicht in die gewöhnlichen mit bestimmtem Maß und Ge¬ wicht bezeichnete Laufkarren gefüllt werden, da beide um so weniger mit einander übercinstimmen werden, als gefrorne Eisensteine weiter auseinander getrieben sind, und einen größeren Rauminhalt cinnchmen, die nassen aber bei kleinerem Volumen schon mehr an Gewicht geben. Als Kennzeichen eines sehr grellen Schmelzganges, so daß der Ofen versetzt zu werden Gefahr laust *), tre¬ ten folgende Erscheinungen ein: >) Die Versetzung der Ofen ist hier keine Seltenheit; thcils, wert man durch die oben erwähnte» Sprünge mit dem Steigen des Eisenstcinsatzes gegen jenen der Kohlen das Verhältniß zu sehr aufhebt, thcils weil man ein weißes, sehr wenig gekohltes Roheisen zu erzeugen trachtet. Manchmal geht dieselbe so weit, daß in dem Ofen g6 bis 40 Zentner Roheis n Zurückbleiben, und sich im Gestelle angesetzt haben, wobei sechs bis acht Stunden bloß Schlacken ohne Roheisen abgestvchen werden. Die Auflösung geht jedoch nach getroffenen Kohlungsmittel», wieder sehr leicht vor sich; ein Beweis von der Gute und Lcichtflussigkeit der hiesige» Eisensteine, da man anderwärts in einem solchen Falle immer auszublasea gcnöthigt ist. — Dre Gichten fangen an schneller als gewöhnlich mederzugchcn, man bemerkt ein mehr oder minder un¬ gleichförmiges, oft plötzliches und stärkeres Senken derselben. Die Flamme bricht mächtig hervdr, ist weiß und von einem verbreiteten, gewöhnlich grauen Dampfe be¬ gleitet, daher , man den versetzten Ofen schon durch sei¬ nen Ausflug in der Entfernung erkennen kann. Im Gestelle steht er dunkel und fest aus, die Ei¬ sensteine drängen sich stärker in größeren mustgcn Theilen bei der Form nieder, welche von der Ansetzung des Ei¬ sens und der Schlacken, oft ganz umhüllt ist, die von ihr mit einem angehängken Rüssel oder Nase sich weit in den Ofen verziehen. An das eingehaltene Raumeisen hängt sich sogleich das Eisen an, dessen Überzug nach seiner Verkühlung manchmal kaum wegzubringui ist. Wird endlich das Gestelle geöffnet, fließen Schla¬ cken und Roheisen langsam und schwer hervor, wirft die¬ ses häufige Funken umher, und sind jene weiß und mu- sig; fo überzeugt man sich nm so gewisser, daß man mit dem Schlackenspieß nicht auf den Boden gelangen wird, und die Seiten des Gestelles häufige Anwüchse haben. Die mit Wasser übergossene Schlacken werden zwar noch etwas aufgetrieben, aber ihre grünlich graue, brau¬ ne und schwarze Farbe, welche von der Verschlackung des Eisens und Braunsteins herrührt, ihre Zerreiblich¬ keit von oben und Festigkeit im Nachzuge, das Sieden und Ausflüstern des Eisens, seine rauhe Oberfläche, so wie seine große Festigkeit im verkühlten Zustande, und die häufigen Blasenräume in seinem Bruche, sind unver¬ kennbare Zeichen des zu weichen und versetzten Ofenganges. -FZ Da man diesem Fehler ost durch das Abbrecheu der Eisensteine zu langsam steuern würde, so nehme man zugleich seine Zuflucht: s. Zu einem verzögerten Gange der Gebläse, wo¬ durch die Gichten langsamer niedcrgehen, und das Ei¬ sen mehr Kohlenstoffaufzunchmen Zeit haben wird; eben so muß das im Gestelle angesetzte Frischeisen, von dem Winsstromc nichr mehr angefallen, sich wieder kohlen, und in den flüssigen Zustand übergehen, oder b) zu ein paar Schaufeln zerstoßenen reinen Quar¬ zes, der durch die Formen hineingegebcn, in der höhe¬ ren Temperatur den anfallenden Windstrom zerlegt, sich auilöst, verschlackt, und dann einen Theil seines Koh¬ lenstoffes dem Eisen üoerläßt, wie wir dieses weiter unten deutlicher zu erklären versuchen. Gibt man hingegen gepochte späthige Eisensteine bei einem grauen Gange auf jene Art hinzu, so wird der Sauerstoff des Kalkes, und seine enthaltenen Metall- opyde zur Entkohlung des in dem Eisenkasten befindli¬ chen grauen Roheisen thätig Mitwirken, und hierdurch besseres, weißeres, oder welliger gekohltes Roheisen be¬ wirken. Manchmal entspricht das Roheisen der Absicht, und doch sind die Schlacken dick und zähe, und versetzen be¬ ständig die Forme; in diesem Falle sind die Eisensteine zu wenig vorbereitet, die Erdarten zu wenig gesäuert, und zu viel Thon, Talk oder Kieselerde in der Beschickung; ein Zuschlag von verwittertem Kalk, stärkeres Röste», Wassern und Verwittern der Eisensteine selbst, und ei» kräftiges Geblase, das durch eine größere Menge von Sauerstoff die Temperatur zu erhöhen, die Erde zu säu¬ ern, und zu verschlacken vermag, sind die einzigen Hnlfs- mitrel. rz>4 Das Mittel beider Erscheinungen ist daher als der Zeitpunkt einer guten und ordentlichen Schmelzung an- zuschen. Die Gichten - Flamme wird dabei nie zu stark auf- gehcn, eine graue und gelblichgraue Farbe zeigen, we, „iger Rauch und Dampf mit sich führen, und ein ste¬ chender Sonnenschein aus der Forme hcrvorgehen — die sich seltner und nicht stark vernaßt. —- Der Abstich ist leicht, das nur wenige Funken sprühende Eisen fließt, wie die Schlacken dünne — die Auflösung beider hat ih¬ re Vollendung erreicht— das Gestelle ist rein, und bei¬ de Produkte haben die weiter unten beim ordinairen Roheisen Nr- Z auseinandergesetztcn Eigenschaften. Dem Mittel nach kann beim Ruprechtsofen ein Faß Kohlen »47 Pf. Eisenstein, beim Graf Wrbna 170 Pf. ertragen, und die Gichten treten bei ersterm in neun Stunden und einer Minute, bei letzterem in n Stun¬ den 29 Minuten in das Gestelle ein; der Niedergang derselben aber erfolgt in 6 Minuten 47 Sekunden beim Ruprecht-und in 8 Minuten4 Sekunden bei dem Wrbnai- schen Hohenofen. — Die Erfahrung stimmt mit dieser Berechnung ge¬ nau überein, da man annehmen kann, die Eisensteine füllen die Zwischenräume der Kohlen aus. Die fleißige Aufzeichnung der gesetzten Gichten liegt Kem Aufgeber ob, der jede mit einem Strich auf einer schwarzen Tafel bemerkt, worunter man ein Faß Kohlen versteht, und das Gewicht des Eisensteines erscheint durch jene verlängerten oder verkürzten Striche eben¬ falls mit. »FF L. Ar bell e» am Vorherde. Drese begreifen unter sich: r. Das Abstechen der Schlacken. s. Das Abstechen des Roheisens, oder beider zu- glück- Z. Das Herhallen und Reinigen des Heerdes. 4. Das Reinigen des Gestelles, und endlich F. Die gehörige Pflegung der Forme. Der Schlackenabstich allein geschieht überhaupt nur bei ärmeren Eisensteinen, welche sie häufig, aber wenig Roh- t.seu abwerf n. Auch ereignet sich der Fall nur bei unvoll¬ ständiger Auflösung oder Schmelzung der Erden, und wenn der Öfen o.rseht ist. B i regelmäßigem Gange der Schmelzung wird das Roheisen stets nach neun eiugegangenen Kübeln, oder Z2 dis zg Zentnern Eisensteinen, abgcstochen. Dieses erfolgt in 2^ bis 2^ Stunden, auf folgende Art: Der Abstich wird so lief als möglich beim Bo¬ densteine mit der Rennstange eröffnet; Eisen und Schla¬ cken miteinander in den Heerd abgelaffen, und die Öff¬ nung sodann wieder mit einem Ballen von Gcstübbe, aus ch Lehm und Kohlenstaub bestehend, verschlossen. Die in dem Floffenbette oben aufschwimmcnden Schlacken st iS nun sogleich mit Wasser zu begießen, und m-l eisernen Krücken von dem Roheisen abzuziehen. i§6 Dieses unternehmen gewöhnlich vier Menschen, und da bei dem ersten Abzüge noch viele Schlacken Zurück¬ bleiben, so wird jene Arbeit zum zweiten Mal, biswei¬ len auch noch oster wiederholt, und so das Eisen davon gcreiniget. Die Schlacke leitet man nun vor die Hütte, oder un¬ mittelbar in das Pochwerk, wo Ne so viel Wascheisen abwir/k, daß auf den Zentner Flossen fünf bis sieben Pfunde abfallen. Die auf dem ganzen Vorheerde in dem sehr flachen, fast ebenen Gestübbetiegel verfloss ne ein bis drei Zoll di¬ cke Roheisenplatte, welche man hier eine Flosse nennt, «verlaßt man der Verkühlung, uns hebt sie sooann mit¬ telst eines Kranichs zur Seite. Wenn nun die Zeit des Abwagens kömmt, welches des Tags zwei Mal geschieht, so werden die aufeinander gelegten Flossen mit großen Schlägeln zerschlagen, und in dem Flvssenmagazin der Wage von sechs zu sechs Zentnern aufgegebcn. Was die Reinigung des Eisenkastens betrifft, so hat der Schmelzer nach jedem Abstiche mit dem Schla- kenspicßc (einer sechs bis sieben Fuß langen eisernen Stange) denselben in der Mitte und nach beiden Sei¬ len hin zu untersuchen; was sich leicht ablösk, muß er aufzustechcn sich bemühen, größere durch einen Rohgang entstandene Anwüchse aber muß er durch Herabsetzung des Eifenstcinsatzes, und durch ein schwächeres Geblase zu heben suchen. Der Vorhecrd muß eben so vor jedem Abstiche wie¬ der gereinigt, die Lücken durch feinen abgefalleneu Schla¬ ckensand ungefüllt, und fest ausgcschlagen werden. 3^ er am Sonnabend schon ziemlich tief nieder gebrannt, so zeigen sich manchmal bei gutem Schmelzgange die Flos' sen an der auf dem Gestnbbe liegenden unteren Seite mit einem grauen Überzüge: das Kohlen-Geflübbever- rZ7 hinderte nämlich auf der unteren Seite den Zutritt -er Lust, wodurch Mo Eisen keine Entkohlung mehr er¬ litt. — Eben so würde bei gleich gutem Gange, und sonst weißem Roheisen, ein gekohlteres entstehen, wenn es nach dem Abstiche eingeschränkt b'licbe und noch wäh¬ rend seines Flusses dick mit Kohlengestübbe bedeckt würde. Es ist daber eine Hauptsache, und vorteilhafter als »ran bisher wähnte, dem aus dem Gestelle fließen¬ den Eisen eine sehr große Fläche zu geben, und es noch in diesem flüssigen Zustande umzurühren, ja sogar noch Wasser darauf zu gießen, und mittelst einer anderen Vor¬ richtung des Heerdes darauf zu leiten, damit durch stär¬ keren Zutritt der im Wasser und in der Atmosphäre enthaltenen Lebenslust, die Entkohlung desselben ver¬ stärkt werde *). Ein eiserner Tiegel, den wir bei deni^Eisenwerk Radmär oorschlugen, und den wir beschreiben werden, kann sowohl in dieser, als auch in Hinsicht der Kosten¬ ersparung und der Arbeit, vortreffliche Dienste leisten. r) Als durch Nachlässigkeit -er Schmelzer -er Ru- prcchlsche Ofen eines Tages sehr versetzt war, brach das Eis'» durch die nieder» Forme» in einem heftigen Strome hervor — welchem nun durch ei¬ nige Mittel wieder Einhalt getkan wurde. Auf die¬ ses Eisen wirkte die ganze Luftmasse von zwei Bälgen, -ader wir dasselbe in dem Schmieoefeuer bloß weiß- glühend auSheitzeu, und die feinsten und dünnsten Spi¬ tzen daraus strecken ließen. Die Schmiede versicher¬ ten, nie' ein weicheres Elsen verarbeitet zu haben. Daß also das Roheisen am vonheilhaftesien gleich nach seinem Abstiche »erfrischt, und mit dem wenigsten Kohlen- vcrbrauch zu Stabcisen gebraucht werden könne, kann Niemand bezweifeln. — Wir werden die Mittel dazu in eine.? anderen Abhandlung angeben. Während des Abstichs müssen jederzeit die Form- löffel vorgeiegt ivei den, damit der Ofen nicht verkühle, And durch die unm'tteidarc, stärkere Berührung der Atmosphäre das Gestell und der Bod,»stein nicht zu siirk angeg iffln, auch die glühenden Kohlen nicht nut Gewalt durch die Öffnung herausgcttieben werden. Langens ist das Abstecpen des Roheisens und der Schlacken um so mehr zur gehörigen Z it zu beobach¬ ten, als letztere sonst einen doppelten Nacptheil verursa¬ chen. Erstlich lassen sie durch ihre auf dem Roheisen ge« biloe e. zu starke und hohe Decke, die beständig nach- kommenden reduzinen Eisentheile nicht mehr so leicht durchdringen, sondern behalten diese mechanisch m ihrer Mischung; und zweitens steigen dieselben zu hoch gegen die Forme, auch wohl ub.r dicsttbe an. — Die Erfah¬ rung zeigt aber, daß dann die Sätze viel langsamer ge¬ hen, weil der Wind Nicht mehr in den Ofen eindrin- gen, und sich theils zurück,verfen, theils in den Schla¬ cken verlieren must, und F,,blich bedenke man in diesem Falle die Gefahr, besonders bei einem doppclrcn Ge¬ blase, daß die Schlacken leicht zur Forme herausfah- rcn, und in wenige» Augenblicken die Hütte in Flam¬ men setzen können. Das Reinigen der Forme ist hier eine so ge- vöhnliche Arbeit, daß man cs füglich zu der am Vcr- heerde zählen kann. Es zerfällt in ^wei Arten: entwe¬ der hat sich eine zähe Schlacke allein, oder z gleich auch Roheisen mit angcsetzt; jenes erfolgt bei ei¬ ner strengflüssigen Beschickung (das heißt hier bei ei¬ nem unveryaltnißmaßigen Ankhcil von thon- und talk¬ artigem Eisensteine); dies.s ab.r aus ru.hrfachen, schon oben erwähnten Gründen. Die Schlacke muß, wie Las angeseHke Eifen, je¬ derzeit forg'älug von der Forme hinweggebracht, und dieselbe übelhauvr rein erhalten werben, damit stch der Wind nicht da«.» verschlage, zurückpreüen, und eine Schwächung erleiden möge. Indessen ist das Reinigen der Forme von «»gesetztem Eisen ost schwer, trotzt der Abmeißelung, und gibt nur allein den Mitteln eines gekohlteren G. »ges nach, wozu noch die Vermachung des Eßcisens mit dem Formlöffel bis auf die halbe, und j Mündung gehört. Zu den besonderen Zufällen, die sich wahrend der Schmclzcampagne ereignen können, gehören: 1. Das Hervorbrcchen des Eisens aus dem Ge¬ stelle, so wie der Ausbruch einer Flamme durch einen ausgebrannten Theil. Man sucht sogleich die flüssigen Masse» aus dem Gestelle abzulaffen, den beschädigten Lhcil weiter zu eröffnen, und ihn mit Lehm gut zu verschlagen und auzustauchen. 2. Das Abbrcnnen, so »die däs Sinken des Eßei- scns, wenn der Formstcin weggeschmolzen ist. Bei die¬ ser Erscheinung wird sogleich abgestochen, und das Ge¬ bläse eingestellt. — Nun raume man das Eßeisen au¬ genblicklich ab, mache es locker und hebe es heraus. — Geschah die Abschmelzung allein, so braucht man nur ein neues Eßeisen wieder cinzuseßen; nahm man aber die Senkung wahr, so muß der abgebrannte Theil von in¬ nen mir Lehm gut verstaucht und wieder ausgesetzt, die Öffnung, so wie das Eßeiscn mit Lehm überlegt, und dieses wieder fest «»getrieben werden. Z. Kohlcnmangel, Reparaturen des Gebläses, hef¬ tige Waffergüffe und andere Zufälle können de» Gang des Ofens beheben; dieses mag indessen auch oh¬ ne Nachtheil des Kohlenverbrandes, oder eines anderen Gebrechens vierzehn und mehrere Lage geschehen. Man muß sich nämlich zuerst bestreben, den Ofen gänzlich zu reinigen, dann den Abstich, so wie die For¬ men mit einem Gestübbeknollen gut zu vermachen, und i6v damit das Eßeisen nicht abschmclze, so mag langsam das Gebläse, odereine öftere Benetzung mit Wasser, das¬ selbe stets abkühlen. Eine Viertelstunde später, nach welcher Zeit die Gasarten der zersetzten Körper sich gänzlich verflüchtigt haben, ist dann endlich noch die Gichröffnung mit ei¬ ner eisernen Platte zu verschließen, und so der Ofen in Ruhe zu lassen. Wen«? er wieder in Umtrieb gesetzt wird, soll anfänglich das Gebläse sehr langsam gehen, damit die Schlacken flüssig, und eben so auch das Ei¬ sen gut erhalten werde, wodurch eine anfängliche Verse¬ tzung ganz sicher vermieden wird. O. Produkte des Floß- und Hohenofens. Hierher rechnet man: Das Roheisen, und die Schlacken. Das Roheisen wird nach dem Grade seiner An¬ kohlung in vier Gattungen eingetheilt *), nämlich r. in graue Flossen, lichtgraues, (doch meistens halbs¬ tes Roheisen), L. in sehr sprödes oder spieglichtes, (dünngrelles Roh¬ eisen). ») Hier entscheiden die äußeren Kennzeichen des Bru¬ ches und dec Farbe; und diese sind untrüglich, so¬ bald das Roheisen unter allen übrigens gleichen llm- ständen von einem und demselben Lft» ist, wie mau sich weiter unten überzeugen kann. r6r Z. in ordinakre oder streifige, (gemeingrelles Rohei¬ sen) und endlich 4. in weiche, oder in die hier sogenannte luckichlen (lö- cherichkcn) Flossen, (dickgrellcs Roheisen) ^). Bas graue und schäckkge Roheisen hat, wenn es aus dem Ofen kömmt, nach dem Grade seiner Kohlung eine mehr oder weniger rothe Farbe, ist sehr dünnflüssig, und bekommt nach dem Erstarren eine concave Oberflä¬ che, weil sich die Flosse an den Seiten herum beträcht¬ lich aufzieht. Seine Farbe gehl aus dem Dunkeln ins Lichtgraue über. Der Bruch scheint körnig zu seyn, mit bewaffnetem Auge aber sieht man, daß er oft aus lauter kleinen Blättchen und Schuppen bestehet. Es kann die heftigsten Hammerschläge ertragen und hat einen dum¬ pfen Klang, welches unter allen das untrüglichste Kennzeichen ist. .Dieses Roheisen hat am meisten Kohlenstoff, wel¬ cher ihm seine Cohärcnz nicht raubt, und wird durch einen sehr garen oder gekohlten Gang erzeugt, wobei der Kohlcnsaß zu ünverhaltnißmäßig hoch gegen den des Eiscnsteinsatzcs besteht. Der steyrifchc einfache Zcrrcnprozeß scheuet diese Roheisen-Gattung, welche mehr Zeit, folglich auch Mehr Brennmaterialien zu ihrer Entkohlung bedarf, und doch kein gutes Frischeisen gewährt. Die zweite Gattung macht das spieglichte Rohei¬ sen aus; es fließt ebenfalls aus dem Ofen noch gern mit rother Farbe hervor/»seine Oberfläche bleibt aber ganz eben, und die Erstarrung erfolgt geschwinder. Seine Farbe ist weiß, bisweilen hie und da besonders auf der untern Fläche, mit grauen Punkten e) Die letzterer drei Gattungen Roheisen find eigentlich das sogenannte Rohstahteisen. 11 r6s eingesprengt. Der Bruch wechselt vom Klein- ins Grob- strahlige, vom Blättrigen ins Tafelartig - Krystallische. Es besitzt eine beträchtliche Härte, und nur ein Streich zertheilt es in mehrere Trümmer; sein Klang ist Heller und lieblicher. Der Kohlenstoff-Gehalt dieses Roheisens, womit auch der des Braunsteins im gleichen Verhältnisse fort- geht, ist nicht so groß, als bei ersterer Gattung, je¬ doch noch ziemlich beträchtlich, und der Gang des Ofens har auch jetzt noch zu viel Kohlen. So wie nun ersterer abnimmt, fängt der Sauerstoffgehalt zu steigen an. Die Hammerwerke wünschen auch dieses Produkt nicht; cs verzögert ihre Arbeit ebenfalls, verschlimmert sie oft durch das wegen seiner Sprödigkeit leicht erfol¬ gende Abspringen eines Stückes , welches der im Feuer schon angesctzten Zerrenne oder Luppe schädlich ist, ja ei¬ nen Lveil derselben öfters wieder auflöset. Man pflegt dieses Roheisen gewöhnlich mit der folgenden Clqffe j» vermengen und Stahl daraus zu erzeugen. Die dritte Gattung begreift das ordinaire Rohei¬ sen. Dieses besitzt gerade noch so viel Flüssigkeit, um es leicht und ungehindert aus dem Ofen zu bringen; hat eine mehr lichte Farbe, sprühet schon häufiger Funken, verkühlt noch geschwinder, und flattert auf,einer Ober¬ fläche, die nun etwas rauh wird. Seine Farbe ist weiß, im Bruche glänzend; geht vom Klein- ins Feinblättrige, dann ins Grob- undKlcin- strahlige, und endlich von diesem ^>urch das Körnige in dichten Bruch über. Es ist die dichteste Roheisen-Gattung, und nicht mehr so spröde, als die spieglrchtcn Flossen, sie gibt keinen so Hellen, aber einen feinen und angenehmen Ton von sich. r6 Dieses Roheisen ist her Beweis eines zweckmäßigen Äftnganges; ein Beweis, daß Kohlen und Eisenstein- satz im gehörigen Verhältnisse stehen, und die Stärke und Menge des Windstromes zugleich mit jenen übereinstim¬ men. Es wird am gewöhnlichsten erzeugt, und ist auch für den Zerrennprozeß angenehmer als beide erstere Gat¬ tungen, gleich geschickt, um nach Belieben Eisen oder Stahl daraus zu machen. Endlich gibt es noch das sogenannte weiche oder luckichte Roheisen, das sehr schwer, müßig und topftnarlig mit weißschielender Karbe unter einem hef¬ tigen, funkenwerfendcn Knistern aus dem Ofen heraus¬ fließt, wobei meistens ein Theil davon zurückbleibk. Es erstarret geschwind, und hat eine rauhe, aufgeworfene oder höckerige Oberfläche. Seine Karbe und Glanz nähert sich dem Silber; der Bruch übergeht vom umschlichen ins unebene. Es führt viele Blasen und Löcher, die oft mit den schönsten Farben bunt angclauftn sind. Die Sprödigkeit hat sich bei dieser, dem metal¬ lischen Zustande am meisten nähernden Gattung Roh¬ eisen wieder ganz verlören, es ist zähe, und schwer zer- sprengbar. Dieses Roheisen hat am wenigsten Kohlenstoff und Mangangehalt; ein sehr greller Gang und ein Übermaß des Eisensteinsatzes hat es hervorgebracht. Es ist allzeit öie Folge eines versetzten Ofens. Im Weichzerreunheerde (Frischfeuer) geht es sehr schnell zur Gare, braucht wenig Kohlen, zeigt einen ge¬ lingen Fcucrabbrand (Eallo), und gibt cm sehr gutes geschmeidiges Stabcisen, aber keinen so guten Stahl üiehr. i» »ö4 Die Kennzeichen der Schlacken geben an, welche Gattung Flossen unter ihnen liegt. Das graue Roheisen hat hier eine sehr flüssige und leichte Schlacke; ihre Farbe ist entweder weiß oder grün¬ lich , und ihr Bruch vollkommen glasig. Sic sind durch¬ scheinend, und besitzen eine große Sprödigkeit. Mit Wasser begossen, blähen sic sich auf, und bil¬ den sogenannten Garschaum. Die Schlacke des spieglichten Roheisens besitzt die¬ se Eigenschaften schon in einem minderen, und die der ordinaircn Flossen in einem noch geringeren Grade. Indessen fließen sie noch immer leicht, und lassen sich zu dünnen Faden ziehen. Ihr Bruch ist glasig; sie sind an den Kanten halb auch ganz durchsichtig, Haden eine grüne und bläulich-grüne Farbe, jedoch schon mehr Ungleichförmiges im Gefüge, größere Dichtheit, und ei¬ ne beträchtlichere Schwere. Das fpieglichte Rohgut hat meistens noch Gar- sckauin, bei den weicheren ordinären Flossen aber ver¬ schwindet er fast ganz, das heißt, die flüssige Oberflä¬ che der Schlacken mit Wasser begossen, gibt noch eine poröse, dadurch ausgetriebene Schlacke, die aber in die grüne Farbe üb-rgchr. Mit dem luckichten Roheisen endlich ist stets eine sehr dickflüssige, dunkle und unaufgelöste Schlacke, ohne festen Zusammenhang verbunden. Ihre Farbe ist grau, dunkelbraun, mitunter auch grün und blau; ihr Bruch halb glasig , halb erdig, und an den Kanten undurchsichtig. Sie haben die größte Schwere, und verralheu in ihrer Mischung einen großen Anthe.l von Eiseno/vd, theils mechanisch, theils chc- , >6§ mil'ch verbunden, und einen noch weit größerem An- theil von Braunsteinoxyd. Abgewässcrt gehen sie aber nicht mehr so hoch auf, und der aufgeblähte Lheil erscheint ganz bräun¬ lich schwarz mit den metallisch glänzenden Farben je¬ ner beiden Äpyde. Im Allgemeinen ließen sich nun noch mehrere Abän¬ derungen von Schlacken aufzählen, die von dem Gange des Äsens und der verschiedenen Mischung der Eisenstei¬ ne herrühren ; allein solche Fälle dienen nicht zu einem festen Anhaltspunkte, so wenig als der Graphit, das dritte Hohenofen- Produkt, der nur eine seltene Er¬ scheinung ist. Man sieht ihn bloß in Gesellschaft des ganz grau¬ en Roheisens, und in der damit verbundenen leichtflüs¬ sigen Schlacke, worauf er aus dem Heerde hcrvorkömmt und in Schuppen umher schwimmt. Seine Gestalt ist blättrig und metallisch glänzend. Er macht das letzte Glied der Verbindung des Eisens mit Kohlenstoff aus, und blieb bisher unreduzirbar. L. Vom Ausblasen der Öfen. Dieses erfolgt, wenn entweder der Bodenstein, das Gestelle, oder beide zusammen durchgebrannt sind. Die Zeit dieser Erscheinung ist bei gleichen Boden- und Gcstcksteincn , bei gleichen Maßen und Gebläsen sehr ungleich; gewöhnlich halten sie zo bis 4« Wo¬ chen aus, länger sehr selten; oft sind sie aber auch schon >''el früher durchgebrannt. r66 Mit dcm Einlegen neuei^Bodrnsteine werden dan» stets auch wieder die Gestelle der Hohenofen neu ausge¬ schlagen. Die Ausbrcnnung des Ofens, es mag nun die Ge- stcllsieine oder den Bodcnstcin betreffen, ist daher mit dem Ausblasen desselben verbunden. Die Satzführung hon also auf, und es werde» nur etliche Faß Kohlen ohne Eliensteine naehgegebcn, damit sich der Ofen von den Anwüchsen, und so durch ein langsam vermindertes Geelase reinige, durch Abstechen derSchlactcn und desRoh- eisens, der endliche Niedergang der Gichten erfolge, wo¬ bei die Brust oufzustcchen, und so viel-möglich, jede flüssige Masse herauszunchmen ist. Der letzte Antheil vom Roheisen bleibt indessen noch immer in der Tiefe des ausgebrannten Bodensteines lie¬ gen, daher auch dieser Brocken, den man hier Wolf nennt, und der oft acht bis zehn Zentner wiegt, nach der Verkühlung des Ofens, mit Brechstangen herausgc- hoben werden muß. Die nächste Arbeit ist das Ausbrechen der im Ofen zurückgebliebenen Trümmer des Bodcnsteines, dann der schadhanen Tdcile des Gestelles, die nun wieder durch neue Stücke, wie obige Zustellung lehrt, ersetzt wer¬ den , und so der Ofen zu dem kommenden Gange wieder zugestellt, und vorbereitet wird. Das schnelle Ausbrcnnen des Bodensteins macht hier, besonders gegen das Ende der Schmelzung, ein großes Hinderniß derselben aus; denn, in dem Verhält- niß wie dieser abnimmt, wächst auch die Entfernung des Eßciftns vom Godensteiii, und wenn cs anfänglich sie- benzehn Zolle über dem Bodenstein eingelegt war, ft kömmt cs jetzt auf 20, 25, zo bis Z7 Zolle von ihm abzustchen, wodurch nun der Windstrom, seiner zu großen Entfernung wegen, nicht mehr die gehörige Säue- i 6? ruiig der Schlacken, und vielleicht auch noch eine gcrin, ge Entkohlung des Eisens forrzusctzen im Stande ist. Daher erhält man so oft zu jener Zeit, bei gleichen sonst üblichen Sätzen, ein graues und spieglichtes Roheisen. Und doch pflegen sich nicht selten Anwüchse auf dem Bo¬ densteine zu ergeben, da die Sohle desselben schon zu weit vom Schmelzpunkte entfernt ist, und die Hrtzgra- de zu stark abuehmen. Boni Floß osen- Betrieb. Wollte man diesen umständlich auseinandersetzen so würde man nur jenen der Hohenofen wiederhohlen. Es wird daher genügen, desselben bloß kürzlich zu er¬ wähnen. Die Materialien, die Eisensteine und Kohlen werden in gleicher Qualität und Berhältniß zu den Floßöfcn geliefert. Die Auswärmung, sowohl des neuen zugestellten, als auch des nur ausgebeffcrten QfenH, geschieht eben¬ falls durch Anzündung einiger Faß Kohlen, und durch miedcrhohltcs Rachgebcn derselben; nur wird im ersten Falle diese Vorsicht einige Tage langer, im letzteren aber kürzer beobachtet; oder der Ofen wird sogleich mit Koh¬ len gefüllt, und dieselben etliche Tage in Glut gesetzt. Die Füllung der Floßofen betragt im Durchschnitte Z4 bis 42 Faß , im Mittel Z69 Cubik - Schuhe Kohlen. Der nach dieser Auswärmung allmählig angelasscue -Ofen, wird anfänglich nicht mit Eisensteinen übersetzet, sondern mit yo Pfunden pr. Faß ««gefangen, und nach und nach von iy zu io Pfunden gestiegen. Diese Satzführung erfordert übrigens dieselbe Aufmerksamkeit w'e erstere. Der Kohlensatz besteht bei den FloMn ,6z auch als unveränderlich in einem Faß, oder 9',/ZLL Cu- bik-Schuhen. Die Eisensteine pflegt man auf Karren vorzulau¬ fen, worin meh ren- Zimente, (kleine hölzerne Gefäße) passen, welche ^0^0,120, und >40 Pfunde Eisen¬ steine (mehr ist selten nothwcndig) enthalten sind, wo¬ mit nun der Erzsatz vermehrt oder vermindert werden kann. Nach einem Durchschnitte ertragt ein Faß Kohlen 118 bis i2i Pf. Eisensteine, welche Gichten sich in zehn Minuten fünf Sekunden bis zehn Minuten 40 Sekunden senken, und in sechs bis sieben Stunden in das Gestelle eintreten. Das Abstechen des Roheisens wird auf gewöhn¬ liche Art, auf gleichem Tiegel vorgcnommen. Nach sieben oder auch neun Kübeln, oder 2L bis Z2 Cenlner durchgesetzter Eisensteine wird abgcstochen, welches bei drei dreiviertel Stunden wahrt, und dann eine Flosse von neun bis zehn und eilf Centner abwirft. Die Eintheilung der Roheisengattungen geschieht auf oben erwähnte Art. Indessen ist es unverkennbar, daß die Floßöfen besseres Roheisen als die Hohenöftn liefern. Kraue und spicglichte Flosse,? sind eine Sel¬ tenheit, wahrend sie in letzter» nicht selten erscheinen. Eine kleine Veränderung in den Kohlen oder Ei¬ sensteinen, die oft nicht leicht zu erkennen ist, hat auf den Gang des Floßofens noch keinen Einfluß, wo im Hohenofen schon ein graues spieglichtcs, oder aber ein weiches, luckichtes Eisen (womit stets eine Versetzung verbunden ist), erzeugt wird. über die Verwendung und Erzeugung der Eisenschmelz-Öfen im Jnnernberg des Eisenerzes vom Jahre tZio. Verwendung i. Gicht Geblase. Erzeugung. -» Namen besteht kommen Kohlen. -- der der der D des -cü L: O e f e u. Eisensteine. D Kohlen. Roheisens. L !2> L D !9 S N >1) k-v Ä Pf. I Faß.sC Sch !Faß^C.Scg Pf. Ctr. , Jass. M.jSe.^St.sM. Cub. Schub. Zu Eisenerz. 0/L8 Wrbna'scher Hohcrofcn . . 5,64 4Z67 > 2A7O7 -?47 4Z67I 2Z28 28026 39,8 7 16S- 94,08 88 243 1024— 11 Z 2 74309 >78 12 > 8 304 >4,3> >70 4 So 6,62 3-3° 3962; Ruprecht'scher Hohcrofcn. . l9,36 68271 0,68 68271 37386 110,08 8° 16,74 322 6 >23 1142 —1408 >00173 2243 -,7- >47 47 3" 2 2 1 2 9 Altwcissenbergcr Flossoscn . . 19868 42964 >673 66 7,78 Z60— 672 42964 33612 >8744 0,80 37,03 238,88 >78 42.3o> 1124 10 2,27 --3 3 7 -42 3 Jungwcisscnbcrger Flcssofcn 1 « 36,2 6 7,78 26776 62 > 7782 >337 0,80 1006 2 42,08 3943 - 5->4 49-74 28 6 3943- 10 138 2,2 2 224 17 1 37 Wendensteiner Flossoscn . . 36,33 8,93 >4032 46 1 62,3 6 473 6 > 03 1 4032 5-94 -3-33 32 0,9 2 34 3303 10 6 300 24,72 >°8 2,34 >44 -33 6» In der Radmar. K Kaiser Franzens Hohcrofcn . . 7620 7620 4002 0,63 6,-3 6 33'39 223,28 80 12092 4280 36 48 1 22 -38 8 17,23 2 18 >,77 343 war in einem Auf l Ctr. Roheisen 2 detto. 2 detto. 3 detto. k-s bedarf Kohlen. 4 detto. Fichten- undTanncnkohlcn eben¬ falls in Werken (liegenden Mei¬ lern) oder in der Schragenköhlcrei aus ganzen Holzstämmen geschwählt, deren Eigenschaften sie keineswegs zu den Besser» qualificikcn. 6 Cylindcr von Holz. 4 Spitzbälgc rr -7- d G Bei 3 Hüben 2684 bei 6 Huben 3221 H- Z Cte. Ctr. § Ctr. !> Pf. i Ctr. Eisen¬ stein 37 pr.Ct 280 Nach 3°Ct 403 s Z s N -loch hier verschmelzt man Spath- unjBrauneisensieiue, die jedoch in HiKcht ihres grösseren Thon- und Tallcrdcngchaltcs strcngflüssiger wie jeni Z» Eisenerz sind, übrigens ist daKcschickungverhältniss derFlinze zu Icn Braunerzen, wie oben. Das Holz, welches bisher b-loss in liegenden Meilern (Werken) ver¬ kohlet wurde, besteht meistens aus Fichten und Tannen. Die einzige grosse Aechcnköhlcrei zu Reifling (Platzköhlcrei am Ennsstuss) und ei¬ nige unbedeutende Waldkohlungcn erhalten etwas Buchenholz. Übrigens sind die Kohlen ziemlich weich und durch die Kohlung über¬ trieben (gebrannt), so, dass schon ein zu grosser Theil des Kohlenstof¬ fes ans dem Holze während der Ver¬ kohlung abgesondert wird, und der Rückstand stark gesäuert ist. -N -r ! Zahl, Ctr. s Ctr. Das Roheisen theilt sich ebenfalls in § vier Gattungen wie oben. Z V. N 38 287 Ja i 24 Stund. > Diese bestehen durchgehends aus den iu der oryktognostischcn Be- schftibung aufgeführtcn Spath- und Brmnciscnstcincn und Ocker; wcl- chcnach den verschiedenen Graden ih¬ rer Hxydation, von weissen, brau¬ nen, and gelben Farben erscheinen. Zur Verschmelzung kommen die friKen Fliuzc (Späthc) undBraun- crzk im beiläufigen Verhältnisse wie 2 ui 2. Es werden vier Gattungen Roheisen 2 (Rohgnt) erzeuget: u) Das mit den wenigsten Kohlenstoff und ? Maugangehalt aber mehreren Sauer- § stoss verbundene sogenannte luckichte ß (blasige) weiche Roheisen. (Dickgrclles? Roheisen.) 2 b) Das mit mehr Kohlenstoff und Man- ? gan (Braunstein) , aber in diesem? Verhältniss mit abnehmenden Sauer- 2 stoffgchalt erscheinende ordinair Rohei- 2 scn. (Gemcingrclles Roheisen.) So 2 nchmeu c) die ersten zwei Stoffe immer zu, wäh- ? rend dem der Sauerstoff in der dritten > Gattung oder dem spicglichte» (dünn- ? grelle» Roheisen) abnimmt, und endlich ? 6) in dein halbirtcn und grauen Aohei- ? scn sich noch mehr vermindert. E ° 33 Der Ofen Mittlern Betriebe. r6h Das Personal der hiesigen Hütten besteht bei ei¬ nem Hohenofen in zwei Vorschmelzern oder Vor blau- ern, einem Nachschmelzer oder Nachblauer, zwei Möllnern und sechs Schürknechten oder Grad- lern. —> Ein Möllner und zwei Gradler sind auf der Gicht, und am Vorheerde ein Blauer und ein Gradler, die mit den anderen fünf Gesellen, jede Schicht zu ro Stunden, abzuwechseln pflegen. Der erste Vorbläuer aber hat jederzeit über den Gang und die gehörige Arbeit des Hohenofens Sorge zu tragen. Bei den Floßöfen arbeiten aber nur ein Vorblauer, ein Nachbläuer, zwei Möllner und zwei Gradler, die, jede Schicht in die Hälfte getheilt, ablösen. Außer die¬ sen ist noch bei jedem Ofen ein Kohlenmeffer angcstellt, der das wöchentliche Ausbringen und Erzeugen vormerkt, und die Ausschreibung der Ein- und Abwage des Roh¬ eisens, besorgt. Die Pochwerker hat man aus dem Grunde nicht erwähnt, weil der Bau derselben sowohl, als auch die Gewinnungsart selbst, wider alle mechanische Gesetze streitet, und mit Erbauung neuer Gebläse dieselbe ohne¬ hin verändert werden. Es wäre also nun der Unterschied beider Manipu- lationsmcthoden angegeben; wir können daher zur Ver¬ gleichung der hohen und niederen Ofen schreiten. Sie verschmelzen gleiche Eisensteine mit Kohlen von gleicher Beschaffenheit, weichen aber in der Stärke der Gebläse, in der hieraus nothwendig gewordenen Erweiterung, und in Erhöhung der Ofen von einander ab. Vorn Aufbringen in Hohen- und Floßöfen. Dem beigeschlossenen Manipulations-Ausweise zu §vlge, ist hei dem Ruprcesst'schen Hohenofen — alles i?r» nach einem Durchschnitte berechnet °— ein Faß Zoh¬ len 147 Pfunde, in dem Wrbnaifchen aber 170 Pfunde Eisensteine zu ertragen fgkig. Eine solche Gicht geht nun hei jenen in sechs Minuten 47 Sekunden, bei die- ftm im acht Minuten vier Sekunden ein. Von dieser Schnelligkeit, und vom Verhältnisse der Eisensteine zu den Kohlen, hangt nun das Aufbrin¬ gen ab, welches im ersteren Hohenofen wahrend einer Schicht von 12 Stunden iFL Zentner, im letzteren aber iL2 Centner Eisensteine beträgt. Der Wrbnaische Hoheofen ist um sieben Schuhe höher als der Ruprecht'sche, und dennoch übersteigt die¬ ser jenen um drei Centner aus dem Grunde, weil die in beiden Ofen von gleich kubischem Inhalte angebrachten Balge nicht gleichen Wechsel erlangen; sie gehen beim Wrbna langsamer, wie oben angezeigt wurde. Eben so gehen die Gichten in den Floßöfen viel langsamer, und das zwölsstmibige Aufbringen weiset nur bei 80 Centner Eisensteine aus; denn sie sind mit kleinern, und nur zwei Spitzbälgcn versehen. Der Wendensteiner Floßvfen zählt deren drei, sie blasen aber wegen ihrer Baufälligkeit schwächer, als das Paar der übrigen zwei Floßöfen, welche in ihrem Auf¬ bringen sich untereinander wieder, wie ihr Wechsel verhalten. Es ist also hier augenscheinlich erwiesen, daß das Aufbringen nicht von der Höhe der Ofen — denn sonst dürfte der zu Bordcrnberg befindliche Egger'sche >9^ Schuh hohe Floßosen, in zwölf Stunden nicht 118 bis iZo Centner Flossen bei gerösteten Erzen erzeugen, sondern von der Starke der Gebläse abhange. Ze rei¬ ner daher die Luft, (wie zum Beispiel im Winter) , jk stärker das Gebläse — verstecht sich, daß die Dft" *7* in ihrem guten Betriebe, und gleich stark ausgebrannt find— desto schneller ist der Gichten - Gang, desto schnel¬ ler entsäuert, kohlt und entkohlt sich zum Thei! das Eisen, desto geschwinder säuern und verschlacken sich in der hcrvorgebrachten höheren Dehnkraft dje Erden, und desto größer ist das Aufbringen. Von der Erzeugung. Diese hangt mit dem Aufbringen zusammen, denn eine größere Menge von gleicher Gattung verschmolze¬ ner Erze wird auch ein stärkeres Gewicht von Roheisen abfetzen. Bei dem Ruprechts - Hohenofen beträgt die zwölf- - stündige Erzeugung 61, beim Wrbna 60, und in den Floßvfen von 26 bis zz Eentner Roheisen. Vom Ausbringen. Der Wrbnaischc Hohcofcn brachte, dem Mittel nach, aus einem Centncr Eisensteinen Zy,87 Pfunde, der Ruprecht'sche 59,^6 und die Floßöfen 57,L Pfunde gekohltes Roheisen aus. Eben so zeigt der in der Rad, mär, weiter unten beschriebene neu erbaute Kaiser Fran¬ zens Hoheofen, von einer damaligen z6schuhigen Hö¬ he 40?-, dagegen der vorhin betriebene Floßvfen mit 20 Schuhen, Z7 Pfunde. Jedoch bemerkt der zu jener Zeit gewesene Verweser, Herr v. Prcvenhuber, daß dieser Gehalt mehr zufällig sey, und von einer reinen quali¬ tativen Gattirung der Vermaßen abhänge, daher das Ausbringen der Dfen mit dem Verhältnisse ihrer Höhe steige, wie es auch in der Tabelle zu sehen ist. Die Ursache mag im grvßern Ofen-Raume liegen, worin das Eifen und Mangan mehr Kohlenstoff aufuimmt stüßiger gemacht wird, und aus den müßigen Erdarken leichter aussaigern, folglich scheinbar den Roheistngchalt der Eisensteine erhöhen kann. Don bcm Ashleu-Bedarf. 172 Der Centner Roheisen brauchte im Wrbna 1,47 Faß, oder 14,Zi Cudlkschuhe, im Ruprecht 1,72 Faß vdel 16,74 Cubicschuhe; und in den Iloßöfen 0011247 bis 2,L4 voer 21,12 bis 24,72 Cubikschuhen. Es ist Tharsache, die kein Gegner der Hohenofen widersprechen kann, daß man in diesen Kohlen erspare, oder mit einem schwereren Eisensteinsatze arbeiten könne. Unsere Hohenofen liefern das auffallende Beispiel, und da der Wrbnaische Ofen der Höchste ist, so weiset er auch die beträchtlichste Kohlcnersparung aus. In dem Ruprecht'scken Hohenofen treten die Gich¬ ten erst in neun Stunden zwei Minuten, in dem Wrb- naischen in 11 Stunden Lo Minuten und in den Floß- öfen in sechs bis sieben Stunden in das Gestelle ein. Nach dieser Zeit bestimmt sich genau die Kohlenersparung, wie es der Schmclzausweis hinlänglich zeigt. Indessen weisen auch gleich hohe Qfen oft einen ge¬ ringeren Kohlenverbrand aus, welches jedoch nur in zwei Fällen zu geschehen pflegt, wenn nämlich unter allen übrigens gleichen Umständen an Eisengehalt gleich rei¬ che, aber strengflüssigere Eisensteine verschmolzen, oder gleiche Eisensteine bei einem viel schwächeren Gebläse durch- gefetzt wurden. Srünkel r) bemerkt daher für den ersten Fall der Hütte zu Gittelde sehr richtig, daß ungeachtet der dor¬ tige Eisenstein — Pflinz — im Ganzen genommen ziem¬ lich leichtflüssig sey, so dürfe davon bei dem Hohenofen- Betriebe doch nicht so viel auf eine gewisse Quantität ,) Stünkel Eisenhütten-Beschreibung am Harze, Sei¬ le Y0. r?Z Kohlen gesetzt werden, als bei den meisten ihrer übrigen Eisenhütten, wo eie Eisensteine — Thvneisensteine — strengst fffter sind. Dieses bestätige'! auch einige böh¬ mische Hüllen, und der Hoheoftn zu Mitteln alo in Nie- derungaen, wo den hieben gleich reiche, ledoi- thon¬ artige Eisensteine, verseh-, ol^en werden, deren Proeukk ost um zwei bis drei Cublksehuhe weniger Kohlen von gleicher Beschaffenbeit bedarf, als der Centner des hie¬ sigen Roheisens. Diese Felle wird man bei anderer Gelegenheit auseinander zu setzen suchen. Den Hauptgrund der Kohlenersparung strengflüssi- ger Eisensteine macht jedoch die stärkere Kohlung des Elsens selbst aus, welches die Zeit des Eintrittes in das Ge¬ stelle bestimmt. —- Deßwegen überzeugt man sich hier vielfältig, daß, je schwacher die Gebläse gehen, desto weniger bedarf der Cenmer Roheisen an Kohlen, welches ebenfalls Skunke! bemerkt, dessen Worte in einer späteren Anmerkung auf-- gcführt sind. Daher die hier neu eingcführke, aber noch nicht ganz verstandene Methode, die Gebläse etwas einzuziehen, wenn der Ofen versetzt ist, der Absicht stets entspricht. Aus diesen Crfahriingssäßcn sicht man. also, daß die Kohlenersparung von zwei Umständen adhänge: vom Raume, der die Höhe der Dftn begreift, uno von der Zeit, die durch etwas strengfliissigere Eisensteine, oder durch schwächere Geblase, verzögert wird. Je länger daher die Eisensteine, entweder in einem erhöhten Lftn, oder durch einen verzögerten Gang, in der Kohlungssäule verweilen, oder, ie länger die Pe¬ riode der Ko.)lung währt, welche auch beide zusammen vereinigen kann, desto mehr nimmt bas in den müßigen Erdarren schon entsäuerte Eiftn von den umgebenden z/4 glühende» Kohlen an Kohlenstoff auf; und da, aus Mangel des Sauerstoffes, die Kohlen in den mittleren Räumen des Schachtes nicht verzehrt werden, also im höhern Gestelle (von der Form bis zum Kohlcnsack) oder Oxydationsraume noch hinlänglich Kohlenstoff besitzen, um ihn dem, im Luftstrome begegnenden Oxpgen dar- birthen zu können, so ist die hierdurch hervorgebrachke Temperatur hoch genug, die Erdarten zu säuern und zu verschlacken, das Roheisen aber dgvon zu trennen, welches wegen feiner stärkeren Kohlung im Gestelle nicht so leicht mehr entkohlt werden kann, und folglich hierdurch der ferner» Verarbeitung «in Hindernis in den Weg legt. Bei einem niedrigen Ofen, oder bei beschleunigtem Gange, gewann das Roheisen nicht Zeit, soviel Kohlen¬ stoff aufzunchmen. Wenn cs daher in das Gestelle tritt, wo der Erfolg in Rücksicht der Säuerung der Eroarten, und der Entkohlung des Eisens gleich ist, so kann cs dem Sauerstoffe nicht so lange widerstehen- wird eher entkohlt, alS sich die Erden säuern und verschlacken, geht früher in seinen metallischen Zustand über, wird müßig, und setzt sich an; daher dann, um seine flüssigere Ge¬ stalt zu erhalten, oder die Wiederauflösung zu bewirken, im Vcrhältniß mehr Kohlen vorhanden seyn müssen, die dasselbe vor dem Sauerstoffe schützen. Den größten Thcil der Kohlcnersparung bestimmt endlich die gehörige Vorbereitung. Dahin gehört vor¬ züglich die Röstung und Gattirung der Eisensteine, fer¬ ner, gute Beschaffenheit der Kohlen, genaue zweckmäßige Gestalt und Consiruction des Ofens, ein gleichförmiges, wohlgebautes Gebläse, gehörige' Lage und Gestalt der Formen und Düsen, richtige und ordentliche Satzfüh- i) D-e Röstung der Eisensteine wirkt in Hinsicht der Kohlenersparung viel vorrheilhafter bei niedr gen als hoben Öfen. Vordeenbers liefert hiezu den Beweis. rung, ein hieraus entstehender gleicher Ofengmkg, und genaue Aufmerksamkeit der Arbeiter am Vorheerde und bei den Formen. Wir schreiten jetzt zur Theorie der Schmelzung, und zur Reduktion des Eisens. Borberrltung zur Theorie des Schmelz» ProzxssxF. Das Eisen pflegt in der Natur wegen seiner gro¬ ßen Verwandtschaft zum Sauerstoffe, nur äußerst selten als gediegenes Metall, sondern gewöhn! ch in mehr oder weniger oxydirtem Zustande zu erscheinen. Hierher ge?- hört der Eisenspath, die verschiedenen Arten des Braun¬ eisensteins (wovon der Ocker als letztes Glied im Maxi¬ mum der Säuerung stch auszcichnet), ferner die Schwarz- und Rotheisensterne, der jaspis- und pechstcmartige, so wie alle Arten der Lponeisensteine. Als Oxydul und gekohlt *) scheint es im Magnet- stein,, in allen Eisenglanzen, die durch den Eiscnglimmer in den am meisten mit Kohlenstoffe verbundenen Gra¬ phit übergehen, vorzukommen. Zum oxydirtcn und gcphvsphorten gehören das Morast-, das Sumpf- und Wicsmerz. Das in den man¬ nigfaltigen Kiesgartungen vererzte, so wie in Sauren ausgelöste Eisen, verdient bei dem Eisen-Schmclzprv- zesse kaum einer Erwähnung. >) Seit Bcrzelius wichtiger Entdeckung Fes Silicium- MclaKs, glauben wir, das dies un Nlagnetcisenstein und allen Eisenglanzen vorhanden scy, und die interes¬ santen, nur von gekohlten Körpern zu erwartenden Erscheinungen bei dem Hüttenprozeß hervvrdringe. >76 Zer Braunstein (Mangan) macht übrigens einen we¬ sentlichen Bestandtheil der Eisenspäthe aus. Zink, Ku¬ pfer, Wismitth, Arsenik, Kpießglanz, Chrom, Titan hingegen erscheinen in den erwähnten Eiftnsteingattunge» uur zufällig. Der Hüttcnmann bestrebt sich nur, das unter je¬ ne» Gestalten vorkommende Eisen rein von fremdartigen Stoffen, und vom Gesteine, worin es einbricht, auszu¬ scheiden, und hierdurch seiner Metallikät naher zu bringen. Das diese Gestalt des Eisens zerstörende Oxygen, kann nur durch einen Stoff davon getrennt werden, wel¬ cher nähere Verwandtschaft zu diesen, als jenem besitzt. Dies ist der Kohlenstoff, daher beim Schmclzprozesse: L) Das Eisen zuerst mittelst Kohlenstoff seines Oxy¬ des entledigt, b) dasselbe^ in seinem dadurch Hergestelten metalli¬ schen Zustande nur eine Weile verbleibend, bald mehr Kohlenstoff aufnimmt, wodurch es gegen die Wirkung des aus dem Gebläse herbeigeführtcn Sauerstoffes geschützt, und «') in seinem flüssigen Zustande von den verschlackten Erdartcn sich leichter zu trennen, und davon aus- jusaigern vermögend ist. Die Schmelzung hat also die Reduction des Ei¬ sens, und die Auflösung der Erdarten zur Absicht. Beide sind von gleicher Wichtigkeit, wir wollen erst diese, und dann jene auseinanderfctzen. Steffens, dieser berühmte Naturphilosoph, dessen wir schon mehrere Male erwähnten, hat uns in seinen Bei¬ tragen zur innern Naturgeschichte der Erde, merkwür¬ dige und höchst interessant« Resultate über die Natuk -77 und Elg-nschaften der Erden mitgetheilt. Dieser geist¬ volle Mann, der in der Natur keinen Sprung, keine Lücke, sonücrn nur die leisesten Übergänge aus einem Reiche in das andere fand, hat in seinem Werke alle Versuche der berühmtesten Chemiker aufgeführl, und was er in diesen nicht anrraf, oder was außer den Gren¬ zen der analytischen Chemie liegt, suchte er auf dem Wege 2 priori, und von den ewig harmonischen Tönen der Natur zu vernehmen. Nach ihm werden die Erdarten in zwei Reihen ein-- getheilr, in die kalkigte und kieseligte. Zu jener gehört das Ammonium, Kali, Natron, der Strontion, Ba- rpth und die Kalkerde; mit dieser fängt der Diamant an, geht mit einigen kohligten Substanzen in die Kie selerde, den Thon und Talk weiter fort, und schließt mit den harzigen Körpern, fetten und ätherische» Dlen. Sowohl die kalkigte als kieseligte Reihe ist aus Stoffen zusammengesetzt, und das Resultat seiner Un¬ tersuchung war, daß die ganze kalkigte Reihe, die in den ältesten Gebirgen unserer Erde ansängt, durch alle Perioden hindurch gehl, und in den jüngeren immer mächtiger wird, durch Versteinerungen uns die Trüm¬ mer einer vergangenen Animalisation zeige, noch immer sich an die bestehende Animalisation als ein lebendiges Glied (durch die Corallenvänke) anschließe, hauptsäch¬ lich durch Stickstoff und Wasserstoff, als das Charac- teristrende ihrer Mischung, sich auszeichne. Daß eben so die kieseligte Reihe, die in den älte¬ sten und mächtigsten Gebirgen unserer Erde die Haupt¬ masse ausmacht, durch alle Perioden hindurch geht, durch läe ölichten Substanzen uns die Überreste einer vergan¬ genen Vegetation zeige, noch immer sich an die ganze bestehende Vegetation als ein lebendiges Glied (durch d e Torfmoore) ««schließe, hauptsächlich durch Kohlenstoff 12 und Wasserstoff, ü!s das Charakrerisircnde ihrer Mi¬ schung, ausgezeichnet werde. Das Vcrmittlungsglied zwischen Salpeter- und Kohlenstoff ist in beiden Reihen der Wasserstoff. Er macht im Ammonium der kalkigten Reihe einen betracht-» lichcn Bestandthcil aus, und verliert sich mit einer stufen¬ weise» Abnahme bis zum Kalke, in welchem er im ge¬ ringsten Verhältnisse enthalten zu seyn scheint, so wie in der kieseligtcn Reihe der Diamant und die anderen kohliaten Substanzen kaum einen Wasserstoff verrathen, der aber mit der Kieselerde beginnt, in der Thon- und Talkerde sich vermehrt, und in den ätherischen Slcn sich wieder am mächtigsten zeigt. Der im freien Zustande nur als Gas sich zeigende Wasserstoff, verliert auch gebunden, wenn er in größer» Derhältniß in diesen beiden Erdreichen vorhanden ist, jene Eigenschaft nicht ganz, da er dem Ammonium der kal¬ kigen , so wie den ätherischen Ölen der kieselichten Rei¬ he, einen so hohen Grad der Flüchtigkeit crtheilt. Den Grund zur Einthcilung dieser beiden Erdrei¬ che hat Steffen aus der Natur und den Eigenschaf¬ ten der Erde selbst geschöpft, „denn daß Kalk" sagte er, „Baryth und Stronlion milNarron, Kali und Ammoniak eine Reihe bilden, ist jetzt keimm Zweifel mehr unter¬ worfen. Nicht allein die Eigenschaft, blaue Pflanzcnsäf- te griin zu färben, den durch Sauren geröthcten ihre ursprüngliche Farbe wieder zu geben, im reinen Zu¬ stande kaustisch zu sepn u.s.w., sondern auch das chemi¬ sche Verhalten dieser Erden gegen die Dle, Schwefel und Phosphor, ihre Auflösbarkeit im Wasser und Kry- stallistrbarkeit, sprechen sehr laut für dies.» Satz; und vereinigen wir mit diesen Beobachtungen die des Vau- qu elin über den B a r y t und Stront i on, vermö¬ ge deren sich diese Erden eben so gegen Kiesel und Thon verhalten , wie die Alkalien, daß sie selbst Kali aus den L/9 Seifen trennen, und mit dem Ole eine sciftnartige Mas¬ se bilden, welches nach T hov venel auch der Kalk vermag, so zeigt sich, daß die Natur vom Ammonium, als dem flüchtigsten, bis zum Kalke als dem unauflöslich¬ sten Gltede, eine ununterbrochene Reihe bilde. Daß Kiesel und Thon ebenfalls zn einer der ange¬ führten alkalischen Reihen gehören, sicht man schon aus dem Gegensätze dieser Erden gegen die alkalischen. Die Verwandtschaft des Thönes und Kiesels gegen die Alka¬ lien auf nassem und trockenem Wege, so wie ihre Man¬ gel, Unauflösbarkeit im-Wasser, Nichkoerbindung mit Schwefel, geschwefeltem Wafferstoffgas und Kohlensäu¬ re, zeigen den Unterschied noch auffallender. Die Vermurhung, daß Kiesel in Thon umgean- dert werden könne, haben seit Baume *) mehrere -) Eiger unserer geschätzten Freunde, Herr Docker Mein ecke in Mährisch-Trübau, hatte bei der Durch¬ sicht des chemischen Thcilcs unseres Manuskriptes, die Güte, einige von seinen andern Ansichten und Ver¬ suchen uns mitzutheilcn, die wir ihres interessanten Inhalts wegen, wenn sie auch gegen uns sprechen, hier und im Verfolge wörtlich anssühcen wollen. „Die von altern Naturkündigrrn schon gehegte Mei¬ nung: die Umwandlung des K.csels in die Lhonerde, schreibt Herr Doctor M e i n e ck e, ist noch man¬ chem Zw ifel unterworfen, und durch die chemische Analyse noch keineswegs bestätiget.— Bekanntlich er- hie t Baume durch Digestion der aus der Kieselfcuch- tigkcit ourch Säuren gefällten Kieselerde Mit Schwe¬ felsäure, Alaun; und weck er zugleich durch seine Bermche gefunden hatte, daß Alaun durch seine ei¬ gene Erde gesältiget, Eigenschaften des Thoues an- nahm, so schloß er hieraus, Thon sy eine Verbin düng der Kieselerde mck Schwefelsäure. äs' iZv Chemiker geäußert, und die auch Lampadd^s wie-, der in Anregung, so wie Andre -) umgekehrt den Über- Der berühmte Scheele prüfte diese Behauptung mit dem ihm eigenen Scharfsinne und seiner Gcnauig» Leit im Experimcntiren. AuS Bergkrpstall bereitete Kic- selfeuchtigkeit gab ihm wirklich durch Behandlung der gefällten Kieselerde mit Schwe elchure, Alanu. Die¬ ser Anthe-l von Alaunerde konnte aber ursprünglich im Bcrgkrystall enthalten gewesen scpn. Es kam al¬ so zur Prüfung der Banme'schcn Behauptung darauf an, vb diese bereits exkrahirlc Kieselerde, durch fer¬ nere Behandlung mit Schwefelsäure, Alaun geben würde. Ließ war wirklich bei siebenmaliger Wieder¬ holung des Versuches der Fall, und Scheele wollte Baume schon Recht geben, als eine Untersuchung des Thontiegcls ihm die Enkstchungsart des Alauns erklärte. Als er nachher also den Versuch in eisernen Tiegeln wiederholte, erhielt er keinen Alaun mehr." „Storr brachte nachher die Sache wieder zur Sprache. Er wollte gefunden haben, daß reiner Dcrg- kcvstall, nach Ausziehung der etwa darin enthaltenen Alaunerdc, durch frisches Schmelzen mit Kali, ja auch selbst nur durch bloßes starkes Glühen und Ab¬ löschen in Wasser oder Schwefelsäure, jedes Mal durch Ab-icheir der letztcrn darüber, iviedir von neuem Alaun gab, so oft er dicß auch wiederholte." „Der Umstand, daß vorhcrgegangencs Glühen die Kieselerde zur Auslosung in Säuren difponiren soll ist sehr merkwürdig, und ich sand ihn bei anderer Gelegenheit wirklich bestätiget. Bei meinem über dir künstliche Bereitung des Alauns aus Thon angestellt-m Versuchen, löset sich von lctzterm, wenn er auch noch so sein zertheilt war, in eoncentrirter sowohl, als auch in verdünnter Schwefelsäure, fast gar nichts auf. Wandte ich aber stark durchs glühten Thon an, st -- Anleitung zum Studium der Mineralogie S, -8 8. 28! Zang des Thönes in Kiesel fast zur Gewißheit bringt. Dieser sagt: am Bache Seuchir in Rußland, fand Pal erhielt rch durch bloßes kochen mit einer höchst ver¬ dünnten Schwefelsäure, eine beträchtliche Monge Alaun. Noch größer war die Erzeugung, wenn ich den Thon beim Glühen noch eine Portion Sand zu- setzte." „Da nun nach Lamp ad ins und einigen Andern, die Thonerde durch Oxydation schwerer auflöslicher werden soll, so kann obiger Erfolg wohl nicht dem während des Glühens beitrctenden Sauerstoff zuge- fchricben werden. Ich glaube aus manchen andern Er¬ fahrungen, wie auch aus der Wirkung des Kali auf Thon und Sand, schließen zu dürfen, daß der Stick¬ stoff hier eine bedeutende Rolle spiele. Auch hat die¬ se Meinung, jedoch der meinigen entgegengesetzt, schon der Professor S ch m i d t in Gießen angenommen, der die Äuflöslichkeit der Kieselerde in Sauren, nach vor- hcrgegangener Calcination oder Schmelzung mit Kali, zu beweisen suchte, wodurch ihr, wie er glaubt, ihr Stickstoff entzogen werde." „Daß Stickstoff eine Nolle dabei spiele, scheint mir noch aus folgenden merkwürdigem Versuche Chap- tals mehr als wahrsckwinlich, den er, als im Großen ausführbar in seiner Anwendung der Chemie aufKiin- ste und Handwerke angibt, und der mich hauptsäch¬ lich auf meine Versuche der künstlichen Alaunberei- tung führte. Er wurde im Laboratorium zu Blans- ko nach Ch ap t alS Angabe folgcndergestalt angcstcllt: Ein Pfund Salpeter, rin Pfund Arsditzer Thon , (Tö¬ pferthon) ein halbes Pfund conceutrirte Schwefelsäure und zwei Pfund Wasser, gaben durch Destillation zwei Pfund acht Loth gure verkäufliche Salpetersäure, und durch Aussüßen und Krystallisiren ein halbes Pfund reinen Alaun Der Salpeter war aber noch nicht ganz zersetzt, sondern schoß noch mit dem Alaun zugleich an." „Äußerst merkwürdig ist gewiß, daß die Schwefel¬ säure, die unter übrigens gleichen timst-nden die Thon- 1-2 las, daß die von diesem Wasser hcrabgerollten Thon¬ ballen sich nach und nach erhärteten, und m dem musch- ligen Feuerstein übergingen. Eben sv erzählt Bu schen- feld, daß im Hügel. Harwich in Essex die untersten erde fast gar nicht angreist, hiex so stark darauf wirkte, zumal, da noch uuzcrligtcr Salpet.r vorhanden war, folglich die Schwefelsäure vermöge stärkerer Verwandt¬ schaft zum Kali, eher auf dieses, als auf jene hätte e.pwirkcn muffen." „Noch mehr; nach neuern Erfahrungen, vorzüglich des 8i ch t e n ber g, Süresen, erfordern 96 Unzen Salpeter, zur vollständigen Zersetzung und Gewinnung der größte» Menge Salpetersäure ü.Z Unzen conccn- tr-rter Schwefelsäure annehme». Wie kann also die rm cbigcn Versuche übrig bleibende geringe Menge ei¬ nen so starken Angriff auf die Thonerde machen?" „Ich U?äre nach dieser und nach einigen andern Er- fahrungeik geneigt, eher den Beitritt des Etickstots, als die Entziehung desselben für die Ursache der Auftösbar- kett zu halten. Die Salxetcrerzcugung stimmt ebenfalls für diese Meinung." „Ich will nun keineswegs die Akten über diesen wich¬ tigen Geaenstand als geschloffen ansehen, nur wollte ich darauf aufmerksam machen, daß obiger Satz, wie er in Ihrem Werke da steht, wohl noch einiger Bestim¬ mung bedürfe, damit Leser, die mit den chemischen Ver¬ handlungen weniger bekannt sind, nicht dadurch ver¬ leitet w.rdcn , die Sache als durch die Chemie schon ganz entschieden, anzuschen." „Ich gkanbc , der Thon allein könnte mich Jahre lang beschäftig n; erlaubt es meine künftige Lage, ft werde ich Liesen wichtigen Gegenstand gewiß nicht ans den Augen verlieren. Aber wimdern muß ich mich loch, daß er, nach her bereits gebrochenen Bahn, bisher die Auf¬ merksamkeit dec Chemiker so weniger gereizt hat." iS-; Schichten aus Thon bestehen, der durch alle Grade der Erhärtung bis zum schwarzen Feuersteine durchgehe. Die Säuerung des Thönes scheint sich hierbei mehr gegen die Oberfläche zu verziehen, während sich im In¬ nern der Zusammenhang der Thcike vergrößert, und je¬ ne Bildung vor sich geht. Die Talkcrde scheint durch ihre Fähigkeit, sich mit Kohlensäure verbinden zu können, mit der alkalischen, in ihren übrigen Eigenschaften aber mit der kieftligten Rei¬ he zusammen zu hangen. Die weitere Rechtfertigung der Trennung jener Rei¬ hen, zeigt aus das auffallendste die Wern rische Gcogno- sie, wie auch der vegetabilische und animalische Prozeß selbst an. Nach Werner sind die beiden mächtigsten For¬ mationen die des Schiefers und Kalkes. Die Schieftr- fvrmakion ist die ursprünglichste und größte. Sie zeigt sich in der Urzeit am stärksten, schwächer in der Über¬ gangs- und Flötzperiode. Das aufgeschwemmte Gebir¬ ge umfaßt endlich bloß die abgesetzten und wieder rege¬ nerieren Trümmer derselben. Mit dieser Formation erscheint nun auch der Koh¬ lenstoff, welcher in der Urzeit als Graphit und Kohlen¬ blende vorkömmt, in der Übergangszeit im Kicftlschie- fcr schon mächtiger und freier sich zeigt, am mächtig¬ sten aber und noch freier in die Flödzeit, und in den aufge- schwcmmten Gebirgen durch seine mächtigen und eige neu Steinkohlenlager sich auszeichnct. »Die der jüngeren Schiesersormation eigene Ver¬ steinerungen scheinen hauptsächlich von Pflanzen hcrzu- kommen. Und ist das in den FlöHgeöirgen freie Heroor- trcten des Kohlenstoffes in ölichken Substanzen, z. D !84 in der Naphka am kakpischen Meere, im Bergtheer in Syrien und Persien, in den Steinkohlen und Erdhar¬ zen, in Holzkohlen und bituminösem Holze, welche Über¬ reste einer vergangenen Vegetation sind, nicht als die weitere Fortsetzung, die Torfmoore aber, welche so be¬ deutende Strecken des nördlichen Europa, in Asien und Afrika, und in dem größten Theile des inneren Landes von Nordamerika ausmachcn, und immer auf Lehm-und Sandlagen aufliegen, als das noch lebendige thäuge, in der Bildung weiter begriffene Glied der Schieferfor- mation anzusehcn, welche das Ol zu der ewigen Flam¬ me der Natur liefern? Die Kalkformation hingegen tritt in der Urzeit viel später, und nur sparsam als Lager im Gneus-, Glim¬ mer- und Urkhonschicfer hervor. In der Übergangspe¬ riode bildet sie aber ausgebreitete und mächtige Gebirge; so auch in der Flötzzeit. Ihre Niederschlage sind indes¬ sen alle chemisch, wahrend jene des Thonschieiers zur Übergangsperiode tbeils chemisch, thcils mechanisch, so wie m der Flötzzeit ganz mechanisch abgesetzt wurden. Das freie Hcrvprtrcten des Kohlenstoffes in der Kalkformation, ist nicht mächtig, und der bituminöse Mcrgelschiefer mag diese Eigenschaft der Thierversteine- rnngen zu verdanken haben, so wie die der Kalksorma- ü.on. eigenen von Secthieren herrühren. Eben so geht die Kalkformation in ihrer weitern Bildung fort. Man darf nur erwägen, daß 'oie jüng¬ sten Kalkgebirge bloß ein Conglomerat von versteinerten Secthieren sind , wie z. B. jene in Seeland im Fanöre- Bruche, u.ff w. wie die Kreidegebirge bei Slcvensklint auf Moen, bei Krakau, und viele andere. Und was sind endlich jene ungeheuren Cvrallen - Bänke, jene merk¬ würdigen Anhäufungen von Madreporen und Milleporen, die in der Südsee so weit verbreitet sind, zu einer uner¬ meßlichen Höhe anwachsen, ganze Inseln bedecken, und '8L den Seefahrenden so oft gefährlich werden? Sind cs nicht offenbare Fortsetzungen jenck in der Urzeit angefangcncn Kalkformation durch Thicre, wie die Torf¬ moore Fortsetzung der alten Schieferformation durch Pflanzen? Jetzt ifles nun sehr einleuchtend, daß jene zwei Reihen der Erdarten, die sich durch chemische Versuche als von einander getrennt und entgegengesetzt zeigten, auch in dem große» chemischen Prozesse der Erde als solche er scheinen: daß Kiesel und Thon durchaus das Charakte- risircnde der Schicferformation, und Kalk das Charak- terisirendc der Kalksormation sey. Da aber jene zwei Formationen immer durch den Vegctations-und Animalisations-Prozeß forkgesetzetwer¬ den , so müssen auch die Erdarken, welche Thiere und Pflanzen hinterlassen, in Betrachtung gezogen werden, F o iret sagt in seiner Abhandlung über das Stu¬ dium der Geologie: „man stoße täglich auf die vor un¬ seren Augen sich bildenden Naturkörper, auf vegetabili¬ sche und Kalk - Erde, beides Produkte der Zersetzung organischer Wesen, die nicht aus ihnen entstanden. Die erste schiene immer gleicher Natur zu seyn, aus was im¬ mer für Pflanzen sie entstanden seyn mögen, aber der Standort der Pflanzen im Anfänge der Vegetation, und die Art der Zersetzung, ob sie auf trockenem Lande oder ün Wasser geschehe, begründe Modifikationen derselben, und produzire dann entweder Thon- oder Kiesel-Erde. Eben so gebe die im Meerboden durch den zahlreichen Bildner derselben entstehende Kalkerde durch die verschie¬ dene Naturoperation Spath, Marmor, Gyps rc., und so seyen alle mineralischen Stoffe, die sich in unseren Ta¬ gen auf der Erdoberfläche, durch das Pflanzen- oder Thicrreich gegangen, und die Auflösung organischer Kör¬ per erhalte diesen unaufhörlichen Zuwachs." a8<5 Daß das erdige Residuum des animalischen Pro¬ zesses immer Kalk scy, bedarf wohl keines Beweises mehr, da es schon lange anerkannt ist; aber auch die Vegeta¬ tion produzirt schon nach obigem mehr Kiesel, als man bisher vernrulhet hat, und- Dauquelin fand 0,607 Kieselerde, und in der Schlacke einer anderen verbrann¬ ten Haftrmenge im Hundert FL Theile Kiesel; dasselbe beweisen auch die Versuche des Davy mit mehreren Rohrarten, des Macie und Sch ad er. Auch Lam- padius fand in einer Nockenpflanze, auf kalkigtem Bo¬ den gepflanzt, 70 Theile Kiesel. Die Vermuthung, als käme diese Erde als solche von außen in die Organisation hinein, war zu unge¬ reimt, als daß sie jemand, der diese rohe, todke Sub¬ stanz kannte, und von dem Wechselspiele der Kräfte i:n animalischen Prozesse auch nur einen dunklen Begriff hatte, im Ernst hätte annchmen können. Man mußte al¬ so wohl schließen, der animalische Prozeß selbst scy im Stande, Kalk, so wie der vegetabilische, Kiesel zu er¬ zeugen. Abernethv's höchst interessante Versuche mit den Eyerschalen beweisen, daß diese während des Brütens an Kalkgehalt gewinnen, und Vauquelins be¬ kannte Versuche mir den Epcrementcn und Eycru der Hennen, fetzten cs außer Zweifel, daß bei der Henne Kalk entstehe. Auf der anderen Seite hat Schrader durch seine mit der größten Genauigkeit ab geführten Ver¬ suche dargcthan, daß, nachdem er in reinen Glas- und Porzcllaingefäßen, im völlig reinen sublimirten Schwe¬ fel ausgewachsene Pflanzen untersuchte, alle die Erdar¬ ten darin vorhanden waren, die man in den Pflanzen zu finden gewohnt ist, und vorzüglich Kiesel. Es ist daher gewiß, daß jene getrennten , durch chemische Erfahrungen gefundene Reihen, sich auch in der Natur im Großen als solche behaupten , daß selbst die entgegengesetzten Wege, welche die Natur in ihren orga¬ nischen Operationen verfolgt, durch ein hinterlassenes rs? Residuum jene entgegengesetzte» Reihen noch immer wie¬ der zu erzeugen vermögen, „indessen weiß ich wohl," fährt Steffens fort, „daß jene Reihen, obgleich im Gan¬ zen getrennt, doch in einander eingreifen." Das reine Resultat der neuen Pflanzenchcmic ist: daß sich fast alle Bestandlheile der Pflanzen, so wie man sie durch chemische Analyse kennen lernt, auf vier Produkte reduzjren, deren Verschiedenheit bloß auf ein verschiedenes Verhaltniß des Kohlen-, Wasser-, Sauer- und Salpeterstoffes gegeneinander beruhet. Koh¬ len- und Wasserstoff machen die größte Menge dieser nä¬ heren Bestandlheile aus, die mehr oder weniger oxydirt sind. Zu jenen gehören die fetten Ole mit einem größe¬ ren Kohlenstoff- und die ätherischen mit einem größeren Wasserstoff- Gehalt; zu diesen dih Stärke, der Schleim, das Gummi, der Zucker und die eigentlichen Pflanzen¬ säuren. Stickstoff enthalten nebst jenen Stoffen nur der Kleber mehligtcr Pflanzen, der Eywcißstoff, das Ammo¬ nium, und ganz sicher auch Kali, Natron und Kalk. Steffens zeigt ^), es lasse sich durch keinen einzigen Versuch beweisen, daß irgend ein wahrhaft che¬ misches Produkt, als solches, in den bei der Vegeta¬ tion thäligen Substanzen vorkomme, daß also alle che¬ mischen Zusammensetzungen, die man durch chemische Operationen aus den frischen Pflanzensäften erhält, Pro¬ ducts der Analyse seyen. Jede Organisation liegt mit der unorganischen Na¬ tur in immerdauerndem Streike. Die bis zur Organisa¬ tion erhobenen Stoffe sind den Gesetzen der chemischen Verwandschaft während des Lebens so entrückt, wie die¬ selben Grosse während des chemischen Prozesses den Ge¬ setzen der Schwere; und jene höhere Potenz desr dyna- >) Seite 4s in dem oftgenannten Werke- iS8 mischen Prozesses überhaupt, verliert sich im Niedrigen des chemischen im Momente des verschwindenden Levens eben so, wie die chemischen Stoffe sich wie. er den Gese¬ tzen der Schwere unterwerfen muffen im Momente des vollendeten Prozesses. Der Stickstoff wird durch den Vegetationsprozeß gleichsam zmückgedrangt, und kann durch die immer dauernde Lhätigkeit so mit denr Wafferstoffe vereiniget werden, daß er im Moment des anfangenden chemischen Prozesses Kali und Kalk produziren muß. Daß der in den Saften enthaltene Sauerstoff, sobald das Leben auf¬ hört, sich mit den Stoffen zu freien, oder durch jene, Kali und Kalk, neutralisirten Sauren verbindet, ist sehe natürlich. Man kann also durchaus nicht behaup¬ ten, daß effigsaures Kali, Kalk, freie Pflanzensaurcn, u. s. w. als solche in den lebendigen Pflanzeusaften vor¬ kamen , sondern nur das die Pflanzensafte die Bedingun- gungen zur Erzeugung jener Substanzen im Momente ih¬ rer Aufnahme im chemischen Prozesse zum voraus ent¬ halten. Die eigentliche Mischung der Residuen des vegeta¬ tiven Prozesses, lqßt sich ebenfalls nicht durch chemische Analyse erkennen; denn die Produkte, die man dnrch Las Verbrennen des Holzes erhalt, praexistiren nicht im Holze, La man nur durch die Verbrennung, und durch keinen andern Prozeß Kali erhalten kann. Es folgt aber wohl daraus, daß Holz, nach fei¬ nen verschiedenen Arten außer Kohlen- und Wasserstoff auch Stickstoff in größerer oder geringerer Menge ent¬ halte , oder daß er zur Erzeugung des Kali beim Ver¬ brennen verwandt werde. Eben so wenig, wie Kali, ist Kalk als ein wahres, unbezweiftltes Residuum der Vegetation in den Pflanzen gefunden worden; denn bis jetzt hat man diese Erde entweder mit einer Pflanzensau- 18- re ueutralifirtaus de» Saften, oder durch Verbrennung aus der Asche geschieden. So wenig sich nun beweisen läßt, daß Kalk oder Kali durch die Vegetation abgcsetzt werden *), so gewiss ist es, dass bei der auf der ganzen Erde so häufigen Gras- und Rohrfamilie, der Kiesel als ein wahres Re¬ siduum abgescht wird. Eben so verhält cs sich nun auch im lhierischen Prozesse. Da also der Kiesel offenbar im größeren Verhält- »iß durch die Vegetation, und der Kalk durch dre Am- malisation entsteht, so folgt auch hieraus wieder, dass die kieseligen und kalkigten Reihen sich durchgängig wie jene Prozesse selbst einander cntgegei-grsetzi sind, welches schon oben evide-r dargcrhan ist; aber auch alle Phäno- x mene deuten darauf hin, daß sie i» ihrer Grundmischung verschieden seyn müssen. Ob nun der Kohlenstoff das Charaktcrifirende der kieseliglen Reihe sep , wird sich aus folgende» Daten er¬ geben. r) „Streng beweisen," meint Kr. Dr. M. (S. Anmcr- mcrkung S. Z94) //laßt es sich bs jetzt freilich nicht. „Aber ein merkwürdiges Faktum führt Einhof von „der Kalkerde an, welches jene Meinung wenigstens „wahrscheinlich macht. Er fand nämlich, vorzüglich im „August und September, den liclisn pruna8tri und „citiazn8 ganz mit kohlensaurem Kalke incrusiirt. Letzte« „rcr betrug oft mehr, als das Gewicht des Mooses. „Van außen konnte er nicht gekommen seyn, weil i. „andere in der Nahe wachsende cryplogamischei, Gemach« „se nicht incrustirt waren, und s. das äußere Ansehen „cs vcrrie h. Die Analyso^cs Standorts bewies, daß er „von diesem auch nicht herrührte, welches den Versu- „chen Schrad^s und Lampadius ganz oonform ist-^ r <-» a. Daß nur in der aus der kicscligren Reihe beste¬ henden Schieferforinalion der Kohlenstoff so viel¬ fältig vorkommt, und in den jüngeren Gliedern derselben immer jünger und mächtiger hcrvortritt. d) Daß der Kohlenstoff das Charakterisirende des Ve- gctations- Prozesses ist, der die Fortsetzung der kieseligten Reihe ausmacht. «. Daß der Diamant aus Kohlenstoff bestehe, welcher durch den Zirkon, Hyacynth in die übrigen Edel- gesteinc, und von diesen in den Bcrgkrystall und Quarz, folglich in die kieseligte Reihe übergehe. cl. Daß auch ein Lheil des Quarzes, wenn er in anhaltend heftigen Hitzgraden und unter Zuströ¬ mung von Lebenslust behandelt wird, sich verflüch¬ tiget, wie dieses Girtanner *) schon gefunden hat; er lieferte bei dem Verbrennen Kohlen¬ säure -). >) Antiphlogistische Chemie Seite 169. r) Sic haben zur Bestätigung der Meinung, schreibt,!!: - Hr. Dr. M. daß auch der Bergkrvstall, wie der Dia¬ mant, im heftigen Feuer verbrenne, Girtanner zum Gewährsmann angeführt. Dicß hätte ich nicht gcthan; da Girtanner als ei» Mann von äußerst lebhafter Einbildungskraft, mehr diese, als die Erfahrung zu Nathe zog. Bisher ist mir noch kein Versuch bekannt, der dicß Faktum bekräftigte, obgleich einer der ältesten und ge¬ nauesten Experimentatoren, Robert Boyle, etwas der Art behauptet Da sich jedoch die Stemart, wo¬ von er «pricht unmöglich b stimmen läßt, so bl ibt die ganze Sache noch ,c r zweifelhaft. Die mcrkourdige Sr" le finden Sie in seinem Traktat : ä- L«-mm >cuM oeitzine st rirrutibur. x.ig. Zg, e. Daß die fetten, und besonders die atherischen Die Kohlenstoff enthalten, welche die kieselichte Reihe vollenden. k. Und geben uns endlich nicht selbst die Feuerstätte im Großen das Auffallendste dieser Tharsache? Wenn nämlich gepochter Kiesel (Quarz, Horn- oder Feuerstein) in dem Zerrenuherde bei der Ein¬ schmelzung des Roheisens auch nur in sehr gerin¬ gen Parlhien zugeschlagcn wird, so pflegt das geschmolzene Eisen, statt wie sonst geschieht, zu frischen, oder seiner Metallikät näher zu rücken, in demselben gekohlten Zustande, und ganz fluffig sich auf den Boden der Feuergrube so lange zu er¬ halten, als jener gegenwärtig ist. U.nd selbst, wenn sich schon im Feuer eine Luppe gebildet hat, wird diese wieder, bei mehrerer Benützung des Quarzes aufgelöftt. Die auf den Rochnitzer Eisenwerke in Niederungarn mit der größten Genauigkeit über diese Erdart abge- sührten Versuche, die karnthnerische Brescianer Stahl- arbcik, und die schon vor vielen Jahren selbst auf dem hauptgcwerkschastlichen Eisen - Hammerwerk Kleinreifling in Liesterreich bekannte Kanonenkugeln-Gießerei, wo man nur durch Zuschlagung des Feuersteins, im Zerren¬ erde ein mehr gekohltes oder fluffiges Roheisen zu erhal¬ ten , und hieraus jenen Guß zu schöpfen im Stande war, bestätigen diese merkwürdige Erfahrung. Was kann nun hier wohl anders zum Grunde lie¬ gen, als daß die Kieselerde einen Lheil ihres Koh- Vielleicht stützte aber Eirtanner hierauf seine Behauptung als Thatsache. Wir bemerken hier noch einmal, Berzelius neueste Ent¬ deckung des Kieselmckalls, das wohl mitunter bei den lenstoffes Sem schon durch Sen Sauerstoff des Zuströmen- den Windes zum Theiie gefrischten Eisen überlaßt, und cs neuerdings kohle!, wodurch dasselbe noch bei größe¬ rer Aufnahme wieder in seine vorige Dünnflüssigkeit übergeht. Der Entwurf, daß das Eisen durch die darüber befindliche Decke verschlackten Kiesels vor der Einwirkung des Luftflrvmcs, und folglich vor der gänzlichen Ent¬ kohlung geschützt werde, wird dadurch widerlegt, daß die gewöhnliche Schlackendccke, eine Decke von Kalk, u. s. w., auch diese Wirkung heroorbringcn müßte, und daß, so wie nur ein kleines Schäuselchcn Äuarz zugeschla¬ gen wird, der Rohgang einrritt, und das schon gefrisch¬ te angefttzte Eisen in den flüssigen Zustand übergehet. Zuschlag von ThoN brachte diese Erscheinung nicht hervor, wohl aber hat er die Frischung und Ent¬ kohlung des Eisens merklich verzögert; Kohlenstoff konn- ke also diese Erdart dem Eisen nicht überlassen, im Ge- gcnthcil Hst sie sich auf Rechnung des durch den Licht¬ strom erhaltenen Ogtygens gesäuert, wodurch dem Ei¬ sen dieser Theil des Sauerstoffes entzogen wurde, und es sich in dem Verhältnisse auch langsamer zu frischen vermochte. Für die Anwesenheit des Stick- oder Salpeterstof¬ fes in der kalkigten Reihe, sprechen ebenfalls wieder folgende Erscheinungen: ». zeichnet sich die mit ihr vereinigte Kalkformation, so wie von uns sogenannten Rshbkuch im Stabeifett, mit im eopiclc seyn dürfte. b. die animalischen Substanzen durch den sie charak- terisirenden Stickstoff aus. c. Ist oben hinlänglich gezeigt, daß Kali, Natron und Ammonium mit Stronkion, Baryt und Kalk eine Reihe bilden. Verfolgen wir hier, sagt S test fens, wie oben, die einander ähnlichen Substan¬ zen, so lange bis wir eine zerlegte finden, so zeig! uns diese das Ammonium wirklich als eine ZusaM' mensetzung aus Stickstoff und Wasserstoff. ck. Machen cs schon die Versuche des L a m p a d ius wahrscheinlich, daß Stronkion, Baryt und Kal? aus Stickstoff bestehen. Die merkwürdige Erschei¬ nung , daß Stronkion, und (wiewohl weck schwe¬ rer) Baryt, Kalk, Natron und Kali, wem: man sie dem Feuer in Lebenslust, in Verbindung mit Kohlen aussetzt, von dieser angezogen werden und verschwinden. Erst jetzt getrauen wir mzs, die schon lange gehegt tc Meinung zu äußern, daß selbst im Hohenvfenprozesse eine solche thcilweise Verflüchtigung Statt finde; denn, wenn man das abgcstochene Roheisen und die Schlacken, mit der Menge und dem Gewicht der verschmolzenen Ei¬ sensteine vergleicht, ihr beigemischtes mechanisches und Krpstallisationswaffer, ihre Kohlensäure, (wenn es Spä¬ tste sind), und die noch übrigen etwa flüchtigen Substan¬ zen abrechncl; so scheint das Gewicht der Eise-steine je¬ nes der Schlacken und des Rosteisens weit zu übersteigen. Ein Versuch in dieser Hinsicht, wäre eben so merkwürdig, als lehrreich. Eben so hat G u p t o n bekannt gemacht, er habe durch Versuche gefunden, daß Kali aus Kalk- und Wasserstoff, Natron aus Talk und Wasserstoff be¬ stehen , und aus anderen Versuchen vermurhet er, daß Kalk aus Stickstoff, Kohlen, und Wasserstoff, Talk aus Kalk und Stickstoff bestehen. Und ist es nicht natürlich an¬ zunehmen, daß der Kalk, der offenbar aus dem Horne, IS LA4 wie das Ammonium entsteht, auch Dieselben ?Lcstandrherie, mir in einem anderen Verhältnisse enthalte? Hieraus leuchtet ein , warum auf Kalkwänden nicht bloß salpetersaurcr Kalk, sondern auch salpctersau- res Kali entstehen können , wie z. B. auf dein merkwm- digen kalkhaltigen Kalksteine, aus welchem die Häuser auf der Insel Maltha gebaut find. Von diesem erzählt nämlich Dolomien , daß, sobald er mir Seewasser be¬ netzt wird, er in Kochsalz, Salpeter und salpetersau- ren Kalk zerfällt- Ein einziger Tropfen Secwasser ist hin¬ reichend, den Keim dieser Zerstörung zu erzeugen; es wird dadurch ein Fleck gebildet, der allmählig zunimml, und sich wie Knochenfraß durch die ganze Masse des Stei¬ nes verbreitet. H i ld e bra n d t sagt schon im Jahre 1799 -): Alle Erdarten sind bisher unzcrlegk, und werden daher gemeiniglich einfache Erden genannt, obschon sie wahr scheinlich nicht chemisch einfach sind. Da sic alle einander ähnlich, und doch wieder ver¬ schieden sind, so ist vielleicht in allen ein gemeinschaftli¬ cher Grundstoff, der in jeder mit einem oder mehreren andern Stoffen gemischt ist. Daß in der Kalkerde, und in den ihr ähnlichen Erden, die in ausgegluhtem Zustande ätzend und im Wasser auflöslich sind, Salpeter-- und Wasserstoff ent¬ halten sey, ist aus der Ähnlichkeit mit den kalischcn Sal¬ zen wenigstens zu vcrmuthcn ; daß Kalk- und Tbonerde einander in Fluß bringen, ohne vorher vermischt zu scpn, wenn sic nur gröblich mit einander vermenge sind, läßt auf einen Stoff schließen, der aus einer von beiden sich entbindet, und auf die andere wirkt. Eben so deutet der 1) Ertcyelopabie der Chemie -95 Geruch bes frischen Kalkes und des mit Wasser benetzten Thönes, so wie von zwei heftig aneinander geriebenen Kieselsteinen, nicht bloß auf Zersetzung des Wassers, oder der Lust, sondern auch auf unbekannte Stosse hin. Diese beiden Erdreihen müssen endlich noch einen gemeinschaftlichen (Grundstoff besitzen , und dieses ist der Wasserstoff, dessen Existenz schon aus dem Vorausge¬ setzten hcroorging. Eben so beweise-, seine Anwesenheit der bedeutende Anthcil an Kiesel, den mehrere Wanzen aus ihren Bestandtheilen—hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstofferzeugen. Dies beweiset ferner der anima» lischt Prozeß, die schon oben angeführten Alkalien, der Dia¬ mant, der bloß oxydirt, die reine,Reihe des Kohlenstoffes, und mit Wasserstoff vereinigt, Kiesel und Thon bilder. Nach diesem Vorausgeschickten gehen wir nun zur Oxydation der Erdarten selbst über. Sie findet bei man¬ chem Chemiker noch keinen Eingang, obwohl Steffens Seite 2 aufführt: „Nachdem die Säuerbarkest der Erh¬ ärten nun ein Mal entdeckt ist, so laßt sich kaum zwei¬ feln, daß sich nicht ein Verhaltniß zwischen der Auflös¬ barkeit der Erden im Wasser, und ihrer Verwandtschaft gegen den Sauerstoff, sollte auffinden lassen." Aber gründet sich denn nicht alles auf den Oxpda- tions- und Desoxydations- Prozeß? Die organischen Wesen vollenden ihr Leben, das Oxygen fangt sich mit ihren Stoffen zu vereinigen au,- — sie gahren und gehen in die Verwesung ; —> viele Me¬ talle lausen schon meistens in der gewöhnlichen Tempera¬ tur auf ihrer Oberfläche an, sie zerlegen die Luft, u: d oxydiren sich. Die Salze, die mineralischen Wasser gaben rft Gelegenheit, ihre säurenden und entfaurenden Eige schäften kennen zu lernen. 1 »§4 Dre Hhke rvrrLr» nach uns nach auf ihrer Ober¬ fläche mit einer Haut überzogen, es entwickelt sich aus ihnen Wasscrstoffgas, und der Kohlenstoff derselben fangt an sich zu säuern. Das Glas verfinstert sich mir der Zeit, es oxidirt sich. Die brcnnlichen Fossilien ziehen langsamer oder ge¬ schwinder, in verschiedenen Dehngraden Sauerstoff aus der Atmosphäre an; daher denn diese Körper allein im mineralischen Reiche verbrennlich heißen. Der Begriffder Saucrbarkeit kann aber mit jenem nicht vereiniget wer¬ den, denn nicht jeder Körper, der sich säuert, verbrennt oder verflüchtiget sich, oder bringt dadurch Hitze hervor Diese Eigenschaft besitzen nun die Erdarten, man spürt bei ihrer Verwitterung keine Hitze an ihnen, und was ist sie anders, als eine Säuerung? Wenn der Kalk, so wie andere einfache Fossilien und Gebirgsartcn, auf der Oberfläche mit einer weißen Rin¬ de umhüllt wird, und späterhin in Staub zerfällt; wenn der Lehm die Farbe verändert und sich gleichsam zu blei¬ chen anfängt ; wenn sogar der Ouarz endlich mürbe wird, und aus seiner Oberfläche mit verschiedenen Far¬ ben spielt; wer kann solche Erscheinungen bloß als eine mechanische Aufhebung des Zusammenhanges, und Ver¬ flüchtigung desKristallisalionswassers betrachten? Stef¬ fens berichtiget uns diesen Zweifel -) durch die Be¬ hauptung: der Sauerstoff sey, wie alle Erfahrung zeige, eine erregende Potenz zur Cohäsions - Veränderung, und man könne von Rechtswegen annehmen, daß das er¬ ste Zerfallen der festen Erdmasse eben so durch eine all- mahlige Oxydation geschehen ftp, als es bei den Metallen noch geschieht. Was wir bei jeder Meralloxydation se¬ hen, das fand bei -er ersten Oxydation der festen Erd' ,) A. a. O. Seite sz?. >97 mässe ebenfalls Statt, und die Beländernngen der Me¬ tallreichs, die sich theils durch zunehmende Verwandschaft gegen den Sauerstoff, theils durch zunehmende Inten¬ sität der Oxydation ausdrucken, zeigen uns noch immer die ersten Veränderungen, welche mit der festen Erdmas¬ se überhaupt vorgingen — und noch nicht vollendet sind/' Schon Girtanner äußert *): es hätten ihm eigene Versuche gelehrt, daß die Erden bei höherer Tempera¬ tur auch das Wasser zerlegen , und ihm einen Lheil sei¬ nes Sauerstoffes entziehen. Wenn die Schlacken von Kalk, Thon und kieselar¬ tigen Eisensteinen, die auch keine Spur von Arsenik, Phosphor, oder Schwefel enthalten, aus dem Schmelz¬ ofen abgestochen, und langsam der Verkühlung überlas¬ sen werden, so geben sie einen unmerklichcn Geruch von sich. Begießt man sie aber mit Wasser, so entsteht ein sehr starker Geruch nach Wasserstoffgas, das mit dem unzerleglen Wasser in einer Wolke emporsteigt, und sich oft entzünden läßt. Die Kalien, sagt die Chemie, so wie ihre Erden, erhalten sich in der Athmosphare nicht lauge rein, son¬ dern ziehen bald die Kohlensäure daraus an, und wer¬ den mild. Nimmt man nun an, daß die Atmosphäre aus Lebenslust und Stickgas wie 27: /Z besteht, de¬ ren Verhältuiß durch andere Gasartcn, vorzüglich durch Kohlensäure, jedoch nur unbedeutend vermindert oder verändert wird , so bleibt es doch fmmer schwer begreif¬ lich, wie reine Kalkerde, der Luft ausgesetzt, bloß durch dic Verbindung mit Kohlensäure, ihre Causticität ver¬ lieren soll; es ist der Natur angemessener, daß der Falk jene Eigenschaft vielmehr durch Zersetzung der Lust, und Verbindung mit Sauerstoff — obwohl man zugleich r) Antiphlogistische Chemie. Theil r, Seite ?t> die Gegenwart der Kohlensäure nicht übsprechen kann — fahren ließ. Und woher kömmt denn der starke Geruch frischer Kalklunchs, woher Lebensgefahr in verschlossenen Zimmern, die erst frisch übertüncht worden, als vom Mangel sn Sauerstoff, der sich mit dem Kalke verband? Gießl man auf gebrannten Kalk Wasser, so wird er zum Thcil unter Gezische in Dampfgcstalt weggetrie- beu, zum Theil aber vom Kalke eingeschluckt, wovon er unter großer Erhitzung aufschwillt und auseinan¬ der fällt. Diese große Erhitzung schrieb man bisher je¬ ner Einsaugung zu, wodurch ein großer Thcil des Was¬ sers mit dem Kalke in festen Zustand übergieng, oder sich damit zu Eis verband, welches den vorher zu sei¬ nem fluffigen Zustande benöthigten Wärmestvff fahren Ließ, und hierdurch jene Erhitzung verursachte. Warum aber entsteht diese Erhitzung nicht, wenn Wasser auf gebrannten Gyps gegossen wird , da derslbe das Wasser doch noch begieriger einschluckt, und sich mit ihm sehr schnell härtet? Hier ist Kalkerde mit Schwe¬ felsäure verbunden, und daher außer Stand gesetzt, bas Wasser zu zerlegen, und sich zu säuern. Weber sagt *): „Besonders wird der von Kohlen¬ säure befrcicke Kalkstein gar sehr verwandt mit den Säu¬ ern , daher seine Auflöslichkeit durch dieselben, und sein Bestreben, sich wieder mit Kohlensäure zu verbinden. Auch die Ätzbarkeit der Kalkerde ist aus der großen Ver¬ wandtschaft der reinen Kalkerde zum Sauerstoff erklärlich, ohne daß man gcnöthigt ist, mit Meyer zu einer fetten Säure, oder mit Helm out zu einem eigenen Salze, oder mit Baume zum fast reinen Feuer, oder zu andern hypo¬ thetischen Prinzipien seine Zuflucht zu nehmen. Selbst die Hitze, unter welcher die Kalkerde von Säuren auf- r) Physische Chemie. Seite , 199 gelösr wird, und ihr Aufbrausen mit Wasser , Has eben- falls mit Hitze, und manchmal sogar mit einer Hellen Flamme begleitet ist, stud zu erklären aus der Affinität, welche zwischen der Kalkerde und den Sauern Statt hat. Nämlich, wird eine Säure oder ein Wasser aufgegos- sen,auf gebrannte Kalkerde, so strebt die Kalkerde sich so mächtig mit dem Sauerstoffs — der ein Besiandthcil nicht nur der Säuren, sondern auch des Wassers ist — zu vereinen, daß die Säure sowohl als das Wasser eine Zersetzung erleidet, so wird dann eine Menge Wärme- materic frei, während sich der Sauerstoff mit der Kalkerde verkörpert, wo dann der freigewordene Wärmestoff Hitze erzeugt. Die aus dem Wasser entwickelte War- mematerie verändert das Wasser in Dämpfe, daher das Aufbrausen beim Wasseraufguß, auch wird Wasserstoff durch die Wärmematerie flüchtig und luftförmig, die bei großer Erhitzung sich entzünden, und die Flamme, die manchmal beim Kalkablöschen erscheint, bilden kann." Steht das Kalkwaffer eine Zeit lang in freier Luft, so entsteht auf seiner Oberfläche ein Häutchen, das im¬ mer dicker wird, und endlich zu Boden fällt, daraus entsteht ein neues Häutchen, von welchem Steffen s ^be¬ merkt: „es seh nicht ganz ausgemacht, daß diese Haut, welche das Kalkwaffer anftht, immer kohlensaurer Kalk sey, sondern es ftp wirklich ein Aggregat undeutlicher Kalkkrystalle: und er berufe sich in dieser Hinsicht auf Kirwan und Guy ton." Die von La mpadi u s angcführtenVersuche, wel¬ che eine desoxydirende Eigenschaft des ätzenden Kali bewei¬ sen, verglichen mit den H u m bvl d'fch c n über die Ogpda- bilität Des Kalkes und Baryts -) machen cs höchst wahr i) A. a. L. Seite g. , s) Versuche über die chemische Zerlegung des Lukrkeciset- Braunschweig. -73s- S. >zo. Lae- schemlich, daß sich die Auflösbarkeit der Laugensalze und kalischen Erde im Waffer, gerade wie ihre Verwandt¬ schaft zum Sauerstoff verhalle. Daß aber wirklich das Verhalten gegen Sauerstoff mit der Auflösbarkeit in ge¬ nauer Verbindung stehe, beweisen die höchst interessan¬ ten Versuche des Lamvadius mir dem Thon, der durch zunehmende Oxydation schwer auflöslicher wird; dasselbe Kermvlhst der angeführte Chemiker auch vom Talke. Eben so ist die oben erwähnte Verflüchtigung des Kalkes in einem Versuche von Lampadius nichts anders, als eine Zersetzung durch Sauerstoff. Der natürliche Kalksalpeter, und selbst das an Kalkwänden auswik- kernde falxetersaure Kali ist eine solche Säuerung des Kalkes, vermöge welcher der Sauerstoff der Atmosphäre sich mit einem Thcile des Salpercrstoffes im Kalke ver¬ band, hierdurch Salpetersäure bildete, die sich mit dem übrigen «och unzee legren Kalke vereinigte- Dass nun die in der Natur vvrkommende Kalkerde Sauerstoff enthalte, und sich fortwährend säuere, ist um so gewisser unzunehmen, als Girtanner schon im Jahr ,.8or sich durch Versuche überzeugt fand, baß die Kelim Sauerstoff enthalten, und Seite 2 desselben Thei- les betrachtet er die merkwürdige Eigenschaft der Kalk- Alaun-und Schwer -Grde, daß sie, mit Waffer ange- feuchlet, auS der Athmosphäre Sauerstoff einschluckeu. Jngenhouß machte diese Entdeckung, van Mons, Humbold, und mehrere andere Chemiker, bestätigten dieselbe. Nom Thone ist die Säuerung ebenfalls erwiesen. Die wichtigen Entdeckungen und Versuche Humbold's sind bekannt; so wie L amp ad i u s gezeigt hat, daß der Thon durch Oxydation in Sauren schwer auflöslich wird, und nur dann seine natürliche Auflösbarkeit wieder er¬ halt, wenn er durch atzendes Kali entsäuert wird. 201 Wird geschlemmter Thon gut durchgeknttet, an einem feuchten Drte ein halbes Jahr lang in. Ballen auf¬ bewahrt, so wird er allmahlig weißer, gährt, gibt ei¬ nen faulen widerlichen Geruch von sich, sein Zusammen¬ hang ist jetzt weit inniger, und er laßt sich viel fetter und feiner anfühlen. Ganz bekannt ist das Gähren des Porzellauthons, welches gewiß nur eine Säuerung und Zersetzung desselben seyn kann i) Hier, w» Sie von der Gäheunz des Porzellauthons reden, mag Ihnen vielleicht folgende Bemerkung (er¬ innert uns H. D. M.) nicht unangenehm seyn, die Sic vielleicht in Gehlen» Journal übersehen haben, oder Ihnen vielleicht beim Schreiben nicht gegenwärtig war Im neuen allgemeinen Journal B. -. H. >. S. -o- schreibt Schmidt aus Bieberstein bei Aarau: „Herr May er glaube aus seinen Versuchen die er ehemals über die Blldbarkeit des Thons angestellt habe, schlie¬ ßen zu müssen daß sie von einer vegetabilischen Sub¬ stanz abhänge. kleine, aus dem Alaun abgeschiedene Thonerde, läßt sich mit Wasser nicht zu einem form¬ baren Teige anrühren." Gehlen macht hierbei die wichtige Anmerkung, die ich fast ganz hcrsctzcn werde. Nachdem er das Faktum (wie jeder Chemiker thnu wird) zugcstanden hat, sagt er: „Storr suchte diese Bildbarkcit in seiner Binderdc, und wer weiß, ob sich ,licht noch zeigen wird, daß er größere Aufmerksamkeit verdiente, wenn sich auch ge¬ rade keine Bindcrdc fände. Ich kann mich nicht über¬ reden , diese Bildbarkcit mit Herrn Mayer, von einer besonderen vegetabilischen, oder überhaupt orga¬ nischen Substanz abzuleiten. Wenn auch das Antre¬ ten einer solche» zu dein gewöhnlichen angeschwemmten Thon, nicht unmöglich oder unwahrscheinlich ist, s» möchte sie doch nicht so leicht bei der, ans Verwitte¬ rung des FeldspathS entstandenen Porzellanerde, Statt finden, die doch auch bildbar, und dem merkwürdigen, so vernachlässigten Faulen unterworfen ist. Ich glaube v-elme.hr, das der ganz reine Thon, mechanisch cingc- ros Merkwürdig und überzeugend ist diese Erscheinung im hiesigen Erzgebirge, wo man in einer eigenen Grube mengte Theile abgerechnet, eine besondere Substanz seyn möchte, worin der unorganische Stoff stch in ei¬ nem Zustande befindet der ihn sähig macht, eines Theils unter gewissen Umstanden Erscheinungen orga¬ nischer Substanzen zu zeigen, und andern Theils, durch fortschreitende Zersetzung in der Vegetation / wirklich rn unorganische Gebilde übcrzugehcn. Der Thon ist, nach Auflockerung durch mechanische Mittel, für stch zur Vegetation geschickt. — Win ter ls durch Brennen aus dem Thon als Stickgas stch entwickelnde Andronie, möchte auch hierher gehören. — Ich wünschte unter¬ suchen zu können, ob man durch Fällen einer Thoncr- denauflösung vermittelst Kieselfcuchtigkeit, in gewissen Verhältnissen, einen künstlichen Thon erhielte, ob die¬ ser auch des Faulens fähig ist re., die andere mit Kali u. ff w. zerlegte; die dritte heftig glühctc, und diese ge- glühete Portion dann anch auf entgegengesetzten Wegen analyfirte?" — Eine Erfahrung, die ich bei meinen Versuchen über den Thon machte, steht hier vielleicht nicht am unrech¬ ten Qrte, da sie besonders bei weiterer Verfolgung zur Aufklärung der zuletzt angegebenen Erscheinung beitragen kann. Ich operirtc mit einem trockenen Au- ditzer-Thon, (Töpferthou) und bemerkte jedesmal, wen» ich ihn ungeglüht mit konc ntrirtec Schwefelsäure über¬ goß, einen (wie es mir anfangs schien) erstickenden Schwefelgeruch, welches auf einen verbrennlichen, viel¬ leicht organischen S off schließen ließ. Bei vorher geglühetem Thöne war dies nicht der Fall. Als ich aber bei einem andern Versuche, und bei größer» Quan¬ titäten, diesen Geruch wider Willen mehr empfinden mußte, fühlte ich sehr deutlich, nicht bloß mit der Nase, sondern auch noch auffallender im Halse, und besonders auf »er Brust, den eigcnthümlichen Geruch und die Wirkung des oxygenirt- salzsaurcn Gases. Ich bekam ein unerträgliches Kitzeln auf der Brust mit lange anhaltendem Husten, und den eigenen bleibenden L0Z Lehm für die Schmelzöfen gewinnt. Der widerliche Geruch in der Grube, die vergrößerte Flamme des Gru- beulichts, und das bekannte Blähen und Auffchwellen des Bergmanns, sind Beweise von entbundenen Wasser¬ stoffgas. da sich der Lehm mit dem Saucrstoffe des Was¬ sers verband, und jenes in Freiheit setzte. Die Säuerung des Kiesels hat H u m b o ld nicht be» merkt. Ist aber, wie unser Nakurphilosoph Steffens an einem andern Orte spricht, nicht das allmahlige Her¬ vortreten des Kohlenstoffes in der Schieferformarion mit einer zunehmenden Oxydation verbunden, da es nach Guytons Versuchen gewiß ist, daß Reißbley nur ein schwach vLydirter Kohlenstoff, Kohlenblende ein sich die¬ sem näherndes Fossil, die eigentliche Steinkohle aber, ein wahres Kohlenstoffo^pd sep 2 L aman sicng beim Nneinandcrschlagcn zweierSlücke Quarzkrystalle dieSplitter auf weißem Papier auf, und fand eine große Menge schwarzer Körperchen, deren Mit¬ telpunkt unter der Linse aus einer, mehr oder minder »crglasten Substanz zu bestehen schien, die mit einem rußigen Staube bedeckt waren. Und spricht nicht selbst der erregte brcnzlichte Geruch, die Funken und das Phos- phoresziren im Dunkeln, beim Aneinanderrciben der Cal- cedone und Quarze, für eine anfangende Verbrennung 2 Eindruck in Nase und Rachen, den jenes Gas jedes¬ mal zuruckläßt. Dadurch wurde ich verleitet Kochsalz und Braunstein (wovon jedoch dieser Thon durchs am ßere Ansehen keine Spur veerath) darin anzunehmen, überzeugte mich aber durch eine deshalb mit Schwefel¬ säure und Thon angcstellte Destillation von dem Un¬ grunde dieser Vcrmuthuug, Ich führe bloß das Faktum an, und enthalte mich aller Schlüffe, die daraus gezogen werden könnten. — 2 04 Dlesen Glauben bringt der Diamant näher, der mit der kiescliglen Reihe beginnt, und an ihrer Spitze steht. Er geht verschiedene Grade der Oxydation durch, wo sich seine weiße Farbe in eine schwarze verändert. Dies werden auch andere Gattungen der kieseligten Reihe thun, so wie sich auch Girtanner l) überzeugt findet, daß derBcrg- krystall in einem heftigen Feuer verbrenne, und Kohlen¬ säure liefere. Wir wollen nun sehen, welchen Bezug die Stoffe welche die beiden Erdreihen bilden, ans ihre Oxydation haben. Wir wollen wieder S teffens Meinung verneh¬ men: Stickstoff und Kohlenstoff zeigten sich in jenen Heiden Erbrechen durchgängig einander entgegengesetzt, und, ihre abweichenden Eigenschaften einmal zugegeben, so können sie doch wieder viel Analoges aufweisen. Ist nicht Stickstoff der einzige Stoff, der, ohne oxydirk zu seyn, sich immer in Gasform erhalt, eben so wie Koh¬ lenstoff der einzige ist, der, ohne oxydirt zu seyn, sich immer im festen Zustande zeigt? Der Stickstoff widersteht in der gewöhnlichen Tem¬ peratur aller DZydation, und nur der elektrische Funke kann ihn mit Sauerstoff verbinden. Der Kohlenstoff als Diamant, kann nach dem Guytvn'schen Versuche, auch angezündet nie brennen i) A. a. D. Seite i6y. r) Dagegen meint D. Meinccke, spreche die Erfahrung, (Sw er in seiner Abhandlung über die Zerstörbarkeit des Diamants bereits im Hcspcrus, Jahrgang >8ia. Hest >o. Seite 457 bis 46z abgedruckt angegeben habe,) des Marqucr, der ,771 einen Brillanten auf der Ka¬ pelle unter der Muffel verbrannte, zuerst eine kleine phosphocifche Flamme dabei bemerkte Diese Erschein L0F außer, unmittelbar im Fv'us des Drennspiegels. Das Analoge zwischen Kohlen- und Stickstoff in Rücksicht der Schwierigkeit, mit welcher sie den ersten Grad der Oxy- dation eingehcn, siel selbst dem expenmentirenden Gup- ton auf. Der Stickstoff vdrliert durch seine Oxydation die Gasform, und kann während derselben fünf Abstu¬ fungen, bis zur vollkommenen Salpetersäure, durchgehen. Der Kohlenstoff erhält sie erst durch die vollständige Oxy¬ dation, und hat wieder mehrere Grade derselben, bis er Kohlensäure ausmachk. Diese beiden Stoffe dienen den beiden Erbrechen als präexistirend zu Grundlagen, und widerstehen der Säuerung und ihrer Brennbarkeit mehr als andere Körper, da sie selbst die zu ihrer Verbrennung nöthige Temperatur nicht unterhalten können. Und von den Erb¬ armt würde man kaum die Oxpdabilität glauben, wenn nicht der ihnen gemeinschaftlich zukommendc Wasserstoff dieselbe bewirkte. Es ist gewiß, daß durch die ganze Natur ein durch¬ greifender Gegensatz zwischen Kohlen- und Stickstoff herr¬ sche; doch so allgemein wir auch diese Stoffe finden, so ist ihre Entgegensetzung nur immer eine vermittelt«, und das Vermiktlungsglied Wasserstoff. Für sich er¬ scheint er in der Natur sehr allgemein, aber nur in Gas- gesialt; er ist der flüchtigste aller brennbaren Stoffe, und hat eine sehr große Verwandtschaft zum Oxygen, mit dem er sich verbindet, und Wasser erzeugt. Diese beiden Eigenschaften des Wasserstoffes, seine leichte Verflüchtigung und schnelle Verbindung mit dem Sauerstoffc, theilt er allen Körpern mit, worin er einen nung wurde nachher mehrmals bei einem andern Ver¬ suche wahrgenammen, den Roulleund d'Arcet in der Werkstatt des lezrern unternommen Haden- L6Ü Grundstoff ausmacht, rmd nach Verhältniß seines Ain rhcils gehen auch feine Eigenschaften hervor. Steffens erläutert die Sache mit folgenden Worten: „Der Was¬ serstoff selbst, der leichteste Stoff unscrs Erdbodens, scheint allen, womit er in Verbindung tritt, eine grö¬ ßere Thätigkeit, Excentricität mitzutheilen. Man denke nur an die Verbindung des Wasserstoffes mit Schwefel und Phosphor, an das Ammonium der thierischen Kör¬ per,. an die ätherischen Oehle der lebenden und an den Weingeist der sterbenden Pflanzen. Wenn auch etwas Wasserstoff durch die kieseligen und kalkigen Reihen ge¬ bunden ist, so ist die Menge im Ganzen genommen doch sehr gering. Tritt er aber stärker hervor, so werden die Substanzen immer flüchtiger, thäriger, und wie die alte Sprache sich ausdrückt, geistiger. Er gibt wah¬ rend der Säuerung der Erden, den Vulkanen ihre Stärke, und wirkt im Erdbeben. Aus dem Begriffe der Verflüchtigung des Wasserstof¬ fes aus einem Körper, geht zugleich auchjenc der Säuerung hervor; und die in der neuen Physik vorkommende Wahr¬ heit, daß aller chemische Prozeß sich auf Oxydation und Desoxydation reducirt, wird immer deutlicher und laßt sich von allen Seiten her hinlänglich bestätigen. Daß aber alle Oxydation durch Wasserstoff vermittelt wird, leidet seit den interessanten Versuchen von Rumford, der Madame Fulhame, seit den neueren galvanischen Ver¬ suchen von Ritter, und der Engländer, keinen Zweifel mehr. Unter welchen Umständcu sich nun die Erdarten am schnellsten zu säuern, oder auch wieder zu entsäuern vermögen, kann man um so weniger mit Genauigkeit bestimmen, als hierüber noch keine Versuche angestellt sind. Soviel ist indessen gewiß, daß sich ihre Oxydir- öarkeit anders verhält in der Luft, anders im Wasser, in der Kälte, im Finstern , im Sonnenschein, bei gerin¬ ger, mittlerer und hoher Temperatur; und so wie der Kalk am meisten, Thon aber weniger, und Kieselerde am schwächsten, in der Natur gesäuert vvrzukommen pflegt, oder sich zu säuern vermag, eben so sehr unter¬ scheidet sic sich auch wieder selbst unter den Erdarten. Den Hüttenmann können nun jene Resultate, wenn er anders mit Glück zu arbeiten denkt, nicht gleichgültig seyn, denn er hat mit den Erdartcn beständig zu rhun. - Leichte Schmelzung, die ihm die Natur entweder selbst vorbereitet, oder die er durch Kunst erzwingen soll, must der Gegenstand seiner Bemühungen seyn. Wenn er da¬ her den von seinen Ahnen ererbten, ost zwar errathcncn, nicht selten aber verfehlten Weg nicht wieder eiuschla- gcu will, so muß er die Natur und Eigenschaften der Erdarten kennen. Nach dem Vorhergehenden liegt in der Sauerbai- leit der Erdarten der Grund der Verschlackung, und in den verschiedenen Eigenschaften des Kalkes, Thons und Kiesels, in ihren verschiedenen Graden der Verwandt¬ schaft zum Sauerstoffe, die Leicht- oder Strengflüssig- keit der izu »erschmelzenden Zeuge. Die Schlacken sind daher Oxyde des Kalkes, Thönes und Kiesels. Ze mehr die Erdartcn gesäuert sind, oder je mehr sie das Vermö¬ gen dazu besitzen, desto leichter werden sie auch schmelzen. Die Schmelzung ist eine Operation, welche Körper aus dem festen in einen tropfbar flüssigen Zustand ver¬ setzt. Um diesen cinzugehen, muß aber der Körper hin¬ länglich erhitzt werden; es gibt aber so viele Hitzgrade, als man Körper selbst findet. Einige Stoffe befördern unter gehöriger Temperatur mit anderen vermengt, die Schmelzung, so daß sie in Verbindung bei geringerer Hitze schneller schmelzen, als für sich allein, Körper, welche daher in den höchsten uns bekannten Wärmegra¬ de» unschmelzbar sind, können mit schicklichen Flüssen geschmolzen werden. 208 „Man erklärt dlefts," sagt Hildebrandt -)- „aus einer mitgelheilten Anziehung zur Wärme, oder was eines ist, ein Körper überläßt dem andern Wärme¬ stoff, und bringt ihn zum Schmelzen; indessen fahrt er fort, bezeichnet dieser Ausdruck eigentlich nur die Thar¬ sache selbst, nicht aber ihre Ursache, und es ist noch immer die Frage, wie diese Mittheilung geschehe." Die hervorgebrachtc Hitze bringt keine andere Wir¬ kung hervor, als daß sie die Körper ausdehnt, welches um so schneller erfolgt, se weniger sie Coharenz besitzen. In diesem Zustande wird nm! dem Saucrstoffe (der nicht bloß bei Metallen, sondern auch bei den Erdarten be¬ ständig das absolut Coharenz-Aufhebende ist), die Ver¬ bindung mif ihnen erleichtert, um ihre Grundlagen durch fortgesetzte Grade der Säuerung auf eine höhere Eoolu- tionsstuft zü erheben, zu verändern, und hierdurch in eine andere Figur und Gestalt zu bringen. Der in den Erdarten enthaltene Wasserstoff beginnt in hoher Temperatur khäkiger zu werden, er will sich trennen, und sich seinem natürlichen Zustande nähern, wodurch er die Grundlage der Erdart freier, und zur Säuerung empfänglicher macht. Der Sauerstoff der kal¬ kigen Reihe, so wieder Kohlenstoff der kieseligen Erden, gehen zugleich den ersten Grad der Säuerung ein, und bleiben als unvollkommene Opyde, oder als o^ydirker Salpeter und oxpdirler Kohlenstoff, mit dem Wasser¬ stoffs verbunden. Je mehr nun der Wasserstoffgehalt in einer Erd¬ art beträgt, und je länger er sich mit jenen Körpern in der höheren Temperatur scrwci t: je weiter gebt die Säuerung, je vollkommener die Schmelzung; daher ist -) A. a. T). so9 dem: auch l-^ fortgcseßtern Prozesse m der höchsten Tem¬ peratur, (z, B. im Foev des Zrennspicgels, und bei Zuströmung von Sauerstoffgas) der vierte Säueungs- grad des Salpeterstoffes zu unvollkommener Salpeter¬ säure in der kalkigen Reihe, und der des Kohlenstoffes in der kiesclizten Reihe zur Kohlenstoffsaure, die Tren¬ nung der Säuren vom Wafferstoffe, und die Verflüch¬ tigung beider, oder das allmahlige Verschwinden der Erd¬ art, erklärbar. Daß dieses so und nicht anders seyn könne, bewei¬ set schon die Säuerung der Erdarlcn in gewöhnlicher Tem¬ peratur, die bei erhöheten Hitzgraden um so ncithwendi- ger erfolgen muß. Dieß zeigt der Hshenofenp rozcß, wo aus dem Ofen, wenn er während der Schmelze-Cam¬ pagne aus Zufällen bei der Form weiter eröffnet werden muß, ein heftiger und angreifendcr, stark riechender Dampf, selbst von den reinsten Eisensteinen hervorbricht, der eine anfaiigcnde Verflüchtigung der Erdarlcn wahrscheinlich macht; auch bestätigen dies endlich die Vulcane, deren Entstehung bloß Säuerung der Erdarren bewirkte. Daß aber die Verflüchrungen einer Erdart äußerst schwer vor sich gehe, ist schon aus oben Erwähntem leicht zu ersehen, da der Wasserstoff nicht den Hsuptbcstand- theil der Erden ausmachr, und jedes Lheilchen so lange fest bleibt, bis cs verbrennt, das heißt: bis cs sich säu¬ ert und verflüchtigt. Nach dieser Theorie lassen sich nun folgende Fragen ohne Schwierigkeit aufiösen: Warum sind reine Erden, durch chemische Opera¬ tionen, so viel möglich, in diesen Zustand gebracht, sehr strengflüssig? Die Kunst hat ihnen den Sauerstoff, womit ste in der Natur durch das Wechselspiel ihrer Kräfte stch so -- lange zu verkörpern Gelegenheit sanden, entzogen; die Ersetzung derselben erfordert daher längere Zeit, um als Erdozyd wieder zu erscheinen, und eine leichtere Schmelz¬ barkeit zu erlangen. b. Wie geschieht cs, daß ein Gemisch reiner Erhärten, wenn-die Kalkcrde vorschlagt, leichter, als jede für sich zu schmelzen pflegt? So leicht die rohe Kalkerde in gewöhnlicher Tempe¬ ratur Kohlensäure sowohl, als Sauerstoff aufnimml, so leicht läßt sie beide in höheren Hitzgradcn fahren; indes¬ sen nähert sic sich, zur alkalischen Reihe gehörig, noch immer der Anflösungsfähigkeit des Kali, sie hat mehr Wasserstoff in ihrer Grundmischung, der dann in höhe¬ rer Temperatur, nebst ihrer eigenen, auch die Säue¬ rung der mit ihr verbundenen Thon- und Kieselerde, ver¬ mittelt. c. Warum ist Kali leichtflüssiger, als jede Erd¬ art ? Es enthält weit mehr Wasserstoff, und schließt sich schon an das flüchtige Ammonium an. 6. Warum schmelzen Gemische von Erden so schwer im Kohlen- und leichter im Tchon-Tiegel? Jener verhindert die Säuerung, während letzterer schon eine o^pdirte Erdark enthält, die, wie die Kiesel¬ erde , den ein Mal aufgenommenen Sauerstoff in höherer Temperatur nicht mehr fahren läßt, sondern vielmehr aus umliegenden gesäuerten Körpern an sich zieht. Reine Erden schmelzen im großen und offenen Feuer leichter, weil die Zuströmnng des Sauerstoffes von asten Seilen wirkt. Lr7. Ehrmann schmalz durch Hülfe der Lebenslust Berg- krystall — die kraftvolle Säuerung bewirkte diese Er¬ scheinung, e. Warum schmel-en die Erhärten, wie sie aus der Natur kommen, leichter als reine? Ihre fckon begonnene Säuerung verschafft ihnen die¬ sen Lorihcil. s. Warum schmilzt jede Erdarr mit einem schickliche» Zusatze so leicht? Weil diese gewöhnlich viel Sauerstoff enthalten, und der Erdart einen Thcil desselben überlassen. Z. Warum schmilzt die Kieselerde so gerne mit Kali zusammen? Dieses rheilt jener Sauerstoff mit, wie schon Gir- t a n n er behauptet , und beide verbunden machen Glas aus. st. Warum geht Kalkerde viel leichter als Thon- oder Kieselerde mit Zusatz eines sauerstoffhaltigen Kör¬ pers in Fluch? Es wurde schon oben erklärt, daß zwar diese ihren Sauerstoff in höherer Temperatur fahren lasse, aber ver, möge ihres größeren Wasserstoffgchaltes steht fie in der Reihe der Kalien, uno ihre Grundlagen werden in der Hitze mehr gehoben, mehr empfänglich für die Einwir¬ kung fremder Stoffe gemacht. Wird nun ein zweiter Körper zugesetzt, der Sauerstoff enthalt, so wird er durch diesen mir der Kalkerdc gebunden , sie läßt ihn nicht fah¬ ren , sondern oxydirt und verschlackt sich. Eben so leicht ist es zu erklären: »4 2 12 i. Warum Flußfpach und Borax die Schrnelzung erleichtern, so wie k. vorzüglich Bleikalkc und Hornsilber Fluß befördern¬ de Mittel sind- Warum Erdarten viel leichter in Fluß gerathen, wenn sie Eisenoxyd, und noch leichter, wenn , sie m. Braunsteinoxyd enthalten, welches bekantlich sehr viel Sauerstoff mit sich führt. rr. Warum kalkartige Eisensteine leichter als Thon- nnd Kieselartige schmelzen? Daher zur Flußbeförderung eines späthigcn mit Ei¬ sen- und Braunsteinoxyd verbundenen Eisensteines weder thons noch kieselartige Eisensteine beitragen können. Man findet zwar bei einigen Hohenöfen Steper- marks, daß mir jene» zugleich etwas Thon verschmolzen wird; allein dies ist vielmehr eine alle Gewohnheit, die aus Unkundc entsprang, und bloß deshalb noch beibe¬ halten wurde. Bei den Gußöfen in Maria Zell behält man diesen Zuschlag aus dem Grunde noch bei, weil man dadurch die leichtflüssigen späthigcn Eisensteine streng- flüssiger zu machen gedenkt, damit der Satz hierdurch langer im Ofen verweile, und das Eisen mehr gekohlt oder grau ausfallc, folglich einen dünneren Fluß ge¬ wahre, die Gießereien vollständiger ausdrücke, und nach dem Erkalten eine größere Zähigkeit besitze. Brechen die späthigcn Eisensteine in Gängen, so führen sie gewöhnlich viel Quarz als Gangart mit, und dann leister der Kalkmergel seine gehörigen Dienste, LIZ o. Warum schmelzen stärker orydrrte, oder geröstete, gewässerte und verwitterte Eisensteine weit leichter, als rohe? p. Warum befördern die sogenannten Ockcrarten den Fluß? Hier kann jedoch nur von gleichartige» Eisensteinen die Rede ftp»; denn es gibt Ocker des Vflinzes, Ocker der thon- und kieselartigen Eisensteine. Letztere können freilich nicht als Zuschlag der crstern dienen , so wie oft Ocker von Späthen selbst, wenn sie nämlich bei ihrer Verwitterung sehr vielKalkerdc verlvhren, und in diesem Verhältnisse im Thongchalke reicher wurden, eine größe¬ re Strengfiüssigkeit verursachen müssen. q. Warum leistet bei thon- und kieselartigen Eisen¬ steinen und andern Erzen, verwitterter, durch die Natur schon aufgelöster Kalk viel bessere Dien¬ ste zur Flußbeförderung, als der aus frischem Bruche genommene? Die Silberhütten, welche besonders einen dünne¬ ren Fluß der Schlacken verlangen, vorzüglich die zu Neu- sohl, Kremnjtz und Scharnowitz in Niederungern, lie¬ fern täglich den Beweis hiervon. r. ' Warum gerathen endlich die schon gebildeten Schlacken als wahre Erdoxyde , so leicht in Fluß? -). i) Wenn auch bei den Hohenofengauge Schlacken zugeschla. gen werde», (und zwar bei jedem Satze mehrere Pfunde), so wirb deswegen der Kohlensatz nicht abgeäudcrt; sind die Erze ohnehin sehr leichtflüssig, so hat man bloss den Vortheil, auch aus jenen noch Eisen zu reduzier»: ; schmelzen sie aber schwer, so geben fle das beste sich Wir schreiten «mr zur Reduktion des Eisens. Reduktion des Eisens. Nachdem wir die Absicht des Eisenschmclzprozesscs mrd die Säuerbarkcir der Erdarlen entwictellcn, so kön¬ nen wir die Schmelzung im Ofcnschachle gründlicher er¬ wägen und ihre Erscheinungen erklären. Denken wir uns nun den Ofenschacht mit Kohlen und Eisensteinen, welche die Zwischenräume der ersteren einnehmen *), gefüllt, diese bereits in hoher Tempera¬ befördernde Mittel, denn die Schlacken sind Oxyde, und bedürfen nur einer höheren Temperatur, um auf¬ gelöst zu werden- Es ist zu verwundern, warum man hier nicht schon lange die alrcn von Stücköfcn noch übri¬ gen am Eisengehalte so reichen Schlacken, verwendet hat? i) Daß Kohlen und Eisensteine in der Ordnung, wie sie anfangs für sich gestürzt wurden, in eigenen Lagen, nicht den Schacht passiren und in das Gestelle eintre- tcn könne», ist jedem Hüttenmanne wohl bekannt. Zwischen de» Kohlen im Ofen befinden sich, wie man täglich in jeder Kohlenschcuer sehen kann, häufig größere uud kleinere Zwischenräume; werden nun die Eisensteine darauf gegeben, so senken sie sich schon ver¬ möge ihrer größeren spezifischen Schwere schneller ge¬ gen den Bodensiei», als die Kohlen; sie fallen daher während des Niederganges der Gichten durch die Koh¬ len, uud füllen ihre Zwischenräume aus. So kann man sich täglich bei einem betriebenen Ofen überzeugen, wie die auf den Kohlen ruhenden Eisensteine, wenn bei der Gicht die Sätze kaum drei bis vier Schuhe niederge- hcn, dem Auge verschwinde», und die bloßen Kohle» noch allein zu sehen sind, überzeugen, wie bei der For¬ me, (durch längere Zeit hineingejehen), die Kohlen so- 2IL tur, und athmosphärische Luft durch das Gebläse in den Oftn getrieben, um die Schmelzung fortan zu un¬ terhalten, was kann geschehen? Vor den Formen im Gestelle pflegt der Strom des Windes am heftigsten zu wirken; dort wird also vollen¬ det, was in der langen Bahn des Ofens nur langsam begann, dort geschieht die größte Zerlegung. Der durch die Form herzugefnhrre Sauerstoff der Atmosphäre ver¬ bindet sich mit dem Kohlenstoffe der Kohlen, und cs ent¬ steht hierdurch eine höhere Temperatur, die um so hef¬ tiger wird, je mehr die Kphlen in gleicher Zeit O^rygen anziehen. Bei diesem Grade der Dehn kraft werden nun auch die Erdartcn fähig, einen Lherl der Lebenslust zu zerle- wohl, als die schon musigkcn Eisensteine untereinander gemengt, sich ihrer Bestimmung nähern. Wird der Ofen ausgeblas n, und die letzte nicht noch aus Koh¬ len und Eisensteinen bestehende Gicht gesetzt, so gelangt man bei der Form zur völligen Gewißheit, daß die letzten fünf bis sechs sich dem Gestelle nähernden Gich¬ ten nur bloß noch aus Kohlen bestehen, und je höher der Ofen ist, desto mehr dergleichen leere Kohlsäye er¬ folgen. Hieraus kann man, wie aus drm Oftngange selbst, und besonders bei veränderter Satzführung oder Beschickung, deutlich sehen, daß dir mit denselben Koh¬ len gestürzten Eisensteine nie zu gleicher Zci» im Ge¬ stelle, sondern immer um etliche Sätze früher anlan- gcn. Ist man nun endlich aus besonderen Zufällen ge¬ zwungen, einen Ofen sogleich außer Umtrieb zu se¬ tzen und diesen aufzubrechen, so kann man sehr leicht die Vereinigung der Eisensteine mit den Kohlen, und die Ausfüllung ihrer Zwischenräume entdecken, welche zusammen als eine glühende Säule vom Bodenstein an, und nach der Stärke des Gebläses und dec hieraus er¬ folgenden Temperatur, bis über die Hälfte des Ofen- kchachtcs, und noch Häher sich erstrecket. 2 l6 gen, und erst jetzt geben sie aus ihrem bisher noch un- voükommenen OIydatio lszustande, aus ihrer musigten Gestalt in die flüsftge über, und verschlacken sich. Das schon von seinem Sauerstoffe früher befreite, jetzt gekohlte, aber noch in Verbindung mit Erdarteu befindliche Eisen, verliert auch Mieder bei diesem große» und heftigen Oxydationsprozeffe — da der Windstrvm alle bei der Form vorbeiziebendcn Körper, als Kohlen und Eisenstein, kräftig anfallt, einen Tbcil seines Sauer¬ stoffes , und nähert sich mehr seinem metallischen Zustan¬ de. Ist nun weit mehr Oxvgeu vorhanden, als Kohlen und Erdarten zu zerlegen vermögen, so steigt die Annä¬ herung zur Metallirär noch höher; das Eisen geht vom fluffigen in den weichen Zustand über, und in diesem Falle ist eine Versetzung des Ofens zu befürchten, die nur durch langsamen Gang des Gebläses, oder Verminderung des O^pgens, oder verkleinerten Erzsatz gegen jene der Kohlen, wieder gehoben wird. Daß diese Verbindungen wirklich so vor sich gehen, »veiset das erzeugte Roheisen, ss wie der Gang des Ofens i) Da die Erdart-n keine ff große Verwandtschaft, als dis Kohlen, zum Oxy gen haben, ff können sic auch die zur Schmelzung nöthige Temperatur nicht unter¬ halten ; folglich sind jene nothwcndig zu diesem Zwecke. Indessen wurde acht bis zehn Schuh über der Form die Temperatur noch hinlänglich seyn, um die Erdarten in diesen Zustand z„ bringen, wenn es hier nicht wie¬ der an Sauerstoff mangelte. Daher erfolgt die Fluft sigwerdung erst vor und unter der Form, und nur i" diesem Falle geschieht sie etwas früher, wen» die Ei¬ sensteine leichtflüssig, das heißt, schon vor der Se¬ tzung stark oxydirt sind, oder ihnen durch Zuteilung etnes kruerstoffhaitigen Körpers davon überlassen wurde- 217 selbst Es entstehen Products und Edukte; Kohlen¬ säure, Salpeter-, reines und gekohltes Wasserstoffgas stei¬ gen ohne Wirkung aus der Mündung des Ofens empor. Der letzten Gasart allein haben wir jedoch, sobald sie das Oxpgen der Atmosphäre berührt, und sich damit Verbinder, die Beleuchtung der Gicht zu verdanken. Ob sich aber nicht ein Theil der Erdarten säure, und gar verflüchtige, oder sich in seine Stoffe auflöse, ist eine noch unentschiedene Sache; wenigstens getrauen wir uns dieser Meinung um so weniger zu widerspre¬ chen , als jeder erfahrne Hüttenmann weiß, daß man mit Späthen bei weitem nicht das Gewicht an Roheisen und Schlacken absteche, was man an Eisensteinen auf¬ gab, wenn auch das ihm beigemischte Wasser und Kry- stallisak-onseis, so wie die Kohlensäure in Abschlag ge¬ bracht wird. Im Gestelle ist demnach der meiste Sauerstoff vor¬ handen, weil auf dieses das Gebläse wirkt; durch je¬ nes dreifache Geschäft, durch jene dreifache Verbindung aber, wird derselbe vermindert, und er muß daher durch die sich mit ihm verbindenden und umgebenden Stoffe, nach Vcrhältniß der Entfernung schon von der Forme an abnehmcn, mit jedem steigenden Grade in den Schacht hinan schwächer werden, und sich endlich ganz ver* licren ?). Wir haben in dieser Hinsicht gleiche Zdeen mit dem kön. niederungarischcn Hcrvschafts- und Waldamts- Prä- fccten, Florian v. Colinaßzy, welcher gewiß einer der vorzüglichsten Eisenhüttcnmänner Deutschlandesist, aber den Werken zu früh durch jene höhere Bestim¬ mung entrissen wurde. — Diese allmahlige Verminderung des Oxygcns ist eri- dent, und braucht daher nicht weiter auseinander LtS Da aber der ganze Schacht mit Kohlen gefüllt ist, so must in eben den: Verhältnisse der Kohlenstoff, der aus Mangel des abgeuommrnen Sauerstoffes nicht mehr gebunden werden kann, von der Forme hinauf zunehmen, so wie der Sauerstoff von unten nach oben abnimmt, wo¬ durch nun der Kohlenstoff der Kohle die Entsäuerung des Eisens und seine Ankohlung ausübt. Deßwcgen muß «ran bei jedem Ofen drei Perioden annehmcn, als: L. Die oberste, oder Entsäuerung. d. dir mittlere, oder Kohlungs- und s. die unterste, oder Säuerungsperiode. S» gewiss sich nun in jedem Ofen diese drek Pe¬ rioden einfindcn, sowenig ist man km Stande, die Gren¬ zen ihres Wirkungskreises genau anzugebeu; denn sie hängen von der Gattung der Eisensteine und der Kohle, von der Kraft des Gebläses, und von der Construktion des Ofens ab. Übrigens ist einleuchtend, daß der Fcu- ersgrad von der Forme an, gegen die Gicht zu im glei¬ chen Verhältnisse mit dem Sauerstoffe abnehmen müs- gesetzt zu werden. Nur ist seine endliche Erstreckung in den Schacht hinauf bei den Öfen sehr ungleich» denn bei einigen findet man noch schwache Spuren feiner Wirkung im siebenten und achten, bei anderen auch im zehnten bis zwölften Schuhe über der Form- Dieses richtet sich nach der Stärke des Gebläses «nd nach der Weite des Ofens; je mehr jenes wirkt, und je kleiner der Durchmesser des Gestelles ist, desto mehr ist in diesem Raume Sauerstoff vorhanden , und desto weniger Körper (als Kohlen und Eisensteine) finden Platz, um ihn sobald zerlegen zu können. I» diesem Falle mag er dann bis zum Kohlensacke, und über ihn hinaus, jedoch stets in einem von der Forme abnehmen¬ den Grade, wirken. 21^ se; und wenn auch die entwickelte» Gasarten, die Däm¬ pfe, und selbst die hcrvorgebrachte Dehnkraft durch eine engere Gichtmündung, und durch Erhöhung des Dfens noch weiter unterhalten wird, so hat dieser Vorthcil nicht auf die Opydationspcriode, oder die Schmelzung, son¬ dern nur auf die Erhitzung, Reduktion und Kohlung des Eisens Bezug. Entsäuerung^-- Periode. Bei einem aufgetragcnen Eiftnsteinsatzc erfolgt dem¬ nach erst eine allmählige Erwarmung der Theile, daher die Verflüchtigung des mit den Eisensteinen mechanisch ver¬ bundenen Wassers; dann bei stufenweise fortschreitendem Niedergänge der Füllungsmasse, und der in diesem Gra¬ de anwachsenden Temperatur, Erhitzung; die Eisensteine gehen aus der braunen in die dunkel- dann lichtrothe Farbe über, knistern, springen und verlieren Krpstalli- sationseis und Kohlensäure, wenn sie darin enthalten sind. Zink, Arsenik und Spicßglanz rc. trennen sich auch, aber andere Metalle, so wie zumTheil Phosphorund Schwefel, bleiben in ihrer Verbindung *). Endlich glü¬ hen die Erze und werden nun so auseinander getrieben, daß der im Übermaße vorhandene Kohlenstoff sich mit dem Dpygen des Eisens verbinden kann, und es in sei¬ ne metallische Gestalt gebracht, noch mit Erhärten ver¬ einigt, zurücklaßt. Je mehr nun das Eisen in dem Eisensteine entwe¬ der von Natur, oder durch Kunst gesäuert war, desto r. Schwefel unö Phosphorsäure werben in der Redue- tionssäule zum Theil entsäuert und verflüchtiget, und treten also solche auch mit dem Eisen in Verbindung, wovon sie in der Oxpdationssäule sowohl, als auch im Zerrennprozesse äusserst schwer, und kaum mehr ganz abgeschieden werden können. rro mehr ward Kohlenstoff zu feiner Rcduxrion nölhig, und desto langer dauerte die Eittsaueruugspcriode; je mehr im Gegenthcile die damit verdundencn Erdarlen Sauer¬ stoff enthielten, desto geschwinder singen sie an, sich dem musigten Zustande zu nähern, die Einwirkung des Koh¬ lenstoffes auf das Spyd des Eisens zu erleichtern, und hierdurch dem ganzen folgenden Prozesse einen ungemei¬ nen Vorschub zu geben. Kaum hat aber das mit den Erden noch verbunde¬ ne Eisen die metallische Gestalt, erhalten, so senkt sich die Füllung tiefer, und es gehr weiter in die L. Kohlungs-Periode. Diese findet etwa in und unter dem letzten Drittel der Ofenhöhe bis an die Formen herab Statt ^). Bei diesem Eintritt werden die Eisensteine allmahlig immer noch mehr aufgeschlossen, und so wie die Temperatur bei tieferem Niedergange derselben immer höher und hö¬ her wird, so pflegen die Lheilc auch stufenweise sich immer mehr und mehr auseinander zu dehnen und beginnen jetzt mustg zu werden "). Dieser Zustand nimmt mit der Senkung der Sätze zu, das Eisen tritt näher in Körn- 'l Bei hohen Z6schuhigen Öfen währt dieselbe viel län¬ ger, als bei niedrige», und der Unterschied der Erhö¬ hung trifft meistens nur diese Periode. r) Die Erden würben in den Räumen dieser Periode nicht wohl in den musigten Zustand übergehen, wenn sie nicht für sich schon von Natur Sauerstoff ausge¬ nommen hatten, und so als Oxyde der Schmelzuug waren aufgegebcn worden; denn der Sauerstoff, wel¬ cher noch in dieser Säule wahrt, ist nicht mehr prä- Lomimirend, und kann sich nur an den Kohlenstoff der Kohle» absetzen. chen und strcistnarkige Gestalten zusammen, so wie die Erden viel weicher werden, sich stärker ausdshnen, und freier wirken. Der im Übermaße herrschende Kohlenstoff verbin¬ det sich nun mährend dieser ganzen Periode mit dem Ei¬ sen, und es geht von allen Nuancen der weißen, in die graue Farbe, aus dem metallischen in den weniger und dann stark gekohlten Zustand über, wodurch es flüssig wird, und sich von den Erdarten zu trennen vermag. Je höher nun die Kohlungssäule ist, desto mehr Kohlenstoff verbindet sich mit dem Eisen. Dasselbe ge¬ schieht auch bei strcngfiüssigen Erzen, die um so länger in den Kohlen verweilen; so wie auch bei einem schwa¬ chen Gebläse, welches den Ofengang verzögert '). Die Masse verfolgt ihre weitere Bestimmung und gelangt in die >) Im allgemeinen Journal öer Chemie, Band, o. Heft L7. Seite zoi. sagt Dr. Karsten erstens: „weißes Roheisen entsteht eher in niedrigen, wie in hohen Ho¬ henofen. Die Erze bleiben nämlich hier nur viel küre zcrc Zeit mit den Kohleu in Verbindung, wie in Ho- henöfeiischächten. Daher ihr großer Vortheil und Er¬ sparung des Brennmaterials durch sie." Anmer¬ kung. Dr. Karsten harte in letzter Rücksicht ganz recht, da er den Hohenofenprozeß für sich betrachtete, und dessen Produkt auf Gußwaaren, oder nur für dis zusammengesetzte Zerrennmethode, verstand. Zweitens: „Es entsteht, wenn die Beschickung sehr leichtflüssig ist, weil das Eisen sich nicht lange genug Zwischen den Kohlen verweilt, u. s. w." Dreier Satz wird im Nachfolgenden ausführlicher erklärt 222 . L. Säuern« g S - Periode. Diese erhalt sich in dem Ofen ungefähr bei Zwei Schuh über, vor, und unter der Form, uudistbci g lci- chcm Gebläse mit einer engen Zustellung höher, weil es wegen Mangel des Raumes an Kohlen, folglich auch an hinlänglicher Zersetzung des Sauerstoffes gebricht. Eben so verlängert dieselbe das Steigen der Form, so wie sie das Fallen verkürzt; ihr Unterschied ist aber nie von so großer Bedeutung, als jener der Kohlungssäule, die mit Erhöhung und Eruicdcrung eines sonst in allen übrigen Stücken gleichgehaltcncn Ofens, allein steigt und fällt. Schon gegen diese Periode herabgcsenkt, und sich ihr genähert, wurden die Eisensteine sehr musig, die Ver¬ einigung der homogenen Thcile unter einander, sowohl Der des Roheisens, als auch der Schlacken, erfolgte in einem viel höheren Grade; und da in dem zwar schon früher, aber nun heftiger wirkendem Sauerstoffs auch die Temperatur am größten zu werden beginnt, so wird jetzt der Zusammenhang der bisher noch vereinigten Thci- le des Roheisens und der Erden sehr gering. Sie san¬ gen also noch, ehe sic die Forme erreichen, schon an, sich in kleinen Tröpfchen ') loszurrennen, gelangen aber doch noch größtenteils vereinigt, vor die Forme. Hier erscheinen sie nun in größeren und kleineren Tro¬ pfen, in halbrunden und eckigen von einer Erbse bis zu einen Cubikzoll großen einzelnen und zusammengcba- ckenen Stucken -), in einer nvthwendig viel dunkleren -) Wenn der Ofen nicht übersetzt ist und bas Gebläse gehörig wirkt, welches sich auch auf den höhern Grab der aufgelösten Thcile, die schon die Forme pafficen, bezieht. a) Wenn man mit einer feinen Zange ein solches Stück durch die Forme aus dem Ofen nimmt, und es vcc- s «Z Gestalt als die Kohlen, Diese gehen nun weiter bei der Form vorüber, sieden und kochen gleichsam, blähen sich auf, und verschwinden endlich dmch ein schnelles Aus¬ einandergehen und Ansehen auf der im Eisenkasten sich schon befindlichen Scblackendecke, wo die letzte Trennung des Eisens von den Erdcnoxpden vollendet wird. Die Schlacken bleiben auf der unteren Masse ru¬ hen, die Eiftntheilchcn dringen aber diese Hülle durch und senken sich, wegen ihrer größeren spezifischen Schwe¬ re, in den untersten Theil des Gestelles, in den Elsen- kasten hinab. Der Sauerstoff, welcher in dieser Periode, gleich mit dem Übergange aus der Kohlungssäule vorwallend wird, war nun hinlänglich, auch die Erden vollends z» säuern und zu verschlacken; so wie das Übermaß des Kohlenstoffes im Eisen entweder dadurch getrennt, oder damit zum Oxyd verbunden, unschädlicher gemacht wur¬ de.—Diese Verbindung geschah dann allmahlig stärker, bis die Theile in den Focus des Windstromes kamen, oder an demselben nahe vorbeigingen. Unter der Forme, wo die Vereinigung der Thei¬ le mit der schon gesammelten Masse bald erfolgt, ist der Sauerungsprozeß wieder schwächer, und hört mit dem Eisen fast ganz auf, sobald es von der flüssigen Schlacke gedeckt wird; da aber jenes während der drei Perioden nicht in allen Lheilen des Schachtes gleichför- kühlen lasst, so hak man eine auf der Oberfläche ebene, im Bruche aber splittrige, schwarzgraue, grbsskcntheils aus schimmernden Blättchen EisenkLrnchcn bestehende Masse, die sehr zähe ist, sich etwas Hammern und bie¬ gen lässt, und einen starken Zusammenhang bcstpl. Es ist gekohltes Eisen, mit noch nicht ganr aufgelösten Und gesäuerten Erden. 224 mig, so wie die grösseren und kleineren Stucke der Ei¬ sensteine selbst, und ihre verschiedenen schon vor der Schmelzung bestehenden Säuerungsgrade zu ungleichen Zeiten, schwacher und stärker entsäuert, gekohlt, und im Kohlenstoffs-Antheile wieder vermindert wurde ^), so bat nun in den Eisenkasteu die fluffige Roheisen-Masse Zeit genug, ihr Kohlcnstoffopyd unter dasselbe gleichför¬ mig zu verthcilen, die Schlackendecke aber gehr bis zum Abstiche immer noch in eine vollkommenere Auflösung über, da der Sauerstoff durch den Windstrom des Geblä¬ ses immerwährend, besonders, wenn stc weiter hiuan- stcigt, zu wirken pflegt. Hieraus ersieht man nun, warum jene Körper, je¬ ne Eisensteine am leichtesten schmelzen, die entweder von Natur ober künstlich sehr stark gesäuert sind; denn diese haben nicht erst aus den Windstrom des Geblases zu war¬ ten, um eine frühere Auflösung der mit sich führenden Erden zu erlangen. Darum gerakhen auch braunsteinhal- Lige Eisensteine eher in Fluß, da sie bekanntlich, wegen ihrer grossen Verwandtschaft zum Sauerstoff in der Na¬ tur immer sehr stark oxpbirt vorzukommen, so wie selbst eine stärkere Säuerung der mit sich führenden Erden zu vermitteln pflegen, und daher wahrend der Schmelzung ihr Übermaß an Sauerstoff nicht an die Kohlen allein, (wodurch eine etwas höhere Temperatur schon in den oben: Schachträumen entsteht,) sondern auch an die beigcselltett Erdartcn, zur Unterstützung einer früheren Verschlackung abscßen. r. Da der Windstrom die bei der Aorme vorbeiziehenden Theilc meistens nur auf ihrer Oberfläche am stärkst » anzufallen, und wegen ihrer wulcren schnellen Senkung den Prozeß nicht in das Innere forrzufttzen vermag ft erhalt auch der Eisenkasten das mit Kohlenstoffox-de verbundene Eifen nicht gleicharmig. 22L Übrigens bestimmt der Grad der Oxydation, eine längere oder kürzere Kohlungssäule, die Reducrion des Mangan - Oxyds, welches sodann mit dem Eisen eine gleiche Metamorphose durchlauft, und damit verbunden bleibt -). a) Braunsieinhaltige, so wie überhaupt lcachtMsstge Ei¬ sensteine, erhöhen den Kohlcnvcrbrauch des Hohenofen- prozeffcs; denn, wenn z. B. zwei Gattungen Eisensteine, wovon die eine zum Thon-, die andere zum Kalk- oder Spathgeschlechte gehört, beide jedoch tu ihrem Eisen¬ gehalte gleich reich sind, zur Probe in einem und demselben Ofen unter übrigens ganz gleichen Umstanden verschmolzen werden ; so wird sich als Resultat ergeben, daß das Ausbringen und die Erzeugung von dem Thoneisenstcine beträchtlich gerin¬ ger, hingegen die Kohlcnersparung auf Herr Centner Ei¬ sen der erstere» nicht unbeträchtlich seh. Die Erfahrung bestätigt diesen Satz allgemein, und die Theorie erklärt ihn folgcndergcstalt: Die Sätze der leichtflüssigen Eisensteine gehen viel schneller nieder, sie verweile» daher in der Kohlungsperiodc nicht so lan¬ ge, und das Eisen gewinnt eben deswegen nicht Zeit, so viel Kohlenstoff aufzunehmen, um in der nachfol¬ genden Sauerungspcrtvde sich vor der gänzlichen Ent¬ kohlung und Verschlackung zu schützen; um daher noch Roheisen zu bleiben, muß i« dieser Periode zum Schutze desselben gegen den Windstrom, mehr Kohle enrgegenge- steüt werden. Erhöhet man aber, mit Beibehaltung aller übrige» Umstände, den Ofen i» dem Verhältnis, daß dicSpä- thc so lange in demselben verbleiben, als die strengflüs¬ sigen Erze im niederen Schachte, so muß der Kohlen- vcrbrauch von Seite» der Spathe geringer ausfalle». Übrigens mag ein kleiner Unterschied von dem mit Roh¬ eisen verbundenen Braunstein herruhren; er hat näm¬ lich eine größere Verwandtschaft zum Saucrstoffc, als das Eisen, kann daher auch d»e Verbindungen des ley- 22 § Daß nun Roheisen aus Eisen, Kohlenstoff und Sauerstoff bestehe, darüber laßt dieser Prozeß keinen Zweifel Wehr übrig. Auch beweiset es selbst bas erzeug» Le Produkt. . Ob beide letztere Stoffe aber, jeder für sich mit dem Eisen- oder Kohlenstoffo^pd chemisch verei¬ nigt sind, ist noch unentschieden. Will man jedoch die Erfahrung und Manipulation im Großen, (die unter gleichen Bedingungen und Erscheinungen forlgchen, und stets gleiche Gesetze befolgen muß), als den einzig zur Wahrheit führenden Weg annchmen, so mag sich wohl die letztere Meinung bestätigen. Denn, so wie die im Kohlenstoffe aufgelösten Eiscntbeilchen sich im O/pdarions- raumc herabsenken, fallt ein großer Luftstrom sie an, dessen Sauerstoff sich nicht nur allein mit dem Kohlen¬ stoffe der Kohlen, (wie wir gehört haben), verbindet, sondern wovon noch ein großer Theil zur Oxydation der Erdarken, und zur Entkohlung des Roheisens übrig bleibt. Biese erfolgt nutt, in dem sich der Sauerstoff stu¬ fenweise mit dem Kohlenstoffe im Roheisen bis zu dem Grade verbindet, wo sie zusammen die Kohlensäure (dir bekanntlich aus /8 Theilen Kohlenstoff und 2 8 Thcilen Oxygen besteht), bilden. Während dieser Entkohlung senkt sich aber das Roheisen allmählig in den Eisenkasten hinab, wo es nun vor dieser Einwirkung durch die Be¬ deckung der Schlacken größtentheils geschützt wird. Wenn sich also jener mit dem Roheisen verbundene Kohlenstoff, während seines Laufes bei der Forme vorbei mit dem Sauerstoff- nicht sogleich in dem Verhältnisse wie /2 zu LZ, sonder,! nach einer nothwcndig anzuneh- mendrn Stufenleiter wie ?s zu r, L , Z , 4, und noch immer unter der Zahl von LZ verbunden hat, so konn¬ ten sich diese beiden Stoffe nicht als Kohlensäure vom Ei- sW abscheiden, sondern muffen als Kohlenstoffe,rpd, (wie teren mit jenem erleichtern und beschleunigen, — folg' sich sich eher emk-hicn, als Roheisen für sich «kein. 22/ dieses der Fak ist bei der gewöhnlichen Kohle, beim Reiß- blei, bei der Kohlcnblende u. dgl., die sich auf gleiche Weise, aber nur langsam in der Natur säuern), im Roh¬ eisen enthalten bleiben. Wir wollen nun noch die Zustellung der Ofen, ih¬ re einzelnen Thcile, und das ihnen zugegebene Gebläse betrachren. Es versteht sich jedoch hiebei von selbst, daß bei einer gegenseitigen Vergleichung der Ofen, alle Ge¬ genstände gleich angenommen werden, und daß nur stets die beiden Theke diffcriren, wovon gleich gehandelt werden wird. Von der Höhe der Ofen im AlIgem en en. Die Kohlungsperiode bestimmt den stärkeren un- schwächeren Grad des gekohlten Eisens; dttrn, je langer sich dasselbe zwischen glühenden Kohlen befindet *), je mehr nimmt es an Kohlenstoff auf, und kann bei er¬ höhter Temperatur, nach erfolgter Schmelzung und bei fortgesetztem Prozesse, selbst bis zu dem Grade gelan¬ gen, wo cs sich dem Graphit nähert, oder gar in ihn übergeht. Die Kohlungs-Periode hängt in einem Ofen vom Raume, und von der Zeit ab; jener wird durch die Hö¬ he desselben, diese durch die Leicht - oder Strengstüssig- keit der zu verschmelzenden Zeuge, und durch das Ge¬ blase bestimmt. Nach der Höhe des Ofens, richtet sich also zum Theke die stärkere Pnkohlung des Eisens. Denn man führe nur unter übrigens ganz gleichen Umständen der Erze, ihre Vorbereitung, der Kohlen, des Geblases i) Man betrachte die ^ommcntation. L28 v«d der Zustellung, aber bei ungleicher Höhe der Dstn, einen Versuch , so wird sich zeigen daß mit knappes over dem geriugstkn Kohlensatze des aoschuhigen Äsens, welcher damit em gan§ weißes, im Bruche körniges, und überhaupt wenig gekohltes Roheisen liefern würde , in einem Zo Schuh hohen Ofen ein ganz graues, mit sehr viel Kohlenstoff geßundmes Rohgut erscheint. Setzt man nun unter denselben Umständen den Versuch weiter in eis nem 20 Schuh hohen Ofen, und in einem niedriges Skückoftn fort, so hak ersterer mit demselben für den Stück- oftn paffenden KohlcnsaH ebenfalls ein graues Roheisen erzeugt, während der Stückofen ein Eisen gab, das im Zerrennheerde(mit Ausnahme des sogenannten Graglachs) nickt mehr überschmolzm, sondern nur mit Zuschlag von Harnmerschlacken im Safte ausgcheitzt (weiß glü¬ hend gehitzt)^ und sofort dem Hammer zur Bildung vo» KaLfmsrmswäare übergeben werden kann. Die allgemeine Erfahrung also, daß man mit ei- mm größeren KohLensatze ein mehr gekohltes, und mit einem geringeren ein weniger gekohltes Roheisen erzeuge, ist nur relativ, insofern es Äsen von gleicher Höhe be¬ trifft, die mit gleichem Geblase auch gleiche Eisensteine verschmelzen. Sobald aber die Kohlungs- Periode etwe- dcr durch Raum oder Zeit verkürzt wird, so fallt auch bei größerem Kvhlensatze ein weniger gekohltes Rohei¬ sen aus. Um daher ass dem Hohenofen doch ein weißes brauchbares Rohgut zu erzeugen, so fiel man mit dem Kohlcnsatze herab, so daß hier der Wrbnaische Hoheoftu nur i, 47 Faß oder -4, zo Cub.; der Ruprechtsche Hohenofen nur r, 72 Faß oder r6, 7Z Cub., und die Flvßöftn von L, 17 bis L, L4 od„ 21 , 12 bis 24, 72 Cubik -Schuh Kohlen auf den Crr. Roheisen be- 22lj dürfen, dahingegen der Elückvft« »2,87 fast ausweiset, wovon jedoch bekannt ist, daß sei» Prozeß noch lange nicht zu dem Grade der Vollkommenheit gekommen war, auf welchem schon gegenwärtig der des Hohenofens sieht. Der Unterschied zwischen den mindesten Kohlenyer- brande des Hohen- und dem meisten des Slückoscns be¬ steht demnach in i, 40 Faß oder iZ, 62 Äubikschuhen; demnach kann jener mit ungleich weniger Kohlen hei wei¬ tem nicht die Güte des Roheisens heroorbringen, welche die Stücköftn - Müssen besitzen, das heißt: das Rohci- scn des Hohenofens ist beim geringsten Kohlensahe stets noch weit mehr gekohlt, als das beim größten Kohlen- verbrauche im Stückofen erzeugte Gur -). Daß dieses wirklich so ftp, bedarf wohl keines Beweises , nachdem es durch vielfältige Erfahrung bestä¬ tigt, am Tage liegt, und selbst dem Anfänger im Eisen- hüktenmesen nicht unbekannt ftpn kann. Denn welche gro¬ ße Verschiedenheit zwischen beiden Eiftngattnngen, so¬ wohl nach ihren äußerlichen Kennzeichen, als wahrend ihrer Verfrischnng bestehe, kann man noch heute zu Ta¬ ge aus den Überresten der alten Stückofenarbeit sehen. In ihr war der Hohenofen und Zerrennprozcß vereinigt, und es sammelte sich, wie schon oben erwähnt wurde, im Gestelle des Stückoftns eine Eiftnmaffe, die durch blo- >) Wir hören hier laut den Zurnf: „nur ein stärke¬ res Geblase dem Hohenofen gegeben, und es wird eben so gute s Eifeu, als inStu ck- ofe» erzeugt werden." Die Antwort ist: daß rin so starkes Gebläse, um Zeit und Raum denen deS Stiickofens gleich zu setzen, nie wird angebracht wer¬ den können. Daß jedoch bei großer Verstärkung dessel¬ ben das Roheisen viel verbessert wird, ist gewiß, ft gewiss es ist, bass alsdann die Kohlemerftaruug des Hchcnofsriprozesses wieder verschwindet. LZS ßes Abheitzcn vortreffliches Eisen und auch Stahl gab. Jene Müsse enthielt sehr wenig Kohlenstoff, da sie nie flüssig war. Nach der Erstarrung zeigte sie auf ihrem dichten ebenen Bruche eine glänzend weiße Farbe, und eine Geschmeidigkeit, die schon die Motallilät verrielh. Die Strengflüssigkeit dieses Eisens zeigte zugleich den Grad seiner höheren Vollkommenheit, und der Kohlens verbrauch in der Hammerwerksstatte war weit gerin¬ ger, als beim Roheisen des Hohenofens, womit also obiger Vorchei! aufhört *). Ebsnsowußte der Hüttenmann voriger Zeiten, daß, je höher der Stückofen war, desto schlechtere und gekohltere Eisen-Massen lieferte er, wovon man sich noch zu Wo¬ ran in Dberungeru überzeugen kann. Der Gewerke er¬ zeugt daselbst das beste Eisen, welcher den niedrigsten Stückofen besitzt; je höher derselbe ist, desto rohbrüchi- gcr -), das heißt, desto mehr scheint es mit Kohlen- 1) Einzelne Private die in einem beschrankten Thüle ein Werklein besitzen, worin sie Roheisen erzeugen «nd es zugleich »erfrischen, mögen die Stücköfenarbcit, wenn sie von manchen Gebrechen gcreiniget wird, mit Bor- thcil betreiben ; große Werke hingegen, wie die imZn- nernberge, haben dieselbe wegen ihres Waldstandes, we¬ gen der Entfernung ihrer Hammer, uud aus eigenen merkantilifchen Ursachen abgeschasst. 2) So wie die Kalt- und Warmbrüchigkeit des Eisens wohl nicht allein von Phosphvr und Schwefel erzeugt werden dürste, so dürfte auch der bisher unbeachtete Rohbruch nicht bloß vom Kohlenstoff allein herrüh- rcn, sondern wahrscheinlich hat auch die Gegenwart anderer Substanzen einen bedeutenden Einfluß darauf: v elleicht ist die Vereinigung des Eisens mit deu metal¬ lischen Erden oft die Ursache davon. Mögen uns die Versuche der Heu. Davp und Berzelius hierüber Aufschluß geben! stoss verbunden, fällt das erzeugte Eisen ans. Das aus dem Roheisen eines daselbst schon vorhandenen Hohen¬ ofens erzeugte und im Zcrremcherde neuerdings durchge- laffene, besitzt jene nachtheiligen Eigenschaften im vorzüg¬ lichen Grade. Würden die Elbacr Eisenglanze in Zo Schuh ho¬ hen Ösen verschmolzen, und das davon erzeugte Roh¬ eisen einfach zerrennt, so würde man ein Schmiedeeisen erhalten, welches ebenfalls leichtbrüchig wäre; dagegen geben sie, in der katalanischen Feuergrube eingeschmvlzen, unmittelbar ein sehr weiches, zähes und dehnbares Eisen Wird nun , mit Beibehaltung aller übrigen Unn stände, der Stückoftn erhöht, so verlängert sich hier¬ durch die Kohlungsperiode, und das Eisen muß sich mit einem größeren Antheile Kohlenstoff verbinden- Es ist „Interessant bleiben die Versuche, nach welchen das Eisen, welches in roo Thcilen noch zc> Theile Kiesel¬ erde enthielt, seine Eigenschaften nicht verloren hatte, und daß cs oft, was sehr merkwürdig ist, sogar ge¬ schmiedet werden konnte, während daß von einer an¬ dern Seite sehr kleine Mengen verschiedener Substan¬ zen die Eigenschaften des Eisens beinahe ganz verän¬ dern-" Mag. all. neuer. Erfindg. Nr. z>. HZ. ch Du llonärnz- behauptet in seinem dlemoiro snr I» ma- uiöro llont on extruit en 6orse Io kor 60 la inine ll'CIbv -77Z, daß bei jener uralten und einfachen Schmelz- Methode, die gleichsam in einem AuFsaigeru des Eisens aus seinem Erze besteht, die Hälfte der Kohlen er¬ spart werde, und daß das Eisen aus diesem, oder aus den kastilranischen Rrunwerksheerden weit besser fey nnd thcurcr bezahlt werde, als das bei Toskana aus. eben den elbasschcn Erzen erst auf Roheisen geschmolzene, und dann gefrischte Eisen, und daß es auch das spani¬ sche überhaupt übertreffe. 2ZS daher leicht en Zusehen, daß Man sich um so mehr von dem Stückofen- und besonders dem Zerreiinpi oe»sse ent¬ fernte, je höher die Ofen aufgcführl wurden ). Die hiesigen Floßöfen halten das Mittel zwischen Stück- und Hohenofen; aber die Güte des in ihnen er- zeugten Roheisens steht lange nicht in der Mitte, son¬ dern es nähert sich nnit mehr der des Hohenofens, so daß diese beiden Gattungen bisweilen kaum zu unterschei¬ den sind. In Vordernberg aber, wo die Röstung der Eisensteine vor sich gehl, ist der Unterschied des in eini¬ gen ihrer zweckmäßig betrieb.neu Floßöfen erzeugten Roheisens viel bedeutender , da cs bei dem frischen ei¬ nen geringeren Calo gibt, und weniger Kohlen bedarf, was iu der zweiten Abhandlung Vorkommen wird. Dieser merklichen Unterschiede wegen sollte zwar das Roheisen des Floßofens mehr von dem des Hohen¬ ofens abweichcn, allein der gleiche Betrieb beider , aus dem Ofen ein flüssiges Eisen abzustechen, nöthigt erste¬ ren mit einem gegen die Hohenofen größeren Kohlensa¬ tze zu arbeiten. Indessen weiß jeder, wie wir schon oben berührten, daß, obwohl dem Hohenofen selbst durch Auf¬ stellung eines eigenen Meisters mehr Aufmerksamkeit ge¬ schenkt wird , jede kleine Veränderung der Eisensteine und der Kohlen weit mehr auf den Gang desselben Einfluß hat, und ungleich öfter graues, buntes und spieglichtcs Roheisen zum Vorschein kommen, wovon man sich auch in der Radmar, und auf dem Eisenwerke zu Neuberg, so wie an vielen anderen Ortern überzeugen kann, wo man höhere und niedrige Ofen besitzt. In der Radmar z. B. hat man in frühem Zeiten als der Floßvfen noch 16 Schuh hoch war, die ganze H Denn, was an Kohlen im Hohenofen erspart wirb, geht durch die langsamere Arbeit,bei dem Zerrena- oder Frifchhcerde verloren. 2ZZ Woche hindurch'dis hier so genau u ren luckichren Flößen, welche sich durch ihre weiße glänzende Farbe, und durch ihre Zäh, oder Geschmeidigkeit, (als zusam¬ men verbundene untrügliche Kennzeichen eines wenig ge¬ kohlten Roheisens) vor den übrigen Gattungen auszeich- nen, erzeugt. Der neue Hohofen, mit dem anfänglich ziemlich schwachem Geblase, gab gewöhnlich graues, der jetzt starker eingerichtete Wind aber weißes, ordentliches Roheisen, welches durch künftige Rostung der Eisenstei¬ ne , noch besser ausfallen wird. Zwar gibt der Hohcofeu auch löcherige weiche Flos¬ sen , aber dann ist er allzeit versetzt, und diesem muß so¬ gleich abgeholfen werden, wenn man den Schmclzgang weiter zu betreiben gedenkt. Aus diesem Grunde ist es dann nie möglich, wenn auch die Brust des Hohenofens frei, und zum Eröffnen wie im Stückofcn gemacht wer¬ den sollte, ein gleich gutes, oder nur in etwas dem Stück- ofen sich näherndes Eisen heroorzubringen, denn L, müßte der Kohlensatz zu unverhältnißmäßig herab, dagegen jener der Eisensteine zu sehr hinaufgesetzt werden, wodurch schon in der Kohlungsperisde zu wenig Kohlen, folglich auch Kohlenstoff vorhanden wäre, um das Eisen nur auf jenen Grad der Koh¬ lung zu bringen, daß cs sich in der folgenden Pc, rivde von den Erdarten trennen könnte. Eben so würde jener Mangel noch fühlbarer im Gestelle wer¬ den, worin aus eben dem Grunde, wegen der zu geringen Zerlegung des Sauerstoffes durch den Kohlenstoff der Kohlen, nicht die gehörige Tempe¬ ratur erfolgen, folglich auch nicht die gehörige Schmelzung und Säuerung der Erdartcn, vor sich gehen könnte. b. Müßte eben daher die größte Ungleichheit der auf- zulöscnden Eisensteintheile unter sich entstehen. Bei einigen, die in hinlänglicher Berührung mit deu -54 Kohlen wären,ginge eine stärkere, bei andern eine ge¬ ringere, und bei den dritten eine kaum merkbare, oder nur sehr schwache Zohlung des Eisens vor sich. In der Saverungsperiode erlitten sodann erstere dieEnikoh- lnng bis zur Bildung eines noch Aussigen Roheisens, die zweiten würden sich dem metallischen Zustande nä¬ hern , und letztere eine halbe Verschlackung, wie die Erdarten selbst, ausstehen müssen. Daher würde keine, wie im Stückofen bestehende reine Masse mit etwas gekohltem Eisen, oder Graglach, sondern ein Klumpen entstehen, wie dieses ein stark versetzter Hohenofen zeigt, der aus mehr und minder gekohl¬ tem, halb- und ganz metallischen, und in mehre¬ ren Graden oxydirlen Eisen und unaufgclösten, so wie auch flüssigen Schlacken zusammengesetzt wäre. Endlich wäre e. die Folge von dieser Masse ein äußerst unbestimm¬ ter und gefahrvoller Ging des Hohenofens, in dessen Gestelle sie sich nicht allein, (wie es im Stückofen geschieht), sondern bald höher in der Schacht hinauf anfttzcu, die Formen vermachen, und die Schmelzung zur unvermeidlichen Vollen¬ dung zwingen müßte. Man kann daher im Hohenofen wohl durch Einzie¬ hen des Kvhlcnsatzcs ein weniger gekohües Roheisen er¬ zeugen, aber es dem Eisen des Stückoftns nahe, oder selbst dem des Floßofens gleich zu bringen, wird es durch dieses Mittel nie möglich werden. Denn die Erfahrung zeigt es ja täglich, daß noch immer zwischen Eisenstei¬ nen, Kohlenstoff und Sauerstoff, oder zwischen Kohlen- Eisensteinsatz und athmvsphärischer Luft, ein Derhältniß bestehen müsse; dieses überschritten, kann selbst in der ho¬ hen Kohlungssäule das Eisen nicht Kohlenstoff genug auf¬ nehmen, und in der sich gleich bleibenden Säuerungspe¬ rrode, müßte es rheilweise von außen verschlacken. 2ZF Durch Erhöhung des Ofens wird »ur die Kohlungs-', nicht aber die Säuerungs-Periode verlängert *). Dcß- wegen bleibt auch bei gehörigem Kohlensatze das Eise» in'jcnem Ofen doch zu stark gekohlt; der Entkohlungs¬ prozeß des mehr und weniger gekohlten Eisens, kann im¬ mer nur gleichförmig erfolgen, weil die Säuerungspe¬ riode gleichförmig ist, und bei schnellem Niedergänge der Sätze kann sie nicht gleich so in tras Innere der Thci- le fortgesetzt werden. Übrigens leuchtet es ein, daß, so wie zwischen Kohlen, Eisensteinen und athmosphärischer Luft ein be¬ stimmtes Verhältniß obwaltet, dasselbe auch zwischen der Kohlungs- und Säuerungsperiodc Statt finden müs¬ se, wenn man ein Roheisen nach Wunsch erzeugen, und den Ofen stets im gehörigen Gange erhalten will. Die Kohlung des Eisens erfolgt aber nicht allein durch den zu sehr erhöhten Raum, sondern eben so sehr durch die Strengflüssigkeit der Erze, durch die Schwa¬ che des Gebläses, und wenn die Kohlen zu viel Kohlen¬ stoff enthalten, wie z. B. Steinkohlen, und selbst auch bloß harte Kohlen- In dem Hohenofen zu Mittclwald in Niederungen«, der Zo Schuh hoch, und mit vier eben so großen Spitz¬ bälgen als der hiesige versehen ist, dem er auch in der übrigen Zustellung fast gleich kömmt, verschmelzt man braunen dichten Thoneisenstein. Das wöchentliche Auf¬ bringen besteht im Durchschnitte in 102Z Ctr. geröste¬ ter Eisensteine, und HZ Ctr. Kalkzuschlag, woraus ge¬ il Denn jene hängt nur von einem stärkeren »der schwä¬ cheren Gebläse, und von den oben bereits angezeigten Mitteln ab. Die Gebläse sollen aber stets, so viel mög¬ lich, benutzt werden, und zwar sowohl in hohen, als auch in niedrigen Sfen. rvöynlich 436 Str. lichtgraucn Roheisens erzeugt werden. Der Metallgehalt der Erze zeigt sich demnach mit-z/.l Pf., und der Aohlenverbrauch auf 1 Ctr. Roheisen mit >4,79 Wiener Kubik-Schuhen. In Theißholz, wo man die¬ selben Eisensteine '-) mit etwas Eisenglanz, in einem Schuh hohen und mit zwei Spitzbälgen versehenen Ofen durchsetzt, beläuft sich, wegen schwächeren Geblä¬ ses, düs wöchentliche Ausbringen an Eisensteinen nur auf 67L Ctr. und 67 Ckr. Kalkzuschlag, welche 276 Ctr. lichrgraues Roheisen abwcrftn, wobei der Gehalt g/H, und der Kohlenaufwand 9,84 Cubikschuh pr. Ctr. Roh> eisen ausmacht. Die Kohlen des ersten Hohenofens sind den hiesigen ziemlich gleich; die des letzteren aber enthalten mehr von hartem Holze. Die Erzeugung erstreckte sich jedoch im ersten Ofen schon beinahe auf 600 Centner, so wie jene des letzten beträchtlich höher war. Dieses erfolgt aber nur dann, «enn das Gebläse lebhaft betrieben werden kann. Übrigens ist die einfache Zerrennart nicht im Stande, Lus diesem Roheisen eine zähe geschmiedete Waarc z» erzeugen. Es bleibt im Bruche körnig, und durch dar Vergrößerungsglas entdeckt man darin lauter glänzende Blättchen, welches noch auf seinen rohbrüchigen, oder gekohlten, nicht über auf einen gephosphorren Zustand hindeutet. -) Der dichte Braun- und Thoneisenstein, mir Glaskö- pfe» und Ocker durchzogen, ist vorzüglich in dem mäch¬ tigen Sirker-Lager zu Hause, worauf die niedcrim- gerischen k. Hüttenwerke sowohl, als.auch mchrccean- dere Private von Obcrungern, schon lange einen bedeu¬ tenden Bergbau treiben. Eben so beweisen einige böhmische, schlesische, und Harzer Hütten, wo man den Eisenerzen gleich reiche, übri¬ gens aber Thoneisensteine verschmilzt, daß sie auf den Cenlner Roheisen weniger Kohle bedürfen, und dennoch ein ungleich stärker gekohltes Roheisen erzeugen- Der Wrbnaische Hohenofen bringt den Satz in a r Stunden 29 Sekunden, der Ruprecht'sche in 9 Stun¬ den i Sekunde, die Floßöftn in 6 bis 7 Stunden ein, dagegen kommen aber die Eisensteine im Mittelwalder Hohenofen erst in iL bis r 7 Stunden in das Gestelle, und in nicht viel kürzerer Zeit in Theißholz und einigen an¬ deren Ärtcrn. Das Eisen nimmt also im Mittelwalderofen nicht allein wegen seiner Erhöhung mehr Kohlenstoffauf, soiw dern auch dcßwegen, weil die Eisensteine viel strengflüst» stger sind und daher langer im Schachte verweilen. In Theißholz ist zwar der Ofen niedriger, aber das Geblä¬ se wieder viel schwacher; daher auch fdst die uahmiiche Kohlung. Eben so darf man hier nur das Geblase sehr langsam bewegen lassen, und das Roheisen wird mit glei¬ chem Kohlensatze aus dem Hohenofen bald grau erschei¬ nen, deßwegen jede Versetzung durch einen langsamen Gebläse F Wechsel hier bald gehoben wird, dagegen es an anderen Ortern viel langsamer und schwerer geschieh^ Hier geht auch, bei der verminderten Temperatur, die Opydirung und Verschlackung der Erhärten noch so ziemlich leicht vor sich, da auf jeder andern Hütte die strengflüssigen Zeuge unüberwindliche Schwierigkeit ver¬ ursachen. Raum und Zeit flehen nun miteinander im tzera- ben Verhältnisse, das heißt: je höher der Raum ist, m welchem sich das Eisen zwischen glühenden Kohlen befin¬ det, und je langer die Zeit währt, welche durch die ^trengflüssigkeit der Zeuge, «n- durch ein schwache-' Geblase entspringt, desto mehr, und zugleich auch desto inniger, muß sich Kohlenstoff mit dem Roheisen verbin¬ den. Daraus entspringt das erste Gesetz, daß beide ja nicht vereinig: seyn sollen; und der paradoxe Satz, daß man strengflnffige Eisensteine in niedrigen Ofen, mit parken Geblasen verschmelzen soll, ist nun erklärt *)- Bisher glaubte man allgemein, daß strengflüssige Ei¬ sensteine eines höheren Ofens bedürften, allein jetzt ist es er¬ wiesen, daß das Aufbringen und die Erzeugung nicht von der Höhe des Ofens, wodurch nur die Kohlungssaule zunimmt, sondern bloß von der Stärke des Geblases abhange; denn, je mehr Sauerstoff in den Ofen geleitet wird, de¬ sto größer ist seine Zerlegung und Verbindung mit dem Kohlenstosse, und desto höher die Temperatur, in der zu¬ gleich die Erden sich säuern, verschlacken, und das Roh¬ eisen zum Thcil entkohlen können. Die Zo- und Loschuhige Ofen haben zwar, wenn sie gleiche Eisensteine verschmelzen, und mit gleichen Ge¬ bläsen versehen sind, wegen des erhöheten Raumes eine ungleiche Kohlungssaule, aber eine ganz gleiche Saue- rungsperiode. Der Sauerstoff wird sich in beiden gleich unter, neben und etwas übe! der Forme zeigen ; er wird gleich viel Kohlen in dem gleich großen Raume zerlegen; er wird in beiden die Erdarten gleich stark säuern und verschlacken; er wird endlich auf die Entkohlung des Ei¬ sens gleich wirken, und das im höheren Ofen stärker ge¬ kohlte mit mehr, jenes in der freien Kohlungssaule des , niedrigen Ofens mit weniger Kohlenstoffoxyd gebunden, zurücklassen. Bei Erhöhung der Oft» hat man zwar auch stets die Gebläse verstärkt, oder sie lebhafter betrieben, wo- i) Abgesehen auf Roheisen für den einfachen Frisch- Stahlprozcss durch der nur wenig erhöheke Reum durch Beschleuni¬ gung der Satze mit der verkürzten Zeil in ein solches Verhältniß gebracht würde, daß der Niedergang der Gichten gleich schnell, oder doch nicht viel langsanier er» folgte. Daraus entstände nun zwar k-stn Unterschied im Roheisen, wohl aber eine größere Production; indessen würde diese unter den veränderten Umständen auch im niedrigen Ofen erfolgt sepn. Übersteigt aber die Erhö» hung jenes Verhältniß, so geschieht, wie schon oben ge¬ zeigt wurde, eine Kohlenersparung, und in diesem Ver¬ hältnisse dann auch ein etwas größeres Auf- und Aus¬ bringen, jedoch eines stärker gekohlten EisenS. Um nun die Höhe eines Ofens zu bestimmen, scheint man von den Grundsätzen ausgehen zu müssen, zu wel¬ chem Zwecke man das Roheisen zu vi-wenden gedenke, entweder a. zu Gußwaarcn, b. - Stahl, oder e. - weichem Eisen, Das Roheisen für Gußwaaren muß, aus -em Ofen gehoben, nur langsam verkühlen, lange und sehr dünn- flüffig bleiben, und nach der Erstarrung eine größere Zähigkeit besitzen, damit man jede Erhabenheit und Der- liesung des Gusses ausdrücken, und dasselbe zum Ge¬ brauche lange verwenden könne. Unter diesem Rohguk wird daher die graue Gattung verstanden, die unter allen übrigen am stärksten gekohlt ist *). ») Dieses Roheisen darf sich dem Graphit aber doch nicht nähern, der sodann auf seiner Oberfläche m Schoppen herumschwimmen, den GuK verunreinigen, und das Roheisen selbst wieder -«ckfliissiger machen würde Do- 24o Kennt runu nun die Eisensteine und die Stucke des zu erichtenden Gebläses, so wird cs leicht seyn, Zo, Z6, auch ost (mit Vrrchcil der Kohlenersparung, die hier wesentlich ist, und um grauen Roheisens willen), einen 40 Schuh hohen Ofen dafür zu bestimmen. Das Roheisen für Stahl muß unmittelbar aus Spätheu oder andern marganhältigcn Eisensteinen er¬ zeugt werden. Hier wählt man dazu die oben angeführ¬ ten weißen, spieglichtcn und körnigten Flossen, am lieb¬ sten, welches auch in Tyrol und Kärnthen gewöhnlich ist i). Überhaupt aber ist es jene Gattung, die noch her tragen die Cupols-Öfen zur Reinigung des Roh¬ eisens viel bei^; man verschmelzt nämlich in diesem ge¬ wöhnlich mit abgeschwcftlten Steinkohlen (mit Holz¬ kohlen geht es schwerer, weil sie das Eisen vordccEnt- kohlung schützen) das Eisen wieder, und beobachtet darin eine» Gang, wodurch das Eisen niemals stärker gekohlt, wohl aber bisweilen vom übermäßigen und schädlichen Kohlenstoffe geschieden wird. Es ist alsdann sehr diinnstnffig, rein, von allem Graphit gereinigt und zu den feinsten Enßwaaren tauglich. Anmerkung. Ich habe bereits einen mit Holzkoh¬ len in Umtrieb stehenden Knpoloofen. 1) Wir glauben erinnern zu müssen, daß überhaupt die Farbe.des Roheisens nicht imitierten Kohlenstoffgehalt bestimmt, sondern nur dann entscheidet, wenn das Gut von einem und demselben Ofen aus gleichen Erzen er¬ zeugt, auf gleiche Art abgestochen und verkühlt w rd. Der Begriff der Farbe wird daher r lativ, sobald man Robeisengattung n von verschiedenen Ofen und Wecken »ersteht. Denn, sehr viel hangt bei der Farbe vom Braunsteingehalte ab; und, so wie cs unendlich vffle Abstufungen in der Verbindung zwischen Roheist't und Kohlenstoff gibt, eben so kann man v-cle Abstu¬ fungen weißer Rohcisengattungen zahlen, die durch un¬ gleiche Höhe der Öfen, wovon wir oben sprachen, und §4^ einen. ziemlichen Kohlenstoff-Anlheil besitzt, und in die¬ sem Falle dient der hiesigö Ruprecht'sche Hoheofen mit den sehr leichtflüssigen Eisensteinen, die aus Pflinzen und Brauncrzen jedes zur Hälfte bestehen sollen, als Muster der stcynschen Hohenöfcn; besonders wenn er noch mit sechs Gebläse Cylindern gewürdigt und versehen seyn wird. .Der Weichzerrennherd hat die Entkohlung des Roh¬ eisens zur Absicht. Le weniger es daher gekohlt ist, je schneller geht er von statten, deswegen soll das Eisen im Ofen nur so viel Kohlenstoff aufnehmen, daß es flüs¬ sig werde- um sich hierdurch von den aufgelösten Erv- arten trennen, und aus dem Ofen fließen können. Roheisen, endlich in dünne Plättchen- und auf ein feuchtes Lehmbett abqelaffn, wird weiß, feiastrahlig — jn dicken Stücken geformt, grobspieglicht — und im trockencnLöschbctte mit Kohlenstaub bestreut und übern deckt, nach der Verkühlung grau erscheinen. Tragt nun gleich das Wasser und Zutritt der athmosphärische- Lust, zu seiner Entkohlung bei, ft> hat doch die phy¬ sische Ursache einer schnellen Erstarrung ebenfalls gro¬ ßen Einfluß auf dre Farbe. Das graue Roheisen besitzt eine gewisse Zähigkeit; das spieglichte und strahlige dagegen ist spröde; und das der weißen Silberfarbe sich nähernde, feinkörnige, im Bruche dichte Roheisen (die hier so genannten luckichten Flossen) geht wieder auf der andern Seite in eine gro¬ ße Zähiz- oder vielmehr Geschmeidigkeit über, die sich schon dem Schmiedeeisen nähert. Diese letzte Gattung Flossen kann daher die heftigsten Hammcrfchlägc ertra¬ gen, und je weniger dieselbe gekohlt ist, desto zäher und geschmeidiger wird sie. Jene glanzend weiße Farbe und die erwähnte Geschmeidigkeit, sind daher allein die untrüglichen Kennzeichen von den verschiedenen Graden des gekohlten Roheisens. 16 L4L Im Stückofen erzeugte man ein Eisenguß das de» kürzesten Prozeß, das bloße Ausheitzen, durchlief. Ze mehr man sich daher vom Stückofen entfernt, desto mehr ent¬ fernt man sich auch vom Frischprozesse; deßwegen soll man nur einen solchen Ofen dazu wählen, der ein Roh¬ eisen gibt , welches durch einmaliges Zerrennen hinläng¬ lich entkohlt wird. Wir wissen nun die Abstufungen, in welchen das Roheisen zu den drei Hauptzwecken gekohlt seyn soll, und wrr brauchen also nur noch die Mittel zu kennen, he gehörig und nach Willkühr zu treffen. Man wird sich nicht irren, wenn das Verhältnis des Kohlen- und Eisenstcinsatzes, und dieses wieder nach der Menge des zuströmendcn Windes regulüt ist, die Kohlungsperiode für das Gußeisen, oder überhaupt die Dauer, in welcher der Sah von der Gichtmündung an bis zum Eintritt ins Gestelle, auf i6 bis 18 Sruneen, für Stahleisen auf 9 bis 11 Stunden, und endlich das Rohgut des Weichzcrrennherdes, auf 6 bis 8 Stunden festgesetzt wird. Da nun die Kohlungsperiode, wie wir wissen, von Zeit und Raum abhängt, so ist cs sehr leicht, bei Er¬ bauung eines Ofens nach der schon festgesetzien Bestim¬ mung , für einen der obigen drei Zwecke seine gehörige Höhe zu treffen, wobei man betrachte: a. Die zu verschmelzenden Eisensteine, ob sie leicht- oder strengfliiffig sind, und welche Erleichterung sie in Hinsicht des ersteren Dortheiles erlangen, wenn sie geröstet, und der Verwitterung ausge¬ setzt werden. Proben im Kleinen, so wie ein in ei¬ ner nahe gelegenen Hütte abgcführtcr Versuch im Großen, wird dießfalls jeden Zweifel heben; und wenn die Stärke des Gebläses, die Hohe des Ostns, worin die Probe gemacht wurde, die Füllung «»V -4§ der Gichkcngang dadurch bekännt wurden, so wird sich die Verweilung der Sätze, oder des Eisens im Ofen berechnen, auch durch Verwechslung mit anderen Erzen leichc beobachten, und praktisch zei¬ gen lassen. b. Die in einer bestimmten Zeit ausg-'stoßene Lufts niasse samml ihrer Geschwindigkeit in dem neu zu errichtenden Gebläse, welches aus der Kraft oder Menge des Zuflußwaffcrs, und aus seinem Falle sich leicht bestimmen läpt. o. Auch die Kohlen, ob sie hart, weich oder gemischt zu erhalten, und dem zu obigen Versuche angcwen- deken Brennmaterial gleich sind; denn Tannen- und Fichtenkohlen erfordern vcrhaltnißmaßig das schwächste, Buchenkohlc ein stärkeres, und Stein¬ kohlen das stärkste Gebläse *), weil diese im Koh> lenstoffgehalte am reichsten sind. Diese drei Stücke, welche die Zeit der Ankohlung bestimmen, sind also nun bekannt; sind zugleich mit dem oben ausgeführten Versuche und der Höhe jenes Ofens verglichen; es ist also jetzt sehr leicht, daraus den Raum, oder die Höhe des neuen Ofens zu bestimmen, so wie die gesammte, aber festgesetzte Verweilung der Gichten im Schachte, um so fort die Kohlungsperiode darnach zu reguliren. In dem sy Shuh hohen Ruprecht'schcn Ofen ver¬ schmilzt man, wie es weiter oben deutlich auseinander gefetzt wurde, sehr leichtflüssige Spälhe, und erzeugt mit einem sehr geringen Kohlcnverbrande ein Roheisen, daß jur den Hartzerrennprozcß vollkommen geeignet, für den Weichzerrennhammer aber auch nach Erlangung eines stär¬ keren Gebläses anwendbar werden wird. r) Die Geschwindigkeit des Windes muss ste.s m Der- bättnisi mit "w M.nge desselben flehcne 244 Der Oftn brachte bisher de« Sah in heben Stun¬ den ein. Wollte man aber in eben diesem Ofen gleich rei¬ che, jedoch strengflüssigere Thoneisensteine durchseh-n, so würde das hieraus erzeugte Rvhgut, wenn es auch ei¬ ne weiße Farbe hat, kaum durch zweimaliges Einrennen eine obiger gleich gute geschmiedete Waare geben. Die Satze würden in diesem Falle kaum in iF bis 16 Stun¬ den vor die Forme gelangen. Um daher auch dieses Rohgut jenem in der Güte gleich zu setzen, so müßte der Oftn, wenn beide Kohlungsperiodeu gleich lange dauern sollten, wenigstens um io, folglich auf eine rp- schuhige Höhe herabgesetzt werden. Dieses ist der Grund, warum gewöhnlich das in 24 und Z» Schuh hohen Osen aas Thoneisensteinen er¬ zeugte Roheisen in Niedcrungern, in Böhmen, am Har¬ ze, und in mehreren anderen Landern, wenn es auch oft einzerrennt, und in Prozessen behandelt wird, die al¬ le Entkohlungsmittel sowohl durch ihre Feuerzustellung, als auch durch die Behandlungsart und Zuschläge selbst, auf das sorgfältigste anwenden, doch immer ein geschmie¬ detes Eisen gibt, das im Bruche noch körnig ist, und leicht in Trümmer geht. Man pflegt diese Schuld dem Phosphor zu geben, welchen die Eisensteine enthalten sollen; indessen ist ja bekannt, daß Eisensteine , die in Gängen und Lagern in Urgebirgen Vorkommen, keinen Phosphor mit sich führen, daß er nur äußerst sparsam in der Übergangszeit, und erst stärker in der Flötzperio- de vorkömmt, und daß er nur ausschließlich in Sumpft, Morast- und Wiesenerzc» enthalten ftp. Jenes Eifett ist daher nur rohbrüchig; denn so wie der Graphit nur noch r o Theilc Eisen und poThei- le Kohlenstoff nebst etwas Sauerstoff enthält, und sich auf keine Art mehr entkohlen läßt; eben so muß es Roh- eisengaltungcn geben, die sich in einer Stufenleiter die¬ sem immer mehr und mehr nähern, folglich immer schwe¬ rer, ja am Ende nicht mehr ganz verfrischbar sind, so 24L wie hingegen jenes Roheisen, welches sich vom Graphit am meisten entfernt, dor Erfahrung nach, am leichte¬ sten zu »erfrischen ist. Die größere Aufnahme des Koh¬ lenstoffes vom Eisen, scheint jederzeit auch eine innigere Verbindung zu verursachen; daher die Trennung des Kohlenstoffes vom stark gekohlten Eisen so schwer erfolgt, welcher Gegenstand bei den Zerrennmethodcn erläutert wer¬ de» wird. Was die Anlaufarbeit betrift, so ist sie zwar die¬ jenige, welche die Entkohlungsmittel lange und heftig an¬ wendet, hat aber den Nachthcil, daß sie selbst ein graues sehr gekohltes Roheisen voraussetzt, welches im Heerde bald zerstießt und auf dem Boden sich fluffig erhalt, da¬ mit das Eisenoxyd, der Hammerschlag um so leichter und inniger in dasselbe eingerührt werden könne. Höhe im Besonderen. s. Die Höhe vom Bvdenstein bis zum Kohlensacke, oder der größte Durchmesser, oder die Weite des Schachtes, richtet sich nicht nach der Höhe des gejamm¬ ten Ofens, wie er gewöhnlich im ersten Drittheil vom Dodeiistcine angefangen, gestellt ist, sondern nach der Stärke des Geblases ; denn je stärker das¬ selbe wirkt, desto höher wird der Schacht nach und nach ausgebrannt, und desto höher muß er auch vorgerichtet werden. Eine Höhe von 6 bis rc> Schuhen ist für das schwäch¬ ste, bis zum kraftvollsten Gebläse hinlänglich. Hat übri¬ gens der Ofen eine Rast, so ist der Winkel für dieselbe schon durch Erfahrung bestimmt, woraus sich dann der Kohlensack, nach vorausgesetzter Höhe des Gestells, von selbst ergibt. Nur Gußvfcn mögen sich derselben bedie¬ nen, da sie durch das Aufhalten der Sätze eine verzö¬ gerte Schmelzung , und daher eine stärkere Kohlung des Eisens zum Grunde haben; höhere Oefen bedürfen der- s 46 selben nickt, da ohnehin das Rohei'en hinlänglich darin aekohlr wird auch scheinen sie überhaupt unnütze zu feyn, weil sie im Gange der Schmelzung, durch die Ausbren- vung des Gestells, bald vernichtet sind *). b. Die Höbe vom Kohlensacke bis zur Gicht, hat wenig Einfluß auf den Schmclzprozeß, und wird nach obiger Bestimmung von selbst erfolgen. Weite der Ofen im Allgemeinen. Die Weite der Oefeu hat sich, L. nach der Stärke des Geblases, b>. nach der Streng- oder Leichtflüssigkeit der Eisen-r steine, und c. nach der Gattung und Eigenschaft der Kohlen zu richten. Stärkeres Gebläse erfordert einen weiteren Ofen, besonders aber ein gera migcres Gestelle, im em auch je¬ ner Raum hinlänglich mit Sauerstoff gefüllt wirb, nicht allein die Kohlen zu zerlegen, sondern auch die schon oben angewiesene weitere Bestimmung zu vollbringen. S'rcngflüffige Eisensteine erheischen der Erfahrung nach, einen engeren, leichtflüssige einen weiteren Ofen, weil jene mehr Sauerstoff zur Oxydation und Ver¬ schlackung der Erdartcn bedürfen, als diese. Die Ab¬ sicht kann daher nur durch ein engeres Gestells erreicht :) Sehr instruktiv hat Hr. Gubernialr. - Ritter v. Mar- cher, in seinen vortrefflichen Beiträge» zur Eifenhut- tenk ude Baud 12 des 1. Lheils Seite 29 bis 40 von -er Rast gehandelt. 24/5 werden, wo mit gleicher Stärke des Gebläses, zu glei¬ cher Zeit eine größere Masse des Windes, folglich auch mehr Sauerstoff in einem kleineren Raume vorhanden ist, der auf jene Auflösung um so stärker zu wirken vermag. Übrigens hat die Weite der Öfen Bezug auf das Ausbringen und den Kohlenverbrand. Ist der Ofen zu weil, so tritt der Nachtheil wie bei einem zu schwachen Gebläse ein; cs können nämlich die aufzulösenden Kör¬ per ihrem Schmelzpunkte nicht naher gebracht werden, es ist zu wenig Sauerstvffim großen Raume vorhanden, um nebst der Zersetzung der Kohlen auch die Trennung der Erdartcn von dem Eisen bewirkep zu können, so wie selbst durch das freie Hangen und Nachdrücken der Satze fort¬ während eine zu große Masse in das Gestell kömmt, da¬ her eine reiche Schlacke und ein großer Kohlenverbrand, weil diese ihre Bestimmung in der Kohlungsperiode nicht erreichten, und wie es meistens geschieht, sodann die Ei¬ sensteine noch mehr in der Mitte herabbrechen, und an den Ulmen des Schachtes die Kohlen umsonst verbrennen. Dieser Fall ergibt sich bei jedem Ofen. Menn er anfänglich gut ausgcathmet, und dann in Umtrieb ge¬ setzt wird, so kann man 4 bis Z Wochen mit dem Auf¬ bringen steigen. Er ist nun in die gehörige Feuerung ge¬ setzt, und ertragt daher bei übrigens gleichen Umstanden nun viele Wochen den gleichen Satz; das Verschmelzen, so wie die Erzeugung ist gr»ß, und der Kvhlenverbrand gering. Endlich wird der Ofen immer weiter und wei¬ ter, und übersteigt gegen das Ende des Ausblasens alle Proportion. Von nun an sinkt auch das Aufbringen und die Erzeugung wieder, wobei auch der Gehalt der Ei¬ sensteine nicht mehr so hoch erscheint; aber noch in ei, uem größeren Verhältnisse nimmt der Kohlenverbrauch zu, und macht somit die Vollendung des Schmelzens vor¬ teilhaft. -48 Ist der Kfen zn enge, so tritt derselbe Nachtheil wie bei einem zu starken Geblase ein; es werden nämlich j,. dem Gestelle, wnd der Schlacken. Entspricht er dieser Absicht, sy wur¬ de er fehlerfrei errichtet; und dieses kann um so leichter geschehen, als der kubische Inhalt des Eisens uyd der Schlacken, von einem Abstich zum anderen, leicht zu be¬ rechnen, folglich dieses Behaltniß gerade hiernach ein- zurichteu ist. Die Weite desselben folgt ohnehin aus der Bestim- yiung des Gestelldurchschnittcs; cs kann also nur von seiner Höhe die Rede seyn. Zu niedrige Eisenkasten, die aus zu geringer Entfernung der Forme vom Bodenstei¬ ne entstehen, habenden Nachtheil, daß man die Schla¬ cken allzu oft für sich allein abzustechen genöthigt ist, wo¬ durch der Windstrom oft zu stark auf das ohne Schla¬ ckenhülle befindliche Eisen wirkt, es entkohlt, frischt und einen Theil davon verschlackt; eben so zieht dieses viel¬ fältige Ablassen der Schlacken eine Verkühlung des Ge¬ stelles, und dadurch eine Stockung des EisenS selbst nach sich, der Verzögerung des Schmclzganges nebst der Entblößung der Gestellsteine, wodurch sie vom Winde unmittelbar berührt und früher angegriffen werden, so wie der vervielfältigten Arbeiten am Vorheerde, nicht zu gedenken. Zu hohe Eisenkasten lassen befürchten, daß das Ei¬ sen, von der großen Temperatur zu weit entfernt, sich bald verkühle, sich ansetze und den Gang des Ofens hem¬ me. Daher tritt hier dieser Fehler ein, wenn ein Mal der Bodenstcin schon zu tief niedergebrannt ist, dem nur durch einen stärteren Kohlensatz gesteuert werden kann. d Der Elfenkasten ist hler nach eigentlich sieyermär- KfcherArt, das heißt: mit verschlossener Brust vorgc- richket, dagegen die schwedische Zustellung über denTim- pel bei Gießereien nochwendig ist. Runde und viereckigte Schächte. Man h r lange gezweifelt, welche von beiden Gc- staltcn pie vorrheilhastcste scy; man bars jedoch nur den ausgebrannten Ofen selbst betrachten, so wird er für die runde Gestalt entscheiden, urch zwar bloß aus physi¬ schen Gründen, denn, s. bricht der Strom der Dampfe und Gasarte» viel gleichförmiger aus runden Schächten, als aus viereckigten hervor, wo sie sich hauptsächlich nur an den Ecken durch die Gicht verflüchtigen. d. Halten die runden Schächte weit länger aus, da die Gestellsteine darin auf allen Punkten gleich stark, ii» viereckigten hingegen die Flache fast durch¬ gebrannt die Ecken aber noch unversehrt geblieben sind. Die Abrichtung der Stucke, und selbst die Auswahl derselben,, wird freilich bei geraden Flächen minder und leichter, als wenn man Cirkel zuhauen muß. ElYPtische Zustellung. Beim Ofenschachte müssen allerdings alle aussprin¬ gende Winkel so viel möglich vermieden werden. Die¬ ses kann nicht anders geschehen, als durch eine der elhptisckcn Linie sich naherde Zustellung, wo die Weite vom bestimmten Kreise des Borensteines allmahlig bis zum Kohlensacke auswärts laust, und von da gegen 2F2 die Gicht hin nach dem festgesetzten Durchmesser sich hin- biegek. In diesem Falle werden die Gichten, ohne sich ir¬ gendwo zu stemmen, ganz ungehindert ihre gehörige ru» hige und allmählige Senkung erlangen. Die Bestandkheile der Eisensteine, ihre Verhält¬ nisse, Leicht- und Slrcngflüssigkeit, die Beschaffenheit der Kohlen, Verwendung des zu erhaltenden Rvhgures, und die gehörige Beurtheilung des Wassers mit seinem Falle, woraus die Stärke des Geblases hcrvorgeht. sind Kenntnisse, ohne welche der Hüttenmann aufhört, dieses zu sepn. Kenntnisse, welche die gehörige Vorbereitung dieser Materialien zum Betriebe, den Bau der Ofen, ih¬ re Höhe, Constructivn und Zustellung und den Betrieb selbst bestimmen, so wie unter ähnlichen Verhältnissen schon ezistireude Hüttenwerke, spätere Versuche und Erfah¬ rungen selbst, jeden Zweifel für die Zukunft heben werden. Übrigens ist ängstliches Vorgehen in Bestimmung einer Zustellung dem mit Theorie und Erfahrung ausge¬ rüsteten Hüktenmanne unbekannt, da er überzeugt ist, daß eine Differenz von r bis 2 Schuh in der Höhe des Dfens, und von 2 bis 4 Zoll in seiner Weite- keine Veränderung bewirkt. Eben so kann eine Berechnung über die gehörige Constructivn der Ofens.',, ächte nur den verführen, der erst die Bahn des Hüttenwesens angetre- tcn hak, jedem Gestcllstcine seine gehörige Höhe und Breite vorschrcibt, und jeder abgeschiedenen Gasark wieder ei¬ gene Wirkungen aufbürdci; wohl aber macht die genaue¬ ste Arbeit und Leitung des Betriebes, nicht minder sorg¬ fältige Beobachtung und schneller Durchblick jeder Ers- schcinung, die Seele einer glücklichen Schmelzung aus, Geheimnisse endlich gibt es nicht, weder bei der Zustellung der Ofen, noch im Betriebe selbst, da stch M alles auf die erwähnten Gegenstände erstreckt. Wenn es daher einem Hüttenmanne einfällt, solche besitzen zu wollen, und er dem Fremden ost nur Trümmer und Bruchstücke hinwirst, dann mag sich jeder in demsel¬ ben Augenblicke von ihm entfernen, denn er fahrt sicher nur im Labyrinthe der Unwissenheit. Von -erForme und den Düsen. Durch diese wird der Wind in den Ofen geleitet. Es gibt Formen von Lehm und Metall. Die Ge¬ brechlichkeit und Nachtheile der ersteren find schon oben auseinander gesetzt worden; also nur von letzteren. Die metallenen sind aus Kupfer und Eisen. Jene behaupten in Rücksicht der Dauer den Vorzug, indem das Eisen die Eigenschaft der Schweißbarkeit, und zu¬ gleich auch eine größere Verwandtschaft zum Sauerstoffe besitzt, wodurch also die oft aus das Eßeisen sich ansc- Hendcn metallischen Eiscnkhcilchen sich sehr leicht mit ihm verbinden, und cs nach und nach abschmclzcn. Das Eßciscn soll inwendig sehr rein, glatt und gegen das Äuge zu nicht mehr verengt und zusammcngetrieben feyn, damit der Wind ohne Abstoßung und starken Reibung, um so starker in den Ofen gelange. Es ist entweder rund, oval, halbcirkclsörmig, un¬ ten eben oder auch viereckig. Auch die Figur der Dust" soll mit der des Eßeisen - Auges übereinstimmen. Die runde oder ovale Gestalt scheint die beste zu scyn, null sie keine Ecken gibt, die den Wind zerschneiden und versplittern. Die Größe des Düsen - Auges, womit das der Form genftu im Verhältnisse gehen muß, bestimmt 2L.r nach VoraussetzunU eines gleich schnellen Gebläse-Wech¬ sels, die Geschwindigkeit der ausströmenden verdichtetes Lust, die bei einigen englischen Hütten in jeder Sekun¬ de 48o Fuß betragen soll. Für Steinkohlen und streng- flüffige Eisensteine mag jene, aus der Erfahrung (dir hier die beste Lehrmeisterin» ist) geschöpft, die nützlich« ste Wirkung hcrvorbringen. Gleiche Umstände können dieselbe Geschwindigkeit auch auf einigen deutschen Hüt¬ ten rathsam machen; wo man indessen mit Holzkohle» streng- oder leichtflüssige Eisensteine verschmilzt, scheint eine Geschwindigkeit mit Zoo bis Z6o Fuß hinlänglich zu seyn, da der Wind sodann weder zu matt und zu flattrig, noch zu spitzig und zu scharf, in den Ofen einfällt. Bei zu geringer Geschwindigkeit wurde der Wind- strsm nicht mehr im Stande seyn, die entfernten auf der Windseite und die Ulmen vorbeigehendcn Sätze ge¬ hörig zu bestreiche» und seine bestimmte Wirkung aus¬ zuüben, was im Gegentheile eine unverhältnißmäßige Schnelligkeit desselben in zu hohem Grade (besonders bei den Theilen, die seinen Anfall unmittelbar erleiden) be¬ wirken und sie schnell verschlacken würde. Übrigens richtet sich das Form-Auge nach der Weite der Düsen, sind deren zwei in dasselbe gelegt, so muß sein Auge H Zoll weiter, bei einem aber, von demselben Durchmesser seyn. Diese Bestimmung ist zwar für beide Fälle enge genug, indessen wird das Formauge durch das öftere Raumen im Verlaufe der Schmelzung, ohnehin erweitert. Nicht selten wird der Rüssel des Formauges ent¬ weder von oben, oder nach unten abgefeilt, meistens aber ganz eben gelassen. Durch das Abfeilen des Rüs¬ sels über sich, wird der Gang der Gichten befördert, durch die Abnahme der unteren Lippe derselbe gehemmt, weil im ersten Falle der Wind mehr in den Schacht hinauf zu wirken vermag, wodurch er die Säuerungs¬ periode verlängert. Durch die gerade Fcilung ist das Mittel zwischen beiden getroffen, welches jedoch, wie schon oft erwähnt wurde, bei übrigens ganz gleichen Umständen, folglich auch bei gleicher Lage der For¬ men , zu verstehen ist. Das Ansteigen, Fallen, oder die horizontale Stel¬ lung des Eßcisens, stimmt mit obigen drei Fallen ge¬ nau überein, nur ist diese Vorrichtung von noch grö¬ ßerer Wirkung auf den Gang und Ertrag des Ofens. Steigt die Forme, so pflegt sich der Windstrom höher gegen den Kohlensack hin zu erstrecken, folglich auch die Säuerungssäule ansehnlich zu erhöhen. Daraus erfolgt eine geschwindere Senkung der Sähe, mithin auch ei» größeres Auf- und Ausbringen, zugleich aber auch ei» stärkerer Kohlcnverbrand, und zwar aus dem Grunde, weil durch die beschleunigte Zeit der Raum, oder die Höhp des Ofens, herabgesetzt wurde *). Beim Fallen r) Daß dec niedrige Ofn mehr Kohlen bedürfe, um ein gleiches Quantum von Eisensteinen durchzusctzcii, ist schon oben gezeigt worden, so auch, daß das näm¬ liche geschehe, wenn in einem und demselbrn Ofen, un¬ ter übrigens ganz gleichen Verhältnissen, der Gicht¬ gang merklich beschleunigt wird; denn dadurch wird die Kohluugsperiod. kürzer, und die der Säuerung län¬ ger, oder was gleichviel heißt, das Eisen wird wegen der kürzeren Zeit nicht so stark gekohlt, im Gegenthei- le aber in der längeren Säuerungycriode stärker ent¬ kohlt. Um nun diese nicht zu weit zu treiben, und das Eisen, (wenigstens jene Theilc, die unmittelbar in de» Windstrom fallen) noch zu verschlacken, s» ist eine grö¬ ßere Menge Kohlen erforderlich, um dieses abzuhattc». Der Tichtcngang wird nun merklich beschleunigt, e»t- weder durch eine aufsteigende Forme, oder durch ein fl>^ sich stärker betriebenes Gebläse. Dcßwegeil führt derv-r' ttcfflichenEisenhüttenmannZ.G. Srünkcl.in seiner Be- -L? desselben findet das Gegenthcil Statt, weit der Wind mehr nach unten in die schofi flüssigen Schlacken greift, von ihnen und den Kohlen dort zerlegt wird, und we¬ gen der kürzeren Säuerungsperiode das langsame Nach- gehen der Satze zur Folge hat. Das Mittel von beiden, oder die horizontale Stellung, ist in jedem Falle die be¬ ste, und für eine gleichförmige Schmelzung die sicher¬ ste. Das Steigen derselben kann durch eine zweckmäßige Vorbereitung der Eisensteine, und durch Verdoppelung des Gebläses; ihr Fallen aber mittelst erhöhet» Dfttt- vielfach ersetzt werden. der Eisenhütten am Harze Seite 206 von der Stein- rcnner Hütte an, daß, wenn z. B. „bei einem bestimm¬ ten Gichtensatze, und bei einer gewissen mäßigen Ge¬ schwindigkeit des Gebläses die Schmelzung gar, und überhaupt von der Art ist, als man es wünscht, so fan¬ ge sic gewöhnlich au, rohartig zu werden, sobaldman die Bewegung des Gebläses beschleunigt und man wird," fährt er weiter fort, „genölhigt, entweder den Kohlen¬ satz zu erhöhen, oder dem Gebläse die vorige geringere Geschwindigkeit wieder zu geben. Wählt man das er¬ stere, so steigt zwar das Ausbringen und die Erzeugung, allein das vorige Verhältniß der Menge des ausgebrach¬ ten Roheisens zu der Menge der verbrauchten Kohle» verändert sich dadurch aus eine nachthcilige Art, so, daß man sich bewogen findet, das Geblase wieder lang¬ samer gehen zu lassen." Wäre dieses eine Gnßhütte, so könnte man den Fehler eines großen Kohlcnverbran- dcs auch bei dem stärksten Betriebe des Gebläses, leicht abhelfcn; es dürfte nur der Ofen um etliche Schuhe noch erhöhet werden, und dann wäre der Raum, oder die Kohlnngsperiode in dem Verhältnisse verlängert, als an der Zeit, oder der Säucrungsperiode ihr abgc- uommen wurde, da indessen dck Unterschied des Kohlen¬ verbrauches nicht so bedeutend ist, so wird dieser ganz sicher, wegen des weniger gekohlten Eisens, im Frisch' kcuer durch kürzere Arbeit doppelt ersetzt. -7 LF8 Die Entfernung der Forme vom Dodensteine, be¬ stimmt mitunter auch die Große des Eisenkastms; sie soll daher höchstens 14 bis 1L Zolle von jenem, aus oben angeführten Gründen, abstehen. Die Richtung derselben geschieht entweder gegen die Rückwand, gegen den Abstich, oder sie bleibt in der Centrallinie. Letztere scheint zur gleichförmigen Ver- theilung des Windes am zweckmäßigsten zu scpn. Wo übrigens zwei Formen sind, mag die obere wohl drei bis vier Zolle höher vom Bodensteine obliegen, da hierdurch die Säuerungsperiode verlängert wird. Damit sie sich aber nicht gerade entgegenblasen, so muß die untere vier Zoll gegen den Abstich, und die obere eben so viel aus der Centraüinie gegen die Rückwand gelegtsepn; indessen ist der Treiöacher Hohcofcn in Karu- then mit drei Formen, nämlich auf beiden entgegenge¬ setzten Windseiten, und an der Rückwand versehen, die sich alle gleich weit, nemlich 14 Zolle vom Bodensteine entfernen, und in der Axe des Ofens liegen. Er geht vortrefflich und erzeugt, dem Mittel nach, in 24 Stun¬ den r§4 Ct. Roheisen. Es gibt daher Oftn, die mit einer, auch zwei und drei Formen versehen sind, und ihren Wind ent¬ weder durch abgesonderte Geblase, oder aus einem ge¬ meinschaftlichen Regulator erhalten. Über die Menge der Formen sind die Meinungen getheilr, allein es ist gewiß, daß durch zwei derselben der Wind gleichförmiger verthcilt werde, folglich auch die Schmelzung gleicher erfolge. Wo man daher ohne¬ hin ein schwaches Gebläse besitzt, da ist dieser Wunsch kaum zu realisiren. Ein- mittlere Starke desselben, be¬ rechtigt aber schon auf zwei Formen, und eine große Kraft des Windes räth entweder diese, oder selbst auch drei Formen an; denn, wenn eine von der andern drei ZF9 Zolle absteht, so ist die Säuerungsperiöde rrm vieles verlängert, und der Ertrag Les Ofens wird ergiebiger stpn. Die Büßen, es mag eint, oder aück zwei dersel¬ ben bestehen, sollen genau den Fall des Eßersens haben, und so in dieses gestellt feyn, daß ihre Mündungen ge. uau in einander spielen; denn nur dadurch kann sich der Wind an den Formen nicht abschlagen rind sich schwä¬ chen. So wichtig diese Regel ist, um so wichtiger er¬ scheint noch die Entfernung der Büßen vom Eßeisen- Auge; diese soll so kurz, als nur immer möglich seyn, und gerade nur soviel betragen, daß man die Forme noch bequem reinigen , und mit dem Löffel, (wie bei je¬ dem Abstiche nöthig ist), verlegen könne. Wir haben uns hinlänglich überzeugt, daß eine um chnen Zoll größere Entfernung, das Ausbringen und die Erzeugung schon merklich zurückgesetzt hat. Wenn z. B. das Büßen-Auge von dem des Eßeisenauges sechs Zolle entfernt ist, so hat die verdichtete Lust ebendiese Strecke durch das Medium der Atmosphäre zu machen, in welchen sie um so mehr geschwächt wird, je dichter die gemeine Lust selbst, und je länger der Weg ist, den der Windkegel vom Büßen- bis zur Erreichung des Form¬ atiges zu gehen hat. Stellt man sich nur erliche Schuhe von ihr entfernt, so verspürt man kaum noch etwas von der Stärke des ausströmenden Windes, und eben des¬ wegen breitet sich der durch die Büße herausgebrückte Luftkegel immer mehr und mehr aus, wodurch er nicht mehr ungehindert durch das Form-Auge in den Ofen gelangen kann. Wo drei Balge auf einer Seite des Ofens ange¬ bracht sind, muffen sic nslhwendig mit einem Recipienten, der zugleich regulircn soll, verbunden seyn, woraus so¬ dann der Wind nur durch eine Büße in den Ofen ge¬ leitet wird. Zwei würden sich mit ihnn anhaltenden 3Ü0 Windkegeln durchkreuzen, und mit Unordnung Lnd Nach¬ tbeil der Kraft, in den Ofen gestoßen werden. Bei zwei Bälgen aber, die am Ende des einen, und mit dem Beginnen des anderen Hubes, ihre Kolben zusammen arbeiten taffen, ist es vortheilhast, jeden der¬ selben mit einer Düße zu versehen. Der Wind leidet durch diese Vereinfachung keine so große Reibung, und die hierdurch geringere Last erlaubt einen schnelleren Um¬ trieb. Wenn man daher nur so viel Kraft besitzt, drei Balge mit derselben Anzahl Hübe wie zwei durch einen geschwinderen Wechsel bewegen zu können, da wird man n> oee Vorrichtung von zwei Bälgen weit besser fahren. Bei hinglänglichcr Kraft für drei Bälge aber, bleibt es eine Sünde, wenn der Hüttcnmann, diese Wohlkhat vernachlässigt. Schickt jeder Balg seinen Wind unmittelbar in den Ofen, so irachke man, in ihm ein Ventil anzubrin- gen, damit durch das Einsangen beim Niedergänge -es einen Balges, 0er auSströmcnde Wind des anderen nicht geschwächt, damit nicht schon verdünnte und an Sauerstoff arme Luft eingesaugt, und endlich die ost zur Forme hcransteigcndcn Schlacken nicht durch die Luft eiugezogcn werden, und den Balg in Flammen setzen. Vom Gebläse. Dieses spielt unstreitig bei dem Hvhenofenbetriebe die wichtigste Rolle. Ohne dasselbe würden die Eisen¬ steine nicht zerfließen, da sic den zu ihrer Schmelzung rrwrderlicheii Grad der Ausdchnungskraft, bei welchem sich nur die Stoffe nach ihren Verwandtschaftsgesttzen mit einander zu verbinden vermögen, erhalten. Das Gefäß, worin man zu schmelzen denkt, mag daher hock oder niedrig, weit oder enge ftyn, so kann keme Schmelzung, folglich auch keine Reduktion erfolgen, L6l wenn nicht das Geblase, (dem man sich in früheren Zeiten mittelst ungleicher Luftsäulen durch Kanäle nä¬ herte) , wirken soll. Die im Ofen befindliche Kohle enthalt Kohlenstoff, die athmosphärische Luft Sauerstoff; beide auf glühende Kohlen geleitet, zerlegen sich. Das O^rygen verbindet sich mit dem Kohlenstoffe der Kohlen zur Kohlensäure, die sich als Gas verflüchtigt; dabei wird Wärme frei, oder was eines ist, durch seine Zerlegung und Verbin¬ dung tritt ein höherer Grad der Ausdehnung hervor. Das weitere Geschäft des Sauerstoffes, ist schon oben bei dem Schmelzprozcffc zergliedert. Je reiner nun die Kohle ist, und je mehr sie Kohlen¬ stoff enthält, je mehr Sauerstoff in den Ofen getrie¬ ben wird, desto schneller erfolgt ihre Zerlegung, und desto höher wird jener Grad gebracht, der die Ge¬ schwindigkeit und Starke der Schmelzung bestimmt. Da aber der Sauerstoff nur ein Bestandtheil der ath- mosphärischen Luft ist, und dieser durch das Gebläse in den Ofen gelangt, so ist einleuchtend, daß der Grad seiner Stärke nur die Menge des Sauerstoffes, folglich den Grad der Zerlegung und der Temperatur, so wie den der Schmelzung angibt. Es hangt also vom Gebläse das Ausbringen und die Erzeugung ab. Der Ofen aber ist das Gefäß, worin diese Ope¬ ration vor sich geht, und eine seiner vorzüglichsten Be¬ stimmungen ist, die erzeugte Temperatur so viel mög¬ lich conccntrirt zu erhalten, wobei es nun nicht so viel auf die Höhe *), als: -) Die Schmelzung begreift das Ausbringen und die Erzeugung eines Ofens in sich, und da diese nur in der Säucrungspcriode beginnt, so kann nur die in diesem Raum hervorgebrachtc Temperatur dcn Ertrag S6? 4. quf die möglichste größte Trockenheit seines Grun¬ des und Lfenstockcs, d. auf die gehörige Stärke der gesammleu, den Schacht enischließenden Mauerlhcike, pnd 5. auf die gehörige Vorrichtung des Rauch- und Kcrnschachtcs, dann der Ofenfüllungen mit schlecht wärmeleitenden Körpern ansömmt. Wird daher, unter gleicher Voraussetzung dieser Bedingungen und aller übrigen Ilmstände, ein 20 und Zv Schub hoher Ofen durch gleiches Gebläse betrieben, so wird das Verschmelzen und die Erzeugung in beiden nur so weit von einander gbwcichen, als im letzteren ein etwas geringerer Kohlensatz Statt findet; um so viel nun die Eisensteine in der ganzen Schachrfullung mehr Raum, als die Kohlen einnehme», so viel weniger kann in jenen «gn Eisensteinen verschmolzen, upd m diesem Verhältnisse auch weniger Eisen erzeugt worden. Der Unterschied ist jedoch mit dtm eines stärkeren Gebläses, nicht in Vergleich zu setzen. des Ofens befördern. Wird diese Temperatur mm durch einen höheren Ofen, durch eine höhere Sälsse Hinauf verhalten, so vereitelt sie nur die Entsäuerung Md Kohlung des Eisens. 2 6z II. tteher Die Eisenhütten am Vorder »berge des Eisenerzes. ^>ie Kuppe des Erzgebirges liefert aus seiner ergiebi¬ ge» Quelle die Eisensteine auch für die Werke am Vor- dernberge. Es find deren vierzehn an der Zahl; sie ste¬ hen in folgender Ordnung: i. Der Grasberger'schc Floßofen mit zwei Spitzbal¬ gen und einer Forme aus Lehm. Der Georg v. Pebal'sche, mit zwei durch Was- scrlindcrung eingerichteten Zylindern, und eben so vielen kupfernen Formen. Statt jener find aber neu¬ lich wieder Kastenbalge aufgestellt worden. Z. Der Hochkofler'sche Floßofen mit zwei Spitzbäk L. gen, und einer Forme aus Lehm. 64 4. Der Stegmüllersche mit Zwei SpiHbälgen, und einer Forme aus Lehm. L. Der Greßl'sche, nunmehr Gottlieb Schragl'sche mit zwei SpiHbälgen, und einer Forme aus Lehm. 6. Der Communi'tätsofen mit zwei Kastenbälgen und einer kupfernen Form. 7. Der Stadt Leobner Oberrobegger Floßofcn mit zwei Kastenbälgen, und einer kupfernen Form. 8. Der Schragl'sche mit zwei Schubbälgen, und ei¬ ner kupfernen Forme. z. Der Stadt Leobner Unterrvbegger Ofen mit zwei Kastenbalgen, und einer kupfernen Forme. ro. Der Brandstättersche mit zwei SpiHbälgen, und einer kupfernen Forme. rr. Der fürstl. Gchwarzenbergsche Ofen, mit zwei SpiHbälgen und einer kupfernen Forme. ir. Der von Ebenthal'sche mit zwei SpiHbälgen und einer Lehmforme. iz. Der v.'Eggenwald'sche mit zwei SpiHbälgen und einer kupfernen Forme; und endlich ,4. Der Baron v. Egger'sche Floßofen, welcher durch vier SpiHbalge mit zwei Formen von Kupfer be¬ trieben wird. So viel es nun Radgewerke gibt, ebett so breke Grubenmaßen bebauen dieselben in dem ybern Theile des Erzberges, welcher bei der ganzen Höhe ausmacht. Ein Gruben- oder Feldmaß der Vordernbcrger Gru¬ ben besteht in L6 Berglachter in den Scherm, und 20 Lachtern in der Fürst und Sohle, von welchen Maßen ein Gewerke mehrere besitzt. Ihr Bergbau besteht mei¬ stens in Stollen und Strecken, indem auf Tagbau we¬ gen der an einigen Ortern in größerer Menge darüber liegenden Dammerde, und den hieraus entspringenden größeren Abräumungs - Unkosten zu wenig verwendet wird. So wie die Erzreviere am Jnnernberge Pflinze und Brauner;? liefern, und die ersteren zwei Gattungen in dem Verhältnisse wie zwei zu eins zu den Eisenerzer Hütten gebracht werden, so würden auch die Vordernberger Ge¬ werken dieselben zu erhalten im Stande seyn; allein über¬ zeugt, daß die Natur ihre Kräfte fortwährend benützt, daß sie durch ihre Verwitterung *), und die dadurch aufgehobene Festigkeit dieser Eisensteine Schlägel und Eisen dem Bergmann erspart, und bei dieser Umwand¬ lung der Pstinze in Braunerzc dieselben zur Schmelzung vorbereitet; so hat hier jede Hütte, soviel es möglich ist, bloß die Braunerzc allein zu gewinnen und zu ver¬ arbeiten bestimmt. Die vorbereiteten Erze kommen in einspännigen Wä¬ gen beladen bis zu den Ofen hin, wo sie abgestürzt und durchgehends verröstct werden. >) Der sehr durchfahrene, einem kesseren nnd sicherem Betriebe entgegensetzende Bau der oberen Kuppe de§ Eisenberges, begünstiget vorzüglich den Zug der Wet¬ ter, die Durchsickerung der Wässer und die schnelle Umwandlung der Pflinze in Braunerze- S66 Die Rostfekder find gewöhnlich in den Hüttengc- gebauden selbst, von hohen Seltenmauern eiugeschlosscn, und mit und ohne eig entliche Lurtzügen vorgcrichtct. Ihr gewölbter Eingang, der zur Anfeuepung dient^, fuhrt unmittelbar selbst zu d m Öfen hin, und durch diesen können sodann die Erze nach vollendetem Brande, so¬ gleich zur Gicht gehoben werden. Ihre Maße sind sehr verschieden; eines der Baron Eggerschcn Rostfelder hat in seiner Lange iF, Breite 9 , und Höhe 17 Schube; das andere ist etwas keiner, daher denn auch jenes über 2000, und dieses bei rzoo Ctr. Eisensteine faßt. Der Einsatz beginnt zuerst mit einer Lage von Holz, worauf die von den Kohlen abgeschiedene Lösche und Quandeln gestreut, und dann die in den ersten fünf Lagen ebenfalls mit kleineren Kohlen vermengten Eisen¬ steine darüber angclauftn werden. Mit diesen Schichten von Holz, Kohlenquandel und Eisensteinen kömmt ab¬ wechselnd sieben , auch acht Mal fortzufahrcnbis end¬ lich die oberste Decke aus Kohlcnklein besteht, und nun das Anzünden noch übrig laßt, welches auf der Sohle des Rostfeldes bei dsm oben erwähnten Eingänge durch Anlegung etwas gespaltenen Holzes und einiger glühen¬ den Kohlen, oder durch den aus ihrer Mitte aufrecht- sichenden und mit Kohle» gefüllten Luftkaual sehr leicht geschieht. Der ausgebramike Roll, gewöhnlich der Erfolg von 12 bis 14 Tagen, erhalt sodann nach seiner erlittenen Senkung wieder 1 auch 2 Lagen von Holz, Kohle» und Eisensteine. Diese zündet man ferner an, und nasi- feiner Verkühlung wird nnn der ganze Einsatz ausge- hvben. Wenn man mm das zum Verrosten angcwendcte Holz zu Kohlen berechnet, und mit den wirklich zug" setzten brauchbaren Kohlen mit in Anschlag bringt, so ergibt sich , daß auf ,o Ctr. rohe Eisensteine 0,70 Ei- s6-- senerzerFaß, oder 6,8i4Z Cubikschuhe Kohlen, und überhaupt wie es in Vordernberg angenommen wird, auf einen Ctr. Roheisen Faß, oder r Metze, oder 1,9471 Cubikschuhe Kohlentreffe, ein Sümmchen, welches die procentige Kohlenberechnung des Ofen-Produktes nicht viel verändert, und wovon die Gewerken am Vordern- bcrge die Gewißheit erlangten, daß sie es in ihren nie¬ deren Öfen durch den Schmelzprozeß selbst wieder ein¬ bringen; wie dieses schonbei Eisenerz theoretisch erwiesen wurde. Zugleich producieren sie ein Eisen, das ohne Braten den Zerrennprozeß übergeben, und mit einem Ca¬ lo von 8 bis 9 Pfunden, ein vortrefflich geschmiedetes Eisen darstellt, ein Eisen, welches sonst auch mit Auf¬ opferung der oben zur Verrostung verwendeten Kohlen sammt dem bei der Bratung und bei dem Zerrennpro- zeffe nothwendigen Antheile derselben, nie von gleicher Güte zu erhalten ist. Der Röstungs-Calo betragt r8 bis 22 Pfunde. Die Röstung ist eine Vorbereitung, eine Erleich¬ terung der Schmelzung. Von diesem Grundsätze haben wir die niederungarischen, die steyerischcn und karnthne- rischen Werker überzeugt gefunden, Und es ist wohl ohne allen Zweifel, daß dadurch s. Die Eisensteine mechanisch aufgeschlossen, und b. die Öpydatiyn des Braunsteins, so wie auch jene des Eisenoxydes noch mehr begünstiget werde. Daß nach der Röstung der Eisenspath dem Magnete fol¬ ge, beweist eben nicht dessen Entsäuerung, da nach des Herrn v. Arnim Versuchen erwiesen ist, daß das Eisen in gewissen Verhältnissen mit Sauer¬ stoff verbunden, magnctismussahige Massen hervor- bringe. Daß ferner der Sauerstoff als erregende Po¬ tenz für den Magnetismus wirke, (indem er das Maximum der absoluten Cobarcnz Hervorrufen mu߬ te, um ihn zu vertilgen) beweiset auch auffallend die Werner zugehörige Beobachtung, daß in der Tiefe, oder auf denLagern kein Mag- «et gefunden wird, daß vielmehr der Magnetis¬ mus erst sich zeigt, wenn die Erze zu Tage gebracht werden, und daß der Magneteisenstein erst auf der Halde magnetisch wird *) — e. die Erdarten selbst sich säuern, indem sie die von allen Seiten hcrzuströmende Luft und zum Theil das mechanisch bcigemengte Wasser zersetzen. 6, Ist Schwefelkies in Verbindung der Eisensteine, so verflüchtigt sich der Schwefel größtenkheils als Gas¬ art, und was als unvollkommene Schwefelsäure zurückb leibt, kann durch eine Wässerung, da sich Kupfer- und Eisenvitriol im Wasser auflösen, ab¬ geschieden werden. e. Durch Verflüchtigung der Kohlensäure und des Krpstallisationswaffers, welche die Späthe in be¬ trächtlicher Menge enthalten, nehmen sie endlich am Eisengehalte beträchtlich zu. Die Folge davon ist eine größere Erzeugung, und selbst die Hohofen- arbeit gelangt zu ihrem eigentlichen Zwecke, indem man bei weitem nicht so viel Schlacken abzustcchen, und nicht so oft de» Dsen zu verkühlen genöthi- get ist. Es ist daher bei einem Rostftlde die erste Bedingung, das Zuströmen der atmosphärischen Luft soviel möglich auf ,) Steffens S. szS. 26K allen Punkten zu verstärken und zu begünstigen. Die¬ sen Vortheil benutzen die Rollfelder atn Vordernberge lan¬ ge nicht im vollen Grade, aber durch den Gebrauch des Holzes bei der Verröstung, ersetzen sie ihn wieder in et¬ was, wie wir dieses bei einer nach allen Regeln vorzu-- richkenden Verröstungsart in der Raomär, welker zu zer¬ gliedern gedenken. Die Kohlen zu diesen Hütten, werden in der Na¬ he und Ferne, ja selbst in Unrersteyerwark ausgesucht. Sie kommen daher fthr kostspielig, und noch nicht in hinlänglicher Menge an. Jnocssen harte die Vordcrn- berger Gewerkschaft ein sehr leichtes und sicheres Mitel in Händen, um ihrem Betriebe einen größeren Schwung zu crtheilen und für die Zukunft diesem immer mehr zu¬ nehmenden Übel steuern zu können. Bekannt ist das Steinkohlenwerk «m Münzenberge bei Leoben, dessen Kohren theils in diese Stadt selbst, Heils aber auf dem Murfluße nach Graß abgeführt werden ; be¬ kannt ist das Steinkohlenflöß bei Dietersdorf und Fons- dorf im Judenburgcr Kreise, das zu seinem Dache Schie¬ ferthon und zur Sohle einen armen alaunhaltigen thoni- gen Sandstein führt, mit welchem die Steinkohlen, (es ist zum Erstaunen!) aus Mangel des Absatzes, bisher in großen Haufen zusammengebrannt wurden, aus de¬ ren Rückstände man nun Alaun erzeugt. Eben so möchten sich in dem hoffnungsvollen Mur- thale noch mehrere Flöße aufdecken, wenn einem erfahr¬ nen Gcognosten dieses Geschäft anvertrauet würde. Jene Werke liefern nicht allein Braunkohlen, son¬ dern auch Schwarzkohlen, die sich bekanntlich nur allein zum Vcrkoakcn eignen. Sie geben nachdem Verbrennen eine Asche, die wenig erdig» Bestandkheile zurückläßt, wie dieses der in dem Berg- und Hüttenwesen erfahrene 2?S Controleur des lehr gedachkeir Stcinkohlenwerkes, Hr. Ml.i- thias Schreckenfux durch eine Analyse bewies, und zugleich fand, daß jene zu Tarnowih in Schlesien einbrechende Kohlen weit mehr den obigen Nachtheil vcrriethen. Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß jene entweder in Meilern, (wie km Preußischen), oder noch vortheilhaf- Lcr iu einem verschlossenen Ofen, welcher zugleich das Öl und den abgeschiedenen Theer zum Gebrauche mit großem Vortheil liefern würde, abgeschwefelt werden könnten. Der erwähnte Conrroleur Heu uns bei unserer Durchreise seine Gedanken über die Construkkion eines solchen Öfens mitgcthcilt, wodurch man dieser Absicht vollkommen zu entsprechen im Stande wäre. Wenn daher auch die Alaun-Erzeugung bei Dice Lersdvrf, so wie der Verkauf oer Steinkohlen in Leoben fortgesetzt werden sollte, so kann man ja das Gruben¬ klein, so wie die von Dach und Sohle gewonnenen Koh¬ len, welche gewöhnlich in jedem Flöhe etwas unreiner zu seyn pflegen, mit gleichem Vorrheile zu jenem Betrie¬ be verwenden, hingegen die eroberten Schwarzkohlen um so zweckmäßiger der Abschwcflung übergeben- Wenn man nun diese Coaks zum Drittel, oder auch zur Hälfte mit den ohnehin weichen Holzkohlen ge¬ mengt, nach dem gewöhnlichen Kohlensatze pr. iH Vor- dcrnbergcr Faß, oder 9,72-5 Cubik Schuh zur Ver¬ schmelzung übergeben, und damit einen Versuch ab¬ führen wollte, so würde höchstens das Resultat der Schmelzung in der Qualität des Roheisens diffcriren, das heißt: man würde ein mehr gekohltes, spicglichtes oder graues Roheisen erzeugen. Die Ursache rührt von dem ungleich größeren Kohlensioffgehalte der Steinkoh¬ len her. Wenn indessen das Gebläse stark genug wirkt, der Öfen gehörig zugestellt wird, und die Höhe des- 2?k selben i4 bis 16 Schuhe beträgt *), so kann die Gitte d s Roheisens nicht mehr leides der Gewerkt üm Vordcruberge wird aber offenbar und besonders für die Zukunft, gewinnen ?). In Rücksicht der Bauart, der Theile der Öfen und ihrer Construetiou, sind sie, den v. Eggenwald und des Baron v. Egger ausgenommen, (welche dem Ruprechl'schen Ofen, außer seiner Höhe und der hiedurch correspondirenden Starke, gleich kommen,) mit den hier bestehenden Floßöfen ziemlich übereinstimmend. Der Floßvfcn des Baron v. Egger, den wir bil¬ lig als den vorzüglichsten aufzuführen uns verpflichtet glauben, besteht ebenfalls: 1) Man lasse sich von dieser kleinen Dfenhöhe nicht be¬ irren, und berücksichtige, daß man grelles oder Roh- siahleiscn erzeugen will. 2) Es hegen einige die falsche Meinung, daß die Stein¬ kohlen, wenn sic bei der Verkohlung sehr zusammenschwin¬ den, und rinen viel kleineren Raum einnehmen, ander Güte ihres Brennstoffgehaltes verlören. Aber Winz¬ ler") behauptet im Gcgentheil die am meisten ent¬ säuerten Steinkohlen gewonnen an der Fähigkeit, Sau¬ erstoff zu absorbiren und Hiyc zu erzeugen wieder dop¬ pelt und mehrfach, w»s sie am Umfange verlieren. Ganz England bestätigt diese Wabrheit, und die Zufuhr wird dadurch ansehnlich erleichtert und dicKo- stcn vermindert, denn ein Wagen mit diesen beladen, enthält, so zu sagen, fast reinen Kohlenstoff, wäh¬ rend in den Holzkohlen eine Menge mechanisch bcige- mischtes Wasser und Oxyd enthalten ist, welche die Last überflüssig vcrmchren- ') DieThermolamxe in Deutschland von Zach. And Winzler. S. 1^2. S7S s. aus dem festen mit Siemen aufgeführttn Grunde, dessen ihn durchkreuzende Kanale oder erste Anzüch- !e, außer der Hütte zu Tage gehen, d. aus dem äußern Ofengemäuer, welches eigentlich abzutheilen kömmt: 1. in das äußere Mauerwerk, (Rauhmauer) 2. in die Rauhschachksfüllung und Z, in den Rauhschacht- D'e? Rauhschacht theilt eigentlich dieses Ganze in die zwei oben dadurch abgesonderten Theile, wel¬ che noch überdieß mit trockenen Anzuchten durchlö¬ chert sind, um die Feuchtigkeiten von dem Kern¬ schacht in den Rauhschacht, und von diesem durch die Füllung und Rauhgemauer ins Freie auszu- führcn. Das ganze Rauhgemäuer ist jedoch gut veran¬ kert, und mit den Arbeiks- und zwei Blasgewöl- bern versehen. e. Der von hieraus aufgeführke Schornstein steigt senkrecht empor, und wird oben gewölbt, von wo aus ein kleiner Kamin den Flammenzug in die Athmosphäre bringt. —> Des Kernscha^t- oder des Schachtgesteines ist noch nicht gedacht. Es wird in dem Bruche zuBärn- eck gewonnen, und besteht aus Serpentin, der j^ doch lange nicht die Einfachheit besitzt, wie jener der Eisenwerker zu Gmünd in Kärnthen. Man setzt daher vor diesem den Boden- und die Ge¬ stellsteine ein, verschlagt den hinrern Lheil mit Lehm, L7S rind vollendet so die Zustellung. — Der v. Eggen- wald'sche Floßofcn gewann ebenfalls ein sehr schönes Ansehen, zu dessen Befestigung die Anker im Dfenstock und im Schornstein 2§o Zentner Eisen wogen. — Die übrigen Floßöfen sind durchaus mit einer sehr starken Döfchung versehen, und meistens in die Tiefe des Eretcriains eingesenkt. Ihre Bodensteine bestehen aus Kalkstein, wie jene zu Eisenerz, da die Brüche nebeneinander betrüben werden. Die Schachte selbst sind aber, besonders bei den Floßöfen, mit einer Lehmforme, entweder ganz mit Lekm oder nur der obere Theil mit d'escm, und das Gestelle mit Steinen ausgesetzt; jene aber mit kupfernen Formen werden ganz mit Steinen ausgefültert, die aus Glimmerschiefer bestehen, und aus der Gegend des Dor¬ fes im Walde im Licstngthal herabg.bracht werden. Alle Schachte sind rund, wovon der Grasber- ger'scke, Hochkofier'sche und v. Ebenrhal'sche die oben be¬ schriebene Hinlersassigkeit, alle andern aber den gleichen Abstand von der Eentrallinie beobachten. Die Maße» hat der Herr Gubernial - Rath v. Marcher in seinen Bei¬ trägen zur Hüttenkunde r) angegeben, wir wollen daher nur jene Les Egger'schen Floßöftns betrachten. Weiten des Schachtes. Schuh. Zoll. Am Bodensteine - - - - 2 F Im Kohlensacke ° - - - S Jede Seile der viereckigken Gichlmündung » 6 1) Man sehe deS 1. Theils, 4. Bandes z. Stück, von dem innccn Ban dec Hochöfen. Z- Heft F'ab. IX. »8 L/4 Höhen. Schuh. Zoll. Dom Bodensteine zum Kohlensack - 6 7 Des Schachtes Hohe - - - 12 Z Gesammle Höhe 19 — Diese Maßen bleiben sich nie so ganz gleich, da die bloße Ansocsserung des Gestelles dieselben schon etwas zu verändern vermag; eben so zahlt man gewöhnlich zu sei¬ ner Höhe noch 6 Zolle hinzu, so, daß der Abstand des Bodensteines zum Kohlensack von L «Schuh Z Zoll bis 7 Schuhe betragen kau». Die erste kupferne Forme steht vom Schuh. Zoll. Bodensteine ab - - - 1 — -!e zweite ----- i 2 Stehen von einander aus der Centrallinie — io Liegen in dem Heerde - - - — 2 Haben Fall von zwei bis vier Grad, und eine runde Mündung mit dem Durchmesser von 2 bis 2 1^/2 Zoll. Es gehen in jede Form zwei Düßen, welche sechs Zoll von dem Form-Auge abstehen, und 1^/4 Zoll weit sind. Der Ofen ist mit vier Spihbälgen versehen, welche sechs bis sieben Mal wechseln, und in jedem derselben sollen 48 Cubikschuh Luft enthalten scyn Die Köpfe der Bälge sind mit bleckernen Klappen versehen, die in einem Char- niere, wie bei einer Tabackdose hangen, und ohne zu brechen, leise auf- und zuzugehen pflegen. Der Mantel derselben bleibt unbeweglich, dagegen wird durch die doppelhübigen, ,wei Schuh langen Flch schen, der Balgstock aufwärts gehoben. 2/L Unter den übrigen Gebläsen verdienen das v. Te- bald'sche Cylinder- und die Schragl'schen Schubbälge Erwähnung. Die Kasten bei den Communitäts-Dfen find nach der gewöhnlichen Art eonstruirt, so wie ihr Kolbe mit Holzleisten, durch Federn angedrückt, versehen ist. Statt der Flaschen hat man bei dem unteren Rabegger Iloß- ofen die Welle mir Kämmen versehen. Bei dem v. Tebald'scheu Floßofen find: 1. kupferne Cylinder mit Wasserliederung angebracht Ihr Durchmesser betragt fünf Schuh,''und die Höhe derselben zehn Schuhe, von welcher fie jedoch nur die Hälfte als brauchbaren Raum benützen, da in ihrer Mitte die Scheidewand mit dem Einsaugungs-Ventil angebracht ist, womit zugleich die Kolbenstange in Ver¬ bindung steht. Der obere unnütze Raum pr. L Schuh Höhe, ist nur wegen des gleichförmigen Auf- und Nieder¬ ganges da. 2. Hat jeder Cylinder ein von Eichenholz verfer¬ tigtes, die Weite des Cylinders nur um 4 Zoll übertref¬ fendes, und 9 Schuh hohes Faß, das an dem obersten Ende mit vier gleichwcir voneinander abstehenden Rädchen versehen ist, an welchem der obere Theil des Cylinders während seines Ganges auf- und abläuft. ' Uebrigens ist jede Tonne mit 4 Schuh Wasserhöhe gefüllt, die beim Eintauchen des Cylinders noch um 8 Zolle steigt; daher 4 Zoll leerer Raum, oder unausge- drücktc Luft übrig bleibt. 2. die Luftröhren , welche sieben Zoll im Durchmesser haben, beim tiefsten Stande vier Zoll über dem Niveau 2/6 des Wassers hervorragen, und durch den Boden des Fas¬ ses mit einer Krümmung den Wind in eine metallene Kugel von drei Schuh Weite hinführen. Diese Kugel ist mit Ventilen und zugleich mit zwei Röhren versehen, wovon die eine gerade in den Ofen, die andere aber um diesen hcrumgeführt, den Wind auf Der entgegengesetzten Seite in das Gestelle bringt. Um ihn jedoch gleichförmig zu oertheilcn, haben diese Röh¬ ren Pipen, die mehr-oder weniger geöffnet werden können. Dieses Geblase ist übrigens sehr zweckmäßig zufammen- gcstcllt, und es wäre nur zu wünschen, daß auch der Mechanismus damit ubereinstimmte. Die Kolben stehen mit Wagbaumcn in Verbindung, die von unken auf¬ wärts gedrückt werden —> und das Spiel bedarf ke.n.r Erörterung mehr» Die Cylinder wechseln sechs Mal in einer Minute. Da die hölzernen Bottiche aber sehr vuler Reparatur bedurf¬ ten, so wurden statt der Cylinder Kastenbalge hinge¬ setzt. — Ihre Wirkung ist jener der Cylinder gleich. Die Schubbalge oder die sogenannten Cirkelkasten beim Schragl'schcn Floßofen, waren vor etlichen Jahren besonders in Salzburg gewöhnlich, kamen aber wieder aus ihrem Gebrauche, nachdem bei dem anhaltenden Gan¬ ge, sowohl durch das Schwinden des Holzes, als auch durch das Auslaufen der Zapfen, der Cirkel bald vdo¬ ren ging, und hierdurch eine nachtheilige Reibung der Kolben - Leisten an der unteren Fläche d.s Kastens entstand. Die Kasten haben gewöhnlich 4 bis 5 Schuhe im .Lichten, und sind von den senkrechten nur darin verschie¬ den, daß sie im Aufrisse einen Cirkel beschreiben , dessen Halbmesser gleich ist der Länge der Wagbaume, welche den am äußersten Ende angebrachter» Zapfen als Mtttel- punkt des Umkreises bestimmen. 277 Der Kolben ist übrigens wie an den gewöhnlichen Kasten, mit Leisten und Federn versehen. Rückwärts Hal er ein Gestühl (Gestelle), an welchem die unter ei¬ nem rechten Winkel senkrecht herabhängende Kolbenstan¬ gen , die zugleich die Stelle der Wagbaume versehen, be¬ festiget sm . Der Mechanismus ist verschieden auf diesen gerich¬ tet, bald macht er einen Hebel der zweiten, bald einen He- b l der dritten Art aus, wie dieser letzte Fall hier sich findet. Die Kästen fassen 42 Cubicschuh Luft, worunter jedock ein ansehnlicher leerer oder schädlicher Raum sich befindet. Der Wechsel derselben geschieht acht bis neun Mal in einer Minute. Die Debläse der übrigen Floßöfen bestehen aus Spitz- oder Kastenbälaen, die von den gewöhnlichen in keinem Stücke unterschieden sind, und deren Mechanis¬ mus keine sonderliche Kenntniß der Mechanik verräth. Die Erzaufzüge sind gewöhnlich perpendiculair, wie zu Eisenerz, durch Laufräder oder mittelst Wasserkraft vorgerichtet, oder sie werden unmittelbar vor die Gicht gefüyrt. Sind die Oefen zugestellt, so pflegt man sie eink- ge Zeit auslrockncn zu lassen; dann werden sie erwärmt, endlich mit Kohlen gefüllt, angezündet, und nach ein Paar Lagen das Gebläse in Umtrieb gesetzt. Zu gleicher Zeit beginnt die Satzführung , und die Arbeiten am Vorhecrde folgen nach.^ Die Satzführung geschieht hier mehr und weniger genau, oder höchst unbestimmt. Jene der Kohlen bleibt 278 bei alle» Oefcn unabänderlich, und besieht beim Eg» ger'schen Floßofen aus i z/4 Faß Vordernbcrger, und 1^,6298 Wien. Cubik-Schuhen, bei alle» übrigen Flvß- öfen aber aus i 1/4 Faß, oder 9,7ZLF. Dieses Maß von Kohlen wird nun entweder in Handkörben, oder in solchen mit Rädern versehenen, den sogenannten Lauf¬ karren, aufgegeben; worauf die Eisensteine kommen, welche beim Baron v. Egger und einigen andern Gewer¬ ken , in tarirten Gefäßen , oder Trögen , bei andern aber von dem bei der Gichtmündung angestürzten Eisenstein- Haufen mit Schaufeln aufgesetzt werden. Mik den Eisensteinen wird nach hem Gange des Ofens gestiegen oder gefallen, daher jene Tröge von 120 bis 180 Pfunde fassen, und die Anzahl der Schaufeln von 17 bis 19, auch 20, nF, bis 160 Pfunde be¬ tragen. Der Niedergang der Gichten ist hier so verschieden als es Floßöfen selbst gibt, die bald mit einem stärker», bald schwächer», Gebläse vorgerichtet find. Die Arbeiten am Vorheerde beschranken sich auf das Abstechen des Roheisens und der Schlacken, so wie auf die stäke Räumung des Eßeisens. Dieses geschieht in 24 Stunden sieben bis acht Mal, jenes aber mitdem Rohei¬ sen zugleich , und oft auch ein bis zwei Mal zwischen einem Abstiche, besonders wenn sich das Eisen etwas zu frischen anfängt. Ein guter Schmelzer hat hier die Gewohnheit gleich nach dem Abstiche den Wechsel der Bälge etwas zu verzögern und dann mit zunehmender Maße im Gestelle, auch dieselben wieder lebhafter zn betreiben. Dieses hat aüf den Gang der Schmelzung mehrere Vortheile: 2. Wird durch das Abstechen des Eisens und der Schlacken dem Ofeii im Gestelle ein leerer Raum gege¬ ssen, der bei gleicher Windführung durch eine» schnellen 279 Niedergang der Gichten zu geschwind ersetzt, öfters das Anfrischen des Eisens verursacht, indem die Crdarteu nicht gehörig aufgelöst, gesäuert und verschlackt werden, und folglich das Roheisen sich nicht rein daraus abschei¬ den konnte. b. Wirkt der Wind eine Weile zu stark unmittel¬ bar auf den Bodenstein und das entblößte Gestelle, die sofort früher ausgebrannt werden. e. Erspart man durch den langsamen Niedergang der Sätze an Kohlen, und wenn eine Versetzung geschah, so wird sie aufgelöfet. ü. Endlich muß die größte Benutzung des Gebläses gegen den Abstich hin geschehen, wenn die Scklackendecke sehr dick wird. Sie muß also von dem Winde mehr aufgelöfet, und gleichsam in Bewegung gesetzt werden, damit die Roheisentheilchen ungehindert dieselbe durch¬ setzen , und sich mit der darunter liegenden Roheisenmasse vereinigen kann. Der Heerd, auf welchem das flüssige Roheisen und die Schlacke kömmt, ist fest von Lehm ausgeschlagen, getrocknet, und dann mit dem feinen Sande der Schla¬ cken gut überdeckt. Wenn nun beide während'ihres Flusses einen Theil davon mitnehmen, so muß dieser stets durch neuen Sand, ersetzt werden. Die Figur und Gestalt der Flossen unterscheiden sich von jenen zu Eisenerz nicht, bloß ihre Dicke ist viel be¬ trächtlicher. Die Räumung der Form wird hier dem Schmelzer nicht zum Hauptgeschäft, weil man mit sehr leichtflüssi¬ gem, und überdieß noch, geröstetem Zeuge schmilzt. Die Lehmforme bedarf indessen schon mehr Arbeit und Sorg- rS» falt. Sie muß alle 12 Stunde», zwei auch drei Mal, nach der oben beschriebenen Art, gemacht werden. Von neu¬ em rerchl sie bis in die Mitte des Ofens, und in diesem Zustande, der jedoch nicht lange verbleibt, erfolgt stets der Niedergang der Gichten am schnellsten, zum Bewei¬ se, daß man die Eßc,sen so weit in den Hcerd vorlegeu soll, als es möglich ist. Was nun die Schmelzung selbst betrifft, so ist cs für den Reisenden ein wahres Vergnügen, die Leichtig¬ keit derselben zu sehen. Wenn auch durch Uebcrtreibvng des Eisensteinsatzes ost Eisen im Gestelle sich anfttzt, wenn es vom Bodenstcin schnell gegen die Form sicherhebt, und den Roheisen-Abstich erschwert; so ist der Fehler nicht selten auch ohne Hülfleistung bald wieder ver¬ schwunden. Hüttenwerke, die bei der Satzführung Kohlen und Eisensteine erst ans die Wage zu geben pflegen, haben wir hier nicht arbeiten gesehen. Auch hier bestätigt die Erfahrung die Bemerkung, daß bei gleicher Stärke des Geblases der Gichtengang im Winter schneller erfolge, als im Sommer. Die Dich¬ tigkeit der Luft, welche zu dieser Zeit im gleichem Vo¬ lumen mehr Sauerstoff enthalt, sowie die Reinheit der¬ selben, mögen die Ursache dieser Erscheinung erklären. Der erwünschte Schmclzgang überhaupt aber rührt von der stärkeren Ogydation ihrer Zeuge her. Bei drei Floßöfen besteht die Gewohnheit, den Er¬ zen etwas rothen eisenschüssigen Thon zuzsschlagen. Daß dieses aber unnütz sey, beweisen die übrigen Floßöfen, die sich desselben nicht bedienen, und doch fo leicht arbei¬ ten können; vielmehr wird der Gehalt der Eisensteine hierdurch herabgesetzt, und die Schlacke vermehrt. 28r Die Beibehaltung dieses verjährte» Gebrauches wähnt man dadurch rechtfertigen zu können, daß die Schlacke» dünner und leichtflüssiger werden. Gewiß iss es, daß die Braunerze eine vollkommene aufgelöste gla» sigle, aber etwas zähe Schlacke geben; diejenigen näm¬ lich, welche von thonigen Pflinzen übergegangen sind. Durch ihre Verwitterung haben sie einen Theil ihres Kalkes, der sich im Wasser auflöste, (wie es bei der Beschreibung des Erzgebirges schon vorkam), verloren; der Gehalt des Thons wurde also größer, und dieser verursacht das Zähe der Schlacken. Durch beigemengtcn bloßen Thon wird dieses ganz sicher nicht gehoben, wohl aber durch etwas ge¬ rösteten, reinen, spälhigen Eisenstein, der mehr enthält, sich auch bei dem mindern Grade seiner Säuerung sehr leicht vollkommen auflöset, aber eine etwas sprödere Schlacke zu geben pflegt. Die Produkte jener Floßösen sind nur: s. Roheisen, und b. Schlacken. Schon in dem Berichte von Eisenerz wurde der vier Robeiftngattungen gedacht; ihre Beschreibung würde da¬ her nur eine Wiederholung seyn. Wir wollen demnach bloß die Unterschiede auswcisen. Geht man die Flossen in Vordernberg von Hütte zu Hütte ohne Vorurtheile durch, so ist nicht zu läugnen, daß ikre geringere Kohlung und ihr minderer Braunstein- Gehalt leicht zu erkennen ist. Sie werden nicht wie die Eisenerzer - Flossen gebraten, sondern unmittelbar im Wcich^errennfeuer behandelt, frischen sich schnell, und ge- b n ein sehr weiches Schmicdeisen, dagegen aber einen ncichern Stahl, als jene zu Eisenerz. — Ihre weiße glänzende Silberfarbe, ihr dichteres Gefüge und ihre große Zähigkeit, in den sogenannten 28r luckichten Flossen, die sich schon dem metallischen Eisen am meisten nahem, sprechen laut für diesen Beweis. Diese Gattung macht die Hauptforte ihrer Erzeu¬ gung aus. Spieglichte oder graue Flossen, kennt man¬ che Hütte nicht. Sie sind überhaupt eine Seltenheit. Ihre Schlacken find durchgehends aufgelöset, fließen leicht, und ziehen sich zu langen Faden. Der Bruch ist glasig; sie sind an den Kanten durchscheinend, oft durch¬ sichtig; ihre Farbe ist oft bläulich grau, gewöhnlich aber bräunlich ins Schwarze, und ins metallisch Glänzende übergehend, welches das Braunstcinoxyd verursacht. Dies ist hier in einem beträchtlichen Amheile vorhanden, nach¬ dem es sowohl durch dir stärkere Säuerung der Eisen¬ steine in der Natur, als auch durch die hierauf erfolgte Röstung durch Kunst, zu jenem Grave gebracht wurde, daß es sich in der geringeren Kohlungssäule uicht mehr zu reducircn vermochte, und sofort in die Schlafen ge¬ trieben wurde. Das Aufbriugen dieser Öfen, so wie die Erzeugung, richtet sich auch hier nach der Starke des Gebläses, wel¬ ches äußerst verschieden ist. Man verschmilzt in 24 Stunden roo bis 270 Zentner Eisensteine, und erzeugt hieraus 45 bis 120, auch Zentner Roheisen. Je kräftiger nämlich das Gebläse wirkt, desto höher steigt die Erzeugung, wie dieses jeder, und besonders der Lgger'sche Hohenofen, zeigt. Der Kohlenverbrauch pr. Centner Roheisen beläuft sich sammt der Röstung von 2 bis 2 Vordcrnbergcr Faß, oder von IF,§768 bis >7,L2Zy Cubik-Schuh. Ein beträchtlicher Unterschied gegen jene der Floßöfen zu Ei- styfrz! ja selbst die Hohenofen weisen dagegen keinen 2SH Vortheil aus. Der glückliche Ausschlag hangt von der Röstung und stärkeren O^ydirung der Eisensteine sowohl, als auch von ihrer Auswahl und von der Zustellung der Oefen ab. Der Regel nach soll sich die Erzeugung in den vierzehn Floßöfen des Jahres auf 1,48000 Zentner Flossen er¬ strecken , indessen wird dieselbe fast in jedem Jahre über¬ stiegen, so, daß man auf jeden Ofen im Durchschnitte iz4oo, daher in allen 1,87,600 Zentner rechnen darf. Zusammen 1,67^,4151 — Und wenn man noch pr. Ztr. Flossen F Pfunde Poch¬ werk (Wascheisen) annimmt, mit 8Z,77o Ztr. 7F Pf. fo macht die gejammte neunjährige Erzeugung i,759,i85 Zentner 751 Pfund. Das Roheisen wird für die Weichzerrcnnhammcr (Eisenfrischhämmer) in Stcyermark, und einem großen Theile Oesterreichs hingegebcn. Die Communität besitzt endlich hier nebst einem Floß- oftn noch zwei Zeug- und Zcrrennfeuer zum gemeinschaft¬ lichen Gebrauche, die für jeden Gewerken die benöthigten Gattungen geschmiedeter Maaren erzeugen, wozu eraber das Roheisen selbst abzugcbcn bestimmt ist. -8- Das Zerrennfeuer ist an der Wolfs- und Windseite »und, in seiner übrigen Construction aber den gemöhn- Lichcn gleich zugestellt. Man arbeitet hier nicht auf den sogenanten Schwall, sondern der Heizbodm wird mir jedem Ausoeizen der Muffeln erzeuge, wie dieses in der Fortsetzung dieses Ver¬ suchs erkläre werden soll. In einer Schicht pr. ,6 bis r8 Seienden, werden zwischen 8 und 9 Zentner geschmie¬ detes Eisen erzeugt, die in vier Rennen oder Luppen beste¬ hen, wovon jede in eben so viele Masseln ausgcscheo- ten wird. — Der passirte Feuerabbrand oder Calo, betragt zebn Pfunde vom Zentner Roheisen, indessen eflegi der Ham- inermeistcr noch beträchtliche Ueberthcurungm (Eiftnzu- gänge) zu machen. Kohlen find fünfVordernberger F «ß, oder Z8/9420 Cubik- Schuh bewilligt. Die feineren Gattungen im Streckfcucr , dürfe: 'M Durchschnitt ihrer Sorten höchstens drei Pfund Ealo er¬ leiden. -LZ m. Ueber das Eisen-- Berg- und Hüttenwerk in der Radmär. sind in der Steyermark an mehreren Oertern wich¬ tige Eisenbergwerke, deren Beschaffenheit mehr oder we¬ niger von einander abweicht. Wir werden im Verfolge dieser Abhandlungen noch G legenheik haben, dieselben näher bekannt zu machen. Billig verdient hier neben den nabmhaften Eisenbergwerken von Vordernberg und Eisenerz, jenes der Radmar seinen Platz. Radmär liegt westlich ven Eisenerz Stunde entfernt. Ein angenehmes Alpenthal öffnet sich nach eip ner schauerlichen Felsenschlucht, das in der Reihe jener großen Kalkgebirge liegt, die mit ihren schrofen Fels««- wänden he; oortreren. Sanftere Berge mit zugerun-eten Kuppen, aufder ren Rucken üppige Fichten oegeliren, fesseln die Auf- L86 merksamkeit des Geognosten. Es sind jene jüngere Thön- schieferbcrge, die, wie wir sehen werden, oft größere Gebirgsdistrikte einnehmen. Wer Obersteyermark bereiset, wird gewiß die Be¬ merkung machen, das plötzlich der äußere Character der Gebirge sich andere, und zwischen den pralligen nackten Kalkmassen allmählig ansteigende Berge schon in der Fer¬ ne kennbar erscheinen; so ist es auch hier. Man hak zur linken oder südlichen Seite die größere Reihe Thonfchic- fergebirge, zurrechten aber, oder nördlichen Seile, einen kleineren Berg, welcher Bucheck, oder der Erzbcrg genannt wird. Er führet seinen Namen von den in ihn einbrechen- den Eise'Minen, die ein gewisser Hans Adam Skangercr, Bergknappe beim Kupferwerk Radmar an der Hasel -), im Jahre i/n entdeckte, und die man unter der Leitung des Verwesers Johann Kappcnbcrger, am ersten zu be¬ bauen aufieng. In der Prolongation dieses Alpenthales entspringen mehrere Quellen und kleinere Gießbache, die zusammen mit jenen der Seitenschluchtcn den Bach bilden, der Mühlen und Schmelzhütten in Umtricb setzt. Das Bucheck steigt anfänglich sanft, endlich jähe empor, und lehnt sich an den unfreundlichen Lugauer, einem der höchsten Kalkberge Stepermarks. >) Gemeinhin die Hintere Radmär genannt, sie liegt eine Stuübe von der vorderen Radmär, wo sich das Eisen¬ werk befindet, entfernt. Hier wird das uralte Kupfer¬ bergwerk betrieben, das bekanntlich ein Eigcnthum des Stiftes Seikcnstätten ist. Man bebauet Lager von Kupferkies im Grauwackcugebirgc. r-e-n Aller soll br reits über scchszehu huudert Jähre reichen? LS 7 Die herrschende Gebirgsart in dieser Gegend gehört ohne Zweifel zu den Uebergangsgcbirgcn; nur fallt es oft schwer, ihre bestimmten Grenzen und Uebergängean- zugeben. Wir tragen daher anspruchlvs vor, was wir sahen, und sind bescheiden genug, unsere ferneren, bei mehrerer Musse angestcllten Beobachtungen, wenn sie uns eines an¬ dern belehren sollten, nachträglich mitzuthcilen. Das Uebergangsgestein, was wir bis jetzt angetrof¬ fen, gehört wohl dem Grauwackengcbirge unddemUeber- gangskalkstein zu. Ersteres ronstiiuirt bei weitem den kleinsten Th eil, das nie zu den Höhe - Punkten des zwei¬ ten gelangt. Es bildet an dem nördlichen und östlichen Fuße der Kalkalpen die niedrigen rundlichen Berge, worin Uebergangsthonschiefer ein porphyrarriges, oft sehr talkiges, übergangsrrappnrtiges Gestein, so auch die gemeine und schiefrige Art Grauwacke rc. rc., in un¬ zähligen Verhältnissen miteinander abwechseln. Eben so tritt das Grauwackengcbirge in Süden und Westen, jedoch weit mächtiger, in ziemlich hohen Gebir¬ gen hervor, die nach ihrem ganzen Laufe zu den Urkhon- und Glimmerschiefer - Gebirgen hinziehen, und von ihnen bekränzt sind. Der Uebergangs - Thvnschiefer kömmt von lichtgrauen, röthlichbrauncn, schwärzlichen, bläulichen und selbst grünlichen Farben vor, in welchem Falle derselbe pro¬ blematisch wird, da er gegen alle bisherige Erfahrung ') Wir nennen ihn, wie sichs am besten schickt, bald Uebergangsthon-, bald Erauivackcnfchiefer, weil es dec Bestimmtheit des Ausdruckes nicht sehr schadet, da dre¬ ier in jenen, und umgekehrt übergeht. S88 in ein taskschiefer-, oft porphyrartiges Gestein übergeht. Er enthält nämlich Talk mit Feldspath, wird von Farbe grünlicher, ist von feinen Quarztrümmern durchzogen, aber auch mit einzelnen, mehr und weniger kleineren ecki¬ gen und runden Quarzkörnern porphyrartig gemengt, so, daß er durch eine Art Uebergangstrapp-, oder Ueberg«.ngs- porphyr, in ein talkartiges Gestein übergeht. Kieses verwittert sehr stark in blaßgclblich weißen, kalkigen Por- zellainthon, in welchem die Quarzkörner nur lose liegen. Die Thonschiefcr- Abänderungen erscheinen vielfäl¬ tig, bald grob und vollkommen gerad, seltner krumm¬ schiefrig. Sie enthalten Quarz in Körnern , und die der dunkleren Farben, besonders auf der Oberfläche sehr Viele Glimmerschüppchen. In dem erwähnten Grauwackcngcbirge finden sich Lager von Wcßschicfcr, Kieselschiefer und Quarz. Die Oberflächen dieser Gebirgsarten sind oft röthlich gefärbt, wobei auf den losen Geschieben eine Flechte — L^ssus Iol^tüus, Icknn. — wuchert, die ihnen einen Leil- chcngeruch gibt. Im nördlichen und östlichen Theile überzeugten wir uns, daß das Granwackengcbirge auf Uebcrgangs- kalk gelagert ist, im südlichen und westlichen aber muß es auf den altern Gliedern der Urschieferformativn auf¬ ruhen, nachdem diese die tiefsten Punkte cinnchrnen, rind kein Uebergangskalk sich vorfindet. Auch lassen dieses die im Bache aufgefundencn Geschiebe von Ur¬ kalkstein, und die Nähe der Urthon- und Glimmer- schicfcrgebirge bei Kahlwang mit Grund vermulhen. Der Urkalkstein ist wie gewöhnlich körnig - blättrig mit beigcmengtem Glimmer. Er zeichnet sich vom Ur¬ kalkstein ans anderen Gegenden in nichts aus; vergleicht man ihn aber mit jenem von Kahlwang, der daselbst 2H9 mächtige Lager im Thon- und Glimmerschieftr bildet , so findet sich die größte Ähnlichkeit. Farbe, Größe des Korns, das Quantitative des Glimmers, kurz, alles erscheint in einem wie in dem andern. Mit dem Übergangsthonschiefer wechseln an mehre¬ ren Ortern, außer den erwähnten problematischen Über- gangsgesteinsarten, geringe und großmachtige Lager von Grauwacke und Kalkgestcin, ohne gleichbleibender Ord¬ nung, untereinander ab. Die Grauwacke erscheint hier¬ bei in sehr verschiedenen Abänderungen und nähert sich mehrentheils schon einem Sandsteine. Sic wird auch be¬ kanntlich als das erste und älteste Glied des Sandstei¬ nes im geognostischen Systeme aufgeführt, und muß wohl größrentheiis als eine mechanische Bildung angesehen wer¬ den. Sie geht in den oben beschriebenen Grauwacken- fchieftr, gewöhnlich von der gräulichen und bläulichen, in die röthlichbraune Farbe über, der mehr oder weni¬ ger Glimmerschüppchen beigesellt sind. Von der frischen Lagerstätte gebrochen, ist die Grauwacke gewöhnlich sehr fest, und widersteht den stärk¬ sten Schlägen. Ihre Gemengtheile bestehen wie in Eisen¬ erz, aus größeren und kleineren eckigen Quarzkörncrn, Quarzgeschieben, Glimmerblättchen und Thonschiefcr- fragmenten, die mehrentheils ein graues, auch grünli¬ ches, oft talkartiges Bindungsmitkel miteinander verbin¬ det. Bei zunehmender Verwitterung zerfällt sie in Sand und Thon, und läßt sich zwischen den Fingern zerbrö¬ ckeln. Bekanntlich geht die Grauwacke, wenn die Kör¬ ner an Größe ab- und das Bindungsinittel, so wie der Glimmer zunimmt, in Grauwackenschiefcr über. Bemerkt man schon, Laß die Masse immer mehr schiefrig, endlich ausgezeichnet dünnschiefrig wird, so zei¬ gen doch die bläulich- und rörhlich- braunen Arten des McrgangZlhonschicfcrs einen so auffallenden Unterschied v gegen den der Grauwacke, daß die Idee sich aufdringt, xZ ftp unmöglich, hier eine gleichzeitige Bildungspcriode anzunchmcn; indessen wird diese durch ihr abwechselndes Vorkommen untereinander, so wie durch jene der Kalk¬ lager bestätigt. Der Grauwackenschiefer, und besonders das Por¬ phyr- und talkartige Gestein kömmt häufiger, als die Grauwacke vor. Sic bedecken größere Districre und ma¬ chen das Äußere der G.birge denjenigen ähnlich, die in anderweitigen Gegenden die Urschiefer bilden. Daß es jedoch wahres Ubergangsgestein seh, ohnerachtct des star¬ ken Anscheines vom Gegenlheik, bezeugt nicht allein die Nachbarschaft der Grauwacke, sondern auch die unter ei¬ nem mehrmaligen Wechsel vorksmmendctt, mehr oder minder mächtigen, aus dichtem splittrigen, oder feinkör¬ nigem Kalkstein bestehenden Lager, welches Kalkgestein weder dem Ur-noch dem Flößkalke angehörk. —- Mu- schelversteiiierungen, oder etwas von Pflanzen-Abdrü¬ cken, konnreu wir bis jcht, aller angewandten Mühe ungeachtet, weder hier noch in Eisenerz entdecken. Die Schichtung ist deutlich, jene der Grauwacke dick, die des Grauwackcnschi.fers dünn. Dis Richtung des Einschie¬ ßens der Schichten ist vorzüglich nordöstlich, und der Verflächungswiiikel derselben Zwischen 20 und Gra¬ den. Die Zerklüftung ist häufig, welche mit der Schich¬ tung leicht verwechselt wird. Die in dem GrMwackengcbirgc vorkockmenden La¬ ger von Wchschicfer, kleinen Parthien von Kieselschieftr und Äuarz, find in Bezug ihres gco- und orpcto- gnosti^chen Verhaltens, jenen von Eisenerz gleich, und wir unterlassen eie nähere Beschreibung, um Wiederho¬ lungen zu vermeiden. Nun hallen wir jenes wichtigen Gesteins, das, wie wir schon mehrmals bemerkten, ebenfalls in größeren und kleineren Lagern nut dem Krguwackeugcbirgc wcch- selt, die größten und höchsten G-birge der hiesigen Ge¬ gend constituirt, zu erwähnen. Es ist derjenige Kalkstein, der gleichsam die doppelten Reihen ungeheurer Kalkgebir¬ ge im südlichen Europa bildet, und die Urschicftr-For¬ mation im Norden und Süden in allen Richtungen um¬ säumet. Es ist die herrschende Gebirgsart, die das Äußere der Gegend charakterisier und das sonderbare Eigen- ibümliche, öfters Schauerliche des Anblickes hervor¬ bringt. Ungeheuer ausgethürmte Massen derselben und in die Wolken ragende Felsenwände, schroffe und zackige Klippen, mit tiefen Abgründen oder Schluchten, enge¬ ren und weiteren Lhälern, bezeichnen einen großen Theil der obersteprischcn Gegenden. Ihre Gebirge gehören zu den Übergangsgebirgea, deren Blldungsperioden eine ge¬ naue Übereinstimmung zeigen. Nur an einigen Punkten stehen die Urgebirge unter jenen hervor; so wie man ge¬ wöhnlich bloß in den Thglern der Übergangsgebirge —> doch leidet dieses auch Ausnahmen, —> kleinere Flötzge- bilde, als vereinzelte Abstämmlinge größerer Formatio¬ nen findet. Noch immer glauben Einige, die Annahme von Übergangsgestein, besonders des Kalksteins, sey nur ei¬ ne bequeme Brücke, um jene großen Lücken auszufüllen, die sich bei dieser unsichern Erfahrungswiffenschaft ein- finden; aber wohin sollen denn die Gebirgsarten gcognv- stisch geordnet werden, die nach einer naturgemäßen ver¬ nünftigen Einlheilung, weder den Charakter der Ur- noch Fiöhgebirgc an sich tragen? Gewiß zu keinem von bey- dcn, sondern zu jenem verbindenden Gliede, das beyde aneinander reiht. Allein man war zeither gewohnt, ins¬ besondere Kalkgebirge, sobald ihre Verbreitung vom Be¬ lange ward, oder gar ins Große ging, ohne weitere r9 ' SYS 8-ückstHt der e'aene.» Widersprüche, als em A"gxßßi.;gxz der allesten Ztötzkalk-Forma: vn aufjufuhrcn. Dadurch bi-eo man dem ein Mal a genon mmen C psieme gcircu, das uns neuerdings ein Spanischer Gevgnost, Herr v. Gimberaat, auf rang, del m dem g oßen Kaik- z-ge. welcher zu beiden Se en die Urschicfergc i ge vm- schließt, den ausgezeichnet.!, Zechftem, vver § v^eaik de. Ziordveueschen fand Es ist meistens derjenige Kalkstein, de>- (wlt ^ns- nahn e oes körnig - dlaku^eu Urkalij eins ), in Tyrol, Salzburg, Kär nhe", Krain, Skcvermark und O.stcr- rcick dohe Älpen bilder, und bender a. berbergr.nh Kauen in sei en Tabellen nnl der paßenden Bcn.nnung: Al- P e n k a l k st e in bez. ichncr., der aber gewiß mit An¬ recht in die Klasse der F-ö^evuge gesetzt wurde. >) Hr. D-. Ebel hinq-qen bürste in seinen trefflichen Bel achuingen üi-er den Bau der Er e m dem Akvcn- gelurge rc. den Urkalk a s -u vcrorcitet ousgescelli ha- b°n; wenigstens köiliien wir denselben versichern, rö¬ schen uns seine Abhandlung nur aus den Heidelbrr« glich- n Z hrvncherii der Literatur bekannt ist, daß der Roltenmanner Tanern, so wie die Gebirge Zwi¬ schen den Strömen der Muhr und der Mürz, nicht der Urkalk-, wohl aber Ser Urschiefer-Lor.na.lon zu- gehöccn, wor.n oerUrkalk >n größeren Lagern, lastibst in ganzen Gebirgszügen, jedoch immer auf Kranit, Gneus, Gümmer o-r Urthonschiefer aufgesetzt, er¬ scheint Der in den weit verbreiteten Gebirgs- tuaflcn vo^ kommende Kalk in Stcyermaik, Käratbea, Salzburg und Kraiii, ist ausgezeichneter iib - gangs- katk, meistens von drr großen altern Formatio . s) Wir werden unter diesem Namen nicht mehr jenen Flötzkalk o er Zechstem der Noe! deut. ,n verstehen, sondern gebrauchen ihn als gk.^v^emend Mit Über¬ gang s t a l i st e i n. - ZYZ Wer den birken Alperikalkst'in nur auf ftknen La¬ gerstätten naver vesteyr, sein Verbalen mit dem Grau« wackergebirge beoba rek, und sein äußeres Ansehen ge¬ nau mit jenem der Ur- und Floykalke vergleiche.', der wird die Uoerzcuging b. koukmen, daß er nach allen sei¬ nen Verdälrniffea unwisersvrechlich dem Ubergangsgebir- g «»gehöre. Zndcsen betete einer dem andern nach, ob« h selvg gefthen, u kermchr und geprüft zu Haden, irr wie fern Vie eiche A gal-e richtig war. Nur Schultes wagte es ein Mal *) die Kalkge¬ birge, in Bezug aus die Veränderungen, die sie durch die Zeit geg- n die Urschicfcrgebjrge erlit > n haben, dann aus ihr r Größe un' V rbrerrung im sn lichen Eurova, in sie älteste Äeihe der Urgebrrg" zu versetzen. Allein er sprana ein wenig zu wen «n die chaotische Bildungsperio¬ de; >r h tte sie dem Urgebirgc nur n he- . r ck n sollen, so würde man ihu nicht so erha.u lt -- angesaLen und anachcmaugrl Haven. DieLage von Kalkstein, welche abwechselnd M't dem Grauwacke >gebirge Vorkommen, so wie die Bruch¬ stücke selbst, weite in der Grauwacke liegen, über eug- te» uns hinlänglich, daß es kein Ur- noch Flötzkalk seyir könne, sondern daß er der Udcrgangssormalion an- gehöre. Gft'chwie man her Grauwacke Geschiebe von 2hon- und zue. sch' e .r fi e , die als Abkömmlinge älterer Lager de. selben For auon a'-gesehen weroen, eben so dürften die Kalkbruchstüae derjenigen Formation zu- Sehören, die wir als ein ausgezeichnetes Eige.ilhum der g »yen Uebergaugsperivde aucr keimen. 1!" >) Rei e anf ben Glöckner zter kbeil Seite -4 — Eine mit v.elrr Erudition, instruktiven Bemerkungen und eigener Laune abgesagte Schrift. 2Y4 Dasjenige Kargestem, welches wir in einer so gro¬ ßen Gebirgskette verbreitet finden, unterscheidet sich auch vrpktognostisch von dem des Ur- und FlöHgcbirges. Die einfache Grundmasse ist meistens ein dichter Kalkstein. Seine Hauprfarbe scheint vorzüglich ein lich¬ tes Aschgrau, oder Graulichweiß und Gelblichgrau zu seyn; indessen ist er auch vielfältig graulichgelb, grau¬ lichblau, graulichschwarz, flcischroth und braunlichrokh, Charakteristisch ist sein geadertes und geflecktes Ansehen, welches besonders bcy den rökhlich und bräunlichen Far¬ ben vorkömmt, d^e oft als gewölbte Zeichnungen in ein¬ ander verfließen. Hier bildet er die schönen Abänderun¬ gen von Marmor arten, wovpn man zu S>. Lamprecht, Eisenerz, Wildalpen, Mariazell, dann zwischen Lilien¬ feld und Tirnitz, bei Waidhofen und an unzähligen an¬ deren Örtern die schönsten Anbrüche findet i). Aber nicht allein in Steyermark und Österreich finden sich dieselben, sondern auch in Salzburg, Kärnrhen, Kram, in Tyrol, in der Schweiz und überall, wo der große Ubergangs- kalkzug verbreitet ist. Diese Farben-Verschiedenheit wird bei keinem Flötz- kalke angetroffen; auch bemerkt man, besonders bei den frischen Anbrüchen der niederen Gegenden, daß die Far¬ ben gewöhnlich dunkler, dagegen den Höhen zu immer lichter und weißer erscheinen, welches in der Ferne den Gipfeln der hohen kahlen Gebirge das Ansehen gibt, als -) Verarbeitete Marmorarten von vorzüglicher Schön¬ heit findet man in der Kirche zu Sonntagsberg, Li¬ lienfeld, Mariazell, und im Bibliothek-Saale zu Admont, welches von der Mächtigkeit der Brüche, die man beim Flötzkalke gewiß nie wieder findet — s» wie von der keine Kosten scheuenden Prachtliebe der Erbauer, einen Beweis gibt. L 95 styen sie mit Schnee überzogen. Die zunehmende Ver- witterung, welche nicht allein das äußere, sondern selbst das innere Gefüge des Kalksteines so wesentlich verän¬ dert, mag manchen flüchtigen Reisenden verführt haben, ihn sogleich für älteren gemeinen Flötzkalkzu halte», wor¬ auf ihm denn weiter keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Da der Übergangskalk von früherer Bildung als -er Flöß-und von späterer, als der Urkalk ist; so kömmt er, nebst dem dichten und splittrigen Bruche, feiner und gröber, auch fein-, klein-, und selbst grobkör¬ nig-blättrig vor i). Der dichte ist inwendig meistens schimmernd, der körnige auch etwas glänzend. Eine selt¬ nere Erscheinung ist von großkörniger, fast breccien- arligen Absonderung. Eine vorzügliche Auszeichnung des i) Zu Wildalpcn n. a. in. .O. findet mau eine Art kör¬ nig-blättrigen Übergangs-Stinkstcin. Er bat eine Mittclfarbe zwischen graulich - gelb, rauh - grau und graulich- schwarz; ist an den Kanten durchscheinend, leicht zersprcngbar in unbestimmt eckige, nicht sehr scharfkantige Bruchstücke. Beim stärker» Reiben verbreitet sich ein katzcnurinartiger, höchst widerli¬ cher Geruch. Er dürfte in mächtigen Lagern mit dem übrigen Übcrgangskalkstci» verkommen und ihm aus- schlicficnd zugchören. Die Entbindung des urinösen Geruchs geschieht bei diesem viel schwerer, als bei dem gemeinen Stinkstcin aus der Flöhformation. — Wir fürchten nicht, daß dieses Vorkommen des Stink¬ steines im Alpenkalkstcin , einen unserer Leser auf die Idee bringen werde, als gehörten etwa diese weit verbreiteten Kalksteinmassen eben aus diesem Grunde zu demjenigen körnigen Flötzkalksteme, der im Pap- penhcimischen vorkömmt. Wir können daher nichts bessere- thun, als auf eine Vergleichung der äußeren Kennzeichen und auf das Verhalten seiner Lagerung hinzuweisen. 296 Alpenkalksteins vor dem des Flötzkalkcs ist fein Durch- schcincn an den Kanten, sein lichter Strich, größere Harte und gleichsam krystallinisthes Gefüge; dagegen der Flötzkalk einen dichten, größtentheils schon erdigen Bruch , keinen Glanz, wenig oder fast kein Durchschei- nen an den Kanten, matteres Ansehen u. d. gl. zeigt. Der frische unverwitterte Kalkstein, der noch an; wenig¬ sten vom Krystallisations-Wasser verloren hat und im Minium oxydirt ist, springt m scharfkantige, unbe¬ stimmt eckige Bruchstücke. Da, wo er mit Thonschieftrkheilchen gemengt ist, bekommt er eine schiefrige Textur. Dieser Kall ereignet sich meistens, wo er mit der Grauwacke und dem Über- gangsthonschiefer wechselt, oder an das darunter liegen¬ de Urschicfergebirge grenzt. Häufiger durchsetzen den Al¬ penkalkstein Kalkspathtrümmer, und manchmal auch Braunspath. Indessen ist gewiß, daß er im Allgemei¬ nen keine fremden Fossilien beigcmengt führt. Die eben ausgestellten gehören mit mehreren an¬ deren i), stimmt denVersteinerungcn, zu jenen seltenen Erscheinungen, die nur Ausnahmen von der Regel sind. So wie es beim Flötzkalk mehrere Formationen gibt, eben so sicher haben wir alteren und jüngeren Übergangskalkstcin, welchem verschiedene Arten der Ver¬ steinerungen zukommen. Indessen bleibt für das hiesige Kalkgestcin wichtig, daß es sehr wenige Versteinerungen führt; denn bloß in der Gegend vom Landl werden Ko¬ rallen, Zoophyten und Madrcporitcn, und bei Neuberg -) Bei Eisenerz, Kifl-'u und St. Gallen, sahen wir Alpenkalkstein mit sparsamen Streifen von Talk, nie¬ renförmigen Stückchen vott feuersteinartigem Kieiel- schieser und Quarz. -97 Funglteil (?) und Ammoniten (?) -) gefunden. Z wische» Lilienfeld und Mariazell findet man in rothem, mit Weiß marmorirkrn Kalkstein, jedoch selten, Trochiken und Eu- trochitcn, von denen mehrere Glieder »och aneinander hangen r). Andere Versteinerungen, als: Pectiniten, Bucciniten, Turbiniten, u. m. dgl., die man in großer Menge im Landl, Gams, Hiflau, u. m. L). antrifft, gehören wohl einem jüngern Kalkgebilde zu, das bald auf dem Alpenkalkstein-, dem Grauwacken- oder bunten. Sandstein-Gebirge aufliegt. Die Schichtung des Uebergangskalksteincs wurde jange bezweifelt, wozu das seltene Vorkommen und sei¬ ne kurze Dauer beitrugen, die man leichter für platkcn- förmige Zerspaltungen hielt. Am deutlichsten find diese Schichten in niedrigen Stellen der Gebirge; denn ge¬ wöhnlich werden die Schichten, je höher sie zu liegen kommen, desto undeutlicher. Auffallende Punkte vom deutlichen Vorhandenscyn der Schichtung findet man zu Raibel- und Bleyberg in Karnthe», am Koppen zwischen Auffee und Hallstadt in Lberösterreich, so wie an den Umgebungen des Hallstadter Sees selbst. Ferner in Steyermark am hohen Grimming und an den Wcißen- bacher Alpen nächst Liezen, in den wilden Gebirgs- Schluchten von Johnsbach und dem Gesäuse, am lin¬ ken Ufer des Ennsfluffes bei Hiflau, bei der sogenannten 1) Die dort vorkommenden Ammoniten sollen von einer ansehnlichen Große sepn, 2) Mineralisches Taschenbuch von Stutz, S. 140. Wir hatten Gelegenheit, von diesem übergangskalke einige Stücke zu sehen; er schien uns aber jüngerer Ent¬ stehung, als jener durchscheinende, feinkörnige, von licht - graulich - blauen Farben ohne Versteinerungen, vom Erzbcrge zu Eisenerz u. a. O. 2y8 Wacht im L»"rz, n o das Grau» wackerigcbirge die Over! and hak, wo der Uebergangs- kalkstein nichr so mäckng kervorkritt, lind nichr jene gro- ßcn Kalkkollosse. je> e schauerlichen kiesen Gebirgssci luck» len bildet, d>e iym in hohem Grade eigen sind. — Da, nw sich das Grauwackcngebirge auf den Uebergangrkalk» ssern lagert, koiniiil d sselbe oft in abweichender La^u- rung vor, wovon uns Beispiele liefern: der Altenlerg zu Neuberg an der Schncealpe; das Nicderalpen und die Sohle an den, Sohlkogel, und Vcitschatpe; der Gel¬ rath an der Srarritzen, hier dobe Alpe genannt; das nordwestliche Grauwackeng, biige an dem Psafftnstein zu Eisenerz; das Buckeck an dem Burgauer in der Radmär; und m. a. O. Verschieden wird dagegen das Verhallen des Uebergangskalksteines wenn er in mehr- oder min- dcrmachtigcn Lagern und Gebirgsmassen dem Grauwa- kkengebirgc gleichsam, oder auch wirklich untergeordnet erscheint. Seltener finden sich hier jene Punkte, wo der Alpenkalk über das Grauwackengebilde abgelagert ist. I» diesem Falle bildet er nie hohe und weit ve. breitete Kalkbergc, sondern füllt nur die ihn umschließenden Thaler aus, die demjenigen Alpenkalkstein ihr Daftpu verdanken, der unmittelbar über dem Urgebirge ruht. Hieraus entstand denn die Meinung, daß er gewöh lich nur am Fuße der Urgebirge niedergckgt ftp und selit» beträchtliche Höhepunkte erreiche. Wir können nickt umhin, hftr einen Hanvtzug des Alpenkalkstcins, von i>m bügeliaen Unieröüerreich aus- gegangcn, durch das bergige Stevermark und Salz¬ burg anfzustellen, welcker seine Slreichungs - Richlüng von ONO nach W 8 VV nimmt. Von dem interessanten Schneeberg erstreckt fick bas Uebcrgangskalkgebirg über die Prein, Neuberg, Weg¬ scheid, Weichselbvdcn, Wildalven, Hiflau, Gesäuse — Zvi. hier hat -er Ennsfluß schauerliche Kalkdämme durchbro- chen — und Nalmrigel, biegt nach dem Admonkcr Ge- birge, seyt d wch die ^aupiitzcr-Alpen längst des Wör- schtchwalöes über den hohen Grimming zum merkwür¬ digen Giers er bei Hallstadt an Salzburgs Grenze. Em Ktllzug über Zo deutsche Meilen. Von da setzt er durch die höheren Kalkalpen Salzburgs über Berchtesgaden nach Lyrol bis in die Schweiz Unzählig; Zweige Ms Len von der angeführten Hanptkalkreche zu beiden Sei¬ ten hinweg. So geht von Neuberg über Nicderalpel nach Mariazell zum großen Ötscher ein Arm, der noch weiter über Neuhaus. Langau, Lunz, bis gegen Höl¬ lenstein läuft, und mit jener Abtheil mg, die von Wild- alpcn, Palfau, Mändling hinzustoßt, über Weyer, Openiz in zwei Seiten gegen Waidhofen zieht. Kleinere Absprünge erheben sich von Neuberg über das Nicderal- pcl nach Vcitsch, Golrath über Seewieftn gegen Aflenz bis ins Mürzthal. Ein anderer transvcrseller Zug biegt nach der Salza zum Berge Buckstem, St. Gallen, Ai- tenmarkt nach der Enns bis Weper und Reichraming, so wie über Altenmarkt, Lauffach nach Windifchgarsten, verbindet sich mit den vorigen, und reihet sich an die hohen obersteyrifchen Gebirge der Tauplitzer Alpen, und Les Brühl an. Von Wildaipen schickt der hohe Schwab r) Einer der höchsten obcrsteverischen Kalkberge, der über die mittelländische Meeresflache »Ser ioac> Pariser Toisen erhoben ist, und den selbst Se. k. k. Hoheit unser allgeliebter Erzherzog Johann seiner Auf¬ merksamkeit würdig fanden. Dieser hohe gelehrte Na¬ turforscher bestieg ihn im Jahre -gor und -8oz, ss wie den größten Zyril des au gestellte - Aalkzuges mit unermüdetem Eifer und unter dem Kampfe mit den größten Beschwerltchk-itcn in Begattung seiner Durch¬ lauchtigsten Herren Brüder, Ihrer k. k. Hoheiten der Erzherzoge Reiner und Anron. Er beschenkte uns nachher in einem interessanten Schreiben an den Frey- Herr» p. Moll, wetrpes dtejer in seinen Ephemende« Mit seinen Brüdern einen Zug seines Kalksteines über Eisenerz nach Radmär, der durch das hohe Gebirgsjoch der Berg - und Hüttenkunde abdrucken' ließ, mit einem Panorama von dem kuppigrn hohen Schwab, das für den Raturhistoriker und Chorographcn gleich hohen Werth hat. Wir liefern aus dieser interessanten Bc« schrelbung einen Auszug, daste ebenfalls übcrdieVer- kcttung und Erstreckung des großen Kalkgebirgs - Zu¬ ges einen wichtigen Aufschluß ertheilt. „Wir hatten „schreiben Se. k. k. Hoheit," schon reiche Ausbeute an Pflanzen gemacht, als wir den r zten unfern Weg durch das Lulbiyen-Thal bei den Wetterkogeln vorüber auf den hohen Schwab hinauf fortsetztcn, der von der nördlichen Seite am leichte¬ sten zu besteigen ist. Hisr konnte ich mich erst über¬ zeugen" fahrenHöchstdieftlben fort, „daß er der höch¬ ste aller umliegenden Berge scy. Östlich übersah ick de» Höllenkamm, den Weichsel, alle Zeller, Neitschcr und Neuberger-Gebirgs, die Schuccalpe und de» Schneeberg; in grauer Ferne erblickte ich noch Un¬ garn. Südlich lagen vor mir alle Gebirge von Äflenz, bie Tulbihmauer, das Geschirr, das Karl, die Mcs- merin, die Tragößcr Gebirge, und alle Höhen und Berge, bis über Grätz und nach Körnchen. Westlich Hatte ich zunächst den hohen Voscht (einen Nebengi- xfel des Schwabs), weiter den Ebenstem und Brana- stein, die hohen Eisenerzer und Radmärer Gebirge, unter welchen der Lucgauer der höchste ist, die kahlen Admontec Berge (niedriger, als der Schwad), und Lie Kette zwischen dem Lande ob der Enns und Stepec- mark; nur der P ricl mit seinem Eisberge schien mir Hoher; über alle Berge aber erhoben sich die Hallstad¬ ter Schnecbcrge, und unter ihnen der Thorstcin. Nördlich lagen zunächst die Ricgerinn, dann die Wild- nlpcn/Hschöderer und Wcichftlbodner Gebirge, und dann der hohe Ötscher; über alle diese sieht man in das fruchtbare Donauthal hinab, und unterscheidet Mit einem guten Fernrohre den Lauf dieses Flusses;- «rlle Gebirge bis Böhmen und Mahre» heben sich st>^ frnwcift wie ein schwarzer Teppich empor. Zo4 des Reichensteins an die Raikmgcflpe, und durch die gro¬ tesken Kalkricft» bei Zohnsdach au die Urgcbirgeim Enns- unv Liesingchale sich anschlicßt. Ferner gehen Züge vo» Grimming und den Tauplitzer-Alpen nachAussce, über den Koppen nach Hallstadt, und stoßen an den Gletscher Ähnlich vereinzelte Absprünge finden sich unzählige, die wir alle aufzuführen für überflüssig halten. Sie bilden die Mächtigkeit des großen Alpenkalkstein - Zuges, der im Durchschnitt einen fimf bis sieben Meilen breiten Strich Landes bedeckt. Lin zweiter Hauptzug geht aus der Schweiz durch TyrSl nach Kärnthcn, Kram und nach den Meeresküsten hin. Dieser Gebirgszug, Und überhaupt det Llpcnkalk-- sicin rshk, wenn er mächtiger w>rd, unmittelbar auf den alt ren Gliedern der Urschicftrformation, jedoch findet man selten Punkte, wo die in ununterbrochener Lage-' rung verbreiteren Urgebirge unter den bedeckenden Ueber- gangsgcbirgcn hervorstechen. Ein auffallendes Beispiel dieser Art finden wir an einzelnen Drtern in der nord¬ östlichen oder Sonn - Seite des Ennsthales, wo Glim¬ mer- und Lhonschiefer- Parthicn durch den in abweichen¬ der und übergreifender Lagerung darüber liegenden Al¬ penkalk, hcrvorragen. Eben so findet man hinter Admont am Lichkmeßberg und im Mürzthale Punkte, wo der Uebcrgangskalk auf Gümmer- und Thonsckieser aufliegt, wie dieses auch der Fall im Liesing - und Palthenthale ist. Die Formation des Akpenkalkes muß einen Zeit¬ räume von beträchtlicher Ausdehnung umfaßt, und meh¬ rere Glieder gebildet ° haben ; denn die verschiedenen La- gerungsveihülrntsse, in welchen er erscheint, deuten un- widersprcchlich dahin, daß altere und jüngere, jedoch nicht sehr w it auseinander entfernte Niederschläge ge¬ schahen. Der meiste hiesige Kalkstein, welcher so a sehn¬ liche Distriele einnimmt, dürfte der ältesten Uedergäiigs- sormakioil «»gehören. J »4 Wil schließen dieses aus seinen wenigen, bisc¬ her in den ältesten Uebergangsgebirgen Vorgefundenen Versteinerungen, aus seinem krystallinischcn Gefüge und aus der herrschenden Einfachheit; Eigenschaften, die be¬ kanntlich dem Urkalkstein nahe kommen. Daß er aber dem Flötzkalksieine nicht zugehöre, davon überzeugten uns nicht vioß seine größere Cohärenz und die übrigen orik- rognostischkN und geognostischen Verhältnisse, sondern auch noch insbesondere die in ihm vorkommende Arten von Versteinerungen. Doktor Merz *) sagtdaherschr richtig: „DitEnt- siehungszeit des älteren Ucbergangskalkes grenzt also unmittelbar an die der jüngeren Gebirgsarten, die des jüngsten stößt eben so wieder nahe an die Zeiträume der ältesten Flötzbildungen an, und wahrscheinlich,— ja gewiß —- liegt wenigstens ein, oder auch wohl mehr, als ein Mittelglied zwischen betzden ; in der Thak erschei¬ nen also die Hauptgliedcr dieser Formation in ihrer rnuthmaßlichen Reihenfolge, als Fortsetzung der Kalk sieinformations-Suiten der Urgebirge, und als Theile einer Verbindung, welche zwischen dieser und der Kalk- steinformations-Suite der Flötzgebirge besteht." An einigen Örtern haben wir den ausgezeichneten allmähligeir Uebergang in Flötzkalkstein aufgefunden. Dieses scheint vorzüglich bei den jüngeren spezielleren Bil düngen der Fall zu sepn ; die Farbe wird einfach, rauch- oder gelblichgrau; die ihn durchschwärmenden Kalkspath- irümmer vermindern sich, die Masse wird thoniger, we¬ niger durchscheinend, nicht schimmernd, auf dem Bru¬ che erdig, und seine Neigung, mehr in trapezoidische, als unbestimmt eckige Stücke bei der Verwitterung zu zerfallen, wächst. Man bemerkt diese Erscheinung beson- r) A. a. D. Seite i - r. O ZOF Hers ver dkmjenigen Kalksteine, welcher m Form von Hü¬ geln aus der Sohle der Thaler cmporsteigt und an die pralligcn Uebergangskalkstein-Gebirge sich anlehnt *). Oft finden sich diese Ucbcrgaugr auch in einem ansehn¬ lichen Niveau. Der Alpenkalkstein führt in den von hier mehr vier weniger entfernten Gegenden Bley, Zink , Eisen und Zinnobercrze, jedoch vorzüglich auf Lagerstätten von gleichzeitiger Entstehung. Ueberhaupt zeigt aber der Kalkstein hinsichtlich sei¬ ner Erscheinung, in allen seinen Perioden viel Analoges; so fanden wir auf Urkalksteinlagcrn — wie z. B. zu Donncrsbach in Obcrsteyermark, wo rin mächtiges Ur» kalksteinlager im Glimmerschiefer aufsitzt — eiugcspreng- tcn Blepglanz mit Spuren von Blende. In Sachsen ist ein ähnliches Vorkommen nicht sel¬ ten und viel ausgezeichneter. Don dem im Uebcrgangs- kalksteine vorfindigen und eben erwähnten Erze, haben wir Beispiele am Ennsberge und Lindau zu Weyer in Oberösterrcich, bei Tirnitz und Nnnabcrg in Unteröster- rrich, im Gebirge Zölz, einer Prolongation des großen Rciting im L>bersteycr, dann in Körnchen und Krain, u. a. m. O. JmEnnsbcrge zü Weyer sieh! man, tvie den Ucber- gangskalk mehr und weniger schmale Trümmer vvnBlev- glanz in verschiedenen Richtungen durchschwärmen; und im Gebirge Lindau erbauet man eine Art dichten Rvch- r) In Lew Falle, wo der Übergang inFlötzkalk beobach« wr ivird, findet inan oft auch schor: andere Flotzbu- Zungen in de: Nachbarschaft-' so zo6 M eisenstein im 'Uebergange zum Eisenglanze , wenn nicht schon cine eigene Art des letzteren, oder Mohs Glanzci- senstein. Dieser Eisenstein kömmt in Höhlen und Pu- Henwcrken in dem ostcrwähnten Gesteine vor. Er ist rundum von Alpenkalk eingeschlossen, mit ihm verwach¬ sen, und wir konnten keine Spur einer Nebenverbindung finden, welche allenfalls auf eine spätere Entstehung hin¬ wiese. Diese formlosen Massen — Putzen — finden sich hier und da im Gebirge zerstreut, ohne ein Streichen, u. s. w. zu beobachten. Diese zwei Punkte verdienen vorzüglich in gesgns- flischcr Hinsicht, eine nähere Untersuchung. Ob die reichen Bohnenerze —- die uns bloß kleine Brauneisenstein-Geschiebe scheinen, — welche bei Laus- sach nächst Altenmarkt in großer Menge getroffen werden, in Putzwerken oder Flöhen Vorkommen, werden wir erst untersuchen. Daß aber Zinnober gleichzeitig mit dem Ucber- gangskalke aufgefunden wird, davon Hal en wir Beispie¬ le im hiesigen Erzberge, wo mau ihn eingefpretigt findet. Die schönen, derben und krpstallisirtcn Stucke, die uns von der Zälz am Reiting zu Gesichte kamen, sind höchst wahrscheinlich mit dem Gebirgsgesteine gleichen Alters, Unter Len nämlichen Verhältnissen, d. h. gleichzeitig mit dem Gebirgsgcstcine, findet man diese Erze im Flöhkalk- fieine wieder, wovon Beispiele aufzuführcn, überflüssig seyn würden. Sehr gründlich drückt sich daher der große Geognost, Herr Mohs, in seiner geognostischen Skizze über die Vil¬ lacher Alpen i) u. s. w. aus, wo er sagt: „daß das^ r) Epbemcridcn der Berg- und Hüttenkunde von Fnv- herrn v. ibtotl Z, Bandes 2ke ltieferung, Sette 207 was er von den dortigen Lagerstätten behauptet, auch in früheren und spateren Perioden beim Kalksteine vor- kömmtrdurch dasGanze sich also eineGlcich- förmigkeit offenbaret, wie sie die Na¬ tur in ihren Bildungen bei verschiedenen Gliedern einer Formations-Suite zu be¬ obachten pflegt?' Ob der Alpcnkalkstein auf Gängen selbst Erze füh¬ re, können wir nicht behaupten, jedoch scheint dieses in dem von Tirnitz gegen Abend gelegenen hohen Schwar¬ zenberge der Fall zu seyn. Der dort auf 80 Grade sich vcrflächende Gang führt Blepglanz und Zinkerze, als Galmey und Blende, welche die Hauptformation aus¬ machen. Der Bergbau auf der Annaberger Grube be- steht ebenfalls in Bley-und Zinkerzen, welche Putzen- und Nesterwcise von gleichzeitiger Entstehung, vorkommen sollen. Ucbrigens zeigt der Alpcnkalkstein eine große Menge Zerspaltungen, die meistens leer, bald mit Thon, Sand, Letten und Bruchstücken von Kalkstein gefüllt sind, und all das ausgezeichnete Gepräge einer späteren Entstehung und Ausfüllung an sich tragen. Die FlöHgebirge kommen hier in der Regel — so wie die Grauwackengebirge — bloß als abgesonderte Theile von größeren Formationen in den Lha lern der Uebergangskalksteingebirge vor. Je¬ doch leidet dieses Ausnahmen; so finden wir bei Höllen¬ stein, bei Mändling am Scheibenberg?, u. m. D. ver- Ticse meisterhafte Abhandlung, welche wieder von den rationellen ^Kenntnissen und scharfsinnigem Beob¬ achtungsgeiste ihres gelehrten Verfassers zeugt, kam uns leider erst zu Händen, als der größte Thcil dieser Beschreibung schon beendigt war; indessen benutzten wir noch so viel, als sich an unsere Beobachtungen anreihcn ließ. so ? Z08 schieden? Flötze, sogar bunten Sandstein mit schmalen Kohlenflötzen, die bei Zoo Torsen über der Meercsfiäche erhaben liegen. Nebst den Sandsteinflötzen gehört noch jenes des alteren Flötzkalkstcins, das Gyvsgebirge, und, den bisherigtn Nachrichten zu Folge, das Steinsalzge- birge bei Aussee, Hallstadt rc. hieher ^). Das Gyps- gebirge stndet sich abweichend aufgelagerl von beträchtli¬ chem Niveau, wie auf der Puchaa und Damischbach, bei St. Gallen im Oberstepcrmark, das aber eine gewisse Höhe nie zu übersteigen scheint. Der schiefrige Thon zu Aussee gehört ausschließlich dem Gypsgebirge zu. — Da übrigens die Flötzgebirge zur näheren Kenmniß des Al¬ penkalksteins nichts beitragen, so wenig, als die Nagcl- ssuhe und die neuesten Sand- und Gruß-Conglomerake, so übergehen wir dieselben mit Stillschweigen, und wol¬ len bloß noch einen anderen interessanten Gegenstand er¬ örtern. Bep St. Gallen, auf der Höhe der Puchau, in den gegen das romantische Ennsthal abfallenden Rachcln und Rinnen im Ucbergangskalkgestcine, fanden wir scharf¬ kantige Stücke, vorzüglich aber plattgcdrückte Geschiebe mit zugerundeten Kanten von schwarzgraucr ins Grauliche spielender Farbe, die man sehr leicht mit den graulich- schwarzen Kalkstcinblöcken übersieht. So wie man hin¬ gegen in die Betten der Gicßbäche von weißerer Farbe tritt, wird das Auge sehr bald auf dieses Gestein auf¬ merksam. Nur mit vieler Mühe konnten wir diese zä¬ hen, sehr schwer zersprengbaren Stücke, trennen. Die Bruchstücke waren unbestimmt eckig, mehr scharf- als ') Es ist aber noch zu entscheiden, ob das Steinsalzgc- birgo bei Aussee und Hallstadt ;c, rc. nicht einer spe¬ ziellen Bildung des iüngcrn Ubcrgangskalkstein - Ge¬ birges zugehöre; «ns scheint dies mehr als wahr¬ scheinlich zu sehn. Zoy stumpfkantig. Der klein- und feinkörnige Bruch geht in das Unebene über, und zeigt eine Anlage zur schie¬ frigen Textur. An den scharfen Kanten schlägt diese Masse lebhafte Funken, und gibt beim Anhauchen einen eigenen schwachen Geruch, der das Mittel hält zwischen dem, welchen die thonigen und kalkerdigen Fossilien von sich geben. Wir halten diese Gebirgsart für ausgezeich¬ netes Trappgestcin , das aus einem Gemenge von Quarz, gemeiner Hornblende — bei weitem der vorwaltcndc Be- standlheil — und etwas Feldspath besteht. Die Beftaud- thcile sind so innig in einander verschmolzen, daß sie nur eine schwarzgraue Masse bilden, und weder der eine, noch der andere Gemengtheil für sich erkennbar ist. Die La¬ gerstätten dieses Gesteines sind uns unbekannt; vielleicht kommt es als eine Art Ucbergangstrapp, abwechselnd als fremdartiges Lager im Uebergangskalksteingebirge vor; im ersteren Falle erscheint es mit den Grauwacken¬ gebirgen in Kärnrhen, Niederungcrn u. m. O. Oder sollten diese Stücke dem Urtrapp angehören, welche bei der Bildung des Alpenkalksteins von ihren Lagerstät¬ ten losgerissen, und als solche in denselben eingebettet worden? Dieß sind unsere vorzüglichsten Beobachtungen über das nun nicht mehr zweifelhafte Kalksteingebirge der hie- stgcn Gegend. Wir gehen daher zur näheren Beschrei¬ bung der Radmarer Eiscnlagerstätke selbst zurück. In dem oben erwähnten Bucheck, hinter welchem der gigantische Kalkberg, der unfreundliche Lucgauer sein Haupt in die Wolken cmporstrcckt, sitzt ein iZ bis ,8 Lachter mächtiges Eiseiisteinlager zwischen den Schichten des Grauwackengebirges auf. Sein Strei¬ chen läuft zwischen Stund zwei und drei und das Ver¬ flachen ist unter einer Neigung von 40 bis 4Z Graden, widerfinnisch mit dem südlichen Berggehängc. Es iss letzt vom sogenannten Weiickellcr bis zum Kreuzgraben AIO ungefähr 220 Lachter ausgcrichtet. Morgenseits keilt sich dasselbe, ohne wesentliche Veränderung des Neben¬ gesteins zusammen, stürzt sich dagegen auf der Abendsei¬ te , übersetzt den sogenannten Weinkellergrabcn, fuhrt i» seinem Dache größere Kalklagcr mit und scheint das Streichen bcizubchalten. In der größeren Teufe kennt mau das Verhalte^ des Lagers nicht, da wegen des vor¬ liegenden tauben Gebirges, zumal da in den höheren Etagen noch Erze im Uebcrfluß sind, kein Zubau getrie¬ ben ward. Die bisher eingebrachte Teufe beträgt zz Lachter, wobei die Mächtigkeit anhaltend zwischen 12, 14, 18, und einigen 20 Lachtern blieb. An einigen Örtern bemerkten wir krregulaire, fast bogenähnliche Biegungen, in welchem Falle Dach und Sohle näher aneinander rücken. Das Dach und die Sohle <— Hangendes und Lie¬ gendes — constituiren abwechselnd die röthlicheu, bläu¬ liche», auch graulich und grünlichen Arten des Grauwa- ckcn- und krappartigen Gesteins und des Uebcrgangs- thonschiefers, welche mit der dazwischen befindlichen La¬ gerstätte gleichzeitig, d. h. wie auf einander folgende Schichten desselben Gebirges, entstanden sind. Sehr oft geht dieß Gestein in eine Art Talk- oder Wetzschiefcr über, die viele Luarzkörncr porphyrartig beigemcngt hat, eine Erscheinung, die im Uebcrgcmgsgebirge sehr merk¬ würdig ist und uns manchen Zweifel erregte. Auch kom¬ men darin Trümmer von Quarz und kleinere Parthicn von Kieselfchiefer vor. Das Lager vom Spatheisensteine selbst, ist sehr ausgezeichnet. Es erleidet keine förmlichen Zertrümme¬ rungen, wohl aber erscheinen in demselben vereinzelte, mit der Spalhcifenstein . Formation gleichzeitige Lager von Grauwacken- Talk- Uebergangsthon , WeHswiefer und Kalk; dann formlose Massen von Thon hier Schmülbc- S" oder Lehmklüfte genannt — oft bis z» einer Lachterdi¬ cke, die augenscheinlich durch die Auflösung des grau¬ wackenartigen Gesteins entstanden. An zwei Oertern, bei Maria Empfangniß nnd Barbara, wird das Lager von den gleichlaufenden Gesteins - Schichten beinahe aus¬ gekeilt, »ermächtiget sich erst nach einer Höhe von vier bis sechs Lachtern zu 12 bis iL Lachter, behalt diese Mächtigkeit gegen 14 Lachter Tonlage fort, keilet sich wieder zusammen, geht zu Tage aus, und erreicht bei der Ueberseßung über den Krcuzgraben, sein vorläufig ausgcrichtctes Ende. In der Teufe fanden wir das Lager aufgerichteter, als gegen Tag; es fallt hier söhliger, oder flach. Die Ncbengesteinsschichten scheinen sich mehr herein zu winden, d'.- Gebirgsart ist aufgelöster und führt einen größeren Antheil von Quarz mit sich. Einige Punkte in der Sohle zeigen einen Besieg, der aus ein bis zweizölligem Letten und zähem Thon bestehl, in welchem Falle das Lager manchmal glatte Ablösungen hat, sonst aber mit dem Nebengesteine ver¬ wachsen ist. Die in dem Lager untereinander einbrechende Erz- und Stemmten sind folgende: i. Spatheisenstein *), fein und grobkörnig. -) Wir haben schon bei Eisenerz bis zur Gewißheit ge¬ zeigt, daß der Spatheisenstein (Pflinz) der ursprüng¬ liche Eisenstein ist und vorzüglich in zwei Arten zer¬ fällt: a in den ohne — „nd b mit Thon und Talk gemengten, woraus alle übrige hier vorkommpnde Braunciscnstcin- orten sich in der Lange der Zeit bildeten. ZI» seltner großblättrig, wo er dann Spiegclpflmz gc- namtt wird. 2. Brauneisenstein, dichterdiger (Braün- und Blauerz genannt). Frisch gebrochen, cpschcint er mis röthlich- und nelkenbrauner Farbe. Er ist nichts anders, als eine Art verwitterter, feinkör¬ niger, mehr und weniger lhoniger Spakheiscnstcin, der zwischen dem dichken Brauneisensteine und Thoncisensteine in der Mitte steht. Man findet ihn in denselben Abändcrnngcn, wie zu Eisenerz, nur mehr in unvollkommenen dick und krummstänglich qbgesonderten Stücken, wobei gewöhnlich noch gelblich weißer Eisenspath vorkömmt , der dcik'aus- gezeichnelstett Ucbergang in Braunerz bemerken läßt. z. Brauneise »rahm, vielleicht auch mit Braun- steinschaum gemengt; vorzüglich als Ueberzug der Drusen des dichterdigen Brauneisensteins. 4. Brauneisenstein, faseriger, (Brauner Glaskopf), kömmt sparsam vor, bald tropfstein- artig, oft als dünner Ueberzug des Brauneisen¬ steines. F. Br a u n e i fen st ein, ostrig er, meistens derb, in großen formlosen Parthien und Lagen, bis zu zwei Lachter stark. Findet sich vorzüglich in der Mitte und gegen die <8ohle des Lagers. In seiner Nahe kommen verschiedene Klüfte und Zer¬ spaltungsräume vor. Ferner eiiigesprcngt und als Ueberzug des Braunerzes. », Eisenglanz, schuppiger, (Eiscnglimmer) kommt nur eingesprengt mit Spath- und Braunei¬ senstein vor, in dessen Begleitung gewöhnlich Quarz ist. Z-2 7. Schwefelkies, gemeiner. Selten, größ- ientheils in den tiefsten Punkten des Lagers auf der Ablösung des Eiftnspaths, mit Quarz ringe» sprengt. 8. Braunsteinschaum? Scheint uns mit dem braunen Eisenrahm als schaumartiger Uebcrgang mit braunem Glaskopfe, auf Braun- und Spath» eisensteiuc vorzukommen. 9. Kupferkies, kömmt in kleinen Parthien, wie der Schwefelkies vor. Man wollte dem Radma» rcr Roheisen lange den Rothbruch aufbürden, in¬ dessen war es bloß Rohbruch '), der daher rührt: als man zu rösten aufhörte, kamen die fri¬ schen Eisenspache >— welche hier in größerer Quan¬ tität, als Braunerze einbrechen -— zur Schmel¬ zung. Ihre Strengflüssigkeit erforderte eine län¬ gere Verweisung in der Kohlungssäule des Qfcns; dadurch wurde die Ankohlung stärker, man pro- dueirre meistens spieglichtes, oder gar graues Roh¬ eisen , welches der einfache steyerische Frifchprozeß nicht mehr so leicht entkohlen konnte, und ungqnzc Luppen und schlechtes Schmiede-Eisen abwarf. ,0. Bergkrystall. Höchst selten in kleinen, rherls losen, theils auf Braunerz aufgesetzten sechsseitigen durchsichtigen Krystallen. n. Quarz, gemeiner, als Gemengtheil des Grauwacken- und porphyrartigen Gesteins, und in zwei bis drei Schuh starken Lagen an der Sohle des Erzlagers mir cingesprengtem Schwefelkies. ') Siehe Seite 2Z0, Zl4 »2. Kieselsch iefer, als Gemengtheil der mitvor- kommcnden Grauwackenlagcn. Wird höchst selten angetroffen. Thvnschiefer (Ucbekgangsthonschiefer). Von verschiedenen grauen, bläulich-, schwärzlich- und röchlich-braunen Farben, dem meistentheils viele seme Glimmerschüppchen eingcmengt sind, wobei er allmählig durch Aufnahme von Luarzstücken, Kic- selschicftrbrvcken, und einem talkartigen Gemenge in die fein- oder grobkörnige problematische Ge- sicinsart übcrgchr. Beide erscheinen in der Mäch¬ tigkeit des Lagers in kleinen Lagen mit Quarz- trümmern durchfahren. 14. Wetzschiefer, wie jener zu Eisenerz. iF. Talkschiefer, im Ucbergange zum Speckstei¬ ne mit Quarz. r6. Kalkstein, dichter und feinkörniger, (Alpenkalk) in verschiedenen Abänderungen der Far¬ be, der Größe des Korns, mit und ohne Einmen¬ gung von Thvnschiefer, Eisenog-pd und Kalkspath. 17. Kalkspath, gemeiner, von weißer, gelblich- und röthlich-brauner! Farbe — hier Roßzahn ge¬ nannt. — Die Bruchstücke sind allezeit rhomboi- dalisch. 13. Sintriger, faseriger Kalkstein, (Tropfstein — Eisenblüthc —). Weiß, selten von fpangrüncr, oder blaß- himmelblauer Farbe, wel¬ ches eine Beimischung von Kupferopyd bewirke. So wie im ganzen Lager nicht viel Drusen Vorkommen, eben so findet sich die Eisenblüthc hier nur sparsam gegen Esftnerz. Ihr Gefüge ist gewöhnlich sehr krystallinffch. Dieses find die vorzüglichsten Mineralien, welche selbst in der Mächtigkeit des Lagers erscheinen; der prä- dominirendc Thcil bleibt jedoch bei weitem der Spath- eiftnsteiü, wobei die übrigen Fossilien gleichsam nur Glie¬ der einer Formations-Suite verstelle». Noch verdient bemerkt zu werden, -aß hier mehr¬ mal gegen das Liegende z» der Eisenspalh und die Braun¬ erze thvnigcr, mehr mit Schiefer und Talk imprägnirt find, dagegen in der Mitte und gegen das Hangende zu freyer von obigen Beimengungen erscheinen, Im Nebengestein setzen ordentliche Gange und Klüf¬ te auf. So überfuhr man bei dem Dreifaltigkeits-Stol¬ len einen kleinen Gang, dessen Füllung aus Quarz, Kalkspat!) und Kupferkies besteht. Im Liegenden des Lagers am südlichen Bergabhan¬ ge liegt auf dem Grauwackcngebirge eine Art schiefriger Thon und angeschwemmtcs Gebirge neuester Entstehung, worin große Blöcke, Geschiebe und Putzen von den er¬ wähnten Eisensteinen vorkommen. Auf die Abbauung dieses an Eisensteinen überaus reichen Gebirges wurde, so wie in Eisenerz, keine bcson» dere Aufmerksamkeit angewendet; indessen findet man den Bau nichts weniger, als räuberisch betrieben, wie es gewöhnlich da zu geschehen pflegt, wo die wohlthätige Natur ihre Gaben in Fülle verbreitete. Man harTag- und Grubenbaue, wovon sich die vorzüglichsten bei Leo¬ pold und Barbara finden. Erstere werden an einigen Punkten in dem Ausgehenden des Lagers nach Art der Sreinbrüche — wie wir schon bei Eisenerz bemerkten >— auch kerassenförmig abgebauet, oder zu Verhauen ange¬ fangen. Die andern, oder die Grubenbaue, betrieb man in früheren Zeiten ganz planlos; nur unter dem rormaligen kcnntnißvollcn Verweser, Herrn Adalbert Zrä s. Prevenhuber, wurde nach einer nickt ganz verwerfli¬ chen Methode, ordentlich zu verhauen angesangen. Man trieb eine Hauptstrecke in des Lagers Mäch¬ tigkeit nach dessen Streichen, und verhaute mittelst Quer¬ straßen, die immer vier bis fünf Lachter Zwischenraum zu Bergfesten hatten, bis ans Hängende — Dach; — von da brach man nach dem Hangenden auf, hieb eine zweite Querstraße zurück bis an die Hauptstrecke, und ließ das taube Hangende zur Ausfüllung des leeren Rau¬ mes hereinbrechen. Auf solche Arc entstand eine doppel¬ te, oder übereinander gesetzte Querstraße von zweifacher Höhe. Aufdie Strecken - Sohle breitete man etwas Zim¬ merholz auf, um es bei künftiger Untersuchung leichter abzufangcn, zugleich aber um zu wissen, daß man im alten Manne sey. Die Hauptstrecken stehen mit den Haupkförderungs-Stollen durch Schutte und Rollen in Verbindung, durch welche die Erze abgcstürzt und mit¬ telst Grubenhunden mit Lcilnagel zu Tage gefördert werden. Was diese Verbauungs - Methode Gutes oder Nachtheiliges hat, wird dem Kenner ohnehin auffallev; wir wollen daher nur die so eben cinznleitende Verheui- migsart kurz cwzcigcn. Von der durch uns crbauetcn Tagrolle — wovon wir weiter unten nähere Erwähnung rhun— führt man vorerst in dem höheren Punkte derselben einen Hauptfor¬ derungs-Stollen —-ziemlich in der Krcuzstunde von dem Streichen des Lagers — so lange fort, bis die wah¬ re Sohle — Liegendes — der Lagerstätte crschrotten ist; von hier soll für die erste Etage eine Hauptsördcrungs- Srreckc, längst dem Liegenden in des Lagers Mächtig¬ keit, nach beiden Seiten, d. i. likks und rechts nach dern Streichen, ausgclenkt werden. Man fahrt mit dem Vorbereitung-Hau fort, treibt nach dem Fallendes Lagers -— rpeichcs 44 bis 46 Gra- Zr'7 hx ist — knapp am Liegenden unter einem Winkel von 4F Graden einen Hauptsörderungs-Schacht von hinläng» lichcr Größe, ungefähr > c> Lachter Tonlage, ober nach Umständen, — die man hier nicht alle angeben kann,— bis zu Lage auf. Nach io Lachtern Höhe, kömmt wie¬ der eine zweite varallcle Hauptstrecke, wie zuvor. Sind ein Mal diese Etagen von beliebiger Größe und Anzahl, welches das Locale näher bestimmt, vorbereitet, so geht es endlich über die Abbauung selbst los. Die außerordentliche Mächtigkeit räth, den aufge¬ lehnten Querbau anzuwenden. Man faßt Örter höchstens 2^ Lachter hoch, hauet sie so breit, daß 2/Z vor dem Stoß liegen und bequem ar¬ beiten können. Man treibt diese Qucerstraßeu parallel nebeneinander hin, von der Hauptstrecke im Liegenden bis zum Hangenden , und läßt nach Maßgabe der Festig¬ keit des Steins, im Ganzen alle drei bis vier Lachter- Länge Bergfesten stehen, wodurch der Bau gesichert und auch ein Vorralh an Eisenstein erhalten wird, der in der Länge der Zeit gehörig abwittert. Diese Bergfesten wer¬ den nicht eher abgebauet, als bis es entweder die Nolb, oder ihre starke Verwitterung erfordert, oder der ganze Flügel verlassen werden soll. Don dem Hangenden wird das größtentheils leicht einbrechende Grauwackengestem zur Versetzung der Querstraßen gewonnen, wobei man sich rückwärts am Hangenden mit einer der nächsten Stra¬ ßen Communications- Räume ausschlägt. Ist dieser er¬ ste Verhau geschehen, so wird vom Schacht aus die zwei¬ te parallele Förderungs-Strecke zunächst über den ersten im Liegenden angeschlagen und nach voriger Manier mit Querstraßen preßgeham. Die Erze stürzet man durch den tonlägigen Schacht ab, uno lauft sie mittelst der Grubenhunde durch den Hauptforderungs-Stollen zu Tage. 6-8 Auch eia Bau mit Strahn- und Firstenarbeit ließe sich schicklich anlegen, wobei man beim Untersichbrechen Straßenarbeit, beim Uebersichbrechen Firstenarbeil treibt. Auch hier müssen, wie vorhin gedacht, die nölhigen Bergfesten sichen bleiben, damit, wahrend man einen Zug neben dem anderen hinführet und den Betrieb regu¬ lär erhalt, Sicherheit scy. Die Arbeit auf dem Stei¬ ne richtet sich nach den Graden der Festigkeit. Ma» sprengt, verschrämt, und gebraucht nicht selten die Keil¬ haue. Die Gewinnung der Eisensteine im engeren Sinne, geschieht theils im Scknchrlvhne, theils im Gedinge. Dieses zerfällt wieder: s) in das Beding nach dem Cur- rcut-Schuh, b) nach dem Zentner, oder c) nach einem gewissen Maße. — Ueberhaupt ist man bemüht, hier diejenigen Gedingsartcn einzuführen, die wir schon bei Eisenerz erörterten. In der Grube halt man gewöhn¬ lich nur das gröbste Taube ans; dagegen erst über Tags in eigenen Schcidungshalden die reinere Scheidung und gehörige Zerkleinerung des Steins geschieht. Die Grö¬ ße der zur Verschmelzung unmittelbar gelangenden Eisen¬ steine ist bei den Pstinzen die eines Knbikzollcs, bei den Blauerzen aber etwas beträchtlicher. Diejenigen Eiscn- späthc hingegen, welche zur Vcrröstung kommen, erhal¬ ten zwei bis drei Kubikzoll; indessen wird immer auf eine kleinere, als gröbere Ausscheidung gesehen. Die Ei¬ sensteine wurden ehemals durch den Sackzug — welcher sich von jenem in Eisenerz wenig unterscheidet, nur hat man hier größere Säcke auf drei Centner Eisenstein, und «in schwereres Gezeuge (Wägelchen), worauf der Sack abgezogen wird —- vom Erzbcrge herab und auf der vom Fuße desselben dis in die Hütte 112 Lachter langen Brücke unmittelbar in diese gelaufen, wo sie «nverrösiet in die Verschmelzung kommen. Da man je¬ doch sowohl die Quantität, als Qualität des erzeugten Roheisens zu erheben gedenkt, so hat man schon im oer- Z-S gangenen Jahre ein neues Cylinder-Gebläse erbaut, und in diesem Frühjahr die Röstung der Eisensteine beschlos¬ sen, zu welchem Ende die Erze nur durch eine neue Doppelrolle in die am Abhange des Gebirges eingesenk» le, für Pstinz und Draunerzc abgetheilte Erzhalde ge¬ bracht werden können, an welche die bald aufzuführen» den Rostfelder, angchängt sind. Don hier geht in ge¬ rader Richtung ein Lauf vor die Gicht des Hohenofens- auf welchem entweder in Berghunden, oder durch eine Art zweiräderiger Karren — Camions — die gerösteten Pstinze von den Roststätten, und die ungerösteten Braun¬ erze aus der Halde, ab geführt werden sollen. Bevor in der Höhe des Rvllcnsturzes der erste Haupkfordcrungsstollen nicht cingetricben, und die höher gelegenen Baue damit nicht in Verbindung gesetzt sind, werden die Erze mittelst des Sackzuges der Lagrolle bei- gebracht und auf die ZZ Lachter Saiger-Teufen nieder liegende Erzhalde abgcstürzt. Da wir in bergmännischen Büchern noch nie eine Beschreibung von einer Tagrvlle lasen , so fanden wir es wichtig genug, davon eine kur¬ ze Nachricht mitzuthcilen ; zumal, da diese Gebäude der hierzu geeignetem Locale und bei hinlänglichem Holze mehr Anwendung verdienen, und manchem Bergmanne sogar noch unbekannt sind. Um jedoch eine weitläufige, am Ende unverständliche Beschreibung zu beseitigen, ha¬ ben wir diese Tagrolle lab. I. käZ. r., im Aufrisse, und L'iZ. 2 und Z in Längen- und Querdurchschnitten, nach einem größeren Maßstabe, abgebildek. Nachdem die Gegend im Zusammenhänge abgemes¬ sen und verzeichnet war, bestimmte man den vorrheil- haflesten Punkt, von welchem die Rolle wcgzuführen sey. Es mußte hierbei vorher ein genaues Nive«. a ge¬ nommen werden, ehe man zu der Baute selbst schritt. Zuerst wurde, nach geschehener Absteckung der ganze» Anlage, das Sturzhaus errichtet, und von da aus die mit 44 Graden abfallende Rolle zu zimmern begonnen. Z2S ZN dem mit zL9 Graden sich verflachende Berggehänge sind von neun zu neun Schuhen nach der Tonlage, acht bis iszölligc Stempel oder Holzfäulen aufgerichtek, daß dieselben immer Paarweise stehen Ihre Entfernung nach der Breite der Rolle betragt von Mittel zu Mittel 4^ Schuh. Nach der Festig¬ keit des Grundes grub man sie drei bis sechs Schuh tief in die Erde. Bei sehr rolligem Grunde stehen sie aber noch auf Grundsohlen auf. Um ihre ungleiche Län¬ ge, die nach der Abdachung des Berges abnimmt, leich¬ ter zu treffen, spannte man von dem höchsten Punkte im Slurzhausc, der über fünf Lachter über das, Terrain er¬ hoben ist, bis zum untersten, der fast auf dem Erdreiche aufliegt, eine Schnur, welche die bestimmten 44 Grade Tonlage erhielt. Die Stempel verband man zugleich mit dem darüber gezapften Joche — Kappe — wodurch sie die erste Festigkeit bekamen. Als erst das tiefere Paar in der gehörigen Richtung fest gemacht war, wurde es leicht, alle übrigen durch bloßes Visiren von den beiden Endjochen zu bestimmen. Auf shlche Art wurden die Säulen mit ihren angezapftcn Jvchern der ganzen Roll¬ länge nach aufgesetzt, und dann durch Querbander und Seitenspreizen—- Lanzen — befestigt; jedoch so, daß eine ohne der anderen nicht weichen kann. Diese etwas stark scheinende,Verbindung ist allerdings erforderlich; denn es ist kaum glaublich, wie sehr eine doppelte Rol¬ le, d. i. mit zwei Fachern, oder Schlauchen versehen, Bestreben äußert, dem Abfalle des Berggehänges sich nachzuscnken. Auf diese Jöcher eingelaufen, liegen der ganzen Länge nach zu beiden Seiten über die Mittel¬ punkte der Säulen oder Stempel, sechs Lachter lange, sieben Zoll breite, und fünf Zoll dicke Lang- oder Straß- bäume, welche man übcrdieß mit langen eisernen Na¬ geln i»irch die Jöcher bis an die Stempel annagelke. Von diesen in die Duere von neun zu neun Schuhe» entfernt, liegen die zweiten behauten Jöcher, auf welche der Rollboden befestigt ist. Zu beiden Seiten und ir Z2I der Milte sind sie durchlöchert, worin die Aufständer—- hier Skuedln genannt — senkrecht auf der schiefen Roll- flache eingelassen sind. Hieran befestigen gute eiserne Nägel drei Zoll dicke Dielen oder Bretter, welche in der mittleren Scheidewand mit ihren Querschnitten zusam- samiuenstoßen, und nach Art der Dicpclbödcn in den Zimmern, durch starke hölzerne Nägel — Dievel— Haltbarkeit bekamen. Diese Scheidewand macht keinen Vorsprung, weil die Ständer gerade die Dicke der Die¬ len haben. Diese Dielen haben auf der inneren Flache eine Bekleidung oder Fütterung aus einzölligen kurzen Brettern, die bei den Seikenwauden aufrecht, und am Boden in die Quere befestiget sind, d. h. ihre Lage ist so gegeben, daß das abroüende Erz die Holzfasern ins Kreuz reibt, wodurch eine längere Dauer erreicht und die Auswechslung der beschädigten Brettchen erleichtert ist. Am unteren Ende theilet sich die Rolle in zwei Thei- le, um die Braun- und Spachciscnsteiue abgesondert in die Erzhalde einzustürzen. Nach der ganzen Rolllange, welche 40 Lachter vier Schuh beträgt, ist schief an beiden Seiten eine bewegli¬ che Bedachung aufgesetzt, welche man nach Art eines Deckels, in mehrere Stücke abgethcilt, mittelst eiserner Bänder und Stiften, wie bei einem Charniere aufyeben und niederlassen kann. Eine bewegliche Bedachung ist wegen Reparatur und Versetzung noihwendig; denn in den Wintermouaren kittet das Erzklein gerne zusammen, macht Knollen und Anhäufungen, die von Zeit zu Zeit fleißig abgestoßen werden müssen *). >) Die Dimensionen der Rolle selbst, so wir die Stärke der Holzsortttneute können aus der angcfugten Zeich¬ nung abgeiiommen werden. LI ZS2 Am Fuße des Berges ist die auf drei Seiten stand¬ haft gemauerte Erzhalde eingegraben. Die Mauer hat eine starke Böschung, und rückwärts der Halde, dann zu beiden Seiten sind die Futter oder Bergmauern auf- geführt, welche einen fünf Schuh breiten Absatz bilden, auf welchem man um die Halde, in der Hohe der Man¬ erbanke herumgchcn kann. Die Halde selbst ist in zwei Theile abgetheilt, worunter unmittelbar die r i Schuh tiefer als die Haldensohle liegenden Rostfelder, ausge- hobcn sind. Die zur Röstung kommenden Spatheisensteine fal¬ len theils von selbst, thcils zieht man sie mit einer Kratze in die vier Roststätten, oder wenn die Halde mehr aus- geleeret ist, werden dieselben mittelst Schaufeln und Trögen dahin gesetzt. Jedes dieser vier Rostfelder, die von einer Hauptmauer umgeben und nur mittelst Schei- dewändcu voneinander getrennt sind, wird im Lichten eine Länge erhalten von - - - 22 Schuhen Breite - - - - - io und Höhe - - - - —> Än stiller Fronst ist jedes Rostfeld iüit einem gewölb¬ ten Eingänge von sieben Schuhen Höhe versehen. Die Hintere Höhe steht in gleichem Horizonte mit dem Niveau des schnell abfallenden Gebirges. Die Sohle der Rost¬ felder wird einen Schuh hoch mit Lehm fest angestaucht, so, daß dieselben vom Eingänge bis zur Hinkermauer einen Schuh steigen, wie auch von den zwei Seitenmauern ge¬ gen die Mitte zu sechs Zolle sich erheben, und gleichsam einen Rücken bilden. In der Hauptmauer der Rostfel¬ der kömmt in gleicher Höhe der Sohle, ein 1 Schuh wei¬ ter, rings um offener Kanal, von welchem zwei bis drei Öffnungen auf jede längere Seite, und eine von der Hintcrmauer in die Rostfelder gehen. Die Scheidewände der Rostfelder selbst sind eben Z2Z so durchlöchert, und so glaubt man den Luftzug auf die möglichst stärkste Weise zu befördern, da er an der por- dcren Seite durch den Eingang, und von den übrigen mittelst des, sammtlichc Rostfelder umgebenden weiten Kanals, in dieselbe einströmen kann. Die Röstung selbst wird nach Anleitung eines im verstossenen Herbste zu Eisenerz abgcfnhrten Versuches mir Holz geschehen, und es soll nur soviel Lösche dazu verwendet werden, als durch das fleißige Ausputzen der Kohlen beim Hohenofen abfallt. Hier leistet sic Nutzen, dort aber ist sie schädlich; denn es ist eine bekannte That- sachc, daß dadurch der Oftngang gehemmt wird, wie es weiter unten sich erkläret. Jedes Rostfeld hat 2200 Schuhe Kubikinhalt, von welchen die unveränderten Pflinze den Kubikschuh pr. 112 Pfund - - - - Kubikschuh 1071. Die hierzu benöthigtcn drei soliden Klafter Holz machen - - - - 648 Und dessen beim Einlegen sich ergebende Zwi¬ schenräume mit j/z - - - 216 Zusammen L64 Der zur Beförderung des Luftzuges offene Raum zwischen den Lcgescheiken aufder Sohle des Rostfeldcs beträgt - ° 20a Die Lösche für die Pflinze macht 16 Faß aus, mit - - - - . - iFL In allem Kubikschuhe - 2290 2 1 . Z24 welche Summe dem ganzen Kubikinhalte eines Rostftl- dcs gleich kömmt, oder ihn auch in etwas übertrifft. Dies macht jedoch bei einer Aufkuppung der Eisensteine kein Hinderniß. Da die Braunerze schon durch den Vcrwittcrungs- prozeß mehr gesäuert und zur Schmelzung vorbereitet wurden, so kömmt zwar bei ihrer Verrostung die glei¬ che Menge Holz, aber stakt 16 Faß Lösche nur io Faß, oder 97 Kubikschuhe Nach dieser Verwendung kom¬ men daher ans 20 Cenlner Eisenstein 10, 8 Kubikschube Holz, oder — die solide Kubikklafter zu 20 Faß Koh¬ len berechnet—10 Kubikschuhc Kohlen, und da der Cent- ner gerösteter Eisensteine bei Lo Pfund Roheisen abgeben wird, so tra:e gerade auf einen Ccntner desselben ein Ku¬ bikschuh Kohlen. Der Röstungscalo wird bei den Pflin- zcn etwa 20 bis 24 , und bei den Braunerzen 13 bis so Pfunde betragen. Der ganze Einsatz kömmt mit vier Lagen in fol¬ gender Ordnung zu bestimmen: Erste Lage. Diese besteht aus einem Kubikklafter Holz, wovon auf der Sohle und nach der Lange des geschlossene» Rostfcldcs zuerst die parallel ein Schuh weit voneinander abstehenden Spalten Mr 1) Dass übrigens Lösche mit Holz bei der Röstung sehr gute Dienste leiste, haben die hiesigen Versuche be¬ wiesen. Man nahm zu 921 Ccntner Eisensteinen — Minzen — nur Kubikklaftcr Holz, und doch ßel die Röstung ziemlich vollständig aus. Berechnet matt daher den Ausschlag nach Hunderten, so treffen auf eine« Cenincr rohe Eisensteine Fass, oder 0,2920 Kubikfchuhc Kohlen, wozu man jevoch 4z Fass Lösche, die man hier nicht weiter benutzt, verwendet hak. Klüfte als Legescheite von unten auszusetzen, dar¬ aufeine dichte Lage Holz, welche jene durchkreuzt, endlich die zweite wieder kreuzweise, und so das ganze Klafter anzulegcn kömmt. Und nun bede¬ cken Eisensteine das Holz mit Zvo Centneru. Zweite Lage, mit einem Kubikklafter Holz, wel¬ ches jetzt dicht, zuerst nach der Lange, dann nach der Breite, und so die ganze Klafter fortgeschich- tct wird. Diese Lage Holz beschweren 400 Cent- ucr Eisensteine. Dritte Lage von einem Kubikklafter Holz, wird wie das zweite gelegt. Die Eisensteine pr. 400 Eentncr stud aber mit den 10 oder 16 Faß Lösche zu vermengen, und dann mit den noch rückständigen 100 Centncrn Eisensteinen, welche aus Grubenklein bestehen, der ganze Einsatz zu bedecken. Das durch die Rolle stets sortirte Grubenklein rö¬ stet sich bei der geringsten Hitze und gewahrt zugleich den Vortheil, daß diese in dem ganzen Rostfclde mehr zu¬ sammengehalten wird. Auf diese Weise glaubt man die Röstung am zweckmäßigsten ausführcn zu können, denn sic soll mit dem möglichsten geringen Brennmaterial ihre Absicht erreichen. Offene Rostfeldcr verlieren zu viel Hitze und lassen die Eisensteine auf der Oberfläche noch roh; geschlossene Rostfeldcr beseitigen hingegen diesen Fehler, nur muß der Luftzug von unten gut eingerichtet seyn. Wir haben gehört, daß durch die Röstung die fpä- lh'grn Eisensteine ihren Zusammenhang, ihr Krystallisa- tionswasscr und ihre Kohlensäure verliere», daß die Erd- Z26 arten und das Eisen.- und Braunsteinopydul noch mehr Sauerstoff aufiichmen, daß der Gchalr des Eisens in diesem Verhältnisse steige/ und überhaupt nicht allein die Schmelzung, sondern selbst die gesammle Hochofen-Ar¬ beit lrngemcin erleichtert werde. Der ihr zugedachte eigcnrlichc Eiscnverbrand bestätiget sich nicht; wohl aber mag das Ausbringen öder der Gehalt im Hundert de; Rohgrtes, aus dem Grunde geringer ausfallen, weil mit diesem nicht mehr so viel Braunstein verbunden ist, welcher durch die stär¬ kere Oxydation bei der Röstung, zum Lheil im Hohen¬ ofen sich nicht mehr reducirt, und mit der Schlacke ftrt- zugehen gezwungen'ist. Der Umstand endlich , daß ein sehr nahe aus dem Gebirge quellendes Wasser auf den noch glühenden Rost abzulassen der Antrag ist, bringt noch folgende Vortheiie: a. Daß der Einsatz sogleich verkühlet- und zum Hcr- «usnehmcn geeignet wird. k>. Verstauben nicht so viele Theilc, die den Arbeiter belästigen und bei der Gicht als Flugstaub ausgerie- bcn werden. e. Werden sie durch die schnelle Abkühlung ihres in¬ nigen Zusammenhanges gänzlich beraubt, zersprin¬ gen und sind weit besser, als durch irgend eine Quetschmaschine ausgeschlossen. Z. Wird das auf sie fließende Wasser theilweise zer¬ setzt, und jener O/ydationsprozeß zur Begünstigung der Schmelzung noch auf einen Höhen: Grad von Vollkommenheit gebracht. Diese so vorbereiteten Eisensteine werden nun "i dem Verhältnisse von z Braunerzcn und Pflinzen, i» Z 27 die Hütte zur Verarbeitung vorgelaufen , zn welchem En¬ de die Gicht mit zwei Vorsprüngen versehen ist. Der ei¬ ne nimmt die Eisensteine, der zweite aber die Kohlen auf, die hier durchaus von Tannen und Fichten in lie¬ genden Werken (Meilern) erzeugt werden, und oft weich und übertrieben sind. In früheren Zeiten, als noch in dem alten Floß- vstn, (welcher aufrecht erhalten wird), die Eisensteine verschmolzen wurden; hat man dieselben im Winter auf Schlitte», und im Sommer mittelst einspänniger Wä¬ gen hcrbeigesührt. Die Maßen dieses noch im brauchbaren Stande be¬ findlichen Floßofens sind: Vom Bodenstein bis zum Kohlensacke^ - 8 Schuhe, und von da bis zur Gicht - - 12 — daher im Ganzen - 20 Schuhe. Im Heerde hat er Weite - z Schuhe, — Zoll. — Kohlensacke - - L — —- — Bei der Gicht- - - 2 — 2 —> Die Zustellung war rund und ohne Rast. Die Form lag über dem Bodenstein 18 Zoll mit 2 H Graden Fall, war der Stichscite etwas nahe zugc- wendet, halte übrigens eine 1Zoll weite Mündung. Das Geblase bestand in zwei, an der untern Sei¬ te des* Ofens vorgesetzten und nach gewöhnlicher Art con- struirtcn Spitzbälgen. In Z22 Lagen find Gichten gefetzt worden n,8F4 A28 Wobei an Eisensteinen in die Verschmel¬ zung kamen - - - - 42,^72 Ctr. Und hieraus wurde erzeugt Roheisen 14,62z Ctr. Waschcisen - - - - 1089 — Zusammen 1^,717 Ctr. Das tägliche Ausbringen betrug demnach 152 Ctr. das Erzeugen aber 48 Clr., und der Cenlner Eisenstein gab Z7 Pfund Roheisen, so wie dieses 2^ Faß, oder 219,048 Kubikschuh Kohlen zu seiner Reducirung be¬ durfte r) Merkwürdig ist es, daß gleich »ach Erfindung dieses wichtigen Eiscnstcinlazers durch den damalige» bei der Kupferhütte in der iimcren Radmär vorgesetzten Ver¬ wes r, Johann Kappcitbcrgcr, schon ein Ofen von 16 Schuh Höhe erbauet, und diesem auf jeder Seite zwei lederne Sritzbälgc zugegeben wurden, von denen der Wtiid durch Lehmformen wirkte. Die Formgcwölbc waren znm Offnen vorgerichtct, und dieser zu jener Zeit geschickte Eisenhütte»«»«»» erzeugte nun in einem Gange Flossen und Maßen. Hatte nämlich der Ofen zu viel Kohle, ging cr also gahr, oder befand sich ein mehr gekohltes fluffiges Roheisen im Eistnkastcn, so ließ er dasselbe, wie cs heut zu Tage gewöhnlich ist, abstechen, und es erschienen Flossen. Waren aber zu wenig Kohlen, befand fich der Ofen im grellen Gange, und wurde das im Gestelle reducirte Eisen vor der Oxydation nicht hinlänglich geschützt, so setzte fich dasselbe — wie cs auch jetzt noch ost geschieht — ans dem Heerde, und verlor seine Flüssigkeit, weil cs we¬ nig gekohlt fich dem metallischen Zustande näherte. Dann ließ er im Formgcwölbc, wie bei den Stück- öfcn öffnen, hob die Masse heraus und schrottete sie in zwei Theile, während der Ost» wieder zugcstcllt und ins Feuer gesetzt wurde. §29 Die Erbauung der neuen Hütte hat nun diese Un¬ kosten aufgehoben, auch noch andere Vorthcile erzwcckck. Die Bestimmung dieses Platzes , so wie der Bau des Ofens selbst, Hieng von dem damaligen Verweser, Hrn. Johann Adalbert v. Prevcnhuber ab -— der durch seinen rastlosen Eifer und Thatigkcit, ohne Anweisung in die¬ sem öden Thale, sich so manche Kenntnisse erwarb und diese auf das Werk selbst anzuwcnden wußte. Diese im Jahre i8»F crbauete Hütte steht' beinahe am Fuße des Erzberges. Sie wird von dem inneren Nadmarcr Bache getrieben, hat im Lichten 88 Schuhe Lange und 48 Schuhe Breite. Der Ofen selbst steht zwei Schuhe von der Hinter- maucr, und zo Schuhe von jeder der zwei kürzeren Seiten entfernt, nach welchen die zwei Formgewölbe ge¬ öffnet sind, und das neue Geblase mit drei Cylindcrn auf jeder Seite hcrvorsteht. Er mißt 28 Schuhe im Vier¬ eck, hat bis zur Gicht zo Schuhe und ist übrigens ganz nach Art des zu Eisenerz befindlichen grast. Wrbnaischen und Ruprccht'schen Hohenofens construirt. Die Zustellung erhalt die nämlichen Boden- und Ge- sicllsteine, deren man sich zu Eisenerz bedient, und seine Maßen stimmen ebenfalls mit dem grast. Wrbnaischen Hochofen überein. Nach seiner Erbauung ward er mit vier Spitzbäl- gcn, nämlich zu zwei und zwei auf jeder Seite versehen, die in einem Waffcrregulator spielten, von dem eine Diese Manipulationsmethode der Vervollkommnung näher gebracht, durfte manchem Privaten, der sein Aohgut selbst zu verarbeiten pstegt, die ersprießlich¬ sten Dienste leisten. ZZo Düse den Wind in den Ofen führte. Der Kubikinhalt eines Balges beri ng Z2 Schuhe und sein Wechsel geschah rL Mal m einer Minute. Die Beschickung der Eisensteine beobachtete obiges Verhältnis; Zuschläge wurden nicht angewandt, da oh¬ nehin die''Buchecker späthigen Eisensteine noch Kalkcrde genug mit sich fühvrn. Das Wascheisen pflegte man aber wieder einzu- schmclzen, so,'daß ui der nachstehenden Schmclzcampagne 4,076 Ceutner, oder auf 24 Stunden iZZZ Pfund, und mit jeder Gicht 21 Pfunde durchgcsetzt wurden. Die MitseHnng des Waschcisens bringt übrigens dem Eigcnthümer eines Werkes wohl nie Schaden ; denn wir sind in mehreren Hütten hinlänglich Überzeugt wor¬ den, daß man nicht den geringsten Abgang desselben, wohl aber ein reicheres Ausbringen der mir verschmolze¬ nen Eisensteine erlange; keinen Abgang, weil dieses Ei¬ sen ohnehin gekohlt ist, und daher in der Kohlungssäule noch mehr Kohlenstoff aufnimmk, wodurch es sich bei dem cinfallendei! Windstrome iw Opydakionsraume, vor der Säuerung und Verschlackung desto leichter zu schützen vermag. Ein reicheres Ausbringen der Eisensteine selbst er¬ folgt aus dem Grunde, weil durch die größere Masse des Eisens die Anziehungskraft der homogenen Theile schnel¬ ler zu wirken, und dasselbe um so leichter von den auf¬ gelösten Schlacken sich auszusaigern, im Stande ist- Endlich gewährt jener Zuschlag wegen der stärkeren Koh¬ lung noch den Vvrtheil, daß eine Versetzung des Ofens nicht so leicht zu befürchten ist, und wenn sich dieselbe ja ergibt, ein kräftiges Mittel zu seiner baldigen Auflösung ist. Wenn man beim Lusblasen des Ofens, oder etwa durch die Aufhebung des Tiegel/—-- Flosscnbcltes. — Ei- senbrockcn von fünf, sechs und acht Centnern schwer er¬ halt , so pflegt man diese, wenn sie nur die Gichlöffnung pastircu können, ohne Gefahr, wie das Waschciscn zu behandeln. Die beträchtlicheren Stücke Roheisen gehen durch den Schacht zwar mit einer Weißglühhitze, aber doch, immer noch ganz, bis zur Forme nieder, wo sie sich bei ihrer weiteren Senkung dann auf ein Mal auflösen, und durch den noch weiteren Niedergang in dem Eisenka- flen plötzlich verschwinden. Der Eifensteinsatz wird bei Äufgebung solcher Stücke nicht vermindert, und dies ist sehr einleuchtend, da dieses Roheisen mit Aufnahme ei¬ nes Anthcils von Kohlenstoss, der im Ganzen auf die Reductton der Erze keinen bemerkbaren Abgang verur¬ sacht, bloß zu seiner Auflösung der höheren Temperatur bedarf. Eine Schmclzcampagne betragt gewöhnlich 24, Zo, und mehr Wochen, nach welcher der Ofen meistens neu zugestcllt, oder auch nur mit Lehm ausgcbessert wird. Nach einer Mittclzahl der Jahre, arbeitete man mit diesen vier Spitzbälgen ZvF Tage, während denen 8r,vLL Ecntncr Eisenstein im Ganzen; täglich aber 2Z« bis 2Z4 Centncr gesetzt wurden. An Holzkohlen verbrannte man - .52,687 Faß, — Torfkohlen ------ — Zusammen - FZ,F9o — Oder täglich ------- 176 Faß, Was die Anwendung des Torfes betrifft, so glau¬ ben wir bemerken zu dürfet!, daß 'jene F2,'687 Faß Holz-' Zohlen allein beinahe das nämliche Resultat in Hinsicht ZZ2 des Aufbringens, der Erzeugung und des Kohlcnver- brandes würden gegeben haben. Man stürzte bei dem Versuche stets nur das siebente Faß Torfkohlen, und wir können daher nicht die gehörige Füllung desselben, noch die Ersparung an Kohlen erwägen, sondern nur einen Versuch anführen, welcher vor einigen Jahren bei dem Eisenwerke im Nillersee in Tyrol mit aller Genauigkeit und Aufopferung einer beträchtlichen Summe Statt sand. Es war Moor-, etwas Pech- und Rasentorf, der sorgfäl¬ tig getrocknet und sodann in stehenden Meilern verkohlt wurde. Die Kohlen hieraus hatten ein sehr schwarzes Ansehen, einen hinlänglichen Zusammenhang, aber eine große Leichtigkeit. Sie bewiesen indessen, im Hochofen so wie im Zcrrennfcuer in größerer Menge angewendct, ihre Untauglichkeit, und in kleinen Parkhien einen sehr geringen Vortheil. Wenn nun, wie oben gezeigt wurde, nur das Ge¬ bläse die Grade der Temperatur bestimmt, und durch die stärkere oder schwächere Herbeiführung des Windes auch dieselbe erhöht oder vermindert werden kann; so ist cs im Gegenlhekle zur Erreichung des ersten Zweckes eben so nothwcndig, daß Körper im Ofen seyn müssen, die den in der zugeführten Luftmasse enthaltenen Sauerstoff im Verhältnisse seiner Einströmung sogleich zersetzen können. Ein Brennmaterial also, welches in gleichem Raum¬ inhalte den meisten Kohlenstoff enthält, wird auch mit der Grundlage der durch das Gebläse erhaltenen Lebens¬ lust am ehesten sich verbinden, und die größte Hitze hcr- vorbringcn. Da aber die Torfkohlen diese Eigenschaft nicht besitzen; da sie wenig Kohlenstoff, und diesen noch im stärkeren Grade gesäuert enthalten, so erweist sich ih¬ re Unbrauchbarkeit da, wo eine sehr hohe Tempcra-nr erforderlich ist, von selbst. ZZZ Der Nasen- oder Wurzelkorf besitzt noch die mei¬ sten unveränderten Theile; der Papier-, Pech- und Moor¬ torf hingegen gnd meistens Produkte verwester Vcgeta- bilien, die schon zerlegt und gesäuert sind. Aus diesem Grunde wird dann auch bei der Verkohlung noch ei» großer Therl des Kohlenstoffes abgeschieden, und der Über¬ rest selbst noch gesäuert bluben, so wie ferner auch jene Pflanzen, deren Rückstand den Torf ausmachen, selbst in ihrem unveränderten Zustande noch wenig Holztheile, daher auch wenig Kohlenstoff enthalten, und dieser Man¬ gel auch der aus dem Torfe erzeugten Kohle zukömmt. Eine vortheilhafte Mischung der Torfkohlen ist also im Hohenofen, wie im Zerrennfeuer nur in dem Falle denkbar, wenn der Sauerstoff, der durch das Gebläse herbeigcführten atmosphärischen Luft nicht im Verhält¬ nisse mit dem Kohlenstoffe der Kohlen steht; wenn er zu gering ist, um diesen zerlegen zu können. Der Fall kann sich mit Steinkohlen oder lauter harten Holzkohle!! ereignen, wo man soeann mit Torfkohlen den Raum vergrößert, und den Kohlenstoff-Inhalt in demselben vermindert har. Werkstatte, in denen keine so hohe Temperatur uvthwendig ist, als zum Beispiel: Skreckfeucr, Glühe- hcrdc, u. s. w. bedienen sich derselben mit Vortheil und wirklicher Holzkohlen-Ersparung , aber stets Zum Nach¬ theil der Zeit. Die jährliche Roheisen-Erzeugung in der Campagne von ZOL Tagen belauft sich, nach Abschlag des Wasch¬ eisen- Zusatzes von - - - 4067 Ckr. An Flossen auf - - - 26,0^7 — —- Waschwerk - - - 2yz6 — sind in Allem auf -8,992 Ctr. ZZ4 Die tägliche Erjeugrmg ging von 90 bis 114 Centner. Hundert Pfunde Eisensteine geben 40^ Pfund Roh¬ eisen, und ein Centner von diesem brauchte zu seiner Gewinnung r^Faß, oder 17,0272 Kubikschuhe Kohlen. Als nun im Jahre 1807 das Schmelzhaus sein Ge¬ bläse und sein ganzes Holzwcrk durch einen Brand ver¬ lor, so hat man bei seiner Wiederherstellung statt der vier Spitzbälge sechs Kastenbälgc: nämlich drei zu jeder Seite mit einem ebenfalls veränderten Mechanismus hin- gebauck. Die Kastenbalge hakten zu jeder Sekte vier Schuhe, und einen Z kschuhigen Hub. Mit einem 12 bis iüma- ligem Wechsel in einer Minute, oder sechs bis achtmali¬ gem Umgang der Welle, sollten nun dieselben 40Z2, bis L84» Kubikschuhc Lust in den Ofen abschicken, in¬ dessen war die Differenz zwischen der verdruckten und der durch die Düßen ausgestoßenen Lust äußerst beträchtlich. Die Ursache war, weil das Ganze aus frischem Holze zur Winterszeit angefcrtigek und sogleich eingesetzt wurde. Kästen und Kolben bekamen allenthalben Risse und Sprünge, aus denen der Wind stromwcise entwich. Diese Fehler waren auch nicht mehr zu heben. Mit diesem Gebläse arbeitete man iä-Jahr. Wäh¬ rend dieser Zeit kam weder das wöchentliche Aufbringen, rioch auch die Erzeugung wieder so hoch, als mit den Spitzbälgen. Da man also um ein Ansehnliches zurückblieb, so wurde im Jahre 1809 beschlossen, ein Gebläse mit sechs Eplindcrn, nämlich drei auf jeder Seite des Ofens, hin- zuzustellen, wie cs die Zeichnung lab. 2. r und 2, Kann Lasel Z b4g. i vorstester ZZF Die Cylinder selbst, sind nach Art von Tonnen aus- gefertigt, welche aus vier bis sechs Zoll br.-re -, und vier Zoll dicken Dauben bestehen, zwischen welchen zur sicheren Verhaltung des Windes < * Zoll breste Stäbe cingezogcn wurden. Oberhalb erhielten die tauben eine Zoll riefe Einkerbung , worin man den fünf Ze ll starken Boden einseyke. Übrigens halten vier Schliechnfe das Ganze zusammen. Die innere Fläche des Cylindeis wur¬ de von Ästen ganz gereinigt und mit Beuten ausgesetzt, so wie deren Glatte zur Verminderung der Reibung, nach gehörigem Äushobcln mit Bimsstein und Zmnktnul noch mehr befördert wurde. Auf dem Boden der umgestürzten Cylinder, durch welche der Wind ausgcdrückt wird, ist eine Öffnung mit einem Ventil, welches ein Windkästchen bedeckt, das an jenem angeschraubt ist, so wie die damit verbundene ku¬ pferne Röhren auf gleiche Weise befestiget sind. Die Kolben bestehen aus drei Tbcilen, nämlich aus dem Mittel-, dem oberen und unteren Stücke, welche durch hölzerne Schrauben zusammen gehalten werden, und in der gejammten Dicke sieben Zolle messen. Das obere und untere Stück erhielten einen Durchmesser von funfSchuh, i i Zoll, sechs Linien, so, daß die Cylin¬ der auf jeder Seite drei Linien Spielraum haben. Der Durchmesser des Zoll starken Mitteistückes betrug aber Uur fünf Schuh io Zoll; daher blieb für jeden Radius rin Zoll Entfernung von der Fläche des Cylinvcrs, und ein Einschnitt gegen das untere und obere Stück von ueu,i Linien. Diese Vertiefung ist nun nach dem ganzen Umkreise mit einem einen Zoll dicken schwach gesponnenem Hanfseile Z-i-mal umschlungen, so daß dieses jetzt schwa- che drei Linien über den unteren und öderen Thcil des Kolbens hervortritt, und gerade im Cylinder noch leicht auf- und abgeht. Diese Vorrichtung soll die Reibung brs Holzes aufHolz beseitigen , und der in Ohl getränk¬ te Hanf dieselbe iiberba'upk vermindern. ZZ6 Das obere Kolbenstück erhielt vom äußersten Um¬ kreise gegen den Mittelpunkt hm einen vier Zoll breiten schrägen Einschnitt, in welchem ein vier Zoll breites Sohlleder ein Zoll hoch an der inneren Flache des Cp- linders aufgebogen, und mittelst eines aus mehreren Segmenten bestehenden eisernen Ringes festgeschraubt ist. Auf die gehörige Stellung des Leders kömmt außeror¬ dentlich viel an ; vier Mal schraubte man das Leder auf, und eben so oft fanden wir uns genöthigt, dasselbe her- «bzunehmen. Endlich ward das Leder ein Zoll hoch ge¬ spannt, und cs ging nach Wunsch. Ist cs zu hoch, so biegt sich das Leder um und laßt Wind durchziehen; ist cs niedriger, so stemmt cs sich an den Seitenflächen des Eplinders zu sehr. Übrigens konnte man den Fehler — ohne Geschrey einiger Mißgünstigen zu erregen, welche den Verdruß ih¬ res Nebcnbeamten mehr, als den Nutzen ihres Fürsten wünschen — hier nicht mehr beseitigen, da das Leder zu hart und zu fest war. Jeder wird leicht cinsehen, daß zu dieser Absicht eine sehr gut bearbeitete Kuhhaut erforderlich ist, die zwar mittelmäßig dick, aber weich und dennoch sehr elastisch seyn muß. Trankt man nun dieses Leder noch in Fischthran, (denn Leinöhl macht es zu hart), so wird es seinem Zwecke ganz entsprechen. In der Mitte des Kolbens ist die Venrilöffnung an¬ gebracht, dessen Deckel in einem Charnicre laust und mit einem Hebel in Verbindung steht, der die überflüssi¬ ge Schwere desselben aufhebt. Die Kolben sind auf ein Gestützte (Gestelle) angeschraubt, an welchem unterhalb drei Kreuzhölzer befestigt sind, welche die zwei Gcleits- saulen einschließen und an ihnen aust und abgehen. I" der Mille ist ein eiserner Schuh befestigt, der auf jeder Seite einen erhabenen Rand hm, damit die im Wage¬ baum aufruhende Scheibe (Frictious-Rolle) stet- diese Richtung bei ihrer Bewegung behalte. Z47 Auf jeder Seite steht ein Regulator^ der den Wind von den drei Cylinbern erhalt. Es ist ein langlicht vier- «ckichter Kasten von vier Zoll dicken Brettern zusammen- gefalzt, die ebenfalls mittelst durchgezogener Stäbe mehr Haltbarkeit erhielten. Gegen den Ofen zu ist in ihm eine Ocffnung angebracht, von welcher die Windlutte ausfuhrt,, die durch einen r6 Zoll langen ledernen Schlauch mit der Düse in Verbindung steht; damit aber das Leder nicht herabglcite, so sichert an beiden Lheilen rin eiserner Schraubring die Haltbarkeit. Gegen die Seite der Balge hin ließ man drei run¬ de, im Durchmesser neun Zoll betragende Oeffnungen, an welche die kupfernen Röhren, die von den Bälgen dahin führen, angeschraubr sind. Von gleichem imiern Durchmesser, als der des RecipienteN, ist ein lederner Regulator auf ihn ange¬ bracht, der auf dem oberen Thcile einen hölzernen Bo¬ den hat, worauf die Gewichte zur Regulirung liegen. In dessen Mitte steht ein Zoll dicker eiserner Stab senk¬ recht, der sich in einer Hülse bewegt und beim Auf-und Abgehcn des Regulators diesen immer in gleicher Rich¬ tung erhält. Der Mechanismus besteht aus dem Wafferrade, der Welle mit ihren einhübigcn Wcllfüßen, und den von un-- ten angebrachten Wagebaumen. Das Wasserrad ist 17 Schuhe hoch und vier Schuhe breit. Der Kranz desselben hat 14 Zoll, in welchem 44 Schaufeln in einer i «zölligen Entfernung des inne¬ ren Umkreises angebracht sind. Die Riegelschaufeln sind in anderthalb Theilungs- punkte gestellt. Das Ra- hat vier Haupt- und vier ÄL8 Hülfskreuze, in welchen die Welle angesteckt und ver¬ keilt wurde. Die Schußrinne hat im Lichten drei Schuh zwei Zoll Breite und drei Zoll Höhe; sic steht bis auf zwei Zolle an das Rad, fällt in die dritte Schaufel und laust mit dieser Ricgeifchaufel parallel, damit das Wasser sich nicht verschlage, sondern ungehindert den Boden der Stoßschaufel anfalle. Von dieser läuft endlich ein Man¬ tel über das Rad hinab, der mit ihm gleiche Breite Hai, ein Drittheil des Umkreises einschlicßt und einen Zoll davon absicht. An der Welle sind drei einhübige ganz nach der practischen Anleitung des königl. bayerischen Herrn Landes - Directions - Rath Joseph Bader construirte Well¬ füße angebracht. Sie sind drei Schuh sieben Zoll hoch, und ins Drittel gestellt, von Holz verfertigt, mit einen Zoll dicken und vier Zoll breiten eisernen Ringen um¬ zogen. Die Wagebaume bestehen aus zwei zusammenge- bimdtnen Stücken, milche zusammengeschraubet sind. Ihre eigentliche Hebelslange beträgt 19 Schuhe, wovon die der Last neun, und die der Kraft io Schuhe mißt. An beiden Enden derselben find die Friktionsrader ange¬ bracht , wovon die unter das Gestühl/ des Kolbens an- grcffende 24, und die, worauf die Wcllfüße drücken^ Zs Zolle im Durchmesser haben. Die größeren Schei¬ ben liegen beim horizontalen Stande der Wagcbaume, senkrecht unter der Axe der We e, die kleinen hingegen genau unter dem Mittelpunkte der Cylinder und ihrer Kolben. So wie nun das Rad in Bewegung gesetzt ,) I. Baders Beschreibung der Theorie des englischen Splinder- Geblases mit Zusätzen. Z.ZA wird, fangen die cinhübigen Wellfüße auf die größeren Scheiben zu drücken an, gehen abwärts, und auf der andern Seite steigt der Wagebaum, welcher nun das Ge- stichle und mit diesem den Kolben in die Höhe hebt, und die zwischen diesen und dem oberen Boden des Cylinders befindliche Lust, durch das geöffnete Ventil nach oben auLdn-ckt. Der Hub beträgt drei Schuh zwei Zoll, daher die verdrückte Luftmaffe in einem Cylinder 89, 49 Kubik« schuhe. Werden demnach in einer Minute sechs Hübe gemacht (welches sehr leicht geschehen kann) , so er¬ hält der Ostn binnen dieser Zeit aus allen sechs Cylin- der» Z2 2i,6ch Kubikfchuhe Luft. « Die Menge des für ein Rad in einer Minute be« nöthigten Aufschlagwaffers, beläuft ßch auf rZo Ku- hikschuhe. Die Zustellung füx dieses Gebläse war folgende z H v h e n. Nom Bohenstein bis zum Kohlensacks 7 Schuhe, welcher nun drei Schuhe gleich weit ist, und mit diesem bis zur Gicht mißt ----- 2Z —- * Gestammte Höhe Zv Schuhe. Werte n. Schuhe. Zoll. Am Bodcnstein « - - z K Von der Abstich- zur Hintersteste ist er etwas enger. In dem Kohle,istacke - 6 Bei der Gichtmündung - « , 6 Der Schacht ist durchaus rund. S2 - Z4s Die tiefere Forme steht som Bodenstein 14, und die höhere 17 Zoll entfernt. Diese ist von der Ccn- trallinie sechs Zolle gegen die Rückwand, jene vier Zoll gegen die Brust gesetzt. Beide liegen zwei Zolle in dem Herde und haben Zn ihrem runden Auge einen Durchmesser von drei Zoll. Die Düsen stehen in jedem Eßeisen sieben Zolle von des¬ sen Mündung entfernt und ihr Durchmesser beträgt drei Zolle -). In Rücksicht der Weite des Ofens glaubte man sich aus dem Grunde von der alten Zustellung nicht weit ent¬ fernen zu dürfen, als diese für eine groß-re Masse Wind schon früher bestimmt war; und da wir überhaupt den Eggerschcn Hohenofen in Vordernberg, so wie den grast. Eggcr'schen in Karnthcn nur am Bodensteine von einer breischuhigen Weite fanden, wobei die am letzten Ofen angebrachten vier Kasteitbälgc eine Lustmasse pr. Minute von 270,0 bis Zoo« Kubikschuhe geben; da ferner die¬ ser Ofen mit dem besten Erfolge, dessen wir einst in der Beschreibungdcr kärnthnerischen Eisenwerke zu erwähnen grden len, forlzufchmclzcn pstegt, so dürfte seine Weite hinlänglich seh». Indessen zeigte sich wirklich, baß bei der zehnten Umlricbswo.che, während welcher Zeit man das Gebläse unr vier Mal wechseln ließ, die Ausbrcnnung der Formsteine schon ziemlich stark geschah. Allein die Ursache dieser zu frühen Ausbreynung liegt nicht in dem engen Gestelle, sondern in der Untauglichkeit der Ge- stellsieine, die man oben beschrieb, und zugleich ihres Kalkantheils erwähnte. Um jedoch zur Überzeugung zu gelangen, so wird mau bei der nämlichen Höhe des r) Eigentlich solle« bas, For«-U^ge »m zwei Linien weiter, als jenes der Düse ftpns indessen erweitert sich jenes durch das öftere Reinigm bald von selbst. Z4* .Ofens, die nicht mehr verändert werden kann, die Er¬ weiterung von einem Schuh am Bodenstein, und einem Schuhe im Kohlensacke, bei der zweiten Schmelzcam¬ pagne vornehmen. Der größte Nutzen würde jedoch, sowohl für die Eisenerzer, als auch für den Radmärer Ofen, die Her¬ beischaffung besserer Gestell- und Bodensteine seyn. Jene wird man in hinlänglicher Menge von Lrafayach gegen St. Michael hin antreffen, da der Zug dieses Urgcbir- ges an der rechten Seile des Murflusscs sich bis in vas salzburgische Lungau erstreckt; diese aber würden durch den schöne» Serpentin, der in Waydhvfen und beiÄrau- bat im Murthale sich vorfindet, ersetzt. — Endlich wür¬ de man, außer der Reihe der hiesigen Übergangskalk- gebirge,noch manchen besseren Sandstein entdecken, wenn nur eie Hand eines verständigen Geognosten ihm nach¬ spüren dürfte, dessen Fackel, so wie die des Hüttenwe¬ sens, hier so dunkel brennt. Allein wir kommen zu weit von unserem Ziele, und kehren daher zur Betrach¬ tung des Ofens zurück. Vierzehn Tage früher schritt man zur eigentlichen Ausalhmuug des Ofens, und da die Elastizität derWas- serdämvfc lehrt, daß bei jedem Ofen nur eine stufen¬ weise Auswärmung vorgenommen, daher anfänglich der¬ selbe nur erwärmt, erhitzt, dann geglüht, und jetzt erst in Gang gesetzt werden soll; so verlegte man anfänglich den Bodeustein und den untersten Schachtkranz mit Zie¬ geln und zündete sofort trockenes Scheitholz vor dem offenen Abstiche gn. Durch die in den Schacht einzic- hende Flamme wurde jene Absicht ganz langsam erreicht! denn diese Feuerung ward etliche Tage bei der mit einer eisernen Platte nicht genau verschlossenen Gicht fortge¬ setzt , bis man endlich die oben erwähnten Ziegel her- ausnahm, den Ofen reinigte und ihn mit etlichen Faß Kohlen füllte, dir oft bei erneuertem Aufgcben »jeder- Z4- brannten und die attmählige Erhitzung des Schachtes bewirkten. Am fünften Lage vor der Anlassung wurde endlich der ganze Ofen mit Kohlen vollgestürzk; 8« Faß mach¬ ten seine Füllung aus. Diese entzündete man langsam, und durch öfteres Nachschütten wurde die Glühung des Schachtes erreicht; damit sich aber der Schacht etwas überziehe und verglast, so hak man etliche Sätze von Schlacken aufgegcben und sodann am zweiten Tage den Oftu in Gang gesetzt. Diese Vorarbeit ist jedem Hüttenmanne umsomehr zu empfehlen, besonders wenn die Gestellstcine Quarz in größeren Stücken enthalten , welcher zu springen nnd sich abznlöstn pflegt, als sonst der ganze Ofen auseinander getrieben wird, die eisernen Schließen bersten, und hier¬ durch die Qftn die größten Risse und Sprünge erhal¬ ten, wie dieses hier der Fast ist. Der Kohlenfatz. wurde sogleich als unveränderlich zu einem Faß, oder Kubikschuh angenommen. Erscheint gerade den Inhalt zu haben, daß die Kohlen und die Eisensteine gehörig sich untereinander vermischen können; denn ein zu kleiner Kohlensatz ermüdet die Ar¬ beiter, ein zu großer bringt aber den Nachtheil, daß die untersten Schi ften der Kohlen oft zu bloß in das Ge¬ stelle kommen; da dann die Eisensteine wieder allein er¬ scheinen und die Absicht der gehörigen Reduzirung ver¬ eitelt wird. Übrigens wird hstr beim Kohlensatze beobachtet: o.. Daß die Kohlen von der Lösche soviel möglich ge» reiniget werden, indem diese, besonders wenn noch etwas kleinere Eisensteine, (welcher Fast sich oft ereignet), damit gestürzt werden, dem Ofen in seinem ordentü- Z4Z chen Gange nachtheilig sind. Denn es entsteht dadurch, wie wir uns ost überzeugten, in dem Schachte eine un¬ durchdringliche Decke, durch welche die Gasarten sich nicht verflüchtigen können und die Hitze nicht empor zu steigen vermag; die Satze bilden dann nicht selten über der Form eine Brücke, welche das stärkere Niedergehen derselben verhindert. Da nun aber die Zersetzung in dem Ogydationsraumc dennoch vor sich geht, so fährt oft das Feuer aus der Forme so lange hervor, als že¬ ne Brücke noch festhält; säugt sic aber an zu brechen, so wird der ganze bisher ausgchöhlte Raum ausgefüllt, die Gichten stürzen mit Gewalt herab, die Zersetzung und Auflösung kann sodann in dieser großen Masse nicht mehr in der gehörigen Zeit geschehen, und so erfolgfeine Versetzung des Ofens, so wie vorher aus Mangel drr Eisensteine ein Angriff auf das Gestelle geschah.— b. Daß kleinere und größere, gute und schlechte Koh¬ len , soviel möglich, in eine gleichförmige Mischung ge¬ bracht werden, und endlich c. Daß das Kohlenmaß immer glcichvoll zur Stür¬ zung gelange. Mit dem ElftnsteinsaHe, der nur allein veränder¬ lich ist und sich nach dem Gange des Ofens richtet; such le man das bestimmte Verhaltniß der Kohlen zu treffen, daher fieng man lyit 60 Pfunden pr. Faß an, und stieg bis auf i6o Pfunde. Die Eisensteine werden in Truhen, mit einem Ra¬ de yerfthen, oder in eine sogenannte Lcmfkarrc ge, setzt, vor die Gicht kingelaufen, getrocknet, druin abgewogen, numerirl und bezeichnet. Ihr Gewicht steig; von 60 Pfunden auf Zo, ioo, 120, 14a, l6o/ja sogar auf i xo; die Differenzen dieser Maßen betragen also immer so Pfunde. Z44 Wik glaubten uns der Genauigkeit soviel als mög¬ lich genähert zu haben, indem die Nässe keinen Unter¬ schied mehr verursacht, und das Steigen und Fallen des Eiscnsteinsalzes von 20 Pfunden, bei der Leicht- fiüsstgkcit der Eisensteine, jederzeit der Correctur des Äsens entspricht. < Die große Kälte hingegen, welche die nassen und aus der Grube frisch gewonnenen Eisensteine ans eine kurze Zeit des Jahres gefrieren macht und so auseinan¬ der dehnt, daß der nämliche Rauminhalt für dasselbe Gewicht nicht mehr hinlänglich ist, veranlaßt zwar ei¬ nen Jrrkhum, allein dieser ist durch ein Paar Versuche und Vergleichung des kubischen Inhaltes mit getrockne¬ ten Erzen, bald gehoben. Und da endlich die Eisensteine nicht alle von glei¬ cher Größe sind, da mit den Stufen, welche unter der sorgfältigen Leitung des Herrn von Prevenhubers etwa zwei Nüsse groß waren, auch Gruben- oder eigentlich Erz¬ klein mit kömmt; so sind beide, gehörig untereinander gemengt, schon in die Hütte zu stürzen, und eben so für die Satzführung aufzugeben. Es ist übrigens ein Vorurkheil, daß man hier noch durchaus das Erzklcin für minder eisenhältig, als die größeren Stücke ausgibt. Denn was vyn diesen schon sn der Scheidung abbrach , sich während der Förderung, Stürzung und Herbeiführung auf Wägen verrieb und thcilte, das kann ja doch noch als Theil gedacht wer¬ den, der von feinem großen Stücks nicht im Mischungs¬ verhältnisse , folglich auch nicht im Eisengehalte verschie¬ den scyn kann. Vielmehr getrauen wir uns zu behaup¬ ten , daß Eisensteine zu lauter sehr kleinen und gleich¬ förmigen Thcilcn geschieden, in der Verschmelzung den kleinsten Kvhlcnverbrauch «usweiftn müßten, wovon dis Ursache am Tage liegt. Z4Z Um die Richtigkeit der Satzführung , und zugleich jede Abweichung stündlich, täglich und wöchentlich so¬ gleich übersehe», miteinander vergleichen, und die Ur¬ sache des etwa veränderten Ganges hieraus sehr leicht er¬ gründen zu können, sind zwei Gichten - Tafeln aufgehangt, welche lak. IV. vereinigt vorstellt. Die eine enthalt in ei¬ ner Reihe von en'zu 12 Stunden, jede mit einem Striche bezeichnet und gesetzte Gicht. Für die Kohlen ist diese? schon zu einem Faß angenommen, und die etwaig? Veränderung des Eisensteinsatzes wird durch eine an jene Reihe oben angchängte Nummer des Gewichtes an- gedeutet. Die zweite Tafel zeigt aber in Kolumnen für jede Schicht die Summe der durckgesetzten Gichten, der Koh¬ len und der verschmolzenen Eisensteine, so wie das Ge¬ wicht des hieraus erzeugten Roheisens. Am Vorherde wird nach 20 Gichten, die 24 bis Z4 Centncr Eisensteine betragen, und wenn übrigens der Gang des .Ofens sich in der Ordnung befindet, Ei¬ sen und Schlacken miteinander abgestochen. Eine Flosse wiegt neun bis iZ Centner. Der Tiegel, worauf das Roheisen abgelassen wird, besteht, wie zu Eisenerz, aus Gestübc, der alle Sonn¬ tage in der Früh neu gemacht, fest augestaucht, und hierauf mit sechs Faß Kohle» ausgewarmt werden muß. Statt das Roheisen auf einen Gestübe-Tiegel abzulas- sen, (welches in der Radmar allein jährlich mit Koh¬ len, Arbeitslohn und Verhinderung des Hochofenganges, mehr als iLvo Gulden kostet), haben wir den Vor¬ schlag gemacht, sich eines eisernen Herdes zu bedienen, dessen Zinsen jährlich etwa 60 fl. ausmachen dürsten- Es kömmt nur bloß darauf an: a) ob er aus geschmiedeten einen Zoll dicken. Z4ü fernen Platten , die nach Art der Sglzpfannenbleche zu- sammengeschraubt werden müßten, oder ans einer Platte, von Roheisen gegossen, be¬ stehen dürfte. Ersteres laßt nur noch den Zweifel übrig, ob das geschmolzene, besonders das hier sogenannte luckige, oder sehr wenig gekohlte Roheisen, sich nicht etwa auf der Platte ansetzen, und damit zusammen schweißen würde. Dies ließe sich jedoch zuverlässig durch jedes¬ maliges Bestreichen mit Lehmküuchc ganz beseitigen. Eine etwa drei Zoll dicke, von dunkelgra rem Roh¬ eisen gegossene, auf beiden Seiten aufgebogene und lang¬ sam verkühlte Platte, die sodann nie zerspringen, oder sich biegen wird, laßt keinen Zweifel übrig, dieser Absicht vollkommen zu entsprechen, um so weniger, da Roheisen mit sich selbst tstcht schweißbar ist, wovon der Schaalenguß den deutlichsten Beweis gibt. Die Produkte der Schmelzung, als Roheisen und Schlacken, theilen sich im Ganzen in dieselben vier Gat¬ tungen ab, wie jene bei den Schmelzofen zu Eisenerz; yur ist noch zu erinnern, daß überhaupt die spathigen Eisensteine in der Radmär nicht so leicht, wie dort zu schmelzen sind, denn sie scheinen mehr Thon- und Talk¬ erde mit sich zu führen. Dieses ist denn auch der Grund, warum gewöhnlich die Flossen etwas spröder, und ihre Schlacken nicht so vollkommen verglaset sind. Sehr weiche oder luckige Flossen, hat man in früheren Zeiten, als die Röstung der Eisensteine noch ansgeübt und dieselben in einem i zschuhigen Ofen Ver¬ blasen wurden, in großer Menge erzeugt. Jetzt sind sic selten und nur der Vorbothe eines versetzten Ofens. Um desto gewöhnlicher ist aber jenes Roheisen, welches von 347 Woche zu Woche, von gleicher in den Silberglanz über¬ gehenden Farbe von mehr strahligem als körnigem Bru¬ che besteht. Jene Flossen geben besseres Schmiede-Ei¬ sen, diese aber liefern einen vorkrefssichen Stahl, wozu sie anch größtcntheils verwendet werden. Die Ursa¬ che davon werden wir bei dem Zerrennprozesse, weiter anfükren, znm Theil ergibt sie sich aber schon aus der Be¬ schreibung der Roheisengattungen von Eisenerz. Die Schlacken kommen in das Pochwerk, worin das Waschciscn gewonnen wird. Dicß wirft auf den Cenlncr Roheisen sechs bis sieben Pfunde ab, und wird gegenwärkig, so wie das Roheisen, theils in die eigenen Hammer verwendet, theils aber an Private debitirt. Aus dem beigefügken Manipulaiions-Ausweise ist das Ausbringen und die Erzeugung dieses Hohofcns zu ersehe«; man schmolz noch mit rohen Eisensteinen und einem vier bis fünfmaligen Wechsel der Balge. Wegen der Entfernung der Herren Verfasser vom Druck¬ orte, bittet man die deshalb vielleicht eingefchliche- nen Druckfehler z» entschuldigen- ' Anzeige der vorzüglichsten Schreib- und Druckfehler, welche durch den Abschreiber und durch die Entfernung des Verfassers vom Druckorte einschlichcn- Seite- Zeile. >6 /j von oben statt Genognostische, lies Geognostische. ä, >- — — nicht allem, bleibt weg. — st. sondern, lies ja. S> 7 — — st. und man mochte auf, l. und man möchte auch auf LS > von unt. Anmerkung si. 53. l. -g und 3». 73 5 von oben st. Braunstein, l. Brauneisenstein. S« >7 — — worin er so gern vorkommt, bleibt ganz weg. g- 21 — — st. zurückgesetzt, l. znrücksctzt. gtz 2S — — st. statt erheben wird, l. erbebe. -o> -7 — — st. Fassungs-Genüssen, l. Natural-Genüffen. >v3 g — — lies >)g Metzen Weizen. >«3 - von unt. Anmerkung st. um ist, l. ist um >)bä. >08 5 von oben st. Blau, l. Blaucrze. 110 7 — — lies nach Eisensteine, theüs in Erd-, thcilS >I^ s — — st. erhob, l. erhoben. ,,6 >3 von unt. ft. werden, l. wurden. 5 von oben st. worden, l. werden. S von unt. st. von UcbergangSthonschicfcr, k. UebergangS- kalkstein und UebergangSthonschiefer- ä von oben st. Gcstübbemachen, l. Gestübe Machen^ >>5 ,S — — st. Fuftstellung, l. Zustellung. >27 >0 — — ft. Eftforme, l. Forme. >27 >0 von unt. st. Verdrängung, l. Verdrückung. >ig >5 von oben st. Leere, l. Lehre. >35 S von unt. st. Rückung, l. Rundung. >s, s — — l. erwähnte, meistens äuS UebergangSkgkk. >4- >3 von oben st. L>)> Schuh, l. SZoll. >gl >5 — — st. 3 >)- Schuh 5 Zoll, !. 3 bis 5 Zoll, e-jl g von unt. st. MündungSmefser, l. MündungSdurchmeffer. >Sr >4 — — st. weift, l. schwarz. ,5r > — — st. des, zu weichen und versetzten, l. des ver¬ setzten. >56 6 von oben st. leitet, l. fährt. >57 s von unt. st. gebraucht, l. gebracht. >58 >6 von oben st. aber, l. auch. >6» l° — — st. (doch meistens hakbirtes Roheisen), l. (doch meistens halbirteS) Roheisen. »So i> — — st. in, l. In. >bo ,, - — st. (dünngrellcS Roheisen), l. (LünngrelleS) Roh- eisen. 'b> > — — st, 3 in ordinaire oder streifige, (gemeingrclleS Roheisen), l. 3 In ordinaires »Ser strei¬ figes (gemeingrclleS) Roheisen. >(>, 4 von oben,statt (dickgrelles, l. Di-kgrelles. >5, - — —/st. Krystallische, l. KrystaMmsche- >64 « — — nach Garschaum, l. (Garschlackc). >67 > — — st. vielleicht auch, l. nur- >76 S — — nach Wismuth, l. Bley. 1- , ,i> von unt. Anmerkung, l. einige seiner Ansichten. >85 >7 von oben st Foirnt, l. Poirnt. >8y >3 von unt. Anmerkung st. 3,4. l. >79. >9> >8 von oben st. Nochnitz, l. Rohnitz. >9> z — — st. dasselbe noch bei, l. dasselbe bei. >9- >9 — — st. Entwurf, l. Einwurf. >92 6 — — st. Lichtstrom, l. Luftstrom. 109 > i von unt. st. bloß Säuerung der Erdarten bewirkte, l. vor¬ züglich die Säuerung der Erdarten zu bewirken scheint. ->4 2 — — Anmerkung st. sehen sind, l. sehen sind; ->S >S — — - - st. letzte nicht noch, l. letzte noch. ->S ib — — - st. nur blos noch, l. nur noch. ->5 >6 — — - - st. bestehen, und je höher der l. be¬ stehen. Je höher nun der. ->5 >7 — — - - st. leere Kohlsätze, l.Kohlcnsätzc. ->ä 6 — — - - st. Vereinigung, l. Mischung. 2>b 4 - - - - st. diesem, l. dem. 2 >6 z — — - - st. Setzung, l. Verschmelzung. ->7 >j von oben st. ihm, l. ihnen. ->7 4 von unt. Anmerkung st. jene, l. seine. -,8 , von oben st-Entsäuerung, l. Entsäucrungs- 2 >9 >- — — st. bei l. beim. ->9 4 von unt. Anmerkung st. also, l. als. ->z S — — - - Blättchen bleibt weg. -2-5 >i von oben - - st. Ausbringen, l. Ausbringen. --6 > — — st. Daß nun, l. Daß das. 2- 7 i- — — st. Allgemenen, l. Allgemeinen. 2-7 2 von unt. st. ihre, l. und ihrer. 2-7 - — Anmerkung st. 6otnmai>Mtiau, l. Loiaeatslloa. 229 ' von oben st. >2,87 fast, l. 2,87 Faß oder fast 28 Cub. Schuh. -So 17 — — st. scheint, l. erscheint. 2x4 9 von unt. st. wird es durch, l. wird durch. -36 ,4 von oben st. enthalten mehr von, l. bestehen mehr aus. 2^7 - — — st. Len Eisenerzen , l. wie zu Eisenerz. 24» >5 — — Anmerkung st. Entkohlung schützens l. Ent¬ kohlung nicht hinreichend schützen). 24» >4 von unt. Anmerkung st. stehenden Kupoloofen, l. stehen¬ den Kupoloofen zu Blansko in Mähren errichtet, v. r. -4-> f Anmerkung st. und Roheisen, l. und den ver: 2g> schiedcnen Eisensteingattungen entstehen- (. H Ein sonst graues Roheisen. -4> >3 von oben st. können, l. zu können. >4- >4 — — st. ist, l. ist. -4, >7 — st. bis zum Eintritt ins Gestelle, l. in das Ge¬ stelle tritt, -4- >g — — st. endlich das, endlich für das. -«5 >7 von unt. st. oder der größte Durchmesser, oder die Weite des, l. oder den größten Durchmesser des. -ib S — — st. der Ort, aus l. der Ort, der aus- ,5b > Anmerkung ft. vortreflichen, l. vortrestiche. -56 > — — - - st. zze- l. Beschreibung. -60 g — — st. Ohne dasselbe würden, l. Obne dasselbe würde nicht die erforderliche Menge at¬ mosphärische Luft in den Oien gelangen, die, -K s — — st. Wasserlinderung, l. Wafferlicderung. Seite. 2?5 277 278 278 27, 281 281 28z 2 88 289 »Sl 3<>2 820 82t 824 82z 828 828 3r8 332 33» Zeile. st. Tebald'schen l. Pebal'schen. 1» von unt. st. oder sie weroen, l. auch werden die Erze. 2 von oben st. und, l. oder. 4 — — st. 9,7855, l. 9,7355 Cub. Schuh. >4 von »nt. st. kam, l. kämen. ,3 von oben st. mehr enthält, mehr Kalk enthält. ,5 — — st, sind nur, l. sind. >0 — — st. >,85,728, r. >85,728 u. s. w- ,7 — — st, der, l. dem. >9 — st. Lage, l. Lager. >3 — — st. St. Lambrecht, l. St. Gallen.' >» — — st. das Niederalben, l. die Nicdcralpcn. b von unt. Anmerkung st. Hschälercr, l. Gschoderer. 9 — — st. eingelaufen, -. eingelassen. 3 — — Anmerkung st. wir, l. wie. >i von oben st. träre, l. trete. 1, — — st, Holz, wird, l. Holz, und wird- >2 — — st. das, l. die. >2 von unt. st. ausgeriebcn, l. ausgctrichen. 9 von oben st. 2>9,o48, l. 2>,9i>/,8. 7 — — st. Nillerser, l. Plllerser. 9 — — st. Beuten, l. Klötzchen. Gichten- Manipulchons - Ausschlag^ Laufende Gichten Gichtea Koh Zahl Samstag », Sonntag Montag Dionffag - Samma 120 IZ0 >40 InMUsllMMIlImUMl Mittwost' 2 Donnerstag Z 2 Frrytag ! Pf. ; I'ab. IV. ' 3 ) .ch j G ., Z ') ^Ä'tt^, Al-' / st - .KZ»Uj .ff. - »M .S