Ve reinigte ^atbachcr Zeitung. Gedruckt mit Edlen von Klemmayer'schcn Schriften. Freytag den 17. Janer 1817. Inn land. Wien. >3)e. k. k. Maj. haben dem Oberhofmeister der böchsiseligen Kaiserinn, Franz Grafen v. Allhann, die von ihm'angcsuchte Enthebung seiner fernern Dienste bewilliget, nnd demselben mittelst eines Handschreibens, welches mit einem rcichbrillantirten Miniatur-^vrtrait S?. Maj. des Kaisers beglettet war, so wie insbesondere der Fran Grasinn für ihre treuen Dienste verbindlichst gedankt. Im abgewichenen Jahre wurden in Wien !2,3o6 TodesMe, nemlich um 786 mehr ols im Jahre ,3i5 gezahlt. Die Gebohr-nen betrugen 1^,5^6. also um 780 geringer wie im Iabre i8i5. Blos die Zahl der Getrauten überstieg jene vo» i8i5 um 4/,4 Paar, weil im Jahre 1816. 2861 Trauungen warcn. Am 16. Dez. Nachts starb zu Wittingau Franz Joseph Fürst v. Lobko-lvitz, Herzog zu Kaudnitz, Sr. k. k. Maj. wirkl. Kämmerer und geh. Rath, Ritter des goldenen Vlicsses, k. k. Gen. Major, Grundherr auf Zeltsch lc. Die 5te Ziehung der im Jahre 1809 mit 10 Mlll Guld. in Conventions-Gelde eröffneten Silbcrdarle-h«ns,lo«erlc, wird am 2o. Iännn d. I. vorgenommen. Vey dieser Ziehnng werden nebsi 1000 Stück Gewinnst--Loolen auch zur Kapitals, Rückzahlung /,ooo Nrn. das erste Mahl znr Verloosung kommen, und zwar in der Art, daß die zuerst gezogenen 1000 Nrn. zugleich als Gewinnste, und als Kapitals-Rnckzablui'gstreffer zu gclten haben, und folglich nur noch weitere?.ocx)Loos Nrn. zur Komplctirung der gegenwartigen Kapital-Rückzahluuasauote gehoben werden. (W. Z.) T y r 0 l. Innsbruck, den 1. Januar. Durch die thätige Mitwirkung der k. k. Behörden und der wohlhabendern Bürger ist bey der gee genwärtigen sirengen Jahreszeit und eingetretenen Theuerung der nothwendigsten «-bensmittel ia den Nnterinnthaler Städten Hall und Schwatz die Auskochung von Zium, fordischer Suppe ve?a«staltet, welche daselbst den Armen theils unentgeltlich, theilS zu niedern Preisen ausgetheilt wird Eine gleiche Anstalt beginnt nun auch mit Anfang dieses Jahres in unserer Hauptstadt, zu deten Unterstützung bey den Bewohnern dieser Stadt (dubscriptionen eröffnet worden sind, die den besten Fortgang haben, und den wohlthätigen Sinn der hiesigen Bewohner aus allen Ständen auch bey diele» Ge« legenheit wiede« bewährt. (B. v. T.) Preußen. ^ Der deutsche Beobachter erzählt, nach einem Briefe aus Planen im Voigtlande, folgende tragische Geschichte eincs im dasi-ge» Posthause verübten gfachen Mordes, der glücklich entdeckt worden: „Es kommt ein Postillon mit Ertrapost um Mitternacht zurück, sieht noch Acht bey den Dienstmäg-dcu, a/h ^>ve« la ^ijxe. Ein paar Mädchen und Knaben nnt hellen Stimmen setzen sich auf eine Bank und trillern Walzer und Alle? manden, die eine ganze Wirthssiube in Bewegung setze«), so wie jede Art von Schauspielen, sind bis auf weitere Verfügung untersagt; dieUebertrettung dieses Verboths wird jede Person, die an derselben Antheil nimmt, nnt einer Geldstrafe von 26 Fr. büssen. (W. Z.) Frankreich. Man hat den beyden Kammern eine offizielle Mittheilung von der dermahligen Ve« völkerung Frankreichs vorgelegt, welche sich gegenwärtig, Corsika und die Kolonien abs gerechnet, auf 28 Mill 3i8,a/,i Seelen belauft. (W. Z) Das zweyts Kriegsgericht der ersten Mi-litarkommission, unter Vorsitz des Herzogs von Grammont, hat am 23. v M. den General Savary einmüthig Kirchspiel für seine eigenen Armen sorgen soll, entstehen. Am »o fand ein Watckman ' (Nacktivachtcr) um 2 Mr früh einen Menschen in dem Kirchspiel von Et Giles, der kaum noch im Stande war, zu sprechen. Der Watchman wollte ihn in das Arbeitshaus der St. Gilcs- Pfarrey bringen , als ein Einwohner aus eben derselben ihm sagte, «s se.y eine Tollheit, ihr Kirchspiel, in welches er nicht gehöre, damlt zu belästigen, und ihn ftlbst in das von St. Pangraztrug, wo er den Unglücklichen an einer Straßenecke liegen ließ. Das Winselndes sterbenden zog den nämlichen Watchman einige Zeit darnach dahin; er fand ihn in einem noch klaglicheren Zustande, als zuvor, lud ih» nun auf seine Schultern, und trug ibn tn das Arbeitshaus von St Giles; allein er war auf dem Wege dahin verschieden! Hatte der Unglückliche früher Hilfe gefunden, vielleicht wäre ihm das Leben gerettet worden. Als der Eoroncr (Leichenbeschauer) die Unlersuchnng über die Todesart anMte« schien die Jury geneigt zü erklären, day e< Hungers gestorben sey; aber auf die Bemerkung » daß diese Erklärung ein Schande fur das'Kirchspiel seyn würde, setzte man an deren Stelle: Gestorben durch Heimsuchung Gottes; eine Phrase, die bey allen plötzlichen Todesfällen, als Blutsturz, Sch'agftuß lc. gebrauchlich ist. Zu London hat kürzlich eine sogenannte philantropische Gesellschaft einen Planbekannt gemacht, wie der Noth und Bedrangniß des Volkes auf einmabl abzuhelfen wäre Dieser Plan ist sehr einfach, und besteht darin, daß man deu Nnchen Alles nehmen, und es unter die Armen vertheilen soll, wobey jeder gewiß ein jährliches Einkommen von vier Pf. Ct. erhalten werde Dann müsse man einen Strick durch die Staatsschuld machen, und alle Abgaben abschaffen. Veynebens ' wird von dieser menschenliebenden Socleta« angezeigt, daß sie nicht langer für gut be- I silldc,die Gottheit Christi anzuerkennen'.!! (G. Z.) ^ Aus St. Helena hatte man Nachrichte» bis zum 26 Okt. erhalten. Vonaparte be-faud sich wohl; aUts war ruhig auf der z Insel. Der Pohle, Pistowsky, welcher s» , sehr an Bonaparte hing, ftU fortgeschickt s worden seyn. « Der Handel über Bonapartc's -Silberne« II schirr auf St. Helena war nicht zu Stande i- gekommen; er hat es nun einpacken lassen, r und will es nach London schicken, um e< ,. dort zu verkaufen. Eö baßt sich nicht wobl !- begreifen, was Vonaparte eigentlich danut s beabsichtige, da in keinem Falle der Kauf-?, preis ihm ausgehändiget, sondern, wie all l- sein Privatvermögen, bloß nutzbringend fuc , ihn angelegt werden würde. (K. Z.) 3, P 0 hl e n I!- In Berichten aus Warschau vom l6. 1- Dezember wird gemeldet: Dieser Tage batte ze die Aushebung oder die Militär - Konskriv-m zion der Christen und der Juden, sowohl m ld der hiesigen Stadt, als auch in den Provm-)n zen Statt. Hier hat man mehrere hundert in Juden, die das Konskripzions -Alter haben, ,l! ausgehoben; es ist aber für tneßmahl nur. n, ein Theil derselben, die die tauglichsten sind, »r- beybehalten worden. Es ist wirklich eme >ie grosse Wohlchat für tzas Königreich, daß te« auch die Isratkkn Soldakn werden, "dem hie Menge derselben so groß ist, baß man viele Regimenter daraus formiren könnte. (W. Z.) Mi sz ell e u. Ein schrecklicher Unglücksfall. In?., einem ansehnlichen Orte des WeßprimerKo-witats, ereignete sich im Oktober l. I. zur Zeit der dasigen Weinlese, ein, jedes gefühlvolle Herz erschütternder 'Auftritt Eine Gesellschaft von jungen Mannern begab sich in den Weingarten eines Hand-wcrksmanns, wo sie sich unter andern mit Schießen aus Doppelhacken, die auf die Erde gelegt und nach Art der Kanonen los-gebrennt werden, belustigten. Ein Oberarzt ließ kurz vor dem Nachhausegeheu einem der ^ oppelhacken eine doppelte Ladung geben; damit zum Beschloße ein fürchterlicher Donner, der die Erde erschüttern sollte, gehört werden möchte. Die Gesellschaft entfernte sich anf eine Strecke, um sich vor einem zu ereignenden Unglück zu schützen. Der Dop-pclhackcn wird von einem Schlosscrlcbrjun-gen losgcbrannt, und in dem Augenblicke des Abftuerns springt ein Stück aus der Mittcdcs Fenergewehrs heraus, und schlägt dem Oberärzte, einem Manne von einigen dreißig fahren beide Füsse ganz ab, der mit den Worten: „Gott! ich bin bleffirt!" zu Boden stürzte. Er bat hieraufeinen Umstehenden ::m eine Pistole, um seinem unglücklichen Daseyn und seinen schrecklichen ^Qualen ein Ende zu machen; da ihm aber dieses verweigert wurde, verlangte er eine Pfeife Taback, die man ihm auch darreichte. Mitten in seinen fürchterlichen Schmerzen prieß er noch Gottes Vorsehung, daß dieses Unglück ihn und uicht einen andern aus der Gc,ellschaft getroffen habe; weil er ledig sei, die andern ader alle verhnrathet und Familienväter waren. Der Unglückliche lebt noch, und ließ sich den einen Fuß ober dem Knie ampntiren. Als die gegenwartigen Freystaaten von Nord-Amerika noch unter Englands Herrschaftstanden, schickte dieses seine Verbrecher dahin, wie jetzt nach Port Iaksou in Neu-Südwalcs. Die nordamerikanischeuPflan« zer beschwerten sich über diese ungebetenen. Gaste, welche alle Laster Europa's mit nach Nord-Amerika brachten, allein man achtete ihrer Beschwerden uicht, und die Verweisung von Verbrechern nach ihrem Vaterlande dauerte fort. Der berühmte Franklin suchte seine Landsleute zu rächen, und schickte durch ein zurückkehrendes Transportschiff dem englischen Mi-' nister Walrole eine Kiste fvoN Klapperschlangen; zugleich legteer einen sehr höflichen Brief bei, in welchem cr diese giftigen Thiere dem Minister als ein Gegengeschenk für die übersandten Betrüger, Diebe und Rauber anbot, mit der Bitte, diese lieben Geschöpfe, die für Nord-Amerika das wa»en, was die Diebe und Mörder für England, in die königlichen Gärten zu verpflanzen und sich vermehren zu lassen, dam t die Engländer den nähmlichen Vortheil davon hätten, welchen d-e zugeschickten Verbrecher den Nord -Amerikanern brächten. (K. Z.) Wechsel-Cours in Wien. am »0, Jänner 1817. Convcntionsmünze von Hundert 391 t<2fl. Gubernial - Verlautbarung. Seine Majestät haben mit allerhöchster Entschließung von 3. Novemb. v. I., dem Simon Edlen von Pobenheim, als Belohnung seiner in den Fahren ,8i3 und 1814 erworbenen Verdienste, die mittlere aoldene Ehrenm-daille mit Oebrl und Schleife allcr-anädmst zu verleihen geruht. Welchem gemäß die feyerliche Uebergabe der goldenen Ehren- Medaille, am 24. v. M. in dem, mit dcm Bildnisse allerhöchst Sr. Majestät des Kaisers und Königs gezierten Nathhaussaale zu Vtllach um 10 Uhr Vornmßizs 5m Beysein aller weltlichen und geistlichen Behörden, und untcr Paradirung des, vor lxmRathhause aufgcstclltcn, Bürger-Corps, bey welchem Pobenl-etn die Stelle des «rsten Hauptmanns begleitet, von dem Villacher k. k. Herr« Kretshauptmaim und Gubernial - Rathe Staravasnig mit einer feierlichen Anrede an den Gimon vo« Hvbenheim erfolgte, worauf daS Fest mit Segnungen für unsern a'lergnädlZsten Monarchen beschlossen wurde. Laibach den i2. Iäner i8l?.