Professor Anton Heinrich’s Debattenschrift des Gabelsberger’schen Systems. Vierte Auflage. Fiir den Schul- und Selbstunterricht umgearbeitet nach den Beschliissen des V. deutschen Stenographentags in Wien (1895) von Vinc. Zwierzina in Wien und Karl Hempel in Charlottenburg. Preis gebunden 1 Krone 60 Keller. Laibach. Druck und Verlag von Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. 1897. Buchdruck von Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach. Autographie von Vincenz Zwierzina in Wien. Vorrede zur ersten Auflage der Debattenschrift, geschrieben von Prof. Dr. G. M. HEYDE, Director des koniglichen stenographischen Institutes in Dresden. im Vorworte zum Lehrbuche der stenographischen Correspondenzschrift nach F. X. Gabelsbergers Systeme von Professor H. Krieg ist bemerkt worden: «Zur Fort- setzung ihrer stenographischen Studien haben sich solche Personen, welche vermoge ihrer wissenschaftlichen Kennt- nisse imstande sind, sich der stenographischen Kunst- ausiibung zu widmen, des von dem Director des konig- lichen stenographischen Institutes Prof. Dr. G. M. Heyde bearbeiteten und demnachst erscheinenden Lehrbuches der parlamentarischen Stenographie zu bedienen.« Theils wegen vorgeruckten Alters und wiederholten Unwohlseins, theils infolge der seine Zeit ganzlich in Anspruch nehmenden Amtsgeschafte war es dem Unterzeichneten nicht moglich, die beabsichtigte Arbeit so rasch zum Abschlusse zu bringen, wie er gerne gewiinscht hatte. Da sandte Herr Prof. A. Heinrich in Laibach das Manuscript seines Lehr¬ buches der «Debattenschrift« dem koniglichen Institute zu Dresden zur Durchsicht und Beurtheilung zu, und nach sorgfaltiger Priifung kam Unterzeichneter zur Ueberzeugung und musste sich sagen, dass er schliesslich eine die Satz- kurzungslehre ausfiihrlicher und besser behandelnde Arbeit nicht wurde liefern kbnnen, zumal da Herr Prof. Heinrich die von dem Unterzeichneten und anderen Institutsmit- gliedern iiber seine Arbeit gemachten Bemerkungen bei IV einer Revision derselben benutzt und sich den auf Grund der sogenannten Dresdner Commissions-Beschliisse in unserer Schule bei weitem am meisten zur Geltung ge- kommenen Schreibweisen angeschlossen hat. Der Ver- fasser hat bei der Anordnung des Stoffes einen von dem der bisherigen Lehrmittel abweichenden, selbstandigen und ubersichtlichen Plan verfolgt, der sehr zweckmassig in die Satzkiirzungslehre einfuhrt. Die Bedeutung des vorliegenden Buches liegt be- sonders auch darin, dass es die durch Zeplichals Preis- schrift gefahrdete individuelle Freiheit des Stenographen der Gabelsbergerschen Schule wieder herstellt, und was nicht ihm, was unserem Systeme zur Ehre oder vielmehr zur Ehrenrettung dient, ist der Umstand, dass es gleich- zeitig mit der gekronten Preisschrift entstand, also durchaus kein Product der Opposition, sondern ein neuer, reiner Sprbssling an der in der Welt geistiger Erkenntnis und Thatigkeit sich immer weiter ausbreitenden Pflanzung unseres Meisters ist. Es darf wohl gesagt werden, dass dieses Werk die Erkenntnis der Gabelsbergerschen Kunst vertieft. Es sind in seinem ersten Theile, in der Lehre, zvie gekiirzt werden soli, haarscharfe etymologische Unter- scheidungen gemacht, und der zweite Theil, die Syntax oder die Lehre, zvann gekiirzt werden darf, ruht auf einer so griindlichen Kenntnis des deutschen Satzbaues, wie sie eben nur bei einem erfahrenen Lehrer der deutschen Sprache gefunden werden kann, der selbst eine deutsche Grammatik verfasst hat und deren Syntax von der «Zeit- schrift fiir bsterr. Gymnasien» geradezu als die beste der bisher erschienenen geriihmt wird. Von dem vorliegenden Werke an miissen die Einwendungen, wie sie unter anderen vom preussischen Unterrichtsministerium als Griinde der Nichteinreihung der Stenographie in die obligaten Facher vorgebracht wurden, als behoben erscheinen, die Einwande miissen fallen, dass die Stenographie mit den iibrigen Lehrgegenstanden in einem zu geringen Contacte stehe, dass sie eine bloss mechanische Verrichtung sei. Schon ein Blick in die Syntax wird auch Nichtstenographen iiber das Gegentheil belehren, der Schiller der Stenographie aber gewinnt die Ueberzeugung, dass er durch kein Sprach- studium den deutschen Satzbau, die Natur seiner Mutter- sprache so tief habe erfassen gelernt, wie durch die Er- lernung der Debattenschrift nach dem vorliegenden Buche: die Stenographen sind die praktischsten Syntaktiker. Wenn gegen die ins Einzelne gehenden Regeln der Syntax der Vorwurf erhoben werden solite, dass der Stenograph bei Austibung seiner Wissenschaft an jene Regeln nicht denke, so wiirde dies so viel bedeuten, wie die Aussage, die Regeln der Grammatik einer fremden Sprache seien nicht nothig, da ja niemand beim Sprechen mehr an sie denke. Wie bei der Aneignung z. B. des Franzbsischen auf gram- matische Lehrstunden schriftliche und mundlicheUebungen folgen miissen, so geschieht es auch in Beziehung auf die etymologischen und syntaktischen Regeln der Stenographie. Und so miissen wir denn auf das nachdriicklichste wiinschen, das vorliegende Buch zver de von den Regie- rungen gezvurdigt, unsere Thčitigkeit als zvissenscJiaftliche erkannt und die Stenographie baldigst unter die obligaten Facher der Lehrpliine aufgenommen; dem Werke selbst aber miissen wir die grosste Verbreitung, seinem Verfasser die verdiente Anerkennung von Seiten seines Vaterlandes sowie der Gabelsbergerschen Schule wiinschen. Dresden, im Juli 1874. Prof. Dr. G. M. Heyde, Director des konigl. stenographischen Institutes. Vorwort zur vierten Auflage. 1 )iese Auflage ist conform der mit hohem Ministerial- Erlasse vom 17. October 1884, Z. 19.750, fiir den Unterricht an osterreichischen Mittelschulen zulassig erklarten zweiten Auflage. Nur die Schreibweisen wurden nach den Beschlilssen des V. deutschen Stenographentags in Wien (1895) ge- andert. Dieser Aufgabe unterzogen sich in liebenswiirdigster Weise Herr Karl Hempel, vereideter Sachverstandiger fiir Stenographie in Charlottenburg, und Herr Vincenz Zwier- zina, gepriifter Lehrer der Stenographie in Wien, welch letzterer auch die Giite hatte, die Autographie des Buches zu besorgen, wofiir den genannten Herren an dieser Stelle der warmste Dank ausgesprochen sei. So mbge denn Prof. HeinricKs Werk auch in dieser neuen Auflage seine alten Freunde erhalten und neue gewinnen. Laibach, December 1896. Die Verlagshandlung. Inhaltsverzeichnis Seite Einleitung .1 I. Anfangsktirzungen . . 2 1. ) Durch blosse Vorsilben 2 2. ) Durch Vorsilbe und Stammanlaut .... 4 3. ) Durch An- und Inlaut . 7 «' Anlaut mit a ... 7 bj » » i . . . 8 c) » »o oder 6 . 9 d/ » » u . . . 10 e, » » tl ... 12 f) » » au. . . 12 g) * > Au . . . 13 h) » » ai oder ei 13 i) » » eu ... 14 II. Mittekttrzungen ... 14 1. ) Durch denblossen Inlaut 14 a) Inlaut a . 15 b) » a.15 c) » i.16 d) » O oder S . .16 e) » U.17 fj » tl.18 g) » au .... 18 h) * ai und ei . .19 i) » eu und au . 19 2. ) Durch den Inlaut und Auslaut.20 a) Inlaut a mit dem Aus- laute.20 b) Inlaut i mit dem Aus- laute.21 c) Inlaut o und 0 mit dem Auslaute ... 23 dj Inlaut u mit dem Aus¬ laute .24 Seite e) Inlaut tl mit dem Aus¬ laute .25 f) Inlaut au mit dem Auslaute. 26 g) Inlaut ei mit dem Auslaute.27 h) Inlaut au und eu mit dem Auslaute ... 28 III. Endktlrzungen.... 28 1. ) Kurzungen durch den blossen Auslaut ... 28 2. ) Kurzungen vom Ende zum Anfange hin fort- schreitend.29 Einzelne W6rter .... 32 a .32 b .35 C.35 d .36 e .36 f .41 g . 41 i.41 k .45 l .45 m .46 h . 46 O.48 pf.49 r.49 S.52 t.54 U .55 tt.55 V .56 z . 56 VIII Seite IV. Die Sprungktlrzungen. 60 1. ) Anfangskiirzungen und Suffix.60 a) Anlaut und Suffix . 60 b) Anlaut mit a und Suffix.62 c) Ani aut mit 1 und Suffix 63 d) Anlaut mit o und 6 und Suffix .... 64 e) Anlaut mit u und Suffix.64 f) Anlaut mit tl und Suffix.65 g) Anlaut mit au und Suffix.65 h) Anlaut mit ei, ai, eu, au und Suffix . . . 66| 2. ) MittekurzungenmitSuf- fix..66 a) Inlaute a, O, & und Suffix.66 | Seite b) Inlaut u mit Suffix . 67 cj » tl » » .69 dj Inlaute au , au, eu, ei, ai mit Suffix . .71 Schluss der Etymologie . 72 Aus der Syntax. 73 Zusammengesetzte Nomina 73 Die Attribute mit Prapo- sition. 77 Die Objecte. 80 Praposition und Substantiv 82 Der Prapositionalausdruck im Adverbiale ... 83 Die niehtdeutsehe Ktlrzung 84 Wegfall des Artikels . . 84 > der Pronomina . 85 » von Hilfszeitw6r- tern. 87 » des Verbums . . 88 » von Prapositionen 88 Das Sitzungsprotokoll . . 90 Prof. Heinrich’8 Debattenschrift. 1. /r re, vre. e. (/?/«. Z. ^(77/<. 4 /v ■ 'ir ' b/S- , i/ri~ ~ b/1. /ffl (m/). -- Z'-t£) zz> / 6a’ V/?. '/ c/^JW' e i K/n c 3. v^ -- v'" v"W>7 /z /z. -/3. ’/5 2 /'.22,^ fr ^'z'^)/^ 'J/S^fr ffrfrf>ryi'*. /6. /z Prof. Heinriah’8 Debattenschrift. 2. za 2. 21 zz. Z3. zs. Z7- zf. 30. 31. SZ. /T. /v^. 1/6 / /■ £> \ ^ zvX ''- y z2/ /7 zv/ y ■ CM. V. ^.°.V*4 /■ yV/ - W< <^M^ Z /, ^/Y/^4z- 33. »< z - £
gz. £3. & 'i' / / A/^AVa/ A‘ ( 7a7 c zv ZA^/ r ;7^ CA^Ay^ AA\ \ > ‘' /(7 'tsvJnO. zn Autographie von Vinc. Zwierzina, Wien ; bruck von Karl Prochaska, Teschen.