für H Vaterlmlb, Rnnst^ WMmschaft m^ geselliges Leben. M KI. Vw8ti,8 . HQv,»tt«. 1847. Monschliche Bestimmung. Nack einer attdslltscl'cn historischen Sage. Mitgetheilt von Carl Wilhelm. < S ck l u ß.) IV. '^.ls Diepold den Tag nach dem Raube scmcs Km-r-es zu feiner Gattin heimkehrte, fand er dieselbe dem Tode > « 46 Wie tobte Conrad, als ihm die Augenzeugen getreuen Bericht von den Festlichkeiten abstatteten! Er schwul', die schrecklichste Todesart zu ersinnen, um den schlauen Be-trieger zu strafe»; allein die Minister, Kanzler lind Räthe schüttelten bedenklich die grauen Haupter und meinten, jeder Rückweg sey versperrt; wollte sich der Ka'ser nicht zum Gelächter seiner Feinde und aller Stande des Reiches machen, jo möge er den als Eidam annehmen, den, aller schlauen Bemühungen und Anstalten ungeachtet, ihn» der Himmel als solchen gesendet habe. Conrad brachte seinem Stolze das erste und größte Opfer; er genehmigte, was geschehen und nicht »lehr zu ändern war. Seine Wunde genas jedoch schneller, als er selbst ge-hofft; denn der Schleier, der über Eggilo's Geburt bisher verbreitet lag, ward mir einem Male gelüfrel,, als Die-pold, zu dem das seltsame Gerücht jener Ergebnisse gedrungen war, in Begleitung Herzogs H o r m a n n v. Sch w a.-ben, am kaiserlichen Hofe erschien. Die Grafen von Calw, von Groningen und Würtemberg waren nämlich Verwandte und leiteten ihren Ursprung von dem altfränkisch- chlodo-»vig'schen Stamme ab; eine Verbindung mir solchen Häusern konnte nicht anders, als dem Kaiser gefallen und Balsam auf die empfangene Wunde legen. - Eggilo wurde unter dem Namen: „Heinrich der Schwarze" deutscher König, und als Conrad die Augen schloß — römischer Kaiser. Lab lache. Mnstlerslizze aus drm ,.5ui'«-.!i'<:.i>!.t«,.> Von P. X. Fiorentino. (Schlusi.) Beim Serviren der Früchte fängt die Konversation an, an Heftigkeit zuzunehmen. Zu dieser tragen meistens bei die HH. M. B___, M. C___, Hr. Difiore, ein alter Auswanderer, Zeitgenosse Cimarosa's, Eirillo's, Pagano's, ein Mann von tiefer Einsicht und starken, entschiedenen Geistes bei. In dem Augenblicke verstärken sich die Fragen, die Antworten vermengen sich, alle erheben die Stimmen mit einem donnernden Crescendo. Nun ertönt Lab lache's Stimme, wie das Gekrach des Donners, oder der Knall des Blitzes, oder das Sausen des Sturmwindes; nur in den Schranken der Gewalt gehalten, bleibt die Stimme des Sängers gedämpft und gedeckt. Wer in diesen, Augenblicke in den wunderschönen und von Domenico Ferri auf so bizarre Manier gemalten Spcisesaal träte, würde sich auf eine angenehme Weise am Fuße des Vesuvs im Momente eines Ausbruches versetzt glauben. — Eines Tages — hört also! sagt Lab lache. — Endiget! Cotterean, ruft eine Stimme von der entgegengesetzten Seite des Tisches. Ihr seyd der größte Widerspruchsgeist, den es gibt. — Wisset, meine Herren, daß ich Niemandem widerspreche. Alle, welche sprechen, sind plötzlich gegen mich.— Bei Gott! womit werden Sie uns heure beleuchten? — Ich appellire an den Docco:-, sagt Cottercau verschleimt, welches ist das beste Mittel gegen den Schnupfen? — Das bestc Mittel gegen den Schimpfen? fängt Lablache an: — Eines Tages, als ich in Wien bei einem Hofconcerte war, fühlte ich mich in dem Augenblicke, als ich mich dem Clavier näherte, um zu singen, von einer solchen Heiserkeit ergriffen, das; ich nicht nur keine Note articuliren, sondern kaum den Mund öffnen konnte. Der König von Neapel, Ferdinand, welcher mir stets große Gunst bewiesen hat, nahte sich mir und indem er mich auf die Seire zog: sagte er: Wollen Sie sogleich geheilt seyn? — Wollte Gott! Sire. — Ich habe ein unfehlbares Mittel gegen den Schimpfen. — Retten Sie mich also, Majestät! — Hören Sie mich also an. — Ich bin ganz Ohr. —- Nehmen Sie einen schöne», schwarzen Rettig. Sie kennen diese Nettige? — Ich kenne keine andern, Sire. — Wohlan! Lassen Sie einen solchen in kleine gleiche Theile schneiden. — Sehr wohl, Sire. — Dann bestreuen Sie ihn mit Zucker und lassen durch eine oder zwei Stunden das weißliche Wasser auspressen. — Vortrefflich, Sire. — Davon trinken Sie einen kleinen Löffel voll beim Schlafengehen und einen beim Aufstehen. — Dann? — Dann sind Sie geheilt und vollkommen davon befreit. — Ergebensten Dank! Euer Majestät. — Haben Sie wohl verstanden? — Vollkommen, Sire.— Haben Sie also Acht. Auf Wiedersehen! — Zwei Tage darauf sang ich im Theater in „!>1»tl'iln chend, Sie verdienen nicht diese schöne Dose, welche ich Ihnen bestimmt habe. — O Sire! — Nehmen, Sie sie und nehmen Sie sich wohl in Acht, je wieder über Ihre Arzte sich lustig zu machen." — Nach Tische, wenn weder Theater, noch Concerte Scatt haben, unterhält sich Lablache mir einer Spielparthie. Wenn Roth sch i l d, H oppe und D el-uiare, wenn das Publikum (egoistischer als diese Millionäre) die tiefen und peinlichen Seufzer hörten, welche der Künstler ausstößt, wenn er gezwungen wird, auszugehen, hätten sie nicht den Muth, ihn aus dem Kreise seiner Freunde, seiner Familie zu encfernen. Lab lache hat, wie alle großen Künstler, eine gewisse Sehnsucht nach Einsamkeit. Er ließ sich am Berge Posilippo eine herrliche Villa bauen, wo er in Ruhe seine letzten Tage zu verleben wünscht. Er denkt stets an seine Villa. Er hat so viel gethan und ge^ 47 fprochen ;ur Erwirkung eines Urlaubes von drei Mcnaten, um seine Orangen und Leander sehe» zu können. Er gebr und kommt inir unbeschreiblicher Freuds. Die erste Woche finder er sein Paradies etwas melancholisch, in der zweiten langweilt er sich, in der dritten hegt er den Wunsch, fortzugehen, und in der vierten spricht er davon mit seiner Ge-mahlin. Dieses Pariser Leben, welches gewiß nicht glücklich macht< aber nicht zugibt, daß man wo anders sey, erfüllie ihn mit einer gewissen Traurigkeit und unwillkürlichen Lei, den. Lab lache kehrt immer vor Ablauf seines Urlaubes nach Frankreich zurück. Er leider an der Pariser Krankheit. Feuilleton. Neu gewählte Decaue der Wiener Universität. — Decan der jurid. Facultät ist Herr l)i-. I. G. Hanni; der philosophischen Hr. !)>-. Karl Hock, k. k. Rath, Haupr;,llamcs.-Director und Verfasser mehrerer geist.-riefer philosophischer Schriften; der theologischen Herr !)>-. Leopold Fellere,-, Priester bei St. Peter; D^ecan der medizinischen Faculcäc ist seit 1846 l)r. Ernst Freiherr v. Feuchters leben, der geistreiche Dichter und Prosaiker. Gute ViaHregel.— Straßburg, l 8. Jänner. Der Maire hac folgende Verfügung erlassen: I) Jeder Bäcker ist gehalten, auf das Brot,, das er bäckt, es mag der Tare unterworfen seyn oder nichi, die Nummer zu drucken, welche seiner Bäckerei beigegeben ist. 2) Jedes Brot, es mag der Tare unterworfen seyn oder nicht, muf; dem Gewicht unterworfen werden, und die Bäcker müssen es in Anwesenheit des Käufers wägen, sie mögen dazu aufgefordert seyn oder nicht. Gin taubstummes Ehepaar. — In Bern fand unlängst die Vermählung eine? laubstummen Paares Hiacl. Die Braut, Namens Anna Lulhi, ist ein sehr schönes Madchen, 25 Jahre alt, besihc ein Vermögen von :l0,000 Frcs., und hac in einem Taubstummen-Institute in der Nähe von Bern eine vortreffliche Erziehung genossen. Der Bräutigam, Hr. Bannard, ist 32 Jahre alr, von sehr einnehmendem Aeußern, seir seinem zehnten Lebensjahre taub-stumm, und seit einigen Jahren als Lehrer der Kalligraphie in einem Taubstummen.-Institute angestellt. Man prophe-zeit dem jungen Paare allgemein eine — stille Ehe. Mit dem neuen Verfahren bei chirnra.. Operationen unter Anwendung des Tchwefeläthers__ wurde am 2. d. M. im Gratzer Siechenhause vom Herrn Operateur Hinterthür ein Versuch gemacht, welcher bei einem Kranken, wo die Anwendung des Glüheisens nöthig war, vollkommen gelang. Der Herr Operateur liest den Kranken durch 4 Minute» Schwefel-Aecher einathmen, worauf Bewußtlosigkeit sich einsteNre. Nachdem nun das Glüheisen in Anwendung gebracht war, erwachte der Kranke, wußte jedoch nichts von Allem, was mir ihm vorgegangen, ja er wollte nichr eimnal zugeben, daß man das Glüheisen an ihm in Anwendung gebracht, da er nicht den geringsten Schmer» gefühlt habe. Seyd artig, auch gegen ältere Damen! — Ein Hr. M. aus'einer französischen Prooin^ialstadc, erzahlt das Pariser Journal „?l'N^!'<^ ^- befand sich vor Kurzem in England und ward zu einer Soiree geladen, woselbst man sich mir Tanzen unterhielt. Er allein ranzte nicht und unterhielt sich mit einer siebzigjährigen Dame, welche an seinem artigen Benehmen viel Gefallen fand. Nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt dieser Hr. M. vor einigen Tagen die Nachricht aus England, daß jene Dame gestorben scy und ihm für sein erstgebornes Kind eine lebenslängliche Rente von 20,000 Pf. Sterling hinterließ. — Vergiftung durch Käse. — Wiederholt vorgekommene Vergiftungen durch Käse geben Veranlassung, daß Chemiker und Aerzte sich angelegentlich damit beschäftigten, das eigentlich giftige Princip in diesem Nahrungsmittel zu entdecken. Als Resultat dieser Untersuchungen hat sich die Kase-säurc, welche, in Verbindung mit Ammonium, das Pikante im Geschmacke des Käses erzengr, und die, wenn gleich mehr oder weniger, fast in allen Käsearten vorkommt, als das eigentliche'Gift dargethan. Die Giftigkeit dieser Säure ist von einer solchen Intensität, dasi eine Dosis von vier Gran hinreicht, einen jun'gen Hund zu todten, folglich dieselbe, wenu geeignete Umstände ihre Erzeugung im Käse nur wenig mehr alö gewöhnlich begünstigen, einen höchst nachtheiligen Ein-siuß auf die Gesundheit ansüben kann. Bevölkerung Nnßlands. — Von allen europäi. scheu Staaten schreitet der russische in der Zunahme iriner Bevölkerung am stärksten vor. Seine Volksmasse wächst jährlich um anderthalb Procenr und muß sich so immer nach Verlauf von 47 Jahren verdoppeln. Rußland bedarf aber auch dieser vorschreicenden Bevölkerung, wenn man die geringe Menschenzahl erwägt, mit der noch viele seiner ausgedehntesten Gebiete beschr sind. Großbrittanien mir Irland erreichen das Doppelte ihrer Bevölkerung erst in 50, Preußen in fiO, Oesterreich in 85, Frankreich in 100 Jahren, aber in, Verhältniß ihrer Bevölkerung zu den» in Nußland führen wir hier nur England an: dieses enthält auf einer O.uadrarmeile -1820 Bewohner, während in Rußland auf dein gleichen Raume sich nur >60 befinden. Rußland ist also um 30 Mal schwächer bevölkert, als England; jedoch stellt in dieser Beziehung das europäische Rußland viel günstigere Resultate auf, als das asiatische. Der Semmering wird überfahren werden. — „Herr Negrelli, der erste Eisenbahniechniker Oesterreichs," >'o lesen wir in mehreren ausländischen Blättern, „hat ein neues System zur Bcfahrung des schwierigen Semmering-gebirges vorgelegt, welches die allgemein gewünschte Ver-binduna der beiden südlichen Bahnen nunmehr in nicht ferne sichere Aussicht stellt." » Hbapierkorb dos Amüsanten. Ein Humorist stand neulich im dichtg edrangten Parterre eines Provinz-Theaters. Bevor dao Stück beginnt, stellt sich ei» großer und dicker Oeconom mit einem seiner riesigen Füße auf den Fuß des Humoristen und bleibt dorr ruhig stehen. Der Humorist hält diese drückende Auflage, ohne eine Miene zu verziehen, aus; als aber der erste Act zu Ende war, klopft er seinem Nachbar auf die Schulter, deutet nach unten hin und sagt sehr freundlich: »Ach, entschuldigen Sie, ich wollte nur ein Mal nach der Eondirorei gehen und ein Glas Punsch trinken; ich bin sogleich wieder hier!'-' Es fragte Jemand: ^varum die jungen Leute jetzt die Haare so glacc gestrichen traqen? — »Das ist die moderne Versiachung der Köpfe bildlich dargestellt" — war die Antwort. Man fragte Jemanden, was denn eigentlich die Fa-schiligs-Lustbarkeir (Earneval) sey? Er gab zur Antwort: »Es ist der Schiffbruch dvr Sittlichkeit, die Schäferstunde gefallsüchtiger Frauen, die Ausleerung der Geldbeutel, das sichere Gitt der Gesundheit, die glatte Stimme der Verführung der Jugend und das gewisse Grab des Alters." Jemand, der einen mündlichen Bericht an einen angesehenen Herrn zu, überbringen hatte, stand bereito bei die- 48 sein ini Voi-zinnner und bemerkte, da eben dessen Fran heraustrat, dasz sich der Herr gerade rasirte. Erfragte: »Kann ich nicht die Ehre haben, den gnädigen Herrn zn sprechen?" »»Der Herr ist nicht zu Hause,"" war die Antwort. »Darf ich nicht bitten, nur zusagen, wann er bestimmt nach Hause kommt?" »»Ja, mein Lieber,"" erwiederte die Frau, »»daö weiß ich selbst nicht; doch warten Sie, ich will ihn sogleich fragen."" Zu Leicester starb unlängst ein sehr reicher Mann und hinterließ folgendes sonderbare Testament: «Da meine Ref.-fcn und einzigen Erben bekannte Langschläfer sind und ich diese Untugend ungemein hasse, so solle» sie den Testamentsvollstreckern genügende Beweise liefern, dasi sie künftig früh am Morgen aufstehen und sich entweder mit Geschäften befassen oder Leibesübungen in freier Luft vornehmen. Vom 5. April bis 10. Occober sollen sie dieß jeden Morgen durch drei Stund»'» chnn, und zwar von 5 bis 8 Uhr; vom 10. Octobcr dagegen bi5 .> April an jedem Morgen durch zwei Stunden, nämlich von 7 bis 9 Uhr. In dieser Lebensweise sollen sie 7 Jahre nach meinem Tode fortfahren und die Testamentsvollstrecker haben sich davon zu verschiedenen Zeiten ganz unvermurher zu überzeugen. Nur im Falle einer erwiesenen, nicht durch Unmäßigkcic hcrbeigeführ-ten Krankheit sind meine Neffen entschuldigt; sobald sie genesen, müssen sie jedoch wieder fortfahren. Wollen sie das nicht thun, so sollen sie von meinem Vermögen keinen Pfennig erhalten." In einer Gesellschaft fragte ein Herr eine Dame: »Haben Sie schon den neuen Telegraphen gesehen, der zwischen Brunn und Wien mit solcher Virtuosität wirkt?" — Ein anwesender Kunst-Protector, der nur das Wort „Virtuosität" hörte, stürzte gleich mit der Frage herbei: »Wo logirt er — der neue Virtuos?" Vaterland ische Literatur. ' . ' l, Poesien des Dr. Prcshern. (Gedruckt bciIo-seph Blasnik und zu haben bei Johann Klemens, Buchbinder in Lnibach. Zwei Jahre und darüber sind beinahe verflossen, seit wir theils ' durch heimatliche, theils burck fremde Blatter zu der mehr als angenehmen lkenntnih gelunglen, daß unser gefeierte lrainische Dichter. Herr Dr. Presh«rn< sich endlich einmal entschlossen habe, seine Ncdichte, welche seit mehreren Jahren in verschiedenen Blättern und besonders in »er lrainischen „Xllelio!»»". z,rstr,ut erschienen sind, und sich bereits in der literarischen Welt als Productc einer besonderen Vorzüglickkeit einen 3iuf erworben haben, zu sammeln und der Oeffenllichkeit zu übergeben. Wir müssen gestehen, das! uns dieser Entschluß in eine freudig, Auf« regung «ers.tzte. Wir kennen den Herrn Dr, Presh-^rn als den e i n z i° gen Dichter unserer j«tzig»n traimschcn Dichlerwllt. Er nur fingt, wie es ihm im Innern flammt, denn ^l!e seine Dichtungen sind weit entfernt vom «Schwall fremder Wörter. Sein Vers, leine Diction ist gewählt, angemessen und wohltlinst<»5, und der Stoff echt trainisch. Wer seine el>en erschienenen Poesien nur thlilweis, durchzublättern sich bemühet, wird den von Vielen oft mißverstandenen Geist der krainiscken Poesie sehr leicht finden und uns zugeben müssen < daß ,r allein im echt krainischen «leiste schreibt, und ihm das Streben zur Einmengung fremder slavischer Worte gänzlich fremd, ja verhaßt sey. Und warum sollte man >hm da auch Unrecht ge» den ? Unsere krainische Sprache ist wohlkling, nd. Die klarsten'beweise hierüber liegen in unseren Gesängen; sie ist wortreich und nicht genölhiget, Fremdlinge von Wörtern eindringen zu lassen. Fremdlinge, welche sick an den .ilten Neckten des krkinischcn Voltes vergreifen, die Originalität ihrer Auedrückc verdrängen und der Nachwelt ein Räthsel hinterlassen müssen. schwer zu lösen, ob wir zu diesem oder jenem Stamme gehören, ob wir unsere Gedanken. Sitten und Gebräuche nicht da oder dort entlehnt, ob wir überhaupt selbst etwas Eigenes auszuweisen vermögen, was uns berechtigen könnte, den übrigen Slaven sich in der Literatur, wo mcht schon jetzt, doch in Kürze mit Stolz an die Seite zu stellen. Alle diele Klippen wußte Herr Dr. Presh«-rn mit einer seltenen Gewandtheit zu umgehen. Er ist allein da. ein Dichter aus sich selbst, ol,ne Vorbitt, aber jetzt seinen Nachkomme» zum schönen Vorbild?: leicht faßlich und Ieder« mann verständlich- Dies, sind Vorzüge, welche Manchem, der mn, ihre Brust drücken. Da der Inhalt dieser lange erwarteten Poesien in 5 Abtheilungen, nebst dem noch in einen Vonnettenkranz zerfällt, so sey es Uüs erlaubt, zur Bekräftigung des Vorgeführten ihn näher zu beleuchten: (Sckluß folgt.) Theater in Laibach. Gnnstag am N. Februar, zum Vortheile der Mad. Moldt: «Di» Teufelsmühle am Wienerberge.» Vollsmährchen in tz Auszügen, von C. Hensl» r , Musik von W. Mülle r. Wer lennt dieß uralte, längst quieö-cirte Volksspectakelstück nickt, das nur der Curiofitat halber, wenn man alte Gpäsje mit modernen in Parallele stellen will, aus der bestaubten Numpelsammer hervorgeholt wird? — Das alte Stück, noch jetzt ein Talisman für das Galleriepublikum, hat sich bei der diesjährigen Ve>-setzung gut ansehen lassen. Herr Buchwald spielte seinen edlen Vünlher von Nckwarzenau mit vieler Nilterlichkeit, und sein Knappe Kässperle fand in unserm Herrn ?7t o l d t einen höchst treuen, allo drolligen Repräsentanten. Herr Schnitzer gab den Veit Vchneck, DUe. Antonie Ealliano sein, Tochter Märtcken und Hcrr Grambach den Kellet-buben H>,ns- Alle drri thaten, was man wünschen konnte und ihr W,<-sangquartetl mit Ieriel fiel reckt gut aus. i!eytern spielt? DUe May erhoff, r wirklich >n l! genug, Die übrig, Ritterschaft unt sonsliue Personen sind zu unerheblich belheiligl; nur den Ritter Kilian von Drachenfels lön-nen w>r nicht übergehen. Herr Podesta zeigte sich wieder ein Mal in vollem Glanz, seiner negativen Künstlerschaft < das beißt, er war nicht zum ansehen. Das, HeirPodesta meistens miserabel spielt, darüber ist nur »ineEtimme; das, er aber in seiner gegenwärtigen Nolle dieWorte«Einsicd-ler» und «99 Jahre,« vorsätzlich in »Lei m si cd e >» unb „9399 Jahre" vere wandelte, dagegen müssen wir ein für alle Mal ernstlichen (Einspruch lhun. Der Vesuck des Theaters an diesem Abende war ziemlich ansehnlich. — Sonn° tag am 7. Februar zum ersten Male: >Iin Zimmer mit zwei Vetlen». Faschingsschwank in 1 Acte. und „Virben Mädchen in Uniform." Vaudec vill? in l Act, von L- Angely. Die Idee, daß zwei Passagier, in einem Gaslhaus^immer zusammentreffen, lie beide an eine und dieselbelantippe uer« mahlt sind, welche sie um jeden Preis los sryn und einander abtreten wollen, ift so pikant als erblich durchgeführt. Herr Moldt. als Purzbich» ler, und Herr Grambach, als G.-rczabeH, leisteten in ihren Parthien Vorzügliches; besonders gelungen war des ersteren Nreudeäußerung bei der unvermutheten Nachricht von dein Tode des gefürchtet,n Hauskreuzes. Ueber das Vaudeville läs,l sich diesjma! nickt viel Rühmliches sagen. Wenn wir das eract,, gut eingeübte Grercitium der sieben Mädchen ausnehmen, ließ das Stück wirklich ganz kalt, Herr Grambach weiß es. das, wir stets seine gelungenen Leistungen nnch Verdienst anerkannte»; diesimal aber tonnen wir seinen schnarrenden, in Summa unerquicklichen Sansquarlicr nickt als gelungen bezeichne». Earricaturen haben auch ihre Gränzen. Herr üzerwenka. als der lahme Bataillr, genügte. Herr Schnitzer spielte den Commandanten Vriquet, Herr Vlumenfeld den Oberst Osmond, -Herr Gott dank seinen Sohn und Dlle. AntonieCal» liano dessen Nichte Iulcken. Das Theater erfreute sich-eines zahlreichen Besuches. Leopold Korde sch. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleinmayr.