33Arheološki vestnik 76, 2025, 33–55; DOI: https://doi.org/10.3986/AV.76.01; CC BY-SA 4.0 Izvleček Trozankaste ločne fibule s trikotno nogo so bile doslej obravnavane kot redka vrsta nakita iz starejše železne dobe na zahodnem Balkanu. Pozornost so pritegnile šele leta 2007 z objavo primerka iz Zenice v osrednji Bosni. Z okrepitvijo arheoloških raziskav na tem območju, ki je privedlo tudi do odkritja in izkopavanja nekropole Kopilo ter identifikacije drugih potencialnih grobišč, se je število tovrstnih fibul povečalo na šest. Kljub različnim dimenzijam imajo vsi primerki izrazite skupne značilnosti (tri zanke z rombičnim presekom žice, okrašeno nogo trikotne oblike in narebren lok), kar omogoča opredelitev tovrstnih fibul za samostojni tip. Ker vsi na novo odkriti primerki izvirajo z najdišč v okolici Zenice oziroma iz tamkajšnje kotline ob reki Bosne, je poimenovanje obravnavanih fibul kot “tip Zenica” povsem ustrezno. Ključne besede: starejša železna doba; Balkan; nakit; osrednja Bosna; skeletni grobovi Abstract Three-loop bow fibulae with triangular footplates were previously considered an exceptional phenomenon within the Early Iron Age jewelry repertoire in the western Balkans and only became known through a find, from the city of Zenica in central Bosnia, presented in this journal in 2007. With the increase of archaeological research in this region, which led to the discovery and excavation of the Kopilo burial ground and the localization of other potential cemeteries, the number of characteristic fibulae has grown to six. Despite differing dimensions, all specimens display distinct common features (three loops with a rhomboid cross-section, a decorated triangular footplate, and ribbed bow), which allow this jewelry to be recognized as a distinct type in the archaeological sense. Considering the fact that all newly discovered specimens come from sites around the city of Zenica or the Zenica Basin of the Bosna River, it is reasonable to refer to this form of fibula as the Zenica Type. Keywords: Early Iron Age; Balkans; jewellery; Central Bosnia; inhumation graves Bei der Veröffentlichung einer dreischleifigen Bogenfibel mit hoher, dreieckiger Fußplatte aus der Sammlung des Stadtmuseums Zenica in Zentralbosnien im Jahr 2007 gab es für diesen Schmucktyp nur wenige Analogien, mit zwei kontextlosen Funden aus Sotin in Ostslawonien als den besten Beispielen (Gavranović 2007). Die chronologische und kulturelle Kontextualisierung war zu diesem Zeitpunkt lediglich anhand des Vergleichs mit häufiger auftretenden zweischleifigen Bogenfibeln mit entsprechenden typologischen Elementen (hohe dreieckige Fußplatte, gerippter Bügel) möglich (Gavranović 2007, Abb. 4). Folgend der Datierung der verwandten zweischleifigen Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica Trozankaste ločne fibule tipa Zenica Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO 34 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO Exemplare als einer der signifikanten Formen der beginnenden Früheisenzeit im westlichen und zentralen Balkan (Gabrovec 1970; Bader 1983; Čović 1987a; Teržan 1987; Vasić 1999; Pabst 2008), wurden die damals bekannten dreischleifigen Fibeln aus Zenica und Sotin dem gleichen Zeithorizont des späten 8. und des 7. Jh. v. Chr. zugewiesen (Gavranović 2007). Inzwischen sind fünf weitere dreischleifige Bogenfibeln gefunden worden (Abb. 1). Drei davon stammen aus den Körpergräbern der Nekropole Kopilo, die zwischen 2019 und 2022 im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Österreichischen Archäologischen Institut und dem Stadtmuseum Zenica untersucht wurde (Gavranović et al. 2023a; 2023b). Zwei weitere Fibeln unterschiedlicher Größe wurden in den Fundstellen Gornja Vraca und Mošćanica, einige Kilometer östlich von Kopilo, gefunden und gelang- ten ebenfalls in die Sammlung des Stadtmuseums Zenica.1 In beiden Fällen handelt es sich um nah 1 Eine weitere Fibel vom Typ Zenica befindet sich momentan im Archäologischen Museum Zagreb und wurde an der Oberfläche liegende und zufällig entdeckte Körperbestattungen. BESCHREIBUNG UND FUNDKONTEXTE Ausgehend von den bislang bekannten Exemplaren, zeigen die hier umschriebenen Bogenfibeln vom Typ Zenica folgende charakteristische Merkmale (Abb. 2): – ein gerippter Bügel runden Querschnittes mit je einer Schleife rhombischen Querschnittes über der Fußplatte, am Übergang zur Nadel und auf der höchsten Stelle des Bügels. Die Nadel weist einen rundlichen Querschnitt auf; 2018 beschlagnahmt. Zusammen mit der Fibel befanden sich noch zwei lange Armspiralen. Die Funde stammen zweifelsohne aus Bosnien und Herzegowina, womöglich aus der Gegend um die Stadt Zenica. Für diese Information bedanke ich mich bei Jacqueline Balen und Ivan Drnić (Archäologisches Museum Zagreb). Abb. 1: Fundplätze der dreischleifigen Bogenfibel vom Typ Zenica Sl. 1: Najdišča trozankastih ločnih fibul tipa Zenica. (Kartengrundlage / podlaga: NASA, Natural Earth, Open Street Maps contributers) 1 – Zenica; 2 – Kopilo; 3 – Gornja Vraca; 4 – Mošćanica; 5 – Sotin 35Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica – eine hohe, dreieckige Fußplatte bzw. Nadelrast. In der Regel ist die Fußplatte durch eingeritzte Motive wie Fischgrätmuster oder schraffierte Dreiecke verziert; – eine Länge zwischen 5 und 15 cm. Bei den Fibeln vom Typ Zenica handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Derivat bzw. eine lokale Interpretation der zum Beginn der Früheisenzeit über den gesamten Balkan weit verbreiteten zwei- schleifigen Bogenfibeln (Gabrovec 1970; Lucentini 1981, 74; Bader 1983, 71; Gergova 1987, 36; Teržan 1994, 448; Vasić 1999, 48). Je nach Bügelgestaltung (runder oder rhombischer Querschnitt, tordiert, gerippt, glatt), Form der dreieckigen Fußplat- te (klein, hoch, gedrungen) oder zusätzlichen Zierelementen und Verstärkungen (getriebene Ornamente, Tremolierlinien, ringförmige Bügel- verstärkungen) lassen sich mehrere Varianten der zweischleifigen Bogenfibeln mit dreieckiger Fußplatte erkennen, die meist eine spezifische geographische Verbreitung zeigen (Teržan 1990, Karte 8; Vasić 1999, 50–52). Wichtig für den Typ Zenica sind in erster Linie typologisch verwandte Fibeln mit zwei Schleifen am gerippten Bügel mit einer Hauptverbreitung zwischen der ostbosnischen Hochebene von Glasinac und dem Oberlauf des Flusses Bosna (Gavranović 2011, 185). Weitere Exemplare sind noch aus angrenzenden Landschaften Herzegowi- nas, Nordbosniens und Westserbiens bekannt, während die Funde aus dem ostslawonischen Sotin und aus Milci in Nordmazedonien bislang als isolierte Punkte in der Gesamtverbreitung er- scheinen (Vinski, Vinski-Gasparini 1962; Mitrevski 1987; Gavranović 2007, Abb. 8). Hervorzuheben ist noch, dass die Fibeln aus Grab 1, Tumulus XX in Ilijak (Benac, Čović 1957, Taf. 3), Grab 2, Tumulus I in Gubavica in Nordherzegowina (Čović 1982) sowie aus Grab 23 der Nekropole Milci in Nordmazedonien (Mitrevski 1987) aus Bestattungen stammen, die man den Beifunden nach (Eisenlanze, Eisenmesser, Eisennadel, Rasier- messer) eher der männlichen Sphäre zuweisen könnte, auch wenn die anthropologischen Daten nicht vorliegen. Im Kontext der dreischleifigen Bogenfibeln, die hauptsächlich aus dem Zenica- -Becken des Flusses Bosna stammen, ist fest- zuhalten, dass die verwandten zweischleifigen Fibeln in dieser Mikroregion bislang unbekannt sind, sehr wohl jedoch in mehreren Fundstellen Flussaufwärts auftreten. Zu nennen sind Funde aus Debelo Brdo (Ćurčić 1908) und Semizovac (Mandić 1933) im Sarajevo-Becken, Gračanica im Abb. 2: Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica. Sl. 2: Trozankaste ločne fibule tipa Zenica. 1 – “Zenica”; 2,3 – Kopilo, Grab 1; 4 – Kopilo, Grab 18; 5 – Gornja Vraca; 6 – Mošćanica. M. = 1:2. 36 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO Visoko-Becken (Čović 1984) sowie zwei Fibeln von der neu entdeckten Fundstelle Javor-Handrovica unmittelbar südlich des Zenica-Beckens.2 Bis auf Debelo Brdo (Siedlungsfund), entstammen alle genannten Exemplare einem Grabkontext, der jedoch in keinem Fall archäologisch dokumentiert werden konnte. Dem Fibeltyp Zenica können vorläufig folgende Funde zugewiesen werden: 1 – “Zenica”, unbekannte Fundstelle. Die Fibel befindet sich in der Sammlung des Stadtmuseums Zenica, die ausschließlich Funde aus der Gemeinde Zenica beinhaltet. Es gibt keine Angaben über die 2 Zwei zweischleifige Bogenfibeln mit geripptem Bügel und einem hohen dreieckigen Fuß wurden hier zusammen mit einem tordierten Ösenhalsring und einer runden verzierten Gürtelschließe gefunden. Die Funde befinden sich im Museum Travnik und werden demnächst veröffentlicht. Für die Auskunft bedanke ich mich bei Ajla Sejfuli, der Kuratorin der archäologischen Sammlung des Museums Travnik. Entdeckungsumstände. Die Fibel ist 9 cm lang und weist eingeritzte Verzierungen auf der Fußplatte (Fischgrätmuster, schraffierte Dreiecke) auf (Abb. 2: 1) (Gavranović 2007). 2,3 – Kopilo, Grab 1. Zum Teil gestörte Körper- bestattung innerhalb eines runden Grabkomplexes mit vier weiteren Bestattungen (Abb. 3). Das in Grab 1 beigesetzte Individuum war Süd-Nord orientiert, mit dem Kopf im Süden. Nach der anthropologischen Analyse durch Lukas Wal- tenberger (ÖAI Wien) handelt es sich um eine erwachsene Frau (24–35 Jahre). Aus dem Grab stammen zwei Fibeln: – eine 8 cm lange, vollständig erhaltene Fibel, gefunden im Schädelbereich. Die Fußplatte ist mit eingeritzten, kurzen Linien im Fischgrätmuster verziert (Abb. 2: 3; Abb. 4: 1); – eine verbogene Fibel aus dem gestörten Bereich, erhaltene Länge 6.5 cm. Die Fußplatte ist mit einem eingeritzten Fischgrätmuster und schraffierten Dreiecken entlang der Längsseiten verziert (Abb. 2: 2; 4: 2). Abb. 3: Kopilo: a – Grabkonstruktion mit Gräbern 1, 5, 6 und 13/19; b – Grab 1 und die Lage der Funde. Sl. 3: Kopilo: a – Grobna konstrukcija z grobovi 1, 5, 6 in 13/19; b – Grob 1 in lega najdb. 37Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica Weitere Funde aus dem Grab: – 15 massive, gegossene Stifte bzw. Anhänger mit einem Ring, einem kugelig verdickten Teil unter dem Ring und einem eingerollten, ösenförmigen Ende. Auf der Vorderseite zeigen alle Stifte auf dem Mittelteil eine Verzierung aus grob eingeritzten Linienbündeln. Alle stäbchenförmige Anhänger lagen beim Schädel der Verstorbenen (Abb. 4: 17–28; 5: 1–3); – Vier gegossene Stifte bzw. Anhänger mit einem gedrungenen doppelkonischen Kopf und einem eingerollten, ösenförmigen Ende. Gefunden beim Schädel der Verstorbenen (Abb. 5: 4–7); – Fragmente einer Keramiktasse mit zylindri- schem Hals, schlecht gebrannt, sehr porös mit Kalkmagerung, schwarz. Gefunden unmittelbar südöstlich vom Schädel (Abb. 4: 16); – Ein erhaltener und ein fragmentierter Ohr- oder Schläfenring mit Drahtumwicklungen an drei Stellen. Es handelt sich um Ohr- oder Schläfenringe des sog. delmatischen Typs (Čović 1969, 32; Ga- vranović et al. 2023b). Gefunden im Kopfbereich. (Abb. 4: 12–13); – Ein massiver gegossener Ring mit unregel- mäßigem Querschnitt, der auf den Guss zurückzu- führen ist. Aus dem gestörten Bereich (Abb. 4: 14); – Ein dünner Ring aus Draht mit einem einge- bogenen Ende (Abb. 4: 15); – Sechs massive Beinringe runden Querschnitts mit offenen Enden. Verziert durch eingeritzte Linienbündel und Zickzacklinien. Gefunden bei Tibia eines Beines, teilweise gestörter Bereich des Grabes (Abb. 5: 8–13); – Sechs Glasperlen (eine blau-gelbe mit Ringaugen, eine türkise, leicht gerippte, zwei blaue gedrückt kugelige, eine dunkelblaue ringförmige und eine dunkle ringförmige mit Korrosion). Gefunden teilweise im Brustbereich, teilweise im gestörten Bereich (Abb. 4: 3–8); – spiralförmig gewickelte Bronzedrahtfragmente (“Saltaleoni”) (Abb. 4: 9–11). 4 – Kopilo, Grab 18. Stark gestörte Körperbestat- tung, sehr nahe an der Oberfläche, innerhalb eines Grabkomplexes mit weiteren Bestattungen (Abb. 6). Vermutlich Süd-Nord Orientierung mit dem Kopf nach Süden. Die Craniumfragmente weisen nach der anthropologischen Analyse durch Lukas Wal- tenberger auf eine erwachsene Person (24–35 Jahre) hin. Geschlecht konnte nicht bestimmt werden. – eine 8 cm lange, gut erhaltene Fibel. Die Oberfläche der Fußplatte ist stark korrodiert, es lassen sich eingeritzte Linien im oberen Bereich des Dreiecks erkennen (Abb. 2: 4; 7: 1). Weitere Funde aus dem Grab: – Fünf Ohr- oder Schläfenringe mit stellenweise aufgezogenem Draht des sog. delmatischen Typs. Aus dem gestörten Bereich (Abb. 7: 21–25); – Zwei durchbrochene geschlitzte Bommelan- hänger (sog. “bird-cage”) mit einer rundlichen Stielöse. Aus dem gestörten Bereich (Abb. 7: 2–3); – Zwei weitere geschlitzte Bommelanhänger vereinfachter Form (vier Schlitzungen) mit einer rundlichen Stielöse (Abb. 7: 4–5); – Zwei halbovale Miniaturknöpfe mit einer Öse auf der Rückseite. Aus dem gestörten Bereich (Abb. 7: 43–44); – Drahtröhrchen verschiedener Länge mit vier unterschiedlichen Durchmessern (“Saltaleoni”). Gefunden zum Teil im Brustbereich (Abb. 7: 26–41); – Ein ovaler Anhänger aus Gagat mit Durc- hlochung. Aus dem gestörten Bereich (Abb. 7: 6); – Ein Set aus 14 Glasperlen verschiedener For- men (sechs kugelige, drei gedruckt kugelige, fünf ringförmige) und Farben (blau, gelblich, grünlich, durchsichtig). Teilweise im Brustbereich, teilweise aus dem gestörten Bereich (Abb. 7: 7–20); – Zwei konische Gürtelschließen mit einem Mittelknopf und einer Öse auf der Rückseite. Die Vorderseite ist durch sechs mit kurzen Linien an- gedeuteten Bogenmotiven und zwei Strichreihen in der Mitte verziert. Die Oberfläche ist stark korrodiert. Gefunden im unteren Bereich des Körpers (Abb. 7: 45–46); – Ein doppelt perforiertes, pilzförmiges Tonobjekt, gefunden im unteren Körperbereich (Abb. 7: 42). 5 – Gornja Vraca, Zenica, Körpergrab einer Person, 15 cm unter der heutigen Oberfläche, ge- stört, ohne sichtbare Grabkonstruktion. Erhaltene Knochen (Schienbein und Tibia) weisen auf ein Individuum hin, dass älter als 12 Jahre ist. – eine 13,5 cm lange Fibel. Die Nadel ist nur noch am Ansatz nach der Schleife erhalten (Abb. 2: 5; 8: 1) Aufgrund der fehlenden Nadel ist nicht klar ob die Fibel auseinandergezogen wurde, oder ob der Bogen in der Herstellung flacher ausgeführt wurde. Die Oberfläche der Fußplatte ist stark kor- rodiert, ohne sichtbare Verzierung. Die dreieckige Fußplatte ist an den Ecken mehr abgerundet als bei den anderen Exemplaren, womöglich auch korrosionsbedingt. Weitere Funde aus dem Grab: – Zwei Spiralarmringe kleineren Durchmessers (6 cm) bandförmigen Querschnitts aus dünnem Blech mit sieben bzw. acht Windungen (Abb. 8: 2–3). 38 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO Abb. 4: Kopilo, Grab 1. 1–2, 9–15, 17–28 Metall (Kupferlegierung); 3–8 Glass; 16. Keramik. M. = 1:2. Sl. 4: Kopilo, grob 1. 1–2, 9–15, 17–28 kovina (bakrova zlitina); 3–8 steklo; 16 keramika. M. = 1:2. 39Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica Abb. 5: Kopilo, Grab 1. Alles Metall (Kupferlegierung). M. = 1:2. Sl. 5: Kopilo, grob 1. Vse kovina (bakrova zlitina). M. = 1:2. 40 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO 6 – Mošćanica, Zenica, unmittelbar unter der Oberfläche, vermutlich aus einem Körpergrab, gestörter Kontext, ohne sichtbare Grabkonstruktion – eine 5 cm lange, fast vollständig erhaltene Fibel (Abb. 2: 6; 9: 1). Die dreieckige Fußplatte ist oben durch ein Fischgrätmuster und seitlichen Reihen von schraffierten Dreiecken verziert. Mit- tig befinden sich noch etwas breitere eingeritzte Linien (ein Winkelmotiv aus zwei Linien und eine vertikale Linie). Weitere Funde: – Eine konische, stark korrodierte Gürtelschließe mit einem ausgeprägten Mittelknopf und einer Öse auf der Rückseite (Abb.9: 2). Die Oberfläche ist durch mehrfache konzentrische Kreise verziert, die von Zickzacklinien, Strichreihen und kleinen Kreisen begleitet sind. Am Rand der Schließe befinden sich 12 Bogenmotive aus dreifachen Linien, die inneren Linien der Bogenmotive sind noch durch Strichreihen ergänzt. Die kleineren Kreise mit einem Punkt in der Mitte deuten auf die Anwendung eines Zirkels bei der Durchführung der Verzierung hin. HERSTELLUNG Auch wenn jede der sechs bzw. sieben, wenn man den Fund aus dem Archäologischen Museum in Zagreb mitberücksichtigt, Fibeln zweifelsohne ein Unikat darstellt, sind die gemeinsamen typo- logischen und dekorativen Merkmale nicht zu übersehen. Auffällig sind die ähnlichen Motive auf der Fußplatte zweier Fibeln, der verbogenen Fibel aus Grab 1 in Kopilo und der Fibel aus Mošćanica. Beide sind auf dem oberen Teil mit einem vertikalen Fischgrätmuster und seitlich mit schraffierten Dreiecken verziert. Man wird von Produkten einer lokalen metallurgischen Werkstatt ausgehen können, deren Lokalisierung noch nicht Abb. 6: Kopilo: a – Grabkonstruktion mit Gräbern 17, 18, 22, und 23; b – Grab 18 und die Lage der Funde. Sl. 6: Kopilo: a – Grobna konstrukcija z grobovi 17, 18, 22 in 23; b – Grob 18 in lega najdb. 41Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica Abb. 7: Kopilo, Grab 18. 1–5, 21–41, 43–46 Metall (Kupferlegierung); 6 Stein (Gagat); 7–20 Glass; 42 Keramik. M. = 1:2. Sl. 7: Kopilo, grob 18. 1–5, 21–41, 43–46 kovina (bakrova zlitina); 6 kamen (gagat); 7–20 steklo; 42 keramika. M. = 1:2. 42 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO erfolgt ist. Bei der Veröffentlichung der ersten Fibel aus “Zenica” im Jahr 2007, wurde behauptet, dass sie aus einem Stück Draht ausgehämmert wurde (Gavranović 2007, 157). Diese Herstellungsweise ist nicht auszuschließen, jedoch mit vielen Risiken verbunden. Den runden Draht hätte man an drei Stellen (Schleifen) viereckig aushämmern, was an sich schon eine Materialbelastung ist, und dann anschließend mit Hilfe von starkem Erhitzen zu Schleifen biegen müssen. Dazu kommt noch das Aushämmern der dreckigen Fußplatte. Anschließend hätte der Draht mit drei Schleifen, der Fußplatte und der runden Nadel, wieder unter starkem Erhitzen, in Bogenform gebracht werden müssen. Dieser Vorgang erhöht die Möglichkeit des Brechens, vor allem wenn es sich um eine Bronzelegierung mit Zinn handelt. Für den Fibeltyp Zenica liegen derzeit keine chemischen Analysen vor, jedoch zeigen die anderen Beispiele aus der Region, dass die Fibeln in der Regel aus Bronze mit einem Zinnanteil von 5 % und mehr bestehen (Gavranović et al. 2022). Somit wäre das Material für die Erhitzung, das Aushämmern und anschließende Biegen nicht ideal geeignet. Vor diesem Hintergrund erschient die Möglichkeit, dass die dreischleifigen Bogenfibeln vom Typ Zenica in verlorener Form mithilfe eines Wachsmodells gegossen wurden, wahrscheinlicher. Auch die Rippenzier des Bügels könnte schon im Guss gemacht, oder bei der nachträglichen Bear- beitung und Verzierung herausgearbeitet werden. ZEITSTELLUNG UND TRAGWEISE Mit den zwei Gräbern aus Kopilo (Grab 1 und Grab 18) besteht, trotz der teilweise beachtlichen Störung, die Möglichkeit die Bogenfibeln vom Typ Zenica chronologisch etwas besser zu kon- textualisieren und einen ersten Eindruck über die Grabtracht der lokalen Bevölkerung innerhalb des westbalkanischen Spektrums der beginnen- den Eisenzeit zu bekommen (Teržan 2021, 42). Ausgehend von den Funden aus Kopilo und der Abb. 8: Funde aus dem Grab in Gornja Vraca. Alles Metall (Kupferlegierung). M. = 1:2. Sl. 8: Najdbe iz groba v Gornji Vraci. Vse kovina (bakrova zlitina). M. = 1:2. Abb. 9: Funde aus Mošćanica, vermutlich aus einem Kör- pergrab. Alles Metall (Kupferlegierung). M. = 1:2. Sl. 9: Najdbe iz Mošćanice, verjetno iz skeletnega pokopa. Oboje kovina (bakrova zlitina). M. = 1:2. 43Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica anthropologischen Bestimmung, liegt es nahe den Fibeltyp Zenica als Teil der weiblichen Grabtracht zu identifizieren. Dabei handelt es sich offenbar um erwachsene Frauen. In Gornja Vraca ist von einer grazilen Person auszugehen, worauf neben der anthropologischen Analyse auch die Spiralarmrin- ge mit einem Durchmesser von 6 cm hinweisen. Die Grabtracht der im Grab 1 von Kopilo be- statteten Frau setzt sich aus lokalen und regionalen Elementen zusammen und zählt zu den metallreich- sten im ganzen Gräberfeld (Gavranović et al 2023a; 2023b). Die größere, vollständig erhaltene Fibel lag im Bereich des Kopfes, zusammen mit den 19 Stäbchenanhänger. Dies erlaubt die Schlussfolge- rung, dass die Fibel wahrscheinlich als Halterung einer Kopfbedeckung aus Textil oder Leder zu der auch die massiven, verzierten Stäbchenanhänger gehören, interpretiert werden kann. Im Raum Zentralbosniens oder im östlich angrenzenden Glasinac gibt es dafür keine Vergleichsfunde, aber die Komposition erinnert an den Kopfschmuck aus dem japodischen Raum in der kroatischen Lika (Drechsler Bižić 1968; Teßmann 2017). Zu beachten ist eine gewisse Ähnlichkeit mit den Anhängern der sog. japodischen Kappen des Typs II, Varianten B und C nach der typologischen Gliederung von Drechsler-Bižić, die vor allem aus den Nekropolen in Prozor und Komoplje bekannt sind und in die Zeit des 7. Jh. v. Chr. datieren (Drechsler Bižić 1968, 39). Im Fall von Kopilo handelt es sich nicht um eine japodische Kappe, da die typische konische Blechabdeckung gänzlich fehlt, jedoch ist die Idee mit den hängenden stäbchenförmigen Anhängern an der Kopfbedeckung wahrscheinlich auf die Anregung aus dem japodischen Raum zurückzu- führen. Die Anhänger aus Kopilo sind dabei um einiges massiver als die japodischen Beispiele und zeigen mit den grob eingeritzten Linien eindeutig einen lokalen Charakter. Das eingewickelte Ende der Anhänger aus Kopilo spricht dafür, dass man es als Öse verwenden konnte. Auch hier unter- scheidet sich das Kopfschmuckset aus Kopilo von den Funden aus dem japodischen Raum, wo die Anhänger immer mit dem ringförmigen Ende an die eigentliche Kappe angehängt sind und eine Öse in der Form nicht vorhanden ist (Bakarić 2017, Kat. Nr. 38, 39, 41, 42). Hinzuweisen ist auch auf die vergleichbaren stäbchenförmigen Anhänger, die an einem halbmondförmigen Pektoral aus einem Grab des 8. Jh. v. Chr. in Smiljan (Lika) hängen und somit tendenziell etwas älter als die japodischen Kappen den Typs II sind (Bakarić 1986, Taf. 1: 2). Stäbchenförmige Anhänger mit glattem Stift ohne Verzierung und Ringabschluss erscheinen in der gleichen Zahl wie in Kopilo (15 Stück) auch im Körpergrab aus Ostrožac in Westbosnien, dessen Ausstattung gewisse strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Grab 1 aus Kopilo aufweist (Raunig 1982). Auch bei Ostrožac handelt es sich um Grab einer erwachsenen Frau (ca. 30 Jahre). Hervorzuheben als eine weitere Gemeinsamkeit ist ein Set aus 10 massiven Beinringen mit offenen Enden, die wie im Fall von Kopilo an einem Bein bzw. auf der einen Seite des Skelettes gefunden wurden. Darüber hinaus wurden in Ostrožac auch Schläfen- oder Ohrringe aus gewickeltem Draht gefunden, sowie einige, im Grab 1 von Kopilo fehlende, Trachtele- mente (ein Set mit fünf tordierten Ösenhalsringen, eine Knotennadel über dem Kopf und zwei Spi- ralarmringe mit 9 bis 10 Windungen). Das Grab von Ostrožac datiert ins späte 9. und frühe 8. Jh. v. Chr. (Raunig 1982, 10; Teržan 1987, 11; Ložnjak Dizdar 2012, 104), auch wenn es einige Elemente (Knotennadel) gibt, die ab dem 11./10. Jh. v. Chr. bekannt sind, was jedoch keinesfalls entscheidend für die Datierung der finalen Beisetzung sein kann (siehe im Gegensatz dazu Pabst 2009, Anm. 15). Massive, vergleichbare Beinringe treten, meistens jedoch paarweise und nicht als Set, in mehreren Gräbern des 8. Jh. v. Chr. in den japodischen Nekropolen Golubić und Ripač, ebenfalls im we- stbosnischen Raum entlang des Flusses Una, auf (Marić 1971, Taf. 1: 12–13, 25–26; Raunig 1971, Taf. 3: 12). Wie die Funde aus Gradac-Sokolac und Taline, Tumulus X auf der Hochebene von Glasinac (Benac, Čović 1956, Taf. 47: 5; Benac, Čović 1957, Taf. 2: 3–4), Gornja Tuzla und Jabla- nica in Nordostbosnien (Gavranović 2011, Abb. 216; Jašarević 2022, Abb. 3) und schließlich Gra- čanica bei Visoko in Zentralbosnien (Čović 1984, 31) zeigen, gehörten die massiven Beinringe, oft mit eingeritzten Verzierungen (Strichlinien), zur weiblichen Grabtracht in verschiedenen Land- schaften des westlichen Balkans. Es handelt sich bei allen gennanten Beispielen um Grabfunde, die zwischen dem ausgehenden 9. und dem frühen 7. Jh. v. Chr. datieren. Wichtig für die chronologische Stellung von Grab 1 aus Kopilo sind noch zwei Ohr– oder Schläfenringe mit aufgewickeltem Draht, die B. Čović aufgrund der Hauptverbreitung in der Herzegowina und im dalmatinischen Hinterland als Ohrringe des “delmatischen Typs” bezeichnet hat (1969, 492; 1987b, 456). In Kopilo kommen sie in mehreren Bestattungen vor, meistens paarweise 44 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO (Gavranović et al. 2023b, Abb. 11). Die relativ zahlreichen Beispiele aus dem “delmatischen” Raum stammen vorwiegend aus unzureichend dokumentierten Fundzusammenhängen, wie z. B. aus einem mehrfach benutzten Bestattungsplatz in Ritke Liske bei Crvenica (Čović 1969, Abb. 6), aus den Gräbern in Postranje bei Imotski (Bulić 1898, Taf. 5) oder aus dem als Heiligtum umschriebenen Fundplatz Gorica bei Grude (Truhelka 1902, Abb. 102). Sie sind dort meistens mit den charakteristi- schen Formen des 7. und des 6. Jh. v. Chr. wie z. B. einem Bronzehelm “illyrischen” Typs der Variante IIIA2-a (Blečić, Pravidur 2012,73) oder Fibeln von Typ Potpećine und Borajna (Teržan 1987, 13) vergesellschaftet. Ohr- oder Schläfenringe gleichen Typs wurden auch in der zentralbosnischen Siedlung Pod bei Bugojno gefunden und erscheinen dort in den Schichten, die durch chronologisch relevante Metalltypen, wie z. B. eine zweischleifige Bogenfibel mit Schildfuß (in Form des böotischen Schildes) der Variante 2 nach D. Heilmann, ins 7. Jh. v. Chr. datieren (Čović 1987c, 492; Gavranović 2011, 190; Heilmann 2016, Abb. 1). Ein Novum unter den bislang bekannten Grabin- ventaren in Zentralbosnien stellen die Glasperlen dar, was angesichts des Vorkommens in allen benachbarten Gebieten (Glasinac, Donja Dolina, Westbosnien), nur als Ergebnis eines mangelnden Forschungsstandes zu deuten ist. Die Funde aus der Siedlung Pod zeigen jedenfalls, dass in Zentralbo- snien Glasperlen verschiedener Formen spätestens ab dem 7. Jh. v Chr. bekannt waren (Čović 1987c, 499). Glasperlen kommen in Kopilo sowohl im Grab 1 (6 Stück) als auch im Grab 18 (14 Stück) vor und sind wahrscheinlich als Teile von Halsketten zu interpretieren. Im Glasinacraum tauchen die ersten Glasperlenketten in den Bestattungen des ausgehenden 8. Jh. v. Chr. bzw. Phase IV B nach B. Čović auf, wie z. B. im Grab 2, Tumulus 3 in Ilijak (Benac, Čović 1957, Taf. 14:3). Sie stellen dort in den folgenden Jahrhunderten einen Bestandteil der herausragenden Grabtrachten dar (Čović 1987a, 598, 609, 620). Von chronologischer Relevanz ist die blau gelbe Ringaugenperle aus Grab 1 (Abb. 4: 3), da es sich um einen Typ handelt, der ab dem späten 8. und dem frühen 7. Jh. auftritt. Er erfreut sich vor allem im slowenischen Dolenjsko sowie im japodischen Raum in Westbosnien und in der Lika großer Beli- ebtheit (Haevernick 1974; Dobiat 1987; Koch 2011, 74). Eine Perle gleichen Typs wurde auch in der Siedlung Varvara an der Grenze zwischen Zentralbo- snien und Nordherzegowina gefunden und stammt dort aus der eisenzeitlichen Besiedlungsphase des 8. und 7. Jh. v. Chr. (Gavranović 2011, Taf. 83:7). Die geographisch nächsten Halsketten bestehend aus Glasperlen in verschiedenen Blautönen sowie Augenperlen sind in den Nekropolen Prozor und Kompolje in der Lika auszumachen (Bakarić 2017, Nr. 61–73), wo sie vor allem in den Bestattungen des 7. und 6. Jh. auftreten. Ein Bestandteil der Bestattungspraktiken in Kopilo war auch die Niederlegung eines kleinen Trinkgefäßes (Tasse, Schale oder Kantharos) beim Kopf der Verstorbenen, die in zwölf Gräbern doku- mentiert werden konnte (Gavranović et al. 2023b). Alle freigelegten Gefäße, wie auch die Tasse aus Grab 1 (Abb. 4: 16), zeichnen sich durch schlechte Qualität (niedrige Brenntemperatur), poröse Ober- fläche und unsorgfältig ausgeführte Verzierungen aus, sodass man von einer Anfertigung speziell für die Beisetzungszeremonie ausgehen kann. Die Position der zweiten, verbogenen Fibel aus Grab 1 und des ungleichmäßig starken Ringes war infolge der Störung nicht mehr zu ermitteln (Gavranović et al 2023b). Zusammenfassend lässt sich schließen, dass die erwachsene Frau aus Grab 1 mit Schmuckformen ausgestattet wurde, die einen starken lokalen Charakter (Bogenfibeln vom Typ Zenica, Kopfschmuck) unterstreichen, aber auch einen deutlichen Bezug zum weiteren regionalen Gefüge der weiblichen Grabtracht aufweisen (Ohr- ringe des sog. delmatischen Typs, Glasperlen). Wie fast jede komplexe Ausstattung, besteht die Tracht aus Grab 1 aus traditionellen bzw. möglicherweise vererbten Formen (Beinringset) sowie aus neue- ren Erscheinungen (Glasperlen). Berücksichtigt man die verfügbaren Analogien, ist anhand der vorhandenen Evidenz für Grab 1 und somit auch für die zwei Fibeln von Typ Zenica von einer Niederlegung zwischen dem ausgehenden 8. und dem späten 7. Jh. v Chr. auszugehen. Innerhalb dieser Zeitspanne, vermutlich eher in die zweite Hälfte des 7. Jh. v. Chr., ist auch Grab 18 mit einer weiteren dreischleifigen Fibel zu datieren. Diese ist mit dem größeren Exemplar aus Grab 1 gut vergleichbar. Die Ausstattung der erwachsenen Person zeigt dabei einige Gemeinsam- keiten mit Grab 1. Neben der gleichen Fibelform, finden sich auch hier Ohr- oder Schläfenringe des “delmatischen” Typs (Abb. 7: 21–25, fünf Stück, unter Umständen durch die starke Störung nicht vollständig in der Zahl), sowie Glasperlen ver- schiedener Farben und Formen. Die individuelle Ausstattung wird durch den bislang sowohl in Zen- tralbosnien als in benachbarten westbalkanischen 45Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica Gebieten einmaligen, durchlochten Anhänger aus Gagat stark akzentuiert (Abb. 7: 6). Die zahlreichen Fragmente von Drahtröhrchen können entweder als Teile einer Kette oder als Brustschmuck und/ oder auch als Teile einer Gürtelgarnitur gedeutet werden, wobei die Röhrchen mindestens vier unterschiedliche Durchmesser aufweisen, die vermutlich auf verschiedene Befestigungsarten (Riemen- oder Fadenstärke) hindeuten. Die kleinen konischen Knöpfe mit Öse könnten ebenfalls zu einem aufwändigen Brustschmuck gehören, oder als Teile der Gürtelgarnitur angesprochen werden (Abb. 7: 43–44). Als Teile einer Kette oder als Brustschmuck sind auch die geschlitzten Bommelanhänger zu interpretieren (Abb.7: 2–5). Sie stellen einen zwi- schen Vorderasien und Mittel- und Westeuropa weit verbreiteten Schmucktyp der frühen Eisen- zeit dar (Bouzek 1973, Abb. 18; Kilian-Dirlmeier 1979, 216; Metzner-Nebelsick 2002, 446), der im Grab 18 mit zwei Paaren, einmal mit sechs Schli- tzungen im sackförmigen Körper, und einmal mit vier Schlitzungen im länglichen Körper, vertreten ist. Alle vier Anhänger haben einen kurzen Stiel mit einer rundlichen Öse und können somit mit ähnlichen Exemplaren aus Grab 3, Greda Stipe Čagrlje in Donja Dolina (Truhelka 1904; Gavranović 2011, Abb. 166: 11) und aus Grab 2, Tumulus II in Brezje im Glasinacraum (Benac, Čović 1957, Taf. 23: 10.11.14–15) verglichen werden. Bei den beiden Analogien handelt es sich wahrscheinlich ebenfalls um Bestattungen von erwachsenen Frauen, die u. a. mit den zweischlei- figen Bogenfibeln mit Schildfuß der Variante 2 nach Heilmann ausgestattet wurden und somit in die Zeit der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. datieren (Čović 1987d; Heilmann 2016). Dazu ist noch zu ergänzen, dass die Anhänger mit vier Schlitzungen und einem länglichen Körbchen bislang weder aus Donja Dolina noch im vorge- legten Fundus der Glasinacgräber auszumachen sind. Demnach können sie vorerst als eine lokale, vereinfachte Interpretation dieses Anhängertyps bezeichnet werden. Eine weitere, in Kopilo nicht nachgewiesene, Variante sind die geschlitzten Bommelanhänger mit kurzem Stiel und einer dreieckigen Öse, die ebenfalls in Frauengräbern, wie z.B. im Grab 24 in der Nekropole Jablanica in Nordostbosnien (Gavranović 2011, Taf. 20: 4–5) oder im Grab 2, Tumulus III in Ilijak auf der Hochebene von Glasinac (Benac, Čović 1957, Taf. 23: 6) auftreten. Sie sind aufgrund der Beifunde (eiserne zweischleifige Bogenfibel mit dreieckiger Fußplatte) tendenziell etwas älter einzustufen bzw. können bereits in die erste Hälfte des 7. Jh. v. Chr. datiert werden (Gavranović 2011, 235). Ein eindeutig älteres Trachtelement in der Ausstattung des Grabes 18 in Kopilo sind zwei konische, verzierte Gürtelschließen mit Mittelknopf (Abb. 7: 45–46). Auf der schlecht erhaltenen Ober- fläche, womöglich durch eine längere Nutzungszeit bedingt, lassen sich sechs bogenförmige Motive am Rand sowie zwei Kreise um den Mittelknopf erkennen, die mittels Strichlinienreihen ausgeführt sind. Bis vor kurzem waren vergleichbare konische Gürtelschließen mit entsprechender Verzierung, die in der Regel mit Hilfe eines Zirkels ausgeführt wurde, vor allem aus dem nordbosnischen Raum bekannt, während aus Zentralbosnien nur ein Einzelfund (Bila bei Travnik) vorlag (Gavranović 2017, Abb. 6). Ausgehend von den Funden in der Nekropole Tešanj-Paklenica (Truhelka 1907, 59), dem Grab aus Gornja Tuzla (Čović 1957, 252, Abb. 1; Jašarević 2022, Abb. 3), einem Brandgrab in Petkovo Brdo-Radosavska (Čović 1966, 162, Abb. 3) sowie fünf unlängst präsentierten Exemplaren aus Lipac bei Doboj (Jašarević 2022), wurden die konischen verzierten Gürtelschließen als eine charakteristische Form des späten 9. und des 8. Jh. v. Chr. in Nordbosnien umschrieben (Čović 1987b, 238; Pare 1998, 358; Gavranović 2017, 116; Jašarević 2022, 73). Die wenigen Exemplare aus den Bestattungen des 6. und des frühen 5. Jh. v. Chr. in Donja Dolina (Marić 1964, Taf. 5: 15, Grab 3, Greda Mate Petrovića Jun.) und Sanski Most (Fiala 1899, 106, Grab 103) interpretierte man als über mehrere Generationen vererbte Stücke (Gavranović 2017; Jašarević 2022, 74). Mit den vor kurzem veröffentlichen Funden aus Pavlovica bei Gornji Vakuf/Uskoplje (Gavranović 2024), der Entdeckung eines Depots in der Nähe von Turbe bei Travnik3 und schließlich mit den zwei Exemplaren aus Grab 18 in Kopilo, wird man die Schlussfolgerungen über Datierung und Verbreitung der konischen verzierten Gürtelschließen revidieren müssen. Im Fall von Pavlovica handelt es sich vermutlich um einen Grabfund, in dem zwei konische Gürtelschließen u. a. in Begleitung einer Fibel mit Schildfuß und einer Dreiknopffi- bel vom Typ Brezje gefunden wurden und somit ins späte 7. und frühe 6. Jh. v. Chr. zu datieren sind (Gavranović 2024, Abb. 1). Aus dem Depot in Turbe liegen sechs konische Gürtelschließen 3 Sejfuli, Gavranović 2025, Early Iron Age hoard from Turbe near Travnik, in Vorbereitung. 46 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO vor, die dort u. a. zusammen mit Stäbchen von sog. Astragalgürteln vom Typ Glasinac (Filipović, Mladenović 2017, 156) niedergelegt wurden und somit mindestens bis zum 6. Jh. v. Chr. im Umlauf waren. Auch wenn es sich um tradierte Trachtele- mente handeln könnte, zeigt das Beispiel aus Grab 18 in Kopilo, dass die Gürtelschließen dieses Typs während des 7. Jh. v. Chr. noch immer als Teil der weiblichen Ausstattung in Zentralbosnien betrachtet werden sollten. Entscheidend für die Datierung vom Grab 18 bleiben jedoch die neuartigen Trachtelemente, wie die Ohrringe des “delmatischen Typs”, Glasperlen und Bommelanhänger, die alle auf die zweite Hälfte des 7. Jh. v. Chr. hinweisen. Wie beim Grab 1, sticht auch beim Grab 18 der starke individuelle Charakter hervor, den man nicht nur anhand der Fibel, sondern vor allem durch den Anhänger aus Gagat und ein pilzförmiges, perforiertes To- nobjekt unbekannter Funktion annehmen kann. Als Schmuckform weiterer Verbreitung können im Grab 18 mehrfache Ohr- oder Schläfenringe sowie geschlitzte Bommelanhänger genannt werden, die beide u.a. aus dem erwähnten, reich ausgestatte- ten Grab 3, Greda Stipe Čagrlje in Donja Dolina bekannt sind und somit auch als regionale Erken- nungsmerkmale der herausragenden weiblichen Grabtracht zu gelten haben. Die Ausstattungen der Gräber 1 und 18 aus Kopilo sprechen für eine nicht allzu große zeitliche Distanz zwischen den beiden Bestattungen. Beide Gräber beinhalten sowohl tendenziell typologisch ältere als auch neue, progressive Trachtteile mit individuellen Elementen. Einige Funde aus dem Grab 18 wie die geschlitzten Bommelanhänger lassen vermuten, dass diese Bestattung eventuell etwas jünger ist und eher in die zweite Hälfte des 7. Jh. v. Chr. zu datieren ist, während Grab 1 womöglich um ein paar Dekaden älter ist. Diese Annahme ist vorerst nur als eine Vermutung zu verstehen. Der Fund aus Gornja Vraca mit einer großen Fibel vom Typ Zenica und zwei Armspiralen flachen Querschnitts zeigt eine Grundausstattungskombi- nation, die im bosnischen Raum bereits ab dem 11. Jh. v. Chr. auftritt und sich sowohl in Grabfunden als auch in Depots bis ins 6. Jh. v. Chr. fassen lässt (Gavranović 2016, Abb. 2–4). Die ältesten Beispiele aus Zentralbosnien sind derzeit die Grabfunde aus Donja Zgošća und Ćatići bei Kakanj mit ein- schleifigen Bogenfibeln vom Typ Kakanj (Čović 1975, 29) und kürzeren Armspiralen D-förmigen bzw. dreieckigen Querschnitts. Ausgehend von der einschleifigen Fibel, wird für diese Funde eine Datierung zwischen dem späten 11. und dem frühen 9. Jh. v. Chr. angenommen (Teržan 1995, 351; Della Casa 1996, 156; Gavranović 2016, Abb. 2). Etwa aus der gleichen Zeit stammt auch der nordbosnische Depotfund Drenov Do mit einer Bogenfibel des Typs Golinjevo und einem Set aus drei Armspiralen dreieckigen Querschnitts (König 2004, 112, Taf. 56). Auch im oben erwähnten Grabfund aus Ostrožac in Westbosnien liegen zwei Armspiralen dreieckigen Querschnitts vor (Raunig 1982, 5). Spiralarmringe flachen, bandförmigen Quersch- nitts, wie im Fall von Gornja Vraca, erscheinen in den zentralbosnischen Fundorten wie Gračanica bei Visoko zusammen mit einer zweischleifigen Bogenfibel mit dreieckiger Fußplatte und geripptem Bügel und in Grbavica bei Vitez mit einer zwie- schleifigen Bogenfibel mit Schildfuß (Gavranović 2011, 208) und können demnach wahrscheinlich als eine jüngere Entwicklung der Armspiralen be- zeichnet werden, die man ins 7. Jh. v. Chr. datieren kann. Wie einige Beispiele aus Donja Dolina (z. B. Grab 9, Greda Mato Petrović Sen.) belegen, blei- ben die Armspiralen in Kombination mit Fibeln bis ins frühe 6. Jh. v. Chr. ein Teil der regionalen Frauengrabtracht (Truhelka 1904; Gavranović 2011, Abb. 174). Berücksichtigt man die Datierung der drei Fibeln vom Typ Zenica aus Kopilo und die Form der beiden Armspiralen erscheint für die Kombination aus dem Grab in Gornja Vraca eine Datierung ins 7. Jh. v. Chr. am wahrschein- lichsten. Hinzufügen ist noch, dass die Fibel vom Typ Zenica, die momentan im Archäologischen Museum in Zagreb aufbewahrt wird, ebenfalls mit zwei langen Armspiralen beschlagnahmt wurde (siehe Anm. 1). In den Funden aus Mošćanica mit der kleinen Fibel und einer stark beschädigten konischen Gürtelschließe mit Mittelknopf erkennt man Teile einer Ausstattung wieder, wie sie auch im Grab 18 aus Kopilo vorliegt. Bis auf die Dimensionen unterschiedet sich die Fibel nicht wesentlich von den anderen Exemplaren und trägt die gleiche Verzierung auf der Fußplatte wie die verbogene Fibel aus Grab 1 in Kopilo. Dementsprechend ist nicht von einer allzu großen zeitlichen Differenz zwischen den beiden Funden auszugehen. Der Vergleich der Gürtelschließe mit den anderen be- kannten Exemplaren dieses Typs offenbart jedoch einige stilistische und technologische Unterschiede, die man womöglich als Ausdruck einer starken lokalen Prägung auslegen kann. Zunächst ist der Mittelknopf beim Stück aus Mošćanica nicht, wie 47Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica bei allen anderen bekannten, rundlich und in der Mitte konkav, sondern rundlich und in der Mitte konvex ausgeprägt und hat einen kleineren Durchmesser. Auch die Öse auf der Rückseite hat einen geringeren, runden Durchmesser und ist anders konstruiert. Sie wurde offenbar zusammen mit dem ganzen Objekt gegossen, während sie z. B. bei den Exemplaren aus Lipac nachträglich auf der Rückseite befestigt wurde, was anhand von Metallspuren deutlich zu erkennen war (Jašarević 2022, 77, Taf. 1).4 Die kleinere Öse war aufgrund des kleineren Knopfes vermutlich auch funktional bedingt. Am meisten fällt jedoch die abweichend aufgebaute Verzierung auf. Das Ornament wurde auch hier mithilfe eines Zirkels entworfen. Doch im Unterschied zu allen bislang bekannten Gür- telschließen, die am Rand sechs bogenförmige Motive aufweisen, zeigt das Stück aus Mošćanica zwölf solche Motive, während im mittleren Teil drei konzentrische Kreismotive mit je drei Linien zu erkennen sind. Hinzu kommen noch Zickzack- und Strichlinien entlang der Kreislinien und die kleinen Kreise mit einem Mittelpunkt. Es handelt sich hier um Zierelemente, die auch bei allen an- deren Gürtelschließen erscheinen. Jedoch wurden sie in diesem Fall zu einer neuen Komposition zusammengestellt, indem die Zahl der Bogenmo- tive einfach verdoppelt wurde. Die konische Gürtelschließe aus Mošćanica unterscheidet sich demnach von den anderen Exemplaren nicht nur durch technologische Produktionsdetails (Öse), sondern auch im Hinblick auf die Dekoration und stellt derzeit den einzigen Fund mit diesem Ornament dar. Mit Mošćanica liegt zudem noch ein weiterer Hinweis vor, dass die konischen, verzierten Gürtelschließen mit Mittelknopf in der früheisenzeitlichen Tracht des zentralbosnischen Raumes durchaus vertreten sind. Insgesamt lässt sich, ausgehend von den Fun- den aus Kopilo, Gornja Vraca und Mošćanica, ein Datierungsansatz für die dreischleifigen Bogenfi- beln vom Typ Zenica gewinnen, der in absoluten Zahlen einer Spanne zwischen dem späten 8. und späten 7. Jh. v. Chr. entspricht. Sie sind somit größtenteils gleichzeitig mit den verwandten zwe- ischleifigen Bogenfibeln mit dreieckiger Fußplatte, die in umliegenden Landschaften Bosniens und darüber hinaus ein charakteristisches Merkmal 4 Für die Angaben über die Herstellung der Gürtelschließen bedanke ich mich bei Mathias Mehofer (Universität Wien), der die Funde aus Lipac metallurgisch untersucht und beprobt hat. dieses Zeithorizontes darstellen (Gabrovec 1970; Gavranović 2011, Abb. 174). Die früheisenzeitli- chen Gemeinschaften im Zenica-Becken haben offenbar eine eigene Schmuckform entwickelt, die man bei aller Vorsicht auch als einen gewissen Identitätsträger verstehen kann. Die einzigen Fun- de, die eindeutig außerhalb der Ursprungsgegend gefunden wurden, bleiben bislang zwei Fibeln aus Sotin an der Donau in Ostslawonien (Vinski, Vinski Gasparini 1962, 290). Interessant ist, dass die dritte Schleife am Bügel bei einer der Fibel of- fensichtlich nachträglich angegossen wurde, womit eine zweischeifige Bogenfibel in eine dreischleifige umgewandelt und einem bestimmten Geschmack angepasst, wurde. Die Vermutung, dass die Fibeln aus Sotin aus den, für diese durch Urnenbestat- tungen charakterisierten Region, untypischen Körpergräbern entstammen, die auf die neuen, zugewanderten Individuen und Gruppen aus dem Balkanraum zurückzuführen sind, wurde schon bei der Erstveröffentlichung vorgeschlagen und später wiederholt (Vinski, Vinski-Gasparini 1962, 280; Vinski-Gasparini 1973). Wie spätere Studien gezeigt haben, weisen die Körperbestattungen des 8. und des 7. Jh. v. Chr. aus Nekropolen wie Vukovar oder Sotin, neben dem andersartigen Ritus, tatsächlich viele fremdartige Eigenschaften auf, die meistens auf die Gebiete donauabwärts (Eisernes Tor und weiter östlich) hinweisen (Metzner-Nebelsick 2002, 202). Die dreischleifigen Bogenfibeln gehören je- doch nicht dazu und können in der Tat aus dem westlichen Balkan bzw. am wahrscheinlichsten aus dem Zenica-Becken des Flusses Bosna hergeleitet werden (Gavranović 2007, 165). ZUR BESTATTUNGSWEISE IM ZENICA-BECKEN UND IN ZENTRALBOSNIEN – NEUE ERKENNTNISSE Die Tatsache, dass schon eine erste Intensivie- rung der Forschung zur Entdeckung einer neuen, charakteristischen Schmuckform geführt hat, ist nur ein Beleg dafür, wie wenig man über die Bestattungspraktiken der spätbronze- und frühei- senzeitlichen Bevölkerung im Zenica-Becken und in Zentralbosnien allgemein gewusst hat. Dieses Desiderat wurde schon früh in der Forschung erkannt (Čović 1983, 439; 1987c, 511) und selbst die grundsätzliche Frage, ob Tumuli oder flache Gräber als vorherrschende Grabform auftreten, konnte aufgrund des mangelnden Kenntnisstan- 48 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO des nicht eindeutig beantwortet werden (Perić 2002; Gavranović, Sejfuli 2018). Dabei wurde der, durch Flusstäler- und Becken von Bosna, Vrbas und Lašva und dazwischen liegende Gebirgszüge geprägte, Raum Zentralbosniens vor allem in den Arbeiten von B. Čović als eine eigenständige Kulturzone zwischen dem Glasinacraum im Osten, dem delmatischen Territorium im Süden und der japodischen Welt im Westen, umschrieben (Čović 1983; Čović 1987c). Mit der stetig wachsenden Zahl der neu identifizierten Siedlungen, die sich durch eine exponierte, hohe Lage, Befestigungswerke und ein ähnliches Keramikspektrum mit eingeritzter geometrischer Verzierung auszeichnen, war die Frage nach den assoziierten Bestattungsplätzten noch dringlicher (Gavranović 2011; Bujak 2012; Pravidur 2012; Gavranović, Petschko 2020; Gavra- nović et al. 2021). Weiteres haben die Untersuchun- gen in den befestigten Höhensiedlungen wie Pod bei Bugojno (Čović 1965; 1991) oder Kopilo bei Zenica (Trajković 1971; Gavranović et al. 2021) deutliche Belege für eine ausgesprochen lange Besiedlungskontinuität zwischen dem 12./11. und dem 2/1. Jh. v. Chr. geliefert. Dementsprechend gibt es viele Indizien einer dichten Besiedlung des zentralbosnischen Raumes und folglich einer großen Zahl an Menschen, deren Bestattungsorte weitgehend unbekannt bleiben. In diesem Zusam- menhang scheint es wichtig zu unterstreichen, dass bis zum Beginn der Untersuchungen im Zenica- -Becken keine menschlichen Überreste aus dem gesamten Raum Zentralbosniens vorlagen. Man operierte hauptsächlich mit zufällig und nicht sachgerecht dokumentierten Metallfunden, deren Zuordnung nicht immer klar war (Čović 1975; Gavranović, Sejfuli 2015). Erst mit ausführlichen Prospektionen und anschließenden Ausgrabungen in Kopilo und in den benachbarten Fundstellen konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die auf ein durchaus komplexes und vielfältiges Bild in Bezug auf die regionalen Bestattungssit- ten während der Spätbronze- und Früheisenzeit hinweisen. So konnten beim Dorf Gradišće, auf der von Kopilo aus betrachtet gegenüberliegender Seite des Zenica-Beckens, 2018 und 2019 mehrere kleinere (Durchmesser 4 bis 6 m) Steintumuli ausgegraben werden, in denen Überreste von 1 bis 2 Körperbestattungen vorgefunden wurden (Gavranović et al. 2021). Die Steintumuli erstrecken sich über einen Sattel zwischen zwei befestigen Höhensiedlungen, Vrh Negraja (970 m) und Mrtvačka Gradina (650 m), und können zwei- felsohne mit diesen assoziiert werden, was auch die Radiokarbondatierung der Skelettüberreste (9. Jh. v. Chr.) nahelegt. In Kopilo hingegen lag der Bestattungsplatz auf einer Terrasse unterhalb der Höhensiedlung bzw. auf der Zugangsseite zur Siedlung aus dem Becken kommend (Gavranović et al. 2023a; 2023b). Die freigelegten, rundlichen und aus Stein gebauten Grabkonstruktionen befanden sich unmittelbar unter der heutigen Oberfläche und umfassen in der Regel drei bis fünf parallel angelegte Grabplätze (Abb. 3 und 6). Die meisten Konstruktionen wurden von einem halbkreisför- migen Steinring flankiert. Neben Einzelbestat- tungen konnten auch Doppelbestattungen sowie mehrfach genutzte Gräber mit Überresten von drei Individuen und schließlich Teilbestattungen dokumentiert werden. Insgesamt wurden 46 Grä- ber aller Altersgruppen, inklusive Kinder (3–12 Jahre) und beider Geschlechter ausgegraben. In der Grabtracht überwiegen Schmuckformen, die sich meistens in der erwarteten Trageposition am Körper befanden, während Geräte oder Waffen nur in einem Fall (ein Eisenmesser beim Kopf, zusammen mit einem Gefäß) festzustellen waren. Mit Kopilo und Gradišće liegen demnach zwei Fundplätze vor, die über das Becken des Flusses Bosna hinweg im unmittelbaren Sichtkontakt zuei- nanderstehen und im Hinblick auf die Keramik aus den Siedlungsarealen durchaus vergleichbar sind, jedoch grundsätzlich unterschiedliche Bestattun- gspraktiken aufweisen, die bis auf den Ritus der Körperbestattung wenig Gemeinsamkeiten haben. Über die Funde aus Gornja Vraca und Mošćanica lässt sich derzeit noch nicht viel sagen, dennoch scheinen mit Kopilo vergleichbare Grabkonstruk- tionen in Gornja Vraca nicht vorzuliegen. Ähn- lich wie Kopilo, befinden sich Gornja Vraca und Mošćanica ebenfalls auf hoch über dem Flusstal liegenden Terrassen auf der gleichen Beckenseite (Abb. 1). Auch wenn die dazugehörigen Siedlungen bislang noch nicht nachgewiesen sind, gibt es in der unmittelbaren Umgebung beider Fundplätze topographisch auffällige, jedoch stark bewaldete, Stellen, die mögliche Höhensiedlungen darstel- len könnten. Eine direkte Verbindung zu einem Siedlungsplatz ist demnach nicht auszuschließen. Sucht man nach einer Gemeinsamkeit aller bislang bekannten Bestattungsplätzen im Zenica- -Becken so ist vor allem ihre sehr hohe Lage im Verhältnis zum eigentlichen Tal hervorzuheben, die unmittelbar mit der hohen Lage der Siedlungsplätze zusammenhängt. Im Fall von Kopilo und Gradišće liegen die Gräber bzw. Nekropolen zudem direkt an den Zugangswegen zu den Siedlungen selbst 49Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica und stellen somit einen unzertrennlichen Teil des Gemeinschaftsraumes dar. Ausgehend von den bisherigen Untersuchungen spricht vieles dafür, dass die hohen Terrassen, Plateaus, Hänge und Lichtungen für spätbronze- und früheisen- zeitlichen Gemeinschaften des Zenica-Beckens weitaus anziehender waren als das Tal selbst. Es ist demnach nicht überraschend, dass auch die verstorbenen Mitglieder der Gemeinschaften hier beigesetzt wurden. Es stellt sich folglich die Frage, inwiefern das Bild aus dem Zenica-Becken auf die benach- barten Täler und Becken in Zentralbosnien als Modell übertragen werden kann. Reduziert man sich auf die Keramik aus den Siedlungen, so wird man eine gewisse kulturelle Zusammengehörigkeit dieser durch Topographie bedingten Mikroregio- nen (z.B. Lašvatal, Vrbastal, Visoko-Becken etc.) kaum bestreiten können. Bei näherer Betrachtung fallen jedoch auch Unterschiede auf, wie z. B. bei der Wahl der bevorzugten Siedlungsplätze (Perić 2004) oder Verbreitung gewisser Motive auf der Keramik (Gavranović 2011). Man darf daher von einzelnen, zweifellos untereinander stark vernetzten, Siedlungskammern sprechen. Trotz der dürftigen Dokumentation, lassen sich auch bei der Wahl der Bestattungsplätze und Grabformen unterschiedliche Tendenzen in den jeweiligen Siedlungskammern beobachten. In dem an das Zenica-Becken angrenzenden Lašva-Tal liegen die meisten registrierten Grabfunde wie Putičevo, Grbavica bei Vitez, Nević Polje oder Klaonica bei Travnik im eigentlichen Tal bzw. in der unmittelbaren Flussnähe (Gavranović, Sejfuli 2015). Den Berichten zufolge handelt es sich sowohl um Tumuli (Putičevo, Grbavica) als auch um Flachgräber (Nević Polje, Klaonica). Aus dem Vrbas-Tal liegen nur einige vermeintlich aus Gräbern stammende Metallobjekte vor, aber ein Bestattungsplatz wurde noch nicht lokalisiert, trotz sehr intensiver, über mehrere Jahrzehnte andauernden archäologischen Forschung mit der Höhensiedlung Pod bei Bugojno im Mittelpunkt (Čović 1991; Teržan 1995; Gavranović 2024). Eine Ausnahme stellen die, in einer Höhle bei der Höhensiedlung Krupa bei Gornji Vakuf/Uskoplje entdeckten, Teilskelette unter einer Sinterschicht dar, die mittels Radiokarbondaten ins 9./8. Jh. v. Chr. datiert wurden (Zukanović et al. 2012). Somit zeichnet sich für den Raum Zentralbosniens im Hinblick auf die Bestattungen ein heterogenes Bild ab, mit, bislang wenig beachteten, Lokalentwic- klungen innerhalb einer jeden Siedlungskammer. Dass diese Entwicklungen nicht nur die Wahl der Siedlungsplätze und/oder unterschiedliche Bestat- tungsweise, sondern zum Teil auch die materielle Kultur prägen, ist stark anzunehmen. Trotz der offensichtlichen regionalen und überregionalen Kommunikation, die z. B. aus der Verbreitung von vielen Schmuckformen abzulesen ist, sind die Ko- häsionsfaktoren einer Mikrolandschaft nicht außer Acht zu lassen. Ein Ausdruck dieser Dynamik sind auch die dreischleifigen Bogenfibeln vom Typ Zenica als ein Beleg dafür, dass die Gegebenheiten auf der lokalen Ebene zur Entwicklung von eigenständigen und unverwechselbaren Schmuckformen führen können. Man wird die dreischleifigen Bogenfibeln als ein Markenzeichen bestimmter Frauen der frü- hen Eisenzeit aus dem Zenica-Becken und somit als Ausdruck einer lokalen Identität verstehen dürfen. BADER, T. 1983, Die Fibeln in Rumänien. – Prähistorische Bronzefunde XIV/6. BAKARIĆ, L. 1986, Rezultati novih istraživanja u Smiljanu (Die Ergebnisse neuer Forschungen in Smiljan). – Vi- jesnik Arheološkog Muzeja u Zagrebu 3/19, 129–140. BAKARIĆ, L. 2017, Japodi – zaboravljeni gorštaci/Iapodes – the forgotten highlanders. – Zagreb. BENAC, A., B. ČOVIĆ 1956, Glasinac I – Bronzezeit / Glasinac I – Bronzano doba. – Katalog prehistorijske zbirke Zemaljskog muzeja u Sarajevu 1. BENAC, A., B. ČOVIĆ 1957, Glasinac II – Željezno doba / Glasinac II – Eisenzeit. – Katalog prehistorijske zbirke Zemaljskog muzeja u Sarajevu 2. BLEČIĆ, M., A. PRAVIDUR 2012, Ilirske kacige s područja Bosne i Hercegovine / Illyrian helmets from Bosnia and Herzegovina. – Glasnik Zemaljskog Muzeja Bosne i Hercegovine u Sarajevu 53, 35–136. BOUZEK, J. 1973, Graeco-Macedonian bronzes (analysis and chronology). – Acta Universitatis Carolinae: Philo- sophica et historica 49. BUJAK, E. 2012, Historija Gradišća od prahistorije do kraja srednjeg vijeka. – Gradina 1, 9–31. BULIĆ, F. 1898, Predhistorično groblje u Postranju kod Imotskog. – Vjesnik za arheologiju i historiju dalma- tinsku 21, 158–170. 50 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO ČOVIĆ, B. 1957, Nekoliko manjih preistorijskih nalaza iz Bosne i Hercegovine. – Glasnik Zemaljskog muzeja u Sarajevu 12, 241–255. ČOVIĆ, B. 1965, Uvod u stratigrafiju i hronologiju praisto- rijskih gradina u Bosni (Einleitung in die Stratigraphie und Chronologie prähistorischer Gradinen in Bosnien). – Glasnik Zemaljskog muzeja u Sarajevu 20, 27–145. ČOVIĆ, B. 1966, Praistorijska nekropola “Petkovo Brdo” u Radosavskoj. – Glasnik Zemaljskog muzeja u Sarajevu 21, 161–167. ČOVIĆ, B. 1969, Grobnice željeznog doba iz Crvenice kod Duvna (Eisenzeitgräber aus Crvenica bei Duvno). – Vjes- nik za arheologiju i historiju dalmatinsku 63–64, 25–48. ČOVIĆ, B. 1975, Zwei spezifische Typen der westbalkani- schen Bogenfibel. – Wissenschaftliche Mitteilungen der Bosnisch- Herzegowinischen Landesmuseums 5, 19–33. ČOVIĆ, B. 1982, Tumulusi željeznog doba u Gubavici. – Hercegovina 1, 13–32. ČOVIĆ, B. 1983, Srednjobosanska kulturna grupa. – In: A. Benac (Hrsg.), Bronzano doba, Praistorija jugoslovenskih zemalja IV, 433–461. – Sarajevo. ČOVIĆ, B. 1984, Najstarija prošlost visočkog kraja – ba- karno, bronzano i željezno doba. – Visoko i okolina kroz istoriju 1, 31–37. ČOVIĆ, B. 1987a, Glasinačka kultura. – In: A. Benac (Hrsg.), Željezno doba, Praistorija jugoslavenskih zemalja V, 575–644. – Sarajevo. ČOVIĆ, B. 1987b, Srednjodalmatinska grupa. – In: A. Benac (Hrsg.), Željezno doba, Praistorija jugoslavenskih zemalja V, 442–481. – Sarajevo. ČOVIĆ, B. 1987c, Srednjobosanska grupa. – In: A. Benac (Hrsg.), Željezno doba, Praistorija jugoslovenskih zemalja V, 481–531. – Sarajevo. ČOVIĆ, B. 1987d, Grupa Donja Dolina-Sanski Most.– In: A. Benac (Hrsg.), Željezno doba, Praistorija jugoslovenskih zemalja V, 232–291. – Sarajevo. ČOVIĆ, B. 1991, Pod kod Bugojna. Naselje bronzanog i željeznog doba u centralnoj Bosni 1: Rano bronzano doba / Pod bei Bugojno.Eine Siedlung der Bronze -und Eisenzeit in Zentralbosnien 1: Die Frühbronzezeit. – Sarajevo. ĆURČIĆ, V. 1908, Prehistoričke utvrde oko Sarajeva. – Glasnik Zemaljskog muzeja u Sarajevu 20, 363–386. DELLA CASA, P. 1996, Velika Gruda II. Die bronzezeitliche Nekropole Velika Gruda (Opš. Kotor, Montenegro). – Uni- versitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 33. DOBIAT, C. 1987, Glasperlen der vorrömischen Eisenzeit II. Ringaugenperlen und verwandte Perlengruppen. Nach Unterlagen von Thea Elisabeth Haevernick. – Marburger Studien zur Vor- und Frühgeschichte 9. DRECHSLER-BIŽIĆ, R. 1968, Japodske kape i oglavlja. – Vijesnik Arheološkog Muzeja u Zagrebu 3/3, 29–51. FIALA, F. 1899, Flachgräberfeld und die prähistorische Ansiedlung in Sanski Most. – Wissenschaftliche Mit- teilungen aus Bosnien und der Herzegowina 6, 65–127. FILIPOVIĆ V., O. MLADENOVIĆ 2017, Prilog proučavanju astragalnih pojaseva sa teritorije centralne i jugoistočne Evrope / Contribution to the Study of Astragal Belts Seg- ments from the Territory of Central and Southeastern Europe. – Prilozi Instituta za Arheologiju u Zagrebu 34, 143–183. GABROVEC, T. 1970, Dvozankaste ločne fibule (Die zweischleifigen Bogenfibeln). – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 8, 5–44. GAVRANOVIĆ, M. 2007, Eine dreischleifige Bogenfibel mit dreieckiger Fußplatte aus Bosnien (Trozankasta ločna fibula s trikotno nogo iz Bosne). – Arheološki Vestnik 58, 157–166. GAVRANOVIĆ, M. 2011, Die Spätbronze- und Früheisenzeit in Bosnien. – Universitätsforschungen zur prähistori- schen Archäologie 195. GAVRANOVIĆ, M. 2016, Ladies first? Frauenbestattun- gen der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit aus Bosnien – Chronologie und kulturelle Zugehörigkeit. – In: V. Sirbu, M. Jevtić, K. Dmitrović, M. Ljuština (Hrsg.), Funerary Practices during the Bronze and the Iron Ages in the Central and Southeast Europe, 91–109, Beograd, Čačak. GAVRANOVIĆ, M. 2017, Überregionale Netzwerke und lokale Distribution. Verteilungsmuster einiger Bron- zeobjekte im westlichen Balkan während der jüngeren und späten Urnenfelderzeit.– In: D. Ložnjak Dizdar, M. Dizdar, M. (Hrsg.), Late Urnfield Culture between the Eastern Alps and the Danube, 109–125, Zagreb. GAVRANOVIĆ, M. 2024, The collection of Early Iron Age metal finds from Pavlovica, Rostovo, central Bosnia / Skup metalnih nalaza ranog željeznog doba sa Pavlovice, Rostovo, centralna Bosna. – Glasnik Zemaljskog Muzeja Bosne i Hercegovine u Sarajevu, Arheologija 56, 7–26. GAVRANOVIĆ, M., A. SEJFULI 2015, Unpublizierte Bronzefunde aus dem Lašvatal in Zentralbosnien. – Godišnjak Centar za balkanološka ispitivanja 44, 67–93. GAVRANOVIĆ, M., I. M. PETSCHKO 2020, Bronze Age communities in central Bosnia. – In: M. Gavranović, B. Horejs (Hrsg.), Visualizing the Unknown Balkans, 73–85, Wien. GAVRANOVIĆ, M., A. SEJFULI 2018, The Early Iron Age in Central Bosnia – overview and research perspectives. – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 47, 27–45 GAVRANOVIĆ et al. 2021 = M. Gavranović,, I. Cogo, E. Bujak, I. M. Petschko 2021, Nova istraživanja lokaliteta brončanog i željeznog doba na području Zenice (The new investigations of the Bronze and Iron Age sites in the Zenica area). – Godišnjak Centra za balkanoloska ispitivanja 50, 7–42. GAVRANOVIĆ et al. 2022 = M. Gavranović, M. Mehofer, A. Kapuran, J. Koledin, J. Mitrović, A. Papazovska, A. Pravidur, A. Đorđević, D. Jacanović 2022, Emergence of monopoly–Copper exchange networks during the Late Bronze Age in the western and central Balkans. – PLOS ONE 17(3), 1–36. https://doi.org/10.1371/journal. pone.0263823 GAVRANOVIĆ et al. 2023a = M. Gavranović, L. Walten- berger, I. M. Petschko, E. Bujak, I. Cogo 2023, Kopilo: a newly discovered Late Bronze and Iron Age burial ground in Bosnia. – Antiquity 97 (392), e10. https:// doi.org/10.15184/aqy.2023.10 GAVRANOVIĆ et al. 2023b = M. Gavranović, I. M. Petschko, I. Cogo, M. Dević, L. Waltenberger, E. Bujak, N. Mittermair 2023, Gräberfeld Kopilo bei Zenica – Neue Erkenntnisse zur Bestattungsweise während der Spätbronze- und Früheisenzeit in Zentralbosnien. – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 52, 39–73. 51Dreischleifige Bogenfibeln vom Typ Zenica GERGOVA, D. 1987, Früh- und ältereisenzeitliche Fibeln in Bulgarien. – Prähistorische Bronzefunde XIV/7. HAEVERNICK TH. E. 1974, Zu den Glasperlen aus Slowenien. – Situla 14/15, 61–65. HEILMANN, D. 2016, Contextualising Bow Fibulae with Boeotian Shield Plates: Cultural Transfer Processes during Early Iron Age in the Central Balkan Area. – Starinar 66, 9–26. JAŠAREVIĆ, A. 2022, Lipac – nalazi iz grobova finalnog bronzanog doba sjeverne Bosne. – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 51, 65–84. KILIAN-DIRLMEIER, I. 1979, Anhänger in Griechen- land von der mykenischen bis zur spätgeometrischen Zeit. – Prähistorische Bronzefunde, XI/2. KOCH, L. C. 2011, Früheisenzeitliches Glas und Glasfunde Mittelitaliens. Eine Übersicht von der Villanovazeit bis zum Orientalizzante und eine Analyse der Glasperlen als Grabbeigabe des Gräberfeldes Quattro Fontanili in Veji. – Bochumer Forschungen zur Ur- und Frühge- schichtlichen Archäologie 4. KÖNIG, P. 2004, Spätbronzezeitliche Hortfunde aus Bosnien und der Herzegowina. – Prähistorische Bron- zefunde XX/11. LOŽNJAK DIZDAR, D. 2012, Cremation burials in Northern Croatia 1300–750 BC. – In: M. Lochner, F. Ruppenstein (Hrsg.), Cremation burials in the region between the Middle Danube and the Aegean, 1300–750 BC. – Mitteilungen der Prähistorischen Kommision 77, 99–119. LUCENTINI, N. 1981, Sulla cronologia delle necropoli di Glasinac nell´ età del ferro. – Studi di protostria adriatica 1, 67–162. MANDIĆ, M. 1933, Praistorijski nalazi prilikom rekog- nisciranja u okolici Kaknja, Semizovca i Novog Šehera kod Žepča. – Glasnik Zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini 45, 1–6. MARIĆ, Z. 1964, Donja Dolina. – Glasnik Zemaljskog muzeja u Sarajevu 19, 5–128. MARIĆ, Z. 1971, Die Japodischen Nekropolen im Una Tal. – Wissenschaftliche Mitteilungen der Bosnisch- Her- zegowinischen Landesmuseums 1, 13–96. METZNER-NEBELSICK, C. 2002, Der “Thrako-Kimme- rische” Formenkreis aus der Sicht der Urnenfelder- und Hallstattzeit im südöstlichen Pannonien. – Vorgeschi- chtliche Forschungen 23. MITREVSKI, D. 1987, Bow fibulae from Iron Age Sites in the Vardar Valley. – Archaeologica Iugoslavica 24, 29–42. PABST, S. 2008, Zur absoluten Datierung des ersten früheisenzeitlichen Horizonts auf dem nördlichen Zentralbalkan. – Germania 86, 592–655. PABST, S. 2009, Bevölkerungsbewegungen auf der Bal- kanhalbinsel am Beginn der Früheisenzeit und die Frage der Ethnogenese der Makedonen. – Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts 124, 1–74. https:// www.academia.edu/3479848/Bevölkerungsbewegun- gen_auf_der_Balkanhalbinsel_am_Beginn_der_Früheisen- zeit_und_die_Frage_der_Ethnogenese_der_Makedonen PARE, C. H. 1998, Beiträge zum Übergang von der Bron- ze- zur Eisenzeit in Mitteleuropa. Teil I. Grundzüge der Chronologie im östlichen Mitteleuropa (11.-8. Jahr- hundert v. Chr.) – Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz 45, 293–433. PERIĆ, S. 2002, O problemu načina sahranjivanja u gornjem toku reke Bosne tokom bronzanog i gvozdenog doba (Zum Problem der Bestattungsweise im oberen Lauf des Flusses Bosna in der Bronze- und Eisenzeit). – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 30, 179-199. PERIĆ, S. 2004, Topografija i kulturno-hronološke ka- rakteristike naselja bronzanog i gvozdenog doba u gornjem toku reke Bosne. – Zbornik za istoriju Bosne i Hercegovine 4, 1–45. PRAVIDUR, A. 2012, Hillfort Čolaci above Donji Vakuf in central Bosnia – new research and new findings in the central Bosnian cultural group through the typology of ceramic pottery. – In: C. Gutjahr, G. Tiefengraber (Hrsg.), Beiträge zur Hallstattzeit am Rande des Südostalpen. Akten des 2. internationalen Symposiums am 10. und 11. Juni 2010 in Wildon, Internationale Ar- chäologie. Arbeitsgemeinschaft, Symposium, Tagung, Kongress 19, 9–29. RAUNIG, B. 1971, Die Japodische Nekropole auf der Crkvina in Golubić. – Wissenschaftliche Mitteilungen der Bosnisch- Herzegowinischen Landesmuseums 1, 97–116. RAUNIG, B. 1982, Grob ranog željeznog doba iz Ostrožca kod Cazina (Grab aus der frühen Eisenzeit von Ostrožac bei Cazin). – Glasnik Zemaljskog muzeja Bosne i Her- cegovine u Sarajevu 37, 1–14. TERŽAN, B. 1987, The Early Iron Age Chronology of the Central Balkans: A Review from the Viewpoint of the Southeastern Alpine Hallstatt. – Archaeologia Jugoslavica 24, 7–27. TERŽAN, B. 1990, Starejša železna doba na Slovenskem Štajerskem / The Early Iron Age in Slovenian Styria. – Katalogi in monografije 25. TERŽAN, B. 1994, Fibel und Fibeltracht. Bronzezeit und ältere Eisenzeit im östlichen Mitteleuropa. – Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 8, 444–456. TERŽAN, B. 1995, Stand und Aufgaben der Forschungen zur Urnenfelderzeit in Jugoslawien. – In: Beiträge zur Urnenfelderzeit nördlich und südlich der Alpen, Mono- graphien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 35, 323–372. TERŽAN, B. 2021, Female costume from the Early Iron Age period at Glasinac in the heart of Western Balkans. – Godišnjak Centra za balkanološka ispitivanja 50, 43–66. TESSMANN, B., 2017, Japodische Frauen an der Macht? Überlegungen zur japodischen Frauentracht. – In: C. Keller, K. Winger (Hrsg.), Frauen an der Macht? Neue interdisziplinäre Ansätze zur Frauen- und Geschlechter- forschung für die Eisenzeit Mitteleuropas, Universitätsfor- schungen zur prähistorischen Archäologie 299, 127–149. TRAJKOVIĆ, Č. 1971, Kopilo, Zenica – praistorijska gradina. – Arheološki pregled 13, 26–27. TRUHELKA, Ć. 1902, Zwei prähistorische Funde aus Gorica (Bezirk Ljubuški). – Wissenschaftliche Mittheilungen aus Bosnien und der Herzegowina 8, 3–47. TRUHELKA, Ć. 1904, Der vorgeschichtliche Pfahlbau im Savabette bei Donja Dolina (Bezirk Bosnisch-Gradiška). – Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Herzegowina 9, 3–171. TRUHELKA, Ć. 1907, Prehistorijski nalazi u Bosni i Herce- govini (Nalazi brončane dobi iz Tešnja i okolice). – Gla- snik Zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini 19, 62–75. 52 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO VASIĆ, R. 1999, Die Fibeln im Zentralbalkan (Vojvodina, Serbien, Kosovo und Makedonien). – Prähistorische Bronzefunde XIV/12. VINSKI-GASPARINI, K. 1973, Kultura polja sa žarama u sjevernoj Hrvatskoj. – Monografije 1. VINSKI, Z., K. VINSKI-GASPARINI 1962, O utjecajima istočno-alpske halštatske kulture i balkanske ilirske kulture na slavonsko-srijemsko Podunavlje. – Arheološki radovi i rasprave 2, 263–293. ZUKANOVIĆ et al. 2012 = A. Zukanović, M. Vodanović, J. Mulaomerović 2012, Palaeodontological analysis of an Iron Age dental sample from a cave burial site near Gornji Vakuf, Bosnia and Herzegovina. – Acta medico- -historica adriatica 10(1), 9–22. Ob prvi objavi trozankaste ločne fibule z visoko trikotno nogo iz zbirke Mestnega muzeja v Zenici leta 2007 je bilo znanih le nekaj podobnih primerkov, pri čemer sta najboljšo analogijo predstavljali fibuli iz Sotina v vzhodni Slavoniji (Gavranović 2007). Pozneje je bilo odkritih še pet trozankastih ločnih fibul, od tega tri v grobovih z grobišča Kopilo, ki sta ga med letoma 2019 in 2022 v sodelovanju raziskovala Avstrijski arheološki inštitut in Mestni muzej v Zenici (Gavranović et al. 2023a; 2023b). Dve fibuli različnih velikosti sta bili odkriti še na najdiščih Gornja Vraca in Mošćanica, nekaj kilometrov vzhodno od Kopila (sl. 1). Na podlagi doslej znanih primerkov so značil- nosti fibul tipa Zenica (sl. 2) naslednje: - narebren lok okroglega preseka in tri zanke romboidnega preseka (nad nogo, na prehodu proti igli in na najvišji točki loka); igla ima okrogli presek; - visoka trikotna noga, ki je običajno okrašena z vrezanimi motivi ribje kosti in šrafiranih trikotnikov; - dolžina fibul znaša med 5 in 15 cm. Fibule tipa Zenica verjetno predstavljajo lo- kalno različico dvozankastih ločnih fibul, ki so bile na začetku starejše železne dobe razširjene po celotnem Balkanu (Gabrovec 1970; Lucentini 1981, 74; Bader 1983, 71; Gergova 1987, 36; Teržan 1994, 448; Vasić 1999, 48). Posebno pomembne so tipološko sorodne dvozankaste fibule z narebrenim lokom, odkrite predvsem na najdiščih med Gla- sincem in območjem zgornjega toka reke Bosne, posamični primerki pa so znani tudi iz zahodne Srbije, Slavonije in Severne Makedonije (Vinski, Vinski-Gasparini 1962; Mitrevski 1987; Gavranović 2007, sl. 8). Omeniti velja, da dvozankastih fibule do zdaj ne poznamo z območja zeniške kotline ob reki Bosni. Čeprav je vsaka od trozankastih fibul tipa Zenica unikat, so njihove skupne oblikovne in ornamentalne značilnosti nedvoumne. Ob prvi objavi tovrstne fibule smo navedli, da je bila izdelana iz enega kosa žice in oblikovana s kovanjem (Gavranović 2007, 157). Čeprav predlaganega načina izdelave ne moremo izključiti, je takšen postopek razmeroma tvegan, saj pri obdelavi bronastih zlitin s kositrom zlahka pride do preloma materiala. Fibule tipa Zenica še niso bile kemijsko analizirane, vendar primerki iz drugih regij kažejo, da so fibule običajno izdelane iz brona s petimi ali več odstotki kositra. Tak material ni idealen za segrevanje, kovanje in naknadno upogibanje. Zato je verjetneje, da so bile trozankaste fibule tipa Zenica ulite s tehniko izgubljenega voska. Na podlagi doslej znanih najdb in antropoloških analiz posameznikov z grobišča Kopilo je verjet- no, da so fibule tipa Zenica del grobne oprave odraslih žensk. Oprava ženske iz groba 1 v Kopilu vključuje lokalne in regionalne elemente (sl. 4 in 5). Skupek paličastih obeskov spominja na naglavni nakit japodske skupnosti iz Like (Hrvaška), datiran v 8. in 7. st. pr. n. št. (Drechsler Bižić 1968; Teßmann 2017). Enako število (15 kosov) obeskov v obliki paličic s prstanastim zaključkom kot v Kopilu je bilo najdenih v grobu odrasle ženske iz Ostrožca v zahodni Bosni, ki je imela še komplet 10 masivnih nanožnic (Raunig 1982). Grob iz Ostrožca je datiran v pozno 9. in zgodnje 8. st. pr. n. št. (Raunig 1982, 10; Teržan 1987, 11; Ložnjak Dizdar 2012, 104). Masivne nanožnice, običajno v paru, so znane iz več grobov na japodskih nekropolah Golubić in Ripač, datiranih v 8. st. pr. n. št. (Marić 1971, t. 1: 12–13, 25–26; Raunig 1971, t. 3: 12). Najdbe iz grobov Gradac-Sokolac in Taline, iz gomile X na Glasincu (Benac, Čović 1956, t. 47: 5; Benac, Čović 1957, t. 2: 3–4), Gornje Tuzle in Jablanice v severovzhodni Bosni (Gavranović 2011, sl. 216; Jašarević 2022, sl. Trozankaste ločne fibule tipa Zenica Povzetek 53Trozankaste ločne fibule tipa Zenica 3) ter nazadnje iz Gračanice pri Visokem v osrednji Bosni (Čović 1984, 31) kažejo, da so bile masivne nanožnice del ženske grobne oprave v različnih delih zahodnega Balkana v obdobju med koncem 9. in začetkom 7. st. pr. n. št. Za datacijo groba 1 iz Kopila sta pomembna še dva obglavna obročka z ovito žico, ki ju je B. Čović zaradi razširjenosti v Hercegovini in dalmatinskem zaledju poimenoval uhani delmatskega tipa. Ti uhani so datirani v 7. in 6. st. pr. n. št. (Čović 1969, 492; 1987b, 456). Novost v doslej poznanem grobnem inventarju iz osrednje Bosne so steklene jagode, vendar je njihova odsotnost v preteklosti verjetno posledica pomanjkljivih raziskav, saj so bile znane z vseh sosednjih območij. Med novostmi posebej izstopa modro-rumena jagoda z obročastimi očesi, kakršne se pojavljajo od poznega 8. do zgodnjega 7. st. pr. n. št., predvsem na Dolenjskem v Sloveniji ter na japodskem območju zahodne Bosne in Like na Hrvaškem (Haevernick 1974; Dobiat 1987; Koch 2011, 74). Na podlagi teh primerjav lahko grob 1 iz Kopila, ki je vseboval dve fibuli tipa Zenica, datiramo v obdobje od poznega 8. do konca 7. st. pr. n. št. Znotraj istega časovnega obdobja, verjetno s poudarkom na drugi polovici 7. st. pr. n. št., lah- ko datiramo tudi grob 18 iz Kopila s trozankasto fibulo (sl. 7). Nekateri drugi elementi noše, kot so uhani delmatskega tipa (sl. 7: 21–25) in komplet steklenih jagod, kažejo določene podobnosti z grobom 1. Poseben individualni pečat opravi iz groba 18 daje obesek iz gagata (sl. 7: 6). Številni fragmenti saltaleonov različnih premerov bi lah- ko bili deli ogrlice ali okrasa naprsnika. Majhni stožčasti gumbi z ušescem so prav tako lahko del kompleksnega naprsnika ali pa pasu; enako velja za štiri obeske v obliki ptičje kletke (sl. 7: 2–5), ki sodijo k razširjenemu tipu nakita iz starejše železne dobe med Bližnjim vzhodom in zahodno Evropo (Bouzek 1973, sl. 18; Kilian-Dirlmeier 1979, 216; Metzner-Nebelsick 2002, 446). Obeski v obliki ptičje kletke iz groba 18 imajo okroglo uho in jih lahko primerjamo s podobnimi primerki iz groba 3 v Gredi Stipe Čagrlje v Donji Dolini (Truhelka 1904; Gavranović 2011, sl. 166: 11) ter iz groba 2 v gomili II iz Brezja na Glasincu (Benac, Čović 1957, t. 23: 6). Tudi te analogije najverjetneje predstavljajo pokope odraslih žensk iz druge polovice 7. st. pr. n. št. Tipološko starejši element iz groba 18 sta okrašeni stožčasti pasni zaponki (sl. 7: 45–46). Do nedavnega so bile zaponke tega tipa z značilnim vrezanim okrasom znane predvsem iz severne Bosne in opisane kot značilna oblika poznega 9. in 8. st. pr. n. št. (Gavranović 2017, sl. 6). Nedavno objavljeni najdbi iz Pavlovice pri Gornjem Vakufu/ Uskoplju (Gavranović 2024, sl. 1) in primerki iz zakladne najdbe v bližini Turbeta pri Travniku ter dve najdbi iz groba 18 v Kopilu zahtevajo revizijo dosedanjih zaključkov o datiranju in distribuciji stožčastih pasnih zaponk. Očitno so bile te zaponke, vsaj na območju osrednje Bosne, v uporabi tudi v 7. in 6. st. pr. n. št. kot del lokalne ženske noše. Predmeti iz grobov 1 in 18 iz Kopila kažejo na časovno bližino pokopov. Oba groba vsebujeta tipološko stare in nove elemente ter hkrati izka- zujeta posamični značaj. Nekatere najdbe iz groba 18, kot so obeski v obliki ptičje kletke, nakazujejo, da bi bil ta pokop lahko nekoliko mlajši in datiran v drugo polovico 7. st. pr. n. št., medtem ko bi bil grob 1 morda nekaj desetletij starejši. Kljub temu gre bolj za domnevo kot trditev. Najdba iz Gornje Vrace z veliko fibulo tipa Ze- nica in dvema spiralnima zapestnicama ploščatega preseka (sl. 8) predstavlja osnovno sestavo nakita, ki se v Bosni pojavlja že v 11. st. pr. n. št. in jo je mogoče spremljati v grobovih ter zakladnih najd- bah do 6. st. pr. n. št. (Gavranović 2016, sl. 2–4). Najstarejši primeri iz osrednje Bosne so grobne najdbe iz Donje Zgošće in Ćatića pri Kaknju (Čović 1975, 29), kjer so bile odkrite enozankaste ločne fibule tipa Kakanj ter krajše spiralne zapestnice trikotnega preseka (Teržan 1995, 351; Della Ca- sa 1996, 156; Gavranović 2016, sl. 2). Podobno sta dve spiralni zapestnici trikotnega preseka del grobne najdbe iz Ostrožca v zahodni Bosni (Raunig 1982, 5). Spiralne zapestnice ploščatega, trakastega preseka, kot pri primeru iz Gornje Vrace, se pojavljajo med najdbami iz osrednje Bosne, na primer v Gračanici pri Visokem, kjer jih spremlja dvopetljasta ločna fibula s trikotno nogo in narebrenim lokom, ter na Grbavici pri Vitezu, kjer je bila najdena dvopetljasta fibula z nogo v obliki beotskega ščita, zato jih je mogoče datirati v 7. st. pr. n. št. (Gavranović 2011, 208). Na podlagi datacije fibul tipa Zenica iz Kopila ter oblike in prereza spiralnih zapestnic tudi najdba iz Gornje Vrace najverjetneje sodi v 7. st. pr. n. št. Dodajmo, da je bila tudi fibula tipa Zenica, ki jo trenutno hranijo v Arheološkem muzeju v Zagrebu, zaplenjena skupaj z dvema dolgima spiralnima zapestnicama (glej op. 1). Najdba iz Mošćanice z majhno fibulo in moč- no poškodovano pasno zaponko predstavlja dele opreme, ki so jih našli tudi v grobu 18 iz Kopila (sl. 9). Poleg manjših dimenzij se fibula bistveno ne razlikuje od drugih primerkov in ima enak 54 Mario GAVRANOVIĆ, Ikbal COGO okras kot nekatere druge fibule tega tipa. Zato je časovna razlika med najdbo iz Mošćanice in grobovi iz Kopila verjetno majhna. Primerjava stožčaste pasne zaponke z drugimi znanimi primerki tega tipa razkriva nekatere slogovne in tehnološke razlike, ki bi jih bilo mogoče razlagati kot izraz lokalne posebnosti. Izbočeni gumb na osrednjem delu zaponke ni tako kot pri vseh drugih znanih primerkih zaobljen in vdolben v sredini, temveč ima videz bradavice. Poleg tega je zanka na zadnji strani manjša in drugače zasnovana, saj je bila očitno ulita skupaj s celotnim predmetom, medtem ko je pri primerkih iz Lipca zanka naknadno pri- trjena, kar je jasno razvidno iz sledi dolite kovine (Jašarević 2022, 77, t. 1). Najizrazitejša razlika je v okrasu dvanajstih ločnih motivov na robu, saj imajo vse doslej znane zaponke tega tipa le šest takšnih motivov. Najdba iz Mošćanice je tako še en dokaz, da so okrašene stožčaste pasne zaponke nedvomno bile del lokalne noše v osrednji Bosni v času starejše železne dobe. Na podlagi najdb iz Kopila, Gornje Vrace in Mošćanice je mogoče določiti časovni okvir za trozankaste ločne fibule tipa Zenica, ki obsega obdobje med poznim 8. in poznim 7. st. pr. n. št. Skupnosti starejše železne dobe na širšem območju Zenice so očitno razvile svoj tip nakita, ki bi ga morebiti lahko razumeli tudi kot izraz identitete posameznika. Edini doslej nedvoumno odkriti primeri zunaj izvornega območja sta dve fibuli iz Sotina ob Donavi v vzhodni Slavoniji. Zanimivo je, da je bila tretja zanka na loku ene od fibul iz Sotina očitno naknadno dodana z ulivanjem, kar kaže, da je bila dvozankasta ločna fibula preobliko- vana v trozankasto. Domneva, da fibule iz Sotina izhajajo iz skeletnih pokopov, pripisanih priseljenim posameznikom oziroma skupinam z balkanskega prostora, je bila izražena že ob prvi objavi in po- zneje ponovljena (Vinski, Vinski-Gasparini 1962, 280; Vinski-Gasparini 1973). Modernejše študije so pokazale, da skeletni pokopi iz nekropol, kot sta Vukovar in Sotin, poleg drugačnega pogrebnega rituala res izkazujejo številne tuje značilnosti, ki večinoma izvirajo z območja vzhodno od Donave (Metzner-Nebelsick 2002, 202). Kljub temu tro- zankaste ločne fibule ne pripadajo temu območju, temveč jih je mogoče povezati z zahodnim Balka- nom, najverjetneje z zeniško kotlino reke Bosne (Gavranović 2007, 165). Dejstvo, da je že prvo intenzivnejše raziskovanje privedlo do odkritja novih značilnih oblik nakita, potrjuje, da so pogrebni običaji pozne bronaste in starejše železne dobe v osrednji Bosni razmeroma slabo poznani (Perić 2002; Gavranović, Sejfuli 2018). Številna nova odkritja utrjenih višinskih naselij, kjer se na keramičnih najdbah pojavljajo podobni vrezani geometrijski okrasi, so dodatno osvetlila in aktualizirala problematiko grobišč (Gavranović 2011; Bujak 2012; Pravidur 2012; Ga- vranović, Petschko 2020; Gavranović et al. 2021). Raziskave naselij, kot sta Pod pri Bugojnu (Čović 1965; 1991) in Kopilo pri Zenici (Trajković 1971; Gavranović et al. 2021), so prinesle jasne dokaze o dolgi kontinuiteti poselitve, ki sega od 12./11. do vključno 2./1. st. pr. n. št. Tako imamo več indicev, ki kažejo na gosto poseljenost osrednje Bosne v tem obdobju in razmeroma veliko število prebivalcev. Kljub temu pa mesta njihovega pokopa večinoma ostajajo neznana. Šele obsežnejša raziskovanja in izkopavanja v Kopilu ter na sosednjih najdiščih v okolici Zenice so prinesla nove podatke, ki razkri- vajo zelo kompleksno in raznoliko sliko regionalnih pogrebnih običajev med pozno bronasto in starejšo železno dobo. V letih 2018 in 2019 so na naspro- tni strani zeniške kotline, gledano iz Kopila, pri vasi Gradišće raziskovali manjše kamnite gomile (s premerom 4 do 6 m). V teh gomilah so našli ostanke enega do dveh pokopov, ki jih je mogoče povezati z bližnjima višinskima naseljema (Vrh Negraja in Mrtvačka Gradina), kar potrjujejo tudi radiokarbonske datacije skeletov (9. st. pr. n. št.) (Gavranović et al. 2021). Grobišče v Kopilu leži na terasi pod naseljem, na dostopni strani (Gavranović et al. 2023a; 2023b). Kamnite grobne konstrukcije krožne oblike so bile odkrite neposredno pod današnjo površino in so običajno vsebovale tri do pet vzporedno postavljenih grobnih kamer. Večina krožnih konstrukcij je bila obdana še s polkrožnim kamnitim vencem. Skupno so dokumentirali 46 grobov, ki vključujejo pokope vseh starostnih skupin, tudi otrok (3–12 let), in obeh spolov. Najdišči Kopilo in Gradišće sta v neposrednem vizualnem stiku ter kažeta podobnosti v naselbinski keramiki, vendar tudi pomembne razlike v načinu pokopavanja. O najdbah iz Gornje Vrace in Mošćanice za zdaj ni mogoče veliko reči, a zdi se, da tam ni podobnih grobnih konstrukcij, kot jih poznamo iz Kopila. Opažamo, da vsa doslej znana grobišča v ze- niški kotlini ležijo na višjih legah v primerjavi z rečno dolino, vendar so neposredno povezana z lokacijami višinskih naselij. V primeru Kopila in Gradišća nekropole ležijo ob dostopnih poteh do naselij, kar jih umešča kot neločljiv del skupnega prostora dotičnih skupnosti. Postavlja se vprašanje, v kolikšni meri je mogoče model iz zeniške kotline prenesti na sosednje do- 55Trozankaste ločne fibule tipa Zenica line in kotline v osrednji Bosni. Če kot parameter uporabimo naselbinsko keramiko, je težko zanikati določeno kulturno povezanost večjega števila mi- kroregij (Lašvanska dolina, dolina Vrbasa, Visoški bazen). Vendar pa podrobnejša opazovanja razkri- vajo tudi razlike, denimo v umeščenosti višinskih naselij ali pogostosti določenih motivov na keramiki, kar nakazuje, da lahko govorimo o posameznih, nedvomno močno povezanih mikroprostorih (Perić 2004). Kljub slabi dokumentaciji so opazne razli- ke tudi pri lokacijah in oblikah grobišč oziroma grobov. V Lašvanski dolini, ki meji na zeniško kotlino, večino znanih grobišč, kot so Putičevo, Grbavica, Nević Polje ali Klaonica pri Travniku, najdemo v dolini, blizu reke (Gavranović, Sejfuli 2015). Za območje osrednje Bosne je torej značil- na heterogena arheološka podoba, vendar so bili razvojni procesi v posameznih mikroregijah doslej raziskani v zelo omejenem obsegu. Domneva se, da mikroregionalni razvojni procesi vplivajo ne le na izbiro lokacij za naselja in grobišča, temveč vsaj delno tudi na materialno kulturo. Kljub očitni in izraziti regionalni ter nadregionalni komunikaciji, ki je razvidna iz razširjenosti številnih keramičnih in kovinskih najdb, ne gre zanemariti kohezivnih dejavnikov znotraj posameznih mikroregij. Izraz te lokalne dinamike so tudi trozankaste ločne fibule tipa Zenica, ki jih lahko obravnavamo kot prepoznavni simbol določenih ženskih oseb s tega območja v času starejše železne dobe in s tem tudi kot znamenje lokalne identitete zeniške kotline ob reki Bosni. Mario Gavranović Austrian Archaeological Institute Austrian Academy of Sciences Dominikanerbastei 16 1010 Vienna, Austria Mario.Gavranovic@oeaw.ac.at https://orcid.org/0000-0001-6249-1819 Ikbal Cogo Muzej Grada Zenice Muhameda Seida Serdarevića bb 72000 Zenica, Bosnia and Herzegovina ilirologija@hotmail.com Abbildungen: Abb. 1 (Grafik: I. M. Petschko). – Abb. 2 (Foto: N. Mittermair, ÖAI). – Abb. 3, 6 (Grafik: M. Dević, I. M. Petschko, ÖAI). – Abb. 4, 7 (Zeichnung: M. Bešlagić; Foto: N. Mittermair, ÖAI). – Abb. 5, 8, 9 (Zeichnung: M. Bešlagić). Slikovno gradivo: Sl. 1 (izdelava: I. M. Petschko). – Abb. 2 (foto: N. Mittermair, ÖAI). – Abb. 3, 6 (izdelava: M. Dević, I. M. Petschko, ÖAI). – Abb. 4, 7 (risba: M. Bešlagić; foto: N. Mittermair, ÖAI). – Abb. 5, 8, 9 (risba: M. Bešlagić).