Andacht zum Mit Approbation des Hoch- würdigsten F B. Lavantcr Or¬ dinariates zu Marburg ääo 18. November 1915, Z. 8270 und Erlaubnis des Ordensoberen. Marburg, 1915. hl. Antonius, dem Wundertäter und Heiligen der ganzen Welt. Os I. Nunc rebrnsgcschichtk. „Es ist in der Tat nicht genug, daß inan den hl. An- touius liebe zu Padua, man muß ihn lieben in der ganzen Welt. Der hl. Antonius ist nicht bloß der Heilige von Pa¬ dua, er ist der Heilige der gan¬ zen Welt." Leo XIII. an Dr... Anton Locatelli, Professor der hl. Theologie in Padua, in der Audienz am 16. Okt. 1881. Der hl. Antonius von Padua erblickte das Licht der Welt am Feste Mariä Himmelfahrt des Jahres 1195, zu Lissabon, der Hauptstadt Portugals. Der Vater hieß Martin von Bouillon und war wie auch seine Gemahlin Maria von Travera hochadeligen Geschlechtes. Dem neu¬ geborenen Kinde gab man den Na¬ men Ferdinand, den Namen Anton erhielt der Heilige erst beim Eintritte in den Orden des hl. Franziskus. — 2 — Dem hoffnungsvollen, mit aus¬ gezeichneten Talenten begabten Jünglinge gab Gott den Beruf zum Priesterstande. Um sich aber voll¬ kommener von der Welt loszusagen, trat er im Alter von fünfzehn Jahren in das Augustinerkloster zu Lissabon. Auch hier wurde er durch häufige Besuche seiner Freunde und Ver¬ wandten gestört. Darum bat er feine Oberen um einen anderen Aufenhaltsort und wurde nach Hl. Kreuz in Koimbra übersetzt. Unweit von Koimbra hatten die Brüder des seraphischen Ordens ein kleines Kloster und kamen öfter nach Hl. Kreuz. Ferdinand lernte ihre vollkommene Weltverachtuug und ihr bußfertiges Leben kennen und war voll hoher Verehrung zu dem eben gegründeten Orden des hl. Franziskus. Ein außerordent¬ liches Ereignis brachte in ihm den Entschluß zur Reife, in diesen Orden zu treten. Fünf Frauziskauermissiv- — 3 — näre erhielten zu Marokko in Afrika die Märtyrerkrone. Ihre hl. Leiber wurden mit großer Feierlichkeit nach Koimbra überführt und in der Kir¬ che zum Hl. Kreuze beigesetzt. Bei Betrachtung der hl. Reliquien er¬ wachte im Herzen des frommen Chorherrn Ferdinand ein so großes Verlangen nach dein Martyrium, daß er beschloß, in den Franziska¬ nerorden zu treten, um die gleiche.. Gnade zu erlangen. Inständig und anhaltend betete er zu Gott um Erleuchtung und es wird versichert, der hl. Vater Franziskus selbst habe ihn in einer Vision besucht und bereits als seinen liebsten Sohn begrüßt. Ferdinand eröffnete den Vor¬ gesetzten seinen Herzenswunsch und erhielt von ihnen die Erlaubnis, das Kleid des hl. Franziskus zu nehmen. Die Ordenskapelle bei Kvim- bra, in der er eiugekleidet wurde, war dem hl. Antonius dem Eiu- — 4 — siebter geweiht. Nach ihm bekam er den Ordensnamen Antonius. Wit Erlaubnis der Oberen schiffte sich Antonius nach Marokko ein und hoffte nun sein Zieh die Märtyrerpalme bald zu erreichen. Jedoch es war nicht Gvtteswille. Er erkrankte am Fieber und mußte in die Heimat zurückkehren. Dazu kam eine zweite Prüfung. Ein heftiger Sturm trieb das Schiff, auf dem er sich befand, ohne Unter¬ brechen gegen Osten bis an die sizilianische Küste. In der Gegend von Messina fand er in einem Kloster seiner Mitbrüder Unterkunft und Pflege. In derselben Zeit verordnete der hl. Vater Franziskus ein Ge¬ neralkapitel zu Assisi. Antonius wünschte, den hl. Ordensstifter ken¬ nen zu lernen und begab sich eben¬ falls dahin. Daselbst nahm ihn P. Provinzial Grazian unter seine Mitbrüder auf und bestimmte ihm den Paulusberg bei Forli, woselbst sich ein Kloster befand, zum Auf¬ enthaltsorte. Hier verweilte Antonius ein Jahr lang. Nun kam der Zeit¬ punkt, da Gott feinen demütigen Diener vor der Welt offenbaren wollte. Mehrere Brüder aus dem Dominikaner- und Franziskaneror¬ den, unter ihnen auch Antonius, waren in Forli zu einem Kapitel versammelt. Ans den Wunsch des P. Provinzials Grazian sollte einer eine erbauliche Ansprache an die Versammelten hallen. Es entschul¬ digten sich aber alle als unvorbe¬ reitet Da bestand der P. Provinzial darauf, daß Antonius, den sein demütiges Benehmen empfahl, den versammelten Brüdern predige. An¬ tonius folgte der Stimme des Ge¬ horsams und bekundete eine Redner¬ gabe weit über alles Erwarten. Erstaunlich war seine Kenntnis der hl. Schrift. Sein Vortrag war tiefer¬ greifend, voll hl. Salbung, Majestät und Milde. Die Zuhörer waren ganz außer sich über deu hl. Prediger. Der P. Provinzial erteilte ihm so¬ gleich die Vollmacht in seiner Provinz zu predigen und der hl. Franziskus dehnte sie auf alle Provinzen Italiens aus. Überdies wünschte der hl. Or¬ densstifter, daß er auch seine Mit¬ brüder in die Kenntnis der hl. Schrift einführe nnd gab ihn: das Amt eines Lehrers der hl. Schrift in seinem Orden. Zunächst wirkte Antonius durch drei Jahre in Jtalieu mit apostoli¬ schem Eifer. Hierauf wurde er uach Frankreich berufen, woselbst die Irr¬ lehre der Albigenser große Verhee¬ rungen stiftete. Antonius widersetzte sich den Ketzern in der Kraft nnd mit dem Geiste des Propheten Elias. Seine Worte waren wie ein zwei¬ schneidiges Schwert. Unzählbare, dem Irrtum und dem Laster ergebene Sünder, brachte er auf die Tugend¬ bahn zurück. Gott hatte ihm auch — 7 — die Gabe der Sprachen und Wunder, die Kenntnis der Herzen und seiner Ratschlüsse verliehen; darum wurden auch die übermütigsten Glaubens¬ feinde von ihn: beschämt und klar überwiesen. Er wurde in Wahrheit zum „Hammer der Ketzer". Rach dreijähriger apostolischer Tätigkeit in Frankreich kehrte An¬ tonius nach Italien Zurück und ver¬ weilte eine Zeitlang auch in Rom. Als Papst Gregor IX. von seiner Anwesenheit hörte, wollte er per¬ sönlich den Predigten des großen Missionärs beiwohnen und berief ihn zu sich. Nuu verkündete Antonius das Wort Gottes in Gegenwart des Papstes und der Kardinüle. Alle wurden hingerissen von der Kraft sei¬ ner Rede. Vor allem bekundete er eine so große Schriftkenntnis, daß ihn der hl. Vater die „Arche des Bundes" und die „Schatzkammer der hl. Schri- ten" nannte. Zum eigentlichen Aufenthalts- - 8 — orte und zum Mittelpunkte der Mis- sivnstätigkeit in Italien erwählte Antonius die Stadt Padua. Daselbst begleitete Gottessegen seine Wirk¬ samkeit im reichsten Maße. Padua, früher ganz dem Laster und dem Leichtsinn ergeben, wurde von dem hl. Prediger in einen Tugendgarten verwandelt. Viele taten öffentlich Buße, indem sie ein langes Bu߬ kleid mit Gürtel trugen. Zu den Fastenpredigten, die Antonius in Padua hielt, strömten von der ganzen Umgebung große Scharen von Zuhörern herbei und er mußte im Freien vor 20000 bis 30000 Menschen predigen. Trotz dieser großen Zahl herrschte solche Ruhe und Stille unter ihnen, daß alle den Heiligen leicht vernehmen konnten. Im Jahre 1231 hielt er die letzten Fastenpredigten. Die Was¬ sersucht machte sich an ihm bereits stark bemerkbar; deshalb zog sich Antonius in das Kloster Kampo — 9 — Sampiero zurück, drei Stunden von Padua entfernt. Schwerkrank empfing er am 13. Juni in aller Frühe die hl. Kommunion. Hierauf bat er, nach Padua überführt zu werden, um daselbst zu sterben. Zum Sterbeorte wurde ihm das Kloster Arzella, eine viertel Stunde von der Stadt ent¬ fernt. Die seligste Jungfrau Maria, die er das ganze Leben kindlich verehrt, war auch im Tode seine Zuflucht und er rief sie in innigen Gebeten an. Da seine Augen un¬ bewegt in den Himmel geheftet waren, fragte man ihn, was er schaue. Er antwortete: „Ich sehe meinen Herrn." Hierauf erteilte man ihm das Sakrament der letzten Ölung. Antonius betete noch ge¬ meinschaftlich mit den Brüdern die Bußpsalmen, dann trat ein leichter Todeskampf ein ungefähr eine halbe Stunde lang. Seine engelreine Seele entwand sich den Banden des Kor- — 10 — pers um die vierte Stunde nach¬ mittags, an einem Freitage, den 13. Juni 1231. Den Tod des Heiligen ließ Gott durch unschuldige Kinder verkünden. Scharen von Knaben und Mägdlein riefen durch die Gassen von Padua: „Der Heilige ist gestorben; der hl. Pater Antonius ist gestorben." Schon im Leben zeichnete Gott den Heiligen durch viele Wunder aus. Noch mehr außerordentliche Gebetserhvrungen geschahen nach seinem Tode. Es wurden daher so¬ gleich inständige Bitten an den hl. römischen Stuhl gerichtet, um seine Heiligsprechung zu erwirke». Papst Gregor IX., ein großer Verehrer des Heiligen, wünschte selbst, sobald als möglich dessen Heiligsprechung vorzunehmen. Zu dem Zwecke setzte er eine Kommission ein, welche in¬ nerhalb eines Jahres die Unter¬ suchungen und Vorbereitungen vol¬ lendete. Für die Heiligsprechung — II wprde der Pfingstmontag, der 30 Mai der Jahres 1232 bestimmt und die Domkirche von Spoleto hiefür ausersehen. Am Schlüsse der Feier, an der eine ungeheure Volksmenge teilnahm, stimmte der Papst jene Antiphon an, die in der Regel nur den Kirchenlehrern zu¬ kommt : „O bester Lehrer, Licht der hl. Kirche, seliger Antonius, Lieb¬ haber des göttlichen Gesetzes, sei unser Fürbitter beim Sohne Got¬ tes." Der hl Antonius wird gewöhn¬ lich mit der Lilie, dem Buche und dem Jesukinde abgebildet. Die Lilie zeigt seine außerordentliche Unschuld und Herzensreinheit an, das Buch bedeutet seine Gelehrsamkeit und seine Schriften; die Darstellung mit dem Jesukinde hat ihren Grund in folgender Begebenheit: Antonius übernachtete bei seinem Wohltäter, dem Grafen Tiso. Dieser nahm wahr, daß das Schlafgemach des Heiligen — 12 — vom außerordentlichen Lichtglanze erhellt war und überzeugte sich, daß Antonius in vertrautester Weise mit dem göttlichen Kinde verkehre. Jesus stand auf dem Evangelien- buche, welches vor Antonius auf dem Tische lag, und umarmte und liebkoste den Heiligen. Dieser um¬ halste entgegen mit höchstem Ent¬ zücken den Heiland. Der Graf selbst wurde bei dieser Erscheinung mit himmlischer Wonne erfüllt. Anto¬ nius Hatte bemerkt, daß er beobachtet wurde; darum bat er seinen Wohl¬ täter inständig, niemandem das Ge¬ sehene zu erzählen, solange er lebe. Gleich nach der Heiligsprechung des hl. Antonius, gingen seine Mit¬ brüder daran, an seiner Grabstätte ein würdiges Gotteshaus zu bauen- Ganz Padua wetteiferte in der Mithilfe an diesem Baue. Am 7. Au¬ gust 1263 wurde der Neubau fei¬ erlich geweiht und die hl. Reliquien übertragen. Bei dieser Gelegenheit 13 — lies; der hl. Bonaventura, damals General des seraphischen Ordens, den marmornen Reliquienschrein öffnen. Da fand man den hl. Leib in Asche zerfallen, die Zunge aber lag unverwest in rötlicher Farbe an ihrer Stelle. Voll Ehrfurcht nahm sie der hl. Bonaventura in die Hände, zeigte sie dem Volke und sprach in tiefer Rührung die Worte: „O gesegnete Zunge, die du immer deinen Herrn verehrt und andere zu seiner Verehrung angeeifert hast, jetzt zeigt sich offen¬ kundig, wie wohlgefällig Gott dein Dienst war." Er befahl, sie an ei¬ nem besonderen Orte aufzubewah- ren. Die Zunge des hl. Antonius blieb unverwest bis auf heute uud wird in kostbarer Monstranze in Padua bewahrt und verehrt. Gleich nach der Beerdigung des hl. Antonius begannen Pilger¬ züge zu seiner Grabstätte zu wall¬ fahrten. Dieses Vertrauen und die — 14 - Verehrung des Heiligen nahm im¬ mer mehr zu und erfaßte die wei¬ testen Kreise. Mitunter wird sein Heiligtum von Pilgern geradezu umlagert. Immer finden sich fromme Beter am Altäre, welcher die hl. Re¬ liquien umschließt. Antonius aber zeigt sich wundertätig nicht nur in Padua, sondern überall, wo immer man seinen Namen, seine Hilfe an¬ ruft. In allen Bedrängnisfen des Lebens steht er den Gläubigen bei. Er ist zum Vertrauensmann der ganzen Christenheit geworden. Der Ruf von seiner Macht und Güte ist bis an die Grenzen der Erde gelangt. Antonius ist der Wunder¬ täter und Heilige der ganzen Welt. II. verschiedene Lndnchtcn. Gebet vor dem Bilde des hl. Antonius. Sei gegrüßt, o hl. Antonius, du glänzend weiße Lilie der Rei- nigkeit und schönste Zierde der Chri¬ stenheit ! Sei gegrüßt, o hl. Anto¬ nius, du glänzender Cherub und von göttlicher Liebe entzündeter Se¬ raph ! Ich grüße und verehre dich vom Grnnde meines Herzens und wünsche dir Glück wegen der un¬ aussprechlichen Gnaden, womit der liebe Gott dich überschüttet hat. O lieber hl. Antonius, in der Demut meines Herzens komme ich Zu dir und auf den Knien erinnere ich dich an jenes feierliche Versprechen, das du allen bedrängten Seelen gegeben, so neun Dienstage hin¬ durch dem hl. Bildnis besuchen und verehren würden, daß du ihnen 16 — nämlich deine sichere und gnädige Hilfe erteilen wollest. Dieses dein Versprechen hast du auch bisher so getreulich gehalten, daß du keinen ohne wichtige Ursache ungetröstet von deinem hl. Bilde hast hinweggehen lassen. Mit diesem Vertrauen komme auch ich hieher, um in aller Vertrau¬ lichkeit dir meine Not zu klagen. Mit betrübtem Herzen blicke ich auf zu deinem Bildnis und mit tiefster Demut erhebe ich meine Augen zu dir empor. O sieh mich an mit jener Liebe und Freundlich¬ keit, mit welcher ich dein heil. Bild¬ nis anblicke und dadurch dein mit¬ leidiges Herz zu verwunden gedenke. Ich bitte dich durch die Liebe des liebenswürdigsten Jesukindes, welches du auf deinen Händen trägst, du wollest ihm meine Not Vorbrin¬ gen und mir bei ihm Gnade er¬ bitten. O wie leicht kannst du mir helfen, v heil. Antonius, da dir dein allerliebstes Jesukind keine ge- — 17 — rechte Bitte versagen kann. Denn so wie es dich, als du noch auf Erden wandeltest, so herzlich geliebt hat, daß es dir nicht nur öfters er¬ schienen, sondern sich auch von dir berühren, küssen und umarmen ließ, so wird es dich jetzt, da du mit ihm im Himmel herrschest, noch weit mehr lieben, ehren und es wird nunmehr deine Bitten erst recht erhören, damit alle Welt erkenne, daß das liebe Jesukindleiu, welches du auf Erden gleichsam in deiner Gewalt hattest, auch im Himmel in deiner Gewalt verbleiben wolle. Darum war es sein Wille, daß mau dein Bildnis mit dem des Jesukindes vereinige und dadurch anzeige, daß Jesus und Antonius, als zwei einander innigst liebende Herzen, immer und ewig mitein¬ ander vereinigt bleiben wollen. So¬ mit grüße ich ench, ihr zwei ver¬ trautesten Freunde, Jesus und An¬ tonius, und bitte euch, erzeigt auch 2 — 18 - mir Gnade und entzündet mein Herz mit der Liebe und Andacht zu euch. O Jesus, um dieses bitte ich dich durch deinen lieben Anto¬ nius, dich, o hl. Antonius, durch dein allerliebstes Jesukind. O Jesus und Antonius, ich bitte euch durch jene große Liebe, so ihr zu eiuander auf Erden hat¬ tet und jetzt immerdar im Himmel habet, ihr wollet auch mich in eure Gemeinschaft aufnehmen und der Zahl eurer liebsten Freunde ein¬ verleiben. Ich empfehle euch meine Seele. Ich schenke euch mein Herz und übergebe euch mein Anliegen. O machet doch, daß ich gewürdigt werde, euch einmal im Himmel an¬ zuschauen, so wie ich jetzt mit An¬ dacht euer heil. Bildnis anschaue auf Erden. Amen. Neun Gebete zum hl. Antonius. l. O hl. Antonius, ich grüße dich im Namen aller Engel und — 1!) Erzengel. Ich wünsche dir Glück und danke dem allmächtigen Gott für die unaussprechliche Gnade, die er dir erwiesen hat, allzeit lind mit großer Freude wie die hl. Engel den Willen Gottes auf das voll¬ kommenste zu erfüllen. Ich bitte dich, o hl. Antonius, du wollest mit allen lieben Engeln vor den Thron Gottes treten und mit der Anmut deines Herzens ihm meine dir wohl¬ bekannte Bitte anempfehlen. Amen. 2. Ich grüße dich, o hl An¬ tonius, im Namen aller heiligen Patriarchen und Propheten und wünsche dir Glück und danke dem allgütigsten Gott für die große Gnade, die er dir verliehen hat, daß du wie die Patriarchen und Propheten mit der Gabe der tiefen Erkenntnis Gottes und der Weis¬ sagung so vortrefflich ausgestattest warst. Ich bitte dich, du wollest mit allen heiligen Patriarchen und Pro¬ pheten vor den Thron Gottes tre- — 20 - ten und durch die Aufopferung eu¬ rer Verdienste die Erhvrung mei¬ ner Bitte erlangen. Amen. 3. Ich grüße dich, o hl. An¬ tonius, im Namen aller heiligen Apostel und Jünger Jesn Christi. Ich wünsche dir Glück und danke dem allerliebenswürdigsten Gott für die große Gnade, mit der er dich ausgestattet, daß er dich wie die hl. Apostel und Jünger Jesu zum eifrigen Verkünder des hl. Evan¬ geliums und zum Verbreiter des christkatholischen Glaubens auser¬ koren hat. Ich bitte dich, tritt mit allen heiligen Aposteln und Jün¬ gern des Herrn vor den Thron Gottes und erwirke mir durch die Aufopferung eurer Verdienste, daß meine Bitte volle Erhörung finden möge. Amen. 4 Ich grüße dich, o hl. An¬ tonius, im Namen aller Märtyrer und Büßer. Ich wünsche dir Glück und danke dem allbarmherzigen — 21 — Gott für die großen Gnaden, die er dir verliehen hat, daß du wie die hl. Märtyrer und Büßer um Christi Willen viele Verfolgungen ausgestanden, ja sogar bereit ge¬ wesen wärest, dein hl. Blut Zu ver¬ gießen. Darum bitte ich dich, o heil. Antonius, erlange mir mit allen hl. Märtyrern und Büßern durch die Aufopferung eurer Verdienste die so sehnlichst gewünschte Hilfe in meinem Anliegen. Amen. 5. Ich grüße dich, o hl. An¬ tonius, im Namen aller heiligen Bischöfe und Priester. Ich wünsche dir Glück und danke dem allerhei¬ ligsten Gott für die großen Gna¬ den, die er dir mitgeteilt, weil du gleich den heiligen Bischöfen und Priestern durch deine eifrigen Pre¬ digten und durch dein heiliges Bei¬ spiel viele tausend Sünder zu Gott Zu bekehren und für den Hümnel zu gewinnen vermochtest. — 22 _ O tritt hin, heil. Antonius, mit allen heiligen Bischöfen und Priestern vor den Thron Gottes und erlange mir durch deine und ihre Fürbitte die so sehnlich er¬ wünschte Hilfe in meinem Anlie¬ gen. Amen. 6. Ich grüße dich, v hl. An tonius, im Namen aller heiligen Mönche und Einsiedler. Ich wün¬ sche dir Glück und danke dem all¬ gütigsten Gott für die große Gnade, die er dir erwiesen hat, daß du wie die hl. Mönche und Einsiedler im Fasten, Wachen und Beten und anderen schweren Bußwerken dein Leben zugebracht hast. O erbitte mir durch deine und aller heiligen Mönche und Einsiedler Verdienste die Erhörung meiner Bitte. Amen. 7. Ich grüße dich, v heiliger Antonius im Namen aller heiligen Jungfrauen und unschuldigen Kind¬ lein. Ich wünsche dir Glück und danke innigst dem allerliebsten Gott — 23 — für die grvße Gnade, die er dir erteilt hat, daß du wie die heil. Jungfrauen und unschuldigen Kind¬ lein, die herrlichste aller Tugenden, die Reinigkeit, so unbefleckt erhalten und alle Anfechtungen des Fleisches so heldenmütig überwunden hast. Durch deine vielvermögende Fürbitte und in Ansehung deiner und der Verdienste aller heiligen Jungfrauen und unschuldigen Kittd- lein erwarte ich mit dem größten Vertrauen, daß der liebe Gott meine Bitte gnädigst erhören werde. Amen. 8. Ich grüße dich, o hl. An¬ tonius, im Namen aller heiligen Witwen und Eheleute. Ich wünsche dir Glück und preise den allerlie¬ benswürdigsten Gott für die großen Gnaden, welche er dir mitgeteilt hat, daß du wie diese Heiligen durch alle nur möglichen Tugenden ge¬ leuchtet und deinem Gott in dei¬ nem ganzen Leben so getreu und emsig gedient hast, — 24 — Ach erbitte mir, o heil. Anto¬ nius, mit allen Heiligen durch die Aufopferung deiner und ihrer Ver¬ dienste von Gott die Erhörung in meinem Anliegen. Amen. 9. Ich grüße dich, v hl. An¬ tonius, im Nameu aller frommen Menschen, die noch auf Erden le¬ ben. Ich wünsche dir Glück und preise den allerhöchsten Gott für die große Liebe, die er zu dir ge¬ tragen und in der er dich mit Gna¬ den überhäuft hat. Ich bitte dich durch alle Wohltaten, die du von Gott so reichlich empfangen, du wollest gnädig auf mich herabsehen und von Gott durch die Aufopfe¬ rung deiner steten Treue in seinem Dienste mir die Erhörung meiner demütigen Bitte erflehen zu deiner größeren Ehre und Glorie sowie zum Troste meines bedrängten Her¬ zens, und zwar soll die Erhörung durchaus uur zu der Zeit und in der Art vor sich gehen, wie es Gott 25 am wohlgefälligsten und zum Heile meiner Seele am nützlichsten ist. Amen. Gebet beim Opfern des „An¬ ton iusbro tes". O bewunderungswürdiger hei¬ liger Antonius, glorreich durch gro߬ artige Wunder und durch die gna- deuvolle Auszeichnung, welche dir Jesus zuteil werden ließ, indem er als holdes Kindlein herabsteigen und auf deinen Armen ruhen wollte: erlange mir doch von seiner Güte die Gnade, welche ich vom ganzen Herzen wünsche und um welche ich flehe. Du warst so überaus gütig gegen die armen Sünder; du siehst auch nicht auf die Uuwürdigkeit derer, die dich anrufen, sondern auf die Ehre Gottes, die ja, wenn du mir hilfst, wiederum erhöht wird; du schauest auf das Heil meiner Seele, das in naher Beziehung zu — 26 — der Bitte steht, welche ich dir mit solcher Innigkeit vorlege. Meine Dankbarkeit möge dir die geringe Gabe bezeugen, welche ich dir zur Unterstützung der Ar¬ men darbringe. O, daß ich doch dereinst mit ihnen die himmlische Süßigkeit genießen möge: dies ver¬ leihe mir der göttliche Heiland auf deine mächtige' Fürbitte. Amen. (Ablaß von 300 Tagen. Leo XIII. 6. Mai 1899). jlcnntägige Andacht zum hl. Antonius. «orbereitnngsgebet ' (Bete hier das obenstehende Gebet „vor dem Bilde des heil. Antonius" dann die zum Privatgebrauche erlaubte) ilitanci ni Ll,ren des lieil. Antonius. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! — 27 — Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, er¬ barme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, bitte für uns! Heilige Jungfrau aller Jungfrauen" bitte für uns! Heiliger Antonius von Padua, bitte für uns! Zierde des seraphischen Ordens, Lilie der Jungfräulichkeit, Juwel der Armut, Vorbild des Gehorsams, Spiegel der Selbstverläuguung, Auserlesenes Gefäß der Reinigkeit, Glänzender Stern der Heiligkeit, Zierde der Sitten, — 28 — Schönheit des Paradieses, Arche des Bundes, Schatzkammer der göttlichen Wissen¬ schaften, Lehrer der Wahrheit, Verkünder der Gnade, Vertilger der Laster, Pflanzer der Tugenden, Hammer der Ketzer, Furcht der Ungläubigen, Tröster der Betrübten, Erforscher der Gewissen, Unblutiger Märtyrer, Schrecken der bösen Geister, Entsetzen der Hölle, Beständiger Wundertäter, Wiederbringer verlorener Sachen, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Übel — erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde Von den Nachstellungen des bösen Feindes — 29 — Von Pest, Hunger und Krieg Von dem ewigen Tode Durch die Verdienste des hl. An¬ tonius Durch die glühendste Liebe des hl. Antonius Ob des prophetischen Geistes des hl. Antonius Ob des feurigen Predigens des hl. Antonius Ob seines Eifers für das Marty¬ rium Ob der vollkommenen Beobachtung des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit des hl. Antonius Am Tage des Gerichtes Wir Sünder — wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß du das Feuer der göttlichen Liebe in uns entzünden wollest, Daß du uns des Schutzes und der Fürbitte des hl. Antonius teil¬ haftig machest, — 30 — Daß du uns durch die Verdienste des hl. Antonius wahre Reue, Demut, die Gabe der Tränen und der hl. Beschauung verleihen wollest, Daß wir durch die Fürbitte des hl. Antonius die Welt, den Teufel und das Fleisch vollkommen über¬ winden mögen, Daß du allen, die den hl. Antonius anrufen, in ihren Nöten helfen wollest, Daß du uns erhören wollest, Sohu Gottes, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! — 31 — Vater unser. Gegrüßt seist du, Maria. Lasset uns beten! Gütigster Gott, der du deinen Bekenner den seligen Antonius mit dein Ruhme beständiger Wunder verherrlichest, verleihe uns gnädig¬ lich, daß wir dasjenige, was wir im Hinblicke auf seine Verdienste mit Vertrauen begehren, durch seine Fürbitte wirklich erhalten. Der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Aas 1'uspoasoriuiil za Lhrc» i>cs hl. äntoiiiiis »on Padua. Wenn du suchest Wunderzeicheu: Tod und Irrtum, Unglücksstund', Satan, Aussatz eiligst weichen, Kranke stehen auf gesund. — 32 — Meer und Bande sinken nieder; Bei des Wundermanns Gewalt Sucht verlorne Hab' und Glieder. Und erlangt sie jung und alt, Es vergehen die Gefahren, Auch die Not verschwindet da; Sollen's kund tun, die 's gewahren, Sag es, Volk von Padua. Meer und Bande sinken usw. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Hl. Geiste. Meer und Bande sinken usw. Bitte für uns, o seliger Antonius, Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten! Laß deine Kirche, o Gott, durch das fromme Andenken an deinen seligen Bekenner Antonius erfreut werden, auf daß sie durch geistliche Hilfsmittel allzeit geschützt sei und — 33 — zum Genüsse der ewigen Freuden zu gelangen verdiene. Durch Chri¬ stus unfern Herrn. Amen. (Ablaß von INO Tagen jedesmal. Vollkom¬ mener Ablaß unter gewöhnlichen Bedingun¬ gen einmal im Monate für jene, welche das Responsorium täglich beten). Aer Kegen des heiligen Äntanius wider die än- - sechlungen der höllischen Geister: Siehe das Kreuz des Herrn! Fliehet ihr feindlichen Mächte! Gesiegt hat der Löwe aus Juda, die Wurzel Davids. Alleluja! (Ablaß von 100 Tagen einmal täglich). uuivLnrirciua xrEniez I^^NIKON 92096