' "''"'' Nro. XXXIV. ^ Lmbacher ^^^ Zeitung. ^ den 2s. August "Warschau vom 16. Juli. ^"^an will hier Nachricht haben, dak ,n der Ukraine die dafigenAlt-öriecben / die sich überUnterdrükkun^ Und Verfolgung beklagen, einen großen Aufstand erreget, indem sn> die ihnen genommenen Güttr wie der ncmmen wollen. Es sollen sich ^uch viele Haioamakken unter ihnen befinden, und gleichsam ihre Anfüh-^l sein. Man sagt, daß viele un-".edachtsamc Predigten, da man von "ner neuen Union geredet, zu der--^''chen Schritten Gckgl'nheit geae-ben. Viele unirte Griechen unö Ka-Uivliken sollen sich schon weggemacht, und der Kronfeldherr soll, 'um dcn vollen vorzubauen, Truppen dahin Nschikt haben. Bologna -vom 21. IuN., «Gestern Mh lief im kiesigen Ha-, ^ ein venezianisches aus der Lcvan-! ^kommendes Schiff ein, dessen Ka-Mm aussagt/ daß dcr HiLa von' ^"kutari/ nachdem er Mhlneneczro erobert, sich angestellt,'als ob" et sich zurük^iche, unvcrmuthet aber habe er sich dem Gebiete von Kat<^ taro im venezianischen Dalmazien genähert, In welchem Lande er immer wetter vornckkc, und schrekliche Verwüjlnngen anricbte. 9? an fürch» tct, daß er einige Vcsiungen mit Slurm erobert habe, und izt Kaste, l n u o v o , ei n e a n se h n li cl' e V cstu ng dcr durchl.3^epublik besclicße. Man erwartet mit Verlangen, ob diese Schjfferzeitung sich bestättigen wu^ de. Neapel vom 19. Iuk. Dieser Tagen kam hier aus Petersburg ein außerordentlicher Kourier mit Depeschen an, welcbe von sthr wichtigen Inhalt sein sollen ; da man aber auf solche ohne Vorwis-scn des Köniosnichtantworten kann, so wurde ihm gesagt, daß gleich !nach der Zurükkunft Sr. Majestät ein anderer Kourier mit der nöthigen Antwort an den rußischkaiserl. «Hof werde abZefcrtiLtt werden. Alts pohlen vom 79. Iulj. Nach Brieftn aus Petersburg habe:, H'yro kais. Majestät die rußi-sche Eskadre auf der Rhcde von Kronstadt in Augenschein genommen/ Höchstdieselben haben die Summe von 1650^3 Rubeln, welche jährlich zum Unterhalt des Landkadctten-korps bestimt war, mitZsOooRudeln zu vermehren geruhet, auch 46200 Rubeln zur Bezahlung der Schulden desselben angewiesen. Röln vom 1. Angusi. Man versichert, der kurfürstliche Hof von Bonn habe bereits die Requisitorials.hreiben wegen dee Durchzugs el'liger kais. Kavallerieregimenter auf dem Rükmarfch aus den Niederlanden nach den kaiserl. Erblanden erhalten. Man glaubt jedoch nicht, daß Zeichte Regimenter izt schon aufbl'echm werden , sondern daß dieß Ansuchen bloß aus der Ursache izt geschehen, um den nöthigen Vorrath bei dem großen Fruchtmangel in diesen Gegenden beischaffen zu können. Nach einer hiesigen Zeitung ist der Kommandant zu Nüremonde in Arrest genommen, weil er den Grafen von Maillebois durch das Gebiet Sr. kais. Majestät auf der Reise passiren lassen, welche dieser General zur Besichtigung der hol, landischen Vestunqen gemacht. Von dem Freikorps des Rheins grasen von Salm sind kürzlich 35 Mann zu Breda, mit Sattel und Zeig deserteurt, und zu bm Oesterreichischen Übergängen.^ .^^ ZU Aachen' ist ein schändü l-er Komplot cntdekt worden. Man hat die Papiere Sr. Durchl. des Herzogs von Braunschweig durch gewaltsamen Einbruch entwenden wollen. In der Nacht vom 25. Iult sind bereits verschiedene deshalb verdächtige Personen eingezogen worden. 1 5 s 5 «. In einem öffentlichen Blatte liest man folgende Anekdote, die da/. V'durcß, das sie nicht ^inz neu, am Wert« nich'tS verliert, ^«z Der erst storbene durchl. Herzog von B^ kam an einem Sonntagenach Hamburg, und stieg bei seinem VaN-,^ qmer ab- Jedermann, war.^ in d^' iK^rcke, der Herzog ließ sich auO^ ,'hinein führen, unö sczte sich auf, eine Bank, wo unter andern Pc^' sonen ein junger reich gekleideter Monsieur saß, der, aks er den Für^ stcn in Reiseklcidern fth, mit stol>^ zem Hohnlächeln die Achsel zuktc>. Unter der Predigt ließ sich von fcnle) der Llrnn'nklingelbcutel höreni, dzft, Herzog that einen Gulden herauv / und legte ihn neben sich auf.d!6 Bank; derjunge Herr legte^ll)w. zum Spott, einen Dükmen neben' sich. Der. Herzog, welcher sth/ mit weni er ni thun hatte, ZlelO^ falls einen Dukaten heraus, uuo legte ihn auf den Gulden. T)er.^ junge Mensch sah dies für eine H">: ausfoderung an, und antwortcre^ .durch einen^weiten Dukatey^^V er anf den - ersten Vgt6." ^DskHer/ M that eben das> und sein Anta-Ivmst folgte immer nach; dieß dauerte, bis der Klingelbeutel heran k^m. Der junge Mensch, dem er zuerst prasentirt wurde, legte mit vielem Stolze die 12 Dukaten / so w aufgehäuft hatte, hinein, und erwartete, daß der Herzog ein gleiches thun würde. Wie groß war aber sein'Erstaunen, als er den Herzog weislich seine Dukaten wie-der in seine Taschen steken, und den Armen MM als den Gulden seben sah, den er zu allererst für M bejUmmt Mabt hatte. . Daß sich n5 unserm aufgeklatten Zeitalter alles vervollkommet, da-don ist das jczfZe Gcspensterkampe-M c> Perfo nen-auf chrm Alde mit herrschaftlicher Arbeit be-l haftiget; auf einmal erschienen ihnen 3 Glieder Infanterie/ vor wel- chek^MMr^ ,O efn?ln Mk«k' Fahne hctgiengen. Siemarschirte^ auf die Bauern los: das erste Glied' siel in die Kniee, und feuerte auf di6 ^Bauern. Man hörte zwar keinels ^Knall, doch aber sah man einen au-»ßcrovdentlichcn Dampf, hernach zer-ltheilten sich die Soldaten, verwandelten sich in Husaren zu Pferde, u< »verschwanden. Die Bauern eilte« !nach Haust, und erzählten diese Er<-lscheinung, u. bekräftigten die Wahr--,heitdem Hrn. Grafen von Kolonna !mit einem Schwur, weil er fönst nichts davon glauben wollte. Dett, 3. Febr. gegen 3Uhr Morgens sahW !wieder einigeLcute die Soldaten cknH dcm Orte marschiren, wo sie lezthits. verschwunden waren. Unter den Leu^. ten war ein abgedankter Einnehmer,' !cin Freidenker, dieser rief sogleich^ auf dcm nahcn Vorwerk die Leute aus den Scheunen zusammen, und jfragte sie: wer diese Soldaten waren,.' weil sie es ihm aber nicht sagen konn fiziern.;ch der Ursache ihres Daseins fragte, erhielt er keine Antwort; hernach avan;irte er aufsie los, u. wollte U'tter sl'e Feller geben,, allein sie verschwanden. Man datte diese Er-schcinun 1 viermal gesehen, was daraus wird, weis kein Mensch. Zu "Aufklärung dieser abergläubischen Er,;äl>lung enthalten die Bres« lauer,lt./ÄerijnepMungen folgendes: Böesla'k vom 2o.Iuli. Man hätte zwar denken sollen, die Wun-dergeschichte bei ÜM würde blos ver-lacht werden; allein jezt, da verschieb deneIournale und Zeitungen si^weis-^lauftig nnd mit vielen Zusazzen erzähl lcn, ohne sie zu erklären, wird,eine Auflösung dieser Schrekgesthichte nicht unwillkomen sein können. Zwl^ scheil den Dörfern Salesche u. Kiuz^ kow laufen ganz unbeträchtliche A^ höh n, an deren Fuß ein warmer m)^ rastigcrBodcn ist, den man durchA^ zugsgrabcn größtentheils-inAkerland verwandelt hat. Hinter u< vor diesen Aekern stehen viele Wacholderbeere strauchc un) junger Kieferaufs^uß. Wie bekannt, dampfen bei ziemlicher Kälte die warmen morastigen Gcgcn^ Oe. Gubernial - ul. io. in der Kapu» - - .zinergasss/ wo die Zeitung alle Donerstag zu haben ist.