4 Cillier y Zeitung Zeitschrift für Stadt und Land, mit besonderer Rücksicht auf deutsche und slavische Interessen. Erscheint jeden DinStag und Freitag Abends — Preis vierteljährig 1 fl. 15 kr.; mit Postver- sendung 1 fl. 30 fr. Eonv. Münze. IVrO. 60. Verantwort!. Redaction: Vineenz Prasch, k. k. Professor. Donnerstag am 7. Dec. 1848. Wir Frau; Josef de? Erste, von Got-teS Gnaden Kaiser von Oesterreich; ?c. :e. Durch die Thronentsagung Unseres erhabenen OheimS, Kaisers und Königs Ferdinand deS Ersten, in Ungarn und Böhmen dieses Namens deS Fünften, und die Verzichtleistung Unseres Durchlauchtigsten Hrn. VaterS, Erzherzogs Franz Earl auf die Thronfolge, kraft der pragmatischen Sanction berufen, die Krönen Unseres Reiches auf Unser Hauvt zu setzen: verkündigen Wir hiemit feierlichst alleu Völkern der Monarchie Unsere Thronbesteigung unter den Namen Franz Joseph des Ersten. Das Bedürfniß und den hohen Werth freier und zeitgemäßer Institutionen aus eigener Ueberzeugung erkennend, betreten Wir mit Zuversicht die Bahn wel-che UnS zu einer heilbringenden Umgestaltung und Verjüngung der Gefammt Monarchie führen soll. Auf den Grundlagen der wahren Freiheit, auf den Grundlagen der Gleichberechtigung aller Völker deS Rei-cheS und der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze so wie der Theilnahme der Volksvertreter an der Gesetzge» bung, wird daS Vaterland neu erstehen, in alter Große aber mit verjüngter Kraft, ein unerschütterlicher Bau in den Stür-men der Zeit, ein geräumiges Wohnhaus für die Stämme verschiedener Zunge, welche unter dem Scepter Unserer Väter ein brüderliches Band seit Jahrhunder-ten umfangen hält. Fest entschlossen, den Glanz der Krone ungetrübt, und die Gesammtmonarchie umgeschmälert zu erhalten, aber bereit Unsere Rechte mit den Vertretern unserer Völker zu theilen, rechnen Wir darauf, daß eS mit GotteS Beistand und im Einverständnisse mit den Völ-kern gelingen werde, alle Lande und Stämme der Mo-»archic zu einem großen StaatSkörper zu vereinigen. Schwere Prüfungen sind über UnS verhängt, Ruhe und Ordnung in mehreren Gegenden deS Rei- ches gestört worden. In einem Theile der Monarchie entbrennt noch heute der Bürgerkrieg. Alle Vorkehrun-gen sind getroffen, um die Achtung vor dem Gesetze allenthalben wieder herzustellen. Die Bezwingung deS AufstandeS und die Rückkehr deö innern Friedens sind die ersten Bedingungen, für ein glückliches Gedeihen des großen VerfassungS Werkes. Wir zählen, hiebet mit Zuversicht auf die ver-ständige und aufrichtige Mitwirkung aller Völker durch ihre Vertreter. Wir zählen auf den gesunden Sinn der stetS getreuen Landbewohner, welche durch die neuesten gesetzli-chen Bestimmungen über die Lösung deS Unterthans» Verbandes und Entlastung deS Bodens in den Voll-genuß der staatsbürgerlichen Rechte getreten sind. Wir zählen auf Unsere getreuen StaatSdiener. Von Unserer glorreichen Armee versehen Wir Uns der altbewährten Tapferkeit, Treue und AuSdau-er. Sie wird Uns wie Unseren Vorfahren, ein Pfei-ler deS Thrones, dem Vaterlande und den freien In-stitutionen ein unerschütterliches Bollwerk seyn. Jede Gelegenheit, daS Verdienst, welches keinen Unterschied deS Standes kennt, zu belohnen, wird UnS willkommen seyn. Völker Oesterreichs! Wir nehmen Besitz von dem Throne Unserer Väter in einer ernsten Zeit. Groß sind die Pflichten, groß die Verantwortlichkeit, welche die Vorsehung UnS auferlegt. GotteS Schutz wird Uns begleiten. So gegeben in Unserer königlichen Hauptstadt Olmüy, den zweiten December im Jahre deS HeilS Eintausend Achthundert und Acht und Vierzig. Franz Josef. Scbwarzenberg. — 262 - TemeSvar 21. Nov. Die unter den ci< vilisirtcn Nationen vorher unerhörten Gräuelthaten, welche die Truppen der ungarischen Insurgenten, und selbst einzelne Civil Individuen dieser Panei, schonungS-los gegen Wehrlose und Unschuldige auch dermalen noch willkührlich verüben, ja wovon die Fälle taglich zunehmen, ungeachtet von Seite der k. k. Truppen und Behörden noch keine Hinrichtung verfügt, keine Rerressallie angeordnet worden ist, erfordern, daß diesen folgeschweren Grausamkeiten ein Ende gesetzt wurde. Vor l 4 Tagen wurde der von seiner Gemeinde hochgeachtete gr. it. n. Pfarrer Novak StephanovitS aus Cernabara mit dem Strange hingerichtet; in Fiskut durch den ehemaligrn Vice Gespann Äiilterer der Pfarrer Schivoin PetrovitS von Klein Szt. Miklos, und eben durch denselben, einige Tage spater, auch der Pfarrer von AlpoS, BatiliuS PopcSkul, ohne Gericht und Urtheil ao der Leiter seines Wagens gehängt; vor kurzer Zeit in Iecöa die Kriegsgefangenen ermordet, die Ortschaft Lagerdorf durch eine Horde unter An-fübrung des berüchtigten Räubers RözSa eingeäschert, ausgeraubt, die Einwohner ohne Unterschied deS Alters und Geschlechts niedergemetzelt, der pensionirte Salzeinnehmer Schmidt, ein 79jähriger GreiS, sammt seiner Gattin hingeschlachtet, und dieß wahrscheinlich unter Augen der Offiziere, die ehemals in der k. k. Ar» mee dienten, und denen der KriegSzebrauch u»d daö allen civiliftrten Nationen stetS heilige Völkerrecht nicht unbekannt sein kann. ES ist nicht zu glauben, daß eS in der Absicht der dermaligen Negierung in Pest liegen kann, einen solchen grausamen Krieg zu führen, wodurch alle Men-schenrechte mit Füßen getreten werden, und dessenschwere Folgen auf die Urheber zurückfallen müssen. Man ist demnach veranlaßt zu erklären, daß, wenn diesen Gräuelthaten nicht Einhalt gethan wird, und die zwecklose Vertilgung ganzer Ortschaften, wo-durch daS Land in die Barbarei versetzt wird, die Be-raubungen, die Raub und Meuchelmorde nicht aushö-ren, man, wenn auch mit tiefem Widerwillen, noth» gedrungen sein wird, zu Repressivmaßregeln zu greifen, deren Folgen diejenigen verantworten mögen, die sol-che hervorgerufen haben. Vom k. f. KriegSratbe. Wie». Nach dem heutigen ReichötagS-Blatte ist der BanuS von Croatien, Freiherr Josef Jelacii: unter Beibehaltung seiner bisherigen Stellung zum Ei-riC und Militär Gouverneur von Dalmatien und Fi-ume ernannt worden. Eben so ist der von den Skr-ben gewählte Woywode, General Suplicai: von der Regierung bestätigt worden. O l m ü tz 2. Sept. Ihre Majestäten Ferdinand und Anna sind heute Mittags nach Prag abgereiset, und werden dort ihre RejTdenz aufschlagen. S. k. Hoheit der Erzherzog Ferdinand d'Estc ist bereits mit dem AbsankungSmanifeste nach Berlin und Dresden abgegangen. Sachsen A l t e n b u r g. Der Herzog Josef ! hat zu Gunsten seines Bruders des Herzogs Georg ab-dicirt und Letzterer bereits die Regierung angetreten. II. St r c m ji i r. Der Eindruck, welchen das unerwartete Ereigniß der Thronentsagung Ferdinand des Gütigen auf alle Gcmütber machte, läßt sich im 1 ersten Augenblicke als einen tief bewegten bezeichnen. Er, der Schövfcr unserer freie» Institutionen ziebt sich vom Glänze deS Thrones zurück in die Stille de? Privatlebens und voll Jugendkraft nimmt der neue Fürst Besitz von den angestammten Kronen seiner Väter. Äin Reichstage, welchem der Ministerpräsivent in einer au-ßerorventlichen Sitzung die bedeutungsvollen Urkunden mittheilte, wurde auf Aufforderung deS Präsidenten ' Smolka dem konstitutionellen Monarchen von der gan-zen Kammer ein dreimaliges Hoch gebracht. Auf Klau-dyS Aufforderung brach die Versammlung bei der Nennung deS Kaiser Ferdinand gleichfalls in ein ju^ belndeS Hoch auS. Auf MayerS Antrag wurde eine Deputation gewählt, um den beiden Monarchen die Adressen der Kammer zu überreichen, wozu Maser, Neumaun, Schuselka, Brauner und Ziemialkowöki bezeichnet wurden. Eine zweite Deputation wurde Nach^ mittags abgeordnet und dazu aus jedem Gouvernement drei Abgeordnete gewählt. In der Sitzung vom 4. Der. stellte der Finanz-minister das Ansuchen, die hohe ReichSversammlunz wolle beschließen, daS Ministerium zu ermächtigen, durch Benützung deS SlaatScrediteS Geldmittel bis zu dem Belaufe von 80 Millionen Gulden aufzubringen. Diese Summe soll zur Bestreitung der laufenden AuS-gaben und Abtragung eines Theiles der an die Na-tionalbank schuldenden Summe verwendet werden. In der Debatte, welche hierüber entstand, äußerte sich Ziemialkowöki, mehrseitig auch von der Regierung sei der Kammer der Vorwurf von Saumseligkeit gemacht und angedeutet worden, daß m?n.sich bloß mit dem 23er-sassuugSwerke zu beschäftigen habe. Jetzt aber verwickle die Regierung sich selbst in einen Widerspruch. Freilich wohl sagt man, die Freiheit kostet Geld und Blut; aber wie eS um unsere Freiheit steht, wissen wohl Alle, auch Blut ist schon genug vergossen worden, und i Geld möchte daö Volk gerne hergeben, wenn es wüß-te, wozu. Deßhalb stellt er den Antrag, daß erst »ach Beendigung der Coustitutio» die Frage deS Finanznu-nister» über die 80 Millionen berathen werden solle. ! Sein Antrag wird zwar unterstützt, zuletzt aber verworfen und deck Ministers Antrag dem Auöschuße zur ! Berichterstattung zugewiesen. Die Rede, durch welche der Minister die Kammer zu Gunsten seines Antrages stimmen wollte, zeichnet sich durch lichtvolle Klarheit auS. Der Voranschlag für die Zukunft, äußerte er sich, machte große schwierig-! keiten, da jener vom Jahre 1347 für die Gegenwart 1 nicht passe, wo ganz andere Verhältnisse und die un-aufschieblichen Rüstungen zu einem innern Kriege eine vermehrte Auslage zur Folge haben. Der Ausfall betrage nach dem Voranschlag? für 1849 an 50 Millionen worunter 30 M. für den KriegSanfwand. Durch eine ordentliche Besteuerung könne man die Mittel nicht aufbringen, müsse also j«m Credit seine Zuflucht nch. men, welcher jedoch größer sein möge, als die ange-gebene Summe deS Abganges. Denn man müsse durch Abtragung eines Theiles der Schuld an die National-bank zwischen Papiergeld und den Münzvorrätben ein Gleichgewicht herstellen. Außer dem KriegSaufwandeist auch für die Umgestaltung der ersten Instanzen bcim Gerichtswesen und den politischen Behörden eine be-deutende Summe nothwendig. In Betreff der Urbarial' lasten ist der Staat theilweise als Vermittler der Ent-schadigung angegeben und er wird sich der Theilnahme n i ch t entziehen. (Beifall). Hierüber wird baldigst eine Vorlage gemacht werden. Wenn allcLän-der der Monarchie verhältnißmäßig beitragen, so wird das Gleichgewicht erzielt werden. Uebrigenö betragen die Zinsen der Staatsschuld in Oesterreich 57, in Frankreich 116, in England 280 Millione» und hie» von trifft in Oesterreich den Einzelnen 1 fl. 17 kr. in Frankreich 3 fl. 13 kr., in England sogar 10 fl. 19 kr. Unter den Mitteln, um den Abgang zu decken, gibt der Minister nun an: Besteuerung deS Zuckers auS inländischen Stoffen, welcher bis jetzt, um die In-dustrie nicht zu hemmen, frei war, dadurch aber der Staatsschatz ben.ichtbeiligt, indem die Einfuhr deS ausländischen ZuckerS abnahm. FerncrS die Umgestaltung des ZollsvstemS. DaS Einfuhrverboth gewährt weder den nöthigen Schu? noch den gehofften Ertrag und zugleich ist kein Anschluß an ein anderes Land möglich. Jedoch soll hierin nur eine allmähliche Aen-derung und erst nach Vernehmung der Betheiligten geschehen. Insbesondere ist eine Aufhebung deS alten Zollsystems auch zur Hebung des Handels von Wien dringend nöthig. Der Branntwein könnte eben-falls höher besteuert werden, als eS bis jetzt geschah, und die H a u S z i n S st e u e r wäre auch auf die Gebäude deS flachen Landes umzulegen. Durch die Umwandlung der HauSsteuer in Zinssteuer wird ein Zufluß ohne besondere Bedrückung erfolgen. Um aber auch die direkten Steuern gleichmäßig zu vertheilen, ist eine Einkommensteuer nothwendig, wodurch der ZinS-genuß vor Capitalien so wie die G e w e r b e angemessen besteuert werden sollen. Eine weitere Aenderung muß mit dem Lehr-wesen vorgenommen werden; und wenn der Staat die Allodialisirungen erleichtert, so wird ihm ein wei-tereS Einkommen zufließen. Cben so werde ich dem Hause Anträge über eine Abänderung der Taren und Stempelgesetze vorlegen, da durch die biShe-rigen die Unbemittelten in höherem Grade getroffen werden, als die vermögliche Klasse und überdieß das Verfahren zu eomplicirt ist. Alle diese Quellen zu-sammen werden an 22 Millionen eintragen. So vorteilhaft für daS finanzielle Zutrauen eS wäre, fuhr der Minister fort, einige Erleichterungen eintreten zu lassen, so kann dieses bei der Schwierigkeit der gegen' wärtigen Verhältnisse nicht unbedingt geschehen. Doch Einiges, was offen dem Wohlstände des Volkes hinderlich ist, soll beseitigt werden. DieS gilt zuerst von der Grundsteuer, welche in einigen Provinzen mit 13, in Salzburg dagegen mit nur 3 Procent ent-richtet wird. Gleichstellung auf 16 Procent und Er-Mäßigung der HauSzinSsteuer auf ebenfalls 16 Pro-ccnt scheint von der Gerechtigkeit gebothen. DaS Salzmonopol drückt gleichfalls die minder bemittelten Klassen de? Bevölkerung und man hat bereits in Dalmatien, Tirol und dem lombarvisch venctianischen Königreiche den Preis ermäßigt, wodurch aber auch eine Herabsetzung für die anderen Länder zur Nothwendigkeit wird. Landwirthschaft und Ge-werbe erwarten dringend diese Maßregel und ich be-antrage daher eine allgemeine Milderung des Salz-preise«, fernerS eine weitere zum Zwecke der Gewerbe, endlich die Einführung eines Viehsalzes. Der dadurch entstehende Ausfall von 5 Millionen wird thcilweife durch die Steigerurg des Verbrauches wieder gedeckt. Die VerzehrungSstcuer aufzuheben ist gegenwärtig nicht möglich, und ähnlich: Steuern be-stehen in alle» Staaten, nur die Art ihrer Einhebung liefert Grund zur Klage. Ich beantrage daher dieselbe für Mehl und Hülsenfrüchte in geschlossenen Städten ganz aufzuheben. Dagegen liefert diese Steuer in Weingegenden einen viel zu geringen Ertrag, weil bis jetzt das Getränke nur in den Schenken, nicht aber auch bei den Privaten besteuert wurde. Durch Eut-führung einer AbfindungSsum.nc hat man zwar den Ertrag, aber auch den Widerwillen gesteigert. Um nun diese Steuer gleichmäßiger zu vertheilen und die lästige Controlle zu vermeiden, beantrage ich eine Herabsetzung der VerzehrungSsteuer auf Wei», zugleich aber soll die Abfindung mit Gemeinden und einzelnen Personen auf längere Zeit ausgedehnt werden. Wei-ierS soll die Personalste»?? welche in Dalmatien poch besteht, aufgehoben werden, wie dieses durch die Kam-mer bereits mit der Fictitialsteuer in Böhmen geschah. ES erübrigt noch daS Lotto, welches zwar ein Einkommen von 2'^ Millionen gewährt, allein mora-lisch verwerflich ist, ja selbst in natiottalökonomischer Hinsicht eine Summe vo» 13,000,000 dem nützli-chen Verkehre entzieht, und ich beantrage daher dessen Aufhebung. (Beifall.) Im Ganzen würde durch diese Milderungen und Veränderungen ein Ausfall von 6 Millionen entstehen und sohin der durch neue Quellen i — 264 — zu hoffende Mehrbetrag auf 16 Millionen zu reduci-ren sein. Dieser wäre zur Umgestaltung der Verwal-tungSzweige und zur Deckung der Entschädigung zu verwenden. Diese Aenderungen können nicht plötzlich vorgenommen werden, die Weisheit der hohen Ver-sammlung soll darin, so wie in der Reihenfolge der Anträge maßgebend sei». Kein Zweig deS öffenilichen Einkommens kann abgeschafft werden, bevor nicht ein neuer seinen Play einnimmt. Somit handelt eS sich vor allem, den mehrerwähnten Ausfall zu decken, da der frühere Credit von 20 Millionen, mit welchem das Ministerium bis 1. November auslangen sollte, zwar ungeachtet großer Auslagen bis December ausreichte nun aber neue, nicht vorauszusehende Ausgaben keinen Aufschub erleiden. Ungarn. Man berichtet unö, Oesterreich sei mit Rußland über Besetzung der Donauprovinzen, wahrscheinlich am rechten Ufer, übereinkommen, und eS soll die durch Errichtung der 6. Bataillons ver-stärkte Armee gleich von Ungarn aus zu diesem Zwecke verwendet werden, wenn nicht die Wahl LeuiS Napoleons andere Verfügungen veranlaßt. Dazu aber ha-bcn sich die Chancen seit Cavaignac'S Kammertriumph bedeutend gemildert. Kremsier 4. Teeember. Der constituirendc Reichstag hat folgende Adressen an I. I. M. M. den Kai-ser Ferdinand und den Kaiser Franz Josef gerichtet: „Euer Majestät! Der von Eurer Majestät zu-sammenberufene constituirende Reichstag ist tief ergriffen von der ihm gewordenen Kunde der Thronenisa-gung Eurer kaiserlichen Majestät. Wenn er diesen un-widerruflich gefahren Entschluß in Ehrfurcht aufnehmen muß hält er eS für seine heiligste Pflicht, Eurer Majestät durch seine in dieser Absicht entsandten Mitglieder den AuS-druck der innigsten Anhänglichkeit, deS nie erlöschen-den DankgefühleS für Höchstdero Person im Namen der durch ihn vertretenen Völker Oesterreichs darzubringen. Der Name Eurer Majestät ist unvergänglich an die größte, folgenreichste Begebenheit in der Geschichte deS Vaterlandes geknüpft. Eure Majestät haben eine neue Aera für dasselbe in'S Leben gerufen, und so wie die Liebe von Millionen dem Urheber der Freiheit deS Vaterlandes zu Theil geworden ist, werden die spätesten Generationen, wenn die von der plötzlichen Neugestal-tung eineS so großen, auS so mannigfaltigen Befand-theilen zusammengesetzten Staates untrennbaren Wirken längst verklungen sind, und der Neubau fest, unerschüt-terlich dasteht, daS Andenken deS Gütigsten der Mo-varchen, dessen schöpferisches „ES werde" die Freiheit und durch sie die Größe und das Glück des Vaterlandes gegründet, mit dankender Verehrung segnen. Wenn die inmitten aller Stürme einer schwer beweg-ten Zeit unerschütterlich bewährte Treue der unermeß- | lichen Mehrheit der Völker Oesterreichs dem vätcrli-chen Herzen Eucrer Majestät so woblihuend waren, wird die Liebe und Dankbarkeit dieser Völker fort und fort die Person deS geliebte» Kaisers umgeben. Möge der Allmächtige Euer- Majestät zur Freude des Vaterlandes, in dessen Wohlfahrt und Rubm Cuere Majestät stets Ihr alleiniges Glück erblickten, an der Seite Ihrer Maj. Höchst ihrer treuen Lebensgefährtin, durch eine lange Reihe von Jahren erhalten. Geruhen Euer Majestät die durch uns dargebrachte Aeußerung der tiefsten Ergebenheit uno dankbarsten Anhänglichkeit, welche der constituirende Reichstag für Höchstdero Person zn fühlen nie aufhören wird, mit gewohnter Huld entgegenzunehmen." Kremsier am 2. December 1348. Für den constituirende» Reichstag. Der Vorstand. Franz Smolka, Präsident. Streit, Schriftführer. „Eure Maj'stät! Mit freudigen Gefüblcn begrü-ßen wir den Regierungsantritt Eurer Majestät. Gestatten Sie uuS, Höchstihnen unsere ehrerbietigen Glückwünsche darzubringen. Durch die freiwillige Thronentsagung Seiner Ma-jestät Ferdinand l., Ihres kaiserlichen OheimS, uud die Verzichtleistung HöchstihreS Vaters auf den konstitutionellen Thron berufen, werden Eure Majestät alle Ihre Völker mit derselben Liebe uud H»ld umfassen, wie Allerhöchstdero Vorgänger im Reiche, und wie Er, werden auch Sie in dem Vertrauen und der treuen Anhänglichkeit der Bewohner der Monarchie Enychädi-gung finden für die Mühen und Sorgen der Regie-rung. Der Reichstag, durchdrungen von der Wichtigkeit seiner hohen Aufgabe, wird eS sich angelegen sein lassen, seine Kräfte unausgesetzt, dem großen VerfassungS-werke zu widmen, und auf diese Wiise den Erwar-tungen Eurer Majestät und der Völker znm Gedeihen deS gemeinschaftlichen Vaterlandes zu entsprechen suchen. Eurer Majestät ist von dem Lenker dcr Wcltge-schicke der hohe Beruf bfschieden, die von Ferdinand dem Gütigen gewährte Freiheit zu befestigen, gegen alle Stürme zu schützen, und alle Wunden der Ver-gangenheit zu heilen. Freie Institutionen sind die festesten Stützen deS ThroneS, urd für den Monarchen ist es ein erheben-des Bewußtsein, die Geschicke freier Völker zu lenken. Hoch unserconstitutioneler Kaiser Franz Joseph l.," Kremsier, am 2. December 1848. ic. Wien. Man hat gegründete Hoffnung unsern jugendlichen Kaiser Franz Josef bald in Wien zusehen. Die Aufhebung der Union Siebenbürgens mit Ungarn nnterliegt nun keinem Zweifel mehr. In Folge z» erwar-tender Finanzoperationen fiel der Cours der 5% Met. auf 77 >/,. Schnellpressendruck und Verlag von I. B. Jeretin. 5 Iutelligeuzblatt zur Cillier Zeitung. Anzeigen jeter Art werden gegen Entrichtung der InsenionSgebühr für die gespaltene Cicerozeile mit 3 kr. für einmalige, 4 kr. für zweimalige und 5 kr. für dreimalige Einschaltung im diesigen Verlags ZeitungS Comptoir deS I. V. Jeretin angenommen. 41«. Donnerstag den 7. December 1843. Ankündigung. ErltifiMliiU'lcn vom (■lückiiüiist-lH-ii z u III neue» Jahre » 20 kr. C. M. finb an nachstehenden Orten zu haben: In der «tadtpfarrkaplanev, „ „ Stadt Aporbeke, „ „ Bnchbandlnng des Herr» ). B. I er (tiii, und im Kaffehause des Herrn Gilli. Die Rabmen der I'. T. Abnehmer wer^ den in der Beilage zur Cillier Zeitnna gedruckt erscheinen uud der Erlös für die NenjabrS Billeteu wird am 5,. Jänner k. I. unter die Armen vertheilt. Armen UnterstütznngS Verein (5illi am l. December Ankündigung. Auf Äost und Quartier werden 4 lediqe rnänikliche Personen genommen. Anzufragen beim goldenen Satl in der Gratzervorstadt H. Nr. 10 und zwar beim Pächter deS abgelegenen Hauses. Bei .S. 32. Jeretin. Buch- Kunst und Mu-sikalienbantlcr in Cilli ist zu haben: Nativualkalender, größerer und kleinerer Gattung, steif gebunden und broschir?. Taschenkalendzer, in Saffian geb. mit und ohne Spiegel. 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Anfang um 7 Uhr. ianullprefKutrucf un? UiThm 3. lH. ^jrrefiii.