/9^ 9t etfe nati) DfttitMen uitb Sfina, auf Sefet)l i>e£ $ontg$ unternommen *>om 3at)t 1774 ©iö 1781* \)on J^emt ©onn er at/ ^ommtfpc tepm (Seewesen, pewftomrtttt 3Ratncfovfd>et bei &6m$$, ^omfponbenfett ■bei Moniüiidjm fftatuvUbinttä , unt> bev Äoniglidben 21fat>emie t>cr SBiffcnfc^afte« |« l"-') Dieß ist ihr Gott imtcr dcm Name NinifO/ dcn sie allemal mit einem grossen Bauch abbilden. (II. Theil.) V und unterhandeln mit ihm , was sie für Kontrebande einführen wollen. Alles dieß wird ganz öffentlich eingeschifft ; und so kömmt man unter dem Schuh der Flagge und der Nacht bald ohne das mindeste Hinderniß an Bord. Keine Waare kann eingeschifft oder allsgeladen werden, wenn das Schiff nicht vorher gemessen worden; welches allemal mit grossem Gepränge vorgenommen wird. Der Opeu") selbst mißt das Schiff, nachdem er sich Tags vorher durch den Fiador ") und Romprador f) hat ansagen lassen. Der Augenblick seiner Abreise von Kanton wird Tags darauf durch die Tamtams verkündigt, die sich auf allen Zollschissen hören lassen. Er besteigt mit vielem Zeremoniel eine mit aufgespannten Schirmen versehene Galer«, und hat gewöhnlich drey oder vier Hanisten ff) bey sich: Auch begleiten ihn verschiedene andre Galeren, die mit seiner Musik besetzt sind , und alle seine Hansbediente. Sobald man seine Galere erblickt, schickt man ihm einen Offizier in einem Boot entgegen, um ihn zu bewillkommen; und das Schiff selbst begrüßt ihn mit eils Kanonschüßen. Wenn er mit seinem Gefolge an Bord steigt, stellen sich seine Schindersknechte in zwo Reihen, und schreyen Hü ! Dieses Geheul bedeutet, daß man sich in Ordnung stellen soll. Nun mißt man das Schiff unter dem Verdeck, vom Bcsans-mast bis zum Fockmast, und nimt deßen Breite am mittelsten längsten Querbalken : Nach diesem Maß bestimmt man alsdann die zu bezahlenden Taxen, welche sich gewöhnlich auf viertausend bis viertausend fünfhundert Piaster belaufen, wenn das Schiff groß ist : Um etwas weniger bezahlen zu müssen, legt man den Besamsmast vorwärts, und den Fockmast rückwärts. Wenn das Messen zu Ende ist, führt man den Opeu in das Rathszimmer, wo er ") Der Opeu hat eben das Amt wie der Oberaufseher einer Provinz «der Kreishauptmann. "'«-) Der Fiador muß die Schiffsladungen herbepschaffcn: Er ist Bürge für die Nation mit der er die Unterhandlungen besorgen muß; und wenn irgend ein Europaer fehlt, so wendet sich die Iustitz an ihn. t) Der Komprador ist derjenige,, der überhaupt alle Nothwendigkeiten ausser der Schiffsladung besorgt; und für jede Nation ist ein eigner bestellt. Er versieht die Niederlage mit Lebcnsmitteln, und hat verschiedene Untcrbedicnte unter sich, welche den Schissen das Nöthige herbepschaffen müffen. ^s) Die Hanistcn stnd reiche Negozianten von Einer Kompagnie, und an der Zahl sieben. Sie haben das ausschliesseude Privilegium des Handels in Kanton, und verkaufen den übrigen das Recht zu handeln sowohl im Grossen als im Kleinen: Sie haben Kanton in eben so viel Quartiere abgetheilt als ihrer in der Kompagnie sind; und jeder hat die Pflicht, sich von den Kaufleuten semes Quartiers die bestimmten Taren bezahlen zu lassen. II ein prächtiges Abendbrod vor sich findet, welches seine Hausbedienten und Henkersknechte vollends aufzehren, wenn er vom Tische aufgestanden ist. Diesen Allgenblick benutzt man, um ihm das Geschmeide und die Seltenheiten zu zeigen , welche man verkaufen will. Alles was ihm davon zu gefallen scheint, müssen die Hanisten kaufen, es mag kosten was es will, und ihm damit ein Geschenk machen. Dergleichen Tage kommen sie manchmal auf fünfzigtausend Piaster zu stehen. Wenn der Opeu das Schiff wieder verlaßt, schenkt er dem Kapitän zween Ochsen, zween Säcke voll Mehl und vier grosse Flaschen voll Samsu*); bey seiner Rückfahrt begrüßt man ihn nochmal mit eilf Ka^ nonschüßen. Die Schiffsladung wird auf grossen Fahrzeugen hcrbeygeführt, welche Lastschiffe heißen, und zehn bis zwölf Lasten führen. Der Fiador schreibt alle Waaren auf eine Liste, die er dem Open überreicht, welcher sie unterschreibt und dem Zollbeamten übergießt , den er ernennt um die einzuschiffenden Waaren zu siegeln. Dieser Zollbeamte lömmt Tags darausun't einem Schwärm von Schreibern in die Niederlage; und da der Kaufmann gewöhnlich die Taxen von allem, was er yerkauft, bezahlt, zeichnet er auf jede Kiste oder jeden Ballen mit seiner Signatur was darinne gepackt ist. Wenn der Kaufmann ein schon bekannter Mann ist, untersucht man nur, ob die Kisten nicht seyen eröffnet worden, nm etwa^j anderes darein zu packen als jener angegeben hat; und man druckt auf jede ein Zeichen , Schappe genannt. Nach dieser Operation werden sie eingeschifft. Fällt es dem Zollbedicnten ein , so laßt er mehrere Kisten öffnen, um zn sehen , ob sie wirklich das einhalten, was man angegeben; oft laßt er aber auch nicht eine einzige öffnen. Die Faktur der Ladung giebt man dem Eigenthümer des Schiffs, der sie dann vor vier Zollschiffen (bey denen man vorbey fahren muß um nach N?am-pn zu kommen) vorzuzeigen und unterschreiben zu laßen gehalten ist. Doch hat man kein Beyspiel daß diese die Kisten öffnen, obschon sie das Recht dazu haben; sondern sie begnügen sich damit, daß sie untersuchen, ob die angegebene Zahl davon da sey, und ob das Zeichen auf jeder genau aufgedrückt ist. Wenn das Fahrzeug an das Schiff kömmt, sind allemal einige Zollbediente beym Ausladen gegenwärtig. ") Ein sehr abgeschmacktes Gelenk, das aus Reis gemacht und pon den Lhinesern Mandarin - Wem genannt wird. IS Kanton llegt am Fluß Tiger *), dreyßig Meilen von der Sttküsie, und drey Meilen von Wamvu (l^XXXl. Cafel). Die allenthalben hcrlim zerstreute Kanäle bilden bis an die See hin einige tausend Inseln und Inselchen. Die Flut steigt bis an Kanton hinauf; und um frisches Waffer zu laden, muß man bey der Ebbe einige Schal luppen bis zwo Meilen über diese Stadt hinauf schicken. Ihre Lage und ihr vortreftr cher Hafen, den man für einen der beßten in ganz China hält, machen sie zum Sam? melplah aller Chinesischen Fahrzeuge die nach Hainam, nach Japan, Formosa, Cw chinchiua , nach den Manillen, nach Malakka und Batavia gehen. Die Europäer zie? hen aus allen Provinzen dieses großen Reiches Handelsleute dahin, weil sie die einzigen sind welche mit baarem Gelde daselbst handlen; denn die übrigen Nationen setzen alles nur durch Tausch um: Daher verlassen diese Handelsleute auch den Platz wieder, sobald die Europaer abreisen; und jene welche nicht wieder in ihre Provinz zurückkehren, setzen sich in der Tartarstadt an , die nur durch eine schlechte Mauer von Kanton selbst getrennt ist. Die Provinz wird durch einen Vizekönig verwallet, den man Somptok hcißt: Er kann ohne Einwilligung seines Rathes, der aus zween von dem Kaiser ernannten Mandarinen besieht, nichts unternehmen. Sobald aber diese einwilligen, ist er in der Ausübung seiner Gewalt unumschränkt. Kanton ist gewaltig groß, aber sehr schlecht gebaut: Die Strassen sind enge und unreinlich, auch nicht nach der Schnur angelegt, wie man vorgegeben hat. Eine solche Regelmäßigkeit wäre für den Kavakter und Aberglauben dcr Chincstr unerträglich. Die einzigen nach dieser Art gebauten sind die Aaujfmanns-Gasse, welche die Europäer gewöhnlich die porzelan - Gaffe nennen, und die Gasse der Ixappenmacher. In di> sen Gassen verkaufen auch die Chinesir unter Tags, wohnen aber niemal mit ihren Familien darin, weil sie wähnen, daß eine si>lche nach ausländischer Art gebaute Wohnung alles Unglück über sie bringen würde. Die übrigen Gassen bilden eine Gattung von mehr oder minder beträchtlicher Mo-saike, weil jeder Chineser, um mehr Glück zu haben als sein Nachbar, sein Hans allemal wenigst um Einen, manchmal um zween bis drey Fuß weiter auf die Gasse hinaus baut; welches eine sehr abgeschmackte Ungleichheit verursacht. Statt der vergoldeten -) Er ist auch imttr dem Namen des yelben Flußes bekamlt. /Tä. /' •IO/t„,;;j/ j,t)ltX. , /W.<\'\'/1 . er seine Töchter todtschlagcn, ohne befürchten zu müssen , daß ihn die Gesetze verfolgen würden; aber, wenn einige Schurken ungestraft solche Laster ausüben konnten, muß man sie doch nicht der ganzen Nation zur Last legen. Man könnte jedes Volk auf diese Art brandmarken , wenn man bloß einzelne Schandthaten desselben anführen wollte. — Eben so wenig darf man sie des Kindermordes anklagen, wenn sie in der äussersten Dürftigkeit ihre Kinder aussehen, oder dieselben verkaufen , um ihnen einen Unterhalt zu versichern den sie selbst ihnen zu geben nicht fähig sind. Die Ilidier sehen es als eine Strafe der Götter an, wenn man keine Kinder hm ; die 22 Religion befiehlt ihnen, deren viele zu zeugen und sie zu lieben, wenn sie wollen glücklich ftyn: Und doch findet man zu den Zeiten einer Hungersnoth die zärtlichsten Väter und Mütter, die uns ihre Kinder um einige Malter Reis verhandeln. Wie, wenn ein Chi-nestr in unsre Findelhäuser käme, und da die vielen unglücklichen Schlachtopfer der Liebe und Schaam sähe, verlassen und verläugnet von den Urhebern ihres Daseyns ; könnt er nicht auch uns für Kindermörder ausschreyen? — Eben so ungegründet ist der Vorwurf, daß sie ihre Kinder ersaufen. Alle dergleichen, die man mit einem leeren auf den Rücken gebundenen Kürbis neben den Schissen herschwimmen sieht, sind ohne Zweifel Schifferkinder, die aus Unachtsamkeit in das Wasser gefallen sind, ohne daß sie ihre Väter zurückhalten konnten : Wahrscheinlicher Weise binden sie denselben diese Kürbiße an, um sie obenauf schwimmen zu machen, wenn ihnen etwa jenes Unglück widerfährt ; eine Vorsicht, die sie gewiß nicht anwenden würden, wenn sie sich ihre Kinder durchaus vom Halse schaffen wollten. Das Ansehen des Kaisers ist ganz ohne Gränzen. Man darf ihn nur. auf der Erde liegend anreden ; und wenn er etwas zu seinen Hofherren spricht, müssen auch diese allemal mit gebogenen Knieen seine Befehle anhören. Alles was ihn umgiebt, nimmt an der übertriebnen Unterwürfigkeit Thcil, die man gegen ihn verschwendet. Ein Maw darin würde gröblich fehlen, wenn er zu Pferde oder im Wagen vor dem Thore seines Pallasies vorbey führe ; und wenn Er selbst ausfährt, müssen alle Chineser ihre Häuser verschließen. Wer ihm auf der Straße aufstößt, kann sich bloß dadurch vor dem Tode schützen, wenn er sich mit dem Angesicht zur Erde wirft. Aus diesem Grunde hat kein Chinesisches Haus seine Fenster gegen die Strasse hinaus ; auch schließt man sorgfältig alle Kaufbuden zu , wo der Kaiser vorbeyzieht. Vor ihm her gehen zweytausend Henkersknechte, welche Ruthenbüschel, Tamtams und alle Arten von Waffen der Gerechtigkeit mit sich tragen. Dieß ist der gutherzige Fürst, von dem uns die Missionare versichert haben, daß er sein Glück bloß in der Freundschaft seiner Unterthaneil suche. Obschon der Tartarische Usurpator die Chinesischen Gesetze angenommen hat, muß man doch deßwegen nicht glauben daß sie gut seyen. Eigennutz und Politik des Eroberers fordern es, daß er nichts umändre was seinem unterjochten Volk gefällt, besonders wenn es zugleich zu seinem eignen Vortheil gereichet. Die Künste lind Wissenschaften werden in China nie beträchtliche Fortschritte ma: 21 chen; die Regierung wird sie stets zu unterdrücken suchen; denn , wenn sich das Volk aufzuklären aufieng, müßte jene nothwendig ihre Form abändern: Daherkömmt es, daß die gelehrtesten Chineser am Ende ihres Lebens mit genauer Noth lesen und schrei? ben können. Alle ihre Wissenschaft und Geschicklichkcit besteht in Ueberwindung von allerley Schwierigkeiten; und die Regierungsform ist im Grunde nur darum ruhig und um gestört, weil sie ein feigherziges Volk beherrscht. Die Nation ist zwar sehr alt; aber sie bekümmert sich nicht darum, ihre Misbräu-che zu verbessern : Die Chineser haben keinen Funken von Genie , keine Thätigkeit in ihrer Vorstellungskraft; alles geht bey ihnen maschinenmäßig oder nach regelloser Gewohnheit. Die Reistbeschreiber gestehen dieses ziemlich deutlich ein; und wenn man aus ihren Nachrichten das Enthusiastische heraushebt, wird man bald sehen, daß die ganze Chinesische Industrie bloß auf Kleinigkeiten eingeschränkt ist. Die reichern Chineser geben sich nicht einmal damit ab, das Feld zu bauen; und alles was man über diesen Gegenstand ausgestreut hat, ist ungegründct: Sie bringen die eine Hälfte ihres Lebens damit zu, die unzähligen Karaktere ihrer Sprache kennen zu lernen, und die andre ver-schlummern sie in ihrem Serail. Man versteht in China nicht einmal die Kunst Bäume zu verpflanzen, sie zu beschneiden und zu pfropfen: Ihre Gärten sehen gar nichts ähnlich; sie haben nicht einmal Fruchtbamne darin, wenn sie die Natur nicht hinein pflanzt. Man hoffe ja nicht, in denselben, wie in den Europäischen , Pflauzen aus allen vier Welttheilen zu finden: Ein erkünstelter Fels, eine kleine Brücke, ein Belveder, und einige Irrgänge sind die ganze Verzierung davon. Der so hoch berühmte Ackerbau besteht in der Pflanzung des Reis, den ein bis an die Knie im Wasser stehender elender Kerl in die am Ufer der Flüße gemachten Löcher vertheilt. Die Chineser haben nicht einen einzigen Maler; sie wissen weder Zeichnung noch Stellung in ihre Stücke zu bringen. So viel ist richtig , daß sie die Farben sehr artig auf Glas zu malen verstehen; aber die unvermischten und allzu grellen Farben , die sie dicht neben einander hinkleren , verdienen wohl nur von Unwissenden den Namen der Gemälde. Ihre schlecht gezeichneten Schmierereyen blenden bloß durch die Illumination: Nachdem sie den Umriß gemacht, entwerfen sie dieselben niemal im Ganzen , um von ihrem Eindruck zu urtheilen; sondern sie bearbeiten jeden Theil einzeln , und enden denselben ohne an das Ganze zu denken. Da sie nicht im Stande sind, etwas zusammen 22 zu sehen, zeichnen sie alles durch was sie malen; und weil derjenige, welcher Kopf und Arme gemalt hat, die Draperie nicht malen kann, muß das Stück unter die Hand ei> nes Zweyten , und von da noch gar unter den Pinsel eines Dritten , der den Grund da? von ausarbeitet. Ncberdas haben sie keinen Begriff von der Perspektiv , sondern der Grund ist eben so hellfarbig wie die Figuren selbst, und alles Entfernte steht in den Wolken. Die Bildhauerkunst ist ihnen beynahe ganz unbekannt: Sie haben keine Statuen, weder aus Marmor noch Stein. Alles was man von dieser Art sieht, sind einige gros-se Figuren welche in den Pagoden stehen, aus Holz oder gemaltem Kartenpapier , in Riesengröße, ungestaltet und ohne alle Proportion: Die ganze Figur ist mit zwey Stü-ckcn Holzes zusammen gefügt, welche vom Kopf bis zu den Füßen reichen, und dieselbe auf dem Gesimse im Gleichgewicht erhalten; auch haben sie nicht die mindeste Anzug-lichkcit. Man kennt ihre Frazzenfiguren , die itzt in ganz Europa verbreitet sind. Sie verlegen sich zwar auf die Porträtschlützerey ; aber nach ihrer Art zu arbeiten ist es alle-mal nur bloßer Zufall, wenn sie etwas Aehulichkcit mit dem Urbild darein bringen: Dcr Künstler bildet erst einen Kopf nach seiner Vorstellung; und indeßen bearbeitet einer seiner Lehrpmsche den Körpcr besonders für sich : Darauf sucht er die Züge des Kopfes mit den Zügen des Originals gleich zu modeln; und wenn endlich dieser Kops vollendet ist, sitzt man ihn mittels eines Stück Holzes welches durch beyde durchgcht, auf den Leib , nach welchem ein andrer Arbeiter verschiedne Lagen von feinem Papier darüber legt, und das Werk an einen Dritten abgiebt, der es dann wechselweise mit Wciß und Roth übermalt. Geometrie und Baukunst haben hier kein besseres Schicksal; man findet überall keinen Bauverständigen. Selbst die Tempel , die in allen übrigen Ländern durch ihren Pracht Ehrfurcht einstoßen, haben in China nichts von Majestät an sich: Nur von aussen sind sie hauptsächlich mit einigen hölzernen von uuttn bis oben glcich dicken Saw len verziert, die man sehr dicht neben einander hinstellt, so, daß die Pagoden mehr Hab len als Tempeln ähnlich sehen. Von außen erkennt man sie bloß an ewigen Riesinför-migen Figuren von starkem Papier, welche den Eingang verzieren : In der Mitte ist allemal ein Hof, und in demselben ein Heerd, worauf man das Sandelholz und die vergoldeten Papiere verbrennt; und im Hintergrunde ein Altar, auf dem ein dickbau- 23 chigter Götze sitzt. Man brennt daselbst Wachslichter wie auf den katholischen Altären in Europa , und während dem Gottesdienst liegt das Volk auf der Erde dahin gestreckt. Die Jesuiten rühmten die Chineser als sehr grosse Sternkundige: Aber, wie wär' es möglich daß sie eine Finsterniß berechnen könnten? Sie zählen noch immer bloß mit Kügelchen die an einem Faden hangen, wie ehedem die Russen, und können dadurch die ungeraden Brüche nicht ausdrückn. Haben sie jemals einige zur Beobachtung der Gestirne taugliche Instrumente erfunden? Wenn sie auch etwas Neigung zur Sternkunde haben^ so ist es bloß eine Folge ihrer Indolenz und ihres Aberglaubens; und die Jesuiten waren ihnen im Grunde mehr Zeichendeuter als Sternkundige, weil selbst der Pater dü Halde, der Apologist dieses Volkes, uns versichert, sie würden nur geduldet weil sie die Almal nachs machten, die sie dann auch sehr genau mit den astrologischen Wahrsagereyen vok zustopfeu sich bceiferten, um dem Geschmack der Fürsten und der Nation zu schmeicheln. Da die Jesuiten und übrigen Missionärs anfiengen sich herum zu zanken, ob das Wort Tien Gocr oder Himmel heiße, sahen die Chineser diese Ausländer als eine Rotte unruhiger Köpfe an, die wohl im Stande wären, gefährliche Faktionen anzustiften : Aus Furcht also , sie möchten sich Anhänger verschaffen, jagten sie die: selben aus dem Reiche, und schickten sie nach Makao wo sie sich einschiffen sollten, um wie, der' nach Europa zu gehen , aber durch einen glücklichen Zufall neuerdings nach Pe-king berufen wurden. Bald nach ihrer Vertreibung kündigte ein gelehrter Chinesischer Sternkundiger von der ersten Klasse eine Sonuenfinstcrniß an; und feine Berechnungen wurden von dem Tribunal der Mathematik bestättigt, weil es dieselben für richtig hielt: Nun siel aber die Finsterniß einen Tag später ein, als sie angekündigt worden war, und der Kaiser ließ dem Astronomen den Kopf abschlagen. Der Monarch ward dadurch von der Unwissenheit seines Volks überzeugt, rief die Missionärs wieder zurück, schloß sie aber m einen gewißen Bezirk ein , damit sie keine Unruhen mehr in seinem Reiche stiften könnten. Wären die Chineser in der That gme Astronomen ; besäßen sie die Stern.-künde schon seit so lange, oder hätten sie dieselbe gar noch verbessert ; würden sie sich wohl so sehr erniedrigen, von fremden Nationen Leute zu begehren? Leidet ihr Stolz uicht darunter, wenn sie sich's gestehen müssen, daß sie Ausländer nöthig haben? — Da seit der Aufhebung der Jesuiten wenig gelehrte Missionärs mehr nach China kommen, schickte der Kaiser im Jahr 1778 nach Kanton, und ließ sich von allen Natio- 24 nen einige Künstler, und eben besonders Astronomen, erbitten; versprach ihnen auch, sie sollten am Hofe zu Peking alle Arten von Freyheiten zu genießen haben , und wie Mandarinen gehalten werden. Ihre Meynung von den Planeten, die sie in gleiche Entfernung mit den Fixsternen setzen , und ihre außerordentliche Furcht bey Annäherung der Finsterniße, beweiset doch wohl anschaulich genug, wie unwissend sie in der Sternkunde seyen. So oft eine Finsterniß einfällt, macht man es drey Tage zuvor durch öffentlichen Anschlag bekannt, und befiehlt allen Chinesern, sie sollen zu Pufsa beten, daß die Amme?paoa, oder die Kröte mit drey Pfoten, die Sonne nicht verschlinge. Die Erdbeschreibung verstehen sie eben so wenig. Nach ihrem Wahn ist die Erde ein Viereck, und mitten in demselben liegt ihr Neich. Vom Seewesen wissen sie vob lends nichts: Noch immer schreiben sie die Flut und Ebbe einem grossen Fisch zu, der im Grunde des Meeres sich aufhalt. Bey Gelegenheit eines Seesturmes , wenn die Ge? fahr am meisten Geschicklichkeit und schnelle Thätigkeit fordert, beten sie den Kompaß an, und gehen betend mit demselben zu Grunde. Ihre Schiffe oder Sommes, sind ungeheure Maschinen. Es befinden sich eini: ge darunter, welche bis auf tausend Tonnen führen. Die beyden auffern Rande sind übermäßig hoch, und geben dem Wind eine beträchtliche Oberfläche bloß: Dafür geht auch mehr als die Hälfte davon zu Grunde, weil sie sich nicht mehr in's Gleichgewicht setzen können, wenn sie einmal zu sehr auf der Seite gehen. Ihre Anker sind aus Holz, ihre Segel aus Matten, und ihre Schissstaue aus Nottingrohr. Sie kennen die Instrumente nicht, mit dmen wir die Höhe zur See messen. Die nach Japan und den Philippinen schiffen, segeln bloß nach den Sternen, welches auch die rohesten Wilden thun ; und die nach Batavia, Malakka oder Queda gehen, lassen auf ihrer Fahrt niemal das Land aus dem Gesichte : So steht es mit ihren Kenntnißen vom Seewesen. Indeß handelten sie chedcm doch nach Indien. Sie besuchten die Küste Koromandcl, und schifften bis an die Spitze des Bengalischen Meerbusens. Noch sieht man zu Negapatnam die Ruinen eims Chinesischen Thurmes; aber ungegründet ist es, daß sie jemals ein Geschwader von sechshundert Fahrzeugen nach Europa schicken wollten , wie einige Jesuiten behauptet haben; und daß diese angeblichen Fahrzeuge bey Umschiffung des Vorgebürgs der guten Hoffnung durch einen Stunn zerstreut worden, der 25 der sie versenkt oder auf die hohe See verschlagen habe. Wäre dieses Vorgeben richtig, so müßten viel mehr Chineser in dieser Gegend von Afrika seyn: Die wenigen welche man daselbst findet, sind aus Batavia gebürtig, oder doch Abstämmlinge von denen dic zu Batavia wohnen. Es ist vielleicht cinc große Wohlthat für dieses Reich, daß es seine alten Gewohnheiten beybehalten hat. Hätten sich die Chiuestr zu guten Seemannern gebildet, so würden sie unbekannte Länder entdeckt haben, und häufig dahin ausgewandert seyn. Die Regierung schien dieß voraus gesehen zu haben, weil-sie durch Gesetze die Reisen in fremde Länder verbietet, und diejenigen für unehrlich erklärt, welche aus dem Reiche wane dem. Die auf den Philippinen, zu Malakka und Batavia ansässig sind, stammen von jenen Chinesern ab , welche aus ihrem Vaterlandc flüchteten, als es die Tataren eroberten , d,amit sie sich die Haare nicht müßten abschneiden lassen. Ihre Musik ist so schlecht als die Musik der Indier: Wer am meisten Getöse macht, ist der beßte Musikant. - Niemal waren sie im Stande eine Taschen-oder Hanguhr zu machen, obschon sie sich mit allcm Fleiß darauf verlegten ; und unsre gröbsten Arbeiten aus diesem Fache erregen ihre Bewunderung. Die Schönheit ihres Firnisses haben sie der Natur zu verdanken. Ihre Seiden-Arbeiten, die man hier bewundert, weil sie weither und wohlfeil sind, kommen mit unsern Lyoner-Manufakturen nicht in Vcrgleichung: Ihre Werkzeuge zur Verfertigung derselben sind bey weitem nicht so einfach wie die unsrigen; und auch jene haben sie bloß der Erfindung der Jesuiten zu danken. Ihr Porzelan ist wohl auch nicht besser als das Sachsische und das von Seve. Ungeachtet der entsetzlichen Menge von Gelehrten, sind die Schönen Wissenschaften bey ihnen doch noch stets in der Kindheit. Ihre Encyklopädie beweiset, wie weit sie in diesem Fache hinter den Europäischen Nationen, selbst hinter den Indiern zurück sind: Sie handelt besonders von der Art wie man die glücklichen und die unglücklichen Tage müsse kennen lernen; aufweiche Seite des Zimmers man das Bette stellen, zu welcher Stunde man essen, aus dem Hause gehen, das Hans mmgm müsse u. s. f. Dieses Volk (II. Theil.) D 26 wird nie weitläufige Kenntnisse erlangen, weil es unmöglich ist, daß Leute, deren ganzes Lcben nicht hinreicht ihre Sprache zu lernen, jemals viel Unterricht genicssm können. Kongfuzee, dieser grosse Gesehgeber, den man über alle menschliche Weisheit er,' hebt, hat einige moralische Bücher verfaßt, die sehr wohl auf den Karakter der Nation passen; denn sie enthalten uichts als einen Klumpen unverständlicher Dinge, Träume, Kcrnsprüche und alter Mahrchen mit etwas wenig Philosophie vermischt: Alle Handl schristen, welche uns die Missionars als angebliche Uebcrsetzungen seiner Werke zuschick? teu , waren von ihnen selbst verfaßt. Kongfutzee stiftete eine Sekte; es ist die der Gelehrten und aller so genannten Weisen : Man hält ihn für den größten Philosophen den China zur Welt gebracht. Seine Werke sind voll abgeschmackten Gezeuges, aber doch angebetet; und wer eine Schule öffnet, wiedmet sie allemal dem Kongfuzee. Dieser Kongfuzee und seine Nachkommen haben viele tausend Sentenzen geschrieben die man für alle Vorfälle angepasst hat, so wie wir die Sprüche des Nostradamus und des ewigen Juden ausgelegt haben. An diese glauben bey uns heut zu Tage nur noch alte Weiber und Kinder; aber in China richtet man alle Geschäfte nach denen des Kongfuzee ein. Die Chineser unternehmen nichts, ohne die Karaktere des Kongfuzee") zu Rache gezogen, und vor seinem Bilde ein Licht von Sandelholz und ein Stück vergoldetes Papier angezündet zu haben: Andre ziehen die Schildkröte oder die Bohne ") zu Rath; denn diese drey Dinge hält man für sehr wesentlich, und drey Viertheile von allen Chi-nesern handeln bloß nach dem Ausspruch derselben. Sie sind den ganzen Tag unruhig', wenn ihnen das Orakel denselben als einen unglücklichen angekündigt hat. Ihr Aberglaube für die Zahl neun ist äusserordentlich groß; alles wird nach dieser *) Dies sind Pftöckchen aus Bambus, auf denen die von Kongfüjee in seinem Kapitel von den Vorbedeui tungen angezeigten Haratte« eingegraben sind: Man zieht einige aus diesen hervor, und ihre Karaktere müssen einander entsprechen» "--) Die Vohnc ist eine Gattung von zerbrochner Form, welche die Chincstr in die Lust werfen um zu schcn, sb die zwey Stücke aus denen sie zusammengesetzt ist, depde nach einerley Gegend hinfallen werden. 2? Zahl verrichtet: Man schlägt neunmal das Haupt an *) wenn man einen Mandarin anredet; und dieser verrichtet die nämliche Zeremonie wenn er sich dem Kaiser nähert. Alle Thürme haben ncnn Stockwerke: Sie wurden gebaut um durch gewisse Signale in der Hauptstadt zu verkünden, was auf den äussersten Gränzen des Reichs vorgieng, und waren je von drey Meilen zu drey Meilen angelegt; nun aber, da sie allmahlig zusammenfallen , dienen sie nur noch als Wachthäuser. Die Mandarinen sind in neun Klassen getheilt. Man straft die Verwandten eines Missethäters bis in den neunten Grad, und scine Familie bleibt bis zur neunten Generation entehrt. Die lacherlichen Zeremonien beym Begrüßen, bey den Besuchen und Gastmalen, sind lauter Gesetze die der Chiueser nicht unterlassen darf: Er würde selbst stiuen beß-ten Freund nicht änderst als gestiefelt empfangen. Der gewöhnliche Gruß gegen jemanden seines gleichen, besteht darin, daß man die Hände geschlossen neben einander vor die Brust legt, sie einigemal bewegt, dabcy das Haupt ein wenig neigt, und sein sm, sin! dazu ansspricht; aber gegen Leute, denen Man Ehrfurcht bezeugen muß, neigt man den Körper sehr tief, faltet dabey die Hände, streckt sie m die Höhe und wieder bis zur Erde nieder. Die Chinestr nehmen so viele Weiber als sie ernähren können. Dieser unnatürliche Gebrauch muß nothwendig Einfluß auf die Sitten haben, und der Bevölkerung Schn den thun. Sie sind höchst eifersüchtig, schliessen ihre Weiber ein, und erlauben nicht einmal einem Bruder dieselben zu besuchen; daher sieht man auf den Strassen keine andern Weibsleute, als die Gattinen jener Elenden, die aus Armuth nur Ein Weib haben, und deren Füsse nicht geschraubt worden; denn schon in der Kindheit legt man sonst den Mädchen küpftrne Schuhe an, damit die Fusse nicht wachsen können. Die? scr Zwang hemmt den Umlauf dcs Geblüts; und sobald dicß einmal geschehen ist, trocknen die Füss^> aus, und sind nicht mehr fähig den Körper zu tragen: Daher haben sie alle cinen so wacklichten Gang wie die Gänse. Diese Gewohnheit, welche anfangs iincntt L'ltut J- PvtJSiVi, isini/p, 2Y auch noch an der Menge von Henkersknechten die vor ihnen hergehen, Wimpel, Sonnenschirme, und grosse Peitschen tragen, auch Ketten und Bambusstöcke mit sich schleppen. Durch dieses Gelärm blenden sie das Volk, welches schon auf die blosse Ansicht eines so fürchterlichen unb zahlreichen Geleites zittert. Die Mandarinen welche zu Wasser reisen, haben Galeren oder eigentlich schwimmende Häuser, Schampans genannt, welche sehr bequem, und inwendig in mehrere Zimmer abgetheilt sind. Auch habe« sie gewöhnlich Musikanten, und ein für ihre Würde anständiges Gefolge bey sich» Man unterscheidet ihren Rang an den auf dem Verdeck der Galere aufgesteckten Wimpeln und Picken. Die Vorstellung des Todes quält die Chineser unaufhörlich, und verfolgt sie selbst -is in ihre VergnüglmgAi. Indeß kömmt er ihnen sanfter vor, wenn sie einen Sarg kaufen, und ihr Grab an dem Abhang eines Hügels in einer angenehmen Lage erhal? ten können. Sie verschwenden übermäßige Summen für ihre Leichenbegängnisse, die manchmal erst sechs Jahre nach dem Tode mit erstaunlichem Pracht gefeyert werden. Sie miethen sich besondre Leute die sie in Weiß kleiden, welche dann den Trauerzug ausmachen, und hinter der Leiche her weinen müssen (l^XXXIU. Tafel). Den Verstorbnen führt man einige Tage hintereinander, unter der Begleitung einer Menge von musikalischen Instrumenten, anf dem Wasser umher; wobey das Fahrzeug, darin er liegt, und alle übrige welche dasselbe begleiten, beleuchtet sind, so daß die aus verschiednen Farben be? stehenden Fcuer bis an die Spihe der Mastbaume verschiedne Zeichnungen bilden. Wenn das Grab weit von dem Platz entfernt ist wo der Chineser gestorben, bringt man ihn mit grossem Gepränge dorthin, und richtet von einem Ort zum andern Gezelte auf, um mit dem Leichnam darunter zu ruhen: Seine Verwandten und Freunde brim gen ihm Geschenke und Lebensmittel; auch wenn er schon in seiner letzten Ruhestätte ist, trägt mal, ihm uoch immer Eßwaaren zu. Da die weisse Farbe bey den Chinesern die Trauerfarbe, und die schwarze die Farbe der Freude ist, tragen fast alle Europaer, dieser Gewohnheit zufolge, Westen von schwarzem Atlaß. Man unterscheidet in diesem Reiche drey Hauptsekten: Die Sekte der Gelehrten, go welche der Lehre des Kongfutzee anhängt; die Sekte desLao-Amm, und die Sekte des Foe, welche die vornehmste und älteste ist. Die Lehrsähe dieser letztern sind mit denen des Wischem» einerley; die Grundlage davon ist die Scelenwanderung. Die Priester des Foe heissen Bonzen. Ihre Anzahl ist entsetzlich; sie beläuft sich im ganzen Reiche über eine Million, und diese ungeheure Menge lebt bloß von Almosen. Gleich den Mönchen aller übrigen Nationen verstecken sie, unter der Maske von Leibeskreutzigung und Eingezogenheit, abscheulich viel Stolz und Habsucht, Sie sind nicht verachtet, wie man behaupten wollte; ihr Oberhaupt gemeßt die größten Freyheiten: Wenn er zu dem Vizekönig einer Provinz kömmt, grüßt er ihn erst nachdem ihn jener bewillkomme hat, und setzt sich vor ihm nieder ehe es der Vizekönig besiehlt. Da Foe die Lehre von der Seelenwanderung predigte, vergaß er ja nicht, zu dem Be? fehl, die Thiere zu lieben, auch noch jenen beyzufügen, daß man die Mönche wohl haltet: und ihnen Almosen geben sollte: Diese zwey Gebote stimmen zwar ziemlich wohl zusammen, sind aber deswegen doch beyde gleich ungereimt und schädlich. Die Bonzen lassen sich das penese scheercn, tragen einen grauen Rock, und ver, yeyrathen sich nicht. Ihre Vorsteher haben eine wohl ausgedachte List erfunden, den Betrügereycn ihrer Untergebenen vorzubeugen, und sich reichere Almoscn zu verschaffen : Die Almosensammlcr müssen ein Verzeichniß bey sich tragen, auf daß jederman das Almosen, welches er giebt, mit eigner Hand aufzeichnet und mner? schreibt: Eine einträgliche Erfindung, welche die Eigenliebe allenthalben zwingt, sich freygebig zu zeigen. Die C'hfncstr sind hübsch gewachsen, stink und tapfer, wenn es bey einer Schlä-gerey nur Spaß gilt: Aber sobald aus der Sache Ernst wird, verschwinden alle ihre kleinen Kniffe; Furcht und Fcigherzigkeit überwältigen sie, und zwingen sie zur Flucht. Schon von ihrer ersten Jugend an üben sie sich, Lasten von hundert und hundert fünfzig Pfunden zu heben, bis sie dieselben mit ausgestrecktem Arm über den Kopf emporhalten können. Gegen sieben bis acht mit Erde gefüllte und an der Oberdecke des Zimmers hangende Säcke schlagen sie sich wacker herum: Sie stellen sich in die Mitte dieser Säcke, schaukeln dieselben und geben sich alle Mühe daß sie von keinem Stoß derselben getroffen werden. Noch kennen sie eine besondre An 3t ihre Muskeln steif zu machen ; dieß nennen sie sich abhärten, und bedienen sich dieses Kunstgriffes im Ringen wider ihren Gegner sehr wohl, indem sie den einem Schlag ausgesetzten Theil des Körpers, wie gesagt, steif machen, so daß jener mehr Schmerz empfindet welcher schlägt, als der welcher geschlagen wird. Doch, alles dieß flößt ihnen keinen wahren Muth ein. Sie sind äusserst schlechte Krieger, und werden stets von jeder Nation bezwungen werden die sie angreifen will. Keine ihrer Städte wäre im Stande eine Belagerung von drey Tagen auszw halten: Alle ihre Festungen sind beynahe rund und niedrig; die Mauern dünne, die Schießscharten ungleich, nur wie ein blosses Loch, so daß man den Kanonen uicht mehr als Einerley Richtung geben kann; und überhaupt taugt ihre Artillerie zu nichts weiter als zu Frcudenschiessen. Ihre Flinten fuhren noch Lunten; und so oft sie losbrenncn , wenden sie allemal den Kopf weg, sobald das Gewehr nach dem Ziel gerichtet ist. Im Jahr 1640. kam Lystsching an der Spitze einer Rauberbande, jagte den Kaiser vom Throne, ließ sich statt desselben als Monarchen ausrufen, und eroberte in wenig Zeit öas ganze Reich. Usankuei wollte seinen Beherrscher rächen, sammelte eine Armee, und zog gegen den Kronenraubcr zu Felde. Diese Nnruhen machten sich die Tataren zu Nutze: Ihr Anführer nahm Peking ein, und setzte seinen Neffen Schün-Tschi auf den Thron. Noch vor kurzem schlüge»; dreyßigtausend Barmans ein Heer von hunderttausend Chinesern. Mit Einem Wort, jedes Volk welches nur mit einer mittelmaßigen Macht in China eindringt, wird dieses Reich auch unterjochen. Die Chineser verstehen den kleinen Handel wohl, weil nicht viel Genie dazu nöthig ist. Sie haben eine einzige Münze aus schlechtem Kupfer, welche Rasche (^a^e) heißt, und in der Mitte ein viereckigtes Loch hat, das dazu diem, die, selbe an eine Schnur zu fassen. Noch haben sie eine andre idealise Münze Taele genannt, welche zehen Massen / oder 7. Livres 10. Sols französisches Geld gilt: D»e Masse gilt zehn Rondorins, der Rondorin zehn Rasches, und die Rasche lehn Hards. Die Laele dient zur Grundlage aller Rechnungen. 32 Die Chineser sind schelmisch, hochmüthig, frech und feigherzig. Zehn Europäer, nur mit Prügeln bewaffnet, würden ihrer tausend in die Flucht jagen; und eben weil sie diese ihre Schwache kennen, verstatten sie uns keine Freyheit. Wir haben uns allzusehr bloß gegeben, daß uns an dem Handel mit ihnen viel gelegen sey; und dieses unser Bestreben haben sie sich zu Nutze gemacht: Ueberdas macht die Furcht, ohne Ladung und Lebensmittel abreisen zu müssen, daß man selbst die Ehre seiuer Nation aufopfert. Welche Beschimpfung ist es nicht für die Britten, daß sie einen Matrosen bezahlen mußten, damit er statt seines Schiffkapitäns den Schabuk aushielt, weil dieser Offizier den Brand eines Chinesischen Fahrzeuges unmöglich verhindern konnte! Ist es aber auch nicht gleich schändlich für die französische Nation, daß ein Bedienter des Herrn Rot, Faktors der Kompagnie, statt seines Herrn drey Jahre gefangen sihen, und daß Herr Rot noch überdas viertausend Piaster zahlen mußte, weil er das Unglück hatte, unwillkürlicher Weise einen Chinestr auf der Jagd todt zu schiessen? *) 'y Man vergleiche mit diesem Kapitel den Artikel Sinestv in Schlözers Vorstellung der Unwersalhisiarie, H. Ausgabe, S. 1-2. n. f. A. d. Neb. Zwey- 33 Zweytes Kapitel. Von Pegu. ^Hur Zeit da sich die Portugiesen in dieser Gegend festsetzten, fanden sie dieselbe in zwey Königreiche eingetheilt: Die Abassys, welche in Europa unter dem Name der Peguaner bekannt sind, bewohnten das Reich Pegu ; und die Barmans das Reich Ava. Diese beyde Nationen lebten nicht lange in gutein Verständniß zusammen. Der König von Ava ward über den Handel seiner Nachbarn eifersüchtig, sammelte im Jahr l585 ein machtiges Heer, und kündigte ihnen den Krieg an. — Er überwand sie, brachte ihren Ksnig samt dessen ganzer Familie ums Leben , und wollte selbst den Namen ^egu gänzlich vertilgen. So vereinigte er beyde Staaten unter seine Herrschaft, die von nun an nur noch ein emziacs Reich ausmachten. Dieß erstreckt sich gegen Norden bis ^n China; gegen Osten gränzt es an Tonkin, Quinam und Cochinchina ; gegen Süden an das Königreich Siam; gegen Westen einestheils an das Meer, an dessen Küste es bis Schaügam hinläuft, und also anderstheils an Bengalen stößt. Im Jahr 1735 warfen die überwundenen Peguaner das Joch wieder ab, und rächten das Blut ihrer ehemaligen Beherrscher; schlugen den, Tyrannen mit seiner gam jen Familie ebenfalls zu Tode, und erwählten einen ganz neuen König, weil aus dem ehemaligen königlichen Stamme kein rechtmäßiger Prinz mehr übrig war. Dieser neue König brachte durch seine Standhaftigkeit das Reich wieder vollends zur Ruhe: Mu-thlg setzte er sich im Bcsih seines Thrones feste, rottete die Aufrührer aus, und beschäftig, te sich, durch Wiederherstellung der blühenden Handlung seinen Staaten neuerdings zu ih-rem ersten Wohlstand zu verhelfen. Er suchte die Europäer dahin zu ziehen: Die Engländer machten sich die Gelegenheit sogleich zu Nutze, und errichteten zu Groß-und Klein-Negrailles, zu Bakim an der westlichen Spitze der Küste von Pegu, und noch an mehrern Plätzen Faktoreyen. Um eben diese Zeit wurden die Holländer durch Allawerdikan, Nabab von Bens Men , aus Bankibazard verjagt, flüchteten sich nach Pegu , und wollten sich durch dle Gewalt der Waffen daselbst festsetzen ; aber sie waren zu schwach dieses Unternehlnen auszuführen, und wurden sämtlich niedergehauen. (11. Theil.) , E 54 Die Franzosen benutzten die,freundschaftlichen Gesinnungen des Königs von Pegu besser: Herr Düpleix, General, Gouverneur von Indien , schickte im Jahr 1751 einen Gesandten mit beträchtlichen Geschenken an denselben; und so erhielt er für die französische Nation die Einwilligung, eine Faktorey zu Siriam ") zu errichten, welche sie noch besitzen würde, wenn nicht folgende Revolution dazwischen gekommen wäre. Nach zwanzig friedlichen Jahren stiftete ein gemeiner Landmann eine Empörung an: Er war seiner Abkunft ein Barman , nnd hieß Alompra. Dieser hatte sich im Kopf gesetzt, an der Spitze seiner ihm untergebnen Ackersleute der Befteyer seiner Nation zu werden, und das Joch der Peguaner abzuwerfen. Sein Trupp war bloß mit Knut,-teln bewaffnet, machte aber doch einige glückliche Streiche. Der König von Pegu verachtete anfangs diesen Feind, und that ihm nur schwachen Widerstand; erfuhr aber bald, daß jeder Feind gefährlich sey. Der Anhang des Alompra verstärkte sich von Tag zu Tag, und war in kurzer Zeit bis auf zwanzigtausend Barmanen angewachsen, mit denen er die Hauptstadt des Reichs einnahm, wo er Waffen und Munition fand. Durch diese Eroberung angefeuert, ließ er sich als König ausrufen , schiffte mit erstaunlicher Schnelle den Strom hinunter , und lagerte sich zwo Meilen vor Siriam, an eben dem Platz wo er die Stadt Rangon gründete, welche nachher zur allgemeinen Handlungsniederlage ward: Er belagerte Siriam , und ließ sie nach der Einnahme ganz zu Boden reissen , um die Einwohner für ihre achtzehn Monat lange Gegenwehre zu bestrafen. Die Franzosen hatten mit Alompra einen Neutralitats? Vertrag geschlossen , den sie aber nicht hielten. Der König von Pegu begehrte Hilfe aus Pondischery : Man berieth sich lange darüber; und endlich schickte man ihm im Monat Julius 1756 auf den Schiffen der Fleißige und die Galachee etwas an Truppen und Knegsvorrath. Die Galathee kam zwar lange vor dem andern Schiff an den Ort seiner Bestimmung , konnte aber doch erst zween Tage nach Uebergabe der Stadt vor Siriam ankern; und der Kapitän fiel bald in eine Schlinge, die ihm Alompra gelegt hatte. Dieser, über die Franzosen aufgebracht, bemeisterte sich des Schiffes, ließ allen Offizieren und 5e»N H) Eine Stadt in Pegu, wo die Europäer ehedem hin handelten. Sie steht iht nicht mehr; aber der Fluß an dem sie gelegen war, heißt noch der Giriam, von dem auch die schönen Siriamschen Granatsteine den N«men haben, obschon man sie irriger Weise Syrische GMatm nennt. Z5 Agenten der Nation die Köpfe abschlagen, und behielt die Matrosen und Soldaten als seine Gefangne. Der Fleißige, welcher unter Wegs auf den Nikobardischen Inseln einlaufen mußte, kam erst sechs Wochen nach der Galachee an seinen Ort: Der Kapitän desselben war behutsamer; er lief mit vieler Vorsicht in den Strom ein ; und wie er das Unglück seiner Landsleuie vernahm, gieng er wieder nach Pondischery zurück. Alompra bediente sich der auf dem Schiff Galathee erhäschten Munition und Soldaten sehr wohl; versprach diesen letztem hübsche Belohnungen , und blokirte den König von Pegu in seiner Hauptstadt. Diestr hielt die Belagerung bis auf den Monat Mai im I. l?5? aus, wo er sich endlich ergeben mußte. Der Sieger bediente sich einer besondern Ast / um ihn aus der Welt zu schaffen. Es war eine alte Weißagung in den Iahrbü-Hern des Landes verzeichnet, daß derjenige , welcher auf die Pagode zu Rangon eine Krone setzen würde, alle seine Feinde überwinden , und für den mächtigsten aller Könige erkannt werden sollte. Alompra ließ also eine goldne Krone mit Diamanten und Rubinen verseht machen, die so schwer war als er, seine Frau und seine Kinder: Diese setzte er in Gegenwart des gefangenen Königs aus die Kupol der Pagode, und fragte dann je« nen, ob er ihn für seinen Herrn erkenne ? Der König antwortete mit Nein! Hierauf ließ ihm der Empörer das Haupt abschlagen. Wahrend diesen Unruhen befestigten die Engländer ihre Besitzungen zu Bakim und Negrailles: Da sie die einzigen Europäer waren , welche aus den Einfall geriethen, Festungen zu bauen, wurden sie dem neuen König verdächtig, und er griff sie einigemal mit semen Barmanen an; ward aber allemal zurückgeschlagen. Endlich führte er die gefangenen Franzosen gegen die Britten, und jagte sie damit gänzlich aus seinem Reiche. Bekanntlich sind Elend und Entvölkerung d» unausweichlichen Folgen des Kriegs. Wie Alompra die Früchte seiner Bemühungen genießen wollte, sah er mit Verdruß, daß er weiter nichts als eine Wüste zu beherrschen hatte. Diese Leere auszufüllen, wußt' er kein ander Mittel, als Siam zu erobern, und^n seine alten Staaten die neue Nation zu verpflanzen, die er sich durch diese Eroberung nnterwürfig machen würde. In dieser Absicht zog er mit vierzigtausend Mann gegen Siam, und eroberte auf seinem Marsch Tawaye, Tennasserm und Mergi. In wenig Zeit drang er bis Siam vor, bela-gerte es, und würde es ohne Zweifel erobert haben, wenn ihm mcht die BeschweNichkei 3b ten einer langwierigen und mühesamm Belagerung eine Dyffenterie zugezogen hätten, an der er im Monat September 1760 im fünfzigsten Jahr seines Alters verstarb. Seim Söhne, welche ihn auf diesem Feldzuge begleitet hatten , ließen seinen Körper einbalsamiren,, und mit allem ihm gebührenden Gepränge nach Pegu bringen. Der älteste davon, Namens Aandropa, ward zu seinem Nachfolger erklärt. Er war ein friedliebender Mann, und beherrschte sein Volk ziemlich weise; aber nach fünf friedlichen Jahren starb er ohne Erben, und das Reich fiel an seinen Bruder Zekinmedu. Dieser dachte eben so wie sein Vater: Er sieng den Krieg mit Siam neuerdings cm, und brachte ihn so glücklich zu Ende, als muthig ih„ ft,« Vater angefanaen hatte. Siam ward erobert, und der König mit seiner ganzen Familie zu Gefangnen gemacht. Dieser unglückliche, seiner Staaten beraubte Fürst ist noch heut zu Tage das rührendste Beyspiel von den unstaten Launen des Glücks: Seine Hände, die ehedem das Zepter führten, mußten sich zu den niedrigsten Arbeiten abhärten : Aller seiner Güter beraubt, lebt er itzt im äussersten Elend , und scheint von seinem Ueberwinder nur in der Absicht mit dem Tode verschont zu seyn, damit er sich desto heftiger nach demselben sehne. Nachdem Zekinmedu einige Millionen gefangener Siamer in seine ältern Staaten versandt hatte, unterjochte er die Kassayer, und kündigte auch den Chinestrn den Krieg an, die ihm aber bald ein Heer von hunderttausend Mann entgegenstellten. Zekinmedu hatte nur dreyßigtausend ; aber er griff die Ehmeser damit so wüthend an, daß er sie bald in Unordnung bracht, und stchszigtausend davon zu Gefangnen machte, web che er sämtlich in die Gegend um Ava versetzte, wo sie das Feld bauen müßen. ^Ungefähr um eben die Zeit, nämlich im Jahr 1769, suchte die Ostindische Kom? pagnie bey ihm um die Einwilligung an, ihre Handlung in Pegu wieder auf den ehemaligen Fuß setzen zu därfen. Der Fürst nahm den Deputirtm der Kompagnie mit vieler Achtung auf, gab ihm die glänzendsten Beweise seiner Zuneigung für die französische Nation, und schickte ihn mit folgendem Brief an den Rath von Pondischery zurück: „ Ich Kaiser von Ava, König der Könige und aller Mächte, thu Euch zu wissen, ,, daß ich den Brief von Euerm Gesandten , Herrn Faraud, samt den überschickten Ge-„ schenken erhalten habe. Die Geschenke sind ein Stück von rothem Sammet, ein „ anderes von schwarzem , und ein drittes von gelbem; fünf Stücke von Gold-und Sil-» berstoff; zwey Päckchen goldne, und zwey Päckchen silberne Galonen; achthundert 37 n achtzig kleine Messer; eine Flinte mit doppeltem Laufund mit Gold eingelegt; fünft 5. hundert fünf und zwanzig andre Schießgewehre, zweyhundert sechs und achtzig Kcr-„ nonkugcln; achtzehnhnndert Flintenkugeln; hundert gefüllte Grenade«, ein Faßchen „ Flintensteine, und zehn Faßchen Pulfer. Auch hab' ich den Brief erhalten, den „ mir Euer Gesandter übergeben, und mein Sklave Milard verdollmetscht hat"). Ich „ habe Euern Gesandten m meinen goldenen Pallast aufgenommen. In Betreff Eurer » Gesuche, kann ich euch die Insel Mulke nicht einräumen, weil es ein verdachtiger ,> Ort ist. Auch will ich Euch die fünf Franzosen nicht wieder ausliefern : Ihr sprecht u mir etwas von ihrer Bezahlung, und verlangt jemanden der ihre Rechnungen ah, ,, schliesse; ich überlasse dieses dem Gutbefinden des Milard. Ich befreye Euch von ,> allen Abgaben, und lasse euch in Euerm Handel ungestört. Ich räume Euch del, " südwärts von Rangon gelegenen Plahein, welcher Mangthü heißt; auch eineStre-" cke Landes längs dem Fluß hin, welche fünfhundert Thas "") lang und zweyhundert " breit ist, und die der Statthalter von Rangon wird ausmessen lassen. Alle französi-" sche Schiffe, welche im Hafen der französischen Besitzung einlaufen werden, müssen " die Rechnung ihrer Waaren und übrigen Güter dem Statthalter von Rangon ein, " lieftm, damit ich sehe, was ich für Geschenke fordern müsse, um mich für die er? » lassenen Abgaben zu entschädigen. Auch dürst Ihr ohne meine Erlaubniß keine Kriegs-,, Munition in meinen Staaten verkaufen. Dieses alles zu befolgen, werd' ich meme " Befehle an den Statthalter von Rangon senden. Wenn Französische Schiffe an-» langen, wird er au Bord kommen, und sie visitireu; und sobald die Waaren in den ,, Magazinen sind, wird er solche versiegeln. " ^ Schiffe welche auf der Französischen Besitzung landen, müssen ihr Steuer? " ruder an's Land bringen. » ^ch sende Euch Euern Gesandten mit dem Vertrag, den ich mit ihm geschlossen.,, Gegeben den 12. Mondotag, des Monat Rschug, 11 z 2. ") Herr Milard war als Freywilliger auf der Galnthee mit nach Pegu gegangen. Er hatte das Glück dem Schicksal seiner übrigen Landsleutc lu entkommen, und gewann sich sogar die Freundschaft des Äomgs, der ihn zum Obcrstausschcr seiner Artillerie, und zum Kapitän seiner Leibwache .nachte Er Gou^ ""'^Me" Gelegenheiten den 5ran;°sen wichtige Dienste; besonders dem Herrn von dic ^m ose?"'"'1?7^"^^ '"" """'""b be« «muhen von 1775. daselbst war; wobep man ") Dn^" "5''b«cht hatte daß sie die Nebellen unterstützten. Er Mb im Jahr ,78. -> ^n Chas enthalt zehn und einen halben Fuß. -"/.«. Is Die Indische Kompagnie erhielt also eine beträchtliche Besitzung benRangon, mit dem Recht ihre Magazine daselbst anzulegen, und die Französische Flagge aufzustecken: Sie war die einzige, welcher der König von Pegu jemals die leht genannte Freyheit zw gestanden hatte. Die Engländer, Holländer und Armenier konntm sie nie erhalten. Aber die Kompagnie wußte diese Vortheile nicht genugsam zu benutzen; und daher sind die Franzosen/ welche itzt nach dieser Gegend handeln, nicht mehr von den übrigen Nationen unterschieden: Der König hält sie gleich allen andern für seine Sklaven / sobald sie einen Fuß in sein Land setzen. Die Siamer blieben nicht lange Unterthanen der Barmanen. Jene, welche sich, um der Sklaverey auszuweichen, in die Wälder geflüchtet hatten, versammelten sich, erwählten einen König, der von Chinesischer Abkunft war, rückten unter seiner Anführung zu Felde, und jagten die Peguaner samt den Barmanen aus Siam. Der Kö-mg von Ava wollte sie zum zweytenmal unterjochen, und versammelte in dieser Absicht »m Jahr 1775 ein zahlreiches Heer, das aus Peguanern und Barmanen bestand. Die erstem, welche an der Zahl stärker waren, empörten sich, hieben den größten Theil der Barmanen in Stücke, und rückten gegen Rangon; aber es fehlte ihnen an guten Anführern. Ihre ganze Unternehmung lief darum fruchtlos ab, und sie verur-sachten keine neue Revolution. Zekinmedu stellte die Ruhe seines Reiches bald wieder her, und starb darauf im folgenden Jahre. Zufolge dem Testament des Alompra, soll? ten ihm seine Brüder in der Regierung folgen; aber Zekinmedu ließ einige Zeit vor seinem Tode seinen ältesten Sohn zum König erklären, der auch in seinem zwey und zwanzigsten Jahre den Thron bestieg. Um alle Weitläufigkeiten mit seines Vaters Brü-dem zu vermeiden, ließ er sie sämtlich, fünf an der Zahl, hinrichten; das gleiche that er an seinen Brüdern und allen Herren des Hofs welche ihnen zugethan waren. Durch diese abscheui liche Mordthaten sitzt er itzt ruhig und friedlich auf seinem mit Blut bespritzten Throne. Die Peguaner und Barmanen sind nicht in Stämme oder Zünfte eingetheilt, — Sie haben alle einerley Religion, welche »in ihrem Anfang die der Bramanen gewesen zu seyn scheint: Die Grundlage davon ist die Seelemvandcrung; aber sie haben dieselbe so sehr vernnstaltet, daß sie alle Arten von Thieren essen; selbst die Ochsen, obschon sie keinen todten. Ihrer vornehmsten Götter sind sieben, davon sich die fünf erstern schon verkörpert und auf der Erde gelebt haben, mn den Menschen die Tugend kennen zu lehren. Die zween noch übrigen sollen einst die glücklichen Zeiten der er,' sten Weltalter wieder auf die Erde bringen. Indessen beten sie eigentlich nnr Einen an, welcher Godeman heißt: Er ist der letzte aus den schon verkörperten, und scheint mit dem Wischen« Einerley Gottheit zu seyn. Die heiligen Bücher geben die Zeit seines irdischen Lebens nicht an: Sie sage« nur, daß er bey seinem Tode versprochen habe, er wolle seine unendlichen Gnaden sechstausend Jahre lang allen jenen ertheilen, welche ihn anrufen würden. Um diese Gna-den zu verdienen, gehen die Peguaner und Barmanen genau alle Wochen einmal in ftü ne Pagode; singen daselbst an den Festtagen ihm zu Ehren Lobgesänge, brennen Wachslichter vor seinem Bilde, und opfern ihm Fleisch, Fische, Gemüse, und gekochten Neis; welches alles den Hunden und andern Thieren, die ungehindert zur Pagode eins und auslaufen, zur Beute wird. Ihre Tempel haben einen anständigen Schmuck: Sie füllen dieselben nicht mit ärgerlichen Bildern aus, wie die Indier auf Koromandel, Malabar, und in Bengalen. Die Peguaner bezeugen eine ausserordenliche Verehrung gegen den Tempel Relkel, nahe bey Siriam, und die Barmanen gegen den Tempel Digon, nahe bey Rangon. Dieser letztere ist auf eine sonderbare Art gebaut. Er läuft kegelförmig in die Höhe, und hat weder Thür noch Fenster. Durch eine Oessnung an der höchsten Spitze desselben, woraus die goldne Krone ruht, welche Alompra dahin gesetzt hat, werfen die Fürsten, die vornehmen Herren und das Volk die ungeheuern Schätze hinunter, welche sie als Opfer dahin bringen. Der hier angehäufte Schah muß einer der reichsten auf dem ganzen Erdboden seyn, wenn nicht etwa die Barmanen das Mittel ausgefunden haben, ihn durch einen unterirdischen Gang zu plündern. Vermöge einer unmenschlichen Gewohnheit, werden bey dem Ban jeder Pagode die Leute, welche am ersten Vorbeygehen, in die Grundlage derselben geworfen. Diese abscheuliche Zeremonie ist überdas noch sehr allgemein, weil diese Völker fast all ihren Reichthum auf dergleichen Gebäude verwenden; welches nach ihrer Meynung eine sehr verdienstliche Sache ist, eben so, wie wenn man einige Baos *) stiftet, oder zum Leichen-gepränge ihrer TalapoinS etwas beyträgt, die mit vielen Pracht verbrannt werden. __ ") Eiue Art von Klöstern. 4 man diesen Reis kocht, löst er sich auf, und wird zu Gallerte. Die Peguaner haben weder Tuch-noch Seiden-Manufakturen, und verfertigen bloß einige Baumwollen-Zeuge zu ihrem Gebrauch. Die übrigen Produkte sind Indigo, Kaschu (Japanische Erde), Hclfenbein, Fischthrans!, Baum - und Erdpech. Die Pferde sind auserlesen schön; die Elefanten und Büffel entsetzlich groß, so wie auch die Ochsen nnd Schafe, deren das Land eine grosse Menge hat. Der vortheilhafteste Handel Ware mit Salpeter, welcher daselbst eben so gemein ist wie in Bengalen; aber er ist sehr scharf verboten, und der König hat bisher noch nie die Ausfuhr desselben bewilliget. Für den Französischen Handel würde es schr zuträglich seyn, wenn die Nation ihren Verkehr mit Pegu wieder auf den ehemaligen Fuß setzte: Aber diese Sache hangt von dem Glück ihrer Waffen auf der Küste von Indien ab, und kann erst ausgeführt werden, wenn die Europäischen Mächte wieder unter sich Friede haben. ''') Der gclchrtc Naturforscher, Hcrr Rome de!'I«le, hat mich versichert, daß alle diese feine orientalische Steine von einerley G.UNmg zu seyn scheinen, weil sie einerley Krystallisation, Echwrre und .yättc haben; und daß die Verschiedenheit ihrer Farbe nur von den verschiednen Thcischcn abh.mgc. wclchc sie gefärbt haben. Nach dieser Bemerkung haben also die Pcguam'r nicht ganz mirccht, nmm sie alle diese Steine Rubine heisscn. 46 Drittes Kapitel. von der Insel Madagaskar. c^Hch bin nicht im Stande eine allgemeine Beschreibung von Madagaskar zu liefern. Die Grösse des Landes und die Verschiedenheit seiner Gegenden ersoderten zu solch einem Unternehmen einen sehr langwierigen Aufenthalt daselbst. Nebst dem würden die entgegengesetzten Landesregierungen und die unaufhörlichen Kriege alle Reisen und Unten suchungen des Beobachters vereiteln. Ich will also nichts anders anführen, als was ich selbst habe erfahren und untersuchen können. Noch bis ,,'tzt sind wir auf dieser Insel eben nicht sehr glücklich gewesen : Einigemal haben wir unsere Faktoreyen selbst verlassen; oft sind wir auch daraus verjagt worden. Es ist sogar noch eine Frage, ob wir uns wohl jemals daselbst auf eine dauerhafte Art werden festsetzen können; denn die Bewohner der Insel wollen mit Gelin-digkeit behandelt werden, und die Franzosen scheinen sich nicht daran gewöhnen zu können, Geschöpfe, deren Haut schwarz ist, für Menschen zu hallen. Ehe die Madegassen mit uns bekannt wurden, lebten sie in jener behaglichen Unwissenheit von Laster oder Tugend, die sich nur bey der Unschuld der ersten Menschen finden kann. Sie wurden mit uns bekannt; und nun folgten sie bald dem Beyspiel einer Nation, die, ihrer Meynung nach, aus der Sonne herunter gestiegen war y, ihnen Gesetze zugeben. Aber wir steckten sie nicht ungestraft mit unsern Lastern an : Wir waren die Stifter ihrer Verdorbenheit, und auch die ersten Schlachtopfer derselben; sie lernten von uns Ranben und Morden, und bedienten sich dann dieser Künste gegen ihre eigne .Zerren. Wir kennen nur die östliche Küste von Madagaskar, deren beträchtlichere Haftn das Fort Dauphin, Tamakawe, Foule pointe, die Insel St. Marie und der Haftn Choiseuil in der Bay von Antongil sind. Die westliche Küste wird nur sehr wenig be- ") Noch che die Europäer auf den Küsten von Madagaskar landeten, glaubten dic Madegassen schon, daß sie einst von den Kindern der Sonne müßten überwunden werden: Da mm die Franzosen dchin kamen und sich fcsMten , sahen sie dk Insulaner für eben djcst ihnen angekündigten Kinder der Sonne an, und liessen sich von denselben uutchochen. 4? sucht, weil die Bewohner derselben allzu grausam sind; daher ist sie auch wenig bekannt. Es giebt dreyerley sehr von einander unterschiedene Menschengattungen auf Madagaskar. Die erste Art ist sehr schwarz, und hat kurze krause Haare: Dich Leuthe. scheinen die einzigen Eingebohrnen der Insel zu seyn. Die von der zwoten Art bewohnen einige Provinzen im Innern des Landes; sie sind braungelb, haben lange.fiache Haare, heiffen Malamdus, und sichren mit der erstem Race bestandig Krieg: Alls der Insel France achtet man sie weniger als diese, weil sie nicht so stark zur Arbeit, uud überhaupt sehr träge sind : Uebrigens sehen sie in ihren Gesichtszügen den Malaien ziem, lich ähnlich. Die dritte Art wohnt in der Nachbarschaft des Fort Dauphin und an einigen Gegenden der westlichen Küste. Diese stammen von einigen alten Arabern her, welche sich nach einem erlittenen Schiffbruch auf dieser Insel niederließen: Sie haben "och das Aussehen und gewisse Gebräuche ihrer Voreltern unter sich erhalten, von denen ihnen aber nichts mehr bekannt ist; bloß behaupten sie, daß sie keine Eingebohrne die? ser Insel seyen, und halten sich für Kinder des Meeres, weil es ihre Vorväter in diese Gegend geworfen hat. Sie schreiben die Sprache der Madegassen mit Arabischen Ka-raktern anf schlechtes Papier, das sie sich selbst aus dünner Baumrinde machen, und welches Fmasche heißt; sonst schreiben sie auch auf Blätter dcs Ravenala ') mit dem Grabstichel wie die Indier: Die auf das Blatt gegrabne Karaktere sind anfangs kaum merkbar, werden aber allmählig sehr schwarz, wenn das Blatt vertrocknet. Diese "Ute sind auf der ganzen Küste als Gelehrte verehrt: Man läuft allemal zu ihnen , wenn man irgend eine innerliche Aeugstigkeit verspürt, Opfer verrichten, oder das Loos zlchen will. Sie haben das ausschließende Recht, die Thiere zu todten, an sich ge--rächt: Ein Madegasse, der in ihrer Provinz eine Henne erwürgte, würde dadurch ein grosses Laster begehen : Selbst jeder durchreisender Fremder, welcher etwas vom Geflügel essen will, schickt nach einem Einwohner, damit er demselben den Hals abschneide. Dieses Vorrecht verlieren aber alle, welche Schwcmfteisch essen; denn sie verabscheue» diese Thiere so sehr, daß sie solche nicht einmal in ihren Dörfern leiden. ------------------------ ^ ") D'eß 'st ei>l Baum von der Gattung der Must, dessen Blätter und Früchte deneu dcs Pisang ziemlich ay'Mch scheu. S. den UrtiM vvn den Pflanzen, im V. Vuch. 43 Man will behaupten, daß sich im Innern der Insel eine weisse und zwergenamge Nation aufhalte, die, fast wie die Hottemotcn, nnter der Erde lebe: Sie soll sehr arbeitsam seyn, keine Gemeinschaft mit ihren Nachbarn haben, ans Nacht Tag, nnd aus Tag Nacht machen, nnd alle Menschen opfern, welche bis zn ihren Wohnungen vor^ dringen. Ich wage es nicht, die Existenz dieses Völkchens zu verbürgen. Zwar hab ich im Fort Dauphin ein Mädchen von dreyßig Jahren gesehen, die man als eine Per-son von jener Nation ausgab ; wenigstens hatte man sie als eine solche vor den Herrn von Modave gebracht: Sie war ziemlich weiß, und nur vierthalb Fuß hoch; aber ohne Zweifel bloß eine ganz ausserordentliche Erscheinung; denn, wenn dieses Völkchen wirklich vorhanden wäre, würden wir sehr wahrscheinlich einige solche Leutchen auch auf unsern Fakwreyen gesehen haben. Die Kleidung der Madegassen ist bloß eine drey Ellen lange Schürze y, welche sie über die Schulter werfen, so daß beyde Enden vorne hinunter hangen: Die Vornehmern tragen dieselbe aus Seide oder Baumwolle, an dem Saum mit Franzen und gläsernem oder zinnernem Spielzeug besetzt; und das Hanpt bedecken sie mit einem Kappchen aus Binsen. Die Weiber bekleiden den untern Theil des Leibes mit drey bis vier Ellen blauer Leinwand welches die Dienste eines Nnterrocks thut; und unter demselben tragen sie dann noch der Reinlichkeit wegen ein grösseres oder kleineres Stück weisser Leinwand: Ucberdas haben sie noch eine Art von Wämschen oder Halbhemd aus blauer Leinwand, das aber nur bis an die Hälfte des Busens hinunter reicht, und welches vorne statt der Agraffen mit einigen Zoldnen oder silbernen Platten geschmückt ist. Sie tragen auch Ohrgehänge, silberne und gläserne Armbänder, und am Halse aoldne oder silberne Ketten, die im Lande selbst verfertigt werden. Aus Foulcpotttte «ahren sie sich von Rcis, den sie mit Fischen, oder Zcrschm'ttmen und im Wasser gekochten Hühnern essen; die Brühe würzen sie mit einigen Blättern von Ravensara '"') und etwas wenigem Meerwasscr, weil sie das Salz nicht kennen. Im --') Sie besteht aus Zcug, der aus den Blattern des Naphia odcr Muphia, cincr Art von Palmbaum, ver-fertigt wird, welchen ich mit dem Sagu auf den Molukttn für Lmerley Vainn halte. In Europa si.^d diese Zeuge unter tmn Name der Vaumrmdcnzeugc bekannt; und cmigc davon sind feiner a's unsre schönsten Kamelöle. "") S. die Beschreibung dapon unter d?m Artikel von den Ulanzcn, im V. Vucb. 4y Im Innern der Insel nehmen sie dafür die Blätter des so genannten Galzdaumes. Statt Tischtuch und Schüsseln bedienen sie sich der Blatter vom Pisang, auf deren eine Ecke sieden Reis, und auf die andre das Fleisch legen: Zum Reiseffen nehmen sie auch ein Stück von einem PisanMatt das wie ein kleiner Trichter gebogen ist, womit sie dann etwas Brühe auffassen. Nach dem Essen trinken sie allemal nur solches Maß ser das in dem Geschirr aufgesotten hat, worin man ehevsr den Reis gekocht, und an dessen Boden sich eine sehr dichte Kruste angesetzt hat; welche Vorsicht in diesem Lande wohl angebracht ist, wo das Wasser überhaupt sehr schlecht, und fast alles mit Seewasser vermischt ist. Die Häuser dieses Volks haben alle nur ein einziges Gemach, in dem die ganze Familie schläft, und dessen Zimmerwerk aus dicken in die Erde gesteckten Pfählen besteht: Dle Wände sind aus zusammengesetzten und an Latten von Bambusholz gehefteten Rib-bm von Blattern des Navenala verfertigt und inwendig mit Binsenmatten behängen. Das Dach ist mit Ravenala-Blattern gedeckt deren Ribben nahe an einander stossen, welches eine sehr feste Oberdecke giebt. Der Fußboden ist gewöhnlich einen oder zween Fuß hoch erhaben; er ist aus starken Bambushürden geflochten, und ausser einem Winkel, darin der zum kochen bestimmte Hecrd stcht, allenthalben mit Matten bedeckt. Zur Bewahrung ihrer Gesundheit unterhalten sie unausgesetzt, auch während der Nacht, Feuer dann. Dle Wohnungen der Landeshäupter sind um nichts besser: Der einzige Unterscheid »l)t m einer Umzämmmg von Palissaden mit einem über das Haus emporragenden Mast " Vorderseite, an dem die Hörner aller Ochsen hangt», die man bey den öffentlich" Festen geopfert hat. ^lhr Hausgerache besteht in etwas irdenem Küchcngcschirr, in Bambus oder Kür-On zum Wasserschöpftn, und einigen kleinen Binsenkörben darin sie ihre Schürzen verwahren. ^he sie mit den Europäern besannt wurden, hatten sie keine andere Waffen, als «e SaZaye, eine Art von Wurfspieß, der fünf bis sechs Fuß lang und an beyden Enden mit Eisen beschlagen ist, den sie auctz mit vieler Geschicklichkeit zu werfen wis- sin; allem, seitdem wir Europäer mit ihnen in Unterhandlung sichen, führen sie auch Flumn, Pistolen und Säbel. <". Theil.) G 5" Die Künste sind in schlechtem Znstande. Die Weiber in den südlichen Provinzen verfertigen Kleidungsstücke aus Baumwolle und Seide; und die in dem nördlichen Theil machen eben dergleichen aus Raphia-Blattern. Ihre Werkstühle sind sehr einfach, und besteben bloß aus vier in die Erde gesteckten Pfählen. Es giebt Goldarbeiter und Schmiede daselbst, welche Ketten und verschiedne andre Sachen verfertigen, die sie aber nicht zu poliren wissen. Die Blasebälge deren sie sich bey ihrer Feueresse bedienen, ' bestehen aus zween hohlen zusammengebundenen Baumstrunken; unten daran sind zwo eiserne Röhren, und inwendig in jedem Baumstrunk ein statt des Wergs mit Raphia umwundener Pumpestempel: Der Lehrpursche welcher die Maschine in Bewegung setzt, stößt wechselweise den einen Stempel hinein, wahrend daß er den andern emporhebt. Sie haben es zwar so weit gebracht, daß sie alle zu einer Flinte gehörigen Stücke machen können; aber das bohren des Laufes war ihnen bisher noch immer unmöglich. Der Ackerban ist noch eben so unvollkommen als die Künste. Sie haben weder Gärten uoch Obstbaume. Die nördlichen Bewohner der Insel pflanzen bloß den zu ihrer Nahrung nöthigen Reis; und da dieser in den südlichen Gegenden nicht gedeiht, bauen die Bewohner derselben, statt des Reises, Hirse. Sie ackern das Feld nicht, sondern verbrennen nur die im Sumpf wachsenden Kräuter, und säen dann beym Anfang der Regenzeit ihren Reis. An vielen Platzen geben sie sich nicht einmal die Mühe zu säen , sondern lassen einige Aehren auf ihren Stengeln stehen, von denen dann die Kör-ner nbfallen, und so neuerdings aufwachsen. Die Aerzte stehen auf dieser Insel in grosser Achtung : Ihre ganze Wissenschaft schrankt sich indessen darauf ein , daß sie einige aromatische, stopfende und reinigende Pflanzen kennen, aus denen sie gewöhnlich ein Gemengsel unter das Getränk oder in die Bader des Kranken machen; aber man beruft sie nur in den schwersten Krankheiten, und wenn man schon alle allgemeine jederman bekannte Heilsmittcl erschöpft hat, welche darin bestehen, daß man eine Art von grosser Erbse mit etwas wenigem Kalk zerstoßt/ und ein Pflaster daraus macht das man über den leidenden Theil auslegt. Wenn die Krankheit ernsthast wird, stecken sie irgend einen Baumast, der seine Blätter noch hat/ über die Hausthüre des Kranken, und Verschlüssen dieselbe mit einem in cm Dreyeck gezogenen Faden, mittels eines in die Erde gesteckten Stockes. Dieß ist ein Zeiche" für die Freunde des Hauses, daß sie nicht wie gewöhnlich dasselbe besuchen dürfen, und 51 daß die Thüre nur für den Arzt und die zur Bedienung des Kranken nöthigen Leuche offen siche. — Der Arzt macht dem Kranken Umschläge, und befiehlt ihm sirenge Diät; manchmal nimmt er anch die Aderläße vor, aber nur in der äussersten Noth. Findet er diese Operation wirklich nöthig/ dann unteruimmt er sie an allen Theilen des Leibes, besonders an dcm, welchen er für den Sitz des Schmerzes ansieht. Erst setzt er ein Ochscnhorn an dessen weitern Ende auf den schmerzhaften Fleck, und pumpt dann mit dem Munde durch ein kleines an dem andern Ende angebrachtes Löchelchen, um das Blut auf jenen Fleck hmzuzichn: Darauf nimmt er ein schlechtes Messer dessen Spitze rückwärts gekrümmt ist, macht einige Schröpfössnungen, und seht das Horn neuerdings an. Wird es mit der Krankheit gefährlicher, dann verrichtet man Opfer, und schlachtet Ochsen, welche man unter die Nachbarn austheilt, uachdem man zuvor bllemal dm Antheil für die wohlthätige und übelthätige Gottheit davon genommen hat: Die Hörner jener «Ochsen werden auf einer Stange vor der Hausthüre aufgehaugcn. Wenn der Kranke stirbt, und ein reicher Mann ist, so sängt man die Opfer wieder von vorne an, und seht sie so lange fort, bis der Todte begrabe,, ist, welches etliche Tage lang -ansteht. Während der Nacht löst man einige Flmttnschüße vor dem Haust, um vie bösen Geister zu vertreiben; darauf legt man den Verstorbnen m seiner schönsten Kleidüng in einen hölzernen Sarg, und begräbt ihn ausser dem Dorfe: Ueber dem Grab selbst errichtet man eine Hütte, vor welcher mau an eiuer Stange die Hörner aller bey seinem Tode geschlachteten Ochsen aufhangt. Wenn der Todte mit einigen ansehnlichen Familien verwandt ist, welche von dem Ort des Begräbnisses entfernt leben (denn alle grossen Familien haben eigne Grabmäler), so trägt man ihn nach Verrichtung der Opfer mit grossem Gepränge zn ftinen Anverwandten ; und dort werden die nämlichen Zeremonien neuerdings einige Tage hindurch vorgenommen, bis man ihn endlich in dem Begräbmß ftincr Voreltern beyseht. Die Madcgasftn haben eigentlich gar keine Religion. Doch erkennen sie zwey Grundwcsen, davon das eine gut, das andere böse isi: Das erste nennen sie Ianhar, welches Grosser Gott oder Allmächtiger heißt. Diesem errichten sie keine Tempel, stellen chn unter keinem sinnlichen Bilde dar, und verrichten keine Gebete zu ihm, weil er ohnehin gut lst; doch bringen sieihm Opfer. — Fürdiesesbe- halten sie allemal einen Theil der Opfer zurück, welche sie dem andern schlachten. 52 Sie glauben, daß die Menschen nach dem Tode böse Geister werden, die ihnen manchmal erscheinen, und im Traum mit ihnen sprechen. Den Lehrsatz von der Seelew Wanderung kennen sie nicht, glauben aber doch, nach den verschiednen Karaktcren der Menschen, daß gewiße Seelen in den Körper eines Thieres oder nner Pflanze versetzt werden; und weil sie einst auf dem Grabe eines grausamen und blutdürstigen Königs, welcher, um das Geheimniß der Zeugung auszuspähen, mehrer« schwangern Weibern den Bauch hatte aufschneiden lassen, einige Schlangen sahen, glaubteu sie, die Seele desselben sey in den Körper jener Thiere gewandert. In der Bay von Antongil tragt man grosse Ehrfurcht vor einem Badamier, weil er aus der Asche eines wohlthätigen Königs aufgewachsen seyn soll. Einige dieser Insulaner heissen sich Muselmänner, ob sie schon nicht das geringste von Mahomcd wissen; und dieß bloß darum, weil sie mit Arabern handeln, die ihnen das Geld wieder abnehmen, welches ihnen die Franzosen alljährlich für die Sklaven, Ochsen, und zwo oder drey Millionen Scheffel Reises bezahlen: Diese so genannten Mul selmänner verbinden mit ihrer Mahomcdanischen Lehre noch den ausschweifendsten Aber-alaubcn. Sie werden schon in ihrer Kindheit beschnitten: Diese Zeremonie wird nur alle drey Jahre vorgenommen, und ist allemal ein grosser Festtag, an dem man die Kinder in der ganzen benachbarten Gegend zu dem Ende zusammenholt. Der oberste Befehlshaber läßt einige Ochsen schlachten, und den Tok ') herbey schaffen: So lange nun dieser Vorrath dauert, ist das Fest sehr glänzend; aber sobald nichts mehr zu trinken da ist, geht jeder wieder in sein Dorf zurück. Die Bewohner von Madagaskar halten, wie beynahe alle ungesittete Völker, die Finsternisse ftir Vorboten irgendeines grossen Unglückes; haben aber dabey den Trost, daß sie glauben, dasselbe könne nur vornehme Leute treffen. Bey der Geburt ihrer Kinder beobachten sie die Vorbedeutungen; und wenn diese nicht aünstpg sind, setzen sie die Kinder in die Wälder den wilden Thieren aus. Aus der Zeremonie, welche sie verrichten so oft sie eine Reise lange der Küste hin machen, sollte man fast glauben als ob sie das Meer anbeteten. Es ist dieß eine Art «) Ein Getränk aus Zuckerrohr,' das mit Vela i ape vermengt wird, dessen Eigenschaften mit dene» des Simaruba einerley si-nd. Noch machen sie eine Art sehr starken Reißbrandtmejn, der so hell n>K Quellwasser ist. 53 von Segen, den sie ihrem Fahrzeuge geben: Der Steuermann faßt in ein Stück von Ravenala? Bl , ge. Es sind ungefehr zwcytaustnd Stück Hornvieh darin, und drcytauscud Menschen, wclche durch acht Fürsten, Zaphe-Rann, genannt, beherrscht wcrdcn. Diese Könige sind Eingebohrne des Landes, und fast immer mit den Zaphe-Raminies im Streite, weil sie dieselben als fremde Kroncnräuber betrachten; auch sind sie wegen ih-. rer verrätheristhcn Gemüthsart von allen ihren Nachbarn gefürchtet. Längs den Küsten von Manatinge und Matalan prellt die See so heftig gegen das Ufer, daß selbst die inländischen Kahne nur bey schönem Wetter landen. Die Provinz Anossie, in der das Fort Dauphin liegt, gränzt gegen Osten an die See, nud gegen Westen an eiue Bergkette. Die Sceküste ist allenthalben mit leichtem trocknen Sande bedeckt, der ganz und gar keines Anbaues fähig ist, und nichts als einige kleine Gesträuche sann etwas dürrem Grase hervorbringt. Der innere Theil des Landes ist durch das stehende Gewässer der Sümpft höchst ungesund : Es sind daselbst emige sehr fischreiche Bäche, die sich bloß ein ^ oder zweymal im Jahr bey groß sin Ueberschwemmuugen in das Meer ausgiessm. Die Schlünde des Gebürges sind mit schönen zum Bau tauglichen Bäumen besetzt; aber das ganze Land überhaupt ist st trocken, daß die Einwohner, ohne die besondre Vorsicht, den Reis in den Teichen a>^ zubauen, oft Mangel an Lebensmitteln habe,, würden. — Diese Pro-vinz enthält ui- gefthr 57 gefahr fünfzehntausend Stück Hornvieh, und ist zur Ziegen,'und Hammelzucht von allen die bequemste. Die gemeinsten Früchte derselben sind Pomeranzen, Bananen, Ananas und Granatapfel; auch Weinstöcke wachsen daselbst ohne Kultur, und geben sehr schmackhafte Trauben. Die Anzahl ihrer Bewohner belauft sich auf zehntausend Seelen, welche von zween Fürsten beherrscht werden, die sich eben so nennen, wie jene von Matalan, weil sie, wie schon gehört, von zween Söhnen des Raminie abstammen. Sie theilen die oberste Gewalt gemeinschaftlich unter sich, und herrschen über Leben und Tod ihrer Unterchanen. — Es sind verschiedne Bayen in dieser Provinz: Unsere Schiffe ankern gewöhnlich in der des Fort Dauphin, ob sie schon nicht die be? Mmste ist. Die Baye von Sankt Luzie ist weit sicherer; und in der Galionen-Baye kommen die Fahrzeuge viel leichter an Land; auch sind die Schiffe daselbst vor den allgemeinen Winden besser verwahrt. — In dem Teiche Fauzer sieht man noch die Ruinen einer Schanze, welche die Portugiesen bey ihrer Landung auf Madagaskar im Jahr 150b daselbst anlegten. Auch findet man noch grosse Hölungen auf einem Ben ge den sie bebauten, und ans dem sie, nach Aussage dcr Landcsbewohner , viel Gold zogen. Durch die Provinz Andrue stießt der Fluß M^ndar, der sich alljährlich nur zwey oder dreymal in das Meer stürzt, und auf weiter als zwanzig Meilen über die Mündung hinauf salziges Wasser hat. Das Land ist ganz fiach, uud fast mit der "resstäche gleich, welches macht, daß es ihm an gutem Wasser gebricht; und ohne natürlichen Wall von Sande würde es bey jedem Stnrm, ja sogar bey jeder ett e )r alg gewöhnlich anschwellender Flut, ganz überschwemmt werden. Der Boden ist ^ "no zum Reisbau nicht sehr bequem; dafür pfianzen die Einwohner Hirse, Mais, Bataten, Baumwolle, und den Wunderbaum (p^ma (^Kritti) von dem sie Oel bekom? wen, welches sie an ihre Nachbarn gegen Reis vertauschen.- Sie sind noch etwas wil- er als dieselben; und diese, um sie von aller Handelschaft mit uns abzuschrecken, be? »cywahen sie, als ob wir nur Sklaven kauften um sie aufzufressen. — Diese Provinz enthält dreytauftnd Einwohner, welche von acht Fürsten beherrscht werden: Auch nährt zweytausend Stück Hornvieh uud beträchtliche Heerden von Hammeln und Ziegen. — le Schiffe können nur auf der offnen Küste ankern, wo die See ruhig ist; die Fahr- zeuge gehen übrigens ohue Mühe an's Land. (U. Cheil.) ' H 3s Die Provinz Anteknda oder Erttpate enthält sechstausend Einwohner, welche unter eilf Beherrschern stehen: Sie sind lauter Flüchtlinge aus den nahgclegenen Prol vinzen, und führen also stets Krieg mit ihren Nachbarn. —' Der Boden dieser Provinz ist eine röthliche Erde, die nichts anders trägt, als Hirse, Pataten und Mais. Alles Wasser derselben ist äusserst ungesund; und die Einwohner trinken lauter Regew Wasser , das sie bey stürmischen Wetter auffangen. — Es giebt wenig Hornvieh da? selbst, weil es nichts zu weiden findet; aber die Hammel und Ziegen gedeihen sehr wohl, — Die Schiffe ankern auf der offnen Küste, obschon sie sich an das Vorgebürg Sankt Maria legen könnten, neben dem man aus allen Karten eine Baye angezeigt findet, welche die Baye des heiligen Johann heißt: Vermuthlich ist dieß bloß ein See, welcher von der Seite d^s Meeres nur mit einem sehr schmalen Erdstrich eingefaßt ist/ und welcher eintrocknet wenn die Südwinde wehen. Die Einwohner versichern, daß sie einst ein Schiff gesehen, welches hineinsegelte, und nie wieder zurück hmauskotw men konnte. Die Provinz Mariafale ist sehr groß ; aber ihr Boden ist eben so unfruchtbar Wie der in den übrigen. Man baut daselbst nichts als Hirse , Mais , und Wasi sermelonen; indeß giebt es doch einige Gegenden, die gut mit Holz bewachsen sind. Es strömt durch diese Provinz ein sehr grosser Fluß, der sich in das Meer stürzt/ und eine Bucht gestaltet, in der die Schisse ankern können, wenn die Süd-und Süd-Ostwinde nicht von der Seite her streichen. — Diese Provinz nährt zehntausend Eitp wohner, welche von zehn barbarischen und grausamen Fürsten beherrscht werden. Da . das Schiff, die Syrene, scheiterte, nahm einer aus diesen, Dian-Bason genannt/ alle die Unglücklichen gefangen, welche sich aus dem Schiffbruch gerettet hatten, und ließ sie nicht eher von sich, bis er sie rein ausgeplündert hatte: Aber wenige Tage nach' her ward er von seinen eignen Nachbarn todtgeschlagen, weil diese die Hälfte der gemach' ten Beute für sich haben wollten. Hiev giebt es die meisten Ochsen, Hammel, Ziegen und Sklaven; und eben aus dieser Gegend holen die Einwohner vom Fort Dauphin die meisten derselben welche sie uns verkaufen. Die Provinz Fierien, worin die Baye Ot. Augustin liegt, hat ein unfrucht' bares Erdreich, das mit wenig Holz bewachsen ist, grosse eisenschichtige Felsen hat, w'd 59 mit Fatages ") überdeckt ist. — Sie enthält ungefähr achttausend Einwohner, die lmter sieben Regenten stehen. Die Engländer kommen häufiger in die Baye St. Augustin als jede andre Ration. Sie führen einige Waaren dahin, welche sie gegen Sklaven austauschen. Die Hammel und Ziegenböcke sind daselbst ungemcin wohlfeil. Das Land wird durch einen sehr grossen Fluß befeuchtet, und hat ungefehr sechstausend Stück Hornvieh. Die Provinz Maschikores licgt im innern Theil der Insel, ist voll kleiner Ber-5« mit Kieselsteinen bedeckt, und enthält ungefehr zehntauseud Menschen, die von eilf Fürsten beherrscht werden. Die Einwohner nähren sich bloß von Reis, den sie nach der Regenzeit in den Sümpfen pflanzen. Die Weiber ziehn Seidenwürmer, aus deren Gewebe sie Schürzen verfertigen, welche sehr theuer sind, und stark gesucht werden. — Das Land nährt ungefähr tausend Stück Hornvieh. Es sind darin Brüche von weiffem, schwarzem und grauem Marmor, auch eine Gattung Tufstein, den man beym ausgrasen so leicht schneiden kann wie Seift, der aber an der Luft hart wird. — Die reichen Einwohner halten sich Serails, die sie durch Verschnittene bewachen lassen; wie cs cmch in einigen andern Provinzen gewöhnlich ist. Vermuthlich haben sie diese Gewohnheit, die man im ganzen nördlichen Theil verabscheut, von den Arabern; so wie auch die Beschneidung, welche überhaupt auf der Insel eingeführt ist. Die Provinz Salame liegt zwischen hohen Bergen, aus denen vcrschiedne Bäche hervorströmcn welche die Thaler fruchtbar machen, und worauf viele Weinstöcke wach; M. Sie enthalt ungefähr zweytausend Einwohner die unter fünf Fürsten stehen. Man jleht hier noch die Ruinen eines steinernen Hanfes von dreyßig Fuß in der Länge und über zwanzig in der Breite, von dem die Landesbewohner behaupten, es sey durch Ew ropäer gebaut worden, die sich bey ihnen niederliessen. Die kleine Provinz Elakelake liegt zwischen den beyden Provinzen Anossie und Andrue. Der Boden dieses Ländchens taugt nicht viel znm Feldbau, hat aber viele tisenschichtige Felstn, und vonrefiiche Viehweide. Es wohnen ungefehr zweytausend Mew fchen darin;,, die vier Oberhäupter haben. ) Eine Art von Win^llckleln (kleson), welche an der Erde dahimachsen und allenthalben das User des Meeres und dle sandigten Gegenden bedecken. 62 3)as Thal Amdulle ist eine der schönsten Provinzen auf Madagaskar: Es wirb von einem sehr grossen Fluß durchströmt, erstreckt sich an einer Seite bis an Manannge, und ist an der andern durch eine Bergkette begranzt, welche nur drey Durchgänge hat. Die Schlünde des Gebürges sind mit gutem Bauholz bewachsen und von vielen kleinen Bachen bewässert. Dieses Thal enthalt etwa fünfzehnhundert Menschen, die von zwölf Fürsten beherrscht werden. Das Hornvieh wird daselbst fetter, und gedeiht besser als in den übrigen Provinzen. — Diese Gegend, deren Boden zum Ackerbau bequem ist, wäre zur Anlegung einer Kolonie sehr tauglich ; sie könnte sich aus sich selbst erhalten, und ziemlich wichtig werden, wenn man auch die Provinz Mauatinge damit verbaw de. Ehedem bewohnten sie die Franzosen, und noch sieht man eine grosse drey Fuß breite Matter, die sie um ihre Besitzung gezogen hatten; auch die Brunnen welche sie gruben, sind noch kenntlich. Nachdem die Landesbewohner alle Europäer auf Fort Dauphin niedergemacht hatten, kamen auch die im Thal Ambulle wohnenden Franzo-sen vor Elend um, und wurden von den Madegassen vollends todtgeschlagen: Nur zween derselben ließen sie beym Leben; den einen, weil er die Tochter eines ihrer Fürsten ge-heyrachet hatte, und den andern, weil er Kommandant in einem Dorfe war. Es sind zwey warme mineralische Wasser in dieser Provinz: Sie haben den gleichen Grad der Hitze, Einerley Geschmack und Einerley Eigenschaften; welches beweiset daß sie auch Einerley Grundquelle haben, ob sie schon vier Meilen von einander entfernt sind. — Die Eingebohrnen des Landes schreiben diesen Quellen sehr wirksame Eigenschaften, besonders gegen alle Arten von Schmerzen zu. In eben dieser Provinz ist ein lleiner Fluß, welcher Goldsand führt, und neben dem man noch die Ueberbleibsel einer kleinen Schanze sieht, welche der Sage nach von den Europaern aufgeführt worden. Das kleine Land Niandrere macht eine Provinz aus, deren zweytausend Einwohner vier Oberhäuptern unterworfen sind. Es liegt auf einer sehr hohen Fläche eines Gebürges, und hat während vier Monaten im Jahre so kalte Witterung, daß alles Wasser zween Zoll dick einftiert. Der Boden ist sthr gut, und trägt vortrefiichen Neis. Man findet daselbst noch die Spuren eines alten Gebäudes, das die Franzose« im Jahr 1662 errichtet haben. Die Provinz Ekuda: Enp?erse ist gut und fruchtbar ; wird aber tv^ nig besucht, weil die unter sechs Fürsten stehenden dreytausend Einwohner bi derselben mit den Bewohnern von Matatan oder Manatinge unaufhörlich Krieg führen. Das Land tNanatan oder Rakimuschi macht eine kleine Provinz aus, die bey dem Ursprung des Flusses Matatan liegt: Der Boden desselben ist so schlecht, daß nichts darauf wächst als Kambards und Pisangbänme. Es enthalt zweytausend Einwohner, die durch sechs Fürsten beherrscht werden, welche von einem kleinen nur drey Fuß hohen Manne abstammen; und bie, ob sie schon von gewöhnlichem Wuchs sind, doch den Namen Zaphe-Rakimusche, d. h. Zwerge, beybehalten haben. Vermuthlich hat sich dadurch die Sage verbreitet, daß ein Zwergengeschlecht auf der Insel wohne. — Eine Menge wilder Ochsen von besondrer Art findet sich in dieser Provinz; sie sind sehr klein, und haben keinen Buckel wie die übrigen. Nach diesem flüchtigen Abriß von der Beschaffenheit des Bodens, von den Pro,-dukten, der Volksmenge und den Handlungszweigen auf Madagaskar, soll ich noch der gesunden oder ungesunden Beschaffenheit der Luft, und der daraus entspringenden Krankheiten ewige Meldung thun. Bemerkungen ^ über die epidemischen Fieber auf dcr Insel Madagaskar. Dle auf dieser ganzen grossen Insel herrschenden epidemischen Fieber entstehen alle "'s einerley Ursachen: Der Grad ihrer Bösartigkeit steigt oder fallt nur in dem Vcr-)a lmß , wie jene vereinigten Ursachen schwächer oder heftiger auf den Kranken wirken, »e erste dieser Ursachen ist unstreitig jene Menge von Sümpfen, deren stehendes und faulendes Gewässer durch die vielem Pflanzen und das Reisstroh, welche alljährlich da-rm verfaulen, verpestet wird, und also unaufhörlich die schädlichsten Dünste von sich glcbt. Hiernächst können auch die verschiednen Grade der Hitze und die alltäglichen bmdc, welche mit mehr oder weniger Leichtigkeit zirkuliren, jenen ansteckenden Kcim er Krankheiten mehr oder minder verbreiten und einschränken. — Durch laug anhaltende Erfahrung sind diese Insulaner überzeugt worden, daß die niedrig gelegenen und sumpfigen Plähe ungesund seyen; daß es nöthig ist, die Wohnungen an erhöhte Gegenden zu versehen, und die morastigen nur mit vieler Vorsicht anzubauen. Auch verlegen sie wirklich in der ganzen Insel ihre Dörfer auf die Anhöhen; und alle Ober- 62 Häupter, sogar die blossen Privatleute, geben sich fast niomal mit der Sorge für den Reis ab, besonders in den Pflanzungen ; sondern überlassen diese gefahrliche Arbeit fast gänzlich ihren Sklaven. Drey Viertheile von ihnen pflanzen aus Furcht vor jener Gefährlichkeit nichts anders als Hirse, und leben bloß von Wurzeln oder Saamen der Sträucher die sie ohne viele Mühe zusammenlesen. Vielleicht ist die unerträgliche Hitze des Klima die erste Ursache dieser sorglosen Trägheit; aber zu derselben mußte sich dann nochwendig jene zweyte gesellen, weil sie auf Erfahrung gestützt war. Die verwüstenden Krankheiten dieses Landes reiben nicht bloß Menschen ans, sow dern wüthen fast gegen alle Geschöpfe aus dem Thierreich. Man bemerkt einen grossen Unterscheid bey den gemeldten Fieberarten, ob sie schon eine allgemeine ursprüngliche Gnmdquelle haben; denn da Madagaskar unter dem heissen Erdgürtel liegt, muß natürlicher Weise sein brennendes Klima die Wirksamkeit des fiebrischen Keimes um vieles vermehren, uud folglich ein stärkeres und bösartigeres Fieber hervorbringen. Die Sümpfe dieser Insel verursachen zu allen Iahrszeiten Fieber, besonders dm Leuten welche nicht an das Klima gewöhnt sind; aber die gefährlichste Zeit für jedermann, sowohl Emgcbohrne als Ausländer, ist vom ersten November bis zu Ende des April: Wät> tend dieser sechs Monate, wo die Hitze am heftigsten ist, schleicht sich jener sicbrische Keim in alle thierische Körper; wirkt da mit seiner auflösenden, bsitzcnden, eine Fäul lung des Geblüts verursachenden Kraft, und verwandelt durch seine Natur einen Theil der zirkulirenden Säfte in eine grosse Masse von Galle. — Diese Feuchtigkeiten crhal, ten hinwieder eine neue beissende Scharfe, und brüten also das Fieber oder die Ruhr aus, oder am Ende wohl gar eine gallichte Lungenentzündung; ja manchmal alle diese drey Krankheiten zusammen. Die Emaebohrncn des Landes, welche eine schwächere Brust haben als die Europäer, greift manchmal cin heftiges Fieber, eine starke Rlchr, und ein Lungenschmerz an, der sich oft mit einem Geschwür endet. Diese letztere Krank-heit entsteht hauptsächlich aus der schlechten Diät welche die Schwarzen während des Fiebers beobachten, und aus dcn Arzneyen welche ihnen die Aerzte eingeben. — Der allzu vertrauliche Umfang mit den Weibern trägt ebenfalls viel dazu bey, daß man das Fitber bckömmt: Dirstr Umfang ist sehr gefährlich, weil sie alle verdorben sind; über-das entnerven sie einen auch durch ihre unersättliche Geilheit. Viele Leute sind schon beym zweyten Anfall des Fiebers gestorben, wenn sie zuvor einige Nächte mit diese" 6z Weibern zugebracht hatten. — Der Genuß des vielen fetten Fleisches ist nicht wenu ger sehr schädlich, weil diese Nahrung eine grosse Menge gallichter Feuchtigkeiten eräugt, welche sich schneller oder langsamer verschlimmern, so wie die Maffe der zirkuli-renden Säfte grosser oder kleiner ist. Diese Krankheit zeigt sich oft durch einen heftigen Fieberanfall, manchmal aber "k") eine grosse Mattigkeit an Armen und Beinen ; der Mund ist verdorben , man M wenig Eßlust, einen unruhigen Schlaf und stets gewaltige Kopfschmerzen. Nach 'ewn durchfährt den Kranken ein Schauer, aufweichen eine scharfe trockne Hitze folgt; ahrend dem Schauer ist der Puls schnell und klein, und wird dann bey der Hitze, die auchmal sehr heftig ist, voller; die Kopfschmerzen vergröffern sich nun, und der ranke g^bt unter anhaltendem Anstrengen viele scharfe, gelb und grünliche Galle von '' )' Diese Hitze dauert einige Stunden lang, manchmal die ganze Nacht, und laßt Morgen etwas weniges nach; der Puls welcher immer fieberhaft war, ist es dann 'ucht mehr so schr; die Zunge ist mit einem braungelben Bodensatz bedeckt, die Zähne erden unrein, und der Athem übelriechend ; die Haut ist gemeiniglich trocken , brem ^"d, und oft wie bey einem Gelbsüchtigcn ; es zeigt sich manchmal etwas wenig Ausdunstung, die aber für den Kranken ohne Nnhen ist. Dieses Fieber wird immerfort starker, und stellt sich gemeiniglich zu ungleichen Stunden ein. — Zu Zeiten geschieht es, daß dasselbe sich durch ein heftiges Bauchgrimmen anmeldet, auf welches ein Bauch: Up folgt, der einige Tage lang ohne andre Symptomen fortdauert. Darauf finden u,e Anfälle von Fieber ein, und werden immer heftiger je öfter sie kommen: ^ >e unterbrechen manchmal jene gallichte Ausleerung; andremal wird aber der Bauch- zu gleicher Zeit heftiger, so wie das Fieber selbst; und dann bekömmt auch der ^uswurf von Tag zu Tag mehr beissende Schärfe: Diese verdorbene, scharfe und l Mde Feuchtigkeit entzündet die innern Theile der Eingeweide, macht sie schwären, und "zeugt die wirkliche Ruhr. Diese ist um so gefährlicher, weil sie eben aus jener unge-r wichnge Entdeckungen hierüber gemacht: Sie stehen in semer Abhandlung von cu. Theil.) I 66 der Pflanzung des Indigo, welche die Negierung auf der Insel selbst hat drucken lassen. Mit den Gewürzen hat man bessere Aussichten: Die Herren von Tremigo»» und von Coetivi brachten sie in den Jahren 1769 und 1771 dahin. Beyde Expeditionen unternahm Herr poivre, Intendant der Inseln France und Bourbon, der alles mögliche anwandte, diese zwo Kolonien zu bereichern, und also nichts versäumte, ihnen den gedachten neuen Handelszweig zu verschaffen. Man hat bis auf diesen Tag behauptet, als ob die auf der Insel France gezogen nen Gewürze an ihrer Güte verlöre» ; aber man weiß iht, daß dieses leere Gerücht bloß von Leuten verbreitet ward, die den Herrn Poivre um seinen Ruhm beneideten, welchen er sich wahrend der Verwaltung jener Inseln erworben. Dieser wackere Mann hatte schon seit lange Feinde in der Kolonie, und hat deren noch itzt manche daselbst, so wie jeder nutzbare thätige Mann fast immer von Neidern und Undankbaren angefochten wird. Die Gewürze gedeihen vortreftich auf dieser Insel; schon itzt tragen die durch Körner gepflanzten Gewürznclkenbäume so herrliche Nagelchen, daß sie denen nichts nachgeben, die wir von den Holländern einhandeln; und in kurzem werden die Franzosen die Holländischen Gewürznelken nicht nur gänzlich entbehren, sondern wohl noch selbst von den ihrigen an andere Nationen verkaufen können. Hie Muskamußbaume sind nicht vollends so gut gerathen; denn da sie unter die Bäume von ganz getrennten Geschlechtern gehören, und man dieses dazumal nicht wußte, traf os sich, daß man nur wenig weibliche darunter hatte als man sie auf die Insel brachte; und dieß vcrhin-derte, daß sie sich nicht so schnell vermehren konnten als die Nelkenbäume. Sonst verdienen jene glücklichen Versuche die ganze Aufmerksamkeit der Kolonisten; nur ist z»l besorgen, die auf diese Insel wandernden Europäer könnten die ersiern mit ihren system malischen Grillen von Projekten zu Projekten herumschweifen machen, so, daß sie viel? leicht den Kaffebau vcrnachläßigen um Baumwolle zu pflanzen, und die Baumwollen' bäume wieder ausreuten, um dafür Zuckerrohr, Getreide, Mais oder Maniok z" bauen. Eins von den größten Hindernissen der Kultur ist auch dieß, daß kein ElM päer in der Absicht auf die Insel kömmt, um sich auf Lebenszeit daselbst festzusetzen' Man geht auf drey oder vier Jahre dahin, binnen welchen man sich zu bereichern sucht/ indem man sein Bischen Geld auf die Schiffe steckt, die auf Madagaskar oder Mozan" t>7 bike Sklaven kaufen; ein Handel bey dem sich allemal was gewinnen läßt, so wie bey dcn meisten dergleichen Handelszweigen die dem Menschengeschlecht zur Schande gereichen. Die Bewohner der Insel benutzen m'cmal alle die Vortheile welche sie zur Verbesserung ihrer Ländereyen benutzen könnten: Die Sklaven arbeiten stecs nur nachläßig; benn was laßt sich im Grunde anders von einem Unglücklichen erwarten, den man Mit Geiselhicbcn dazu zwingt, das Interesse des auf ihn verwendeten Hauptguts abzu-tragen? — Ich ^ß zw^ gestehen, daß ich einige mcnschlichgesinnte und mitleidige Herren jener Elenden kennen gelernt habe, die sie nicht mißhandeln, sondern ihnen ihre Knechtschaft erleichtern; aber die Zahl dieser bessern Menschen ist entsetzlich klein. Die 'brigen alle behandeln ihre Nagern mit der grausamsten und empörendsten Tyrannenwuth, "enn der Sklave den ganzen Tag hindurch gearbeitet hat, muß er erst seine Nah: lll"g im Gehölze suchen, und bloß von ungesunden Wurzeln leben. Diese Unglückli? >'n sterben von Elend und unmenschlicher Behandlung, ohne das mindeste Gefühl von Crbarmuug bey ihrcr Herrschaft zu erregen; daher haschen sie auch nach jeder Gelegenheit durch die Flucht zn entrinnen, um i:, dcn Wäldern Unabhängigkeit und ''eucs Elend zu finden. ^rotz aller Anstrengung der Industrie wird diese Insel doch den Wünschen ihrcr -dewohner niemals vollkommen entsprechen: Nie werden sich diese ein wahrhaft bequemes Leben darauf verschaffen können ; denn, nebst den Verwüstungen der Stürme, sie auch noch gegen eine unendliche Menge gefreßiger Ratten und Vögel zu Die Zeisige (tarin, citrine!^) und Kernbeisser aus Java, die man ehe? als Seltenheiten auf die Insel brachte, ,md sorgfaltig in Kesichten verwahrte, )aocn sich so fthz. vermehrt, daß sie fast alle Erndten auffressen. Um sie von den aatftldern zu verjagen, muß man stets einige Negern zur Schildwache ausstellen, »e durch Ceschrcy und Handellatschen ein anhaltendes Getöse machen müssen. Der atten »st eine so schreckliche Zahl, daß sie oft in einer einzigen Nacht ein ganzes Held voll Mais anfzehren; nebst dem fressen sie auch noch die Baumfrüchte weg, und verderben selbst die jungen Bäume , indem sie die Wurzeln derselben abnagen. ' «oß soll die eigentliche Ursache gewesen seyn, warum die Hollander diese Insel ver-lesscn. — Die Regierung hat zur Ausrottung dieser schädlichen Thiere gute Anstal- ten gemacht: Jeder Einwohner muß, nach der grössern oder kleinern Anzahl seiner Sklaven, eine gewisse Zahl jener Thiere erlegen, und die Köpfe der erlegten Vögel und die Schwänze der Ratten an das Polizeyamt einliefern. Indessen ist alle diese Vorsicht unzulänglich. Es ist unmöglich, derselben los zn werden, wenn nicht Raub' -vögel und Soldaten--Kommandos zugleich gegen sie loszichn. — Auf eben diese Art Hai man ehedem die Heuschrecken vertilgt, deren eine so entsetzliche Menge auf der Insel war, daß nicht die mindeste Spur von Reis, Getreide oder Mais mehr übrig blieb , wen», sich ein Schwärm dieses Ungeziefers darauf niederließ : In der Folg nährte sich cine Art von Eisvögeln (H5nrrm8) die man aus Indien gebracht hatte, da? »on, und die Regierung that noch das übrige dazu, diese Insekten vollends auszurotten : Aber, n k man gemeiniglich nur die gegenwärtigen Uebel scheut, ohne sich auf zllkünftige gefaßt zu machen, so ist man endlich auch müde geworden siine Wohb thätcr um sich zu sehen; und nun schießt Man ungeachtet aller Vcvbote täglich viele solche Amseln. Die Insel France hat den Französischen Besitzungen in Indien von jehcr viele unglückliche Streiche zugezogen, und wird es auch immer thun. Man glaubt, sie sey der Mittelpunkt ihres Handels, und wähnt, man könne zu Kriegszeiten mit den daselbst liegenden Truppen unsre Faktoreyen zeitig genug unterstützen; aber es ist itzt erwiesen, daß man vier Monate Zeit nöthig habe, um'die Nachrichten und Befehle nach ditser Insel zu senden; und dann, trotz aller Thätigkeit bey den vor der Einschift fung erforderlichen Operationen, noch acht Monate; so daß alle nach Indien abge-sandte Geschwader allemal erst nach Jahresfrist an ihre Bestimmung kommen. Dage-gen erhalten die Engländer ihre Nachrichten innerhalb siebenzig Tagen; und da sie oh-nehm Herren von Indien sind, haben sie schon 'eine ansehnliche Macht daselbst, und vertreiben die Franzosen gänzlich, noch ehe man auf der Insel France weiß, daß der Krieg angefangen sey. Um uns in Besitz jenes gesegneten Landes zu erhalten, müssen wir nothwendig einen Hafen auf der Küste Malabar haben, von wo aus unsre Geschwader zu allen Zeiten die feindlichen Flotten beobachten können. Es ist eine bekannte Sache, daß wir Pondischcry schon zweymal bloß deswegen verloren haben, weil jene Geschwadcr die Küste Koromandel verliessen, und auf die Insel France segelten. ^ Hätte man die bis heut zu Tage anf diese Insel versandten Truppen in Indien unter- 6Y halten, wenn sie auch schon besser genährt und gekleidet worden wären, sie würden doch dasclbst viel weniger gekostet haben. Ueberdas wären sie bey vortheilhaften Anläsen schon an Ort und Stelle, und an das Klima gewöhnt gewesen; und wenn wir auch mit denselben keine Eroberungen gemacht hätten, würden wir doch wenigstens unsre Besitzungen in mchcr Gewalt behalten, und die Ehre unsrer Flagge haben vercheidu gen können. Ich begreift zwar wohl, daß der auf dieser Insel kommandirende Ossi' z'er allemal behaupten werde, es sey auf jeden Fall eines Bruches höchst nöthig viele kuppen daselbst zu halten; denn es schmeichelt seiner Eitelkeit, viele Leute untcr sei-"e>n Kommando zu haben; diese aber werden eben dadurch ihrem Vatcrlande unnütz. Vey alle dem verlange ich nicht, daß man diese Insel leer lassen soll: Sie kann, in Friedenszeiten, allen Europäischen nach Indien handelnden Nationen zum Magazin dienen. Aber, wie viele Misbräuche müßte man daselbst erst abschaffen, ehe der Kä 'ug Wnd einen Nutzen daraus ziehen kann ? Um dieses zu bewirken, müßte die Verwaltung der Insel ganz in eine andre Form umgeschaffen werden. Obschon die Insel France nur ein Pünktchen unsrer Erde ausmacht, ist sie doch «incs dcr merkwürdigsten Denkmale von den Verwüstungen die den Erdball crschüt-ten haben. Alles woraus sie besieht, ist mit Eisen vermengt; alles gieng durch das Fcuer; man sieht sogar noch den Schlund eines erloschenen Vulkans, und viele tieft Grotten. Das Klima des Landes ist sanft, gemäßigt, und fast ununterbrochen gleich: Es ist kein giftiges Ungeziefer darauf, und überhaupt kein schädliches Thier, ausser dem Skorpion l,nd dem Tauscndfnß. — Die Insel war ehedem sehr gesund; seitdem man aber den Boden aufgewühlt hat, ist man daselbst dem Fieber unterworfen. Ueberdas enthält das Wasser des Flusses (wie Herr von Cossigni in seiner Abhandlung von der Zubereitung des Indigo sehr wohl bemerkt hat) viel zähe Feuchtigkeit , die aus der Auflösung der darein fallenden Vcgetabilm, entsteht; welches - Verstopfungen , Blutfiüße, und Ruhr verursacht, von denen man nur mit äusserster Mühe wieder zurechtekömmt. Der meisten Produkte aus dem Pflanzreiche wurden von thätigen Reisenden aus Indien, China, vom Vorgebürg der guten Hoffnung und aus Europa auf diese In-ftl verpflanzt. Die Ochsen und der größte Theil von Vögeln sind aus Madagaskar , die Pferde aber aus der Instl Bourbon und vom Kap. Die Küste ist sehr fischreich; auch findet man auf derselben eine Menge Muscheln, Steinpflanzen (Ua-^reporcä), und sogar Korallen. Das Gemüse ist daselbst gut, das Schweinsteisch vortrefiich; die kleinen Erbsen und die Artischoken eben so schmackhaft als die in Frankreich: Man sängt auch an Erdapfel zu pstanzen, die man vom Kap geholt hat; die Pataten sind sehr gemein. In einigen Gegenden gedeiht die Viehzucht ungemein wohl, und bringt viel ein; da man aber nur eitel kranke oder durch irgend einen Zufall umgekommene Ochsen schlachtet, haben die Bewohner des Hafens stets nur sehr schlechtes Fleisch zu essen. Die Nahrung des Negers besteht iu Mais, Maniok, Pataten, Kambards ") und kacine 6e lonzc "). Die gemeinsten Früchte sind verschiedne Arten von Bananen, die Ananas, Gujaven, Iambusenbäume (^mrolacic8) und Mangcn. Auch giebt es Pfirsiche und Aepfel; aber sie sind ziemlich selten, und dann nicht vollends so schmackhaft als die Europäischen. Iu einigen Gegenden wachsen auch Trauben und Erdbeere. Allinählig fängt man an, noch einige andre gute Früchte zu pstanzen, welches man den Bemühungen etlicher thätiger Kolonisten, besonders dem Herrn Cere, Aufseher des Königlichen Gartens zu verdanken hat, der auf der ganzen Insel Gesamevon Litschi, Longane, Wampi, Avocat f), Hcvi oder Frucht von Zythere, von Rima oder dem Brodsn'.chtbaum, Kakao, Gewürznelken und Muskatnußbamn, vom Rcv vensara, Sandclbaum u. s. f. ausgetheilt hat. Auch Herr von Cossigni, welcher den schön? sien Garten aufdcr ganzen Kolonie besitzt, hat sich beeifert, die seltnen und kostbaren Gewächse die er mit grossen Kosten aus Europa, vom Kap, von Batavia, aus Indien und China hat bringen lassen, mit den übrigen Einwohnern zu theilen, und auf diese Art zu vermehren. Unter den Holzarten ist das Ebenholz sehr gemein, und findet sich daselbst von vcr? schiedneu Arten, als schwarzes, weisses und marmorines. Der jüngere Herr Ll'n-naus hat endlich bestimmt, zu welcher Gattung dieser Baum gehöre, welches, man bis itzt noch nicht wußte; er zählt ihn nämlich unter die Diospiros. Da wir noch nach China handelten, führten wir viel Ebenholz ans. Uutcr den übrigen vcrschiedncn Holzarten auf der Insel France ist keine zum Bau tauglich; überhaupt sind alle vn'l zu grob, und werfen sich unaufhörlich: Der Iambuck oder Takamaka ist der einzige Baum *) Vielleicht die lÄ^im»-« bey i'l^cmnt, llinzcm'ea htiva I.mn> "") Vermuthlich die 8 steht aus einem einzigen Granitstück, das aber an einigen Stellen geborsten ist. Nahe lim den Gipfel sind von Natur einige Grotten und Baßins, darin man weijsen und gelben Bergkrystal findet. Warme mineralische Wasser giebt es ebenfalls in dieser Erdgegend, besonders zween Bache dencn man>sthr wunderbare Eigenschaften zuschreibt: Der eine ist dreyßig, und' der andere sechszig Meilen von der Kapstadt entfernt. Der erstere macht in jede Leim wand unaustilgbare Flecken; dagegen giebt er den schon welken Kräutern ihre Ursprünge liche Frische wieder; so das es scheint, als hätte man sie eben vom Stengel gebrochen, wenn man sie aus seinem Wasser hervorzieht. Der zweyte besitzt eben diese letztgenannte Eigenschaft, wäscht aber nebst dem auch noch die Leinwand aufferordentlich weiß, ohne daß es nöthig ist dieselbe mit Seife zu reiben. Das Land umher trägt viele Birken, verschiedene Gewächse von der Gattung der Lilien, und Knabenkraut. Das schönste, welches ich von dieser Gattung gefunden, ist die ^l/A li^m-a des Bergius; davon aber die Abbildung in seinem Werke so man-gelhaft ist, daß man es beynahe kaum erkennen kann. — Der Silberbaum (^o^e/l a^stt/ett) ist dcr einzige emhcinüsche Baum dieses Landes , und der einzige der von Na' tur bis hundert Meilen ins Land hinein wächst. Mc jene so bewunderte Alleen von Eichen-Päppele Kastanien? und Nußbäumcn, sind aus Europäischen Gegenden dahin verpflanzt worden, und haben daselbst ausgeartet. Diese Erdgegend zeugt die seltensten Thiere: Man findet daselbst Kameelpardeln oder Giraffen, Springböcke, Zebravfcrde, Nashorne mit zwey Hörnern, Büffel von» der größten Gattung deren Hörner von einer ungeheuern Schwere sind, Löwen, Tiger, Elefanten, Elendthin-e, Kuduks "), Wölfe, wilde Katzen, kleine Böke dc-ren Hörner wie eine Pressschraubs gestaltet sind, Hirsche, wilde Ziegen (Gazellen), Seepferde, Seekälbcr oder Meerwölfe, und verschiedne Arten der schönsten Vogel/ davon die meisttn noch kein Reiscbeschreiber beschrieben hat. Die Küste ist sehr fischreich, hat auch vieles Muschelwerk und viele Sccpfianze"' ") <7^,',^.' Vermuthlich die Oouäuul des Büffon; bey PnNas Hntiloxe 0,-^x. A. d. Ueb. you /'■•'.'im.-r.i/ yw.r •. /\\>n , <>[('//' N°8o /' i I'l'/WhW pituxi '• J'i'htvw . i bills' • 75 Die Hottentoten haben sich, vermöge ihrer Nachbarschaft, so ziemlich mit den Holländern bekannt gemacht; sie ziehen sich etwas Vieh, das ihr ganzer Reichthum ist, und verkaufen einen Theil davon an die letztern. Ihre Hauptsachlichsie Nahrung besieht in gedörrtem Hammelfleisch, das sie mit anderm frischem Fleisch wie Brod essen; oder statt dessen einen kleinen mehlichten Zwiebel, der, wenn er auf Kohlen gebraten wird, wie eine Kastanie schmeckt, und daher Hottentotenbrod heißt. Dieses Volk ist noch nicht sehr bekannt. Es hat weder Priester, noch Tempel, noch Götter, noch Gelehrte: Nur wciß man, daß es sich an jedem Neumond versam-Welt und die ganze Nacht durch tanzt;. aber noch ist es ungewiß, ob es dieses aus einem Religionsgefühle thut. Soviel ist sicher, daß die Hottentoten einen bösen Geist erkennen, für den sie das kleine Instckt, das wandelnde Blatt (^/««^e, eine Art Heuschrecke) halten. Einige von ihnen zerschneiden ans Aberglaube in ihrer Jugend die Fingergelen-ke, weil sie glauben, daß nach dieser Operation der böse GM keine Gewalt mehr über sie habe. — Ihre Sitten sind sehr sanft. Da sie an die Unabhängigkeit gewöhnt sind, 'st ihnen jede Dienstbarkeit eine drückende Last, und wird ihnen bald ganz unerträglich. Wenn irgend einer aus ihnen bey einem Hollander in Dienste tritt, wirft er, sobald er ttwas weniges ersparet hat, sein Klcid von sich, und kehrt wieder in den Schooß seiner Familie zurück. Die fleischernen Schürzen ihrer Weiber, die sie von Natur haben sollen, sind ein blosses Mahrchen: So viel ist richtig, daß einige einen Auswuchs an en Wasserlefzen haben, der manchmal sechs Zoll weit hinunterhangt; aber das ist cine csondre Erscheinung, die man nicht für allgemein annehmen kann. "streng sind die. Honcntotcn ein Volk, dessen genauere Kenntniß sehr merkwürdig seyn würde. H^r Gordon, Kommandant auf dem Kap, hat schon drey Rcistn )Mter emander in die innern Gegenden des Landes gemacht: Man wird ihm nicht bloß venntmß dcs Landes und seiner Bewohner zu verdanken haben, sondern auch die von vielen bisher unbekannten Pflanzen und Thieren, die er sorgfältig beobachtet und chneben ^' Er hat hinter den Hottentoten ein ganz neues Volk entdeckt, das den assern sehr nahe kömmt, und in kleinen Dörfern beysammen wohnt. Indessen bis Tagebücher uns die genauere Berichte über solche Gegenstände liefern, füge ich hier dle Zeichnung dieser Mmschcnan bey (I.XXXV, Tafel). 75 Sechstes Kapitel. von der Insel Zeylon, von den Maldivischen Inseln, und von Malakka. Von der Insel Zeylon. c^Hm Jahr 1506 setzten sich die Portugiesen auf Zeylon fest, und erhielten sich daselbst bis zum Jahr 1658, wo ihnen die Holländer allmählig eine Faktoren nach der andern abnahmen, und sie endlich vollends aus der Insel jagten; sich selbst aber bald in glänl zende Umstände versetzten, und von Tag zu Tag ihre Macht vergrösserten. Da sie indessen Anfangs nur wenige Faktoreyen besassen, hatten auch andre auswärtige Natio-nen noch immer die Freyheit die Küste zu besuchen, und mit den Landesbewohnern zu handeln; aber nun wollten die Holländer den Alleinhandel haben, und erklärten deswel gen dem König von Kandy den Krieg. Die Engländer machten sich gefaßt, aus dieser Verwirrung ihren Nutzen zu ziehen, und einige Plätze an sich zu reissen. Sie erschien nen mit drey Kriegsschiffen auf der Küste, und sicngen ihre Unterhandlungen mit dem König an; da sie sich aber nicht dazu entschliessen konnten, mit blossen Füssen vor ihn» zu erscheinen, und sich noch einigen andern dergleichen niederträchtigen Demüthigungen zu unterwerfen, welche die asiatischen Könige von den Europäern fordern, so gaben sie ihr Vorhaben, die Hollander aus der Insel zu vertreiben, wieder auf. Endlich that der König den Hollandern Friedensvorschläge; und sie schloffen auch wirklich den Friede" mit ihm, auf diese Bedingniß: Daß er ihnen die ganze Eeeküste bis auf drey Meilen in das Land hinein abtretten sollte; welches jener auch that, ohne zu bemerken, daß er auf diese Art in seinem eignen Lande gefangen, und ein Sklave der Holländer sey. Die wichtigsten Besitzungen der Holländer auf dieser Insil sind Rolomdo und Negomdo auf der süd? westlichen Seite, Galle und Mature gegen Süden, Tn"' kemale und Iaffanapamam gegen Nord-Osten, Amsterdam und Manard gegtt» West.-Nord: West. Nebsidem haben sie noch einige andere kleine Wachchäuser, darin 77 ein Sergant Mb sieben bis acht Soldaten liegen, welche die Küste bewachen, und verl hüten müssen, daß die Landesbewohner keine Gemeinschaft init den vorbeyfahrenden Schiffen pfiegen. Kolombo ist aus allen der Hauptort, und'die zweyte Besitzung m Ostindien. Die Städte sind wie alle ihre Städte in den Kolonien; nämlich sehr reinlich: Die Straffen sind nach der Schnur gebaut, und mit einer doppelten Reihe von Bäumen geschmückt; einige haben auch einen Kanal in der Mitte. Ein grosser Theil der Einwohner bekennt sich noch zur katholischen Religion, welche sie von dm Portugiesen erhalten haben. Die Hollander erlauben ihnen auch Kirchen zu bauen, und zu ihrem Gottesdienst Priester aus Goa komlmn zu lassen. Kein fremdes Fahrzeug darf ohne den zu seiner Begleitung bestimmten holländk schen Steuermann in ihren Hafen einlaufen; und dieser laßt das Schiff allemal viele Umwege machen, als ob er gewisse gefährliche Orte vermeiden wollte; aber diese List ist langst abgenutzt: Alle Nationen kennen heut zu Tnge den Haftn so gut als die Hob ländcr selbst. Zcylon ist eine der größten Inseln: Sie ist sehr fruchtbar, und wohl mit Holz versehen; auch hat man alle Jahre daselbst zweymal Reiserndte. Es befinden sich darauf sehr hohe Berge welche den nach Indien gehenden Schiffen zu Wegweisern dienen. Der Adamsderg, oder Pic (Nc ^ ^am), den man von allen Seiten her sieht, ist unstreitig einer der höchsten in ganz Asien, und seine Spitze ist stetS mit Wolken bedeckt; man nennt ihn den Adamsderg, weil man einen Fußtritt darauf sieht, der von dem ersten Menschenvater soll eingedrückt worden seyn. Lange hat man geglaubt, diese Insel sey das Taprodane der Alten, oder, wie andre meynten, Salomons Ophir; aber es ist wahrscheinlicher, daß viel eher Achem der Platz war, aus dem die Flotten der Griechen ihr Gold und ihre Reich« thümer holten. Allem Anschein nach haben die Indicr ehedem große Kriege auf dieser Insel Zcfuhn. Ihre heiligen Bücher sprechen oft von ihr unter dem Namen der Insel Lange; und nach ihrer Schreibart haben viele von ihren Göttern (die aber weiter tuchts als vergötterte Menschen waren ) die Könige derselben vom Thron gejagt. Sie 'st besonders in der Geschichte des Wischen« berühmt, der unter dem Name Rama 73 ««<«Kck^B>^HMW>^^MMV, - ftine Glaubenslehren dahin Adrgcht.> die^ßch ^och bis iht unter der Scllc der Buddi« sten erhalten haben. , -' ; . ^: ' ^ Die Indier glauben, diese Insel sty in der Mitte des Erdballs; und Rama, uM dieselbe zu bekriegen, habe in der Meerenge Manard eine Brücke erbauen lassen, web che noch iht die Affe lidrücke heißt. Dieses Land verdiente genauer untersucht zu werden; aber die Holländer werde'! es den Europaischen Naturforschern niemal erlaube!,. Sie ziehen grosse Vortheile aus demselben: Der Zimmt und Pfeffer sind die einträglichsten Produkte. Der Zimmt wird nur in den südlichen Gegenden gepflanzt, und für den beßten gehalten; denn der von Kochinchina ist zwar noch um vieles besser, aber sehr wenig bekannt, und äusserst schwer zu bekommen; darum wird er auch dem Zeylonschen niemal Abbruch thun. Der Pfeffer ist schlechter als der Malabarische. Die Franzosen haben junge Zinnmbanme auf die Inftl France vcrpsianzt, und sie gedeihen daselbst ziemlich gnt: Die Zimmtrinde welche man von denselben einsaß melt, ist eben so würzhaft als die Holländische, und kann einst eben so viel Absah finden, wenn man die ächte Art sie zu bereiten wird ausfindig machen. Schon hat man dem Herrn von Roßigni vieles zu verdauten, der durch verschirdne Versuche gezeigt hat, daß man von dem Zimnubaum grossen Vortheil ziehen könnte; auch ist dcc Zimmt, welchen er zubereitet hat, sehr gut. Die Arekka, die Kardamomen, das Elfenbein und die Elefanten, sind ebenfalls wichtige Handlllngsartikel dieftr Insel. Nebst diesen hat sie noch Gold, Silber, K'^ vftr und Eisen, auch alle Arten von kostbaren Sttinen, und Kiesel von allen Farbe»/ mit denen man die achten Steine vollkommen nachäffen kann. Die Perlen, welche man in der Meerenge von Manard fischet, machen Zeylon ebenfalls sehr berühmt. Dieser kurzen Beschreibung von Zeylon will ich auch etwas weniges über ^ Maldivischen Inftln anhängen; denn nach ihrem ihigcn Zustande läßt sich wirklich w^ viel darüber sagen. Von den Maldivcn. Die Maldivischen Inseln machen einen erossen Archipel aus, welcber von ^ gesunden Kanälen durchschnitten ist. Sie sind stach, stark mit Holz bewachsen, "' 79 Nagen nichts als einige einheimische Früchte. Die Schiffe können ohne alle Gefahr 'ehr nahe an das Ufer fahren. Die Französisch-Indische Kompagnie hielt in einer die? ser Inseln einen Korporal mit etlich Mann Soldaten; und Herr von Lally ließ im Jahre 1759 das Wachthaus neuerdings errichten. Die Bewohner dieser Inseln sind äusserst arm, bauen sich nicht einmal ihre eigne Nahrung an, und leben bloß von Reis den sie auf dcr ihnen nächsten Küste sammeln. Ihr Handel besteht einzig in Kauri, einer Art von kleinen porzelanmuscheln, die bey uns guineische Jungfer? schaft oder Münze hciffen: Wenn sie dieselben gefischt haben, legen sie alle ansei-"en Haufen an einen luftigen Plah bey ihren Wohnungen, und lassen die Auster davon verfaulen; ungeachtet dessen macht die Fäulung die Luft sehr ungesund, weil die Erde entweder dnrch sich s^st, ^r kraft der vkrschkdncn Theilchen die sie in sich enthält, überhaupt alle Dünste und zwar die feinsten an sich zieht; folglich eben auch die ge-^ )r lasten von jener Fäulung, woraus dann nothwendig Krankheiten entstehen müssen. Uebcrdas liegen diese Inseln so niedrig, daß, wenn die See hoch ist, der größte ^yeil davon unter Wasser stcht, welches sie noch ungesunder macht, und die Einwohner nsthlgt, ihre Wohnungen in den Buchtcn auf die erhabensten Gegenden zu vcrftt ^hre Fahrzeuge sind viel zu schwach/ sich in die hohe See zu wagen; indeß lu)ren sie doch damit ihre Waare auf die Küste Malabar und Koromandel; und eini-^ wagen sich sogar, ohne die mindeste Begriffe vor der Seefahrt zu haben, über den engalischen Meerbusen, gehen nach Achem, und holen cingesalzne Makrelen (öo«i. " ) die m dieser Gegend sehr gemein sind. Zum bewundern ist es, daß ihnen diese eme Krankheiten verursacht; denn alle Europäer welche von dicstm gesalzenen n, bekommen ein mit schrecklichen etliche Tage lang anhaltenden Kopfschmer-! etes Fieber, und werden am ganzen Leibe roch, als wenn sie vom Sonnen? lt'ch getroffen wären. ^ er König dieses Archipels ließ aus den Trümmern des im Jahr 1776 auf einer Inseln verunglückten Schisses (des Düras) ein neues Fahrzeug von zweyhundert men eroauen, und sendet es mm alle Jahre ans die Küste Koromande! und Orixa. b ss /^^ ^"^ ^" ^""" Beherrscher, welcher dem König einen gewissen in Rauri c e)enden Trchm bezahlt; und dieser muß dagegen dem Beherrscher der Küste Mala- ""r Tribut geben. >. 8c> Die meisten Bewohner der Maldiven sind Mahomedaner; woraus sich vermuthe« laßt, daß sie von einigen Arabern abstammen, die, während ihrer Fahrt aus dcw rothen Meer gegen die Küste Malabar oder Koromandel, auf diese Inseln verschlagen worden. Von Malakka. Malakka liegt im südlichen Theil der Malayischen Halbinsel. Die Holländer zie' hen wenig Vortheil von dieser Besitzung, deren größter Theil von Chmcsern, einer tcä' gen Volksart, und der noch übrige von Malayen bewohnt wird, dic von NatM Schurken sind: Beyde kann bloß die Furcht vor der sie beherrschenden Nanon in einer Art von Ordnung erhalten, die sonst unter ihnen noch etwas unbekanntes ist' Vor zweyhundert Jahren war die Malayische Halbinsel sehr bevölkert: Ihre H^ fen waren das ganze Jahr hindurch mit Chinesischen, Kochinchinesifthen, Indischen und Siamischen Schiffen angefüllt; aber die Tyranney der Beherrscher war Schuld, daß erwähnte Nationen dieses durch Sklaverey unterdrückte Land verliessen, und ver-schiedne Kolonien auf den benachbarten Inseln anlegten. Achem, Sumatra, Bo^ neo, Zelebes, die Molukken und die Philippinen sind grossen Theils von HM laien bewohlit. Malakka war ehedem die Residenzstadt der Landesbeherrscher, und die vornehmste unter den Indischen Städten. Die Portugiesen legten eine gute Zitadelle daselbst an/ und ihre Handelschaft erhielt sich hundert und zwanzig Jahre lang. Im Jahr 1641 wurden sie von den Hollandern aus diesem Platz vertrieben. De>N siegenden General icher ward zum Lohne seiner Tapferkeit bey seiner Znrückkunft nach Holland der Kopf abgeschlagen: Sein Vergehen bestand darin, daß er den Nonnen/ deren Kloster in der Zitadelle war, erlaubt hatte, in Prozession mit brennenden Wach^ kerzen daraus zu ziehen; denn sie hatten auf diese Erlaubnuß hin dicke hohle Wachskerzen gemacht, und dieselben mit Gold und Diamanten gefüllt, welches die Bewohn^ in ihr Kloster geflüchtet hatten. Die Holländer führten in ihrem neu eroberten Lande eine allgemeine Religion^ duldung ein. Sie warcn überzengt, daß es ein Hauptgrundsatz einer gesunden Poliw sey, Leuthe von allen Nationen und Sekten zu dulden, wenn man eine Bcsih""s in 8i in Aufnahme bringen will. Die Stadt daselbst ist noch christlich, und darin eine Römische Kirche Die Zitadelle ist gut; ihre Garnison sollte sechshundert Mann stark seyn, ist aber me vollzählig: Ueberdas muß man noch einige Detaschemcnts davon heraus nehmen, nm die kleinern auf der Küste zerstreuten Faktoreyen zu decken. Ein Fluß, der sich b»s zu seiner Quelle auf die achtzig Meilen in das Land hinein erstreckt, stießt an den Mauern der Zitadelle vorbey; er ist nicht breit, und die Einfahrt in denselben sehr unbequem: Eine Sandbank nöthigt die Schiffe allemal die hohe See zu erwarten, wenn sie nach Dedarquadare hinauf wollen. Vermuthlich graben die Holländer aus Polmk keinen Kanal daselbst, damit man dcm Platze nicht so leicht beykommcn könne. Malakka ist eins von den Landern welche die Natur ausgezeichnet gesegnet hat: Immerwährender Frühling herrscht daselbst. Alle Arten voä Landesprodukten wachsen ^ un mehren sich dort zu allen Iahrszeiten. Das Land ist von vielen Flüssen durch-)nmcn, und mit undurchdringlichen Wäldern bedeckt: Aus diesem Grunde ist es den uropäcrn so wenig bekannt; und selbst die Eingrbohrnen könum nicht tief in dasselbe gen, wcil die an ihre Wohnungen gränzenden ungeheuern Wälder voll reiffender und giftigen Ungeziefers sind. Die Produkte ans dem Thier-und Pflanzenreich l"d beynahe die nämlichen wie auf den Philippinen; und das Land hat überhaupt so e Aehnlichkeit mit jenem Archipel, daß man nicht ohne Grund vermuthet, es sey U'ch «rgend einen heftigen Erdstoß von demselben getrennt worden, w b^" H"^"w bemühen sich nicht sehr darum, dcn Ackerbau auf dieser Kolonie ist s' " ^ ^ ^ '" ^" meisten übrigen geschieht'. Nicht ein einziger Garten z, ^ "^ ^" ^"^ ^' Die ganze Gegend daselbst ist gleich dem Innern des Law ^e. a mthalben mit Gehölz bewachsen, so, daß die Tiger, Büffclochsen und Elefan-»o bequem daselbst aufhalten können wie im ganzen übrigen Lande. Neben >.^ ,< "^ Menge Sümpft da, die man nicht austrocknen kann, und welche dasstlbe sehr ungesund machen ben b l ^""^" 'st es, daß sich die Hollander noch bis iht in einem Lande ha- ^!. """' ^^" Bewohner so schurkisch und so sehr zur Empörung geneigt slnv» ^)ie von 5V> d<^>, . " "^t! Malaien sind dem Opium schr ergeben, und werden bavon ganz wüchmd- np <» ^ l / :, , ,„ ^. ' """"' sie eine gewisse Portion desselben zu sich genommen, ver-(" Theil.) a 82 lieren sie alle Besinnuugskraft, und stürzen sich blindlings in den Tod: Es ist dieß eint Art von Krankheit, die man füglich die rolle N)uth nennen könnte. Wenn sie von derselben befallen sind, laufen sie mit einem Dolch in jeder Hand durch die Gaffen, und rufen dabey Amock! welches auf Malabarisch heißt, ich schlage alles todc: In diesem Zustande stehen ihnen ihre feurigen Augen weil zum Kopf heraus, ihr Mund schäumt, sie wüthen mit den Armen, und schlagen alles todt was ihnen auf den Weg kömmt. Iederman sticht vor ihnen; man verschließt die Häuser, und der Kommandant schickt ein Detaschemcnt gegen den Wüthenden aus; dieser aber, statt zu fiichen, M seinem unvermeidlichen Tode zu entgehen , stürzt sich auf die Bayonetten los , bis 4< ohnmächtigen Boden sinkt. - - Diese natürliche Wildheit verunstaltet die Mundart der Malaien nicht; sie reden die sanfteste Sprache von der Welt. ^ Im Innern des Landes giebt es Gold ., führe", ^ das Kalin mit so vielem Vortheil daselbst verkauft wird: Viellcicht hat man dloß aus Vorurtheil dicst" Handelszweig nicht benutzt; denn man glaubte bisher immer, das Kalin sey ein von dem 3inn aa^ verschiedenes Metall. So hat man auch geglaubt daß cs die Toutenague der Chincser ware, da do^ dieses letztere auch kein natürliches Metall, sondern aus cinem Gemische von Kalin und Kupfer tus"^ mengeseht ist. 33 Schiffe. Der Ausbreitung dieses Schleichhandels zu wehren, unterhält die Kompagnie einige Küsienbewcchrer, welche sich bemühen die Fahrzeuge der Malaien aufzufangen. Es giebt auf Malakka wirkliche Menschenfresser, und noch eine Art Geschöpfe ^ die ausser der körperlichen Gestalt nichts Menschliches haben: Sie leben auf Bäumen, und wenn jemand unter denselben vorbeygeht, steigen sie herunter und fressen ihn auf. Einige andre sind etwas weniger wild: Sie irren in den Wäldern herum, machen nicht einmal milden Geschöpfen ihrer Gattung Gemeinschaft, leben von Früchten und Wurzeln, und wohnen selbst ihren Weibsen nicht bey, ausser wenn sie die Natur dazu einladet; welches also ein Beweis wäre, daß im Stande der Natur die Menschen eben-falls eine zum Liebesgmuß bestimmte Zeit haben wie die übrigen Thiere. Einige die,' ser Wilden sind etwas gesellschaftlicher geworden, und handeln mit den Malaien, aber ohne mit ihnen Gemeinschaft zu machen. Sie legen unten an dem Baum, auf dem sie wohnen, das Kalin, welches sie auf den Gebürgen gesammelt haben; dafür stellen die Malaien einige Früchte oder andre Kleinigkeiten hin, die dann der Wilde zu sich mmmt sobald die Malaien vom Platze weg sind. Die Mundart dieser Wilden ist den Malaien unbekannt. Ich habe cmen solchen gesehen, den man sehr jung gefangen hatt e, und der itzt in Diensten eines Rathsglicdes, aber ein sehr trager Kerl ist. ^°ch giebt es tiefer im Lande eine Art Menschen, deren Füsse eine ganz entgegen, - e Stellung mit den unsrigen haben sollen: Ob mir indessen schon der Kommandant Platzes selbst diese Nachricht als zuverlaßig behauptet, glaub'ich doch, sie hätte' "°thig, durch neue Beobachtungen bestätigt zu werden. alakka bringt einige vonresiiche Früchte hervor; z. B. den Rambe, den Ram,-"an und Mangnstan, welcher letztere die beßte ist, und alle Indische Früchte durch ihren leckerhaften Geschmack übermft. 84 Siebentes Kapitel. von den phllippinen und Molukken. 3^Hon diesen zween Archipels hab ich schon in meiner Reist nach Neu,'Guinea ges sprochen, aber seitdem wieder neue und sehr nöthige Bemerkungen darüber gemacht. Die Lage, Breite und Witterung der vornehmsten von diesen Inseln setze ich nach der Angabe des Herrn le Gentil an. Dieser scharssinnige Beobachter hat sich eine gant besondere Mühe über den Gegenstand gegeben, und seine Entdeckungen scheinen mir zuverläßig ächt. - Gewöhnlicher Meise theilt man die Philippinen und Molukken in zween Arch^ pels ab: Nach meinem Bedünken machen sie eigentlich nur Einen aus; und wenn sie unter Einen Oberherrn gehörten, würden sie vermuthlich auch nur Einen iM men tragen. ^ > Die Philippinen gehören den Spaniern, und die Molukken den Hollandern: Di«^ se lehtern sind wichtiger und eintraglicher als die erstem, und haben ihre Fruchtbarkeit dem Fleiffe einer arbeitsamen und thätigen Handelsnation zu verdanken, die sich schon von jeher den Landbau hat angelegen seyn lassen. Auf den Philippinen hingegen zeigt alks die Trägheit eines Volks, das immer auf Religionsübungen erpicht ist, und sich nur beeifert Proselyten zu machen. Von den Philippinen. Die Philippinen erstrecken sich vom dritten oder vierten bis gegen den neunzehnten oder zwanzigsten Grad der Breite, und begreifen eine Menge Inseln in sich, davon die meisten noch sthr wenig bekannt sind: Die wichtigsten, und jene aus denen die Sp^ nicr Besitzungen haben, sind Luzon, Mindoro, Panay und Mindanao. Die Insel Lüzon (I^on) liegt unter allen am meisten nordwärts: Die Spanier haben auf derselben Manilla erbaut, die Hauptstadt aller ihrer Besitzungen auf diestw Archipel. Ihre zum Handel nach China und andern Gegenden von Indien bequeme Lage könnte sie zu einer der reichsten Städte des Erdbodens machen; aber wo ist "" 85 Mo em Spanier der sich mit Sammlung vergänglicher Schätze abzugeben Lust hat, wenn er sie durch mühesamen Handel, und anf Unkosten seiner National - Vorurtheile erwerben soll? ^ Manilla liegt auf vierzehn und einen halben Grad nördlicher Breite, und genießt fast das nämliche Klima wie Pondischcry und Madras. Diese Stadt ist ziemlich groß und wohl gebaut; die Häuser sind schön, und nach der Schnur angelegt; <"'ch sind prächtige Kirchen da. Sie ist befestigt, und liegt am Ufer eines ansehnli-Hen Flusses, der dicht an ihren Mauern vorbeyfließt, und dessen verschiedne Arme die sanze Inftl durchkreuhen. Die herumliegende Gegend ist fruchtbar und zu jeder Art n Kultur tauglich, bleibt aber unter den Handen der Spanier ungebaut liegen. Die? ft Herren benutzen weder die vortheilhafte Lage der Stadt, noch die Fruchtbarkeit des benachbarten Erdreiches; sondern lassen es ohne Kultur sich selbst erschöpfen, und ungepflegt Früchte tragen die man nicht einmal cincrndtet. Sogar die Gesetze, die den andmann unkrsiützen sollten, hindern vielmehr zn Manilla den Fortgang der Kultur, vernichten das Glück welches die Natur den Menschen zugedacht hat: Ungeachtet ^ ^zevgmsse des Bodens die Bedürfnisse der wenigen auf dieser Insel lebenden Men,-ey weitem übersteigen, ist jede Ausfuhre derselben verboten, und man läßt sie 's der Stelle wieder verderben , worauf sie gewachsen sind. Wenn also von ^ lrgend einem Jahre plötzliche Veränderungen der Atmosphäre, Stürme, ^ Trockenheit den gewöhnlichen Ueberstuß zerstören, so drückt die gräß-' ' e Hungersnoch dieses Land, das doch seiner Anlage nach derselben nie ausqescht ?eyn zollte. So cn-n^ ..„. . ^"p "ud allgemein ist dort die Unwissenheit, die Trägheit, dals blinde uno dumme Vl','„-^.^ """anen auf die göttliche Vorsicht: Man sammelt nicht mehr Feldfrüchte ' ' as die man ebcn für ein Jahr nöthig hat; und dergestalt ist das schrecklichste ^ " ^ ^ nothwendige Folge jenes gefährlichen und widernatürlichen Zutrauens. er anstinkt einiger Thiere lehrt uns eiuen Vorrath von Lebensmitteln zu sam- , und doch haben sich die Spanier noch nicht an diese Vorsicht gewähnt. Die Stadt Manilla hat ungefähr zwölftausend Christen. Sie war ehedem viel '"bevölkert, so lange sie noch von den Chmcsern besucht ward, davon sich viele da- ^ hauslich niederliesscn, und andre daselbst sonst ihre Handelsgeschäfte trieben; aber a zu andächtiger Gouverneur verbannte sie aus misverstandner Politik aus der 8b Stadt, und jagte sie endlich gar aus der ganzen Insel. Nun sielen Handel und Küw ste, die sich auch seitdem nicht mehr erholt haben; und Armuth und Entvölkerung w-l)rucykeit beitke» ^. o^ ten, und in dieser Absicht nach Manilla kamen, wurden allemal schr übel empfange"' und die Eigenthümer derselben sahen sich immer auf die unangenehmste Weise gezwu^ gen, ein beträchtliches auf ihrer Ladung zu verlieren. Auch haben die vielen Hinder? nisse, welche mau bey dem Ausladen uud Einschiffen im Wege legt, den Handelsleuten von der Insel France allen Muth benommen, weiter dahin 'zu gehen, da es doch für beyde Nationen ein vorteilhaftes Gewerbe seyn würde. Nur den Chinesischen und Indischen Schiffeü ist es erlaubt, in Manilla einzulaufen, weil man dabey den Vorwand hat, daß man diese Leute bekehren könnte. Diese schiffe bringen alle zur Konsumtion und zum Luxus nöthigen Waaren nach Manilla, und nehmen dafür die Piaster, welche die Gallion von Akapulko dahin führt. Die Waaren welche man aus Manilla ziehen könnte, sind Tauwerk, Theer, Lein- wcuch,Rottangrohr, Indigo, Orleanbäume, uud Reis; die schöne daselbst wachseude Bau.w wolle würde eins der wesentlichsten Produkte sür die Ausfuhr nach China gebcu, wo? )'" man viele Ladungen von Surate sendet, und dabey manchmal Hundert vom Hun- b"t gewindt. Zuckerrohr wächst von vortrefiichcr Gattung daselbst , und giebt einen Zucker, er den von Batavia an Güte noch übertrift. Auch sammelt man auf der Insel die mde eines Baumes, die statt Zmuut brauchbar ist, aber uebcu dcm Zimmtgeschmack "vch etwas Schärft lM: Dieselbe ist dicht, und hat viele Schweißlöcherchen; der Baum a er tst kein Zimnudaum. Die Spanier verhandeln diese Rinde an dic Chinescr, aber nicht sehr achten, wcil sie die nämliche Gattuug auch zu Hainam, in on in und Kochinchina finden, und sich damit versehen. Wilde Muskatnüsse wach- e en,alls tM>, h^,, ^ ^.^ Geruch, und sind also zum Handel untauglich; le sind klem, und der Baum, worauf sie wachsen, hat Blätter cineS Fusses lang. 'e gleiche Gattung smdet man auch auf Madagaskar. Der Tabak gedeiht hier sehr wohl; die SchinMn ") von Manilla sind wegcu "ngenehw.cn Geschmacks in ganz Indien berühmt; daher rauchen auch dic Frauen '« bichm Lande den <,«„ze« Hag Tabak. en Kakao von Manilla hält man fü* besser als, den ameriLamschm: Dieß ist der ""Um, d^, ^^^ beynahe auf allen Philippinen sorgfaltig baut, wcil man Lemaät^" "^ ^""'^" bud vlrr bis fünf M lmig, und aus übcr einander ger^lltcn Tabaksb.'attern )r; „e st„d eigentlich das, wiis man i» Wcstindic» ZiFttvros nennr. 92 unaufhörlich und gewaltig viel Schokolade daselbst trinkt, die man zur Erfrischung bey allen Besuchen aussetzt. Indeß ist weder der Kakao noch der Tabak ein einheimisches Produkt der Philippinen; sie wurden erst aus Neuspanien Hieher verpflanzt. Auch Wachs könnte man aus Manilla ziehen, weil die Gebürge voll von BW nen sind, die es in grossem Ueberftuß machen. Alle Flüsse führen viel Gold, welches beweist, daß es da Goldminen gebe: Die Indier, welche sich auf das Goldwaschen verlegen, gewinnen dabey dreyßig Sols des Tages. - , Eisen giebt es da in gediegenen Massen ; aber es ist mit einem andern Metall vermengt, welches daßelbe weicher macht als das unsrige: Man verarbeitet es so wie man es findet. Auch trift man Magnete, und hübsche Marmorbrüche an, aus denen der Marmor herrührt, mit dem die Kirchen geschmückt sind. Auf Mindoro haben die Spanier nur einige kleine Besitzungen. Viele Reise-beschreiber habm dic Sage verbreitet als wenn die Einwohner dieser Insel hinten Schwänze hätten; das Wahre an dcr Sache ist, daß sie ein etwas langes Steiße bein haben. Die wichtigsten Besitzungen der Spanier auf panay sind Ilo-Ilo und An-tige, welches letztere der einzige bequeme Ort zum Ankern auf der Insel ist. Antige liegt auf zehn Grade zwey und vierzig Minuten der nördlichen Breite. Die Rhede ist zehn Klafter tief, und ziemlich weit vom Ufer entfernt: In dcn Monaten November, Dezember und Januar können die Schiffe ohne grosse Gefahr nicht dar< auf ankern; denn zu dieser Zeit wehen die Süd-wcst und Westwinde, welche seitwärts darauf hinstürmen, und die See sehr anschwellen machen. Das frische Wasser für die Schiffe holt man aus einem Dinen a/gen Norden gelegenen Bach; es ist zwar ciü grösserer Fluß welcher der Schanze statt eines Grabens dient, und den die Fahrzeuge weit hinauf rudern können, aber sein Wasser ist auch bey der kleinsten Ebbe doch im-mer salzig. Die Bewohner diestr Insel sind arbeitsamer als die auf Luzon; sie verfem tigen aus Baumwolle und dcn Fascrchen einer im Lande wachsenden Psiauze Schmips' tücher und Leinwand, davon sie die gröbste zu ihrer eignen Bekleidung brauchen, die übrige aber an die Bewohner der benachbarten Inseln verhandeln. Uebrigens ist Antige den andern Philippinen allen ahnlich: Die fruchtreiche Na- 93 tllr verschwendet hier ihre Geschenke, und der Bewohner giebt sich nicht die mindeste Mühe dieselben zu benutzen, weil die Regierung keine Anstalten macht, ihn vor den Näubereyen und Plünderungen der Mohren sicher zu stellen, welche ihn ohne Unterlaß beunruhigen und ihm seine Fischerkähne sogar von der Rhede wegnehmen, die nur durch ein hölzernes Fort und einc darin liegende Garnison von zwanzig inlandischen Christen gedeckt ist. ' . Diese Insel hat viel Wildpret, aber wenig Fruchte; schlechte Kokosnüsse und Bananen sind die einzigen welche die Einwohner ziehen. Man findet daselbst eine grosse Menge Hirschen, Eber, und wilde Schweine; die Büffel, Ochsen und Pferde sind so gemein, daß man sich nicht die mindeste Mühe giebt, l^ einznschliessen, oder für ihre Vermehrung zu sorgen: Die Pferde laufen uneingeschränkt umher, und haben Keinen eignen Herrn, sondern gehören jederman; sobald je-Wand eines vonnöthen hat, fängt er das erste welches ihm entgegen kömmt, und läßt >es wieder laufen, sobald es ihm den nöthigen Dienst gethan. Die Luft ist auf der ganzen Insel ungesund, weil diese unbebaut und voll Mo,' ^ste jst. Ma,, glaubt, es seyen reiche Goldminen auf derselben. Auf den Küsten dcr Insel Mindanao haben die Spanier mehrere Faktoreyen; "Wien sich aber nur durch immerwährende Kriege gegen die vielen auf dieser Insel laschenden Könige erhalten, davon bis itzt noch keiner die Spamer für seine Oberher-"n crbannt hat. Der Hauptort der Spanisthen Besitzungen auf Mindanao, ist Sambuange , we<.)es auf dcr südlichen Küste der Insel liegt. Nach unsern Beobachtungen liegt eS )uuden und zwanzigsten Grad dreyzebn Minuten der Länge, und unter e^ten Grad vicr und fünfzig Minuten der Breite; welches einen merklichen "'l>)ttd gegen die Angabe des Herrn le Gentil macht, der die Lage dieses Platzes, vcmmchllch nach einigen unrichtigen Spanischen Karren, auf sieben Grade zwanzig Knuten der Breite ansitzt. Die Spanier haben an diesem Platz eine sehr feste Zitadelle aus gehauenen und gebackncn Steinen aufgeführt, welche die Rhcde wohl vertheidigen kann. Dis Ein: vo)ner )abcn »hre Häuser innerhalb einer Umzäunung von Palissaden, die sich ei- an die Zitadelle, l,nd anderseits an ein kleines aus Holz errichtetes Fort 94 anschließt, worin vierzehn Kanonen sind, mit denen man die umliegende Gegend, be-streichen kann. ' Sambuange kostet den König von Spanien ziemlich.vicl, ohne ihm das mindeste einzutragen. Man hat diesen Posten hergestellt, um den Einfällen der Mohren von Polo und den benachbarten Inseln zu wehren; ungeachtet dessen wagen sich diese letzter" doch oft bis cms die Rhede vor Antige und Manilla, und nehmen nicht bloß die daselbst befindlichen Fischer und Fahrzeuge, sondern auch wohl reich beladene Schisse weg: Ja, sie trotzen sogar die Einwohner von Sambuange selbst; landen in einer Ferne wo man sie nicht mit Kanonen erreichen kann, und verfolgen dann dieselben bis nahe an die Palissaden: Darum getrauen sich diese Unglücklichen nicht aus ihren Wohnungen heraus? zukommen, und bauen ihre Felder uur unter dem Schuh einiger Kanonen, die sie allemal mit sich führen, wenn sie ihre Aeckcr bearbeiten. Der Boden ist fruchtbar, braucht we^nig Arbeit, und trägt besonders vicl Reis. Ochsen sind in Menge da, und sehr wohlfeil: Der König hatte einige iu cine grosse an Sambuange stossende Ebne emfchlicssen lassen; und sie hatten sich so vermehrt, daß ihrer bey meiner Durchreise an die sechstausend waren. Um sie vor den Mohren zu schützen, hatte man ill Mitte der Ebne ein hölzernes Fort angelegt, und mit acht Kanonen besetzt. In einer andern Ebne, die von der eben genannten durch eine Berg/ kette getrennt ist, haben die Spanier eine Pferde- und Büffelzucht angclegt; und auch diese Thiere haben sich ganz ausserordentlich vermehrt. Beyde Ebnen sind mit einer dünnen Waldung umgränzt, darin es viele Hirsche und wilde Schweine giebt. D«e Flüsse dieser Insel fuhren, so wie die auf Luzon, cbenft.lls viel Gold. Bey Sambuange wachst eine besondre Art von Kokosnüssen. Der Baum, welcher dieselben trägt, ist dem gewöhnlichen Kokosbaum vollkommen ähnlich ; a ich die Frucht ist gleich der gewöhnlichen Kokosnuß gestaltet, aber nicht vollends so dicke, und ' hat keine so gar zähe Schale wie dieselbe, sondern ein Fleisch das dem Fleisch der M-tischoken ziemlich nahe kömmt, und ganz den Geschmack derselben hat. . Vielleicht haben wir es auch darum niedlicher gefunden, weil es uns fremde war. Wenn man diese Frucht auf dem Baum überreif werden läßt, so verändert sie ihre Natur, und wird fastricht; in diesem Zustand hat sie einen herben Geschmack, und ist nicht mchr 95 Mießbar. Ich habe sechs solcher Bäume auf die Insel France verpflanzt; sie sind aber alle zu Grunde gegangen. Im sudlichen Theil von Mindanao ist ein Vulkan, der unaufhörlich brennt, und den auf diese Höhe kommenden Schissen zum Wegweiser dient. Die Insel Folo jcheint der Granzpunkt zwischen den Philippinen und den Mo-lukken zu seyn. Die Holländer behaupten, sie gehöre zu den letztern; dagegen sind die Spanier so überzeugt, sie sey eine der Philippinen, daß sie es schon zu wiederholten,-malen versucht haben, sich alls derselben festzusetzen: Da sie diesen Zweck durch Gelim dlgkm nicht erreichen konnten, wollten sie sich mit Gewalt davon Meister machen; aber alles war fruchtlos, die Bewohner von Polo unterwarfen sich ihnen niemal. Die Engländer hatten auf eincr kleinen ostwärts von Polo gelegenen Insel eine Faktorey, mußten sie aber verlassen. Die Franzosen hatten sich dort festsetzen können; der König dieser Insel wollte der ^ "ton seine Freundschaft bezeugen, und verlangte sogar die Französische Flagge. Ich ^an e aber, die Franzosen haben besser gethan, daß sie sich nicht daselbst niederliessen: ^ >'n jle wurden doch übcr kurz oder lang zum Opfer der Landesbewohner geworden mütk' "'^ ^ kriegerische unbändige Leute sind, obwohl ihr Beherrscher ein gut-/lger Mrst ist. mdess - '"" "'" ^^" 2nsel, von etwa dreyßig bis vierzig Meilen im Umkreis; ^ - , ""^ ^^ daß sich eine Europaische Nation darum bewürbe, weil sie vermöge ihrer 3a.>a, >" ^ . '"'" Gewürzbau und Handel sehr bequem ist. — Sie bringt viele ^ en, auch Ambra hervor, und hat eine Perlensifcherey. Ihr Hafen dient den l )ren, welche als Seeräuber in diesen GewWrn herumstreifen, die Schiffahrt der a.ucr stören, und bey ihren Einfällen die Leute aus den Kolonien derselben als ""-'" "Ut sich fortführen, M, Zufluchtsort. Die Küste hat immer so viele Fische, le Bewohner derselbeu zu ihrer Nahrung brauchen; auch fiudet man Vogelnester "auf, welche die Chineser sehr hoch schien. Von den Molukken. von ^" ^°l"kken machen einen beträchtlichen Archipel aus, der sich der Länge nach ^ava b,s gegen Neu-Guinea hin erstreckt: Die Papus-Lander, welche nur Ko- lonien der Bewohner von Nen? Guinea sind, hangen davon ab. Die Holländer best hen auf allen Inseln dieses Archipels Faktoreyen; aber anf Banda und Amboina haben sie auch Festungen und ansehnliche Besitzungen. Um den Gewürzhandel ganz ausschliessend für sich allein treiben zu können, haben sie sogar die benachbarten Inseln, auf denen auch Gewm'z wuchs, mit Feuer verheeret: Aber ihre Bemühungen waren vergeblich; den alle Molukken, die Papus? Länder, und selbst Neu.-Guinea, tragen Gewürz, und werden dergleichen tragen so lange sie in der Welt sind. Da die Franzosen diese Produkte einhandelten, suchten sie dieselben weder auf Banda noch Amboi-na, sondern auf Gebi und Moar. Die Französischen Schisse flüchteten sich in den Hafen von Gebi, den beßeen auf allen Molukken, den die Holländer nicht einmal kann-ten, weil ihn die Franzosen unbewohnt antrafen. Sie setzten sich daselbst fest, wähl reild daß die Könige von TNaba und parania, und der Sultan von Cidor ihnen die kostbaren Gewürzbaume verschafften, welche sie anf die Insel France verpflanzten/ wo sie vollkommen wohl gedeihen (wie ich schon oben in dem Kapitel von der Inftl France bemerkt"habe); und nach Cayenne, wohin sie nicht lange nachher auch eini-ge brachten. Die Bewohner der Molukkischen Inseln sind überhaupt braungclb: Sie haben viele Aehnlichkcit mit den Malaien, von denen sie, allem Anschein nach, abstammen': Sie rcden die gleiche Sprache, und haben die gleichen Sitten wie jene; sind weichlich, und dabey doch grausam und unbändig, welches vielleicht eine Folge ihrer hcrumirrest den einsamen Lebensart ist, die sie aus Furcht vor der Holländischen Sklaverey bestäw dig in den Wäldern führen. Die von ihnen bewohnten Inseln sind fruchtbar, werden aber nicht angebaut; denn die Molukkaner leben bloß vom Sagn, der auf diesem M chipel auch ohne Kultur in grosser Menge wachst. Die Religion der Molukkaner ist ein verdokbner Mahomedismus. Nur die Weiber und die Priester tragen Kleider; die Männer bedecken bloß ihr Haupt mit einem bunt bemalten Hut aus Blättern des Latanier; ein schmales Stück Leinwand zur Bedeckung der Schaam ausgenommen, ist der übrige Leib ganz nackt. Die Weiber kleiden sich in einen langen Rock, oder eigentlich eine Art von Sack bhne Falten, welcher sich vorne zuschließt; arch tragen sie ungeheuer grosse Hüte, welche sieben bis acht Schuhe im Umfang haben: Diese Hüte sind oben platt, "«d mit 97 nut Muschelwerk und Perlenmutter verziert; mttm dient ein drey Zoll hoher Zirkel stau des Hutkopfes, und macht ihn fest auf dem Kopfe halten. Diese Weiber gehen luemal aus, sondern leben stets in ihren Häusern verschlossen. ' Die Priester tragen ebenfalls lange Röcke wie die Frauen, unterscheiden sich aber durch ihre Mühen, die oben spitzig zulaufen. Beyde Geschlechter tragen an ihren Armen Ninge von einer Gattung Porzellan? Nuscheln, die sie durch langes reiben auf einem Stein in die gehörige Form schleifen. Ihre Waffen sind Bogen und Pfeile, Köcher und Schild. Der Bogen ist aus «Mem sehr leichten, fastrichten elastischen Holz, und mit Ringen aus geflochtenem M verziert; auch statt der Sehne brauchen sie dergleichen zubereitetes Rohr. le Pfeile sind aus leichtem elastischem Schilfrohr, und die Spitze aus einem schr ^n zackigten Holz, manchmal auch aus Fischgräten oder den Floßfedern grosser Fi? ^ Die Köcher sind aus Baumrinden; die Schilde aus einem schwarzen sehr har? ' Holz, und mit Bildern von erhabner Arbeit aus kleinen schönen weissen Muscheln öMt. Dj^ Schilde sind lang, und in der Mitte schmaler als an beyden Enden. "Hre Schiffe haben eine wohlausgedachte und besondere Bauart. Sie sind sie- a'g bis achtzig Fuß lang: Die beyden Ende sind ungemein hoch, und reichen wohl le zwanzig Fuß über das Wasser empor; das Steuerruder ist weiter nichts als anderes gewöhnliches langes Ruder, das aussen am Schiff angebracht und aufeinem ernste gestützt ist. Das Schiff selbst besteht aus einem Haufen Bretter, vie weder und ' ^ ^'^ «och zusammengenagelt, sondern platterdings neben einander gelegt, t-.,^ ^. " ^" ^ Rottana zusammengebunden sind: An beyden Seiten des Fahr, Kruges slnd zween k« - ' "' yonzontale Flügel festgemacht, welche dasselbe bey anschwellender das ^ s "^" "üsse". Queer über diesen Flügeln sitzen zehn Männer, welche best l"^^ '" Bewegung sthen, und es unglaublich schnell forttudern: Ihre Kunst h . ^ "^ ^ "lle zugleich und mit vollkommner Zusammenstimmung ihre Ru- . . "^l senken; und ohne Zweifel singen oder schlagen sie eine Art von Tam- , ^ayrend dem sie rudern, nur in der Absicht, damit sie in ihren Bewegungen ge-w^s- ' ""'""""iM- Die Segel dieser Schiffe bestehen in einigen langlichten Matten, welche queer über den Mast hängen. ^,/^ ""^ ^ Nachbarn der Molukkaner sind, weil sie die nahe an (II. Theil.) ' m Y3 Nnll Guinea liegenden Inseln bewohnen, haben weder die Sitten noch sonst irgend eine Gleichheit mit den letztern; sondern sehen vielmehr den Kaffern von Guinea auf der Küste von Afrika ahnlich; daher auch ihr Vaterland den Namen Neu-Gmnea erhalten hat. Man kennt sie noch sehr wenig, weil man selten auf ihren Inseln law det. Sie sind stark von Körper, lang gewachsen, und glanzend schwarz, obschon ih-re Haut holpericht und rauh ist; sie haben grosse Augen, eine eingedrückte Nase, einen übermäßig weiten Mund, sehr dicke Lippen, besonders die Oberlippe, krause und glänzend schwarze Haare. Der Karakter dieser Wilden stimmt auch mit ihrem äusserlichcn Anfthn überein: Sie lieben den Krieg, und sind tapfe-r und grausam gegen ihre Feinde. Auf den Molukkcn und Philippinen giebt es viele feuerspeyende Berge, welche vermuthlich nur abgetheilte Ausbrüche eines einzigen gemeinschaftlichen Feuerschlundcs sind. Der beträchtlichste davon ist der auf Siao ; er bedeckt bey seinen heftiger» Ausbrüchen alle benachbarten Inseln mit Asche» ^ 99 A ch t e s K a p i t e l. Tagebuch einer Reise nach den Molukken. ^^^an wurde mir vielleicht den Vorwurf machen, daß ich der Aufschrift meines Werks nicht entsprochen habe, wenn ich nichts von meinen Reisen meldete. Die "sen nach der Insel France, auf Koromandel, und nach China, enthalten nichts inte; Dantes; sie sind alle schon so bekannt, daß ich nur Dinge wiederholen müßte die )on mehrere Reisebeschreibcr gemeldet haben: Besonders hat Herr von Apres diesen 'egenstand vollends erschöpft. Ich will also nur meine Reise nach den Molukken auf-e'Men; und dieß von der Abreise von Manilla an, welches der interessanteste Stand- " t O. I^des Tagebuch ist aber so unausstehlich trocken für den Leser, daß ich " Gr befunden, dasselbe zu unterdrücken, und bloß die Tabellen der Reiseroute, «er Ns>' <. . nn e, und der zur Seefahrt nöthigen Beobachtungen diesem Werk einzuverleiben; ey ,ch wich ^ Absicht der historischen Nachrichten auf meine Reise nach Neu- "a ) beruft. Das folgende Tagebuch wird nicht bloß den Seeleuten, sondern ") den Erdbeschreibern dienlich seyn, um diesen Theil unsers Erdballs, der auf den ms bekannten Landkarten so fehlerhaft gezeichnet ist, zu berichtigen. Ich will die er Inseln nach den Karten des Herrn von Apres verbessern. Zersetzung ist im I«hr ,777 bcy Wepgand in Leipzig gedruckt. loo Tabellarische Anzeige Der Fahrt der Flute die Insel France, und der Rorvette die Nothwendige; der winde/ und andrer zum Seewesen nöthigen Beobachtungen. Abreise von Manilla den 28 Dezember 1771. (Man muß bemerken, daß die Rede allemal von dem Stand des Schiffes zur Mittagszeit ist; und daß dle Aufnahme -von der Lage der Inseln u. f. f. tu eben dieser Stunde unternommen wurde.) Monats- Damals Lauf des vermuthl. Beobacht. Anmerkungen. TM. M'sch. Winde. Schiffes. Lange. Nordl. Br. December 28. N. N. O. S. S. O. 14" 6' Frische Ninde. N. O. S. 118° lH^ Die Richtung der Wasserströme geht gegen Süden. Ansicht der In- sel Mindoro südwärts. 5 ° O. N. O. O. 40" S. 48' Aufgenomen die Mitte von den In- seln der Vank Appo gegen S.27«W- Zufolge der Aufnahme und Brei- te , sind diese Inseln auf dm Karte dcs^r. d' Apres 14^ zu weit süd- ^eranderl. von wärts angesetzt. 3!» O. N. O S. 118° 39^ 12» Die Wasserströme haben uns 8^ gege S. O. gegen N. u»d 5 < gegen W. ver, Aufgenommen die Inseln der ho- hen See (I«5 il».'5 c!u lnrF«) , V0N W. 29 « S. gegen S. 4> " O. Januar. die Inseln Ambola von E. 31 ° O. 1772. gegc« S. 360 O. 1» S. 0 S 42^ O. 2. Vcranderl. vvil S. i>. gegen S 11° 55' Zufolge der Aufnahme u. d. Brei- O. N. O. te, ist die südl. Spitze von Ambola und Mmdow um 14^ ;u weit südw. Verändert. von Abweichung N. W. '". 5. N, O. r/4 N. O< 32' S. 119° 54' 11° 24' Aufgencmcn die nvrdl. Epitze der gtge N. O. Insrl Panan gcgcn N. ^)« O. l^4 O Zufolge d. Breite u. d. Au^nahinc, müssen d. ^arabacs-Inseln um 3- Meilen gcgen N. O. ,/4 9». N^ 4- Veranderl. von O. ?l. O. S S. O. ,1» 14 < rlickgefel't werden. Ungleiche und verändert. Winde- 5. N. N. O. S» 7c l> O. Hl)" ^Q^ Frische Wmöe u. hcitcrer .yinn's. ". und 7. N. N. W. S. W. 42, Geanfevt auf der Nhede von Anti- Mfcnch. m gua auf der Inscl^anay dcn ? "M Antigua, bis 4 Uhr, auf 25 Klafter fä,I:',mmichl auf den 14. ten Grund ; die Flagge dcr Hcsiung siand uns gtt;e O. <«" a»s > ??,>'>"- Tabellarische Anzeige der Schiffahrt, der N)mde. u.s.f. Monats-Tage. Damals herrsch. Winde. Lauf des Schiffes. vermuchl. Lauge. Beobacht. wrdl.Vreit. Anmerkungen. Januar Verändert, von O. N. O. S. 23° W. 119° 53^ An der Neger-Insel vorhevqese- Men W. N.W. gelt: Die Ströme haben uns 10' gegen Westen und 8^ gegen Süden '5 S. 330 15' O. Frische Winde und Regen: Die Ströme oder die fehlerhafte Lage der Neger - Insel haben uns b^ ge- gen West verirrt; die südliche Spi? tze muß auf 9° 8' seyn. N. O. 8° 32' Ansicht der Insel Mindanao von nid n^ch Sc»!ne>l!U!5 O. S. 0. gegen L. S. W. Die gam; bis VtitMl,. Stt'ömc zielen gegen W. E. 3.° 451 W. '? N, O. S. 18« ZQ^ W. 70 ,^< Aufgenommen Voulon - Lampo gegen S. 2« O. die Haasenohren- Insel gegen S. 43° W. auf 4 Meilen. N. 0. S. 4« 40^ O. Um 8 llhr Abends im 5afen Kal- drra auf der Insel Mindanao auf 4s, Klafter Kieo^md Korallengrund gcankers. Das Anterlau riß eutjwey. S. W. S. O. i^ O. 6" 54' Um 1 Udr Nachmittag auf 35 Klafter Grund von grauem Kies mil Korallen vermischt, gecmkert zu Eamblianqe auf der Instl Minda- Afrnchült zu nao ; der Thurm von Sambuange lns auf dc«, stand uns gcgcn O. N. O. "leu Fcbr. Februar W. S. W. 120" ^j,' Zwischen den Inseln Libako und Sakol durchgesahrcu, indem wir uns ohne Ecql'l treiben liessen. Um 2 Uhr nach Mitternacht rollte ein Wasscrstrom vorbr», der von N. O. gegen S. i>. strölnte^ und die See so gia'iuend machte, als ob die Sonne aufgehen wollte. Veränderlich 5. 28° S. 12 1 c> y.' Hausiger Regen, Doiier, und Blitz. von N.0. gegen ?l. N. O. O. 2Z° S. 5« 48' Regen. Veränderlich von O. S. Q. O. ü» 24' S. 122 0 K^ 5° 48' Nack der Amnchmc und Preite, 3inde, n. s. f. Monats- Damals Lauf des Vermuthl. Beobacht. Anmerkungen. Tage. herrsch. Winde. Schiffes. Länge. uördl.Vreit. Februar Veränderlich '4 von Norden O. 14° 20/ O. 3° 57' Negen und Sturmwinde. Die gegen N. O. Strome habcu uns qegen Süden «erschlagen. SiidwattS bey Sa^ nng.nn vorb-'lMsegelt; die Ratten- ^njeln an ihrer Mille gegen yc. 30° O. aufgenommen, die Runde ^nsel gegen S. 22« ^>. cben so; die Vugis - Inseln qeqm S. ^4° 0. gesehen, auch den Vulkan auf Mindanao. N. O. S. ^ 15/ O> 123° ^^ Bey Aufgang der Sonne ^Erb- sen - oder Hnyncr- Insti aufgenom- men von S. O. gcgen S. 240 W. den Vulkan auf S:ao gegen S. ,2" O. d,e südliche Epwc von Taoo- landa gegen S. 2° O. Nach unfter Ausnahme und unsrer Breite inusi du N. O. Spiße von Siao auf 2" 43' N. Breite liegen. Veränderlich 16 von N. O. S. 36« O. Aufgenommen bev Aufgang der gegen N. Sonne die Inst! Miao von S. i ü" O. gegen E. 20« O. Südliche Breite. N. N. W. S. iZ° O. 124° 4^ Aufgenommen die ^njcl Coucv gegen W. 27° S. dic^üste Vamo von O. 90 S. gca^n O. ,6« E. Dayren-Eyland gegen 0. l^°;o' S. Umsegelt Groolh Tavali und Vachiam. Veränderlich !8 von N. gegen N. O. 37" S. 126° 16/ Aufgenommen die ^nsel Karkck N. W.^ zweifelhaft gegen S. 4c 0 O. Pulo - larcicn '>') gegen O. 400 S. Pulo-Piss.nig gegen 0.71° S. auf 5 Meilen; die ^nsel Garzia vrn S. lZ" W. gegen S.2c)0 W. Dm chgesegelt nordwärts von Obp eine Meerenge, >l eliye wir d,eFranzösische Meerenge nannten. Nach unfttr Vnsnahnie mußPu- Veränderlich lo-Plssang auf 100 2Z' liegen. 19 von W. N. W. N. 41° O. I2Ü0 5^ Vey Aufgang der Scnne aufge- gegen N.N.W. nommen'Wo-Gap gegen '> ic.« > S. DieInse! Oueby vm, 0.33" N. gcgcn N. >4"W. Wir konnten auf der Insel Gucby nicht a'ckern, weil wir nicht nahe gcnug mi das Lmid gefahren waren. 20 N. N. W. W. 44° S. Aus der G. O. EpiNe der Nhcdc der Instl Gueby geankert auf 20 " Pulo heißt Insel. I0Z Tabellarische Anzeige der Schiffahrt, der Winde, u.s.f. Monats Damals Lauf des Vermuth l. Beobacht. Anmerkungen. Tage. herrsch. Winde. Schisses. Lange. südl. Breite. Hedruar Klafter und einem Grund von klei- Veränderlich nen verfaulten Korallen. 21 von W- S. W. S. 30« 15' W. 38' gegen N. W. 23 N. W. W. 250 N. 126« 15" Veränderlich 23 von N. gegen S, O. 100 S. Geankert ln einem sehr schönen N. N. W. Kanal, den die Insel Guebp und Faor bilden, auf i5 Klafter san- Aufenthalt dichten Grundes. aufÄueby bis «ttf den 2 ten Merz 2 N. N. W. W. 28° S. Veränderlich 3 vonN.W.gegen W. 36" N° Aufgenommen bey Sonnenauf- Äi. N. W. gang Pulo-Moar von N. 19" O. gegen N. ,^c>l> Zo' O. auf3 Meilen. Die Spitze von Patanie von N. Veränderlich 3« O. gegen W. 37° N. 4 'ou Ä^. O. gegen N. 53° 4^ Geankert auf Pulo-Moar auf 24 Klafter Grund von Korallen und ^nthalt verfauUem Muscbelwerk. ^c'oar bis «uf den 8. 8 9 O. iy° S. Geankert in dem nämlichen Ka- berichtigt nal der Insel Gueby. Die Länge wurde durch den Ab- stand des Mondes gegen die Sonne Aufenthalt M Gueby bestimmt. bls auf dcn 7tcn April. April 7 N. O. S. 2^« W. 1240 2' 27< Im Abfahren von der W. Seite 8 auf eine Korallenbank gelaufen. «'s' V). S. 19« W. 123« 2Z/ Aufgenommen bey Eonuenauft aana die Insel Boa von 5. i«» S. 'qcqen O. 4" S. auf 5 Meisen ; Pu- lo - Pissang von S. 1«° W. gcaen S. i^"W.; Pulo'Parncn geqen S. 3" W.; Pulo -Karkck qegcu S. 4" W.; noch mehrere kleine Inseln gesehn. 9iach wiederholten Beobachtun- gen muß Pulo-Mang auf i° 23-liegen. Abweichung N'. O. 1" 21^. io4 Tabellarische Anzeige der SchAchrt, der Winde u. s. si Monats- Damals Lauf dcs ^ermuthl. Beobacht. Mmerkunqen Tage. herrsch, Winde. Schiffes. Länge. südl. Breite. April Veränderlich 9 von N. O. S. iHc, ^./ W. iHHN 27^ 1° 44/ Häufiger Regen. Ansicht p«n gegen N. Geram von S. O. gegen S. S. W. , Vermuthliche Abweichung N.O. Veränderlich 10 von W. gegen S. 270 W. 123^9^ 2" 8" Aufgenommen Oby-Major von N. W. W. 30° N. gegen W. ;8" N. Veränderlich li von N. W. W. ,9" S. 122° 35/ 2° 191 Anjlcht der Insel Vomva gegen gegen W.S.W. S. 43° W. 12 W. N. W. W. 2z« 15, S. 122« n< 2« 34^ Aufgenonnnen die Insel Kelam von S.6«O.gegl.'n S. lo«W. Die Insel Mauipa gegen S. 5" W. Die Insel Bouro von S. 28° W. gegen E. 37° W. 2« 34^ 13 N. W. W. 121° ^ nach den Donnerwetter mit Nc^en o!?ne Sternen Winde; aufgenommen dte Xülla--2° 3Z" Inseln von W. 5" N. gegcn W. 42° N. 14 N. W. W. 25" 2o< S. 121" 41^ 2» 49^ Abweichung beobachtet N. O. beynahe windstill 1° 32^ Veräi'derlich 15 von N. S. 270 30' W. l2i" 29' 3° 35^ gegen W. iü N. W. S. 9« 45^ O. 121° 34< 4" 5^ Ansicht dcr Insel Amblm gea.cn O. 26° N., welches nach unsern Beobachtungen ihre Vreite ans 3" 5V besii^nmr, und die südlichste Spitze von Bolt?o anf 3° 5 ^ Breite. Abweichung beobachtet N. O. i"< 1? N. W. S. 32" iZ' O. 122" 4" 52^ Beobachtung einerMondsfinster-niß; nm 11 Uhr 58' ivar der Mond ! ganz verfinstert, um 1 Uh? 2 5' war ! er in der Form stines ßunehmens, und um 2 uhr i 5^ ausser dem Schatten. ,8 N. W. S. y" O. 122° 12^ ü" 11' »9 N. W. ^ S. 3« 4«' W. 122° 8' ü<> Zi' Ansicht v^r f^,, Inseln in W. S. W. 22 W. N. W. W. 35° 45' S. 1220 42' 7° iQ' Regnicht. Veränderlich -! ven W. N. W. N. 42° 3°' W. 121° 41' 6° 13' Stlmn mit Regen und Vlik vw gegen W.S.W. mischt. 22 W. S. W. N. 44° W. i2l° 37' 5° 42' Windstille. > Veränderlich > -3 uon W.S.W. S. 25° W. i2l° 29' b° 3^ Ansicht von vkr^hn Inseln, wel^ » gegen S. S. W. > chc ich 5/,r dic Inseln Kampin- .voo-> r» halle. > -4 S. S. O. W. 44° S. ^ '22° 5K/ 6° 391 Eine Veobachlnng dcr Länge > durch den Abstand dcr Sonne vcn IQ5 Tabellarische Anzeige der Schiffahrt, d:r winde, usf. (u. Cyen.) O Monats- Damals Lauf des Vermuchl. Beobacht. Anmcrkunaen Tage. herrsch. Winde. Schiffs. Lange. sndl. Breite. '^'^u dem Mond angestellt, denn Äuft lösung i25« .0^ q^'g^: Osten von dem königlichen Observatorinm ni Paris betrug, welches uns einen Unterscheid von 4" 34/ giebt, welche ich für den Rest meiner Reise berichtigen will. Ansicht der Vub kansinsel in O. 7" 3^ S. auf l, Meilen; gemäß unsern Beobachtungen liegt also die Mitte der Vulkansinscl auf i)" 42^ südlicher Breite, und 124» 50^ der Lange. 25 S. O. S. 27° W- 124N 5^ 7« 22^ Aufgenommen die östliche Spitze berichtigt der Tafelinscl gegen S. ,;z" W. Abweichung beobachtet N.O.2" Zv^. Veränderlich 2" von S. O. W. 4l° S. '240 26^ 70 4^ Die Richtung der Strölne gcht D gegen S.S.W. gegen W. > Aufgenommen die Insel Wester, I von O. ^" N. gegen^S. 2^ zo^ ß O. Pulo - Vabv von S.' ° ^«^ I. 8 gegen S. ?° 0. Die Insel Kesi 8 '" ser von S. > ou W. gegen S. 20" A5. Die Insel Ombay gegen W. 27» S. gcgcn 'N. 43" S. Veränderlich 2? wn S. O. S. 34° W. 124° 3^ 8" 1^ Ansgcnommcn Timor gegen O. gegen O. S. O. ,40 S. gegen S. 38" W. ^ S. O. W. 39° S. '^" 4?^ 8° 23^ Beynahe windstill. ^^ E. W. W. 33N 3^ S. 12,^0 ^,/ 8° 2,' ^ S. W. 28° 2u'S. ^22° 54' 8« 59' Ausgenommen die Insel Panta-rc gegen N. l« O. Vkoussi gegen E. ,^O. Pulo-Bato geqcn > S. 24" W. Die Insel Lmubcau » von W. 32« N. gsgcn W. 45" N. « ^l^y Die Nicbtung der Ströme geht t ^ . gegen S. und W. ^er«ndcMche S. 4l° W. ^1" ^ 9° ^8' D!c schicklichsten Wendungen gemacht , um aus der ^« eercnge aus^ 2 _^ zu.'. W. ,/4 S. W. '170 58' ,2« 9' Abänderung der Morgemvcite! ^ O. W. ,/4 C. W. nZ° 5«' 12« 40' ^ O. W. ,^4 S. W. "40,0' '3° 5^ Abänderung der Morgcnwcite 9^H W. 1/4 S. W. 1,2^41' 13° 40, Abänderung derMorgewcite i« 36'. io5 Tabellarische Anzeige der Schiffahrt, der N)inde, u. s. f. Monats- Damals Lauf dcs Vmnuchl. Bcol'acht. Anmerkunaen Tage. herrsch, Winde. Schisses. Lange. sü d!. Areite. May 8 S. O. *' W. l/4 E.W. 3" W. 108° 48' 14° 33^ Vermuthliche Abweichung N.W.2". Veränderlich y von S. O. W.l/4S.W.I°i5W. ,07° 8' 14« 48^ Abänderung der Morgenweise °4^W. ^2° 47^ 15° ^^/ Abänderung der Morgeweite 3" 56^. 12 O. S. O. W. l/4S. W. 2«W. 100° 32^ 15^56' Abänderung der Abendweite 2° 55^. !,? S. O. W.>/4S.W.2"i5W. 98° 33' 16" 14/ '4 S. O. W.l/4S.W.^45^W. y6" 23^ iü« 34^ ,5 S. O. W.'/4S.W.l"45W. 94" 52' ib° 44' 16 S. S. O. W. 1° S. 93« 47^ 16" 48^ Regnicht Wetter, veränderlich 17 S. O. W,i/4S.W.i"3o'W. Y,° 26' ib« 58' «8 S. O. W.,/4S.W.2<"5'W. 89° 27^ , 17« 16^ ^9 S. O. W.>/4E.W.i"45'W. 86° Z5' 770 28' 20 S. O. W.'/4S.W.^45'W- 84° -3' 17° 4^ Veränderlich Veränderlich ^ ^ ^ ^, ^ Vermuthliche Abänderung am -I "on D. W. 1/4 S. W. 4" S. 8 l° 44' i8° 2c/ Fuß des Zenniur 40 10'. Der Mor-gegcn i^. le>. v. ^ ^.^^ . genweile 3" 2°' zweifelhaft. 22 0. W. '/4 S. W. 7?° 23' iy° 1- Vermuthliche Abänderung N.W. O. W. 50S. 7704^ '9° 8> ^ Der Abendweite 3«3l.. 24 O. S. O. W. 4° 29' E. 76° 6" 1^22' Abänderung der Abcndwcitc 4« . 4,^. Der Morgenweile 4" 23^. 25 O. W, 4" 30' S. ?5° 5' iy" 32' Abänderung der Abendweite ^ 32^. Der Morgenweile 5° 20^. 26 O. W. 4"" S. 74« i2^ 79° 27^ ^ ^- W. '" 22> S. 72° c/ l()° :9' Vermuthliche Abweichung N.W. 7". 28 Q. N. O. W. 3° 3°> S. 70° 12' ,y° Zü' Reicht Netter. ^ Veränderlich 29 N. N. O. W. 1" 45,' N. 68° 43' ^/' 19^ Veränderlich '° gcgm'S.O. ^'^^' ^''^ "° '' AbanderungderMorgcweite8"4'/. ^ S. O. W. 3" 30' S. s'5" 4°' .9« 5?' Vermuthliche Abweichung 9° 30'. ^Aufgcnoinnicn ;u Mittagszeit die Insel Nodrigc von N. 37° W.g^ gen N. 4^' W. 8uft'lge der Auft nahüie nnd wir anf ü," de,'^in< ge, welches mich um 4" 2!' wei-^, . ^ ^ ter westwärtci versetzt, als ich per-Iumus. nuiwet hatte. 1 O. O. W. >S. 58" 3' 19" 36' Abweichung N. W li« "°> bcrichligt i 2 S. e. W.'/4S.W. 30" S. 55" 22' 20"" Aufgenommen die Runde ^nsel i l>on W. 37^ ?<. gegen W. 4c/' N. ^ Die SchlaiigenHnscl qegcn ??. 4" 30' W. Die MicksieLandstüftc der ^njel France gcgen W. 2^" S. '. ! Ankunft. N$> P. ifo/tfwatnituiij. ^^^^^T^r Reise nach Ostindien -»° Thina. Fünftes Buch. Neu entdeckte Gegenstände aus der Naturgeschichte. Erster Abschnitt. Von den vierfüssigen Thieren. Der Aye - Aye "). (LXXXVI. Tafel.) «X^leses vierfüßige Thier hat viel Aehnlichkeit mit dem Eichhörnchen; ist aber doch "rch einige wesentliche Kennzeichen von demselben unterschieden: Es gleichet auch eini- lassen dem Maki und dem Affen. Der Aye-aye ist vom Kopf bis zum Schwanz achtzehn Zoll sechs Linien, und "l Schwanz desselben anderthalb Fuß lang. ^ hat an jedem Fuß fünf Finger, davon die an den Vorderfüffen sehr lange, "n wenig krumm sind; welches macht daß er sehr langsam geht: Diese Finger auch mit krummen Nägeln versehen. Die zwey äussersten Gelenke des Mitteljw sind lang, dünne und unbehaart: Er bedient sich derselben, um aus den Ritzen "ume die Würmer hervorzuholen, von denen er sich nährt, und um diese Wür- ') ^ ^..^. In her Französischen Urschrift S. -57. io8 iner ill seinen Schlnnd zu stossen; dem Ansehn nach dienen sie ihm auch, sich an die Baumäste zu hängen. Die Hinterfüße haben vier mit krummen Klauen versehene Finger: Der fünfte oder innere bildet den Daumen, und hat einen platten Nagel, gleich den Nägeln des Menschen. Der Aye,'aye hat in jeder Kinnlade zween Schneidezähne, die sehr nahe beysaml menstchen, und dem Schnabel eines Papagayen ähnlich sehen: Die untern sind viel starker als die obern. Er hat grosse, breite und flache Ohren: Sie sind schwarz, glatt, glanzend, und an der Aussenseite mit langen Haaren beseht. — Ueber den Augen und der Nase, auf den Backen und am Kinn hat er Büschel von langen Haaren. Das ganze Thier ist mit weißfalben Pflaumen oder feinen Haaren bewachsen, aus denen grosse schwarze Haare hervorstechen. Der Vordertheil des Kopfes und Halses sind von falbem Weiß; dcr Schwanz ist platt, buschig und mit langen Haaren besetzt: Ob er schon ganz schwarz scheint, sind die Haare desselben doch von ihrer Wurzel an bis zur Mitte ihrer ganzen Länge weiß. Dieses Thicr scheint von der Art derjenigen zu seyn, die sich in die Erde graben. Bey Tage sieht es nicht; sein Ang ist röchlicht und starr wie das Aug der Eule. Es ist schr trage, folglich auch schr sanft. Ich hatte ein Männchen und cm Weibchen, aber beyde lebten nicht länger als zween Monate; ich nährte sie mit gekochtem Reis, und sie bedienten sich zum fressen der dünnen zween Finger ihrer Vorderfüsse, wie die Chineser ihrer Stäbchen. Sie waren scheu, furchtsam, liebten schr die Wärme, krochen immer zusammen um zu schlafen, legten sich auf die Seite, und verbargen ihren Kopf zwischen den Vorderfüssen. Sie lagen stets unbeweglich da; nnd nur durch vieles Rütteln konnte man sie dahin bringen, daß 'sie sich regten. Obschon dieses Thier einen sehr langsamen Gang hat, und unter Tags immer eingeschläfert zu seyn scheint, ist es doch von dem Iteno (i^/a«, Ura^puL äiäactX-Wz. Linn. das zwcysingerige Faulthier), und dem Ai (^', Lraä^uz Niäa6t^w3. L-inn. das drcysingerige Faulthier) des Herrn BÜsson ganz unterschieden. Der Name'Aye-aye, den ich ihm beygelegt, ist ein Schrey, den die Einwog ner von Madagaskar zur Bezeugung ihres Erstaunens von sich geben. Wir kennen diesen Aye/aye erst seit wenig Jahren, weil wir selten auf die westliche Küste jener Insel kom- m f, i/'iwwv;/m/UVj. /hwiouiih---Muts' wen, die sein Vaterland ist: Die Bewohner der östlichen Küste versicherten mich, daß der meinige der erste war, den sie gesehen *), Das grosse Eichhörnchen von der Küste Malabar "). (l^XXXVII. Tafel.) Diese Gattung ist die größte die man kennt: Sie hat die Grösse einer Hauska-^' Ihre unterscheidenden Kennzeichen sind: Zween Schncidezähne in jcdcr Kinnlade; die in der untern Kinnlade stärker "Nd länger. Fünf Zehen an jedem Fuß : Vier Zehen der Vordcrfüsse sind mit krummen Klauen Ersehen; ^. fünfte oder innere aber ist wie ein Stümmel oder eine Art von Damnen, ^ einen stachen Nagel hat. Die Zehen der Hinterfüsse sind alle mit krummen sehr ^"ken Klauen versehen. Der Schwanz ist buschig, langer als der Leib, und eben so dicke, wenn es ihn l'üubt: Es schwingt ihn mit ungcmeiner Fertigkeit bis über den Kopf hin. Wenn es "" Walde läuft, hält es denselben beynahe senkrecht. Seine Ohren stehen gerade empor, und sind an der Spitze mit einem Büschel Haare besetzt. ^>em ganzer Leib -ist mit sehr langen Haaren bewachsen. Der Obertheil des « . die Ohren, dcr Rücken, und die Seiten des Bauches sind dunkel rothgelb; eine streift vo„ fhm dieser Farbe hebt sich unter den Ohren an, erstreckt sich übcr ^"s hin^ ^h krümmt sich gegen den Lcib'zu: Der hintere Thnl des Halses, "^"g des Lcibes, und das Hintertheil der vordern Schenkel sind schwarz. Das ^ '^ H""erchcil dcs Thiers, und der Schwanz sind schwarz. Der Kopf, das Vor- )"l des Halses die Schenkel, Schienbeine, Füße und der Bauch sind rostiggelb, und ^ H"lst etwas, lichter. Der Stern ist mattgelb. ^1es Thier wird leicht zahm, und lebt von Früchten. Gemeiniglich siht es fast sch^V^^ hat drch vicl Achnlichcs mit dcm NanMnz des Herrn Nüssen XM. Taf. 26. und F'«» ^v^-r«i/ cl5 /« co/e .le ^/a/.llul»-. In der Urschrift S. ,3Y. 8cmlU8 macron,«. liiNtt. ^IQ ganz aufrecht, und bedient sich seiner Vorderfüsse statt einer Hand, um seine Nahrung «zum Munde zu bringen. Sein Geschrey ist scharf und durchdringend. Es liebt vor jeder audern Nahrung die Milch der Kokosnuß; und wenn diese Frucht reif ist, beißt es dieselbe noch an dem Baum auf, und trinkt bloß den Saft davon. Man findet es auf der Küste Malabar, wo es die grosse waldratte (^-^ )-lti i/e/ ö(^) genennt wird: Aber viel häufiger halt es sich auf den Kardamomen? Be" gen, einem Theil des Gebürgs Gate, auf. Das Eichhörnchen aus Gingi ^. Es ist etwas dickleibiger als das Europaische Eichhörnchen, und überhaupt erdegrau; ^an dem Bauch, den Schenkeln und Füssen aber etwas lichtfarbiger. Es hat an jeder Seite des Bauches einen weissen Streif, der vom vordem Schenkel bis zu dem hintern reicht; seine Augen haben einen weissen zirkclförmigen Streif: Der Schwanz scheint ganz schwarz, ob er schon mit weissen Haaren vermengt ist. Von den Maki^. Die Maki scheinen etwas den Assen ähnliches an sich zu haben: Ihre Füsse sind zwar wie die Füsse der Affen, aber ihre Schnautze ist etwas länger. Beym Esse" sitzen sie aufrecht wie die Eichhörnchen, und bedienen sich ihrer Füße wie einer Hand/ um ihre Nahrung in den Mund zu stecken. Die Hinterbeine der Maki sind länger als die Vorderfüße: Mit Beyhilfe dcrseb ben treiben sie ihren Körper wie mit einer Springfeder vorwärts, und machen also mit besondrer Leichtigkeit sehr grosse Sprünge. Wirklich sind die Maki die flinksten Thic-re; sie springen so schnell von Baum zu Baum, daß man sie kaum mit den Augen erreichen kann. Sie schellen sich sehr vor der Kalte. Sie schlafen auf den Hinterbeinen sitzend, und verstecken den Kopf zwischen die Schenkel. Sie haben sihr sp>^ Zähne, und nähren sich von Früchten. v) EEcureuil de Gingt. Sciimis cinerens Afiaticus. Erxleben Syst. animal, i>. 41 <■), $11 ^cl' ^*" frfjrtft ©.140. **) iWrtj««. Lemur, üimi. 3n i>cr Urschrift 6. 141. ms /J. 1I 'ottn&^iUpina-j /hsmwii/irhf .Scuf Ill Auf Madagaskar allem giebt es Maki, und zwar viele Arten derselben, die alle leicht zahm zu machen sind. Es scheint, sie seyen statt der Assen auf diese Insel versetzt , deren es daselbst gar keine giebt; wenigstens hat man bis iht noch keine einzige Gattung derselben dort ausfindig gemacht. Die Vari (l^/i, Lcmur Uacaca. Linn.), welche Flaconn Assen genannt hat, sind Maki: Die Madegaffen nennen sie alle Makes, und haben ihnen diesen Namen wegen ihrem Geschrey gegeben, das dieses Wort auszudrücken scheint. Ich will nur zwo Gattungen derselben beschreiben: Den Indri, und den wollichten Maki. Der Indri "). ( l.XXXVUI. Tafel. ) Der Indri ist die größte Gattung der Maki. Er unterscheidet sich von den schon bekannten dadurch, daß er keinen Schwanz hat, oder doch einen so winzigen, daß Man ihn bloß beym Anfühlen spürt. Er ist vicrthalb Fuß hoch; wcnn er aufrecht steht, sind seine Schenkel von hin, ten an gemessen eben so lange als der Körper. Vier dicht neben einander stehende Schncidezähne in der untern Kinnlade, zween abgesonderte in der obern, und acht Eckzahuc in jeder Kinnlade, bilden seine unterscheü denden Kennzeichen. Er hat an jedem Fuße füuf Finger, die bis zum ersten Gelenke zusammenge; wachsen sind: Die Nagel sind alle platt, aber nicht wie die des Menschen am Ende "mo, soudern laufen sehr spitzig aus; der Daumen der Hinterfüße ist sehr dicke, und länger als der an den Vorderfüssen. Ihre Schnautze ist nicht so lang wie bey den übrigen Gattungen der Maki. Dieses Thier ist fast gauz schwarz, und hat ein dickes seidenartiges Pelzwerk. Die Schnautze, der Theil des Bauches gegen die Geburtstheile zu, das Hintertheil der Schenkel, und die Gegend unter den Armen, sind graulicht; das Untertheil der Lenden gcgcu den Schwauz zu um den After ist weiß. Das Haar an diesem Theil 'st wollicht und kraus wie Schafwolle. Sein Aug ist weiß und sehr lebhaft. Sein Geschrey gleicht der Summe eines weinenden Kindes. ) ^' /mi»'/. O. 142. j I' indrL ©, 142» 112 Das Wort Indri heißt in der Sprache der Madegassen, waldmensch. D«^ ses Thier ist sehr sanftmüthig; die in den südlichen Gegenden der Insel wohnenden Leute nehmen es noch jung zu sich, ziehen es ans, und richten es zum Jagen ab wie wir unsre Hunde. Der wollichte Maki '). ( I.XXXIX. Casel. ) Dcr n>ollichte Maki ist vom Kopf bis zu Ende des Schwanzes Einen Fuß neun Zoll lang^ die Länge des Schwanzes betragt neun Zoll. Er hat in der untern Kinnlade vier neben einander stehende Schneidezähne, und in dcr obern zween dergleichen abgesonderte. Statt der Füsse hat er Hände, die aus sehr langen bis zum ersten Gelenke zusammenhangenden Fingern gebildet sind, deren Daw men sich sehr wohl uMerscheiden, dem Daumen des Menschen gleichen, und einen plat? ten Nagel haben. Das ganze Thier ist von erdefarbigem Rothgelb; sein Bauch weiß, das Unter? theil der Lenden gegen den Schwanz zu sehr hell fahlröthlicht, und der Schwanz vott gleicher Farbe, aber mit etwas mehr Noth bekleidet. Seme Schnautze ist schwarz, die Ohren sehr klein, die Augen groß und grünlicht grau. Dicscr Maki hat ein fe«? nes, zum Anfühlen ungemein weiches Haar, das kraus ist wie Schafwolle. Die Indische wilde Katze mit schwarzen Streifen ^). ( xc. Tafel. ) Sie ist vom Kopf bis zu Ende des Schwanzes zween Fuß lang; die Länge des Schwanzes betragt neun Zoll. Sie hat in jeder Kinnlade zween Schncidezähne, davon die in der untern stärker sind; auch vierzehn Eckzahne in jeder Kinnlade: An jcdem Fuß fünf mit Klauen versehene Zehen; diese Klauen sind stark und krumm. Dcr Lcib ist längliche, mit kurzen fiach liegenden Haaren bewachsen: Ihre Füße sind kurz; dcr Schwanz ist dünne, fast eben so^ 8cm>-n5.' Schr ber Laugthicrc. i. I^il,. XLll. *") ^e (A«/ /ul^tt^c n lie/ /««in. In dcr Urschrift S. 143. ms.,. • ^""^ratp^nc^, ß&pmau/in*r, Scuty. Mjo. p' Kp*>n'*-^zrm ly&rmoittuu?. tsculj? . [f.? Aiiw,w/«// L'' ' HZ so lang als der Leib, läuft am Ende spitzig aus wie bey unsern Katzen, und ist mit schwarzen und röthlichtgelben Haaren bewachsen, welche viel länger sind als die am übrigen Körper. Die Farbe der Katze ist grau; am Untertheil des Kopfs nnd des Halses, an ben Schenkeln und Füßen aber mit Rothgclb verwaschen; der Bauch ist weiß. Sie hat ftchs schwarze Streifen am Leib: Vier davon sind gerade, fangen hinter dem Kopf 6", laufen über den ganzen Leib hin, und enden gegen den Schwanz zu: Die übrigen zween an den Seiten des Bauches sind wellenförmig, fangen bey den Schulterbei-nen an, und enden sich an, hintern Schenkel mit einer Rundung: Noch hat sie auf km Hinterschcnkel einen andern Streif von gleicher Farbe, dcr sich dann gegen den Schwanz hin in zween Theile spaltet. Die Augen dieses Thiers sind lebhaft und l°thlichtgclb; der Augapfel scheint in einer gewissen Richtung langlicht. Die Zibetkatze von Malakka "). ( 5X1. Tafel.) Diese Zibetkatze ist nicht dasjenige Thier, welches unter diesem Nameu in den Ab? Zungen zur Naturgeschichte der Thiere von den Mitgliedern d^r königlichen Akademie ""ssenschaften beschrieben ist "y; auch hat sie mit der Ziberkaye des Herrn Büsi ""sser den allgemeinen Geschlechtszcichen nichts gemeinsam. ^e Zibetkatze voll Mala/ka ist so groß wie unsre Hauskatze, und hat die uamli- " Kennzeichen und Neigungen. Ihr Schwanz ist langer als der Leib; er ist dünne, lauft spitzig aus, wie der Schwanz unsrer Hauskatze. — Ihre Schnautze ist ^Nlcht; we Ohrcn sind klein, rund und gerade emporstehend; die Beine kurz. — ^ hat fünf Zehcn, die mit spitzen und krummen Klauen versehen sind, welche sie in k Zehen zurückziehn kann. — Ihr Aug isi klein und schwärzlich; der Augapfel scheint " "Mr gewissen Richtung langlicht. Das ganze Thier ist von Farbe perlengrau, und am Obertheil des Körpers etwas ler. Der obere Theil' des Kopfs ist schwarz. Ueber den Augen hat es vier schwarze *») ^ . "c de M^cca. 3n bet- Urschrift @. '44* em01res pout fervir h l'Hist, Nat, des animaux par Mr. Ayr««/* p. 157. pi. 13. (II. C^eilO g> 114 runde Flecken; und über den Hals drey schwarze Streifen, die hinter dem Kopf anfangen, und sich auf den Schultern enden: Drey andre dergleichen heben sich um die Lenden an, und verlieren sich gegen den Schwanz hin; noch ein andrer befindet sich unten am Bauch, und reicht bis zu den Zeugungstheilen. Auf< dem Leib und Schenkeln hat es ein und sechszig schwarze, runde, ziemlich grosse Flecken, welche symmetrisch in sieben Linien gereihet sind. Der Schwanz besteht aus abwechselnden schwarzen und grauen Ringen; die Schenkel und Füße sind schwarz. Dieses Thier lebt von der Jagd. Es ist stink, und springt mit vieler Fertigkeit von Baum zu Baum; ist wild, und läuft gegen den Schuß, wenn es nur verwundet ist: Es verbreitet einen sehr starken Bisamgernch durch einen Saft, der er ai|itttis(^c 3^-L 3u bci Urf^dft @, 146. Jtya. ^s^? N",ß. ^^ss D&rtllOttluiif . l liitA' ■ 315 uahm cr von cm:m Tandrek, der noch allzujung war, als daß man seine Kennzeichen Mreichend bestimmen konnte. — Wenn der kleine Tandrek vollends ausgewachsen ist, so beträgt st'l.c ganze Länge sieben Zoll. Er hat in jeder Kinnlade zween Schneide-!ahne, und an jedcm Fuß sünf mit Klauen versehene Zehen: Die Klauen der Vor-erfüsse sind nin ein beträchtliches laugcr als die an den Hinterfüssen. Seine Beine 'l"d kurz, die Schnautze ist länglicht, und laust fast in eine Spitze aus. Die Au,-sen sind kltin, und scheinen bloß wie ein Punkt. Er hat keinen Schwanz. Seine 6"rbe ist schwarz; doch hat er fünf längliche wcisse Streifen- über den Leib hin. Die >c)warzen Theile siud mit starrem Haar bewachsen; die weissen Streifen aber mit kleü ""Stacheln, die den Stacheln des Igels gleichen: Aus den schwarzen Streifen rasen einige einzelne lange Haare hervor, welche bis zur Erde nieoerhangm. Der Kopf 'st mu kleinen schwarzen Punkten gesteckt; die Schnautze weiß, das Aug mit cinem ^lssen Kreise eingefaßt. Die Füsse sind röchlicht. Die Tandrels haben Men langsamen Gang: Sie grunzen wie die Schweine, und " en daher von den Europäern die Namen Erdschwein und Stachelschwein er- ^tcn. Sie graben sich in die Erde, und verschlafen drcy Monate des Jahrs: Bey "ge verbergen sie sich, und kommen erst nach Untergang der Sonne hervor, ihre ^lng zn suchen, die aus Früchten und Krautern besteht. Ihr Körper ist nichts "n Klumpe Fett. Die Bewohner von Madagaskar verspeisen sie, aber eben nicht ^ besondere Leckerbissen. Bis iht hat man nur auf Madagaskar allein Tandreks Aunden. iib Zweyter Abschnitt. Von den Vögeln. ^Hch werde in meinen Beschreibungen der Vögel den Grundsähen des Herrn Bris-son folgen, weil cr der neueste unsrer Schriftsteller ist, der über die unterscheidenden Kennzeichen der Vögel geschrieben hat. Ueberdas ist seine Ornithologie die vollständigste, genaueste und weitläufigste aller bisher bekannten Werke dieser Art. Nur in der Abtheilung der Geschlechter des Hahns und der Nebhühner werde ich von seiner Ordnung abweichen, und dieselben vor das Tanbengeschlecht sehen, weil mir diese Ord^ nung natürlicher scheint. Der wilde Hahn und die wilde Henne "). - Die Gattung des Haushahns und dcr Henne sind zwar schon seit lange allenthab ben bekannt. Die Spielarten derselben sind ungemein zahlreich: Man findet sie in den meisten Landern der alten, und in viclen Gegenden der. neuen Welt; und bey alle dem wissen wir doch nicht, welches das ursprüngliche Vaterland dieser Vögel sey, und wo sie noch in ihrer natürlichen Freyheit leben. Alles was die Naturforscher und Reiscbeschreiber über diesen Gegenstand geschrieben haben, ist sehr ungewiß; hat weder hinreichende Genauigkeit noch die nöthigen Beweise bey sich, und ist überhaupt zu schwankend, als daß man sich darauf stützen könnte. Dampier ^) meldet etwas von wilden Hähnen, die er auf den Inseln Pnlo> Kondor, auf Timor und Sau/Pago will gesehen haben. Diese Hähne sind, zufolge seinen Berichten, so groß als unsre Krähen, und ihr Gesang gleich dem Gesang uns-rer Haushähne, nur etwas durchdringender. Aber Dampier hat sich nicht eigentlich mit der Naturgeschichte beschäfftigt: Er hat uns keine umständliche Beschreibung über den von ihm gesehenen Vogel gegeben; und nach dem, was er von demselben sagt, kann --") Dumpier: Neue Neise un, die Wclt. Kbsüdesselben Fortsckung dcr Reisen nach Neu--Helled V. Band. II? ^n ihn nicht mit dem Haushahn vergleichen, und von der Uebereinstimmung oder dem Unterscheid ihrer Gattung urtheilen. Gemelli Aaren berichtet, daß er auf.den Philippinen wilde Hähne angetroffen: 'ljcrolla behauptet, daß er im Königreich Kongo dergleichen gesehen: Herr von So? Ntm her eine Reist nach Guiana gemacht hat, hörte, wie er versichert, in den Wäll vern dieses ungeheuer grossen Landes einen Gesang, der dem Geschrey unsrer Hahne ganz 5leich war; auch sah er in der Ferne die Vogel welche dieses Geschrey machten, und sand daß sie etwas ähnliches mit unsern Hahnen hatten. Er bemerkte nämlich, daß 'le einen ffeisthichten Kamm auf dem Kopf, und zwo steischichte Lappen am untern Theil ^ ^s Schnabels hatten. Aber er hat diese Vögel nur von weitem gesehen, und nie eis .Nen von ihnen in seine Gewalt bekommen; folglich hat er bloß nach Vermuthungen ge; Flossen. Diese Bemerkung wäre indessen um so viel wichtiger, weil die erster« Schriftsteller, welche über Amerika geschrieben haben, einhellig versichern, daß es in lesem ganzen grossen Weltthcilc vor seiner Entdeckung keine Hähne gab. Ixoreal be-"auplet als ganz zuverläßig, daß die Hennen von den Spaniern nach Brasilien seyen ^bracht worden, und belegt diese seine BelMptung mit einem sehr überzeugenden Bei ^; nämlich, daß die Brasilier Anfangs vor dem Hühnerfleisch einen Abscheu hatten, die Eyer derselben für Gift hielte». Nebst dem haben beyde Lander, Brasilien Guiana, einerley Vögel gemeinschaftlich; und es ist nicht wahrscheinlich, daß die "' "Nen, wenn sie wirklich in dieser lehtern Provinz einheimisch gewesen waren, sich ^ auch liach Brasilien verbreitet hatten, und den Bewohnern des Landes wären ^ "'UN geworden. Aus dem allen schliesse ich, daß die Hähne, von denen Herr von b'Ulu spricht, entweder nicht zu dieser Vögelart gehören, oder daß sie von Hcmshah- k" "bstanunen, die in jene Gegend gebracht worden, und in der Folge verwil-d"t sind. Aus der Beobachtung des Herrn von Sonini lernen wir also eben so wenig, aus denen seiner Vorganger, das Land kennen, aus dem der Hahn und die Hen? . Amtlich abstammen. . . . Sollt' ich über diesen Punkt glücklicher seyn als die gen Neistbcschrcibcr? Sind wohl jener männliche und weibliche Vogel, welche ich Indien mit mir gebracht, die ich wild und frey in den Wäldern hcrumirrend ge- e"> sind diese wirklich,der eine ein Hahn, der andre eine Henne; und kann man 11^ sie in dcr Thal für die Stmnmältcm des Haushahr.s und der Henne halten? . » ' Dicft zweyfache Frage kann ich nicht anders als durch die genaue Bcstchrcibünq dieser Vögel, durch ihre umständliche Vcrglcichung mit denjenigen für dcrcn gk'ichc An i nd Stammallern ich sie hielt, entscheiden. Vor allem müssen wir wissm, ob von^de'.i Vögeln, deren Beschreibung ich liefere , der eine cm Hahn und der andere eine He.nne sey. Nach der Angabc des Herrn Arijson sind die Kennzeichen des Hahn^, daß er vier utchchäutcte Zehen habe; drey vorne, und eine hinten; alle.bis ungefähr zu ihrer Wurzel abgesondert: Die Schienbeine bis an den Fuß mit Federn bedeckt: Den Schna? hel kegelförmig gekrümmt: Zwo sieischichte, länglichte, unter der Kehle hangende Lap> pen: Einen häutigen Kamm auf der Stirne. Zu diesen vornehmsten Kennzeichen fügt Brij^on noch bey, daß der Hahn und pje Henne den Schwanz aufrecht tragen; statt dem ich aber lieber sagen wollte, stuk' recht und '-'"$" Wenn man nun alle von den berühmtesten Schriftstellern angegebene unterscheidende Kennzeichen des Hahns lind der Henne zusammen nimmt, nnd sie auf die Vö-sel anwendet, von denen die Rede ist, so findet man sie alle in denselben vereinigt; 'Mich ist ihr Geschlecht entscheidend bestimmt. Zwar hat die Henne weder den Kamm Uf der Stirne, noch die hantigen Lappen unter dem Schnabel; aber ich will sie be-Mders beschreiben, nnd dann untersuchen, ob dieser Mangel eine hinreichende Ursache 'ky, sie für keine ächte Henne zn halten? Wenn man nach den allgemeinen Geschlechts ^Kennzeichen diese zween Vögel noch genauer untersucht, wird man sowohl bey dem Hahn als bey der Henne finden; l.) "ß sich ihre Flügel nicht über die Wurzel dcs Schwanzes hinans erstrecken; 2.) ^aß ihre Füsse eben so gestaltet sind wie die Füsse der Hausvo'grl von dieser Art; z.) ^ bey dem Hahn die mittlern zwo Schwanzfedern langer sind als die übrigen, und 'lch bogenförmig rückwärts krümmen; 4.) Daß die Federn am Hals nnd Steiß lang ""d schmal sind.' Es ist also eine ausgemachte Sache, .daß diese zween Vögel Hahn und Henne , wril sie alle entscheidende Kennzeichen in sich vereinige»,; sowohl diejenigen welche ejen, Geschlecht allein nnd aueschliesscnd eigen sind, als auch die, welche ihm in ei- lN allgemeinem Sinne zukommen. Nun, da dcr erste Zweifel aufgelöst ist, fragt es H Wetter, ob der Hahn und die Henne, die ich als solche annehme, die msprnnglü Stannnältern dieser Familie seyen; und ob man behaupten könne, daß die Spiel- k" >'0" dem Hanshahn und dcr Henne von denselben abstammen? ^'de ich ans diese zwote Frage antworte, will ich eine umständlich genaue Beschreib 9 dieser zween Vögcl liefern, damit die Vergleichung der verschiedenen Theile mit "es Hanshahns nnd der Henne, nnd mit den Spielarten dieser Gattung, die ^N"g dcr Frag'e erleichtern.' Dcr wilde Hahn. (xciV. Tafel.) ^. ' ^ H^chn ist von dem obern Ende des Schnabels bis zur auffersten Spitze des ^ Agenden nnd ausgestreckten Schwanzes, zween Fuß vier Zoll lang. Sent h"t von der obern äussersten Spitze bis zu dem Winkel wclchen er bildet 120 wenn er sich öffnet, fünfzehn Linien; und von eben dicstm Winkel bis zu der Spihe des untern Theils, Einen Zoll. Das Schienbein ist von dem Knie an bis zur ausser« Spitze der Klaue der Mittelzehe fünf Zoll lang ; die Zehe selbst ist mit Einschluß der Klaue zween Zoll fünf Linien, und der Sporn Einen Zoll vier Linien lang. — Die Dicke des Körpers kann ich zwar nicht ganz genau bestimmen, weil sie bey den vw schicdnen einzelnen Thieren verschieden abändert; überhaupt aber beträgt sie um ein Dnt-theil weniger als bey dem gemeinen Haushahn. — Der Schnabel ist kegelförmig aF staltet, und an der obern Spihe gebogen; cr ist hornfarbig, und dem Schnabel des gemeinen Hahns in allen Stücken vollkommen ähnlich. — Dcr obere Theil des Kopfes ist mit einem platten, auf beyden Seiten zusammengedrückten, am Oberthcil aber mic Einschnitten versehenen Kamm geschmückt: Dieser hebt sich bey der Wurzel des Schnabels an, und wird immer grösser je weiter er sich rückwärts ausdchnt; er hangt an dem Obertheil des Kraimnn, und walltt frey fliegend rückwärts über den Hiutcrkopf hin; seine Gestalt ist ungefähr wie die einer umgekehrten Sense; auch hat er, so lange das Thier lebt, ein lebhaftes Noth. — An beyden Seiten des Untertheils vom Schnabel sind fleischige Lappen von gleichem Roth wie dcr Kamm, in dcr Gestalt eines Dreyecks,, und überhaupt eben so gebildet wic sie au eben dieser Stelle beym gemeinen Hahn sind. — Die Backen, die Seiten, das Untertheil der Kehle, und eine am Scheitel des Kopfes zwischen dem Kamm und Auge länglicht hinlaufende Linie, sind unbefiedert. Diese kahlen Theile sind blcichroch, oder fleischfarbig, so lange dcr Vogel am Leben ist. An jeder Seite des Kopfes, unter dem Aug, ist ein pcrlcnfarbiger Flcck in der Grösse und Gestalt des Nagels am kleinen Finger des Menschen: Er wird durch einige kurze dicht neben einander liegende Federn gebildet, deren Fastrn locker sind, von der Seite, rückwärts hin stehen, und den Gehörgang bedecken. — Die Schienbeine sind wie bey dem gemeinen Hahn bis an das Knie unbefiedert, mit Schuppen bedeckt, und von matter graulichtcr Farbe: Die Klauen und der Sporn sind schwärzlich"; der Sporn hat eine langlichte Kegelform, ist von hornartigem Stoss, lauft in eine scharst Spitze aus, und sitzt so, daß er mit dem Schienbein einen Winkel macht und mit dcr Spitze aufwärts von seiuer Wurzel steht. — Die Federn am Wirbel des Kopfes, an der Vorderseite des Halses, und auf den Seiten, sind lang und schmal, uud werden immer länger, je weiter sie unten stehn. Wenn der Hals gebogen und in seiner nanw lichcn 121 lichen Lage ist, schweben sie frey über den Rücken und die Wurzel der Flügel hin. Diese Federn sind glatt, ihre Fasern sanft anzufühlen, locker, und auf jeder Seite gleich lang. Die Spule ist dicke, wohl zu unterscheiden, und an der ganzen Länge der Feder hin bis nahe an das Ende des Schaftes sehr kennbar, welches macht, daß jede Feder in ihrer Mitte der ganzen Länge nach gestreift scheint: Dieser Streif ist vorne grau, in der Mitte schwarz, und etwas weniges vor dem Ende des Schwanzes wird er weiß. Diese verschicdnen Nüanzcn des Schaftes der Längenach, zeigen sich auch auf den Fasern der Federn, aber in cincr andern Ordnung. — Bey dem Anfang der Fahne bis mv gefahr zum dritten Theil der ganzen Lange, sind die Fasern von schmutzigem Weisgrau. In der Mine dcr Feder, da wo der Schaft schwarz ist, sind auch die Fasern gegcn den Schaft hin schwarz; ihr Rand aber ist weißlicht. Eben so sind sie auch unterhalb Mld an der Seite des wcissen Theils des Schaftes gefärbt. Eine besondre Aufmerksamkeit verdient, daß sich jede Feder mit einer länglichten, auf den Seiten abgenmVeten Lappe endet, die an dem Ende jeder Feder einen länglichlcn, glänzenden, weißlichten ober meist perlenfarbigen und rothgelben glänzenden Fleckcn bildct : Diese Lappe hat das Ansehn, d«s Schöne und Glanzende eines sehr dünnen knorpllchten Häutchens, und scheint auch beym Anfühlen so; aber wenn man es gcnaucr untersucht, die Feder emporhebt, und es recht gegen die Sonne kehrt, sieht man, daß diese Lappe in ihrem Umriß mit eincr aus den äussersten Sp'hcn der Fedcrfascm gebildeten Franze cinge-saßt sind, und daß sie bloß aus der ungewöhnlich nahen und gedrängten Vcrbmdtmg Micr Fahne entspringen. — Diese Bildung entsteht eben so wie in den ganz ähnlichen Lappen an einigen Flügelftdern des gemeinen Seidenschwanzes. Eben dergleichen Lappen hab' ich auch an den Halsftdern dcr Holländischen Taube von dcr Iuscl France "»getroffen, welche ich weiter unten beschreibe. — Das Untertheil d?r cben bchchnc-benen Federn unterscheidet sich nur dadurch von dcin Obcrtheil, daß stille Nüanzcn schwacher sind. — Die auf dem Rücken liegenden Federn sind bis zu der Bedeckung des Schwanzes lang und schmal; am breitsten sind sie um die Mitte ihrer ganzen Law 6e; von dort an werden sie auf beyden Seiten schmäler, und enden sich in eine ge-ründcte Spitze. Ihre Fasern sind vorne locker, uud bilden beym Anfang dcs Schaftes eine An von Pflaumen, vereinigen sich aber gegcn die Mitte der ganzen Länge, ( U. Theil.) Q 122 nnd verschlingen sich dann in einander, wie gewöhnlich. Queer über diese Federn zieht sich ein weisscr länglichtcr Streif, an dessen jeder Seite ein schwarzer Streif hinläuft, der wieder mit einem ganz schmalen weißlichten Rand eingefaßt ist: Die Pftaumen eben dieser Federn sind schmutziggrau. — Die Federn vorne am Halse, oben an der Brust, an den Seiten und Schenkeln haben die gleiche Gestalt und Farbe wie die Rückfedern, nur mit dem doppelten Unterscheid, daß die Federn all den Schenkeln nach dem Veri haltniß breiter und kürzer, und die an den Seiten noch breiter sind. Auch muß mau noch bemerken, daß die über die Spitze des Brustbeins liegenden Federn auf beyden Seiten in dem letzten Drittheil ihrer Länge roth sind; und daß diese Federn den näm? lichen Glanz und Anschein eines dünnen Knorpels von sich geben, den ich an den Enden der Halsfedern bemerkt habe. — Die Federn am äussersten Ende des Bauches, und unter dem Schwanz, sind blosse Pflaumen, so wie sie auch die gemeinen Hähne an diesen Theilen haben: Diese Psiaumdecke ist bey dem wilden Hahn mi< Weiß, Schwarz und mattem Grau vermengt. Die Flügel enden sich bey der Wurzel des Schwanzes. Die Schwungfedern sind schwarz ohne Glanz, und haben nichts besonders in ihrer Bildung. Die an der Beugung des Flügels, oder die kleinen Deckfedern, sind lang, schmal, gestreift, und von der gleichen Farbe wie die Rückenfedern; aber überhaupt etwas kleiner. — Die grossen Deckfedcrn der Flügel sind lang, schmal, steif, und glänzen an ihren Enden, die mit Kastanienbraun schattirt sind. Sie liegen so, daß sie zum Theil einander bedecken, und nichts als den rothgefarbten Thril dcr Feder zeigen; der verborgene ist in der Mitte weiß, an den Seiten schwarz gestreift, und hat bey seiner Wurzel graulichte Psiaumen. — Die Farben und die Lage der grossen und kleinen Dcckfedern des Flügels machen, daß er bey seiner Bengung schwarz und weiß gestreift, und unter dem Plätzchen, wo er sich an den Körper hangt, mit einer rothgelben glänzenden durch Kastanienfarb schattirten Platte gedeckt scheint. Dabey muß man noch bemerken, daß die grossen Deckfedcrn der Flügel wie um queerlau-senden Vertiefungen gestreift sind. — Die Deckfedern des Schwanzes sind lang, schwankend, von dunkler Violetfarbe und spielend wie polirter Stahl: Dicse Federn, oder eigentlich ihre Fasern, bilden bey ihrer Wurzel sehr weich anzufühlende Pflaumen. — Der Schwanz endlich besteht aus vierzehn Federn, welche in zwccn sich gegen einander beugende Theile abgesondert sind, die cinen spitzen Winkel machen. Die 123 zwo Mittclfcdcrn sind länger als die übrigen, und bilden einen Bogen, dessen answärts gebogene Seite gegen den Rücken des Vogels hin steht. Wenn ich nun diesen wilden Hahn mit dem Haushahn vergleiche, so finde ich zwischen ihuen cine vollkommene Gleichförmigkeit in jenen Theilen, von denen die Na-turforsche-r die gencrischen Kennzeichen dieses Vogels herleiten. Da ich aber den Gegenstand schon zu Anfang dieses Attickels abgehandelt habe, und jederman nach der so eben gemachten Beschreibung davon urtheilen kann, will ich mich nicht länger mit der Vergleichung der karaktcristischen Geschlechtsteile zwischen dem wilden Hahn und dem Haushahn abgeben, sondern einen Versuch machen, beede Vögel in jenen Körperthei-len gegen einander zn halten, die zwar nicht so wichtig sind, aber doch etwas beytragen können, die Gleichheit oder Ungleichheit der Gattung zu bestimmen. Die unbesie? derten Theile sowohl auf dem Wirbel des Kopfes als an den Hüften und unter der Kehle siud bey dem wilden Hahn verhältnißmäßig grösser als bey dem Haus? oder Dorfhahn / welchen lctztern ich hauptsächlich zum Muster meiner Vergleichuug nehme, weil er etwas uneingeschränkter lebt, und also wahrscheinlicher Weise seine Art noch weniger abgeändert hat. Eben jene Körvcrthcile, welche bey dem wilden Hahn unbe? sieden sind, sind es auch bey dem Haushahn und bey noch mehrern Spielarten, wie z. B. bey dem Rrup-Hahn oder Englischen Hahn, bey dem Hahn mit Sam-Werftdern u. s. f. Es findet sich also bey dem Haushahu und mehrcrn seiner Spielarten in Betracht der unbeficderten Kopftheile die gleiche Anlage wie bey dem wilden Hahn : Zwar sind jene unbefiederten Theile bey diesem etwas grösser, aber der Unterscheid ist sehr unbeträchtlich, und wohl nicht hinreicheud, beyde Gattungen zu trennen. Die kurzen, starren, von unten gegen oben zu stehenden Federn, mtt gespaltenen Fasern, welche den Gchörgang decken, lind auf jcder Seite des Kopfs bey dem wil? den Hah,, einen beynahe eyförmigen, grauen oder pcrlenfarbigen Fleck gestalten, finden sich auch bey dem Hauchahn; sind eben so gebildet und angelegt, und gestalten einen ähnlichen Fleck auf jeder Seite Diese Federn, deren Bildung und Stellung wichtiger lst als bey den übrigen Federn, weil sie einen sehr wesentlichen Einfluß auf ein sinnliches Organ haben, zeigen bey allen Arten einerley mechanische Bildung, und finden 'l") bey allen Spielarten; nur mit diesem Nnttrscheid, daß sie bey einigen Arten untee 124 andern Federn versteckt liegen, welche die nächstherum gelegene Theile decken, und dar- über hinaus ragen. Die Federn am Halse sind bey allen Arten lang, schmal, glänzend und schwan-kend; aber bey dem wilden Hahn scheinen diese Federn auf den ersten Anblick etwas besonders an sich zu haben, nämlich jene beynahe knorpelichte Lappen am Ende dieser Federn. Wenn man aber die Sache in der Nähe untersucht, sieht man leicht, daß die/ ftr knorpelichte Anschein bey dem wilden Hahn nur von den sehr nahe neben einander stehenden Fasern an der Spitze dieser Federn entsteht: Aber auch bey dem Haushahn und bey allen Arten bemerkt man etwas dergleichen sehr ähnliches; man sieht, daß an eben dieser Stelle die Feder dichter geschlossen und glänzender ist, und daß dieser Unterscheid nur von einer genauern Anschlieffung der Federfasern herrührt; und also, wenn er gleich bey dem ersten Anblick auffallend scheint, bey genauerer Untersuchung verschwindet, ja sogar noch ein neuer Kennzug der übereinstimmenden Gleichheit wird. Eben diese Ungleichheit bemerkt man auch bey den grossen Deckfedern der Flügel; aöer bey genauer Untersuchung findet man das nämliche Resultat und die nämliche Gleichheit. Es zeigt sich sogar eine auffallende Aehnlichkeit, wenn man den wilden Hahn mit dem Haus-oder Dorfhahn vergleicht; denn die gewöhnliche Farbe der grossen Deckfedcrn in den Flügeln dieses letzfern ist roth mit Kastanienfarb schattirt, welches auch die Farbe eben dieser Federn bey dem wilden Hahn ist: Auch bilden diese Federn alls den Flügeln jener beyden Arten einen breiten Schild von dieser Farbe; und die Federn woraus derselbe gebildet ist, haben beynahe die nämliche Stellung.- Die obern und untern Deckftdern des Schwanzes, auch die Schwanzfedern selbst, sind bey dem wilden Hahn und bey dem Haushahn so vollkommen gleich, daß man in diesem Betracht nicht den mindesten Unterscheid zwischen diesen zwecn Vögeln be-merkt. Sie haben also eine vollkommene Gleichheit in den karakte ristischen Theilen ihres Geschlechts, und eine noch lebhafter auffallende in der Eintheilung, ja sogar in dcr Bildung der Federn; welches die vollkommene Gleichheit ihrer Art sehr treffend beweiset. Die vielen Nüanzen des Gefieders will ich nicht gegen einander vergleichen, weil sie bekanntlich dnrch dcn Einfluß des verschiedenen Klima, durch die Abwechselungen des Alters, und eine Menge andrer Zufälligkeiten des Lebens bis iu's Unendliche ixrau, N0^ P. ti\vUH'l1lfpilliV < Fc'/iart -^' derlich, folglich auch geradezu untauglich siud, Unterscheidungszüge zur Kenntniß der Vögelarten abzugeben. Nachdem ich nun den wilden Hahn beschrieben, und ihn sowohl nach den karah- teristischeu Kennzeichen seines Geschlechtes, als nach der Bildung und Anordnung der Federn mit dem Haushahu vergliechen habe, will ich auch die Henne beschreiben. Die wilde Henne. (X^V. Tafel. ) Sie ist um ein Drittheil kleiner als das Männchen; und diese Verschiedenheit in der Grösse findet sich beynahe in dem eben genannten Verhältniß bey allen Arten zwischen der Henne und dem Hahn. Die wilde Henne hat eben so wie ihr Männchen alle diesem Geschlechte eigene Kennzeichen, ein einziges ausgenommen, das ihr mangelt. Dieß ist der Kamm und die beyden häutigen Lappen unten am Schnabel. Dieser Unterscheid, ich gesteh es, ist wichtig; aber sollt' er wohl wichtig genug seyn, eine wesentliche Ungleichheit auszumachen? Ich vermuthe, man wird sich dessen kaum überzeugen wollm, wenn man bedenkt, daß sich in diesem Betracht die bewnuderswürdigsten Abänderungen bey allen Arten, >a wohl gar bey den einzelnen Thieren Einer und eben derselben Gattung finden. Wirklich giebt es Arten von Hahnen und Hennen, z. B. die mit Federbüschen, wovon das Männchen und das Weibchen weder Kamm noch Lappen untcn am Schnabel hat. Bey andern Arten, wie z. B. bey den Haushcchncn, hat das Mauncheu manchmal den Kamm und dic Lappen ausserordentlich groß; das Weibchen aber eben diese fieischichteu theile fthr unmerkbar. Eben diese Unähnlichkeit macht indessen doch in unsern Augen keinen wesentlichen Unterscheid zwischen solchen Arten und Individuen, weil wir von ihrer Gleichheit vollkommen überzeugt und versichert sind. Sollte nun eben diese Ver? schiedenheit so viel über uns vermögen, daß wrr eine solche zwischen der wilden und ber Hausheune anerkennen wollten, da sie sich doch im übrigen vollkommen ähnlich 1md? Glaubwürdige Laudleme haben mich versichert, daß es auf den Dörfern Hennen 3cbe, dic ganz und gar weder Kamm noch Lappen haben: Ware dieses zuverläßig wahr, so wäre auch diese ganze Schwierigkeit gehoben; da ich aber kein Augenzeuge bavon bin, will ich es eben nicht geradezu behaupten: Indessen haben doch die Dorf, 126 Hennen überhaupt ihren Kamm und ihre Lappen wirklich kleiner; folglich nähern sie sich durch eben diesen Kennzug, dcr If-Ql' JJ. isinutffiU'tfiniv. >■ /{„/wi- welche gegen das Ende des Schwanzes W't einer schwarzen Linie gerändert sind. Die Seitenftdcrn sind dunkelbraun, nnd ans der imum Fläche mit schwarzen Queerstreifcn versehen; dcr Schnabel ist schwarzlicht, ber Stern und die Füsse roth. Dicscr Vogel sindet sich auf der Küste Koromandcl. Das Berghuhn aus der Insel France. ") ( X5VII. Taftl. ) Dieser Vogel'hat die Grösse eines starken rothen Rebhuhns. . Der Obertheil des ) la Pcrdrix de Fo7idichery. <£. rsij. ') Ze Francolin de I Ik de France. @» i66v ciH. Theil.) R Kopfes ist röthlichtgclb, die Federn am Wirbel aber sind schwarz mit rother Einfassung: An beyden Seiten des Kopfes hat er zween in die Länge laufende Streifen, die bey dcr Wurzel des Obertheils vom Schnabel anfangen: Der eine zieht sich gegen das Äug hin, umkreiset es, und dehnt sich noch etwas über das Ang hinaus; der andre liegt etwas tiefer, bildet den nämlichen Umriß, und endet danilt, daß er sich fast mit dem ersten zusammenschlingt; dcr Raum zwischen diesen zween Streifen ist weiß. Die Kehle ist weiß; die Federn am Hintcrhals sind weiß mit einem nach der Länge hinlaufenden schwarzen Streif, der an dem Ende etwas breiter wird: Die Federn unten am Halse und an der Brust sind schwarz, und haben am Rande sechs weiffe Flecken; die Federn des Unterleibes haben eben jene Farbe, aber ihre Flecken sind größer und röthlicht. Die Schenkel sind hellroth mit schwarzen Queerstrcifen; die ' Rückenfedern dünkelroth; aber die über die Flügel hin sich erstreckenden sind in der Mitte schwarzlicht, und haben unregelmäßige Flecken von röthlichtem Wciß; die kleinen Flügclftdern sind schwarz mit runden weißrothlichten Flecken; die Schwungfedern der Flügel sind auch schwarz, haben aber weisse Queerstreiftn; das Untertheil der Flügel ist grau; der Steiß und die ersten Schwanzfedern sind hellroth mit schwarzen Quecrstreifen; die Seitenfedcrn sind ganz schwarzbraun. Der Schnabel ist schwarz; die Füsse sind hell-'roth. Das Männchen hat einen starken Sporn. Das wahre Vaterland dieses Vogels ist Madagaskar, von wo aus er auf die Insel France ist verpflanzt worden. Er hält sich hinter Gebüschen auf; sein Gesang gleicht dem des Perlhuhns, woher er auch von den Einwohnern jener Kolonie das geperlls Rebhuhn (/^-H-^ 1^/^/ec) genannt wird. Das Nebhuhn aus Gingi. *) Es ist dünnleibiger als das graue europäische Rebhuhn. Das Oberlhcil des Kopfes ist dunkelbraun: Aus dem obern Winkel des Schnabels entsteht eine weisse Linie , die langlicht über dem Auge hinläuft und sich beynahe bis hinter dem Kopf ausdehnt; jede der Federn, welche diese Linie bilden, hat einen schwarzen langlichten Streif; die Kehle, der Hals und die Backen sind hellroch, aber auf jeder Feder ist *) La Ferdrix de Gingi, ^e Kopf ist schwarz, und der Wirbel röthlichtgeib: Am obern Winkel des Schnabels entsteht ein langlichter Strich von der nämlichen Farbe, der vom Auge unterbrochen wird, aber hinter demselben sich wieder bis an den Hinterkopf erstreckt. Die Kehle ist weiß, und endet sich mit einem schwarzen Streif; der Vorderhals, die Brust und der Bauch sind röthlichtgelb: Mitten übcr jede Feder lauft ein schwarzer länglichttr Streif hin,, der unten etwas breiter ist; dieser Streif ist auf beyde-, Seiten mit einem andern weisi sen Streif eingefaßt. Ueber die Brust läuft ein schwarzer ungleich breiter Streif, der sich zikzak von der Kehle an bis über den Bauch hin erstreckt; der Hintcrhals ist rsthlicht, und jede Feder mit einem gelblichten länglichten Streif versehen, der auf den Seiten mit einem andern schwarzen Streif gerändert ist: Die Federn am Rücken und Steiß, und die kleinen Flügelfedern sind bräunlicht roth. Alle Federn sind mit einem ziemlich breiten länglichten gelben Streif bezeichnet, mit kleinen Linien von eben der Farbe queer durchschnitten, und die Linien selbst schwarz gerändert: Die Schwungfedern der Flüge! sind braun ; die kleinen Flügelfedern am Untertheil weiß, und die grossen grau. Das Weibchen ist von gleicher Dicke: Seme Farben sind an den obern Theilen die nämlichen, und am untern Theil minder glanzend. Seine Kehle ist weiß, und endet sich mit einem schwarzen Streif; der Vorderhals ist röthlichfgelb: Auf der Mitte jeder Feder ist ein wcisstr läuglichter Streif, und an beyden Seiten zween schwarze runde Flecken. Der Bauch ist ebenfalls röthlichtgelb. Jode Feder hat in der Mitte einen weissen, ziemlich breiten langlichten Streif, und ist auf den Seiten mit schwär-zen Aueersircifen durchschnitten. Diest Vögel findet man auf der Küste Koromandel. ^ ^ '*'■) La ■petite Cciilk do Gingi. @, 172, ^I^ P. (II. Theil.) S II3 sind erdebraun; die Schwungfedern sind sch.oarz; die vordern Schwanzfedern braun, die untern bis an die Hälfte ihrer Länge schwarz, im übrigen weiß; die Deckftdcm des Schwanzes von unten sind hell rölhlichtgrau; der Schnabel ist schwarz, der Stern roth, und die Füffe gelb. Die braune Chinesische Turteltaube. *) Sie hat eben die Grösse wie die Vorhergehende. Der Kopf, der Hals, die Brust und der Rücken sind von bräunlichtcr crdegrauer Farbe, die Kehle ist etwas lichter; an jeder Seite des Halses sind einige schwarze Federu, deren Spitzen hell aschj grau sind; die kleinern Flügelfedern sind braun, und enden sich mit einem gelben opw mcntfarbigen Streif; cmige von eben diesen Federn am Rande des Flügels sind hell aschgrau; die Schwungfedern braun: Der Slciß und der Schwanz sind dunkel asch-grau; der Bauch und die Schenkel weingrau: Die Deckftdcm des Schwanzes von unten sind hell aschgrau; der Schnabel, der Stern, und die Füffe siud roth. Die kleine Turteltaube aus Queda./") Sie ist etwas dicker und viel langer als der HauSjperling. Die Stirne und die Kehle sind hell asihgrau, der Hinterkopf ist dunkel erdegrau; die Federn am Hinterhalse sind von gleicher Farbe, mit schwarzen Queerlinien durchschnitten; die Federn am 3M cken, am Steiß, und die kleinen Flügelfedern sind hcll aschgrau, und enden sich mit einem schwarzen Streif: Die Seiten des Halses sind weiß, mit schwarzen dicht ncben einander liegenden Queerlinien; die Brust und der Bauch sind hell weingran; an den Seiten des Bauches sind die Federn mit wcllenförmigm schwarzen Queerlinieu durchschnitten; die Schwungfedern sind braun: An der untern Seite sind die Flügel rölhlicht, 5>ie Aftcrsiügel aber mit schwarzen wellenförmigen Queersireiftn versetzt; die vordern Schwanzfedern sind braun; die untern oder Seitenfedern sind bis auf drey Vierthcile ihrer Länge braun, am übrigen Theil weiß; die Schenkel und die Dcckfcdern des Schwanzes auf der Unterseite siud weiß; der Schnabel ist schwarz, an der Wurzel *) La Tourterdie brune de la Chine. ©♦ 17^, *%) La petite Tourterelle de jQuedu. ©. 177, iI9 w!d an der Spitze mit Gelb verwaschen; dcr Stern und die Füsse sind von operment?. Obigem Gelb. Diese Turteltaube ist ein sehr artiges Thierchen, und ihr Fleisch ist ungemein lehrhaft. Man hat einige von dieser Art auf die Insel France verpflanzt, wo sie sich stark vermehrt haben. Die grosse Chinesische Turteltaube. ") Sie hat die Grösse der europäischen Ringeltaube. Der Kopf ist grau; der Vor-derhals, der Bauch und die Schenkel sind hell weingrau; der Hinterhals und der "ücken dunkel violet; die Deckfedern an den Seiten des Halses haben die Gestalt eines umgekehrten Herzes, sind schwarz, und enden sich mit einer weingrauen Streife; die kleinen Flügelfedern sind dunkelroth, die Schwungfedern erdcschwarz. Dcr Steiß ist fiiederfarbig grau; die vordem Schwanzfedern sind erdeschwarz; die untern ode^ Sei-tenfedern sind bis an die Hälfte ihrer Lange schwarzgrau, am übrigen Theil weiß; die Deckftdern des Schwanzes von unten sind weiß; der Schnabel ist gelblicht, der Stern loch, und die Füsse sind braun. Die Turteltaube vom Vorgebürg der guten Hoffnung""). Sie ist eben so dick wie die vorgehende. Der Kopf ist hell aschgrau; das Aug Nut einer rothcn kahlen Haut umgeben, die mit einer weisscn Linie umfangen ist: ^l' Halsftdcrn sind lang, schmal, und scheinen keimn Schaft zu haben; ihre Farbe 'st wcinaran. Die kleinen Flügclfedern sind von eben dieser Farbe, und auf jeder Fc-^ ist ciil oreyeckigter weisscr Flecken; die Schwungfedern und der Schwanz sind 'Hwarz; der Bauch, die Schenkel und die untere Bedeckung des Schwanzes hell afch-^cni; der Schnabel ist schwarz, der Stcrn und die Füsse sind roth. Die Turteltaube von Surate. f) Sie hat den Wuchs der Chinesischen Turteltaube. Der Kopf und der Vorder. h"ls sind weingrau; die Brust, der Bauch und die Schenkel sind von dcr nämlichen 5...;, Jst g™ntle TourteveUe de la Chine, ©♦ 178-J J-n Tourtcrelic du Cup de bonne Espercuice. ©. I?-9t ^« 2'oitrtcreUc ik Shy ate, &> 379,. 14o Farbe, aber etwas lichter; die Federn am obern Theil des Hinterhalses sind schwarz, und enden sich mit einer weissen Streife; die am untern Theil des Halses sind auch schwarz, enden sich aber mit einem rothen Streif; die kleinen Flügelfedern sind hell aschgrau, und auf jeder Feder ist ein schwarzer länglichter Streif, der in gleicher Richtung mit dem Schaft fortläuft, und nahe an der Spitze desselben verschwindet: Die Schwungfedern sind schwarz; der Rücken, der Steiß und der Schwanz sind dunkel erdegrau; die untere Bedeckung des Schwanzes ist weiß; der Schnabel schwarz; der Stern und die Füsse sind roth. Die graue Turteltaube von Suraee *) Sie ist etwas dünnleibiger als die vorhergehenden. Der Kopf ist röthlicht weingrau; Die Fed.ern am Vorderhals sind bis auf zwey Drittheile ihrer Lange schwarz, und am übrigen röthlicht; der Hinterhals und der Rücken sind erdegrau; die kleinen Flügelftl dem sind aschgrau, die Schwungfedern schwarz; die vordern Schwanzfedern sind erdegrau , die Seitenfedern bis an die Halste ihrer Lange schwarz, übrigens weißgrau: Der Bauch, die Schenkel und die untere Bedeckung des Schwanzes sind weiß; der Schnabel ist schwarz; der Stern und die Füsse sind roth. Die Turteltaube von der Küste Malabar. *") Sie ist von gleichem Wuchs wie die geringelte Turteltaube. Der Kopf ist hell aschgrau; der Hals und die Brust sind hell weingrau; der Rücken und die Flügel sind wieder hell aschgrau. Auf den Mittelftdern der Flügel sind einige schwarze eyförnüge Flecken; die vordern Federn des Schwanzes sind grau, die Seitenfedern bis auf zwey Dritcheile ihrer Länge schwarz, am übrigen weiß; der Bauch ist weiß ; der Schnabel, der Stern und die Füsse sind roth. Der graue Habicht mit gestreiftem Bauche aus Madagaskar. N ( cm. Cafel.) Alle Kennzüge dieses Vogels zeigen an, daß er in das Sperbergeschlecht gehöre:. Die Krümmung des Schnabels hebt sich an der Wurzel desselben an; die Füsse sind - 66) ^aI^^tel-cFe Ml/aöa^. S. l8o. *) La Tonrterette grise de Stcrutt. <&, i8o# - **) LajTourterclie de la Cöte de Malabar. , 180. t) V Antour gris « ventre rayi de Madagascar. @, i8r» A7io3. ^ ">'««^,v?//>.'/,/.i ' /^F^,/, >>'"^ ^ IHI lang und dünne, die Zehen stark, und die Klauen gekrümmt. Er hat die Grösse des europäischen Fasan: Dcr Oberkopf, Per Hals und der Rücken sind hell aschgrau; das Aug ist mit einer gelben kahlen Haut umgeben, die sich von der Schnabelwurzel bis hinter den Kopf erstreckt: Die kleinen Deckfedern der Flügel sind hell aschgrau, die Mittelfedern von eben dieser Farbe; aber auf jeder Feder ist ein schwarzer beynahe runder Flecken: Die kürzern Schwungfedern sind aus der Aussenseite bis an die Hälfte aschfarbig, auf der innern Seite bis an die Hälfte weiß mit schiefen Streifen durch.' schnitten; an der übrigen Halste ihrer Länge aber schwarz, und daneben ander Spitze weiß gerändert: Die Schwungfedern sind bis auf das Drittheil ihrer Länge weiß mit schwarzen Queerstreifen schief durchschnitte»,, und am übrigen schwarz; die kleinen Flü-gelfedern von unten sind weiß mit schwarzen Queerstreisen: Die Federn an der Brust, dem Bauch, den Schenkel», und dem Steiß sind weiß, mit schwarzen queeren halb-zirkelförmigen Linien durchschnitten: Dcr Schwanz ist schwarz; auf der Mitte desselben »st ein weisser Queerstreif mit kleinen schwarzen Linien unterbrochen; der Schnabel ist schwarz; der Stern und die Füsse sind gelb. Auf Madagaskar nennt man diesen Vogel den gestreiften Adler. ^ Der Indische Ningelfalke. ") Dieser Vogel ist vom Schnabel bis zur Spitze des Schwanzes Einen Fuß vier Zoll lang; die Flügel haben drenzehn Zoll, und die Füsse vier Zoll in der Höhe. Der Kopf, die Gnrgel, der Hmtcrhals und der Rücken sind schwarz; die Brust, dcr Bauch und die Schenkel sind weiß : Die ersten» kleinen Flügelfedern sind weiß, die darauf folgenden schwarz; die Mittelftdern und dic kürzern Schwungfedern sind silberaschgrau, die Schwungfedern schwarz; der Steiß ist weiß, der Schwanz hell silbergrau; der Schnabel ist schwarz; der Stern und die Füsse sind röthlichtgelb. Das Weibchen ist etwas dünnleibiger als das Männchen. Seine Hauptfarbe ist silbergrau; auf den kleinen Flügelsedern sind drey runde schwarze Flecken, und drey andre auf der Aussenseite der kürzern Schwungfedern; die Schwungfedem sind schwarz; die Seiten des Bauches, die Schenkel und die untere Bedeckung des Schwanzes sind ") 2^5 Fa«co» a coA'e»- llel /«cl«, S. 182. v -if F(\UQon a coflkr its Indcs* ©♦ i83* 14^ weiß: Auf der Mitte jeder Feder ist ein lauglichtcr dunkelrother Streif; de^Schna-bel ist schwarz: der Stern und die Füsse sind röthlichtgelb. ,,..,., Der Königsgeyer von Pondischery. ") (ciV. Caftl.) Dieser Vogel hat einen kurzen stark gekrümmten Schnabel, dessen Wurzel mit einer kahlen Haut bedeckt, die Naslöcher aber offen sind; vier bis an ihre Wurzel ge-trennte Zehen, davon drey vorwärts und eine rückwärts steht; kurze starke Füsse; krumme Klauen ; einen unbefiedcrten Hals und Kopf, die zum Theil mit kleinen Pflaumen bedeckt sind'; eine platte Stirne und einen sehr dicken Kopf: Ueber den Hals liegt ein ungcmcin dünnes, rothes, kahles Hautchen, das unter den Ohren anhebt, sich in der Mitte durch seine Rundung mehr ausbreitet, und bis unten an den Hals hinzieht. Es ist dieß einer der größten Vögel von Indien, so groß als unsre größten Gänse. Der Kopf, der Hals und die Brust sind fleischfarbig; dcr Hinterkopf und der Raum zwischen den Naslöchern und den Augen sind mit kleinen fleischfarbigen Pflaumen beseht: Auch dcr Vorderhals und die Brust sind an verschiednen Stellen mit kleinen büschelweise beysammen stehenden feinen Federn von der nämlichen Farbe bewachsen. Der Rücken, der Bauch, die Flügel und der Schwanz sind schwarz; der Stcrn ist roth; der Schnabel und die Füsse sind gelb. Der grosse Indische Geyer. "") (cv. Tafel.) Dieser Vogel ist etwas dünnleibiger als dcr vorhergehende. Der Kopf, dcr Hals und die Brust sind unbesiedcrt und von röchlichtcr Farbe: Der Kopf ist mit kleinen einzelcn Pflaumen bedeckt, die den Haaren ähnlich sind; der Hals ist im Verhältniß mit Hem Leib sehr lang; er ist an verschiedenen Stellen mit ungemein feineu , büschelweise neben einander stehenden Fcdern bcscht. Die Fcdcrn an der Brust sind kurz, *) Lc Vautour royal de< Pondkhery. <5. i8-». **) Ze grand Vimtour des Indes. €?t ^03-« N°.io4. """,>„ ^„.,. J. J -Jrr/Y Jcutp N°.jo5. J- J'■ -/tirrit,Jt'utp, 143 starr, unb gleichen abgeschnittenen Haaren; die amuntern Theil des Hinterhalses sind ^ng, schmal, und laufen in eine dunkelrothe Spitze ^aus; die kleinen Flügclftdern, die am Nucken und Steiß sind umberbraun, und enden sich mit eumn merklich lichtem Streif: Die Schwungfedern und der Schwanz sind schwärz; der Stern roth; der Schnabel und die Füsse schwarz. ,>,"'..' Diese Vögel si>;.d sehr gefräßig; unter Tags halten sie sich am Ufer der See allfund nehmen die todten Fische weg, welche die Wogen an das Gestade auswerfen; überhaupt leben sie von faulem Fleisch, und scharren die Aejer wieder aus dem Bo? den hervor: Ob sie schon starke Flügel haben, ist ihr Flug doch sehr schwer. Der Geyer aus Gingi. y Wenn man diesen Vogel bloß nach seinem Schnabel beurtheilen wollte, könnte Man denselben nicht in das Geyern Geschlecht setzen; denn sein Schnabel gleicht dem des Trnthahns vollkommen; übrigens hat er aber alle Kennzeichen des Geyers: Seine Naslöchcr sind unbedeckt; die Schnabelwurzel ist mit einer Wachshaut überzogen; der Raum Zwischen dcn Naslöchcrn und dm Augen ist mit kleinen haarahnlichen Pfian-Men beseht. Er 'hat die Grösse eines Truthahns: Die Stirne, die Wangen, und die Kehle sind unbesiedcrt; sie sind, so wje die Schnabelwurzcl, von etwas röchlichter Fleischsar- e» Die Federn am Hmterkopf und am Halse sind lang, schmal und weiß; die klch nen Flügelsidem, die am Rücken, Bauch und Schwanz sind von gleicher Farbe; du Schwungfedern schwarz; der Stern ist roth; der Schnabel und die Füsse graulicht. Dieser Vogel ist auf der Küste Koromandel zu Hause, wo ihn die Einwohner wegen seinem Schnabel den wilden Truthahn nennen. Der kleine schreyende Bussard. *' Dieser Vogel hat einen kurzen krummen Schnabel, der oben gewölbt und unten tu ist, und dessen Krümmung sich bey der Wurzel anhebt; die Federn um die un^ JttL L0 Vautöur de GinS*- <£♦ 184. ) Let peat,. ßuze sr;arfa @^ Ig4> l44 tere Schnabelwurzel stehen vorwärts; die Schienbeine sind kurz, die Füsse stark, die Flügel beynahe so lang als der Schwanz; das Aug ist mit einem kahlen rochen Häutchen umfaßt; um die Augenlieder ist ein Kreis von Borsten, welche wahre Augcnwinu pern gestalten. Er hat die Grösse einer Ringeltaube: Der Oberkopf, der Hinterhals, der Rü? cken, der Steiß, und die obern Schwanzfedern sind aschgrau; die kleinen Flügelfedern sind schwarz, die Mittelfedern hell aschgrau, die Schwungfedern graulicht schwarz; die Gurgel, die Brust, der Bauch und die untere Bedeckung des Schwanzes sind weiß; der Stern und die Füsse sind gelb; die Klauen sind schwarz, lang und krumm! die Klaue der Mittelzehe dehnt sich einwärts in eine vorstehende sehr schneidende Spitze aus. ' '' Dieser Vogel ist auf der Küste Koromandel einheimisch; er halt sich in den Reisfeldern auf, wo es eine Menge kleiner Frösche giebt. Es hält sehr schwer ihm nahe zu kommen; er sieht jederman schon von weitem, und giebt einige abgesetzte Schreye von sich, ehe er von seiner Stelle wegfliegt. Dieses wiederholten Geschreys wegen hat man ihn den Schreyenden benamst. Die Chinesische Eule. ") Sie hat den Wuchs der europäischen Eule. Der Oberkopf, der Hinterhals < der Rücken, der Steiß, der Schwanz und die kleinen Flügelftdern sind röthllchtbraun, mit kleinen schwarzen wellenförmigen Linien versetzt; die Schwungfedern sind von eben der Farbe, aber nebst den kleinen schwarzen Linien sind auf den kürzern vier hellrothe Queersireiftn, und auf dem äussern Rand der längsten rölhlichtweiße Flecken; die Stirn-federn sind weiß; der Vorderkopf und die Kehle sind hellroth; auf jeder Feder an der Kehle aber ist ein länglichtcr schwarzer Streif, der an seiner Wurzel sehr fein, gegen das Ende aber breiter ist; die Brust, der Bauch und die Schenkel sind von dunk-lerm Roth, mit einem längs hinlaufenden schwarzen Strich und noch andern weijstn Quecrsireifen durchschnitten; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Die *)Ze Hihou dc la Chine. @t 185, .Y'foe 1- iSoii'icrrtt Ptntv J.J.JvrU^' «45 Die kleine Eule aus Koromandel. *) Sie ist um ein gut Dritchcil kleiner als die vorhergehende. Der Kopf, dc» Hinterhals, der Rücken, die llcinen FlüZelftdern und dcr Steiß sind röthlichtgrau wit röchlichtweissen Flecken am äussern Nande jeder Feder ; welche Flecken am Kopf Und Hals kleiner als an den übrigen Theilen sind. Von gleicher Farbe sind die kürzern Schwungfedern, mit röthlichtweissen Queerstreifen durchschnitten, uud mit einem roth? lichten Streif geendet; die grossen Schwungfedern sind etwas dunkler, und haben am äussern Nande runde Flecken von röthlichtem Wciß. Der Schwanz hat die nämliche Farbe, und ist mit drey röthlichtweisson Queerstreifen durchschnitten: Die Backen sind weiß: Der Vorderhals, die Brust, der Bauch, die Schenkel, und die untere Bedeckung des Schwanzes sind röchlicht, mit halbzirkelförmigen schwartn Streifen durchschnitten; die Füsse sind röchlicht und bis an die Spiße der Zehen mit. Fedem bewachsen; der Schna? bel i)t schwarz, und der Stern gelb. ' Die rothgelbe Chinesische Elster. ">) (cVI. Tafel.) '- Dieser Vogel hat alle Kennzeick/en der Elster. Sein Schnabel ist stark, kegelför? Wig langlicht und ein wenig gekrümmt, die Federn an der Schnabelwurzel stehen vorwärts; er hat an jedem Fuß vier Zehcn, drey vorwärts und eine hinterwärts: Diefe Zehen sind stark, die Klauen gekrümmt; der Schwanz besieht aus zehn Federn, und ist so lang als der Körper, auch in Reihen abgetheilt: Die zwo Vorderftdcrn sind viel längcr als die Scitcnfedern. Diese Elster hat die Grösse der Europäischen Amsel: Der Kopf ist braun; der Hals ebenfalls, aber elwas lichter: Die Brust und der Bauch sind röchlichlwciß; der "ücken und der Steiß sind gclblichtroth; die kleinen Flügelfedern sind von crdcfarbncm ^oth, die Mittelfcdern lichtgrau; die kürzern Schwungfedern sind auf der äussern Seite grau, auf der innern braun; die grossen Schwungfedern durchaus schwarzbraun; > Le petit Hihou de la Cite de Coromandet. . 186. ) Zu Pic rousse de la Chine. @. Ig6. (II. UäU) T 146 die zwo ersten oder längsten Schwanzfedern sind grau, rnd enden sich mit einem bram ncn Queersireif; die Scitenfedern sind bis zr.r Haltte ihrer 2ä°i,ae grau, das übrige braun, und enden sich mit einem weissen Qneerstreif; der Stcrn ist röthlichtgelb; der Schnabel und die Füsse sind schrcarz. Die Elster aus Makao. ") Sie ist auch um cm Drittheil kleiner als unsre europäische Elster. Die Stir^ ue ist schwarz; der Wirbel aschgrau; der Hals und die Brust sind erdegrau; der Bauch und die Schenkel von gleicher Farbe, doch etwas lichter; der Rücken und die kleinen Flügcldeckfedern sind rothgelb; die ersten Schwungfedern sind glanzend schwarz ins Grüne schillernd; die grossen schwarz; anf dcn vier längsten sind zween wciffe Fl^ cken, einer auf der innern und einer auf der aussern Seite, welches einen sichtbaren weissen Flecken gestaltet wenn die Flügel geschlossen sind; der Steiß ist aschgrau, der Schwanz schwarz; die untere Bedeckung des Schwanzes ist rochgelb; der Stern gelblicht; der Schnabel und die Füsse schwarz. Dcr kleine Chinesische Nußheher. *") ( CV1I. Tafel.) Dieser Vogel hat alle Kennzüge des Nußhehers, nur nicht das glänzende der diei ser Gattung gewöhnlichen Farben. Sein Schnabel ist gerade, lang, aus dcn Seiten zusammengedrückt; die Federn an der Schnabelwurzel stehen vorwärts und bedecken die Naslöcher. Er hat-starke Füsse, und krumme Klauen, nüt denen er sthr leicht kleine Vögel fängt ; zehn Schwanzfedern, davon die ersten zwo langer sind als die S^ tenfedern. Er ist um ein gut Drittheil kleiner als der europaische Heher. Der Vorderkopf und die Kehle sind schwarz; die Stirne weiß; der Oberkopf und der Hals sind dunkel aschgrau; die Backen weiß; der Rücken, dcr Steiß und die kleinen Flügelfedern «rdegrau; die Brust und der Bauch von gleicher Farbe, doch etwas lichter: Die ¥) La Pie de Macao. @. 187. ¥V)Z////9- 156 Das Weibchen unterscheidet sich von dem Männchen nur durch den grauen Kopf, und durch die Schwungfedern, welche schwarz und einfach weiß gerändert sind. Der Nelikurvi aus Madagaskar. ") (CXIl. Tafel.) Dieser Vogel ist eine Art von Kernbeißer, und so groß wie der Hausspcrlnig« Der Kopf, die Kehle und der Vorderhals sind gelb: Beym obern Winkel des Schnabels entsieht ein länglichter mattgrüner Streif, der sich etwas weniges bis him ter das Aug erstreckt; der Hinterkopf ist ebenfalls mattgrün; der Vorderhc■«/.P/K,. . A* /. Aw// A-utp :N°»t F. Jovrierat l'oir J. J.Avrii SfW sich bis etwas hinter das Aug erstreckt und dort endet; der Hinterhals, der Rücken, der Steiß, die Flügel und der Schwanz sind dunkel erdegrau; die Kehle, der Vor.-derhals, die untere Seite der kleinen Flügelfedern, der Bauch und die untere Bede« ckung des Schwanzes sind schwarz; der Schnabel und die Füsse röthlicht grau; die ganze Lange des Vogels von der Spitze des Schnabels bis zu der des Schwanzes beträgt vier Zoll sechs Linien, und jene der Flügel zween Zoll neun Linien. Die Meist voll der Küste Malahar. ^ (cxiv. Tafel, I. Fig.) Die Meisen sind kleine Vögel, welche sich von Insekten, Raupen und Pupeu itähren; auch fressen sie gewisse Früchte, besonders die Mandeln sehr gerne. Sie hüpfen mit ungemeiner Lebhaftigkeit von Ast zu Ast und von Blume zu Blume, um die daselbst besindlichen kleinen beynahe unsichtbaren Insekten zu haschen, welche in der klebrichten Feuchtigkeit der Blumen stecken bleiben: Dieses ihr bestandiges Hemmhüpfen brachte einige Leute auf die Gedanken, als ob sie bloß vom Saft der Blumen lebten: Auch klettern sie an den Baumstämmen und Aesten herum, und deswegen haben sie einige Naturforscher in die Klasse der Spechte geseht; aber ihre Kennzeichen stimmen mit jenen nicht überein. Die Kennzeichen der Meisen juck vier Zehen ohne hautige Bedeckung, drey vorwärts und eine rückwärts, alle bis zur Wurzel getrennt; Schenkel bis an die Knöchel befiedert, ein ahlförmiger Schnabel, die Naselöchcr mit Federn der Schnabelwurzel bedeckt. Die hier genannte Mcise ist von der Spitze des Schnabels bis zu der des Schwan? zes fünf Zoll acht Linien lang; ihre Flügel zween Zoll acht Linien. Der Kopf, der Himerhals und der Rücken sind dunkelgrau; die Kehle ist schwarz; die Brust, der Bauch und der Steiß opermentfarbig: Die kleinen Flügelftdem sind schwarz, die Mittelfedern von cben dieser Farbe, und einige davon enden sich mit einem hellrothen Flecken; die kürzern Schwungfedern sind schwarz, die folgenden bis an die Mitte roth, am übrigen Theil schwarz; welches dann einen schwarzen Flecken auf den Flügeln bib dtt, wenn sie über den Körper ausgestreckt sind; die grossen Schwungfedern sind schwarz. Die ersten Schwanzfedern sind schwarz, die Seitenfedern bis zu Hälfte schwarz. *) lit Mefange da la Cote de Muluhtr. @, «04, und im übrigen hellroth; die untere Bedeckung des Schwanzes ist hell rothgelb; der Stern roth; Schnabel und Füsse sind schwarz. Die Farben des Weibchens sind minder lebhaft: Die Kehle, der Vorderhals, die Brust, der Bauch, und der untere Theil des Schwanzes sind hellgelb, etwas ins Röthlichte fallend; der Flecken auf dem Flügel und Steiß ist von eben dem Roch wie bey dem Männchen. Die Meise von Nanking. ^ (5XIV. Tafel, 2. Fig.) Diese Meist ist eben so groß wie die vorige. Der Kopf, der Hmterhals, der Rücken und die kleineu Flügelftdcrn sind grünliche grau; auf dem Wirbel aber ist es mit Gelb verwaschen: Beym obern Winkel des Schnabels entsteht ein weisser länglich-ter Streif, der sich bis hinter das Aug hinzieht und daselbst endet: Die Kehle ist von schönen? Gelb; der Vorderhals und die Brust sind von etwas ins Bräunlichte fallen-der Opermcntsarbe; der Bauch ist gelblicht, und die Leudeu crdegrau; die kürzern Schwungfedern sind bey ihrer Eutstchuug grau, dann opermentfarbig, und an den, noch übrigen Theil ihrer Lauge schwarz, welches einen schwarzen Flecken auf dem Flü? gel bildet; die grossen Schwungfedern sind an der inuern Seite schwarz; auf der Ausi senseite sind ihre Fasern sehr schmal, beym Anfang schön mordorefarbig, das uumerklich immer mehr ins lichte fällt, und gegen die Spitze der Fcdcr mit einmal ganz gelb wird, welches dann auf jeder Feder einen kleineu gelbeu Rand bildet; die zwo ersten Schwanzfedern sind grünlicht grau, und enden sich mit einem wcisscn Streif; die Sw tenfedcrn'^sind schwarz. Die kleine Meist vom Vorgcbürge der guten Hoffnung. ") ( (IXV. Tafel.) Sie ist kleiner als unsre europäische Meise. Der Kopf, der Hals, der Rücken/ der Bauch, und die kleinen Flügelfedern sind hell aschgrau; die Schwungfedern schwarz mit '''r) La ßsesange dc JSsnuquin. (£, 205, *'') La petiic Älcs-inge du Cap de bonne Ejfevttuce, (©. zo6\ 2f'u$ '"^"f.l'in.v ,'.J.Aonl.,\\;tlp. i6r wit Weiß gerändert: Der Schwanz ist oben schwarz und unten weiß; der Stern roth; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Dieser Vogel baut sein Nest in die dicksten Gesträuche, und macht es aus einer Art von Baumwolle die im Lande unbekannt ist: Das Nest sieht ziemlich genau einer Bouteille ähnlich, und sein Hals ist enge: Aussen daran ist ans der Seite ein Beutel der dem Männchen zur Wohnung dient. Wenn das Weibchen das Nest verläßt, so schlägt das Männchen mit aller Starke seiner Flügel an beyde Seiten des Nestes;. und sobald sich der Rand oben berührt, hängt er sich zusammen, und verschließt den Eingang ganzlich: Durch diesen cmsserordcntlichen Kunsttrieb verwahren diese kleinen Vögel ihre Jungen vor der Gefräßigkeit der Insekten und übrigen Thiere, die densely ben allenfalls Schaden thun könnten. Die kleine langgeschwänzte Grasmücke aus China.") Dieser Vogel ist ein wenig grösser als die Meise vom Vorgcbürg der guten Hoffnung. Der Oberkopf ist licht rochgelb; der Hintcrhals, der Rücken, der Steiß, ^ kleinen Flügel-und Schwanzfedern sind hell olivengrün; die Schwungfedern braun olivenfarbig; der Schwanz ist dünn, schmal, klein, und besteht aus sehr schmalen Fedcris; die ersten zwo Federn sind eben so lang als der Körper. Dieser Vogel ist gar nicht scheu; er wohnt auf den Bäumen welche die Chmcser ü' ihre Haushöfe pflanzen, um sie zu beschatten: Er hat ein sehr sanftes Geschrey. Der kleine Indische fthwarzrücttge Fliegenfänger. ") Er ist so groß als die europäische Meise. Der Kopf, der Hals, der Rücken', bie Brust, und die kkmen Flügel edcm sind schwarz; auf jcder Feder ist ein gclblichter Flecken^ die mittlern Flügelfedern sind schwarz, mit einem gelblichem Rand; auf der Witte jedes Flügels ist ein weisser Flecken ; die Schwungfedern an den, Flügelil und am Schwanzc sind schwarz; der Steiß ist hell rochgelb, der Bauch rothgelb mit ') ^.c> F^t/t /^^«et tle5 /?/lin. S. -07. (U. Theil.) X ' Id- petit Figuier ä lonsue queue de k Chine. <£, 206» ) Le petit Traquct des Imlcs. ©« ~ojt- (U. Theil.) X l62 schwarzen unbestimmten Queerstreifen; der Stern ist rothgelb; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. ^ Dieser Vogel findet sich ans Koromandel. Die graue Indische Bachstelze. *) Die Kennzeichen der Bachstelzen sind ein dünner Schnabel, am obern Theil des Schnabels ein Einschnitt, und ein horizontal stehender Schwanz. Die hier angeführt te hat den Kopf, den Hinterhals, den Rücken und Steiß grünlicht erdegrau; die Kehle, die Brust, und der Bauch sind stark hellgelb; über die Brnst laufen zween schwarze zirkelförmige Streifen die mit ihren Enden zusammenlaufen, und in der Mitte durch eine andre ebenfalls schwarze Linie mtt emanver verbunden werden; die ersten kleinen Flügelfedern sind grünlicht erdegrau, die folgenden gelb; die Mittclfedern sind bis auf drey Viertheile ihrer Länge brännlicht schwarz, und am übrigen Theil stark hellgelb; die Schwungfedern sind crdebrann, am äuffcrn Rande gelb gefleckt; die erste Schwanzfeder ist grünlicht grau; die Seitenfedern schwärzlicht braun; die äussern zwo Federn weiß; die Schenkel und die untern Deckfedern des Schwanzes sind. weiß; der Stern ist gelb; der Schnabel und die Füsse sind hell rothgelb. Der Indische Wistling. ^) Dieser Vogel ist so groß wie die französische Grasmücke. Der Wirbel, der Hintcrhals, der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind hell indigoblau; an der obern Schnabelwurzel ist ein weiffer Streif, der sich bey der Stirne anhebt, über dem Aug hinzicht und sich etwas weniges hinter demselben endet; beym obern Winkel des Schnabels hebt sich ein andrer schwarzer Streif an, der sich unter dem Auge hinzieht, und sich bis hinter den Kopf erstreckt; die Kehle ist weiß; der Vorderhals, die Brust, der Bauch, und die untere Bedeckung des Schwanzes rothgelb ; der Schnabel schwarz; der Stern und die Füsse sind rothgelb. *) La Bcrgeronette grise de< Imies. @. 207. **) Lo Roßgnol de muraille its Indes. <&. äoS< jV^ J. •K'/r/tir.r/SWt.V jZIvrJJW. fJ0Jlt7 r. öotineitil /i/i.v J.J..ti>räSc<'t}' 16z Der grüne Baumläufer vom Vorgcbürg der guten Hoffnung. *) ( lDXVI. Tafel, I. Fig. ) Dieser Vogcl hat die Grösse eines Zeisigs. Der Kopf, der Hals, der Rücken, und die kleinen Flügeldeckfedern sind von spielendem Hellgrün; die Schwung - und Schwanzfedern dunkelroch; der Steiß ist himmelblau; die Kehle roth, der Schnabel Und die Füsse sind schwarz. Dieser Vogel hat einen ungemein angenehmen Gesang. Der Baumläufer aus Malakka. ^) (5XVI. Caftl, 2. Fig. ) Er ist etwas grösser als der vorhergehende. Die Stirne ist von spielendem Dmv kelgrün; beym obern Winkel des Schnabels entsteht ein länglichter Streif von grün,' lichter Erdefarbe, der sich unter dem Ange bis an die Hälfte des Halses hinzieht, wo er sich mit einer Ründunq endigt: bey dem Winkel der zwo Kinnladen hebt sich ein andrer schön himmelblauer Streif an, der sich bis zn dem Flügel erstreckt; die Kehle ist rothbrann; die kleinen Deckfedern der Flügel sind violetfarbig, so glänzend und glatt wie Metall; die folgenden oder Mittelfcdcrn sind dunkelroth; die Schwungfedern erdcbraun; der Rücken, dcr Steiß und der Schwanz sind von schöner schillernder Vio-lttfarbe; die Brust, der Bauch, und die Schenkel gelb; dcr Stern ist roth; der Schnabel und die Füsse sind braun. Der rothrückige Baumläufer aus China, v (5XVII. Tafel, I. Fig.) Dieser Baumläufer ist die kleinste Act, welche man von dieser Gattung kennt. Sein Schnabel ist ein wenig gekrümmt; der Oberkopf, dcr Hmtcrhals, der Rücken Und der Steiß sind schön karmmroch; beym obern Winkel des Schnabels entsteht ein schwarzer Streif, der sich bis an den Flügel hin erstreckt; die Kehle, die Brust und der J Ze Griwpcreau -vcrd du. dp de Bonne - Ess evmice, ©• ÄOg. ' J Ze Grimpcreau de JUalacca. @. 209. TJ Ze Grintpereau « rfw »"cage «fe i« Chine, Q. 209» l64 Bauch sind röthlicht weiß; die kleinen Flügelfedern dunkelgrün beynahe schwarz; die Schwungfedern und der Schwanz schwarz; der Stern ist roth; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Der pfeifende Baumläufer aus China. *) ( OXVII. Caftl, 2. Fig.) Dieser Vogel ist eben so groß wie der vorige. Der Kopf, der Hals, der Rücken, die Flügel, und der Schwanz sind bläuliche aschgrau; die Kehle und der Vorderhals sind von der nämlichen Farbe, aber um vieles lichter; auf dem Rücken hat er einen orangengelben Flecken in Form eines Dreyecks; die Brust und der Bauch sind auch orangengclb; die untere Bedeckung des Schwanzes ist hellgelb; der Stern roth; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Der graue Chinesische Baumläufer. ") (exVII. Tafel, Z. Fig') Er ist von der Grösse einer gemeinen Meise. Der Oberkopf, der Hinterhals, der Rücken, und die kleinen Flügelftdern sind aschgrau; die Kehle, die Brust und der Bauch stark hellroth; die Schwungfedern erdebraun: Der Schwanz besteht aus zehn Federn, davon die zwo mittlern die längsten sind: Die Seitenfedern werden immer kürzer, bis zu den zwo äussersten, welche die kürzesten sind; die ersten zwo sind braun, und enden sich mit einem schwarzen Queerstreif; die Seitenfedern sind grau, und ha-ben ein wenig vor ihrer Spitze einen länglichten schwarzen, halbzirkelförmigen Streif; der Stern ist roch, der Schnabel schwarz, und die Füsse sind gelb. Der Specht alls Malakka, t) Dieser Vogel ist kleiner als der europäische Grünspecht. Der Oberkopf ist von mattem Karminroth; die Federn sind lang, schmal, und wie ein liegender Federbusch ft) Le Grimperean ßßenr de la Chine. @. 210. **) Le Grimpercau gris de let Chine. @. ZIQ. f) Le Pio de Malacca. ®, 211. !«5 angepaßt; die Kehle und der Vorderhals sind röchlicht gelb; die kleinen Flügelfedern karminroth; die Schwungfedern auf der aussern Seite roth, mit Schwarz verwaschen, und auf der innern Seite braun, mit weissen beynahe runden Flecken getupft; die Federn an der Brnst, am Bauch, und die untern Deckfedern des Schwanzes sind röthlicht weiß, mit schwarzen Queerstreifcn durchschnitten; der Nucken ist röthlicht er-degran, der Steiß hell gelblichtgrün mit schwarzen O.ueerstrciftn; der Schwanz besteht aus zchn Federn, davon die zwo mittlern die längsten sind; sie sind schwarz; ihr Schaft ist sehr stark, erhaben, und viel ausgezeichneter als an den übrigen Federn; der Stern ist roth; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Der kleine Indische Kukuk. ") Dieser Vogel hat den Wnchs einer Amsel, ist aber nicht so dick, und etwas länger. Der Kopf, der Hmterhals, der Rücken und die Flügel, sind rothbraun mit schwarzen Quecrstreiftn; die Schwanzfedern sind von der nämlichen Farbe, und längs dem Schaft hin mit emiAei, schwarzen unregelmäßigen Flecken gesprenkelt; der'Vorder, hals, die Brust und der Bauch, sind weiß mit schwarzen O.ncersireiftn; der Stern, der Schnabel uud die Füsse sind gelb. Der kleine Papagey aus Malakka. ^) Er ist so groß wie der gewöhnliche Parkit (perrucne). Die Stirne ist blau; der Kopf, der Hals und der Rücken sind grasgrün; die kleinen Flügelfedern von lichtem, Grün, und gelb gerändert; die kürzern Schwungfedern sind von dunklerm Grün' die äussern Fasern der grossen Schwungfedern sind bis an die Hälfte ihrer Länge dunkelblau, am übrigen Theil dunkelgrün; die kleinen darunter liegenden Federn sind schön karminroth: Der Schwanz ist oben dunkelgrün, und unten gelblicht grüu; die Brust und der Bauch sind auch gelblicht grün; der Steiß ist blau; der Stern roth; der Schnabel violetgrau, und die Füsse braun. ') Ze petit Coucou des Indes. ®. air. ***) Li fctit Ferro£ua de Malacca. @. an. i6b Der grosse Chinesische Parkit.") Dieser Vogel ist etwas kleiner, als der gemeine grüne gelbköpfige Papa« gey. Der Hinterhals, der Rücken, die Flügel und das Oberthcil des Schwanzes sind grasgrün; die erstem kleinen Flügelfedern gelb; der Kopf, die Brust und der Bauch hell grünlichtgran; das Untertheil des Schwanzes von eben dieser Farbe, aber dunkler; der Schnabel ist so dick als der Kopf, und roth; der Stern ist bläuliche; die Füsse sind grau. Der violetfarbig< Indische Eisvogel. ^) ( 5XVIII. Taftl.) Er ist von der Grösse einer Amsel. Der Kopf, der Hinterhals, der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind röthlicht fiiederfarbig ins Violet schillernd; die Schwungfedern haben auf der auffern Seite eben diese Farbe, auf der innern aber sind sie rochgelb; über den Steiß geht ein weisser länglichtcr mit Blau verwaschener Streif; die Kehle ist weiß; der Vorderhals, der Bauch und die untere Bedeckung des Schwanzes sind hell rochgelb; die Unterseite der Flügel von der nämlichen Farbe; der Stern, der Schnabel und die Füsse sind röthlicht. Dieser Vogel wohnt auf der Küste Koromandel. Der gelbe Biencnftesser von der Küsie Korcmandel. v (WIX. Tafel.) Die Bienenfreffcr scheinen vermöge der Gestalt ihrer Füsse etwas ahnliches mit den Eisvögeln, vermöge der Bildung ihres Schnabels und ihrer Zunge einige Gleich-heit mit den Baumläufern, und vermöge ihres Flugs etwelche Aehnlichkeit mit den Schwalben zu haben. Ihre Kennzeichen sind ein langer, spitzer, etwas bogenförmiger Schnabel; eine dünne, in lange Fasern auslaufende Zunge; haarförmige vorwärts stehende Federn an der Schnabelwurzel; kleine, kurze imd dünne Füssc; vier Zehen an *). La grantle Perruche de la Chine, <£>. 212. **) Le Martin - Ffrheur violet des Lides. @- 211. •j-) Le Gutpier jaune de Ui Cöte de Corowandd. @. 213« JVfji'S J^s^^^^mmm ^^ttTTTrf, lY^ ' ^"»«vv/ /W is.jZ/lvrtf Scidp F,"^ 7? Sonnerat Pirtw. 567 jedem Fuß, eine rückwärts, und drey vorwärts stehende, davon die äusserste mit der Mittlern bis zum ersten Gelenke zusammen gewachsen ist; auch reichen die zwo Mittelsee dern des Schwanzes gemeiniglich um ein merkliches über die Seitenfedcrn hinaus: Dieses letztere Kennzeichen mangelt aber dem gelben Bienenfteffer von Koromaw del gänzlich. Der Kopf dieses Vogels, und der Hinterhals, sind bleichgelb; beym obern Winkel des Schnabels entsteht ein länglichter schwarzer Streif, der sich etwas weniges bis hinter das Aug ausdehnt, und dort endet; die Kehle ist grünlicht; der Vorderhals, die Brust und der Bauch sind gelb, dünne mit Grau verwaschen; die Seiten des Halses dunkelgelb; die kleinen Flügelfedern, Rücken-und Steißfedern, sind bleich-gelb mit wellenförmigen Queerstrcifen gezeichnet, welche sehr leicht mit Grünlichtblau si-hattirt sind; die Schwungfedern an den Flügeln und am Schwanz sind dunkelgelb ; aber die kürzern davon laufen schwarz aus; der Stern ist röchlicht gelb; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Der Nashornvogel aus Gingt. *) ( OXX. Tafel. ) Er ist von der Spitze des Schnabels bis zum Ende des Schwanzes zween Fuß laug, und die Länge des Schwanzes beträgt eilf Zoll. Sein Schnabel ist sehr lang, bogen? oder sichelförmig gekrümmt; längs dem Rande hin unten und oben gezahnt; lauft ln eine scharfe Spitze aus, und ist auf den Seiten eingedrückt. An der obern Wun zel des Schnabels erhebt sich ein Auswuchs von eben der Substanz wie der Schnabel, und krümmt sich ebenfalls bogenförmig. Die Indier nennen ihn wegen diesem Auswuchs den zweyschnäblichten Vogel. Der Kopf, der Hals, der Nuckel, und die kleinen Flügelfedern sind erdegrau; beym obern Winkel des Schnabels hebt sich ein breiter schwarzer langlichter Streif an, der sich unter dem Auge hinzieht, und etwas weniges hinter demselben endet. Die kürzern Schwungfedern sind.ebenfalls erdegrau, dte längsten davon aber schwarz; die Brust und der Bauch sind weiß. Der Schwanz besteht aus zehn Federn, davon die ersten die längsten sind, eine röthlicht gelbe erde- ) Ze Vftlao de Gingi, <£>. ^14. 5 68 graue Farbe haben, und sich mit einem schwarzen Queerstreif enden. Die Seitenfe-dern des Schwanzes sind bis auf drey Viertheile ihrer Länge hin schwarz, dann braun/ und lausen mit einer weissm Queersireife aus. Der Schnabel ist in dcr Mitte schwarz/ am obern und untern Rande aber weiß. Die Füsse sind schwarz, und haben vier Zehen, davon drey vorwärts und eine rückwärts steht; die mittlere daraus ist mit der äussersten Zehe bis auf das dritte, und mit der innersten bis aus das erste Gelenke zusammengewachsen. Dieser Vogel findet sich auf der Küste Koromandel. Der Nashornvogel von der Küste Malabar. ^) ( CXXI. Caftl. ) Dieser Vogel ist beynahe der nämliche, welchen Herr von Büjfon unter dem Name des Nashornvogels aus Malabar (5a/ao ^ ^/^l^) beschrieben hat; da aber dieser Naturforscher keine Abbildung von demselben geliefert, füge ich solche . meiner Beschreibung bey. Dieser Nashornvogel ist von der Spitze des Schnabels bis zum Ende des Schwanzes zehn Zoll lang, die Flügel neun Zoll sechs Linien. Der Schnabel ist wciß, sehr dick, und bey seiner Wurzel fast eben so breit wie der Kopf; längs dem untern und obern Nande hin gezähnt. Bey dcr obern Schnabelwurzel er-hebt sich ein auf den Seiten zugerundeter Auswuchs von eben der Substanz wie der Schnabel: Dieser Auswuchs erstreckt sich bis an die Mitte, des Schnabels, wo er sich mit einer Rundung endet, und nach der Lange hin halb so hoch als der Schnabel selbst breit ist; die Farbe desselben ist an beyden Enden schwarz, aber gegen die Stir-ne zu zieht sich ein weiffer Streif darüber. Das Angenlicd ist ringsum mit einem Kreis harter, kurzer und starrer Haare bewachsen, welche wahre, Augenwimpern bib den; der Raum zwischen den Augen und dem Schnabel besieht aus einer kahlen Haut von schwarzer Farbe; über die Kehle zieht sich ein weisscr unbefiedener Streif, der von einem Aug bis zum andern reicht. Der Kopf, der Hals, die Gurgel, der Rücken,, der Steiß, und die kleinen Flügclftdcrn sind schwarz; doch sind unter diesen letzter« zwo weisse: Die Schwungfedern siud bis an die Halste ihrer Lange schwarz, am übrü *) le Calao de h Cote de Malabar* <&. äij. N°.Hil J. t/.^4vril Jcitlp. i6y übrigen Theil weiß; die obern Schwanzfedern am Anfang schwarz, am Ende weiß; die Seitcnftdern ganz weiß; dcr Bauch, und die untern Deckfedem des Schwanzes schmutzig weiß; der Stern ist rochbraun; die Füsse sind schwarz. Von den See - Rebhühnern. ") Ich habe für diese Vögel den Namen See-Rebhühner beybehalten, ob ihre Kennzeichen gleich nicht mit denen der Rebhühner übereinstimmen. Ihr Schnabel ist kurz, bey seiner Wurzel breit, auf beyden Seiten zusammengedrückt, oben rnnd erha-ben (convcxe), und gegen die Spitze zu etwas gekrümmt: Der untere Theil ihrer Schienbeine ist unbefiedert: Sie haben vier Zehen, drey vorwärts und eine rückwärts, davon die Mittelzehe mit der äussern durch eine Haut bis zum ersten Gelenke zusammengewachsen ist; kleine Klauen, davon die an der Mtttelzche eine sehr kennbare in Form einer Säge zugeschnittene Gräte hat. Die Flügel dehnen sich bis zum Ende des Schwanzes aus; der Schwanz ist gespalten. Ich will drey Gattungen dieser Rebhühner beschreiben, die vielleicht nur verschied-ue Spielarten sind. ^ Die erste Gattung hat viele Aehnlichkeit mit dem See-Rebhuhn des Herrn von Düffon. Sie ist von dcr Spitze des Schnabels bis zum Ende des Schwanzes ungefähr neun Zoll lang; die Länge der Flügel aber beträgt sechs Zoll sechs Linien. Der Kopf, der Hals, der Rücken und die kleinen Flügelfedern sind grau ins Braune, und. an der untern Seite sind eben diese Federn rochbraun: Die Kehle ist weiß, mit einem schwarzen Streif eingefaßt, und auf jeder Feder ist eine schwarze längs darüber hinlaufende Linie; die Schwungfedern an den Flügeln und am Schwänze sind schwarz; der Steiß, der Bauch, und die untere Bedeckung des Schwanzes weiß ; der Stern 'st rochbraun; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Dieser Vogel wnrde auf der Höhe der Maldivisihen Inseln in der offenen See gefangen, und lebte beynahe «inen Monat lang, .wahrend dem er sich von Mücken, und Brod in Wasser getaucht, nährte. Die zwote Gattung ist wenig von der erster« unterschieden. Der Kopf, der *) Des Perctrix de Mer. ©. 216. (II Cheil.)

il-<:--rr: H^::l:c da /„■?■■ -" :,,;, Nfty J. i/onneratJt/tJc J.J./lvrifJ^'l 171 llnd sich fast bis hinter den Kopf hinzieht; ein wenig unter dem Aug hebt sich ein andrer Streif von eben dieser Farbe an, lind erstreckt sich auch fast bis hinter den Kopf. Die Kehle ist weiß; der Hals und die Brust sind schmutzig weiß, mit erdegrauen Flecken und länglichten Streifen bezeichnet; der Rücken, der Steiß, die kleinen Flügelfedern, die kürzern Schwungfedern der Flügel, und die des Schwanzes, sind erdegrau, mit dunkelbraunen wellenförmigen Quecrstreiftn durchschnitten; die kleinen Flügelfedern sind auf der äussern Seite beynahe weiß, die Schwungfedern dunkel erde-grau; der Bauch und die untere Bedeckung des Schwanzes sind weiß; die Seiten am Bauch von eben dieser Farbe, mit lichten crdegrauen Queersireiftn; der Schnabel und die Füsse sind schwarz. Der weisse Indische Offenschnabler. *) ( cxxil. Tafel. ) Ich habe für diesen Vogel eben den Namen beybehalten, welchen Herr von Büffon einem Vogel von eben diesem Geschlecht, den ich ihm von Ponvischery zugeschickt habe, gegeben hat. Dieser, den ich hier beschreiben will, ist von jenem des Herrn von Büffon bloß in seiner Farbe verschieden; welcher Abstand vielleicht nur daher kömmt, daß der eine ein Männchen, und der andre ein Weibchen ist. Da übrigens die unterscheidenden^Kennzeichen bey becden einerley sind, will ich dieselben so hcrschen, wie sie Herr von Büffon beschrieben hat. „ Dicstr Vogel (sagt unser » berühmter Naturforscher) hat Kemizüge die ihn dem Geschlecht der Reiher nahern, -, aber zugleich auch wieder andere, die ihn davon entfernen: Ueberdas hat er eine -1 von jenen Eigenheilen oder Mängeln, die wir schon bey einer freylich geringen An--' zahl von Geschöpfen bemerkt haben. Der Name Offcnschnabler bezeichnet jene " Uugesmlthcit. In der That ist der Schnabel dieses Voaels übcr zwey Dritcheile " si'iucr Län^c aufgesperrt; der obere und untere Theil desselben krümmen sich aus-» wärts, so daß mall auf eine breite Strecke hinein sieht, und nähern sich erst bey " dcr äussersten Spitze wieder. Er hat FiM und Schienbeine wie ein Reiher, aber " um halb das Kennzeichen jenes Vogels an der Klaue der Mittelzehe, welche sich *) Zs Bec'cuvcrt hhnc des Lulsu €?. zv% 172 „ zwar auf der innern Seite wie eine vorstehende Spitze erweitert, aber an der Schneide „ nicht gezähnt ist. „ Zu diesen von dem Herrn von Büffon angegebenen Kennzeichen will ich noch beyfügen, daß die obere Kinnlade auf dem Rande von ihrer Spitze an bis zur Hälfte ihrer Lange zahnartig gezackt ist; daß die vordem Zehen bis zum ersten Gelenke mit/ tels einer Haut zusammengewachsen sind; und daß sich die Flügel bis an's Ende des Schwanzes erstrecken. Der Kopf, der Steiß, der Bauch und die kleinen Flügelftdcm sind weiß; die Federn am Kopf kurz, schmal und hervorstechend: Der Rücken, die Schwungfedern der Flügel und des Schwanzes, sind schwarz: Beydem obern Winkel des Schnabels hebt sich ein schwarzer unbesiederter Streif an, und endet sich nahe am Aug; bey dem untern Winkel des Schnabels einsteht ein andrer ebenfalls schwarzer Streif, der sich bis an die Gurgel hinzieht. Der Stern ist roth; der Schnabel und die Füsse sind röthlicht gelb. Diesen Vogel sindet man auf der Küste Koromandel, aber nur in den Monaten September, Oktober und November: Er halt sich, wie die Reiher, an den Ufern der Teiche und Flüsse auf, um dort Fische und verschiedne kriechende Thiere zu fangen, welche stine Nahrung sind. Die wilde Gans vom Vorgebürg der guten Hoffnung. *) Diese Gattung scheint nur eine Spielart von der egyptischen Gans zu seyn, und hat auch die Gestalt derselben: Der Kopf, der Hals, der Bauch, und die untere Bedeckung des Schwanzes, sind grau. Das Aug ist mit einer kahlen kastanienbraunen Haut umgeben: Auf der Brust ist ein breiter schwarzer Flecken; der Rücken, der Steiß, und die Flügel sind kastanienbraun ; am Rande der Flügel sind einige weisst Federn; der Schwanz ist schwarz; der Stern gelb; der Schnabel graulicht, an der Spitze mit Schwarz verwaschen; die Füsse sind roch. Die wilde Gans mit dem grauen Kopf von der Küste Koromandel. ") S«e ist etwas dünnleibiger als die vorhergehende. Der Kopf ist aschgrau; der Hals, der Rücken, der Steiß, der Schwanz, und die kleinen Flügelfedern dunkel er- "#) L'Oie suuvage An Cap At Bonne- Espe'rance. ///^' ->« ^-^e llr2c>^c. E. -2-. 3er Otcheilische MprobMneMum. JV?ja3. »"«(»Vl/yp.'tfl.tv, jtft'Lran, ,l'cui>• /V.'W- P, ifttiuuTiit' Pi/i'i: J' ■SCT' AW i____. MUx.M'- N1!^' P. i Coiitwnit ivuue >. ' JhUin.^r !?5 Wcnn man seine Aesle abbricht, und in die Erde pftanzt, schlagen sie laiche Wurzel; und dadurch hat man ihn mit wenig Mühe ungcmem vermehren können. Seine Frucht wird von den Bewohnern der Insel France sehr geliebt; ihr Geschmack gleicht einigermassen dcn Renette-Aepftln, ist aber doch nicht ganz so angenehm. Wenn dieser Baum wirklich unter das Geschlecht der 5/^c//^ des Linnaus gehört, so ist er eine bisher noch unbekannte Art derselben. Der Navenala. *) Ravenala Madagascarienßs, (5XXIV, 0XXV, und CXXVI. Tafel.) Seine Mmue hat eincn Kelch, der aus eimr gemeinschaftlichen vielblümigen Scheide besteht, die oval, lanzettförmig, nach der Länge in zween Theile aufgeschlitzt, und bey ihrem Ursprung hart und sehr dick ist: Diese Spatelscheide enthält zehn bis zwölf Blumen. Ucberdas ist noch für jede Blume eine besondere Scheide da, die aus zweyen langen, spitzen, weisscn, dünnern als die gemeinschaftliche Scheide, und verbleibenden Theilen besteht, davon jede ihre Blume vor ihrem Aufblühen in sich ge-schlössen hält: — Eine Krone, welche eine bis zu ihrer Basis in vier lange, schmale, sehr spitze, rinnenförmig gebogene Stücke abgetheilte Hülle ist. Diese Stücke sind weiß; eins davon ist dicker als die übrigen, und umfaßt die Zeugungstheile der Blume viel genauer. Diese Blumenblätter sind sieben bis acht Zoll lang: — Sechs Staub? faden: Ihre Faden sind fast eben so lang als die Blumenblätter; am obern Theil ein wenig gekrümmt; von harter und zäher Substanz; werden gegen ihre Basis hin et? was dicker, und sind ungefähr sieben Zoll lang. Zween Zoll über ihrer Wurzel hebt sich eine besondere Rinne an, die in dcr innern Höhlung bis zu der obersten Spitze fortläuft, und in ihrer ganzen LänZe mit cinem weißlichten befruchtenden Staub an-gefüllt ist. Diese lauge Rmne ist cm linienförmiges gleichbreites und mit dem ihn un' tcrstühcnden Faden zusammengewachsenes Staubgefäß: — Ein Staubweg, der aus einem länglichten, auf dem Fruchtboden der Blume sitzenden Eycrstock besteht, woraus "^ 5e Klw5?^/a. S. 223. Man vergleiche die FM« bey Aleriau 8llrmam. I^b. 54. in Üi'M. ri. 8l!lil,. p. 5 <^f'öü H^e,?^ L«m/>/,'. ^mb. VI. 1. 62. 6Z, ck«e«/?/«a «a/tat« Mnn. 8uppl, p. 7?. A. d. Neb. 176 sich ein Griffel von der Basis der Staubfaden bis zur Spitze der Blume erhebt, und fast acht Zoll lang ist. Dieser Griffel ist gerade, ziemlich steif, gefurcht, eclicht, besonders gegen die Basis hin, und über der Narbe etwas dicker; diese Narbe zeichnet sich durch sechs kleine emvorstehmde Zähne aus. Die Frucht ist eine langlichte, dicke, ledcrar-tige, dreyeckigte, inwendig in drey einsämige Fächer abgetheilte Kapsel. Diefe Kapsel öffnet sich von oben in drey Abtheilungen, deren jede der Länge nach in zwo Hoh> lungen getheilt ist, welche zwo Reihen von Saammkörnern in sich halten. Diese Saamcnkörner sind schwarz, und jedes mit einem schönen himmelblauen Häutchcn bedeckt. — Der Stamm dieser Palmenart ist gerade, mit zirkelförmigcn Narben sei-ner ehemaligen Blattsr bezeichnet, und von einem sadenartigen Gewebe: Er wird schr hoch, hat keine Aeste, und ist mit einem vollkommen schönen Blättcrfächer gekrönt, der aus der Lage siiner Blätter entsteht. — Die Blätter dieses sonderbaren Baumes gleichen d«n Blattern des Pisangbaumes, sind aber langer und dicker. Der Blattstiel ist zween Fuß lang, gegen die Basis breit, und umfaßt den Stengel, so daß die Blattstiele, die alle dicht neben einander aus dem Stamm hervorwachsen, sicb regelmäßig bey ihrer Basis durchkreuzen, indem sie ihre Richtung stets auf die entgegengesetzte Seite nehmen. — Die Spindel des Blmnmkolben, welche die Blüthen und Früchte tragen, entstehen auch auf jeder Seite aus den Achseln der Blätter, und sind vermöge der Dnrchkreutzung der gemeinschaftlichen Scheiden, welche die Befruchtung in sich enthalten, gleichfalls in Gestalt eines Fächers geordnet. Dieser Baum gehört m die Familie der Pifang, Muse, von denen er die achten Kennzeichen hat; doch macht er ein besonderes Geschlecht aus, wcil er eine Kapsel mit drey vielsämigcn Fächern hat, wodurch er sich von der /-/c/i'cm/ia ") des Linnaus unterscheidet, deren Fruchtfächer einsämig sind; auch von der M^i oder dem achten Pijang, wcil dieser nur eine Kapsel mit Einem Fache hat. Dcr Ravenala findet sich auf Madagaskar, und wachst in den Sümpfen. Die Madegassm brauchen seine Blätter, ihre Häuser damil zu decken. Man hat ihn auf die Insel France verpflanzt, wo er sehr wohl gedeiht. Flakourc meidct etwas davon in seiner Geschichre von Madagascar, und nennt ihn Voafoussi: Er sagt, die >») //e/ico »iaMm. ÜitM. M«/« Llbai. /'c,/l«m?ne>'z/«n«m. H«^b. Hml». V. LÄ. 62. Fig. 2. A. d' ^^ Nfiaf P, tfontwriil jictruK. j. die Madagassen machen aus dem Deckhäutchen der Saamenkörner Oel, und aus den Saamenksrnern selbst, Mehl, das sie mit Milch kochen und essen. Ich meines Theils habe nie gesehen, daß man einigen Gebrauch davon gemacht. Der Navensara. *) Ravensara Aromatic a. ( cxxvn. Tafel.) Seine Blüthe hat einen sehr kleinen Kelch, der eine Viertel,-Linie hoch, und an seinem unMheitten Rand verstümmelt ist: Eine Krone mit sechs ovalen Blumenblät, tern, welche eine halbe Lime lang sind, auf dem Kelch liegen, und inwendig behaart sind; auch von aussen haben sie einige knrze Haare: Sechs Staubfäden, deren jeder wit der Wnrzcl jedes Blumenblattes verwachsen ist; und sechs andere, die mit den Blumenblättern abwechseln, und in die innere Wand des Kelches eingewachsen sind. Diese Staubfäden haben ihre Faden etwas breit, und sind so kurz, daß sie nicht ausser die Blume hervorragen. Sie tragen kleine zugcrundete Staubbeutel: Einen Staubweg, der aus einem sehr kleinen Eyerstock bcstcht, welcher auf dem Grund des Kelches sitzt, und einen sehr kurzen Griffel hat, der sich in eine behaarte Narbe endet. Die Frucht ist eine runde Nuß von der Grösse einer schönen Kirsche; sie ist von aussen mit einer dünnen würzhasicn Schale umgeben, unter welcher noch eine andre harte, ledcrartige und ebenfalls würzhafte Schale liegt. Diese letztere enthält einen tvcissen Kern, dessen Obertheil gewöhnlich in sechs Lappen, so wie der Kern einer Nliß in viere, abgetheilt ist. Der Saft dieses Kerns hat einen scharfen beissmden Geschmack, der die Gurgel angreift, und beynahe beitzend ist. — Der Baum ist ziemlich dicke und buschig: Er hat, gleich dem Gewürznelkenbaum, einen pyramidal-sörmigen Gipfel. Seine Rinde ist röthlicht und wohlriechend. Sein Holz ist hatt, schwcr, ohne Geruch, weiß und mit einigen rochgelben Fasern vermengt. Scinc Blätter sind wechselweise, einfach, cyförmig, ungetheilt, manchmal ein wellig spitzig, Weisiens aber stumpf, auf beyden Seiten glatt, oben grün, unten weißlicht und et- ") Te H.5^/«>.a. S. -26. Er hat viele Verwandtschaft mit Leklia ie«llu,k. lll'M. 8lMi. 346. A. d. Ueb. (U. Theil.) 3 i?8 was wenig meergrün, langnervicht, mit kennbaren Nerven, von einem etwas steifen Stoff wie die Blätter des Lorbeerbaums: Jedes dieser Blätter sitzt auf einem sechs Linien langen Blattstiel. Die Blumen sind äusserst klein, und gegen den Gipfel der Aesie hin in mehrere Büschel eingetheilt, die wenig stattliche, und davon eincr an der Spitze der Aeste, die zwey oder drey übrigen aber in den Winkeln der äussersten Blätter sitzen. Die Früchte wachsen einzeln an dem äussersten Ende jedes Astes. Man möchte sagen, sie wachsen aus andern Aesten, als diejenigen sind, fo ihre Blumen in Büscheln tragen. Flacourt spricht in seiner Geschichte von Madagaskar von die-sem Baum unter dem Name Doaravendsara. Ich glaube, es wird nicht überflüssig ftyn, wenn ich zur Beschreibung des Ra-vensara noch den Artikel hinzufüge, welchen Herr Cere, Aufsthcr des Königlichen Gartens auf der Insel France, in die Zeitung dieser Insel unterm b Oktober 177Y einrücken ließ. „Der Navensara (sagt er) ist ein Spczcrcy-Vaum auf Madagaskar, dessen „ Blätter und Früchte etwas von vier uns bekannten Gewürzen an sich haben. Er „ tragt mit fünf oder sechs Jahren, und blühet zu Anfang des Ienner und Hornung: „ Die Blume ist sehr klein, und kömmt büschelweise an den Enden der Aeste und an „ den Achseln der Blätter hervor. Die Frucht braucht zehn Monate um sich zu ent-„ wickeln und reif zu werden. Die Madegassen sammeln sie wahrscheinlicher Weise im „ sechsten oder siebenten Monat ein; vielleicht weil sie dieselbe an jenem Zeitpunkt „zum Würzen am tauglichsten finden. Der frisch gepflückte Kern vom Ravensara „ hat einen vortreflichen und seinen würzhaften Geruch; aber einen bittern, sehr schar-„ fen, und bcissenden, kurz, einen höchst unangenehmen Geschmack, der auf die uer< „ vichten Wärzchen des Schlundes brennt. Solche Eigenschaften konnten natürlicher „Weise diese Frucht einem Volke nicht beliebt machen, das noch allzn unwissend war, « als daß es hätte vermuthen können, sie würde durch aufbehalten oder zubereiten „ irgend einen ganz andern Geschmack erhalten. Die Art, die Blätter des Raven-,» sara fo zu bereiten, daß sie alle ihre Würze behalten, ist sehr einfach. Man fädelt ,, sie büschelweise zusammen, und laßt sie einen Monat lang an der freyen Lust Han-„ gen, damit sich ihre wässerichten Säfte verlieren: Nach Verlauf dieser Zeit wirst ^ man sie in siedendes Wasser, und läßt sie vier oder fünf Minuten lang darinne; NfisS- 7Lm ■*?"?' P- • füiwüiatpiiLv > ?) Darauf trocknet man sie an dcr Sonne oder im Schornstein; alsdann bleiben sie » bloß noch mit ihrem Oel geschwängert, das sie einige Jahre lang erhält. Auf ?, ahnliche Meise verfährt man auch, um die Früchte dieses Bamns zu erhalten. » , .Die Thomas - Blume. ") Cada7iiba Jasmini - Flova. ( cXXVIII. Cafel. ) Ihre Blume hat einen einblättrigen, kleinen Kelch, der kaum eine Linie lang ist> von aussen behaart, hinfällig, und an seinem Rande ganz, an dem man nur vier sehr unmerkbare wellenförmige Erhöhungen sieht: — Eine einblättrige trichterförmige Krone, die auf dem Eyerstock sitzt, eine acht bis neun Linien lange Röhre, und eine in neun Abtheilungen getheilte Mündung hat, welche Abtheilungen oval, und stumpf sind, Und sich in Gestalt einer Rose öfnen. Diese Krone ist von Aussen behaart: — Neun Staubgefäße, fast oyne Staubfäden, eine Linie lang oder etwas länger, und mit der Krone am Obcrtheil drr Blumenrohre so hcrvorgewachstn, daß ihr Gipfel den Eingang derselben umgicbt. Des Stempels Fruchtknoten ist klein, zugerundet, und unterhalb der Blume; sein Griffel oder Staubweg ist beynahe einen Zoll lang: Beym Eingang in die Röhre der Blumenkrone hat er einen mäßigen Umschlag, und endet sich mit einer kleb nen kngelichten Narbe. Die Frucht ist eine Art grüner kugelförmiger Nuß, welche sechs abgerundete vorstehende Ecken hat, sonst aber nabelförmig, und oben ein wenig platt gedrückt ist. Diese Nuße enthält einen Kern mit sechs stumpfen Lappchen, und ist "wendig in sechs, manchmal auch in neun einsämige Fächer abgetheilt. Jedes Saa-Menkorn ist eiue klcine langlichte Mandel, von weißlichter Substanz. Der Baum wird nicht hoch, und ist mit einer schwärzlichten Rinde bedeckt. Seine Blätter sitzen gegen einander über, sind gestielt, oval, beynahe stumpf, fünf bis sechs Zoll lang ^ Und vierthalb bis vier Zoll breit; sie sind ganz glatt, weich, und auf der Oberseite Wit kennbarcn Adern gezeichnet. Ihr Stiel ist anderthalb Zoll lang, röthlichtgelb, und mit kurzen Haaren bewachsen, so wie auch die grosse Mittelader. Seine Blu- 5) 57?»!' l!e 5t. /Vx?»/^. S. :ü8. Ist nach limne NM^ntlie« lnrlntH, die zottichte Nl'chtl'lume, welche aber mit V?m,erats Beschreibung nicht libclemkömmt. A. b. Neb. ?8a men ftch weiß, und sehen so ziemlich den Jasmin- oder Nachtblumen-Blattern ähw lich; sie sitzen an langen Blattstielen, die an ihrem Ende zweytheiligt sind. Diese Blattstiele sind vier Zoll lang, entstehen m den obern Achseln der Blätter/ und tragen jeder sieben bis zehn Blumen. Dieser Baum ist der Rava-pu im /ioi^tt/ Z/a/a^. Lom. IV. p 99. Man findet ihn auf der Küste Koromandel, wo man ihn wegen dem sehr angenehmen Geruch ftiuer Blatter ill den Gärtet: pfianzt. Der Litschi. ") hit chi Chine nfis. (OXXIX. Caftl.) Seine Blume hat einen sehr kleinen, nur eine halbe Linie hohen Kelch, der an seinem Rand fast ganz ist, oder fünf kaum merkbare Abtheilungen hat. Dieser Kelch ist auf der Auffenstite mit sehr kurzen, röthlichtgclbcn Haaren bewachsen, die den Haaren an öen Blumenstielen ähnlich sind. Er hat eine Krone von fünf Blumenblättern ; sechs oder acht Staubgefäße ""), deren Faden zwo Linien lang, und besonders gegen das Untertheil der Blume behaart sind, wo sie auch etwas dicker werden. Diese Fäden tragen jeder einen ovalen Staubbeutel, der unten und oben Einschnitte hat, und in zwey Fächer getheilt ist, welche zwey hervorragende Blatterchen bilden wenn sie offen sind. — Der Stempel besteht aus einend beynahe in zwey Lappen zertheilten Fruchtknoten oder Eyerstock; auf demselben sitzt ein Griffel der etwas kür? zer ist als die Staubfaden, und sich an seiner Spitze in zween Aeste theilt, welche zwo von einander abstehende Narben sind. — Die Frucht ist eine ovale kugelichte Nuß, deren Schale dünn, und mit kleinen Erhabenheiten besetzt ist, die, solange die Frucht noch jung ist, hervorstechend, spitzig und eckigt sind, und machen daß sie allenthalben rauh scheint; wenn aber die Frucht ausgebildet und reif ist, sind sie sehr niedrig, und sehen dann kleinen Bläschen ahnlich, die mit einer runden oder eckigten *") Ich finde in meiner Beschreibung, die ich von den Blumen des Litfchi gemacht habe, acht Staubfäden ausgesetzt; seitdem ich aber eben diese Blumen getrocknet untersucht / habe ich deren wirklich nicht mehr gls sechse bemerkt. N°129. '^»/it'/ui//H'I/m: '■ .Ut'Um, Ol-u/f, JVfi3o 71 Sonnct'fUpetncn-j AflLraH'J^P' i3i Runzel umgeben sind. Diese Nuß enthält ein Fleisch das sehr gut zu essen ist; und mitten in diesem Fleisch liegt ein ovaler Kern, der mit einem Häutchen überzogen, und dessen innere Substanz hatt ist wie die Substanz der Eichel. Der Baum ist groß, die Rinde der Aeste punktirt, das Holz weiß und weich, und mit vielem Mark versehen. Seine Blatter sind geflügelt, und bestehen aus sünf bis sieben ovalen, lanzettförmigen, spitzen, ganzen Mütterchen, die auf kurzen Blatt? stielen sitzen, einander entgegen gesetzt, und auf beyden Seiten glatt sind; stark erhal-ne Adern, und auf der Unterseite eine matte Farbe haben; auf der Oberseite aber ein wenig glänzend, und mit einer langlichten Furche eingefaßt sind. Diese Blatterchen haben einigermassen die Festigkeit der Lorbeerblatter. Die Blumen sind sehr klein, krautartig, in zerstreuter Rispe am Ende der Aeste. Dieser Baum wachst in China: Seine Frucht ist sehr angenehm, und eine der beßten im Lande; wenn sie reif ist, hat sie eine röthlichtgelbe oder röthlichte Farbe. Die Chineser trocknen dieselbe in Backöfen um sie aufzubehalten; und so zubereitet wird sie zu einem Gegenstand des Handels. Zu eben dieser Gattung gehört auch die Chinesische Longane. Der Wampi. y Cookia Punctata. **} c cxxx. Tafel. ) Seine Blume hat einen ft-hr kleinen, keine halbe Linie hohen Kelch, der aus fünf ovalen Blatterchen besteht, und von aussen dünn behaart ist: — Eine Krone von fünf lanzettförmigen Blumenblattern, welche weit offen stehen, oder gegen den Blu-menstiel zurückgebogen, und ungefähr zwo Linien lang sind: — Zehn Staubgefäße, deren Fäden frey, dünne, und etwas langer sind als die Blumenblätter; auf jedem sitzt ein kleiner zugerundeter Staubbeutel. — Der Staubweg ist ein füufeckigter, ey-förmiger, mit kurzen Haaren umgebener Eyerstock, welcher auf einem eine halbe Linie langen Stiel sitzt, der aus dem Boden des Kelchs hcrvorwächst. Auf diesem Eyer? *") Zum Andenken des durch seine Reisen allbenihmtm Kapitän Cook. 182 stock hinwieder sitzt cm sehr kurzer Griffel, und an dessen Ende cine stumpfe oder ett was köpsigte Narbe. — Die Frncht ist eine kleine, ovale, sechs Linien lange Beere; diese ist grünlicht, sammetartig, punktirt, und inwendig m mehrere Fächer abgetheilt, davon ich aber nur zwey als fruchtbare bemerkt habe: Jedes enthalt ein kleines, läng' lichtes, hartes und schwärzlichtes Körnchen. Der Baum ist ziemlich dicke und buschig; seine Blätter sind fedn-amg mit einem nngehaanen Blattchcn, und bestehen aus sieben bis cilf Blattcrchen , welche oval, zugespitzt, ganz, oder mit einem wellenförmig erhabenen Rand versehen sind; auf kurzen, glatten, grünen^ mir durchsichtigen Punkten gesprenkelten Blattstielen sitzen, und abwechselnd auf dem gemeinschaftlichen Blattstiel liegen. Die Blumen sind klein, und wie eine in Büschel zertheilte schlappe Tranbe gestallet. Die gemeinschaftlichen und besondern Blumenstiele sino mit kurzer Wolle bedeckt. Diesen Baum findet man in China. Die Chineser zu Kanton pftanzen ihn in die kleinen Gärten, welche den Vorhof ihrer Häuser bilden. Der Masrbaum. ") Uv aria Long ifo I i rf, ( 5XXXI. Tafel.) Sein Blumendeckel ist klein; besteht aus drey kurzen, keilförmigen Theilen, und ist auswendig mit einer weißlichten Wolle bedeckt. Er hat eine Krone von sechs lam zettförmig spitzigen, drey oder vier Linien langen, gelben Blumenblättern: — Eine grosse Anzahl von Staubgefäßen, welche ansitzende Staubbeutel sind, oder doch keine merkbare Staubfaden haben, und den Fruchtknoten grossentheils bedecken: — Mch," rere Stempel, welche mehrere und so zusammengedrängte Eyersiöcke sind, daß sie nur einen einzigen auszumachen scheinen. Die Griffel sind sehr kurz, liegen unter den Staubbeuteln verborgen, und enden sich jeder mit einer einfachen Narbe. — Die Eyer-stocke werden zu ovalen, stumpfen, gestielten, einfachrichtcn Beeren, welche gewöhn-lich nur einen zugerundeten Kern enthalten. Die Stiele dieser Beere entstehen aus einem gemeinschaftlichen Boden, welcher zuvor der Mittelpunkt der Blume war. '"«> /'^/>z-t? ck ^/^l-c. S. 253. Uv.-lil.-l kol'äifolia. Ter lmigblätttige TrMcnbaum. N?i3i. ' ^imtu-nitpcituv.>. /l't.r.r.Vl ,<\\-ll!l< ■ NfÄ*- /'. ifoitneralpi'itiiv >. Mili'iin ,<'<'"'/' ' 183 Dcr Baum ist ziemlich groß und sehr gerade, daher er auch den Namen des Mastbaums erhalten hat. Seine Blätter sind einfach, lanzettförmig, schmal, sieben bis acht Zoll lang, glatt, ganz, mit wellenförmigem Rande, sitzen aus kurzen Stielen, und enden sich in einen spitzen Winkel. Sie sitzen abwechselnd an den Arsten. Die Blumen sind ziemlich klein, und sitzen häusig in schirmförmigen Büscheln an den blatterleeren Theilen dcr Aesie. Man findet diesen Baum auf der Küste Koromandel. Weil er viel Schatten giebt, pfianzt man ihn in den Gärten um Pondischery zu Alleen. Er ist eine, Gattung von dem Traubenbaum (^Ivariä) des Linne. Der Cavalam mit gefingerten Blättern. *) St er at Ha Feet i da. (5XXXII. Tafel.) Seine Blume hat einen einblättrigen Kelch, welcher in fünf lanzett-lmienförmige und sternförmig geöffnete Zacken getheilt ist. Dieser Kelch ist baumwollartig und von innen rothbraun, von aussen behaart und von lichterm Roth: Von dem äussersten Rand einer dieser Abtheilungen bis zu der gegenüber stehenden hat er fast einen Zoll im Durchschnitt. Er hat keine Krone: — Vierzehn oder fünfzehn Staubfaden, web che ovale, kleine, fast ansitzende Staubbeutel sind, die mit dem wellenförmigen Rand eines kleinen häutigen Kragens, der die Grundlage des Eyerstocks umgiebt, zusammengewachsen siud: — Eiuen Staubweg, welcher ein kugelförmiger, behaarter Eyerstock ist, den an seiner Grundlage der Kragen umgiebt welcher die Staubfaden tragt, und der durch einen dünnen, haarichtcn, gefärbten, vier oder fünf Linien langen Stiel, der aus dem Grund des Kelchs hervorwachst, unterstützt wird. Aus der obersten Spitze des Eyerstocks entsteht ein Griffel, welcher behaart, ungefähr eine Linie lang, und an seiner Basis düun ist; gegen das Ende hin etwas dicker wird; über den Eyerstock oder gegen die Blume hin umgebogen ist, und sich mit einer Narbe in der Form eines Stummels endet. Die Frucht ist eine stumpf eyförmige Kapsel, davon die eine Seite gerader und *) <5e ckMiam.ä Le«,M ck^/n. S. 354. 8tercuUa koeticl». Der kleine StinkblMiii. !s4 minder zugerundet ist als die übrigen, und die oben eine kleine Spitze hat. Diese Kapsel ist fast so groß wie eine Faust; dick, holzicht, cinfächerig: Sie öffnet sich auf einer ihrer Seiten, und halt mehrere eyrunde Körner in'sich. Diese Körner sind durch eines ihrer Enden an zwo Sntenwände der Kapsel in zwo neben einander ste-hendcn, parallel laufenden Linien angewachsen, so lange die Kapsel noch geschlossen ist. Der Baum ist groß und sehr gerade; seine Blätter sind gefingert, und bestehen aussieben bis neun lanzettförmigen, spitzen/ungetheilten Blatterchen, welche aus einem gemeinschaftlichen am Ende eines langen Blattstiels sitzenden Punkt entstehen. Seine Blumen sind wie schlappe Trauben geformt, und hangen an gemeinschaftlichm Blumenstielen, die ungefähr acht Zoll lang sind. Dieser Baum wachst auf der Küste Malabar. Man pflanzt ihn vor die Häuser, weil er viel Schatten giebt. Die Indier essen seim in Aschen gebratene Körner, die den Geschmack von Kastanien haben. Man hat ihm den Namen Scinkbaum gegeben, weil seine Blatter wie Menschenkoth riechen. Er ist der O/on/an,^ m/l/o^ des Rumpl); hingegen scheint er nicht der Aaril im //w-i. ^a/aö. zu seyn, wie Linne behauptet hat. Von dem l?nva/am im /-lo,-/. Ml/aö. unterscheidet er sich besonders durch seine gefingerte Blätter. Der Vaumwollmartige Wollsaamcnbaum. *) Bomb ax G osfip i u m. Linn. (5XXXIU. Tafel.) Seine Blume hat einen Kelch, der aus fünf ungleichen, lauglicht- ovalen Blattern besteht, die eine stumpfe Spitze haben, und von aussen behaart sind: — Eine Krone mit fünf Blumenblättern-, die sich wie eine Rose öffnen, noch einmal so groß als der Kelch, und von gelber Farbe sind: — Eine grosse Zahl von Slaubgefässen, deren Fäden ganz frey sind, aber sich rings um den Staubweg, bey ihrer Basis zu vereinigen scheinen. Diese Faden sind um die Hälfte kürzer als die Blumenblätter, und nageu langlichte, gebogene und hornstrmige Staubbeutel: — Einen. Stempel wel? *) Le Fromagcr u grandes Fleurs, ©♦ 13J» A?i33. '• rfonnemtpnnx-.' JIl/.i'Ml-.d'cu/f. N*iU' /'. < Conneralpinoc j ■ Mfo** .sets •■ 58 s welcher ein zugerundeter Eyerstock ist, worauf ein Griffel sitzt, der eben so lang ist als die Staubfaden, und gegen das Ende ein wenig gebogen; wo er um etwas weniges dicker wird, und sich mit einer einfachen Narbe endet. — Die Frucht ist eine stumpfe ovale, fünfeckigte, behaarte Kapsel, von der Grösse eines Quittenapfels, und durch häutige Zwischenwände in fünf Fächer abgetheilt. Jedes Fach enthalt viele Saamenkörner, welche ey- oder merenformig sind, und an der Hinterseite einen ziem-» lich langen Wollbüschel haben. Diese Saamenkörner sind an cinem Ende mit den-Häuten, welche die Fächer der Kapsel bilden, zusammengewachsen. Der Baum ist groß. Sein Holz ist leicht und zerbrechlich, seine Rinde grün und beynahe glatt. Seine Blätter sitzen abwechselnd an den Aesten, jedes auf einem langen, dünnen und behaarten Blattstiel, und sind bis zu ihrer Halste in fünf keilförmige spitze Läppchen abgetheilt. Auf der Oberseite sind sie grün, auf der Unterseite wollicht und weiß, und beugen sich gemeiniglich über ihren Stiel zurück, so daß die Spitzen ihrer Abtheilungen gegen die Erde niederhaugen. Die Blumen sind groß, schon, in einfachen Büscheln auf wollichteu Stielen. Die Körner der Kapsel geben, wenn man sie noch vor ihrer Zeitigung zerreibt, eine schöne gelbe Farbe wie Gumi-Gutta. Dieser Baum sindet sich auf der Küste Koromandel. Er ist der L'^öan F0/A. Lmm des Kinne. Ich füge seine Abbildung bey, weil er meines Wissens nirgends abgebildet ist. Linne zilirt zwar die 188 Tafel Fig. 2 von pluknet: Aber jene Fü gur stellt nichts als die Blauer des Baumes vor; und auch diese scheinen mir gar nicht treffend abgebilder zu seyn. ^ Der Trommclbaum.") Ta m hour issa Qu a d.r ifi da. ( CXXXIV. Tafel.) Mr Tronmiclbaum, Tamköürissa oder Tambourecissa bey Flacourr, ist ein ver-möge seiner Befruchtung sehr sonderbarer Baum, und scheint eine Mittelgattung zwischen den Feigenbäumen und den Dorstenia (^amra^ervli. Widergift) des Linne zu seM Seine Blumen wachsen m kleinen ungefähr drey Zoll langen Trauben, und sitzen *) Le Bois Tambour. v£i. 237;- (U. Theil.) A a 186 auf dem alten Holz derAeste, ein wenig hinter den Blättern und am Stamm des Baumes. Das, was man für die Blume hält, ist ein gemeinschaftlicher Fruchtboden, der vor seiner Oeffmmg die Gestalt einer eyrunden Tranbenbeere hat, und sich dann in vier Theile theilt, durch die man die ganze innere Oberfläche sieht, welche mit einer grossen Zahl vor sich einzelner Staubfäden bedeckt ist. Jeder Staubfaden hat einen langlichten Staubbeutel, der durch eine Furche getheilt ist, und auf einem Faden sitzt dessen Lange das Drittheil einer Linie betragt. Dieser seiner Lange nach zweyfach gespaltene Staudbeutel schien mir den Griffel des Stempels in sich zu halten, welcher eine kegelförmige Spitze ist, etwas kürzer als der Staubfaden; woraus also folgt, daß so viele besondere Blumen auf diesem gemeinschaftlichen Fruchtboden, als Staubst den zu sehen sind. Nach der Blühtezeit schließt sich dieser gemeinschaftliche Fruchtbo-den ein wenig, wird grösser, und verwandelt sich in einen dicken Apfel, der an seinem obern Theil niemal ganz geschlossen ist, sondern in der Mitte einen leeren Raum oder eine Höhlung läßt. Das Fleisch dieser Frucht ist dicke, und enthält eine grosse Menge Körner in der Gestalt einer kleinen Mandel, die mit einer orangenfarbigen Haut bedeckt sind, und aus der man, nach Flacourr, eine Farbe zubereitet, die der des Amerikanischen Orleanbaumes gleich ist. — Das Holz des Trommelbaums ist weiß, leicht, und enthalt viel Mark. Seine Blätter sind oval-elliptisch, fast stumpf, am Rande ganz, ein wenig zähe, glatt, gestielt, gegen einander sitzend, und mit einer sehr merkbaren Mittelader gestreift. Die Frucht hängt an einem dicken, kurzen, und holzichten Blumenstiel, und ist gewohnlich mehr breit als lang, so daß sie einer oben plattgedrückten Kugel gleichet. Dieser Baum wächst auf Madagaskar, und auf den Inseln France und Bourbon. Semi Frucht ist auf der Insel France unter dem Namen der Affenapsel bekannt. Die vierflüglichte Banisteria. *) B anißeria Tetraptera. (5. • ^r<'nn4>rtiti>Mi4\j. /1/t'ii'im .ifca/ft. 18? an der Grundlage mit einer besondern dicken zarten Haut versehen, welche eine Linie lang und eine Sechstheillinie breit — Eine Krone von fünf Blumenblättern, web che zugerundet, ungleich, am Rande gefranzt, und zweymal grösser sind als der Kelch; jedes sitzt auf einem sehr kurzen Nagel, und ist an der Farbe röthlicht weiß: — Zehu Staubgefäße. Neun Staubfäden sind kürzer als die Krone; und einer ist länger und dicker als die übrigen, und ein wenig krumm; sie tragen kleine weißlichte zweyfacherige Staubbeutel: — Einen Stempel, welcher ein behaarter Eyerstock ist, kaum so dick als eine kleine Linse; etwas zusammengedrückt; mit dem Untertheil fest an dem Frucht-boden hangend; am obern Rande mit drey kleinen Erhabenheiten versehen, davon eine einzige einen dünnen Griffel trägt, welcher länger ist als die Staubfäden, und über die Blume zurückgebogen. Dieser Griffel endet sich mit einer einfachen, spitzen und hacke nförmigm Narbe. — Die Frucht ist eine holzichte Kapsil von der Dicke einee Erbse, mit vier Flügeln umgeben, davon der größte gerade, fünfzehn bis achtzehn Linien lang, und drey Linien und iu der Mitte etwas darüber breit ist: Die beyden mittlern Flügel sitzen auf der Seite, und bilden mit dem grössern ein Kreutz; dcr vierte Flügel endlich ist sehr klein, und steht schief zwischen den drey übrigen empor. Diese Kapsel hat nur Ein Fach, und halt einen zugerundeten Kern in sich. Der Baum ist klcin. Seine Blätter sind einfach, oval, spitzig, ungethcilt, an der Unterseite adericht, und gegen einander überstehend. Sie sind vier Zoll und darüber lang, etwas übcr zween Zoll breit, und sitzen auf wollichten Blattstielen, die nur drey bis vier Linien lang sind. Die Blumen stehen am Ende der Zweige in einfachen Straussen, oder zwey bis drey Zoll langen schlappen Aehren. Die besondern Blumenstiele sitzen reihenweise gegen einander über, mit einem kleinen Pfriemen-sonnigen Deckblatt an der Basis. Man findet diesen Bmnn auf der Küste Malabar. Die Indier pflanzen ihn in ihren Gärten, und schmücken mit siinen Blumen ihre Götter. Er hat einige Aehnlichkeit mit der La?,//?n-l'a des Linne; unterscheidet sich aber dadurch von derselben, daß seine Blumen nur Einen Griffel, und seine Kapsel vier Flügel hat. i«3 Die Malabarische 'KaUamoMe. *)'^ - Am o m um Rep en s. ( cXXXVI. Tafel.) Der Kelch ihrer Blume ist eine gemeinschaftliche einblättrige Scheide, zwölf bis fünfzehn Linien lang, häutig, von aussen mit ftinm länglichten Adern bezeichnet, und von der Seite ihrer Lange nach geöffnet, damit die Kolbe der darin eingeschlossenen besondern Blume hervorbrechen könne. Jede Blume hat eine besondre Scheide, web che einblättrig, sechs bis acht Linien lang, hantig, sehr dünne, und an der Spitze einfach geöffnet ist, wo ihr Rand zwey kurze stumpfe Läppchen bildet. Diese Scheide ist bloß eine schlappe cylindrische Röhre, die statt des Kelches da ist: — Eine ein« blattrige Krone, die unter dem Eycrstock sitzt, und bey ihrer Grundlage eine dünne, drey Linien /lange Röhre bildet. Diese Röhre theilt sich ein wenig über der Hervorstechung vor die besondere Scheide, in vier sichtbare Abtheilungen, davon drey gerade, lanzettförmig, dünne, vier Linien lang, offen und einander gleich sind; die vierte Abtheilung ist grösser und breiter als die übrigen; der Gestalt nach etwas scheideförmig, und von Farbe weiß, mit einigen violetblauen Streifen: — Ein Staubgefäß, dessen Faden hautig ist; er wachst aus dem Boden der Blume hervor, ist kürzer als die Abtheilungen der Krone, und sieht einem schmalen an seiner Spitze abgestutzten Zünglein ähnlich. Auf semer obern Hälfte sitzt ein mit ihm verwachsener Staubbeutel; und der ganze Theil, den der Staubbeutel einnimmt, schließt sich an seinem Rand, so daß er einen Cylinder bildet, durch welchen der-Griffel des Staubweges hervorragt. —-Der Staubweg ist ein zugerundeter, unter der Blume sitzender Eyerstock, aus dem sich in der Krone ein dratförmiger Griffel emporhebt, der durch die von dem Staubbeutel gestaltete Scheide läuft, eine Viertellinie über dieselbe hervorragt, und eine stumpft Narbe zeigt. — Die Frucht ist eine runde Kapsel mit drey zugerundeten Ecken oder Seiten, oben mit einigen gleichlaufenden Adern gezeichnet, und inwendig in drey Fächer abgetheilt, deren jedes einige schwärzlichte Saamenkörner enthalt. — Die Stengel dieser Pstanze wachsen in grosser Zahl neben einander auf, und werden an die ■*) Li CardatKOMc dc la C6tt de Malabar. ©. »40. N°m: f' <<:>„„„„//<,w.v >. ;WL;m ,o\;,tp. M37- P, \FotutcPaiput-x '. Pc/Son.-M-i'ts- acht bis zwölf Fuß hoch; sie sind einfach, und mit wechselweise sitzenden Blättern versehen, welche lanzettförmig, zugespitzt, und an ihrer Basis oder Ursprung verengert sind, durch die sie, mittels einer langen den Stengel umschliessenden Scheide, mit demselben zusammenhangen. Die Blatter sind acht bis fünfzehn Zoll lang, über zween Zoll breit, haben unten eine weisse sehr sichtbare Mittelader, und schiefe, gleichlaufende ungemein feine Seitenadern. Die Blumen wachsen aus der Wurzel in anderthalb Fuß langen, auf der Erde liegenden Ranken hervor. Die Blumenstiele, welche jede dieser gemeinschaftlichen Trauben bilden, haben etwas zikzakstehende Gelenke; und aus jedem Gelenke wachst wechselweise eine besondere kleine, zween Zoll lange Traube hervor, auf welcher zwanzig, und manchmal noch mehr Blumen sitzen. Mit den Kardamomen treibt man auf der Küste Malabar Handel. Das Gebürg Gate wird in der Gegend von Mähe das Rardamomen-Gebürg genannt, weil daselbst eine ungeheure Menge dieser Pflanzen wild wächst, welche alle die Kardamomen liefern, die in Indien verkauft werden. Die Indier brauchen diese Frucht sehr stark; sie vermengen ihre Saamenkörner mit Betel, und behaupten, daß sie die Verdauung befördern. Diese Saameukörner haben einen fehr angenehmen Geschmack; wenn man sie im Munde zerdrückt, geben sie eine angenehme Kühlung. Diese Pftanze ist die Elettari im Nm-/. ^sa/aö. II. Th. 4 und z Tafel. Die grosse Kardamome aus Madagaskar. ^ Am o m u m Ang nfi ifo Hu m. (5XXXVII. Tafel.) Der Kelch ihrer Blume ist eine für jede Blume eigene, einblättrige, häutige, dünne, röhrichte, und am obern Theil in Gestalt eines Eselohrs schief geöffnete Scheu de, deren Länge beynahe anderthalb Zoll betragt. Sie hat eine einblättrige Krone, die auf dem Eyerstock sitzt, am untern Theil geröhrt ist, und sich beym hervorstechen aus der Scheide in zwo grosse Lefzen abtheilt, davon eine ganz, und ein wenig hohl, die andere etwas grösser, aber auf jeder Seite mit einem kleinen zugespitzten Einschnitt versehen ist. — Aus der Röhre der Krone erhebt sich ein häutiges Zünglein, das '*) Le grmtii Cardamoms dc Madagascar. <^, 242. «Y5 bey seiner Basis breit ist, gegen die obere Spitze aber schmaler wird, und sich mit drey'Spitzen in Form eines Kreutzes endet, von denen die mittlere die kleinste ist. Auf dem Obertheil dieses Züngleins sitzt ein mit demselben verwachsener Staubbeutel, welcher dritthalb Linien lang, und seiner ganzen Länge nach gespalten ist, als wenn es zween Staubbeutel waren; nämlich an jedem Rand des Züngleins einer: Aber eben dieses Zünglein vereinigt durch seine Beugung die beyden Theile des Staubbeutels wieder, und bildet zugleich eine Scheide, über welche der Griffel queer hinläuft. — Sie hat einen Stempel, der cm oval,'langlichter, unter der Blume sitzender Eyersiock ist, und aus dessen oberer Spitze ein drachförmiger Griffel entsteht, der durch die Krone geht, und in die durch den. Staubfaden gebildete Scheide eindringt. Dieser Griffel, welcher zween Zoll lang ist, wird gegen sem Obertheil dicker, und endet sich mit einer köpfigten, abgestutzten, und am Rande behaarten Narbe. — Die Frucht ist eine röthlichte, oval? länglichte fast breyeckigte Kapsel, welche von innen in drey vielsämige Fächer abgetheilt ist. Die Saamenkörner sind schwarz, und in ein weisses Fleisch eingehüllt, dessen Geschmack sehr angenehm ist. Wenn man diese Körner im Munde zerkaut, verursachen sie, wie die Kardamome aus Malabar, eine ungemein angenehme Kühlung. — Die Stengel dieser Pflanze sind einfach, mit Blättern/ und .wachsen in grosser Menge' aus der Wurzel hervor bis auf die acht und zwölf Fuß in der Höhe. Die Blatter sind schmal, schwerdtförmig, mehr als einen Fuß lang, an der untern Seite mit einer hervorstechenden Mittelader und ungemein feinen schiefen Seitenadern; sie sind an ihrer Grundlage verengert, als wenn sie gestielt wären, und umhüllen den Stengel mit einer an der Seite gespaltenen Scheide. Die Blumen sitzen in der Gestalt einer kurzen und gedrängten Kolbe auf einem besondern zwischen den Stengeln aus der Wurzel hervorwachsenden Schaft beysammen. Dieser Stiel ist mit abwechselnden gestreiften Schuppen umgeben und bedeckt, die immer breiter werden, je näher sie bey der Blumenahre sitzen: Diese Aehre ist nur sieben bis acht.Zoll hoch, und oben dicker als unten. Die grosse Kardamome wachst auf Madagaskar von selbst in Sümpfen. Man hat sie auf die Insel France verpflanzt, und sie gedeiht daselbst sehr wohl. Flacourt nennt diese Pflanze Longouze. Ich würde sie eher für den Ingwer (^owtt/A ^>/^^) des Lmne halten. N°jtil P. ismnerač pmoLJ • PoU'orL.Jcdf" und das wegen ihren schmalen Blattern; aber sie unterscheidet sich durch ihre Blumen? kolbe sehr von derselben, wenigstens nach der Abbildung welche Nheede im II. Th. i2. Tafel des von Linne angeführten //0,^5 H/^ö. davon giebt. Der False. *) Grewia Afiatica, Linn, ( CXXXVIII. Tafel.) Seine Blume hat einen Kelch aus fünf lanzettförmigen wollichten Blattern, die Mn aussen weißlicht, von innen gelb, und mit drey Adern versehen sind: — Eine Krone von fünf lanzettförmigen Blumenblättern, welcher kleiner als der Kelch, und karminroch sind: Eine grosse Zahl von Staubgefäßen, deren Faden langer als die Blumenblatter, und mit dem Eycrstock verwachsen sind: — Einen Stempel welcher ein auf einem kleinen Blumenstiel sitzender Eyerstock ist, auf dem ein Griffel sitzt; der eben so lang ist wie die Staubfäden, und sich mit einer kolbenartigen Narbe, oben mit vier kleinen Ecken, endigt. — Die Frucht ist eine dunkelrothe Beere mit zwey Saamenkörnern. Die Zweige dieses Baums sind mit kurzen Pflaumen bedeckt; seine Blätter sind bey ihrer Basis herzförmig zugeruudet, am Rande gezähnt, unten ein wenig wollicht und mit sieben Adern gezeichnet, davon die drey größten auf wollichten, nur vier Linien langen Stielen sitzen. Diese Blatter sind wenigstens drey Zoll breit, sitzen ab? wechselnd an, und haben bey Entstehung ihres Stiels zween lanzett-linienförmige Blatt.' ansähe. Die Blumen kommen aus den Achseln der Blätter gegen das Ende der Zweige hervor; ihre Stiele theilen sich gemeiniglich in drey Theile, davon sich einer" oder zween wieder in drey oder vier andere abtheilen, und bilden mittelmäßige Rispen, die noch einmal so groß sind als die Blatter. Die Früchte sind roth, haben einen säuerlich angenehmen Geschmack, und kühlen. Die Blätter dieses Baums haben einige Aehnlichkeit mit denen der Haselstaude. Er wird in den Gärten von Pondischery gepflanzt. — Man hatte noch keine Ab? bildung von ihm. *) ^5 N,///. S. 244. Die Asiatische Grewia; die kleine Kokos. 192 Die Buchsblattrige Marsana. ^) Marsana Buxifolia, (c:xxxix. Tafel.) Ihre Blume hat einen sehr kleinen einblättrigen Kelch mit fünf schmalen und spitzigen Zähnen: — Eine Krone von fünf schmalen lanzettförmigen Blumenblättern, welche an ihrer Basis einen dünnen, sieben bis acht Linien langen Nagel bilden: — Zehn Staubgefäße, deren Fäden ungleich und etwas kürzer sind als die Krone ; auf jedem sitzt ein kleiner zugerundeter Staubbeutel mit zwey Fächern: Einen Stempel, der ein schr kleiner eyförmiger Eyerstock unten in der Blume ist, auf dem ein etwas dicker Griffel sitzt, welcher so lang ist als die Staubfaden, und sich mit einer köpsig-ten fünfeckigten Narbe endet. Die Frucht ist ein eysörmiger oben etwas zugespitzter einfächriger Kern, der eine Mandel oder eine weiche, saftige Substanz in sich hält, die allenthalben an der sie umhüllenden dünnen und Holzichtcn-Schaale hängt. Dieser Kern ist nicht vollends drey Linien lang, und an der aussern Oberfläche etwas rauh, wie Chagrin. Dieser Strauch wird sechs bis sieben Fuß hoch. Seine Rinde ist graulicht, sein Holz weiß, nicht sehr hart, und enthalt viel Mark; seine Zweige sitzen abwechselnd und emporstehend. Seine Blätter sind ftügelförnn'g, und bestehen aus ungefähr sie? ben abwechselnden Blatterchen, welche oval und ganz sind, und sich gegen ihre Ba-sis zu einem Stiel formen; sie sind auf beyden Seiten glatt, von ziemlich zerbrechlichem Stoss, und haben viel ähnliches mit den Buchsblättcm, denen man sie auch verglichen hat, indem man diese Staude Chinesischen Buchs nanme. Er befindet sich in dem königlichen Garten zu Paris, hat aber bis itzt noch keine Blumen getragen. Ich hab' ihm den Namen Niarsana '^) beybehalten, unter dem er in dem Pfianzenvcrzeichmß des königlichen Gartens steht. Der, *) /!« M»^/w7«. S. 145. 5W) N lch dem Name der Plimeßin de Nlarsan, Gouvernante der königlichen Kinder. N?i3s. '■ ifoiuwtitju-i'iuv <■ Mi'Lwi ,i \\itlf>- N?do. /' )fonneratpwia- MiLi-tm, Jtt'fy ■ I9Z Der Scharlach - Federbusch. *) Cr iß aria Cor cine a. (OX!.. Tafel.) Seine Blume hat einen einblättrigen Kelch von fünf keilförmigen Zahnen, und ist von innen behaart: — Eine Krone aus fünf ovalen Blumenblättern von schönem Roch, die auf dem Kelch sitzen. Jedes Blumenblatt fügt sich ohne sichtbarem Nagel zwischen jeden Zahn des Kelchs inwendig ein: — Zehn Staubgefäße, öderen Faden zweymal langer sind als die Krone; sie stehen sehr weit aus der Blume hervor, sind roth wie die Blumenblätter, und fügen sich in die innere Wand des Kelches zwischen den ihn bedeckenden Haaren ein. Die Staubbeutel sind klein, eyrund, und durch, eine Fnrche getheilt: — Einen Stempel, der aus einem äusserst kleinen, kaum sichtbaren Eyerstock lesteht: Er sitzt auf dem Boden des Kelches, von wo sich ein einziger Griffel emporhebt, der über die Blume hervorsticht, aber kürzer ist als die Staubfäden , und sich mit einer ganz einfachen Narbe endet. — Die Frucht ist eine nackte ovale Beere, mit fünf kleinen an den Seiten plattgedrückten Ecken, so daß sie fünf hautige Flügel bilden. — Sein Stengel ist eine rebenartige, holzichte Ranke, mit ovalen gegen einander sitzenden Blättern besetzt, die auf kurzen Stielen sitzen, glatt, vollkommen ganz, und von sihr zerbrechlichen Stoss sind. Seine Blumen sitzen am Ende, und gestalten schöne rispenartiae Trauben von schimmernden Roth. Jede Blllme sitzt auf einem viereckigten, zwo Linien langen Stiel. Diese Pstanze ward aus Madagaskar auf die Insel France verpflanzt, wo man sie wegen der Schönheit ihrer Blumen in den Garten zieht. *) L Aigrette, €>, 247, (II. Theil.) B b 194 Register über beyde Theile. ' A. Nbaka, eine Gattung von Pisangbaum. Die Bewohner der Instl Lüzon verfertigen aus den Fasern seiner Blätter Leinwand. II. Th. Seite 89 Abassis sind Einerley Volk mit den Peguanern. II. Th. n Abeaston (machen). Bedeutung dieses Worts. I. Tb. 14; Abendbrod der Indier; worin es besteht I. Tb. 196 Abischegam. Worin diese Zeremonie bestehe. I. Th. 211 Abraham (der Patriarch). Einige Geschichtschreiber glaubten, er sey mit Vruma Einerley Person. I. Th. i;i. Die Vramanen sind nicht seine Abstämmlmge. l gastar, ihr Boden und ihre Produkt?. II. TH. 57 Angat, die übelthätige Gottheit der Madegassen. II. TH. 5l Ani, ist der Monat Iunius. I. TH. 255 Annon, was es sere. I. TH. l;o Anomarntus, seine Meynung über die Schö. pfnng der Wclt. I. TH. -;6 Anossle (die Provinz) auf der Insel Mada, gastar; ihre Lage, Vodcn, und Produkt.'. II. TH. 56 Anumar (der Gott) dient dem Wisthenu statt eines Pferdes; sti»e verschiedenen Namen. I. TH. ,46 Antckuda (die Provinz) auf der Insel Madagaskar ; ihr Boden und ihre Produkte. U. TH. 5s Antige, eine Philippinische Insel; ihre Lage, Handel und Produkte. II. TH. 92 Apis (der Ochse), ist eben das was der Dar- madewe der Indier. I. TH. 155 Archelaus, seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. TH. -;6 Arekka, eine Palmenfrucht; man vermengt sie mit Betel. I. TH. 40 Arindody (die Göttin) wird den Ncuverehlich- ten als ein Muster der Weisheit und Tugend angepriesen. I. TH. ?c> Aristoteles, seine Meynung übcrdie Schöpfung der Welt. I. TH. 256 Aritschandrcn, Zeremonien, die man bey den Lcichcnbcgätignisscn vor seinem Bilde verrich« tct. I. TH. ?? Arunin (der Gott) führt den SouncnwcMN, ist eben das was der Phaeton der Griechen. I. Tb. i°5 Arpischi ist der Monat Oktober. I. TH. 255 Altai Narizlura (der Nott), ein Name, den Schiwen und Parwadi führen, wenn sie in Einem Bilde halb Mann halb Frau abge- btloet sind. I. TH. l48 Astronomie, ist schr alt bey den Indicrn, und in räthftlhaftcu Vericn verfaßt. I. TH. 104 Atschadcpotu, ein Zeichen welches die Bra- manen auf die Stirne machen. !. TH. ;? Ava (das Königreich), dessen Lage. II. TH. ;;. Dessen Staatsveranderungen. z;--35 Awa„i, ist der Monat August. I. TH. 255-Awani -aoton, das Fest. I. TH. 194 Awani. muion, das Fest. I. TH. 192 Ayc-Aye. Dcssen Beschreibung. II. TH. 107 Avmar (der Gott) Sohn des Schiwen und Wtschenu. I. TH. izz Ayodi/ scheint Siam zu seyn. I. TH. lz8 B Baby (Pulo) eine der Molukkisclien Inseln; ihre Lage. II. TH. 105 Bachiam, eine Molukkische Insel; ihre Lage. Ii. TH. l<22 196 Bachstelze (die graue Indische), deren Beschreibung. II. Th. l6H Bagawadam (der) in der königlichen Bib. liothek ist nur ein Auszug aus diesem Pura. non. I. Th. '71 Bagula, heißt die Zeit nach dem Neumond. I. Th. 260 Bailli (Herr) versetzt die Wiege des Menschen, geschlechts nach Sibirien. I. Th. 2. Behauptet, daß Indien von einem nördlichen Volk fty bewohnt worden. ;. Irret, da er sagt/ die Indier setzen den Mond ober der Sonne, und, das Samskrutam sey die Spra» che eines ältern Volkes als die Indier. 105, UNd lo8 Vaini, ein musikalisches Instrument. I. Th. 8? Bainier; ihr Rang unter den Schuttes. I. Th. 46. Sind Mönche, die den Gottesdienst in den Tempeln der Mariatale verrichten. 2«8 Aakim, eine Faktorey der Engländer in Pegu. II. Th. n Balapatren (der Gott) ein Name des Wi, schenu, und dessen Abbildung. I. Th. izy Bambus, dessen Beschreibung und Gebrauch. I. Th. 28 Banisteria (die Vierflüglichte), ihre Beschrei, bung. II. Th. i86 Bank Appo (die Inseln der), ihre Lage. II. Th. l°Q Baos, Klöster in Pegu. II. Th. ,9 Baradam, enthält das Leben des Darma-Raja. I. Th. »8o Varmans, Bewohner des Königreich Ava; ihr Gottesdienst, und ihre Sitten. II. Th. ;8—42 Bato (Pulo) unter den Molukkcn, ihre Lage. II, Th. 105 Baumläufer (der rothrückige chinesische) dessen Beschreibung. II. Th. 165. (aus Ma, lakka), dessen Beschreibung. II. Th. 16;. (Vergraue)/ dessmBeschreibung. II.Th. 164. ne Geschichte nach dem Kandon. 230. Sei« ne Geschichte nach dem Bagawadam. 2,1. Die Ehrfurcht der Indier für diesen Fluß. 2;2. Gans (die wilde) mit dem grauen Kopf von der Küste Koromanbel. II. Th. 172 — (die wilde) vom Vorgebürg der guten Hoffnung. II. Th. 172 Garzia, eine Molukkische Insel; ihre Lage. II. Th. l°2 Gari (der), die Bauart desselben. I. Th. 28 Garlm-Ammer( der Chinesische). II. Th. ^7 ÄQQ Gassendi. Seine Meynung über die Schö. psimg der Welt. I. TH. 2)6 Gate, das höchste^Gebürg in Indien. I. TH. ; Theilt die Iahrszeiten ab. 29. Gelehrten (die) eine Sekte-in China nach der Lehre des Kongfuzee. II. TH. 29 Gengeli (orientalischer Sesam). Dessen Gebrauch. I. TH. 129 Genttl (Herr le). Die Breite der Philippinen wird nach ihm angegeben. II. TH. 84 Gerudm (der Gott), dessen Abbildung., I.TH, 146 Gerudin.Panschemi (das Fest). I.TH. 192 Gewürze/ zu welcher Zeit sie aus die Insel France verpflanzt werden. II. TH. 66 Geyer (der) aus Giugi. II. TH. 14; —- (der grosse Indische). II. Tli. 142 Gmde-Pode(das), dessen Gebrauch. I.TH. 64 Gingi. Merkwürdigkeiten der Gebürge dieser Provinz. I. TH. 22/2; Goa (die Stadt), ihre Lage. I. TH. ;c> Godanam, (das), ein Geschenk von Kühen; wie es verrichtet wird. I. TH. 6« Godcman (der Gott), das höchste Wesen der Peguaner. II. TH. 39 Götter der Indier (die). I. TH. 127. u. f. Aus welchem Metal ihre Bilder seyn müst sen. 185. Götterjagd (das Fest der). I. TH. 17z Goldschmied (der Indische), sein Werkzeug und Art zu arbeiten. I. TH. 89 Gordon (Herr), macht in den innern Provinzen vom Voracbürg der guten Hoffnung wichtige Entdeckungen. II. TH. 75 Gottesdienst der Indicr; worin er besteht. I. TH. '?; Goudtlur(dieStadt);ihreBefestigung.I.TH 20 Grasmücke (die kleine langgcschwanzte) aus China. II. TH. i6i. Die langgcschwanzte aus Gingi. II. 15;. Die schwarzköpfige aus Cbina, II. TH. l^4. Die grosse aus Mala, bar, II, Tli. 152. Vou Pondischery. II TH. 1.54. Die grünlichte aus China. II. TH. 1;;» Gregor XV. (der Pabst) erlaubt den neu«, bekehrten Indiern die heilige Schnur zu tra, gen. I. Tb. 42 Groslh-TavaK, eine Molukkische Insel; ihre Lage. II. TH. 102 Grünfink (der Chinesische). II. TH. '57 Gueby, eine Molukkische Insel, ihre Lage. II. TH. 102 Guru (die) Patriarchen der Indier, woher man sie nimmt. Ihre Beschäftigung I. zy. Verrichten die Zeremonie der Einweyhung. 54. H Habicht (der graue) mit gestreiftem Bauche aus Madagaskar. II. TH. 140 Häuser (die) der Chineser; ihre Bauart.II, TH. i? --------(die) der Indier; ihre Bauart. I.TH. 27 Hahn (der wilde). II. TH. »16, und 119 Hamo (die) ein Name, den die Chineser den europäischen Niederlagen geben. Die Bauart dieser Gebäude. II. TH. 14 Hamstm (die), ihr Amt. II. TH. 10 Hard (der), dessen Werth. II. TH. ?« Haselhuhn (das Indische). ll. TH. 128 Hasmohren-Insel (die) unter den Philippinen , ihre Lage. II. TH. iai Haubenlerche (die) von der Küste Malabar. II. TH 158 Heirat!) der Indier; unter welchen Bedingm:. gen und Zeremonien sie begangen wird. I. TH. 57"72 --------(die kleine) wenn sie begangen wird. I< TH. 7' Hmne (die wilde). II. TH. »25 Heerschnepfe (diewcisseIndische). U. TH. 17« Heraklitus. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. TH. 2z6 Herbe, ein heiliges Kraut. I. Tb. 74 HssioVul«. Seine Meynung über die Schöpfung der Wclt. I. TH. 2;6 Hevi (?er) oder der Baum aus Zythere. II.TH>' 74 Hippias. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. TH. 236 Hol- HSt Holländer führen einen verderblichen Krieg Hundstodt (der), eine Krankheit. I. Th. 98 I Iassanapatnam, eine Besitzung der Hollän. der auf Zcylon, ihre Lage. ll. Th. ?6 Iagrenat, Name eines Fleckens, wo Qui. schena einen Tempel hat. I. Th. «44 — — der älteste Tempel in Indien. I.3H. «8; Ianhar (der Gott), das wohlthätige Wesm der Madegassn. II. Th. 51 Jam (das). Woraus diese Krankheit cm. stehe. I. Th. lol Jesuiten (die) werden in China bloß als Zci. chendeuter gebraucht. II. Th. 2; IUura (der Tempel), wie lange man daran baute. I. Th. 181 Indien.Die Staatsveränderungcn dieses Reichs. ' I. Th. 7^ '8. War die Wiege aller Reli, gionen. i6i. Indier (die) werden für die ersten Bewohner der Erde gehalten. I. Th. 1. Ihr Karakter und Nüchternheit. 24. Ihre Kleidung. 25. Ihre Eintheilung in Stämme. ,6. Ihre Einweihung. 54. Ihre Heyrathcn. 57. Ihre Leichenbegängnisse. 7;. Ihre Künste und Handwerke. 85. Ihre Kenntnisse in der Arzneykunst. 94. In der Astronomie. 104. (U. Cheil.) Ihre Fabeln. 1,7. Ihre Mythologie. 127. Ihre Glaubenslehren. i6i. Betetcn ehedem Sonne und Mond an. '65. Ihr Gottes« dienst. 17;. Ihr System über die Schöpfung der Welt. 234. ueber die Dauer dcr Welt, und deren verschiedene Alter. 245. Indierinen (die) sind alle klein von Wuchs. I. Th. 25. Ihre Lebensart und Kleidung. 25 — 27. Die Wittwen dörfen nicht wieder heyrathen. 58« liegen den Tali ab, um ihren Wittwenstand anzuzeigen. 69. Indri(dcr). II. Th. m Insel Bourbon (die)/ ihreProdukte.IITH.71,72 -------(die Mbstn oder Hühner-), ihre Lage. ll. Th. 102 --------France, Nachricht von ihren Bewohnern. Ihr ^ Klima, Boden, und Produkte. II. Th. 65—72 -------(die Runde) unter den Philippinen; ihre Lage. II. Th. »02 Inseln (die Maidwischen); ihre Produkte. ll. Th. 78-80 -------(die Ratten.) unter den Philippinen; ihre Lage. II. Th> 102 -------(die) dcr hohen See unter dcn Phi, lippinen; ihre Lage. II. Th. ^0 Iruler (die) werVcn von dcn übrigen Stam» men als Thiere betrachtet. Ihr Gottesdienst. I. Th. Raiser (der) von China, ist der höchste Patriarch der Nation, ll. Th. 7. Wie mm, ihn ehren muß. 20. Ra» Pflanzen / was es sey. I. Th. 65 C c '2O2 Raldeir, der Baum. I. Th. i,c> Ralengam (die Schlange). I. TH. 142 Rali (die) Belchützer der Städte. I. Th. ^8 — (die Wanze), ihre Eigenschaften. I.TH. 99 Ralirut wird von Ader,Ali«Kan angegriffen. I. Th. lo Ralin (das) ist gemeines Zinn. li. Th. 82 Raltutta die Hauptstadt der englischen Best» tzuna.cn in Vengalen. I. T!) 8 Ralyugam ( das ) ist das vierte W:'ltalter. Wie viel Jahre es in sich Halte. I. Th. 24; Ramadmu (das Fest). I. Th. 20; ------------(die Kuh), ihre Abbildung. I.TH. l Z5 Ramaler, was sie sind. I. Th. 49 Rambadori (der Gott). I. Th. 14; Rampm-Hoory (die Inseln) unter den Mo- luttel,; ihre Lage5 U. Th. 104 Rander-Schasti, das Fest. I. Th. 198 Aandropa wird König von Ava. II. Th. ;6 Rangiwaron (der Tempel). I. Th. 132 Uanzm (der König), stine Geschichte. I. Th. »41 Rannigadanam (das)/ was es st«. I. Th. 6l Ransaeb wird von Mahamet.Aly übcrwun, den und hingerichtet. 1. Th. 9 Nanton (die Stadt). Ihre Lage, Grösse, und Bevölkerung. II. Th. 12 Raradaos (die Inseln) unter den Philipvi, nen; ihre Lage. II, Tl). ioc> Rardanwme (die grosse ails Madagaskar). II. Th. ------------(die Malabarische). II. Th. Rare. patre - pandarons. Indische Mönche. Ihre Lebensart. I. Th. 215 Rarikal (die Stadt), eine französische Besitzung anfKoromandel wird von den Englan. dern erobert. I. Th. 14. Ihre Lage und Handel. 19. Rarkek (die Insel) unter den Molukken; ihre Lage. II. Th. 122 Rarna (der), ein musikalisches Instrument. I. Th. 87 Nartige ist der Monat November. I. Th. 255 Rasche, eine chinesische Münze; ihr WerG II. Th. ;l Raschi-Raori, Indische Mönche. I.TH. 216 Ratawarayen, der Gott. l. Th. 22? Ratze (die Indische wilde) mit schwarzen Streifen. II. Th. »12 Rawite/ Beschreibung dieses Platzes. II. Th. 86 Rawri, ein gehciltgter Flnß. I. Th. 2,9 Relam, eine Molukkische Insel; ihre Lage. 1l. Th. lc>4 Relkcl, ein berühmter Tempel der Pcguaner. II. Th. ;? I^rnbeisser (der Chinesische). II. Th. 155 Rcsser, eine Moluttische Insel; ihre Lage. II. Th. i°5 Rijamat (die) sind die Wochentage. I. Th. 256 Uitschana-Patscham (das), was es ist. I. Th. 26V Rnotcn (der) des Bruma. I. Th. 40 Robroms (die), Tempelthürme auf Koroman, del. I. Th. l«; Röntgogeyer (der) von Pondischery. II. Tb. 142 Rolastri (der) ein Malabarischer Fürst. I. Th. lo Rolombo, die holländische Besitzung aufZey, lon. Ihre Lage. II. Th. 76 Roiram (der), ein geheiligter Fluß der In- dier. I. Th. 229 Rombu (der), ein Indisches Instrument. I. Th. 87 Rompagme (die Indisch,französische) erhält die Erlaubniß sich in Pegu festzusetzen. II. TH. ;6 Rvmprador (der), sein Amt II. Th. -io Rondorm (der), sein Werth. II. Th. ?l Rondubi (der), ein kleiner Haarbüschel der Bramanen. I. Th. 42 Rondumudi (die)/ was sie sind. I. Th. "4 Rongfuzee, der Chinesische Gesetzgeber, und stine moralischen Schriften. II. Tb. 26 Ronstanz (der Hügel), und der gute darauf wachsende Wein. II. Th. 7l Roromandel (die Küste, ihre Lage, die B^ 20Z fitzungen der Europäer darailf, ihr Handel, ihre Bewohner, deren Sitten. l.Thly—28. Uredayugam (das) ist.das erste Weltalter. I. Th. 245 Ruderen, Gott des Reichthums/ dessen Ab, bildung. I. TH. 157. Aühkoth wird von den Indicrn für heilig ge, halten. I. Th. 27 Rünste der Chineser. II. Th. 20. Künste der Inbier. 1. Th. 8;. Künste der Madcgassen. II. Th. 5° Ruluk (der kleine Indische). II. Th. 16; Ruru/ Bedeutung dieses Wortes. I. Th. 158 L Lakenons (die), sind die Zeichen des Thier, kreists. I. Th. 2c» l Langanam (das) cme Art Fasten. 1. Th. l°i Lanka (die Insel), ist Eil-erley mit Zeylon. I. Th. l88 Lao-Rimn, eine der vornehmsten Selten in China. II. Tb- ;° Larcien (Pulo) unter den Molukken; ihre Lage. II. Tb. ^2 Latschimi (die Göttin),ihre Geschichte. I. Th »;2 Leibniy; seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. Th. 2;6 Leichenbcgängnlsse der Indier; wie sie gc, feycrt werden. 1. Th. 7; ^84 Lerche (die kleine graue) aus Gingt. II. Th.»58 Libako, eine Philippinische Insel, ihre Lage. II. Th. l°5 Lingam (der) ist das Bild worunter Schi-wen angebetet wird. Ursprung seiner Verehrung. I. Th. 148 Litschi (der). U. Th ,8° Lombe.m (die Insel) unter den Molukken; /hre Lage. H. ^h. 105 Luzon (die Insel) unter den Philippinen; ihre Lage. II. Th. 84. Sitten ihrer Bewohner. 87. Ihre Produkte, po.. Luststuche (die), wie sie von den Indiern be. handelt wird. I. Th. 99 Listsching entthront den Kaiser aus China. II. Th. ;i M Madagaskar (die Insel). Häfen auf dersel. ben. II. Th. 46. Verschiedne Galtungen vott' Menschen, welche darauf wohnen. 47. Lan« desprodukte. 55. Beschreibung einiger südlichen Provinzen. 55—6,. Bemerkungen über die epidemischen Fieber dieser Insel. 6i. Maddu-Pongol, das Fest. I. Th. 2^1 Madegassen (die), Name der Bewohner von Madagaskar. Ihre Kleidung. II. Th. 48. Ihre Sitten. 52. Madras (die Stadt). Ihre Lage und Be« ftstigung. I. Tb. 2a Manaten (die), was sie sind. I., Th. 94 Magudi, ein Indisches Instrument. I. Th. 88 Mahaligc-Patschon (d.is Fcst)° I. Th. 'y6 Mähe (die Stadt); ihre Lage und Handel. I. Th. ;° Mahor-Naomi (das Fest). I. Th. 19? Maillct. Seine Meynung über die Schöpfung der WM. - l. Th. 2;6 Mat'ao (die Stadt), eine Besitzung dcr Por. tugicsen an der Mündung des Flusses Kanton. II. Th. 8 Makt (der wollichte). II. Th. "2 Malabar (die Küste). Ihre Lage, Name und Eintheilung. I. Tb. 29. Besitzungen der Europäer auf derselben. ?c>. Handel und Sitten der Einwohner. ;o. Ward von Parassurmna gestaltet und verflucht. «41° Malakka (die Stadt), eine Besitzung der Holländer auf dcr Malaischen Halbinsel. Ihre Lage, Handel und Produkte. II. Th. 80 Malambus (die), eine Menscheuart auf Madagaskar. II. Tb. 47 Manar.Suami, der Gott; seine Tempel. I. Th. i;s 2^4 Manard, eine Besitzung der Holländer auf Zeylon; ihre Lage. II. Th. 76 Manatan (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Th. 6i Manatinge (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Tb< 56 Mandar, ein Fluß aufMadagaskar. II.TH. 57 Mandarinen (die). Ihre Macht über das Volk/ und Ehrfurcht vor dem Kaiser, ll. Th. 17. Ihre Kleidung. 28. Mandregiri (der Berg), dessen Geschichte. I. Th. '34 Mandrcrc (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Th, 6a Manilla (die Stadt) auf den Philippinen. Ihre Lage, Bevölkerung/ Regierungssorm und Handel. II Td> 85 Mampa (die Insel) unter den Molukken; jh. re Lage. II. Th. 104 Maumadin (der Gott); seine Abbildung. I. Th. i?2 Manmagon (das Fest). I. Th. 20z Margazi, ist der Monat Dezember. I. TH.255 Margosier, der Baum. I. Th. 1°° St. Maria (dieInsel), ihre Lage. II. Th- 46 Mariafale (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Th. 58 Mariatale, die Göttin der Kinderpocken. Jh, re Geschichte. I. Th. -°5 Mariana (die Buchsblättrige). II. Tl). 192 Maschikores (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Th. 59 Masse (die), ihr Werth. II. Th. ; 1 Mftssi, der Name des Februar. II Th. 255 MaN-Magon (das Fest). I. Th. 202 Mastbaum (der). II. Th. '82 Matalan, ein Indisches Instrument. I. Th. n Matalan(die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. Th. 55 Mature; die Vesttzung der Holländer auf Zey. lon; ihre Lage. II. Th. 76 Maye, Bedeutung dieses Worts. I. Th. 14« Meere (die sieben) der Indier. I. Th. 14? Meerenge (die französische) auf den Molukken; ihre Lage. II. Th. »02 Meist (die) von der Küste Malabar. II. Th. »59 -------(die) von Nanking. II. Th. 160 ^------(die kleine) vom Vorgebürg der guten HossNUNg. II. Th. l6o M elessus. Zareta; seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. Th. 2;6 Mmampanie (der Fluß) auf Madagaskar. II. Th. 56 Meru (der Berg), seine Jage. I. Th. »04 Messain (Herr von) läßt die Geheimnisse des Tempels Scheringam übersetzen. I. Th. 12? Messen (das) der Schisse in China, wie es verrichtet wird. II. Th. ia Miao, eine. Molukkische Insel; ihre Lage. II. Th. !02 Mindanao, die Philippinische Insel. Besi, tzungen der Spanier auf derselben. II. Th. 9; Mindoro, die Insel. II. Th. 92 Moar (Pnlo) unter den Molukken; ihre Lage. 11. Th. »a; MoluMn (die Inseln). Ihre Lage. II.TH.95 Karakter, Sitten und Religion ihrer Bewohner. 96. Mudewl (die Göttin), ihre Abbildung. I. Th.«; 5 Münzen (Indische). Ihre Namen und Werth. I. Tb- 12; Muyelagin (der Riese). I. Th. 151 N Nagaputsche (das) wie, und von wem eS . verrichtet wird. I. Th. 212 Nagar, ein Indisches Instrument. 1. Th. 8? NagassaraM/ein Indisches Instrument, I.TH.87 Najige (das.) macht vier und zwanzig uns-rer Stunden. I. Th. 104 Nairs (die) ihr Rang und Freyheiten. I. Th. 32 Nandigessurer, seine Beschäftigung und Abbildung. I. Th. "5 , Narsinga-Ieinti (das Fest). I. Th. l?l 205 Nashornvogel (der) aus Giugi. II. Th. 167 -------^-------(der) von der Küste Malabar. II. Tl). 168 Natschetron (das) was es ist. 1. Th. 259 Ncgapatnam (die Stadt), ihre Lage und Handel. I. Th. 2a NcgermA(die) unter den Philippinen; ihre Lage. II. Th. 101 Negombo / eine Holländische Besitzung auf Zeylon. II. Th. 76 Negraille z( groß und klein) Faktoreyen der Engländer in Pegu. II. Th. ;; Nelikurvi (der) aus Madagaskar. II. Th. l66 TMpu-tinmal (das Fest). I, Th. 207 Nirudi, König der Teufel, seine Abbildung. I. Tl). l57 Nnvarty, eine Klasse von Tugenden. I.TH.225 Nodi (der) was es ist. I. Tb- 256 N,MM)er (der kleine Chinesische). II. Th. 146 O Odarasson, worin es besteht. I. Th. 19» Oby, eine Motukkische Insel, ihre Lage. II. Th. 102 Oelmühle (die) der Indier; derselben Be, schreiblmg. I. Th. 92 Cssenschnabler (der weisse Indische). II.TH. 171 Olegerlanda.peruna!., ein Name des Wi. sthenu. I. Th. 129 Olles (die) sind Palmenblätter, worauf die Indier schreiben. I. Th. 115 Ombay, eine Molukkische Insel, ihre Lage. II. Th. los Opeou (der), sein Amt. II. Th. 10 OM, ciu Indisches Instrument. I. Th. 87 Duilt (Herr) der Englische Rathsmann wird aus China verjagt. U. Th. l? v padalon (das) was es ist. I. Th. 1,0 pacm.raori, Indische Mönche. I. Th. ii6 Pagoden/ Indische Münzen. I. Th. 12; Pagoden (die sieben) ein alter Tempel, I. Th. 182 palankm (der), seine Bauart. 1. Th. 2z paliakate (die Stadt), ihre Lage und Handel. I. Th. 21 pambe, ein Indisches Instrument. 1. Th. 87 panay (die Insel), ihre Lage. II. Th. 92 pandarons (die), Indische Mönche. I. Th. 2,5 pandjangam (das) ein astronomisches Buch dcr Indier; was es enthält. I. Th. ;? pandjangankarers (die), ihr Nang und Be. schäftigung. I. Th. ;? pangumi/ ist der Monat Merz. I. Th. 255 pangumi. Utron (das Fest). I. Th. 20; panjakartagel, was es sey. I. Th. 2;; pannimei, Bedutung dieses Worts. I.TH. i°i pamare, eine Moluktische Insel, ihre Lage. II. Th. l°5 Paornomi (das Fest) I. Th. 19? papagcy( der kleine) aus Malakka. II. Th.i6^ papus (die); ihr Karakter und Sitten. II. Th. 97 parangi. Bedeutung dieses Worts. I. TH.49 parassurama (der Gott); seine Thaten. I. Tb. 140 pariam (der), was er ist. I. Th. 5? Parias (die); ihr Rang, Verachtung und Beschäftigung/ I. Th. 4? Pariekure (das), was es ist. I. Th. 60 parkit (der grosse Chinesische). II. Th. 166 parsts (die) beten das Feuer an. I. Th. 34 Parupu (das), dcsscn Gebrauch. I. Tb. 10z paruwon (das), ist der Tag des Vollmondes. I. Th. 26c> parwadl (die Göttin). I. Th. 148 Patriarch (der) sein Amt in den Indischen Tempeln. I. Th. 185 pcgu, stine Lage, Revolutionen, Handel und Prooukte. II. 3;— 4? peguaner (die), ihr Gottesdienst und ihre Sitten. N. ;8,4l penest (das) der Haarbüschel der Chincser. II. Th. 28 2ob Perleberg (der) auf dem Vorgebürg der gu, ten Hoffnung. U. Th. 74 Pfau (der kleine) aus Malakka. II. Th. 135 phrlo (der Gott), wird von den Chinesern am Ende der Welt erwartet. I. Th. «45 Philippinen (die), ihre Lage, und die vornehmsten Besitzungen der Svanicr auf die. sem Archipel. II. Th. 84^95 philo, seine Meynung über Sonne, Mond «nd Sterne. I. Th. »57 pigot (der Lord) kömmt nach Ostindien; sein Schicksal raselbst. I. Th. n— c; pikaschco(die)emeArtPoltergeister, l. Th. 159 Pikotc (die) ihre Beschreibung. I. Th. yi pissang (Pulo) unter den Molukken; ihre Lage. II. Th. 102 Plato. Seine Meynung über Sonne, Mond und Sterne. I. Th. 157. Ueber die Schöpfung der Welt. 236. Plot, Reis aus Pegu, seine Eigenschaft. II. Th. 45 Pocken (die) sind in Indien epidemisch, wie sie gch.ilt werden. I. Th. 99 poivre (Hcrr) pfianzt Gewürze auf die In. seln France und Bourbon. II. Th. 66 pollear, ein geheiligter Fluß. I. Th. 229 -------(der Gott), sein Rang/ Abbildung und Verehrung. I. Th. 1;? poUear,schaoti (das Fest). I. Th. ,9; Pondischery (dieStadt), ihre Lage und Uebcr. gäbe an die Engländer. 1. Th. 14—18 pongis (die) Pmster in Pegu. II., Tl). 40 pongol, das größte Fcst der Indier I. Th. 2^ ponne (der), sein Werth. I. Th. 59 Portugiesen (die); ihre ersten Reist» nach China und ihr Schickjal daselbst. II. Th. 7. Ihr Handel. 15. potagono (die), Körbe, welche man bey Heyrathen und Leichbcgängnissen braucht. I. Tl). 6; prawarty, eine Klasse von Tugenden. I. Th. 225 prayatschüam (das), was es ist. I. Th. 7; pretaschi, ist der Monat September, l. Th. 255 Preussen (die) handelten ehedem nach China. II. Th. 15 prox, eine Würze der Peguaner. II. Th. 41 Puranons (die), heilige Bücher der Inbier; ihr Inhalt und Anzahl. I. Tl). 178 pussa, eine Gottheit in China, ihre Abbil, dung. II. Th. 9 putschari(die), Indische Mönche. I.TH.2l? Putsche (das), und desselben Zeremonien.I.T.2°y Pythagoras lernte von den Indiern tie See. lenwanderung. I. Th. 162. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. 236. Q O.uedarawurdon (das Fest). I. Th. 193 CUttdi! (das Fest). I. Th. 204 CUlischena, ein gehciligter Fluß. I. Th. 229 -----------(der Gott),seine Geschichte. I.TH. »41 R Radi (die Göttin). i< Th. 133 Rama (der Gott), seine Geschichte. I.Th. iz8 Ravenala (der). II. Th. 17? Ravcnsara (der). 11. Th. 177 Rawanastron, ein Indisches Instrument. I. Th. 88 Rebhuhn (das) aus Gingi. II. Th. »^ -------(das rothe Madagaskarische). II. Th.l)2 -------(das) von Poudischery. II. Th. »29 Regianus. Seilie Meynung über die Schöpfung der Well. 1. Th. 236 Reis (dcr) , auf was Art cr gebaut wird. I. Th. 90 Riesen (die). Ihre Emthcilung. I. Th. 159 Rmgelfalke (dcr Indische). II. Th. ,41 Rodrigc (die Insel); ihre Lage. N. Th. 106 Rouioul (der) aus Malakka. II. Th. i;6 Ruhegebäudc (die), ihreBauart. I. Th. 2, Rupien (dic), Indische Münzen, ihre Form und ihr Werth, I. Th. ^;^ 20? S Sabon, eine Vermaledeymig. I. Tl). i;i Sadras (die Stadt)/ ihre Lage und Handel. I. Tl). 2l Sadryugam (das), oder die vier Weltalter. I. Tb. 246 Sakliels (die)/ was sie sind. I. TH. 50 Sar'ol, eine Philippmische Insel; ihre Lage. 1!. Tb. iol Salagraman (der Stein), desscn Beschrei, bung. I. TH. 146 Salame (die Provinz) auf Madagaskar; ihr Boden und Produkte. II. TH. ;y Salcettc (der Tempel). . I. TH. 18; Saliwagana (die Acre des). I. TH. 247 Salzbaum (der). Die Madegasscn brauchen seine Blätter statt dcs Salzes. II. TH. 49 Sambuange auf dcr Il,,cl Mindanao^ des, sen Lage, Bewohner und Produkte. II. TH. 9; Samim (dns), Bedeutung dieses Worts. I. TH. 68 Sammonokodo», (der Gott) wird von den Slamcrn am Ende der Welt erwartet. I. TH. 145 Samorin (der). Zeremonien bey seiner Krö. nung. I. TH. ?i Samskrutam (das), die alte Sprache der Vrachmanen. I. TH. 108 Gamsu (das) ein Getränk der Chineser. II. TH. i l Sandelholz (das), woher man es nehme. Seine Eigenschaften. I. TH. ;o Sandiwane(das), worin es besteht. I.TH.2I2 Sani (der Gott). I. TH. ic>; Saniassi (die) Indische Mönche. Ihre Lebensart. I. TH. 214 Sarassuadi (die Göttin), ihre Geschichte und Abbildung. I. TH. ,;l Sarittgam, eine Philippinische Insel, ihre Lage, II. TH. ,02 Satadcweno (die) Indische Mönche. I. TH. 217 Sattia-Wiraden (der König), rettet sich aus der Ueberschwemmung. I. TH. 134 Schalembron (der Tempel). I. TH. i8> SchaUeo, Stosse aus tibetischer Wolle. I. TH. 26 Schamam, was es sey. I. TH. 256 Schandernagor (die Stadt)/ wird von den Engländern erobert. I. Tl). ia Schappe (die) ein Reisepaß in China. II. TH. 3 Schatriers (die), der zweyte Stamm der Indier. I. TH. ;6. 45 Schipuron (der) seine Dane?. I. TH. 24; Schirangam dcr Tempel. I. TH. 132 Schiruten, was sie sind. II. TH. 91 Schittere ist der Monat April. I. TH. 2;; Schiwapati (die), Anhänger des Schiwen. I. TH. 172 Schiwen, Gott der Zerstörer. Seine Namen und Abbildung. I. Th, 147 Schmied (der Indische). Sein Werkzeug und Art zu arbeiten. I. TH. 8? Schodelet (das), der Ort wo mau die Ver- storbenen verbrennt. I. TH. 77 Schuhmacher (die Indischen), ihre Werk«. zeuge, Rang, und Beschäftigungen. I. TH. 9^ Schün-tschi, ein Tatarischer Fürst, gelangt auf den Chinesischen Thron. II. TH. j^ Schürze (die) die Bekleidung der Indischen Weiber. 1. TH. 25 -------(die), der Madegassen. II. TH. 48 Schulias (die), ihre Beschäftigung und Re, ligion. I. TH. 9) Schutrcs (die) machen die vierte Zunft be« den Indiernaus. IhreEintheilung. I. TH. 46 Schwalbe (die grosse Chinesische). II. TH. 15 5 Seele (die) System der Indier über die Seele. I. TH. i68 Scelcnwanderulig (der Lehrsatz von der) wird von Wischeuu gelehrt und von Pylha« goras aufgenommen. War die Grnudl.ige von der Religion der Egypter, Griechen und Juden. I. TH. 162 See'Rebhühnern (von den). II. TH. 169 SeeschcUcn (die Inseln). II. TH. 72 Sesostris theilt die Indier in Stamme. I. Tb- ;6 2o8 Ghastas (die)/ ihre Anzahl unv Inhalt. I. Th. 176 Siao, eine Molukkische Insel/ ihre Lage. II. Th. 102 Siriam (die Stadt) in Pegu; Niederlassung der Franzoien daselbst. II. Th. ;4 Sokrates. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. Th. 2,6 Sommes (die Chinesischen), ihre Bauart. ^ II. Th. 24 Songila patschan, die Zeit des wachsenden Mondes. I. Th. 2^c> Sorgon, das Paradies des Dewendren. I. Th. 156 Soucy/ eine Molukkische Insel, ihre Lage. II. TH. 102 Spanier (die) zu Manilla. Ihr Handel nach China. II. Th. 1? Specht (der) ans Malakka. II. Th. 154 Spinosa. Seine Meynung über die Schö, pftmg der Wclt. I. Th. 236 Sprache (die Indmsche). I. Th. ^7 -------(die Tamulische). l. Th. i°y Stämme (cnttey/ihre Eintheilung. I, Th.; 6—5; Stn.Rama» Naomi (das Fest). I. Th. 22; Sucht (die fallende) ist in Indien bekannt. Me sie dort heißt, und was für Mittel da, gegen gebraucht werden. I. Th. yy Sukrm (der Gott). I. Th. ,05 Supramamer (der Gott), dcssen Abbildung. I. Th. lf4 Surate (die Stadt); ihre Lage, Nationen die FMoreycn dort haben, ihre Bewohner und ihr Handel. I. Th. ,?^?5 Sutta, die Zett nach dem Neumond. I. Th. 260 T Tadins (die), Indische Mönche. I. Th. 2,7 Caele (die), eine idealische Münze der Chi. neser, ihr Werth. II. Th. ;r Tafeln Insel (die) unter den Molukken. II. Th. i°? Tagais (die) Bewohner der Insel Lüzon. II. Th. 3? Tai, der Monat Ienner. I. Th. 255 Tai-puschon (das Fest). I. Th. 202 Takamakaholz. II. Th. ?c» Tal (der), ein Indisches Instrument. I. Th. ?4 Tali (der) was er ist. Die Beschreibung desselben. I. Th. 69 Talingasprache (die). I. Th. to8 Tamatawe auf 'Madagaskar, dessen Lage. II. Th. 46 Tamtam (der) ein Indisches Instrument. I. Th. 87 Tamuler (die), ihr Karakter und Sitten. I. Th. 2; Candrek (der kleine) von Madagaskar. II.TH. 114 Tangin (das Gift). II. Th. 54 Tanschaur; dessen Lage und Revolutionen. I. Th. i l Carran (der chinesische). II. Th. 157 .Carre (der) ein Indisches Instrument. I. Th. 88 Caube (die holländische). II. Th. >;? Tayolanda, eine Molukkische Insel, ihre Lage, II. Th. lO2 Thee (der), verschiedne Arten desselben. II. Th. 1? Tciche ( heilige ) sind bey jedem berühmten Tempel. l. Tb. »84 Tempel (die) der Chineser/ ihre Bauart. II. Th. 22 -------(die) der Indier/ ihre Bauart und Einweihung. I. Th. 182—'86 Teroton, odcrdcrWagenumzug. I. Th. »89 Thales. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. Th. 236. Thao (der), ein Pcguanisches Maß. II. Th.;? Thierkrcio; Namen der Zeichen desselben bcn den Indien?. . I. Th. 261 Thomas - Blume (die). 11. Th. 179 Tidis (die), Namen dcr Mondestage. I. Th. 258 Tiger (dcr) oder der g?lbe Fluß. II. Th. '2 Tjmor,cinMolukkischeInstl,ihreLagc.II.TH 10? TW 2QY Cirkangi, ein geheiligter Fwß. l. Th. 2^2 Tirunal (das Fest). I. TH. 133 Cirupadi (der Tempel). I. TH. 182 Cirwalur (der Tempel). I. Tb. 182 Tok (der ) ei» Getränk der Madegassen. II. Th. 52 Tredayugam/ das zweyte Wettalter. I.TH.245 Trimurti, eine Gattung von Dreyeinigkeit bey den heidnischen Indiern. I. Th. 128 Trinquebar (die Stadt), ihre Lage. I.TH. ^9 Crinqmmale aufZeylon, dessen Lage. II. Tb. 76 Trommelbaum (der). II. Th. 185 Tsthimbe (die Wanze). I. Th. iai Turteltaube (die braune Chinesische). II. Th. 1 ;8 -----------(diegraue Chinesische). II. Th. i;? -----------(die grosse Chinesische). II. Th. 1,9 -----------( die) von der Küste Malabar. II. Th. 140 -----------(die kleine) aus Queda. II. Th. 1; 8 -----------(die) von Surate. II. Tb. i?y .-----------(die graue) von Surate. II. Th. 140 -----------(die) vom Vorgebürg der guten Hoffnung. II. Tb. n? Turti (der)/ ein Indisches Instrument. I.TH.87 Cuwabarayugam, das dritte Wcltalter. I. Th. 245 Tyrunamaley (der Tempel). I. Th. «82 U Udukä, ein Indisches Instrument. I. Th. 8? Vlolon (der) zum Baumwolle kämmen I. Th. 192 Vira.ombe (der) aus Madagaskar.il. Th, 154 Vorgebürg (das) der guten Hoffnung. Dessen Boden und Produkte. II. Th. 7; —75 Vorgebürg (das) St. Maria auf Madagas, kar; dessm Lage. N. Th. 58 Unkati.tirunal (das Fest). I. Th. ,95 Urschendt, die kleine Fasten. 5 Th. 191 Usankuet / der Chinesische General, schlägt den Usurpator Lystsching. II: Th. ;i Mraschon, der Saame einer Frucht. I. Th. 215 Vulkansinsel (die) unter den Molukken, ihre "" (II. Thnl.) U' " "' w Wachtel (die grosse Chinesische). U. Th. l,z -------(die kleine) aus Gingi. II. Th. ,34 -------(die braune) aus M^dagastar. II. Th. ,;, -------(diegrosse Madagaskaristhe). II. Th. i;a Waikondon, das Paradies des Wischenu. I. Th. 1,9 Wairewcrt (der Gott), dessen Abbildung., I. Th. 154 waischenawms ( die ) , Indische Mönche. I. Th. 217 wamen (der Gott). I. Th. 1,7 wampi (der). II. Th. i8l wampu, die Chinesische Insel, ihre Lage. II. Th. 9 Warlaschimi-Noembu (das Fest) I.Th. ,92 wavron. Bedeutung dieses Wortes. I. Th. i;a warusche-.parupu(das Fest). I. Th. 190 Wasser (mineralische warme) findet man auf Madagaskar. II. Th. 60. Auf dem Vorgebürg der guten Hoffnung. 74. Auf der Insel Luzon. 9a. watapatraschai (der Gott). I. Th. 247 Wayassi/ der Monat Mai. I. Th. 255 wayu, Gott des Windes; dessen Abbildung. 1. Th. 15? Weber (der Indische), seine Art zu arbeiten. I. Th. 9a wedams (die), heilige Bücher der Indier. Ihre Anzahl, Name/ Inhalt und Geschichte. I. Th. ,75 Weders (die), ihre Lebensatt. I. Th. 51 Weihwasser wird in dem Hause eines Ver- stsrbenen ausgesprengt/ um es zu reinigen. I. Th 74 wester, die Molukkische Insel, ihre Lage. II. Tb. 105 Willier (die), ihre Lebensart. I- Th. 51 wine, ein Indisches Instrument. I. Th. 88 Wiriapambn (die Schlange); Mittel der Indier gegen ihren Biß. l. Th. 502 D d 210 lviichamarondu (das), Gebrauch und Et. genschaften desselben. I. TH. 122 tvisckmu (der Gott), seine Attributen, Ncu men und Verwandlungen. Seine Abbildung. Seine Erschaffung. I. TH. 132 —147 tvistlmg (der Indische). II. TH. 162 tViston. Seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. TH. 2; 6 N>odward. Seine Meynung über die Schö, vfung der Welt. I. TH. 236 N>oUsaamcnbaum (der Baumwollenartige). II. TH. 184 X Xakka, Gott der Japaner/ ist eben das was Wischenu. I. TH. 172 Aulla (die Inseln) unter den Molukken, ihre Lage. II. TH. 104 ^agamons (die), heilige Bücher der Inbier; ihre Zahl und Inhalt. I. TH. 177 Hamen, Gott des Todes; seine Abbildung. I. TH. ,57 Moussi, die Molukkische Insel; ihre Lage. II. TH. l«-5 Solo (die Insel) unter den Philippinen; ihre Lage und Produkte. II. TH. 95 3 Zaphe.Rakimuschi/ Name der Fürsten von Manatan auf Madagaskar. II. TH. 6i Zaphe.Raminie, Name der Fürsten von Ma-talan auf Madagaskar. II. TH. 56 Zaphe - Raniu, Name der Fürsten von Ma, natingc auf Madagaskar. II. TH. 56 Zeichen (das) der Indier, dadurch sie ihre Sekte anzeigen. I. TH. ,7. u. f. Zekinmedu, Nachfolger des Kandropa, seine Siege. Sein Brief den er an die französisch ostindische Kompagnie schrieb. II. TH. ;6 Zenit (der) der Hottentoten. II. TH. 1' 4 Zeno. Seine Meynung über Sonne, Mond und Sterne. I. TH. 157. Ueber die Schöpfung der Welt. 2;s. Zenopides, seine Meynung über die Schöpfung der Welt. I. TH. 2,6 Zeylon (die Insel), Besitzungen der Holländer darauf. II. Th.76.Produkte und Handel. 77. Zibetkatze (die) von Malakka. II. TH. uz Zimmerman (der Indische), sein Werkzeug und Manier zu arbeiten. I. TH. 83 Verbesserungen. Im I. TH. S. 91. und noch öfter kömmt die Pflanze Gengeli vor, welche orientals scher Sesam ist. Im II. TH. S. 70. Z. 2. Steinpstanzen (Märeporn) l. SternkoraUen. — S. 75. Z. l. von unten (I.XXXV. Tafel), l. I.XXXV. und I.XXXVI. Tafel. — S. 88. Z. -6. eine Art Kraut (Gänsefuß), l. Jamaikanischer Pfeffer. - S- l<->2. in den Anmerkungen Z. 9. v. unt. Pulo.Gay, l. Pulo-Gagy. — S. ,04. in b. An. Z. 2. Geram l. Ceram. ^ S. 105. in d. A. Z. ,». Lambeau, l. Lombeau. — S. lz?. nach die holländische Taube muß eingeschaltet werden. (CI. Tafel). HIT