^s"^ "/"!"!» !1, ll l,<,i,,«'l, , « '^" ^"^lse«b»!, « : ganzjHhsin ss, 15, halWhnn fi, 7 «>, Jin Lumploir: ^ Dif «llaibncksr Zrilimg» erschriitt lüsslich, mit «»«„ahme der Sonn- u»b ^eiellnn?, Di? Ndminittlniion "" ^!l!r»l>-s di« », ^ 3 ,^''"' ^'^ b" Züstrllunn i»« Hai« nninjähr!,, fl, l, — I»l„,^„, ^hji^; F^r V bssiübet sich llunnl,'«platz Vlr, 2. bis Mtdaction Val,ichu,stasir Nr, ?4, Epicchstund«'!! der RrdaNion tä«!ich uon "'»«^,. > ^Ilrn u5> l7,, glttsierr prr Z,i>c «i lr,: bri öftsron Wilbsrholimsssii prr Mls n lr, ^? 10 b^ UI>r volmiOllg«, — UnfranlirNe Brirsc wcldrn »icht angliwmms» u»b Mniiuknptc »icht zurücknestellt. Amtlicher Weil. ^lttlM,s/, '^.^^lpostolische Majestät haben laut von d,'w 3 ^utschließunss vom 2. Fcbrnar d. I. die Nintz " """schrf " D. Dr. Franz Freiherrn von Enthebung von der Stelle des »chicen ^^ Hofbau Comite's allergnädigst zu ge- ^snr/l>^i, I demselben in Anerkennnna der geleisteten I«s pN"' Dienste das Großkren des Franz- "1 Ordens huldreichst zu verleihen gernht. ^rlMsl'^k. Apostolische Majestät haben laut k'"ionsch ^ V'^""" U"n 2, Februar d. I. deu ^n dun m Ministerium des Innern Rudolf Frei- ^'Nitts äls "slv zum Präsidenten des Hofbau- «""gnädigst zu ernennen geruht. ^"höchst ""? ^ Apostolische Majestät haben mit ?^llerli^^!"^"^uete»n Diplome dem Sccrctär "' AdM? ^! ^'", Militärkanzlci Moriz Chalaupka ^lMd.s/ "" dem Prädicatc «Stcrnwall» ^^Mz" verleiheu geruht. Nichtamtlicher Hheil. ^, Die Wähle» in Ungarn. ^ si^'m^^F""" "l Ungarn hat die Schlappen, ^e'l"' ^- "nd 29. v. M. erlitten, durch die ^er m.?""lch der Wahlen in deu letzten Tagen V>M ' '^^' sle zieht nulnerisch beinahe un- b?5t iinia« tk """' H"us ein und hat uur den 5 ^'l ow^f / "^l)"c>u zu beklagen, was ja auch >l al?^'"""' Parteien der Fall ist Siild ti^bualil..., "?^"blrn infolge der stattgefundcncn >HiH ^d'l).t. so wird wohl auch in qnalita- 3""en ^ssf. ^ ^ü^" Kräfteverhältnis zwischen den > To?""'"" hergestellt sein. Wir haben vor f^tin u".?^^ 'Politisch und parlamentarisch »in H"" all's beim alten», nnd das qilt auch "Hi. " Signatur der Situation jenseits der ^l^ ^ ^"baftest seit eiuigen Tageu lvi >'ht. d. «l "u ^'' "lpoNicrt, deren Tendenz l,c> > ^" 3tem. - -l^twn des Ministeriums Szapary ^icht?'"f7«spartei in einem überaus zWeifel- ^^^^Mchenlcn n> l.ss.,, ^ hcißt, dass zwi° schcn den einzelnen Mitgliedern des Cabinets kein Ein- vernehmen mehr bestehe. Graf Julius Szapary werde vou dcu Anhängern Tisza's — welche durch die Neu- wahleu dccimiert erscheiucn — angefeindet; Handels- minister Baross hätte infolge seiner Tarifpolitit und des erhöhtcu Eisenbahnverkehres in einem Ministerrathe namhafte Mehrfordernna.cn an das Staatsbudget ge- stellt, welche mit Rücksicht anf die Vednrfnisse der Valuta-Regulicruug vom Finanzminister zurückgewiesen worden sind; Instizminister Szilagyi hätte sich durch seine scharf pointierten Korteschreisen nnd Reden die Ungnade des in politischen Dingen bekanntlich sehr maftgl-beuden adeligen Casinos in Budapest zngezogcn. Von der Regierungspartei wird ferner behauptet: sie hätte die scharf hervortretende Strömung der conserva- tive» Elemente — nämlich der Aristokraten und der Katholiken — ihre Contenance verloren, und es sei daher die Vilduug ciuer couscrvativc» Partei sehr wahrscheinlich. . . Wir registrieren hier nur die markantesten Ver- sion.'n, denen wir selbstverständlich keine praktische Be. dcntung bcimessen, weil wir sie nur als das Ergebnis von momentanen Strömungen, von oppositionellen Wünschen und Hoffnungen ansehen. Wenn die Wogen einer Wahlbcwcguug so hoch gehen, wie dies immer in Ungarn der Fall, so ist es ganz natürlich, dass sich die politische Spiegelfläche am letzten Wahltage nicht plötzlich glätten und beruhigen kann. Der Wellenschlag danert nach diesem Sturme noch eine Wrile fort, und die Wogenkämmc werfeu noch eine Zeitlang den auf- gewühlten Bodensatz ans dem vorhergegangenen Un» wetter hin und her, bis der Satz wieder zu Vodcu siukt oder vou der lcichteu Brandung an das Ufer geworfen wird. Von diesem Gesichtspunkte aus hätte man also den soeben in Budapest verbreiteten Versionen keine actuclle Vedeutuug beizulegen, ganz abgesehen davon, dass alle erwähnten Gerüchte bereits von maßgebender Seite auf das entschiedenste dementiert worden sind. Die von der Oftposition lancierten Wünsche und Hoff- nungen könnten höchstens noch den Erfolg erzielen, dass sie die hinter dcu Coulisscu der Regierungspartei vielleicht momentan anf- uud niedergehenden Strömuugen be« ruhigen, dass sie diese Partei auf die möglichen Ge- fabrcn aufmcrkfam machen und so die Reichstags« Majorität veranlassen werde, sich umso rascher zu ralliiercu uud zu couccntrieren. Diesen Zweck will natürlich die Opposition gewiss nicht erreichen; sie scheint vielmehr mit ihren sensatio- nellen Gerüchten und Beunruhigungen ein anderes Ziel zn verfolgen. Sie scheint die Absicht zu haben, die während der Wahlen erhitzten Leidenschaften an der Hand fortgesetzter Aufregungen nnd ohne Unter» brechung in das neue Haus zu übertragen, das be- kanntlich schon in zwölf Tagen wieder eröffnet wird. Die Opposition hat sich soeben mit aller Gewalt in die Stimmung eines zum mindesten moralischen Wahl» sieges hineingeredet, und iu Eriuuerung an die ver» mcintlichen Erfolge, welche sie anlässlich der monatc- langen Debatten über das Wehrgesetz uud die Ver- waltuugsreform errungen, möchte sie schon im ersten Ansturm Unordnung in die Reihen der liberalen Partei bringen und wenigstens einen Theil des Ministeriums Szapary über dcu Haufen werfen. Dazu scheiuen der Opposition die Constituiernng des Hauses, die Adress- debatte und die Verhandlungen über das diesjährige Staatsbudget die willkommenen Gelegenheiten zu sein. Diese Tendenz liegt so sehr auf der Hand. dass man nicht annehmen darf, sie könnte den maßgebenden politischen und parlamentarischen Kreisen in Budapest verborgen bleiben. Und da dürfte es weder dem Mini- sterium Szapary, noch seiner Partei — die ja mit den Abgeordneten aus Kroatien und Slavonien über eine Majorität von etwa 120 Stimmen verfügen dürfte — schwer fallen, den projectiertcn Anschlägen der Opposition wirksam zu begegnen. Es bedarf hiezu uur der Eiuigkeit, der Ruhe und selbstbewussteu Ent- schiedenheit; die Regierungspartei braucht nur aus ihren eigenen, in der letzten Hälfte der vorigen Session begangenen Unterlassungssünden ein wenig zu leruen, um die Action ihrer Gegner zu vereiteln. Gelingt es an der Hand des gutmüthigen Pechy, einen energischen Mann auf den Präsidentensih zu er- heben, gedenkt die liberale Partei, statt sich sorglos auf ihre numerische Stärke zu verlassen, bei jeder Debatte ihren Mann zu stellen, und will sie schließlich den gelegentlich des Wahlkampfes zutage getretenen Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung durch eiue kluge Taktik Rechuung tragen, dann müssen die Anklagen und chauvinistischen Forderungen der Oppo- sition sehr bald und wirkungslos verhallen. Denn wenn diese heute' über die Missbräuche bei den Wahlen klagt, so hat sie ihren guten Theil daran gehabt, und wenn sie mit der Obstruction und parlamentarischen Scandalen droht, so würde sie damit nnr die gefürch» tete Verfchärfuug der Geschäftsorduuug provocieren, die, nebenbei bemerkt, mit der jetzigen Majorität leich- ter als mit der früheren durchzusetzen wäre. Jeuilleton. "' ^iefc dcs Bischofs Baraga "' »eine Schwester «malia. Ais^°" Dcn)/^'^ ^ ersten Briefes.) «. Nnch Dcir.v^' 'ch Mit meinem Hochw. Herrn deM^t blirl,., ' '"° '"" "" 15. May eintrafen. H ",ud f n^.7' 5 Tage. Es gibt sehr viele bn? lch i,7^sch. Katholiken dori,^ Am 15,. May Ä in ^'b war '„,"??! W M-oM, nnd schönen ^ch«" frsren Mi ^ deutsche Predigt; denn daß ich bis znm letzten Mctl?s. wenn ? ""l"' den Wildeu bleiben weroe, '"h wi^' ihre S.""^l' "'it Gottes Hilfe so 3". Der mich mitten ^ nu >es GoN'' de ich nie mehr verlasseu 5'u g"b'>, NachH'^^'r Wille ist. Ich werde ^H'.^ iiber meinen Missions. ^ H^s do n' L. der franMsche Nahme l6^7ft,ch ii" "M"hr «~9 Qnadratmei en, "',zi^>. D s !' k^ N'ch'M' an seiner weißer M ^ 'st wenig bewohnt nnd 'N hur ansäßig. Die Icsnitcn haben in diesem Lande die ersten Samenkörnchcn des christlichen Glanbcns ausgestreut; allein weil nach den Iesnitcn lauge Zeit kein Priester hier war, ging der Glaube beyuahe verloren. In den letzten Jahren sind wieder einige Missio- näre Hieher gekommen; allein nur auf einige Tage jährlich, nnd so konnte nicht viel Gutes gcsche'heu; bis eudlich vor zwey Jahren ein beständiger Missionär vom Hochw. Herrn Bischof Fenwick hiehcr geschickt wnrde. Dadurch wurden jene, die schon Christen waren, nnd jene, die Christen zn werden verlangten, nngemein erfrent uud befriediget; dir meistcu von ihnen ver- sammelten sich in einen Ort. baute« da eine hölzerne Kirche und eiuc Hütte für den Priester, und anch ein Schnlhans für den Unterricht ihrer Kinder. Der Missionär aber, der eher hier war, kehrte nach Europa znrück. Außerordentlich froh und zufrieden waren daher die Wilden dieses Ortes, als der Bischof mit mir hieher kam, und den Wilden, die sich scyerlich ver- sammelt hatten, versicherte, daß er mich bey ihnen lassen wolle, und dass ich eutschlosseu bin, für immer bey ihnen zn bleiben. Ich kann es Dir nicht sagen, a/liebteste Amalia 1 welche kindliche Anhänglichkeit, nud welchen demüthigen Gehorsam diese gutcu Naturmcuscheu gegen ihren Priester haben. Sie nennen mich nir anders, als Vater, uud betrageu sich auch nie anders gegen mich, als gnte Kinder gegen ihren Vater. Wenn jemand aus dem Dorfe, iu welchem sie um die Kirche wohnen, in Geschäften wohin geht, z. B. um Baumrinden znr Bedeckung ihrer Hänser zu suchen etc., so kommt er allezeit eher zu mir. um zu melden, daß er einige Tage ausbleiben wird, und nm mir die Hand zu gcbcu. Wcun ich ihnen etwas sage, so thnn sie es genau und willig, und die Kirchenordnung, die jetzt hier eingeführt ist, beobachten sie pünctlich und genau. Es ist jetzt die Ordnung hier, daß täglich früh nm 5 Uhr Ave Maria geläutet wird (im Winter wird später geläutet wcrdcu), und bald darauf wird zur Messe geläutet, bey welcher täglich sehr Viele erscheinen; vor der Messe wird das Morgengebeth von dem Ober« Haupte dieses Stammes verrichtet. Abends beym Unter- gehen der Sonne wird wieder geläntei, man versam- melt sich wieder in der Kirche, es wird gesungen und das Abendqebcth verrichtet, uud uach dem Gebethe gebe ich ihnen täglich, wenn ich nicht anf einer Excur- sion biu. einen kathcchetischen Unterricht, dessen sie natür- licher Weise noch sehr bedürftig siud. Ich habe einen Dollmctscher, der vou ihrcr Nation ist. doch adcr sehr gnt französisch spricht (der einzige im ganzen Mis- sionsbezirke). Ich predige französisch, nnd wenn ich ein Paar Sätze gesagt habe. bleibe ich still, und der Dollmetscher, der in einiger Entfernung von mir fleht, sagt es in der Otawas-Sprache. Ich höre auch Blicht mittelst des Dollmctschers, und die armen Wilden sind sehr zufrieden; denn er ist ein vortrefflicher Christ und zugleich sehr gut unterrichtet. Sie kommen sehr gern uud häufig zur Beicht, nach dem ich ihnen dieses a». empfohlen habe, uud es vergeht fast lein Tag, oh„e daß ich einige Beichten hätte. An Sonn- und Feyertagen versammeln wir uns ! viermahl in der Kirche: Früh Morgens zum Morgen- Lllibachcr Zeiwnq Nr. 3tt. 258 8, Februar «8^ Und wenn die Opposition, wie es wenigstens den Anschein hat, ohneweiters den parlamentarischen Kampf mit rein persönlichen Mitteln — und ganz besonders argen einzelne Minister — führen sollte, so können sich wohl unvorhergesehene Zwischenfälle ergeben, doch könnten diese nur einzelne, niemals aber das Ganze, das Regime der liberalen Partei, gefährden. Es liegen also gar keine stichhaltigen Gründe vor, die bevoi> stehenden parlamentarischen Eventualitäten in Ungarn in eine andere Perspective zu rückeu, zumal sich auch in der Politik feststehende Ziffern stärker als Prophe- zeiungen, Thatsachen starker als Wünsche zu erweisen pflegen. Und darum wird, wie gesagt, in Ungarn vor- läufig parlamentarisch und politisch alles beim alten bleiben — es müsste denn sein, dass sich mit der Zeit in den Reihen der Opposition ein Systemwcchsel voll- zieht, was wir für viel wahrscheinlicher halten, als die oppositionellen Blätter in Budapest heute zuzugeben geneigt sind. Politische Ueberficht. (Der Weinbau-Ausschuss) genehmigte vorgestern den Bericht über die Anträge auf Ge- währung von Begünstigungen und Unterstützungen an- lässlich der durch die Neblaus angerichteten Schäden. (Von der Marine.) Baron Sterneck hat einen Admiralsbefehl erlassen, in welchem dem Fregatten- Capitän Wachtel von Elbenbruck, Commandanten der von der Weltreise zurückgekehrten «Scnda», namens des Allerhöchsten Dienstes für die vorzüglichen, verdienst- vollen Leistungen desselben die vollste Anerkennung ausgesprochen wird. ' (Strafgesetz-Entwurf.) Die Ausfchufsbera- thungen über den neueu Strafgesetz-Entwurf sollen demnächst wieder aufgenommen werden. Da der Re- ferent Dr. Josef Kopp sein Elaborat bereits fertiggestellt hat, so dürfte behufs beschleunigter Erledigung diefes Gegenstandes, der schon seit mehreren Sessionen auf der Tagesorduuug steht, der Strafgesetz - Ausschuss in Permanenz erklärt werden, (Reform der dirccten Steuern.) Finanz- minister Dr. Steinbach hat bei der Verhandlung über den Antrag Plener die Einbringung der auf die Reform der directeu Steuern bezüglichen Gesctzes- vorlagen für die zweite Hälfte Februar, spätestens für Anfangs März, in Aussicht gestellt. Der Fiuanzminister hat iil seiner jüngsten Rede, mit welcher er in die Debatte über das Börsesteuergesetz eiugriff, den Anlass genommen, auch der Reform der directeu Steuern Er» wähnung zu thnn und die Unterbreitung dieser Vor- lagen in der allernächsten Zeit anzukündigen. Es ist demnach die Vorlage der Steuer«Entwürfe noch vor der Vertagung des Reichsrathes zu gewärtigen. (Galizische Socialdemokraten.) Ein in Lemberg abgehaltener Parteitag der galizischeu Social- demokraten nahm den Bericht genehmigend zur Kenntnis, in welchem das terroristische Treiben des Arbeiter- Proletariats perhorrcfciert uud zugleich versichert wird, dass, Dank der Aufklärung der Massen, die Social- demokratie zu vcrabschcuuugswürdigeu Schreckensthatcn sich nicht mehr verleiten lassen werde. Das verhetzende Treiben der Antisemiten, so heißt es in dem Berichte weiter, müsse ebenfalls entschieden missbilligt werden. (Club der Vereiuigten Liuken.) Der Club der Vereinigten deutscheu Linken führte Freitag eine leb- hafte Debatte über die Donau-Dampfschiffahrts-Vorlage. Die meisten Redner hoben hervor, dass die Vorlage in ihrer gegenwärtigen Form unannehmbar sei. Abg, Dr. Sueß beantragte, die Vorlage abzulehnen und die Ne- giernng aufzufordern, dass sie wegen Verstaatlichnng des Donau-Dampfschiffahrts-Unternehmens ehestens die geeigneten Schritte einleite. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Sueß, für welchen sich 16 Abgeordnete er- hoben, abgelehnt; dagegen wurde beschlossen, in der Specialdcbatte mehrere Ämendements einzubringen und im Falle der Ablehnung derselben in dritter Lesung gegen die Vorlage zu stimmen. Diesen Standpunkt wird im Plenum der Abg. Beer vertreten. (Aus D e u't s ch l a u d.) Die Budget-Commissiou des dcutscheu Reichstages beschäftigte sich vorgestern mit dem Erlasse des Feldmarschalls Prinzen Georg von Sachsen in Angelegenheit von Soldaten-Misshand- lnngen und nahm eine von den Conservative»! und dem Centrum gestellte Resolution an, welche für eine ausgedehntere Ocffeutlichkeit des Militär-Strafverfahrens und die Erleichternng des Veschwerdewesens eintritt. Ein Antrag der freisinnigen Partei auf vollstäudige Aenderuug des Strafverfahrens wurde abgelehnt. (In Rumänien) gestaltet sich die Wahl- campagne für die Confervativen von Tag zu Tag gün- stiger, und alle Anzeichen lassen auf eiueu großen Er- folg dieser Partei schließen. Die Wählerversammlnugcn zeigen, wie gering der Anhang der beiden oppositionellen Gruppen ist. Während die Wortführer die Elite der Wählerschaft um sich schare», verfügt die oppositionelle Coalition nur über eine spärliche Zuhörerschaft Noch nie hat in Bnkarest eine so zahlreiche Versammlung stattgefunden, wie jene der Conservative« vom vorletzten Sonntag. (Großbritannien.) Die englische Negierung will letzt die irische Frage energisch in Behandlnng nehmen, und zwar wird, wie «St.mdard» meldet, der Führer des Unterhauses, Mr. Valfour, deu Abgeord- neten sofort nach ihrem Zusammentritte die jetzt in allen Einzelheiten fertiggestellte irische Ortsverwaltuugsbill vorlegeu. Mr. Balfour wird jedoch die zweite Lesung der Bill erst einige Wochen später vornehmen, (Das norwegische Storthing) wurde am 4. d. M. eröffnet, und die Frage wegen der Union mit Schweden dürfte sogleich zur Verhandluug gc« langen, da die radicale Linke eine Vorlage über Eiu» führuug einer neuen norwegischen Flagge ohne das Unionszeichen vorschlagen wird. Das Ministerium Steen hat versprochen, eine solche Vorlage zur Sanction zn empfehlen. (Ans Spanien.) In Palancia griffen Eisen- bahnarbeiter das Directious-Gcbäude au uud misshan- delten Vorgesetzte. Man holte Gendarmerie herbei, die gegen die Excedenten einschritt, uud es kam zu einem heftigen Handgemenge, bei welchem eine größere Anzahl voll Personen verwundet wurde. Viele Arbeiter wurden verhaftet. (Der Emir von Buchara) stellte dem rus- sischeu Throufolger für die Nothleidenden 100.000 Nnbel als Beweis der Ergebenheit dem russifchen Throne zur Verfüguug. (Im deutfchen Neichstage) wurde Freitag der von der conservative» Partei eingebrachte Entwurf eines Heimstättengesetzes nach der erstell Lesnng einem Ansschnsse voil 21 Mitgliedern zur weitereu Berathung überwiesen. Tagesneuigleiten. Te. Majestät der Kaiser haben, wie ^ «Bote für Tirol und Vorarlberg, meldet, der ^ mcinde Arno in Tirol zum Erweiterungsbau " Schule 100 fl. und dem Curaten zu Bollune zul ^ schaffung von Kirchenparamenten 80 fl. zu sM geruht. — (Probefahrt eines neuen Kriegs schiff es.) Aus Pola vom 2. d. M. wird berB^ Nach Ausbesserung der an der Steuerluaschine ". gekommenen Havarie erfolgte am AI. Jänner cm? ^ stündige Probefahrt des Thurmschiffes «Kaiserin M'sab"'' bei welcher eiue Maximalgeschlviudigkeit vou ^'^^, in der Stunde erreicht wurde. Die mittlere Gcschwi^ kcit, welche durch sechs Stunden eingehalten wurde, bw" 18-4 Knoten. Diese fiel in jeder Hinsicht schr znf"e°t stellend aus. Dieser Schiffsprobefahrt wohnten von Zelte ^tndiliincinto wcnius) ^1>I<'«tinO die technischen ^'^ ^ und Bauleiter uud von Seite der Kriegsmarine a>^ der technischen Commission auch Herr Erzherzog K" Stephan bei. Die Probefahrten der «K^ Elisabeth» werden nun auf den ganzen Monat WN ausgedehnt. z — (Aberglaube.) Der auch in England"" eingewurzelte Aberglaube treibt anlässlich des T"^s , Herzogs vou Clarence wieder recht herrliche M Edgar Allan Po«, der amerikanische Schriftsteller,^ zählt in einer Novelle, dass einmal iu einer großen ^ .^ zum Erstaunen und Schrecken der Einwohner die ^ vom Nathhcmsthurlnc statt zwölf dreizehn geschlagen? Jetzt berichten durchaus ernst zu nehmende englische M ' dass in der Nacht vom 14. zum 15. November l" — um Mitternacht — die Mitglieder eines P"l't'^ Clubs, der in der Nähe des Parlameulsclebäiides ^ London seine Sitzungen hält, ganz entsetzt z"san"' fuhren, als die Uhr vom Westminster, die gewöhnlich ^, Äcu genannt wird, die Viertelstunden iu demselben >^ lichcu Zeitmaße augab als die Stuuden, um s^ ^« ganz wie Po<;'s Glocke dreizehn zu schlage,,. Das ll"»^. bare Ereignis wurde lebhaft besprochen, da der A ». aberglaube fest davon überzeugt ist, dass, wem, die ^ miuster.Uhr dreizehn Schläge thut, vor Ablauf vo" ^ Monaten eiuem Mitgliedc des Königshauses ein U"^ zustoßeu müsse. Zwei Mouate später ist der Hc^ ^ Clareuce gestorben. Pas Sonderbarste bei dein 3W^ ist, dass politische Männer, nicht etwa alte Weiber, Schläge gezählt haben wollen! ^ — (Eine Familientra a. ödie.) Im M< gässcheu iu Madrid wohnte der Maurer Aug/l ^^ ^ eiu wahrer Taugenichts, mit seiuer Gattin und em. Tochter Antonia. Mutter uud Tochter mussien den ^ Tag arbeite,,, um de„ Familienvater zu ernähren, ^ ^ dafür fleißig prügelte. Neulich hatte er wieder ^ ^ uud Tochter so in der Arbeit, dass die Nachb"^ Polizei herbeiholten, die deu Taugenichts verhaftete- ^ schon eine Viertelstunde nachher begaben sich Mulles Tochter zur Polizei uud baten um die Freilasslü'3 ^l Familienoberhauptes, die iu der That erfolgte. ^ «>>! Nacht darauf warf sich der racheschnaubcndc Eheg" ^ einer Hacke auf Gattiu uud Tochter und massacriel ^ selben förmlich. Hierauf stürzte er sich auf die ^ hiuab uud blieb dort todt liegeu. A — (Verhaftung eines Grases) j!' Wiener Polizei verhaftete deu Grafen Eugen P ^ und lieferte ihu dem Laudesgcrichte ein. ^e <,l< Grafen, der zu Verona geboreu wurde, 34 I"y^ gebethe, um 10 Uhr zur Hochmesse, Nachmittags nm 3 Uhr zur Vesper uud Christenlehre und Abends zum Abendgebethe. Es ist ungemein tröstlich lind erfreulich für mich, hier zu seyn. Die Bekehrung der heidnischeil Wilden, die hier herum wohnen, sind so hänfig, daß in der kurzen Zeit von zwey Monathen und ein Paar Tagen, als ich hier bin, scholl siebenzig Wilde, theils Kinder, theils Erwachsene (uuter denen sich auch ehr- würdige Greise von 60 — 70 Jahren befinden), das hl. Sacrament der Taufe empfangeu habeil. Ich mache mit meinem Dollmetscher von Zeit zu Zeit Excursioueu im Lande, und wo ich eine Hütte antreffe, gehe ich hinein. In mancher Hütte finde ich lauter Christen, iu maucher lauter Heideu, uud iu einigen sind sie gemischt. Wo ich Heiden finde, bemühe ich mich, ihnen die Nützlichkeit und Nothwendigkeit der christlichen Religion, die Gott Selbst nns gelehrt hat, zu zeigen; und ich habe sehr oft den freudigen Trost, zu fehen, wie tief das Wort Gottes in die Herzen dieser armen Wilden eingreift; uud wie sie sich ent- schließen, eine Religion anzuuehmen, die sie zeitlich und ewig glücklich machcu kauu. Ich sorge dann dafür, daß sie von andern, die schon bekehrt sind uud nahe bey ihnen wohnen, in deu Anfangsgründen der christlichen Lehre unterrichtet werden, und dann werden sie feyer- lich in der Kirche getauft. Ich kann es Dir nicht ausdrücken, meine geliebteste Amalia! mit welcher Herzensfreude und dankbarer Rüh- rung ich uenbekehrte Heiden taufe, befouders wenn mehrere auf einmahl zur Taufe erscheinen. Einen Tag habe ich 7, und am 12. July (o glücklicher, unvergeß- licher Tag!) habe ich 11 Heiden auf ciumahl getauft. Die Heiden in diesem Lande sind wahre Heiden und förmliche Götzeudieuer. Sie bethen nicht nnr Sonne uud Mond an, fondern sie haben eigene Hallsgötzen, denen sie fcyerliche Opfer verrichten, nnd sie sind voll abgöttischen Aberglaubens. Sie haben ganze Säcke voll abgöttischer Sachen aller Art, die sie bey ihren Opfern und andern abgöttischen Ceremonien gebraucheil. Wenn sich ein Heide, der einen solchen Sack be- sitzt, bekehrt, so bringt er den ganzen Sack dem Mis- sionär zmn verbrennen. Erst unlängst habe ich einen solchen Sack voll abergläubischer Sachen vor nnserer Kirche verbrennen lassen. Ich huffe, daß der Herr der Heerscharen. Der allein augebethet werdeil will, mit vielem Wohlgefallen folche Brandoftfcr aufnimmt. Ich habe nenlich diese Sache ein wenig durchgesehen, und habe illlter andern zwey kleine Flügel vou eiuem sehr schönen Vogel darunter gefunden; ich rupfte einige Federn aus diesen Flügeln lind schicke sie Dir als ein Andenken an deu Triumph der Lehre Jesu in dein Orte, wo sich Dein überglücklicher Bruder mitten uuter deu Wilden befindet. Der Heide, der mir dicscu Sack brachte, ist einer der Häuptlinge der Otawas-Nation. Ich hoffe, daß seine Aufsehen erregende Äekehruug viele nach sich ziehen wird. Gott sey tausendmahl'gelobt und gepriesen für alles Gute. das Er hier gefchehen läßt! Unsere Kirche, das Schulhaus und mein Wohn- hans ist alles von Holz. mit Baumrinden gedeckt; das alles haben die Wilden allein gemacht, Du ka'M ^ß einbilden, wie es aussehen mag. Wenn es "g^ iL ich meinen Mantel über meinen Tisch, auf ^ >>< meine Bücher uud Papiere habe, ausbreiten, ^ vor eiuer Ueberfchwemmnng zu sichern; über n>e ^< spauue ich meiu Parapluie aus, und ich s^ st^ mich, so gut ich kaun, in einem Winkel »leine» ^> mcrchcns, wo es am wenigsten tropft; defsen llW ^ bin ich doch glücklicher in meinem KammcrHl ^ alle enropäischcn Kaiser und Könige iu >^^ ^ praugeudcu Pattästeu. Unsere Kirche ist zw" /F rämuig, sie könnte 4(X) Personen fafsen; ich l)W ^ daß sie uns bald zu klein werdeil wird- ^?M,o^ Kirche habe ich noch zwey Filialen in meim'M ^ ,« ^ > bezirke, die ich hänfig besuche. Eine von ihm'" ^.F. merkwürdig; sie ist nicht nnr mit Baumrinden .^ sondern anch die vier Wände sind aus lauter Baumrinde» gemacht. <, A Die Sprache der Wilden ist äußerst scyH « unregelmäßig. Ich stndire sie sehr stcißlg > " ,,F. mir, mit Hilfe- meines Dollmetfchers eiuc ^ ^ei^ uud eiu Wörterbuch, welches ich entgegen "' .^ !^, lerne. Ich bearbeite auch einen Katechism"» ^F, Sprache der Wilden, und der Herr ViMHis hat mir fest versprochen, daß er diesen Katc") .F Cincinnati will drncken lassen. Ill diesem "" ^ kommen auch alle nothwendigen Gcbethe '" <^>?< so daß er zugleich eiu Gebethbuch scyu nuro- .^ ^ uun bald 3 Bogen voll diesem Werkcheu '"^, " ganze dürfte sich auf 18 — 20 Bogen bela"' ^^rZeituny ,lr. 30. <-z59 8. Februar 1892. Bllm„?"?"'6 Privatier ist, liegt die Anzeige eines in Ungarn vor, der sich um 38.000 als Da?^^'^ "achtet. Der Gras soll diese Summe er beiWiv V"" ^ Motivierung aufgenommen haben, Galit. , ^ "^ Anzahlung auf Waldungen, die er in nickt,l-^ ^e- Da diese Angabe den Thatsachen voraeno ' ^^' '""^ bie Verhaftung des Grafen Got^/3^""^"ds" Feuerbestattung zn sendst^ r ^-Iä'wer d. I. hat in Gotha die tan- Versr.« ^'^"""k! stattgefnnden. Der Gebrauch des be.5''"'Rosens, der nun auch in Hamburg nnd "«st r?^''^ührt ist, hat sich von Jahr zu Jahr Jahre i«o ^ ^" ^^ landen in Gotha nnr 18, im w Iabr. i «^ ^Zegen 102 Feuerbestattungen statt, bestatt?, « ^°" ^^^- U"ter den 1000 durch Feuer ferner 97 ?"' """" 657 männliche, 316 weibliche, bestall,.,. b"' ^^'^ deichen wurden behnfs Feuer- Gattung von auswärts nach Gotha gebracht. Piacen^ ^""°^er Schnee.) Wie aus Bardi bei Woche d ^^" wird, ^t es dort iu der vergangenen dass der A ^ achwndvierzig Stunden geschneit, so Vevöller,, ^'^"^ lag. Znm großen Erstaunen der lag aa.. 5^" ^" Schnee, der auf den nahen Bergen sich "^ 'Aarz. Bei näherer Untersuchung zeigte es Hwanen?> V Oberfläche mit Myriaden von kleinen Veiin N, ^"'"^« bedeckt war, die den Erdflöhen glichen. - ?U s des Insectes war dasselbe sogleich todt. Krz°n c/„7"'"dlung ^" Zigeunern.) Erz- den Wt ^^" Zigeunerpoeten Franz Sztojla die auf ^'«^^ Zigeunerfamilien zusammenzubringen, Fiedel °", """kuter Puszta im Trader Comitate an« Lilien?!" ^"' Sztojka versprach, vierzig ehrliche sich. dass ^"Mschaffen, doch znr Vorsicht bedang er Hühner n^'!u^^ ^"^' '""'" sie in den ersten Wochen ihnen sch,u .. "s^ sohlen sollten, nicht bestrafe, da es iu lasse« ^"^ s°^"^ """ ^en alten Gewohnheiten die« ^s,?.^llanini's Geige,) Diesertagc ist. wie ^li>'dlich lv - "'""l z" geschehen pflegt, die in Genua """men " ? ^aganini's ans dem Glasschrankc ge- ^hrt w? "' '" welchem sie inl Raihhansc auf- ^rtdollc,. <>' /"^ ^" berühmte Sivori hat auf dem ^33^^"""^ ""ige Sonaten e^ecntiert. Auf den ^ ^ !^"dt man bekanntlich die Geige vor Schaden, beniiht lieü '""^' '""'" '"°" I" allzulauge un- starb ^,/^in Achtundvierziger.) In Stockeran Josef E """gen Tagen der pensionierte Nevierförstcr ?>h»lnd.','/?/'" ^ ^bensjahre. Mehr als ein halbes ^tdo ^ ^^ Verblichene im Dienste des Fürsten ""er h^ ^"") war, als 1848 der Kriegsrnf ertönte, '"" °ls Ti^ , ^ "" die italienische Grenze eilten, iu lciinpf^, ^"' ^nndesvertheidiger für Kaiser uud Reich ^^>äft^"'^^""ll einer Fälscherbande.) ? ^erba,^ '" Mailand entdeckte eine weitverzweigte ^ zahlr^ c verhaftete drei Personen, welche be« s °n> Es , ^^ Fünfzig-Lire-Noten ansgegeben '^"estriert. " ^" ^"""" 2ire falscher Vanlnoten Ein neuer See. d^ilste !!!- .Bildung eines neuen Sees in der Colo« «^^iiste s!.. ^tzt einiges Nähere bekannt. Das Becken ^^^egtliordwestlich von der Stelle, wo der Eoloradofluss in den äußersten Zipfel des californischen Meerbusens mündet; es wird nach Nordostcn und Süd- wcsten von nicht hohen, aber dürren und zerrissenen Berg- zügen eingeschlossen. Visher galt es für die schlimmste der nordameritanischen Wüsten; Tagcstemperaturen bis zn ^» ^""^.«"^ küi.^Iimik^ciwm. l^m <>5' k^?''^ ^wn. Xil'.-^.m.^o m<1i!.. <1> ^i^i^ ''.^.'^ l'lnml^on ulx^lii ^m«. l,i. ""' kan! ;, '"'^'«Iiinanx. k-mmLNl nil,„5llmaii8 m.^n- Nü.." siebst z^l>M"^". ttatiulHkixin«! ^ns"diescr K^ langen und schwer zu merkenden uK'Mion d7r S°' ""d kannst auch die sonderbare bemerken, wo man oft viele '""b' um 'twas auszudrücken, "b n/st, kl 57 ?""z'" Drache, was äußerst w "iir?M weich/si.'"'' '' kein r und kein ,.. Und leiten,"""teu S^" '^" N""^" Bilduuq von allcn iu l '^ A"), aller Schwierig . 9 u,."Mg H'bt "n Englischen predigen könnte, 'ch tzi " bitte ick n-. »vie^ Mirich,, 7^1, liebe Amalia! berichte, was 'lst d '5'Kt; dm.7^' nach Ober- und Unterkrain, auch, schickem^ ^ös^oße,, illnn^ ^'fluna. "'"> Hunderte von °" zi ? widern (m.Hihr von der a? ^7N. großes 1 -' "" auch einige Hunderte ' ich I^lden "'n, "1s'"a.enen NoseulrauzkreuM ^' keine ^"l"nzl>eeren findet man hier, Unendlich bitte ich Dich, bethe für mich alle Tage mit Deinen Kindern, wie Dn mir versprochen hast, daß Gott meine Bemühungen segnen, nnd meiner Mis- sion einen gnten Fortgang verleihen wolle. Ich grüße herzlich Deinen guten Mann, Deine lieben Kinder, meine geliebteste Antonia, und alle meine lieben An- gehörigen nnd Bekannten. Mit aller Liebe Dein Dich ewig liebender Vruder Friedrich Baraga m. f». N. S. In der Schnle. die ich hier halte, habe ich qegen 40 Kinder, theils Knaben, theils Mädchen, von denen einige sehr talentirt sind, mein Dolmetscher unterrichtet sie im Lesen (einstweilen nach französischen ÄVC-Äüchern), nnd ich trage ihnen mittelst des Dol- metschers den Katechismus vor, den sie vortrefflich be- greifen und behalten. Die Knaben werden auch im Schreiben und Rechnen unterrichtet. Nachtrag. Die Absendung dieses Schreibens hat sich, wegen Mangel an Gelegenheit, etwas verzögert. Während dieser Zeit haben' wieder sechzehn Wilde (unter denen sich nur 3 kleine Kinder befinden, die übrigen sind lauter Erwachsene) das hl. Sacrament der Taufe empfangen, so dass ich jetzt bereits 8ti in meinem Taufregister habe. Und ich habe noch sehr viele Cathe« emnenen, die sich znm Empfange der hl. Taufe vor. bereiten, nnd so hoffe ich, mit Hilfe Voltes, bald wieder eine beträchtliche Anzahl verlorener Schafe in den Schaf- stall des gnten Hirten eingehen zu sehen, dem Ehre nnd Lob sey in alle Ewigkeit. Flusslaufes ist offenbar jetzt im Gange oder schon voll- zogen; doch fehlen noch bestimmte Angaben über ihre Einzelheiten. Der Umstand, dass das Wasser im mittlern Necken zuerst als Grundwasfer erschien, hat unter den wenigen Bewohnern des Wüstengebietes zur Bildung von allerlei Sagen Anlass gegeben; die einen wollten eine unterirdische Verbindung mit dem Meere, die andern gar eine solche mit dem großen Salzsee von Utah annehmen, aber das Wasser des neue» Sees ist süß und darum kaun es nur aus dem benachbarten Flusse stammen. Seine Zukunft lässt sich aus der Vergangenheit erschließen. Der See wird sich halten, so lange der Coloradofluss ihn speist, ändert dieser seinen Lauf aufs neue — und dass das über kurz oder lang geschehe, ist zu erwarten — so beginnt der See einzutrocknen. Der jährliche Regenfall am unteren Colorado be- trägt etwa 8 Centimeter, die Verdunstungshöhe dagegen erreicht in der niedrigen Lage den kolossalen Wert von 2 5 Meter; die Wassertiefe nimmt also jährlich um mehr als 2 Meter ab, der See wird kleiner und kleiner; da das Salz nicht mit verdunstet, wird er zugleich salzig und salziger, bildet erst ein «todtes Meer», dann einen Salz» sumpf und zuletzt eine < Alkaliwüste», wie in den letzten Jahrzehnten, bis ein neuer Einbruch des Flusswassers ihn wieder süllt. Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Das Wert der Kronprinzessin- Witwe,) Das bereits erwähnte und im Verlage des Hof« und Kammerbuchhändlers Adolf W. Mnast in Wien erscheinende Wert der Frau Kronprinzessin-Witwe Ste- fanie wird den Titel «Lacroma» führen und reich mit Illustrationen versehen sein — (DerSteueranlragPlener.) Der Steuer- ausschuss sehte Samstag abends die Debatte über den Antrag Plener auf Aushebung des außerordentlichen Zu- schlages zur Erwerbsteuer der untersten Kategorie sort. Referent Dr. Groß beantragte die Annahme des An- trages Plener. Auf Antrag des Abg. Abrahamowicz wurde jedoch mit 8 gegeu 6 Stimmen beschlossen, die ganze Verhandlung zu reassumieren, worauf Abg. Abra- hamuwicz den Antrag stellte, es sei der Antrag in der Weise zu erledigen, dass die Regierung zur baldigen Vor- lage der neuen Slenerreformentwürfe aufgefordert werden soll. Nach längerer Debatte wurde zwar dieser Antrag mit 8 gegen 6 Stimmen verworfen, allein mit demselben Stimmenverhältnisse wurde auch der Antrag Plener selbst abgelehnt, woraus Dr. Groß das Referat niederlegte. Damit ist nun gegenwärtig gar lein Beschluss zustande gekommen, nnd es wird deshalb der Steuerausschuss zu einer neuer- lichen Verhandlung des Gegenstandes zusammentreten. * (Sloven is ch es Theater.) Der gestrige Abend brachte dem Publicum endlich durch die Aufführung der Operette «Mannschaft an Bord» von I. V. Zajc eine in dieser Saison so sehr ersehnte Novität. Allerdings ist diese Operette nur für die slovenische Bühne neu, auf den dentschen Bühnen war sie hingegen ein seinerzeit sehr häufig gegebenes und beliebtes Repertoirestück. I. v, Zajc, gegenwärtig der gefeierteste kroatische Nationalcompositeur, hat außer vielen Messen, Liedern, auch hier bekannten Chorsachen und Instrumentalstücken nicht weniger als 20 Bühnenwerle smeist einactige Operetten) componiert, von denen sich «Mannschaft an Bord», «Der Schuss von Pottenstein' und allenfalls noch «Die Hexe von Voissy» auf dem Repertoire erhalten haben. Der Cultus, welcher in Agram mit der troat. Nationaloper «Nikola Oubic Zrinjsti» in übcrschwänglicher Weise getrieben wird, ist wohl in erster Linie nationaler Begeisterung zuzuschreiben, obgleich manche Nummeru derselben sich auch danernd erhalten werden, Zajc, ein Schüler des Mailänder Conservatoriums (1850 bis 1856) unter Lauro Rossi, hat entschiedenes Talent für die dramatische Richtung. Allerdiugs ist sein Hauptfeld die Operette, in der er mit seinen leichten, ge- fälligen Melodien italienischen Stiles, welch letzteren er auch in seinen Liedern nicht verleugnet, Anerkennenswertes leistet. Die Operette «Mannschaft an Bord> birgt denn auch eine Fülle angenehmer, leichtfliehender Melodien, von denen einige sich besonderer Popnlarität erfreuten. Die Mache derselben, mit der seichten Ixstrumentierung, homophonen Stimmführung der Chöre, Cowratur der Solistinnen verräth einerseits den Eklektiker Ofsen- bachs, anderseits die italienische Schule. Es sällt uns hiebei nicht bei, ein abfälliges Urtheil über den anerkannten Componisten zn fällen, denn dic Operette ist ja an und für sich eine bedanernswerte Ausgeburt des Geschmacks unseres Jahrhunderts, welche die wahren In- leressen der Knnst umsomehr schädigt, als sie dem schlech- ten Geschmacke der Menge zugleich huldigt und ihn immer mehr verflacht. Die Aufführung der Operette war eine im ganzen befriedigende, der Chor, der übrigens mit seiner homophonen Stiinmführnng keine schwierige Leistung hat, war gnt studiert, sang und spielte anerleimeliswert. Eine vorzügliche gesangliche Leistung bot Fräulein Danes, indem sie insbesondere mit ihrer perlenden Coloratur und eiuem prächtigen Triller brillierte; von dem agilen Spiele lässt sich ebenfalls nur das beste sagen, so dass der reiche Beifall vollkommen begründet war, Herrn