^/M^ ^ Denkbuch der Unteethanstreue Für den krainischen historischen Verein herausgegeben von .^ ^!»'r,!!!S Tl^rct^ir lüid Ocschciftslritsr, »virkl. und corr>'sp '.lliilglild M mehrerer gclehrtru Glft lischt ft«'» del Untcrthanstrcuc im Herzogthume Krain. Für den snliillischl'll ljijilirijchl'll Herein herausgegeben von Vereins-Sccrctär und Ocschäftölcitcr, wirfl. und forrcsp. Wtglisd Vaibach. «83». Druck uou Ign. u. Kleinmayr sc Fedor Vamberg. W eliie dmNnig!" (1. Pctr. 2, 3.) n dem überzeugenden Gefühle, daß der historische Verein sir ^Krain verpflichtet ist, für die Ueberlieferung der Begebnisse '!des inneren und äußeren Lebens des Herzogthums Krain an die Nachwelt durch alle dem Zwecke entsprechenden und in den ^ Vercinskräften liegenden Mittel auf das Thätigste zu wirken, kann U der Verein kein wichtiges historisches Moment vorübergehen lassen, ^ ohne demselben die verdiente Würdigung und den geziemenden Platz in den Blättern für Landcsgeschichte anzuweisen, und dasselbe in möglichst klarer und getreuer Darstellung der spätern Nachwelt zu übermitteln. Je wichtiger, einflußreicher das Begebnis;, je allge-) meiner die Theilnahme der Landcsbevö'lkerung an demselben ist; desto höher stellt sich die Anforderung an den Historiker, der berufen ist, dasselbe als getreues Bild der Zeitgeschichte wiederzugeben. Begeistert aber ergreift er die Feder, wenn es ihm vergönnt ist, den Ausdruck treuer Anhänglichkeit und Liebe eines Volkes zu seinem Herrscher zu schildern; wenn er die gleichen Gefühle in den Palästen der Reichen wie in den Hütten der Armuth, in allen Schichten und Kreisen der Bevölkerung lebendig erglühen sieht; wenn er im edlen Wettstreit Stadt und Dorf, Gelehrte und Bürger, den Krieger und den Landmann dahin streben sicht, den ungeheuchelten, tiefempfundenen Gefühlen Worte zu geben, und sie an Denjenigen zu richten, den es als seinen Schirm und Hort, seinen Herrn, seinen Landcsvater treu und redlich ehrt und liebt. Dies; ist das schönste, das erhabenste Bild, welches uns die »Lehrerin der Völker« vorhält zum ehrenden Denkmal für Fürst und Volk, zum nachahmungswürdigen Beispiele für die spätesten Zeiten! 1 2 Mehr als sechs Jahrhunderte sind seit jener Zeit verflossen, als Theile des heutigen Krain — dieses drittältesten Kronlandes der Monarchie — unter Oesterreich's milden Zepter gelangten, und eben so viele Jahrhunderte geben das ehrende Zeugniß treuer, unwandelbarer Anhänglichkeit der Krain er an ihre gütigen Herrscher. Wie glücklich fühlt sich daher der Geschichtschreiber, der Jahrhunderte vor des Lesers Seele in lebendigem Bilde vorführt, wenn er bei den verschiedenen Wcchselfallcn dieses Landes stets die Eine belebende und erhebende Idee, »inniges Festhalten an Habsburgs glorreiche Herrscher," als den Beweggrund und das Endziel hinstellet. In heiteren wic in trüben Tagen, ob innere Gefahr oder äußere Feinde drängten: stets blieb Krain eine feste Stütze des Thrones, stets schaarten sich Krain's wackere Söhne um Habs-burgs siegreiches Banner, brachten Gut und Blut auf den Altar des Vaterlandes, und die Geschichte beweiset es durch manche glanzende That, daß Krain's Stolz immer^ wahrend darin lag und noch liegt, durch treue Anhänglichkeit an Oesterreich's Herrscherhaus sich hervorzuthun. Es wäre zu weitläufig, an diesem Platze die vielen wichtigen Momente hervorzuheben, in denen Krain von den Zeiten des Erlauchten Ahnherrn unseres geliebten Herrscherhauses bis auf unsere Tage die herrlichsten Beweise von Vaterlandsliebe und Unterthcmstrcue lieferte. Wenn Selbstsucht und Hochmuthsdünkel der Verführung Künste wohlberechnet entfalteten, und hie und da im großen Reiche Manchen zum Wanken brachten, — Krain wankte nicht! Wenn äußere Feinde siegend vordrangen, und durch schimmernde Vorspiegelungen oder durch harte Drohungen die Treue an Oesterreich's Herrscher zu erschüttern sich Mühe gaben, — Krain wankte nicht! Wenn Begriffsverwirrung und schaler Doctrinä'rismus in hochbeinigen Phrasen eine neue Zett ausposaunten, und der Gesellschaft Stützen durch die feinsten Künste erschüttern wollten, — Krain wankte nicht! Nur Eine Seele lebt, nur Ein Herz schlägt im Lande Krain, — und dieses Herz schlagt für Habsburgs gütige Herrscher, diese Seele lebt für Oesterreich s Kaiser Franz Josef! Wer vermöchte aber die erschütternde Bestürzung, die innigste Theilnahme des Landes zu schildern, die wie mit Einem elettrischen Schlage die Herzen der Krain er durchzitterte, als die Nachricht von dem an der geheiligten Person des geliebten Monarchen verübten fluchwürdigen Attentate sich verbreitete. Schwer schreibt es sich in einer Zeit der tiefsten Ergriffenheit, in Tagen, wo der Mordstahl, gegen Oesterreich's Hort gewendet, nicht auf Ein, sondern auf Millionen Herzen gerichtet war. Und doch, als wollte der Himmel dem tiefsten Kummer den einzigen Balsam, dem Todesengel den entwaffnenden Genius der Rettung beifügen, — die wunderbare Erhaltung des allge-licbtcn Monarchen erhebt die Brust zu neuem, nie gekannten Jubel, zum innigsten Danke 3 gegen die Vorsehung. Jeder Gedanke ist ein Gebet, jeder Herzschlag verkündet das selige Hochgefühl bei der Kunde: Unser Aller Vater lebt, cr lebt durch des Himmels sichtbaren Schutz, er lebt für das Wohl seiner Ihm treuergebenen Völker! Aber wie ticftrg'.eifend war die Schreckensnachricht! Zahlreiche Gruppen umstanden mit sichtlicher Rührung die Placate, welche der Herr Statthalter in Krain, Gustav Graf v. Chorinsky, am Morgen des 19. Februar anschlagen liest, und welche nachstehende telegraphische Depesche enthielten: OekWHöche DlM'Iie Er. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Krain. Wien, !8. Februar. »Ein schändliches Attentat ist so eben auf die Allerhöchste Person Seiner Majestät verübt worden. Seine Majestät wurden heute um halb 1 Uhr, während eines Spazierganges auf der Bastei nächst dem Kärntnerthor, von einem Individuum meuchlerisch von rückwärts angefallen, und mit einem Küchenmesser in der Gegend des Hinterhauptes verwundet. Die Wunde ist nach dem Aus^ spruche der Aerzte nicht gefährlich. Der Mörder wurde auf der That von dem Seine Majestät begleitenden Flügel-Adjutanten ergriffen. Die Stadt ist in der größten Entrüstung über dieses Attentat; alle Classen legen die tiefste Theilnahme an den Tag. Die Ruhe ist nicht im Mindesten gestört.« Um dem Allmächtigen die lebhaftesten Dankgefühle für den Schutz und die wunderbare Rettung, so wie die heißesten Wünsche für die baldige vollkommene Herstellung des allgelicbten Landesvaters im inbrünstigen Gebete darzubringen, wurde um Itt Uhr Vormittags in der Laibacher Domkirche von Sr. Excellenz, dem hochwürdigsten Herrn Fürstbischöfe Anton Alois Wolf, cm feierliches Hochamt abgehalten, bei welchem sich sämmtliche Civil- und Militär-Autoritäten, so wie eine zahlreiche Menge der Bevölkerung eingefunden hatten, und dessen Haupthandlungen durch Dechargen des vor der Kirche aufgestellten Bataillons des k. k. Infanterie-Regimentes Ferdinand von Estc und der Kanonen am Castellberge bezeichnet wurden. Tiefgefühlter Dank für die Erhaltung und heißes Flehen um des Himmels Segen stiegen empor zum Herrn der Welten. Erhebend wie ihre Anoacht war der Anblick der dichtgedrängten Menge der Andächtigen, die alle Räume des weiten Gotteshauses einnahmen. 1* 4 Die finsteren Werke des Vcrrathes erbleichen vor dem Lichte des Rechtes und der Wahrheit; unvergänglich aber wird der Ruhm Franz Josef I. sein, der mit der ersten That Seiner jugendlichen Herrscherhand vollbrachte, was so vielen Seiner großen Vorfahren nicht gelungen — die Einheit, als die Grundlage der Macht und Größe eines glücklichen Grosi-Oesterreich, und Sein kostbares Blut, das durch verruchte Hand vergossen wurde, wird ein gesegneter Same aufgehen in den Herzen von Millionen treuer Unterthanen und reiche Früchte bringen an Liebe und Dankbarkeit! Aufjauchzend blicken wir in die Zukunft und rufen begeistert aus: Hoch Oesterreich und seinem Kaiser! Nehmt doch Alles, wie es ist, Nicht — wie Träumen es entsprießt! Gäb' es noch kein Oesterreich, Schaffen mühte man es gleich! Unsres Welttheils Mittclland, Wie cs wundervoll und prächtig, Auch durch friedlichen Verband Stets in allen lieben (^aucn Reich und blühend, start und mächtig, - Froh und hochbeglückt zu schauen. Darum Oestreich alle Ehren, So lang i5rd' und Menschen währen? Und des Jubels Hoch erschallen Ihin von seinen Völkern allen, Die in Lieb' Er neu vereint, Ihres Heils und Glücks Freund! Wehe jeder bösen Tücke; Ihm — die seligsten Geschicke. ^) Nach Erfüllung der ersten heiligen Pflicht versammelten sich der verstärkte krainisch-standische Ausschuß und der Gemeindcrarh von Laibach, um den tiefempfundenen Gefühlen der treuen Gesinnung des Landes und der Stadt Ausdruck zu geben. Der krainisch-ständische verstärkte Ausschuß legte sie in nachstehender Adresse nieder: *) Von Ignaz Freiherr» v. Lazanui. 5 Eure Majestät! »Ein Verruchter hat seinen mörderischen Arm gegen den Gesalbten des Herrn erhoben.« »Tief ergriffen und erschüttert beeilt sich der treugehorsamste krainisch-ständische verstärkte Ausschuß, seinen schmerzlichsten Abscheu über das an der geheiligten Person Eurer k. k. apostolischen Majestät gestern verübte ruchlose Attentat auszusprechen, zugleich aber auch seine laute und begeisterte Freude über die wunderbare Rettung und Erhaltung des kostbaren Lebens des heißgeliebten Monarchen in tiefster Ehrerbietung an den Tag zu legen.« »Der 'Allmächtige hat das Werk finsterer Bosheit zu Schanden gemacht. - — Er hat schützend Seine Hand gebreitet über das Haupt des Vaters von Millionen treuer Unterthanen, deren Gefühle unerschütterlicher Anhänglichkeit und Ergebenheit sich in dem heißen Flehen vereinen: »Gott beschütze und erhalte uns ferner unsern allergnädigsten Kaiser und Herrn,« zum Heile und Wohle aller unter Seinem erhabenen Scepter hochbeglückten Völker, unter denen die getreuen Kramer an unbegränzter Liebe und Verehrung ihres angestammten allergnädigsten Landesherrn und des ganzen allerhöchsten Kaiserhauses keinem andern nachstehen.« Laibach den I!>. Februar 1653. Der treugehorsamste krainisch-ständische verstärkte Ausschuß. (Folgen die Unterschriften.) Der Gemeinderatl) von Laidach beeilte sich an demselben Tage nachstehende Adresse abzusenden: Euere k. k. apostolische Majestät! »Mit unaussprechlicher Entrüstung hat die Bevölkerung der Hauptstadt Laibach's das schändliche Attentat auf die geheiligte Person Euer kaiserlichen Majestät heute vernommen.« »Ein Gefühl des tiefsten Abscheues vor solch ruchloser That durchzuckte die Herzen der Bewohner, welche in der allgemeinen Bestürzung nur durch die Kunde aufgerichtet wurden, daß das finstere Werk nicht gelungen, sondern von ^ der Vorsehung Gottes, die über das Wohl der Fürsten und Völker wacht, die Gefahr abgewendet wurde, welche das so vielen Millionen loyaler Unterthanen hochtheuere Leben Euer Majestät bedrohte.« »Der Gemeinderath der allezeit getreuen Hauptstadt Laibach, als deren Drgan, ergreift diesen Anlaß, Euer f. k. apostolischen Majestät die erneuerte Versicherung der unwandelbaren Anhänglichkeit und Ergebenheit zu Füßen zu legen, worin sich Millionen treuer Völker mit dem heißen Flehen vereinen: Gott erhalte ferner den treuergebenen Völkern Oesterreich's ihren Kaiser, ihren Vater!« ^Der treugehorsamste Gemeinderath der Hauptstadt Laibach am 19. Februar 1853. Gleichzeitig hat der Gcmeindcrath nachstehendes Dankschreiben an den k. k. Obersten und Flügel-Adjutanten Seiner k.k. apostol. Majestät, Maximilian Grafen v.O'Doncll, erlassen: Hochgeborner Graf! »Das mörderische Attentat gegen die geheiligte Person Seiner k. k. apostol. Majestät hat den herbsten Schmerz und den tiefsten Abscheu, zugleich aber jubelnde Freude über die Erhaltung des kostbaren Lebens Merhöchstderselben unter allen Schichten der'Bevölkerung Laibach's hervorgerufen.« >,Zunächst der Vorsehung, die sichtbar über dem Haupte des Monarchen gewacht, verdanken die Völker Oesterreich's die Erhaltung Seiner k. k. Majestät Ihrer Geistesgegenwart, Ihrem Muthe.« »Der Gemeinderath von Laibach, als Organ dieser Kronlandshauptstadr, vermag den Dank derselben hiefür nicht besser auszudrücken, als daß er, dem heute gefaßten einhelligen Beschlusse zu Folge, Euer Hochgeboren ersucht, das Ehrenbürgerrccht der Stadt Laib ach gütigst anzunehmen und das dießfällige Diplom demnächst zu erwarten." Der Gemcinderath der Hauptstadt Laib ach am 19. Februar 1853. Mit kummervoller Sehnsucht harrte man weiteren Berichten über das Befinden Seiner k. k. apostol. Majestät entgegen, und allgemein war der Wunsch, daß dieselben, so oft nur möglich, bekannt gegeben würden. Die »Laibachcr Zeitung« brachte noch am 19. folgende 7 CeleMpIjiHe NpeHe Sr. Excellenz dcs Hcrrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter von Krain, eingelangt dm 4!). Februar um ^/4 Uhr Morgens. Wien, 19. Februar. »Ich beeile mich, nachstehend die näheren Umstände des, gegen die geheiligte Person Seiner Majestät unternommenen Attentats zu eröffnen." »Seine Majestät machten, in Begleitung Allerhöchstihres Flügel-Adjutanten, Grafen D'Donell, um die Mittagsstunde den gewöhnlichen Spaziergang um die Bastei. In der Nähe des Kärntnerthores angelangt, wurden Allerhöchst-dieselben ganz unversehens von einem von rückwärts zustürzenden Manne angefallen, und durch einen, mit einem starken Messer geführten Stich in der Gegend des Hinterhauptes verwundet. Seine Majestät, einen Augenblick durch die Erschütterung des Stoßes betroffen, faßten Sich scbnell, wendeten Sich rasch um, und zogen den Säbel. Mittlerweile hatte sich Graf O'Donell auf den Mörder geworfen, und es gelang ihm, denselben zu überwältigen und zu entwaffnen. Eine herbeigerufene Militär-Patrouille verhaftete den Verbrecher. Seine Majestät, im Nacken heftig blutend, beruhigten Selbst die Umstehenden, die vor Bewegung und Entsetzen tief erschüttert waren, und begaben Sich sofort zu Fuße in das Palais Seiner kaiserl. Hoheit des durchlauchtigste Herrn Erzherzogs Albrecht, und von da zu Wagen in die kaiserl. Burg, wo die sogleich herbeigerufenen Aerzte, Hofrath Dr. Seeburger und Regierungsrath v. Wattmann, die Wunde untersuchten, und über den Befund das sofort zur Beruhigung der auf das Tiefste ergriffenen Bevöllerung sogleich veröffentlichte Bulletin ausfertigten, welches hier folgt:« »Ueber das fernere Befinden Seiner Majestät folgt das zweite ausgegebene Bulletin mit." »Zum Dank für die wunderbare Rettung Seiner Majestät wurde um 6 Uhr Nachmittag ein Tedeum in der Stepbanskirche abgehalten." 1. Bulletin: »Die Seiner k. k. apostol. Majestät heute meuchlerisch am Hinterhaupts zugefügte Stichwunde hat glücklicher Weise keine gefahrdrohenden Theile betroffen. Die durch dieselbe zugleich bewirkte Erschütterung mit ihren Folgen ist im Abnehmen begriffen. Das allgemeine Befinden ist beruhigend." Wien, 18. Februar, Nachmittags 2 Uhr. Hofrath Teeburger, k. k. Leibarzt. Wattman, k. k. Leibchyrurg. 8 2. Bulletin: »Seine Majestät der Kaiser hatten eine ruhige Nacht. Das Abends eingetretene Reactions-Fieber war mäßig, und das Befinden Seiner Majestät ist beruhigend." Wien, 19. Februar. Hofrath Secbursscr, t. l. Leibarzt. Wtattman, t. t. Lelbchirurg. Sr. Excellenz des ersten He^rn General-?ldjutanten Seiner k. k. apostolischen Majestät, FML. Grafen v. Grünne, an dcn k. k. Herrn Statthalter von Kram, eingelangt dcn ^!). Februar um 9^ Uhr vormittags. Wien, 19. Februar. «Nachdem das Befinden Seiner Majestät, dem Himmel sei Dank! sich insoweit gebessert hat, daß es nun zu keiner Beunruhigung mehr Anlaß geben dürfte, so wird künftig nur täglich ein Mal in der Früh hierüber Nachricht gegeben werden." »Sollte jedoch, was Gott verhüte, eine Verschlimmerung eintreten, so e.rscheint unverzüglich ein Extra-Bulletin." Diese beruhigenden Nachrichten waren ein lindernder Balsam für die große Nunde, die dem Herzen des Volkes geschlagen ward. Am Abende wurde, vor Beginne der Opernvorstellung »Das Castcll von Ulsino" im ständischen Theater, bei Beleuchtung des äußeren Schauplatzes und unter begeisterter Mitwirkung des zahlreich versammelten Publikums, die österreichische Volkshymne abgesungen, auf lautes Verlangen wiederholt und mit jubelnden Lebehoch-Nufen beschlossen. Sonntag am 2l». wurde in der Vorstadtpfarrkirchc Maria-Verkündigung ein feierliches Hoch- und Dankamt celcbrirt, und der Gottesdienst in der Kirche der evangelischen Gemeinde mit einem ergreifenden Gebete für die Erhaltung des allcr-gnädigstcn Landesfürsten gefeiert. Mit dem Eintritte der Dämmerung erglänzte die Stadt in improvisirter Beleuchtung. Alle Straßen belebten sich, und die ständische Burg blieb fortwährend von einer patriotischen Menge umringt, die sich am Anblicke des wohlgc-troffenen, lebensgroßen Bildnisses Seiner k. k. apostol. Majestät erfreute, das in schimmernder Einfassung an cinem Fenster der Wohnung des Herrn Statthalters aufgestellt war. Ueberdicß strahlte das geliebte Bildniß noch an vielen Privatgebäuden, und überall 5 blickte die Menge mit sichtlicher Rührung nach den theuern, Vertrauen und Liebe erregenden Zügen DeSjonisten, den Gottes schützende Hand zum Hcilc seiner Völker so wunderbar errettet. Prachtvoller, glänzender, reicher kann diese Festbeleuchtung in mancher Stadt des herrlichen Groß Oesterreich gewesen sein; aber Laibach und Kraill stehen, was die Lauterkeit und Tiefe des Gefühles, feste, unerschütterliche Treue an das Kaistrhaus und unsern Herrn, echten, glühenden Patriotismus betrifft, sicherlich niemals in zweiter Linie. Nicht Jedem ist es vergönnt, im Großen seine Vaterlandsliebe zu beweisen; ist aber darum Derjenige, der sein Alles, und wenn es noch so klein wäre, hinlegt zum Besten des Ganzen, nunder Patriot? Nicht das Was, sondern das Wie bestimmt den wahren Werth. Auch zu Stein in Oberkrain, wo, wie allerorts, das verruchte Attentat die größte Bestürzung und die innigste Theilnahme hervorgerufen, wurde am 20. um !> Uhr Vor^ mittags in der Pfarrkirche vom Herrn Dechantc Fink, welcher Anlas) nehmend, durch einen der Feier anpassenden gemüthlichen Kanzclvortrag tief in die ohnehin gerührten Herzen gegriffen hat, unter Assistenz ein feierliches Dankamt für die glücklich übcrstan-dene Gefahr, mit Bitten für die Genesung und Erhaltung des theuern Landcsvaters, celebrirt, welchem, nebst den Civil-Autoritäten, der k. k. Gcnsd'armerie, des Gemeindevorstandes und des Lehrpersonals, eine sehr zahlreiche Menge aus der Bevölkerung nebst der ganzen Schuljugend beiwohnten. Nach der kirchlichm Feier präsentirte sich die Gemeindevorstehung mit der Bitte dem Herrn Vezirkshauptmanne, die Gefühle treuer Unterthansliebc zur höheren Kenntniß zu bringen. — An diesem Tage sind ferncrs in allen Pfarren der genannten k. k. Bezirkshauptmannschaft Dank- und Bittopfer für das Wohl des erlauchten Monarchen und des ganzen Kaiserhauses, so wie in allen Pfarren des Landes, zu denen bis zum ersten Sonntage die Kunde der grauenvollen That und des sichtlichen Schutzes des 'Allmächtigen gelangte, Dankfeste gefeiert worden. Ueberall strömte die Bevölkerung herzu; ein ergreifender Wetteifer in frommer Andacht und Liebe zum Herrscher bemächtigte sich der treuen Krainer. Noch an demselben Tage (2tt. Februar), als die Kunde der entmenschten That nach Neukloster gelangte, veranstaltete der k. k. Kämmerer Graf v. Alcheldurg in der Schloßcapclle ein feierliches '1'u l)«um. Manche Dankesthrane floß, als man nach beendigtem Gesänge für die glückliche Rettung in slovenischer Sprache gemeinschaftlich betete. In gleicher Weise wurde in der Pfarrkirche zu Wippach ein feierliches Hochamt mit ^« Dmlm abgehalten, dem die Beamten sämmtlicher Gerichts? und Verwaltungsbehörden, der Vorstand der Marktgemeindc mit dem Gcmeindcrathc, die t. k. Gens-d'armcrie mit ihrem Zugs- und Sections-Commandanten, die Finanzwachc und eine große Menge der Markt- und Thalbewohner beiwohnten. 2 - ^ IN Der Herr Pfarr-Dechant bezeichnete in der Kanzelrcdc die ruchlose That, welche die Wölker Dcstcrrcich's schaudernd durchzuckte, und insoferne sie mißglückte, zu den freudigsten Kundgebungen und zum innigsten Dankgefühle bewegte, als eine natürliche Folge jenes immer tiefer wurzelnden Verderbens der menschlichen Gesellschaft, nämlich der überhandnehmenden Irreligiosität, des' krassen Indifferelitismus und der daraus entspringenden Gottlosigkeit, welche das Glück einzelner Familien, so wie die Wohlfahrt ganzer Staaten mit blinder Wuth untergrabt, und vor dem Gräßlichsten, dem Fürstcnmoroe, nicht schaudert, um die Zerstörung zu vollenden. Die Gräuel der Verwüstung, das in Strömen vergossene Blut der Vorjahre, und all' das hereingebrochcnc Elend wurden im weiteren Verlaufe der Rede als die traurigen Früchte jener gottvergessenen Wcltaufklärcr und Beglücker dargestellt, welche Gott, Ewigkeit und Vergeltung als müßige Hirngespinnste belachen, sich selbst aber zu infallible« Heilanden stämpeln, und nun ihre frevlerischen Hände sogar auf das geheiligte Haupt Seiner k. k. apostol. Majestät zu legen nicht erzitterten, weil sie in dem jugendlichen Kaiser jenen von Gott Auscrwählten erkannten, welcher ihre Kraft zu brechen, ihr Reich zu zerstören, die von ihnen seinen Völkern geschlagenen Wunden zu heilen und sie ihrer Wohlfahrt entgegen zu führen berufen ist. Aus eben diesen Anstrengungen der Zerstörer suchte der würdige Priester zu zeigen, welchen unschätzbaren Werth jeder aufrichtig denkende Oesterrelchcr auf die Erhaltung des kostbaren Lebens des Kaisers zu legen habe, wie nothwendig es sei, den Schutz des Allerhöchsten für das fernere Wohlergehen Desselben anzustehen, daß Er die von Gott gestellte Aufgabe zum Wohle Oesterreich's und der Religion glücklich löse; damit aber diese Lösung ermöglicht werde, empfahl er Liebe zur Religion, der Quelle aller Tugenden, und ein vertrauungsvolles Anschließen an die Regierung Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef des Ersten! Am 22. langten folgende telegraphische Depeschen ein: TckMzililHc Depesche Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter von Krain, (eingelangt den 22. Februar 1833, um 2 Uhr Nachts). Wien, 21. Februar, 8 Uhr Abends. Das neueste Bulletin über das Befinden Seiner Majestät lautet: »Das heute Morgens angezeigte beruhigende Befinden Seiner k. k. apostol. Majestät hält an.« Wien, 2k. Februar, 4 Uhr Nachmittags. Hofrath Seeburger, k. k. Leibarzt. Negierungsrath Ritter V. Wattman, k. l. Leibchinir^. II_ TeleMphiche Depeöchc Sr. Excellenz des Herrn k. k. General-Adjutanten der Armee, FML. Grafen v. Grü'nne, au den k. k. Statthalter in Kram, sciM'Iangt am 22. Februar I^.'^t, Vormittags lim !) Uhr 36 Min.). Wien, 22. Februar, 9 Uhr Vormittags. »Seine k. k. apostol. Majestät hatten eine sehr ruhige Nacht, schliefen sanft mit nur zweimaliger Unterbrechung und fühlen Sich seit dem Erwachen erquickt." An diesem Tage überreichte die vereinigte evangel. Gemeinde in Laibach folgende allerunterthänigste Adresse dem Herrn Statthalter, mit der Bitte um deren weitere Vorlage an die Stufen des Allerhöchsten Thrones: Kaiserlich Königlich Apostolische Majestät! »Durchdrungen von herzlicher Dankbarkeit gegen Gott, der Euerer Majestät kostbares Leben aus drohender Gefahr gnädig errettet und behütet hat, und von Abscheu gegen das ruchlose und schändliche Verbrechen, das gegen Euere Majestät versucht worden, folgen wir dem Dränge unserer Herzen, den Ausdruck unserer Gefühle vor den Thron Euerer Majestät zu bringen." „Geruhen Euere Majestät diesen Ausdruck unserer Gesinnungen, so wie unsern aufrichtigen und innigen Wunsch für Euerer Majestät baldige Genesung, um die wir den Allmächtigen bitten, huldvoll aufnehmen zu wollen." „Möge Gott, wie bisher, Euere Majestät ferner gnädig behüten und mit seinem reichsten Segen erfreuen!" „Mit diesem innigen Gebet ersterben wir Euerer k. k. apostol. Majestät mtterthänigste die vereinigte evangelische Gemeinde in Laib ach." (Folgen die Unterschriften.) Die telegraphischen Depeschen lauteten: 2* ___12 OckMpIiis'slle Dlp5r>ie Sr. Excellenz de5 Herrn k. k. General-Adjutanten der Armee, FM3. Grafen v. Grünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 2A. Februar 18!>ll, um !) Uhr 3li Min. Vormittags). »Der bisherige Gang der Krankheit Seiner k. k. apostol. Majestät war erwünscht, allein cs ist jetzt die Zeitperiode eingetreten, in welcher die Folgen der erlittenen Erschütterung eine Congestion herbeiführen, welche sich diesen Abend durch Eingenommenheit und Gefühl von Schwere im Kopfe kund geben." Wien, am 23. Februar, Z Uhr Früh. «Die verflossene Nacht schliefen Seine k. k. apostol. Majestät mit mehreren Unterbrechungen. Das Gefühl von Eingenommenheit und Schwere im Kopfe ist heute Morgens etwas vermindert." Wien, am 23. Fcbruar, 7 Uhr Früh. Uebcrdieß brachte die »Laibacher Zeitung" an dem genannten Tage folgendes Gedicht: Hm ltt. Mruar lttIA. Franz Josef, Oestreich's Kaiser, starte Wehr, In schwerer Zeit dem Volk zum Hcil gegeben, Fi'ir Deine Krone, Ocstreich's 3luhm und Ghr', In blut'ger Schlacht selbst wagtest Du Dein kleben, Ob noch so stark die Macht der Feinde war, Vora» dem Heer mit einer tapfern Schaar Trugst siegend vorwärtö Du den Kaiscraar. Den Aufruhr niederwerfend zog Dein Sicgcöyeer Von Welschlandö Gauen bis zum Ottensnnd, Wo einst ein deutscher Kaiser warf den Speer Dem Feinde nach tief in des Nordmcer'ö Grund; Du, deutscher Vayard, der mit scharfem Schwert Stets schützt' und schirmte seines Volkes Herd, Das ehrsurchtöuoll und liebend Dich verehrt. 13 Und Tausenden gab Freiheit erst und Lebe» In ii'ingster Zeit Dein gnädig Kaiscnvort, Und dennoch wagt den blut'gcn Dolch zu heben Auf Dein geheiligt Haupt der Meuchelmord. Doch, dasi die Schrcckcnöthat nicht ward vollbracht, Ist Bürg' uns, dasi ob Deines Haupleö Macht Gott selbst und seine Engel halten Nacht. Und Millionen heut' den Vlick erheben Zum Herrn der Welt empor mit glänb'gem Sinn, Und fieh'n für ihreö Kaisers theures Leben, Für den sie freudig opfern Vlut nnd Leben hin. Und Gott im Himmel hört ihr brünstig Flehn, Läßt bald in Iligcndfnlle Dich crsteh'n, Daß jubelnd Dich Dein Volk kann wicdcrseh'n. Ja schütze, starker Gott, mit Deiner Hand Dieß edle Fürstcnhaupt, Deß einzig Streben War immerdar nur Segen Seinem Land, Und Men Völker» Frieden nur zu geben, Ja, Habsburg's großer Enkel fügt zum Siegerkranz, Der Seine Heldcnstirne schmückt, auch noch der Fricdenöpalme Glanz. Und wird nicht ruhn, bis Gottes schöne Erde Ein Festaltar der ew'gen Liebe werde. Laib ach, bm 20. Fckuar 1«.',^. Friedrich Vichttr- In dl'r Pfarrkirche zu Franzdorf wurde am 22. ein feierliches Dankamt mit IV; Omim abgehalten, welchem alle Beamte der Eisenbahnbau-Unternehmung des Herrn Johann Arcari, die Parthieführcr und Arbeiter nebst den Ortsbewohnern mit Andacht beiwohnten, und wobei der große Viadutt bei Franz dorf erhebend mit den kaiserlichen Fahnen geschmückt war. Die folgenden, immer beruhigender lautenden Nachrichten über den Zustand dcö Erlauchten Landesherr« wurden, so wie alle ähnliche Mittheilungen, mit freudigster Rührung aufgenommen. Die telegraphischen Depeschen lauteten: 14 Sr. Excellenz des Hcrrn k. k. General-?ldjutantcn der Armee, FML. Grafen v. Grünnc, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 23. Februar 4853, um « Uhr «0 Min. Abends). »Im Lauft des Vormittags hatte sich bei Seiner k. k. apostol. Majestät ein leichtes Fieber eingestellt, aber keine Zunahme der heute Morgens wahrgenommenen Erscheinungen herbeigeführt." Wien, am 23. Februar, 4 Uhr Nachmittag. Sr. Excellenz des Hcrrn k. k. Militär-Gouverneurs und Chef der Obersten Polizeibehörde, FML. v. Kempen, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 24. Februar 18K3, um 10 Uhr llii Min. Vormittags). »Die Erscheinungen der Krankheit Seiner k. k. apostol. Majestät zeigten im Verlauft des Nachmittags einige Schwankungen. Die gegen Itt Uhr Nachts eingetretene leise Fieberbewegung ging ohne Nachtheil vorüber. Ein leichter Schlaf mit kurzen Unterbrechungen hält bis gegenwärtig an." Wien, am 24. Februar, l Uhr Morgens. Sr. Excellenz des Hcrrn k. k. General-Adjutanten der Armee, FML. Graft» v. Grünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 24. Februar 16ll3, um 9 Uhr 30 Min. Vormittags). „Nach Mitternacht schliefen Seine k. f. apostol. Majestät leicht mit geringen Unterbrechungen, und fühlten beim Erwachen die Schwere und Eingenommenheit des Kopfes vermindert.« Wien, am 24. Februar, 7 Uhr Früh. 15 CckMsihichc Depeche Sr. Excellenz des Herrn k. k. General.Adjutanten der Armee, FML. Grafen u. Grünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 24. Februar 18^3, um 3 Uhr 40 Min. Nachmittag). »Die heute Morgens eingetretene Erleichterung des Befindens Semer k. k. apostol. Majestät hält an.« Wien, am 24. Februar, 4 Uhr Nachmittag. Am 24. ging die Deputation des kramisch-ständischen verstärkten Ausschusses, des Laibacher Gemeinderathcs und dcr kraimsäM Handels- und Gewerbekammer, bestehend aus den Herren: 'Von Seite des kramisch-ständischen verstärkten Ausschusses: Anton Freiherr v. Codelli zu Fahnenfcld, als öandesverordneter; Josef Graf v. Auersperg, k. k. Kämmerer; Carl Graf v. Hohen wart, k. k. Bezirkscommissar. Von Seite der Laibacher Stadtgememde: vl-. Mathias Burger, Bürgermeister; Oi. Johann Bleiweis, k. k. Professor, Gemeinderach; Lambert Carl Luckmann, Gcmcindcrach und Präsident der krainischen Handelsund Gewerbekammer. an das allerhöchste Hoflager nach Wien ab, um die Gefühle der schmerzlichsten Entrüstung über das an der geheiligten Person Seiner Majestät verübte ruchlose Attentat, so wie der begeisterten Freude über die glückliche Rettung des heißgeliebten Monarchen persönlich an den Stufen des allerhöchsten Thrones niederzulegen. Die Berichte über den Gesundheitszustand des geliebten Monarchen lauteten am 25. Februar: Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter m Krain, (eingelangt am 2.'>. Februar 18li8, um 11 Uhr 30 Min. Vormittags). „Eine leichte, kurz dauernde, fieberhafte Regung nebst einer zeitweise eintretenden mäßigen Vermehrung der Entwickelung der Wärme im Kopfe, beein- 16 Nächtigte die Erleichterung nicht, deren Sich Seine k. k. apostol. Majestät seit dem letzten Morgen erfreuten. Mit dem Beginne der Nacht stellte sich ein ruhiger, sanfter Schlaf ein, der bis nun andauert." Wien, am 25. Februar, I Uhr Morgens. Seeburger, l. l. Leibarzt. Ritter v. VZattman, l. t. Leibchirmg. MWHche Deiche Sr. Excellenz des Herrn k. k. Gencral^ldjutantcn der Armee, FML. Grafen v. Grünne, an den k. k. Statthalter m Krain, scingelangt am 2!l. Februar 1ttü3, «,„ <) uhr 20 Min. Vormittags). »Seine k. k. apostol. Majestät haben den größten Theil der so eben verflossenen Nacht sanft geschlafen, und fühlten seit dem Erwachen noch mehr Erleichterung." Wien, am 25. Februar, ? Ul)r Früh. Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Kram, (eingelcmgt am 2li. Februar 4^3, um 8 Uhr 3U Min. Abends). 21. Bulletin. »Seine k. k. apostol. Majestät fühlen Sich anhaltend erleichtert, obschon noch stundenlang mehr Wärme in der vorderen Hälfte des Kopfes entwickelt wird." Wien, am 25. Februar, 4 Uhr Nachmittag. Hofrath Seeburger, t. k. Leibarzt. Rcgierungörath Ritter v. VZattman, k. k. Leibchirurg. __17__ TcklMpiilche l1epe5che Sr. Excellenz des Herrn k. k. General-Adjutanten der ?lrmee, FML. Grafen v. Glünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 26. Februar ^l8!ilj, um l) Uhr ^0 Min. Vormittag). »Die vermehrte Wärme in der vorderen Hälfte des Kopfes Seiner k. k. apostol. Majestät hielt den ganzen Tag bis tief in der Nacht an. Der Schlaf stellte sich öfter ein, war jedoch stets von kurzer Dauer.« Wien, am 2ti. Februar, l Uhr Morgens. »Seine k. k. apostol. Majestät hatten nach Mitternacht einen leichten, mehr anhaltenden Schlaf, und erwachten ohne Kopfschmerz.« Wien, am 2t». Februar 185,3. Am Abende des 25. veranstaltete die philharmonische Gesellschaft in Laibach zur Feicr der glücklichen Rettung Seiner Majestät im Saale des Deutschen-Ritterordenö-hauses ein Fest-Concert. Der Saal war zu diesem Zwecke angemessen geschmückt, und umgeben von hellem Glänze strahlte das Vildniß des theuern Monarchen, vor welchem zum Beginne der Feier folgendes Gedicht vorgetragen wurde: OlPel'reich'5 »leuer Vmld. Von H. <5. Bor achtzehn Hundert Jahren lag Die Welt im Sündenpfuhl vcrsnnr'en, Zu nahen schien der jüngste Taa., So tief, ach! war der Mensch gesnnfrn. Da kam der Hochgcl'enedeite, Den unö die Schrift dereinst verhieß, Der sühnend sich dem iode weihte, Auf Golgatha sein Veben ließ. Sei» theures, hcil'gcs Alnt cs floß Für die, die noch am Krenz ihn höhnen, 6'S träntt der Muttererde Schooß, Den Vater oben zu versöhnen. Und aus der Saat des Vlntes sprießt Das Heil der Welt empor, Der Himmel wieder nch erschließt, Den blind der Mensch verlor.--------- 3 18^ Und ».'iedcr sank die Menschheit tics, Mit Abscheu nur ist es zu sage», Wie weit die Smidc um sich griss, Wie weit es fan» in unsern Tagen; Doch wieder kam auch der Befreier, Den uns der Herr gesandt, Der allen treuen Herzen theuer, Im weiten Vaterland. Sein theures, i»»ges Vlut auch s!»si ssnr uns, slir alle seine Kinder; Er trug es heldcnmnthig, gros?, Als starker Schicksalöübcrwinder. Besiegelt hat somit sein Vllit, Der Lieb' und Treue Vund, D'rum geben wir mit Leib' und Gnt Die Dankbarkeit ihm kund. Uno wissen soil's die späte Zeit, Wie Oestreich sich erhebt, Wen» je Gefahr und Herzeleid DaS Kaiserhaus umschwebt; Das Kaiserhaus, daö fromm und imld Sei» treues Volt' regiert, Und für sein Volk auch, wenn es gilt, Sein Herzblut gern verliert. Das äußerst zahlreich versammelte Auditorium stimmte nun in die von der Gesellschaft mir aller Warme gesungene österreichische Wolkähymnc mit lautem Jubel ein, die ganze Versammlung beseelte eine erhebende Begeisterung. Ergreifend aber war der Moment, als der Herr Statthalter während deS Concertes eine telegraphische Depesche mit beruhigenden Nachrichten über die fortschreitende Besserung in dem Befinden Seiner Majestät erhielt, und sie sogleich der ganzen Versammlung verkündete, worauf dieselbe in einen lange anhaltenden Iubclruf ausbrach, und das Wicderanstimmen der Volks-hynmc verlangte, die sofort mit erneuerter Begeisterung abgesungen und aufgenommen wurde. Als das Concert zu Ende war, trennte sich Alles in jener feierlich freudigen Stimmung, welche die telegraphische Freudenbotschaft über die Gemüther aller Zuhörer verbreitet hatte. Die folgenden Berichte über den Gesundhcitsstand Seiner Majestät lauteten: 19 Sr. Excellenz des Herrn Ministes des Innern an den k. k. Statthalter von Kram, (eingelangt am 20. Februar 1<^iü, nm ^ llhr Nachmittag). 24. Bulletin. „Seine k. k. apostol. Majestät fühlen seit heute Vormittags eine wesentliche Erleichterung, indem die gestern und in der Nacht belästigenden Erscheinungen nicht zurückkehrten." Wi.cn, am 2«. Februar, 4 Uhr Nachmittag. Hofrath Teeburger, k. l. Leibarzt. 3iea.ierlma.onUh Ritler v. Wattman, t. f. Vcil'chirm'g. Ctleglü^lHche l!ezic,5chc Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Kram, (ciü^elangt am 27. Febrnar 18.^, um 1l llhr ^ii Min. vormittag). 25. Bulletin. »Die bereits gestern Nachmittag bekannt gegebene wesentliche Erleichterung Seiner i'. k. apostol. Majestät hält den ganzen Tag an, und führte einen sanften, anhaltenden Schlaf herbei.« Wien, am 27. Februar, I Uhr NachlS. AU. Bulletin. »Seine k. k. apostol. Majestät schliefen ohne Unterbrechung bis 4 Uhr, schlummerten dann wieder ein, und befinden Sich seit dem Erwachen gestärkt. Die vermehrte Wärme im Kopfe kehrte nicht zurück, nur einzelne, flüchtig vorübergehende stechende Schmerzen in demselben stellen sich zeitweise ein. Nachdem die wesentliche Erleichterung seit 2t) Stunden anhält, werden nur zwei Bulletins des Tages ausgegeben.« Wien, am 27. Februar, 7 Uhr Früh. >,4 2U CckgiHlMe DepeZche Sr. Excellenz dcs Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 27. Februar 48li3, um 12 Uhr Nachts). 27. Bulletin. »Im weiteren günstigen Verlaufe der Krankheit Seiner k. k. apostolischen Majestät hat sich keine Störung eingestellt." Wien, am 27. Februar, 7 Uhr Abends. Hofrath Sceburger, k. k. Leibarzt. Negicrungsrath Ritter v. NZattmau, t. k. Leibchinn-g. GeleglllsiliiSche NestSchc Sr. Excellenz des Herrn k. k. Gcneral^Adjutanten der Armee, FML. Grafen v. Grü'nne, an den k. k. Statthalter in Kram, (eingelangt am 28. Februar 4863, mn !) Uhr 20 Min. Vormittag). »Seine k. k. apostolische Majestät hatten einen sehr ruhigen, erquickenden Schlaf, und die Besserung macht erfreuliche Fortschritte." Wien, am 28. Februar, 7 Uhr Früh. Der 27. Februar war ein Landcsfcsttag. In allen Kirchen des Kronlandcs, in denen es am vorangegangenen Sonntage nicht veranstaltet werden konnte, wurden feierliche Dankesopfcr begangen. Heiße Gebete der stets treuen Bevölkerung drangen zum Throne dcs Allgütigcn, der in wunderbarer Fügung über dem Haupte des Vaters seiner Völkcr gewacht. An diesem Tage war in der That das ganze Herzogthum Krain Ein Dom! Eine besondere Weihe verklärte diese erhebende Feier in den Pfarren In nerkrains, alö: Adelsberg, Laas, Grafenbrunn u. s. w., welche im Herbste IK5I, bei Gelegenheit einer stattgehabten Uebcrschwcmmung, von Seiner k. k. apostol. Majestät reichliche Spenden milder Unterstützung erhielten. Die Drangsale jenes Herbstes, als das weite Laascr-Thal einem wogenden Meere glich, stehen ebenso unauslöschlich in den Herzen seiner Bewohner cingcgrabcn, wie die durchgreifende Hilfe, welche ihnen die Huld Seiner Majestät zukommen ließ. Durch diese erstanden die niedergerissenen Behausungen wieder; das neu bestellte Feld gab das Geschenk der Mildthätigkeit vielfach zurück, zahllose Thränen 21 wurden getrocknet, und die bangen Besorgnisse für die Zukunft behoben. Könnte solche Gutthaten ein Volk wohl vergessen? Noch die kommenden Geschlechter werden segnend preisen den gütigen Landesvater, dessen Ohr dem Hilferufe der Noth, dessen Herz den Leiden seines Volkes stets offen ist. Bei den festlichen Dankopfcrn, die in Krain so warm und so innig begangen worden, erkannte man klar, wie fest die kindliche Verehrung für das angestammte Herrscherhaus und das tiefste Dankgefühl in den schlichten und biedern Herzen der Krain er wurzeln. Und so gefällig die Opfer des Dankes zum Himmel wallen, ebenso gnädig wird der Allgütige erhören das heiße Flehen von Millionen der Getreuen, und segnen den heißgeliebten Monarchen und dessen Reich! An dem nämlichen Tage wurde zu Planina ein feierliches Hochamt in der Pfarrkirche celebrirt. Um aber das Dankgefühl im vollsten Maße auszudrücken, haben die k. k. Beamten einen namhaften Betrag zur Betheilung der Ortsarmen gespendet, und von dcm versammelten Gemeindeausschusse wurde beschlossen, daß zur ewigen Erinnerung an diese Dankesfeier unter den Gemeindebürgcrn eine Geldsammlung vorgenommen, und der Ertrag derselben als eine immerwährende Stiftung für die Ortsarmen, unter dem Titel: »Stiftung der Gemeinde Planina für die Ortsarmen, aus Dankgefühl für die glückliche Rettung Seiner k. k. apostolischen Majestät unseres allergnadigsten Kaisers Franz Josef l vor dem am 18. Februar 1853 verübten ruchlosen Mordattentate,« verzinslich angelegt werden solle. In gleicher Weise strömten die Bewohner der Stadt Idria zur heiligen Feier in die Hallen des Gotteshauses. Vom hochwürdigcn Herrn Ortsdechante und Stadtpfarrer wurde, unter Assistenz mehrerer Geistlichen, in der Pfarrkirche ein feierliches Dankamt mit ^<- Iiclim abgehalten, welchem sämmtliche Bcrgamtsbcamte mit der gesammten Knappschaft und dem Forstpcrsonale, der Herr Bezirkscommissär mit der Gcnn'indcvorstehung, die Gerichts - und Steucrbcamtcn, die hier stationirte Gensd'armerie-und Finanzwachcabtheilung, und ein großer Theil der übrigen Bevölkerung Idria's mit sichtbar rührender 'Andacht beiwohnte. Um halb Itt Uhr versammelten sich im k. k. Werkschlosse sämmtliche Bergbeamte, die gesammte Knappschaft und das Forstpcrsonale; um 1U Uhr begab sich der ganze Körper in folgender Ordnung nach der Kirche: Voran die Knappenfahne, getragen von emem Berghutmanno, dem zu jeder Seite eine Wache als Ehrenbcgleitung bcigcgcbcn wurde; die uniformirte Bcrgmusikbande mit klingendem Spiele, dann die Wcrksbeamten, an welche sich auch die Gerichts - und Steuerbeamten anschlössen, und endlich paarweise der lange Zug der Knappschaft m ernster Haltung. 22 Die Hauptmomcntc der heiligen kirchlichen Handlung wurden durch Pöller- und Kanonenschüsse auf eine dem feierlichen Zwecke würdige, die Herzen und Gemüther der zu dem Allmächtigen Betenden erhebende Weise verherrlichet. Nach beendetem Gottesdienste kehrte der ganze Zug in obiger Ordnung zurück in das Wcrkschlosi, allwo sich die Fahne mit der Bergmusik, welche die Volkshymne spielte, im Schloschofe aufstellte, und so wurde das Dankfest der Id rianer Bevölkerung geschlossen. Möge nur der Allmächlige die stillen und lauten Gebete von Millionen erhören; möge er die Herzen der Völker des großen und starken österreichischen Kaiserreiches zur wahren Liebe, Eintracht, Treue und Anhänglichkeit gegen ihren Fürsten und Herrn entflammen; möge er Ihm noch ferner den Schutzgeist stets zur Seite lassen, der Ihn auf allen seinen Wegen begleite, und vor jeder Gefahr beschütze und beschirme, auf daß Er noch lange und bis in die späteste Zeit Seine Völker beglückend regiere; möge er auch das ganze Kaiserhaus segnen und vor jedem Feinde bewahren. Dieß waren und sind die Gebete und Wünsche der treuen Bevölkerung Idria's! Die OrtSgcmcinden des Wippacher Thales überreichten der k. k. Bezirkshauptmannschaft Wipp ach eine alleruntcrthänigste Adresse, worin sie ihren Gefühlen des Entsetzens und des Schmerzes über das fluchwürdige Attentat, so wie der Freude und des frommen Dankes für die glückliche Rettung in schlichten aufrichtigen Worten Ausdruck geben, mit der Bitte, dieselbe an die Stufen des allerhöchsten Thrones gelangen zu machen. Zu Neustadt! wurde das Fest schon am Vorabende durch Pöllerschüsse, eine glänzende Beleuchtung der Stadt und ihrer nächsten Umgebung, und durch einen, von der ausgezeichneten Musikbande des hier stationirten k. k. Infanterie-Regiments Fürst von Warschau ausgeführten Zapfenstreich angekündiget, wobei die Volkshymnc auf ausdrückliches Verlangen des massenhaft zusammengeströmten Publikums wiederholt gespielt, von tausendstimmigem »Lebehoch!" und endlosem Jubel begleitet wurde. Um halb II Uhr Vormittags wurde in der Collegiat-(5apitelkirche ein solennes Hochamt und ^ Oölim von dem infulirten Herrn Pröpsten, unter zahlreicher Assistenz abgehalten, und am Schlüsse die Volkshymnc gesungen. Zu dieser feierlichen Handlung ist eine Compagnie des Infanterie - Regiments Warschau und das uniformirte Bürgcrcorps en pln-ml^ ausgerückt. Letzteres hat bei den Hauptacten der heiligen Messe die üblichen Salven abgefeuert, welche von den in der Nähe der Stadt aufgeführten Geschützen der hier stationirten (lpfünder Fuß-Batterie erwidert wurden. ___23 Die Geistlichkeit, das löbliche Offiziercorps, die sämmtlichen Herren Beamten der k. k. Behörden in der Amtskleidung, haben mit ihrer Gegenwart das hohe Fest verherrlicht, und eine zahlreiche Volksmenge war herbeigeströmt, um in den allgemeinen Dankcsjubcl einzustimmen. Nach vollendetem Gottesdienste dcsilirte das ausgerückte Militär und das Bürger^ corps vor den Autoritäten. Am Abende war Versammlung im Casino. Die an diesem in aller Herzen ewig unvergeßlichen feierlichen Tage kundgegebenen Empfindungen schildern zu wollen, bliebe wohl ein vergeblicher Versuch, denn keine Sprache hat Worte, welche die tiefe Rührung zu bezeichnen vermöchten, die in Miene, Blick und Ausdruck die zum Himmel emporgerichteten Dankgefühlc aussprachen. Es ist eine sehr erfreuliche Wahrnehmung, so viele Liebe für unseren gütigen Kaiser und Herrn in allen Classen des Volkes zu finden; diese Liebe wollen wir Ihm stets bewahren, sie möge seine geheiligte Person vor jeder weiteren Gefahr schirmen! Am 28. Februar wurde der von ^'aid ach in das allerhöchste Hoflager nach Wien abgegangenen, oberwähnten Deputation das Glück zu Theil, von Seiner k. k. Hoheit dem durchlauchtigsten H^rn Erzherzoge Franz Carl in besonderer Audienz empfangen zu werden. Der Wortführer, Herr Anton Freiherr v. Codelli, drückte im Namen des Landes und der Hauptstadt die Gefühle in folgender Weise aus: Euere kaiserliche Hoheit! »Noch gebeugt unter dem ersten Eindrucke des ungeheuern Ereignisses vom t8. l. M., hat es den treugehorsamsten verstärkten ständischen Ausschuß in Krain, so wie die Vertreter der Gemeinde der Kronlands-Hauptstadt Laibach gedrängt, die Gefühle des tiefsten Abscheues, der höchsten Entrüstung über das an der geheiligten Person Seiner k. k. apostolischen Majestät verübte frevelhafte Attentat, so wie den Ausdruck der jubelnden Freude über allerhöchst Dessen glückliche Erhaltung, schriftlich zu des Thrones Stufen niederzulegen.« »Der hier anwesenden Deputation ist das neidenswerthe Loos geworden, diese Gefühle auch mündlich ausdrücken zu dürfen. — Der Schrei des Entsetzens, der die ganze Bevölkerung der Kaiserstadt bei der Kunde jener furchtbaren That durchlief, hat seinen Widerhall gefunden in dem treuen Krain; nur ein Wort ertönt in Stadt und Land; das der Verwünschung dcs Thäters und der That, aber aucl) nur ein GchM erfüllt Aller tief bewegte Vrust, das des heißen 24 Dankes gegen den Lenker über den Sternen, der den Arm des Mörders gnädig abgewendet von dem Haupte unseres geliebten Kaisers und Herrn, und aus Aller Herzen dringt der Ruf: »Der Allmächtige schütze und erhalte auch fernerhin unsern angebeteten Monarchen, zu aller Seiner Völker Glück." »Dieß, Euere kaiserliche Hoheit, sind die Gesinnungen eines jeden Krainers, und nachdem es die obwaltenden Umstände dieser Deputation nicht gestatten, das Antlitz ihres kaiserlichen Herrn zu schauen, so erlaubt sie sich die ehrfurchtsvolle Bitte: es mögen Euer kaiserliche Hoheit gnädigst geruhen, der Dolmetsch dieser ausgesprochenen Gesinnungen bei allerhöchst Seiner Majestät zu sein; zugleich aber auch die wärmsten Glückwünsche huldreich entgegen zu nehmen, daß die gütige Vorsehung den herbsten Schmerz vom liebenden Vaterherzen abgewendet und ein Leben gnädig bewahrt hat, um dessen Erhaltung Millionen treuer Unterthanen ihre Gebete täglich zum Himmel senden." Hierauf geruhten Seine k. k. Hoheit nachstehende huldvolle Erwiderung zu ertheilen: »Ich danke Ihnen recht herzlich, Meine Herren, für diesen erneuerten Beweis der loyalen Gesinnungen, welche Sie im Namen des kr ainisch-ständischen Ausschusses, der Stadt Laibach und der dortigen Handelskammer für Seine Majestät den Kaiser aussprechen, bei Höchstwelchem Ich mit wahrem Vergnügen der getreue Dolmetsch derselben sein werde. Ihr Land und dessen Hauptstadt haben von jeher die unerschütterliche Treue und Ergebenheit zu ihrem angestammten Monarchen bewährt, und Unser kaiserlicher Herr wird daher den Ausdruck Ihrer Gefühle um so gnädiger aufnehmen, als Er von der Aufrichtigkeit und Innigkeit derselben überzeugt ist. Mit dem Danke zu Gott für die abgewendete Gefahr wollen wir aber das inbrünstige Gebet vereinigen, daß uns, wie wir zuversichtlich hoffen, recht bald die Freude bereitet werde, Unsern kaiserlichen Herrn wieder in der Vollkraft der Gesundheit zu sehen.« Seine k. k. Hoheit geruheten sodann sich noch mit den einzelnen Mitgliedern der Deputation auf die herablassendste Weise zu besprechen, und sofort dieselben mit den für Krain und seine Bewohner gnädigsten Ausdrücken zu entlassen. 25 Diese huldvollen, fur Krain so schmeichelhaften Wort»,', die vo« dcm Herrn k. k. Statthalter in deutscher und slovenischer Sprache schleunigst zur Kenntniß der Bewohner gebracht wurden, erzeugten allerorcs einen unvergleichlichen Jubel. In unseren Herzen wollen wir sie bewahren als begeisternden Wacheruf, wenn es gilt, den Thron und den geliebten Herrscher zu schirmen, als Schild gegen ohnmachtige Verführungö-künste, als unvergängliches Denkmal kaiserlicher Huld! Die nächstfolgenden Berichte über den Zustand des geliebten ^andesvaters lauteten: OcllljrazlljiHe Mzirche Sr. Excellenz dcs Herrn Ministers des Innern an den k. r. Statthalter ln Krain, (cittgclall^t ^m 1. März 16^A, uul 1 llhr Nichts). '^l>. Bulletin. >,Die Besserung dcö Krankhcitözustandcs Scincr t. t. apostol. Majestät :st im steten Fortschreiten begriffen.« Wien, am 2«. Februar, 7 Uhr Abends. Hofralh Secburgcr, t. k. Leibarzt. Negierm'gslall) 9ilUcr u. Ättattmau, f. l. 5,'cil'chirm.!. Fl>egl'llzl!li^jje Ürplöche Sr. Excellenz des Herrn r'. r. General-Adjutanten der Armee, FML. trafen u. Grünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (ci»^ün>.it .üll 1. M.üz lttül!, nn, !) Uhr 42 Min. Vormittag). >,!^^r dem Eintritte eines sanften anhaltenden Schlafes hat sich nicht mehr die geringste Aufregung eingestellt. Die Beschränkung des Sehvermögens in der einen Hälfte des angeschauten Gegenstandes, als unmittelbare Folge der erlittenen Erschütterung, hat bedeutend abgenommen, ist aber bis jetzt noch nicht gehoben. Die Fortschritte der Besserung des Befindens Seiner k. k. apostol. Majestät geschehen in solcher Gleichmäßigkeit, daß heute nur ein Bulletin ausgegeben wird. Wien, am I. März, 7 Uhr Morgens. 2s Telcgl'llHche DepHe Sr. Excellenz des Herrn k. k. General-Adjutanten der Armee, FML. Grafen v. Grünn e, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 2. März 18U3, um i> Uhr 30 Min. Vormittags). »Seine k. k. apostol. Majestät erfreuten Sich eines schr erquickenden Schlafes und die Besserung des Befindens geht ohne irgend einen Rückschritt vorwärts." Wien, am 2. März, ? Uhr Früh. Gckgi'llH.che Leiche Sr. Excellenz dcö Hcrrn k. k. General-Adjutanten der Armee, FML. Grafen v. Grünne, an den k. k. Statthalter in Krain, (eingelangt am 3. März Ittlül, um li Uhr ^U Min. Vormittags). »Seine k. k. apostol. Majestät haben vorgestern zwei, gestern eine Stunde außer Vett zugebracht. Die Besserung des noch beschränkten Sehvermögens macht merkliche Fortschritte/' Wien, am 3. März, 7 Uhr Früh. Am 3. März brachte die zu Laibach in slovenischer Sprache erscheinende katholische Kirchenzeitung „^^clln^n Olluil-u" nachfolgenden Aufsatz: Ivslrh* sMlost in veselje. Ne cloveski; moc-i — to more vsak spoznati — tcmuc visi neboska pomoi» je ulrla Avstrio h irela skoroj goloviga po^ina, \ kteriga so bili jo daleüi ra/* pleteni «iloviti punli poslcdnj^ Jcla pahnili. ■ Semkej od leta 1848 koliko hrilkih sol/, jc popiTJ toliko srocna Avstria /ie prelila, iz koliko hudih ran je kervovila in kuliku «ttaliu, tcz.'iv in nadlog' jn na vse strani preterp»^la! Kolikokrut smo se xbrali v l<-j dobi, ko je t'lovcska moc pesala, okoli svetih oltarjov in smo z vdikim ^lasain in solxnimi ocini klicali in vpili k Gospodu niiru in sprave, k Uogu usmil-j«'»ja in ljubexni, de bi bil On mog-ocna brainba pn"drag"i domovini nasi, de bi dal /' Min. Vormittags). »Seine k. k. apostol. Majestät warm den größten Theil des gestrigen Tages außer Bett, und erfreuten Sich die ganze Nacht eines sanften, erquickenden Schlafes. Die Beschränkung des Sehvermögens bessert sich." Wien, am 4. März, 7 Uhr Morgens. GckDWchc Mpechc Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter von Krain, (eingelangt am ll. März 18!!3, um 10 Uhr 6 Min. Vormittags). „Die Erholung Seiner k. k. apostol. Majestät nimmt mit jedem Tage zu; es werden daher fernerhin keine Bulletins ausgegeben." Wien, am 5. März, 7 Uhr Früh. Hofrach Sveburger, k. k. Leibarzt. Regierungsrath Ritter v. Tüattma«, t. t. ^eibchirurg. 33 Freude strahlte in Aller Antlitz bei Lesung der letztgenannten Depesche, und tiefgefühlter Dank stieg aus jeder Kraincrbrüst zum Throne des Allvaters für die gluckliche Genesung des innigstgeliedten Monarchen. Mit liebevoller Spannung blickte man dem Tage entgegen, der die Freudenkunde von dem ersten Auögangc Seiner k. k. apostol. Majestät bringen sollte. Am II. März, um 12 Uhr 25 Min. Nachmittag, gelangte nun nachstehende telegraphische Depesche Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Krain: »Ich bin in der angenehmen Lage, die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß Seine k. k. apostol. Majestät morgen zum ersten Male ausfahren, und die Mctropolitankirche zu St. Stephan besuchen werden." Wien, am II. März 1853. Der Kaiser, unser Herr, ist vollends genesen! so klang der Iubclruf, der durch Stadt und i!and ertönte, und von den fernsten Weilern in patriotischer Begeisterung widerhallte. Welche Freude, welche Wonne entzündete solche Kunde im allzeitgetreuen Herzogthume Krain! Wie bei der erschütternden Schreckensnachricht des 15. Februar Alles, Jung und Alt, Hoch und Nieder, Reich und Arm an die Stufen des 'Altares eilte, um in inbrünstigem Gebete dem Herrn der Welten für die wunderbar abgewendete Gefahr und die Rettung des so theuren Lebens den gefühlten Dank darzubringen; so drängte sich auch jetzt die fromme Menge in die heiligen Hallen, und im überströmen-den Dankgcfühle stehet sie feuchten Blickes zu dem Allmachtigen um den göttlichen Segen für Dr», unter Dessen mächtigem Zepter dem großen, einigen Oesterreich die schönste und glücklichste Zukunft erblühet. Ungemein zahlreich war die aus allen Classen der Bewohner zusammengeströmte Menschenmenge, welche, nebst sämmtlichen (5ivil- und Militär-Autoritäten, dem am 12. März um 10 Uhr Vormittags in der Laibacher Domkirche, unter gleichzeitiger Para-dirung der vor derselben aufgestellten k. k. Truppen, von dem hochwürdigsten Herrn Fürstbischöfe aus Anlaß dieses segensvollcn Ereignisses celcbrirten feierlichen Hochamte mit l« l)m,m beiwohnte, um dem Allmächtigen für die beglückende Wiedergenesung des heißgeliebten Monarchen aus tiefgerührter Brust die freudigsten Dankgefühle darzubringen, und den Schutz der göttlichen Vorsehung, der so sichtbar und wundervoll über Aller-höchstdessen geheiligtem Haupte schwebte und uns das kostbarste Leben erhielt, für das-selde fortan im andächtigsten Gebete zu erstehen. Der Gedanke, daß an demselben Tage, an welchem die glücklichen Wiener zum ersten Male wieder nach jenem Tage des Schreckens und nach so vieler banger Besorgniß unseren allergna'oigsten Kaiser wohlerhaltcn in ihrer Mitte 34 mit dem lautesten Freudenjubcl begrüßen, auch wir hier — wenn auch in dcr Ferne — doch gewiß eben so herzlich und inbrünstig unsere frömmsten Gebete und Wünsche mit den ihrigen vereinigen und zum Himmel cmporsenden, gab dem erhebenden Dankfeste eine besondere Weihe. Aus Anlaß dieser Frcudcnfeier über die glückliche Wiedergenesung Seiner k. k. apostol. Majestät hat ein ungenanntseinwollender Bürger Laibach's dem hiesigen k. k. Militär-Commando eine» Betrag von 50 si. <ä. M. zur Vertheilung an Reconvales-ccntcn des Laibacher Militärspitales übergeben. Dcr Abend dieses, dcr freudigen Feier der glücklichen Wiedergenesung Seiner k. k. apostol. Majestät geweihten Tages bot der Bevölkerung Lai bach's wieder die gewünschte Gelegenheit, den Gefühlen treuer Liebe und Verehrung für den gnadigsten Monarchen den lautesten Ausdruck zu geben. Im ständischen Theater fand, unter Beleuchtung des äußeren Schauplatzes, eine Festuorstellung Statt, die mit der Absingung dcr österreichischen Volkshymne vor dem geschmückten Bildnisse Seiner Majestät begann, und deren einzelne Strophen mit den lautesten Iubelrufen des sehr zahlreich versammelten Publikums begrüßt wurden, die sich auf das höchste Maß steigerten, als der Herr Statthalter die ihm während der Vorstellung zugekommene telegraphische Mittheilung aus Wien über die im Laufe des Nachmittags daselbst erfolgte erste Ausfahrt Seiner Majestät nach dem Dome von St. Stephan und über das vollkommene Wohlbefinden Seiner Majestät der Versammlung verkündete. Laut wurde die Volkshymne wieder begehrt und vom gesammten Publikum begeistert gesungen. Während dcr Vorstellung im Theater ergoß sich eine glanzende Beleuchtung über die Stadt und die Vorstädte, bei der sich nebst der Wohnung des Herrn Statthalters in der standischen Burg, das städtische Nathhaus, mehrere öffentliche und Privatgcbäude durch sinnige Transparente und Blumenschmuck auszeichneten. Die Regimentsmusik des hier garnisonirenden löbl. k.k. Infanterie-Regiments Fürst von Warschau durchzog die Stadt, gefolgt von einer unabsehbaren Menschenmenge, die sich besonders dem lautesten Jubel überließ, als die Musik vor der Wohnung des Herrn Statthalters, wo sich aus Anlaß der Feier nach der Theatervorstellung eine zahlreiche Gesellschaft versammelt hatte, vor dem daselbst beleuchteten Bildnisse Seiner Majestät abermals die österreichische Volkshymne anstimmte. Das schönste Wetter begünstigte diesen Freudentag, der in dcr ganzen Monarchie — und wenn auch hie und da schimmernder — doch gewiß nirgends inniger und herzlicher, als bei uns gefeiert wurde. 35 Die oberwähnte Depesche lautete: GeltWplj'lche DrpkSche Sr. Excellenz deö Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter von Krain, (cingclan^t a«l !2. März ltt!i:t, um tt Uhr 60 Min. Nachmittag). »Seine k. k. apostol. Majestät der Kaiser, unser allergnädigster Herr, haben Sich heute um !i Uhr von der kaiserlichen Burg in den St. Stephansdom begeben, und sind von da nach verrichtetem Gebete und empfangenem heiligen Segen wieder in die Burg zurückgekehrt. Sowohl auf dem Hin - als auf dem Rückwege wurden Seine k. k. apostol. Majestät von der in den festlich geschmückten Straßen zahllos zusammengeströmten Bevölkerung mit dem lautesten und herzlichsten Jubel begrüßt." »Seine Majestät befinden Sich vollkommen wohl.« Wien, am l2 März 185F. Sonntag am i:t. März fanden die kirchliche» Feierlichkeiten im ganzen Lande Statt. UeberaÜ wetteiferten die Bewohner in frommen und patriotischen Kundgebungen des Dankes gegen den Schöpser und der Liebe und Treue gegen den gütigen Monarchen und sein erlauchtes Hauö. Auch in der Laibacher evangelischen Kirche wurde an diesem Tage zur Feier der glücklichen Wiedergcnesung Seiner k. k. apostolischen Majestät unseres allergnädigstcn Kmsers, mit erhebender Andacht der ganzen Gemeinde, ein feierliches Dankgebet abgehalten, und für den fernern göttlichen Schutz und die lange segenreiche Erhaltung und Wohlfahrt unseres gütigen Landesherr» und des ganzen erhabenen Kaiserhauses die innigsten Bitten zum Höchsten emporgesendct. Die slooenische Bevölkerung Krain's wurde durch die Zeitschrift „»uvk-«" mit den Gefühlen der tiefsten Entrüstung über das schaudervolle Attentat auf die geheiligte Person Seiner Majestät in Kenntniß geseht, und fortwährend über den Verlauf der Krankheit und die fortschreitende Genesung bis zu dem Tage, als Seine Majestät in den Dom zu St. Stephan nach glücklich überstandener Krankheit fuhren, in beruhigender Kenntniß erhalten. Die Nr. !U bis 23 geben die Belege, mit welcher Freude, dasi das finstere Werk mißlungen, die täglichen Nachrichten über die fortschreitende Genesung Seiner Majestät dem Volke mitgetheilt wurden. Als das schreckenvolle Attentat am 16. Februar verübt wurde, leitete die „!>!<»vi<^" mit kräftigen Worten die detailirtc, der »Wiener Zeitung« entnommene Schilderung deS Mordversuches also ein: 5* 3« „(jlro'/iCipolno Iiiulodclslvo, ktero v zgnriovini austrianski nitna para, se jvi<^," als Augenzeuge, den huldvollen Empfang mit, welcher der krainischcn Deputation bei Seiner kaiserlichen Hoheit, dem Herrn Erzherzog Franz Carl, zu Theil wurde. Diese erhebenden Feierlichkeiten sind ein lebendiges Denkmal des Wahrspruchcs: Nur Eine Seele lebt, nur Ein Herz schlägt im Lande Krain, — und dieses Herz schlägt für Habsburg's gütige Herrscher, diese Seele lebt für Oesterreich's Kaiser Franz Joseph I. Bereits am II. März hatte die »Laibacher Zeitung« den nachfolgenden Aufruf gebracht: Die »Laibacher Zeitung" hat bereits in ihrem, am 4. d. M. erschienenen Blatte Nr. 51, den von Seiner k. k. Hoheit dem Durchlauchtigsten Erzherzoge Ferdinand Max aus Anlaß der glücklichen Rettung Seiner k. t'. apostol. Majestät erlassenen Aufruf zum Baue eines, das Andenken an den wunderbaren Schutz der göttlichen Vorsehung verewigenden Gotteshauses in Wien, nebst jenen Verfügungen veröffentlicht, welche von dem erhabenen Prinzen und von dem zu diesem 38 Zwecke unter Höchstdessen Vorsitze gebildeten Comity in Absicht auf die Förderung dieses patriotischen und religiösen Unternehmens, und namentlich bezüglich der Uebernahme der freiwilligen Beiträge vorläufig getroffen worden sind. Die hohe Bedeutung, welche dieses fromme Baudenkmal durch den dasselbe belebenden Geist des reinsten und höchsten Patriotismus erhalt, und die mit demselben zugleich der göttlichen Vorsehung dargebrachte dankerfüllte Huldigung, welche dem patriotischen Acte eine heilige Weihe gibt, sichern dem Unternehmen die lebhafteste und allgemeinste Theilnahme, und durch diese ein großartiges, der hohen Absicht des Durchlauchtigsten Urhebers würdiges Gelingen. Krain — zwar nicht in jener bevorzugten Lage, die Umfang, Bevölkerung und Landesreichthum anderen großen Provinzen verleihen, um in einem höheren Grade entscheidenden Einfluß auf die Förderung des großen Werkes üben zu können, wird jedoch gewiß mit Freude das Seinige beitragen, um an diesem National-Denkmale einen, seiner mit frommen Sinne gepaarten Treue und seiner festbewährten, unerschütterlichen Anhänglichkeit an das angestammte Kaiserhaus würdigen Antheil zu nehmen, und rchrd gewiß nicht zurückbleiben, wenn es gilt, den Gefühlen der Loyalität, der Freude und der frommen Dankbarkeit, die es im Chore der Völker vor dem Herrn der Welten feierlich begangen und an die Skuftn des a. h. Thrones niederzulegen sich beeilt hat, auch durch die lebendige That den Ausdruck zu geben > wenn es gilt, die Kräfte zu einem Werke zu einigen, welches die Ehre deS Gesammtvaterlandes vor der Mit- und Nachwelt durch ein bleibendes Denkmal der treuesten Unterthansliebe vertreten, und mit dem Achscheu seiner Völker vor einem ihrer Geschichte bisher fremd gebliebenen ruchlosen Verbrechen zugleich auch ihren heißesten Dank für den wundervollen göttlichen Schutz verewigen soll, welcher über dem geheiligten Haupte Seiner k. k. apostol. Majestät bei dem ruchlosen Attentate des 18. Februar l. I. so sichtbar gewaltet hat, und zu Oesterreich's höchstem Glücke so wie zum Verderben seiner Feinde und ihrer schändlichen Bestrebungen mit gleichem Segen gewiß auch fortan walten wird. Um nun jenen Patrioten in Krain, die sich an diesem National-Unternehmen betheiligen wollen, möglichst entgegenzukommen, und ihnen bei Abfuhr der dießfälligen Beiträge alle thunliche Erleichterung darzubieten, habe ich die Vorsorge getroffen, daß die Beiträge in Laib ach bei dem k. k. Statthalterei-Präsidium, dann bei der hiesigen k. t. Vezirkshauptmannschaft, bei der k. k. 39 Landeshauptcasse, bei den beiden hiesigen k. k. Steuerämtern und bei dem Stadtmagistrate, so wie bei der Redaction der »Laibacher Zeitung," welche sich freiwillig zur Uebernahme der Beiträge bereit erklärt hat, und auf dem Lande bei allen k. k. Vczirkshauptmannschaften und deren Exposituren, bei den k. k. Samm-lungscassen in Neustadtl und in Adelsberg, bei allen k. k. Steuerämtern, so wie bei den Gemeinde-Vorständen erlegt werden können. Sämmtliche Beiträge werden dann, wie die dießfälligen Ausweise von den einhebenden Behörden, Aemtern und Organen beim Statthalterei-Präsidium einlangen, in fortlaufenden Verzeichnissen, unter Namhaftmachung der einzelnen Spender und ihrer Gaben, durch die „Laibacher Zeitung« veröffentlichet werden. Laibach, den !>. März 1853. Gustav Graf v. Chorinsky ,». p., k. k. Statthalter. In Folge dieses Aufrufes sind für den gedachten frommen und patriotischen Zweck bis zum 3. Juni eingegangen an Beitragen: 9742 st. 4!>^ kr., nebst den 5perc. Coupons einer krainischen pr. 1UU si. vom I. Mai 1853 bis emschlicßig l. November I6 3l» si. für die hiesige Kleinkinderbewahranstalt übergeben, und diese Spende mit der Widmung begleitet, daß jährlich am 18. Februar von den unschuldigen Kleinen ocm Allgütigcn ein Dankgebet für die Rettung Seiner k. k. apost. Majestät Kaiser Franz Josef l. dargebracht werden soll. Diese Spende wurde mit Erlaß vom 25. Februar 1853, Z. 750/1', der Direction der Kleinkinderbewahranstalt Übermacht, und es ist von dieser nach Anzeige vom 7. März d. I. der Widmung der ungenannten Wohlthäterin durch Aufstellung einer Denktafel im Locale der Kleinkinderbcwahr-anstalt entsprochen worden, welche das darzubringende Gebet und die Verpflichtung zur alljährlichen Abhaltung desselben am 18. Februar ersichtlich macht. Daukgebet der Kinder zur Erinnerung an den 18. Fcbrnar 18!>3 und die wunderbare Erhaltung des kostbaren Lebens Seiner k. k. npostolischcn M^cstät unseres uiclgclicl'tcn Kaisers W RNIR« «Uosol R ^ welches nach dem Wunsche einer frommen Wohlthäterin immer an diesem Gcdä'chtnis.tage in der Kleinkinderbcwahranstalt zu Laibach abzuhalten ist. „Gütigster Vater im Himmel! Du hast unserem lieben Kaiser Franz Josef dem Erste», da nnscr Vaterland in großer Vedra'ngniß war, Kraft, Entschlossenheit und Sieg über die Feinde der gesetzlichen Ordnung verliehen, und überdicß an jenem Tage, an den wir heute erinnert werden, auch sein überans theures Leben aus großer Gefahr gerettet. Darum erheben wir mm mit frohem Herzen unser Dankgebet zu Dir, und bitten Dich mit kindlichem Vertrauen, Dn wollest auch unser innigstes Flehen erhören, sein thcnres .Lebcn immcldar in Dcinem göttlichen Schutze behalten, und ihm in seinen schweren Ncgentcnsmgcn den himmlischen El'gcn verleihen, damit er znm Wohlc seiner trcnen Völker noch recht viclc Jahre glücklich regieren möge. Dnrch Iefmn Christum unsern Herrn. Amen. Vater unser :c." 41 Ueber Anregung des thätigen Gemeinderathes Mathias Korren hat die Gemeinde in Planina die Fundirung einer Stiftung durch Subscription freiwillliger Beitrage zu dem Zwecke beschlossen, daß zur Bethätigung des Dankgefühles für die glückliche Rettung Seiner k. k. apostol. Majestät bei dem Mord-Attentate vom IX Februar ltt53 jährlich am Rcttungs-tage die Ortsarmen aus den Stiftungsinteressen bethellt werden. Das bisherige Ergebniß der dießfälligcn Subscription belauft sich auf IlN st. als Stiftungscapital. In Laib ach, so wie im ganzen Lande wurde zudem folgender Aufruf in deutscher und in slovenischer Sprache vertheilt: An die hochherzigen Bewohner Kraln s! Motto: Hoch llmgt das ülcd vom bmvcn Mann, Wic Or^lto» und Glockmtlaüg. N i> r g c r. Mit erschütterndem Abscheu schließt sich unser Auge vor dem Meuchelmord, der sich gegen den Letzten im Volke richtet; wendet sich jedoch derselbe, wie es nun —bisher unerhört in der Geschichte Oesterreich's — in Wien geschehen ist, gegen den edelsten der Fürsten, gegen den heißgeliebten Vater seiner ihm treu ergebenen Völker, so hat die menschliche Sprache kein Wort, die Unthat zu bezeichnen, und so tönt denn auch dermalen durch Oesterreich's weite Gauen, wie aus einem Munde, nur ein düsterer, tiefempfundener Schreckensruf. Die Vorsehung vergönnt es dem Menschen nicht, auch nur die Gestaltung des nächsten Augenblickes vorauszusehen; darum war es Millionen treuer Unterthanen nicht gestattet, ihren angebeteten Monarchen vor der Wucht des Verbrechens mit eigener Brust zu decken. Das Unerhörte, das Unglaublichste durfte, als Ausgeburt der Hölle, versucht, aber nicht vollendet werden; denn das Auge des Himmels wachte über das Leben Desjenigen, der durch göttliche Fügung dazu erwählt ist, das Schicksal der Völker mit schirmender Hand zu lenken. Maximilian Graf O'Donell, k. k. Oberst und Flügel-Adjutant Seiner Majestät des Kaisers, und der schlichte treue Wiener Bürger, Joseph Etten-reich, waren durch den Ewigen dazu berufen, in dem entscheidenden Momente rasch und muthvoll unserem geliebten Kaiser und Herrn an die Seite zu treten, und mit Gefahr des eigenen Lebens dem Verrathe erfolgreich die Stirne zu bieten. ^ 6 42 Sie lohnt das eigene Bewußtsein, und der Dank des von ihnen geschirmten Monarchen ist, keiner Steigerung fähig, für Sie und die Ihrigen des Lebens höchster Trost. Allein, auch in unserer Brust regen sich Gefühle, die unauf-haltsam darnach ringen, sich, jenen Biedermännern gegenüber, zur That zu gestalten. Graf O'Donell ist bereits einer der Unseren, denn seine Familie steht in der Reihe der Edlen unseres Landes, und mit Stolz blicken wir auf ihn, der nunmehr durch das Ehrenbürgerrecht unserer Provinzial-Hauptstadt persönlich mit uns verbunden ist. Allein, wer von Ihnen möchte nicht auch dem biedern Wiener Bürger, Ettenreich, dankbar die Hand drücken? Er ist ja der Besten einer! denn er trägt, nebst dem erhabenen Bewußtsein treu erfüllter Bürgerpflicht, die ehrenwerthe Ueberzeugung in der edlen Brust, daß jeder seiner Mitbürger in gleicher Lage Gleiches gethan haben würde. Vergebens strecken wir jedoch unsere Arme, — unser warmer Handedruck kann den edelsten der Bürger nicht erreichen; und doch soll er erfahren, wie das zwar kleine, aber seinem angestammten Kaiser in Freude und Roth gleich anhängliche Krain ihn dankbar verehrt. Der .Vorschlag, daß nicht die Geistlichkeit, nicht der Adel, nicht die Bürger, nicht der Bauernstand, kurz keine einzelne Kaste, sondern unser ganzes, von dem Gefühle für Recht durchglühtes Vaterland dem braven Manne in dankbarer Anerkennung seiner Bürgertugend ein aus Silber in Wien anzufertigendes Ehren-Andenken überreiche, fließt nicht aus meiner schwachen. Feder, sondern er entsprießt Ihrem edlen innersten Gefühle. Gerne will ich d?r Vermittler dieses Ihres hochherzigen Wunsches sein, und wenn ihnen dieses nu'in Anerbieten genehm ist, gerne sammeln, was Sie auf den Altar der Vürgertugend niederlegen wollen, und mit einem aus hier-ortigen Substribenten gebildeten (5omit<'; unseren gemeinsamen Wunsch durchführen. Schon dermalen richte ich an alle geistlichen und weltlichen Autoritäten, und insbesondere an die hochwürdigen Herren Dechante und Pfarrer, an die Vorstände politischer oder gerichtlicher Bezirke und an alle, welchen ein bürgerlicher Geschäftskreis offen steht, die Bitte, meiner vorliegenden Ansprache in dem Bereiche ihrer Wirksamkeit die möglichste Verlautbarung zu gewähren, mit mir das Geschäft der Biene zu übernehmen, jeden, auch den geringsten Veit rag mit dem Namen des Gebers zu verzeichnen, und das Resultat ihrer Vermittlung bis Ende März l. I. an mich einzusenden, wo dann Ihr edler Wille sich rasch zur That gestalten soll. 43 Recht sehr bitte ich weiter, mir die Namen aller Eubstribenten deutlich geschrieben zukommen zu lassen, um deren genaues Verzeichniß, in Eines zusammen gefaßt, in dem Archive unseres vaterländischen historischen Vereines, zu Herrn Etten reich's und unseres schönen Vaterlandes Ehre, für ewige Zeiten nieder-legen zu können. Laibach, am Abend des 2."». Februar l«,Zl ^ndreas Sr«if Ho hen mart. In Folge dicscs Aufrufes sind beim genannten k. k. Hofrathe, Herrn Andreas Grafen v. Ho hen wart, I!»47 fl. ^ kr. (5. M. und l Ducaten in Gold emgeflossen, und die Ausführung des von den zusammengetretenen Subscribenten im Projecte genehmigten Pokales ist in Wien einem der ausgezeichnetsten Künstler im plastischen Fache anvertraut. Sehr beachtenswert!) ist auch bei dieser Gelegenheit die Wahrnehmung, das; in der Subscriptions-Liste alle Kasten der bürgerlichen Gesellschaft vertreten sind, und daß die einzelnen Einzeichnungcn die gemeinsame Anhänglichkeit der Bewohner Krain's an Fürst und Vaterland reichlich erproben. Jedes Herz fühlt sich gehoben bei den Namen O'Donell und Artenreich, darum rufen wir aus: Graf O'Donell Und Ettenreich! Ihr hcilft mit Gott In hoher Noth, Trcu, mannhaft, schnell, Recht Engel» gleich! (?uch, Musterbild, Dich Chn'nschild, Als Herzcnöwcihe, Für (5'nrc Treue Und (5urcn Muth In höchster Hnth! ') Am 15. März Vormittag um 10 Uhr fand aus Anlaß der beglückenden Wiedergenesung Seiner k. k. apostolischen Majestät cine sromme Dankesfeier in der hiesigen Kleinkinderb ew a hranstalt Statt, zu welcher sich nebst den Kleinen auch die Schuhfrauen und Gönner der Anstalt in bedeutender Anzahl einfanden. Nach einer in der St. Florians- *) Vo» Ignaz Frciherrn v. Lazarini. 6' 44 kirche celebrnten heiligen Segenmesse und 1'e Ocum verfügten sich die Kleinen in das Local der Anstalt, wo sie vor dcm geschmückten Bildnisse des allergnädigsten Monarchen in einem rührenden Gebete Gott dem Allmächtigen für die Rettung des heißgeliebten Landesvaters ihren Dank darbrachten, und des Himmels Segen über sein Haupt erflehten, — cin Gebet, in welches alle Anwesenden aus vollem Herzen einstimmten. Nach Beendigung dieses Gebetes sangen sie Oesterreich's Volkshymne ab, vertheilten zur Erinnerung an dieses Freudenfest Abdrücke ihres Dankgebetcs an alle Anwesenden, und wurden dagegen zum Schlüsse der Feier mit, ihren jugendlichen Wünschen angenemessenen, Geschenken betheilt. Den Schluß der erhebenden Feierlichkeiten bildete das Fest schießen in Laib ach. Der hiesige bürgerliche Schützenverein hat, um seinen Freudengefühlen über die glückliche Wiedergenesung Seiner Majestät des Kaisers Ausdruck zu geben, am 3. und 4. April im Gebäude der Schießstätte cine Feier veranstaltet, welche sich den schönsten und herzlichsten Freudenfesten dieser Art würdig anreihte. Am 3., um halb 2 Uhr Nachmittag, erschien der Herr k. k. Statthalter Gras v. Chorin sky, von der zahlreich versammelten Schützengesellschaft am Eingangsthore ehrerbietig empfangen, auf der Schießstätte, und wurde im angemessen decorirten Schützenlocalc zu dem festlich geschmückten Bildnisse Seiner Majestät des Kaisers geleitet, vor welchem, :m Kreise der Schützen und der zu dieser Feier geladenen Civil^ und Militär-Autoritäten, der Herr Oberschützenmeister Anton Gall« in einer kurzen und herzlichen Rede ausdrückte, »wie in diesen Hallen, erbaut unter dcm Schutze und »durch die alwgnäoigste Unterstützung eines erhabenen Monarchen, Kaiser (5arl Vl, »sich die Schützen Krain's schon so häufig versammelten, um dlc Beweise der uner-»schütterlichcn Treue und Anhänglichkeit an unser Allerdurchlauchtigstes Herrscherhaus »kund zu thun, wie sie sich, jedoch nie mit freudenbewegterem Herzen als eben heute, »vereinigten, wo sie die glückliche Genesung Seiner Majestät unseres ritterlichen »Kaisers feiern, weßhalb auch der erste Iubelruf, der hier erschalle, cin Lebehoch sei, »unserem allergnädigsten Kaiser und Herrn." Hierauf erwiderte der Herr Statthalter: »Die patriotische Begeisterung, welche das heutige Fest veranlaßte, und demselben die schönste Weihe gibt, ist ein neuer Beweis Ihrer stets bewahrten loyalen »Gesinnung und Ihrer unerschütterlichen .Treue und Anhänglichkeit an die geheiligte Person »Seiner k. k. apostolischen Majestät und das ganze allerhöchste Kaiserhaus. »Der heutige Tag ist cin wahres Freudenfest, und darum sei auch unsere Devise: „Gin jeder Schuß „(Hui Illbclgrusi »unserem heißgeliebten Kaiser Franz Josef." — »Er lebe hoch!" 45 Begeisterte, lange anhaltende Iubelrufe, begleitet von den Klängen der durch die Stadtmusik angestimmten österreichischen Volkshymne, erwiderten diese Worte mit einem lauten und einstimmigen, alle Herzen durchdringenden Echo. Hierauf eröffnete der Herr Statthalter das mit mehreren sehr gcschmack- und werthvollen Preisen ausgestattete Festschießen, an welchem sich ausicr der Schützengesellschaft auch viele der geladenen Gäste bctheiligten, und welches von der schönsten Witterung begünstigt, bei frohester Stimmung durch zwei Tage währte, und am 4. April in dem mit dem Bildnisse des gnädigsten Monarchen geschmückten Saale der Schießstätte durch eine festliche Abendunterhaltung würdig beschlossen wurde, deren Reinertrag dem hiesigen Armen- und Siechenhause gewidmet ward. Werfen wir einen Blick auf die tiefgefühlten herzlichen Kundgebungen unerschütterlicher Treue und Liebe Krain's, die bei dieser Gelegenheit neuerdings so glänzend hervortraten; so finden wir die Wahrheit des Ausspruchcs unseres slovenischen Meistersängers Kose ski, wenn er singt: Ui-9«t 8« omnj<> in liri'I), — 2V0«lodn 8I0V0NCU no A3N«! (Lichen erzitter» und Berge, — die Treue Slovenien's wankt nicht!) Könnte der Kranz, den ein treues Volk gewunden, wohl besser geschlossen werden, als wenn wir zum Throne des Schöpfers aufblicken, und in heiliger Andacht die Gebete emporsenden, die wir in der „Oanica" finden: „Uslisi, o Gospod, nase gorece prosnje in molitve, ktere dans tukaj pred tvojim altntjem za drago zivljenje nasiga svitliga cesarja Franca Jozesa k tebi posiljamo. Vzemi ta nar svetejsi daritev sv. mase v zahvalni dar zaNjegovo drago »ivljenje in daj mu kmali terdno in stanovitno zdravje, za ktero te ponizno pro-simo, in vedno naj se razliva tvoja mllost čez Njega in po vsih Njego vih dexelah. Podpiraj ga s svojo tnogocno roko, de bo butaro, ktero si mu ti nalozil, po tvoji sveti volji nosil, in nas tvoje otroke, po tvojim dopadajenju Ijabeznjivo vodil. Tvoj boiji dull, dull pravice in resnice naj ga viza v postavah in v sodbah, v plaeevanjii pravicnih in v pokorjenju hudodelnikov. Pomagaj mu, o Bog! naj nam vso naso sreco, nas»» premozenje in /Jvljenje, skerbno ohrani. Naj nosi kraljevo palico, in moc pravice, kar si mu ti zrocil v brambo svojiga ljudstva, in v strati vsih Njegovih sovraznikov, de mi vedno varni in mirni ostanemo. Napolnuj ga z mudrostjo in sveto poterpe/Jjivostjo, de, ko bo toznika poslusal, tudi zatozenca nodolzniga zavcrgol ne bo. Oajaj mu dobre in pravietie sluzab-nike, kteri pravieo ljubijo, in vse budobije pred Nj ego vim oblicjem stanovitno 46 certijo, Ohrani ga oceta vsih revnih, usmlljeniga prijatla vsili sirot, moi'niga varha ceiiga cesarstva, in sercniga premagovavca vsih sovraznikov nasc svete vere. Stori g*a v /«led ptujiin knezarn in kralj«rn, in se dolgo, dolg-o naj ostane tvoj bo/ji namestnik na aemlji! — Naj vživa /, mirnim in veselim scream ves «•as svojiga popotvanja vsih svojih dezdanov sinovsko Ijubezen; in spomin, de nas je od due do due neutrudno zelel srecne storiti, naj mu bo v easno piacilo, do tiste ure, o Gospod! ko ga hoces po dokoncanih te/.avah Njegoviga casniga življenja % boljsi — nestrohljivo krono večniga veselja v nebesili puplat-ati. Amen.» ,>Erhöre, o Herr! unsere heißen Bitten, welche wir hier vor deinem Altare siir das theure Leben unseres geliebten Kaisers Franz Josef zu dir hwaufschicken. Nimm das allerheiligste Opfer der heil. Messe als Dankopfer für Sein theueres Leben, und gib Ihm feste und dauernde Gesundheit, für welche wir dich demüthig bitten; ergieße stets deine milde Güte über Ihn und über alle Seine Länder. Unterstütze Ihn mit deiner mächtigen Hand, damit Er die Bürde, welche du Ihm aufgeladen, nach deinem heil. Willen tragen, und uns, deine Kinder, nach deinem Wohlgefallen liebevoll leiten möge. Dein göttlicher Geist, der Geist der Gerechtigkeit und Wahrheit, leite Ihn bei allen Gesetzen und Gerichten, bei allen Belohnungen dcr Gerechten und Strafen der Missethäter. Hilf Ihm, o Gott! damit Er uns unser Glück, unser Eigenthum und unser Leben sorgfältig erhalte. Tragen möge Er das Zepter und das Schwert der Gerechtigkeit, die du Ihm zum Schutze Seines Volkes und zum Schrecken aller Seiner Feinde zu tragen übergeben hast, damit wir stets im Frieden bleiben. Ueberhäufe Ihn mit Weisheit und heil. Geduld, damit Er, da Er den Ankläger anhören, den unschuldig Angeklagten nicht verwerfen werde. Gib Ihm treue und gerechte Diener, welche die Gerechtigkeit lieben und alle Missethaten vor deinem Angesichte verabscheuen. Erhalte Ihn, den milden Vater aller Armen, den barmherzigen Freund der Waisen, den starken Beschützer des sämmtlichen Kaiserreiches, den tapfern Ueberwinder aller Feinde unseres heil. Glaubens. Möge Er als Beispiel leuchten fremden Fürsten und Königen, und noch recht lange als dem göttlicher Stellvertreter auf der Erde bleiben! — Laß' Ihn die ganze Zeit Seiner Wanderschaft die Liebe Seiner treuen Unterthanen mit ruhigem und frohem Herzen genießen, und als Andenken, daß Er uns von Tag zu Tag uncrmüdct glücklich zu machen bemühet war, möge Ihm die zeitliche Belohnung bis zu jener Stunde sein, da du Ihn, o Gott! nach den beendigten Beschwerden Seines irdischen Lebens mit der bessern — mwerwelklichen Krone des ewigen Lebens im Himmel belohnen wirst. Amen." 47 O Dir, Allherr der Welten, Sei höchster Dank gebracht, Dasi von dcr Sterne Zelten Den Kaiser Du bewacht! O laß uns das Erkühnen — Das Brandmal dieser Zeit — Durch Lieb' und Treue sühnen, Dem Kaiser froh geweiht! ^'aß Ihn dann mild vergessen — Wir stehen Groß nnd Klein — Wie schwer man sich vermessen, Laß „nö Ihn Vater sein! Ihn aber überschütte Mit Ehre, Sieg und Glanz, Und alles Segens Blüthe Verleit/ dem Völkerkranz. *) '^) V»!, I^üa; knülln'!, v. Lazlirilii, »At&ACBt IH53, Dllick mm ''<