Katholische MissionF-Leitschrift der Söhne deA heiligsten tzerzenK Jesu. ...... ©rgan de- aWarien-Verein- für Stfrina. ===== Ber geUtge Beter Vepft Pies X. hat der Redaktion, den Abonnenten tue* Wohltäter, den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster BischSfe. Erscheint nianailich einmal und »ostet jährlich mit Post > K-11U.-I Krank». ■Reöafttion unö aömtntstratton: flSUTtonsbau» dbUlanö bet JBrben, Tirol. ■ = InHatt: —.................. - . = Zur Bekehrung der Schilluk (Schluß) 25. — Die Aufgabe der Weltkirche für die äußere Mission 25. — Aus dem Missioiisleben : Eine Erstlingsblüte bei den Dschur 17. Aerztliche Ambulanz 40. — Unterhaltender : Cingua Basse's Vertraute (Fortsetzung) -ti. — Verschiedenes: Die hochw. Patres 47. Herders Konversations-Lexikon ergänzt bis 1910 47. — Heiteres 42. NvvlIOungen: Die Schulkinder in Attigo (Tonga). — Hütte der Dschur sBahr-cl-Ghazal). — Nilufer bei Assuan. — Nilufcr in der Nähe von Assuan. Mxxet&aften öev HledcrKtion Bn verscbieöene. Wenn alles gut geht, werden Sie mit der Märznummer eine Karte unseres Missionsgebietes erhalten. - ©. D. Mien. Ihr Brief ist leider zunächst nach Mailand gegangen und erst l 4 Tage später hier angekommen, so daß wir Ihrem Wunsche nicht entsprechen konnten. Wir bitten also, in Zukunft das „P. Brixen" stets zu unterstreichen, da Milland zu leicht mit dem Milano verwechselt wird, besonders wenn der hochlöbliche Postbeamte seine Kenntnisse des italienischen Idioms an den Mann bringen möchte. — P. C. ©mach. Wie Skt sehen, hat Ihr Eingesandtes in dieser Nummer noch keinen Platz gefunden, also noch einmal Geduld; lassen Sie sich aber dadurch nicht abbringen, recht fleißig zu schreiben. Brief und Sendung hoffentlich erhalten. - P. St. üLul. Bitte, obige Notiz zu lesen, sie gilt auch für Sie. Wird wohl bald auch etwas über Ihren Empfang in L. nach so langer Abwesenheit kommen. Ad multos annos! — a. 5p. ©lelsöorf. 42 neue Abonnenten, das lobe ich mir! Ein herzliches Bergelt's Gott! — Stamol. Flaschenkapseln aus Stnniol werden mit Dank angenommen, eventuell auch die ganze Flasche, besonders, wenn sie ... . ist. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebere aller Leser werden die folgenden Verstorbenen empfohlen: Hochw. Herr Pfarrer W. Kemps, Wien; Herr Franz Nußbaumer, Sarnthcin; Frau Johanna Probst, Obermieming; Herr Joh. Jochberger, Kirchdorf; Negerin Aloisia Halima, Mühlbach, Pustertal; Herr Andr. Fuchs, Oberau. „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" Dem heiligsten herzen Zesu, der unbefleckten Gottesmutter Maria, dem hl. Zosef sei öffentlich gedankt für Erhürung in verschiedenen Anliegen. Man bittet ums Gebet: in schweren Anliegen der Familie, in einer Standeswahl und um Ergebung in Gottes heiligen Willen, in verschiedenen Anliegen, besonders um guten Fortgang in den Studien, in einem schweren geistlichen Anliegen. Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften» Aelus, derIkrindertreunv. Illustriertes Gebetbüchlein für die Kleinen. Von Wilhelm Färber. Dritte Auflage. Mit Approbation des hochwst. Herrn Erzbischofs von Freiburg. 22". (VI und 98.) Freiburg und Wien >910, Herdersche Verlagshandlung. Gebunden 45 Pf. — 54 Heller. Für die ganz Kleinen zur Einprägung und Befestigung der notwendigsten religiösen Begriffe durch Bilder ist das Büchlein sehr geeignet. Passende Bildchen zum Kreuzzeichen, Vaterunser, Englischen Gruß, Glaubensbekenntnis, Kreuzweg, Rosenkranz und zur heiligen Messe dienen diesem Zwecke. Empfehlenswerte Schriften für hath. Töchter und Stauen. Zusammengestellt von G. Rohr, Religionslehrer. 9. Auflage, 51. bis 55. Tausend. Preis 30 Pf. Verlag von Breer und Thiemann, Hamm (Westfalen). Znm neunten Male wandert dieser Literaturführer hinaus, das 51. bis 55. Tausend findet nun seine Verbreitung. Es sind keine Massenauflagen gewesen, langsam und anspruchslos hat er einen bestimmten Kreis von Benutzern gefunden im In- und Ausland, welche sich gerne seiner Führung überlassen. Nach wie vor bietet der Katalog das bewährte Alte. Es ist da viel Gutes und Schönes, das das Alte oft weit überholt und nicht übersehen werden darf. Auch aus dem Gebiete der Kunst hat er das eine oder andere herausgegriffen. Das giltbesonders von den Vervielfältigungen von Bildern alter und neuer Meister, wovon wir heute so viel Schönes besitzen. Die Auslese daraus toi* nicht erschöpfend sein; sie gibt Kostproben, aber nicht die schlechtesten. Das Ziel des Herausgebers war: von allen einschlägigen Gebieten etwas und nur Gutes. Höchst interessant sind die einleitenden Artikel: „Einige Leseregeln für die weibliche Jugend von Hedwig Dransfeld" und „Gedanken über Lesen und Bücher". m betlkgE WollscheMl55lmsMtschrist äerZöhnb öes heilWtmßerrens 9m* (Organ des Hkncn-Vereins für Afrika) Dient vornehmlich der Ulnterstützung unö Ausbreitung Ser Miirionstätlgbeft der Söhne des heiligsten Derzens Jesu und sucht Verständnis und werktätige Liebe des /Ißissionswerhes in Mort und Schritt zu kördern. Das Arbeitsfeld dieser /HMssfonäre ist der Sudan (Lentral-AttlKa). Der „Stern der Neger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Vrixen (Südtirol) herausgegeben. Bbonnementsyrtis ganjjäbvfg mit lpoftvcrsenbung Tftr. 2.—, ®b. 2.—, Jfr. 3.—. Der Heilige Vater Pnvst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt. Für bi» Wohltäter werde» wiichentlich zwei heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigstcn Oberhirten von Briten, Brünn, Leitmerih. Linz, Oimüh. Marburg, Trient. Triest und Wien. Dett 2. jfebmar 19U. XIV. Zadrg. Zur Behebrung ber Sdbülufc. (Beobachtungen und Eindrücke.) (©erlebt des boebwst. (©tsebofs jfrans saver Sever. (Schiuk.) Attigo kommt mir vor wie jener Acker mit seinem verschiedenartigen Boden, von dem der Heiland bei Matthäus XIII. spricht im Gleichnis vom Sämann, das die Kirche alljährlich am ©mintage Sexagesimä uns zur Beherzigung vorstellt: Ein Teil des ausge- streuten Samens fällt auf den Weg, das heißt die einen hören Gottes Wort mit dem leiblichen Ohr an und prägen es dem Gedächtnis ein, nehmen es aber infolge ihrer ganz auf das Irdische gerichteten Gesinnung nicht in das Herz auf und es kommt der Feind in Gestalt von Zerstreuungen und schädlichen Einflüsterungen und trägt den Samen fort. Zu dieser Gattung gehört ein Großteil der Schiller. Sie sind so irdisch und materiell veranlagt, daß sie sich nicht zu Höherem aufzuschwingen vermögen. Ein anderer Teil des Samens füllt auf steiniges Erdreich: das sind jene, welche guten Willen haben, das Wort Gottes in das Herz aufnehmen und auch gute Vorsätze machen, aber, übermannt von Versuchungen und Widersprüchen, von irdischer Rücksicht und Menschenfurcht, nicht den Mut finden, die guten Entschlüsse auszuführen. Zu dieser Art zählt ein ergrauter Alter, ein angesehener Häuptling, dessen zwei Söhne in der Mission dienen und schlafen und welcher regelmäßig jeden Sonntag zum Gottesdienst erscheint und dann bis zum Abendsegen bleibt. Wiederholt hatte er auch geäußert, er wolle mit seinen Söhnen Christ werden. Als es aber Ernst werden sollte, da wendete er ein: „Als Häuptling muß ich für den König opfern: empfange ich die Taufe, so darf ich das nicht mehr tun und dann setze ich mich in Widerspruch mit dem König und werde abgesetzt." Das war ganz richtig gesprochen und macht 26 Stern der Neger. Heft 2. seiner Rechtlichkeit Ehre: er hatte die Folgen eines solchen Schrittes erkannt und fühlte nicht die Kraft, sich denselben auszusetzen. Ein weiterer Teil des Samens fällt unter die Dornen und das sind jene, welche Gottes Wort hören und aufnehmen, auch von der Wahrheit überzeugt sind, aber die Leidenschaften ersticken es und lassen es nicht Frucht bringen. Vertreter dieser Gattung ist ein Jüngling, der gescheiteste aller Schüler, derselbe, welcher in den letzten Jahren durch die Helle seines Verstandes und die Schürfe seiner Antworten mich in Staunen versetzte, derselbe, der im letzten Jahre auf meine Frage: „Was erwartet den, der die Wahrheit erkennt und ihr nicht folgt?" hurtig erwiderte: „Das höllische Feuer!" Eben dieser erklärte heuer: ,,Jch will die Taufe noch nicht, weil ich dann mein Leben ändern müßte und meine Leidenschaft nicht mehr befriedigen könnte." Folgerichtig ist auch diese Antwort, aber bedauerlich. Endlich bleibt noch die vierte Klasse übrig, das heißt diejenigen, welche Gottes Wort hören und in gutem, ja sehr gutem Herzen behalten und Frucht bringen in Geduld. Diese Klasse vertritt ein altes Mütterlein, das am 30. September während meiner Anwesenheit in Attigo von Hochw. P. Kohnen getauft wurde, während zugleich bei einem Alten, der einst in Lebensgefahr getauft worden war, die Zeremonien nachgeholt wurden. Dieses gute Mütterchen, Anna heißt sie nun, kam jahraus jahrein sehr oft zur Mission und verrichtete kleine Arbeiten, wie es eben ihr Alter zuließ. Ich sah sie halbe Tage lang in einer Ecke kauern oder den Boden kehren. Hochw. P. Kohnen hatte ihr oft vom Himmel gesprochen und ihr erklärt, was man wissen und tun müsse, um dahin zu kommen. Sie wiederholte häufig, sie habe nicht mehr lange zu leben und müsse sich bei Zeiten den Himmel sichern. Sie war bereit, alles zu tun, was dazu erforderlich sei. Sie wisse es nicht, aber P. Kohnen wisse es und sie tue, was er ihr sage. P. Kohnen, dem sie wie ein Kind ergeben ist, bereitete sie ans die Taufe vor. Sie war nun die erste, die in Attigo die heilige Taufe außer Todesgefahr empfing. Als Taufkleid erhielt sie einen langen Überwurf und ein Kopftüchlein und ein schöner Rosenkranz mit roten Perlen hing ihr vom Halse. Als Taufschmaus ließ sie sich einige Datteln gut schmecken. Wie die schwarze Greisin, die personifizierte Geduld, nach der Taufe so selig und glückstrahlend am Boden hockte, während die lebensfrohe Jugend sich in ihrer Nähe tummelte, da ergriff meine Seele ein Gefühl von Rührung und Wonne und ich dachte mir: „Wie wahr ist es, daß die Schwachen und Einfältigen das Himmelreich an sich reißen!" Außer der Greisin Anna zählt Attigo noch den obenerwähnten Alten und zwei andere Erwachsene, einen Mann und eine Frau, die in Todesgefahr getauft wurden, als Katholiken, abgesehen von vier Kindern, welche die Nottaufe überlebten. Also acht Getaufte. Als ich mit P. Kohnen der umgetauften Anna meinen Besuch in ihrer Hütte machte, benützte ich die Gelegenheit, auch bei einem der notgetauften Erwachsenen vorzusprechen. Der gebrochene Greis, der nicht mehr gehen konnte, hockte auf seiner Kuhhaut und rauchte die Pfeife. P. Kohnen fragte ihn tut Laufe des Gespräches, was er am Sonntage tue. „Am Tage Gottes", sagte der Alte, „strecke ich die Hände nach oben und bete zu Jesus" und dabei hob er seine zaundürren, fleischlosen Arme gegen den Himinel. Armer und doch glücklicher Greis! Auch er gehört zu den Schwachen und Einfältigen, die das Himmelreich an sich reißen. Und wer ist dieser aus-erwählte Greis? Er ist der Vater des Agitschak, des oben in der dritten Menschenklasse erwähnten Jünglings, der die Taufe noch nicht will, um nicht den Leidenschaften entsagen zu müssen. Ich glaube sicher, daß der Sohn nicht die Tage seines Vaters abwartet zum Empfange der Taufe. Das bisher Gesagte gewährt einen Einblick in das Bekehrnngswerk in Attigo. Es soll nicht im geringsten abschreckend wirken. Im Gegenteil, es ist gut, die Wahrheit zu kennen. Sie ist ermutigend und verheißungsvoll. Zwar gehören die bisherigen Täuflinge entweder dem ohnmächtigen Kindesalter oder den gebrechlichen Greisenjahren an und mit Säuglingen und Greisen kann noch keine Christengemeinde gebildet werden. Nur ein wenig Geduld, bald werden die hiezu notwendigen Burschen und Mädchen, Männer und Frauen nachkommen. Wir müssen uns in ihre Lage versetzen, um ihre Schwierigkeiten zu verstehen. Die Taufe empfangen und Christen werden heißt vorläufig für sie soviel als aufhören, Schillnk zu sein. Es ist zweifellos, daß bei der eingefleischten Abneigung der Schillnk gegen alles Nene und Fremde die Täuflinge sich der Gefahr aussetzen, als Verräter der väterlichen Sitten und Einrichtungen ihres ersten Königs und Halbgottes Nykang sowie als Freunde und Diener der Fremden verlacht und verachtet zn werden und als nicht mehr gleichwertig mit ihren heidnischen Stammesgenossen zu gelten. Jünglinge fürchten überdies und nicht mit Unrecht, daß im Falle des Bekanntwerdens ihrer Bekehrung sie kein Mädchen mehr heiraten wolle. Da wäre ein großer, ja heroischer Mut notwendig, unter solchen Verhältnissen die Taufe zn empfangen. Solchen Heroisnms zu erwarten, ist viel verlangt. Begehrt haben die Taufe mehrere und sogar viele, aber im entscheidenden Augenblicke zogen sie sich zurück. Sie kennen genau die Folgen dieses Schrittes und finden nicht den Mut, als erste den Schritt zu tun. Lieber wollen sie warten, als vorzeitig die Taufe empfangen und dann ihren Verpflichtungen nicht nachzukommen. Dieses Benehmen steht so ganz im Einklang mit ihrem Charakter. Dieses, ich möchte sagen, besonnene Vorgehen empfiehlt sic mehr als unüberlegtes Handeln. Sie wären keine Schillnk, wenn sie es anders machten. Augenblicklich ist die Lage in Attigo diese: Etwa 80 bis 100 beiderlei Geschlechtes wissen so viel, daß sie zu jeder Stunde die Taufe empfangen können. Um sie nicht durch fortgesetzte Wiederholung des Gelernten zn ermüden und nutzlos in Anspruch zn nehmen, wurden etwa 30 der älteren vom regelmäßigen Unterricht befreit; sie kommen am Sonntag zur Kirche und erhalten dabei Unterricht. Also eine Entlassung ans der Werktags-schnle mtb Eintritt in die Feiertagsschule. In der letzteren wird das Gelernte wiederholt und besonders das Verlangen nach dem ewigen Heile zu wecken gesucht. Das ist jetzt der springende Punkt. Während Jünglinge und Mädchen sich den Jahren der Selbständigkeit näher», muß das Verlangen nach Überirdischem, ein Hunger nach der Heiligung, ein Durst nach dem ewigen Heile in ihnen wachgerufen und ihr Mut gekräftigt werden, so daß sie die als notwendig erkannten Heilsmittel frei ersehnen und ohne jede menschliche Rücksicht empfangen. Zu diesem letzten und besonders schwierigen, ja übermenschlichen Werke bedarf es unabweisbar der göttlichen Gnade. Gottes Gnadensonne möge einen warmen, einen heißen, einen brennenden Strahl überAttigo senden und in die Herzen der Schillnk versenken! Es genügt, daß der Gottesfnnke im Herzen nur einiger Jünglinge zünde, und alles ist gewonnen: die Taufe einiger braver, mutiger Jünglinge bricht das Eis, die Krise ist behoben. Diese Erstlinge der Christengemeinde werden zeigen, daß man int Grunde Schillnk bleibt, auch wenn inan Christ wird, und friedlich und sieghaft wird unsere Religion den Erobernngsgang fortsetzen so lange, bis ganz Attigo christkatholisch sein wird. Der Tag — hoffentlich ist er nahe — an dem der beseligende Wandel eintritt, wird sein der Tag von Attigo und Lnl zugleich, das als ältere der zwei Schwestern das Gedeihen der jüngeren 28 Stern der Neger, Heft 2. sich zum Verdienst rechnen darf, Beten wir den Tag des glückseligen Wandels schauen! für die Schilluk mit die Gnade der Bekehrung i Das große Bedürfnis des Augenblickes ist die und Gott der Herr erhöre uns und lasse uns Gnade, Rufgabe der Weltturcbe für die äußere Mission. Wir Können nicht umhin, diese Rede, welche der Luxemburger Professor Dr. Jakob Meyers auf dem Augsburger Katholikentage hielt, noch nachträglich zu bringen. Was der Redner von den Katholiken Deutschlands sagt, können wir im großen und ganzen auch auf uns Österreicher beziehen, in hervorragendem Grade aber auf das brave Tirolervolk. Besonders aber möchten wir diesen Vortrag den Studenten, Theologen und jungen Priestern empfehlen, welche bei uns leider nicht den Mut finden, sich mit gleicher Begeisterung dem Missionswerke zu widmen, wie wir es bei unsern Brüdern im Deutschen Reiche sehen. Die Mission ist der Idealismus des Christentums, Das ist ein bekanntes und beliebtes Wort unserer Zeitgenossen, Politiker und Staatsmänner, Ethnographen, Gelehrte und Forscher, Redner und Dichter der verschiedensten Geistesrichtung haben dasselbe mehr als einmal mit großem Nachdruck und tiefer Überzeugung ausgesprochen. Robert Koch war einer der jüngsten, die Zeugnis für dasselbe abgelegt haben. Und als vor einigen Monaten ans dem fernen Deutsch-Ostafrika die Kunde zu uns gelangte, daß ein katholischer Missionär von einem dortigen Eingeborenen ermordet worden sei, da wurden allenthalben Stimmen laut, die zugleich mit dem Schrei der Entrüstung über die grausame Tat den Ruf der Bewunderung verbanden für jene hochsinnige Kulturarbeit, die auch für den nüchternsten Beobachter ein ergreifendes Bild voll idealer Gestalten der edelsten Menschlichkeit, des heldenmütigsten Opfersinnes, der glühendsten Gottesund Menschenliebe darbietet. Uns gläubige Katholiken wundert es aber keineswegs, daß auch von draußen her so viele Stimmen der Anerkennung unseres Missionslebens herübertönen. Denn für uns ist die Mission die herrlichste Entfaltung aller Lebenskräfte des Christentums, die majestätische Verwirklichung des geistigen Reichsgedankens der Kirche, das „große Gotteswerk", von dein der zeitenknndigc Leo Xlll. in einem denkwürdigen Monumente seines pontifikalen Wirkens so wundervoll geredet hat, die einzig beglückende Seelenknltur der wahren Liebe. Im fiebernden Getümmel der Zeit, in der herrschenden Verwirrung der Ideen ist der Missionsgedanke einer jener hohen alten Firnen, von denen aus die weite, tiefbewegte Gegenwart wiedererstrahlt im unsterblichen Lichte der reinen Wahrheit und Schönheit des Christentums. In jener klaren Spiegelluft wird auch uns selbst wieder wohl, weil unsere ewigen Ideale uns in ein näheres, freundliches Licht gerückt werden und uns wieder zum vollen Bewußtsein kommen. Ach, nur ein Blick ins Ew'ge weiht Die ganze arme Menschlichkeit. In großen Entscheidungsperivden ist es notwendig, daß wir die Gipfelpunkte unserer Lebensauffassung und Weltanschauung ersteigen. In Zeiten, wo die sittliche Welt in allen ihren Tiefen bewegt erscheint und die Gesellschaft in großen Wellen schlägt und brandet, ist es notwendig für jeden, der sich dem Spiel der Wellen nicht preisgeben will, daß er sich zuerst nach den Standsternen des Himmels zurechtzufinden suche, damit er einen Halt gewinne an dem, was fest bleibt inmitten der Bewegung, und damit er die Weltgegenden erkenne und wisse, woher Windeszug und Wasserströmung kommen und wohin sie wieder ziehen. Die Mission gewährt uns diesen festen und klaren Halt und Höhepunkt. Missionsbegeiste-rnng ist Glaubensstärke, Missionssinn ist Opfersinn, vor allem aber Missionsliebe ist reine, uneigennützige Gottes- und Menschenliebe: der Heft 2. Stern der Neger. 29 Pilgerstab des Missionärs hat oft geschützt da, wo das Schwert des Eroberers nicht schützen konnte. Der Gottesstaat armer, entsagender Menschen, die auf Apostelwegen wandern bis an die Enden des Erdkreises, ist eine ewige Heimat der gläubigen Menschenseele. Der Missionär ist der immer junge Held von Monsalvat, der niedersteigt von der alten Europabnrg, in seiner reinen Hand den heiligen Gral der christlichen Wahrheit trägt; und von diesem Gral geht ein wundersames Leuchten aus, das die Welt segnet. Darum ist Missionsarbeit und Missionseifer unsere Freude und unser Stolz, ist Idealismus des Christentums im schönsten Sinne des Wortes. Das haben Deutschlands Katholiken niemals vergessen. Vor allem haben die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands dem Werke der Missionen immer ihre ungeteilte Liebe und Verehrung zugewandt. In den leiderfüllteu Tagungen der siebziger Jahre ist die Sorge um das Wohl und Wehe der Missionen nicht verstummt uiib in der Jubelversammlung im Schatten des Kölner Domes bildete sie einen der schönsten Edelsteine im Diadem der Katholikentage. Auf der 55. Generalversammlung in Düsseldorf wurde der Rahmen der sonst üblichen Missionsresolutionen erweitert und neben den Teilmissionen auch die Weltmissiou der Kirche nach Gebühr in den Gesichtskreis gerückt. Mit freudigem Dank habe ich es unternommen, dem Missionseifer der deutschen Katholiken das Wort zu reden. Und ich möchte an diesen höchsten und heiligsten Gegenstand alle Liebe meines Herzens und alle Kraft meines Wortes verschwenden, damit, von dieser hohen Warte aus, wo ich die Menschheit als Zuhörerin habe, es weithin leuchte wie ein ermutigendes St. Elms-Feuer auf den Segelstangen am Schiff der Kirche. Ich werde die Schattenseiten und Unvollkommenheiten nicht in den Vordergrund rücken, nicht streiten und nicht anklagen. Ich weiß, daß wie bei allen von Menschen betriebenen Unterneh- mungen auch die Missionen nicht von Menschlichkeiten verschont geblieben sind: daß auf jubelnde Erntetage auch prüfende Sturmzeiten kommen: daß Mißerfolge auch das glücklichste Haus und den treuesten Hüter treffen können, gemäß den schönen Worten Longfellows: Es ist kein Herd so sturmgeschützt und friedlich, Ein Stuhl steht leer davor, Es ist kein Hirt so trat und unermüdlich, Der nicht ein Lamm verlor. Aber ich weiß auch, daß ehrliche Selbsterforschung und Selbstkritik nicht gleichbedeutend sind mit Anklage und Verurteilung: ich weiß, daß auch im Missionswerk der Weg aufwärts gehen muß in freudiger Zuversicht. Ich werde and) nicht rechnen und zählen. Die Zahlen, die mir bei der Vorbereitung zu dieser Rede zur Verfügung gestellt sind, reden aber eine laute Sprache. Sie sagen uns: Wir brauchen keine neue Organisation, wir brauchen keine Technik und keine neue Methode — was wir brauchen, das ist mehr Seele, mehr Kraft und mehr Enthusiasmus. Die Missionsarbeit wendet sich an das Heroische in nns. Mehr Begeisterung, meine Herren! Langst im Gemeinen wär' die Welt zerfallen, Längst wären ohne sie zerstäubt die Hallen Des Tempels, wo die Himmelsflamme brennt. Sie ist der Born, der ew'ges Leben quillet, Bom Leben stammt, allein mit Leben füllet. Darum soll mein Wort ebensosehr Mah-nung und Hilferuf als Verherrlichung und Lvbgesang sein — Hilferuf mit dem armen Mazedonier, der in einer herrlichen Vision an Paulus herantrat mit der rührenden Bitte: „Transiens adjuva nos!“ Komm zu nns herüber und hilf uns! Koinm herüber, katholisches Deutschland, über Meere und Länder, durch Wälder und Wüsten und hilf denen, die allein sich nicht retten können! Verherrlichung und Lobgesang im Hinblick auf das, was 2000 Jahre christlicher Weltmission geschaffen haben und was Gott selbst heute der Menschheit zeigt. Katholiken Deutschlands, so wollen wir Hilferuf und Hymnengesang inein-anderklingen lassen zur Ehre der Weltmission, der Kirche und ihrer göttlichen Größe. Denn diese Größe überholt alles, was Menschengeist und Menschenhand gebaut. JnderMorgen-röte ihres dritten Jahrtausends steht sie noch vor uns, in ewigem Grunde gefestigt, in weltgeschichtlichem Wachstum geworden, in stets neuem Reichtum erstrahlend. In ewigem Grunde gewurzelt und gefestigt: so erscheint uns zu den Ereignissen der Unwahrheit geziehen werden könnten. Ein so absolutes und bedingungsloses Wort wie dieses: Gehet hin und lehret alle Völker! unterstellt eine Sicherheit ohnegleichen, zeugt von dein Adlerblick des Propheten, der, ehe er sich zum ewigen Schlafe niederlegt, die Menschheit betrachtet, die voll Aufmerksamkeit und Gehorsam an seinem Grabe sitzt. Dieses Wort aber hat Christus ausgesprochen; er hat es zuerst gesagt und Die Scbulfctnöer in Attigo (Tonga). allererst die Weltmission der Kirche. Sie beruht auf vieltausendjährigen, unverbrüchlichen göttlichen Satzungen, sie ist der grandiose Schlußstein am Werke der Erlösung. Was im ewigen Weltenplane Gottes lag, das wurde durch Jesu letztes Wort und letzten Willen besiegelt und dieses letzte Wort lautet: „Gehet hin und lehret alle Völker!" Wenn man stirbt und ein Vermächtnis hinterlassen will, dann wägt man seine letzten Befehle und man gibt keine solchen, die von er ist der einzige, der es gesagt hat. Er umfaßte damit die ganze Menschheit: er dachte an die Söhne Sems in der Abgeschiedenheit ihrer Hirtentäler, er dachte an die Söhne Japhets und an ihren kühnen Unternehmungsgeist. er dachte aber auch an die sonnenverbrannten Söhne Chams in ihren; Fluch und ihrer Verworfenheit. Im Gegensatz zu der antiken Minerva, die das Heidentum uns darstellte als aus dem Kopfe Jupiters während seines Schlafes ent- sprangen, kommt unsere Kirche nicht aus dem Haupte unseres Gottes allein: sie kommt ans seinem Herzen, sie ist ein Werk der Liebe und Barmherzigkeit und es liegt in ihrer Natur, die wunderbaren Gaben zu verbreiten und auszusäen, die sie als unsterbliches Erbe von ihrem göttlichen Gründer erhalten hat. Die Kirche, aus dem Herzen Gottes geboren, geht mit geöffneten Armen und ausgebreiteten Händen; es drängt sie die Liebe Gottes, das Evangelium zu predigen aller Kreatur. Nicht das Vorrecht eines Volkes soll ihr Wort sein, nicht das Erbteil einer Nation, nicht ein Schatz, der einigen Menschen vorbehalten ist — nein, ihr Wort und ihre Wahrheit sollen das Gemeingut aller sein, der Reichen und der Armen, der Gelehrten und der Unwissenden, der Griechen und der Barbaren. Aus diesem göttlichen Missionsprogramm ergeben sich das Recht und die Pflicht der Weltmission der Kirche. Ans ihm ergibt sich, daß die Mission nicht eine Liebhaberei einzelner interessierter Kreise sein kann, daß sie auch nicht nur gelegentliches Tun sein darf, sondern Gesamtpflicht der ganzen Kirche. Neben den berufsmäßigen Missionären, die praktische Apostolatstätigkeit üben, hat jeder gläubige Christ die Pflicht, derMission Dienste zu leisten durch materielle Unterstützung und Teilnahme, durch Wort und Schrift, wenn er die Fähigkeit dazu besitzt, durch sein Gebet unter allen Umständen. Missivnspflicht und Missionsdienst müssen wir alle üben, Söhne des Apostolats müssen wir alle sein. Einst trug die Welt das schwere Joch der Römer und die Statthalter, die über die einzelnen Gebiete des unermeßlich weiten Reiches gesetzt waren, hatten nicht nur die Pflicht, die unterworfenen Völker zu regieren, sondern auch dafür zu sorgen, daß ein großer Teil des Reichtums der Provinzen nach Rom hinströmte, dem Mittelpunkte jener Welt. — Rom ist der Mittelpunkt unserer geistigen Welt geblieben. Aber ein anderer Geist und ein anderer Herzenszug bewegt dasselbe. Reichtümer und Steuerbeträge fließen nicht mehr zum ewigen Rom. Aber ein Reichtum soll nach Gottes Fügung ausgehen vom Herzen der Christenheit, den wir alle tragen helfen müssen bis an die Enden des Erdkreises. Die Weltmissivn der Kirche ist-im ewigen Grunde gewurzelt und befestigt. Hat sie aber auch ihre geschichtliche Bestätigung gefunden? Ich sage: Wenn je die Geschichte das-.Recht einer Sache begründen kann, so hat sie es bei der Mission getan. Menschenwerk und Menschenwvrt sind hinfällig und vergänglich. Alles ist gefallen vor der Geschichte: Perse- Ibnlte der Dscbnr (38abr=el=©ba3al). pvlis und Babylon und Theben und der Römer und der Griechen Reich. Darum hat kein Weiser, kein Philosoph, kein Staatsmann je daran denken können, seinen Schülern und Angehörigen zu sagen: „Nehmet diesen meinen Gedanken und dieses mein Wort auf und traget sie bis an die Enden des Erdkreises." Nichts, was je in der Geschichte die größten Männer getan, läßt sich in seinen Folgen vergleichen mit dem Worte Christi an die Zwölf: Ite docete! Gehet hin und lehret alle Völker! Wir haben das Wort eben in seiner religiös-grundsätzlichen Bedeutung kennen gelernt. Prüfen wir es auf seinen geschichtlichen Wert. Kurze Zeit, nachdem es ausgesprochen war, erlebte die Welt eine sonderbare Erscheinung: wie in der Nacht, wenn alles ruhig uni uns her ist und man neben sich her etwas wie ein geheimnisvolles Wesen schreiten zu hören glaubt, so hörte man zum erstenmale ein Wort, das lebte, das sich bewegte, das durch die ganze Welt ging — ein Wort, das weder Furcht noch Stolz kannte, ein Wort, das nur diesen einfachen Ausdruck hatte: Ich bin die Wahrheit! Erkläre mir, o menschliche Wissenschaft, erkläre mir nach 20 Jahrhunderten diese Ereignisse anders als durch die göttliche Sendung, durch die Mission! Ich habe allerdings sagen hören, daß die Seelen jener Zeit, die erst vor kurzem von dem alten Aberglauben befreit worden waren, eine gelehrige Zuhörerschaft bildeten: aber ich habe auch sagen hören, daß in dem neuen Gvttes-wvrt nicht allein die Rede ging von den großen Hoffnungen auf eine soziale Neuerung, sondern auch und zumeist von dcnGeheim-uiffen und Rätseln des christlichen Glaubens und von der Strenge der christlichen Moral, die die Apostel ihren Zuhörern nicht vorenthielten. Durch natürliche Ursachen und Kräfte lassen sich die Erfolge der jungen Kirche nicht erklären und an ihrem siegreichen Gang durch die Ruinen der Geschichte erkennt man ihren göttlichen Ursprung und ihre göttliche Sendung. Göttlich ist vor allem die Weltmission des größten Geistes des Urchristentums, der einzig als Missionär im großen Stil zu begreifen ist. Das letzte Wort des Völkerapostels an Timotheus lautet: „Mein Sohn, nimm hin die Fackel!" llnd es kamen die Ältesten der Gemeinde und zündeten im heiligen Kreise die Lampe an, die heute noch nicht erloschen: und es lief von Mund zu Mund das Wort bis fern in den Osten, wo die heiligen drei Weisen hergekommen. Vergangen war das alte Heidentum und zersetzte sich in Verwesung: immer kräftiger wuchs aus seinen Elementen, die es sich angeeignet, das neue Gesetz und was sie zu seinerVeWichtung auch unternehmen mochten — alles schlug zu seinen Gunsten aus und wie griechisches Feuer brannte es unter dem hinzugegossenen Wasser immer heller ans. Zn lvelch gewaltigen Werken, zu welch tatenkräftigem Leben hat der herrliche, heilige Enthusiasmus für die Weltkirche nicht die alten Kirchenväter begeistert! Und als die Völkerwanderung hereingebrochen war und ein neues Geschlecht von Barbaren sich über Europa verbreitet hatte, da gingen die Enkel jener Väter unter diese neugeborenen Völkerschaften und es gelang ihnen bald, den gesamten Weltteil jenen neuen Gesetzen zu unterwerfen. Durch die dunklen Wälder Germaniens, Galliens und Britanniens schreiten die großen Apostel der europäischen Völker: Bruno und Bonifazius, Gregor der Große und der Mönch Augustinus, Willibrord und Suitl ertus, Cyrillus und Methodius, Adalbert und Siegfried und ihre zahlreichen Schüler, viele von ihnen ihr Wert mit dem Märtyrertod besiegelnd. Als sich dann später der Orient dem Eifer der Missionäre anschloß, da zogen in Scharen die Söhne des hl. Franziskus und des hl. Dominikus hinaus nach China und Indien und eröffneten dem Christentum und der Zivilisation neue Bahnen. Mit ihrem Schweiße befeuchtet und von ihreni Märtyrerblut getränkt, war der Orient reif geworden für die heldenhaften Arbeiten des größten aller Träger des katholi chen Missionsgedankens: des glorreichen Urhebers der Epopöe christlicher Welt-mission, vor dem ich hier nicht allein mit dem katholischen Deutschland, sondern mit der gesamten Menschheit mein Haupt in Ehrfurcht und Bewunderung neigen möchte. Ehre und Ruhm dem größten unserer Missionäre, dem hl. Franz Xaver! In 10 Jahren — der Dauer des tro-janischcn Krieges — bekehrte er hundert Völker: in 10 Jahren versöhnte er mehrere Millionen Neugetanfter und taufte für sich allein mehr als eine Million Ungläubige. Er gewinnt für Christus mehr Provinzen, als Alexander der Große unterworfen hatte: er schreibt seinen Namen auf mehr Gestaden als die berühmtesten aller Eroberer und Forscher. Ihr Engel der Völker, die er bekehrt hat, stimmt ihm eure Siegesgesänge an: ihr Apostel, steiget von euren Thronen und grüßet euren Streitgenossen ! Mir aber, unvergleichlicher Held des Apostolates, der ich es gewagt habe, meine arme Huldigung dem Hymnus des Himmels und der Erde anzuschließen, erlaube mir in dieser Versammlung treuer Katholiken ein doppeltes Gebet an dich zu richten: Segne diese Bischöfe und diese Gläubigen, die so viele Ansprüche auf deinen Schutz haben. Und das zweite lautet: Du warst ein Mann und ein Heiliger. Erbitte uns von Gott Heilige für die Kirche und Männer für das Vaterland. Die Männer sind es, die die Menschheit führen, die Heiligen sind es, die sie retten. Nach dem Ideal des großen Apostels der Gesellschaft Jesu haben sich Hunderte und Tausende von Nachfolgern zu bilden gesucht. Die Missionsbewegung setzt sich herrlich fort im 17. Jahrhundert und wenn auch während des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts vielfach ein Abflauen des Missionseifers zu verzeichnen war, so hat seither das Gesamtbild des katholischen Heidenapostolates und seiner staunenswerten Erfolge wieder einen herrlichen und erfreulichen Aufschwung genommen. In den gegenwärtigen Missionen befinden sich rund 9 Millionen katholischer Christen, über 12.000 Missionspriester, über 22.000 Missionshelfer, über 22.000 Kirchen und Kapellen und fast 18.000 Schulen. Diese Zahlen beweisen, daß das Senfkörnlein des Missionswerkes, gesät durch schwache Hände auf hartem Boden, znm Baume gewachsen ist. Gepeitscht von dem Sturme der Irrlehre, von der „Wissenschaft", hat der Baum die Masse eines Stammes gewonnen, der durch seine Stärke und Lebensfülle hinter sich läßt die ältesten Riesen der Wälder, die ewigen Zedern der Berge, d. h. die größten Nationen, den Stolz der Erde, die Summe der Geschichte. Im ewigen Grunde gefestigt, im steten Wachstum emporgestiegen, entfaltet die heutige Missionstätigkeit der Kirche ein reiches, vielgestaltetes Leben. Die modernen Lebensbedingungen, die unermeßliche Erweiterung des geographischen Horizontes, die glänzende Verkehrserweiternng der heutigen Zeit, die durch die Kolonisationsbestrebnngen der christlichen Mächte herbeigeführte nähere Berührung mit den heidnischen Völkern: all das hat in vielfacher Beziehung die Verhältnisse der Missionstätigkeit fördernd beeinflußt. Ich möchte um keinen Preis einem unbegründeten Optimismus das Wort reden. Wir alle wissen, daß nicht überall der Katholizismus unter den gleichen günstigen Bedingungen arbeiten kann wie Die anderen christlichen Konfessionen: aber es muß unsere Herzen erfreuen, daß trotz allem die katholische Weltmission zu Anfang des 20. Jahrhunderts keinen Niedergang, sondern eher einen sichtlichen Fortschritt zu verzeichnen hat. Als die schönste Blüte und Entfaltung katholischen Missionseifers müssen wir den Missionsberuf, die persönliche direkte Hingebung an das Werk der Missionen bezeichnen. Unsere Missionäre sind die Jugend 34 Heft 2. Bivrii der Neger. und die Lebenskraft der Kirche. Unsere ernstesten Apologeten, Theologen und Historiker, unsere geistvollsten Redner und Dichter haben den Missionär gefeiert als das Ideal der reinsten Menschenliebe und des rührendsten Seeleneifers, als den berufensten und erfolgreichsten Kulturverwalter, den wahrsten und aufrichtigsten Freund des Vaterlandes und den treuesten Diener der Kirche. Es hat Päpste gegeben, die sich in rührender Demut beugten vor dem Missionär und ihre Tiara nicht höher stellten als seinen Rilufer bei Assuan. Wanderstab. Ich begreife das. Und wenn ich zu den ausgezeichneten katholischen Männern und Frauen, die hier versammelt sind, ein besonderes Wort von der Missionspflicht der deutschen Katholiken zu reden hätte, so würde ich mit voller Überzeugung sagen, gebt mir euer Geld, damit ich es mit vollen Händen streuen kann über die armen Völker, die da sitzen in der Finsternis und in den Schatten des Todes: gebt mir eure Teilnahme, damit ich den Mut nicht verliere in einem so dornenvollen Leben: gebt mir euer Gebet, damit der Segen des Allmächtigen meine armen Bemühungen, segne; vor allem aber, katholische Väter und Mütter, gebt mir euer Bestes, gebt mir euer Blut und Leben, damit ich sie hinaussende, um den Hungrigen das Brot zu brechen und das Licht zu spenden, die da sitzen in der Finsternis und in den Schatten des Todes. Es wird euch nicht gereuen, tapfere Elternherzen. Zwar werden die Tränen fließen an dem Tage, wo das geliebte Kind hinwegzieht ans dem altehrwürdigen Elternhause. Zwar wird das Herz erbeben im letzten harten Trennungsschmerze, ivenn er vom Schiff aus euch den letzten Gruß zuwinken wird. Aber wenn dann das Opfer vollbracht sein wird, dann kommt der süße, überreiche Lohn: Lohn fürs Vaterland, dem dein Kind so treu und hochsinnig dient, Lohn für die Kirche, die freudig sein Schaffen an die Ewigkeit gliedert, Lohn und Segen für dein eigenes Haus nicht in letzter Linie. Eines Tages, christliche Mutter, werden wir nach der Last und Mühe des Erdenlebens uns zum Abschied rüsten müssen, es wird für uns das letzte Stündlein sein. Dann zieht dein Leben an deinem Geist vorüber mit seinen Mühen und Arbeiten, mit seinen Hoffnungen und Enttäuschungen, mit seinem Sturm und Sonnenschein mtb wohl mag in das müde Mutterherz eine Angst kommen und eine Bangigkeit, ob bit in allen Wegen deine Pflicht getan; doch da kommt es dir in den Sinn, daß bit Ihm deinen Sohn geschenkt hast. Vor deinem Geiste erscheint fern in den Urwäldern von Afrika ein Priester des Herrn an einem einfachen, von rohen Baumstämmen gezimmerten Altar; um den Altar knien die Kinder der Wildnis, die er getauft; sie vereinigen ihr Gebet mit dem seinen und während er den Kelch des Heiles hebt, während das Glöcklein klingt zur heiligen Handlung, da schwebt ein Engel nieder, nimmt vom Altar den Segen und die Kraft, die niedergelegt sind int heiligen Opfer, und er trägt sie über die Länder und über die Meere an dein Sterbebett, daß sie aus der Hand des Sohnes der Trost der sterbenden Mutter feien. O Messe des Missionärs, o Sterbebett der Mutter, o höchstes Ideal des katholischen Glaubens, o Heiligtum der christlichen Familie: so lange die beiden dir bleiben, katholisches Deutschland, so lange wirst du stehen in Kraft und Herrlichkeit und Schönheit! Gott sei Dank, daß gerade in dem gegenwärtigen Augenblick die Liebe zur katholischen Weltmission daran ist, neue, segensreiche Schöpfungen ins Leben zu rufen! Soll ich sie alle aufzählen? Ich wurde befürchten müssen, eins, und wäre es auch das geringste, zu vergessen, aber nicht vergessen werde ich die weltumspannende Missions-organisation, die wir als Verein derGlaubensverbreitungkennen, die großartigste Vereinigung, die überhaupt das 19. Jahrhundert geschaffen hat. Er rief die ganze katholische Weltunter die Waffenzur Ausbreitung desMeiches Christi, trug das Missionsinteresse in Palast und Hütte, in Stadt und Land, unter alle Nationen und Rassen, schuf zwischen den Missionsbrüdern und der Heimat ein inniges Band der Liebe und Freundschaft und machte das Apostolat zu einer gemeinsamen Herzensangelegenheit der ganzen katholischen Christenwelt. Gern spreche ich den Wunsch aus, dieser segensvvlle Verein möchte sich zu einem Weltverein, zu einer wirklichen, kirchlich beglaubigten Zentrale entwickeln, die in das Missionswesen größere Einheit und Kraft hineintragen würde. Dieselbe Freude gewährt uns der Kindheit Jesn-Verein: hat es nicht jedesmal unseren Eifer für die Missionen angeregt, wenn wir im lieben Heimatsdorf die Kinder beten hörten: „Für die armen kleinen Heidenkinder" ? Herzlichen Dank den verdienstvollen Leitern und Herausgebern unserer Zeitschriften, ein lautes, freudiges Wort der Anerkennung für die Missionsarbeit der katholischen Frauen. Ich habe gelesen, daß in vielen deutschen Städten edle Frauen in freien Stunden für die armen, verlassenen Wilden arbeiten, ihnen den Altar schmücken und das Kirchlein liebevoll ausstatten. Wenn es wahr ist, daß im traten, stillen Sinnen und Spinnen die schönste Perle des Frauenberufes liegt, dann kann es für die katholische Frau keine herrlichere Arbeit geben als die Arbeit für die Mission. Ich muß auch begrüßen die katholische Missionswissenschaft und die mit ihr verbundenen akademischen Missionsvereine. Hervorragende wissenschaftliche Erörterungen haben sich mit jugendlich begeisterten Jugendschöpfungen verbunden. Gruß und Dank den Männern mister theologischer Wissenschaft, die, wie Professor Meinertz und Dr. Schmidlin, Itttlufer in Oer IRäbe von Assuan. mit so viel Eifer und Erfolg dieses von den Katholiken zu lange vernachlässigte Gebiet betreten haben. Mein Gruß aber auch der akademischen Jugend aus der lieben alten Universitätsstadt Münster im Westfaleuland. Es ist mir wohl erklärlich, daß Münster, wo Lehrer und Freunde der Studenten so rastlos tätig sind für die Erhaltung der Ideale in unserer Jugend, der Ausgangspunkt für eine so durchaus ideal gerichtete Geistesbewegung geworden ist. Auf diese Jugend vertrauen wir in allen Dingen und wenn es jetzt heißt: akademische Missionsarbeit, so weiß ich ganz bestimmt, daß aus dieser akademischen Arbeit mehr als ein wirklicher Missiouspriester hervorgehen wird. Das junge Herz allein kennt ja die wahre Begeisterung. Als einst zu Rom Scipio Afri-canus bekannt machte, daß Nuntia in Gefahr sei, und zum Kampfe für die bedrohte Stadt aufforderte, da kamen die jungen Römer in solchen Scharen heran zum Kriegsdienst, daß der Feldherr fürchtete, es möchte Italien leer zurückgelassen werden. Mag das Vaterland nicht leer zurückgelassen werden in deinen Reihen, o katholische Jugend, so wird die Sache der armen Heidenvölker da draußen stets begeisterte Verteidiger und Soldaten finden! Habe ich noch nötig, hervorzuheben, daß die katholische Weltmission auch eine ganze Reihe menschlich schöner Errungenschaften bietet ? Kulturelle Hebung, Förderung der Wissenschaft, im besonderen der Ethnographie, der Naturwissenschaft, der Sprachenkunde, der Literaturgeschichte, der Geographie, der Theologie und Bibelforschung, der Vaterlandsliebe und Volkserziehung im edelsten Sinne des Wortes? Darum findet auch die modernste Richtung begeisterte Worte der Anerkennung für die Mission. Gustav Frenssen schreibt: „Ich sage euch, wer in unseren Tagen ins Grab geht, ohne das große Werk der Mission kennen und lieben gelernt zu haben, der hat ein schönes Stück Land seines Lebens verloren gehen lassen." Erlauben Sie mir, das Wort so umzuändern: „Wer von uns Katholiken ins Grab geht, ohne der katholischen Mission sein Interesse und seinen Eifer zugekehrt zu haben, der hat sein schönstes Stück Land in Gleichgültigkeit und Verachtung liegen lassen und den besten Teil seines Lebens verloren." Wenn nicht alles täuscht, erleben wir zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Erneuerung des katholischen Missionseifers und damit eine Wiedergeburt des katholischen Bewußtseins in allen Lebenslagen. Die Pflugschar der Geschichte ist durch die europäische Gesellschaft gegangen: rechts und links wurden die Schollen aufgeworfen und umgekehrt-, neue Länderfurchen wurden tief in die Gesellschaft eingeschnitten. Nachdem der Ackersmann von Anbeginn das Tagewerk vollbracht, hat er die Pflugschar umgelegt und überschaut nun seine Arbeit. Und siehe! Das Zeichen, das er in die Erde eingeackert und das von keinen Umwälzungen und Veränderungen entfernt werden konnte, ist das Kreuzzeichen! Es wirkt wie ein Zeichen, das die Feinde verscheucht und die Freunde vereinigt zu jener unsterblichen Einheit der Lehre, die das Herz und das Leben der katholischen Kirche ausmacht. Dieses Werk ist nicht Menschenwerk. Da ahnt man die Nähe desjenigen, der auch noch heute der Schlich- und Quaderstein des göttlichen Lehrgebäudes ist. Das Wort von der Weltmission darf nicht beendet werden, ohne daß wir den Blick erheben zu dem Völkerhirten im Vatikan. Nun sind Monate hindurch über sein greises Haupt so viele Bitterkeiten niedergegangen, daß bei dieser erhebenden Zusammenkunft ein Wort aus unseren Herzen sich lvsringt, das im Sturmwind der Begeisterung über die Alpen geht und das lautet: Treu zu Papst und Kirche! Und wenn einer mir entgegentreten mit sagen würde: Ihr seid in der Hand eines höchsten Glaubensherrn willenlose Knechte, die sich ihrer persönlichen geistigen Würde begeben haben, würde ich antworten: Du bist im Irrtum! Wohl ragt der Dom unserer Kirche himmelan, aber die Steine, aus betten das Werk gefügt, sind nicht tote Massen, vielmehr freie, selbständige Naturen, die ihren Willen an die Idee resigniert haben, weil sie in ihr die ewige göttliche Wahrheit und ihre Sendung auf Erden erkannt haben. Im Fortbestand ihrer glorreichen Einheit der Lehre unter dem Hirtenstab der Nachfolger Petri sehen wir das notwendige, gottgesetzte Fundament für die Weltmission der Kirche. Leo XIII. und Pius X. sind in der väterlichen Sorgfalt um die Ausbreitung des Glaubens und die Erweiterung des Reiches Christi zwei unvergeßlich schöne Bilder aus der Geschichte des heutigen Papsttums. Dem Hirten der Völker unsere treue Liebe bis in den Tod! Drum, altehrwürdige Bischofsstadt Augsburg, du altes, treukatholisches Bayeruland! In deinen Patriziergeschlechtern wie in deinem gläubigen Volke der Kirche immer so treu und ergeben, ihr Söhne des katholischen Deutschlands aus allen Gauen, darf ich mit den Worten des katholischen Dichters unsereü Gruß nach Rom zum Heiligen Vater senden: Hosianna! Hoch! Hoch! Gebenedeit, Der da kommt im Namen des Herrn, Ein Fried ensfürst, zum Sieben geweiht, Im Sturm ein Hoffnungsstern. Es glättet, es ebnet die Wogenbahn Sich sanft vor Pius' Fuß, Es schallt so milde vom Vatikan Der ewige Friedensgrnß. Es schweigt der Völker wilder Streit In dem heiligen Gotteszelt, In heiliger Siebesherrlichkeit Umarmt eilt Vater die Welt. W Aus dem fllMfftoneleben. IS! Line Lrstlingsblüte bet den Dfcbur. Don P. A. S. Die jüngste der drei Frauen des Häuptlings hatte ein Kind zur Welt gebracht, ein allerliebstes Baby, strotzend vor Gesundheit und Leben, mit einem Backenpaar voll wie die Engel des Rafael, über welchem zwei leuchtende Äuglein strahlten gleich zwei funkelnden Tautropfen, in denen die Sonnenstrahlen sich spiegeln. Übermütig und stolz auf seine Gestalt, war es voller Leben und wurde bald der Liebling aller. Ich glaube nicht, daß es schon den dreißigsten Mond gesehen hatte, als es bereits herumsprang und sich mit seinen Genossen, die bedeutend älter waren, auf dem Boden herumbalgte, angetan mit dem unschuldigen Gewände des ersten Menschen. Es war der Abgott des Hauses, der Benjamin des Häuptlings, das Leben der jungen Mutter. Aber nicht lange sollte die Freude währen. Das Knäblein erkrankte: der Unterleib begann anzuschwellen, die Augen wurden fahl und trübe, es konnte sich fast nicht mehr auf den Füßen halten. Eines Tages wurde es zu mir gebracht, damit ich ihm eine Arznei gäbe, was ich auch alsogleich tat; das wiederholte sich einigemale, dann sah ich es für-einige Zeit nicht mehr. Ganz gewiß wurde es in dieser Zeit der Obhut einer Person über- geben, die im Rnf eines tüchtigen Arztes oder einer tüchtigen Ärztin stand, da diese Wilden doch noch immer mehr Vertrauen zu den Kurpfuschern ihres Stammes haben als zu den Fremden. In der Tat überzeugte ich mich von der Richtigkeit meiner Vermutung, als ich eines Tages den Häuptling wieder sah, welcher in Begleitung seiner Frau zu mir kam, um von neuem eine Arznei zu holen: die Mutter und das Knäblein hatten Schnüre von Baumrinde um den Hals, die ihnen jedenfalls von einem einheimischen Arzt oder Zauberer umgehängt wurden. Der Vater war sehr traurig und sagte mir mit Tränen in den Angen: „Siehe, Vater, mein Leben ist eng mit dem des Kindes verknüpft. Sterbe ich, so liegt nicht viel daran: wenn die Mutter oder sonst jemand aus der Familie stirbt, so liegt gleichfalls nichts daran. Es ist dieses Kind, welches mir mehr als alles andere am Herzen liegt. Wohlan, gebe mir eine gute Medizin und du wirst mir das Leben zurückgeben." „Ich werde sie dir geben," erwiderte ich, „aber du darfst dem Kinde kein Fleisch, kein Obst und keinen Mehlbrei mehr geben, da es diese Sachen nicht verdauen kann und dann meine Arznei nutzlos ist." „Was soll ich denn tun? Wenn ich ihm das verweigere, was wir essen, so fängt es an zu weinen." Ich glaubte, die Armen überzeugt zu haben, doch war dem nicht sv, wie ich bald sehen mußte. Nach einigen Tagen sah ich das Kind unter einem Baume, wie es den Mehlbrei hinunterwürgte, den ihm die Mutter in den Mund stopfte. Ich wiederholte meinen Tadel, doch vergebens. Dem Volke will es nicht eingehen, daß man durch Diät vielem Übel abhelfen kann. „Bei uns muß man umso mehr essen, je kränker man ist, um die Krankheit leichter ertragen zu können", entgegnete der Häuptling. Wieder waren einige Tage verstrichen, da kam der Häuptling von neuem mit dem Kinde zu mir: der Unterleib war so angeschwollen und die Haut so glänzend und gespannt, daß es eine Trommel zu sein schien. Die Angelegenheit wurde ernst: da ich keine Hoffnung mehr hatte, das Leben des Kindes noch zu retten, so wollte ich wenigstens einen Engel aus ihm machen, bevor das Übel es hinwegraffte. Indem ich ihm mit dem Wasser der Wiedergeburt das Krenzzeichen auf die Stirne machte, taufte ich es und gab ihm den Namen Alois Josef. Als ich bald darauf einen ungewöhnlichen Lärm aus der Hütte des Häuptlings vernahm, begab ich mich dahin, um zu sehen, was los sei. Der Häuptling war im Begriff, ein Opfer darzubringen, um seinem Kinde die Gesundheit zu erflehen. Ich war froh, zugegen zu sein, da es für mich ein ganz neues Schauspiel war. Stellt euch einen kleinen Platz inmitten von vier oder fünf Hütten vor. Vor der einen Hütte sitzt die Frau des Häuptlings auf der Erde, mit dem Kind auf dem Arme, welches das abgemagerte Köpfchen an die Schulter der Mutter lehnt. In der Mitte des Platzes steht ein Schaf, neben demselben steckt eine Lanze in der Erde. Der Häuptling mit zwei Zauberern des Dorfes sowie die ganze Bevölkerung bilden einen Kreis um das Tier. Die beiden andern Frauen des Häuptlings sitzen mit ihren Verwandten etwas abseits; dort befinden sich auch die Häuptlinge der Nachbardörfer mit ihren Familien. Auf ein Zeichen des Oberzauberers hin ergreift ein hochgewachsener Denka die Lanze und nachdem er den Schaft entfernt, hebt er die Spitze in die Höhe, damit sie jedermann sehen könne. Hierauf erheben sich alle und während die Männer einen Gesang anstimmen, erheben die Frauen ein schrilles Geschrei. Inzwischen tötet der Denka das Schaf, indem er ihm die Lanze in den Hals stößt. Das Blut wird in einer Kürbisschale gesammelt, daraufhin setzen sich wieder alle An- wesenden, natürlich auf den bloßen Erdboden. Der Zauberer gibt jetzt einem Jüngling ein Zeichen, worauf dieser sich zu einem nahen Strauche begibt und einige Äste abreißt, aus deren Rinde er eine Art Strick stechtet, den er dem Zauberer darreicht; dieser wickelt ihn nach Art eines Halsbandes um den Hals des kranken Kindes und der Mutter, spuckt auf beider Köpfe und zieht sich dann zurück: alle Anwesenden wiederholen der Reihe nach die gleiche Zeremonie. Der Zauberer mischt inzwischen in einer Kürbisschale etwas Blut mit Wasser und besprengt damit die Mutter, das Kind sowie alle Anwesenden, welche auch dieses der Reihe nach wiederholen. Zu einer dritten Besprengung gießt der Zauberer etwas vom Mageninhalte des getöteten Schafes in ein Gefäß, mit mit dieser Brühe genau so zu verfahren wie mit dem Blute, was ihm alle Anwesenden nachmachen. Ich zog mich etwas zurück, um nicht mit Ende auch noch etwas mitzubekomnien, wozu ich keine Lust verspürte. Während sich diese Zeremonien vollzogen, hatte der Denka das Schaf abgehäutet und in Stücke zerlegt. Der Großhäuptling verteilte nun die einzelnen Stücke an die anwesenden Häuptlinge, die sich mit ihrem Anteil also-gleich nach Hause begaben, indem sie es den Frauen überließen, die arme Mutter zu bemitleiden und ihr die baldige Genesung des Kindes zu wünschen. Ich zog mich gleichfalls zurück, indem ich das arme Volk ob seiner Unwissenheit und seines Aberglaubens bemitleidete. Die Opfernug des Schafes hatte, wie vorauszusehen war, nicht den gewünschten Erfolg: das Knäblein näherte sich vielmehr rasch seinem Ende. Die ganze Angelegenheit sollte hiemit aber noch kein Ende nehmen. Die Eingeborenen schreiben nämlich jede Krankheit einer Verzauberung zu, welche irgend ein Feind oder einer, der dabei interessiert ist, ausführen ließ. Diese Ansicht gab Anlaß zu einem Zwischenfalle, der leicht ernste Folgen nach sich ziehen konnte. Eines Tages begab sich ein Mann des Dorfes in eine nahegelegene Ortschaft und erzählte einem andern, wie der Sohn des Häuptlings schwer krank sei, wie alle Opfer nutzlos gewesen seien und daß der Häuptling darob sehr betrübt sei. „Ganz gewiß wird das Kind sterben", erwiderte jener, „und auch andere Glieder der Familie werden bald im Tode folgen. Du weißt ja, daß er mein Feind ist und wie ich vor einigen Jahren von dem ,Miri‘ (Regierung) mit Kerker bestraft wurde. Damals habe ich geschworen, mich zu rächen. Ich habe zu diesem Zweck einen berühmten Zauberer der Denka gerufen, welcher nach erhaltener Belohnung ein Zaubermittel für ihn hergerichtet hat, und bevor dieses Zauber-mittel vernichtet sein wird, wird das Kind sowie andere Glieder der Familie sterben." Der Mann erwiderte nichts ans diese Mitteilung hin, begab sich vielmehr nach Hause und erzählte das Gehörte den ©einigen und dem Häuptling. Im Nu war int Dorf alles drunter und drüber: es wurde einer beauftragt, den andern zu bitten, das Zanbermittel zu zerstören, falls es ihm lieb sei, der Rache zu entgehen. Er weigerte sich jedoch entschieden. Die Sache wurde hiemit ernst: man wäre ganz gewiß handgemein geworden und hätte sicherlich auch viel Blut vergossen, wenn der hochw. P. Superior nicht eingegriffen hätte. Als er von der Sachlage erfuhr, bat er unsern Häuptling, einstweilen vom Kampf abzustehen, und schickte alsogleich nach dem Häuptling des Dorfes, dem der Feind unseres Häuptlings angehörte. Er stellte ihm vor, wie die ganze Verantwortung dessen, was vorfallen würde, ans ihn fallen würde, und forderte ihn auf, sich ins Mittel zu legen und auf alle Fälle einen Kampf zu verhindern. Eingeschüchtert und von der Wahrheit des Vorgebrachten überzeugt, begab er sich in Begleitung einiger Männer aus unserem Dorfe nach Hause zurück. In der Hütte des Übeltäters angekommen, entspann sich ein längeres Gespräch, welches damit endigte, daß er den Ort angab, wo der Zauberer das Zaubermittel versteckt habe. In einer kleinen Höhle waren einige zusammen-gebundene Wurzeln und Zweige hinterlegt. Das war also das berühmte Zanbermittel, welches den bösen Geist, der die Familie des armen Häuptlings verfolgte, beherbergte. Nachdem das Zaubermittel zerstört war, war auch der Krieg vermieden: der Familie aber hätten der Friede und die Gesundheit zurückgegeben sein sollen. Es geschah jedoch nicht so, denn nach einigen Tagen starb das Kind. Nrztttcde Ambulanz. Nach langer Abwesenheit wieder in die Mission zurückgekehrt, war es mein erster Gedanke, den vielen Bekannten in den nahen Dörfern einen Besuch abzustatten; wurde ich doch überall sehnsüchtig erwartet, dank der vielen Versprechungen, die man in meinem Namen gemacht hatte. Das Versprechen ist leicht, die Erfüllung jedoch nicht so einfach, besonders wenn sich einem so viele Hände entgegenstrecken. Während ich nun mit meiner Gefährtin über den Nil setzte, dachte ich darüber nach, wie ich mit meinen wenigen Sachen den Wünschen so vieler gerecht werden könne. Am anderen Ufer angelangt, begegneten uns gleich einige Frauen, die Wasser schöpften: als sie uns bemerkten, ließen sie ihre Wassergefäße stehen und kamen zu uns gelaufen, um ihrer Freude über das glückliche Wiedersehen Ausdruck zu verleihen. So viele Anhänglichkeit hätte ich mir nicht erwartet. Nur einen kleinen Teil des ersten Dorfes konnten wir an diesem Tage durchwandern, da wir vor jeder Hütte angehalten wurden. Die einen brachten uns ihre Kleinen, nur um sie uns zu zeigen, die anderen, damit wir ihnen irgend eine Medizin gäben. Da teilt uns eine den Tod ihres Mohammed oder den Tod ihres kleinen Ibrahim mit. Doch nun das Schönste. Da kommt eine kränkliche Frau, die wir bereits kannten; nach kurzer Begrüßung bittet sie uns mit ihr zu kommen. Wir durchqueren zwei große Kammern; in einer liegen zwei Männer auf ihrem „Angareb", zur Begrüßung erheben sie sich. Einer begibt sich in einen Winkel, wo ein stattliches Pferd liegt, und indem er mir einen geschwollenen Fuß des Tieres zeigt, bittet er mich um eine Arznei. Ich hielt das Lachen zurück und sagte mit dem größtmöglichen Ernste, sie sollten den geschwollenen Fuß öfter mit Wasser abwaschen und das Pferd einige Tage lang ruhen lassen. . . Wird es wohl genützt haben? Hoffentlich hat es wenigstens nicht geschadet. So muß man denn allen alles werden, um alle für den Herrn zu gewinnen. Ich mußjedoch erwähnen, daß wir auf unseren Ausgängen nicht immer als Tierärzte fungieren müssen, für gewöhnlich werden nur menschliche Wesen zu uns gebracht. Unter den vielen Fällen will ich nur einen hervorheben. Es war der vorletzte Tag vor meiner Abreise von Assuan, als eine Anzahl Frauen bei uns vorsprach. Eingetreten, öffnete eine derselben ein kleines Päckchen und zeigte mir ein kleines Geschöpf, es mochte ungefähr neun Monate alt sein. Die arme Kreatur war ganz heruntergekommen, das Auge war bereits halb erloschen, die Gesichtsfarbe war leichenblaß, alles Zeichen einer nahen Auflösung. Da sagte die gute Mutter: „Wird es sterben ? . . . Laß es nur sterben! Was kann ich mit einem solchen Krüppel tun ?" — „Spreche nicht so ! Wir sind verpflichtet, unser Möglichstes zu tun, um ein Leben zu retten; wenn es uns dann nicht gelingt, so geschehe der Wille des Herrn." Nach diesen Worten untersuchte ich das Kind. Ich überzeugte mich, daß der Tod des unglücklichen Geschöpfes nahe bevorstehe. Ohne Zeit zu verlieren, verlangte ich etwas Wasser... und wusch es . . . Es war wiedergeboren und bald darauf entflog seine Seele in ein besseres Jenseits. Eine Missionsschwester. Heft 2. Stern der Neger. 41 fr jfAQyv 1 Unterbaltenbee. 1 Lingua Rasse's Vertraute. Lrzäblung von Dr. Dugo /UMont. (Fortsetzung.) 2. Kapitel alte Lrinirerungen. Senuessi machte sein chef, das heißt seine Mittagsruhe, auf einem reichgestickten Divan, rauchte aus dem Nargileh ausgezeichneten Tabak und streckte von Zeit zu jßeit die Rechte ans, um eine kleine vergoldete Porzellautasse zu nehmen und sie an den Mund zu führen. Das Ivinzige Täßchen enthielt den duftenden Kaffee, das Nationalgetränk der Araber und Muselmanen überhaupt, deren Religion den Gebrauch des Weines und jedes anderen geistigen Getränkes verbietet, denn im Koran steht geschrieben: „Du darfst kein berauschendes Getränk trinken." Aus diesem Grund ist der Kaffee au Stelle des Weines getreten und er ist jetzt allgemein in den Ländern verbreitet, wo der Halbiuond herrscht. Ein Negerkuabe lag zusammengekauert in einem Winkel der Hütte. Seine großen, braunen Augen blickten immer auf den Herrn, um bereit zu sein, die Kohle in der Pfeife zu wechseln oder ihm die Taffe wieder zu füllen. Nicht eine Bewegung entging dem Kinde, das wohl wußte, daß es auch die geringste Unaufmerksamkeit sehr teuer werde büßen müssen, denn Senuessi fühlte kein Mitleid mit seinen Sklaven, nod) nahm er Rücksicht auf das zarte Alter. In seinen Augen mar der Neger ein Stück Vieh und er behandelte ihn darnach. Senuessi hielt also seine Ruhestunde und da zogen die Erinnerungen aus vergangenen Jahren und aus seinem laugen Leben an seinem Geiste vorüber; er spürte ein unsagbares Vergnügen, an sie zurückzudenken, und freute sich, sich mit eigener Macht zu seiner vielbeneideten Stellung emporgearbeitet zu haben. Er sah sich als Knaben, als armen arabischen Knaben im steinreichen Maskat, einer kleinen Stadt, die von einem einheimischen Herrscher regiert wird, vom Imam, der jedoch, da er ein eifriger Muselman und sogar Oberhaupt der dortigen Mohammedaner war, den Sklavenhandel nicht nur nicht bekämpfte, sondern sogar begünstigte. Deshalb landeten in dieser Hafenstadt oft Sklavenschiffe, die dort ihre Waren ausschifften, und es herrschte daselbst ein ziemlich blühender Sklavenhandel. Zwar war derselbe öffentlich verboten. Der Imam versicherte den Mächten, daß in seinem Gebiete sich kein Sklave mehr befinde, daß er den Handel unterdrücke und daß er jeden Sklavenhändler, der ihm in die Hände geraten, habe aufknüpfen lassen. Das waren schöne Worte, denen die Europäer wenig Glauben schenkten, wenn sie sich auch stellten, als ob sie es glaubten, um den Schein zu erwecken, daß es ihnen gelungen sei, die Sklaverei abzuschaffen, und um auch keine Händel im äußersten Arabien zu bekommen. Der kleine Senuessi trieb sich auf den Sklavenmärkten herum und bewunderte die Händler. Was waren das für Leute! Wie gehorchten sie genau dem Propheten, der die Sklaverei anrät und sogar befiehlt, während die verfluchten Weißen direkt gegen den Koran und wider den Willen des Propheten den Handel verhinderten und, von niemand gerufen, sich das Recht anmaßen, den wahren Gläubigen Gesetze vorzuschreiben. Er bewunderte in den Sklavenjägern die großen Helden, die außergewöhnliche Kämpfe mit den verhaßten Europäern aushalten mußten zu Waffer und zu Land; er bewunderte sic wegen der Schlauheit, die sie bei der Fortschaffnng der schwarzen Ware von der afrikanischen Küste anwenden wußten. Er beneidete sie wegen dcK Reichtums, den sie anhäuften, und dürstete darnach, gleichfalls in eine Schar solcher Jäger einzutreten. Seine Wünsche werden leicht erhört. Eine arabische Dhau liegt im Hafen. Er betrachtet sie mit feurigen Blicken und kann seinen Blick von den trotzigen, gebräunten Gesichtern der Matrosen nicht abwenden. Der Kapitän hat ihn lange beobachtet. „Kleiner, willst du mitfahren?" fragte er ihn. Der kleine Senuessi hüpft vor Freude. Diese Frage klingt ihm wie bezaubernde Musik. Seine Träume stehen vor ihrer Erfüllung. Freudig sagt er Ja. „So komme. Aber was werden deine Eltern sagen?" Er kümmert sich nicht um sie. Der Araber ist noch nie allzu zärtlich gegen seine Angehörigen gewesen. Senuessi war überdies ein zu wilder Charakter, um Liebe gegen Vater und Mutter fühlen zu können. Das legt er dem Kapitän vor und dieser gibt ihm recht. „Vortrefflich! Du versprichst ein rechter Mann zu werden. Du hast kein Herz und das Herz ist der Feind unseres Handwerkes." Die Dhau wollte noch am gleichen Abend abfahren. Er schiffte sich also schnell ein, ohne von jemandem Abschied zu nehmen. Das Leben auf dem Meere jedoch entsprach nicht seinen Träumen und der erste Tag auf Bord brachte ihm schon manche Enttäuschung. Das unruhige Meer rüttelte ihm den Magen zusammen. Der Kapitän mar streng, die Matrosen roh und grob; sie zwangen ihn zu einer mühevollen Arbeit, sie peitschten ihn, wenn er sie nicht genau ausführte; sie erlaubten sich an ihin rohe und oft grausame Spässe. Anfänglich weigerte er sich zu arbeiten und wollte gleich wieder nach Maskat zurückkehren, aber die Peitsche machte ihn zahm. Er durchfuhr die Meere und kam an die afrikanische Küste und nahm an der Einschiffung der Sklaven teil. Wie freute es ihn, als die. Dhau voll von schwarzer Ware war! Er haßte die Neger, die verfluchten Heiden, es tat ihm wohl, an ihnen seinen Haß auszulassen, ihnen dasselbe anzutun, was ihm die Matrosen zuleide getan hatten. Seine Freude schlug nur zu bald in Weinen um. Eiu europäisches Polizeischiff hatte die Dhau entdeckt uud machte Jagd auf sie. Die erschreckten Araber gaben sich alle Mühe, die Berührung mit dem europäischen Schiffe zu vermeiden. „Warum seid ihr so erschrocken?" fragte Senuessi die Matrosen. „Siehst du dieses Schiff dort?" „Was soll es?" „Weißt du nicht, daß wir, wenn es uns einholt, alle an den Mastbäumen baumeln müssen?" Er will den Grund dieser Strafe wissen. So erfährt er, daß die verdammten Ungläubigen sich zu Freunden der Neger auswerfen, sagen, daß sie jene ekelhaften Ungeheuer lieben und ihnen die Freiheit verschaffen wollen. Das vermehrt den Haß des Kindes gegen die Weißen und er sehnt sich darnach, an ihnen seinen unbändigen Zorn auslasten zu können, der ihm im Herzen kocht. Er rät den Matrosen tausend Mittel, zu entkommen: sie sollen schneller fahren, alle Segel spannen, die Sklaven töten und sie ins Meer werfen . .. Die Matrosen geraten in Wut; seine kindischen Worte werden ihnen zuwider. Das Kriegsschiff nähert sich immer mehr. Die Sklavenjäger sind vor Schrecken fast närrisch und fassen einen verfehlten Entschluß: anstatt sich zu beeilen, richten sie die Kanonen auf den Feind und geben Feuer. Bald antworten auch vom angegriffenen Schiffe die Kanonenschüsse; der Seekampf dauert nicht lange, denn zwei Kugeln zerschmettern die Mastbäume der Dhau und eine dritte schlägt ihr das Steuer weg. Sie kann sich nicht mehr bewegen und ist die Beute der Weißen. Diese nähern sich, erreichen sie und springen auf das feindliche Schiff. Mann gegen Mann entbrennt ein Kampf, doch die Weißen siegen. Senuessi muß der Befreiung der Sklaven in ohnmächtiger Wut zusehen. Dann werden alle Sklavenjäger an den Mastbäumen des Kriegsschiffes aufgehängt, alle ohne Gnade, für eine Sache, die in Senuessis Augen kein Vergehen war, da sie bloß dem Willen des Propheten gehorsam waren, wo dann ein ungläubiger Hund gar kein Recht habe, sich zum Richter auszuwerfen. Er allein wird verschont; mau hat Mitleid mit seiner Jugend, man hält ihn für verführt, aber nicht für schlecht. Er weiß seinen Wohltätern keinen Dank, daß sie ihn leben lassen, obwohl er sich darüber freut. Das Schiff legt in einem afrikanischen Hafen an, die Sklaven werden ausgeschifft und einer katholischen Mission anvertraut und er wird den Missionären zur Erziehung übergeben. Wie knirscht er, als er sich in solchen Händen weiß! Er haßt die Weißen, aber besonders ihre Priester, die Missionäre. Er haßt sie, weil sie es mit den Negern gut meinen, weil sie gegen den Koran handeln, weil er angeleitet wurde, sie zu hassen. Er haßt sie, er weiß selbst nicht genau, warum, aber es ist so. Und jetzt soll er sich in ihre Gewalt begeben? Aber mächtiger als seine Wut ist der Wille der Weißen, in deren Hände er gefallen. Er wird in die Mission aufgenommen, wo er einige Tage verbringt. Die guten Missionäre tun ihr möglichstes, seine Zuneigung zu gewinnen, seinen Hochmut zu brechen, jenen widerspenstigen Geist für sich zu gewinnen; aber es gelingt ihnen nicht. Er kümmert sich nicht um ihre Güte, behandelt sie mit Verachtung, mit Hochmut und denkt nur an seine Flucht. Er denkt darüber nach, wie er ihren Händen entfliehen könne, wie er in ferne Lande gelange, wohin noch kein Missionär gedrungen, wo noch keine Spur eines Weißen zu finden ist; in ein Saub, wo der Islam noch unumschränkt herrscht, wo das verhaßte Kreuz noch nicht aufgepflanzt und die Kultur noch nicht Fnß gefaßt. Endlich gelingt es ihm, aus der Mission zu entfliehen. Er begibt sich in die dichtesten Urwälder, wo er ganze Wochen verbringt, sich mit wilden Früchten ernährend, wo er oft mit Schlangen zu kämpfen und ungezählte Gefahren zu bestehen hat; unablässig bringt er weiter hinein aus Furcht, verfolgt, eingeholt zu werden. Bald stößt er auf eine Sklavenkarawane, die von einer Schar grausamer Araber geführt wird. Bei jenem Anblick frohlockt sein Herz; er stellt sich den Arabern vor, bittet sie, ihn in ihren Dienst zu nehmen, und erzählt ihnen seine Erlebnisse. Er macht auf dieselben einen guten Eindruck. Der starke, kühne, grausame und fanatische Knabe wird ein hervorragender, ein herzloser Sklavenjäger werden; sie nehmen ihn in ihre Zahl auf. Viele Jahre verbringt er in Gesellschaft der Sklavenjäger. Der Knabe wird zum Jünglinge und dann zum gereiften Manne. Vom Diener steigt • er auf zum Genossen und endlich wird er der Anführer, jener berüchtigte, waghalsige Anführer. Er überfällt die friedlichen Dörfer, um ihre Einwohner als Sklaven mitfortzuschleppen. Er schleppt die schwarze Ware, die Neger, aus der Heimat auf die Marktplätze des Innern, aber häufiger noch an die Küsten; er kämpft mit ungewöhnlicher Waghalsigkeit mit den europäischen Truppen, er hält ihnen tapfer stand. Mit seiner Schlauheit gelingt es ihm, die enropäischenWachen zu hintergehen und die Sklaven auf arabischen Seglern einzuschiffen, nicht selten nur ein paar Meter weit entfernt von den Wohnungen der verhaßten Europäer. Sein Name erlangt eine traurige Berühmtheit. Beim Gedanken an jenes Leben frohlockt Senuessi, beim er sieht sich umgeben mit dem Nimbus der Tüchtigkeit. Wie viele Dörfer hat er nicht zerstört! Er sieht die Flammen von Hunderten derselben zum Himmel emporlodern und ihn purpurn färben. Wie viele Unglückliche sind bei jenen Angriffen nicht gestorben: in den Flammen oder im verzweifelten Kampfe zur eigenen und zur Verteidigung der Freiheit ihrer Lieben! Noch jetzt vermeint er ihr Geschrei zu vernehmen; und dann jenes Jammergeschrei, jene Klagen, die Steine hätten erweichen können, tönen noch jetzt in seinen Ohren wie himmlische Musik. Er sieht sich an der Spitze einer Karawane. Ja, jene Karawanenzüge, ohne Ende, unter der stechenden Tropensonne, auf Pfaden, besät mit soungebleichten Menschengerippen! Wer zählt die Sklaven, die auf dem Marsche unter Peitschenhieben zusammenbrechen oder den Mühen erliegen, die unterwegs verhungern und verschmachten! Wie vieleKlagen, wie vieles Jammern, wie viele Seufzer! Er aber empfindet kein Mitleid. Er ist ja keine Natur/die durch jeden Klagelaut zu Tränen gerührt wird; und dann sind ja jene, die da jammern und klagen, nur Neger und deshalb von Allah erschaffen, um gequält zu werden. Er läßt bei ihnen seiner rohen Natur freien Lauf; zum Zeitvertreib läßt er sie peitschen, läßt die Todkranken, die Halbverhungerten, die Halbtoten — nachdem er ihnen die Beine zerbrochen — den beutegierigen Hyänen zum Fraße zurück. Er entreißt den Müttern ihre Kleinen und schleudert sie wider einen Baum oder Stein, daß das Gehirn weithin spritzt. Er quält die Schwachen, welche die Mühen des Weges nicht ertragen können. Seine Karawane vermehrt die Knochen, mit welchen der Weg ohnedies schon besät ist. Das kümmert ihn jedoch nicht. Warum soll man auch auf die Neger Rücksicht nehmen? Sie sind ja fast wertlos, es ist ja eine Ware, die so wenig kostet. Afrika hat ihrer zur Genüge, man braucht nur den Arm auszustrecken und sie fangen. Er sieht sich auf dem Marktplatze, wo er seine schwarze Ware zum Verkaufe ausgestellt hat. Die Käufer gehen und kommen, um die Ware zu mustern. Er verhandelt mit ihnen. Jene sind verschlagen, er ist es aber noch mehr als sie und macht daher gute Geschäfte, indem er oft eine minderwertige Ware als eine erster Qualität verkauft. Was liegt ihm daran, wenn der Käufer bei der Entdeckung des Betruges seinen Zorn an dem unglücklichen Sklaven ausläßt? Er lachte bei dem Gedanken an seine eigene Schlauheit; er lacht beim Gedanken an die Begebenheiten, die sich auf dem Marktplatze abspielten. Da ist eine Mutter, die ihn kniefällig bittet, sie doch nicht von der Tochter zu trennen; die Tochter aber gefällt einem Käufer, die Mutter einem andern und er trennt sie, dem Schrei der Natur Hohn sprechend. Und das Jammern, wenn die Frau von der Seite des Mannes weggerissen wird, die Schwester vom Bruder, der Sohn vom Vater! Wie viele Bitten richtet mau au ihn, wie flehentlich wird er augerufen. Er aber ist stumni für derartige Klagen. Er wäre wohl ein Tor gewesen, wenn er sein eigenes Interesse jenem unverzeihlichem Fehler, den man Mitleid nennt, zum Opfer gebracht hätte. Nein, nein! Sein Herz ist aus Stein; er versteht zu leben, kennt die Welt. Möge das Weltall zusammenbrechen, wenn nur er leben kann. Das ist der Gipfelpunkt der mohammedanischen Philosophie. Nun hat er das Reisen bereits satt, er ist reich genug: er sehnt sich deshalb nach Ruhe. Da faßt er den Entschluß, eine schöne Pflanzung anzulegen, wo er seine letzten Lebensjahre in Ruhe und Muße verbringen kann. Sein Plan ist bald in Wirklichkeit umgesetzt. Er findet einen prachtvollen Platz am Jturi, also nicht weit entfernt vom Albert-Nvanza. Dorthin brachte er eine auserlesene Schar Sklaven. Diese bebauen ihm den Boden, errichten die Hütten, sie arbeiten für ihn, er lebt unter ihnen wie ein grausamer Sultan und Tyrann, hält sie mit seinen Zornesausbrüchen in Schranken und läßt jene, die ihm nicht parieren, grausam peitschen. Sein Vermögen gestattete ihm, sich jene europäischen Waren zu verschaffen, die ihm zusagen und von denen er weiß, daß sie für den Tauschhandel notwendig sind. Die Sklaven haben ihm seine Pflanzung zu einem irdischen Paradies gemacht. Er sodann treibt mit den benachbarten Negern Handel, auch mit den vorbeiziehenden Sklavenkarawanen, welche wohl wissen, daß Senuessi keinen Verdienst verschmäht; er kauft jede Ware, besonders aber weißes und schwarzes Elfenbein; er hat bereits eine große Menge Elefantenzähne aufgestapelt, die einen unermeßlichen Reichtum darstellen. Die Zahl seiner Sklaven vermehrt er ständig. Seine Pflanzung ist sehr ausgedehnt; alle Tropengewächse sind zu finden, von den kostbarsten Gewürzen bis zur Kokospalme. 2000 Sklaven sind mit der Bestellung beschäftigt, auf jeden Wink gehorchen sie ihm; Sklaven, aus deren Leben und Tod er ein Recht hat. Wie einen Gott fürchten sie ihn, für sie ist er Allah und alles. Nichts geht ihm mehr ab, seine kühnsten Träume sind zur Wahrheit geworden. Wie glücklich und zufrieden fühlt er sich nicht beim Gedanken, daß er sich dies alles durch eigene Arbeit erworben, es durch eigenes Abmühen erreicht hat, daß er alles sich selbst zu verdanken har! .... Mit frohlockendem Blicke folgt er einer Rauchwolke, die er in die Luft geblasen. Der Negerknabe erhebt sich und nähert sich leise dem silbernen Kohlenbehälter, entnimmt ihm gleichfalls mit einer silbernen Zange eine Kohle, die er auf die Wasserpfeife des Emirs legt, mdy dem er die alte entfernt hat. Ebenso leise, wie er gekommen, zieht er sich wieder zurück und kauert sich in seine Ecke, ohne den Herrn auch nur für einen Augenblick ans den Augen zu lassen, da ihm die Rute zu viel Furcht einflößt. Das menschliche Glück ist nie voll. Auch Senuessi mußte diese Wahrheit erfahren; während er in den Gedanken an sein Glück schwelgte, überkommt ihn ein finsterer Gedanke und beschwert ihm das Herz, ähnlich dem Gifte, mit tvelchem die Neger die Spitzen ihrer Pfeile bestreichen, um jeden, den sie mit denselben erreichen, dem Tode zu überliefern. Vor drei Jahren hatten ihm freie Neger eine neue Kunde gebracht. Einige Weiße hatten den Albcrt-Nyanza-See übersetzt und hatten sich an dessen diesseitigen Ufern niedergelassen, zwischen dem Jturi und Bomocandi. Zuerst glaubte er, es seien Araber, die ihn: Konkurrenz machen wollten, und beschloß daher, sie zu bekämpfen, denn er war seines Sieges gewiß; hier wollte er allein Herr sein und es auch bleiben. Doch nach kurzer Zeit erhielt er ganz andere Nachrichten, Nachrichten, die seinen Zorn hell aufleuchten ließen. Er vernimmt, daß jene Weißen nicht im mindesten daran dächten, Handel zu treiben, daß sie vielmehr etwas tun, was bis dahin in jenen Gegenden unerhört war: daß sie die Kranken um sich versammelten und besonders die Aussätzigen, um sie zu pflegen; die Waisenkinder, um bei ihnen die Vaterstelle zu vertreten; daß sie Sklaven kaufen würden, aber nicht, um sich von ihnen bedienen zu lassen, sondern um ihnen die Freiheit zurückzugeben. Er erfährt, daß sie ihrem Gott ein schönes Heim errichtet haben, einem Gott, der von den Fetischen grundverschieden ist, einem Gott,sder nicht nach Blut und Opfern lechzt, dem man dient, indem man dem Nächsten Wohltaten erweist. Auf diese Kunde hin knirschte er mit den Zähnen; der Unglückliche, der die Nachricht gebracht, fällt einem Zornausbruche zum Opfer, tot sinkt er nieder; er knirscht, denn in jenen Weißen erkennt er die katholischen Missionäre. Jene Verruchten haben sich also gegen ihn verschworen und nicht einmal im Heizen , des Kontinentes lassen sic ihn in Ruhe, an den Ufern des Jturi! Ein Fluch entrang sich-seiner Brust. Die Kranken pflegen, für die Waisen sorgen, Sklaven loskaufen! Wären jene Unglücklichen Araber gewesen, so hätte er es noch ertragen können; aber es waren Neger. Indem die Weißen den Negern jene Dienste angedeihen ließen, impften sic ihnen das Verlangen nach Freiheit ein und belehrten sie darüber, daß nicht nur die Weißen, sondern auch die Neger Menschen seien und menschliche Rechte hätten, Grundsätze, die nicht nur grundfalsch, sondern auch überaus gefährlich sind: grundfalsch, weil sie gegen die Lehren des Koran sind; gefährlich, tveil der Neger ans diese Weise zur Überzeugung gelangt, mit den Weißen die gleichen Rechte zu haben; dann wird er sich anf-raffeu und die Sklaverei tvird ein Ding der Unmöglichkeit werden. Daher schwört er den Missionären Rache, schwört ihnen Verderben. Aber wie sie verderben? Es sind Weiße und er weiß, daß die andern Weißen, welche im nahen Uganda so mächtig sind, dieselben beschützen. Er wagt cs daher nicht, ihre Mission anzugreifen und sie zu ermorden, ans Furcht, daß die andern Weißen seine Pflanzung angreifen, ihn fangen und aufknüpfen werden. Den Tod fürchtet er nicht, er hatte schon zu viel des Blutes vergossen, um davor zurückzuschrecken; aber aufgehängt zu werden mit einer Schlinge, die ihm den Hals zugeschnürt hätte, die seine Seele gehindert hätte, den Körper zu verlassen, die sie genötigt hätte, ewig im Grabe eingesperrt zu sein! Nein, eines solchen Todes wollte er nicht sterben! Er versucht daher, die freien Neger gegen die Missionäre aufzustacheln. Er schildert ihnen deshalb die Missionäre in den traurigsten Farben. Sie sind die größten Feinde der Eingeborenen; sie nehmen dieselben auf, um sie zu töten und aufzuzehren. Die Neger jedoch schenken ihm keinen Glauben; sie verlassen sich mehr auf ihre eigenen Augen als auf seine Worte. Er verspricht ihnen Geld, viel Geld, wenn sie ihm die Mission zerstören würden, Säcke voll Kaurimuscheln, Salz, Perlen; alles vergeblich. Sie weigern sich, sie sind von den weißen Priestern bezaubert worden und er verzehrt sich vor Zorn. Er hat den Missionären Rache geschworen, aber wie soll er sie ausführen? Er betet zu Allah und fleht den Propheten an, ihm das richtige Mittel einzugeben; er macht tausend Versprechungen, aber der gute Gedanke, nach dem er sich sehnt, will nicht kommen. Er kommt nicht? — Er kam! Allah sei gepriesen und auch du, Mohammed, die ihr es mir möglich gemacht habt, mich zu rächen! Wenn es mir nur gelingt, den harten Kopf jenes Nup zu brechen! Der Gedanke an Nup entfacht von neuem seinen Zorn. Er streckt den Arm ans, ergreift die Tasse und führt sie zu den Lippen. Der Kaffee ist ihm nicht heiß genug. In einem plötzlichen Zornausbruche stürzt er sich auf den schwarzen Knaben, an dem er seinen Groll, seinen uugebändigten Haß, seinen Zorn ausläßt. Zitternd verkriecht sich das Kind noch tiefer in seinen Winkel, streckt die Arme flehentlich aus und bittet um Gnade; sein unschuldiger Blick und sein jugendliches Alter hätten auch einen Stein erweicht; aber Senuessis Herz ist härter denn Stein, es empfindet kein Mitleid; er kann sich nicht beherrschen. Er ergreift das Kind und indem er aufbrüllt wie ein wildes Tier, läßt er Faustschlag aus Faustschlag auf dasselbe herabsausen, zerkratzt dessen Gesicht . . . Das Kind schreit auf vor Schmerz . . . Jene Ausrufe des Schmerzes entfachen den Zorn des Herrn noch mehr. Ein Faustschlag auf den Mund lösen dem Kinde die Zähne; einer ans das Auge blendet dasselbe; Senuessi läßt erst ab, als er vor Müdigkeit nicht mehr schlagen kann. Er erhebt sich, von fremdem Blute gerötet, und läßt auf dem Boden einen zerfetzten Körper, der sich in den letzten Zügen windet. „Eine wertlose Ware; vier Faustschläge genügen, um sie zu vernichten", murmelt er im Spott. Hierauf hebt er den Vorhang, der seine Hütte abschließt, und wirft den Sterbenden mit einem Fußtritt ins Freie. Dann nimmt er von neuem auf dem kostbaren Divan Platz, greift wieder nach der Pfeife und raucht ruhig weiter. Im Innern der Hütte genießt der Sktaven-jäger die selige Ruhe und zwei Schritte von ihm entfernt röchelt das Opfer seiner Grausamkeit ! 3. Kapitel Lin verruchter Vertrag. Zehn Tage, bevor sich das eben Erzählte ereignete, schritt ein junger Neger eiligst durch den ausgedehnten Wald, der zwischen dem Jtnri und dem Semiliki liegt, dem großen Flusse, haben Albert-Nyauza und den Albert-Eduard verbindet und den viele für die Fortsetzung des Bahr-el-Gebel 0; A. Sch. 1; M. G. 1; Grieskirchen I. A. 1; 991. F. 3; Gummer 991. 991. 3; Gnnskirchen I. K. 2; Hafing I. R 4; Haag 991. St. 38; Hirschegg Pfr. Sch. 0-50; Hohenems K. H. I; M. P. Sp. 12; F. A. I; Hör-branz G. E. 2; Imst I. 58. 1; Innsbruck 991. St. 8; I. H. 2; Prof. H. Sch. >. L. L. 1; L. S. 3; Fache-nau D. 117; Kaiserswalde St. H. 2; Kältern R. G. 3; W. v. B. 1; 991. @. 1; L. L. 2; A. 591. 3; Kematen Th. Sch. 1; Kirchbichl K H. 4; St. 5$8. 2; Kirchdorf A. P. 2; Kitzbiihel A. H 3; Klagenfurt 591. lie. 3; Klaus G. G. 1; Kollmann E. 91. 1; Kommingen J. B. 3; Lana F. O. 22; J G. 8; Langenhart F. R. 2; Langenlois M. H. 2; Lappach Pf. F. 3; Latzfons L. 58. 18; Lechenbach 991. H. 117; Lienz I. W. 1; IS. M. 3; <$. . Zur perfoloierung von heiligen Messen sandten ein: Slhrweiler L E. F. 108114; S![intimster E. H. 3-30; Slfchach Th. H. 6; An Gesch. W. I; Bichlbach M. SR. 2; Božen 91. R. 160; Brixen J. K 100; Dornbirn B. W. 240; Eggcnberg Ehrw Schw. 10; Eick F. W. 11; Frohnleiten F. Sch. 2; Gars K. A G. 9; Höhenbcrg A. H 8 40; Jnist J B. 5; Kleui-Strclitz K. 3 51; Kriegsfeld W. 5 85; Lend St. Fl. 4; Milland B. 10; Mühldorf J. D 3 61; Münstereifel M. 19-50; Murnau M. L 7'02; Slikolsdorf J. K 2; K. H. 6; Pfnnders Si Sl. 20; Riffian Koop. B P. 6; Ruprechtshofen Benef F. S. 64; Sankt Leonhard P. C. 3; Steele H. S. 60; St. Marti» G. W. 6; Sankt Valentin A. M. 4 4'; S ar n the in 911.6). 9; Schladmig Ehrw Schw. 4; Schruns D. A. M. 8; Vornholz B. F. u. 91. 64 33. pr die Mission: «ltach Pf. J. F. lu; Bichlbach Th M. 2; Renkte SL Sl 4; Riffian K. V. P, s 2; Ruprechtshofcn B. F S 34; St Martin b L.. G. W. 2; Schruns D. Sle. M. 20; Schwaz R. H. 2; See i. P. b. Pf. 91. L. '0; Trens 91. 91. 50. pr P. Münch: Ebersberg SL R. 30 pr Khartum: München G. H. 3 51; Waldkirchen Koop. J. W. 24-60. 5ur Taufe von lfeidenkindern: Hohen.-.ns Sl. M. 20 (Alois); Gmunden Msgr. G 991 25 (SJlaria); Lnggan d.Hochw. Pf. 24 (91. Ni); Milland J. SL P. 20 (Joscf Slntvn); Mond fee J. E. 20 (91. 91.); Pichl Pf. J 991. *0 (91. 91.1. Effekten liefen ein aus: Germersheim Zither und Verschiedenes; Brixen I B neuer Kelch; Sana Kastanien; Trient ein Faß Wein und alte Paramente; Briefmarken aus: Beitron, Brixen, Fiecht, Karlsbad,Komotau, Sana, Lüsen, Seifers, Mittcrbach, Rcnttc, Schlanders, Teis. „0 Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" - Das unentbehrliche Hilfsmittel des Sebiideten • vja 1 % Werbers Konoersations- Lexikon Ergänzt bis 1910. Jleun reichilluftr. Bänbe. K 138,— Dieses Lexikon zeichnet sich dadurch aus, bafc eS in nur 9 BänDen den ganzen ungeheuren Wissensstoff aufs sorgfältigste verarbeitet hat. Es erhält dadurch den Vorzug der fjanbHcbkeit und Billigkeit. :: Gegen bequeme Ratenzahlungen (von K 4.— art monatlich) durch alle Budihanblungen zu beziehen. 9t Prospekte kostenfrei von der lferderschen DerlagstjanOlung, Freiburg im Breisgau. ro Berlin - Karlsruhe - manchen - straf) bürg • wie» - London - St Collis, Mo.