Vni'iiiliV* mm» der Söhne des heiligsten Herzens Jesu Organ des Marien-Vereines für Afrika nnd des Theologen-Missions-Verbandes Österreichs Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post 2 K — 2 Mk. 3 Franken Redaktion und administration: [Riiiionshaus FTIilland bei Brixen, Cirol. ========= Inhaltsverzeichnis: ■ . ------------= Aegypten und Sudan im Weltkriege 97. — Tarfur 103. — Die Mission unter den Nuba-NLgern 107. — Das Ave-Glöcklein in Afrika 119. — Ein Missionsausflug im Kabylenlande 120. — Die Kalifen- und Mamelukengräber bei Kairo 121. — Ehre Vater und Mutter 122. — Unterhaltendes: Streiserleben II 123. — Nachrichten des Theologen-Missions-Verbandes Oesterreichs 127. Abbildungen: Wandernde Barbiere im Orient 99. — Kostüm eines Beduinen 101. — In einem türkischen Kaffeehause 105. — Kalif Abdullah! 109. — Nubaneger 113. — Nubanegerin 113. — Kalifengräber bei Kairo 117. — Mainelukengrüber bei Kairo 125. Gebetserhörungen und *empfehhmgen: M. L. in St. dankt dem göttlichen Herzen für die ihr zuteil gewordene Heilung von einem Augenleiden. — Eine brave Tirolerin dankt dem hl. Josef, daß er ihrem Mann. das hohe Gut des praktischen Glaubens wieder erfleht hat; ebenso, daß ihre 70jährigc Mutter die Gesuirdheit wiedererhielt, und für noch so manche ganz ausfallende Hilfe von seiner Seite. Inständig bittet sic die Leser des „Stern", auch weiterhin ihrer zu gedenken. — Eine Familie aus Oberösterreich empfiehlt dringend dem Gebete die Bekehrung eines armen Sünders und ihre eigenen Anliegen. — Eine besorgte Mutter bittet um das Ge- | bet, damit ihren beiden im Felde stehenden Söhnen die Erfüllung ihrer Ostcrpflicht ermöglicht werde. — Ferner wird dem Gebete empfohlen: Schweres Seelen- und Körperleidcn, bittere Not und ein langjähriges Anliegen; sodann zwei unglückliche Ehen und deren Folgen. Dem Memento werden empfohlen: Feldkirch, Hochw. Herr Dr. Anton Walter; Nennweg, Herr Matthias Pirker; Schlitters, Herr Nikolaus Margreitcr; Siinbach, Hochw. Herr Dekan Franz Xaver Hölzl; Straßburg, Hochw. Herr Pfarrer Pirker. Gcibenuerzeidmis vom 15, Ulärz bis 27, April 1917, ln Kronen. Opferstock: Absam, F. Z. 5,—; Breisach, H. W. 15,—; Brixen, Mons. P. S. 100,—; Bonn, F. S. 7,50; Bozen, P. A. S. 50,—; Dörfl, F. M. 2,—; Eisenbergeramt, A. A. 10,—; Eberstallzell, A. G. 12,— ; Furth, K. S. 9,— ; Fischen, K. B. 20,85; Feldturns, M. S. 2,10; Hochkretscham, F. M. 15,— und 36,—; Innsbruck, Ung. 3,—, P. H. 100,—; Jmmenstadt, A. P. 150,—; Klagenfurt, Dir. O. 10,—; Kelheim, I. S. 3,—; Kämpen», Kur. D. 8,— ; Krumbach, H. 4,50; Lüsen, R. F. G. N. 8,—; Lahfons K. W. 40,—; Lana, E. Z. 8,—, F. O. 10,—, Ung. 40,— ; Ludesch, A. P. 10,—; Milland, I. S. 8—, M. S. 10,—, I. D. 10,—; Münstereifel, Schw. C. 45,—; Meran, Dech. P. 20,— ; Neustift, K. P. 100,—; Oberhofen, D. S. 9,—; Pfalzen, Ung. 30,—; Pram-bachkirchen, A. 10,—, H. 5,— ; Ruprechtshofcn, Ben. S. 8,—; Radstadt, T. F. 2,—; Rcifenberg, H. M. 30,— ; St. Marein, M. M. 20,— ; Schmötzing, F. S. 4,—; Schönbcrg, I. P. 10,—; St. Martin, I. H. 3,—; Spital, K. T. 3,— ; Sand, A. I. 10,—, A. L. 13,—; Täufers, S. A. L. 15,—, Koop. M. 20,—, Ung. 18,18 u. 47,— ; Unterbruck, I. H. 20,— ; Viarago, C. T. 4,— ; Villnös, M. T. 40,—, Ung. 10,—; Vechta, I. B. 12,— ; Wengen, Koop. P. 26,— u. 46,—; Warzbach, F. H. 24,—; Weizenkirchen, L. 20,—; Weihcnbach, R. Für heilige Messen: Abtei, M. D. 10,— ; Altkrautheim, F. S. 22,50 u. 42,—; Arbesbach, H. S. 3,—; Brohl, Pfr. L. 18,—; Campill, von mehreren 328,—; Cöln, Sta. Ataria 30,—; Dziergo-witz, Pfr. S. 31,50 u. 135,—; Ettlingenweier, I. M. 4,50, I. K. 8,— ; Eck, F. W. 10,—; Ettlas, F. A. 14,—; Eggenberg, Schw. 12,—; Eggental, E. G. 8,—; Furth, K. S. 6,—; Franzensfcste, R. N. 10,—; Fischen, K. B. 6,45; Gmunden, I. P. 200,—; Hochkretscham, F. M. 43,50 u. 51,—; Honsdorf, I. 60,—; Kesseling, A. Z. 9,—, G. Z. 13,50; Klagenfurt, Dr. O. 68,20; Milland, A. M. 75,—, I. S. 2,—, M. S. 10,— ; Münstereifel, Sr. Const. 219,—; Mitteraham, P. M. 4,50; München, M. N. 21,—; Nicderheinbach, B. W. 60,60; Psnnders, T. Schw. 10,—, M. V. 35,—, 21. H. 25,—, C. H. 4,—, A. O. 18,— N. W. 5,40, Weist. 28,50 u. 4,86, R. L. 4,—; Rech, M. W. 6,75; Sand; Sch. A. 20,— ; Sailauf, Pf. R. 15,— ; Schmöhing, F. S. 16,— ; Schörflig, M. H. 4,— ; Siegburg, K. M. 15,15; Trient, V. F. 13,—; Unterbruck, I. H. 20,—; Villnös, Pft. 4,—; Vornholz, Fr. v. N. 63,25; Wellental, Ung. 25,—, I. O. 100,—, I. B. 4,—, W. L. 20,—, G. L. 4,50, N. L. 20,—, M. L. 2,60, C. H. 16,—, M. E. 15,—; Weizenkirchen, M. L. 8,60; Wengen, Koop. P. 4,—; Prambachkirchen, F. A. 10,—. Zur Taufe von Heidenkindern: Campill, N. N. 24,—, N. N. 24,- i«t Idem die verschiedenen Laster gekennzeichnet werden, ist ig-u schwach, um große praktische Wirkung auszuüben. Wenn er deü Glauben seiner Väter verläßt, wirft er tonen sehnsüchtigen Blick Zurück. Er rennt blindlings in die Arme der «europäischen Zivilisation, «umeinigeben'f der Tatsache, daß das Gute, welches Belm Auge sichtbar ist, sich die äußere Wirkung >0«es im Grund«, verborgenen christlichen Sittengesetzes ist. Der zivilisierte Europäer ist, WrrDeich er kein gläubiger Christ sein mag, in hohem Maße ein Sprößling des Christentums, «und er würde nicht das sein, was etc ist, wenn er nicht 1900 Jahre Christentum hinter sich hätte«. Dem Christentum alltim verdankt die Welt den Fortschritt und lb«t«e Zivilisation. Der europäisierte Ägypter, «der sich schein-bar «alle Errungenschaften e«uropäi!sch|er Zivilisation angeeignet, sagt sich nun voll Selbstvertrauen: „Ich habe 'meine Eisenbahnen, meine Schulen, meine Zeitungen, Heft 5 u. 6. Stern 'bet Neger. 99 meine Gerichtshöfe uniö alle sie cmlberen Singe, welche die gerühmte europäische Zivilisation ausmachen; worin ten von damals war unfähig, sich« selbst zu regieren; kein Kenner wird behaupten, das heu-iige Ägypten sei fähig dazu. 32 Jahre lang lEjiett England Ägypten besetzt. Was immer seine Absichten gewiesen sein mögen, die britische Okkupation Ägyptens war znm Besten des Land>es. Bei * Nach Gramer, Das moderne Ägypten. Ausbruch des großen Krieges tiefomib sich Ägypten in geordneten Verhältn-issen und in einem finanziellen! Zustand-, um den mancher Staat Europas es beneiden mochte. Wenn also die Zeit für eine Selbstver-wa8tuu-g Ägyptens noch nicht gekommen ist, so bedarf das wichtige Land auch fernerhin fremder Verwaltung. Welcher europäischen Großmacht diese Aufgabe zufallen wird, auch darüber wird d-er gegenwärtige Krieg entscheiden. Diejenige Macht aber, die Ägypten in der Hand haben wird, muß auch den Sudan, das natürliche Hinterland Ägyptens, besitzen. Der Reichtum Ägyptens ko/mmt vom Nil, ja das Land wird geradezu ein Geschenk des Nil genannt. Der Nil aber kommt -aus dem Sudan. Wenn eine fremde, Ägypten abgeneigte Macht im Besitz des Sudan wäre, so könnte sie das lebenspendende Wasser des Nil abschneiden * oder verringern. Im Interesse Ägyptens liegt es, daß der Weiße Ml und seine Zuflüsse vo-n den verstopfenden Sumpfgräsern Be= freit -und offen gehalten werden und ihre Wasserm-engeu nicht in Sümpfen ungenutzt verloren -gehen lassen, und daß der Blaue Fluß nicht seines befruchtenden Schlammes beraubt werde. Die Engländer h-aben seit ihrer Besetzung Ägyptens deim Bewässerungspro-blem ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt und -durch- geeignete Stau-wer'ke die Ertragsfähigkeit ibeS Landes ganz bedeutend vermehrt. In letzter Zeit trug man sich- mit dem Gedanken, irrt Sudan selbst zwei -große Stauwerke, eines am Blauen und eines am Weißen Nil, zu bauen, als der Ausbruch des .Krieges die * Es wird behauptet, daß eines der Seitentäler zwischen dem Nile und dem Roten Meere unter dem Spiegel des Flusses liege, weshalb derselbe mit nicht zu großer Mühe abgeleitet werden könne. Vorarbeiten unterbrach!. Im- weiteren Ausbau d-er Bewässerungsprv-jeikte tragt die Zukunft sowohl Ägyptens als auch des Sudan. Aber nicht nur die Zukunft Ägyptens und des Sudan muß das alte Europa interessieren, sondern löte Zukunft des ganzen afrikanischeil Erdteils, denn derselbe hat noch eine große Zukunft. Europa, der erste, der führende Weltteil, hat mit seiner großen Bevölkerungsdichte, seiner hochentwickelten Kultur urtiD seiner überschüssigen Produktionskraft das natürliche Bedür-fnis, sich mitzuteilen, abzugeben, auszuwandern. Welcher der übri-gen Erdteile bietet nun die größtmögliche An sn-ah msfähi gkeit? Asien, die grüßte Landmasse, ist selbst so dicht bevölkert und so entwickelt, daß es bereits als Rivale auftritt. Am-erilka ist bereits kultiviert, ja teilweise übevkultiviert, toemt auch -weniger dicht bevölkert. Australien ist zu klein und zu weit von uns entfernt, um in Betracht kommen zu können. -Es bleibt also- noch Afrika, und dieser Erdteil vereinigt alle Vorbedingungen zu einer günstigen Ausnahme überschüssiger Kräfte. Seine große Nähe erleichtert den Verkehr, seine Größe bietet ein Feld der Tätigkeit; die verhältnismäßig niedrige -Entwicklungsstufe seiner Ureinwohner verh-eißt günstigen Absatz für Europas Gewerbefleiß; seine geringe Bevölkerungsdichte erträgt, s-a verlangt einen namhaften Zuwachs -von innren und außen. Man hövte vor -de-m Kriege häufig sagen: „Die Welt ist übervölkert; es muß einmal zum Kriege kommen, denn es gibt zu vi-el Menschen." „Raum für alle hat die Erde," sagt dagegen be'r Dichter, und wahrlich-, er hat recht; wer tage- und wochenlang in Afrika gereist, un-d nicht etw-a in steiniger Wüste oder- sandiger -Steppe, sondern im üppigsten Urwald mit seinem jungfräulichen, des reichsten Ertrages fähi- Heft 5 u. 6. 101 Stern der Neger. gen Boden, ohne fount einer Menschen-l'eefe zu iBegegnem, ident geht in diesem Dich-tMwort sine neue, ahnungsvolle ®eibieiu= tiutg auf. Europa mit seinen fast 10 Mil-liomen Otiadratkilontetern zäihlt 450 Mil-linnen Einwohner; es kommen also auf jeden Quadratkilometer durchschnittlich 45 Menschen. Die Bevölkerung Afrikas, das einen WächeininhM von stahezp 30 Millionen Quadrakkilometer hat, ist mit 15'0 Millionen eher zu hoch als zu Nlieder geschätzt; mithin fontmen auf den Quadratkilometer in Afrika höchstens 5 Menschen. Europa ist also neunmal so dicht bevölkert als Afrika. Wettn wir annehmen, daß ein Drittel der Mäche Afrikas uuhewohnbar ist, so könnte sich die fetzige Bevölkerungszahl Vevsechsfachen, bis sie die gegenwär-tiiigc Bevöbke>run>gs>dichte Europas erreicht. Afrika ist also ein Land, fähig zur Auf-itahme von Auswanderern; es fiat Raum für dieselben. Aber fein Klima? Das ist doch „bekanntlich" ganz ungeeignet für den Europäer! Es ist etwas Wahres an diesem c Einwurs, der sich aus zwei Hauptpunkte stutzt. Erstens ist das afrikanische Klim>a int allgemeinen zu heiß; Afrika hat ausgesprochen koutiueutales Klima, uttib die Hitze erreicht int nördlichen, den Einflüssen der Sahara ausgesetzten Teile in den heißesten Monaten Hitzegrade von 50 Grad Celsius und darüber im Schatten, die dem Europäer nichts weniger als zuträglich sind. Aber genäse größere Besiedelung mit intensiverer Bodenkultur, die Anpflanzung Niederschläge anzieheitder Haine ttniD- Forste nicht 'ausgeschlossen!, wird das Kli'uta in der Zukunft verbessern. Man wird 'beispielsweise ihn Niltal weitere Wasserstauwerke anlegen, deren feealrtige Wasserbecken erfahrnjngss-gemäß die jährliche ^Regenmenge erhöhen und das Klima kühler machen. Sollte gar das oft erwähnte Projekt einer teiltoeifen Unforwassersetzting der Sahara sich aus-sührbar erweisen, so würde die Berwitck-lichung desselben außer der 'gesteigerten Zugänglichkeit mit einem Schlag'e das heiße Klima No-rdafrifos in ein angenehm subtropisches umwandeln. Zweitens wendet man ein, daß es in Afrika ansge- Koitüm eines Beduinen. Die Beduinen, „Wüstenbcwohner", sind nomadische Völkerstämme in Arabien, die sich durch einen hochentwickelten Unabhängigkeitssinn und große Tapferkeit, aber auch durch Raubgier und Treulosigkeit auszeichnen. Gerade die letzten Monate haben die Aufmerksamkeit wieder auf Arabien und seine Bewohner gelenkt, da ein offener Aufstand gegen die türkische Regierung ausgebrochen ist und es bereits zu mehreren blutigen Zusammenstoßen zwischen den Aufständischen und den türkischen Truppen gekommen ist. Bisher teilte sich die Türkei mit unabhängigen Araberstämmen in die Halbinsel. Doch ist das Ansehen der Türkei stark gesunken, während sich der Einfluß Englands immer mehr Geltung verschafft. dehnte Striche gibt, in denen bösartige Fieber herrschen. Das sei zugegeben; es hat aber die Forschung nachgewiesen, daß diese Fieber durch Insekten übertragen werden, die zu ihrer Entwicklung stehender Wasser, Sümpfe, bedürfen. Wo man die Sümpfe trockenlegt, ba verschwinden diese Krankheiten mit einem Schlage. Früher war Khartoum, die Hauptstadt des -Sudan, ihres ungesunden Klimas wegen als das „Gralb der Europäer" verrufen; heute ist die Stadt dank einer vorzüglich! arbeitenden SanitätSpolizei, die keinen Schmutz und keine stehenden Wafstrpfützen duldet, bis ans die lgrotze Hitze ganz gesuird. Zur Trockenlegung der Sümpfe und Zur Regulierung der Flüsse bedarf es -aber sowohl der >aussührenden Arme, als auch einer genügenden Bevölkerung überhaupt, damit sich so großartige Arbeiten bezahlt machen. Das Klima Afrikas ist also- verbefse-rungsfähig; sein Boden ist aber doch „bekanntlich" nur öde Sandwüste oder bestenfalls ärmliche Steppe; da lohnt sich doch der Ackerbau nicht! Diese Vorstellung, die man vielfach von Afrika hat, entspricht keineswegs den Tatsachen. Außer den wirklichen Wüsten hat Afrika guten, ja den besten und großenteils selbst ganz jungfräulichen Boden. Die Länder am Südrand des Mittelmeeres befanden sich einst unter römischer Herrschaft in hochkultiviertem Zu-ftanb und wohlhabende und arbeitsame Völker bewohnten diese Gegenden. Die Fruchtbarkeit Ägyptens ist sprichwörtlich; der sagenspendende Nil durchfließt -aber in seinem Oberlaufe den gleichen Alluvialboden, und der Sudan wartet nur der fleißigen Hände, um den gleichen Segen hervorzubringen, und heute schon sagt man ihm seine künftige Bedeutung als Korn-, Fleisch- und 'Kleiderkammer Europas voraus! Aber nicht nur ein gutes Absatz- und Aufnahmegebiet für Europas überschüssige Kräfte bietet Afrika, sondern es besitzt auch selbst große natürliche Reichtümer, die nur der Erschließung harren. Neben den Produkten des Tierreiches, als da 'ftn-b Elfenbein, Straußenfedern, Felle und Häute, Moschus, Bienenwachs u. a>, ist es vornehmlich die Pflanzenwelt, die ungeheure Mengen wertvoller Stoffe liefern könnte, als Gummi, Kautschuk, pflanzliche Fette und Öle, Medizinalien, Farbstoffe und Hölzer der verschiedensten Art. Auch das Mineralreich bietet Schätze, obzwar die diesbezüglichen Untersuchungen großem teils noch in den Anfängen stecken. Außer Gold und Diamanten finden sich Eisen, Kupfer, Salz, Alkalien und Erdöl. Die grüßte Schwierigkeit in der Erschließung und Ausnutzung der natürlichen Reichtümer Afrikas ist der Mangel an Verkehrsmitteln. Diese Schwierigkeit wird das Dampfroß überwinden. Es wird die weitesten Strecken wie durch Zauber verkürzen, die durch Stromschnellen verriegelten Flüsse nach Umgehung ihrer Katarakte aus Hindernissen^ zu Wegen des Verkchres umwandeln und die einzelnen Teile Afrikas einander nähern unib an Europa näherrücken. Wie einst die Straßen des alten Rom die Welt eroberten, so wird heute die -Eisenbahn Afrika bezwingen. (Schluß folgt.) (Schluß.) jjlMpo war Darfur Ende Jänner 1888 wteber in die Hände der Mahdisten gefallen. Da das lebhafte dynastische Gefühl der Darfurer für ihr angestammtes Königshaus für die Zukunft Schwierigkeiten befürchten ließ, fand es Etman woled Adam zweckdienliche alle item königlichen Mute der Für entsprossenen Männer htn-zuvich-ten oder in Eisen nach Omdurman zu fchik-fert, too sie toiie Sklaven behandelt wurden. Die Weiber königlichen Geblüts dagegen touirlbert dem- Khalifen zur VevfÜ!gnng gestellt, der die ifym zufaigenden feinern eigenen Harem Einverleibte und die andern an seine Anhänger verteilte. Nur den Mben alten Schwestern Sultan Ibrahims schenkte er viorläusig die Freiheit, sandte sie aber später ans Mißtrauen nach Red-schaf in die VerblannUng. Nach der Unterwerfung, Da-rlsnrs erließ der Khakis den Befehl, die Araberstämme des Landes zur Pilgerfahrt nach- Omdurman zu veranlassen, wenn nötig, sie mit Gewalt dazu zu zwingen. Der ganze Stamm des Khalifen, die Datscha, wanderte mit mehr als 24.000 streitbaren Männern, deren Familien und Rinderherden! freiwillig nach Omdnrman aus. Nach dem Tode Sultan Jususs hatte Etman woled- Adam seine Truppen in ganz Darfur zerstreut und ging mit einer systematischen Ausbeutung des Landes voran. Die aufgebrachte Bevölkerung, angefeuert durch' die Worte einies als Heiligen verehrten jungen Mannes, namens Abu Dschemesa!, erhob sich- und brachte denmahdistischen Truppen erhebliche Verluste bei. Schon bedrohten die Aufständischen Etman und die Hauptstadt selbst, als Abu Dschemesa plötzlich starb, und die Erhebung in sich zusammenbrach. Bald darauf starb (Stimm woled Adam an Typhus. Das war ein harter Schlag für den Khialilfen, denn sein Vetter Etman war trotz seiner zwanzig Jähre ein tapferer Krieger, der stets darauf bedacht toair, mit seinen Soldaten gut auszukommen, sie zufrieden und willig zu erhalten und seinen Einfluß zu stärken, Uneigennützig und fvesgebig verteilte er die Beute, nachdem er Iben für -den Khalifen bestimmten Teil abgesondert hatte, unter seine Leute, nur das Notwendigste für sich behaltend. Ein ausgezeichneter Reiter, gegen jedermann freinnd-lich, -gab er sich' nicht dem verweich-lichenden Leben hin, das seine Umgebung schwächte. Nach langem überlegen verlieh der Kha-life die Stelle des verstorbenen Etman woled Adam seinem nächsten Verwandten, dein jugendlichen Mahmud woled Achmed, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger nur darauf bedacht war, sich selbst zu bereichern, und der ein ausschweifendes Leben führte. Er machte sich bald unbeliebt und verursachte Bei den Soldaten, denen ihr früherer Herr noch' in frischem -Gedächtnis war, einen Aufstand, der zwar niedergeschlagen wurde, jedoch' viele Menschenleben kostete und Mahmuds Kräfte verringerte. Darfur' war erschöpft und verwüstet. Während des letzten Krieges war nicht gesät worden, und' der Hunger wütete schrecklich. Deshalb verlegte Mahmud seine Residenz im Jahre 1890 nach ei Obeid nnd überließ Darfur einstweilen seinem Schick- sal. Der u dem er die Angesehenen einlud. Er hatte eine große Meinung van sich und seiner Macht. In den Schriftstücken nannte er sich den König der Könige, den Herrscher der Wett u. bgl. Wenn er ausging, so trug er den Gesichtsschleier; alle ihm Begegnenden mußten sich tief verbeugen, und niemand durlste ihm ins Antlitz schauen. Wer von ihm in Audienz empfangen wurde, mußte sich schon in einiger Entfernung der 'Fußbekleidung entledigen, geMift vovangchen und durfte nur mit niedergeschlagenen Augen zum Herrscher Veden. Ali Si'rvär soll ein stattlicher, kräftiger Mann von etwa 45 Jahren sein. Er hat keine Brüder, jedoch drei Schwestern, die sich großen Ansehens erfreuten. Seit vielen Jähren war kein Europäer nach Darfur gefomimen, das zu den abgeschlossensten Ländern der Welt gehört. Nur arabische Händler vermittelten den Verkehr mit den Nachbarläüdern, und durch sie erfuhr man Nachrichten über Ali Dinar und fein Reich. Der Sultan war sehr mißtrauisch un!d fürchtete stets, daß man Hm nach dem Leben trachte. Wirklich kam er einst einer Verschwörung gegen sein Leben auf die Spur und ließ die Schuldigen aufs grausamste hinrichten. Die englische Sudanregierung hatte schon seit geraumer Zeit über die unbefriedigende Haltung des Sultans von Darfur, der im Einverständnis mit den Senufsiten gewesen sein soll, zu klagen, weshalb die Engländer vorsichtshalber indische Truppen in Port Sudan, dem Hasen am Roten Meer, ausschifften. In den ersten Tagen des Monats 'Feber 1916 begann Ali Dinar an der Grenze Kordofans bei Dschebel el Hella eine Streitmacht zusammenzuziehen. Eine aus Truppen aller Waffengattungen zusammenge- setzte Abteilung der Regierung unter Oberst Kelly versaimmelte sich in Nähud uns besetzte Ende März Omschanga und Dschebel el Hella. In der Folge rückte sie auf Abiad vor, wo die Vorbereitungen zum Vormarsch auf die Hauptstadt Fascher ge-trolffen wurden; am 15. Mai begann der Vormarsch. In der Nähe von B e r i n g i a, 19 Kilometer nördlich der Hauptstadt, tor sich die Leute Ali Dinars in einer Stärke von fast 3000 Miaun verschanzt hatten, 'kam es am 22. Mai zum Hauptkampf. Die Kamel-reiter - Abteilung der Regiernngstruppe suchte die Aufständischen aus- ihren Stellungen aufzuscheuchen, was ihr auch gelang. Dieselben >grisfen dann die SUdan-a>rmee mit äußerster Schnelligkeit und mit dem Mute der Verzweiflung an, begegneten aber einem vernichtenden Maschinen-gewehrseuer, dem sie nicht gewachsen waren. Die Regierungstruppen gingen dann zum GegeUangrifs über und schlugen die Für-Armee vollständig. Ali Dinar floh mit einem kleinen Gefolge. Am 23. Mai besetzte die Regierungsmacht die Hauptstadt Fascher. Eine Reutermeldung vom 29. Novem-ber 1916 besagt, daß sich alle Sohne Ali Dinars ergeben haben, und man sei der Ansicht, daß der organisierte Widerstaird in Darfur zn Ende sei. So toöire denn dieses merkwürdige Land, in dem schon so viel Blut geflossen und das die Grüße Spaniens besitzt, wieder europäischer Zivilisation erschlossen. Der Großteil seiner Bewohner, deren Zahl heute auf l*y2i Millionen geschätzt wird, sind zwar fanatische Mohammedaner, food} sollen im Nordwesten auch' noch heidnische Stämme wohnen. Gebe die göttliche Vorsehung, daß es nach dem gegenwärtigen großen Völker-ringen den katholischen Glaubensboten ge-stattet sei, auch in jene Gebiete vorzudringen! I“1™^ ...11....................Mlllllllll.. |i Die Million unter den lluba-Uegern. aniel (Somboni, der nachmalige Apostolische Vikar von Zentralafrika, war als jnngerMissionszögling in Verona mit einem, vortrefflichen jungen Neger bekannt geworden, mit Namen Bachit Kaönda, der dem Stamme der Nuba angehörte unlb zu Karko-, einem der Hügel von Dar Nuiba, geboren worden war. Innige Freund-schalst unlb die gleichen Interessen für dessen Heimatland verbanden ihn jahrelang mit diesem begeisterten, katholischen Afrikaner, der wahrhaft gläubig unlb -aufrichtig fromm war unlb zugleich -große Charakterfestigkeit besaß. Durch denselb-en beikam EoMboni einen hohen Begriff von den Nuba, unlb Wohl hlundertmal sagte er zu Bachit: „Ich ruhe nicht eher, bis ich das Kreuz Jesu Christi in deinem Vaterland anfgepflanzt habe." In den ersten- Jahren seiner Mis-sionstätiigkeit war dieser Wunsch wie unerfüllbar, weil die apostolische Tätigkeit der Missionäre Zentralafri-kas damals aus den Weißen Fluß beschränkt war. Wer- als dann Comboni nach Korvofan kam -unto alle Tage Gelegenheit hatte, vom Lande der Nuba sprechen zu- hören, von der Treue und dem Mute nubanischer -Sklaven, wurde von neuem in ihm der Wunsch teige, die i Miiffionstäti-gke-it auch auf den Stamm -der Nuba ausznd-chiten, und er zog eifrig Erkundigungen über die Nubaner ein. Im IM 1873 weilte Comboni in der seit einem Jahre bestehenden Missionsstation zn El-Ob-eid in Kordvfan -ans B-esüchi, als er erfuhr, daß sich dort zufällig ein Häuptling der Nuba von Delen namens Said Aga aufhalte. Auf seinen -Wunsch wurde ihm derselb-e vorgestellt. Comboni behandelte d-en Nübähänptling mit aller Zn- vorkoimnenheit, zeigte ihm die verschiedenen Werkstätten, die kleine Schule der Negerknaben und- -mädchen, spielte ihm einiges ans beut Harmonium vor, und fährte ihn vor den Hochaltar, wo er ihn auf die Statue d-er Mutter-gottes und auf and-e-res aufmerksam machte. Als er sah, wie sehr Said Aga über -alles Freude zeigte, trug er ihm seinen Wunsch vor, mit dem ersten Häuptling der Nuba bekannt zu werden und veir-heh-lte ihm -nicht, -daß er Be= absichtige, eine Mission unter den Nuba zu gründen. Ser gute Said Aga, der sich- vor Bewunderung- über das, was er in der Mission gesehen,, kaum If-assen konnte, unterließ nicht-, sobald er in sein Land zurückgekehrt war, den K u d j u r, das Oberhaupt -der Nnb-a, von dem Gesehenen zu nntevri-chteit, so daß sich Kudjur K -a k n m entschloß, selbst nach El-Obeid zu gehen. Es war für Comlboni eine höchst angenehme Überraschung, als nach zwei Mo-naten der erste Häuptling der Nuba mit einem Gefolge von mehr als 20 Personen, teils kleineren Häuptlingen, teils Dienern am Morgen des 24. September iln der Mission von El-Ob-eid eintraf. GšumiB-mti unterhielt sich- den ganzen Dag mit ihm -und zeigte ihm alle Instrumente und Geräte, wie Schguseln, Hacken, Hobel, Sägen, Feilen, Nägel usw., welche Dinge der Kudj-ur -alle z-n besitzen wünschte. Als der Groß-häuptling sah, wie Comboni dem Harmonium durch Treten des Blasebalgs und Anschlagen der Tasten liebliche Akkorde und Ton-verbindungen entlockte, ries er in hellem Entzücken aus: „O Wunder, du kannst alles, du tust Wunder!" Als er sich dann selbst vergeblich ans dem Instrument ver- sucht ifjicrilte, sagte er: „Du bist der Sohn Gottes; du bringst aus ernenn entfachen Holzkasten Töne hervor, Die schöner sind alls Vogel- und Menscheugesang. Wenn ich meinen MÄcr von diesen Wundern erzähle, so werden sie mir nicht glauben." Beim Anblick ibex schwarzen Lehrerinnen, welche die Negermäbchen im Schreiben und anderen schwierigen Dingen unterrichteten, rief er: „Es gibt keinen größeren und ibesse-ren Menschen als du bist!" Als ihm dann der Provikar erzählte, daß es in Europa tausende solcher Menschen gebe, die Chri-sten heißen und ein -glorreiches Oberihvnpt, Gottes Stellvertreter, verehren, erwiderte der Kridjur: „Wir sind unwissend; wir wissen nichts; unterrichte du uns, was wir tun sollen. Komme du selbst zu uns uud lehre nns alles das nnd zeige uns, was du willst. Wir, unsere Weiber, unsere Söhne und Döch!ter, unsere Sklaven, unsere Kühe und Ochsen, unsere Schafe und selbst die Erde und die Blätter der Bäume sollen zu deinen Diensten stehen." Comboni v-erfpvach, -gleich! nach der Regenzeit ius Iöubälaitd- ziu kommen, und der -Großhäuptling kehrte mit seinen Begleitern befriedigt in die heimatlichen Berge Zurück. Combon-i, der selbst verhindert war, schickte zwei seiner Priester zur Erkundung des Nubala-ndes aus. Am Abend des 13. Oktober 1873 verließ die Expedition El-Obeid-, kehrte abler schon am 28. desselben Monats nach El-Obeid zurück, indem nur das nächste ©eWet der Nuba, Dele n, einer Untersuchung unterzogen worden war, die nicht länger als zwei Tage dauerte. Allerdings hatte man sich mit beim ersten Häuptling, dem Kudju! r Ka-k n m, in Verbindung -gesetzt, der 'den- Reisenden von einer Anhöhe aus die vielen Dörfer gezei-gt hatte, welche am Fuße der ringsum- liegenden 'Hügelreihen ausgebreitet find. Man «beschloß, in Delen eine Station zu gründen; dieses Vorh-aben konnP gber nicht sogleich ausgeführt werden, da es an den notwendigen Mitteln -gebrach,. Comboni stattete der Propaganda in Rom'Bericht uno legiedas Prosekt d-er mui&a= nischen Mission vor. Die Propaganda befaßte sich nach genauen Erkundigungen sehr eingch-enld -mit Z-entvalafri'ka, und 6mnf= tvagte am 21. August 1874 Comboni, möglichst bald- in- den Nnba-Bergen eine Mission zu gründen. Als Eomboni das offizielle Schreiben der Kongregation der Propaganda in Char-tounn eühielt, schickte er sogleich eine kleine Karawane, die mit allem -möglichen aus--geiriüftet war, nach Kordos-an ab-, um under-züglich ans Werk zu gehen. Am Gründonnerstag, 24. März 1875, langten zwei Priester mit einem Laien und -einem christlichen Neger als Dolmetsch, in ibert Nuba-Bevgen an und erreichten am 1. April Dele >n, wo sie mit, größter Neuigierde von Iben Eingeborenen «nrp fangen wurden. Kudsur Kakum zeigte sich den 'Missionären sehr gewogen, führte sie täglich zum Besuch der anderen Häuptlinge nnd sandte t hnkn vrn sciuerHüite aus Speise uudWasser. Im Jul-i 1875 kam der Apostolische Pro-vikar wieder nach Kordosan. Sofort nach -seiner Ankunst in El-Obeid sandte Comboni einen Priester mit Hilfsmitteln zur Unterstützung der Missionäre nach Delen ab. Am 15. September 1875 trat er selbst mit einem Priester und zwei Missionsschwestern die Rdise dahin an. -Am AbeNd des sechsten Reisetages kam d-er Großhäuptling von Delen den Reisenden entgegen, begleitet von über fünfzig mit Lanzen unlb Flinten bewasifneten Nübw welche öfter die Ankunft der Missionäre hocherfreut «waren. Am -Morgen b-estieg der Pro-vikar das Pferd des KU!d-jur, nnd nach glücklichem Mitte 0ioigiem, die Missionare gegen Mittag imitier Fliutensalven und Dem Freuoeuge-fchrei des Volkes in der lZimifrielbiung der Mission in Delen ein, too sie von den Gefährten herzlich empfangen wunden. Die Station war ganz traulich eingerichtet. Aus einer Anhohe, der Residenz des Kuidjur gegenüber, hatten die Missionäre eine Gruppe von Hütten nach Landesavt angelegt und dieselbe mit einem Zaun von Brettern und Stroh znm Schutze gegen die reißenden Tiere umgeben; darin Hcticj in einem Gärtchen von Zuckerrohr und anderen hohen Gewächsen eine kleine Kapelle, und an einem daneben errichteten Balkenwerk hing eine Glocke. Das erste und wichtigste war natürlich das ©ilulMtom der Nuba-Sprache. Zugleich wurden die Topographie des Landes und die Gebräuche des Volkes erforscht. Den ©tarnm der Nuba, der zwischen dem 11. und 12. Gvaid nördl. Br. und dem 28. und 30. Grad östl. Länge von Greenwich wohnt, schätzten die Missionäre auf -etwa 50.000 Seelen stark. Das Klima ist gesund und die Gegend fruchtbar. Combvni hegte die besten Hoffnungen für den guten Gang der neuen Mission. Auch die Hindernisse schreckten ihn nicht. Die hlauptsächlichsten waren: die primitiven Sitten der Eingeborenen ünd der tieseingewnrzelte Aberglaube, der große Hang zur Trägheit, den dieses 9MI$ hat, der Mangel an gutem Wasser zu München Zeiten des Jahres, wodurch die Bewohner und die Missionäre gezwungen waren, trübes, unreines Wasser zu trinken, und selbst dieses fand sich oft nicht einmal in hinreichender Menge, und schließlich die Raublust der Niachbarstämme. Doch: die Webte des Herrn sind bestimmt, den Weg des Kreuzes und der Prüfung zu gehen. Fie-bevkranNhei'ten ohne Ende warfen die Mis-fionäre nieder, erfaßten auch eine Schwe- ster und selbst alle Negerkinder im Dienste der Mission; zuletzt ergriff ein Wechselfieber auch Combüni; von den 14 Missionsmitgliedern blieb nur eines auf den Beinen. Die Mission war ein Spital ohne Arzt und Beidienung. Die Lage wuivde noch peinlicher, als vom Mudir (Statthalter) von Kordo sau ein Eilbrief an Comboni anlangte, in welchem er ersucht wurde, Delen für den Augenblick zu verlassen, da man im Auftrag der Regierung die räuberischen Baggara und die Kalif Hbdullahi. tribntverweiigcrnden Nuba ner bekriegen müsse und für das Leiben der Missionäre nicht haften Sönne.* Dia überdies der iübev-bvinger des Briefes meldete, daß der Mudir mit 4000 Mann und vier Kanonen be- " Die wahre Absicht des Mudir war, unter den Nubanegern Sklaven zu machen; die Züchtigung wegen verweigerter Tributzahlung war nur ein Borwand. Bei diesem sauberen Unternehmen konnte er natürlich die Zeugenschast der ihm lästigen Mission nicht gebrauchen und suchte sie daher zu entfernen. Die Mudire Rust an Bey und Mohammed Seid Pascha von Kordofan haben ein trauriges Hauptverdienst an der Entvölkerung der anmutigen Nubaberge. reits Bei '-beirre drei Tage von Delen entfernten Dorfe Birket stehe und gegen Delen iim Anzug fei, so beschloß der ProvAar, durch die Umstände gezwungen, Delen einstweilen zu verlassen und- sich nach' dem acht Stunden e'ntif-emtim- Sindj-okai zurückzuziehen. Er übergab die Hütten rtnlb Geräte dem Schutze des Kud-jur Kakum und verließ mit den ©einigen -am Morgen des 30. Oktober Delen mit 30 Kamelen, die ihm der Mudir -gesandt chatte. Traurig Zog man vom Orte der Hoffnungen ab. Die Reise war höchst mühsam. Um sich nach Sind-jokai zu begeben, mußte man einen Wald von 14 Stunden passieren!. Wegen der Dichte desselben und der 'Verschlungenheit der Fußpfade konnten die Kamele nicht in gehöriger Marschordnung -gehalten werden, und bereits nach kurzem Ritte waren die Reisenden teilweise voneinander getrennt. Dabei waren mehrere von ihnen Noch recht leidend-. Da die Bewohner des Dorfes Sindsokai des Krieges wegen sich geflüchtet hatten, so wurde nach El-Ob-eid aufgebrochen. Während man gewöhnlich nur fünf Tage zur Reife nach' El-Obeid braucht, gelangten unsere Reisenden erst in 18 Reifetagen dorthin. Der zufällig dort anwesende d-eutsche Arzt, Dr. Pfund-, stellte die Kranken bald wieder her. 'In El-Obeid fand- der Provikar wichtige Briefe, die seine sofortige Abreise nach Ägypten und Europ-c notwendig 'machten. Vorher aber traf er noch Anstalten zur Wiederaufnahme der Mission in Delen. Allein ein im Jahre 1876 gemachter diesbezüglicher Versuch wurde durch- einen gegenteiligen Befehl der ägyptischen Regierung vereitelt. Erst im Herbst 1877 wurde den Missionären vom neuen Generalgouverneur d-es Sudan Gordon Pascha die Rückkehr nach Delen gestattet. Der Kudjur Kakum selbst holte die Missionäre in El-Obeid ab und geleitete sie n-a-ch Delen, wo das Missionswellk von neuem begonnen wurde. Bei den in der kord-ofan-ischen Ebene wohnenden räuberischen Djalabba und Baggara waren und- blieben die Missionäre aber verhaßt, weil erstere befürchteten, wegen ihrer Missetaten angezeigt zu werden. Hütte' doch das Oberhaupt der Baggara dem Mudir von Kordofan erklärt, Ibafj, solange die Missionäre unter den Nub-a seien, er den Sklavenraub nicht hinreichend ausüben könne, um d-en jähr-lichen Tribut damit zü bezahlet den ihm die Regi-erun'g von Kordofan auferlegt habe! Comboni war inzwischen (31. Juli 1877) Zum Apostolischen Vikar und- Titularbischos von ClaUdiopoli-s ernannt worden; an-'fangs 1878 kehrte er aus Europa in sein Missionsgebiet zurück, das er in jämmerlichem Zustand wiederfand-. Da es während der vorausgehenden Regenzeit sehr wenig geregnet hatte, so -waren die jungen Aussaaten aus -Mangel an Feuchtigkeit unter d-er glühenden Tropensonne zugrunde -gegangen, und im ganzen Sudan hervschte Hungersnot-. Di-e Stationen El-Obeid und Delen litten entsetzlich, zumal man- ihnen die in Ch>arivum vorhandenen Mittel toe= -gen Mangel an Kamelen, die -großenteils zugrunde gegangen waren, nicht zukommen lassen konnte. Die Teuerung war groß. Der Preis des Getreides war um das Siebenfache, der des Fleisches um das Acht- und Zehnfache gestiegen; selbst ein Liter Wasser nrnßte bis zu einer Piaster (24 Heller) bezahlt werden. Erst i-m Jänner 1878 kamen von El-Obeid einige Hilfsmittel nach Delen. Eirdlich nahte die neue Regenzeit heran. Der Regen strömte so ausgiebig unlb -anhaltend, daß der Nil rasch- über seine Ufer trat und sich ungestüm über die Ebenen er- Heft 5 u. 6. Ill Stern der Neger. goß. Zwar folgte eine reiche Ernte, über sie enlbete das Elend nicht. Denn nach der Rogenzeit entstand infolge der Ansdün-ftung der Fluren eine bösartige (Sp'ilbeirrme, welche die Schrecken der Hungersnot noch übertraf. Auch fast alle Missionsmitglieder wurden von hitzigen Fiedern ergriffen, und etliche starben. Dazu waren die materiellen Mittel erschöpft. Um beides, Mittel und Missionäre' zu beschaffen, wie 'wuch zur Stärkung seiner eigenen erschütterten Gesundheit, sah sich Mschos Comboni gezwungen, eine Reise nach Europa zu machen. In Delen widmeten die Missionäre sich mit großer Entsagung ihrem Berufe. Sie studierten eifrig die Sprache und verfaßten in derselben «inen kleinen Katechismus, ©ie leiteten eine kleine Schule und sorgten für die Bedürfnisse der bescheidenen Ehristengchneindö, die etwa 40 Seelen zählte. Dieselbe bestand nicht aus Eingeborenen, sondern aus losgekauften Sklaven, welche die Missionäre von El-Obeid aus mitgebracht hatten. Von den Bewohnern von Delen selbst war noch! nietoanb in der Religion unterrichtet worden. Wahrscheinlich sahen die Missionäre keine Hoffnung aluif Erfolg. Das Volk von Delen lebte nämlich! zusammen und in gutem Einvernehmen mit den Arabern und war mit ihnen vielfach verschwägert. Gemeinsam mit ihnen unternahm es Raub- und Sklavenjagden in die Berge der benachbarten Nubastämme und sammelte sich «großen Roich'tUm «cm Rindern und Sklaven. Noch- jetzt erzählen die Alten gern von jener goldenen Zeit, in der sie der Schrecken ihrer Nachbarn waren. Zwar hatte Delen später durch Einfälle der Bag-gara zu leiden, doch' wurden dieselben niemals in ihrer Eigenschaft als Araber« oder Muselmänner gehaßt, sondern als ein räu-berischer Stamm gefürchtet, wie auch jetzt noch die Baggara von Sindjokai als Diebe und Räuber gelten. Als im Jahre 1879 Gordon Pascha wegen der alb essy ui scheu Händel dem westlichen Sudan nicht seine volle Aufmerksamkeit widmen konnte, bekamen die Baggara wieder Mut, offen ihre Menschenhetzen ins Werk zu setzen, da sie vom Statthalter von Kordofan keine Strafe zu fürchten hatten, und die Missionäre von Delen mußten Zeugen ihrer Untaten sein. Jnm Spotte führten sie ihre Karawanen nicht nur an der Mission vorbei', sondern nahmen sich sogar heraus, Pflegekinder der Mission selbst zu rauben. Ans Fur'cht vor diesen Menschenräubern wagten die Nubaner gar nicht Mehr, ihre in der Ebene liegenden Felder zu bestellen, weil sie während der Verrichtung ihrer Feldarbeiten wiederholt von den auf schnellen Pferden daherjagenden Baggara waren überfallen wordem Übermäßigen Tribut an ibie Mudirie von Kordofan zahlen, das durften die Nuba-ne'r; Schütz aber empfingen sie dafür nicht. Diese Dinge konnte die Mission natürlich nicht mit Stillschweigen übergehen, sondern erstattete Bericht au das k. k. Konsulat in Chartoum. Auch« in öffentlichen Blättern wurden obige Tatsachen bespro'cheu. Darob entstand eine nicht geringe Reiberei zwischen der Mission und der ägyptischen Sudanregierung, welche durch die ihr ergebenen enropäischenOrganeindieWelthinausposaun-te: „DerSklavenhandel hat ganz aufgehört." Bischof Cowboni war am 28. Jänner 1881 wieder in Chartoum eingetroffen und unternahm zwei Monate später eine Msita-tionsreise nach« Kordofan. Der Generalgou-vernenr des Sudan, der menschenfrenM-liche und gutmütige R a o u s Pasch a, hatte dem von ihm sehr geschätzten Bischoi ein warmes arabisches EMpfehlungsfchrei-ben an Mo>h!wmmed Said Pascha, den Statthalter von Kordofan, mitgegeben. An den Bischof selbst schrieb Raums Pascha einige Zeit später: „Monseigneur! Da Sie jetzt in Djebel Nulba einigetrossen sein dürften, so möchte ich Sie bitten, für die Verwaltung üieises Landes ein aufmerk-! fames Auge haben zu wollen, auf daß wir die notwendigen Maßregeln zum Glücke und Wohlstand feiner Bewohner tröffen können. Besonders Niuß die Frage über den Sklavenhandel Gegenstand Ihres eingehenden Studiums fein, da Sie am besten in der Lage sind, die etwaigen Fehl-griffe zu beobachten ltnb das igeeignete Mittel geigen dieselbe vorzuschlagen. Won der kräftigen Unterstützung in Ausführung der Beföhle Sr. Hoheit des Khedive können Sie, Mfgr., umsomehr versichert fein, da, wie ©ie wissen, diese Verordnungen mit meiner Anschauungsweise ganiz und gjar übereinstimmen. Es wird Ihnen airge-nehm seini zu erfahren, daß ich« bereits eiwen Offizier mit hundert Soldaten als Schutz-mannschaft für Djebel Nuba bestimmt habe Diese Maßregel wird zweifelsohne sowohl von der Bevölkerung wie von seiten der Mission mit Freude begrüßt werden. . . ." Wirklich ging Raouf Pascha mit aner-keuuensiwerteim Eifer an bic Anwendung des bestehenden Sklavengesetzes. Am 24. Mai 1881 trat Bischof Comboni von El-Obeid aus die Reise nach Delen an. Mohammed Said Paschn gab ihm sein eigenes Pferd und eine Bedeckung von sieben ©o fötaten. Nach 4%, Tagen würde Delen erreicht. Die Missionäre hatten ein liebes Kirchlein in Kreuzessorm errichtet und wichtige Aufschlüsse über die Nuba-sprache gesammelt. Die Station zählte etwa 20 Hütten, in deren Nähe sich die Wohnungen der christlichen Familien, etwa hundert Seelen stark, erhoben. Die Ankunft des apostolischen Vikars verbreitete überall panischen Schrecken unter den Sklavenhändlern der Baggara und Djalabba, zu beiten heimlich auch der Groß-kudjnr von Delen gehörte. Im Einverständnis mit Raouf Pascha unternahm Comboni Anfang Juli 1881 mit drei Missionären von Delen aus eine Erforschung der nubanischen Berge, um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu prüfen und der Regierung praktische Vorschläge zur gänzlichen Abschaffung des Sklavenhandels zu machen. Zugleich hatte die Expedition den Zweck der Ausfindigmachung geeigneter Plätze für spätere Missionsgrün-duugen. Dieselbe erstreckte sich über mehr als 40 der nubanischen Berge und besonders über das Gebiet von Njuma und Golfan. Comboni hatte die Absicht, inmitten von heidnischen Negern, die noch unverdorben vom Islam, ein Institut zur Heranbildung emheimischer Mifsionshiilsslkräfte zu errichten. Bei seiner Bereisung der Nuba-berge richtete er sein Augenmerk auch auf Ausfindigmachung eines dafür geeigneten Platzes. Er kam in Gegenden, die früher nie vom Fuße eines Europäers betreten worden waren. Überall wurden die Missionäre, deren Bestrebungen zur Abschaffung der Sklaverei bereits bekannt waren, von den Eingeborenen mit wahrem Jubel empfangen. Es waren arme Leute, die ganz nackt gingen und aus Furcht vor Sklavenjägern sich nicht getrauten, in die Ebene hinabzusteigen, sondern sich auf den Anbau weniger, magerer Durra auf dem wenigen Erdreich zwischen den S tein Massen ihrer Berge beschränkten. Der von Eo-Mbonii für das gedachte Institut ausgesuchte Platz war auf den Bergen des kleinen Golsan gelegen. Der Aufstand des Mahdi verhinderte die Ausführung dieses Planes. Das Land der Nuba macht einen angenehmen Eindruck. Während Kordofan eine ausgedehnte, abwechsliungsarmie Ebene ist, bietet Nuba ein ganz verschiedenes Bild dar. Aus den mehr oder weniger ausge- Ilubcineger. dehnten Ebenen erheben sich Bergketten, -gruppen und -kegel von verschiedenem Umfang. Delen ist eine der kleinsten Berggruppen. Die bedeutendsten Berge sind: Njuma, Golfan, Dobab, Kaderoh, Tegele, Gadir und Scheibun, wo Gold gefunden wird, außer vielen kleineren Bergen, so das; die Zahl aller bewohnten Berge auf hundert angegeben wird. Die Ebenen und Täler sind mit dichtem Baumwuchs bedeckt, und besonders an den Regenbächen wuchert eine üppige Vegetation, die kaum ein Sonnenstrahl durchdringt. Der Boden ist sehr fruchtbar, und die ergiebigen Regen wecken den reichsten Pflanzenwuchs. Ein Teil der Regenwasser verliert sich im See Birket, ein anderer Teil sammelt sich im Gießbach Habil, der sich verliert, ehe er den Weißen Nil erreicht; der südliche Teil von Nuba entsendet seine Wasser an den Bahr el Arab. Scharen von Vögeln in allen Farbenschattierungen und viele Affen bevölkern Wildnis und Wälder; an größeren Tieren kommen Wildschweine, Gazellen und Hyänen vor. Unter den Schlangen befindet sich die Boa constrictor. Die Nubaner sind ein schöner Menschenschlag von gutmütigem Charakter. Ihre ganze Sorge beschränkt sich auf den Anbau der geringen Menge Kornes, die ihnen genügt, sowie etwas Sesam und Bohnen. Übrigens bietet ihnen das Land viele wilde Früchte, die ihnen zur Zeit der Not als Nahrung dienen. Sie sind reich an Ziegen und Kühen, die ihnen Milch und Butter liefern. Sie trinken gern und viel Durrabier, besonders bei festlichen Gelegenheiten. Mit wenigen Ausnahmen haben alle Nuba zwei bis fünf Frauen. Sie haben ihre traditionellen Gebräuche und Gesetze, und im Bedürfnisfall entscheidet der Kadjur. Nach großen Mühen kehrte Bischof Corn-boni nach Delen zurück und reiste bald slubanegerin. nach El-Obeid ab. Am 9. August langte der Bischof wieder in seinem Sitze Char- totumi an. Die Anstrengungen der letzten Reise hatten seine Kräfte bedeutend geschwächt; er erkrankte ernstlich uni) starb am 10. Oktober 1881. Außer der ständigen Niederlassung einer Schutztruppe, die aus einer Kompagnie Negersoltoaten unter den: Befehl eines ägyptischen Hauptmanns bestand, ernannte Raouf Pascha einen europäischen Sklavereiinspektor für Djebel Nuba. * Die Missionäre gingen eben daran, ihre unzulänglichen Wohnungen zu erweitern und etwas solidere Bauten auszuführen und hatten zu dem Zweck begonnen, Ziegel zu brennen und Kalksteine und Bauholz zu sammeln, als die ersten Nachrichten vom Auftreten des fanatischen Derwisch Mohammed Ahmed, der sich als den „Mahdi" oder Gesandten Gottes ausgab, und der den Auftrag habe, die rechtgläubigen Moslemin vom Joche der „ketzerischen Türken" und der „Ungläubigen" zu befreien, zu ihnen in die abgeschiedenen Nubaberge drangen. Nach seinen ersten Erfolgen auf der Insel Abba und am Berge Gadir wandte sich der Mahdi, dessen Macht ständig wuchs, denc reichen Kordofan zu. Am Regensee Wirket versammelten sich voller Erwartung die Araberstämme der Nuba-Ebenen und der umliegenden Bezirke. Natürlich sympathisierten diese Sklavenjäger, welche durch die Maßregeln der Regierung in ihrem Handwerk gestört und daher gegen dieselbe erbittert waren, mit beut Mahdi. Der berüchtigtste Sklavenhändler von Dar Nuba war Jsmain wad el andok. Während die Regierung damit beschäftigt war, Truppen zur Bekämpfung des Mahdi zu sammeln, benützte Jsmain die Gelegenheit zur Veranstaltung von Sklavenjag- * LeonPequinot, dem bald der Italiener Alfonso Stöberst folgte. den. Mit 1600 Mann, von denen über 500 mit Feuerwaffen versehen waren, wandte er sich zunächst gegen die furchtsamen Bewohner von Golfan-Naama. Schon hatte er über hundert Wohnungen niedergebrannt unči deren Bewohner gefesselt, als die bedrängten Nubaner in der Nacht in Delen erschienen unto den Sklaveretinfpektor Rovers! um Hilfe anflehten. Dieser versprach ihnen mit Freuden schleunigen Beistand, allein es bedurfte aller Macht der Überredung, um den Hauptmann Mohammed Soliman zur Einwilligung zu bewegen. Noch am selben Abend brach Roversi nach dem 10 Stunden entfernten Golfan-Naama auf, und es gelang ihm, den Räubern in kühnem Angriff die ganze Beute an Menschen und Tieren abzunehmen. Die befreiten Nubaner waren voll Dankbarkeit gegen Roversi. Die Berggruppe von Delen besteht aus fünf unter sich getrennten Kegeln, deren Höhe von Süden nach Norden abnimmt. Der höchste Kegel im Süden hat kaum 500 Meter Höhe. Diese kleinen Berge bilden einen sehr malerischen Anblick. Die ungeheuren, übereinander getürmten Granit-blöcke, aus denen sie bestehen, bilden zahlreiche geräumige Höhlen, welche dem Leoparden als Schlupfwinkel dienen. In den Spalten und Klüften der Felsen haben Mikdfeijgen Wstrzel geschlagen uinlb sich zu schattigen Bäumen entwickelt, was das Aussehen der sonst nackten Berge verschönert. Am nördlichen Fuße des ersten Berges lag die Missionsstation, südöstlich davon war die Pallisaden-Umfriedung der Soldaten, während im Westen und Norden dicht über der Mission das Dorf der Nubaner vom Fuße bis zur Spitze des Berges sich ausdehnte. Der zweite Berg, etwa 600 Meter vom ersten nördlich gelegen, war von Nubanern und ihrem Kud-jur Kakum bewohnt. Kakum, ein Mann gegen Ende der fünfziger Jahre, war eine imposante Erscheinung. Er hatte seine Ju-gendjahre als Soldat in Alexandrien verlebt und daidurch seinen geistigen Gesichtskreis etwas erweitert; nach seiner Rückkehr wurde er in Delen zum Kudjur gewählt. Dank seiner Einsicht gewann er großen Einfluß, nicht nur in Delen selbst, sondern auch in den umliegenden Bergen. Er hielt stets treu zur Regierung. Den dritten und vierten Berg bewohnten die Leute des Häuptlings Dogman, die auf die Seite des Mahdi neigten. Die vier nördlichen Berge sind durch, enge Schluchten verbunden. Gefährliche Feinde der Mission waren die Baggarn der Nuba-Ebenen, die ihren Mittelpunkt in Sindjokai, etwa acht Stunden nördlich von Delen, hatten. Diese hatten sich gleich bei Beginn der Bewegung dem Mahdi angeschlossen und schnitten die Missionäre von El-Obeid ab. Bald vereinigten sie sich zu. Gruppen von 150 bis 200 Mann und machten auf ihren Pferden Streifzüge in die Nähe des Missionsberges. Unversehens kamen sie in toilbem Galopp angestürmt und verschwanden ebenso schnell wieder. Was ihnen in den Weg kam, wurde fortgeschleppt oder niedergemacht Diese Überfälle dauerten von Anfang April 1882 bis in den September hinein, und die Missionäre verlebten fünf Monate zwischen Leben amib Tob nnid von her ganzen Welt abgeschnitten. ' Anfang September 1882 hatte der Mahdi Gadir verlassen und war in Kor-dofan eingefallen. In Wirket, der Weghälfte zwischen Delen und El-Obeid, sam-melten sich seine Anhänger von allen Seiten, um ihn. Von dort aus schickte der Mahdi einen gewissen Mak Omar mit Vrieseit und einer kleinen Truppe ab, um Delen zu unterwerfen. Mak Omar kam und ließ sich bei seinem Freunde Dogman nieder. Dort pflanzte er seine Fahne auf und ließ Tag. nnid Niacht die Kricgstrom-mel schlagen. An die Missionäre sandte er ein Schreiben, in welchem er sagte, der Mahdi habe El-Obeid genommen, weshalb rntdji sie gut daran täten, sich zu ergeben, da jeder Widerstand zwecklos sei. Roverji war entschlossen, Mak Omar anzugreifen, doch der Hauptmann riet davon ab. Es wurde also Rat gehalten und endlich beschlossen, nach Faschoda zu entfliehen, um von dort flußabwärts nach Char-toum zu gehen. Auch die Nubaner rieten dazu und boten sich selbst als Führer an. Die Flucht wäre wahrscheinlich auch gelungen, denn der Weg nach Faschoda war frei und führte weit südlich vom Kriegsschauplatz ab. Dazu verfügten Soldatett und Missionäre über 110 Gewehre. Es wurde also beschlossen, um Mitternacht in aller Stille aufzubrechen. Jeder band sich die notwendigsten Sachen in ein Bündel zusammen; für die Schwestern und Kranken standet: Kamele, Maultiere und Esel bereit. Nachdem die Missionäre das Notwendigste aus ihrer Habe ausgewählt hatten, luden sie die Nubaner ein, sich des übrigen zu bemächtigen, damit nichts in die Hände Mak Omars fiele. Das führten die Nubaner getreulich aus. Gegen Mitternacht waren die Missionäre zur Flucht bereit und verließen mit schwerem Herzen in aller Stille ihre Wohnungen. Zu ihrer größten Enttäuschung fanden sie die Soldaten in deren Lager größtenteils in tiefem Schlafe und nichts weniger als marschbereit. Der furchtsame Hauptmann hatte keine Vorbereitungen getroffen, und der Sklaverei-Inspektor besaß keinen Einfluß mehr. Der Hauptmann war nicht zum Aufbruch zu 'betoegen; er sagte, er müsse erst das Ergebnis seiner Unterhandlungen mit Mak Ontar abwarten. Am Morgen verließ ein Soldat nach dem andern das Lager und begab sich zur Fahne Mak Omars. Schließlich ging auch der Hauptmann mit den letzten Soldaten zum Feinde über. Die Missionare allein konnten die Flucht nicht wagen, und so blieb ihnen nichts übrig, als wieder zu ihren Wohnungen zurückzukehren. Dort fanden sie eine heillose Verwüstung vor; die Nubaner hatten alles Brauchbare fortgeschleppt und das übrige zerschlagen und zerstört. Nunmehr begab sich auch Roversi zu Mak Omar, um für seine Person zu unterhandeln. Auch die Missionäre mußten sich zu lettooS entscheiden, da sie sich in der Station telegen Mangel an Lebensmitteln nicht halten konnten. So begaben sich denn Bonomi und Ohrwalder zu Mak Omar. Dieser ehemalige Sklavenhändler, ein kleiner, krüppeliger und schmutziger Alter, den sie schon früher kennen gelernt, empfing sie freundlich. Er brachte ihnen Kaffee, erzählte ihnen von den Großtaten des Mahdi und schloß mit den Worten: „Ich weiß, daß ihr nicht Muselmänner werdet. Darum wisset, daß eure Habe euch nicht mehr gehört. Euch selbst werde ich zum Mahdi senden, der euch in euere Heimat schicken wird. Ich werde euch hierüber einen Brief an den Mahdi mitgeben." Obgleich diese Bedingungen hart waren, mußten die Missionäre sie annehmen. Die folgende Nacht brachten sie wieder auf der Mission zu. Am Morgen, es war der 15. September 1882, läuteten sie zum letztenmal das Aveglöcklein, das für so viele Jahre verstummen sollte. Gegen Mittag kam Mak Omar mit seinen Derwischen und drang, die mohammedanische Glaubensformel singend, zuerst in die Kirche ein. Die Missionäre mußten mit eigenen Augen das Zerstörungswerk ansehen. Mak Omar glaubte, bei ihnen Schätze zu finden. Dabei waren die Missionäre seit sieben Monaten von El-Obeid abgeschnitten gewesen, weshalb sie alle ihre Vorrats aufgezehrt, und bereits seit zwei Wochen ihre Speisen ohne Salz zubereitet hatten. Drei Tage mußten die Missionäre noch in Delen zubringen, bis es Mak Omar beliebte, sie abreisen zu lassen. Es siel ihnen schwer aufs Herz, die Mißhandlungen mitansehen zu müssen, denen ihre guten Schwarzen von seiten der Derwische ausgesetzt waren. Vor ihrem Aufbruch machten die Missionäre dem Kudjur Kakum noch einen Besuch. Der arme Mann war sehr traurig und bedauerte besonders die Schwestern. Die Trennung siel ihm schwer, und weinend nahm er Abschied. Am 18. September verließen die Missionäre endlich die lieben Berge von Nuba. Nur mit Mühe hatten sie von Mak Omar einige ihrer Reittiere für die Schwestern erlangt. Nasr, der Sohn Mak Omars, und mehrere Araber bildeten die Begleitung. Viele Nubaner gingen ein Stück Weges mit. Als die Missionäre am Berge des Kudjur vorbeikamen, sahen sie Kakum, wie er seine Hände ausstreckte, um ihnen den letzten Gruß zu senden. Viele Knaben der Mission liefen mit und mußten von ihren neuen Herren mit Gewalt zurückgetrieben werden. Es waren traurige Augenblicke für die Abziehenden, deren Eindrücke sie bis in die tiefste Seele erschütterten. Nach einer höchst anstrengenden Reise durch die infolge der vorgeschrittenen Regenzeit mit hohem, dichtem Grase bestandene Steppe und über hachgeschwollene Gießbäche, häufig durchnäßt und von den fanatisierten Bewohnern der Ebene aufs gröblichste beschimpft, wurden die gefangenen Missionsmitglieder von Delen in das auf der Anhöhe Djansara bei El- Obeid errichtete Lager des Mahdi geführt. Dieser empfing sie freundlich und suchte sie indirekt zur Annahme des Islam zu bewegen. Der energische K h a l i f e A b d u I l a h i drohte ihnen offen mit den: Tode, falls sie die mohammedanische Religion nicht annähmen. Die armen Gefangenen waren bereits sicher, hingerichtet zu werden und erwarteten den Tod als Erlöser aus ihren schrecklichen Leiden, als die Aussage eines Gesetzeskundigen, das mohammedanische Gesetz erlaube nicht, mit größter Anstrengung gelang es ihnen, die Leichen in Strohmatten zu nähen und zur Tür der Hütte zu schleppen. Mit großem Widerstreben ließen sich einige Sklaven herbei, gegen gute Belohnung die bereits verwesenden Leichen in einer nahen Vertiefung zu begraben und mit ein wenig Sand zu bedecken; niemand sonst wollte helfen, die „Christenhunde" zu bestatten. Kurze Zeit nach den Missionären wurde Roversi, der ehemalige Sklaverei-Jnspek- Kalifengräber bei Kairo. Priester zu töten, außer dieselben hätten bewaffneten Widerstand geleistet, ihnen das Leben rettete. Hier erfuhren sie erst, daß El-Obcid noch gar nicht gefallen war. Infolge des engen Zusammenwvhnens von über 100.000 nicht allzu reinlichen Menschen entstanden im Lager des Mahdi bösartige Krankheiten, und das Ungeziefer nahm in entsetzlicher Weise überhand. Auch die Gefangenen von Delen erkrankten, und zwei Schwestern und ein Missionslaie starben. Auch die übrigen vier Missionsmitglieder waren am Rande des Grabes und lagen machtlos da. Nur tor von Djebel Nuba, ins Lager eingebracht. Auf der Reise war er mehrere Male in Gefahr gewesen, von den Bag-gara getötet zu werden. Sie wollten sich für die Niederlage rächen, die Roversi ihnen bei Golfan-Nnama beigebracht hatte, unlö nur seinem Repetiergeiweihr verdankte er sein Leben. Bald nach seiner Abreise von Delen war Streit zwischen Mak Onmr und den Nubaneru ausgebrochen. Es kam zum Kampfe, in welchem die Nu-baner über Mak Omar siegten, und dieser mußte Deleu verlassen und sich nach Sind-jokai zurückziehen. Auch Roversi erkrankte und starb, kaum dreißig Jahre alt, am 3. November 1882. Er war der Mission stets ein lieber Freund gewesen. Wenige Tage nachher kam auch Mak Omar mit den Negern der Mission im Lager an. Die kleinen Knaben und Mädchen wurden als Sklaven verkauft und die erwachsenen Männer zu Soldaten des Mahdi gemacht. El-Obeid, das der Mahdi noch immer belagerte und aushungern ließ, fiel am 19. Januar 1883 in seine Gewalt, und- die dortigen Missionsmitglieder wurden gleichfalls seine Gefangenen. Das gab ein trauriges Wiedersehen im Lager; der Priester Nosignoli und der Laie Locatelli mußten mehr tot als lebend auf ihren Bettgestelleu getragen werden, und auch die vier Schwestern waren ganz erschöpft vom Skorbut. Die Neger der Mission wurden unter die Soldaten gesteckt, die kleinen verkauft. Zwei christliche Mädchen wählte der Mahdi für sich selbst aus. Für die Missionäre und Schwestern van Delen und El-Obeid sollten nun lange Jahre schrecklicher Gefangenschaft folgen.* Mahmüd Schert, der Onkel des Mahdi, der von diesem zum Emir (Fürsten) von Kordofan ernannt worden war, rückte mit 2000 Mann gegen die Nubaner aus, um sie zum Islam zu bekehren und zog direkt nach Delen. Er verbot den Nu- * Der Priester Alois Bon omi und die Schwester 9JZaiia Caprini und Fortunata Quasseh (letztere Negerin vom Stemme der Nuba) konnten im Jahre 1885 von El-Obeid nach Ägypten entfliehen, desgleichen im Jahre 1887 der Laienbruder Isidor Locatelli. Am 3. Oktober 1891 starb die Schwester Maria Conzepta Corsi an Typhus zu Omdur-man. Acht Wochen später (29. November 1891) konnte der Priester Josef Ohrwalder mit den Schwestern Elisabeth Venturini und Katharina Chincherini von Omdurman nach Ägypten entfliehen, der Priester Paul Rosig noli gleichfalls am 20. Oktober 1894. Bauern strenge, ihre abergläubischen Gebräuche beizubehalten und baute ihnen eine Moschee aus Stroh. Den Kudjur Ka-kum ließ er sogleich festnehmen, verbrannte seine Wohnung und den Sitz, dessen er sich bei den religiösen Zeremonien hpdienie, und führte ihn selbst in Ketten nach El-Obeid. Hier hatte Kakum die Freude, mit den gefangenen Missionären von Delen zusammenzutreffen. Er starb bald darauf und hinterließ zwei Frauen, von denen die eine Mutter eines sechsjährigen Söhuchens war. Dieser erlaubte man nach zwei Monaten, nach Delen zurückzukehren. Der Sohn ist seither verschollen. Mahmud Scherif, von den Nubanern einfach Scherif genannt, benahm sich gegen die Bevölkerung von Delen sehr milde. Mit Ausnahme der Abführung des Kudjur Kakum und einiger anderer stat er niemand etwas zuleide. Nur mußten diejenigen, welche Gegenstände aus der Mis-sionsftation besaßen, dieselben abliefern und einen Schwur auf den Koran leisten, daß nichts mehr davon • in ihrem Besitze sei. Mahmud Scherif erschien in Delen im Jahre 1884. Die Nubaner erinnern sich daran sehr gut und berechnen nach diesem Ereignis ihr. Alter, indem sie etwa sagen: Im Jahre des Scherif war ich so und so g!poß; im Jahre des Scherif ge$ar mich meine Mutter und dergleichen. Nach dem Abzüge Mahmud Scherifs hatten die Nubaner von Delen acht Jahre lang Ruhe. Da sie von früheren Plünderungszügen her viele Pferde und seit der Niederlage des englischen Generals Hicks auch viele Gewehre besaßen, so unternahmen sie nach allen Richtungen hin Streifzüge und raubten ihre Nachbarn aus. Sie wurden so übermütig, daß sie der Regierung des Kalifen Tribut und Gehorsam verweigerten, bis dieser seinen Feldherrn Heft 5 und 6. Stern der Nege r. 119 Mahmud gegen sie schickte. Im Herbst des Jahres 1892 kam derselbe nach Delen und lagerte sich mit seinen unabsehbaren Streiterscharen in der Ebene am nördlichsten der fünf Berge. In aller Eile wurden Greise, Weiber und Kinder nebst den notwendigsten Habseligkeiten zum südlichsten Berge geflüchtet, der zwischen seinen gewaltigen Steinmassen geräumige Höhlen besitzt, die für einige Zeit sichere Zukunst gewähren konnten. Die Männer setzten sich, hinter den Felsen geschützt, zur Wehr. Da die Übermacht des Feindes aber zu groß war, so flüchtete sich das ganze Volk in der zweiten Nacht in die Berge von Njuma, die wegen ihrer Unzugänglichkeit sicheren Schutz boten, und verblieb dort, bis die Kunde von der Niederwerfung des Mahdireiches in die Nu-baberge drang. Alsdann kehrten sie in ihre heimatlichen Berge zurück und begannen wieder ihre gewohnten Raubjagden, bis die neue englische Regierung das unruhige Völklein zur Ordnung brachte. (Fortsetzung folgt.) I ................................................................................................................................................................ <°L JE> Das Hue=ßiöcMem in Afrika. ....................■**■**■.....>»»«»> ,,,,,,I,,,,,,I,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,......... iiimiiiiii Das Abendrot ist ausgegossen Weit über Berg und Waldessaum, Dias Tal, born Dämmerlicht umflossen, Ruht schweigend wie im tiefen Traum. Im nahen Busch- erflingew Lieder; Es glänzt des Sees klare Flut Den- ganzen Tropenhimmel wieder, Der über d!iche>m Frieden ruht-. Mit traulichem Geflüster rauschen Die Wellen, das Ge stad' -entlang, Die Neger dort iim Kahne lauschen Aus einen fernem Glockenklang.. Zum erstenmal in diesen Gauen Tönt heut ein Glöcklein, mild und leis. Es gilt der Jungfrau der Jungfrauen, Es läutet zu Mariens Preis. Der Engelsgruß, so o-st erklungen, Er ist in eine Seel' wo!h-l nie Mit solcher Za-ubermacht gedrungen, Mit solcher Himmelsmelodie. Es bebt ba3 Herz bei seinem Hallen, Bis es ergriffen stille steht. Der Neger läßt das Ruder fallen, Die Lippen stammeln ein Gebet. Vom Borg, vom Tal, von allen Orten Tönt es „Maria" himmelwärts, Das Aveglöcklei'n schloß bife Pforten Aus zu Mariens Mutterherz. Kleine Asrika-Bibliothfek. Gin miHionsausHug im Kabyienicmcle. (Erzählt von einer Missionsschwester.) rlaube mir, meinen lieben Lesern die Beschreibung eines kleinen Missionsausfluges zu senden; wir haben dabei Blumen gepflückt, deren Wohlgeruch jedes Christenherz erfreuen wird. Es herrschte an jenem Tage eine tropische Hitze, wir mußten Esel mieten, damit dieser Ausflug in ein sehr entferntes Dorf ermöglicht werden konnte. Um ein Uhr nachmittags bestiegen wir drei Schwestern unsere Maultiere. — Diese Tiere sind hierzulande ganz vortreffliche Renner; Mr,wahr, sie flogen nur so durch die prächtigen, schon vom reichen ©etreite goldglänzenden Felder und durch hie schönen Palmen- und Sycomoren-Haine, wo sich dben gange Wolken von Ibissen n,iieberge= lassen hatten. Der biedere Kabyle läßt sein Ackerwerkzeug zur Erde gleiten, um uns zu betrachten; die Frauen überhälufen uns mit Segensworten, die Kinder kommen herzu, um uns die Hand zu küssen. — Aber die Abwechslungen, welche die Reise bietet, sind nicht stets angenehmer Art; eine sogenannte Brücke aus verfaulten Bambusstäben, schlecht gestützt mit wenigen Balken, soll uns über einen sehr breiten, tief unter uns brausenden Fluß tragen. Sollen wir es wagen? Es bleibt keine onibeirie Wahl, also frisch getoagt und ©btt befohlen! Endlich nach, einigen sehr langen und bangen Miinuten sinh wir am Zandern User. Aber nun müssen wir den Damm entlang unsern Weg fortsetzen, und der Sand hat an einigen Stellen Vertiefungen und rollt unter den Tritten unserer Tiere ins Wasser hinab, überdies haben unsere Esel ein ganz besonderes Talent, den guten Weg zu fliehen und sich gantz am Rande zu hal- ten. Unsere guten Engel haben uns beschützt; wir befinden uns von neuem auf offenem Felde, das weiße Maultier voran, das graue in der Mitte, das schwarze im Nachtrab, diese Reihenfolge mußte durchaus eingehalten werden. Der weiße Esel hatte es sich so in den Kopf gesetzt. Nach einem zweistündigen Ritte kamen wir im Dorfe an. Welch ein Lärm, als man uns erblickte! Männer, Frauen und Kinder liefen in aller Eile herzu, schreiend, klagend, jammernd und gestikulierend: alle wollten sie Augensalbe für kranke oder schon halb erblindete Augen. Wir leerten eine Büchse nach der anderen und zeigten sie dann geleert den armen Leuten. „Das macht nichts," schrien sie, „gebt uns nur noch mehr!" Die Sache war schwierig auszuführen, aber ich stellte eine große Anzahl zufrieden, indem ich meine Finger trocken in ihre Augen legte. Um 7 Uhr abends kehrten wir in die Mission zurück, abgehetzt, mit Staub bedeckt, unsere Schleier zerrissen und an unseren Kleidern die Spuren der Finger tragend, die soeben den berühmten Brotkuchen geknetet hatten, Gesicht und Hände klebend von den Küssen, mit denen wir bedeckt wurden, aber „maliche", wie die Araber sagen, „tut nichts", wir haben eine reiche Ernte gehabt. Diese Ausflüge in die Dörfer, obwohl so ermüdend, sind dennoch Lichtstrahlen in unserem sonst so mühseligen Leben; denn gewöhnlich bedarf es unausgesetzter, harter Arbeit, bis die von uns ausgestreuten Samenkörner in den Herzen der uns anvertrauten Frauen und Mädchen aufgehen. Ja, oft müssen wir Jahre des- Heft 5 und 6. . 121 Stern der Neger. Gebetes, der Hingebung, der Arbeit daran geben, um die Bekehrung einer einzigen Seele zu erwirken. Ja, man kann sagen, daß unsere Freunde in Europa mehr für diese Unglücklichen tun können als wir, die wir ihnen so nahe sind. Jene Almosen und Geschenke nämlich, die uns zugeschickt werden unb die wir verteilen dürfen, machen uns die Herzen geneigt, so daß sie sich leichter unsepen Ermahnungen erschließen. Kürzlich kam in unsere Armen-Apotheke eine alte, blinde Frau, die von ihrer kleinen Tochter geführt wurde. Beide leben von der öffentlichen Mildtätigkeit, essen, wenn man ihnen etwas gibt, schlafen, wo sie können. Ich habe erlangt, daß meine kleine Maria (die ich so nenne, weil ihr unschuldiges, ausdrucksvolles Gesichtchen und ihre sanften Manieren mich an die heilige Jungfrau bei der heiligen Anna erinnerten) in meine Klasse kommt, während ihre gute Mutter zu Hause beschäftigt wird; man muß sie nähren und kleiden; aber dadurch wird ihre Seele dem lieben Heilande näher gebracht. Wie viel mehr Gutes könnten wir tun, wenn wir mehr Geld und materielle Hilfsquellen hätten! Wenn main dies Elend und diese herzzerreißende Not sieht, die einer Missionsschwester die Hände binden, so kann man nichts tun als beten und der göttlichen Vorsehung vertrauen, die gewiß mildtätigen Seelen den Gedanken einflößen wird, uns zu Hilfe zu kommen. „Kleine Afrika-Bibliothek." V!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!!!!!!!»!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!!!!»!!!!!!!!!!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!,!!»!!!!!!!!!! H 1 Die Kalifen= und lüantelukengräber bei Kairo. J 1 Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!llllll!lllll!llllllllllll!lllllllllllllllllllllllllll!lllllllll>lllllllllllllllllllllll!lllllllllllllllllll!lllllllllllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!llll|l ■ uf der Ostseite der ägyptischen Hauptstadt breiten sich ausgedehnte Totenfelder aus. Unter den Grabmonumenten ragen große und stolze moscheengleiche Mausoleen auf, welche den Namen Kalifen- und Mamelukengräber tragen. Die nördlich gelegene Gruppe sind die sogenannten Kalifengrüber; dieser Name ist historisch unzutreffend, denn diese Grabmale haben nichts zu tun mit den Wlbajsiden-Kalifen, die zwar zur Zeit ihrer Erbauung in Ägypten herrschten, aber nur mehr Puppen waren, sondern von den Bahrit-Mamelukensultanen. Die Gräber waren einst reich ausgestattet; sedeš hatte einen zahlreichen Stab von Scheichs und Wärtern, welche mit ihren Familien in-nevh!allb der Umfassungsmauern wohnten. Da die Einkünfte der Moscheen zu Anfang des verflossenen Jahrhunderts konfisziert wurden, so verfielen die Gräber allmählich. Neuerdings wird für deren Erhaltung wieder Sorge getragen. Im Vordergründe unseres Bildes erblicken wir die Grabmoschee des Sultans Kait-Bei (1468—1496), das schönste Gebäude unter den Kaltsengräbern, welches sich von allen ande>vn durch seine leichte Kuppel mit 'Skuilp'turbänderu und schlankem Minarett auszeichnet. Die Kuppel empfängt ihr Licht durch 50 bemalte Fenster. Im Innern des Mausoleums werden zwei Steine gezeigt, welche aus Mekka stammen und die Fußabdrücke des Propheten besitzen sollen. Die Mamelukengräber breiten sich südlich vom Zitadellenhügel aus. Sie sind nicht so gut erhalten wie die Kalifengräber, da manche von ihnen teilweise als Steinbrüche und moderne Begräbnisplätze benutzt werden. Von manchen sind nur noch die Minaretts übrig geblieben. Einige von diesen Gräbern sind von architektonischem und künstlerischem Werte; es fehlen ieses Gesetz, das uns unter dem Rollen des Donners und dem Zucken der Blitze auf dem Berge Sinai verkündet ward, hat Gott schon bei der Erschaffung in jedes Menschenherz hineingelegt, so daß es eigentlich gar keines Gebotes bedürfte, um es zu erfüllen. Allein die Erbsünde mit all ihren traurigen Folgen erzeugt in der armseligen menschlichen Natur oft wahrhaft erschreckliche Verirrungen. Hier in Europa, wo selbst die meisten Ungläubigen und Gottlosen in gewisser Beziehung wenigstens dem vierten Gebote Gottes ihre Hochachtung zollen, kann man sich nur schwer einen Begriff von jenen entsetzlichen Zusttnrden machen, wie sie in diesem Punkte bei manchen Volksstämmen des „dunkeln" Erdteils herrschen. So ist z. B. den Negerstämmen Senegals jede Kindesliebe fremd. Sind die Eltern alt oder krank, mit einem Worte arbeitsunfähig geworden, so hält man sie nicht mehr des „Essens und Trinkens wert", und es werden selbe von ihrem Heim hinausgetrieben. Gewöhnlich flüchten sich diese armen Verstoßenen in irgendeine zerfallene Hütte des Dorfes, in der Wind und Regen und die glühend heiße Sonne ihren freien Zutritt haben. Da liegen sie auf bloßer Erde, von Schmutz und Unrat umgeben und mit armseligen Lumpen bekleidet. Niemand besucht sie, niemand spricht mit ihnen: es würde sich das jeder zur Schande rechnen. Was ihre Nahrung aber historische Daten über ihre Erbauer, doch nimmt man an, daß sie unter den letzten Mamelukensultanen errichtet worden seien. betrifft, so bringt ihnen ein Kind einmal täglich einige Überreste vom Mahle, etwa wie man sie den Hunden vorwirft; ist dies nicht genügend, um ihren Hunger zu stillen, so müssen die Ärmsten eben bis auf den „nächsten Tag" warten. So dulden und leiden diese Unglücklichen ■— oft nur wenige Schritte von der Wohnung ihrer Kinder entfernt — ohne Hilfe und Trost. Die meisten sterben Hungers. Eines Tages kam ein Missionär in ein Dorf und fand die ganze Einwohnerschaft in großem Jubel. Auf seine Frage nach der Ursache desselben, antwortete ein junges Weib: „Nun, Vater, warum sollen wir uns nicht freuen? Meine alte Mutter liegt im Sterben, da hat man doch eine Person weniger zu ernähren!" Der Häuptling des ganzen Stammes wurde in seiner letzten Krankheit von seinem Sohne nicht besser behandelt. Ein Stück zerrissene Leinwand war seine Bekleidung, die nackte Erde sein Lager, er hatte nicht genügend, um seinen Hunger zu stillen. Vor seinem Tode jedoch wurde noch dem Ärmsten das Glück zuteil, das heilige Sakrament der Taufe zu empfangen, das ihm der Missionär nur wenige Stunden vor seinem Hinscheiden spendete; so kann man hoffen, daß sich seine Seele bereits der Anschauung Gottes erfreut. Aber wie viele dieser unglücklichen Verstoßenen verlassen diese Erde, die ihnen nichts- 'geboten als Schmerz und Leid, um vielleicht einer noch Är ehre Vater und Mutter! sis traurigeren Ewigkeit entgegen zu gehen. Und doch könnten so viele dieser Seelen für den Himmel gerettet werden! Wer wird sich nicht angetrieben fühlen, durch Gebetshilfe sowohl als durch materielle Unterstützung dies zu ermöglichen? „Was ihr dem geringsten meiner Brüder tuet, das habt ihr mir getan", und „zur Rettung einer Seele Beitragen, heißt seine eigene Seele retten!" „Kleine Afrika-Bibliothek." lllllllllllllllllllllllllllllillF Sfreiferleben II. Von Br. Al. Lanznastcr, Missionskandidat. Viele Tage vergingen: Tage, reich! an Abwechslung und kleineren Abenteuern, da wir das ganze lange und weite Dal slei-feig abzttpatrouillieren hatten. So manche italienische Patrouille' ftmr nicht mehr zu den ihrigen' zurück. Ich hatte so die ganze 'Gegend kennen gelernt, wußte jeden Wech-sei der Feinde, wußte jede Quelle, kurz, kein Plätzchen blieb mir unbekannt. Da sich in den letzten drei Tagen ein gesteigertes Patrouillieren seitens des Feindes bemerkbar gemacht hatte, war uns ein größerer Patrouillengang angesagt worden, dem ich als Führer anbefohlen wurde. >Wir schlichen uns bis ungefähr in die Mitte des Tales, wo die ganze Abteilung gesichert nächtigte. Meine Ausgabe war es nun, die Stärke des Feindes auszuspähen, der in nicht allzu großer Entfernung ein Dorf besetzt hielt. Mit dem Gewehre in der Hand, den Finger am Züngel ging ich voran. Da sich die feindliche Feldwache schon von weitem durch ihr überlautes Sprechen verriet, war es mir nicht allzu schiver, durch dieselben hindurchzukriechen. Ich' legte so Noch' eine kurze Strecke zurück, bis ich in die Nähe einer kleinen Villa gelangte, worin ich' mich, da sie von allen verlassen war, verbarg, um die Nachtzeit abzuwarten. Eben war der Mond hinter einer undurchdringlichen Wolkeumasse verschwunden, da verließ ich mein Versteck und gelangte, natürlich wieder beständig schleichend wegen der ausgestellten Wachen, bis vor das vom Feinde besetzt gehaltene Dorf. Nach längerem Umherkriechen in nächster Nähe der Bauernhäuser glaubte ich', endlich den richtigen Platz entd'eckt zu haben, von wo aiuS ich das Dun und Treiben des Feindes unbemerkt verfolgen konnte: vielleicht 150 Schri tte von mir entfernt sah ich nämlich« unter den anderen Hütten eine 'mehr als halbzer'fallene, von deren durchlöchertem schadhafteu Dache aus ich meine Beobachtungen anstellen zu können glaubte. Da sich die Hütte -cm einer Berglehne 'befand, hielt es nicht schwer, deren Dach zu ersteigen, und durch dessen Löcher auf den Boden zu .gelangen, wo ich nun tagsüber durch die verschiedenen Luken mit einer gewissen Bequemlichkeit die Italiener zu überblicken und meine Wahrnehmungen zu Palpier zu bringen imstande war. Es mochten sich zirka zwei Kompagnien int Dorfe befinden; außerdem noch eine Menge Arbeiter, welche das Dorf befestigten. Zwar betrat einmal eine feindliche Patrouille meinen Schlupfwinkel, bocf) zog sie unverrichteter Dinge wieder ab. Als es finster ^geworden war, machte ich mich wieder auf den Weg zu meinen Kameraden: aber diesmal schien der Feind aufmerksamer zu sein, denn trotz meiner äußersten' Vorsicht wurde ich entdeckt, und ward auf mich geschossen. Dank meiner' flinken Beine kam ich aber doch« heil zu meinen Kameraden zurück und meldete. Ikun aber hatte ich sofort noch in demselben Nacht eine Patrouille durch die feindlichen Wachen zu führen, um dann die jenseits des Dorfes aufragenden Felsen, aus der uns abgekehrten Seite dBgoiftoiigen und etwatgie dort Bet findliche Reserven des Feindes feftzustel-len. Dieser Befehl war natiirlich schwieriger, da ich nun nicht mehr allein war, sondern unser drei 'waren. Nun durch die Wachposten kamen wir unter Anwendung aller Vorsichtsmaßregeln glücklich- hindurch; denn der anbrechende Morgen fand uns bereits auf einer Anhöhe links obev-halb des feindlichen Dorfes. Erst jetzt konnte ich mich geschützt durch dichtes Strauchwerk für zwei Stunden dem Schlafe überlassen. Durch den Schlaf wie neugeboren, machte ich mich nun an die Lösung meiner Aufgabe. Das Herankommen an die zu ersteigenden Felsen und deren Erklimmen gelang vortrefflich; ein gutes Stück Arbeit .war damit schon geleistet, aber bei wei'tem noch, nicht das schwierigste. Denn jetzt hieß es, auf der feem Feinde zugekehrten Seite den Abstieg wagen. Ohne Gewehr, das mir bei der gefährlichen Kletterpartie nur hinderlich gewesen wäre, und nur «mit einem guten Feldglase versehen, stieg ich vorsichtige die Wände hinunter, jede ratx irgendwie brauchbare Deckung, benützend, um mich den unliebsamen Blicken meiner Feinde zu entziehen. Meine beiden Kameraden waren oben am Felsenrande zurückgeblieben, um mir nötigenfalls den Rückzug decken zu können. Der Abstieg durch enge Schluchten und von der Kante so ins Ungewisse hinein, war äußerst mühsam. Wer aber beschreibt meinen Schrecken, als sich! aus einmal lebhaftes Gewehrfeuer erhob, das ringsum ein vielfaches Echo in den Felsen wachrief. War unsere Kompagnie in Gefahr oder war sie am Ende gar überrumpelt worden! Nun war mein Auftrag selbstredend hinfällig geworden und ich mußte trachten, wieder vorsichtig zu meinen Kameraden am Felsen droben zu kommen. Diese hatten meine Absicht kaum bemerkt, als sie auch! schon ein Seil herabließen, mittels dessen ich den Fels auch, bald erklommen hatte und eben noch zurechtkam, um im Verein mit ihnen eine Schar uns ent-gegenkommender Feinde gebührend empfangen zu können. Schuß auf Schuß folgte und mehr denn ein Gegner sank getroffen zusammen, allein schließlich mußten wir doch das Weite suchen, wollten wir nicht umzingelt und eingeschlossen werden. Wir rannten wie besessen die Anhöhe hinab, jede Deckung zum Feuern auf die nachsetzenden Gegner benützend, und kamen schließlich! abgehetzt und gänzlich erschöpft iirn: Büschwald des Tales, dem nächtlichen Lagerplatz unserer Kompagnie an, wo wir uns vor dom Feinde gesichert halten konnten, denn im dichten Laubwerk mußte er seine Verfolgung aufgeben, was auch tatsächlich geschah. Aber wo befand fies} die Kompagnie?! Keine Spur war von ihr zu entdecken. Eine peinliche Ungewißheit überkam uns. Wir durchquerten nun in schiefer Richtung den !Wald, um von der Seite aus den Feind möglicherweise im Auge behalten zu können, Als wir aus dem Walde traten, stau- den wir vor einem Mäßig großen Landgut/ miit einer ziemlich geräumigen Villa, welche wir alsogleich aufzusuchen beschlossen. Vorsichtig näherten wir uns 'dem hübschen Garten, der die Villa umgab', und nachdem einer meiner beiden Begleiter das Innere derselben ausspioniert hatte, traten wir ein. Ein angenehmer Wvhlgeruch erfüllte die schön eingerichteten Gemächer. Vom Fenster aus sah man über grüne Wiesen hin, die sich in sanften Wellenlinien zu dem vom Feinde besetzten Dorfe hinabsenkten. Im Garten blühten noch die Astern und einige verspätete Rosen, während die RebenanderMauer voll goldiger Trauben hingen. Da wir von dem Rennen noch immer ganz abgemattet waren, und wir während des Tages doch nur schwerlichzudenUn-seren stoßen könnten, wollten wir uns, nachdem wir vorher von den in der Brlla vorgefundenen Vorräten einer gründlichen wechselnd mußte mamelukengräber bei Kairo. uns gestärkt hatten, Ruhe überlassen. Ab-immer einer Posten stehen, um uns vor unangenehmer Überraschung zu bewahren. Als es Abend geworben, setzten wir uns im Keller des Hauses um ein 'lustiges Feuer und ließen uns einen heißen Kaffee vortrefflich munden, wobei ein tadelloser Südtiroler die Milch vertrat und Käse das Brot ersetzte. Wir fühlten uns ungemein wohl und behaglich, und auch- das Postenstehen in der gang und gar nicht kalten Nacht war für den Betreffenden keine allzuschwere Bürde. Da, 'so gegen y2ll Uhr, stürmt der eben Wachthabende herein mit der Meldung, daß Welsche kommen. Rasch steckten wir einige Vorräte zu uns urtib hinauf ging es an die Gartenumzäunung. Wer die vom Monde beleuchtete Wiese sahen wir eine kleine Abteilung Bersag-lieri im Grase herankriechen. Wahrscheinlich hatten auch sie ein heftiges Bedürfnis nach Speise und Erquik-kung. Dochwirmuß-ten ihnen die Befriedigung dieser ihrer Bedürfnisse verwehren und empfingen sie, als sie uns nahe genug gekommen waren, mit einigen Kugeln. Ungewiß über die Anzahl und Stärke der Verteidigung, zogen sie nach kurzerZeit ab,wobei wir ihnen noch eine Strecke weit das Geleite gaben. Natürlich hatten mich wir jetzt unsern angenehmen Unterschlupf so 'bald als möglich zu verlassen, denn der Feind würde offenbar Verstärkung schicken. Getrennt schlichen wir uns darum einer nicht zu entlegenen Felsengruppe zu, wobei wir allerdings den italienischen Schwarmlinien äußerst nahe-kommen 'mußten. Ganz damit beschäftigt, die Felsengruppe zu erreichen, merkte ich es erst viel zu spät, daß ich meine beiden Kameraden verloren hatte. Ein Suchen nach ihnen wäre verglich und zu gefährlich gewesen, ich mußte trachten, wie ich selber vorwärts käme. Da ich gezwungen war, von Zeit zu Zeit auszusetzen, fei es aus Ermüdung, sei es, um mich zu vergewis-sern, daß die Luft rein sei, so ging das Vorwärtskommen natürlich nur langsam vonstatten. Als der Morgen- graute, hatte ich das felsige Gebiet bereits zu einem guten Teil durchquert, doch da vernahm ich plötzlich das kurze Knallen der italienischen Stutzen, während mir gleichzeitig auch schon einige Kugeln um die Ohren Pfiffen. Ich war bei Einem Schleichen oberhalb der feindlichen Flanke gekommen und so von der 'Flankensicherung entdeckt worden. Jetzt galt es unbedingt, aus idem gegnerischen Kugelbereich herauszukommen, koste es, was es wolle. Ich richtete mich deshalb empor aus meiner bisherigen Mehr schleichenden Haltung, umlb rannte nun dahin, so rasch es eben meine Beine und der felsige, vielfach auch zerklüftete Boden gestattete. Glücklich und, von meiner zerschun-denen Nase abgesehen, heil durchquerte ich Den ausgedehnten Gebirgsftock. Nun ging es wieder abwärts, und- nachdem ich! den ebenen Boden erreicht hatte, verbarg ich mich im dichten Strauchwerk, womit die Gegend überreich gesegnet war. Hier blieb ich trotz des Regens, der später einsetzte und den ganzen Tag über anhielt, bis es düster wurde. Jetzt erst schlich ich weiter bis zu jenem Hügel, auf welchem unser früherer Patrouillengang * so unheilvoll geendet hatte. Da es mir vorkam, als arbeiteten Feinde auf demselben, so machte ich einen Umweg, eine Jded, toddjie mich Wider Erwarten zehn meiner Kameraden von der Kompagnie treffen ließ. Trotz der Nähe * Stern der Neger 1917; Nr. 2—3, S. 58. des Feindes wurde ich -mit lautem Hallo empfangen. Aber während wir uns noch freuten ob des so unerwarteten Wiedersehens, erschien ein Mann mit dem Befehl, sofort den Hü-■gd vom Feinde zu säubern. Es waren bei fünfzig Italiener, wir jedoch waren genau elf Mann; Dazu kam noch deren strategisch weit günstigere Lage, da sie einen rings von Felsen umgebenen Hügel innehatten. Doch es wurde nicht lange beraten, sondern frisch zur Tat geschritten. Wir überraschten den Feino im Rücken mit Handgranaten und Schnellfeuer. Das hielt einige Augenblicke an, worauf wir mit auf-gepslanjztem Bajonett ans ihn losstürm-ten. Es erscholl ein furchtbares Geschrei, das aber doch noch- übertönt wurde von dem Hurra unserer elf Tiroler Kehlen. Nach einem langen und hartnäckigen Ringen gelang es uns, die Fünfzig zu schlagen und den wichtigen Punkt wieder als unser zu behaupten. Nach- erfolgter Ablösung harrte unser im Lager ein unerwarteter Empfang. Der Major beschick uns elf zu sich und überreichte uns ein schönes Belobungsschreiben, worin besonders von der dem fünffach überlegenen Feind gegenüber bewiesenen Tapferkeit rühmend Erwähnung geschah. Manch stürmischer Tag und manch schlaf-lose Regennacht sind seither verstrichen, doch der Krieg tobt weiter. Die meisten Kameraden meiner damaligen Kompagnie schlummern bereits an des Vaterlandes Grenzen, wo sie sich als Tiroler ihrer Väter würdi-g gezeigt haben und nun der großen Vergatterung am allgemeinen Weltgerichtstage harren. Wir aber gehen weiter den Weg der Pflicht, treu schützend unsere Heimat, und bereit, den Tod- zu erleiden für Kaiser und Pflicht — den Heldentod.. Heft 5 und 6. Stern der Nege r. Ilcichrichfen des Theofogen=nMions*Verbcmdes Österreichs» (Th. M. Pb. Ö.) Redigiert vom Vorort des Cheologen-IIliiiionsverbandes Öiterreidis, derzeit in Brixen, Südtirol, Prielterleminar. Calceati pedes in praeparatione Evangelii pacis. (Eph. 6, 15.) Von P. Odorich Heinz, Sofia. Wem gilt diese Mahnung des Völker-apostels mehr als dem Priester, ©etoiy zunächst in dem ihm anvertrauten Sprengel der großen Ehr isti; aider wie Weihbischos L a nsberg - Köln auf dem ersten wissionswissenschastlichen Kurs * in der Metropole am Rhein des näheren ausführte, der Gesalbte des Herrn muß in seinem Apostolatsgeist ex caritate auch das weite Gebiet bför Heid enmissio neu um- fassen. Hat -doch der Herr (Matth. 5, 13) seine „Jünger" mit den schönen bildlichen Ausdrücken charakterisiert: Lux mundi, Sal terrae, Civitus supra montmn posita. Wie deutlich ist in einem jeden auf die Beziehung des Geistlichen zur Welt-mission hingewiesen! Als „Licht der Welt" soll er mitwirken, das Glaubenslicht in die weitesten Kreise zu tragen. „Salz der Erde" bann er nur sein, wenn er zu den Erden-bewohnern in Verbindung tritt, ähnlich wie das Salz nur dann nützen kann, wenn es sich mit den Gegenständen verbindet. Die „Stadt auf beim Berge" hat den Vorzug, daß sie aus felsenfestem Grunde sich erhebt, weit ausschaut, Schutz und Sicherheit verheißenD, urtlb auch von * Vortrüge und Referate nebst Bericht. Herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Schmidlin, Aschendorff, Münster. 1916. S. 205 ff. weiter Ferne gelsehen. wird. So sollen auch wir Geistliche (wie es im Weiheritus zum Subdiakonate heißt) „in tide bene fun-dati“ sein. Ist das der Fall, so schauen wir auch über die engen Grenzen des Amtes oder jeweiligen Berufes hinweg auf die vielfältigen Hjeilsbedürfnisse der Allgemeinheit und bereiten denen Schutz und Hilfe, die auf unsere Liebe hoffen. In Priester-kreisen fehlt es denn auch nie an begeisterten, hochh-erzigen Missions fteunden. Die letzten Jahre haben «uns sogar in manchen Diözesen Deutschlands eigene Priester-Miss ious-Vereine gebracht mit zahlreichen eifrigen Mitgliedern. Von größter Wichtigkeit iBfelBt es indes-daß Iber1 MissionsgeDanke zündet an den Bildungsstätten der künftigen Prieister, daß er ihre Borbereitungszeit befruchtet und in ihrer Vorbereitung zum Priesteramt jene Stelle einnimmt, die ihm >ge-bührt. Der Erreichung dieses Zieles haben sich die Dheologen-Missions-^Vereine eine -ebenso bedeutsame als segensreiche Aufgabe -gestellt. Sie werlden gewiß vorab -auf ein eifriges Bereinsle-ben bedacht sein müssen, daß die Missio-nszirkel blühen, geeignete Vorträge gehalten, MissionslÄtüre bereitgestellt and- -gepflegt, auch d-em Mis-sionsälmosen d-er gehörige Platz eingeräumt w-ivd. 128 Heft 5 und 6. Stern der Neger. Der größte Bortet! der Zugehörigkeit zum Dheologen-Missioits-Veretit toirb sich in der durch den Missionsgedankeit geigei&e= nett sowohl wissenschaftlichen wie aszeti-schen Vertiefung der Boriberei tuitgszeit ans das Priesteraimt zeigen. Sie soll durch diese Pflege des Apostolatsgeistes gestimmt werden ites. Im ersten Jahrgang' der Zeitschrift für Missionswissenschaft (Seite 281 ff.) führte Pater Joseph Grendel aus (Der Gesellschaft des göttlichen Wort's dieses näher aus. Diese überragende Be-deutung des Missionsgedankens bringt es mit sich, daß Man in den theologischen Disziplinen nicht nach Zusammenhängen des behandelten Stosses mit dem Mis-sionsgjedänken lange zu suchen braucht. Sie drängen sich denr offenen: Mick von selbst aus unib; brauchen nur festgehalten luirub verwertet zu werden. Die Einzelaus-führnng dieser lehrreichen Zusammenhänge samt der Art ihrer Verwertung wäre ein ergiebiges, dankbares Thema für Vorträge in den Missionsstndien,zirkeln. Hier würden sie über den Rahmen einer Burgen Aufmunterung hinauswachsen. Wem in den Jahren der Nazareth-'nrbeit vor seiner öffentlichen Wirksamkeit der Apostolatsgedanke so nahe getreten und' vertraut geworden ist, dem wird er stets ein mächtiger Ansporn zu reger Förderung der Misstonssache sein — ihm selbst und seinem Priesterwirken zu reichem Segen. Wie arbeiten unsere IMiionsuereine? Zusammengestellt aus den Antworten ans 'int Rundfrage im Oktoberheft des „Stern der Neger", 1916. (Schluß.) Das geweckte Missionsverständnis wird ferner dadurch belebt und auf feie Praxis angewendet, daß die Mitglieder zur d i-reiten Betätigung für die Missionen 'schon im Seminar angeleitet 'werden. Aufs wärmste wird das Gebet für die Missionen empfohlen. So bestimmen Leitineritz und Königgrätz als Veveinsgebet den Psalm: „Laudate Dominum omnes gentes“, mit der Anrufung: „Regina apo-stolorum, ora pro nobis et pro Amicis.“ Es werden Privat-Novenen für die Missionen 'gehalten. Ferners wird für die Ausbreitung des Missionsgedankens gearbeitet durch M i s-sions feste, die dem Volke zugänglich sind, durch: V e r t e 'i l it n ig v o n M i s-s i ans 's ch r i f t e n (so verteilt der M.-P. St. Florian 200 Exemplare der Zeitschrift: „Katholische Missionspropaganda" monatlich), durch Übernahme von Vor- trügen in Missiousisektionen der Stu-dentenkongregatiolren, d>nrch: Missions-a rti keil und Berichte über Missions feste in Zeitschriften >und Zeitungen. Auch Gelder für die Missionen werden gesammelt. Die Gäben! bestehen« teils aus freiwilligen Spenden, teils auch: aus Mitglieder b e i t r ä g e n. Die Mehrzahl d'ör Vereine verlangt von den Mitgliedern fixe Mitgliedsbeiträge. Einligje Vereine beschränken sich ans freiwillig ein-Ia«usend'e «Spenden und erzielen sirotz-«dem ganz schöne Summen. „Die Vereinsgelder toeröen zur Deckung der Auslagen, dann aber auch zur unmittelbaren Unterstützung der Missionen verwendet." (Heiligenkreuz.) Über die Verwendung der Gaben urteilt, sofern vom Spender nicht ein «bestimmter Zweck schon angegeben wurde, der Veveinsvorstand. 4. D i e Mitglied e r. Die MDglieber ber Vereine teilen sich in ordentliche und außeror-b e n t l i ch e. (So in St. Florian, ©anist Pölten, Heiligenkreuz und Brtxem) Leit-meritz unterscheidet ordentliche Mitglieder (die Theologen), färbet nlbe Mitglieder (cheMalige ordentliche MitglieOer, b'ie einen Jahresbeitvag von 3 K leisten) und Ehrenmitglieder. Orlbentliches Mitglied' kann jeder Theo-löge des Hauses durch Anmeldung Beim OBnrann werden. Mr die ordentlichen Mitglieder werden in der Regel als Pflichten ausgestellt: Besuch der Versamm-Iungen, Benützung der aufliegenden Missionsliteratur, Geibet für die Missionen, eventuell ein gewisser !>Mtg|iieb£Bei't'riaig (Graz 10 h monatlich, Stz Florirnr 1 K jährlich). Jedenfalls soll man bei der heutigen Überfülle von VereineU von der Allgemeinheit nicht zu viel verlangen. Um nicht mißliebig zu werden. Die außerordentlichen Mitglieder in bet Seelsorge sollen in ständiger 'Fühlungnahme mit dem Vereine (durch jährliche Berichte, Haltung des Missionsverbandsblattes) bleiben. 5. D i e Leitung der V e r e i ir e. Der Vorstand setzt sich in den meisten größeren Vereinen zusammen du§ dem Obmann, Schriftführer und Kassier (in Graz wird ber Verein geleitet durch ben Obmann und drei Ausschußmitglieder, aus jedem Jahrgange eines); ähnlich sind in Leitmeritz alle Knrse im Vorstand vertreten; der Zirkel in Budweis hat. einen OBmann und einen „Bücherwart", der neben dem Amte des Schriftführers noch für die Zirkulation der Missionszeitschriften zu sorgen hat. Passend bemerkt Leit- meritz in seinen Statuten, daß der 06= mann nicht unbedingt aus dem vierten Jahrgange sein muß.. Es toitb sogar' besser sein, wenn der Obmann nicht immer aus beim letzten Jahrgang genommen wird, da diese sich 'besonders gegen Schluß des Schuljahres' wegen Zeitmangels nicht 'genügend mit dem Verein besassen können; nicht der Jahrgang soll das Maßgebende sein, sondern, die 'Fähigkeit. Während der Obmann die Oberleitung in allen Ver-einsarbeiten hat, erledigt der Schrift-s ü h rer die Korresporrdenz, gibt die Versammlungen bekannt, führt die Vereinschronik, das Mitgliederverzeiichnis und sorgt eventuell für die Bibliothek. Der Kassier regelt die 'gesamte Geldgebarung, sorgt für Bestellung der Missionszeit-schriften des Vereines und der einzelnen 'fDtiitlgili’eaDer und führt >üas Wereiusinven-tar. Der Vorstand hat sich monatlich wenigstens einmal zur Beratung zu versammeln, wie St. Florian sehr passend festlegt. In jeder Borstandsversammlung werden ans dem Protokolls buche die Be-ratungsjpuinkte der letzten Verisammlnng vorgelesen und neue Beschlüsse für die Zu-Bumft gefaßt. Nur so wird eine planmäßig geordnete und gründliche Arbeit während des Vereinsjahres möglich sein. Die Wahl der Vorstandsmitglieder findet in allen Vereinen jährlich (gewöhnlich während der Schlußversamurluirg), und zwar in der Regel durch Akklamation statt, nachdem der scheidende Vereinsbbmann der Vollversammlung den neuen Vorstand vorgeschlagen hat. Hiemit wäre die Arbeitsweise unserer Vereine einigermaßen geschildert. Lassen wir uns bei allen diesen Arbeiten von klugjeir Mäßigung leiten, berücksichtigen wir die Brudervereine, die ebenfalls im Seminar arbeiten, zeigen wir, daß wir auch für sie warmes Verstänvnis haben. Dann wird sich unsere Theologenmissionsbewegung, die in den letzten Jahren einen so erfreulichen Aufschwung genommen hat, auch weiterhin ungestört weiterent-toitfeln können. Berichte über die Tätigkeit der UieoIogen=mi[fionsvereine Österreichs im Wintersemester des Schuljahres 1916/17. Wenn wir die Arbeiten, die unsere Missionsvereine im Wintersemester dickses Schuljahres geleistet haben, überblicken, so müssen wir eingestchen, daß der Segen Gottes ganz offenTurtb-i-g aus unserem Werke ruhte. Die Zahl der Vereine hat sich nicht vermindert, im Gegenteil vermehrt. In jedem Verein wiurde tüch>tig an der 'Festigunlg und icum Ausbau gearbeitet; überall finden wir neue Einrichtungen. Besonders erfreulich- ist es, daß das Statut bezüglich des Antschlusses der auswärtigen Mitglieder an ben 'Verein Äerall duvch-geführt wurde, wodurch der Zweck der Theol-ogen-Misfionsvereine erst voll und gang ausgewertet- werden kann. Unlb alle diese Arbeiten- sind- umso höher- einzuschätzen, da sich manche Vereine infolge der vurch den Krieg geschaffenen Verhältnisse in sehr schwieriger Lage befinden. Aber noch haben die Schwierigkeiten für unsere Missionsvereine nicht den Höhepunkt erreicht. Darum heißt es unermüdlich weiterarbeiten an der Schaffung fester Grundlagen für unsere Vereine. Unser Stolz soll es sein, in dieser Krieigszeit keinen Verein eingehen! zu lassen! Und mit Gottes Hilfe werden wir es erreichen! /1. M. Z. Budweis. Unser Zirkel hat trotz der obwaltenden Hindernisse dem Zwecke des allgemeinen Anschlusses Km den Vorort durch brieflichen Verkehr nachzukommen gestrebt, um wenigstens durch! gegenseitige Aufinnnte-rung den Missionsgedanken immer im Herzen der- Mitglieder anzuregen. Um auch während der Bei uns lange dauernden Ferien d-ie Missionsnachrichten! nicht unterbrochen zu sehen, haben sich im November vorigen Jahres alle Mitglieder entschlossen, den „Stern der Neger" für sich zu abonnieren. Von den Mitgliedern wurde öfters die hl. Kommunion zrnu Gedeihen der -guten Sache aufgeopfert. Da uns Versammlungen- unmöglich sind, wurde der Missionsgedanke durch Unter« Haltung während der 'freien Zeit belebt. MissionAeitschristen wurden fünf gehalten. Die Mitgliederzahl beträgt 7. Joh. Weiß, Obmanin. 2. M. B. Graz. Während am Beginn des -Schuljahres nur 21 Mitglieder waren, wuchs die Zahl zu Neujahr auf 42. Monatlich wurden 10 h gesammelt. Neuanschaffungen für die Bibliothek beschränkten sich -aiuf Zeitschriften. Außer den offiziellen liegen auf: St. Joses-Missionsbote, Licht und Liebe, Zeitschrift für Missionswissenfchaftj, die Weltniiss'iqn- der katholischen Kirche und andere nicht eigentliche Missionszeitschristen. Zu Weihnachten war eine V-o-llver-sammlung mit Tättgkeits- unlb Rechenschaftsbericht, Vereinsangelegenheiten urtio Lichib!ildeIrl-!Vortva!g über Nen-Mom-mern. Um d-ie Seelsorgegeistlichen znnr Beitritt 132 Stern der Neger. Heft 5 und 6. irrt unseren Verein einzuladen, veröffentlichten wir zwei Artikel im „Grazer Volks-Matt" mit bislang itor geringem Erfolg. Da'ftir nlalhM die -marianische Kongregation im f.-b. Kuabensaminar unsere Anregungen zur Gründung einer Missions-sektion erfolgreich -auf. So dürfte für Nachwuchs gesorgt sein. Johann List, Obmann. 3. M. B. Heiligenkreuz. Der Verein hielt eine allgemeine Jahresversammlung am 8. Oktober, wobei der Studienzirkel eingeführt wurde, bar dann drei Versammlungen hielt, von denen die letzte am 21. Jänner zugleich zweite Jahresversammlung war, wobei der Obmann seinen Tätigkeitsbericht gab. Themata des Zirkels waren: Mission und Heilige 'Schrift, Eucharistie und Mission, Mis-siouspflicht des Priesters der Gegenwart. Die Zahl der Mitglieds betrug 17 und die der Missionszeitschriften 24. Die Mis-sionsbibliothek wurde teils durch Geschenke, teils durch Ankauf neuer Werke (Streit, Missionsatlas; Schwager, Die brennendste Frage der Gegenwart; Fischer, Jesu letzter Wille; Heinz, Religionsunterricht und Heidenmission usw.) beträchtlich vermehrt. Die Auslagen beliefen sich auf 13 Iv 30 h, die Einnahmen dank der Freigebigkeit einzelner auswärtiger Mitglieder auf über 45 K. Über 400 Mis-sionsmarken wurden verkauft; die Samm-lunig >gebrauch!ter Marken wird mit Erfolg fortgesetzt. Fr. Bernhard Wagner, Obmiann'. 4. M. Sektion Klagenfurt. Im ersten Seimester des Schuljahres 1916/17 hielt die Misfionsfektion am 4. Dezember die erste öffentliche Ver-siammilung. Der hochwürdige Präses der Kongregation, Dr. RoLmann, zeigte uns in seinem Vortrage die Pflichten, die vor faittem der Klerius habe, für die Missionen zu arbeiten und das Volk darüber 'aufzuklären. Daß dies besonders in Österreich bisher vernachlässigt wurde, beiwies er durch' eine kurze aber anschauliche Beschreibung der traurigen Verhältnisse eines Missionsgebietes, das selbst zum katholischen Österreich gehört, nämlich Bosnien, wo sich Pater Puntigam die Lunge ausschreit nach Hilfe und Unterstützung, bisher aber nur wenig Gehör fand. Eine zweite Feftverlsaimimlung veranstaltete die M.Sektion am 2. Feber, in 'der der hochwürdige Herr Prälat Dr. Martin Ehrlich anschließend 'wn das Fest-geheimnis einen begeisternden Vortrag hielt: „Lumen ad revelationem gentium.“ Ferner hielt der Kern mehrere Versamm-lun'gen mit folgenden Referaten: 1. Stellung der Mission im Heilsplane Gottes; 2. das Interesse der modernen Welt den Missionen gegenüber; 3. Wie sollen wir Theologen uns selbst begeistern? 4. Wie sollen wir im Volk für die Missionen arbeiten? Als praktische Antwort auf die 3. und 4. Frage ist die M.-Sektion bemüht, eine gediegene Bibliothek sich' anzuschaffen und' -dank den zahlreichen, oft recht ausgiebigen Spenden von Geistlichen ist es bereits gelungen, einige recht wertvolle und aufklärende Missionswerke' anzuschaffen. Gott segne unsere kleinen Arbeiten und Bemühungen mit tausendfachem Sagen, damit daraus eine 60-, ja 100'sältige Frucht hervorwachse. Jakob Mayer, Obmann. 5. M. Z. Königgrätz. Der Bericht über das Wintersemester 1916/17 fällt der' nur sechs Wochen umfassenden Bortragszeit zufolge kurz aus, Heft 5 und 6. 133 Stern der Neger. denn es konnte nur eine einzige Versammlung abgeihalten werden am 12. Oktober. Nach einer kurzen Begrüßung wurden die in den Ferien eingelaufenen Zuschriften besprochen, die ©iaht ten verlesen, drei neue Mitglieder aufgenommen, so daß die Mit-gliederza!h!l nun sieben beträgt, die Abnahme der Missionszeitschriften, deren 12 gehalten werden, geregelt. Darauf folgte ein Vortrag des Leiters über das kathol. Missionsfest in Deutschland. Josef 6ech, Obmann. 6. Al. Z. Leitmeritz. Wiegen der -heurigen mißlichen Sage wurde beschlossen, bloß alle 14 Tage eine Zirkelversammlnng abzuhalten. Im gani-zen konnten bis jetzt bloß vier Versammlungen abjgBhalten werden wegen! der langen Weihnachlsserien. Es tomSen drei Dhemiata behandelt: Mission und Aszese; Beitrag zur augenblicklichen Lage der Missionen; MissionsPflicht — Christenpflicht — Theologenpflicht. Ordentliche Mitglieder sind 10 wegen des geringen Nachwuchses in den unteren Klassen. A. Gampc, Obmann. 7. M. B.. St. Florian. Das Wintersemester gehörte wieder der inneren Entwicklung unseres Vereines. Das wichtigste, ibiaS wir dabei erreich>ten, ist die Gründung -eines Missionsstudienzivkels im Rahmen des M. V. Bei der statutenmäßigen Versammlung des verflossenen Semesters sprach der Protektor unseres Vereines, H. H. Stiftsde-chaut Prof. Dr. V. Hartl, über die Missionstätigkeit im Lichte unserer Zeit und über die missionarische Betätigungsmöglich-keit und -Pflicht des Theologen und Priesters in gewohnter fesselnder Weise. Der eben ins Leben gerufene Studienzirkel hielt acht Sitzungen ab, in denen das Thema „Mission., Kirche und Staat" behandelt wurde. Die Niederschriften der Referate werden im Archiv des Vereines hinterlegt. Sie M.-Bib'liotheik wurde wieder um einige Bücher vermehrt. Der „Stern der Neger" ist in 21 Exemplaren- -abonniert. Was die Propagaudatätigkeit des Vereines nach außen betrifft, so wurde nach wie vor die Verteilung der „Missions-Propaganda" der St. Petrus-Clav-er-Sodalität in der Kirche mit gleichem Erfolg betrieben. Doch soll dem Ausbau des Vereines nach außen hauptsächlich das Sommersemester gewidmet werden. 'Sem Vereine gehören sämtliche Hörer unserer theologischen Lehranstalt — 42 — als Mitglieder an. Der Studienzirkel zählt neun Mitglieder. H. Hollnsteiner, Schriftführer. 8. M. Z. St. Pölten. Am Schluß des Wintersemesters, das h-euer infolge des Krieges bei uns nur drei Monate währte, zählte unser Zirkel 20 interne und 11 externe Mitglieder (Kasfernverein 34 Mitgliever). In drei allgemein zugänglichen Versammlungen wurden sol-geitde Themen behattdelt: „Die dogmatische Grundlage des Missiousgedankens", „Die Geschichte der Weltmission", „Das Warum und Wie unserer Missionsarbeit". Daneben fanden noch sechs Exklusivversammlungen statt, in denen auch, so oft es die Zeit erlaubte, kleine sogenannte „Füns-Minuten-Reserate" gehalten wurden. Unter anderm tourbe gesprochen über die Congregatio de -propag. fide, über „Kath. und Prot. Missionsalmosen", über einzelne Episoden und Alltags-bilder aus d-em Missionsleben. Für diese kleinen Referate wurde durch Zirkelbeschluß folgendes festgesetzt: SternderNeger. Heft 5 u. 6. 134 1. Der Vorsitzende hat oas Rechet, irgendein Mitglied zu beauftragen, in der Exklüsivversammluug ein Referat zu halten (tiiud) noch kurze Zeit bor der Versammlung). 2. Die Wahl des Themas bleibt dem Referenten- völlig anheinrgestellt. Er braucht dasselbe vor der Versammlung gar nicht bekanntzugeben. 3. Das Referat -muß Frucht der eigenen Lektüre sein. 4. Der Referent muß die Quelle für seinen Vortrag genau angeben. 5. Das Referat darf nicht kürzer als fünf und nicht länger als 10 Minuten sein. In bien Exklusivversammlungen wurde über die laufenden AngeHsgenheitsn des Zirkels, über verschiedene Anregungen von seiten des Vorortes und anderer Vereine verhandelt imio vor allem der innere Aus-tiomi des Zirkels weiter fortgeführt. Gleich zu Beginn des Wintersemesters traten wir in einem Zirkular an diejenigen Priester unserer Diözese heran, bie als Theologen dem Zirkel angelhört hatten, tonlb- baten sie, mit demselben in engeren Kontakt m treten. Es hatte dies einen doppelten Zweck: 1. soll der Zirkel dadurch über die Gefahren der Kriegszeit, die in den nächsten paar Jahren noch bedeutend größer werden, hinübevgerettet werden, und 2. soll dadurch in den externen Mitgliedern die Missionsbegeisterung stets wach erhalten und der Same der Missionsliebe in zielbewußter Weise allmählich über die -ganze Diözese -ausgestreut w-erd-en. Bon 1-2 Herren, an die das Zirkular gerichtet war, haben 11, und zwar alle in zustimmender Weise -geantwortet. Auf Grund der verschiedenen Vorschläge, die uns von diesen zugingen, wurden dann die Statuten für die externen Mitglieder ausgearbeitet und den allgemeinen Zirkelstatuteu -angefügt- Dieselben wurden dann in einem zweiten Zirkular Ende Dezember den externen Mitglt-eldern bekanntgegebeu, und diese gebeten, sich endgültig als externe Mitglieder -zu er-klären, was Anfang Jänner anch wirklich alle taten. Am -Ende des gen-ann-ten Monats wurde bereits d>er in den Statuten vorgesehene Tätigkeitsbericht über das verflossene Vereinsj-ahr mit verschiedenen Vorschlägen und Anregungen an die exter-nen Mitglieder versandt. Diesem Berichte folgte unmittelbar eine Sendung Propa-Mndaschriften. Zur Zeit der Abfassung des Berichtes haben aber auch die externen Mitglieder ihrer Pflicht bereits Genüge geleistet und ihren Tätigkeitsbericht -an den Zirkel eingesandt. Gebe Gott, daß dieses Unternehmen so glücklich fortschreite wie es begonnen! Denn -gerade d-ieses dürfte von nicht -geringer Bedeutung für die Missionssache in unserer Diözese werden. Unsere Missionsbibliothek w-urde um 12 Idnminern, ferner durch -eine bedeutende Anzahl kleinerer Broschüren vergrößert. Daneben haben sich viele Mitglieder auch privatim Missioinjsliteratur angeschafft. Zeitschriften wurden von Mitgliedern ge-gen 50 gehalten. Der Zirkel trat ferner mit verschiedenen Missionshäusern in Verbindung. Reichliches PropagandiaMaterial, das Eim1 von diesen zukam, w-urde zum Großteil an -die externen Mitglieder verteilt. Auch das Missionsgebet wurde nicht vergessen. An mehreren Tagen wurde die M. Kommunion für die Missionen aufgeopfert und vor Epiphanie eine Roven-e in derselben Intention gehalten. Möge dieses unser -gemeinsames Gebet des Himmels Segen ans die Missio-nen lirtb vor allem aus unser junges vielverh-eißendes Unternehmen herabflehen. Hans Mold, Obmann. 9. M. N. Weidenau. L-idhe Bericht über die Wiedererrichtung des >M V. irrt Aprilhest. 10. M. B.. Brixcn. Unser Verein, denr fest alle Theologen ves hiestgeü Seminars, — 54 an der Zahl und acht Hiospitauten eng der Diözese Trient, die infolge des Krieges bei rms untergebracht sind, — angehören, konnte euch Heuer wieder seine Wirksamkeit ausüben. In der Hauptversammlung am 29. Oktober richtete der letztjährigje 'OB= martn zNr Eröffnung des Vereines einige einleitende Worte über Bedeutung und Ausgabe des Vereines an die Mitglieder. Anschließend daran hielt Dr. Joses ©teiger, Dheologiiejprdsessor, einen interessanten Vortrag über „Die Missionen in der Türkei und der Weltkrieg". Das^ Feist des hl. Franz lkaver wurde durch eine Novene feierlich begangen. Die Vereinsstatuten erführen eiine Weiterausgestaltung durch Ausnahme der Statuten sur auStoättige Mitglieder. Von den 82 Misftonszeitschris-ten liegen 15 in der Bibliothek talus, die übrigen werd>eu von den Mitgliedern abonniert. Auch die Bibliothek konnte durch Neuanschaissungen (z. B. der Missionswis-sönschastliche Kursus in Köln) erweitert werden. Besonders fleißig iccrčertete der M. Z., dler in sieben Versammlungen die Dhiemata beihaudelte. Die lgelgetrwärtige Lage der Missionen im Weltkrieg, die heiid-nischen Religionen Japans rmd Chinas, die Missionsgeschichte Chinas im allgemei-uen, einigehendlere Behandlung der Missw-nen in China, die Missionen in der >deut° scheu Südsee sdie letzten zwei aus je zwei Bersamm!lungeu> aufgeteilt). Oskar Mattle, Obmann. 11. Der Missionsgedanke in anderen Seminarien Österreichs. Auch in anderen Seminarien herrscht Missionsinteresse. So setzten sich die deutschen Theologen des Semiitars in B r ü n n durch einen „Vertreter" mit dem V. O. in Verbindung. Die Gründung eines eigenen M.Zirkels war toegen der geringen Zahl der deutschen Theologen (4) nicht möglich. Als Vertreter wurde ausgestellt: Aheol. Johann Schneider, Brünn, Hindcnburgstraße Nr. 15, Knabenseminar. Im theologischen Konvikt „Canisianum" in J n n s bruck erstand heuer ein eigener M.Studienzirkel mit monatlichen Versammlungen, nachdem schon bisher viel Interesse nNd Opfersinn für die 'ln. an den Dag gelegt Morden war. In der Theoilogenkongregation der italie-irischetr Theologen der Diözese Trient (derzeit im Missionshaus Milland bei Brixen) arbeitet eine rührige M.Sektion. Ähnlich w'ird auch in Wien im Raih-men der Dheologenkoit^gregation eifrig für die Mn. gearbeitet. Mitteilungen vom Vorort Ta der bisherige Vorortsvorsitzende | Heuer seine kheol0!gischen Studien vollem bet, muhte ein neuer B. Oi.-Borstand gewählt werden, und zwar wurden geiWälEjIt: Enron Kirchmair als Vorsitzender, Mattle Oskar und Karl Schedler als Schriftführer. Die F e r i e n adre s s e des neuen Vorsitzenden lautet (ab 5. Iuni): Anton Kirchmair, Birgitz bei Innsbruck. 136 Srern 6er Neger. Heft 5 und 6. Der V. O. macht jetzt schon auf die Einsendung des Berichtes über das 2. Semester aufmerksam, die sofort nach Schluß des Vereinsjahres, spätestens aber 6 i s 1. Juli erfolgen soll. Dabei möge die Angabe tier Ferienadresse des Vereinsleiters nicht vergessen werden, (cfr. G. £)., § 4, Nr. 3.) ‘ niiHionsfdiriifeiL Bericht der I. Theol.-Missivnskonserenz in St. Gabriel. Derselbe ist im Missionshaus St. Gabriel bei Mödling (N.-Ö.) 110^ immer zu bekontmen und toirti- an Th. M. Vo. zum ermäßigten Preis von 50 h abgegeben. „Weltmission der kath. Kirche", Ausgabe C (für Österreich). Diese sehr interessante, alle Mn. berücksichtigende Zeitschrift wird flirti Th. M. Bv. bei Partiebezug (mindestens 10 Exeiirplare) zum Ausnahmspreis von 2 K portofrei geliefert und allen Bv. aufs wärmste empfohlen. Verantwortlicher EchristleiterRektorin Dr. M. gtafjemet F.S. C. — Buckdruckerei„Carinthia"des St.I.-B.in Klagensurt, Kärnten. empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. Im Heiland meine Freude! Erzählungen für ErstkonWunikanten üon Josef Liensberger, Kanonikus von Jnnichen (Tirol). Mit einem Titelbild. 12° (VIII u. 186 S.) Freiburg 1917, Her-dersche Verlagshandlung. Mk. 1,60, in Pappband Mk. 2,20. Das geschaffene Geschenk für Erstkommunikanten ist ein gutes Buch schlechthin. Doch ziehen die meisten Geschenkgeber mit Recht solche Bücher vor, die zu dem großen Tag in sinnvoller Bedeutung stehen. Die Kommunikanten ihrerseits wieder bevorzugen zumeist Schriften, die im Erzählungston gehalten sind. Die Auswahl darin ist nicht so reichhaltig wie in den ausgesprochenen Andachtswerken. Um so höher darf darum Liensbergers Erstkömmunikantenwidmung veranschlagt werden. Der Tiroler Kinderfreund (bekannt auch als Verfasser der prächtigen Jugendbücher „Im Heiligen Land", geb. Mk. 1,20, und „Im ewigen Rom", geb. Mk. 1,70) bietet hier euchari-stische Bilder aus bcm Kirchenjahr, aus dem Leben von Heiligen und braven Kindern; desgleichen zieht er rührende Geschehnisse aus dem katholischen Missionsgebiete und dem Weltkriege heran. Doch überwiegen naturgemäß die Friedensbilder, die dem eigenen seelsorgerlichen Wirken, Wander- und Wallfahrten entnommen sind. Phantastischer Überschwang ist allenthalben achtsam vermieden, um-die Kiudesseele desto unvermittelter in das Reich des sakramentalen Heilandes einzuführen. Diesen Zweck erreicht Liensberger aufs allerbeste. Sein Büchlein ist ein äußerlich und innerlich schmuckreiches Denkmal zum Weißen Sonntag. Wege zum Frieden. Schriften für das katholische Volk. Von Dr. A. Scheiwiler, Pfarrer. 12 Bändchen in eleganter Ausstattung, hochforma-tig 16". — Nr. 7: Der katholische Mann in der modernen Welt. Ein Gedenkblatt zum 500jährigen Geburtstag des seligen Friedenstifters Nikolaus von Flüe. 84 Seiten. — Nr. 8: Frauenwürde und Mutterpf li ch t. Ein Büchlein für unsere Frauenwelt. 96 Seiten. — Nr. 9: Das Marien kind. Ein Büchlein für Kbngreganistinnen. 88 Seiten. — Nr. 10: Dienen und herrschen. Ein Büchlein für i Dienstboten. 88 Seiten. — Nr. 11: Der Friebe nH p a p st. Leuchtende Gedanken aus dem Friedenswerk Papst Benedikts XV. 72 Seiten. — Nr. 12: D i e Reichtümer der Enterbten oder ein Weg zum sozialen F r i e-d c n. Ein Büchlein für arm und reich. 84 Seiten. - Jedes Bändchen, elegant broschiert und beschnitten, 50 Pfg. (50 Cts.) Bei Partiebezug, auch gemischt, entsprechende Preisermäßigung. Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh., Straßburg i. Elf., Verlagsanstalt Benziger u. Ko., A.-G. Den ersten sechs von der Kritik so günstig aufgenommenen Bändchen der zeitgemäßen Schrif-teusammlung „Wege zum Frieden" von Dr. A. Scheiwiler folgen hier die zweiten sechs Nummern, von denen jede wieder eine ganze literarische Leistung bedeutet und verdienen würde, Gemeingut des katholischen Volkes zu werden. Im Dienste der Negersklaven. Von einem Missionspriester. Im Verlage der St.-Petrus-Claver-Sodalität neu erschienen. 82 Seiten mit 6 Illustrationen. Preis 10 h. Zu beziehen von der St.-Petrus-Elaver-Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12. Der Verfasser knüpft an das Negerapostolat Petrus Clovers in Cartagena an, um die Missionstätigkeit der St.-Petrus-Claver-Sodalität in unseren Tagen des näheren zu beleuchten; das Büchlein empfiehlt sich wärmstens allen Missionsfreunden zur Lesung und zur Verbreitung. Weltmission und Weltfriede. Eine Wiedergabe der unter diesem Titel von Professor Dr. Ignaz Seipel bei der Jahresversammlung der St. Pe-trus-Claver-Sodalität am 2. Feber d. I. zu Salzburg gehaltenen Missionsrede ist in Form einer Flugschrift erschienen, die zum Preise von 10 h postfrei von der St.-Petrus-Claver-Sodalität in Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12, zu beziehen ist. i Sie eignet sich vorzüglich zur Massenverbreitung in Missionsvereinen, Missionssektionen, Kongregationen, 'Männer- und Jünglingsvereinen, Apostolaten usw. Bei größerer Bestellung Preisermäßigung. smiiiwiiiimmiiiiumiimiimiiii immimmiiimimimiiimiitiiiMiimimimiiiiiii; n 111 ln tli n i u mn 11111 n 1111 mn n m i n i um n I nn m m im m ti 111 lin n i ji n u ebrauchle Briefmarken und |il »t v It e it > it tit «rr lrrrrgerr -e» werden mit herzlichem „Vergelt's Gott!" von der Verwaltung des Missionshauses in Milland bei Brixen entgegengenommen. iiiiiiiiiimmiiiiiimmiimmiiimiiimiiiimmiiiwiimmiiiiiiiiiinmimiiiiiiiiiimiim IIHIIIII.....1IIIIIIII1.....IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIII ...................................................... ..................................lim........ iiiminr Für Knaben, welche Abens- unb MWnsyriester werben wollen. ..............iimmTifiiiiiiimiiiiiiiiiimii.im.....iiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiuiriMiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiititiiiiiiiii)iiiiiiiiitimiiiiiiiimi;imiiiiiliiiiuiiiiiiiiii(ugiiiiiiiiiuiiiAi . In unserem Minim ln WM lei Men werden brave und talentierte Knaben aufgenommen und zu -------------------Missionspriestern herangebildet. Bedingungen der Ausnahme: 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordens- und Missionspriesterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter; energischer, standhafter, opferfreudiger Wille; sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil und gutes Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die ganzen Gymnasialstudien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Bau, frei von körperlichen Fehlern. 5. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Alter nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. 6. Pensionsbeitrag nach Uebereinkommen mit den Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom Obern des Missionshauses erteilt. Man wendeliffich vertrauensvoll an die Adresse: P. Rektor des Missionshauses in MMand bei Brisen, Tirol. I cn Abonnenten der Studentenkreise wird außerordentliche Preisermäßigung *>❖ gewährt.______ ♦♦ !