Theft t ZAnner 1912 XV. 3abrg der Söhne deA heiligsten GerzenK Jesu. = Organ be# Marlen-Verein# für Afrika. = Der getilgt Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, de» Abonnenten Hat S9*bllätars den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post JK-! Mk. — I grteeÄes. a... j* •* i^ggP wjä tißjwäldESMM Ä tMM Dedskttsn und administration: LMionsbsus iDttlsnS bei Srtsett» Tirol. -.........===■■■:■■■- — InHcrLi: ......................= Sienjahrslvnnsch 1. — Erfolgreiche Missionstätigkeit in Lul 2. — Die katholische Heidemnission der Gegenwart 5. — Rundschau in den Missionen 9. — Brief des hochw. P. Bern. Zorn an unseren hochwür-bigelt P. Rektor 12. — Unterhaltendes: Die Schrecken der Sklaoerei 17. Verschiedenes: Marienverein für Afrika 23. — Opfer am rechten Ort 24. Abbildungen: Schillukdorf Nybodo. — Nybodo: Dumpalmen und meine herumflatternden Hunde. — Schillnkknabe mit seinem Licblingsochsen. — Fliegende Hunde. — Atscholi von Gnlii. — Ein Missionsboot cuts dem Ml. Kaben-WevZeichnis vorn 10. GKtoöer: bis 10. Wooernbev 1911. In Kronen. Gpferstock; Abtei M. K. 1; Fr. M. 5; P. V. 5; Algnnd $.28.1; M. K. 3; Alm I. M.l; Altmünster A. P. 3; Au Th. R. 2; Slumühl F. N. 3; Aus Bayern 1726; Bichlbach Pf. T. 1; Bischofshofen A. Sch. 1; Bozen M. M. 8; A. St. 3; Bramberg I. L. 10; Brixen Prof. L. 3; Kan. E. 8; Msgr. F. 13; K. 11. 8; Msgr. R. 6; Prof. Sch. 18; I. E. 1; Gen. H. v. H. 1; Fürstbischof Dr. Altenweisel 1000; Brnneck F. M. 11: K. N. 2; Buchkirchcn A. L. 1; M L. 2; Campill Pf. P. 28; Cham N. N. 470; Devetina Pf. Sch. 9; Dietcnheim Pf. V. 3; Dr. W. 3; Dors-gastein A. G. 1; Ebbs Pf. S. 3; N. N. 15; Edelsberg I. P. 3; 31. 23. 1; M. A. 1: Ebcrgassing Schw. 5; Edelstanden T. F. 1; Eger Spirit. P. 8; Eggenberg L. K. 3; Eisenbergamt K. 3l. 10; Erisried Pf. M. 12; Epp an I. Z. 1; Benef. v. B. 3; Feldthnrns S. R. 1; Flaurling T. D. 1; Flaas Kur. Th. 8; Frendenthal I. St. 1; Freienfeld I. S3. 3; Frohn-leiten M. F. 6; Fnrstenfeld Pf. St. 1: Gaspoltshofen T. R. 2; A. S. 4; Gleink M. K. 2; Gleisdorf K. G. 4; Giesingen Schw. B. 300; Gmunden F. B. 2; Galling K. Sch. 4: Gramms Pf. K. 3; Grätsch M. B. 11; Graun SL P. 10; Graz Dr. F. E. 2; Gries K. G. 2; S3?. L. 13; Grieskirchcn M. A. 2'60; SL Sch. 3; Grünbach S. O. 46; Gstetten M. F. 1; Hafing J. F. 7; Haidring P. Sch. 1; Hartkirchen St. K. 2; F. L. 3; SR. L. 3; Hasennfer F. Sch. 4; Hatting F. S. 8; Hl.-Blnt E. B. 48; Hl.-Kreuz a. 28. M. G. 6; Heinersdorf F. SL 4; Hilbern G. S3. 2; Hittisan Gesch. F. 1'40; SB. SD?. 1; Hofkirchen SL O. 2; Hohenems K. H. 16; Holzgan F. M. 2; Hvr-branz Gesch. E. 8; Innsbruck. B. K. 2; L. K. 3; At O. 4; H. F. 1; F. Sch. 2; J. St. 1; Dr. B. 3(; Kältern M. D. 1; Kapellen K. P. 1: Karlsbad Dech. B. 1; Klagenfnrt SL K. 1; Klaus B. M. 1; Kom-mittgeit J. B. 3; Königsberg M. F. 1; Kuchl J. Z. 4; Kufstein M. SL 1; S ritnimi L. Sch. 2; Lambach J. D. 2; Lana S. S. 30; F. O. 17; Leg. 90; Langenfeld P. G. 3; Laupan K. St. 3; Lappach Ps. K. 2; Linz L. B. 2; Sl. K. 28; Lochan K. E. 4; Loibichl T. F. 1; Losenstein R. L. 2; Lndesch F. SL Pf. 3; Luggan St. 11. 2; Lustenau M. SL K. 30; N S?. 1; SL 23. 1; Maishofen Mi N. 1; Mals Benef. H. 3; Marling Th K. 18; Mantern M. St. 2'40; Maxau Pf. L. 2; 93?c(f F. K. 3; Sr. S3?. 2-20; Meran J. K. 8; Milland S3?. SL 200; Fr. M. 20; Mistelbach J. Z. 2-30; Michlbachl SL G. 8; Mühlwald Pf. 23. 6; Mutters T. S3. 1; Montan M. L. 6; Nendorf Pfrt. 2; Neumarkt SL B. 2; SL Sch. 3; E. L. 3; Nikolsdorf J. K. 3; Oberrasen Exp. P. 3; Ober-dranbnrg 11. G. 3; Obermais L. SL 8; Obermic-ming SL S3?. 8; Oberm ang S3?. H. 2; F. H. 1; Oberhofen J. E. 2; Ohlstorf J. P. 1; Pfelders Kur. K. I ; Pichl J. H. 8; Pilsen J. Sl. 4; Pottenbrunn Kovp. S. 1 ; Prag Ehrw. Karm. 1; Pram 931. SL 1; 931. G. 8; Pretkan J. N. 18; Rabenstein Kur. H. 4; Rat-schings Pf. P. 1; Rattenberg P. St. 1; Rentte SL B. 150; Ried F. 93?. 2; S3?. P. 3; M. H. 2; Riedcn-bnrg Sr. S. K. 1; Riefensberg Gesch. F. 3; Rietzlern Gesch. D. 3; Roitham S. SL 6; Sinstorf Th. Z. 4; Saalbach T. St. 1; ©ahmt Benef. SL M. 3; Saltans SL H. 2; Salzburg B. D. 4; Prof. SL R. 18; St. Kassian Pf. S3?. 3; ' St. Andrä Pf. T. l; J. F. 40; St. Florian L. Sch. 8; K. F. 10; St. Jakob S. R. 4; St. Johann Dech. K. 1-50; P. St. 1; St. Lorenzen Pf. M. 215; St. Pankraz P. G. 1; St. Pölten F. B. 1; St. Veit Pf. S. 5; St. Martin J. S3?. 1; Sarnthein 93?. G. 1; Schiedlbcrg St. 8; Schlierbach F. K. 1; Schlitters SL F. 6; Schlögl SL Sch. 1; Schnals M. G. 8; Schnadt SL E. i; Schwaz S. H. 8; Seekirchen Kan. H. 2; Sierning SL L. 14; T. A3. 1; Spalato Ho fr. L. 18; Spittal T. K. 3; Steinegg G. P. 3; Steinfeld F. O. 1; Sternberg Ehrw. Sch. 5; Steyr M. H. 2; Snsice Dech. F. 2; Taisten Koop. S3. 1; Tclfs K. L. 16; Tirol J. B. P50; 93?. K. 4; SL L. 2; J. V. 1; Tramin 9?. M. 1; Trannkirchcn K. 93?. 1; Unter-planitzing Ex. R. 13; Uttenheim SL O. 1; Bezzan E. It. 1; Biechtenstein G. G. P. 4; Villenbach N. St. 1V75; Villanders J. P. 31; P. P. 1; Volders J. SL 8; Böls St. 1; J. F. 8; P. F. 18; Borchdorf J. R. 1; Waidhofen Se. S. G. 1; Waidring F. B. 8; Wanzbach St. 11. 8; Waizenkirchen 31. K. 650; P. K. 1; Wels 93?. H. 2; R. R. 1; Werfen F. St. 1; W.-93iatrei A. S3?. 1; Wisowiü SL L. 1; Ybbs Pf. L. 2; Zell Pf. O. 3. Zur Perfolvierung von heiligen Messen sandten ein: Ahrweiler E. F. 37-19; Bichlbach M. S3?. 4; ans Bayern 5-84; Brnneck SB. K. 19-55; Buchenstem St. ff. 4; Dirschan B. SB. 25-85; Campill Pf. P. 50; Fürstenfeld S3?. K. 8; Lustenau 9)3. St. K. 10; Milland F. M. 10; München v. B. 8; Mnrnau K. A. 19-38; Niederstotzingen Th. Cp. 10; Petersburg Pf. F. 6; Sinstorf Th. Z. 24; Sarnthein M. G. 4; Steele H. Sch. 28; Waalen K. 1; Zell a. 93t. K. 93t. 5. Zur Cause von Heidenkindern: Steumarkt a. d. Sl. SL B. 24-50 (Sinita); Bilsbibnrg 931. M. 24-50 (S(ntalie). pt die Mission: Bichlbach S3?. M. 4; Kostelzen Pf. Sch. 35. pr Uganda; Terlan Sl. N. 54. Bausteine für Uhartoum; Ahrweiler E. F. 3-51; Bramberg I. L. 3: Brnneck I. P. 10; Edelstanden I. F. l; Graz C. tz. 10; Haag a. H. I. M. 3; Kufstein SO?. K. 2; Latzfons I. T. 20; Meran P P. l0; Sienmarkt A. B. 2; Pilsen I. A. 5; Prnjavor Pf. Sch. 9; St. Florian K. F. 10; St. Leonhard Kur. L. H. 4; St. Slnton I. B. Sch. 8; Taxenbach I. tu T. 93?. 2; Taisten SL Sch. 20; Toblach 931. K. 1'40; Ungenach 93?. L. 1; Vilpian Kur. I. Th. 20; Bolders I. SL 11. Briefmarken liefen ein ans: Slit, Bozen, Brixen, Trient. Effekten aus: Brnneck (Blumentöpfe), Innsbruck (Kirchenwäsche, Missale), Lana (Slcpfel), Trient (Staniol). * * ,,G Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften* TOctßt Du schon, Wae Du scbenften willst 1 Unter den vielen Geschenksachen gibt es bekanntlich loemge, deren Wahl svviel Kopfzerbrechen erregt als gerade das — Buch. Daß zur schönsten und dankbarsten Gabe das Buch gehört, weil es ein Lebens-begleiter werden und schier ewig erfreuen kann: darüber sind sich unsere Leser nicht im Zweifel. Indes, tonnt ich nur wüßte, welches Buch ich geben soll! Da stellt sich die Redaktion, die das ganze Jahr den Laubfrosch für Wind und Wetter, alle Haus-inittel gegen Berschnupfung (seelische to'ie körperliche), sichern Wegweiser durch sämtliche Vereinsbälle usw. liefern muß, vor: sie tüte ihren Lesern keinen geringen Dienst, wenn sie auch ihre literarischen Redaktionserfahrungen etwas springen ließe und unparteiisch aus der großen Flut von guten Büchern die cmpsehlenswertesten hier namhaft machte. Und so beginnen wir die nicht leichte Arbeit, indem wir zuerst aus bent bekannten Herderschen Verlag in Wien (I, Wollzeile 33) neue Bücher für unser junges Volk, Knaben und Mädchen, vornehmen. Dann gehen wir über zu den erzählenden Büchern heitern und ernsten Inhalts in Poesie und Prosa und schließen unsere Rundschau mit interessanten, mehr belehrenden Werken für uns Große. — Sv wissen unsere, Leser gleich, wo sie zugreifen müssen. I. Für Die AugenD beiderlei Geschlechts nennen lutr an erster Stelle die ganz prächtige, illustrierte Sammlung „Aus fernen Landen", 26 hübsche Bändchen zu je 96 Heller oder Kr. 1-20; das neueste betitelt sich „Der Sohn des Mufti" und spielt in Damaskus. — Für etwas ältere Knaben aber ist ganz neu auf den Markt gekommen: Tzavellas, der Suliote, von Cüppers (Kr. 2 64), eine packende Geschichte ans den dunklen Albanerbergen, und das Buch von R. P. Garrold : Echte Jungeit (Kr. 4-80), das jedem rechten Jungen direkt aus der Seele geschrieben ist, wo er „mittun" kann von A-Z. — Für Mädchen aber würden wir unbedingt die schmucken Bändchen „Frau Holle" (Kr. 2-40) oder „Dornröschen" (Kr. 2-40) oder „Saat und Ernte" (Kr. 2-16) von Redeatis nehmen. — Wer aber seinen Kindern lieber etwas Religiöses und dabei in einem anmutigen Gewand geben will, verlange die für Kinder seit Jahrzehnten bewährte, immer wieder schöner illustrierte Kinder-Heiligenlegende von Hattler; siechat den Titel: Katholischer Kindergarten (Kr. 9-60) und hat sich in der Praxis tatsächlich als ein Garten erwiesen, in dem unsere Kinder gerne lustwandeln. Ein Auszug daraus, so recht geeignet für Kinder der allerersten Schuljahre, ist auch zu haben unter dem Titel: Blumen aus dem katholischen Kindergarten (Kr. 2-16). — An Knaben richtet väterliche Worte der Ermahnung und religiöser Belehrung ein Mann, der das stürmische Herz der Jugend mit all seinen Hoffnuttgen, all seinen Abgründen wie kein anderer kennt; es ist Holl; seine drei trefflichen Schriften heißen „Sturm und Steuer" (Kr. 2-88), „Wahn und Wahrheit" (Kr. 3-36) und „Die Jugend großer Mämter" von Bischof Keppler; ihm schließt sich an ein ganz neu erschienenes kleineres Merkchen des Benediktiner-paters Klotz, „Was ich unter Palmen fand" (Kr. 2-64), eine originelle, humorvolle Wiedergabe eines Pilgrims, der ganz allein gereist ist« — Ein sehr interessantes neues Buch aus einem Gebiete, das gegenwärtig viel genannt wird und bisher soviel wie unbekannt war, aus der Kyrenaika in Tripolis, ist Falls .„Drei Jahre in der Libyschen Wüste" (Kr. 12-—), mit zahlreichen Originalaufnahmen des Verfassers; das hochwichtige Ereignis der Auffindung und Ausgrabung einer altchristlichen Stadt mit dem Menastempel nimmt einen großen Teil der Schilderungen ein. — In die weiteste Ferne führt uns Werner mit seinem Buche „Kaiser Wilhelms-Land" (Kr. 9-96), Erlebnisse und Beobachtungen auf Neuguinea; auch reich illustriert. Von den Schönheiten dieser Erde führen zu idealen Schönheiten Vögeles „Höhenblicke" (Kr. 3-60 oder Kr. 7’20). Festtagsgedanken, ein formschönes, durchgeistigtes Buch voll mitreißenden Idealismus. Besonders gefielen uns die darin enthaltenen Weihnachtsgedanken. — Dies Werk erinnert an das vielgenannte Büchlein „Mehr Freude" (54.-65. Tausend; Kr. 3-60; besser geb. Kr. 6'60 oder Kr. 7-20) von Bischof Keppler, das eine große Aufgabe an unserer freudehungrigen Zeit erfüllt. Für Weihnachten, das Fest der Freude, ist es wie geschaffen und wird lange noch freudig an den Geber erinnern. — Ein ganz eigenartiges Buch hat der achtzigjährige Baron Lüttwitz herausgegeben: Wo ist das Glück? (Kr. 3'84.) Darin schildert ein edler Konvertit seine merkwürdigen Irrfahrten uub bunten Abenteuer und flicht ab und zu etwas von seinen reichen Lebenserfahrungen in sprühenden Gedanken ein; ein solches Buch liest sich so schnell nicht aus und bietet mehr, je öfter es gelesen wird. — Auch an die formschönen, gehaltreichen Essays von Bischof Keppler, „Aus Kunst und Leben" (2 Bände, je Kr. 9--), sei hier erinnert. Wer sich für Lebensbeschreibungen neuerer Persönlichkeiten interessiert, nehme die Bändchen von Dor über die fast in unsere Zeit noch'hineinragenden hochverdienten Männer, wie Franz Josef Ritter von Buß (Kr. 3-84), Heinrich Bernhard v. And law (Kr. 3-84), Jakob Lindau (Kr. 192) oder die von Schofer über Bischof Lothar von Kübel (Kr. 4-20), von Baumann über Bischof Ehrler von Speyer (Kr. 516). Reichen Genuß gewährt auch der Briefwechsel des seligen Alban Stolz mit einigen Konvertiten angesehenen Namens, herausgegeben von Professor Dr. Jul. Mayer, u. d. T.: „Fügung und Führung", 2 Bände (I. Sr. 3:60 und II. Kr. 4-20). Eine größere Biographie, literar-historisch, hat A. Stockmann neu besorgt. Es ist dies die längst erwartete Neuauflage des Goethelebens von?. Baumgartner (Kr. 14-40). Ein glänzendes, lebensvolles Gesamtbild Goethes ohne Hcroenkult, aber auch ohne Gegnerschaft: Goethe, wie er war in Wahrheit. Zum großen monumentalen Literaturwerk unit P. Baumgartner (Geschichte der Weltliteratur) ist als VI. Band getreten „Die italienische Literatur" lKr. 21-60), deren zahlreiche unsterbliche Rainen auch uns Deutschen ins Herx gegraben sind, und als willkommene Zugabe zur Weltliteratur ist jetzt erschienen ein „Ergänzungsband" (Kr. 18-—), dessen geistsprühende Aufsätze und Essays über hauptsächlich deutsche Literaturprobleme nicht nur beut glücklichen Besitzer des Hauptwerkes selber, sondern, da in sich unabhängig, jedem Literaturfrennd überhaupt edlen Genuß gewährt. — Ein ebenfalls hochbedeutsames Geschichtswerk ist das Lutherwerk von Grisar; angelegt auf objektivwissenschaftlicher Basis, ein Meisterwerk historischer und psychologischer Ergründuncp Sehr interessant ist auch der unlängst erschienene V. Band von Michael, Geschichte des deutschen Volkes, iiber „Die bildenden Künste in Deutschland während des 13. Jahrhunderts" (Kr. 10-80), während wieder in die Gegenwart ein ganzneues, Aufsehen erregendes Buch führt: G e s ch i ch t e des Kulturkampfes iin Deutschen Reiche (Kr. 9-—) von Kißling, die erste alten- und quellenmäßige Darstellung jener unerfreulichen Vorgänge nach der Reichsgründung. liatholischeNKimVAitschnst äerHghne öes heiligsten ßerrens lein' (Organ äes Marren-Vereins fur ÄMkM Dient vornebmlicb der Unterstützung und Bußbrettung Oer /ibistionstStigkeit der Söbne des beiligsten Derzens Aesu und sucht Verständnis und werktätige Liebe des Kdistionswerkes in Mlort und Schritt zu fördern. Das BvbettsfelE) dieser /iDtsflonäre ist der Sudan (Lentral-Ntrika). Der „Stern der Neger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Brixen (Südtirol) herausgegeben. Hčonnementspreie gsnzstbrlg mit ipostversentiung Tftc. 2.—, 2.—, jfr. 3,—. Der TOohhätvr ostolischen Segen erteilt. Für di« Oberhirten von Brixen, Brünn, Ibett i. Zünner 1912. XV. Zadrg. Allen unseren Lesern und Freunden wünschen wir rcfljt ijnabnnxiilic Weihn,ichten (S iinb ein glück seliges Lenes Iülie, a--------------------------—!------------------- den himmlischen Segen bei Men ihren Unternehmungen :: und Gottes Gnade für T.eit und Ewigkeit! :: Missionshaus Milland im Miren. W Erfolgreiche fllMffionstätlgkelt in Lul. Von tboebw. P. Issföot Stang F. S. C. „Geduld bringt Rosen", lautet ein tröstliches Sprichwort, welches sich in diesem Jahre wiederum bezüglich unserer Arbeit in der Missionsstation Lul bewahrheitet hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, am hohen Feste Allerheiligen, haben unsere diesjährig getauften Neger die erste heilige Kommunion empfangen, nachdem sie sich schon seit Tagen auf diese so gnaden- und freudenreiche Begebenheit vorbereitet hatten. Die heilige Feier war den hiesigen Verhältnissen angepaßt und verlief einfach und in aller Stille; um so mehr aber konnten wir uns an der ungezwungenen Frömmigkeit und an der inneren Freude unserer lieben Erstkommunikanten erbauen. — Die Annahme des christlichen Glaubens war für diese Jünglinge keine Kleinigkeit. Seit dem Tage der Einreihung in die Zahl der Katechumenen hatten sie manch harte Probe von Standhaftigkeit und Treue ablegen und nur zu oft Schimpf und Schmähungen sogar von seiten ihrer nächsten Verwandten für die Sache Christi erdulden müssen. Deshalb wird auch der göttliche Heiland bei seiner Einkehr in ihre Herzen ihnen reichliche Gaben für Zeit und Ewigkeit mitgebracht haben. In ergreifender Ansprache hob der hochwürdige Obere P. Banholzer hervor, wie gerade das Fest Allerheiligen für den Empfang der ersten heiligen Kommunion passend sei. „Wenn wir jetzt", so führte er u. et. aus, „mit Christus leiden, so werden wir auch einstens mit ihm und seinen lieben Heiligen im Himmel ewig triumphieren. Christus selbst ist es, der heute unter der unscheinbaren Brotsgestalt in eure Herzen kommt, um euer Führer und eure Stärke zu sein im Leiden. Mit und in ihm werdet ihr gegen den Teufel und das Fleisch stets tapfer kämpfen und euren Glauben treu bewahren können, trotz der mannigfachen Ver- folgungen, die ihr von seiten eurer noch heidnischen Stammesgenossen erdulden müßt. Bleibet daher eng vereint mit Christus durch öfteren und würdigen Empfang der heiligen Kommunion, dann werdet auch ihr mit ihm siegen und einstens seinen Heiligen beigezählt werden." Überaus rührend war es dann, als die schwarzen Erstkommunikanten zum Altare traten und, die Kerze in der linken Hand haltend, mit bewegter Stimme ihr erst vor kurzem abgelegtes Taufgelübde erneuerten. Welch ein tröstlicher Augenblick für den armen Missionär! Man wird uns die Freude und den Dank,den wir empfanden, nachfühlen,wenn man bedenkt, daß wir jahrelang scheinbar fruchtlos arbeiten und kämpfen mußten,kämpfen vor allem gegen das Mißtrauen und den Argwohn dieses anfangs uns so feindselig gesinnten, wilden und kriegerischen Negerstammes. Endlich nun nehmen wir wahr, daß das mühsam ausgestreute Samenkorn des heiligen Glaubens zu keimen, zu wachsen, zu erstarken beginnt und eine reiche Seelenernte verspricht. Diese Hoffnung spornt uns mächtig an, alles aufzubieten, um die Bekehrung dieses Stammes zu fördern, die dann nicht nur den Schilluk allein, sondern auch vielen anderen Negerstämmen zum Heile sein wird. Denn leider droht den noch heidnischen Sudanvölkern eine große Gefahr: der Mohammedanismus. Langsam, aber stetig dringt dies zersetzende Religionssystem voran. Dank nun des konservativen Charakters der Schilluk, mit dem sie starr an ihren Sitten, Gebräuchen und religiösen Anschauungen festhalten, dank auch ihrer kriegerischen Wildheit, mit der sie Fremden und Eindringlingen gewaltsani den Weg versperren, haben sich die Schilluk jahrhundertelang vom mohammedanischen Aberglauben rein bewahrt und Kämpfe auf Leben und Tod mit Türken und Mahdisten geführt, um frei zu bleiben von Sklaverei und um ihrer religiösen Überzeugung in nichts nachzugeben. Ist dies Volk erst einmal durch die Gnade Gottes unter das süße Joch des Evangeliums gebeugt, dann wird es sicher ein Bollwerk des Christentums im Sudan bilden, gegen das die Mohammedaner nicht werden aufkommen können, denn der Ausbreitung der dem Wirken des Missionärs so hinderlichen Religion Mohammeds wird ein eiserner Riegel vorgeschoben sein. Den Tag ihrer ersten heiligen Kommunion verbrachten die Jünglinge in heiliger Freude. Das Festmahl bestand der Hauptsache nach in einem fetten Ziegenbock, den sie selbst herrichteten und nach Schilluksitte brieten. Ein mehrstündiger Ausflug schloß sich an, der mich so recht überzeugen sollte, daß diese Schwarzen ihren früheren, tief eingefleischten Aberglauben vollständig über Bord geworfen hatten. Wir saßen nämlich fröhlich und heiter unter einem dicht belaubten Akazienbanme, als unversehens in unserer nächsten Nähe eine versteckt liegende Schlange emporschnellte. Es bedeutet nämlich bei den Schilluk das Begegnen mit einer Schlange Unglück. Die Bestie wird sofort getötet, ein Zauberer wird gesucht und herbeigerufen, der durch Schlachtung eines Hahnes oder eines Lammes das drohende Unglück abwenden und die bösen Einflüsse der Schlange fernhalten soll. Unsere Burschen aber blieben auf ihrem Platze sitzen, plauderten ruhig weiter und machten Witze über die Hexenmeister, welche Schlangen und Krokodile zu bändigen vorgeben, dabei aber oft selbst ganz gewaltige Furcht hätten. Die Sonne begann im Westen zu verschwinden, als wir alle fröhlich den Heiinweg antraten. Rosenkranz- und Segenandacht beschloß sodann die schöne und erhebende Feier. Wenn schon jeder Christ gar oft mit Freude und Wonne an den schönen Tag seiner ersten heiligen Kommunion sich erinnert und ihn als den schönsten und trostreichsten seines Lebens bezeichnet, so ist dieses bei unseren Schillukchristen um so mehr der Fall, als fast alle, wie schon bemerkt, harte Kämpfe mit sich selbst, mit ihren Angehörigen und Genossen durchmachen müssen, bis sie die beseligenden Wahrheiten unseres heiligen Glaubens mit Verstand und Herz erfaßt und frei von aller Menschenfurcht sich zu eigen gemacht haben. Wenige von unseren ließen Missionsfreunden in Europa dürften einen Begriff davon haben, wie so ein Schillukjüngling voll ist von heidnischem Aberglauben. Religion hat der Schilluk, das muß man ihm lassen, aber seine Religion bildet ein Wirrsal des krassesten Aberglaubens und endigt im Ahnen-und Totenkulte. Die zahlreichen Zauberer und Hexenmeister, diese natürlichen Helfershelfer Satans, mit denen das ganze Schillukland überschwemmt ist und die dieses arme Schilluk-volk bis jetzt sozusagen regiert haben, wenden alle Mittel an, um diese armen Leute in ihren noch vorhandenen religiösen Begriffen verwirrter zu machen und ans diese Weise bis aufs Blut ausbeuten zu können. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden von europäischen Mächten alle möglichen Mittel in Bewegung gesetzt, um die Sklaverei in Afrika abzuschaffen, was auch größtenteils ihren vereinten Bemühungen gelungen ist. Die leibliche Sklaverei ist in Afrika im Äussterben begriffen, in jenen Gebieten wenigstens, wo christliche Mächte herrschen oder die Oberhand besitzen. Die geistige Sklaverei aber, die viel drückender und voll von verderblichen Folgen für Leib und Seele ist, deren Urheber einzig und allein die Hexenmeister, Zauberer und Fetischpriester und Priesterinnen sind, schwingt noch ungescheut und frech ihr Szepter hoch und fordert unter den armen Schwarzen viel mehr Opfer an Leib und Leben, als man sich in Europa gewöhnlich vorstellt. Gegen dieses schreckliche Ungeheuer muß der Missionär besonders ankämpfen mit der Leuchte des wahren Glaubens und durch einen gottgefälligen, heiligen Lebenswandel. Es wäre jedoch auch sehr zu wünschen, daß die Organe der christlichen Regierungen in Afrika, welche ja den unermeßlichen Schaden, den die Hexenmeister dem Volke zufügen, selbst mitansehen können, den Missionären mehr an die Hand gingen und bei etwaigen klar daliegenden Fällen diese Teufel in Menschengestalt mit der ganzen Strenge, welche ihnen das Gesetz erlaubt, bestrafen würden. Dadurch würde diesen schwarzen Völkern ein großer Dienst erwiesen und Zivilisation und Kultur überaus schnell und praktisch gefördert. Den größten Nutzen solcher Handlungsweise hätten ja die einzelnen Regierungen selbst: denn ein kultiviertes, friedliches, christliches Negervolk läßt sich sehr leicht und ohne Aufbietung großer Machtmittel, welche ja bekanntlich dem Staate viel Geld kosten, regieren. Tauftag, der Tag der heiligen Firmung und ersten h eili gen Kommunionbilden auch b ei unseren Negerchristen die grüßen Marksteine ihresLebens und sind für sie ein stetiger Ansporn, als gute Christen zu leben und stets frank und frei ihren heiligen Glauben, auch ihren heidnischen Verwandten und Stammesbrüder^ gegenüber, zu bekennen. Noch kürzlich sagte mir einer von ihnen, daß er sich wie neugeboren fühle, seitdem er seine heidnischen und abergläubischen Begriffe abgelegt hätte. „Das Christentum," so sagte er, „sei die einzige, i>atürlichste und beste Medizin, welche jeden gutmeinenden Schilluk in kürzester Zeit unfehlbar von seinem totbringenden Aberglauben heilt und ihn gleichsam zu neuem Leben erweckt." Daß dieser Jüngling aus vollster Überzeugung sprach, konnte ich ihn einen Tag später klar beweisen sehen. Es kam nämlich sein heidnischer, ältester Bruder, der bereits verheiratet ist, zu ihm, um von ihm zehn Piaster zu leihen. Er wollte, wie er sagte, ein Schaf dafür kaufen, das für irgend einen Hexenmeister bestimmt sei. Da kam er aber bös an! Sein jüngerer Bruder gab ihm kurz und deutlich und allen Ernstes zu verstehen, daß er für den Diener Satans nie und nimmer etwas geben werde; lieber wolle er sein mühsam erspartes Geld in den Nil werfen, als zum Unterhalte eines solchen volksverderbenden Menschen etwas beitragen helfen. Kurz und gut, sein heidnischer Bruder ging unverrichteter Sache still und in sich gekehrt nach Hause und wird im Innern seines Herzens bei öfterem Nachdenken seinem christlichen Bruder rechtgeben müssen. Alle unsere Christen haben vor ihrer heiligen Taufe den „Tanz" mitgemacht, welcher nach Landessitte als notwendige Bedingung der Volljährigkeit von allen Jünglingen gefordert wird. Dieser Tanz, welcher gewöhnlich an drei sich hintereinander folgenden Nachmittagen abgehalten wird, ist sehr anständig, viel anständiger als unsere Tänze in Europa, und man kann ganz unbedenklich auch die Christen daran teilnehmen lassen. Derjenige Jüngling, welcher mit Erlaubnis seines Vaters denselben mitgemacht und dabei die hier üblichen „Rek" (bis zehn Leibschnüre, welche aus dünnen, runden und aneinandergereihten Plättchen, die aus den harten Schalen der Straußeneier bestehen, verfertigt werden) um seinen Körper geschlungen hat, ist volljährig und erbberechtigt. Er ist von nun an sein eigener Herr, bebaut sein eigenes Feld und gehorcht seinen Eltern nur insoweit, als es seine eigenen und die Interessen seiner Familie erfordern. Wenn man bedenkt, daß der Schillukjüngling einerseits gewöhnlich mit dem vierzehnten Lebensjahre den genannten Nationaltanz mitmacht, um seine Volljährigkeit zu erlangen, und anderseits seine dadurch erfolgende große Freiheit und Selbstbestimmung erwägt, so muß man sich sagen, daß diese Faktoren für das Christentum von größtem Nutzen sind und seine Ausbreitung fördern. Überdies ist der Schillukjüngling im vierzehnten Lebensjahre geistig vollständig gut entwickelt und im besten Alter, um die erhabenen Lehren unseres Glaubens zu erfassen und dieselben mit jugendlicher Begeisterung für sein zukünftiges Leben energisch und praktisch anwenden zu können. Wir haben bisher mit allen unseren Christen in religiöser und sittlicher Beziehung nur die besten Erfahrungen gemacht und ihre mustergiltige und mannhafte Haltung in den verschiedenen Lebenslagen hat auf ihre heidnischen Angehörigen und Stammesgenossen den denkbar günstigsten Eindruck hervorgerufen. Während noch vor einem Jahre die Zahl unserer Missionszöglinge sehr gering war, haben wir jetzt das Haus voll von Knaben und Jünglingen, welche sich tadellos aufführen, tüchtig arbeiten und im Religionsunterricht recht Ersprießliches leisten. Tag für Tag kommen neue Aspiranten aus den umliegenden Distrikten und bitten um Aufnahme, jedoch müssen wir sie für die Zukunft vertrösten, weil, wie gesagt, unsere drei Schillukhänser bis auf den letzten Raum besetzt und überdies unsere Geldmittel sehr zusammengeschrumpft sind. Wir haben zwar noch einen kleinen Vorrat an Hirsekorn, aber die vielen leistungsfähigen Schillukmägen bedürfen zu ihrer Erhaltung ein nicht gewöhnliches Quantum von Speise, wovon man sich in Europa nicht leicht einen Begriff machen kann. Die Regenzeit ist bereits vorüber; schon weht der Nordwind mit seiner wohltuenden Kühle. Zu Weihnachten werden wir ein weiteres Freudenfest in diesem Jahre feiern. Sechs stramme Jünglinge bereiten sich seit längerer Zeit auf die heilige Taufe vor und sollen dieses großen Glückes am heiligen Christfest teilhaftig werden. Weihnachten ist in diesen afrikanischen Tropenländern für uns das schönste Fest im christlichen Kirchenjahre. Ewig blauer Himmel, vereint mit dem frischen Grün am nahen Flußufer, wirkt mit dem kühlenden Nordwinde sanft und zuträglich auf unser Wohlbefinden ein und erzeugt in uns eine solche Festesfreude, daß wir die anstrengenden Strapazen der fieberbringenden Regenzeit mit ihrem mannigfaltigen, unerquicklichen Gefolge fast ganz vergessen. Die katholische Ibetoenmtflion der Gegenwart IReöe des pvovtinlals P. /Ibar 'IRassiepe O. M. J., IbüntelS bet Fulda. Groß und gewaltig ist mein Thema, wie der Auftrag selbst, den Christus der Kirche gegeben: Gehet hinaus und lehret alle Völker! Zu allen Zeiten sind die Boten der Kirche diesem Auftrag entsprechend unter die Völker hinausgegangen und heute wirken in den eigentlichen Heidenmissionen 13.000 Priester, 5000 Brüder und 19.000 Schwestern. Unsägliches muß diese Heldenschar körperlich und noch mehr geistig leiden für Christus und die unsterblichen Menschenseelen. Trotz des Schutzes europäischer Mächte sind allein im 19. Jahrhundert über 200 Missionäre des Märtyrertodes gestorben. O könnte ich vor Sie hinführen alle jene wahrhaft großen Männer und Frauen, deren opfervolles Wirken die moderne Welt oft stolz belächelt, von denen aber jeder einzelne für Kultur und Bildung vielleicht mehr bedeutet als hundert unserer Tagesgötzen. Ein Bild stiller, erhabener Größe, ein Abglanz göttlichen Erbarmens würde hier vor Ihnen aufsteigen und besser als meine schwachen Worte werden diese abgehärmten und doch leuchtenden Züge, diese abgearbeiteten oder vom Fieber ausgemergelten Gestalten zu Ihnen reden, um Sie aufzufordern, sie auf dem reifenden Erntefelde nicht allein zu lassen, wo der Arbeiter längst zu wenig sind, siezn unterstützen durchGebet und Almosen. (Beifall.) Sie würden Ihnen zurufen: Sie müssen helfen, heute mehr wie je, daß der wahre Glaube überall verbreitet wird, Sie können helfen, jeder nach seinen Kräften, nach Vermögen und Beruf. Sie müssen helfen, das geht aus der Natur der göttlichen Heilsordnung hervor. Gott will, daß alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und selig werden: alle sind erlöst worden durch den Kreuzestod Christi. menschliche Gesellschaft und ihr seine Wahrheit und die Verwaltung seiner Gnadenmittel für die ganze Menschheit anvertraut. Ihr hat der Heiland die Schlüssel des Himmelreichs übergeben; sie ist das Haus auf dem Berge, zu dem alle Völker wallen müssen. Hat Gott es so gewollt, so muß auch allen Menschen Gelegenheit geboten werden, diese Kirche mit ihren Lehren und Gnadenmitteln kennen zu lernen. „Der Glaube kommt vom Hören," sagt Paulus, „wie können sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Scbtilubborf 11-lyboöo. (Nach einer Photographie von P. Zorn.) „Und es ist in keinem andern Heil, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, wodurch wir selig werden können." Gott will, wie es die Geschichte der Offenbarung beweist, nicht direkt an jeden einzelnen Menschen herantreten, um ihm das zum Heile notwendige Wissen mitzuteilen und ihm unmittelbar seine Gnadenhilfe zu spenden. Es liegt in dein Plane der Vorsehung, Menschen als Werkzeuge zur Errettung ihrer Mitmenschen zu gebrauchen. Darum hat Gott die Kirche gestiftet als eine Und wie können sie hören, ohne jemand, der ihnen predigt? Und wie kann man predigen, wenn niemand gesandt wird?" Deshalb hat der Heiland alle Menschen an seine Kirche verwiesen, indem er seinen Aposteln und in ihnen der ganzen Kirche sagte: „Wer euch höret, der höret mich, wer euch verachtet, der verachtet mich." Darum hat er kurz vor seiner Himmelfahrt als göttliches Vermächtnis uns den Befehl gegeben: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker!" Dieser letzte Wille des Heilandes, dieser sein Missionsbefehl erstreckt sich auf alle Völker und hat für alle Zeiten, solange es Seelen zu retten gibt, streng verpflichtende Kraft. Denn das Christentum sollte nicht die Nationalreligion einzelner Völker, die einer Rasse eigentümliche Form der Gottesverehrung sein; es sollte auch nicht die nur für eine bestimmte Entwicklungsstufe der Völker passende Religion verkörpern, die etwa bei fortschreitender Kultur durch eine neue Religion ersetzt kann. Wenn man aber bedenkt, wie entschieden Christus den Gehorsam gegen die Kirche fordert; wenn man liest, mit welchem Nachdruck die hl. Väter und Kirchenlehrer den Grundsatz betonen: „Außer der Kirche gibt es kein Heil"; wenn wir endlich erwägen, wie es uns selbst trotz des Vollbesitzes der Wahrheit und der Gnadenmittel oft schwer wird, die Versuchungen zu überwinden: so haben wir allen Grund, um die Rettung derjenigen besorgt zu sein, Byboöo: ©umpalmen und berumtlattemöe ftiegenöe Ibunöe. (P. Zorn.) werden könnte — nein, für die Völker aller Zonen, Farben und Sprachen und für alle Zeiten ist das Christentum der von Gott vorgeschriebene Weg, auf dem alle Seelen zu ihm, ihrem Ziele, geführt werden sollen: Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. Wohl ist es richtig, daß der sichtbare Anschluß an die kirchliche Gemeinschaft nicht unersetzlich ist, daß derjenige, der ein gutes, ernstes Verlangen nach der Wahrheit zeigt, geistigerweise zur Kirche gehört und gerettet werden denen alle diese Hilfsmittel fehlen, allen Grund, aus Eifer für die Ehre Gottes, für die doch auch jene Menschen geschaffen sind, aus mitleidiger Liebe zu den Menschen, die sonst verloren sind, unsere Kräfte und unser Vermögen einzusetzen, damit sie gerettet werden. Für die Ausbreitung des Glaubens und die Rettung der Seelen zu sorgen, ist Sache der Kirche — tröstet sich vielleicht mancher. Aber wer ist die Kirche? Etwa nur Papst, Bischöfe und Priester? Keineswegs, sondern die ganze 8 Stern der Neger. Heft 1. sichtbare Gemeinschaft der Gläubigen unter ihrem rechtmäßigen Oberhaupte, dem Papste, und den mit ihm vereinigten Bischöfen. Sie alle tragen mit an der Missionspfliäst. Du mußt also als Katholik danach streben, daß alle Menschen eingehen in die Kirche Christi, d. h. du mußt das Missionswerk seiner Kirche unterstützen nach dem Maße deiner 'fräste. Zu allen Zeiten hat diese Missionspflicht bestanden, aber ihre Erfüllung ka n zu gewissen Zeiten, wo die Not des Heiden ums größer, die Gelegenheit günstiger, die Eiiue rüker ist- mehr zur Erfüllung drängen als zu andern Zeiten. (Beifall.) Ehe ich das für unsere Zeit nachweise, möchte ich der Frage begegnen, die ich in dem Herzen mancher meiner Zuhörer aufsteigen f hle: es gibt so viel geistige Not im eigenen Laude, muß diese nicht zuerst gehoben werden? Ich habe persönlich nicht das Glück, zur Schar der Heidenmissionäre zu gehören, wenn ich auch Mitglied einer Genossenschaft bin, die über 800 Missionäre in den verschiedenen Weltteilen züblt, wenn ich auch das Missionärskreuz im Gürtel trage und jährlich eine Anzahl der mir unterstellten Patres und Brüder in die Länder meiner Sehnsucht senden darf — mir selbst war es bis jetzt nicht vergönnt, unter den Heiden zu wirken. Ich bin einfacher Volksmissionär und durchziehe als solcher mit meinen Brüdern die Städte und Dörfer unseres Vaterlandes. Daher darf ich heute wohl in geaastem Sinne als Unparteiischer und aus Erfahrung sprechen. Ja, ich habe die Not der Seelen im eigenen Lande gesehen und miterlebt in unseren großen Industriezentren —- ich habe die Not der Seelen gesehen in unsern Großstädten und ihrer Umgebung, wo Genußsucht und Vergnügungssucht einer ganz ins Irdische versunkenen Mehrheit das Häuflein der bisher treugeblie- benen Katholiken immer mehr zu ergreifen drohen; ich habe viele Diasporagezenden missioniert und kennen gelernt; das Herz blutet dem Priester, wenn er allüberall die Not der Seelen sieht. Und doch spreche ich das Wort aus: wir dürfen die Heidenmission nicht vergessen, mehr noch wie bisher müssen wir für die Heidenmission sorgen! (Bravo!) Gewiß sollen wir an erster Stelle der hartbedrängten Glaubensgenossen im eigenen Lande gedenken und keiner möge diese herrliche Versammlung verlassen, ohne sich selbst und seinem Gott das Gelöbnis abzulegen: Ich will nicht bloß ein Mitglied und gelegentlicher Wohltäter, sondern auch ein eifriger Apostel des Bonifatiusvereins sein. Aber das schließt nicht das andere Gelöbnis aus, das ich Ihrem Herzen entlocken möchte, daß jeder von Ihnen nicht bloß Mitglied eines Missionsvereins, nicht bloß gelegentlicher Förderer irgend einer Mission sei, nein, daß er ein Apostel mit dem glühendem Herzen für die große Mission unter den Heiden werde. (Beifall.) Die Sorge für die heimatlichen Bedürfnisse schließt die Heidenmission nicht aus: unsere Arbeit im eigenen Lande soll erst durch sie gesegnet und von Gott befruchtet werden. Es ist eine große Kurzsichtigkeit, wenn manche für die Mission nichts tun wollen aus lauter Besorge is, die Heimat möchte alsdann zu kurz kommen. „Solche Leute ignorieren," wie der Protestant Warneck sagt, „das Naturgesetz des rückwirkenden Segens, kraft dessen die Kirche zu jeder Zeit mehr von der Mission empfangen, als für sie gegeben hat." Alle Orden und Kongregationen, die sich mit Missionen beschäftigen, können bestätigen, daß in der Missionsarbeit das Geheimnis ihrer Fruchtbarkeit und ihres Fortschrittes in der Heimat liegt. (Schluß folgt.) IRunbfcbau Ln Unter obigem Titel werden wir von Zeit zu Zeit einen Rundgang durch das große katholische Missionswerk machen, um so unsere verehrten Leser über den Fortgang desselben ans dem laufenven zu erhalten. In gedrängten Zügen werden wir ihnen die hauptsächlichsten Freuden und Leiden der Missionäre vor Augen führen und ihnen so zeigen, daß das Interesse, welches sie den Missionen entgegenbringen, nicht vergebens ist. Btvifia. Kamerun. Erfreulich sind die Berichte, welche über die Pallottiner-Mission in Kamerun einlaufen. 1890 gegründet, wirken heute in derselben 23 Priester, 27 Brüder, 20 Schwestern und 79 Hilfslehrer auf 11 Stationen und 75 Schulen mit 12.756 Katholiken, 6445 Kate-chumenen und 7872 Schulkindern. Der Zug nach der Mission ist überaus groß, schreibt P. Scholaster, jeder Häuptling möchte die Missionäre in seinem Dorfe haben; wenigstens eine Schule mit einem ständigen Hilfslehrer sucht er für sich zu erlangen. Die Christianisierung der schwarzen Rasse ist eine schwierige Aufgabe, die nur mit Ausdauer, Geduld und opferfreudiger Liebe gelöst werden kann. Die Hindernisse, die sich diesem Werk entgegenstellen, sind zahllos! Welche Schwierigkeit bietet allein schon die Sprache! Und doch ist ihr Erlernen eine wichtige Vorbedingung ersprießlicher Missionstätigkeit. Oft reicht eine Sprache nicht einmal aus, da es der Missionär, wie z. B. an der Südküste, mit zwei ganz verschiedenen Stämmen zu tun hat. Von Anfang an haben deshalb die katholischen Missionäre sich die Erlernung der Landessprachen sehr angelegen sein lassen. Schon in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit verfaßten sie die so notwendigen Katechismen, den Missionen. eine Bibel, Gebetbücher u. a. in der vielgesprochenen Duala-Sprache. Bald folgten: ein großes Lesebuch, eine verbesserte Fibel und ein großer Katechismus in derselben Sprache, eine kleine Bibel in Duala-Dentsch, eine gleiche in B sia-Deutsch und ein Gebetbüchlein in der Basa-Sprache. Bei dem Unterricht im Deutschen hatte man sich lange des Buches von Christaller bedient. Tieferes Eindringen in die Dnala-Sprache ließ jedoch die Mängel des Buches erkennen. Deshalb gab die katholische Mission 1907 ein neues Handbuch der deutschen Sprache für die Duala heraus. Ein weiteres Handbuch der deutschen Sprache ist im vorigen Jahre in zwei Ausgaben erschienen. Es war zunächst für Banoho und Ngumba (Mabea) geschrieben, wurde aber noch vor Beendigung des Druckes der ersten Ausgabe von einem Jaunde-Missionür auch für Jannde bearbeitet. Eine dritte Ausgabe für Basa ist in Aussicht genommen. Ein Katechismus, eine Biblische Geschichte, ein Gebetbuch, eine Fibel in der Jaunde-Sprache wurden ebenfalls im vorigen Jahre fertiggestellt. Haben die katholischen Missionäre schon früher, als ihnen weniger gute Lehrbücher zur Verfügung standen, große Erfolge in der Schule erzielt, so wird das in Zukunft noch weit mehr der Fall sein. Was die Religion im besonderen angeht, to muß festgehalten werden, daß dem Neger das Verständnis dafür durchaus nicht mangelt. Die Wahrheiten der christlichen Religion sind eben für alle Menschen da und wenn auch einerseits so erhaben, daß der Gelehrte genug Stoff zum Studium und zum Nachdenken darin findet, sind sie doch andererseits so einfach, daß selbst ein Schulkind sie versteht. Aber es treten andere Faktoren auf den Plan, durch die dem Eingang des Christentums große Hindernisse bereitet werden: ein leichtfertiger Charakter, der Mangel an nötigem Ernst, heidnische Umgebung, Sitten, Gewohnheiten und die Vielweiberei . . . Wie der Müßiggang aller Laster Anfang ist, so trägt die Arbeit nicht wenig zur Festigung des Charakters bei und hält von vielem Bösen ab. Neben dem christlichen Glauben muß deswegen dem Neger vor allem das Gebot und die Pflicht der Arbeit begreiflich gemacht werden. Wenn er davon überzeugt ist, daß niemand ein guter Mensch, geschweige denn ein guter Christ sein kann, ohne daß er arbeitet, dann bietet diese Überzeugung ein nicht zn unterschätzendes Mittel, ihn im Glauben zu erhalten und zu befestigen. Schon der beständige Kampf gegen die allen Menschen angeborene Trägheit heot ihn auf eine höhere Stufe der Moralität. Das ist denn auch der Grund, warum die Missionäre immer wieder die Arbeit predigen und die Notwendigkeit der Arbeit betonen. Die Schulkinder, die auf der Mission selbst wohnen, müssen des Nachmittags regelmäßig und regelrecht arbeiten: in Feld und Hans. So gewöhnen sich die Knaben derart ans Arbeiten, daß sie selbst in den Ferien es nicht missen mögen und in irgend einen Dienst treten. Die Mädchen aber lernen bei den Missionsschwestern alle Hausarbeiten: Kochen, Waschen, Flicken, Nähen usw. Besondere Sorgfalt verwenden die Missionäre auf die Ausbildung von Handwerkern, und zwar erhalten gerade die notwendigsten Fuudainen-talhandwerke den Vorzug. JnJaunde und Marienberg werden Holzsäger, Maurer und Ziegelbrenner herangezogen. Aus den Werkstätten in Duala, Marienberg, Kribi, Engelberg nndJaunde ist bereits eine stattliche Anzahl Schreiner hervorgegangen. Schlosser-werden in Duala und Marienberg, Schneider inDuala, Einsiedeln und Jaunde, Schuster in Duala und Engelberg herangebildet. Viele der von der Mission ausgebildeten Handwerker sind bereits bei der Regierung oder bei anderen Europäern angestellt. „Faßt man alles zusammen, so kann nur Böswilligkeit verkennen, daß die Mission außer der Christianisierungsarbeit wahrhaft hervorragende Leistungen in Bezug auf die Hebung des allgemeinen Kulturniveaus der Eingebornen in den Küstendistrikten vollbracht hat und noch Scbtüuüimabe mit seinem Xiebtlngsocbsen. (Nach einer Photographie von P. Zorn.) ständig vollbringt." Das ist nicht etwa nur .die Ansicht des Schreibers dieses Artikels; Professor Seidel hat sie schon vor Jahren in seinem interessanten Buch „Kamerun" offen nusgesprochen. Diesem Urteile möge noch ein -anderes beigefügt toerben, das um so größeren Wert besitzt, als es von einem Manne stammt, der zu den besten Kennern unserer Kolonie gezählt werden muß und seit einer langen Reihe von Jahren an der Erschließung und Kolonisierung des Kameruner Hinterlandes hervorragenden Anteil hat. Major Dominik schreibt in seinem Werke „Vom Atlantik zum Tschadsee" (@. 36 und 37) über die Arbeiten und Leistungen der Station Jaunde folgendes: „Besonders günstig ans die Entwicklung des Landes hat die Niederlassung der Pallottiuer in M'folie, dreiviertel Stunden von der Station, eingewirkt. Mit scharfem Blick hat Bischof Bieter ein unweit der Hauptstraße gelegenes prächtiges Areal dort ausgewählt. Ich schätze die Missionstätigkeit der Pallottiuer auch deshalb besonders hoch ein, weil sie den Eingebornen ein echtes, praktisches Christentum predigen; weil diese Missionäre von früh bis spät selbst Hand anlegen und nicht nur das Beten betonen, sondern auf ihre Fahne auch das „Labora“ (Arbeiten) geschrieben haben. Handwerkskundige Brüder unterrichten die Eingebornen in der Zimmerei, Schreinerei, Mauererarbeit, lehren sie Steine brechen und Ziegel machen, sogar die Schwestern habe ich bei der Feldarbeit zugreifen und ihren Schülerinnen mit gutem Beispiel vorangehen sehen." Wenn ein Mann, der mit Leib und Seele Soldat ist, aber auch mit zäher Energie in friedlicher Kulturarbeit seinen Posten ausfüllst so über die Tätigkeit der Missionäre urteilt, dann ist das für uns ein großer Tröst. Da mögen andere höhnisch mit den Schultern zucken oder mit spöttischen Bemerkungen über Fliegende Dunde. (Nach einer Photographie von P. Zorn.) unsere Arbeiten hinweggehen-, Tatsachen leugnet man damit nicht aus der Welt und diese Tatsachen beweisen, daß der Neger zu höherer Sitte und Kultur emporgehoben werden kann und daß wir darin bereits die ersten Schritte getan haben. Der apostolische Vikar Bischof Bieter fügt noch hinzu: „In der Mission geht es gut voran. Ich könnte gleich noch 10 bis 12 Stationen errichten mit Aussicht auf guten Erfolg, wenn Priester und Mittel da wären. In Duala allein ohne Nebenstationen sind 500 Schüler und Schülerinnen bei den Schwestern. In Einsiedeln ist die Kirche fast fertig. Kapelle und Schule in Bodje sind vollendet. Die St. Peter Claver-Kirche in Batanga erhielt zwei neue Glocken. Die Kirche in Kribi ist im Neubau. Dann kommt die Kirche in Bikok und in den Stationen in Nyumba und Dschang. Zum erstenmale hielt die Regierung am Ende des Jahres Schulprüsungen bei den Missionen ab. Unsere waren gut, aber die Prämien lassen noch auf sich warten." Brief des bocfm P. Bern. Zorn an unseren bodbw. P. IRehtor. Hochw. P. Raffeiner! Mit diesem Schreiben möchte ich Euer Hochwürden nicht nur eine schöne, sondern auch eine angenehme Überraschung bereiten. Sonderbar! werden Sie sagen. Aber schauen Sie sich zunächst einmal die schönen Bildchen an, die ich hier beigelegt habe und die ich im folgenden des näheren beschreiben will! Beurteilen Sie dann selbst, ob ich nicht ein bißchen poetisch veranlagt bin! . . . „Pech haben", nennt man es in Europa, wenn einem die Sachen gerade nicht nach Wunsch gehen oder wenn einem etwas über den Weg läuft, wodurch einem all die schönen Pläne durchkreuzt werden. Nun wollte ich Ihnen z. B. gerade etwas vom afrikanischen Klima erzählen: da finde ich in verschiedenen Zeitungen Europas lange Artikel über afrikanische Hitze and Dürre in Europa, muß also voraussetzen, daß Sie dieselbe gerade so gut aus Erfahrung kennen wie ich. Soll ich nun das Ergebnis meiner Beobachtungen, die ich seit drei Monaten fleißig angestellt habe, über Bord werfen, obwohl es mich viele Mühe und nicht weniger Zeit gekostet hat? Unter keiner Bedingung: gegebenenfalls können Sie das auch noch besorgen; in Ihrem Papierkorb wird auch noch ein Plätzchen zu finden sein. — Hier meine Aufzeichnungen: Verona anfangs Juni Triest bis Alexandrien Mitte Juni Kairo am 24. Juni Esneh eint 28. Juni Assuan am 29. Juni Khartoum am 5. Juli Gebelen am 14. Juli Insel Abba 17. Juli Lul am 20. Juli Attigo am 4. August Attigo am 30. August Max. 23" C Min. 20' C Max. 24° C Min. 20° C Max. 26" S Min. 24" C Max. 36" C Min. 30 ' C Max. 42" C Min. 35° C Max. 421C Min. 36" C Max. 38° C Min. 30° C Max. 33° C Min. 18° C Max. 31° C Min. 25° C Max. 27» L Min. 19" L Max. 32» L Min. 28" L Wie Sie aus dieser gewissenhaft ausgestellten Tabelle ersehen, steigt die Hitze bis Khartoum und nimmt dann sichtlich und fühlbar ab. Natürlich cum grano salis verstanden. Ähnlich wie in den Warenhäusern: Je mehr man dort einkauft, umso billiger erhält man die Sachen und doch — kann mau nie so viel nehmen, daß man sie umsonst erhält! — So auch hier. Ist es auch wahr, daß in Assuan und Khartoum das Thermometer am höchsten steigt, so kann es doch Vorkommen, daß wir hier in Attigo 45 bis 50 Grad im Schatten genießen können. Hätten wir wenigstens Dürre oder starken Wind, so ließe sich noch reden und auch schreiben. — Hier ist es aber zu dieser Zeit feucht und naß; das Gras ist zwei bis drei Meter hoch und so streift kein einziges kühles Lüftchen die ermatteten und vor Schweiß triefenden Glieder! Die Palmen, deren Stamm vier bis fünf Meter hoch ist, verschwinden fast ganz in der Durrah und dem hohen Grase, wahrend die Dörfer nicht mehr zu sehen sind; nur einzelne der höchsten Giebeln ragen noch aus dem Dickicht hervor, um anzuzeigen, wo das Dorf zu suchen ist. Die Photographie Nr. 1 zeigt Ihnen ein echtes Schillnkdorf mit seinen runden Hütten aus Lehm und den spitzen Strohdächern. Es ist das Dorf Nybodo, etwa anderthalb Stunden von Attigo entfernt. Ich schicke Ihnen gerade die Photographie dieses Dorfes, weil ich Ihnen über dasselbe einige interessante, aber auch erbauliche Geschichten zu erzählen habe. * * * Am 16. August stand vor unserer Tür eine noch junge Frau mit einem kleinen Knaben. Obwohl wir schon errieten, weshalb sie gekommen, fragten wir doch der Sicke gemäß: „I kali kuna?“ („Wo bringst du dich her?" = „Wo kommst du her?") „Kala Nybodo.“ — „I duat ango?“ („Was wünschest du?") — „Ya duat yat kipo nyara!“ („Ich will Medizin für mein Kind!") Der kleine Knirps war am ganzen Leibchen krank. In den dürren Knochen muß das Übel gesteckt haben, denn Fleisch war kaum mehr zu finden! „Was meinen Sie," fragte mich der hochw. P. Kohnen, „was würden Sie dem armen Wurm geben? Ich glaube kaum, daß noch etwas zu retten ist — am besten wäre für ihn die heilige Taufe!" „Selbstverständlich!" und da ich so manche schöne Aufträge aus der grünen Steiermark mitgebracht hatte, bat ich ihn, die Spendung der heiligen Tame mir überlassen zu wollen. Er tat es gerne und so hatte ich an diesem Tage das Glück, der Kirche und dem Himmel einen neuen, wenn auch noch etwas kleinen Bürger zuführen zu können. — „Johannes" ist sein Name. Als Patin fungierte eine edle Wohltäterin aus Kickenbach bei Heiligenkreuz am Waasen. — Dies berichte ich absichtlich, nicht nur um jenen braven Leuten meinen Dank auszusprechen, sondern auch, um sie fernerhin wieder zu solch edlen Taten zu ermuntern. Wir Katholiken haben das Glück, den Wert einer unsterblichen Seele richtig einzuschätzen, und darum scheuen wir weder Opfer an Geld, noch Mühen und Strapazen, wenn es gilt, eine Seele für Gott und den Himmel zu gewinnen. Wie lange wird es noch dauern, bis auch unsere Schilluk andere Ideen bekommen? Es ist ja wahr, daß sie für eine Frau 10 bis 15 schöne Kühe oder Ochsen zahlen, dabei denken sie aber nicht an die Seele, sondern au die gute Merissa, welche die Frau ihnen bereiten wird, an die Felder, die sie bebaut, an das Wasser, das sie ihnen täglich vom Flusse bringen muß, und — nicht in letzter Linie — an so viele andere Dienste, so sie ihnen leisten muß! * * * Einige Tage vergingen. „Muß doch meinen kleinen Johannes einmal besuchen! Sollte er schon gestorben sein oder gedeiht er nun um so besser und wird noch zum .Vorläufer', der dem Herrn die Wege in Nybodo bahnen soll? — Wie der Himmel bestimmt; heute gehe ich ihn besuchen." Hochw. Pater Hofmayer hatte die Güte, mich dahin zu begleiten. Ich nahm auch meinen Apparat mit: Wer weig, vielleicht finde ich noch etwas Interessantes für den „Stern der Neger" und seine Gönner. Wiederum ging's durchs hohe Gras; diesmal fanden wir auch zur Abwechslung ungefähr 1 Meter tiefes Wasser. Die langen Stiefel nützten mir wenig, da sie bloß 50 Zentimeter hoch sind und, so oft ich so einen Sumpf durchwatet, mußte ich mich auf den Kopf stellen, um das eingelaufene Wasser aus- zngießen.--------Einen Stiefelknecht kann man auch nicht überall mitschleppen und ohne einen solchen tun's meine Stiefel nicht. In der Nähe des Dorfes machte ich diese gymnastischen Übungen noch einmal. Ein herrlicher Anblick! Sah ich in dem hohen Schilfe wenig, wenn ich mit dem Kopfe oben und den Stiefeln unten war — denken Sie sich einmal meine Lage im umgekehrten Falle! Das Schlimmste aber war, das ich zufällig einen Ameisenhaufen gefunden, auf den ich mich gestützt: Zum Kuckuck, wenn man Pech hat! Eine ganze Stunde hatte ich zu suchen, zu klopfen und zu zupfen, bis ich allen den Freipaß gegeben! „Da müssen aber viele Vögel sein — aber so starke Stimmen — wie sonderbar! Das ist nicht gesungen und auch nicht gezwitschert, nicht gebellt und auch nicht geheult. Man sieht sie ja nicht, wo sind sie denn?" Pater Hofmayer nahm das Gewehr und zielte in die großen Blätter einer Palme. Vier Prachtexemplare fielen zu Boden; hunderte derselben Gattung flogen rings um die Bäume und suchten allmählich das Weite. „Betrachten Sie nun jene mysteriösen Wesen. Fledermäuse scheinen es zu sein, doch sind die Flügel zu groß: 79 Zentimeter Flugweite. Und erst der Riesenkopf, er gleicht dem eines kleinen Hundes. Darum werden sie von den Eingeborenen auch „fliegende Hunde" genannt. — Hier eine Photographie von unserer Beute und auch eine, auf der man das Dorf, seine Palmen und die ringsherum fliegenden Tiere sieht. (Siehe Bilder auf Seite 7 und 11.) Es sind kurze Momentaufnahmen und sie geben ein ziemlich getreues Bild der Wirklichkeit. Zum Schluß noch eine heitere, aber heikle Geschichte: Vor ein paar Wochen war uns in Attigo ein schönes,langes Seil gestohlen worden. Es hatte 25 Kronen gekostet und war uns beim Baue unseres neuen Kirchleins unumgänglich notwendig. Ich bemerke gleich, daß die Schilluk noch ein sehr weites Gewissen haben. Oft haben sie schon bereut, daß, wenn sie Gelegenheit zum Stehlen gehabt, sie es nicht getan; aber noch nie, daß ihnen ein Streich gut gelungen wäre. Gar nicht daran zu denken, daß sie einen Gegenstand, den sie in Sicherheit gebracht, wieder zurückerstatten! Ein alter, sonst ehrlicher Kauz kam in Verdacht. Pater Kohnen stattete ihm eines Tages einen wohlgemeinten Besuch ab; scheinbar zu- Zltsctioli von Gut». füllig; geht ja auch der Schilluk, wohin er will und das zu einer Zeit, wo es ihm beliebt. Daß er sich rechts und links gleichgültig umschaute, fiel keinem auf, denn auch das verstehen unsere Schilluk ausgezeichnet. Wenn so ein Schilluk einem ins Zimmer kommt, gruselt's einen wirklich und man atmet erleichtert auf, sobald er es verlassen hat: alles, aber auch den gewöhnlichsten Hosenknopf faßt er an, beschaut ihn von unten nach oben, für ihren unbewußen, treuherzigen Dienst erhalten, kehrte der Pater nach Hanse zurück. Er wußte jetzt, wo der Hase im Pfeffer lag; es galt nun, ihn herauszunehmen. Wir gingen auf die Jagd und wählten jene Gegend am andern Nilufer, die uns bezeichnet worden war. Als wir, nichts ahnend, an den ersten Hütten vorbeiruderten, kam ein Mann ans uns zu und grüßte uns mit ungewohnter Freundlichkeit. — „Amena?" das Ein Missionsboot auf Vein HAU. von rechts nach links, ob er nicht etwa zu brauchen sei; ganz genau, wie kauflustige Weiber auf dem Lumpenmarkte, wenn sie kein Geld haben. — Das kleine Töchterlein bemerkte dies undsagte: „Abuna,suchst du deinen Strick? Puh, war der lang! Er ist aber jetzt nicht hier, mein Vater hat ihn auf's andere Ufer getragen!" — Znm Glück war der Vater nicht zu Hanse; er hätte seine Wut an ihr ausgelassen und sie vielleicht zum Krüppel gemacht. — Nachdem sie ein paar Datteln heißt: Wer ist das? Doch als wir ihn näher betrachteten, erkannten wir unseren Helden. Der Gruß wurde zu wiederholtenmalen erwidert und bald darauf stiegen wir ans Land. Mit den Gewehren auf der Schulter schritten wir dem Walde zu. Etliche Dutzend hungrige Schilluk begleiteten uns. Weiß bis heute noch nicht, ob die Aasgeier oben oder unsere Schmarotzer anhänglicher waren. Fressen jene begierig das verdorbene Fleisch, so verkaufen diese fast ihre Seele für eine mittel- mäßige Gazelle. Unter den getreuen Begleitern befand sich natürlich auch unser Strickdieb. Wenn die Narren glauben, daß andere ihnen gleich seien, so muß auch er gedacht haben, daß wir so einfältig seien wie er. Gegen Mittag fiel die erste Antilope. Man zog ihr rasch das Oberkleid ab und ließ sie in Stücke zerlegen und zum Flussebringen. Wir gingen voraus. Bei der Verteilung der Beute befand sich auch unser „Strick". Er hatte den Kopf des Tieres gebracht; ob er dabei seinen eigenen verloren, weiß ich nicht. Tatsache ist, daß er bei der Löhnung mehr stritt als alle übrigen zusammen. Das war für Pater Kohnen der rechte Augenblick. „Du", sprach er ihn an, „wo hast du mein langes Seil hingebracht? Wann gibst du es nur zurück? Wirst dir es für ein paar Wochen geliehen haben! Hättest mich aber erst fragen sollen! Doch weg mit dem langen Gerede: bring' es mir gleich und ich fahre nach Hause; ich bin ja gerade deshalb hergekommen!" — „Puh!“ keuchte der Angeredete, woher wußte der Pater so geheime Dinge; und daß ihm so ein Strick lieber sei als dieses große Fleisch, konnte er nicht begreifen. — „Puh! yan? Gerade ich?" — „Mach' nicht so dumme Grimassen", mahnte ihn der Pater, „steh' schnell auf und hole den Strick, sonst fahre ich nach Attigo und komme morgen früh mit zwei Soldaten, um euch beide zu holen!" „Puh!“ war die einzige Antwort, dabei verlor er die Sprache und das Gleichgewicht. Man sah ihm an, daß er schuldig war. Der Nagel war auf den Kopf getroffen worden. Der Held zog sich zurück und beriet sich mit seinen Genossen. „Koi’ia!“ zu deutsch: „Höre mich an" oder „Ich sage": „Dein Strick ist auf diesem Ufer, aber sehr weit von hier; heute kann ich ihn unmöglich mehr holen, denn ich muß mein Fleisch nach Hause tragen und dann ist es zu spät. Ich komme morgen früh und bringe dir ihn in dein Haus. Ich habe geredet!. Hast du mich verstanden?"-------- „Nicht so ganz: erstens hast du nur Haut und Knochen; wenn du sagst, du müßtest dein Fleisch nach Hause tragen, so muß dir das doch ein Leichtes sein. Das Antilopenfleisch gehört doch mir und das fahren wir selbst nach unserm Hause. — Dann sagst du, das Seil sei sehr weit von hier. — Auch das ist gelogen. Doch einerlei: wenn du es morgen bringst, so bin ich zufrieden und wir werden weiter kein Wort mehr über diese Angelegenheit verlieren!"------- Sicher kann ich es jetzt nicht mehr sagen, aber ich glaube, die drei letzten Rippen der linken Seite gab ich ihm zum Andenken an seine Ehrlichkeit und jeder ging oder fuhr seines Weges. Am folgenden Tage kam er wirklich und brachte unser Seil. —-— Eine gute Schüssel voll Allerlei verschwand in seinem Magen als Mittagsmahl. Gott und ■— — uns lobend, zog er von dannen. Wer war am glücktichsten: wir, die wir das teure Seil zurückerhalten, oder er, der mit heiler Haut davongekommen war? Ich lasse es dahingestellt. Jedenfalls war es mir sehr angenehm, daß ich neben dem Jagdglück, das uns zuteil geworden, auch noch so ein interessantes Geschichtchen für den „Stern der Neger" erfahren habe. Hochw. Pater Kohnen wird diese Begebenheit wohl auch in sein Tagebuch eingetragen haben. Ich habe ihn zwar noch nie darum gefragt--------tut auch nichts zur Sache. An diesem Tage hatte er einen Staatsstreich ausgeführt, der allen Schilluk zeitlebens im Gedächtnisse bleiben wird! —- Attigo, am Feste Kreuzerhöhung 1911. P. Bernard M. Zorn F. S. C. Kwy XHnterbaltenbes. MM X&ÄXJ Die Schrecken bet Sklavereu Lrzählung von Dr. 1bugo /üMoni. 1. Kapitel. Der Groll Ser heiligen Schlange. „Hat die heilige Schlange etwas zu sich genommen?" „Nein. Sie weist jegliche Speise von sich," antwortete der Zauberer. Bei dieser Antwort verfinsterte sich das Antlitz des Sultans. In seinem Aberglauben sah er nämlich in jener Weigerung ein schlimmes Vorzeichen für sich und seine Sache. „Setze ihr noch einmal etwas vor," sagte er zum Zauberer. Ohne weiter zu antworten, zuckte jener mit den Achseln. „Setze ihr die ausgesuchtesten Speisen vor, die feinsten Leckerbissen, meinetwegen das schmackhafte Fleisch zarter Kinder, damit sie nur etwas zu sich nehme." „Ich habe bereits ein neugeborenes Kindlein getötet und ob vohl die Schlange für gewöhnlich mit großer Gier über Menschenfleisch herfällt, hat sie es diesmal doch nicht angerührt." „Was ist da zu tun?" fragte der Sultan. „Es muß unbedingt der Hauptgrund ihres Grolles beseitigt werden, wenn du nicht die furchtbarsten Strafen auf dein Land herabziehen willst. Der Hagel wird die Felder verwüsten, Heu-fchreckenschwärme werden alles vernichten und feindliche Scharen werden deine dem Hungertode nahen Mannen bekämpfen und in die Flucht schlagen," erwiderte der Zauberer. Der Sultan stützte die Ellbogen auf die Knie und verbarg sein Antlitz in den Händen. Der Groll des Götzen beunruhigte ihn und nur mit Schaudern blickte er in die ungewisse Zukunft, die ihm von dem Zauberer in so dunklen Farben gemalt wurde. Der Umstand, daß die Schlange jegliche Speise von sich wies, gab ihm nicht wenig zu denken; andererseits konnte er sich nicht entschließen, die vom Zauberer angedeutete Ursache aus dem Wege zu räumen. Nein, das vermochte er nicht, das Herz würde ihm vor unsäglichem Schmerz brechen. Lange Zeit saß er unbeweglich da. Der Zauberer beobachtete ihn starren Blickes, ohne auch nur eine Wimper zu bewegen, einer furchtbaren Erzstatue vergleichbar; endlich aber brach er das Schweigen. „Was gedenkst du also zu tun?" fragte er. Der Sultan antwortete nicht. „Soll also die Schlange beständig die Speisen zurückweisen?" fuhr der Zauberer fort. Keine Antwort erfolgte von seiten des Sultans. „Sollen die Heuschrecken und der Hagel unsere Saaten vernichten und sollen wir wirklich der Sklaverei verfallen?" „Du bist ihr doch schon verfallen!" warf der Sultan hochmütig ein, der vollständig überzeugt war, daß er der einzige freie Mann auf der Welt sei und daß alle übrigen nur lebten, um seine Sklaven zu sein. Nach seiner Meinung war sein einziger Lebenszweck, sich von seinen Untergebenen bedienen zu lassen und seine Feinde zu bekämpfen, um sie zu Sklaven zu machen, wozu sie ja geboren feien. Ein höhnisches Lackeln zeigte sich im Antlitze des Zauberers, der zu gut wußte, daß er auch den Sultan selbst beherrsche, daß er mit seinen falschen Weissagungen, mit feinen Verleumdungen und Lügen über ihm stehe. Das durfte er ihm heute jedoch noch nicht sagen, da er noch am gleichen Tage seine Absicht erreichen wollte; hingegen bemerkte er: „Wir alle sind deine Sklaven; schrecklich ist jedoch die Sklaverei und ich möchte deshalb nicht, daß auch du in die Hände eines anderen gelangest. Das wird aber der Fall sein, wenn du den Groll der göttlichen Schlange nicht besänftigst." „Ich soll Sklave werden!" rief der Sultan aufspringend ans. „Das ist nicht möglich, da ich eine Gottheit bin und in meinen Adern das Blut eines Fetisch rollt." „Bist du vielleicht mächtiger als die Schlange oder hat nicht vielmehr sie die Macht, dich zum Sklaven zu machen?" fragte der Zauberer voller Eifer. „Sind nicht auch einige andere mächtige Sultane in die Sklaverei gefallen und hast du keinen Sultan unter deinen Sklaven?" Ganz bestürzt blickte der Sultan dem Zauberer ins Antlitz. Der Gedanke, daß auch er in die Sklaverei geraten könne, erfüllte ihn mit Schrecken. Schon wollte er die Möglichkeit leugnen, doch wie konnte er dem Fetisch die Macht absprechen! Er wußte zu gut, daß die Fetische mächtig sind und sehr rachsüchtig, daß sie sich mit ausgesuchter Grausamkeit an jenen rächen, die ihnen Achtung und Ehrfurcht verweigern. „Ich ein Sklave? Nie und nimmer!" schrie er. „Es steht in deiner Hand, für immer das zu bleiben, was du jetzt bist," entgegnete der Zauberer. „Wieso?" „Vermeide es, den Groll der heiligen Schlange herauszufordern." „Besänftige du sie an meiner Statt. Beschwichtige sie und ich werde dir in Ewigkeit dankbar kein; noch heute werde ich dir einige Ochsen, zwei Sklaven und einen Korb voll Kaurimuscheln schenken." Bei diesen Worten blitzten die Augen des Zauberers auf wie die Augen eines Geizhalses, dem sich eine günstige Gelegenheit darbietet, seinen Reichtum zu vermehren. „Ich nehme das Geschenk au und werde mein Möglichstes tun, die Schlange zu besänftigen," sagte er. „Aber auch du mußt mich unterstützen, du mußt das deiuige beitragen, das Hindernis mußt du aus dem Wege schaffen." „Ich kann nicht!" „Du mußt aber." „Nein, ich kann nicht! Es ist meine Mutter!" „Eine Frau, noch dazu alt!" sagte der Zau- berer verächtlich. „Wie viele Frauen hast du nicht schon hingemordet, um dem Fetisch zu gefallen?" „Das waren fremde Frauen, die in keinem Verhältnis zu mir standen, diese aber ist meine Mutter," entgegnete der Sultan. „Sie hatten jedoch Söhne. Haben sich diese vielleicht widersetzt, als du ihnen die Mutter tötetest? Wenn nun diese das Schicksal ruhig über sich ergehen ließen, warum solltest du deine Mutter nicht preisgeben, um den Götzen zu beschwichtigen?" „Das waren Sklaven und sie liebten deshalb auch ihre Mütter nicht, ich hingegen bin ein Sultan ..." „Gerade deshalb solltest du sie noch weniger lieben!" unterbrach ihn der Zauberer. „Du willst mir sie also nicht überlassen?" Der Sultan schwieg, da er nicht wagte, jenem schrecklichen Mann eine abschlägige Antwort zu geben, seinem Begehren aber nachzukommen, das verbot ihm die Kindesliebe. „Denke an die Zukunft, an die furchtbaren Strafen, die der Götze über dich verhängen wird, denke . . Der Sultan verharrte noch immer in seinem Schweigen. „Ich gehe," fuhr der Zauberer fort. „Ich gehe, um der Schlange deinen Entschluß mitzuteilen. Siehe jedoch zu, daß sie nicht vor Hunger zugrunde gehe, denn wehe dir in diesem Falle!" Der Zauberer brachte diese Worte mit drohendem Tone vor und schickte sich an hinauszugehen. Der allzu leichtgläubige Sultan ließ sich durch diese Drohung einschüchtern. „Warte!" rief er dem Abgehenden zu. Jener wandte sich um und fragte nach dem weiteren Begehren des Sultans. „Tue dein Möglichstes, damit die Schlange etwas zu sich nehme," flehte ihn der Sultan an. „Alles ist vergebens. Solange deine Mutter lebt, wird sie nichts zu sich nehmen!" tvar die kurze Antwort. „Merke dir, daß auch du des Todes bist, falls sie verenden tollte." „Mein Leben liegt in deiner Hrud; wenn du willst, kannst du es mir jeden Augenblick entreißen. Dadurch würdest du aber nur den Groll der Gottheit vermehren, die dich umso furchtbarer strafen würde." Der Sultan lenkte nach dieser Bemerkung des Zauberers ein. Noch einmal fragte er, ob es denn wirklich kein anderes Mittel gebe, die Schlange zu besänftigen; gerne wäre er bereit gewesen, alle seine Sklaven zu opfern. Die Antwort blieb aber immer dieselbe: „Es reicht nicht hin!" „Und wenn ich dir reiche Geschenke gebe?" Bei diesen Worten blitzten die Augen des Zauberers von neuem auf. Doch der Haß, den er gegen die Mutter des Sultans gefaßt hatte, war nach größer als seine Geldgier. Er wollte sie unbedingt dem Tode überliefern, auch wenn er auf die reichen Geschenke verzichten mußte. „Auch dann wird sich die Gottheit noch nicht beschwichtigen." „Also gibt es denn wirklich kein Mittel, sie zu besänftigen?" „Nein!" „Wozu bin ich dann Sultan?" „Du bist ein Sultan, aber keine Gottheit. Genieße und freue dich als Sultan, dabei aber muß dir der Wille der Schlange immer heilig sein." Der Sultan schwieg. Ein furchtbarer Kampf tobte in seinem Innern: die Kindesliebe kämpfte mit dem Aberglauben. Die Liebe, die er zu seiner Mutter trug, war groß, aber noch größer war sein Aberglaube, daher mar auch der Kämpf kurz und endete mit dem Siege des Aberglaubens. „So nimm sie denn hin!" stieß er nach kurzer Weile aus. „Um sie zu opfern?" fragte der Zauberer hastig. Mit fast erstickter Stimme brachte der Sultan noch das verhängnisvolle Ja hervor. Ein Lächeln glitt über das Gesicht des siegreichen Zauberers; er hatte sein Ziel erreicht, nach dem er schon seit Jahren gestrebt. „Die Götter mögen dich für alle Zeiten segnen. Hagel und Heuschrecken sollen stets fern bleiben von deinen Äckern. Zahlreich wie die Sandkörner am Flusse mögen deine Sklaven sein und alle sollen sie Söhne und Töchter von besiegten Häuptlingen sein. Mögest du über alle deine Feinde triumphieren!" Diese und ähnliche Segenswünsche brachte er hervor, während er eilig hinging, um sich sein Opfer zu sichern, bevor noch der Sultan seinen Entschluß geändert habe. 2. Kapitel. Die alte JBofomela. Der Sultan hatte die Segenswünsche des Zauberers nicht einmal gehört und hätte er sie auch vernommen, so würde er doch keinen Gefallen daran empfunden haben, da er sie um einen zu hohen Preis erkauft hatte. In schwere Gedanken versunken, saß er unbeweglich auf dem Teppich. Was hatte er getan! Der Ermordung seiner Mutter hatte er zugestimmt, jener Mutter, die er doch bisher so sehr geliebt! Auch bei den Wilden, die sich auf der untersten Stufe der Zivilisation befinden, ist die Kindesliebe noch nicht erloschen. Bei vielen haben allerdings die verschiedensten Leidenschaften dieses edle Gefühl erstickt und auch bei den Negern findet man manche verkommene und grausame Söhne, die ja auch in unserer Ueberkultur nicht fehlen; daneben gibt es aber auch viele, die ihren Eltern mit wahrhaft kindlicher Liebe zugetan sind. Sultan Dongu war in der Beziehung ein guter Sohn. Noch als zarter Knabe war er seinem Vater in der Herrschaft gefolgt. Erst 10 Jahre tvar er alt gewesen, als sein Vater den Folgen eines nächtlichen Gelages erlag und er die Leitung seines kleinen Reiches in die Hand nahm. Obwohl noch eilt Kind, war er doch Herr über Leben und Tod seiner Untertanen. Dem zarten Kinde war eine Macht übergeben worden, wie sie kein europäischer Herrscher besitzt. Als zehnjähriger Knabe war Dongu aber auch bereits verdorben; das Beispiel seines Vaters und die Schmeicheleien der Freunde hatten ihn zum Tyrannen gemacht. Er war ein schlechter und grausamer Herrscher, der seinem Vergnügen alles opferte; das Eigentum, ja auch das Leben seiner Untertanen waren ihm ein Nichts. Er war ein gefürchteter, aber kein geliebter Herrscher, den die Untertanen haßten, dem sie sich aber nicht zu widersetzen wagten. Ihre natürliche Feigheit, mehr aber noch ihre Ueberzeugung, daß der Sultan etwas Uebernatürliches an sich habe, daß er kein Wesen dieser Welt sei, hinderten sie an jedem Aufstande. Eine gute Eigenschaft besaß jedoch unser Sultan: eine innige, wahrhaft kindliche Liebe zu der alten Bosomela, seiner Mutter. Bosomela war eine Frau des Volkes, ohne jegliche Bildung; Dongus Vater hatte sie erst zur Sultanin erhoben. Ihre Lage hatte sich jedoch dadurch in nichts gebessert, da die Frau in Afrika überhaupt keine Geltung hat. Sie wird nicht als die Gefährtin des Mannes betrachtet, sondern nur als Sklavin, die zwar für den Haushalt notwendig ist, aber sehr wenig Wert hat. Sie ist eine Sklavin, die man ausnützt, aber nicht achtet und liebt; ist sie einmal unbrauchbar geworden, so sucht man sich ihrer sobald als möglich zu entledigen. Die Frau muß sich daher den schwersten Arbeiten unterziehen. Auch die Königin macht hierin keine Ausnahme; auch sie muß schwer arbeiten, geradeso wie ihre Genossinnen. Dongus Vater war grausam und er scheute sich nicht, mit seinen eigenen königlichen Händen seine Frau durchzupeitschen. Dazu kommt noch, daß die früher schöne Frau rasch alterte; ihre Schönheit verschwand und sie fand daher in den Augen ihres königlichen Gemahls keine Gnade mehr. Zuerst vernachlässigte er sie, dann aber reihte er sie unter seine übrigen Sklavinnen. Hier hatte die arme Frau viel auszustehen; nicht nur die Aufseher ließen ihren Groll an der einstigen Snltanin aus, sondern mehr noch ihre Leidensgefährtinnen, die sich freuten, sich an ihrer früheren Herrin rächen zu können. In ihrer Erniedrigung hatte sie nur einen Trost und das war die Liebe ihres Sohnes, eine Liebe, die niemand bei dem egoistischen Knaben erwartet hätte. Zur Herrschaft gelangt, befreite er alsogleich die arme Frau und setzte sie wieder in ihre früheren Ehrenstellen ein. Er schenkte ihr eine schöne Hütte, übergab ihr Sklaven, Sklavinnen und Geld; sodann verordnete er, daß alle vor ihr die Knie beugen und ihr königliche Ehren erweisen sollten. Häufig fragte er sie um Rat. Nach ihren heidnischen Grundsätzen fielen auch diese Ratschläge aus, wenigstens in der ersten Zeit. Gar häufig verleitete sie ihn noch zu größerer Grausamkeit. Später änderte sich jedoch alles. Bosomela wurde mit der Zeit ganz anders; die bisher jäh-zornige und stolze Alte wurde demütig und milde, ihre Grausamkeit schien sie ganz aufgegeben zu haben. Sie schlug ihre Sklavinnen nicht mehr; es war unerhört, daß sie eine bis aufs Blut peitschen ließ, noch weniger verurteilte sie eine zum Tode, was früher doch so häufig vorkam. Hingegen konnte man sehen, wie sie jetzt um das Los der armen Sklaven besorgt war, wie sie die Kranken sorgsam Pflegte, ihre Wunden verband und ihre Schmerzen zu lindern suchte. Sie behandelte dieselben überaus milde. Die Sklavinnen waren zunächst überrascht ob der veränderten Behandlungsweise, später aber wandten sich ihre Herzen der Herrin zu und waren ihr treu ergeben. Das veränderte Wesen der Sultanin konnte nicht lange verborgen bleiben. Schon bald wurde es allgemein bekannt und bildete von da ab das Tagesgespräch. Das allgemeine Urteil war jedoch der Alten nicht günstig; niemand lobte ihr jetziges Benehmen. Wie konnte sie den Sklavinnen gegenüber so liebenswürdig sein? Sind die Sklaven denn nicht dazu da, um mißhandelt, geschlagen und bis aufs Blut gepeitscht zu werden? Warum behandelte sie dieselben nicht auf diese Weise? Noch aus einem anderen Grunde Ivar ihre Handlungsweise schlecht. Die übrigen Sklaven konnten dadurch verleitet werden, eine gleiche Behandlung zu verlangen, und auf diese Weise würde die Sklaverei allmählich von der Bildfläche verschwinden, jene heilige und notwendige Einrichtung: heilig, weil sie von Allah verlangt und von den Angesehensten hochgehalten wurde, notwendig, da ohne sie der Freigeborene arbeiten müßte, die Arbeit entehrt aber den Menschen. Ein freier Mann darf nicht arbeiten, dazu hat Allah die Sklaven und Frauen geschaffen. So urteilten alle jene, welche Sklaven besaßen. Auch Dongu wurde über das Gebaren seiner Mutter aufgeklärt sowie auch über die abfälligen Urteile seiner Untertanen. Jene Urteile kümmerten ihn nicht im mindesten. Nach s-iner Ueberzeugung hatten die Untertanen kein Recht, die Handlungsweise der Vorgesetzten zu beurteilen. Das Verhalten der Mutter überraschte ihn etwas und gab ihm zu denken. Warum mochte sie wohl so handeln? Er begab sich gleich zu ihr, um sie zur Verantwortung zu ziehen und ihr diese neuen Ideen auszureden. Er wollte sie überreden, wieder grausam und blutgierig zu werden, wie sie es von Anfang au gewesen war. Da er die Mutter nicht in ihrer Hütte fand, begab er sich in den Sklavenhof. Dort sah er, wie sie sich über ein elendes Lager neigte, auf dem eine alte Sklavin in den letzten Zügen lag. Bosomela hob das Haupt der Armen empor, während eine junge Sklavin Wasser über dasselbe goß und dabei einige geheimnisvolle Worte murmelte. Das Antlitz der Sterbenden heiterte sich ans und ein sanftes Lächeln glitt über ihre blassen Lippen. Dongu war bei diesem Anblicke höchst aufgeregt. Alles, was ihm in Bezug auf seine Mutter hinterbracht worden war, beruhte also auf Wahrheit. Sie nahm sich das Los der Sklaven zu Herzen. Was konnte sie aber zu einer so erniedrigenden Handlungsweise bewegen? Er näherte sich ihr. „Mutter!" Die Alte erhob das Haupt und indem sie den Sohn erblickte, gab sie ihm ein Zeichen zu schweigen. „Mutter, ich muß mit dir reden!" wiederholte er barsch. Obwohl er die Mutter liebte, so war er doch gewohnt, daß sie ihm gehorche, gerade so gut wie alle übrigen. Tie Mutter zeigte ihm die Sterbende und bat ihn zu warten, bis diese gestorben sei. Bei dieser Antwort der Mutter zitterte er vor Zorn. Wie? Seine Mutter wagte von ihm zu verlangen, daß er auf den Tod jener Frau warte; er, der Sultan, sollte auf den Tod einer Sklavin warten? Sie wagte es, eine elende Sklavin ihm vorzuziehen? Das durfte er nicht dulden. „Ich muß mit dir reden!" wiederholte er noch einmal. „Laß die el nde Sklavin zugrunde gehen und höre auf mich!" „Warte einen Augenblick, bis sie verschieden ist!" bat die Mutter. Er brach in ein gezwungenes Lachen aus, zog den Revolver aus dem Gürtel und pflanzte ihn der Sterbenden auf die Brust. „Dir soll gedient sein!" schrie er und drückte los. Das Geschoß durchbohrte die Brust der alten Sklavin. „Sie ist tot, höre jetzt auf mich," sagte er dann kaltblütig. Der Schuß hallte au den nahen Hütten wider, mit dem Echo vernahm man aber auch den Schreckensruf der alten Sklavin sowie den der alten Mutter. „Mein Jesus!" lispelten die sterbenden Lippen der Sklavin. Ein Name, den Dongu noch niemals vernommen hatte und dessen Bedeutung ihm ganz und gar unbekannt war. „Was hast du getan, Sohn?" „Das Hindernis, das unserer Unterredung im Wege stand, habe ich weggeräumt," war die höhnische Antwort. „Einen Mord hast du begangen!" Dongu lachte. „Habe ich nicht schon Hunderte von Personen getötet und triefen nicht auch deine Hände von Blut? Warum machst du so viel Lärm tvegen einer alten, wertlosen Sklavin, die überdies schon am Sterben war? Wenn es dir wirklich so leid tut, die Sklavin verloren zu haben, so werde ich dir heute noch zwei, drei, fünf oder auch zehn andere zuschicken." „Behalte deine Sklavinnen für dich. Diese Frau aber hatte ein Recht auf das Leben." „Nur ich allein habe ein Recht auf das Leben!" entgegnete der Sultan stolz. „Was ist sodann ein Sklave?" „Er ist gerade so gut ein Mensch wie auch wir!" sagte die Alte. „Der Sklave soll ein Mensch sein? Die Jahre haben dir den Verstand geschwächt. Der Sklave ein Mensch? Wer hat dir diese Dummheit beigebracht? Jetzt verstehe ich deine Handlungsweise, die aber von allen getadelt wird und die sich für die Mutter der Sultans nicht ziemt, besonders der Mutter jenes Sultans, der mit den Sklaven nicht zu sparen braucht, da er ihrer im Ueberflnsse hat und ihrer so viele, als er nur will, töten kann." „In Bezug auf die Sklaven bist du im Irrtume, mein Sohn. Die Sklaven sind gerade so gut Menschen wie wir und überdies noch unsere Brüder." „Unsinn," schrie der Sultan, dem allmählich die Geduld ausging. „Ein elender Sklave, den ich für eine Handvoll Kaurimuscheln gekauft habe, oder eine Sklavin, die mich kaum ein Lamm kostet, soll mein Bruder oder meine Schwester sein? Es tut mir sehr leid, Mutier, daß du in deinen alten Tagen irrsinnig geworden bist und dich zu solchem Unsinn versteigest." Die Alte lächelte sanft. „Ich bin nicht irrsinnig geworden und behaupte nur die reine Wahrheit. Ich freue mich, diese Wahrheit erkannt zu haben, und bereue nur das eine, sie so spät erst erfahren zu haben." „Du bist irrsinnig! Deine Ideen . . ." „Es sind nicht die in einigen." „Wessen denn?" „Sie bilden einen Teil der Religion Jesu Christi," sagte die Alte. „Jesus?" fragte der Sultan überrascht. „Kurz vorher habe ich diesen Namen von einer sterbenden Sklavin vernommen. Wer ist dieser Jesus? Vielleicht ein fremder Sultan oder ein neuer Fetisch, da ja die Mutter eines Sultans nur den Worten eines Sultans oder eines Fetisch gehorchen darf?" „Jesus ist der Sohn Gottes," entgegnete die Alte. „Also ein Fetisch, der Sohn eines andern Fetisch?" „Nein, er ist der Sohn des einzig wahren Gottes." „Du phantasierst, Mutter! Ein einziger Gott? Wohin tust du daun die andern Götter? Cingua Basse, die große Schlange, den roten Stein und all die übrigen?" „Die Götzen sind keine wahren Gottheiten!" sagte die Alte mit Entschiedenheit. Dongu ließ sich vom Zorn übermannen und schrie entrüstet: „Mutter, du bist nicht bei Verstand! Unsere Götzen sollen keine Gottheiten sein?" „Es ist so, wie ich gesagt habe. Jesus hat es gesagt." „Schon wieder dieser Jesus! Wer ist er denn eigentlich?" fragte der erzürnte Sultan. „Ich kann dir nur wenig über ihn mitteilen. Ich weiß nur, daß er der Sohn Gottes ist, daß er aus Liebe zu uns vom Himmel herabgesticgcn ist, daß er für uns starb, daß er uns alle bei sich im Himmel haben will, denn wir alle sind seine Brüder. Um aber dorthin zu gelangen, muß man nicht nur gut leben, sondern auch getauft sein, d. h. das heilige Wasser muß einem über das Haupt gegossen werden." „Ach so, das Wasser, das ihr soeben über das Haupt der Alten da gegossen habt?" fragte der Sultan verächtlich. „Wir haben sie getauft, um ihr den Himmel zu sichern." „Ich danke dir vielmals für einen Himmel, in den auch die Sklaven und Sklavinnen gehen! Ein solcher Himmel ist nicht für einen Sultan gemacht. Wer hat dir aber diese Dummheiten beigebracht?" „Zaira." „Wer ist diese Zaira?" „Die Sklavin dort," entgegnete die Alte, indem sie auf die junge Sklavin wies, welche der Sterbenden das Taufwasser über das Haupt gegossen hatte. Dongus Antlitz verfinsterte sich eor Wut. „Verwünschte, du hast mir die Mutter verrückt gemacht!" schrie er, zog einen Revolver und ehe die alte Mutter es verhindern konnte, sank die arme Sklavin schwer getroffen zu Boden. Dongu war ein guter Schütze; selten ging ihm ein Schuß fehl. Schon zu oft hatte er sich seinen Sklaven und Untergebenen gegenüber geübt, so verfehlte denn auch dieser Schuß sein Ziel nicht. Zum Tode getroffen sank das arme Mädchen zu Boden und aus der durchbohrten Brust ergoß sich ein heißer Blutstrom. Bosomela machte ihrem Sohne die bittersten Vorwürfe und neigte sich sodann zu der Unglücklichen, indem sie im Namen ihres Sohnes um Verzeihung bat; diese vernahm jedoch die Bitte nicht mehr, ihre Augen hatten sich bereits für immer geschlossen. Dongu machte sich nicht den geringsten Vorwurf ob des Mordes. Warum sollte er sich auch weiter darum kümmern? Nach seiner festen Ueberzeugung waren die Sklaven keine menschlichen Wesen, folglich konnte er sie auch nach Belieben töten. Nach seinem Dafürhalten war es gleich, ob er einen Hund oder einen Sklaven niederschoß. Mit einem höhnischen Lächeln auf den Lippen blickte er auf die Mutter, die sich mit der Sklavin zu schaffen machte. „Sie ist alt geworden." murmelte er. „Da ich heute mit ihr nichts ausrichten kann, werde ich ein anderes Mal wiederkommen." Er zuckte die Achseln und verließ die Umzäunung, entschlossen, später einen neuen Versuch zu machen, die Mutter von der starken Beein-flußuug der Zaira zu befreien. Es gelang ihm jedoch nicht. Die Gnade hatte Bosomelas Herz ganz umgewandelt und sie zu einer Glaubensheldin gemacht; sie hatte ihr eine der ersten Christen würdige Standhaftigkeit eingeflößt, eine Standhaftigkeit, die nur der Glaube einflößen kann. Sie war eine überzeugte Christin, ohne je einmal in einer Kirche getoesen zu sein oder auch nur einen Missionär gesehen zu haben. Sie glaubte auf die schlichten Worte der christlichen Sklavin hin, die mit ihren eindringlichen Ermahnungen innige Gebete für das Seelenheil ihrer Herrin gepaart hatte. Sie glaubte an Christum und liebte ihn viel inniger als so manche Christen, die sich ihr Leben lang am Borne des wahren Glaubens gestärkt haben. Sie bat um die Taufe und die jugendliche Sklavin zögerte nicht, ihr dieselbe zu spenden. Als dann die zitternden Hände der Sklavin, die bis vor kurzem nicht einmal für ein menschliches Wesen gehalten worden war, das Wasser über ihre silberweißen Haare gegosstn, da fühlte sich die alte Bosomela wie umgewandet: sie verspürte die Kraft der Märtyrer in sich, sie hatte den Mut, auch das schivierigste Gebot der neuen Religion auszuführen, das der christlichen Liebe, der Nächstenliebe. Auch ihre Ansichten änderte sie vollständig. In den armen Sklavinnen erblickte sie jetzt ihre Schwestern und behandelte sie auch darnach. Bosomela war aus Ueberzeugung Christin; eine Ueberzeugung, die sie nicht aus Büchern geschöpft, die ihr vielmehr die Gnade eingeflößt hatte. Eine ähnliche Ueberzeugung mußten wohl jene Glücklichen gehabt haben, die an jenen ewig denkwürdigen Pfingsttagen der Predigt des Apostelfürsten beiwohnen durften. Die alte Bosomela fühlte natürlich auch das Verlangen in sich, einmal einen Missionär zu sehen, mit ihm zu reden, sich von ihm noch besser unterrichten zu lassen und jene erhabene Speise zu empfangen, mit der sich die Christen nährten, jene Speise, welche Christus ist, von der ihr die Sklavin so oft mit flammenden Worten gesprochen hatte. Schon wollte sie mit dem Sohne sprechen, um sich in das ferne Dorf zu begeben, wo die guten weißen Priester wohnten, als gerade die Szene dazwischen kam, deren Zeugen wir waren. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. sirmrienverdn für Afrika. Die Pfcirrgruppe St. Rochus auf der Landstraße hielt am 10. November 1911 im großen Saale des Gemeindehauses eine großartig besuchte Versammlung ab. Sie wurde vom hoch-Ivürdigeu Konsulenten, Herrn Kooperator Nitsch-mann, eröffnet, welcher die Anwesenden aufs herzlichste begrüßte. Außer den illustren Rednern waren auch der hochw. Pfarrer Gold von Sankt Rochus und Kooperator Haas erschienen. Ersterem, welcher vor kurzem zum Ehrenkauouikus von St. Stephan ernannt worden war, wurde im Namen des Vereins die Gratulation dargebracht. Der hochw. Diözcsanvizedirektor Herr Kanonikus Schöpfleuthuer hielt nun eine warm empfundene Ansprache. Er wies darauf hin, wie alle Augen jetzt auf Afrika hingewandt sind, wo ein blutiger Krieg wütet. Wir seien aber nicht gekommen, um Menschen zu morden, sondern um selbe an Leib und Seele zu retten. Redner suchte besonders das Interesse der zahlreich anivesenden Kinder dafür zu erioecken. Der hochwürdige Redner zei sie, wie notwendig das Gebet für die armen Schwarzen sei und wie außer materieller Hilfe durch Geldspenden auch noch so viele Missionäre und Missionsschwesteru für die Missionsai beiten gebrauchtwerden. Es wurde auch des verstorbenen Frl. Genoveva Straßky in warmen Worten gedacht, welche seit Gründung der Pfarrgruppe in 24 Stern der Neger. Heft 1. dem Komitee so unermüdlich tätig war, immer neue Mitglieder warb und bei der monatlichen Einzahlung in der Sakristei nie fehlte, um die Vorstehung in ihren Arbeiten zu unterstützen, und gewiß nun im Jenseits ihren Lohn für ihre guten Werke genießen werde. Die zweite Ansprache hielt der hochw. Missionär P. Regional aus St. Gabriel, welcher in Begleitung des hochwürdigen Rektors i'. Hansen erschienen war. Derselbe, erst vor zwei Monaten von seinen Missionsarbeiten aus Afrika zurückgekehrt, bot ein anschauliches Bild von dem Leben der Schwarzen und erzählte, wie erst seit der Entstehung der katholischen Missionen, wo tut Jahre 1892 noch alle Bewohner in Tongo Heiden waren, nun schon 10.000 Christen dort seien und 5000 Erwachsene sich außerdem auf den Empfang der Taufe vorbereiten. Der Lerneifer der Schtvarzcn bei jung und alt, die oft rührende Kindesliebe der Neger, die fromme Andacht der Kinder in der Kirche und der häufige andächtige Empfang der Sakramente wurden eingehend geschildert. Ebenso großes Interesse erweckte die Beschreibung all der Schattenseiten und Gefahren des Missions-lebens, als da sind: die schweren Krankheiten infolge des dortigen Klimas, die wilden Tiere und die besonders zu fürchtenden giftigen Schlangen und der Einfluß der heidnischen Zauberer und Fetischleute, die der Ausbreitung des Christentums so sehr hinderlich sind. Die zu Herzen gehenden Worte des hochwürdigen Redners, der am Schlüsse bat, die warme Teilnahme für die armen Schwarzen niclt ermüden zu lassen, wurde mit großem Beifall aufge-nommen. In den Zwischenpausen wurden die Anwesenden durch den schönen Gesang des Fräulein Sophie Oapek erfreut. Die christlichen Töchter des Apostolates Landstraße, die wieder in gewohnter Gefälligkeit zur Unterhaltung beitragen wollten, konnten leider wegen Ueberfüllung des Saales ihre heiteren Vorträge nicht zur Ausführung bringen. Gpker am rechten ©rt. Wir stehen gegenwärtig noch unter dem Zeichen der praktischen Vorschläge für eine durch- greifende finanzielle Hilfe unserer auswärtigen Missionen. Hier ein kleiner Beitrag dazu. Jedermann weiß, daß der Missionär für die Verherrlichung des Gottesdienstes, insbesondere für die Feier der heiligen Messe, nach kirchlicher Vorschrift Wachskerzen benötigt. Die Anfertigung derselben ist in den meisten Fällen dem Missionär draußen unmöglich, weshalb dieselben mit großen Auslagen aus dem Mutterlande beschafft werden müssen. Vielen ist es ferner nicht unbekannt, wie jährlich für Millionen Kronen Kerzen, nicht etwa nach kirchlicher Vorschrift, vielmehr nur aus lobenswerter Andacht oder nach altherkömmlichem frommen Brauch vor Gnadenbildern ungezählter Wallfahrtsorte oder vor Heiligenbildern und Statuen in Pfarrlirchen und Kapellen abgebrannt werden. Hier könnte nun ein gutes Werk zum Vorteil für die Missionen in ein besseres verwandelt werden. Diese Kerzen oder Wachsstöcke (oder der gleichwertige Beirag dafür) könnte, unbeschadet der frontmen Intention der Opfernden, anstatt in einer entlegenen Kirchenecke abzubrennen, zur größeren Verherrlichung des katholischen Gottesdienstes auf den dürftigen Altären armer Missionskirchlein verwertet werden. Wird man es etra bezweifeln wollen, daß der gekreuzigte Heiland, die schmerzhafte Muitergottes, der hl. Antonius oder zu wessen Ehre auch immer eine Kerze geopfert werden mag, es weniger gern sehen werden, wenn solche, anstatt wie bisher am gewohnten Plätzchen, in Zukunft in der Gemeinde armer Schwarzer, in Christo mit uns vereinter Glaubensbrüder, in zweckmäßigerer Weise Verwendung finden? Ich meine, daß der göttliche Heiland auf diese Umwandlung des au und für sich guten Werkes in ein besseres mit größerem Wohlgefallen herabsehen werde, dem Geber der Kerze dann sogar geneigter sein werde, ihm in seinen besonderen Anliegen zu Hilfe zu kommen. Schreiber dieser Zeilen hat selbst schon manchmal in Ermangelung von Wachskerzen das heilige Opfer im Innern Afrikas mit Stearinkerzen (in dem Fall allerdings mit kirchlicher Dispens) darbringen müssen und denkt unwillkürlich an die bessere Verwendung der Wachskerzen, wenn er solche oft an europäischen Andachtsplätzen in der angeführten Weise massenhaft verwendet sieht. Aufklärende Belehrung könnte hier bald Wandel schaffen. lDcrantwortlitiber Schriftleiter IRehtor P. Dr. /ID. IRatfeiner F. S. C. — üßucbbrucherei U^rolia, 36dien, Südtirol. Zum Schluß sei noch auf zwei Werke hingewiesen, die zu den bedeutendsten Leistungen der katholischen Gelehrtenwelt gezählt werden müssen, auf das gegen Jahresschluß in 3. und 4. Auflage vollendete „Staatslexikon" (Kr. 108-—), ein Werk ersten Ranges, das jedem, der nur irgendwie am Staatslebcn und an der Politik teilnimmt, unentbehrlich ist, und endlich ans Herders Konversations-Lexikon, das mit seinen 9 Bänden bis in die jüngste Gegenwart reicht, auf jede Frage klare und bündige Antwort gibt und bei seinem mäßigen Preis (Kr. 138'—) jeder Familie zugänglich ist; wiederholt hat die Presse darauf hingewiesen, daß die Anschaffung dieses Lexikons Ehrenpflicht der Katholiken ist. Die Cbrtstcnvertolgimg inNorS--Scbansl (China), im Jahre 1900. Von ?. Arsenins Bölling O.tllU. Mit 10 Illustrationen. Trier 1911. Druck lind Verlag der Paulinus-Druckerei. Preis drosch. 50 Pfg., hübsch gebunden 80 Pfg. („Ans allen Zonen", sechstes Bändchen.) China ist seit Jahrhunderten bis auf beit heutigen Tag eilt Land der Märtyrer geblieben. Wie viele Glaubensboten haben in seinen gransigcn Kerkern geschmachtet, wie viele mußten unter den entsetzlichsten Qualen bei diesem grausamen Volke ihr Leben lassen! In obigem Werke wird uns in zuverlässigster Weise nach dem Berichte eines Angenzengen geschildert, wie furchtbar noch im Jahre 1900 die Christenverfvlgnng in der chinesischen Provinz Schaust gewütet. Wir werden lebhaft tut den Glaub ensmut und die Standhaftigkeit der ersten Jahrhunderte der Kirche erinnert, wenn wir sehen, wie zwei Franziskanerbischöse, mehrere Patres und Brüder, sieben Franziskanerinnen und eine Anzahl chinesischer christlicher Männer, Frauen und Waisenkinder lieber die größten Opfer an Gut und Leben bringen, als ihrem Glauben untren werden. In fesselnder Weise schildert der Verfasser die Ursachen und den Verlauf der Christenverfolgnng, die der Kirche solche herrliche Zierden des Glanbensmutes geschenkt hat. Das Bändchen ist eines der anziehendsten der Sammlung „Aus allen Zonen". Gute .Tßueber. Bücher der Freude nennt die I. Schnell'sche Berlagshandlnng in Warendorf in Westfalen eine von ihr herausgegebene neue Sainmlnng, die daran mitarbeiten soll, wieder mehr Freude in Schule, Hans und Leben zu tragen. Mit keinem andern Werke hätte die Sammlung so schon und passend eingeleitet werden können als mit dem prächtigen Buche Dr. Augustin Wibbelts „Das Buch von den 4 Quellen", Geschenkausgabe Mk. 4 50, Volksausgabe Mk. 2 —, welches überall begeisterte Aufnahme gefunden hat. Es enthält eine reiche Kenntnis des Seelenlebens und führt zu vier Quellen der Freude, zu Natur, Spiel, Arbeit und Religion. Wenn Eltern ihren reiferen Söhnen und Töchtern zu Weihnachten statt eines Romanes, den man einmal liest, das Buch von den vier Quellen kaufen, dann zeigen sie wahres Verständnis für die Bedürfnisse der jugendlichen Gemüter und verschaffen nicht nur ihren Kindern, sondern auch sich selbst eine wahre Freude. — Einen ferneren Band der Sammlung bildet: „Das Buch als Lebensbegleiter" von Tony Kellen (Mk. 2‘80 kart., Mk. 4 — geb.), ein Werk, welches für jeden Bücherfreund von größtem Interesse ist. Wir erwähnen nur die Abhandlungen über die Schundliteratur und ihre Bekämpfung. — Eine wahrhaft wunderbare Lese ans Stifters Werken bietet der Band von Beda Philipp „Waldesgrnnde und sonnige Höhen, Adalbert Stifter" (Mk. 1-80 fort., Mk. 3 — geb.). Die Offenbarung der lebendigen Natur, ihre Pnlsschläge im Kreislauf der Jahreszeiten zu belauschen, ist ein liebes Vorrecht der deutschen Heiniatknnst. In unberührter j Reinheit tritt uns dieses Natnrgefühl in Adalbert Stifters Schriften entgegen, ans denen das Buch der Freude neben einer vollständig wiedergegebeuenMeister Novelle eine Auswahl der schönsten Gedanken darbietet. - Ferner machen wir aufmerksam auf eine Reihe von Jugendschristen, welche der gleiche Verlag ans den Büchermarkt gebracht hat. In flotter llebersetznng liegt die liebliche Kindererzählnng der Gräfin de Courville, „Der kleine Konditor" von Fanny Mersmann (Bit. —*80) vor. Die Erzählung, welche in Frankreich Auflage über Auflage erlebte, wird auch in Deutschland seine gute Wirkung nicht verfehlen und eilte freundliche Aufnahme finden. — Ein gutes Märchenbuch ist: Hedwig Dan, 20 neue Märchen, mit 20 Textillustrationen elegant gebunden Mk. l'öO. Hedwig Dan ist eine Märchendichterin von einer Frische und Ursprünglichkeit, die heute nur ganz selten zu finden ist. — Erzählungen für die liebe Jugend bietet: I. W. Wierlenkcr, „In stiller Stunde", elegant gebunden Mk. —'75. Das Buch enthält 17 kleinere treffliche Erzählungen, in echt volkstümlichem Tone geschrieben. — Eine weste Verbreitung verdienen auch die beiden billigen Bändchen „Tante Elsbeths Erzählungen" für katholische Knaben und Mädchen zur Erbauung und Belehrung (50 Pfg.) und „Gedichte, Sprüche, Rätsel und Glückwünsche für artige und fleißige Kinder" von.H. Bals (50 Pfg.) — Ein neues Werk von Angustin Wibbelt „Ein Trostbüchlein vom Tode (Mk. 4'50) ist ein Buch der Freude, wie cs kaum vollendeter geschrieben werden kann. Ernst Thrasolt sagt darüber: „ . . . das Buch vom Sterben ist ein Buch hoher Lebensweisheit geworden, ein Lebensbnch, ein Buch der Läuternng und Vertiefung." Ein herrliches Geschenk für jung und alt. — Ebenfalls ein Buch der Freude bildet Hermann Lims, „Da draußen vor dem Tore" (Mk. 4'50), welches heimatliche Natnrbilder in meisterhafter Form enthält. Das Buch gehört in die Hand unserer Jugend. — Ein bedeutendes dichterisches Talent offenbart sich in dem Buche „Lenz" von Adolf Trampe (Mk. 2 50). Man kann nur wünschen, daß das Buch in die Hände recht vieler Leser gelange. — Als Weihnachtsgeschenk für die studierende Jugend eignet sich auch: Flesch, „Die Standeswahl und der Berns 3itm Priestertum insbesondere" (Mk. 1.—), ein Werk, welches ans vielfache Anregung hin in zweiter Auflage erschienen ist. Das Büchlein ist durchglüht von edler Begeisterung für den erhabenen Priester-berns und von aufrichtiger, warmherziger Liebe für die studierende Jugend. Gerade dadurch spricht es so nngemein an. Möge es auch in seiner zweiten Auflage reiche Verbreitung finden zum Segen der Kirche und des priesterlichen Standes. — Ganz neu erschien soeben eine nette Erzählung von Fabri de Fabris, betitelt „Ruth Hergarten" (geb. Mk. 3'50). Es ist ein Buch vom Sonnenschein, welches dem Suchen unserer Zeit nach Freude entgegenkommt und bereits beim Erscheinen begeistert ausgenommen wurde. Für unsere jungen Mädchen kann man sich ein edleres Buch kaum Ivünschen. — Alles in allem bietet die Schnell'sche Bcrlagshandlung Gescheukswerke von dauerndem Werte, passend für alle Verhältnisse. IPbüotbea ober Anleitung zum gottseligen 'Heben vom bl. Franz von Sales. Aus dem Französischen übersetzt von Heinrich Schröder. Mit Approbation des hochwst. Herrn Erzbischofs von Freiburg. Elfte Auflage, mit einem Titelbild. 24°. (XVI und 576 S.) Freiburg und Wien 1911, Herdersche Verlagshand lung. Geb. Mk. 1*30 — Kr. 1-56 und höher. Philothea, diese Perle der aszetischen Literatur, ist allgemein bekannt und hochgeschätzt.'Die Frömmig- krit, zu der sie anleitet, ist edel, vernünftig und frei von allen Uebertreibungen, aber auch ohne Schwäche und Gefühlsschwärmerei. Daher war die Wirkung bei ihrem ersten Erscheinen eine gewaltige. In kurzer Zeit wurde dieses Werk fast in alle Sprachen Europas übersetzt und erlebte in 48 Jahren vierzig Auflagen. Der General der Feuillanten behauptete, cs sei das vollkommenste Buch, was je von einer sterblichen Hand geschrieben worden ist. Der Kartäusergeneral riet dem Verfasser, nichts mehr zu schreiben, weil er in diesem Werk sein Höchstes geleistet habe. Seinen Ruhm und seine Volkstümlichkeit hat sich „Philothea" bis auf den heutigen Tag bewährt und sie sollte neben der Nachfolge Christi in jedem christlichen Hanse sich finden. Die vorliegende Herdersche Ausgabe verdient besondere Empfehlung, einmal wegen der von H. Schröder besorgten vortrefflichen Uebersetzuug, bann wegen der äußeren Ausstattung. Das inhaltreiche Buch ist durch Verwendung von sog. Dünndruckpapier zu einem netten, sehr handlichen Bändchen geworden, das bequem in der Tasche getragen werden kann, „liüapbael.“ Jllustr. Zeitschrift für die reifere Jngend und das Volk. Jahrgang 1898, 1899, 1900, 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1907, 1910, 1911. Preis jedes Jahrgangs elegant geb. Mk. 4-50 = Kr. 5 40. Der „Raphael" ist ein treuer Begleiter für die jungen Leute durch die gefahrvolle Periode ihrer Juuggescllenjähre. Er bietet herrliche, anziehende Erzählungen, ist von tiefreligiösem Geist durchdrungen, weckt den Sinn für das Schöne und Edle, ist schon vermöge seiner schönen Ansstattung dazn besonders geeignet und gibt Anleitung zu ebenso gemütlichen als gefahrlosen Unterhaltungen durch seine Rätsel, Spiele u. dgl. Darum kaun er auch Jünglingen und Jungfrauen nicht genug empfohlen werden. Ein vollständiger Jahrgang des „Raphael" im prächtigen Leinwandband mit Goldtitel eignet sich besonders für Weihnachtsgeschenke und zur Einstellung in Jugend-imb Volksbibliotheken. P. Uifctorin JDelbroudt, ein Blutzeuge des Franzis-kauerordeus aus unseren Tagen. Nach dem Französischen des Mfgr. G. Monchamp bearbeitet von P. 9t ent Bert Wegener 0. P. M. Mit acht Illustrationen. Trier 1911. Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei. Preis broschiert 50 Pfg., hübsch gebunden 80 Pfg. — („Ans allen Zonen", viertes Bändchen.) Es hat einen eigenartigen Reiz, das Leben jugendlicher Personen zu lesen, die sich auch in der heutigen Zeit zu ungewöhnlicher Tugend und Heiligkeit emporgeschwungen haben. Geradezu ergreifend ist das vorliegende Lebensbild des erst im Jahre 1898 als Märtyrer im fernen China gestorbenen P. Viktorin Delbrouck. Er zählte erst 28 Jahre, als er das qualvolle Martyrium mit wahrhaft heroischer Standhaftigkeit überwand und im Himmel den Lohn seiner Treue empfing. Ein wundersamer Hauch himmlischer Begnadigung liegt über dem kurzen und doch so anziehenden Leben des jungen Blutzeugen, das ein früherer Lehrer, der Generalvikar von Lüttich, schlicht und schmucklos und darum gerade so wirkungsvoll uns dargestellt hat. Es ist ein Büchlein, das wir Eltern und Kindern nicht warm genug empfehlen können, da es durch seine Worte und seine schönen Illustrationen besonders die jungen Herzen zur Nacheiferung unwillkürlich ermuntern muß. An solcher Lektüre haben wir heute noch keinen lleberfluß. MeObücblein für fromme TOnöer. Von Gustav Mey. Mit Bildern von Ludwig Glötzle. Mit Approbation des hochwst. Herrn Erzbischofs von Freiburg und Empfehlung der hochwst. Herren Bischöfe von Eichstätt, St. Gallen, Leitmeritz, Sankt Pölten, Rottenbnrg, Speier, Trier und Würzburg sowie des hochwst. Herrn Fürstbischofs von Seckau. Dreißigste, verbesserte Auflage. Herausgegeben von einem Priester der Erzdiözese Freiburg. 24°. Freiburg und Wien 1911, Herdersche Vcrlagshandlung. Geb. 40 Pfg. — 48 Heller und höher. Dasselbe. Ausgabe mit Einleitung. Gebunden 75 Pfg. = 90 Heller. Einleitung z n m Meß büch lein allein. Fünfte Auflage. 25 Pfg. = 30 Heller. Meys Meßbüchlein hat sich den schlichten, aber sehr bedeutsamen Ruhm erworben, die beste und verbreitetste Einführung in die heilige Meßaudacht für unsere erste Schuljugend zu fein. Reine, klare Sprache, Einfachheit des Ausdruckes, verständnisvolle Zartheit des Tones zeichnen das feine Büchlein aus, dessen Vorzüge vor allem aber dadurch noch gesteigert werden, daß eine wirklich ideale Illustrierung das Wort und die Auffassung bestens unterstützt. Die Empfehlungen vieler Kirchenfürsten begleiten denn auch das ivertvolle Büchlein auf seinem dreißigsten RnNdgang. Eltern, Seelsorgern und Lehrern wird die besondere „Ausgabe mit Einleitung" eine willkommene Hilfe zur religiösen Erziehung sein. Die Einleitung, die auch für sich käuflich ist, unterrichtet vorzüglich über Zweck, Einrichtung und fruchtbringenden Gebrauch des Meßbüchleins. Die hatboti|cben Missionen. Illustrierte Monatsschrift. 40. Jahrgang. (Oktober 1911 bis September 1912.) 12 Nummern. 4 . Mk. 5-—. Freiburg im Breisgau. Herdersche Verlagshaudlung. Durch die Post und den Buchhandel zu beziehen. Inhalt von Nr. 2: Aufsätze: Die Hungersnöte und ihre Ursachen in China. — Die religiöse und wirtschaftlich soziale Lage in Französisch-Kongo. — Die Stehler Missionäre in Japan (Schluß). — Nachrichten aus den Missionen: Bosnien und Herzegowina. — Palästina. - Japan. — Korea. — Vorderindien. — Aeqnatorial-Nfrikll. — Belgisch-Kongo. — Gabun. — Ozeanien. — Kleine Missionschronik und Statistisches. — Buntes Allerlei aus Missions- und Völker-lebcn. — Bücherbesprechnngeu. — Für Missionszwecke. — 12 Abbildungen. Die Missionen der Franziskanerinnen von der Buße und christlicheir Liebe. (Heythuizen-Nounen-werth.) Von Schwester Maria Paula, Mitglied der Genossenschaft. Mit 8 Illustrationen. Trier 1911. Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei. Preis broschiert 50 Pfg., hübsch gebunden 80 Pfg. („Aus allen Zonen", fünftes Bändchen.) Während das katholische Frankreich noch bis vor einigen Jahrzehnten das weitaus größte Kontingent an katholischen Glaubensboten in den Heidenländern stellte, hat das katholische Deutschland in der Neuzeit in ungeahnter Schnelligkeit nachzuholen gesucht, was es früher versäumt hatte. Nicht nur sind es die Männerordeu, die in der Entsendung von Missionären mit Frankreich wetteifern; auch die weiblichen Genossenschaften Deutschlands haben bereits eine große Anzahl Mitglieder in die Missionsgebiete entsandt und wirken dort in stiller, aber rastloser Arbeit mit an der Bekehrung der Ungläubigen. So ist es von besonderem Interesse zu sehen, wie eine noch verhältnismäßig junge Genossenschaft, die der Frauzis-kaneriuueu von Nonnenwerth bei Rolandseck a. Rhein, nicht nur in Nord- und Südamerika, sondern auch in Afrika und im fernen Indien zahlreiche Niederlassungen gründet und für die Ausbreitung des Reiches Christi tätig ist. Den meisten Katholiken Deutschlands war diese Missionsarbeit deutscher Ordenssrauen bisher gänzlich unbekannt und so kann man die hübsch illustrierte Arbeit nur dankbar begrüßen. „Sie MAVcbenbabne." Monatsschrift für Jung-franenvercine,weiblicheDilettnntcnbühnen, Mädchen -institute, Schule» und Kindergärten. Theaterverlag Val. Höfling, München. Bezugspreis: ganzjährig 12 Hefte mit Zustellung durch Kreuzband Ml. 4'80. Preis des einzelnen Heftes 50 Pfennig. Das soeben erschienene Heft 3 dieser prächtigen Zeitschrift bringt insgesamt 23 vollständig abgeschlossene Theaterstücke, Festspiele, Prologe, Vorträge, Gelegenheitsgedichte für die Weihnachtszeit. Ans dem vielseitigen Inhalt heben wir hervor das gemütvolle und ergreifende Weihnachtsstück „Ohne der Mutter Segen", den Kaffeeschwank „Das süße Gift", die lebenden-Bilder „Das Jahr", ein Mifsionsspiel. — Wir können allen Leiterinnen von Müdchenvereinen, Instituten, Kindergärten usw. nur raten, diese empfehlenswerte Zeitschrift durch Abonnement zu unterstützen; sie verdient es in vollem Maße. Ueber ein neues Kunstwerk im Linzer Dome, das prachtvolle Jungfrauenfenster, berichtet in Wort und Bild das Novemberheft der beliebten Familieuzeitschrift „Ave slßana“ (Preßverein, Linz, jährlich 12 Hefte, Kr. 2, Mk. 2, mit Kindcrbeilage Kr. 3, Mk. 3). Das reich illustrierte Heft enthält viele Aufsätze und Erzählungen: „Der Papst" vonHaetten-schwiller; „Aus dem Buche der Natur", die reizende Skizze „Klein-Edis Mahnen" von Rak, „Der Nen-zinger Himmel ans Vorarlberg" von Lehrer Walser, „Allerseelen" von Redeatis, „Bilder aus dem Leben einiger Priester ans bent vorigen Jahrhundert", „Gibt es nicht viele schlechte Priester?", „Heiteres ans dem Schul- und Kindcrleben", die farbenprächtige Schilderung der Stadt Kopenhagen von Pesendorfer, eine umfassende Weltrntidschau und eine Reihe hübscher Gedichte und kleiner Geschichten. Der bl. Winsens von flbaul. Ein populäres Lebensbild von Josef Marin Angeli, apost. Missionär. . Autorisierte ltcbersetzung von I. A. Scharpf. Mit einem Vorwort des hochwst. Herrn Dr. Friedrich I. Knecht, Weihbischof von Freiburg i. Br. Mit 36 Illustrationen, darunter 20 Einschaltbilder. — 344 Seiten. 8°. Elegant gebunden Mk. 4'— = Kr. 4-80 = Frk. 5-—. Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh., Verlagsanstalt Benziger & Co., A.-G. Die vorliegende Biogravhie schildert einfach, kurz und trat den Werdegang, die Tugenden, die Grundsätze und das reiche Wirken eines der größte» Wohltäter der Menschheit. Das Lebensbild dieses sozialen Priesters und wahren Reformators tritt hier in seiner vollen Schönheit vor uns hin. Wir schauen den Heiligen als Mann unermüdlicher Arbeit und unablässigen Gebetes; >vir sehen, wie er nah und fern das vielgestaltige Elend aufsucht und ihm abhilft, die Krankeu-und Kinderpflege organisiert, die Arbeit int Krankenhause einführt; wir sehen seine Weisheit und seine Starkmnt dem mächtigen Richelieu und dem gewaltigen Mazariu gegenüber. Dokumentarisch bedeutsame Abbildungen nach Kupferstichen ans der Pariser National-Bibliothek, nach Urkunden aus Provinz-Archiven, nach alten Gemälden aus Kirchen und Klöstern sind dem Buche reichlich beigegeben. So einen sich Wort und Bild zn einem höchst gediegenen, lehrreichen Werke, dessen Lektüre gerade in unseren Tagen, im Zeitalter der sozialen Frage, für Priester und Laien von eminent praktischem Nutzen ist. Besonders seien Barmherzige Brüder und Schwestern, Mitglieder der Binzenzvereine und aller andern so zahlreichen cllritativen Vereine der Gegenwart nachdrücklichst ans das herrliche Buch hingewiesen. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebete aller Leser werden folgende Verstorbene empfohlen: Peter Tratter, St. Walbnrg; Susanna Putz, Watzenkirchen. „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" Abonnemerrts-Gvnsrrevungen. Vom 10. November bis 5. Dezember 1911 haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 6 10 25 39 58 62 70 82 92 106 119 128 148 173 175 176 207 211 214 234 237 245 270 279 292 314 318 339 347 369 385 394 399 411 417 429 450 451 470 481 483 510 520 523 533 534 535 548 563 565 577 580 581 582 583 604 609 610 613 620 629 634 642 664 671 678 693 696 700 703 704 706 719 738 740 746 759 778 789 791 792 794 806 807 814 824 825 831 812 843 852 865 868 874 876 878 916 920 922 954 958 963 967 973 982 986 1000 1025 1032 1033 1043 1058 1065 1(80 1086 1104 1112 1113 1116 1118 1134 1136 1143 1144 1151 1157 1169 1215 1216 1219 1221 1228 1230 1249 1250 1257 1264 1271 1281 1287 1297 1321 1361 1370 1373 1374 1382 1388 1398 1399 1406 1416 1423 1426 1429 1430 1439 1451 1469 1475 1478 1485 1487 1489 1523 1531 1551 1576 1585 1605 1613 1614 1664 1665 1679 1686 1692 1695 1699 1735 1750 1758 1773 1785 1802 1811 1853 1857 1859 1923 1937 1938 1958 1962 1975 1986 1992 2000 2012 2037 2041 2043 2067 2102 2108 2115 2123 2155 2182 2195 2224 2230 2255 2257 2260 2282 2292 2296 2297 2306 2313 2323 2330 2348 2353 2360 2365 2366 2374 2378 2391 2396 2399 2408 2420 2429 2430 2432 2434 2462 2463 2466 2478 2497 2503 2517 2519 2520 2523 2557 2562 2572 2575 2600 2608 2615 2620 2629 2693 2705 2719 2726 2770 2773 2778 2790 2797 2806 2807 2813 2823 2825 2842 2848 2856 2863 2869 2876 2877 2878 2918 2934 2955 2957 2970 2993 3005 3022 3029 3051 3099 3107 3109 3138 3140 3149 3151 3168 3180 3193 3200 3207 3210 3233 3 .'36 3302 3314 3353 3355 3369 3378 3381 3395 3419 3422 3428 3440 3445 3483 3487 3189 3522 3528 3531 3542 3567 3576 3599 3627 3640 3657 3668 3733 4021 4024 4032 4051 4071 4074 4099 4101 4116 4117 4143 4148 4172 4216 4218 4227 5094 5095 5176 5253 5286 5366 5383 5481 5561 5579 6289 6453 6534 6539 6541 6981 7021 7027 7042 7049 7051 7058 7060 7066 7102 7104 7133 7134 7138 7159 7184 71947209 7228 7258 7284 7287 7295 7297 7313 7337 8602 8004. . Das unentbehrliche Hilfsmittel des Gebildeten - Herders Conversations- Lexikon Ergänzt bis 1910. Tleun raidjillultr. Bänbe. K 138.— Dieses Lexikon zeichnet sich dadurch aus, daß es in nur 9 Bänden den ganzen ungeheuren Wissensstoff auss sorgfältigste verarbeitet hat. ES erhält dadurch den Vorzug der •• Handlichkeit und Billigkeit. Segen bequeme Ratenzahlungen (von K 4.- an monatlich) durch alle Buchhandlungen zu beziehen, oi Prospekte kostenfrei von der Herderschen Dcrlagstjanfttung, Preiburg im Breisgau. ro Berlin • Karlsruhe • München • Straflburg • Dien • Lenden • St Louis, Mo. ebraucbte Briefmarken e=*-» sammeln mir in allen Rnantitäten und werden solche mit Ijer^» lieheni „Vergelt's Vott!u von der Vermattung des Missions^ Hanfes in fUMllanö bei Jßriiett entgegengenommen. Kongregation der „Löhne des heiligsten Derzens Aefu". ^ - LDLffionäre kür AentraLakrika. Außer Priestern und Theologen, welche Neigung und Beruf zum Ordensstande haben und sich dieser Mission widmen wollen, finden in dieser Kongregation Aufnahme Studenten der oberen Gymnasialklassen, welche in entsprechendem Alter stehen und Neigung zum Ordensstande haben; endlich sind auch Laien (als Handwerker, Sauern usw.) als Ordensbrüder sehr erwünscht und für das Wirken der Kongregation von großer Wichtigkeit. — Es werden auch brave und talentierte Unaben aufgenommen und zu Missionspriesterm ausgebildet, sowohl solche, welche noch keine, als solche, welche bereits eine oder mehrere Gymnasialklassen gemacht haben. Wegen der sonstigen Aufnahmsbedingungen wende man sich vertrauensvoll an den ©beim des Missionshauses der „Söhne des heiligsten Herzens Jesu" in Milland bei Brixen, Tirol.