Katholische Mitfionszeitfchrift der Missionäre Söhne H- - Stern des hist. Herzene Jesu Nummer 9 - Jänner 1941 43. Jahrgang dtrslrgcr Spedizione in abbonamento postale, Zum Titelbild: Bogenschütze von den Nord-Salomonen. Auch beim Zielen läßt unser Bogenschütze von der zu den Nord-Salomenen gehörenden Insel Nissan seine Pfeife nicht aus dem Munde. Zum Schutze gegen das Zurückschnellen der Bogensehne ist .das linke Handgelenk fest umwickelt. Maristenmifsionäre aus Europa und Amerika find auf diesen Inseln tätig. (Fides Foto.) Inhalt: Neujahrsgebet, 6. 129. — 19 f K f M f B 41, 6. 129. — Leitsätze Pius XII. für das Heidenapostolat, 6. 130. — Sitten und Gebräuche bei den Bapedi, 6. 135. — Verlorenes Paradies, 6. 138. — Der Blinde von Heinan, 6. 141. — Denke! 6. 142. — Lanze und Kreuz, 6. 142. — Abbildungen: Papst Pius XII., 6. 131. — Kleine Bapedimädchen in Landestracht mit europäischem Regenschirm, 6. 135. — Negerin beim Mattenflechten, 6. 139. — Auf dem Kürbismarkt, 6. 143. — Beduinen-Sklavenjäger, 6. 144. Preis: ganzjährig Italien 8 Lire, Ungarn 2.50 Pengö, Jugoslawien 25 Dinar, Schweiz 2.50 Franken. Versand durch Missionshaus Millan b. Bressanone, Italia. Missions-Gebetsmeinung für Jänner: Wenn das Hinterland .den Frontsoldaten nicht mehr helfen will, für ihre Opfer und Leistungen kein Verständnis mehr aufbringt, dann ist der Krieg verloren und das ganze Land fällt dem Feind in die Hände!... Wenn Herz oder Magen oder Lungen sich weigern für alle andern Glieder des Körpers mitzuarbeiten, dann wird nicht nur alles Wachstum aufhören, sondern das Leben selbst und .die Lungenflügel, der ganze Herzbeutel und der faule Magensack werden ebenso eine Beute der Würmer, wie .das Auge, das zu den Sternen blickte, wie der Fuß, der .die Höhen erklimmen wollte, wie die kräftige Hand, die nach Brot und Herrscherkronen griff!.. Daß doch alle Freunde Christi von .diesen Gleichnissen lernen wollten, den Frontsoldaten im Heere Christi, den Missionär, würdigen und ihm helfen möchten, daß doch alle, jeder an seinem Platz, zum Wachstum der gesamten lebendigen Kirche beitragen möchten, laßt uns beten! Wir bitten um das Gebet für die in den letzten Monaten verstorbenen Abonnenten, unter diesen: Dr. Karl Meusburger, Bressanone: Pfarrer Isidor Alvera, Eores: Elise Leimegger, Luttago: Josef Frey, Bressanone. R. I. P. Allen Freunden und Verehrern des Dieners Gottes P. gofcf 'gtema&emcfs SVD, sowie allen, die lernen möchten, wie man eine „neuntägige Andacht" hält, sei das handliche Heftlein wärmftens empfohlen, das Dr. Johannes Baur bei der Verlagsanstalt Athesia Bolzano veröffentlicht hat: „N o v e n e, A n l e i t u ng zum fruchtreichen Halten von No neuen vor allem zum Diener Gottes P. Josef Freinademetz S. V. D.“ Herausgeber: Kongreg. d. Missionäre Söhne d. hlgst. Herzens Jesu, Millan-Bressanovr. Schriftleitung: Dr. theol. et phil. P. M. Raffeiner F. S. C., Millan-Bressanone. Druck: A. 2Bcger's Buchdruckerei, Bressanone. Nulla osta. — R. Prefettura, Bolzano — Gab. No. 5087, 28 dicembre 1939—XVIII. Stern -er Neger Katholische Missions-Zeitschrift herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Söhne des heiligsten Kerzens Jesu Nummer 9 Jänner 1941 43. Jahrgang Neujahrsgebet. G Herr, gib uns ein neues Jahr — Doll Gnaden wie das alte, Das neu die Welt gestalte! G Herr, gib uns ein neues Jahr, Auf Gräbern neues Leben, Verirrten neues Streben! G Herr, gib uns ein neues Jahr Und allen Völkern Frieden, Wie Christus ihn beschieden! G Herr, gib uns ein neues Jahr Und Zeit, uns zu besinnen, Und mutiges Beginnen. G Herr, gib uns ein neues Jahr Und starke neue Liebe Zu Dir im Weltgetriebe! G Herr, gib uns ein neues Jahr — Voll Gnaden wie das alte Und — dass ichsts treu verwalte! 19 + K + MtB41 Hm, was haben die heiligen drei Könige mit dem Jahre 1941 zu tun? Wie man arme Schüler und Studenten mit Fragen erschrecken und quälen kann! Aber versuchen wir es kühn, auf diese Frage doch eine Ant-wort zu finden. Das Fest der heiligen drei Könige wird auch dieses Jahr gefeiert. Und wo immer die Frohbotschaft vom neugeborenen König verkündet wird, gedenkt man auch der drei Weisen aus dem Morgenland, die kamen, um Ihn anzubeten und Ihm zu huldigen, obwohl Er in Armut und Niedrigkeit erschienen war. Es lohnt sich also wahrhaftig, Jesus Christus zu suchen, Ihm zu dienen, Ihm Freude zu bereiten, denn das macht unsterblich und bringt Ruhm, der durch Jahrhunderte nachhält, bringt Ehre bei Menschen aller Zeiten, aller Zonen. Was die drei Weisen mit 1941 zu tun hoben? Ci, sie gehören nun einmal zum neugeborenen König Christus und der wird jedes Jahr neu geboren, nicht bloß in dem Sinn, daß die Menschen jedes Jahr Seinen Geburtstag feiern, sondern auch weil Er jedes Jahr von neuem Seine Herrschaft antritt, jedes Jahr neue Eroberungen macht in Menschenherzen!, jedes Jahr Sein Reich erweitert unter den Völkern, auch wenn Er einmal nach außen zu unterliegen scheint und vor irgendeinem Herodes flieht. Sein Reich ist nun einmal nicht von dieser Welt, es stützt sich nicht auf die Machtmittel dieser Welt, sondern auf die göttliche Allmacht des Kindleins von Bethlehem. 3hm, dem Erbprinzen aller Völker, dem König aller Zeiten, haben die heiligen drei Könige gehuldig! und so lassen wir sie mit Recht auch antreten, dem König non 1941 ihre Huldigung darzubringen. Ohne Zweifel! Die drei Weisen haben auch mit dem Jahr 1941 etwas zu tun. Nach Gottes ewigem Plan sollten sie die Vertreter der gain zen Heidenwelt an der Krippe von Bethlehem sein. Allen Völkern und Nationen streckte das Christkind in ihnen die Aermchen entgegen. Die Ueberlieferung, die unter den dreien eigens einen Mohrenkönig an das Kripp lein stellt, hält am Gedanken fest, daß die drei nicht derselben Rasse angehörten. Alle Völker aller Farben, die. im Fahre 1941 unsere Erde bewohnen, hatten in den drei Weisen ihre Gesandten nach Bethlehem geschickt und heute mahnen und warnen die drei alle Nationen, die freundschaftlichen Beziehungen zu diesem Königshof nicht abzubrechen! die drei wollen ihre Gesandtschaftsposten nicht verlieren! Endlich gibt es auch im Fahre 1941 allerhand Missionäre, die wie Christus die Heiden nach Bethlehem rufen, ins „Haus des Brotes", damit sie nicht in der Fremde oerhungern und elend zugrunde gehen. Diese Missionäre haben das ewig neue und zugkräftige Vorbild des göttlichen Missionärs vor Augen, wenn sie 1941 die drei Weisen in Bethlehem erscheinen sehen! Sie sehen zudem in den heiligen drei Königen ihre eigenen Standesgenossen und Vorbilder. Darum setzen wir Missionäre von 1941 die drei ganz selbstverständlich in Beziehung zu diesem Fahr und schreiben ihre heiligen Namen mitten in das Fahr 1941 und setzen an die Spitze des Zännerheftes unsers „Stern" die Erinnerung an die Vertreter der Heidenwelt, die sich von einem Stern zum Christkind führen ließen, die dann aber auch förmlich darauf brannten zu andern von Christus zu reden, fodaß Gott ihren Missionseifer in wunderbarer Weife eindämmen mußte, damit sie nicht dem Erzheuchler Herodes die Heilsbotschaft brächten, weil der sein Wissen bloß zum Kampf gegen den Heiland gebraucht hätte. Die heiligen drei Könige, an die uns die Schrift auf unseren Türen erinnert, sprechen zu uns von Christus, dem König der Könige, dem König aller Zeiten, aller Völker, ob Er auch noch so klein und schwach, so arm und verlassen scheinen mag, von Christus, dem wir auch das Jahr 1941 weihen wollen, dem wir auch dieses Jahr dienen wollen, weil nur unter seiner Fahne der Sieg sicher ist. (P. H. I., F. S. C.) Leitsätze Pius XII. für das Keidenapostolat. Unter diesem Titel hielt S. Exz. Erzbischof Costantini, der General-präsident der Päpstlichen Missionswerke, Donnerstag, den 17. Oktober 1940 in der großen Aula der Gregorianischen Universität einen Vortrag, der in seiner programmatischen Bedeutung weit über den Missionssonntag hsirausragt. Der Bortrag wird wohl noch in seinem Wortlaut gedruckt werden, inzwischen bringen wir die Hauptgedanken im Auszug. Der Redner geht von den bekannten Worten des Heiligen Vaters Pius XII. in feiner Enzyklika „Summi Pontificatus“ aus, wo Er von der Einheit des M e n s ch e n g e s ch l e ch t e s spricht, das eins ist in seinem gemeinsamen Ursprung von dem einen Gott und Vater aller Wesen, eins ist in seiner Natur, die aus betn materiellen Leib und der geistigen unsterblichen Seele besteht, eins ist in feinem nächsten Ziel und seiner Ausgabe hier auf Erden, eins ist nach seiner Wohnung auf der Erde, bereu Güter allen Menschen laut Naturrecht zu gute kommen sollen, eins ist aber vor allem auch in seinem letzten Ziel ©ott, eins schließlich in der Einheit her Mittel, um Gott das letzte Ziel zu erreichen. Diese Einheit hebt ja auch Paulus hervor, wenn er von dem einzigen Lösegeld spricht, das Christus für alle gezahlt hat durch sein bitteres Leiden, seine Vermittlerrolle zwischen Gott und den Menschen (Tim. 2, 5). Und derselbe Erlöser hat noch kurz vor seinem Kreuzestod die Worte gesprochen: „Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebt wie ich euch geliebt habe." Diese übernatürlichen Wahrheiten schaffen die Unterlage und das starke Band der Einheit, das durch die Liebe Gottes und des göttlichen Erlösers gestärkt ist. Der heilige Vater schließt diesen Gedanken mit den Worten: 3in Licht dieser rechtlichen und tatsächlichen Einheit der ganzen Menschheit erscheinen uns die menschlichen Individuen nicht losgelöst von einander etwa wie Sandkörnchen, sie sind vielmehr, obwohl dem Zeitenwandel unterworfen, organisch harnionisch miteinander verbunden durch ihre natürliche und übernatürliche Bestimmung und ihr Ziel. Diese Einheit ist aber keine mechanische Einheit, fic n i m m t Rücksicht auf den besonderen G e n i u s aller B ö l-ker. Darum sagt der Heilige Vater: „Die Völker, die entsprechend ihren verschiedenen Lebens- und Kulturbedingungen sich verschieden entwickeln, zerstören nicht die Einheit des Menschengeschlechtes, sondern sie bereichern und verschönern sie durch Mitteilung ihrer besonderen Gaben und den gegenseitigen Austausch der Güter, der allerdings nur möglich und wirksam ist, wenn gegenseitige Liebe und stark empfundene Karitas alle Kinder des gleichen Vaters und alle durch dasselbe Göttliche Blut Erlösten eint und verbindet. ... .„Die Kirche Christi, die getreue Hüterin der göttlichen Erziehungs-meisheit, denkt nicht daran, die charakteristischen Eigentümlichkeiten, die ein jedes Volk mit eifersüchtiger Treue und verständlichem Stolz wie ein kostbares Erbe wahrt, etwa anzutasten oder verächtlich zu behandeln. „Das Ziel der Kirche ist die übernatürliche Einheit in der gemeinsam empfundenen und geübten Liebe, aber nicht die rein äußerliche oberflächliche und darum herabsetzende Einförmigkeit. „Alle Maßnahmen und Bemühungen, bie einer weisen geordneten Entwicklung der Sonderkräfte dienen, die ihre Wurzeln im innersten Wesen eines jeden Volkes haben, werden von her Kirche freudig begrüßt und mit ihren mütterlichen Wünschen begleitet, wenn sie nicht im Gegensatz zu den Pflichten stehen, die sich für die Menschheit aus ihrem gemeinsamen Ursprung und ihrem gemeinsamen Ziel ergeben. Die Kirche hat wiederholt in ihrer Missionstätigkeit bewiesen, daß diese Norm der Polarstern ihres Bölkerapostolates ist. Zahllose Pionier-Untersuchungen und Forschungsarbeiten, denen sich die Missionäre aller Zeiten opsermütig und mit liebevoller Hingebung unterzogen, zielten auf das tiefere Verständnis und die erhöhte Achtung vor der verschiedenartigsten Kultur, auf das Verständnis der geistigen reichen Werte ab, um die Grundlage für eine lebendige, vitale Predigt des Evangeliums zu gewinnen. Alles, was in solchen Bräuchen nicht unlösbar mit religiösen Irrtümern verknüpft ist, wird immer einer wohlwollenden Prüfung unterzogen und womöglich geschützt und gefördert.........“ An der Hand dieser Leitsätze des Heiligen Vaters stellt Mans. Co-stantini eine Reihe von Programmpunkten auf. Der erste lautet: D ie K i r ch e i st u n i v e r s a l. Als katholische Kirche geht sie über die Grenzen der lateinischen Welt hinaus. Sie muß „alle Völker" der Erlösungsgnade teilhaftig machen. Wollen wir die Kirch>e im Fernen Orient heimisch machen, müssen wir sie als die universale hinstellen und sie von dem Borwurf leimet Rq-ligion des Westens reinigen. Das Christentum ist nicht wie mancher Inder und andere behaupten, eine fremde Erscheinung für China, Indien, Japan,' es ist sowenig etwas Fremdes wie die Sonne auf irgend einem Teil der Erde, etwas Fremdes ist, sie spendet der ganzen Welt das gleiche Licht. Die Offenbarung, das „wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt", ist überall die gleiche im Okzident wie im Orient. Wie St. Iustinus die christlichen Wahrheiten als römischer Philosoph verteidigt, wie St. Augustinus seine Stadt Gottes in die griechisch-römische Umwelt stellt, so möge die Vorsehung im Fernen Orient einen Gelehrten orientalischer Prägung rmd Kultur erwecken, der das leistet, was die Kirchenlehrer im Abend geschaffen haben. Die evangelische Wahrheit hat nichts Asiatisches oder Abendländisches, die Lehre Christi überschreitet die historischen und geographischen Grenzen Palästinas, sie überschreitet öert hebräischen Kulturkveis und bie römische Welt. Sie gilt gleicherweise für alle aus jedenr Stamm, auf jedem Längengrad, aus jeder Kulturstufe. Es darf nicht sein, daß die Inder, Chinesen oder Japaner in ihrem Verdacht bestärkt werden, mit dem sie hinter den auswärtigen Missionen versteckte politische oder materielle Inteckssen wittern. Wir müssen die heidnische Welt christianisieren und alles vermeiden, was nach einem Versuch der Entnationalisierung aussieht. Das Christentum hat nie von seinen Anhängern verlangt und verlangt es auch heute nicht, daß sie mit der Annahme des Glaubens auch der Nation nach, wie es bei den Inden-proselyten der Fall war, ihre Nation wechseln. St. Paulus hat dies klar ausgedrückt in seinem berühmten Wort: „Es gilt nicht Jude, nicht Grieche, nicht Sklave, nicht Freier, nicht Mann, nicht Frau: denn alle seid Ihr eins in Christo Jesu." Kluge v e r n ü n s t i g e A n p a s s u n g, Das war immer die Auffassung und Praxis der Kirche. Die großen Missionare wie Johannes von Monte Corvina, der Patriarch des Fern-ostens im 14. Jahrhundert, P. Balignano in Japan, Matteo Ricci in China, de Nobili in Indien, Las Casas in Lateinamerika, sind wirklich „allen alles veworden." Die Kirche suchte den Ausgleich auch in der Weise, daß sie sündhafte heidnische Gebräuche durch andere erlaubte ersetzte, daß sie Auftrag gab wie Gregor der Große an St. Augustinus den Apostel Englands, die heidnischen Tempel nicht zu zerstören, sondern sie durch Anwendung von Weihwasser, Religion und Altäre in christliche umzuwandeln. Manche frühere heidnische Gebräuche leben so als unschuldige Volksbelustigung weiter fort. Die Fortpflanzung der K i r ch e mittels d e r e i n h e i m i s ch e n H i e rarchi e. Auch hier gibt Pius XII. klare Anweisung in seiner Enzyklika: „... Unser unmittelbarer Vorgänger heiligen und gesegneten Angedenkens hat diese Normen auf eine besonders heikle Frage angewandt und große Entscheidungen getroffen, die seinem weiten Blick und seinem apo- statischen Eifer ein ragendes Denkmal setzen. Wir brauchen Euch, Ehrwürdige Brüder, nicht zu sagen, daß Wir ohne Zögern diesen Weg beschreiten wollen. Alls, die in die Kirche kommen, gleichviel welches ihre Herkunft und ihre Sprache ist, sollen wissen, daß sie gleiches Recht als Söhne im Hause des Herrn Haben, ivo das Gesetz und der Frieden Christi herrschen. In Uebereinstimmung mit diesen Normen der Gleichheit müht sich die Kirche, einen gebildeten einheimischen Klerus heranzuziehen und schrittweise die Reihe der einheimischen Bischöfe zu mehren. Es heißt also die Kirche fortpflanzen, das Senfkörnlein der Erde anzuvertrauen und es der Entwicklung zu überlassen. Es handelt sich nicht darum, einen herangewachsenen Baun« zu verpflanzen, sondern aus dem Samen große Pflanzen zu ziehen und nach dem Wort Christi zu handeln: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein: wenn es aber stirbt, wird es viele Frucht bringen." Das schließt auch eich daß die auswärtigen fremden Missionen eines Tages verschwinden und der einheimischen Hierarchie Platz machen müssen. „Er nruß wachsen, ich aber klein werden." Die Missionäre werden überflüssig. Sie gehen weiter in ihrer Arbeit, sie bereiten den Boden, sie gewinnen den Boden und überlassen seine Weitelrbestelhung andern. Arbeit bleibt noch in Hülle und Fülle, denn ungezählte sitzen noch in Finsternis mrd Todesschatten. Immer weiter muß das Bestreben gehen, die Einheimisch e n zu mobilisieren, dainit sie die Bekehrung ihrer Landsleute erzielen. D e n Pola r st e r n für das Missionsschiff, das sich auf hoher See befindet, hat uns Pius XU. gezeigt: es ist die edelste und reinste Art von Missionsliebestätigkeit, die die Gründung der Kirche mit einem lokalen Klerus im Auge hat. Es handelt sich darum, wie der Heilige Vater 1939 den Zentralräten der Päpstlichen Missionswerke erklärte, „die Kirche zu errichten und ihr eine eigene Schar geweihter Verwalter aus der Mitte der Eingeborenen zu geben." Vielleicht wäre Japan heute großenteils katholisch, wenn es einen eigenen einheimischen Bischof gehabt hätte in der Zeit, da es den fremden Missionären verschlossen war. Hilfe für die Missio-näre. Das Missionsschiff durchfurcht die fernen oft so stürinischen Meere den Blick auf den Polarstern gerichtet. Wer gibt aber den kühnen Schissern Schiff und Wegzehrung? Das tut die katholische Welt, indem sie den Obulus des P. W. G. darbringt. Diese Liebestätigkeit beginnt mit Christus und setzt sich aufs neue in allen Jahrhunderten fort. Das Wort des hl. Petrus gilt heute wie vor 1900 Jahren: „Ihr alle, dir Ihr an dem Geschenk der Erlösung teilhabt, macht Euch daran, Eure Brüder derselben Gnade teilhaftig zu machen." Wenn Ihr persönlich nicht das Evangelium predigen könnt, unterstützt wenigstens die Reihen der tapferen Herolde bes Evangeliums, die arbeiten, kämpfen, dulden, um es verkündigen zu können, die von euch um der Liebe Gottes willen Gebet und Gabe heischen. (Fides.) Sitten und Gebräuche bei den Bapedi. (P. M. R. F. S. C.) II. Ehesiklen und -Unsillen. (Sortierung.) b) Natürlich Kann auch her Mann vom selben Mißgeschick verfolgt sein ivie eine Mopa, aber für diesen Fall haben die Eingeborenen Keinen eigenen Spottnamen geprägt, wohl aus dem einfachen Grunde, roetl aus ihn Keine Schande fällt. Auch wenn die Unfähigkeit eines Mannes bekannt wäre, würde es selbst bei. den ausgelassensten Biergelagen und int hitzigsten Streite keinem Bapedi einfallen, ihm dieselbe vorzuwerfen, oder ihn des-megett zu hänseln. Fch sage: auch wenn es bekannt wäre. Denn im allgemeinen bleibt dieser Fehler ein von den wenigen Eingeweihten streng bewahrtes Geheimnis. Eingeweiht sind in erster Linie die Eltern. Es ist nämlich feste Ueberzeugung der Eingeborenen, daß die Mutter schon ant 2. Tage nach der Geburt eines Knaben feststellen kann, ob er fähig ist oder unfähig. Wie und woran, das ist auch wieder jo ein Geheimnis von den vielen der „Negromantik." Tatsächlich soll es gewöhnlich stimmen. Der Junge wird davon in Kenntnis gesetzt, sobald er das Heiratsalter und die Heiratszeit erreicht hat: also nach absolvierter Befchneidungsschule. Diese Eröffnung ist ihm natürlich alles eher als angenehm, aber keineswegs ein Heiratshindernis. Bewahrheitet sich der angekündigte Zustand, dann eröffnet er der Frau, daß ein schweres Schicksal auf ihm lastet und er das Bestmöglichste tun will, um es abzuschütteln. Hierauf gibt er ihr den Namen seines Vertrauten bekannt, der in seiner Abwesenheit der Türhüter ihres Krals sein wird: gewöhnlich ift’s sein jüngerer Bruder, wenn auch nicht vom Gesetze dazu bestimmt, mit dem er sich vorher besprochen: dieser ivird gleich- Kleine Bapedimädchen in Landestracht mit europäischem Regenschirm. Ist die Eitelkeit dieser schwarzen Evastöchter angeboren ober anerzogen? sam Ergünzungsmann, muß aber unbedingt vermeiden, daß er in Gegenwart des Mannes im oder in der Umgebung des Krales mit der Frau erblickt werde. Beide haben das Geheimnis strengstens zu wahren. Für den Türhüter ift’s eine Vertrauenspflicht, für die Frau eine Pflicht der Klugheit, deren Verletzung ihr nicht bloß Prügel und Schlimmeres von Seite ihres Mannes, sondern auch die Verachtung der andern Männerwelt einbringen würde. Nicht einmal die Negerfrau — wenn sie auch gefärbte Kuhhäute als Kleidung tragen, tragen gerne die eigene Haut zum Gärber. Stellt sich endlich ein Thronfolgerein, so ist großes Fest im Haufe- denn er ist nicht des Vaters, sondern des Mannes Sohn. Wessen die Rinder, dessen die Kinder! Auch in diesem Falle handelt es sich nach Bapedi Anschauung um keinen Ehebruch. 3. Rangordnung unter den Frauen. Es wurde schon angedeutet, daß unter den Bapedi, wie überhaupt bei den Basutostämmen, die Vielweiberei wenn nicht gerade ein frommer, so doch ein allgemeiner Brauch ist, soweit die Rindviehbesitzverhältnisse es gestatten. Damit nun unter dm* Mehrzahl von weiblichen Wesen bei verschiedenen Umständen zumal in Erbschaftsangelegenheiten kein Streit ent« steht — ist auch da vorgesorgt. Bei manchen Stämmen folgt die Rangordnung der der Heirat: die Frau, welche zuerst geheiratet wurde, schivingt nicht zwar das Kommandozepter, wohl aber in gewissen Belangen den leitenden Stab über die andern: und so stufenweise herab. Nicht so bei den Bapedi. Bei ihnen entscheidet der Verwandtschaftsgrad. Für gewöhnlich heiratet der Mann eine Kusine väterlicherseits und diese wird unbestritten als Hauptfrau betrachtet, auch wenn schon andere Frauen vor ihr geheiratet wurden. Ist eine solche Partie nicht zu haben, so heiratet er die nächste Verwandte, so vom Gesetze erlaubt ist: dann führt diese das Kommando. Eine Ausnahme bildet nur der Fall, wenn es einem gewöhnlichen Bürger gelingt, eine Häuptlingstochter zu erwischen. Dieser müssen alle andern Hausdamen den Vortritt lassen. Der Geburtsadel übertrumpft die Verwandtschaft. Die Rangordnung der andern Frauen bestimmt der Mann nach eigenem Ermessen und so auch die Anweisung der einzelnen Hütten für jede. Aus der Stellung eines Krals ist leicht die Rangordnung der ihn bewohnenden Frau zu entnehmen. Wie Hauptfrau hat keinen Anspruch auf irgend einen persönlichen Dienst der andern Mitfrauen, wohl aber steht ihr die Anordnung und lleberwachung des Dienstes zu in Bezug auf den gemeinsamen Mann, .z. B. Jäten und Abernten seines eigenen Feldes, die Reinhaltung des gemeinsamen Hofes u. dgl. Ebenso müssen ihr alle unverheirateten Töchter des Mannes gehorchen. Fm Häuptlingskral hingegen wird die Rangordnung der Frauen ge-legentlich der Heirat der „Stammesleuchte" beim Anbrennen des neuen Feuers durch diese bestimmt, je nach der Reihenfolge, nach welcher die Weiber aufgerufen werden, sich die Feuerbrände für ihre Hütte zu holen. Die erste bekommt zur Wohnung die nächste Hütte rechts von der „Königin", die strupe: d. h. Fuß der Familie nämlich: stirbt die Hauptfrau ohne einen Knaben geboren zu haben, so wird der Erstgeborene der Serupe Häuptlingsnachfolger. Die zweite bekommt die erste Hütte links, die lel-foho, d. i. Arm der Familie. Die andern Frauen haben keine weitere Bedeutung. ^ S ch lu ßge d an ken zu diesem Kapitel. Das wäre so das Hauptsächlichste über die Ehesitten bei unseren lie- ben Bapedi. Manche von denselben sind schon etwas merkwürdig und kurios. Aber wir dürfen nicht vech-essen, daß roir es eben mit einem stock-heidnischen Völklein zu tun .haben und wollen deshalb nicht zu streng mit ihm ins Gericht gehen. Wenn wir vor Augen halten, daß bei diesen Heiden die Ehe nicht -eine Lebensgemeinschaft in unserm christlichem Sinne ist, die neben dem rein natürlichen Zweck auch die gegenseitige Veredelung und Unterstützung in der übernatürlichen Ordnung gewährleisten soll, sondern ausschließlich dem Naturtrieb dienen und die Erhaltung und Stärkung der Familie, der Sippe und Stammes zum Zwecke hat, dann werden uns gewisse Gebräuche und Freiheiten der Bapedi-Ehe umsoweniger weltfremd erscheinen, als ja bei zivilisierten Völkern, wo immer sie vom Glauben und den göttlichen Geboten abrücken, sich ähnliche und viel schlimmere Auswüchse zeigen. Schließlich und endlich ist das Eheleben dieser armen Schwarzen nach festen Normen geregelt und sanktioniert. Ihre Freiheiten haben immerhin ihre gesetzlichen Schranken; und wer diese überspringt, verfällt dem Gerichte und der Strafe; und das will schon viel sagen. Freilich genießen beide Ehehälften große — sagen wir — Freiheiten und zwar in einem Punkte, wo die geschwächte menschliche Natur so wieso schon auf wackligen Stelzen geht. Diese Freiheiten mürben ziemlich ausführlich besprochen! aber keineswegs, um -einen Stein auf dies arme Volk zu werfen und noch weniger, um her Neugierde der geduldigen Leser zu dienen. Dazu sind in Ermangelung der Kaffeetische und Teekränzchen — heutzutage die Radio- und Zeitungsberichte besser geeignet. Die Absicht ging vielmehr darauf aus, den Missionsfrennden die ungeheuren Schwierigkeiten aufzudecken und zwar handgreiflich, mit denen der Missionär zu kämpfen hat, um der frohen Botschaft den Weg zu ebnen und Christi Lehre unter diesem Volke zu verbreiten mit ihren strengen, heiligen Geboten, die keine Kompromisse kennen. Wenn das gute Volk von den Schwierigkeiten der Missionäre spricht, so schweben ihm gewöhnlich |nur die äußeren vor Augen! Hitze und Kälte, Hunger und Durst! die mühevollen Reisen auf stürmischem Meere, durch Wüsteneien und undurchdringlichen Urwald. Man malt sich mit der Phantasie Schreckbilder aus von Kämpfen mit Tigern, Löwen und Leoparden, von giftigen Reptilien und Riesenschlangen, von Skalpjägern und Menschenfressern und bekommt dabei selbst ein grusliches Gefühl, das den Angstschweiß in die Poren treibt. Gewiß sind auch dies Schwierigkeiten, aber sie sind nicht dem Missionär eigen. Diesen Opfern unterzieht sich auch der Geschäftsmann auf der 3agib nach Reichtum ebenso wie der Forscher um seine Kenntnisse zu bereichern. Die Hauptschwierigkeit liegt im Innern unserer Lehre mit ihren strengen, ftttlicfjen Forderungen. Auch ein Laie kann begreifen, wie schwer -es -einem Heiden, z. 93. einem Bapedi fallen muß, auf uralte Sitten und Freiheiten und von Stammesgesetzen sanktionierte Privilegien im Eheleben zu verzichten, um einer Religion anzuhängen, von der er noch nichts gehört. Das verlangt nicht bloß eine große Willenskraft und Heldentum; es verlangt noch viel mehr bei diesen Naturkindern, es verlangt die anima naturaliter Christiana, wie so schön Tertullian bemerkt; nämlich die Ueberzeugung von der unvergleichlichen Schönheit und Erhabenheit der Lehre Christi, die trotz aller gefordertem Opfer mit unwiderstehlicher Gewalt auch die Wilden in ihren Bann zieht, soweit sie noch nicht angefressen sind vom zivilisierten Hochmut und von zivilisierten Lastern. Der Großhäuptling der Bapedi im Middelburg-Distrikt, Segoati, sagte mir einmal gelegentlich eines Zusammentreffens: „Eure Religion ist sehr schöir — sehr schön, aber zu schwer für uns." Er hätte sagen fallen: für mich: denn er ist ein Lebemann und besucht im feinsten Salonanzug im eigenen Auto die Vergnügungen der Großstadt. Freilich muß man Geduld haben und abzuwarten wissen in dieser schnellebigen Zeit. Und das ist nicht das kleinste Opfer. Oft heißt es Jahre lang, jahrzehntelang zuwarten bis dis Saat Gottes aufgeht, bis ein Mensch sich durchringt zum erkannten Licht. Verlangt. unsere Religion auch viel und oft recht Schweres,> so verspricht sie auch und gibt noch viel mehr: die Kraft und die Gnade das zu leisten, was verlangt wird. Beweis dafür ist der mächtige, wunderbar» Aufschwung der kathol. Mission gerade unter den Naturvölkern Afrikas. Ein Beweis nebenbei, daß sie nicht artfremd ist. Sie gleicht der Sonne, die allen Volksstämmen Licht und Wärme, Freude und Wachstum spendet; es sei denn, man verkriecht sich vor ihr in ein Maulwurfsloch. Aber nun wieder zurück zu unserm Argument. (Fortsetzung folgt.) Verlorenes Paradies. 3m Jahre 1690 verließ das Schiff „Swaöl" (Schwalbe) das flache Gestade von Holland. Sein fernes Ziel war die ostindische Insel Java. An Bord befand sich der Franzose Francois £ e g u n t, ein Mann über 50 Jahre alt. dem das Leben in der „gesitteten" Welt mit ihrem Hader und Streit, mit ihren Ränken und ihrer Falschheit, ihrer Verwirrung und Selbstsucht gründlich verleidet war. Die niederländische Regierung hatte ihm nicht nur die Erlaubnis erteilt, sich mit mehreren Gesinnungsgenossen auf einer der noch unbewohnten Inseln im Indischen Ozean ansiedeln zu dürfen, sondern hatte ihn dazu selbst ermuntert. Seine Freunde waren' sieben junge und gesunde Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, die weniger vom Weltschmerz angegriffen als von Abenteuerlust erfüllt waren. Mit dem barschen Kapitän des Schiffes kam Leguat nicht gut aus: verkörperte doch der selbstherrliche Gebieter der Schiffsptanken für ihn das Bindeglied mit der Welt, die ihm so sehr mißfiel und der zu entgehen er im Begriff war. Der Schiffsherr scheint aber auch ein schwieriger Charakter gewesen zu sein, denn selbst sein Steuermann Pierre Thomas stand nicht auf gutem Fuße mit ihm, sondern liebäugelte sogar mit der Idee der Fahrgäste, sich im Indischen Weltmeer anzusiedeln. Die erste Insel, die im Indischen Ozean gesichtet wurde, war Bourbon, heute Reunion genannt. Kapitän Balleau, der wohl wußte, wie sehr Leguat wünschte, das Schiff zu verlassen, spielte ihm einen boshaften Possen, indem er an der Insel vorbeifuhr, jedoch so nahe, daß der Wind die Wohlgerüche der Blumen- und Früchtepracht herüberwehte, was die Auswanderlustigen in ohnmächtige Wut versetzte. Infolge widriger Winde dauerte es einen weiteren Monat, bis R o-driguez, die nächste Insel, gesichtet wurde, die 700 km östlich von Bourton-Reunion liegt. Auf sie hielt der Kapitän zu und ließ die Sögel einziehen. Ein Boot wurde zu Wasser gelassen und mit Vorräten, Zwieback, Schußwaffen und Schießbedarf, Aexten, Sägen, Bauwerkzeugen und landwirtschaftlichen Geräten, Haushaltungsgegenständen, Fischnetzen, Linnen und Sämereien, beladen. Die Sachen wurden am sandigen Strande abgeladen, und dann begaben die neun Männer sich ans Land, denn der Steuermann schloß sich den Siedlungslusttgen tatsächlich an. Tränen wurden beiderseits nicht vergossen: die Schwalbe setzte ihre Segel wieder und nahm die Weiterfahrt auf. Die neugebackenen Siedler, die alle Brücken hinter sich abgebrochen hatten, konnten sich nunmehr nach Herzenslust der goldenen Freiheit erfreuen. Sie ordneten ihre Vorräte und bereiteten ihr erstes Nachtlager am Meeresstrand vor. Die einsame Insel erwies sich als ein wahres Paradies einer freigebigen Natur. Dis Täler waren mit üppigem Pflanzenwuchs bestanden und von einer mannigfaltigen Tierwelt belebt. Leguat, eine dichterisch veranlagte Natur, begann alsbald, die Vorkommnisse in der Inselsiedlung in einem Tagebuch aufzuzeichnen. Die ersten Wocheir waren voll angenehmen Schaffens und Erlebens. Es galt Hütten zum Wohnen und eine Vorratskammer zur Aufnahme der Sachen zu bauen. Die Insel, ein noch verschlossenes Buch, mußte nach und nach erforscht werden. Jedes Tal wies neues ans, jeder Hügel enthüllte seine besonderen Reize, jeder Strandteil bot Ueberraschungen. Mit einem Flächeninhalt von 110 Geviertkilometern hielt die Insel den Fvr-fchungssinn der Männer schon einige Zeit gefesselt. Schließlich wurden sie im ne, daß sie sich in einem wahren Eden befanden, in dem sogar Schlange und Eva fehlten. Die Insel war ein natürlicher Garten, dessen Früchte reichlich Nahrung bot, dessen Palmbäume, wenn angebohrt, köstlichen Trank lieferten, ein Garten, belebt mit prächtigen Schmetterlingen, die köstliche Blumen umgaukelten, ein Garten, erfüllt vom Gemurmel der Bäche und vom Gesang einer reichbefiederten Vogelwelt, ein Garten mit ewigem Sommer. Große buntfarbige Eidechsen liefen umher, die keine Scheu vor den Menschen hatten, sondern ihnen aus der Hand fraßen, denen aber Rohrdommeln nachstellten, die auch keine Scheu vor bett neuen Negerin beim Maitenflechten. Herren der Insel zeigten und sich willig von ihnen angreifen ließen, um dann in deren Kochtopf zu wandern. Die neun Männer führten ein sorgenloses Leben, wie Schulknaben in Sommerferien. Selbst Reittiere fanden sich vor aus ihrer Inselbesitzung, nämlich große Landschildkröten, die es allerdings nicht sonderlich eilig hatten. Grüne uM blaue Papageien ließen sich zum Sprechen abrichten. Palmen lieferten in ihren Herzblättern Palmkohl als Gemüse. In einer kleinen flachen Bucht gab es viele Austern, die ein ungekochtes erstes Frühstück versorgten. Die See war voller Fische und bot den Insulanern das hoppelte Vergnügen des Fischens und des Verspeifens des Gefangenen. Ihre Fleisch- und Fischkost konnten sie mit Kräutern, Wurzeln und Früchten vervollstmrdigen. Trotzdem verlegten sie sich auch aus Gemüsebau, bei dem sie aber nicht glücklich waren, da Taschenkrebse die jungen Pflanzen auszogen und in ihre Schlupfwinkel verschleppten. Leguat, das anerkannte Oberhaupt des kleinen Inselreiches, leitete feine Getreuen mit jener milden Mäßigung und väterlichen Nachsicht, wie die durch reiche Lebenserfahrung erworbene Weisheit sie eingeben. So verging fast ein Jahr, als der alte Menschenkenner mit dem ihni eigenen Feingefühl bei seinen Genossen gewisser Stimmungen inne wurde, die nicht ganz der paradiesischen Glückseligkeit entsprachen, wie man sie mit Recht hätte erwarten können. Was konnte den Bewohnern dieses irdischen Paradieses fehlen? Ihm, dem eingefleischten Junggesellen und Weiberverächter, schwante etwas. Und richtig, hie und da ging dem einen oder andern seiner Freuntze ber Muntz von dem über, wes das junge Herz voll war, und Leguat verstand, verstand seufzend. Er tat sein mögliches, seine Gefährten zu warnen, zu belehren. Er sprach geringschätzig über das weibliche Geschlecht. Ihm, dem erfahrenen Alten konnte es nicht schwer fallen, die Vorzüge ihres Inselparadieses ohne eine Eva ins rechte Licht zu setzen. Doch all seine Weisheit war vergeblich. Einer sehnenden Brust entrang sich ein Schrei: „Ein Boot! Laßt uns ein Boot bauen und auf die Suche nach Frauen gehen!" Und der Schrei faNd einen achtfachen Widerhall. Wie es das Glück (oder das Unglück) wollte, schwemmte die See einen Eichenbalken von 18 Meter Länge an, offenbar tzas Ueberbleibfel eines gestrandeten Schiffes. Pierre Thomas erblickte darin einen Hauptbestandteil des zu erbauenden Bootes. Man wachte sich flugs an die Arbeit. Notwendige Nägel fertigte ein gewesener Goldschmied an. Trotzdem brauchten diese modernen Noes, die eine Arche erbauten, nicht, um einer Sintflut zu entgehen, sondern sie aufzusuchen (so wenigstens dachte Leguat), volle zehn Monate zur Vollendung des kleinen Fahrzeuges, das mit Vorräten beladen und der Salzflut übergeben wurtze. Leguat, der Denker und Dichter, stantz vor einem schwierigen Entschluß. Ihm war das Inselparadies Rodriguez ein wirkliches Eden ohne eine Eva, oder gerade ohne eine solche war es ihm das. Sollte er aber allein hier zurückbleiben? Oder sollte auch er in die trügerische Welt zurückkehren, der er erst glücklich entflohen? Schweren Herzens entschied er sich endlich für das Letztere. Seine Zweifel und Befürchtungen über die bevorstehende Reise aber schüttete er in einem Gedicht aus, das gleichzeitig ein Hochgesang seiner geliebten Insel wurde. Diesen seinen dichterischen Herzenserguß vertraute er dem Innern eines Baumstammes am Strande an und bestieg voll Wehmut als Letzter das Boot, das man füglich "Cherchez la femme" hätte nennen können. So eilig hatten es nunmehr bie abfahrenden Frauensucher, daß sie nicht lange schauten, wo das flache Meer sichere Durchfahrt gewährte,, sondern in gerader Richtung darauflos hielten, um auf ein Korallenriff aufzulaufen, das dem Boote ein Leck beibrachte. Hastiges Herumreißen des Segels und eifriges Rudern ermöglichten es der ungeübten Besatzung, das Fahrzeug wieder in seichtes Wasser zu bringen. Zwecks Ausbesserung aber war es notwendig, es an Land zu ziehen, was keine leichte Arbeit war. Infolge Ueberanstrengung und eines Hitzschlages starb ein Mitglied der Gesellschaft, der junge Isaak Boyer, das erste Opfer auf dem Altare Hymens. Als das Boot ausgebessert war, segelte man ab lind erreichte in neun Tagen die 560 km westlich gelegene Insel Mauritius. Der dortige Statthalter war wenig entzückt über den unerwarteten Besuch. Er beschlagnahmte ein Stück Ambra, das Leguats Leute von Rodriguez mitgebracht hatten: die verwöhnten Günstlinge uneingeschränkter Freiheit aber ließ er einsperren, und das auf drei lange Iahrje! Als dann endlich von der niederländischen Regierung der Befehl ihrer Freilassung anlangte, ging das Schiff, das sie an Bord nahm, nicht nach Europa, sondern nach Holländisch Ost-Indien, so daß es weitere drei Jahre dauerte, bis die Ueber-lebenden in Holland landeten, d. i. im Juni 1698. Bon neun Männern waren es ihrer nur mehr drei, Bernelli, de la Cafe und der unverwüstliche Leguat. Ob die beiden erstgenannten Frauensucher glücklich in den Hafen der Ehe eingelaufen, ist nicht bekannt. Leguats Befürchtungen waren nur zrr begründet gewesen. Ohne Zweifel wird er es oft bereut haben, mit dem närrischen acht Adams das paradiesische Eiland im Indischen Ozean verlassen zu haben. Die Insel Rodriguez, die unter 19° 41’ südlicher Breite und 63° 25* östlicher Länge liegt, ist heute britischer Besitz. Eine Zeit lang bildete sieden Schlupfwinkel malabarischer Seeräuber. Die Einwohnerschaft hat heute die Zahl 10.000 überschritten, die eine gute Anzahl Evastöchter einschließt, sodas; eine Suche nach Frauen nicht mehr notwendig erscheint. Die Leute sind vorwiegend die Nachkommen der asiatischen Seeräuber und afrikanischer Sklaven, die 1835 freigelassen wurden. Port Mathurin am Nordostrand der Insel ist die -einzige größere Aufiejdlung und der einzige Hafen der von Korallenriffen umgürteten Insel. w Der Blinde von deinem. Ich bin wieder „auf Tur" und in aller Frühe bereits bis nach Vuon-Seang-Pho vorgedrungen, wo die kleine Kirche mit ihrer Tünche in den päpstlichen Farben, ihren kleinen Glockenturm mit dem weißen Kreuz über die Kokosbäume hinausragen läßt. Bis vor kurzem war dort in der Mulde auch das protestantische Gotteshaus versteckt. Ich komme gerade recht — ganz in der Nähe liegt ein Christ im Sterben. Mein Versehkoffer ist bereit. Vielleicht ist es gut, auch noch Arzneien mitzunehmen. Der Kranke leidet an Difenterie und unsere Hausapotheke wird durch etwas Chinin, Jodtinktur, Aspirin und altes Laxiersalz ergänzt. Im letzten Augenblick fügt der Katechist noch eine Flasche hinzu: sie enthält Weihwasser. Jetzt stehen mir vor dem Kranken. Es ist ein Mann in reifen Jahren, ganz erblindet, der sich in der Fremde aufhielt und heimkehrte, bevor er sein Augenlicht völlig verloren hatte. Er liegt vor der Hütte unter dm großen Bäumen das Haupt riiljt auf einem großen Steinblock, der dürre ausgetrocknete Körper schwitzt ein? übelriechende gelbliche Flüssigkeit aus, die dann wieder unter den stechenden Strahlen der Sonne verdunstet. Der Aermste lebt ganz allein in seinem Dorf; seine letzten Freunde und die allernächsten Nachbarn, lauter Heiden, haben eine Unmasse von dringenden Geschäften vorgeschützt, um sich abseits halten zu können lind zugleich „das Gesicht zu wahren". Cr drückt die Hand des Paters und beschaut sie prüfend und lange, als erwarte er Hilfe von dem jungen Blut, dessen Wärme er wohltuend verspürt, während sie ihm völlig abgeht. Seine Beicht schreit er förmlich hinaus. Jeder kann es hören und der Katechist zieht sich diskret zurück. Ob der arme Blinde zu sterben bereit ist? Es besteht kein Zweifel. Ganz spontan und wie von selbst opfert er seine Seele dem Herrgott auf; instinktmäßig fühlt er die große Güte und Barmherzigkeit, die seiner wartet. Der Katechist kommt zurück; er reicht das Weihwasser dem Pater, der — man muß sagen — sticht recht begreift; so beugt er sich über den Kranken und ruft ihm zu: „Hier ist Weihwasser, alter Onkel. Willst du davon? Ein Akt des Glaubens, und der liebe Gott kann dick gesund machen." Und der Blinde trinkt fromm die ganze Flasche leer, nicht ohne sich in Grimassen die Anstrengung anmerken zu lassen. Es ist am übernächsten Tag. Der Pater wundert sich, daß man ihn nicht zur Beerdigung ruft. Er ebkundigt sich und bekommt zu Hörens Aber ivas wollen Sie? Der Kranke hat doch zwei Heilmittel von dem Missionär erhalten: Heiliges Oel und heiliges Wasser. Schon am Tag nach dem Besuch des Patres hatte sich der Kranke von seinem Lager erhoben und war auf dem Markt erschienen, wo man von seinem Testament sprach. Ich weiß noch mehr. Ich weiß von Aerzten, die ben rasch Genesenen nach ber Formel von „Heiligem Oel und heiligem Wasser" fragten. (Fides, November 1940). Denke! Denkst^du der letzten Dinge, wird nie dich die Sünde umstricken! Denkst du, wie Gott dich geliebt, dienst du Ihm freudigen Sinns! n Lanze und Kreuz. Geschichtliche Erzählung von Br. A. Cagol F. S. C. (Fortsetzung.) IV. Gottes Sendlinge. Seit dreizehn Jahren wirkten katholische Glaubensboten in dem vom Nilstrom durchzogenen ungeheuren Gebiete. In diesem Zeitraum waren 33 Missionspriester voll jugendlicher Begelisterung ins Land gekommen, und von ihnen waren 23 'elites vorzeitigen Todes gestorben. Der vor kurzem ernannte Apost. Provikar Re in thaler war der fünfte Vorstand der Mission von Zentralafrika seit ihrem Bestehen. Er ivar gerade mit einem Personal von fünfzig Köpfen in der Hauptstation Khartum angekommen und bereitete eine Missionsfahrt in das Innere des Landles vor. Khartum, die Hauptstadt des Sudan, zählte damals etwa 25.000 Einwohner. Sie war ein planloses Durcheinander niedriger Erdbauten, unter denen einige öffentliche Gebäude aus gebrannten Ziegeln sich ganz stattlich ausnahmen. Das Missionshaus war ein langer Erdgeschoßbau mit breiter, luftiger Wandelhalle. Der schönste Schmuck des Stadtbildes waren zahlreiche Dattelpalmen, die längs des Blauen Niles ihre hohen, rauschenden Wedelkronen erhoben. Khartum war in erster Linie Handelstadt, zugleich einer der ersten Sklavenmärkte des Sudan. Weiße Händler waren ins Land gekommen, die sich anfänglich mit dem Elfenbeinhandel und mit der Ausfuhr anderer Güter, wie Gummi, Straußenfedern, Kautschuk und Tierhäuten, befaßten. Später vergrößerten sie ihren Gewinn durch Menschenraub und Sklavenhandel. Die Mannschaft der Handelsbarken waren Nubier, schlimmes Gesindel, das bald auf eigene Faust, bald im Einverständnis mit den weißen Herren, bald in Verbindung mit schwarzen Häuptlingen-,, förmliche Menschenhetzen veranstaltete. Die unter dem Drucke europäischer Mächte von Zeit zu Zeit erfließenden Erlässe des Vizekönigs von Aegypten gegen den Sklavenhandel dienden nur dazu, die. Preise für die gesuchte menschliche Ware zu erhöhen und den Schleichhandel zu fördern. An einem Freitagmorgen begab sich Provikar Reinthaler auf den Sük—er—Ragig, den Sklavenmarkt, der unweit der Moschee abgehalten wurde. Da stand die menschliche Ware, das „schwarze Elfenbein", der Freiheit beraubt, feilgeboten wie das liebe Vieh. Der Provikar, dem es Auf dem Kiirbismarkt. um die Wiederbelebung der verwaist gewesenen Khartümer Station zu tun war, erstand sechzehn Dinkaknaben und ein Dinkamädchen, meist jüngere Kinder. In deren Gesellschaft befand sich ein eben erwachsenes Mädchen eine Schilluk, wie der verkaufende Nubier erklärte. Des Mif-sionsleiters Auge ruhte sinnend auf der Gestalt der jungen Sklavin: vor seinem geistigen Auge erstand das flache, dichtbevölkerte Land der Schil--luk, wo sich Dorf an Dorf drängte, eine geradezu ideale Lage für das Missionswerk. Er sah die langbeinigen Gestalten im langen Grase einherstelzen und gedachte des schlimmen Rufes, den diese wilden, grausamen Krieger sich erworben, der es den Missionären bisher verleidet hatte, sich bei ihnen niederzulassen. Wie, wenn die Vorsehung dieses Mädchen als Anknüpfungsglied zur Missionierung dieses Volksstammes ausersehen hätte? Der jungen Sklavin Blicke hingen indessen unverwandt an der milden Priestererscheinung, die so ganz anders war wie die übrigen Männer: sie schienen die Bitte auszusprechen, sie aus der Gewalt sthres verhaßten Gebieters zu befreien. Der Missionsvorstand kaufte die vchil-lukfklavin Ador. Er feilschte nicht lange, sondern zählte dem hocherfreuten Ghali die verlangten 60 Maria-Theresien-Thaler hin. V. Apostolische Fahrt. Vor dem Missionsgarten von Khartum lagen fünf Nilbarken bereit, unter ihnen die „Stella matutina". Geschäftiges Leben herrschte auf den Schiffen, wie auch auf der Missionsstation selbst, wie es eben die Abreise-vorbereitungen mit sich, bringen. Es war am Nachmittag des 29. Januar 1862, als die Segel entfaltet Beduinen-Sklavmjäger. uni) die Anker gehoben wurden, und dann ging es fort, den Blauen Strom abwärts bis zum nahen Mogren, dem Zusammenfluß der beiden Nile. Die Barken bogen in den Weißen Fluß ein und glitten unter dem Drucke des starken Nordwindes mit mehr als Dampfergeschwindigkeit über die seeartig sich ausdehnende Wasserfläche dahin, währeiid zur Linken die von der untergehender Sonne beleuchteten Palmen Khartums ihren letzten Scheidegruß herllberwinkten. An Bord der „Stella matutina" befand sich auch Ador. Mit wie ganz anderen Gefühlen hatte sie dieses Schliff bestiegen, das sie zurückbringen sollte in ihre Schillukheimat, zurück zu Mutter und Vater. Nach den aufregenden Erlebnissen bei- letzten Wochen empfand sie eine tiefe Ruhe. Der Aufenthalt im Hause her meißlen Männer hatte ihrem beobachtenden Sinne reiche Nahrung geboten,- sie verstand zwar nicht deren Absichten, doch fühlte sie heraus, daß es gute Menschen seien. Wie schnell auch hatten die kleinen Dinkaknirpse sich in ihre neue Cage gefunden. Ein großer Raum mit durchsichtigen Fenstern und hoher, hoher Decke, die . nicht herabfiel, obwohl sie nicht durch Pfähle gestützt war, war ihnen als Schlafhütte zugewiesen worden. Dort lagen sie aus Matten und Decken geben, einander auf dem 93oben. Morgens wurden.sie in einen besonderen Raum geführt, die „Hütte der Stille", wo einer der bärtigen Männer^ in schöne, bunte „Laue" gekleidet, auf erhöhtem Platze allerlei Bewegungen machte und seltsame Worte sprach. Später wurden die hungrigen Burschen durch ein Zeichen mit einer Glocke in einen anderen Raum gerufen, wo ihrer dampfende Schüsseln mit gutem, reichlichem Wen warteten. Dann hatten sie einige leichte Arbeiten zu oerrichteir, die „Hütten" auszukehren und den Staub fortzuschlagen. Hierauf ging es in einen andern Raum, wo auf ein großes schwarzes Holz merkwürdige Zeichen mit einem weißen, weich>en Steine aufgemalt wurden, die sie lernen und immer wieder hersagen mußten. Dann durften sie eine ZeiMing int Hose spielen, und dann gab es wieder gutes Essen. So verging ihnen der Tag abwechslungsreich und an-genehm, und alle Knaben waren sehr zufrieden mit diesem neuen Leben, das zwar nicht so schön war wie das in ihrer Heimatj, aber doch weit, weit besser wie das Leben bei den Nubiern. Ador hatte sich auf dem Schiffe ein stilles Plätzchen ausgesucht, von wo aus sie freie Ausschau halten konnte. Es gab zunächst wohl wenig zu sehen: die niedrigen Sandtlfer mit gelegentlichem Dorngestrüpp waren eintönig genug: dem heimkehrenden Kinde erschienen sie aber „süß" als Vorboten ihres freien Heimatlandes. Nach drei Tagen war der Doppelberg Djebelen erreicht. Der Fluß war mit breiten Schilfgürteln besäumt, in denen dichte Scharen von Sumpfvögeln ihr Wesen trieben. Die Missionsflotte besam) sich bald angesichts der am östlichen Ufer sich hinziehenden Wohnsitze der Dinka. Es war an einem Spätnachmittag, als die Missionäre in einiger Entfernung vor ihnen mehrere Barken an diesem User still liegen sahen. Gleichzeitig wurden Gewehrschüsse vernehmbar. Beim Näherkommen bot sich den Missionären ein betrübendes Schauspiel dar. Eine Sklavenjägerbande hatte ein Dinkadorf umzingelt. Die wilden Kerle waren sehr zahlreich und stark bewaffnet. Widerstand: vonseiten der Schwarzen war von vornherein ausgeschlossen. Die Räuber hatten die Zeit gut abgepaßt: eben war das Vieh eingetrieben worden, das ihnen mit den Hirten zur Beute fiel. Der Provikar und seine Leute setzten mit Schmerz ihre Fahrt fort. Widerspruch gegen das Treiben der Unmenschen zu erheben, wäre zwecklos gewesen. (Fortsetzung folgt.) Bruder Meinrad Hilst. Ein Kind hatte Nierenentzündung und mar sehr krank. Trotz ärztlicher Hilfe mußte man eine lange Dauer der Krankheit befürchten. Es war gerade vor Ostern, und es hätte fleh mit den andern Kindern seiner Klasse aus die erste hl. Kommunion, vorbereiten sollen. Da machten wir ein« Novene zu Bruder Meinrad. Und siehe, es trat unerwartet Besserung ein und es konnte seine Vorbereitung machen und an Ostern zum ersten Mal mit den andern Kindern den lieben Gott empfangen. B. H., Kt. Freiburg. Man schreibt: 3n einer Nacht bekam ich entsetzliche Leibschmerzen, so daß mir der Schweiß gekommen ist und ich es fast nicht mehr aushalten konnte. Dann habe ich den gottseligen Bruder Meinrad angerufen und Veröffentlichung und eine hl. Messe versprochen, um die Gnade seiner Verherrlichung zu erlangen. Nach einigen Minuten war aller Schmerz weg. M. 3. Kt. St. Gallen. Eine Frau verdankt dem Diener Gottes Bruder Meinrad auffallende Hilfe in zwei schweren Anliegen. M. Kt. Schwyz. Dank der Fürbitte von Bruder Meinrad konnten wir einen Brillanten, den mir ganz verloren glaubten, wieder finden. Wir hatten zwei hl. Messen, um von Gott'die Gnade seiner Seligsprechung zu erlangen, versprochen. St. Kt. Schwyz. Durch die Fürbitte des guten Bruder Meinrad ist ein friedliches Verhältnis in unsere Familie zurückgekehrt. 3d) hatte eine neuntägige Andaä)t zu Bruder Meinrad versproä)en und sogleich nach der Novene ist auffallender Weise aller Hader aus der Familie verschwunden. M. A., Kt. St. Gallen. Man ist dringend gebeten, Erhörungen burd) Bruder Meinrad zu melden an P. C e l I e r a r, Kloster E i n s i e d e ln.