Jahresbericht des k. k. Staats Stjmt[asiuttiH in Priest über das Schuljahr 1901-1902. LII. Talixg-ang. 4 •' INHALT: Zur Kritik und Würdigung der Ethik Schopenhauers. Eine Untersuchung ihrer Voraussetzungen von Gymnasiallehrer Dr. Otto Pommer. Schulnachrichten. Vom Direktor-Stellvertreter. TRIEST. BÜCHDRUCKEREI GIOVANNI BALESTRA 1902. - 5 •; ,1 ' &%•* yi* > ■ V v 1 • .. ■•■ /. Kä 1 '••- 'i 4* ■ - ■■ ■' vr; ' ^ V! ■- " ÜWN'--1 . \j**» • i-^-r * » ’-.-i * v v.',' - v>v VV 1-vv> ■-■' ” rlii v ■ ■i/X-y :• '- 'Hit. ••.* ” ■ <• ‘-i. - • «N . . rfe ' • ■ • ' v ' Wahres (feri ch f des k. k. Staats-S^ymtigsiums in W riest über das Schuljahr 190A/90£. LII. T alirgani I N H A LT : Zur Kritik und Würdigung der Ethik Schopenhauers. Eine Untersuchung ihrer Voraussetzungen von Gymnasiallehrer Dr. Otto Pommer. Schulnachrichten. Vom Direktor-Stellvertreter. TRIEST. BUCHDRÜCKEREI GIOVANNI BALESTRA 1902. Verlag des k. k. Staats-Gymnasiums in Triest. Zur Kritik und Würdigung der Ethik Schopenhauers. Eine Untersuchung ihrer Voraussetzungen von Dr. Otto Pommer. Einleitung Die Schopenhauersche Philosophie hat von der wissenschaftlichen Forschung eine sehr verschiedene Beurteilung erfahren. Begeisterte Anerkennung und schroffe Zurückweisung bis ins kleinste sind ihr geworden. Erst seitdem man nicht mehr die Lehre eines Denkers als alleinstehendes Gebilde für sich betrachtet, sondern sie in das Denken seiner Zeit einzufügen versucht, erst seitdem man das Hauptaugenmerk auf die Fortentwicklung der grossen Probleme und Ideen selbst richtet und endlich nicht bloss die Werke des Philosophen liest, sondern auch seine Persönlichkeit zur Erklärung für sein Denken heranzieht; konnte man zu einer gerechten Auffassung Schopenhauers kommen. Denn die Philosophie dieses Mannes will erstens selbst eine Fortentwicklung der Kanti sehen Lehre sein, vereinigt zweitens eine Reihe der verschiedensten Auffassungsarten, woraus sich eine Menge von unlösbaren Widersprüchen ergibt, und ist drittens durchaus persönlich. Es ist eben dieser Umstände halber begreiflich, dass die moderne Forschung sich mit besonderem Interesse der Philosophie Schopenhauers zugewandt hat. Ich nenne hier als Beispiele nur die Darstellungen Kuno Fischers im 8. Bande seiner «Geschichte der neueren Philosophie», Theobald Zieglers in «Die geistigen und sozialen Strömungen des neunzehnten Jahrhunderts», Friedrich Paulsens in seiner Arbeit «Arthur Schopenhauer: Der Zu-zammenhang seiner Philosophie mit seiner Persönlichkeit * und endlich Johannes Volkelts im 10. Band von Frommanns «Klassiker der Philosophie». Wenn ich nun auf diesen wenigen Seiten mich mit der Ethik Schopenhauers beschäftigen will, so kann es nicht meine Absicht sein, eine Untersuchung derselben bis ins kleinste durchzuführen. Sondern ich will der Ansicht entgegentreten, dass die vielen Widersprüche, die sich in Schopenhauers Philosophie nun tatsächlich vorfinden, von derselben nichts übrig lassen als eine unzusammenhängende Reihe geistvoller Gedanken. Mir ist es daher in erster Linie darum zu tun, eine zusammenhängende Darstellung von der Ethik des Philosophen zu geben, wobei ich, alle besonderen Ausführungen beiseite lassend, nur auf die Entwicklung aus einigen wenigen Grundgedanken mein Augenmerk richte. Und auch in den darauffolgenden kritischen Kapiteln werde ich nicht kleinliche Widersprüche hervorziehen, sondern die sich ergebenden Gegensätze auf einige wenige entgegengesetzte Strömungen in seinen Gedanken zurückführen. Wie sich dieselben aber nun in einer Persönlichkeit nebeneinander vorfinden können, ist nur aus der Eigenart der Begabung und Forschung des Philosophen zu verstehen. Wir müssen stets eingedenk sein, dass sich in diesem seltenen Kopf philosophische Tiefe, künstlerische Genialität und grosse Glaubenskraft vereint finden. Aus dem Ziele, das ich diesen Zeilen gesteckt habe, geht schon hervor, dass die Einwände, die ich gegen Schopenhauers Lehre erheben, und ebenso die Worte der Würdigung, die ich ihr widmen werde, nicht etwa ganz neu und noch von niemandem ausgesprochen worden sind. Ich will eben zum Ausdrucke bringen, welche der Einwände meiner Ansicht nach die Grundlagen seines Systems treffen und warum mir Schopenhauer immer wieder aufs neue ein belehrendes und erhebendes Studium ist. Die Grundgedanken der Ethik Schopenhauers in einheitlicher Darstellung. Es ist zur richtigen Beurteilung der ethischen Lehren des o o Philosophen unerlässlich, zur Klarheit darüber zu gelangen, welche Stellung die Ethik in seinem ganzen Systeme einnimmt. Von dem Gesichtspunkte moderner ethischer Forschung, welche in jüngster Zeit durch die psychologischen Untersuchungen des Wert-Problems und durch die Fortschritte der wenige Dezennien alten Soziologie eine ganz neue Gestaltung gewonnen hat, muss das Ineinandergreifen ethischer und mystisch-metaphysischer Anschauungen, das der Ethik Sch. ihr eingenartiges Gepräge gibt, scharfe Verurteilung erfahren. Heute ist die Ethik subjektiv wie objektiv rein empirisch und, wo sie Norm Wissenschaft ist, ist sie es auf Grund vergleichender Betrachtung der verschiedenen Erscheinungen des sittlichen Lebens der verschiedenen Völker. Doch dieser Begriff der Wissenschaft ist ein neuer und ihre Ausgestaltung nach diesem Gesichtspunkte hat erst begonnen. Wir müssen daher die Auffassung, welche der Ethik Schopenhauers zugrunde liegt, zunächst ins Auge fassen, sonst werden wir über sie nicht zu einem gerechten Urteile gelangen können. Die Überzeugung von der ethischen Bedeutung der Welt leitet Schopenhauers ganzes philosophisches Denken. Sie steht für die ent\vicklun£rs *) Aber nicht bloss der ur- eine Wille ist frei; sondern das Gefübl der individuellen Verantwortlichkeit stützt sich auf die individuelle Freiheit, die in dem intelligiblen Charakter des Einzelnen zu finden ist. Die Freiheit ist zwar «nicht von dieser Welt», aber sie ist vorhanden, sie liegt_ im tiefsten Wesen jedes Menschen, in seinem intelligiblen Charakter, dessen Verhältnis zum empirischen als eine besondere Voraussetzung der Ethik Schopenhauers klargelegt ist. Für die Gestaltung der Ethik selbst ist deren Stellung in dem Gebäude der Philosophie Sch. entscheidend. Deshalb können wir dieselbe erst dann ganz übersehen, wenn wir nicht die Darstellung im 2. Grundproblem der Ethik zugrunde legen, sondern das IV. Buch seines Hauptwerkes. Schopenhauer verlangt ja selbst, dass das 1. u. 2. Grundproblem in den Zusammenhang des 4. Buches einbezogen werde und zwar jenes ad §. 55, dieses ad. §. 62. «Bei erreichter Selbsterkenntnis Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben», ist das Thema des 4. Buches. Die Untersuchung desselben stützt sich auf die Resultate der vorangehenden 3 Bücher. «Die drei ersten Bücher werden hoffentlich die deutliche und gewisse Erkenntnis herbei geführt haben, dass in der Welt als Vorstellung dem Willen sein Spiegel aufgegangen ist, in welchem er sich selbst erkennt», **) so leitet er §. 54 ein. Der Wille als das Ding an sich wird durch den Intellekt objektiviert und diese Ob-jektivation ist die immer vollkommenere Selbsterkenntnis des Willens. Sie hat beim Menschen durch das begriffliche Vorstellen und das Denken den Höhepunkt erreicht, indem damit das «metaphysische Bedürfnis» entstanden ist. Der Grundgedanke seiner ganzen Philosophie muss also auch hier leitend sein, es ist die Lehre, dass wir alle im Grunde unseres Wesens Eins sind mit der ganzen Welt, dem ur-einen Willen an sich. Nun folgt die Darstellung der verschiedenen Formen der Selbsterkenntnis auf der Stufe «Mensch». Bosheit — Egoismus im engeren Sinne — Gerechtigkeit — freie Menschenliebe — Askese. Schon diese Stufenleiter zeigt uns, dass die Einteilung eine ethische Wertung zur Grundlage hat. Die *) 1, 374. **) 1, 359. Aufgabe, die Selbsterkenntnis des Willens durch den Menschen einer Untersuchung' zu unterziehen,hätte psychologisch-anthropologisch zu verschiedenen Arten derselben geführt. Schopenhauer kommt aber nicht zu Arten sondern zu Graden der Selbsterkenntnis, was dadurch bedingt wird, dass zu dem Grundgedanken der Wesenseinheit der ganzen Welt der früher betonte Glaube and die tiefe moralische Bedeutung derselben hinzutritt. Nun. da der ethische Gesichtspunkt für die folgende Betrachtung feststeht, gilt es das Kriterium anzugeben, wonach man Handlungen als ethisch wertvoll oder wertlos beurteilen kann. «Die Abweseheit aller egoistischen Motivation ist das Kriterium einer Handlung von moralischem Wert.» *) Im zweiten Grundproblem der Ethik tritt diese Aufstellung ganz unvermittelt auf. Im Zusammenhänge der Betrachtung des vierten Buches hat sie ihre Stütze im Pessimismus. Aus den beiden oben gekennzeichneten leitenden Sätzen des Philosophen allein könnte sie sich nicht ergeben. Der Egoismus ist die Gesinnung der Bejahung des Willens zum Leben. Dieselbe wird erst durch die Einsicht aufgehoben, dass alles Leben wesentlich Leiden und dass Nichtsein besser als Sein ist. Durch die Betrachtung des ganzen Lebens, durch das Wesen des Wollens selbst wird diese Einsicht gewonnen und schon hier ist die Entscheidung in der Frage: O o O «Bejahung oder Verneinung des Lebens?» gefällt. Der Pessimismus hat sie herbeigeführt. Dass sie nicht bloss Lehrsatz bleiben muss, sondern das Wollen beeinflussen kann, ist durch den Nachweis, dasš die Freiheit des Willens besteht, sichergestellt. Wie ist aber die Selbsterkenntnis des Willens selbst überhaupt möglich? Sie erfolgt durch der Intellekt. In seiner Existenz liegt sogar die Zweck- o o ö mässigkeit. Der Wille hat sich ihn zum Zwecke der Selbsterkenntnis geschaffen. So kräftig ist Schopenhauers Glauben an die moralische Bedeutung der Welt ! Der Intellekt ist das Produkt des Willens, das ganz der Erscheinung angehört. Durch ihn und nur für ihn ist nicht allein diese Welt als Vorstellung, wie alle Individualität, da seine Form das «principium individuationis» ist, sondern er soll auch das erkennen, was dieser ganzen Welt zugrunde liegt. Dass dies durch abstrakte Erkenntnis nicht möglich ist, ist I ij. (56 ausgesprochen. Denn abstrakte Erkenntnis kann nur begründen, nur motivieren durch Wirkung auf die Eigenliebe. Alle Erkenntnis, welche Selbsterkenntnis, also ethisch sein soll, muss plötzlich kommen, durch die Anschauung vermittelt sein. Die ganze Selbsterkenntnis ruht auf dem intuitiven, anschauenden Intellekt. Die beiden nun klargelegten besonderen Voraussetzungen sind somit die Lehre, dass der intuitive Intellekt, obgleich «physisch» nicht metaphysisch, zur Erkenntnis des Wesens der Welt, also der Wille durch den Intellekt zu seiner eigenen Selbsterkenntnis gelangen könne, und ferner der Pessimismus des Philosophen. Den metaphysischen Grundgedanken von der Ur-Einheit der ganzen Welt, sowie den Glauben an die moralische Bedeutung näher zu betrachten, wurde schon früher als nicht in unserer Absicht gelegen bezeichnet. Die intuitive Erkenntnis ist nun ihrem Wesen nach von der abstrakten ganz verschieden. Wie sie plötzlich eintritt, so äussert sie sich auch nicht in Lehrsätzen, sondern direkt im Handeln des Menschen. So ist das Handeln die Selbsterkenntnis und die Einteilung der menschlichen Handlungen ist eine Betrachtung der verschiedenen Stufen oder Grade der Selbsterkenntnis, wodurch das «ott» der Ethik gegeben wird. Das natürliche Streben jedes Wesens ist der Egoismus, er ist «jedem Dinge der Natur wesentlich». Er ist der Ausdruck der Selbstbejahung des Lebens. 1.) Am tiefsten steht die Selbsterkenntnis in dem Menschen, der nichts will als dieses sein Leben bejahen. Er erkennt nur, dass er fortwährend strebt, dass er leidet, und er will dieses Leid vermindern auch auf Kosten seiner Mitmenschen, wodurch er leicht so weit kommt, den Willen in den anderen zu verneinen, worin das Unrecht besteht. Er ist noch vollkommen im principium individuations befangen. Bosheit und Grausamkeit tritt da ein, wo das Leiden des Mitmenschen selbst Zweck wird; sie gehören auch in diese Klasse der Selbsterkenntnis, denn der Bösewicht will möglichst viele Menschen leiden sehen, um sein eigenes Leid zu lindern. 2.) Die volle Selbstbejahung des Willens in der eigenen Person erscheint schon gemässigter, teilweise sogar durchbrochen durch die frei ausgeübte Gerechtigkeit. Auf dieser Stufe der Selbsterkenntnis befindlich, achtet man den Willen zum Leben in jedem Individuum. Sie ist die Negation des Bösen, die Zwischenstufe zwischen dem Bösen und der eigentlichen Güte. Der Gerechte erkennt sein eigenes Wesen auch in der fremden Erscheinung wieder als Wille zum Leben. Die Gewissheit, dass nur das Leiden positiv ist, hindert ihn daran, seinem Mitmenschen Unrecht zuzufügen, d. i. in die fremde Willenssphäre einzugreifen. Seine Handlungen haben das Wohl des anderen zum Motiv. 3.) Dieses Wohl des Nächsten kann aber auch in Fällen zum Motiv werden, in denen man Hilfe leisten muss, um das Leiden zu lindern. Dies der dritte Grad der Selbsterkenntnis, der sich in den Handlungen aus reiner Menschenliebe ausdrückt. Gerechtigkeit und Menschenliebe die beiden Kardinaltugenden! Sie bilden das «6rt» der Ethik, die sich auf Motivation gründet. Wo ist aber das Fundament, das «Stört», auf welchem das «oxt» beruht? Diese Handlungen haben zur Voi’aussetzung, dass das Leid des Nebenmenschen als das des Handelnden selbst gefühlt wird, was nur durch intuitive Erkenntnis der Identität des Leidenden mit dem Handelnden geschehen kann. Diese Wesenseinheit findet ihren Ausdruck in dem Mitleid, dem Fundament der Ethik. Dass alle Liebe nur Mitleid ist, scheint paradox zu sein. Es hat seine Begründung im Pessimismus, der alle Freude nur als Schein, das Leid allein als Reales betrachtet. 4.) Der letzte höchste Grad der Selbsterkenntnis ist erreicht, wenn die Einsicht der Identität aller Wesen dauernden Einfluss gewinnt. Dann fühlt der Mensch die Leiden aller Wesen als seine eigenen und die Überzeugung, dass Nichtsein dem Dasein vorzuziehen ist, führt zur Verneinung des Willens. Der Charakter hat sich nun mit einem Schlage ganz geändert. War früher im Erkennen das Motiv gelegen, das den Willen bewegt, so wird eben jetzt das Erkennen Quietiv; volle Willens-losigkeit tritt ein. Solange der Wille noch durch Motive bewegt wird, liegt im Mitleid das Fundament jeder moralischen Handlung, nun da die volle Willensverneinung eingetreten ist, gibt es überhaupt kein Wollen, also auch kein Motiv mehr. Ist dieser Grad der Selbsterkenntnis einmal erreicht, so tritt Askese ein. Hier ist die Philosophie zur Mystik geworden. Da es nun keine Motivation, kein Handeln mehr gibt, ist die Lehre von der Askese sti'eng genommen kein Teil der eigentlichen Ethik im engeren Sinne, weshalb sie auch nicht als drittes Grundproblem der Ethik aufgestellt worden ist. Sie gehört aber wesentlich in die ethische Darstellung hinein. Das Wesen der ganzen Welt ist ethisch, insoferne in der Betätigung: des Willens als Wille zum Leben eine Schuld o o liegt, deren Grösse die Summe alles Leidens dieser Welt angibt. Dies die ewige Gerechtigkeit. Intellekt und Wille. Das Verhältnis zwischen Intellekt und Wille ist in erster Linie eine Frage der Psychologie. Beachtet man aber die Stellung, welche die Metaphysik im Systeme Schopenhauers einnimmt, so ist es wohl begreiflich, wenn wir auch die rein psychologischen Lehren unter dem unmittelbaren Einfluss der Metaphysik entwickelt finden, die lehrt, dass die ganze Welt im Grunde nichts als Objektivation des Urwillens sei und dass diese Objektivation durch den Intellekt zustande kommt. Dieser ist das eigentliche principium objectivationis. Somit ist durch die Metaphysik in der Welt als Vorstellung die Scheidelinie zwischen dem Intellekt, durch den der Wille Objekt wird, und dem Willen, der da Objekt geworden ist, gezogen. Die dualistische Ansicht ist mit der metaphysischen Grundansicht gegeben. Wir werden also auch die Psychologie Schopenhauers dualistisch erwarten können. Ausserdem finden wir aber auch eine physiologische Betrachtung des Intellektes, welche den materialistischen Grundgedanken nicht verleugnen kann. Beginnen wir mit der rein psychologischen Betrachtung, die Schopenhauer die f subjektive» nennt. Diese sucht durch eine empirische Schlussfolgerung; den Dualismus auf folgende Art zu begrilndem. «Nicht o o o o nur das Bewusstsein von anderen Dingen, d. i. die Wahrnehmung der Aussenwelt, sondern auch das Selbstbercusstsein enthält... ein Erkennendes und ein Erkanntes: sonst wäre es kein Bewusstsein. Denn Bewusstsein besteht im Erkennen.»*) Und ferner: «Wie nämlich kein Objekt ohne Subjekt sein kann, so auch kein Subjekt ohne Objekt d. i. kein Erkennendes ohne ein von ihm Verschiedenes, welches erkannt wird. Daher ist ein Bewusstsein, welches durch und durch reine Intelligenz wäre, unmöglich.»*) Hier ist also der Beweis für seinen Dualismus rein psychologisch erbracht. Gewiss muss das Bewusstsein zwei sich gegenseitig voraussetzende Teile haben, das Subjekt, das sich des Objekts bewusst ist. Nur ist dieses Subjekt nicht der Intellekt, sondern die Äusserungen des Intellekts sind ebenso Objekt als die des Gefühls und des Willens. Das Subjekt bin aber dabei stets ich und nicht der Intellekt, wenn man so sagen darf. Überhaupt verliert die ganze Darstellung an Klarheit dadurch, dass mit dem Abstraktum Intellekt wie mit einem realen Etwas verfahren wird. Das Irreführende ist vielleicht die Behauptung gewesen: Bewusstsein besteht im Erkennen. Aus dieser unrichtigen Gleichsetzung von Bewusstsein und Erkennen scheint für den ersten Blick die Annahme zu sprechen, dass irgend ein psychisches oder physisches Phänomen erst von unserer Vorstellung oder unserem Urteil zum Objekt gemacht werden müsse, um uns bewusst zu werden. Ist aber wirklich nur die vorgestellte, beobachtete Freude uns bewusst? Und auch in dem Falle des vorgestellten oder beurteilten Leides z. B. ist eben die Vorstellung des Leides das Objekt und nicht das Leid, während »das Vorstellen» Subjekt wäre. Und bei der sinnlichen Anschauung; der Baum, das Haus u. s. w. ist nicht das Objekt, sondern die Erscheinung des Baumes, des Hauses ist meine Vorstellung und nur als Vorstellung Objekt. Baum, Haus ist der Inhalt, ist meine Vorstellung selbst. Dies ist ja doch der Kernpunkt des Idealismus. Ausserdem wäre dann ein «Erkennen» des Vorstellens und Denkens kurz der intellektuellen Sphäre unseres Bewusstseins durch diesen Intellekt selbst, wenn er die Subjekt-Seite unseres Bewusstsein sein soll, eine Unmöglichkeit. Umsomehr würde die Existenz der Logik, die als Wissenschaft die Gesetze des Denkens behandelt, im Widerspruch mit der psychologischen Grundlehre stehen. Auf die nun untersuchte Schlussfolgerung: stützt sich der Dualismus in der Psychologie. Alles, was nicht der Sphäre des Intellekts angehört, ist der Wille, das Objekt. Alles Lieben, Freuen, Jubeln, Fürchten, Zürnen, Trauern, Schmerzleiden gehört hierher, als Affektationen oder Modifikationen, auch «geringere Grade» des Wollens. Das Gefühl hat hier keine Stellung, es ist nur Wollen. Lassen wir vorläufig die psychologische, «subjektive» Betrachtungsweise fallen und wenden wir uns der «objektiven» physiologischen zu. Wie Schopenhauer jede kleinste Seite des Lebens benützte, um sie als Beleg für seine Metaphysik heranzuziehen. so hatte er auch das Streben, Lehren und Forschungen anderer Gelehrten, wo sie mit seinen Anschauungen zusammenzufallen schienen, als Bekräftigungen seiner Philosophie aufzugreifen. So erkennt er in Darwins Lehre die Stufenreihe seiner Ideen wieder, ganz übersehend, dass sich Beides im Wesen gerade diametral entgegensteht. Denn Darwins Grundgedanke ist die Entwicklungsreihe, die Anpassung u. s. w., Schopenhauers Ideen stehen starr und unveränderlich gegeneinander, jede Entwicklung ausschliessend. Wir befinden uns hier vor einem zweiten solchen Fall. Die physiologische Psychologie untersucht die den psychischen Erscheinungen parallel oder unmittelbar vorhergehenden und folgenden physischen Erregungen der Nerven. Der Materialismus, für den das Ding an sich, wenn man so sagen darf, die Materie ist, macht sich die Resultate der Physiologie zu nutze und sieht in dem Psychischen nichts als Veränderungen (seien es nun mechanische oder chemische u. s. w.) der Materie, Funktionen derselben. Diese Ansicht wird nun von Schopenhauer sofort im Interesse seiner Metaphysik verwendet. Er nennt im Kap. 22 des zweiten Buches seines Hauptwerkes selbst die französischen Physiologen Cabanis. Bichat u. a., denen er seine Anschauung verdankt. Er sieht in den organischen Gebilden aber nicht etwa die Materie; diese ist ihm der Wille, der Fuss ist der Wille zum gehen, die Hand der zum Greifen, das Gehirn der zum Erkennen, allerdings objektiv angeschaut Was ihn der materialistischen Anschauung hier so nahe bringt, ist wohl seine metaphysische Ansicht, dass der Intellekt aus dem Urwesen, dem Willen, stammt, dass dieser jenen geschaffen hat. Und wie nun das Verdauen die physiologische Funktion des Magens ist, so ergibt sich der Intellekt physiologisch als Funktion des Gehirnes. So kommt er denn zu dem Satze, es ist der Intellekt, «das erkennende und bewusste Ich im Grunde tertiär, indem es den Organismus voraussetzt, dieser aber den Willen».*) Dass das principium objectivationis, durch das allein alle Vielheit, Räumlichkeit möglich ist. für das und durch das erst der Organismus besteht, diesen selbst zur Ursache hat, ist gewiss ein Widerspruch. Der Organismus, im besonderen das Gehirn, ist doch Objekt und andererseits vor aller Objektivation. Dieser Widerspruch ist Schopenhauer nicht entgangen, aber seine Überzeugung von dem Intellekt als einem Geschaffenen des Willens ist so mächtig, dass er denselben als eine Antinomie aufstellt. Er gibt sich zufrieden festzustellen: «Allerdings setzt, in meiner Erklärung, das Dasein des Leibes die Welt als Vorstellung voraus; sofern auch er, als Körper oder reales Objekt, nur in ihr ist: und andererseits setzt die Vorstellung selbst ebenso sehr den Leib voraus; da sie nur durch die Funktion eines Organs desselben entsteht.» *) Wir mussten bei Besprechung des Verhältnisses von Intellekt und Wille auf diese Lehre in einigen Worten zu sprechen kommen, denn es wird uns dadurch klar, welch grossen Einfluss die vorgefasste metaphysische Ansicht auf das Beurteilen selbst rein empirischer Fragen hatte. Wie nun «objektiv» der Intellekt tertiär sein soll, so ist er «subjektiv» in seinem Verhältnis zum Wollen eben sekundär. Er ist als Funktion des Gehirnes «physisch», während der Wille als Voraussetzung des Organismus «metaphysisch» ist. Dass dieses Verhältnis auch der rein psychologischen Betrachtung nicht verborgen bleiben könne, dies zu zeigen ist die Aufgabe des Kap. 19 des II. Teiles des Hauptwerkes, indem dieses Kapitel den «Primat des Willens im Selbstbewusstsein» behandelt. Wir sind weit entfernt davon, zu bestreiten, dass das Wollen wenigstens für jede höhere Bewusstseinstätigkeit ein grundlegendes Phänomen ist. Wir brauchen nur auf die wichtige Bolle der Aufmerksamkeit in unserem Geistesleben hinzuweisen. Doch kann man diese Tatsache anerkennen, ohne das Wollen als primär aufzustellen. Man kann dabei doch an der Ursprünglichkeit der Intellekttätigkeit festhalten. Es ist auch nicht zu leugnen; dass die in dem genannten Kapitel gegebene Untersuchung gerade für das Verhältnis zwischen Wollen und Denken von grossem psychologischen Werte ist und besonders war. Wenn auch die Abhängigkeit beider von einander einseitig betrachtet wird und eine solche des Wollens vom Denken eigentlich ganz abgeleugnet wird, so muss die Darstellung als Gegengewicht gegen die allzusehr intellektualistische Richtung der damaligen Psychologie begrüsst werden. Für die selbständige Stellung des Fuhlens und Wollens in der neueren Wissenschaft war Schopenhauers Philosophie überhaupt von grossem Einfluss. Dies muss als sein Verdienst stets anerkannt werden, wenn auch viele der Tatsachen, welche er aus der Erfahrung heranzieht, um die Vorherrschaft des Willens recht drastisch dem Leser vor Augen zu führen, nur im beschränkten Masse von dem psychologischen Willen Geltung haben. So hat der Schluss von der Tätigkeit des Herzens, des Organismus im Schlafe auf den stets wachenden, nie ermüdenden Willen offenbar keine Giltigkeit, sondern es gilt nur von der physiologischen Nervenerregung, dass sie nie ganz unterbrochen ist; diese ist ihm allerdings der 'Wille, aber nicht der Wille als Psychisches. Es wäre eine dankenswerte Aufgabe, die rein psychologischen Lehren des Philosophen zusammenzutragen und einer eingehenden Kritik und Würdigung zu unterziehen. Hier müssen wir von einem Eingehen in die Einzelheiten absehen und auf den Kern der Frage zurückkommen. Was soll durch alle diese Ausführungen denn zuin Schlüsse bewiesen werden? Nicht weniger, als dass der Intellekt, der physiologisch als das Produkt des Organismus' hingestellt worden ist. auch psychologisch sekundär ist. Es sollen in der Erfahrung die Belege dafür gefunden worden sein, dass der Intellekt dem Willen nicht coordiniert, sondern subordiniert ist, während jene bei allseitig unbefangener Betrachtung doch die durchgängige ursächliche Abhängigkeit aller Elemente des psychischen Lebens untereinander bald in der einen, bald in der anderen Richtung erkennen lässt. Gehen wir auf die im Früheren untersuchte psychologische Ansicht zurück, dass der Intellekt das Erkennende, das Subjekt, der Wille das Erkannte, das Objekt ist, so müsste man bloss von diesem Standpunkte aus beide als vollkommen heterogen und auseinandertretend betrachten. Und wie sich später zeigen wird, ist dieses gänzliche Auseinandertreten beider trotz der Lehre, dass der Intellekt zuletzt das Produkt des Willens sei, doch auch für die Metaphysik und Ethik des Philosophen eine Tatsache geblieben. Und doch ist aus dem Gegensätze von Erkennendem und Erkanntem ein empirischer Beweis versucht worden. Er lautet: «Nun aber ist in aller Erkenntnis das Erkannte das Erste und Wesentliche, nicht das Erkennende, soferne jenes das itpwtoTuitos, dieses das ^v.tutio; ist. Daher muss auch im Selbstbewusstsein das Erkannte, mithin der Wille, das Erste und Ursprüngliche sein; das Erkennende hingegen nur das Sekundäre, das Hinzugekommene.»*) Man könnte wohl mit demselben Recht das Gegenteil behaupten. In der Tat aber müssen sich Erkennendes und Erkanntes oder besser Subjekt und Objekt gegenseitig voraussetzen. Kein Objekt ohne Subjekt, kein Subjekt ohne Objekt. Beide müssen gleich ursprünglich sein. Anders steht die Sache (hier treffen wir die Wurzel des Baumes) mit dem Folgenden: «So gross und fundamental daher auch der Unterschied des Wollens vom Erkennen in uns ist, so bleibt dennoch das letzte Substrat beider dasselbe, nämlich der Wille, als das Wesen an sich der ganzen Erscheinung.»*) Hier ist die empirische Folge der psychologischen Auffassung von Intellekt und Wille als deren fundamentale Verschiedenheit ausgesprochen, aber ihr gegenseitiges Verhältnis durch die metaphysische Lehre bestimmt. Weil das Wesen an sich der ganzen Erscheinung der Wille ist, deshalb ist er auch das Wesen des Intellekts. Ist eine solche Einflussnahme aber nicht abzuweisen? Ist das empirische Wollen denn das Wesen an sich der Welt? Es ist ja Erscheinung, Objekt. Die Forderung, dass der Wille als Ding an sich «durchaus nicht Vorstellung, sondern toto genere von ihr verschieden» ist. konsequent durchgeftihrt würde allerdings fast alles von der speziellen Metaphysik des Philosophen niederreissen. Die Psychologie muss aber lediglich auf der Erfahrung beruhen und durch strenge Prüfung der gegebenen Tatsachen sich entwickeln, ohne auf irgend eine Metaphysik Rücksicht zu nehmen. Ja die erste Forderung für die Metaphysik ist, nicht in Widersprüche mit den erfahrungs-mässig festgelegten Lehren der Psychologie zu gelangen. Ich will nicht so weit gehen zu sagen, dass bei Schopenhauer der empirische Wille identisch mit dem Willen an sich ist, trotzdem es an sehr vielen Stellen ausgedrückt ist, aber dass seine ganze Willens-Psychologie von der Metaphysik beeinflusst ist, dürfte nach dem Vorhergehenden feststehen. Der empirische Wille als «nächste und deutlichste Erscheinung des Dinges an sich» ist ihm stets metaphysisch im Gegensätze zum Intellekt. Wenn man aber an dem Grundsätze festhält, dass das Ding an sich schlechthin unvergleichbar mit irgend einer Vorstellung ist, so kann man nicht einmal den Satz aussprechen, dass das empirische Wollen die nächste Erscheinung des Dinges an sich ist. Mit der untergeordneten Stellung, welche der Intellekt in der Psychologie einnimmt, steht nun aber die Leistung desselben gerade in seiner Philosophie im Widerspruch. Denn niemand anderer als der tiefstehende Intellekt vermittelt uns die Kenntnis von dem Wesen der Welt. In den beiden Auffassungen, dass der Intellekt einerseits nur zur Erkenntnis der Welt als Vorstellung befähigt ist, andererseits aber, dass es doch möglich ist, das Ding an sich zu erfassen, liegt die Vereinigung der erkenntnisth poretischen Anschauung des Kantischen Idealismus und des Strebens der vorkantischen Philosophie, zum Wesen der Welt vorzudringen. Darin liegt aber auch der Grund einer Zweiteilung der intellektuellen Sphäre in Denken und Anschauen, die sich in ihrer Bedeutung schroff gegenüberstehen. Allerdings muss man das Anschauen nicht bloss als sinnliches Wahrnehmen auffassen; es gehört vielmehr auch das phantasievolle, künstlerische Deuten und Beleben des Angeschauten zur Anschauung selbst. Da das ganze Leben eine tiefere metaphysische Bedeutung haben soll und Schopenhauer in allem und jedem auf diese metaphysische Seite einzugehen bestrebt ist, muss die Bedeutung des begrifflichen Denkens eine untergeordnete sein. So ist es selbstverständlich, dass er dasselbe für die ganze Naturerklärung als unbrauchbar hinstellt. Der Gegensatz zwischen begrifflichem und anschaulichem Denken ist ein fundamentaler. Jenes ist unfähig wirkliche Wahrheiten zutage zu fördern, es hat bloss einen organisatorischen, systematisierenden Wert, während «die eigentliche Weisheit etwas Intuitives, nicht etwas Abstraktes»**) ist. Ia noch mehr! «Im vierten Buche sehen wir sogar die Tugend eigentlich von der anschauenden Erkenntnis o o o ausgehen: Denn nur die Handlungen, welche unmittelbar durch diese hervorgerufen werden, mithin aus reinem Antriebe unserer *) II, 303. **) II, 87. eigenen Natur geschehen, sind eigentliche Symptome unseres wahren und unveränderlichen Charakters..*) Weil Kant den Weg des begrifflichen Denkens versucht hatte, musste er nach Schopenhauers Meinung zur Unerkennbarkeit des Dings an sich kommen. Weil das Moralische seinen Grund im Ding an sich hat, kann das begriffliche Denken keine wahren ethischen Werte erzielen, deshalb musste Kant zu seiner dem menschlichen Fühlen widersprechenden Ethik kommen. Aber trotz der tiefen Kluft, welche beide Seiten des Intellekts trennt, ist das anschauliche Erkennen eben doch Sache des Intellekts. Dass aber diese subordinierte «Funktion des Leibes» die Grenzen der Welt als Vorstellung durchbrechen und das Wesen der Welt erfassen könne, muss wohl als eine Unmöglichkeit bezeichnet werden. Dieser selbe Intellekt soll im Genie das Anschauen der Ideen bewerkstelligen, ja er soll die tiefe Schuld des Willens, die in dessen Objektivation sich spiegelt, erfassen und endlich den Willen selbst, dessen Produkt er ist, zur Ruhe bringen. Ist also einerseits psychologisch der Intellekt weit unterschätzt und besonders das begriffliche Denken fast zur vollen Unfruchtbarkeit herabgedrückt worden, so ist wieder andererseits derselbe Intellekt mit einer Fähigkeit ausgestattet worden, welche ihn über den Willen, das Wesen der Welt, als selbständige Macht erhebt. Am deutlichsten tritt dies hervor in der teleologischen Auffassung von der Welt, welche in dieselbe als Zweck ihres Daseins die Selbsterkenntnis des Willens, als Grund ihres Daseins die durch Leiden zu begleichende Urschuld des Willens setzt. Wie ist aber eine Zwecksetzung ohne Intelligenz möglich? Wir sehen also zum Schlüsse, dass der Intellekt doch in gewissem Sinne selbständig neben, ja sogar über den Willen tritt und, trotz der einheitlichen Willenslehre, die Ureinheit des Wesens der Welt durchbricht. Die Möglichkeit der Welterlösung ist mit der Möglichkeit eines vom Willen frei gewordenen, den Willen zur Ruhe bringenden Intellektes allein gegeben. Der empirische und intelligible Charakter. Wir müssen uns der Natur der Sache gemäss in diesem Kapitel mit der Metaphysik des Philosophen beschäftigen. Dabei werden wir aber die in Untersuchung stehende Lehre vom Standpunkte des kritischen Idealismus aus behandeln, nach dem Raum, Zeit und Kausalität Formen der Erscheinung sind. «W as, durch die notwendige Entwickelung in der Zeit und das dadurch bedingte Zerfallen in einzelne Handlungen, als empirischer Charakter erkannt wird, ist, mit Abstraktion von dieser zeitlichen Form der Erscheinung, der intclligiblc Charakter,»*) so lautet eine der vielen Stellen, an denen Schopenhauer das Verhältnis zwischen empirischem und intelligiblem Charakter aus-driickt. Die Unterscheidung beider ist aus der Kantischen Philosophie übernommen. «Ich nenne dasjenige an einem Gegenstände der Sinne, was selbst nicht Erscheinung ist, intelligibel»**), sagt Kant. Beide Arten des Charakters stehen somit in demselben Verhältnis wie die «Erscheinung» zum «Ding an sich». Bleiben wir einen Augenblick bei dieser Lehre Kants stehen, welche zu den meistumstrittenen seines Systems zählt und gegen welche die ersten kritischen Versuche dasselbe trafen. Hat auch Kant den Begriff des Dinges an sich lediglich als einen negativen, einen Grenzbegriff aufgestellt, so ist wohl nicht daran zu zweifeln, dass ihn die Frage nach der Ursache unserer Erscheinungswelt zum Dinge an sich geführt hat. Dass das Dine; an sich die Ursache der Erscheinung ist, ist für o o ' ihn Tatsache, nur warum diese Erscheinung gerade so ausgefallen ist und was das Ding an sich ist, dies ist als unerklärlich abgewiesen worden. Das Ding an sich muss aber frei von allen Formen sein, denen die Erscheinungswelt unterworfen ist. Keinen wie immer gearteten positiven Inhalt dürfen wir dem Begriff des Dinges an sich zuschreiben. Denn das könnte nur durch unser Denken geschehen, das aus seinen Formen der Zeit und Kausalität nicht heraus kann. Lehmann ***) nennt den blossen Begriff schon einen «mit inneren Widersprüchen behafteten Unbegriff». Innere Widersprüche sind aber nur in der Fassung Kants gelegen. In dieser Gestalt wird einerseits dem Ding an sich Existenz zugesprochen. Der Begriff der Existenz ist aber ein durch unser abstrahierendes Denken aus unserem Urteilen gewonnener Relationsbegriff. Es hat dabei nichts zu tun. dass Kant einen Beweis für die Existenz in der K. d. r. V. abgelehnt hat und diese auf den Vernunftglauben stützt. Der Begriff des Existierens ist unserem Denken entnommen und kann auf das Ding an sich keine Anwendung finden. Andererseits (und das ist für den Freiheitsbegriff entscheidend) hat Kant das Ding an sich in ursächliche Beziehung zur Erscheinung gesetzt. Jede Kausalität, jedes Schaffen und Wirken ist ausser der Zeit aber undenkbar, da der Begriff von Ursache und Wirkung ebenfalls unserer Erkenntnis entnommen ist. Weil Kant aber den rein negativ bestimmten Grenzbegriff überschritten hat, darf nicht die vollkommene Abweisung des Begriffs selbst gefordert werden. Ich gebe gerne zu, dass eine solche negative Begriffsbestimmung keinen praktischen Nutzen für die Philosophie haben kann. Sie würde nichts weiter bedeuten als der Satz: die Welt ist meine Vorstellung. *) I, 218. **) K. d. r. V.—R (422). ***) In: «Über Kants Prmcipien der Ethik und Schopenhauers Beurteilung derselben» von Dr. Otto Lehmann. Grellen wir nun zur besonderen Form dieser Lehre bei Schopenhauer über, so sehen wir sofort, wie reich an positivem Inhalt dieses Ding an sich geworden ist. Was die Existenz desselben anlangt, so soll sie allerdings von der Existenz, die wir in der Erfahrungswelt finden, verschieden sein. Schopenhauer scheidet streng das «An-sich-sein», welches er dem Unvillen zuschreibt, von dem «Für-ein-anderes-Dasein», das dieser Welt als Vorstellung zukommt. «An-sich-sein ist Wollen»! *) Was beisst das: Sein ist Wollen? Man kann diesem Satze höchstens einen Sinn beilegen, wenn man ihn als volo. ergo sum auffasst. Das An-sich-sein ist ein leeres Wort, bei dem man sich nichts denken kann. Der Einwand, dass man sich das Sein des Dinges an sich nur als anders denken kann, aber liber das Wie gar nicht denken darf, ist für Schopenhauer nicht zutreffend. Denn wer kann die Existenz des Dinges an sich als toto genere verschieden von der der Vorstellung nehmen, wenn er mit dem Ding an sich ganz wie mit einem erkennbaren Objekt verfährt? In der Frage der Erkennbarkeit des Dinges an sich ist Schopenhauer nicht konsequent geblieben. Im ersten Hände des Hauptwerkes finden wir nirgends einen Zweifel an derselben. Der anschauende Intellekt soll uns das, was die Welt nicht «für ein Anderes ist», sondern, was sie «an sich» ist, vermitteln. Im zweiten Rande aber, der um 25 Jahre später herausgekommen ist, scheinen ihm die Widersprüche klarer geworden zu sein und er spricht von dem Willen nur als der Erscheinung. «in welcher das Ding an sich in der allerleichtesten Verhüllung sich darstellt»*) Die Frage aber sei nie zu beantworten, was denn dieser Wille «zuletzt schlechthin an sich selbst sei».**) Der Fehler Kants, dass er das Ding an sich in ursächlicher Beziehung zur Erscheinung gedacht hat, tritt bei Schopenhauer in seinen Konsequenzen viel deutlicher zu Tage. Denn die Lehre von den Ideen ist nichts als die nähere Durchführung dieses Gedankens. Zwischen den Vorstellungen und den einzelnen Willensakten des Urwillens liegt als Mittelglied das Reich der Ideen. Jede Idee ist «allein die möglichst adäquate Objektität des Willens oder Dinges an sieh, ja selbst das ganze Ding an sich,nur unter der Form der Vorstellung.»***) Gleichzeitig soll sie aber ausser der Zeit und auch nicht irti Raume liegen. Diese Lehre zeigt den Widerspruch und die Schwäche des ganzen Systemes recht deutlich. Schopenhauer musste in der Vorstellungswelt eine Stufenleiter sehen, in der er gleich die Zweckmässigkeit erkennt, dass der Wille in seiner Objektwerdung alle diese Stufen durchgehen müsse, um den Intellekt endlich so hoch zu bilden, dass er zur Selbsterkenntnis gelangen könne. Diese Stufen kennzeichnen die Ideen. Ieder Willensakt des Urwillens ist die Ursache einer Idee, welche wieder die Ursache aller der unter sie fallenden Erscheinungen sein soll. Wir sehen die durchgängige Kausalität, von der aber das Ding an sich frei sein soll. Die weitere Ausgestaltung dieser Kausalität im Ding an sich führt zu dem im Verhältnis des intelligiblen und empirischen Charakter zum Ausdrucke kommenden Fehler der Individualität im Ding an sich. Richtig spricht Schopenhauer von der «All-Einheit» des Urwillens, um damit eben das Undenkbare zu bezeichnen, dass nur definiert werden kann dadurch, dass es weder Einheit nach Vielheit sei, also eine lediglich negative Bestimmung. Doch sofort ist diese negative Umgrenzung durchbrochen durch den Grundgedanken der kausalen Abhängigkeit. Alle Verschiedenheit, alles Auseinanderfallen in einzelne Individuen soll nur möglich sein durch das principium individuationis, das ohne unseren Intellekt unmöglich ist. Andererseits soll sie im Urwillen durch dessen verschiedene Willensakte, ihren tieferen Grund haben. Wie kann eine solche Verschiedenheit bestehen ausser der Zeit? Das Ding an sich, der endlos strebende Urwille, soll er wirklich nichts als Streben sein, so muss ihm die Form der Zeit zugesprochen werden, die wieder nur dem Intellekt eigen ist. In Briefen Schopenhauers an Frauenstädt findet sich die Behauptung, dass die Verschiedenheit der Erscheinungswelt ihren Grund im Ding an sich haben muss und im Ansclduss an die Betrachtung der moralischen Freiheit heisst es in den Parergis II: «Hieraus folgt nun ferner, dass die Individualität nicht allein auf dem princ.ipio individuationis beruht und daher nicht durch und durch blosse Erscheinung ist, sondern dass sie im Dinge an sich, im Willen des Einzelnen, wurzelt: denn sein Charakter ist individuell.»*) Wir stossen also hier auf den Gegensatz: All-Einheit des Dings an sich und Individualität im Ding an sich. Die Lehre vom intelligiblen Charakter hat aber noch eine andere Folge für die Psychologie und Ethik. Im intelligiblen Charakter sollen alle Charakterzüge des empirischen gleichsam präformiert sein. Ist nun der erste als ausserzeitlicher Willensakt gedacht, so bleibt er starr, unveränderlich, denn ändern könnte er sieh nur in der Zeit. Einmal gewollt ist er die dem Einzelnen als Objektivationstufe zukommende Idee, «feststehend, keinem Wechsel unterworfen, immer seiend, nie geworden». Daher folgt für den empirischen Charakter, die in der Zeit determinierte Erscheinung jenes Willensaktes, dass er wie dieser selbst konstant und unveränderlich bleibt. In dieser Lehre liegt eine allgemeinere Auffassung, die mit der modernen Betrachtung in schroffem Gegensätze steht. Nicht bloss der menschliche Charakter ist konstant, sondern auch der Charakter jeder Tierspezies; denn auch ihre Idee ist starr und ewig. Die von der neuen Wissenschaft gelehrte Entwicklung ist mit dieser Starrheit unverträglich. Für den Menschen wird aber die Lehre von der Konstanz des Charakters weit inhaltsschwerer, denn sie bezieht sich auf sein innerstes Wesen. Stellen wir uns psychologisch nun dieser Frage gegenüber, so können wir an uns selbst wahrnehmen, wie wir bei den gleichen Motiven oft sehr verschieden handeln. Allein dies ist absolut nicht ein Gegenbeweis gegen Schopenhauers Ansicht. Denn in jedem Augenblicke wird unsere Erkenntnis bereichert, die die Motive in ihrer Wirksamkeit beeinflusst, und in der Tat kann man ganz die gleichen Umstände unter denen man das einemal auf Motive so reagiert hat, nie wieder schaffen. Trotzdem wird aber die Lehre von der Konstanz des Charakters von der Psychologie zurückgewiesen. Tatsache ist es doch, dass böse Beispiele gute Sitten verderben und nicht bloss in dem Sinne, dass sie neue Motive für ein schlechtes Handeln schaffen, da sie die Vorteile für die eigene Person dem Egoismus recht vorzeigen, nein sie verderben den Charakter. Die Betrachtung des Lebenslaufes der Verbrecher macht dies zur unabweisbaren Gewissheit. Ja sogar die Verfeinerung oder Verrohung der Umgangsformen des Menschen übt einen Einfluss auf den Charakter aus. Die Macht der Gewohnheit erkennt eben Schopenhauer nicht an und darin liegt ein Übersehen eines sehr wirksamen Faktors in unserem Leben. Darum erklärt er es auch für unsinnig an einen praktischen Erfolg der Pädagogik zu glauben, die «das Herz bessern» will, während bloss der «Kopf» gebessert wei’den kann. Damit tritt er freilich zum Teile mit Recht einer noch immer nicht ganz überwundenen Anschauung entgegen, dass Erziehung alles leisten könne. Nein die angeborenen Anlagen des Charakters spielen ebenso eine bedeutende Rolle wie die des Kopfes. Aber die Erfahrung des Lehres spricht ganz deutlich dafür, dass man z. B. aus einem ganz unkritischen Kopf bei fortgesetzter Übung einen ganz leidlichen Kritikus heranbilden könne, wie man gewiss auch die Empfänglichkeit für die Leiden der Mitmenschen und Tiere ganz erheblich steigern kann. Allerdings ein absoluter Beweis lässt sieh kaum dafür erbringen und man wird allemal dagegen einwenden können, dass man jetzt erst den wahren Charakter kennen gelernt hat. Aber es ist nicht einzusehen, warum man die Schärfung der Urteilskraft durch Gewohnheit anerkennen, die guter Charaktereigenschaften aber leugnen soll. Ja mir will es scheinen, dass man eher aus einem schlechten Menschen einen guten als aus einem dummen einen gescheiten wird machen können. Die Wahrheit liegt eben hier weder in dem einen noch in dem anderen Extrem, sondern zwischen beiden. In der Lehre von der Konstanz des Charakters hat aber die Annahme des intelligiblen, als starrer Idee, eine verhängnisvolle praktische Folge. Sie ist der ethischen Gesinnung sogar gefährlich, denn sie lehrt uns an jeder Besserung verzweifeln. Trostlos muss eine solche Ethik werden. So kann man der Schopenhauerschen Charakterlehre im erhöhten Masse den Vorwurf machen, den Hoffähig der Kantsehen macht, dass sie «Charakterfatalismus» ist. An das Verhältnis des empirischen und intelligiblen Charakters knüpft sich die Freiheitslehre des Philosophen. Das Überschreiten des Gebietes der Erfahrung mit dem Kausalitätsbegriff hat die Verlegung der moralischen Freiheit in den intelligiblen Charakter, ins Dirnr an sich, zur Folge. Auch hiemit befinden wir uns auf 0 7 0 dem Boden der Kaatschen Lehre. Doch erhalt bei Kant die transzendentale Freiheit erst durch den Vernunftglauben Wirklichkeit, während sie bei Schopenhauer ganz transzendent von «höchster metaphysischer Realität» ist. In seiner rein negativen Bestimmung, als Unabhängigkeit von der Form der Kausalität, muss der O O j Freiheitsbegriff für jedes ethische Gebäude unfruchtbar sein. Denn worauf soll sich denn die Freiheit beziehen? Handeln, Wollen, Streben ist nur in der Zeit möglich und sind durchwegs Begriffe aus dieser Welt der Erfahrung. Die Freiheit in rein negativer, transzendentaler Gestalt hat gar keine Bedeutung, denn sie besagt nur, dass die Kausalität eine Erscheinungsform ist und dass sie auf nichts ausser der Welt als Vorstellung Bezug hat. Die Unanwendbarkeit des Kausalitätsbegriffes ist aber doch nicht Freiheit. Nun aber wird Unanwendbarkeit des Kausalitätsbegriffes gleich Abwesenheit der Notwendigkeit gesetzt und dabei docli die Kausalität aufrechterhalten, indem das Anfangsglied der Kausalreihe in das Ding an sich, den intelligiblen Charakter, verlegt wird. Wie dann endlich der ausser der Zeit liegende intelligible Charakter doch wirken soll, indem er die kausale Grundlage des empirischen Charakters und seiner Äusserungen ist, ist nicht zu verstehen und ganz rätselhaft. Auf den auf einer unstatthaften Anwendung des Begriffs der Kausalität beruhenden Begriff der transzendentalen Freiheit soll sich nun unser reales Verantwortlichkeitsgefühl stützen. Wird es bis auf diesen Punkt verwiesen, dann musste allerdings notwendig die Verschiedenheit der Individuen im Ding an sich liegen, was nur sein kann, wenn es eine Individuation gibt, die vom principi um individuationis unabhängig ist. Hier sind wir wieder bei dem schon oben erwähnten Widerspruch. Abgesehen davon, muss man wohl fragen: Wem genügt die Antwort, dass er sich verantwortlich zu fühlen hat für einen ausserzeitlichen Willensakt? Welcher Widerspruch liegt in einem ausserzeitlichen Willenscr/ri/ Wessen Verantwortlichkeitsgefühl gibt sich mit der Erklärung zufrieden: «Er hätte ein anderer sein können: und in dem, was er ist, liegt Schuld und Verdienst.»*) Jenes Gefüld bleibt unbeeinflusst von aller philosophischen Spekulation. Es findet erst Beruhigung in dem festen Vorsatz: Ich will mich bessern! Und dieser Vorsatz verstummt auch nicht durch die Antwort des Philosophen, dass dies unmöglich sei. Die Erörterungen dieses Kapitels überblickend, müssen wir zu dem Urteile kommen, dass es für Schopenhauers Ethik verhängnisvoll geworden ist, dass er diese Lehre Kants aufgenommen hat. Freilich war auch das notwendig, um die Unhaltbarkeit derselben klar zu machen. Und dazu bedurfte es der frischen Auffassung Schopenhauers, die sich mit den leeren negativen Grenzbegriffen nicht anders ablinden konnte, als sie zu einer über der Existenz dieser Welt stehenden höheren Realität zu erheben. Was also die Lehre vom intelligiblen Charakter und der transzendentalen .Freiheit anlangt, kann man die Ethik Schopenhauers einen «Vergrösserungs-spiegel der Fehler der Ivantischen» nennen. Der Pessimismus Der Pessimismus ist die Seite der Schopenhauersehen Philosophie, welche sie populär gemacht hat. All die Unzufriedenheit der Menscheit mit dem Bestehenden, die fast immer in ein Jammern über das Elend der Welt ausklingt und sich nur selten zu dem ernstlichen Willen emporringt, die Übelstände nach Möglichkeit abzustellen, findet reiche Nahrung, wo immer man die Werke des Philosophen aufschlagen mag. Der reine Pessimismus Schopenhauers ist zunächst empirischer Natur. Als solcher trifft er die verschiedensten Seiten des menschlichen Lebens. Er tritt ebensosehr dem Optimismus entgegen, welcher von der Gottähnlichkeit der Menschheit überzeugt ist, als dem, welcher die Möglichkeit der Glückserlangung, ja die Bestimmung des Menschen zu ihr behaupten will. Gegen die erste Auffassung stellt Schopenhauer die aus seiner Erfahrung und seinem eigenen Schicksal gewonnene Überzeugung von der Schlechtigkeit des Menschentums in intellektueller, moralischer und ästhetischer Beziehung, ferner die Leugnung aller Besserungsfähigkeit und alles Fortschrittes, gegen die zweite Auffassung aber die innerste Gewissheit von der Negativität des Glücks und der Lust überhaupt, die er nicht nur in der Erfahrung aufzuzeigen, sondern aus der Natur des Glücks und der Lust beweisen zu können glaubt. Wenn auch beide Seiten des empirischen Pessimismus eng zusammengehören und zu ihrer Befestigung gegenseitig beigetragen haben, ist doch in erster Linie die zweite hier, wo es sich um die Voraussetzungen seiner Ethik handelt, im Auge zu behalten. Weil nur das Leiden, nur der Schmerz wirkliche Realität besitzt, das Positive, während alle Freude, alles gefühlte Glück nichts als Abwesenheit des Leidens, etwas Negatives ist und nur durch den Gegensatz den Schein des Realen gewinnt, kann auch alle Liebe nur insofern Freude bewirken, als sie das Positive, das Leiden, vermindert. Deshalb besteht alle Liebe nur im Mitleid, deshalb kann nicht das Mitgefühl schlechtweg, also auch die O. Mitfreude, Fundament der Ethik sein, sondern nur das Mitleid. f Leben ist wesentlich Leiden» !*) In diesem Satze liegt die Zusammenfassung des empirischen Pessimismus. Seine Wahrheit nachzuweisen, wird Schopenhauer nicht müde, alle möglichen Seiten des praktischen Lebens heranzuziehen. Zahllos sind die Stellen, an denen er auf die Lazarette, Siechenhiiuser. Irrenanstalten verweist, zahllos die Stellen, an denen er die Flüchtigkeit der Zeit, die Enttäuschungen aller derer hervorhebt, die auf die Erreichbarkeit des Glückes ihre Hoffnung gesetzt haben. Die Anschaulichkeit und Klarheit der Darstellung erreicht hier ihren Höhepunkt. So kann nur ein Schriftsteller schreiben, der ganz von der grässlichen Wahrheit seiner Lehre durchdrungen ist. Aber so lebhaft kann auch nur der fühlen, der selbst aufs ärgste von der Welt enttäuscht worden ist. der Glück und Anerkennung gesucht, aber nicht gefunden hat. Aus allen seinen Schilderungen spricht der kräftige, aber getäuschte Lebenswille, der heftige Drang zur Bejahung des Willens zum Leben. Aber dabei konnte es Schopenhauer nicht bewenden lassen; in der Philosophie gilt es zu beweisen und so unternimmt er es, den Nachweis für seine Lehre aus der Natur des menschlichen Wollens zu führen. Das Wollen ist ihm dabei natürlich das Wesen der Welt. Es ist ein fortwährender Drang, ein unaufhörliches Streben, diese innerste Natur des Menschen. Befriedigung kann nur durch Erreichung des Zieles werden. Aber da das Streben ein nie endenwollendes ist, ist auch die Befriedigung keine dauernde. Kaum ist ein Ziel erreicht, so ist schon wieder ein weiteres gesteckt. So erhält der Wille eigentlich nie wahre Befriedigung. Bisher befindet sich Schopenhauer insoferno im Recht, als wenigstens der schaffende Geist, der Forscher, ja jeder höherstehende Mensch stets weiter strebt. Jeder Stillstand ist Rückschritt. Wer die Balm der Arbeit betreten hat, kann nicht mehr zurück, er muss vorwärts. Aber dieses Argument ist noch kein ausreichendes, es erweist wohl die Flüchtigkeit der Befriedigung, aber nicht die Flüchtigkeit der Freude, der Lust. Die Befriedigung ist flüchtig; wer wollte das bestreiten; aber die Freude an der Befriedigung ist es nicht, die Lust am Schaffen ist es nicht, die wächst, je mehr man strebt und schafft. Die Freude an der Arbeit, die Freude endlich der Hoffnung sind ganz von Schopenhauer übersehen worden. Er kennt das nicht, was die Psychologie unter den Begriff der Kraftgefühle zusammenfasst. Doch sein Beweis ist noch nicht am Ende. Wir müssen noch zur Einsicht gelangen, dass es eigentlich gar keine positive Befriedigung gibt. «Die Basis alles Wollens aber ist Bedürftigkeit. Mangel, also Schmerz». Ja noch mehr: «der Wunsch ist seiner Natur nach Schmerz»**). Ist er erfüllt, so tritt entweder ein neuer Wunsch ein. oder die Langeweile peinigt den Menschen. Die Schlussfolgerung ist also folgende: Alles Leben ist Streben; alles Streben ist Leiden, *) 1. 403. **) I. 406. somit: Alles Leben Leiden! Und weiter: Es kann also höchstens das Leiden auf kurze Zeit aufgehoben werden; würde es auf lange 0 7 O Zeit aufhören können, so gibt es kein Streben mehr, also auch kein Leben. Was also als Freude gefühlt wird, ist nur das Aufhören des Leidens, der Mangel des Schmerzes, somit etwas Negatives. Der Gegensatz zwischen dem Leiden und der kurzen Unterbrechung desselben gibt der Freude bloss den Schein des Positiven. Abgesehen davon, dass es für den. der Freude empfindet, ganz gleichgiltig ist, ob diese nur der Mangel des Schmerzes ist, erheben sich ganz andere psychologische Bedenken gegen diese Aufstellung. Wie schon oben ausgesprochen, ist die Schaffenslust eine Tatsache. Ja der Drang zu arbeiten. Gefahren zu bestehen, ist im Leben des einzelnen oft von ausschlaggebender Bedeutung. Aber man kann noch immer aufrecht halten, dass der Arbeit als solcher kein Lustwert entspricht. Man kann ja die folgende psychologische Erwägung gelten lassen. Was wir während der ganzen Dauer einer Arbeit oder irgend einer Leistung unseres Körpers als Lust empfinden, ist nicht etwa die Lust an der Arbeit; diese ist, als Akt an sich genommen, immer von einem Unlustgefühl begleitet. Aber mit jedem Schritt kommeu wir unserem Ziele näher. Jeder folgende Zeitpunkt bereitet uns dadurch Freude, dass wir wieder weitergekommen sind; wie ja jedes Stocken der Arbeit als Unlust gefühlt wird. Aber dann ist auch kein Grund dafür vorhanden, über die Flüchtigkeit der Befriedigung zu klagen, wenn wir unausgesetzt immer neue Teilziele erreichen und mit ihnen nicht nur stets neue Be- friedigung erlangen, sondern diese Befriedigung sich noch von Schritt zu Schritt steigert in der vorausschauenden Hoffnung für unser Endziel. So kann tatsächlich die Unlust des Arbeitens als solchen weit aufgewogen werden durch die fortschreitende Reihe der Befriedigung, welche selbst einen kontinuierlichen Charakter annehmen kann. Aber noch weiter. Wie steht es denn mit dem Satze, dass das Streben wesentlich Leiden ist? Zunächst muss zugegeben werden, dass der Schmerz, die Unlust viel energischer in unser Handeln eingreift als die Freude. Aber doch ist nicht abzuleugnen, dass die unsichere Stellung unseres Gefühlslebens in der Philosophie Schopenhauers einen entscheidenden Einfluss auch in diesem Punkte hat. Schmerz, Unlust sind wohl die Ursachen des Strebens, aber nicht das Streben selbst. Man kann ganz wohl behaupten, dass ein Lustgefühl nie die direkte, letzte Ursache unseres Wollens sein kann. Jedes vollbewusste Handeln will eine Veränderung herbeiführen, muss also eine, wenn auch noch so geringe, Unlust über das Bestehende als letzte Voraussetzung haben. Aber diese Unlust kann durch die vorhandenen Lustgefühle weit aufgehoben werden, ganz unbewusst bleiben. Wer ein lusterzeugendes Gut sich dauernd erhalten will, hat als letzte Ursache seines Handelns gewiss die Unlust, die er beim Gedanken an den Verlust des Gutes fühlt; wer in jubelnder Freude seinem Mitmenschen ein Geschenk macht, um ihn auch freudig zu sehen, hat als letzte Ursache seines Handelns wieder ein Unlustgefühl darüber, dass der andere sich nicht mit ihm freuen kann. Aber dieses kann er vor eigener Freude kaum merken. Lust und Unlust drücken immer einen Wert aus, den irgend etwas für das Individuum hat. Es kann somit eine Identifizierung zwischen Schmerz und Streben nicht stattfinden. Wir befinden uns im Leben fast niemals ganz ohne Unlust, aber auch fast niemals ganz ohne Lust. Aber meistens gehen die kleinen Teilgefühle nur in ein allgemeines Gesammtgefühl über, das als Resultierende bezeichnet werden kann. Das Streben kann also eine, wenn auch unbwusste, Ursache in irgend einem der Teilgefühle haben. Und selbst bei heftigem Leid fehlt oft irgend etwas nicht, das uns wohltut, wie auch den Jubelnden häufig doch irgend wo der Schuh drückt. Dieselbe Charakterisierung der Lust und Unlust als Grundqualitäten des Gefühles lässt es auch nicht zu, eines der beiden als das Positive, das andere als die blosse Negation zu bezeichnen. Für das tatsächlich im Bewusstsein Vorhandene hat keiner der beiden Begriffe, positiv oder negativ, irgend einen Sinn. Man kann dasselbe höchstens als absolut, im mathematischen Sinne, bezeichen. Es hat sich somit vom psychologischen Standpunkt der empirische Pessimismus als unhaltbar erwiesen. Auf die Widersprüche zwischen einigen Lehren des Philosophen (z. B. vom reinen Glück des künstlerischen Anschauens) und dieser These von der Negativität der Lust will ich nicht eingehen. Aber ein Widerspruch muss hier notwendig behandelt werden; ich meine den, dass einerseits als oberste Forderung für das ethische Lehrgebäude die Ausscheidung jedes Eudämonismus aufgestellt, andererseits aber dieser empirische Pessimismus zur Grundlage der Ethik gemacht worden ist. Eine ethische Untersuchung, die zuerst beweist, dass das Menschenleben «einer wahren Glückseligkeit» unfähig ist, hat den Eudämonismus schon zur Voraussetzung. Denn wäre sie zu dem Resultate gekommen, dass wahre Glückseligkeit in diesem Leben zu finden sei, dann allerdings wäre das Leben nicht «unselig», dann wäre der Wille zum Leben nicht zu verneinen. Wie aller Eudämonismus auf dem Egoismus beruht, so auch dieser Pessimismus, der von rein egoistischer Auffassung aus bejammert, dass der Mensch nicht stets die Wollust der Freude empfinden kann. In manchen Beispielen, die für die Negativität aller Lust zeugen sollen, wird dieser Egoismus zur platten, alltäglichen Genusssucht. Wir müssen in dem empirischen Pessimismus eine eudämonistische Beurteilung des Lebens und Handelns erblicken, die der Philosoph selbst als den Kardinalfehler der antiken Ethik bezeichnet hat. Inwieferne dies ein Fehler ist, werde ich im letzten Kapitel behandeln. Dass aber eine pessimistische Ethik mit der Begründung durch den empirischen Pessimismus im schroffen Widerspruch steht zu einer nicht eüdämonistischen Auffassung, ist nicht zu bestreiten. Schopenhauer lehrt, dass es nur einen angeborenen Irrtum gebe, «und es ist der, dass wir da sind, um glücklich zu sein»*) Nur wer in diesem Irrtum befangen ist, kann ewig darüber klagen, dass es kein dauerndes Glück gibt. So kann denn Windel band mit gewissem Recht sagen: «In Folge dessen geht seine (Sch..) ganze Untersuchung auf den Eudämonismus zurück und betrachtet das Glückseligkeitsstreben als Grundmotiv des empirischen Willenslebens.»**) Ich möchte das «betrachtet» nicht unterschreiben. Schopenhauer ist sieh meiner Ansicht nach dieser Tatsache nicht bewusst gewesen. Macht schon die ganze Darstellung dieser Kapitel den Eindruck, dass der Philosoph von dem heftigsten Streben nach Glück erfüllt ist, so kann der Pessimismus nur durch dieses Streben zustande gekommen sein. Und sehen wir nicht trotz der Widersinnigkeit des Strebens nach Glück doch die Askese zum Schlüsse nur in diesem Streben wurzeln? Denn in ihr allein ist dauernder Friede möglich. Der Asket hatte nach des Philosophen Schilderung einsehen gelernt, dass er liier niemals zum Glück gelangen könne, wie mit einem Schlag hat sich ihm dann als einziger Ausweg das Freiwerden von diesem Streben, das Nicht-Wollen, dargeboten — er ist Asket geworden, weil er vom Leben erwartet hat. dass es sein Glückseligkeitsstreben doch erfüllen werde, und sicli darin schwer getäuscht sah. Hier sind wir aber von dem empirisch-egoistischen Pessimismus zu dem metaphysisch-moralischen gekommen. Der bisher betrachtete Pessimismus des Philosophen erhält eine wesentliche Verschärfung dadurch, dass er mit der Überzeugung von der moralischen Bedeutung der Welt zusammentrifft. Dieselbe lässt es bei der einfachen Konstatierung der Tatsache, dass Leben wesentlich Leiden sei, nicht bewenden. Und das ist ein natürlicher Zug. Die Betrachtung der Welt als Jammertal fordert dazu auf, nach einer Erklärung für diese düstere Erscheinung zu forschen. Muss man nun in diesem ganzen Dasein eine tiefere und zwar moralische Bedeutung sehen, so liegt der Gedanke nahe, dasselbe als eine Schuld selbst zu betrachten. Und die Bestätigung dieser Auflassung von einer diesem Leben zugrunde liegenden Schuld findet sich in der indischen und christlichen Religion durch die Lehre von der Erbsünde. Es liegt also in der Lehre von der Urschuld des Willens eine tiefe menschliche Weisheit, die eine sichere Grundlage für die religiösen Gefühle bildet. Dass der Wille an sich seine Freiheit dazu benützt, zu wollen, dadurch hat er eine ewige Schuld auf sich geladen. Und diese Schuld drückt sich in allen den Leiden der Welt aus, welche als ihre Sühne anzusehen sind. Hier ist die ewige Gerechtigkeit zu suchen. Der Pessimismus hat somit durch die moralische Grundüberzeugung eine Schärfe erfahren, welche den, der einmal diese Weisheit erfasst hat, dazu zwingt, jede Hoffnung auf Glück aufzugeben. Von der Urschuld des Willens überzeugt, muss er das Leiden als notwendig und wesentlich mit dem Willen zum Leben verbunden sehen. Sollen wir nun diesen metaphysischen Pessimismus einer Kritik unterziehen, so ist es wohl selbstverständlich, dass wir nicht imstande sind, einen strengen Beweis dagegen zu führen. Denn wir stehen nicht mehr dem Wissen, sondern dem reinen Glauben gegenüber. Wer tatsächlich in diesem Leben nichts als Leiden sieht, wer tatsächlich alle erhebenden Freuden des Erlebens edler Taten, des Ansehauens der lichten, sonnigen Natur, des Hingebens an vollendete Werke der Kunst, des Durchdenkens grösser Ideen für nichtig ansieht, der wird auch von dem schroffsten Pessimismus nicht zu heilen sein. Und doch findet selbst Schopenhauers Pessimismus eine Milderung, sogar eine Durchbrechung durch die schöne, befreiende Stellung, welche seine Ästhetik einnimmt. Andererseits wird wohl kaum ein Mensch von sich sagen können, dass er nicht in Stunden der Einkehr und Selbstbesinnung bei Betrachtung der Vergänglichkeit der Welt zu pessimistischen Ideen gekommen ist. In solchen Augenblicken wird wohl meistens der Glaube als Retter erscheinen, der in den ewigen, reinen Freuden des Jenseits das Gegengewicht gegen die Leiden und die flüchtigen Freuden des Diesseits sieht. Aber darin geht eben Schopenhauers Pessimismus viel liefer. Das Dasein ist ihm nur Schuld. Die Freuden des Diesseits sind nur Negationen. Er kennt nichts Positives als das Leiden. Daher ist sein Glaube auch nicht so trostspendend, denn er ist nicht sanguinisch. Es gibt nur einen Ausweg aus dein leidenvollen Dasein, aber kein dasselbe überstrahlendes, es um Vieles aufwiegendes Dasein. Dieser Ausweg ist die Verneinung des Willens zum Leben. Liegt alle Schuld zum Schlüsse darin, dass der Urwille gewollt hat, so kann dieselbe nur durch das Nichtwollen aufgehoben dh. beendet werden. In dem Glauben an die Möglich- O # “ keit der Erlösung von diesem Dasein durch die Askese klingt doch der Pessimismus versöhnend aus. Aber noch ist die Frage offen, wie es denn geschehen kann, dass ein Mensch, dessen Wesen doch immer der Wille zum Leben ist, überhaupt diesen versöhnenden Ausweg entdecken könne. Die Antwort auf dieselbe lässt als Schlussglied des metaphysischen Glaubens die Lehre von der Zweckmässigkeit des Leidens erscheinen. Leiden ist die einzige Möglichkeit der Erlösung. Die Welt ist «Heilsordnung». Wenn ein Mensch durch den Anblick und das Selbsterdulden schwerer Leiden so weit gekommen ist, in allen Leiden der Welt die Leiden seines eigenen Urwesens zu sehen und zu fühlen, dann steht vor ihm die einzige Möglichkeit der Erlösung, des Heils: Die vorsätzliche Brechung und gänzliche Verneinung des Willens zum Leben. Den Widerspruch, den K. Fischer in der Lehre von der Welt als Heilsordnung mit der Ansicht, dass die Welt die schlechteste sei, findet, kann ich darin nicht erblicken. Wenn Schopenhauer die Welt als die schlechteste bezeichnet, so bezieht sich das hauptsächlich auf die moralische, intellektuelle und ästhetische Schlechtigkeit, die aber mit der Zweckmässigkeit des Leidens als Mittel zur Erlösung ganz wohl bestehen kann. Ich meine vielmehr, dass der starre, hoffnungslose Pessimismus erst .durch diese Wendung annehmbar und menschlich geworden ist. Mitleid und Askese In den vorhergehenden Kapiteln wurden die Voraussetzungen der Ethik Schopenhauers, welche zu der gekennzeichneten Entwicklung seiner Lehre geführt haben, auf ihre Stichhältigkeit geprüft. Es erübrigt noch, einige W orte über die Mittel zu verlieren, durch welche er seine ethischen Anschauungen verwirklicht zu finden glaubt; es sind dies das Mitleid und die Askese. Im 3. Kapitel wurde der diametrale Gegensatz hervorgehoben, in welchem sich anschauliches und abstraktes Erkennen hei Schopenhauer befindet, besonders was ihre Bedeutung für die Ethik anlangt. Wir fragen zunächst: Ist es möglich, dem Denken in ethischer Hinsicht eine so untergeordnete Stellung anzuweisen, ja es für die Erzielung wirklich guter Handlungen ganz unkräftig zu erkären? Schon die Überlegung, dass der Zweck, den man einer Willensäusserung so recht eigentlich setzt, ihren ethischen Wert bestimmt, dass man stets nach den Motiven fragt, wenn man ethisch beurteilen will, sollte dies als sehr unwahrscheinlich hinstellen. Aber noch mehr! Das abstrakte Denken, das begriffliche Vorstellen ist die Tätigkeit des Intellekts, welche nach Schopenhauer das wesentliche Uutersclieidungsmerkmal zwischen Tier und Mensch bildet, das was den Menschen eigentlich erst zum Menschen macht. Weil wir von einem ethischen Handeln aber nur beim Menschen sprechen, müssen wir notwendig die Fähigkeit zu denken als eine Voraussetzung des ethischen Wollens ansehen. Wie sich unser • innerstes» Gefühl dagegen sträubt, einen Irrsinnigen, einen «intellektuell Unfreien» zu strafen, wie wir nie ernstlich denken, das Handeln (wenn man so sagen darf) des Tieres ethisch zu beurteilen, wie wir endlich einen umso strengeren Massstab an die Taten gebildeter, intellektuell hochstehender Personen legen, so verträgt es sich mit diesem ethischen Fühlen nicht, in dem denkenden Intellekt nicht auch die Grundlage der Ethik zu suchen. Andererseits kann man, wenn man alle Moral auf das Gefühl allein gründen wollte, dem gewichtigen Einwande nicht begegnen, dass dann diese Grundlage sehr unverlässlich wäre. Wie ist doch unser Gefühlsleben von den eigenen Erlebnissen, dem eigenen Wohlbefinden abhängig! Diesem Umstande Rechnung tragend, wird die praktische Bedeutung der Grundsätze für das Handeln des Menschen anerkannt. lOhne fest gefasste Grundsätze würden wir den anti- moralischen Triebfedern, wenn sie durch äussere Eindrücke zu Affekten erregt sind, unwiderstehlich preisgegeben sein.»*) Dass hier aber ein Widerspruch mit der Gefühlsmoral besteht, ist unleugbar. Denn vom Mitleide heisst es: «Nur sofern eine Handlung aus ihm entsprungen ist, hat sie moralischen Wert.» Dann ist freilich Haltlosigkeit und Unverlässlichkeit die notwendige Folge. Auch bei denselben äusseren Eindrücken werden wir einmal unser Mitleid in hohem Masse erregt finden, ein anderesmal, wenn wir vielleicht zu sehr mit unserem eigenen Unglück beschäftigt sind, gar kein Mitleid fühlen. Was ist nun eigentlich das Schopenhauersche Mitleid? Rein psychologisch betrachtet: «Die ganz unmittelbare, von allen anderweitigen Rücksichten unabhängige Teilnahme zunächst am Leiden eines Anderen.»**) Der Vorgang des Mitleides soll bewirken, dass das Wohl und Weh des anderen «unmittelbar mein Motiv wird», was wieder nur dadurch möglich ist, «dass ich auf irgend eine Weise mit ihm identifiziert sei.» Dieses Identifizieren wäre allerdings mysteriös. Nun tritt beim Mitleidfühlen aber tatsächlich keine Identifizierung ein. Im Gegenteile; ich bin mir sehr wohl bewusst, dass der andere leidet und nicht ich. Es ist unwahr, dass ich im Mitleid das Leiden des anderen ganz als mein eigenes fühle, wie Schopenhauer lehrt. Es ist ein bedeutender Unterschied, ob ich Mitleid fühle mit dem Schmerz irgend eines Kranken, oder ob ich selbst der schmerzempfindende Kranke bin. Ja das Mitleid wird sofort schwächer und kann ganz aufhören, wenn ich mich selbst als leidenden Teil erkenne. Für Schopenhauer tritt durch das Mitleid eine Verwischung der Grenze zwischen Ich und Nichtieh ein. Gerade im Mitleid aber werde ich mir des Unterschiedes meiner Person und des Leidenden vollkommen bewusst. .Ia es ist die Frage keineswegs unberechtigt, ob denn ein Mitleid ganz ohne Lust am eigenen Wohlergehen möglich ist. Damit steht nicht im Widerspruch, dass man sogar sein eigenes Leben aufzuopfern imstande ist, um das einer anderen Person zu erhalten. Allerdings dürfte dieser Fall nur eintreten, wenn man eine so überwältigende Neigung zu derselben gefasst hat, dass der eigene Tod dem Schmerz über ihren Verlust vorzuziehen wäre. Mitleid ohne Neigung wird wohl kaum so stark sein. Und wenn auch, so wäre es gerade dann unmöglich so zu handeln, wenn eine Identifizierung im Bewusstsein vor sich gehen würde. Das Mitleid wird erst mystisch dadurch, dass man es künstlich zu einem «Mysterium» macht. Schopenhauer findet in ihm den Ausdruck der metaphysischen Erkenntnis der Einheit aller Wesen. Das Mitleid ist in erster Linie vorgestelltes, reproduziertes Leiden, welches dann zu einer primären Erregung, einem wirklichen Gefühl wird, aber doch von dem der Reproduktion zugrunde liegenden Gefühl stets unterschieden ist. Deshalb liegt gerade der allgemeine, jedem Gefühle eigentümliche Egoismus auch im Mitleid, d. h. die Beziehung auf den Mitleidenden ist stets vorhanden. Denn einerseits kann mail nicht Mitleid fühlen, wenn man nicht in irgend einer Weise selbst schon diese Art von Leid empfunden hat. andererseits beruht ebendarauf der Umstand, dass das Leiden des anderen in der Vorstellung des Mitleidenden sogar ein ganz anderes, ja viel stärkeres sein kann, als dies wirklich der Fall ist. Der Gesunde kann oft den Gleichmut des von ihm sehr bemitleideten Krüppels nicht fassen. Die von Schopenhauer im Mitleid gefundene Identifizierung ist seiner metaphysischen Auffassung der Welt und des Lebens zuzuschreiben. Und wenn sie tatsächlich vorhanden wäre, würde nicht gerade dann das schöne sittliche Motiv des Helfenwollens nur dem Nächsten zu Liebe verloren gehen! Ist aber das Mitleid als mysteriöser Ausdruck der intuitiven Erkenntnis eine psychologische Unmöglichkeit, so trifft dies noch viel mehr bei der Askese zu, in welcher diese Erkenntnis den höchsten Grad erreicht haben soll. Zugegeben, diese selbst sei widerspruchslos. sic würde dem Asketen das Leiden aller als eigenes erkennen lassen. Dann ist nicht etwa der Selbstmord die Folge; diese Handlung hätte ja ein Motiv. Das Handeln des Asketen soll kein Motiv haben. Aus der Erkenntnis soll «ein allgemeines Quietiv des Wollens* hervorgehen. Sich darunter irgend etwas vorzustellen, ist einfach unmöglich. In gleicher Weise ist es unfassbar. wie das mit dem unveränderlichen Charakter des einzelnen vereinbar ist. Darauf antwortet Schopenhauer: «Aber eben dieses Ganze, der Charakter solbst, kann völlig aufgehoben werden durch die oben angegebene Veränderung der Erkenntnis.»*) Also dieses Erfassen der Identität aller Wesen soll den Charakter aufheben, die Motivation ausser Wirksamkeit setzen! Wie soll sich nun dann die Askesis äussern? Schopenhauer versteht unter Askcsis «diese vorsätzliche Brechung des Willens, durch Versagung des Angenehmen und Aufsuchen des Unangenehmen, die selbstgewählte büssende Lebensart und Selbstkasteiung, zur anhaltenden Morti-fikation des Willens.»**) Stellen wir uns einen solchen Asketen vor, so müssen wir gerade das Gegenteil von dem an ihm beneiden, was Schopenhauer voraussetzt, nämlich seine Willenskraft. Was Schopenhauer hier verwechselt, ist Gemütsruhe, stoische Gelassenheit und Willenslosigkeit. Wer kann sich einen solchen Weltüberwinder denken ohne grosse Energie des Wollens. Ja auch der Askete darf sich nicht mit der einfachen Willensverneinung begnügen. dass er nichts Angenehmes anstrebt, nein er muss sogar das Unangenehme aufsuchen, «denn dauernde Buhe kann auf Erden keiner haben.» Wer kann dabei nun noch an volle Willens- losigkeit glauben, wer kann noch von der stillen Seligkeit des Asketen sprechen, wenn ihn nicht der Glauben leitet! Wir befinden uns auch bereits ganz auf dem Hoden des Glaubens. Hier kann eine Kritik nach den Grundsätzen unserer Psychologie keinen Sinn mehr haben. Würdigung Schopenhauers. Wenn wir nun auf die Beurteilung des Wertes der Schopen-hauerschen Ethik und Philosophie zu sprechen kommen, so müssen wir sie zuerst von dem Standpunkte aus betrachten, den sie selbst einnimmt, vom Standpunkte eines Versuches der Deutung und Erklärung der Welt. Würde jemand dagegen einzuwenden haben, dass das nicht die Aufgabe der Philosophie sei, so mögen wir ihm immerhin zustimmen, dürfen aber doch keinen anderen Massstab an die Schopenhauersche Philosophie anlegen als den früher genannten. Denn wir müssen jede Leistung als das beurteilen, was sie hat sein wollen. Und in der Tat besteht ja doch in jedem Menschen das «metaphysische Bedürfnis.« Selbst wenn es in feierlichster Weise für unsinnig erklärt wird, verstummt es nicht. An dasselbe wendet sich der Künstler, der Dichter, deren Werke so oft der bildliche Ausdruck einer ganz bestimmten Auffassung und Deutung der Welt sind. Und dann legen wir das Buch oder Bild zur Seite und geben uns gerne der durch dasselbe geweckten Stimmung hin und fühlen uns erhoben, geläutert. Die Tatsache, dass uns das Denken und Schliessen, die Logik im Stiche lässt, kann die Frage nach dem Wesen und der Bedeutung des Daseins nicht als sinnlos abweisen, sondern die Phantasie bemächtigt sich derselben und weist uns an den Glauben. Und selbst wenn wir hier halt machen und nur bei dem «ignorabimus» stehen bleiben, so ist es die Kunst, in welcher wir doch Befriedigung des «metaphysischen Bedürfnisses» suchen. Bei Schopenhauer finden wir nun einen so mächtigen Glauben, dass ihm die Gesinnung dessen pervers erscheint, der dem ganzen Dasein nicht einen tieferen und zwar moralischen Sinn beilegen wollte. Aus der Einsicht in die Unkräftigkeit der Vernunft, was die Befriedigung des metaphysischen Bedürfnisses anlangt, folgt bei der hohen Bedeutung, welche dieses in seiner Philosophie hat, schon die Gegnerschaft gegen die übermässige Verherrlichung der Vernunft, die in der Philosophie seiner Zeit, ja zum Teile auch bei Kant herrschte. Und wen hätte noch nie das Gefühl der Schwachheit unseres Denkens überkommen, selbst wenn er bloss rein physikalischen Fragen gegenübergestanden ist! In einer solchen Stimmung nehme man Schopenhauer zur Hand und man wird ihn verstehen müssen. W ir stehen hier bei einem Charakterzug seiner Philosophie, der Gegnerschaft gegen die Herrschaft der Begriffe und des Denkens, welche ihn zu einem Philosophen der Romantik macht. Und doch fehlt unserer eigenen Selbstbesinnung der Blick auf die Erfolge des menschlichen Denkens nicht, welcher leider in neuester Zeit den Blick nach der entgegengesetzten Seite des Lebens nur zu sehr getrübt hat. Schopenhauer steht zwar allem Glauben an den Fortschritt der Menscheit sehr skeptisch gegenüber, aber auch er findet doch einen Standpunkt, von dem aus er das begriffliche Denken als eine Macht, ja als eine segensreiche Macht anerkennt. Die Fähigkeit; Begriffe zu bilden, ist der Vorzug des Menschen vor dem Tier, denn sie ist notwendig, um sich Gedanken über das Dasein selbst zu bilden. Sie ist die Vorbedingung für das «metaphysische Bedürfnis.» Es steht hier auf einmal doch der Rationalismus, wenn auch sehr untergeordnet, im Gegensätze zu dem Irrationalismus. Und wie es mit diesem Widerspruche Schopenhauers steht, so auch mit den anderen. Jede Seite seiner Philosophie findet in einer wirklichen Betrachtungsweise des Menschen ihren Grund. Dies ist der Gesichtspunkt, von dem aus man seine Widersprüche beurteilen muss. Die Kritik, die also sagt: Hier-hier-hier finden sich unvereinbare Widersprüche, ergo fort mit der ganzen Philosophie des Mannes, muss immer ungerecht sein. Ihre Ungerechtigkeit wird aber am meisten fühlbar bei einem Philosophen, der wie Schopenhauer stets die Anschauung, die Wirklichkeit im Auge hat und der auch leere Begriffe stets mit anschaulichem Inhalt auszufüllen bemüht ist. Es ist ihm nicht wohl in einer Welt von Begriffen, bei denen einem «gleichsam der feste Boden, der unser sämmtliches Erkennen trägt», wankt. Ich will nun damit nicht etwa gesagt haben, dass man auf Widersprüche in seiner eigenen Weltauffassung gar nicht zu achten hat. Unser logisches Gefühl fordert von uns, stets nach einer einheitlichen Lebensanschauung zu streben. Aber ob eine solche dann, wenn wir nicht alle Fragen, die in die Tiefe des Lebens gehen, abweisen, auch möglich ist, das ist eine Sache, die ich nicht zu bejahen im Stande bin. Unser psychisches Leben läuft eben nicht so ab, wie eine Uhr, die man aufgezogen hat. Wir sind keine Maschinen, gewiss aber keine Denkmaschinen. Unser Gefühlsleben hat Einfluss auf unsere Auffassung; und was wäre veränderlicher als jenes. Es ist der gewöhnlichste Fehler der Beurteilung nicht bloss der Philosophen, sondern auch der Dichtungen und der Menschen selbst, sich auf einen bestimmten Standpunkt zu stellen und nun zu glauben, jetzt müsse sich alles nur mehr rein logisch abspielen. Das psychologische Gesetz der «Enge des Bewusstseins» wird dabei für den zu kritisierenden Denker oder Menschen meist übersehen. Ich halte es für einen grossen Wert der modernen Poesie, vor Widersprüchen nicht unbedingt zurückzuscheuen. Ihre Gestalten werden dadurch uns menschlich näher gerückt und von uns doch nicht aufs Niveau des Alltagsmenschen herabgezogen deshalb, weil sie ein freilich oft überreiches Gefühlsleben besitzen. Ja selbst die sogenannten Widersprüche im Charakter sind nicht unbedingt abzuweisen. Wird sich im Leben wirklich eine solche Hartherzigkeit finden, die auch in Ausnahmsfällen eine Regung des Mitleids nicht zulässt? Und auch im Leben des Mildesten und Sanftmütigsten wird es Augenblicke geben, in denen er hart und ungerecht ist. Das widerspricht der Tatsache nicht, dass doch im grossen und ganzen eine gewisse einheitliche Richtung in der Auffassungsweise des einzelnen die Leitung hat. Diese leitende Richtung des Denkens Sch. kann man auf verschiedene Art darstellen. Ich will das etwa durch die Reihe: Kants Idealismus — Ureinheit des Dings an sich — der blinde Wille als das all-eine Wesen der Welt — Pessimismus tun. Aber es tritt bei ihm auch die folgende Reihe hervor: Materialismus — Individualität im Ding an sich — der Intellekt als selbständige Macht — das Glück des künstlerischen Anschauens. Besonders die Gegensätze von der Ureinheit des Dings an sich und der Individualität in demselben, ferner von dem Willen als Wesen der Welt und dem Intellekt als der befreienden Macht sind am schärfsten ausgebildet. Es fehlt mir der Raum hier zu zeigen, dass beide Teile jedes einzelnen Paares in der Betrachtungsweise der Welt durch die Menschen tatsächlich vertreten sind und dass wohl kaum jemand wird sagen können, dass er sieh nicht einmal der einen ein anderes Mal der anderen je zweier entgegengesetzter Auffassungen des Lebens hingegeben hat. Ausserdem verweise ich in diesem Punkte auf die in der Einleitung zitierte Darstellung Volkelts, der die entgegengesetzten Strömungen der Schoperhauerschen Lehre eingehend behandelt. Wenn nun aber noch, wie bei Schopenhauer, eine grosse Kraft des Glaubens an das Transzendente und eine rege, künstlerische Phantasie hinzutritt, dann werden wir die volle Hingabe an eine bestimmte, im Augenblicke herrschende, Idee verstehen, die es allein erklärlich macht, dass oft handgreifliche Widersprüche sich ruhig nebeneinander finden. Aber in diesem kraftvollen Durch- und Ausdenken einer bestimmten Auffassung müssen wir einen hohen Wert seiner Lehre erblicken. Dass er dabei nun oft sehr einseitig wird, ist nicht zu leugnen. So werden wir denn in vielen Lagen des Lebens durch die Schopenhauersche Darstellung zu lebhaftem Denken angeregt. Daher werden wir selbst bei Auffassungen, in denen wir ihm trotz seines glänzenden Stils nicht folgen können, doch seine tiefe Weisheit und seine eigenartige Persönlichkeit bewundern. Dass wir aber gewisse Lehren, wie z. B. die von der Askese, nicht annehmen können, hat seinen Grund darin, dass es nicht jedermanns Sache ist, so kräftig zu glauben. Wenn wir den Versuch machen, das, was bei Schopenhauer strenges Wissen und was Glauben ist, zu trennen, stehen wir oft vor einer schweren Aufgabe. Der Glauben an seine Metaphysik überwindet nicht bloss die Unmöglichkeit, dass dem Intellekt und Willen Kräfte zugeschrieben werden, die mit ihrem Wesen im Widerspruch stehen, sondern er drückt das Dasein dieser Welt auf das Niveau einer traumhaften Existenz herab. Aber eben dieser Umstand ist wieder ein Grund dafür, die Widersprüche der Sehopenh au ersehen Philosophie nicht nach dem bloss logischen Massstabe zu messen. Jeder Glauben hat seine Stütze im Gefühlsleben. Das darf man nie vergessen. Jede positive Metaphysik bedarf des Glaubens, sonst wird sie haltlos. Hier finden wir einmal einen so mächtigen Glauben an diese Metaphysik, dass er alle Zweige des philosophischen Denkens beherrscht. Darum die Abtrennung so schwer, darum nicht nur die Ethik, sondern auch die Psychologie von metaphysischen Elementen durchdrungen. Aus dem bisher Gesagten können wir den Schluss ziehen, dass wir in Schopenhauer zunächst Erbauung, Erhebung, Anregung zu ästhetischen, ethischen, ja sogar, so sonderbar es klingen mag, zu religiösen Gefühlen genug finden. Aber selbst für das rein wissenschaftliche Denken liegt in ihm eine reiche Fülle der Belehrung. Ich fasse hier meinem Thema gemäss die Ethik ins Auge. Die Ethik muss zunächst eine Entwiklung der Psychologie voraussetzen. Der Wert der psychologischen Betrachtungen Schopenhauers wurde schon gelegentlich hervorgehoben. Es zeigt sich in denselben besonders sein scharfer Blick für das tatsächlich im Bewusstsein Gegebene. So sind besonders die einleitenden psychologischen Erörterungen zur Ethik, wie die über die Willensfreiheit, über die Abhängigkeit des Handelns vom Motiv und Charakter von bleibendem Wert. Wenn seine Psychologie auch oft einseitig die Macht des Wollens und Fuhlens betont, so kann man wohl sagen, dass gerade die Einseitigkeit notwendig war, um die Alleinherrschaft der Vernunft zu stürzen. Schopenhauer hat es durch seine kräftige Darstellung des Gefühls- und Willenslebens ermöglicht, dass man nach ihm zu einer selbständigen Stellung des Fühlens und Wollens gelangt ist. Und in dieser Richtung finden wir Belehrung in allen Teilen seiner Werke. Aber auch die moderne Ethik verdankt ihre klare Stellung im psychologischen Teil Schopenhauer. Die Macht der Ethik Kants war übermässig gross. Alles leistete nur die Vernunft. Daher kam aber nicht bloss die Kälte und Unmenschlichkeit der praktischen Philosophie Kants, sondern auch der Widerspruch des menschlichen Handelns und seiner psychologischen Bedingungen mit ihr. Dass nun Schopenhauer sich auf das Mitleid als Gefühl stützte, zeigt uns seinen Scharfblick in psychologischen Fragen. Seine Ethik ist der Beweis dafür, dass er das Leben und Handeln des Menschen selbst studiert hat. Sehen wir von dem metaphysischen Hintergrund des Mitleids ab, so findet der Altruismus seine volle Bestätigung durch unser ethisches Fühlen. Die Beurteilung, welche Handlung moralischen Wert haben soll, muss sich an unser ethisches Gefühl wenden, was Schopenhauer richtig erkannt hat. Und wenn auch der Egoismus bei ihm zu weit zurückgedrängt wird, da unser Kühlen auch Handlungen, welche auf die eigene Besserung und Veredlung abzielen, als gut wertet, so findet doch die Würdigung des Mitleides besonders in seinen Betrachtungen der freien Menschenliebe die ungeteilte Bestätigung durch unser ethisches Fühlen. So besteht tatsächlich im grossen und ganzen Übereinstimmung zwischen den ethisch-psychologischen Lehren der modernen Psychologie mit der Mitleidsmoral Schopenhauers. Aber noch eines anderen Punktes muss hier anerkennend gedacht werden. Wir haben gesehen, dass der Pessimismus das Glückseligkeitsstreben zur Grundlage hat. Ich kann daraus nicht nur dem Philosophen keinen Vorwurf machen, sondern muss darin sogar wieder seine innige Berührung mit den tatsächlichen Verhältnissen anerkennen. Es ist nur insoferne richtig, dass die Ethik nicht Eudämonismus sein soll, als damit das bewusste Streben nach Glück verstanden ist. Aber ebensowenig als man aus seiner Haut heraus kann, ebensowenig als der allgemeine Egoismus, das heisst die Beziehung auf das eigene Ich, überwunden werden o ö kann, ebenso wenig ist das unbewusste Glückseligkeitsstreben jemals hintanzusetzen. Jede Handlung muss zur letzten Voraussetzung das Gefühl des Handelnden haben. Etwas anzustreben, was für den Strebenden gar kein Interesse hätte, ist psychologisch unmöglich. Darin liegt aber eben schon die Notwendigkeit eines ganz allgemeinen, unbewussten Eudämonismus. Ich verweise hier o o auf die ausgezeichnete Arbeit Christoph Sigwnrts: «Vorfragen der Ethik», I. Kap. In der Persönlichkeit Schopenhauers ist es bedingt, dass sein eigenes Glückseligkeitsstreben sehr heftig war, daher auch sein Pessimismus so ernst. Aus den wenigen Worten geht schon hervor, dass gerade die Ethik Schopenhauers einen bleibenden Wert hat, der nicht bloss historischer Natur ist, sondern darin liegt, dass sich seine Moral in den meisten Punkten im Einklang mit unserem ethischen Fühlen befindet. Und selbst in der Askese wird man als tatsächliche Grundlage unseres Seelenlebens unschwer die Hochachtung und Wertschätzung der .Willenskraft des sich selbst Überwindenden sehen, so sehr diese Behauptung auch mit der Schopenhauerschen Lehre der Willenslosigkeit im Widerspruch zu stehen scheint. Und nun noch einige Worte über das Verhältnis unseres Philosophen zur modernen Forschung. Dieser steht er viel näher, als fast durchwegs betont wird. Er hat mit ihr gemein, sich überall und immer wieder an die Wirklichkeit und die gegebenen Tatsachen zu kehren. Freilich, wie diese Tatsachen von ihm und von der modernen Forschung benützt werden, darin liegt der Unterschied. Diese sucht das erfahrungsmässig Gegebene als das Erste auf; die • TT peinlich genaue Feststellung der gegebenen Verhältnisse, das Heranziehen des Wahrscheinlichkeitskalkuls, kurz die Kleinarbeit am gegebenen Material ist ihr Voraussetzung für alles Weitere. Der Weg Schopenhauers ist der umgekehrte. Allerdings will auch er aus dem Versenken in die Anschauung intuitiv das grosse Geheimnis der Welt gelöst haben, — also auch hier der Drang nach der Wirklichkeit — aber die empirische Methode fehlt ihm. Er strebt gleich nach der Tiefe und erst, nachdem • er durch den genialen o o Blick das innerste Wesen und den Wert der Welt erkannt zu haben glaubt, tritt er noch einmal den Tatsachen entgegen. Nun blickt er die Wirklichkeit freilich nicht ganz unparteiisch an; er sucht in ihr nichts anderes als Bekräftigung seiner Grundanschauung. Aber eben darin, dass er nicht müde wird, auch das Kleinste, das in der Wirklichkeit für ihn zu sprechen scheint, heranzuziehen, dass er es als einen Vorzug seiner Lehre hinstellt, überall durch das Leben bestätigt zu werden, dass er überaus grosses Gewicht auf das Tatsächliche legt, liegt die Verkündigung der modernen Forschung in der Philosophie. Schulnachrichten. I. Personalstand des Lehrkörpers und Lehrfächer- Verteilung. ZI. Namen Lehrgegenstände, Klassen und wöchtl. Stunden Gesamt- Stundenzahl 1 Anmerkung 1. Pernter Dr. Alois. A. Direktor. Psychologie VIII. (2) Geographie I. B (3) Vom 17. September bis 5. Oktober 1901 und vom 1. Jänner bis 25. April 1902. 5 Krankheitshalber beurlaubt vom 5. Oktober bis 31. Dezember 1901 und vom 25. April bis 15. Juli 1902. 2 Aichner Andreas, Professor der VII. Rangsklasse. B. Professoren und wirkliche Lehrer. Latein VI. (6) Griechisch VI. (5) Latein IV. A (6) im I. Semester Griechisch VII. (4) im II. Semester. 17 Klassenvorstand der VI. Leitete während der Beurlanbung des Direktors die Anstalt. 3. Compare Karl, Professor der VII. Rangsklasse. Mathematik I. A (3), I. B (3), V. (4), VII. (3) Physik VII. (3). 19 Klassenvorstand der V. Kustos des physikalischen Kabinettes. 4. Drexl Robert, Professor der VIII. Rangsklasse. Latein II. B (8) Deutsch II. B (4) Griechisch V. (5) 17 Klassenvorstand der II. B, Kustos der Lehrerbibliothek. 5. Gaheis Dr. Alexander, wirklicher Lehrer. Latein III. B (6), VII. (8). Griechisch III. B (5) 16 Klassen Vorstand der III. B, Kustos des archäologischen Kabinettes. ZI. Namen Lehrgegenstände, Klassen und wöchtl. Stunden, Gesamt-Stundenzahl j, Anmerkung 6. GuggenbergerMarkus, Professor der VII. Rangsklasse. Latein II. A (8) Deutsch II. A (4), VIII. (3). 15 Klassenvorstand der II. A, Kustos der Schüler-bibliothek. 7. Moser Dr. Ludwig Karl. Professor der VIII. Rangsklasse Naturgeschichte I. A, 1. B, 11. Ä, II. B, III. A, 111. B (in beiden letzteren im 1. Semester Physik) V., VI. in je 2 Stunden Geographie I. A (3) 19 Kustos des naturhistorischen Kabinett es 8. Pommer Dr. Otto, wirklicher Lehrer. Mathematik IV. A (8), IV. 1? (3) Physik IV. A (3), IV. B (3) Geographie und Geschichte II. A (4), Propädeutik VII. (2) Vom 5. Oktober bis 31. Dezember 1901. Propädeutik VIII. (2) 18 + 2 Klassen Vorstand der IV. A, Leiter der jugendspiele. 9. Rabenlechner Dr. Michael, Professor. Deutsch III. B (3) Geographie und Geschichte IV. A (4), IV. B (4), VI. (4), VIII. (3) Vom 5. Oktober bis 31. Dezember 1901 und vom 25. April bis 14. Juli 1902 Geographie I. E (3) 18 + 3 Kustos der Armenbibliothek. 10. Riedl Dr. Alois, Professor der VIII. Rangsklasse. Mathematik II. A (3), II. B (3), III. A (3), VI. (3), VIII. (2) Physik VIII. (3) Vom 23. April bis 15. Juli 1902 Propädeutik VIII. (2) 17 + 2 Klassenvorstand der VIII. 11. Stark Franz, Professor der VIII. Rangsklasse. Deutsch III. A (3) Geographie und Geschichte 11. B (4), III. A (3), III. 1! (3), V. (3), VII. (3). 19 Kustos d. historischgeographischen Ka-binettes; im II. Semester Klassenvorstand der VII. 12. Tomasin Dr. Peter, Professor der VIII. Rangsklasse und Ehrendomherr. Im I. Semester: Religion II. B-VIII. in je 2 wöchentlichen Stunden. 18 Exhortator für das Obergymnasium. ZI. Namen Lehrgegenstände, Klassen und wöchtl. Stunden Gesamt- Stundenzahl Anmerkung 13. Unterforcher Augustin, Professor der VIII. Rangsklasse. Latein III. A (6), VIII (5) ! Griechisch III. A (5). 1 16 i Klassenvorstand der III. A. I4. Wilhelm Dr. Gustav, Professor. Im I Semester : Dcutsch IV. A (3), V. (3), VI. (3), VII. (8) Griechisch VII. (4). Im II. Semester zu einer Studienreise nach Italien und Griechenland beurlaubt. 16 Klassenvorstand der VII. 15. Wimmerer Dr Rudolf, Professor. Latein I. A (8) Dcutsch I. A (4) Griechisch IV. A (4). 16 Klassenvorstand der I. A. Leiter der Jugendspiele. 16. Winter Karl, Professor. Deutsch IV. B (3) Latein V. (6) Griechisch IV. B (4), VIII (5) 18 Klassen Vorstand der IV. B. 17. Giurco Peter, prov. Lehrer. Italienisch I.-VIII. in je 2 wöchentlichen Stunden. Italienisch. Freikurs (2) 18 Kustos der italienischen Schiiler-bibliothek. 18. Körbel Dr. Alfred, Supplent. C. Supplenten : Latein I. B (8), IV. B (6) Deutsch I. B (4) 18 Klassenvorstand der I. B. 19. Merhar Dr. Johann. Supplent. Slovenisch I.-VIII. in je 2 wöchentlichen Stunden Slovenischer Freikurs (2) 18 Kustos der sloveni-schen Schülerbibliothek. 20. Schubert Johann, Supplent. Im 11. Semester: Dcutsch IV. A (3), V. (3), VI. (3), VII. (3) Latein IV. A (6) - 18 21. čikovič Dr. Ludwig. Katholischer Religionslehrer. Im I. Semester : Religion I. A (2), II. B (2) II. A (2) Im II. Semester: Religion I. A, II. A, III A, V., VI., VII., VIII. 6 14 Exhortator für das j Untergymnasiums. | Exhortator für das j Obergymnasium, j ..... | ZI. Namen Lehrgegenstände, Klassen und wöchtl. Stunden Gesamt-; Stundenzahl Anmerkung 22. Šonc Heinrich, Katholischer Religionslehrer. Im II. Semester: Religion I. B (2) II. B (2), ! III. B (2), IV. A (2), IV. B (2). 10 Exhortator für das Untergymnasium. 23. Schalaudek Josef, Evangelischer Religionslehrer. D. Religionslehrer für Akatholiken. Evangelische Religion I-VIII. in je 1 wöchentlichen Stunde. 6 Gemeinsam mit den Schülern der Staatsrealschule. |! 24. Castiglioni Viktor, Israelitischer Religionslehrer. Israelitische Religion I.-VIII. in je 1 wöchentlichen Stunde. 8 Gemeinsam mit deni Schülern der Staatsrealschule. 25. Drexl Robert, Gymnasialprofcssor. E. Nebenlehrer. Kalligraphie 1. Kurs (1), II. Kurs (1). 2 26. Emptmayer Klemens, Realschulprofessor. Zeichnen II. Kurs. o 27. Nowotny Franz, Supplent an der Staatsrealschule. Zeichnen I. Kurs (2), III. Kurs (2). 4 28. Stephanides Anton, Realschulprofessor. Stenographie 1. Kurs Abt. A-B; 11. Kurs (je 2 Stunden). 6 29. Stolz Karl, Volks- und Bürger-schuldirektor. Gesang 1. Abteilung (3). 3 II. Lehrverfassung. A. Obligate Unterrichtsgegenstände. Die Lehrverfassung der obligaten Gegenstände entspricht genau dem entsprechenden Lehrpläne. Es wird daher nur die durchgenommene Lektüre der lateinischen und griechischen Klassiker sowie die deutsche Lektüre in den Oberklassen angeführt. l. Lektüre ans den lateinischen Klassikern. III. Klasse. A. u.B. Cornelius Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, (Cap. I.), Cimon, Thrasybulus, Epaminondas. IV. Klasse. A. Caesar, de bello Gallico: 1. II.: 1-28; IV.: 1-5 und 20-38; V.: 8-23; VII.: 1-25. Ovid (Ziwsa) Metam.: 2 und 5. — IV. CI. B. Caesar, de bello Gallico;! II.: 5-28; IV. V.; 6-22; VI.: 11-29; VII.: 1-25. Ovid (Ziwsaj Metam.: 2, 5, 13, 20. V. Klasse. Livius a. u. c. I. u. XXII. (teilweise privat). Ovid (Ziwsa), Metam.: 7. 10, 11, 12, 13 u. 29. Fasti: 3, 4, R. 7, 10, 13 u. 14. Tristia: 3, 9 u. 10. Ex Ponto cpist.: 4. Ex rel. eleg. sei, 1,2 u. 4. Privatlektüre: Sablich, Solla u. Visintin: Caes. d. b. G. III. Goldschmid u. Pepeu: Caes. d. b. G. V. Colombani: Caes. d. b. G. VI. Richetti: Caes. d. 1). G. VII. Uessilla: Ovid, Metam., I. 163-312 u. II. 1-352, 356-366. Weiler: Ovid, Metam.. I. 163-312. Fasti. I. 27-30, 39-62 u. III. 1-8, 59-98. Tristia, V. 3, 1-24, 27-58. VI. Klasse. Sallustius: Bellum lug.; Cicero: Cat. I.; Caes. b. c. I. - c. 50; von c. 50 bis zum Ende Privatlektüre. Verg.: Buc. ecl.: I.; Georg.: I. 122-160; II. 116-176, 458-540, IV. 315-559; Aen: L, II. Privatlektüre: Furlan: Sallust, bell, cat, mit Ausschluss einzelner Kapitel. VII. Klasse. Cicero, de imperio Cn. Pompei, pro Archia poeta, Laelius. Vergil (ed. Golling). Aeneis II, IV, VI. VIII. Klasse. Tacitus (Weidner): Germania 1-27; hist. IV 12-37. 54-79, 86 f. V. 14-26; ann. XIV. 51-56; XV. 60-65. Horati carm. seleeta (Dr. Huemer): carm. I.: 1, 3, 4, 12, 18, 22, 37; II.: 3, 13, 20; III.: 1-4, 23, 25, 30; IV.: 17. epod. 2. sat. I.: 1, 6, 9; II. 6; epist. I. 7; II. 1. 2. Lektüre aus den griechischen Klassikern. V. Klasse. Xenophons Anabasis: I, II., III, IV, VI, VII.; (Schenkls Chrest.). Homers Ilias: I, II. (Christ). VI. Kl. Xenophons Anabasis: VIII.; IX. (Schenkls Chrest.). Homers Ilias (Christ): II.; III.; VI.; VIL; VIII. XVI. (Privatlektüre); XVIII. Herodot (Sclieindler): V.: 35-38; 49-52; 97; 99-12(5; VF.: 1-21; 25-31; 43-45; 94-120; VII.:-l-25: 198-238. VII. Klasse. Demosth. I. Olvnth.; Phil. I.; II.; Rede über den Frieden. Homers Odyssee (Christ): L; 1-74; V.; VI.; VII.; VIII.: IX.; X. VIII. Klasse. Platon, Apologie; Phaedon, c. (54-67; Kriton; Laches. Sophokles, Antigone. Homer Odyssee (Christ): XIX. u. XXII. Stegreifübungen und kursorische Lektüre aus verschiedenen Klassikern. Privatlektüre: Ceper und Pertot: Platon, Protagoras. Escher Erwin: Platon, Phaedon, c. 1-35. Gastwirth: Platon. Phaedon c. 1-15. Piščanc: Platon, Lysis. Obraczay: Thukydides (Dr. Ed. Lange) I.: 1-23; u. II.: 47-54. 3. Lektüre aus den deutschen Klassikern. VI. Klasse. Schullektüre: Lesings Minna von Barnhelm. Privatlektüre mit Besprechung in der Schule: Lessings Nathan der Weise. VII. Klasse. Schullektüre: Goethes Iphigenie auf Tauris und Schillers Wallensteins Tod. Privatlektüre mil Besprechung in der Schule: Goethes Gütz von Herl ich ingen, Egmont und Torquato Tasso; Schillers Wallensteins Lager und die Piccolomini. VIII. Klasse. Schullektüre: Goethes Hermann und Dorothea; Leasings Laokoon und Bruchstükc der Hamburger Dramaturgie. O 00 Privatlektüre mit Besprechung in der Schule: Schillers Maria Stuart; Braut von Messina; Wilhelm Teil. Grillparzer: König Ottokars Glück und Ende. 11. Bedingt-obligatorische Unterrichtsgegenstände. *) Italienisch. I. Kurs, 2 St. Formenlehre mit Einschluss der Hilfszeitwüter und der regelmässigen Verba. Einschlägige Übersetzungen aus dem “ o OO o Deutschen ins Italienische. Lesen und Auswendiglernen italienischer Lesestücke. Jeden Monat zwei Diktandoübungen. II. Kurs, 2 St. Formenlehre mit Einschluss der leidenden Form der Zeitwörter. Reflexive und starke Verba. Einiges über Wortstellung. Lektüre mit grammatikalischen und sachlichen Erörterungen aus dem vorgeschriebenen Lesebuche. Aus demselben wurden einige Gedichte und Prosastücke memoriert. Mündliche und schriftliche Übersetzungen aus dem Deutschen ins Italieniche und *) Wer einmal den Eintritt in diesen Unterricht mit Zustimmung der Eltern gemeldet hat, kann auch nur mit deren Zustimmung, jedoch nie im Laufe des Schuljahres, austreten. Die Noten haben dasselbe Gewicht und dieselben Wirkungen wie die in den allgemein verbindlichen Gegenständen. umgekehrt, Jeden Monat abwechselnd je ein Diktat und eine Nacherzählung. III. Kurs, 2. St. Als Unterrichtssprache wurde von diesem Kurse an bis zum letzten ausschliesslich die italienische gebraucht. Wiederholung der Formenlehre nach der vorgeschriebenen Grammatik. Die bedeutendsten syntaktischen Eigentümlichkeiten. Lektüre mit grammatikalischen und sachlichen Erörterungen aus dem vorgeschriebenen Lesebuche. Aus demselben wurden einige Gedichte und Prosastücke memoriert. Jeden Monat eine Haus- und eine Schulaufgabe, Aufsätze erzählender Art. IV. Kurs, 2 St. Syntax nach der vorgeschriebenen Grammatik. Tropen und rhetorische Figuren. Metrik. Lektüre mit grammatikalischen u. sachlichen Erörterungen aus dem vorgeschriebenen • . Lesebuche. Aus demselben wurden einige Gedichte und Prosastücke memoriert. Jeden Monat eine Schul- und eine Hausaufgabe, 'Briefe und Aufsätze erzählender und beschreibender Art. V. Kurs, 2 St. Einführung in die Literaturgeschichte. Eine gedrängte Übersicht der Entwicklung des ital. Schrifttums vom XIIL bis zum XIX. Jahrhunderte. Eingehendes über Monti, Foscolo, Leopardi, Giusti, Botta, Manzoni. Etwas über Entstehung und Entwicklung der ital. Sprache; über lyrische Poesie, über Roman und Novelle. Lektüre einschlägiger Partien aus der Anthologie (I. Tl.) Manzonis «Promessi Sposi». Vortrag einiger Gedichte aus der Anthologie. Fünf Schul- und fünf Hausaufgaben. VI. Kurs, 2. St. Das XVIII, Jahrhundert, mit besonderer Berücksichtigung von Scipione Matici, Baretti, Gozzi, Cesarotti, Meta-stasio, Alfieri, Goldoni, Parini. Über Historiographie, Dramatik und Satire. Lektüre einschlägiger Partien aus der vorgeschriebenen Anthologie. Tassos Slovstvena čitanka; brosch. V.-VIII. 3 K. 20 h. Slovenische Sprache, (als Freigegenstand). I. Lendovšek. Slovenisches Elementarbuch I.-VIII. - für Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten, brosch. 1 K. 60 h. I. Lendovšek, Slovenisches Lesebuch für Deutsche an Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten, v. Štritof, brosch. 1 K. 60 h. I. Lendovšek, Slovenisches Wörterbuch hiezu. geb. 2 K. 50 h. Geographie und Geschichte. Ivozenn, Geographischer Atlas für Mittel- 29.-39. 1T.-VIII. schulen. geb. 7 K. 60 h. Putzger, Historischer Schulatlas, geb. 3 K. 11.-22. I.-II. 60 h. Dr. Alexander Supan. Lehrbuch der Geo- 9.-10. graphie, geb. 2 K. 40 h. Klasse Titel der Bücher Auflage III. Dr. E. Richter, Lehrbuch der Geographie, geh. 3 K. 1.-3. IV. Dr. F. Meyer, Geographie der österr.-ung. Monarchie für die IV. Klasse der Mittelschulen. geb. 1 K. 70 h. 3.-5. II.-IV. Dr. F. Mayer, Lehrbuch der Geschichte für die unteren Klassen d. Mittelschulen: II. 1. Teil, Altertum, geb 1 K. 60 h. 2.-3. ii r. 2. Teil, Mittelalter, geb. 1 K. 70 h. 1.-3. IV. 3. Teil, Neuzeit, geb. 2 K. 1.-3. V.-VII. Gindely, Lehrbuch die Geschichte für die oberen Klassen der Mittelschulen, bearbeitet von Dr. F. Mayer: V.-VI. 1. Band, Altertum, geb. 3 K. ^ I. 2. Band, Mittelalter, geb. 2 K. 50 h, 9.-10. vi.-vir. 3. Band, Neuzeit, geb. 3 K. 40 h. nur 10. VIII. Dr. E. Hannak, Österreichische Vaterlands- 9. kunde für die oberen Klassen des Gymnasiums, geb. 2 K. 28 h. Mathematik. 10.-12. I.-II. Dr. Fr. Močnik-Neumann, Lehrbuch der Arithmetik für Untergymnasien, I. Abteilung, geb. 1 K. 80 h. 33.-35. III.-IV. Dr. Fr. Močnik-Neumann, Lehrbuch der Arithmetik für Untergymnasien, II. Abteilung, geb. 1 K. 60 h. 25.-26. V. Dr. Fr. Močnik-Neumann, Lehrbuch der Arithmetik für Obergymnasien, geb. 3 K. 50 h. 26. VI,-VIII. Dr. Fr. Močnik-Neumann, Lehrbuch der Arithmetik und Algebra für Obergymnasien, geb. 3 K. 50 h. 25. I.-II. Močnik-Spielmann, Geometrische Anschauungslehre für Untergymnasien, I. Abt., bearbeitet von I. Spielmann, geb. 1 K. 50 h. 25. III.-IV. Močnik-Spielmann, Geometrische Anschauungslehre für Untergymnasien, II. Abteilung, geb. 1 K. 50 h. 20.-21. 1 Klasse Titel der Bücher Auflage V. Dr. Fr. Močnik-Spielmann, Geometrie für obere Klassen, geb. 3 K. 80 li. 23. V.-VIII. Dr. Fr. Mocnik, Lehrbuch der G-eometrie für Obergymnasien, bearb. von Wallentin, geb. 3 K. 60 h. 15.-22. VI.-VIII. Ielinek, Logarithmentafeln, brosch. 1 K. 50 h. Naturgeschichte. I.-II. Dr. A. Pokorny, Illustrierte Naturgeschichte des Tierreiches, geb. 1 K. 70 h. 23.-25. Dr. A. Pokorny, Illustrierte Naturgeschichte 112,14,15, des Planzenreiches, geb. 2 K. 80 h. (17,17.21. III. Dr. A. Pokorny-Noe, Illustrierte Naturgeschichte des Mineralreiches, geb. 1 K. 60 h. 20. V. Dr. Hochstetter u. Dr. Bisching, Leitfaden der Minei'alogie und Geologie für die oberen Klassen der Mittelschulen, geb. 2 K. 80 h. 12.-17. Dr. R. v. Wettstein, Leitfaden der Botanik für die oberen Klassen der Mittelschulen, geb. 3 K. 40 h. 1.-2. VI. Dr. V. Gräber, Leitfaden der Zoologie, geb. 3 K. 80 h. Physik. 2.-3. III.-IV. Dr. I. Krist, Anfangsgünde der Naturlehre für Gymnasien, geb. 2 K. 50 h. 19. VII.-VIII. Dr. I. Wallentin, Lehrbuch der Pysik für die oberen Klassen der Mittelschulen, Ausgabe für Gymnasien, geb. 3 K. Philosophische Propädeutik. 13. VII. Dr. A. Höfler, Grundlehren der Logik, geb. 2 K. 90 h. 2. VIII. Dr. G. A. Lindner und Dr. Franz Lukas Lehrbuch der Psycholologie, geb. 3 K. 1. Fischer, Theoret. praktischer Lehrgang der Gabelsb. Stenographie. 40. Aufl. für Österr. Als Hilfsbücher werden empfohlen: Für Religion. III.-IV. Kl. Atlas zur biblischen Geschichte (Iss-leib-König), 6. Aufl. Gera. Für latein. Sprache. (Obergymn.) Stowasser, Schulwörterbuch. Für griech. Sprache. (Obergymn.) Schenkl, Griech.-deutsches Schulwörterbuch und Christian Harder, Schulwörterbuch zu Homers Ilias und Odyssee, geb. 4 K. 80 h. Für Mathematik. Wallentin, Maturitätsprüfungsaufgaben. IV. Gegenstände der Aufsätze im Obergymnasium. A. Deutsch. V. Klasse. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch an die Sonnen. — Übermut tut selten gut. — Die Gründung Roms. (Nach der Darstellung des Livius). — Warum nennen wir Ägypten ein Geschenk des Nils? — Ein Vergleich der Balladen «Das Glück von Edenliall» und «Belsazer>. «Wer mutig für sein Vaterland gefallen, Der baut sich selbst ein ewig Monument Im treuen Herzen seiner Landesbrüder, Und dies Gebäude stürzt kein Sturmwind nieder.» Weshalb ergreift uns Siegfrieds Tod so mächtig? — Die Verherrlichung der Treue im Nibelungenliede. -— Was lehrt uns die Handlungsweise des Tauchers in Schillers Ballade? — Welche Umstände haben die Blüte des athenischen Staates hervorgerufen? - Wie führt Reineke Fuchs im V. Gesänge des Goetheschen Epos seine Verteidigung? — Was verdanken wir dem Meere? — Inwiefern sind die Tiere den Menschen überlegen? — Wert der Ordnung. (Ein Brief.) — Hüons Heimkehr. -— Die Naturkräfte unsere Diener, aber auch unsere Herren. — Die edelsten Freuden des Jünglings. — Österreich über alles! VI. Klasse. Ein Ferientag. (Schilderung). — Zwei christliche Dichtungen des 9. Jahrhundertes. — Welchen Einfluss übt die Not auf den Menschen? — Kriemhild und GucU’un. (Eine vergleichende Ckarakteristik). — Der Nutzen des Reisens. — Parzivals Schuld und Läuterung. — Der Sänger des Mittelalters. (Unter Berücksichtigung des Lebens und der Dichtungen Walthers von der Vogelweide). — Was erzählt uns die Burgruine? — Triest, ein Mittelpunkt des Weltverkehres. — Aus welchen Gründen preist Haller die Alpenbewohner glücklich? — Inwiefern ist der Wind nützlich? — Durch welche Gründe bewegt Miltiades die Athener zur offenen Feldschlacht? (Eine Rede). — Kein Opfer ist zu gross fürs teure Vaterland. — Die Exposition in Lessings Minna von Barnhelm. VII. Klasse. Der Major von Teilheim. (Eine Charakteristik nach Lessings Minna von Barnhelm). — Nur den Griechen war es vergönnt, die Kunst zu ihrer höchsten Blüte zu entfalten. — Euch, ihr Götter, gehöret der Kaufmann; Güter zu suchen, geht er, doch an sein Schiff knüpfet das Gute sich an. — Nicht in die ferne Zeit verliere dich, den Augenblick ergreife, der ist dein! — Wie der Herr, so der Knecht. (Nachzuweisen unter Heranziehung: vom _ V O Goethes Drama «Gütz von Berlichingen». — Goethe und der Herzog Karl August. (Nach Goethes Gedicht «Ilmenau). — Die Phantasie, eine göttliche Gabe. — Welchen natürlichen Verhältnissen verdankt Europa seine Überlegenheit über die anderen Weltteile? — Die Exposition des Goetheschen Dramas »Iphigenie auf Tauris». — Der Ehrgeiz, eine Triebfeder zum Guten und zum Bösen, a). Das Hofleben in Ferrara zu Tassos Zeiten, b) Was lässt sich zugunsten des Krieges sagen? (Zur Auswahl.) — Will Gott ein Reich segnen, so gibt er ihm einen klugen Fürsten und einen langen Frieden. — Inwiefern konnte Schiller sein Leben einen ununterbrochenen Kampf mit dem Schicksal nennen? VIII. Klasse. Wallensteins Verirrung und Fall. — «Willst du, dass wir mit hinein — In das Haus dich bauen, •— Lass'es dir gefallen, Stein, — Dass wir dich behauen >. — Die französische Revolution als Hintergrund in Goethes Hermann und Dorothea. — Welches sind die Bande, die uns ans Vaterland knüpfen? — Graf Leicester in Schillers Maria Stuart. — Inwieferne ist Schillers Braut von Messina dem antiken Drama nachgebildet? — «Es ist die Rede dreierlei, ein Licht, ein Schwert und Arzenei». — «Eine edle Himmelsgabe ist das Licht des Auges». — Wilhelm Teil, ein Mann der Tat. — «Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann! Die Nacht bricht ein, wo niemand wirken kann. — Inwieferne bestätigen die aus dem Studium der Literaturwerke und der Geschichte gewonnenen Erfahrungen den allgemeinen Satz ; «Dein Eigen ist alles, dein Heil wie dein Unheil; Es lenken die Lose dein Herz und sein Hang». Jordan, Nibelunge X. 5, 6. — Maturitätsaufgabe. B. Italienisch. V. Klasse: Le rondini se ne vanno. — Utilita, dei monumenti funerari. — Nemo sua sorte contentus. —• Una notte agitata. •—• Le meraviglie del creato. -—- La fuga di Renzo. — Le vie di co-municazione. — Cagioni e conseguenze della guerra del Pelopon-neso. — Le conquiste sconfinate dell’umano intelletto. — Figure caratteristiche nei Promessi Sposi. VI Klasse: II mare ed il deserto. — Sulla scorta del Gozzi si faccia la critiea alle lodi della vita rustiea esagerate dal For-teguerri. — «... ai voli troppo alti e repentini Sogliono i precipizi esser vicini.» Tasso: Ger. L. canto II. — Alete ed Argante: Con-fronto. — 11 fuoeo. — Le condizioni dell’esercito crociato dopo 1’intervento dei demoni. — Come il Tasso nella Gerusaleme Libe-rata abbia seguito la veritä storica. — II concilio di Costanza — II carattere del Pari ni desunto dali’opera sua. ■— La tragedia al-fieriana. VIL Klasse: Come i fiori adomano la terra e le stelle il cielo, cosi Atene adorna la Grecia e la Grecia il mondo. Herder. — La miscela del serio e del faceto nella Secckia Rapita. — Le vittime del dovere. — Luoghi e persone nei primi cerchi deli’ Inferno dantesco. — La fortuna. — II decadimento delle lettere e gli studi seientifiei del Seicento. — Un periodo eroieo nella storia deli’Austria. — II cerehio dei violenti; peccatori e ragione delle pene. -— II disperare da se stesso, non puo altro ehe nuocere. Leopardi. — Si confrontino fra di loro i poemi epici dell'Ariosto e del Tasso. VIII. Klasse: Non c’e clie una vera felicitä: il lavoro, ehe un godiinento: il bello. — Lettera ed allegoria nei primo eanto deli’Inferno. — II fiume Danubio tramite di civiltä tra 1’Oriente e 1’occidente. — II Farinata dantesco. — Alle sventure dei grandi serittori la letteratura italiana va debitriee delle sue opere pili in-signi. — I conquistatori dei popoli e i conquistatori del vero. — Le colonie: vantaggi e danni. — La vita e una battaglia in cui non si salva chi fugge, ma chi affronta coraggiosamente il perieolo. dove 1’argomento della mente Si giunge al mal volere ed alla possa, Nessun riparo vi puo far la gente». Dante: Inferno XXXI. Importanza mondiale del Mediterrane. — Tema di m at uti ta. C. Slovenisch. V. Klasse: Iz malega raste veliko. — Trgatev. — Slovenska pravljica «Zločesta vila» in nemška «Das Dornröschen». — Kralj Numa Pompilij. (Prosto po Liviju). — Ribič. (Slika iz primorskega življenja). — Boj med očetom in sinom, oziroma bratom in bratom v srbskem narodnem slovstvu. Kako bi se približno glasila narodna živalska pravljica, katero je vporabil Valjavec v svoji pesni «Vojska z volkom in psom*? — Pomen Perikiejevega delovanja za Atene. — Značilna epična mesta v narodnih pesnili «Marjetica in Trdoglav» ter «Mlada Zora». —• Po končanem delu. (Misli ob koncu šolskega leta). VI. Klasse: Biti ljubljenec ljudstva je često dvomljiva sreča. (To naj se dokaže z vzgledi iz stare zgodovine). — Radovednost je mati človeškega znanja. Ali ji ne očitajo tudi slabosti? — Kralj Matjaž in kraljevič Marko, glavna junaka jugoslovanske narodne pesni. - Katero poteze svojega značaja je dal Prešeren glavnemu junaku «Krsta pri Savici»? — Kje je dobil Levstik snov za svojega Martina Krpana in kako jo je vporabil? — Ciceronis oratio prima in Catilinam 3 (7-8). (Prevod). —- Jutro na Basnigojevini. (Sličica po Jurčičevi «Lepi Vidi» V. pogl). Opazuje naravo spozna človek, kako je slab, pa tudi kako je silen. — Zvon človekov spremljevalec na zemskem potovanju. — Tugomer in Mestislav. (Vzporedna oznaka). VII. Klasse: Zakaj in kako ceni umni človek denar? — Podobnosti slovanskega bajeslovja s klasiškim in njune bistevene razlike. — Ko pada listje. (Jesenske sličice). — Rimski papeži in slovanska služba božja. Vsevidno soluce znad neba Ne vidi lepšega na sveti, Kot je z usodo boj moža, Ki zna udarce nje trpeti. (J. Stritar) Nil mortalibus ardui est. (Hör. Od. I, 3). (Dokažite resničnost pesnikovih besed z ozieom na tehnične izumitve novejše dobe). —-Prešeren in Sritar kot pesnika, kakor se nam kažeta v svojih sonetnih vencih. — Ali morje bolj loči ali bolj spaja dežele in ljudstva? — Hvala telovadbe po geslu: Mens sana in corpore sano. — Demosten kot vzor rodoljuba. — Vaje v staroslovenskem oblikoslovju. VIII. Klasse: Tij; S’ apErjg top&Ta tWt rcpoitapoifrev eS-f)y.av. (Heziod). — Svoboda in narodna zavest sta glavna pogoja za pravilni razvoj vsake književnosti. Kako je bilo v tem oziru pri Slovencih do polovice XVI. stoletja? —- Grk in Rimljan. (Vzporedna oznaka v dvogovoru). Ni to, kar vam se zdi, priroda-Odtisk, brezdušen lik to ni: Živi v njej duh, kipi svoboda, Ljubav iz nje mi govori. (Tjutčev). O važnosti volitve stanu po Horacijevem opominu : Versate diu, quid ferre reeusent, Quid valeant humeri. (Ars. poet. 39. Vzpored inislij). — Ob katerih idejah in zgodovinskih dogodkih se je začel koncem XVIII. veka preporod slovenskega slovstva? — Cesarja Karola VI. zasluge za Trst. — Prešeren kot epik. — Spomin in up. — Ob razstanku. (Govor tovarišem v slovo). — Zrelostna naloga. V. Vermehrung der Lehrmittelsammlungen. A. Die Lehrer-Bibliothek. I. 3105 Grassauer F., General katalog der laufenden period. Druck- schriften a. d. österr. Universitäts-u. Studienbibliotheken u. s. w. Wien 1898. 8.° 6859 (5382, 1). C. Z. 21 Guida Generale. 1902, vol. I.° 42 Monarchie, Die österr-ungarische in Wort. u. Bild, Bd. XXII: Bosnien u. Hercegovina. 49 Revue, Österr .-ungarische, 27. u. 28. Bd. 53 Sitzung, d. mathem.-naturwissenschaftlichen Klasse d. k. Aka- demie d. Wissenschaften, 1901, N. 1-7, 9-20, Geschenk d. k. Akademie d. W. 54 — d. philosoph-historischen Klasse d. k. Akademie d. Wissenschaften, 143. Bd., Jahrg. 1900. 59 Zeitschrift, d. Ferdinandeums f. Tirol u. Vorarlberg, lieft 42-44. Geschenk d. Herrn Prof. Aichner. 60 — f. d. österr. Gymnasien, 52. Jahrg., 1901. III. 197 Jahrbuch d. höheren Unterrichtswesens in Österreich, 15. Jahrg., .1902. 200 Jahresberichte ü. d. höhere Schulwesen, 15. Jahrg., 1900. 228 Mittelschule, Österreichische, 15. Jahrg., 1901. 3106 Sladeczek. P. H., Cantica sacra in usum stud. iuventutis. Wien 1885, ed, Il.a. 20 Ex., 8.» 6784 (5511, 2). G. 304 Verordnungsblatt f. d. Dienstber. d. k. k. Ministeriums f. Kultus u. Unterricht, 1901. IV. 3073 Monatsblätter f. d. kathol. Religionsunterricht, 2. Jahrg. 1901. 368 Quartalschrift, Theol.-praktische, 54 Jahrg. 1901. V. 3107 Aristoteles (Bibi, script. Graec. et Rom. Teubner.), De arte poetica liber rec. Christ. Ars rhetorica, rec. Roe-mer, Politica, rec. Susemihl, Qui ferebantur li-brorum fragmenta, rec. Rose, Oeconomica, rec. Rose, Oeconomica, rec. Susemihl, De coelo et de generat. et corrupt., rec. Prantl, Ethica Nicoma-chec, rec. Susemihl, de anima libri III. Riehl, Magna moralia, rec. Susemihl, Eudemi Rhodii ethica, rec. Susemihl, Metaphysica, rec. W. Christ, De partibus animalium libri IV.; rec. Langkavel, de plantis cet., rec. Apell, de coloribus eet., rec. Prantl. Lipsiae 1831-98. 8.° 6831-46 (1440, 1-14). 458 Bibliotheca philologica classica, vol. XXVIII., 1901, trim. III. IV. 3108 Caesar, (Präparationen f. d. Schullektüre Griech. u. rüm. Klassiker, herausgeg. v. Krafft-Ranke), Gail. Krieg, Buch I.-IV., v. Ranke. Hannover 1901. 8.° 6853 (113, 6). 698. Handbuch d. klass. Altertumswissenschaft, J. Müller u. a., III., 3: Geographie v. Italien, J. Jung, Topographie v. Rom. O. Richter. München 1897, 2. A. 8.° 6789 (1349, 5, 5). C. Z. — -— V, 4: Religion u Kultus d. Römer, G. Wissowa. München 1901. 8.° 6126 (1349, 10, 1). C. Z. 3109 Hula E., Rüm. Altertümer. Wien, Prag, 1901. 8.° 6849 (490,1). 3110 Lindsay W., Die lat. Sprache, ihre Laute, Stämme u. Flexionen in sprachgeschichtl. Darstellung, übers, v. H. Nohl. Leipzig 1898. 8-° 6794 (579, 1). C. Z. 3111 Livius, (Bibi, script. Graec. et Rom. Teubn)., Titi Livi ab u. c. libri, e. G. Weissenborn, pars III., libri XXIV-XXX. M. Müller. Lipsiae 1900. 8.° 6790-93 (162. 20-23). M. 3112 Luckenbach H., Abbildungen zur alt. Geschichte f. d. oberen Klass. höher. Lehranstalten. München, Olden- bourg 1900, 3. A. 8.» 6850 (4902). A. C. 3113 Nepos. wie 3108, Hft 12, 16. Hannover 1894, 2. A.. 1900, 2. A. 8.° 6852 (205, 1). 3114 Reichel W., Homerische Waffen. Leipzig 1897. 8.° 6795 (1345, 1). A. C. 3115 Sedlmayer-Scheindler, Lat. Übungsbuch f. d. oberen Klassen d. Gymnasien. Wien, Prag 11)00, 2. A. S.» 6857 (733. 3). 3116 Stadelmann F., Erziehung u. Unterricht bei d. Griechen u. Römern. Triest 1891. 8.° 3 Ex. 6796-98 (1339, 2-4). Geschenk der Frau Stadelmann. 3117 Steiner-Scheindler, Lat. Lese- u. Übungsbuch f. d. III. Kl., 3 .A. v. Kauer. Wien, Prag 1901. u. f. d. IV. Kl., 2. A. v. Steiner. Wien, Prag 1890. 8.° 6847, 48 (733, 1, 2). 3118 Vergil, wie 3108, Aeneis I-XII. v. Loewe. Hft. 22, 24, 28. 1900, 1898. 98. 8.° 6854 (328, 6). 1422 Wochenschrift, Berliner philologische, 21. Jahrg., 1901. 3119 Xenophon, wie 3108. Anabasis, Buch I., v. Ranke. 1886. 8.° 6855 (917; 1). VI. 1483 Archiv f. slav. Philologie, 23. Bd. 1901. 3120 Boccaccio, Die Quellen des Dekameron, v. Landau. Stuttgart 1884, 2. A. 8.° 6785 (4459. 1). 3121 Bulthaupt H., Dramaturgie d. Schauspiels, I. Bd. (Lessing, Goethe, Schiller, Kleist). Oldenburg, Leipzig 1902, 8.° 6787 (4097, 2). 1635 Euphorion, Zeitschrift f. Literaturgeschichte, 8. Bd., 1901 u. 5. Ergänzungsheft. 3122 Lungo, Isidoro del L., Dante ne’ tempi di Dante. Bologna 1880. 8.° 6832 (4453. 1). 3123 Nleyr R. (Das 19. Jahrh. in Deutschlands Entwickluug, her- ausgeg. v. P. Lehlentler) Bd. III: Die deutsche Literatur d. 19. .Jahrhdts. Berlin 1900. 2. A. 8.° 6786 (3996, 1). C. Z. 3124 Weyde J., Wörterbuch f. d. neue deutsche Rechtschreibung, mit kurzen Wort- u. Satzerklärungen. Wien, Leipzig 1902. 8.° 6858 (4141, 6). C. Z. VII. 3126 Schräder 0 , Reallexicon d. indogerm. Altertumskunde. Strassburg 1901. 8.° 6831 (1440, 1). C. Z. VIII. 3125 Hann J. (Bibi, geogr. Handbücher, herausgeg v. F. Ratzel). I. -III. Bd.: Klimatologie. Stuttgart 1897, 2. A. 8.° 6828-30 (5197, 1-3). 3127 Kürschner J., Das ist d. Deutschen Vaterland: Berlin, Eise- nach, Leipzig, o. .1. 4.° 6788 (3188, 3). C. Z. 3128 Stoddard-Stein, Di e neue Welt; Sammlung photogr. Aufnah- men d. grossart. Naturwunder, Städte u. Meisterwerke v. Nord-, Central- u. Südamerika. Chicago, o. ,1. 4.° 6860 (2377, 1). X. 3129 Commemorazione di Dom. Rossetti, letta da A. Hortis 29. XI. 1892. Geschenk d. Municipiums v. Triest. Selbstverlag, 8.° 6800 (3033, 4). 3130 I! monumento a Dom. Rossetti in Trieste. Geschenk d. Mu- nicipiums v. Triest. Selbstverlag, 1901. 8.° 6799 (3033, 3). XII. 2812 Jahrbuch d. k. k. geolog. Reichsanstalt, 50 Bd., 1900-01, 51. Bd.. 1. Hft., 1901. Geschenk d. k. k. Ministeriums f. Kultus u. Unterricht. 2880 Verhandlungen d. k. k. geolog. Reichsanstalt, Jahrg. 1900. Geschenk d. k. k. Ministeriums f. Kultus u. Unterricht. XIII. 2938 Rapporto annuale dello i. r. Osservatorio astronomico-meteo-rologico di Trieste per 1’ anno 1898, 15.° vol. Geschenk d. k. k. Handels- u. naut. Akademie in Triest. 2960 Zeitschrift f. d. physikalischen u. chemischen Unterricht, 14. Jahrg., 1901. XIV. 3131 Godron R.. Modern stilisierte Blumen, u. Ornamente. München 1896. F.° 6863 (5517, 5). Z. S. 3132 Reiss F.-Klein, 4 Planches paysages; 1 Stilleben v. Klein Ge- neve, o. J. F.0', 6864 (5517, 6). Z. S. 3104 Storck J.- Eisenmenger A., Figurale Vorlegeblätter f. d. Zei- chenunterriclit, II., III. Hft. B. Die Schülerbibliothek. a. Deutsche Abteilung. Durch Ankauf: Jessen, Hebels Schatzkästlein. — Bowitsch, Rübezahl. — Pauly, Mosaik. — Jordan, Die Irrfahrten des Odysseus. — Binstorfer, Fortunat und seine Söhne. — Brandeis, die Türken vor Wien. — Seidel, Gulivers Reisen nach Brobdingnag und Liliput. — Rappold, Erzählungen. — Gertler, Allerlei Schwank. — F. Frisch, Unglück versöhnt; Krieg und Frieden; Im Waldhof; Allerhand Freunde. - Noe, die Reise in den Nasswald. — K. May, Am Rio de la Plata. — Grube, Tier- und Jagdgeschichten. — Otto, Das Geisterschiff; Das Goldmacherdorf. —- Murray-Höcker, Jakob Ehrlich; Prärievogel. — Cooper, Lederstrumpfgeschichten I. und II. — Otto, Unter Kobolden und Unholden. — K. May, Der Ölprinz. — Otto, Das Buch merkwüdiger Kinder. — Lausch, Das Buch der schönsten Kinder- und Hausmärchen. — Wurm, Waldgeheimnisse. — Wickenhagen, Kurzgefasste Geschichte der Kunst. — Stoll, Sagen des klassischen Altertums (2 Bände). — Hoffmann, Die Not am grössten, die Hilfe am nächsten; Der alte Gott lebt noch; Eigensinn und Busse; Peter Simpel; Zeit ist Geld; Die Stimme des Herrn; Tüchtig und untüchtig. — 0. Höcker, Armut schändet nicht und Reichtum macht nicbt glücklich; Auf hohen Thronen und in der Dachkammer; Die Lüge ist ein hässlicher Schandfleck; Des Hauses Ehre; Gott verlässt die Seinen nicht. — Zernecke, Leitfaden für Aquarien- und Terrarienfreunde. — Otto, Der Jugend Lieblingsbuch. — A. Mager, Moderne deutsche Dichter (3 Exemplare). — Das neue Universum. — Schweiger- Lerchenfeld, Der Stein der Weisen, 24. und 25. Band. Durch Geschenke: Vom Schüler II. Polacco der III. H. Klasse: G. Schwab, Deutsche Volks- und Heldensage. — Vom Schüler H. Bunzel der II. Klasse A.: Chr. Schmid, Das Täubchen; Das Vergissmeinnicht. Campe. Robinson der Jüngere. Hoffmann, Neuer deutscher Jugendfreund, 41. Band. — Vom Schüler E. Hammerschmidt der H.A. Klasse: Heinrich Smidt, Seeschlachten und Abenteuer be- riihmter Seehelden. Michaut Sophie, Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden. — Vom ehmaligen Schüler der Anstalt Erich Wohl-farth: Nieritz, Drei Jugenderzählungen. Cooper, Lederstrumpfgeschichten. Fr. Hoffmann, Conanchet, der Indianerhäuptling. b. Italienische Abteilung. Durch Ankauf: E. De Marchi, Demetrio Pianelli. — P. C. Ferrigni, Su e giü per Firenze. — R. Fucini, Le veglie di Neri. — L. Morandi, Origine della lingua Italiana. •— I. Nievo, Le con-fessioni d’un Ottuagenario. — E. Salgari, Al Polo Nord. — E. Salgari, 11 tesoro del presidente del Paraguay. —• E. Salgari, Due-mila leghe sotto 1’America. Durch Geschenk: Von der k. k. Statthalterei: A. de Teuffen-bacli, Sunto storico della contea Principesca di Gorizia e Gradišča fino alla sua unione con la casa d’Absburgo nell’anno 1500. — Von der Societä Triestina Austria: Dr. P. Kandier: In memoria del Dr. Domenico de Rossetti. c. Slovenische Abteilung. Durch Ankauf: O. Zupančič, Pisanice. — Mladinska knjižnica I. u. II. — Vrabl, Božični darovi. — D. Kette, Poezije. — .J. Kersnik, Cvklamen, Agitator (2 Hefte). — Kostanjevec, Jz knjige življenja 1. — Prešeren, Poezije. — Kragelj, Jlijiada, Odiseja (2 Hefte). — Cankar, Hamlet. Durch Geschenk des hochw. H. Militär-Kuraten A. Jaklič: Zabavna knjižnica Slov. Mat. XI.-XII.; Knezova knjižnica IV., VII., VIII.; Knjižnica sv. Cir. in Met. XII; Slov. pesmarica (Aljaž) II.; Letopis Slov. Mat. 1895, 189(>; Zbornik Slov. Mat. I,—III.; Slov. nar. pesni (Strekelj) I., III.-VI.; Glaser. Zgodovina slov. slovstva (vollständig mit Ausnahme des IV. T. 1. H.); Slovenska zemlja: I., 1. II., 2, IV.. 1; Vrhovec, Zgodovina Novega mesta; Dr. A. Medved, Ant. Mart. Stomšek; Kišpatič, Jzbilinskoga svieta. — Geschenk des Dr. J. Merhar: Slovenske večernice, Heft 44, 45, 47, 48, 51. — Stritar, Pod lipo. C. Archäologisches Kabinett. Durch Ankauf: Archäologischer Anzeiger 1901, Berühmte Kunststätten (Leipzig u. Berlin, Seemann): XI. Konstantinopel 1901. Durch Geschenk: Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht: Jahreshefte des üsterr. archäologischen Jnstitutes in Wien, Band IV. Riegel, Die spätrömische Kunst industrie, nach den Funden in Österreich-Ungarn (Wien; 1901). D. Physikalisches Kabinett. Durch Ankauf4. 1 grösser Rheostat für Wechsel- und Gleichstrom. — 1 Schaltbrett. — 3 Leitungsschnüre mit Kautschuk isoliert. — 1 Wechselstrom — Handregulator — Mehrere Werkzeuge und Verbrauchsgegenstände. E. Das Naturalienkabinett. Durch Ankauf: 11 Stück Kristallmodelle, aus Birnholz. 1 Tafel, die Schneekristalle darstellend, und 1 Blatt Text. Retortenhalter, aus Stahl und Messing. Skelette der Hauskatze, Eidechse, des Wasserfrosches; Porzellantasse, Glastasse, Pipetten mit Gummischlauch und 2 feine Stahl pinzetten. Durch Geschenke: Vom Schüler der V. Kl. Gojkovie-Vojnovie Georg: Silberhaltiges Fahlerz, Rotkupfererz mit Malachit, goldführenden Riffquarz, 2 Stücke goldhaltigen Kupferkies, Rotkupfererz mit Zinober, sämtliche von Jquique. Vom Schüler der V. Kl. Madler Reinhard: Einen Badeschwamm, aufgewachsen. Vom Schüler der III. Kl. A. Michelich Rudolf: Eine Kalzitdrüse, auf Brauneisen, von Euböa. Von den Schülern der II. Kl. B. Gasperčič Valentin und Sosič Eduard wurden regelmässig für den Anschauungsunterricht Pflanzen in hinreichender Anzahl besorgt. F. Historisch-geographische Sammlung. A. Wandkarten : Kozenn : «Wandkarte von Mähren und Schlesien ■. 2. Spezialkarten: «Umgebung von Triest». />'. Wandtafeln: I. Für Geographie: a) Holzels geographische Charakterbilder: 39. «Sprudel Osukapuarangi». 40. Siera Nevada Californiens». 41. «Steilküste im Irland». 42. «Halemau-maüsee». (Hawaii). 43. «Der Rhein bei St. Goar», b) Hölzels Städte-Wandbilder: 9. «Paris». 10. «London». 11. «Wien». 12. «Prag». II. Für Geschichte: Langls Bilder zur Geschichte: 65. «Münster in Strassburg». 66. «•Bavaria mit Ruhmeshalle». 67. «Walhalla». 68. «Nürnberg». G. Unterstützungs-Bibliothek. Angekauft wurden: Nahrhaft. Lat. Übungsbuch I. Teil, 12 Ex.; Nahrhaft, Lat. Übungsbuch II. Teil, 7 Exemplare; Süpfle, Lat. Ü-bungsbuch für Oberklassen, 4 Exemplare; Kummer-Stejskal, Lesebuch II. Teil, 4 Exemplare; Mayer. Geschichte für Unterklassen II. 1 Exemplar; Gindely, Geschichte für Oberklassen I., 3 Exemplare; Mayer, Geographie für die vierte Klasse, 8 Exemplare; Hannak. Österreichische Vaterlandskunde für die 8. Klasse. I Exemplar; Su-pan, Lehrbuch der Geographie, 6 Exemplare; Močnik, Lehrbuch der Arithmetik für Oberklassen, 2 Exemplare; Močnik, Lehrbuch der Geometrie für Unterklassen I., 3 Exemplare; Pokorny, Mineralreich, 9 Exemplare; Wettstein, Botanik, 2 Exemplare; Wallentin, Physik, 6 Exemplare. Geschenkt wurden: (vom Verleger Kleinmayr und Bamberg) 15 Exemplare von Supan, Lehrbuch der Geographie; ferner von vielen Schülern der Anstalt verschiedene Lehrbücher, wofür hie-mit den Spendern der herzlichste Dank abgestattet wird. H. Jahresberichte-Sammlung. Die Jahresberichte ergeben für die Jahre 1850-1901 eine Gesamtsumme von 19539. .Im heurigen Schuljahre sind hinzugekommen: a). Reichsdeutsche: 364. b). Deutsche >sterreichische: 186. c). Nicht-Deutsche: 120. J. Jugendspielgeräte. Es wurden erworben: a). Durch Ankauf: 1 Eussball, 2 Stoss-bidle, 1 Schleuderball, 2 Handbälle, 1 Cricket. — 4 Holzstilnder (Malpfosten), 2 dünne Seile mit roten Tuchlappen, 4 rote Fähnchen für Grenzstangen, 50 rote und 50 blaue Armbinden. b). Durch Schenkung: von Herrn Felix v. Kodolitsch. Director d. Lloydarsenals: 14 Stangen verschiedener Liinge und 2 Taue (ii 16 m.). VI. Maturitätsprüfung. Am Ende des Schuljahres 1900-1901 unterzogen sich 19 öffentliche Schiller der VIII. Klasse und 2 externe der Maturitätsprüfung; ein externer zog sich während der schriftlichen Prüfung zurück; von den übrigen Abiturienten erhielten 5 ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung, 15 ein Zeugnis der Reife. Verzeichnis der reif erklärten Abiturienten z,. Name des Abiturienten Geburtsort Tag u. Jahr Geburt der Gewählter Beruf 1. Bufler Karl Pola (Istrien) 4. Juli 1883 K. u. K. Kriegsmarine o Economo Johann Triest 22. Juli Oktober 1883 Jus 3. Fels Leo Triest 17. 1883 Philosophie 4. *Gentilomo Samson Triest 19. März 1883 Medizin 5. Ghersinich Josef Triest 26. August 1882 Jus 6. Goldschmied Rudolf Triest 19. November 1882 Jus 7. *Gregoric Florian Landstrass 18. Februar 1883 Jus (Krain) 8. v. Grisogono Otto Triest 5. April 1883 Jus 9. *Guggenberger Karl Mitterburg (Istrien) 31. August 1883 Philosophie 10. Kern Johann Wien 2' Oktober 1883 Jus 11. ♦Kindinger Egon R. v Innsbruck 19. Mai 1882 Jus (Tirol) 12. Mallner Rudolf Triest 11. Dezember 1881 Jus 13. Martin Alfons Triest 15. Juli 1883 Jus 14. Mecozzi Gaston Triest 29. Juni 1882 Jus 15. Motka Karl Triest 24. August 1883 Jus 16. Polatsck Silvius Triest 20. Oktober 1882 Jus 17. *Pollak Adolf S. Anton am Arl-berge (Tirol) 30. Mai 1883 Technik 18. Toniatti Narzissus Triest 3. Mai 1882 Medizin 19. Vlach Alois Triest 4. Oktober 1879 Jus 20. Zobcrnig Alois, Externist. Triest 11. September 1887 Jus * Die Schüler, bei deren Namen ein Sternchen steht, haben die Prüfung mit Auszeichnung bestanden. 1902. Im Sommertermine des Jahres 1902 wurden die schriftlichen Maturitätsprüfungen vom 2.-7. Juni abgehalten. An denselben beteiligten sich 28 öffentliche Schüler der VIII. Klasse und ein Externist. AUFGABEN: I. Aufsätze: a) In deutscher Sprache: Die Verkehrsmittel von heute führen einen siegreichen Kampf gegen Raum und Zeit. b.) In italienischer Sprache: «Disse a me la Poesia: Sempre antica, sempre nova, Splende ognor la face mia. Mai non muorc Poesia.» (Luigi Carrer). c.) In slovenischer Sprache : «Za katere ideale so šli narodi največkrat vkrvavi boj, za katere so po samezniki najbolj neustrašeno umirali?» II. Übersetzungen: a) Aus dem Lateinischen: L. .1 uli Flori epitomae rerum Rom. III. c. 13 (haee est illa-Apuleiana seditio.) b) Ins Lateinische: «Die Zeiten nach dem trojanischen Kriege.» (Ein Diktat.) c). Aus dem Griechischen: Xen. hist. Graec. VII. c. 5, 18-22 excl. III. Mathematische Aufgaben: 1). Die ersten 5 Glieder einer geometrischen Progression betragen zusammen 93 u. die Summe aus dem zweiten u. vierten Gliede betrügt 30. Wie lautet die Reihe? 2). Ein Rhombus dreht sich um eine Achse, die im Endpunkte der längeren Diagonale zu dieser normal ist. Man bestimme das Volumen v des Rotationskörpers aus der Seite a des Rhombus, ihrem Neigungswinkel

» “Böbrik v. Boldva Arno aus riest Brunner Paul aus » -Bukovnik Karl aus Castel-nuovo (Istrien) Burger Emil aus Wien (Niederösterreich) v. Drago Edmund aus Triest Elia Heinrich » » Eschner Friedrich aus Unter-Siška bei Laibach (Krain) *Firtsch Georg aus Graz (Steiermark) Fraisse Wilhelm aus Triest Fuchs Walter aus Wien (Niederösterreich) -Gembrecich Manlius aus Pa-renzo (Istrien) Giamporearo Salvator aus Triest -GoljevšSek Alois aus Sesana (Istrien) -Gomezel Josef aus Triest Graf Ernst » » Grossmann Maximilian aus Tuttlingen (W ürttemberg) Gunalachi Demetrius aus Triest Klauser Leo aus » *Kosir Alois aus Monfalcone (Küstenland) Košuta Josef aus S. Croce bei Triest "Kuščer Ludwig aus Pirano (Istrien) Leva August aus Triest Levi Heinrich > » Lughi Attilius » > -Majcen Viktor » » Michelčic' Rudolf » » Morpurgo Karl » » *Ochsenfeld Arthur aus Laibach (Krain) Opper Leib aus Odessa (Russland) Pardo Ferruccio aus Triest Petelin Friedrich aus Prestranek (Krain) Piščanc Rudolf aus Triest Ralli Freiherr von Peter aus Triest Rebulla Eduard aus » Sancin Franz » » Schaftier Erich aus Gutenstein (Kärnten) *Sedmak Josef aus S. Croce bei Triest v. Sforza Lanfranco aus » Smerdu Augustin aus Divača (Küstenland) Sacker Paul aus Triest Svagelj Ludwig » » Ukmar Stanislaus aus Pro-secco bei Triest Umek Rudolf aus Triest Verbič Anton » » Vouk Andreas » » Zenari Albert » > v. Ritter- Zahoni Karl aus Triest (Privatist) I. Klasse H. -Apollonio Julius aus Triest Batista Ludwig » » -Benko Renatus » » Blasina Marius » » Brisöik Johann aus Prosecco bei Triest Bukavec Alois aus Prosecco bei Triest * Čermelj Leopold aus » Cusin Bruno » » Errath Sebastian aus Uggo- witz (Kärnten) -Ferluga Ernst aus Opčina bei Triest Ferra Guido aus » Gilardini Heinrich » » Glažar Josef aus Divača (K Ustenland) Gulič Viktor aus Triest Harmel Adolf » » Jasclii Guido aus Mitterburg (Istrien) ’ Kaus Otto aus Triest Kjuder Karl » » -Koch .lohann » » Košir Josef ■» » Kralj Johann aus Görz (Küstenland) -Krenn Alfred aus Frohnleiten (Steiermark) Kri vic Albert aus Triest Lazzarini Karl aus Pola (Istrien) *Lorenzutti Anton aus Triest Maganja Christian aus S. Croce (Küstenland) Maučič Rudolf aus Sizziole bei Pi rano (Istrien) Miklaučič Georg aus Triest -Musizza Karl » » Negode Miljutin » » "Painter Franz au Afritz (Kärnten) Perchinig Viktor aus Eisenkappel (Kärnten) Pirich Lucian aus Triest -Potočnik Karl aus Veldes (Krain) Rebek Augustin aus Triest Rože Josef » > Sacclii Ambros » » Sigon Richard » » Sirk Cölestin » » Škodnik Josef aus Pola (Istrien) -Spanger Alois aus Prosecco *Stephanides Viktor aus Triest Šušteršič Franz * « Travisan Richard » » -Ulčakar Adolf » * *Unterforcher Augustin aus Eger (Böhmen) Wicher Paul aus Sofia (Bulgarien) Zadro Franz Ritter von, aus Triest Zernitz Guido aus » v. Gravisi Vanto aus Pin- guente (Istrien), Privatist II. Klasse A. Alac Jordan -Basa Marius Bellen Otto -Bole Ernst Bunzel Heinrich Cossich Cäsar Crain Herminius aus Triest -Ferluga Leo aus Opčina bei Triest Giaja Johann aus » Gopcevich Georg » » Gossweiler Albert » » Gunalaclii Michael » » Hammerschmidt Emil aus Graz (Steiermark) Hollushka Emil aus Triest Hütter Helmut aus Krems (Niederösterreich) -Jež Franz aus Triest Kalin Ferdinand aus Grado (Küstenland) Kloss Bruno aus Triest Kober Paul Freiherr von, aus Triest Kovač Max aus Graz (Steiermark) Luft Josef aus Przemysl (Galizien) Lukač Marius aus Triest Majonica Rüdiger » » *Mazelle Egon » » Megari Spiridion » » Müller von Reichenberg Bruno, aus Triest Nabergoj Franz » » Obersnu Guido » » -Oblak Ludwig « » Peherstorfer Viktor » » Petelin Alois aus Prestranek (Krain) *Polacco Valerius aus Triest Prati Johann Edler von, aus Trient (Tirol) *Prieger Friedrich aus Triest *Ralli Ambros Freiherr von, aus Triest -Rebav Böla aus ()denburg (Ungarn) Sahar Alois aus Triest Schey Georg * > » *Tobien Emanuel » » Tommasini Emil » » Trtnik Rudolf aus Sesana (Küstenland) *Veneziani Bruno aus Triest Verhovec Karl » » -Vučetic Du?an aus Trebinje (Herzegowina) Weiss Eduard aus Triest Zeller Nahum Romeo aus Triest *GoSss Graf Zeno aus Klagen-furt (Kärnten), Privatist II. Klasse B. *Andrich Anton aus Triest Bizjak Emil aus Monfalcone (Küstenland) Bortolotti Marcellus aus Ala (Tirol) Custrin Johann aus Muggia (Istrien) Danielides Solon aus Triest Farožic Josef » » "Folie Agid » » -Fuchshofer Viktor aus Lovra-na (Istrien) Gaspercie Valentin aus Triest Gliha Josef » » *Guggenberger Erich » » Hillebrand Lucius » » Janežič Alois » » Juretič Rudolf » » Kalin Franz > » Kavčič Georg » » Korenčan Theodor » » Košuta Franz aus S. Croce bei Triest Kresta Blasius aus Chiopris (Küstenland) Krmpotic Marius aus Triest Maver Maximilian » » Mazlu Alois aus Servola bei Triest Michel Rudolf aus » s — *Muha Wladimir aus Visinada (Istrien) Perhavec Ferdinand aus Komen (Küstenland) Petterin Richard aus Triest Polič Mirko » » Roghella Rüdiger aus Görz (Küstenland) Rudesch Johann aus Volosca (Istrien) Säger Franz aus Deutscli-Be-neschau (Böhmen) Salix v. Felberthal Ludwig aus Wien Schiemer Alfons aus Triest Schleimer August » » Senizza Juslus » » *Slaus Titian » » Sosič Eduard » » -Stanger Ljubimir aus Volosca (Istrien) *Stephanides Karl aus Triest Stümpfl Adalbert » » Trebec Anton » » Ulčakar Samo » » Venne Ferdinand * » Visintin Primus » > Vujnovic Emil » » Zadro Johann Ritter von aus T riest Zoreti c Hermann aus Fiume (Ungarn) III. Klasse A. Alexander Emil aus Triest -Arcon Rudolf » » Baccarcich Friedrich aus Adelsberg (Krain) Badessich Paul aus Triest Bizjak Eduard » » Blažič Johann aus Veprinac (Istrien) Rusich Rudolf aus Triest Cantoni Heinrich aus Triest Cerdon Karl » » Cervellini Marius aus Ragusa (Dalmatien) Cohen Adolf aus Triest Fritz Felix > * Giurgevich Egon » » Goracuchi Ritter von Alexander aus Triest Grom Felix » » Hanuš Wenzel aus Hlinne (Böhmen) Herich Anton aus Schwechat (Niederösterreich) -Just Wilhelm aus Triest Kihalič Julius » » Klavora Roman aus Bač *Levi Hektor aus Triest Mareglia Franz » » Michelich Rudolf » » Mosettis: Virgil » » O O Osele Renatus » » Preissinger Oskar aus Primie-ro (Tirol) Rainer Friedrich aus Pilsen (Böhmen) Rakusa Method aus St. Wol-fang (Steiermark) Rebek Marius aus Triest Rehar Josef » » Rota conte Jakob » * Ruprecht Josef » » v. Sigmundt Karl » » Sillig Franz aus Görz (Küstenland) Stransky Bruno aus Triest Toros Franz » » Treche August » » Ungar Rudolf aus Mi hali (Ungarn) Visin Oskar aus Triest -Wilke Karl aus Kandern (Baden) Zaverl Wladimir aus Triest lil. Klasse B. Brezovec Johann aus Triest Bunc Viktor aus Dolina (Istrien) Cekada Anton aus Jelšane (Istrien) Cusin Georg aus Triest Dobrauz Guido » » -D uki e Adolf » » *Fabris Edler v. Freyenthal Walther aus Triest Ferluga Anton » » Gali Heinrich aus Draschitz (Kärnten) Geniram Tiberius aus Triest Gerbec Johann aus Servola bei Triest Gorup Karl aus » Hirschal Helmut » » Hojak Marius » » Kernev Josef » » Kienovar Otto » » -Kodolitsch E. v. Felix aus Neapel (Italien) -Kodoiitsch E. v. Richard aus Neapel (Italien) Koffler Alois aus Triest Kosovel Anton » » Kuret Wladimir aus Monte Smarje (Istrien) Leskovec Franz aus Fiume (Ungarn) Luxa Anton aus Prosecco bei Triest Luxa Marinus aus Prosecco bei Triest Metzner Maximilian aus » Miklaueič Viktor » » *Mikuletic Fortunat » » Možina Anton aus Trebie (Küstenland) Nemeček Karl aus Miramar (Küstenland) Oro Johann aus Triest Padovan Rafael » » Perhavc Rudolf » » Perozzi Franz aus Görz (Küstenland) Pertot Josef aus Viscone (Küstenland) Polacco Heinrich aus Triest Požar Josef aus Vatovlje (Küstenland) Puric Karl aus Grossrepen (Küstenland) Sauer v. Nordendorf Kurt aus Eger (Böhmen) Seunig Franz Egon aus Triest Sotlar Alois > » Voulc Hermann » » IV. Klasse A. Aite Alexander aus Triest *Brunner Egon » » Brunner Hans » » Collatscher Hugo aus Cormons "(Küstenland) Escher Alfred aus Triest Furlan Viktor » » Ghersinich Anton » » -Himmelbauer Albert aus Wien (Niederösterreich) -Hreglich Kasimir aus Fiume (Ungarn) Jurjevič August aus Triest -Kalčič Richard aus Spalato (Dalmatien) Kavčič Karl aus Triest Koller Ludwig » » Košuta Martin aus Heil. Kreuz (Küstenland) Lichtensteiger Albert aus Triest "Matheusehe Paul aus » Mikuš Karl aus Nassenfuss (Krain) -Nowak Ewald aus Gams bei Frohnleiten (Steiermark) Petritsch Friedrich aus Triest Pettek Franz aus Pirano (Istrien) fPogorelec Johann aus Maunitz (Krain) Rakuša Cyrillus aus S. Wolfgang am Kaag (Steiermark) Sancin Anton aus Servola bei Triest -de Sforza Galeazzo aus » Skilan Anton aus Cattinara bei Triest Stubel Adalbert aus » Tagliapietra Angelino aus Laibach (Krain) *Viezzoli Aurel aus Fasana (Istrien) Visintini August aus Triest IVr. Klasse B. Andrejčič Rudolf aus Triest Angioletti Eduard » » Hak Emanuel » » Bartosch Virgil > » Bunc Eugen aus Dolina (Istrien) Coglievina Benvenuto aus Königsfeld bei Brünn (Mähren) Fontana Wittekind aus Lissa (Dalmatien) Gnezda Anton aus Triest Goich Oskar » » -Grego Karl » » Hanslich Guido » » -Hesse Adalbert » » Jäkel Gaston * » Jakomin Johann aus Ivubed (Istrien) Jelenic-Sivat Johann aus Gi-mino (Istrien) Khail Wratislav aus Veglia (Istrien) Kobal Anton aus Mauniz (Krain) Kolar Milan aus Marburg (Steiermark) Malabotich Hugo aus Malinska (Istrien) Maver Rudolf aus Triest Milič Karl » » Pintar August » » -Požar Johann » » Remec Alois > > Steppan Karl aus Castel-muschio (Istrien) Toribolo Marius » » Verona Anton » » Wünsch Adolf » » Zimmermann Georg Ritt. v. aus Capodistria (Istrien) Busich Elsa aus Triest, (Pri vatistin) V. Klasse Braun Ernst aus Triest Charles Camillus » » v. Colombani Silvius aus Capodistria (Istrien) Custer Robert aus Sofia (Bulgarien) Dessilla Hektor aus Triest Ferluga Jakob aus Lussin-piccolo (Istrien) Flego Josef aus Pinguente (Istrien) -Gojkovič-Vojnovič Georg aus Zara (Dalmatien) Goldschmid Guido aus Triest Goljevšček Emil aus Sesana (Küstenland) -Goriup Johann aus Slavina (Krain) Graf Paul aus Triest Grisi Guido » » Gulič Rudolf ans Cherso (Istrien) Jerič Maximilian aus Triest -Kavčič Eduard » » Klaužer August » » Klodič Ritter v. Sabladosky Paul aus Triest -Kopulety Friedrich > » Kvekič Emanuel aus Cattaro (Dalmatien) Kvekič Georg aus Cattaro (Dalmatien) Levi Viktor aus Triest -Madler Reinhard » » Mazelle Erhard » » Megari Marius aus Marburg (Steiermark) -Milotich Hermin aus Pin-guente (Istrien) Motika Johann aus Gimino (Istrien) Panizon Karl aus Triest Pepeu Franz » > Pertot Heinrich » > Pipa Alois » » Pöltl R. v. Wilhelm » » Polan Paul > » Richetti Franz aus Wien (Nied erösterrei ch) Rotter Guido aus Triest Rutar Julius » » Sab]ich Edgar aus Cilli (Steiermark) *Schell Arnold aus Triest -Sincic Johann aus Pinguente (Istrien) Solla Adoaldo aus Vallom-brosa (Italien) -Vicelli Josef aus Farra (Küstenland) Virant Josef aus Tolmein (Küstenland) Visintin Richard aus Triest *Weiler August > » -Wontschina Olivier aus Vo-losca (Istrien) Zavadlal Johann aus Triest Pupini Therese aus Wien (N i ederösterrei ch), Pri vati sti n VI. Klasse. Baccarcich Guido aus Adelsberg (Krain) Hak Heinrich aus Triest . Bernardini Marius » « Bertoša Anton aus Mitterburg (Istrien) Biesik Ladislaus aus Görz (Küstenland) Bressan Josef aus Lucinico (Küstenland) Caleari Paul aus Bischoflack (Krain) Debenjak Johann aus Matteria (Istrien) Dolenz Anton aus Triest Fellner Oskar » » *Ferluga Karl aus Opčina bei Triest Ferra Julius aus » «Furlan Alois » » Germek Rudolf » » Glavic Friedrich aus Mitterburg (Istrien) Goljevscek Josef aus Sesana (Küstenland) Hirschal Walther aus Triest Kirac Peter aus Medolino (Istrien) Lusner Cyrillus aus Volosca (Istrien) Luxa Richard aus Prosecco bei Triest Mecozzi Cajetan aus » Mogorovič Bogdan aus Castua (Istrien) Obrist Josef aus Görz (Küstenland) Padevit Walther aus Pola (Küstenland) Percicli Karl aus Volosea (Istrien) Rohrer Johann aus Klagen-furt (Kärnten) Sancin Anton aus Ser vola bei Triest Scheimer Amadeus aus » *Schizzi Aetius Skapin Guido » -> Soffianopulo Sotiri » » Sternberg Friedrich » > *Sternberg Otto » « *Susa Josef » Valentič Karl aus Deeani (Istrien) Verö Anton aus Opöina bei Triest -Vodopivec Ludwig aus > VII. Klasse. Bekar Franz Bufler Rudolf aus Caporali Viktor Cesnovar Franz Delak Anten Dobrila Marius Dougan Eduard Escher Werner Ferluga Vineenz Foa Josef Gliersinich Alois Gius Marius Kornfeld Ernst Lupieri Guido Marizza Erich Marušič Gustav Mirk Basilius aus Triest Pola (Istrien) aus Triest aus Laibach (Krain) aus Triest aus Prag (Böhmen) aus Triest Negri Primus aus Albona (Istrien) Pepeu Emerich aus Triest Petcovich Marius » » Ragusin Johann aus Alexandrien (Aegypten) Rismondo Anton aus Lussin-piccolo (Istrien) Seher Attilius aus Triest Schleimer Erwin > » v. Siginundt Eduard » Sussich Orestes aus Pola (Istrien) Tischler Hugo aus Triest Tominicli Cletus aus Lovrana (Istrien) Urbani Olynth aus Cervignano (Küstenland) "Visintin Franz aus Triest Welponer Anton aus Bozen (Tirol) *Sakler Olga aus Stryj (Galizien), Privatistin VIII Klasse. Andrejčič Anton aus Triest Bassi Rudolf » » *'Brunner Richard » » *Ceper Josef aus Divača (Küstenland) -Cibic Johann aus Prosecco (Küstenland) Escher Erwin aus Triest Escher Waldo » » Kabris Josef aus Lindaro (Istrien) Gastwirth Friedrich aus Triest HuŠo Michael aus > Illersberg Karl » » von Job Emanuel aus Trient (Tirol) — s; Kohner Arthur aus Triest Kürschner Franz * » Krausenek Wilhelm » » Križman Anton » » v. Moraitini Camillus » » Obad Josef aus Salež (Küstenland) iObersnel Max aus Triest Obraczay Theodor aus Görz (Küstenland) Padevit Helmar aus Triest Paulay Stefan aus Dignano (Istrien) *Pertot Milan aus Triest Piščanc Gabriel aus Triest Puhek Natalis » » v. Rossetti-Scander Dominikus aus Triest v. Rossetti-Scander Pasqualis aus 'J’riest Sosič Andreas aus Opčina bei Triest - Spetič Franz aus S. Croce bei Triest Tomasich Stefan aus Medo- lino (Istrien) Vetrich Roman aus Triest >- Zupanič Karl aus Divača (Küstenland) uauiurßsviz m £ in 3 < u a> -fi o tc CO -t-J cS (X) X (1) U) Öl ti rl H > ü + >o O X ” m I I I — c y u i 3.2 O Os Cj © rH tx O C rH Cfl • — ü o C/i }_ oa i i> h co rH O rH O I I “+£ G v o •g »5 #u u ’S N u Co rC =\e.S, u "G U 1/5 .C C/J cn O E £ o G p T3 G öS O S E c c ■ _J C.) 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