sir. 135. Freitag, 17. Juni 18«?. 10«. IahnMlg. Zeitung. ^ra«umei'nt!l»lsvrelö: H^ Postve, lenbun» : ganzjährig fl, 15. halöiähn,i sl. 7,ii< zu 4 Zeilen 25 t>., grüßevc pi lr,: bei öfteren Wiederholten pr, Zeile 3 !l. Die „Lalbachei Zeituna" eischeint lliglich mit NuSü^hmc der So»»' und ffei?r!age. Die Ndwlulftrlltlon vcft«det sich Uahnyc'fqafse >5>. dir Medacllxn Wieneistr.,«e 15, — N»!vnnli«te Pviese w^lbl-n nich! ailqen°»!M<:» und ^anuscripte:,>Ht zurückgestellt. Amtlicher Meil. z.. Se. k. ulld k. Apostolische Majestät habeil mit s^erhuchst ullterzeichnetem Diplome dem Major und ^^Mandnnten des böhmischen Landwehr-Infanterie-°>ailll)ns Deutschbrod Nr. .'52 Moriz Biehler den .^lstand mit dem Ehrenworte «Edler» und dem Prä-^ate «Gem men stein» allcrgnädigst zu verleihen Nichtamtlicher Weil. Das neue serbische Ministerium. , Der Wechsel der Regierung in Serbien konnte >cht überraschend kommen. Die Symptome einer fchlei- ^nden Krise traten in den letzten Monaten immer Mger auf. Sie schwanden stets für einige Z-it, Mn aber erkennen, dass die Stellung des Ministe- Ms Gara^anin täglich schwieriger geworden. Welches ^ kigentlichen Gründe dieser Wandlung gewesen, ucr- !^cu wir, die wir den Ereignissen ferne stehen, mit ^chnheit nicht festzustellen. Vielleicht genügt auch in ^>bien schon die Thatsache allein, dass ein Ministe« ^»N! eine gewisse Zeit das Nuder behauptet hat, um ^srlbe voni Schauplatze zu verdrängen. Garasanin V schließlich die momentane Unhaltbarkeit seiner ^nation ein und begehrte seine Entlassung. König Man acceptierte dieselbe und beauftragte, vielleicht in "Manglimg einer anderen Combination, Herrn Ristic "lt der Cabinctsbilduug. Ristic bildete auch bald seine ^leg,enmg u,ch präsentierte dem Könige eine Liste lgener Anhänger und einiger Radicalei,, welche anch !tl das Conseil berufen wurdeu. Das neue Ministerium 'st Wohl zwei verschiedenen Gruppen, den Liberalen und M Radicalen. entnommen, aber es wird doch ans- Meßlich vom Geiste des Herrn Ristic erfüllt bleiben. ^ auch über die einzelnen Mitglieder des Cabinets ^hcr nicht viel bekannt, so steht doch ihre unbedingte ^lUerordmmg unter die Ideen des neuen Minister- ^sidenten außer jedem Zweifel. H Es wäre unbillig, wollten wir verhehlen, dass die "°litit und die Person des Herrn Garaäanin in Oester- ^ uur Sympathien begegnen konnten. Die von ihm ^ vertretene und mit Ausdauer «erfochtene Richtung sprach der natürlichen Aufgabe Serbiens uud den ^den wechselseitigen Interessen Oesterreich Ungarns nnd des serbischen Königreiches beruhenden Beziehungen beider Staaten. Nunmehr hat König Milau einen Politiker au die Spitze der Regierung gestellt, der als der Repräsentant einer ganz andern politischen Anschauung gilt und der uicht müde winde, Garasaniu nud die ganze Fortschrittspartei zu bekämpfeu und sie einer unnatioualen Haltung anzuklagen. Hat indessen König Milan es als ein Gebot der inneren Lage seines Landes betrachtet. Herrn Ristic zur Regierung zu be rufeu, so habcu wir zu viel Achtung vor der Selbst-ständigkeit Serbiens, um diese Entschließung von irgend einem andern Gesichtspunkte einer Kritik zn unterwerfen. Einige Organe strenen allerdings seit Jahren die Fabel ans, Öcsterreich-Ungarn wolle die slavischen Länder der Balkan-Halbinsel bevormunden, sie nach jeder Hinsicht von seinem Willen abhängig machen und zu Satrapen des Kaiserstaates herabduicken. Diese alberne Verleumdung hat durch die Ereignisse der letzten Jahre uud die Haltung unserer Monarchie iu allen die innere Entwicklung der Aalkanstaaten betreffenden Angelegen heiten eine Widerlegung erlitten, welche eclataut genug wäre, um felbst Gehässigkeit und küusllich genährte Vorurtheile zn entkräften, wenn uicht die Agitatoren diese Fabel beuöthigen würden. Ist sie es doch vornehmlich, welche ihnen Stoff für ihre Declamationen bietet uud von der ihre Agitation forlvegetiert Thatsächlich achtet unsere Politik zu sehr die Autonomie der Orientstaaten, um in deren innere Entwicklung einzugreifen oder dieselbe bestimmen zu wollen. Ihre Aufgabe begiunt erst da, wo die Interessen des Reiches dnrch ein Ausgreifen nationaler Politik nach außeu gefährdet werden könnten, und dieser Pflicht des Selbstschutzes wird sie jederzeit in vollem Umfange gerecht werden, wie immer sich dir Partei-ConsteUationen in den ciuzeluen Ländern gestalten sollten. Sache des Herrn Nistic wird es sein. eine Majorität zn finden. Wo und mit welchen Mitteln er sie auffucheu wird, dies ist gegenwärtig uicht leicht zu beantworten. Die eigentliche Fraction der Liberalen verfügt in der Skuvschtina uur über eine fchwache Gruppe, uud wenngleich einige Nadicale von Ristic für fein Cabinet gewonnen wurden, ist es noch fraglich, ob die ganze Partei lange bei ihm ausharrt. Der ueue Premier wird daher, wie eine Velgrader Depesche meldet, zu Neuwahlen schreiten, deren Ausgaug heute gewiss uicht bestimmt werden kann, an die er abel nach den bisherigen Erfahrungen kaum mit großer Zuversicht geheu wird. Seine Sache ist es auch, die Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn den Bedürfnissen und der Lage Serbiens gemäß zu beurtheilen. Würden diese aNein bei Herrn Ristic dcu Ausschlag geben, so könnte in diesem Punkte eine Aendernng des Verhältnisfes zwischen den beiden Staaten kaum eintreten. Es bedarf wohl keiner befondercn Aufzählung all jener Resultate, welche Serbien infolge seiner innigen Beziehnngen zu unserer Monarchie in den letzten Jahren aufzuweisen hatte, Erfolge, welche nicht allein das com-mercielle und handelspolitifche Gebiet, sondern auch Serbiens staatliche Machtstellung sehr ansehnlich gefördert und dasfelbe vor schweren Prüfungen gewahrt haben. Möglicherweise deutet auch der Vorsatz iu dem neuen Programme des Cabinets Ristic, «die besten Veziehuugeu zu alleu Mächteu zu pflegeu», auf ein Erfassen dieser Lage uud auf ein volles Verständnis für die Grundlagen einer rationellen serbischen Politik, Dass aber OcsterreichUngarn seine eigenen Interesse»» von der Fluctuation der Parteipolitik iu den verschiedenen Oricntstaaten nicht tangieren lassen kann, dass es vielmehr den Willen und die Macht besitzt, jede Gefährdung derfelben abzuhalten, dessen kaun jedermann gewiss sein. Unsere Stellung im Oriente basiert nicht auf dem Willen einzelner Führer oder einzelner Parteien. Sie steht nicht mehr auf fo schwacher und schwankender Unterlage. Dies ist der wesentliche Erfolg unferer Oricutpolitik und all jener Actioncu, welche einer Stärkung uuserer Machtstellung im Oriente gegolten haben. Wir wollen jedoch hoffen, dass es uicht erforderlich sein wird, dieselbe in die Wagschale zu werfen, um jene Beziehungen zu Serbien zu erhalten, welche fchon von der Zweckmäßigkeit für beide Theile gegeben sind und eigentlich dem natürlichen Charakter derselben entsprechen. Herr Nistic wird sich wohl stets den Vortheil seines eigenen Landes gegenwärtig halten, nnd thut er solches, so wird ihm schon diefe Erwägung eine auch für uns vollständig ausreichende Directive leihen, da es ja selbstverständlich ist, dass Serbien nur iu dem Maße und nur so lange auf die Unterstützung feiner Wünsche durch unsere Monarchie zählen kann, als es anch fciuerseits von freuudfchaftlichen Gefühlen für Oesterreich-Ungarn und von einem gleichen Entgegenkommen für die Interessen unseres Reiches geleitet wird. Imilleton. Der Schlaf der Blumen. ^ Die mannigfaltigen Beweguugserscheinungen pflauz-t>. , Organe lasseu sich. von verschiedenen Gesichts-l^'ten aus betrachtet, iu mehrfacher Weife uuter-3'be» inch verewigen. Zahlreiche eMrimeutelle Unter-i^.'gen haben gelehrt, dass gewisse Bewegungöformeu ^ bl'r Kategorie der Wachsthums-Erscheinungen ge-^N. Bringt man beispielsweise ein im Dnnkeln er-Ulles. gerade aufgeschossenes Kcimuflänzchen ans ,jA so kauu man schon nach kurzer Zat sehen, dass z.Udrr Stengel concau gegen die Einfallsrichtung des tz^es neigt. Diese Krümmung beruht auf nngleichem !?chsthmu der beleuchteten nnd der vom Lichte ab-z^'deten Seite des Stengels uud kommt uur dann b^"de, wenn alle WachethumsVedingungen vor-^t>en ^ die m " ""em anderen Gesichtspunkte aus kaun man ^ewegllngrn der Pflanzen in solche eintheilen, zu l>^" Zustandekommen die Einwirkung bestimmter <^'r Äedingnngen nothwendig ist. uud m jene. tts.s''' wenigstens' uuabhä'ugig von äußeren Kräften die^n. Die ersteren bezeichnet mau als paratumsche. k>>, gieren als spoutane Vewegnngen. Eudlich kann brin""b dasselbe Organ eine bestimmte Richtuugs-»>nil'lii/a 6Ll>iulil> eines in Nusslaud und Asieu cultivierteu Süßholzes. Im 18. Jahrhundert haben namentlich Linne', Schrank, Meese uud Duhamel du Mouceau Untersuchungen über die Tag- uud Nachtstelluugen der Blumen veröffentlicht. In unserem Säculum hat sich eine ganze Reihe von Naturforschern mit diesem Gegenstände beschäftigt. Die Function der Blüte besteht bekanntlich in der Frucht-, beziehnngsweise Samenbildung. Zur Effectuie« rung dieser wichtigen Aufgabe in, Leben der Pflanzen sind die Staubgefäße und der Stempel vorhanden. Die ersteren repräsentieren die männlichen, die letzteren die weiblichen Geschlechtsorgane. Außerdem spielen anch die Blutenhüllen, die Perianthieu, namentlich im sexuellen Leben der Pflanzen, eine wichtige Rolle. Es gibt Pflanzen, deren Blutenhüllen, nachdem sie eine gewisse Eutwickluug erreicht haben, sich öffnen, iu diesem Zustande kürzere oder längere Zeit verbleiben und dann entweder anscheinend noch ziemlich frisch, in anderen Fällen wieder verwelkt abfallen, nnd zwar iu der Regel mit den Staubgefäßen, die dann ihre Schuldigkeit bereits gethan haben. Die Dauer des Geöffuct-seius der Blüte oder die sogenannte Anthese dauert bei maucheu Blüten nur wenige Stundeu. bei anderen wieder mehrere Tage, selbst Wochen, Solche Blüten, de-reu Gcöffmtsein nur einige Stunden beträgt, ueunt man ephemere Blüten. Hieher gehören die Windlinge, mehrere Arten Ehrellpreis, der Hornmohn, die Cichorie lc. Betrachtet man beispielsweise an einem schönen Sommermorgen ein in Blüte stehendes Flachsfeld aus einer gelvisftn Entfernung, fo erfchcint es blau. Kommt mau gegeu Abeud desselben Tages an jene Stelle, so erscheint die ganze Saat grün. Die Blüten des Leins öffnen fich nämlich gegen 7 Uhr morgens und fchließen fich in den ersten Nachmittagsstunden, worauf sie abfallen. Am folgenden Morgen steht der Flachs wieder iu voller Blüte, aber es sind uicht die Vlüteu des vo-rigeu Tages, sondern neue Blüten, welche ihre zarten blauen Blumeukronen soeben entfaltet haben. Während die Offenheit der genannten EintagK-blüteu in die helleu Tagesstunden fällt, gibt es wieder andere, die fich erst iu deu Nachmittagsstuuden, gegeu Sonnenuntergang oder gar erst zur Nachtzeit öffnen uud im Laufe des folgeudeu Tages schließen. Zu diefen ^aibacher Zeitung Nr. 135 1144 17. Juni 1887. Tie Notztrantheit. Vom l. k. Landesthierarzt I. I. Wagner. II v. Der Lungen roh. Bei dieser Form sitzen die Knötchen eine unbestimmte Zeit im Körper und besonders in den Lnxgen. Diese latente Rotzkrankheit kann viel Unheil anrichten, ehe sie entdeckt wird. Dieselbe tritt häufig als Folgeleiden zmn Nasen- nnd Hantrotze hinzu. Von 127 wegen primären Lungen-rutzes nntersllchten Pferdelnngen in Berlin wl'.rden in 92 Rotzprocesse vorgefunden, bei welchen jedoch zumeist ttnch Rotzerscheinungen an den Schleimhäuten, nnd zwar älteren Datums, oorhandell »uaren, weswegen die primäre Üuugenaffection, welche dlirch ein Rotzcunta-qinm flüchtiger Form entsteht, kanm je, jedoch der sccuudäre Lungenrotz ungemcin hänfig ist. Dies ist anch fehr einleuchtend, denn ein Contagion, wie der Rotz, beginnt am leichtesten in den Schleimhäuten der Nasenhöhlen :c. oder in der Haut primär, weil diese Organe einer Vernnreinignng mit Rotzeiter (Notz-bacillen) am leichtesten zugänglich sind. Mit Lungenrotz behaftete Pferde zeigen zuweilen die Erscheinungen der Dämpfigkeit; dieselbe ist dann verdächtig: 1.) wenn ein stärkerer, trockener, dumpfer, kenchender Hnsten — bei geringer Athmungsbefchwerde — vorhanden ist; 2.) wenn solche Pferde mit einem rotzigen Pferde gearbeitet und beisammen gestanden waren; 3.) wenn neben einem solchen dämpfigen Pferde ein oder mehrere Pferde an Rotz erkrankt sind; 4.) wenn vor der Dämpfigkeit verdächtige Drüse oder Nasenkatarrh bestand, nnd 5.) wenn zur Dämpfigkeit Symptome der verdächtigen Drüse sich einstellen sowie Abmagerung. Je mehr derartige Zustände sich einstellen, umso dringender wird der Verdacht. Ein solches Thier muss sanitätspolizeilich getödtet werden, weil beim Lungen-rotze mehrere Monate, selbst Jahre vergehen können, ehe die Krankheit offenbar wird. Jedoch kann innerhalb weniger Tage Nasenrotz und Wurm sich ausbilden, wenn acnte fieberhafte Processe hinzutreten. C. Der subcntane Rotz (Wurm). Hiebei treten die Rotzprocesse vorzugsweise im Unterhaut-bindegewebe auf, es entstehen Beulen und Knoten bis zu mehreren Centimeter« Breite, welche alsbald erweichen, die Haut durchbreche»! und einen dicken Eiter entleeren. Die so entstandenen «Wurmgeschwüre» haben rothe, aufgeworfene und zackige Ränder, deren Lieblingsfitz ist an den Glicdmaßen, die Sporadergegend, die Seitenbrust, der Hals nnd Kopf; auch perlschnnr-nnd strangartige Anschwellungen mit starken Drüscn-verschwellungen an den Füßen treten auf. Der Ünterhautrotz (Wurm) verläuft meist chronisch, in manchen Fällen können zwar binnen wenigen Tagen walnnssgroße Knoten entstehen und alsbald durchbrechen, trotzdem verläuft diefe Form meist langwierig, außer es tritt eine ausgebreitete Infection mit anhaltendem Fieber ein. Tritt der Ausbruch der Wurm-bmlcn an vielen Körperstellen und zahlreich ein, so folgt bald ein tödtlicher Ansgang durch Blntdyskrasie nnd Pyämie. Bei dieser Form, insbesondere bei vereinzelten Beulen, kann eine scheinbare Heilung eintreten, welcher man aber nie trauen darf, da man durch als-baldige neue Ausbrüche eines Nesseren belehrt wird. D. Der eigentliche Hautrotz (exanthema-tischer Rotz). Diese Form ist beim Pferde selten, relativ hänfig beim Menschen. Bei derselben treten die primären Rotzherde im Hautgewebe anf, nnd bleiben die secnndären Lymphgefäh-Affectionen anf die feinen Lymphgefäße der Haut befchränkt. Als die wesentlichste primäre Erscheinung zeigen sich kleine, oberflächlich liegende uud etwas größere, tiefer in der Lederhaut sitzende Knötchcn in großer Zahl. Dieselben brechen auf nnd bilden oberflächliche, linsenförmige oder tiefere, runde Geschwiirchen, die anfangs stark nässen und meist scharfe, rothe Ränder haben; sie treten einzeln oder grnppen-, auch reihenweise auf. Diese Hauteruption findet man an den Lippen, der Nase, au der innern Fläche der Hinterschenkel, selten anderswo. Anch diese Form ist untei' Umständen schwer zu unterscheiden, da oft lange Zeit (mehrere Monate) verstießt, bevor es zur Erkrankung der Leisten- und Achsel-drüsen kommt nud andere sichere Erscheinungen der Rotzkrankheit auftreten. Bei der Section lassen sich oft in anderen Organen, wie in den Mnskeln der Leber, den Nieren, dem Herzen, in den Knochen ?c., Rohknoten nachweifen. Man unterscheidet einen chronischen und einen acuten Rotz. Ersterer ist durch seine monate- bis jahrelange Dauer charakterisiert, wobei die Notzprocesse periodisch stillestehen; so kommt es, dass Pferde oft jahrelang wiederholt an Ausfluss und Hnsten leiden, insbesondere wenn die Infection ohne Gewebsverletznng und verborgen stattfand. Anders ist es jedoch, wenn mit der Notzinfcction eine tiefere örtliche Läsimi (Wundsein) oder ein andauernder Reiz (Nasen-Katarrh, Strenget, Bronchitis) verbunden ist; in solchen Fällen bricht schon in 4 bis 6 Tagen der Rotz aus, der nach einigen Tagen tödtlich wird. Hengste erkranken leichter als Stuten und Wallachen an Rotz. Trockenes, warmes Wetter hat eine Abnahme, kaltes nnd naffes Weter aber eine Zunahme der rotzverdächtigen Erscheinungen znr Folge. Schlecht gefütterte, nicht geputzte, dann sehr angestrengte und herabgekommene Thiere erkranken leichter. Der acute Rotz ist eine Abweichung von der Regel, indem durch unbekannte Ursache»« (fieberhafte Ent-zündnngsprocesse der Athmungsorgane) Rotzprocesse rasch um sich greifen; er tödtet alsbald die Befallenen. Derselbe tritt ein, wenn das Individuum fieberhaft krank ist, wenn gleichzeitig eine gutride Vergiftung eintritt oder von einem mit acutem Rotze behafteten Thiere ansgeht, dann, wenn die Infection eine intensive und mit einer Verwundung verbunden ist (Wnndsein, Impfung). In solchen Fällen erfolgt die Entwicklung in 8 bis 10 Tagen; nach Impfung oft schon in 6 Tagen. Die Prognose (Vorhersage) beim Rotze ist sehr ungünstig; da eine Heilung des localen Rotzprocesses höchstens in der Haut, und da nur im allerersten Beginne (Canterisierung der Stelle u. dgl.) kaum möglich, jedoch der tödtliche Ausgang als Regel zn betrachten ist. Mit Rücksicht anf die Sanitätspolizei mnss daher die Rotzkrankheit gegenwärtig wie eine gemeingefährliche, ansteckende und unheilbare Krankheit behandelt werden. Da eine Heiluug des Rotzes trotz vieler versuchter Mittel, wie ncnestens der Carbolsäure und des Borax, eine Fabel ist und gewöhnlich von Afterthierärzten um Pfuschern allsposaunt wird. muss die Beobachtung gewisser Vorsichts- und der im Thiersenchen-Gesetze cp gebenen vorzüglichen Maßregeln znr Verhinderung dci Weiterverbreitung dieser Seuche die Hauptsache sein und bleiben. Politische Uel'orlicht. (Die Krakauer Un iversitätsfeiel) Vorgestern hat die feierliche Eröffnung des neuen UlU' versitätsgebäudes in Krakau stattgefunden. Die Iagel-Ionische Universität bezieht damit ein neues, wohnlich^ Heim, und jeder Frennd des Landes Galizien. jed" Freund der polnische»» Nation, aber auch jeder Fre>u>b des cultlirelleu Fortschritts wird aus vollem Herze" wüuschen, dass die Hoffnung nnd Erwartnng sich ^ fülle, welcher der Unterrichtsmiuister Dr. vm! Omits") bei der Eröffnungsfeier in den schwnngvulleu Worten Ausdruck gegebeu hat. «dass die Universität immer kräftiger und erfolgreicher ihren hohen Zielen zustreben wird: der Wissenschaft und Forschung zu Nutz und Frommen, dem Lande und seiner Jugend znm Heilc, dem Throne und dem Reiche, unter dessen Schutz uud Führung die Universität zu neuem Leben erblüht ist, zum Danke und zur Ehre!» Das Prachtgebäude, wei/ ches der Staat der Krakauer ^I»na mawr iu so mllüi' ficenter Weise errichtet hat, ist ein neues Unterpfa'^ der Anhänglichkeit des Landes Galizien an das Reich, der Dantbarkeit seiner studierenden Jugend für de« Monarchen, nnter dessen wohlwollender Förderung die Universität sowie überhaupt die wissenschaftlichen N' strebnngcn der polnischen Nation einen neueu und!" erfreulichen Ausschw.lng genommen haben. (Sträflingsarbeit im Laaser Wild' bachgebiete.) Der Kärntner Landesausschnss hat del dortigen Landesregierung den im Jahre I88l> vorgeiw^ menen Versnch der Verwendung von Sträflingen be> der Laascr Wildbachverbauung uud speciell bei der b? treffenden Arbeitskategorie als einen gelungenen bf zeichnet, sowie den Fleiß und die Disciplin der Arb^ ter, wie nicht minder die Tüchtigkeit de« Aussi.Wpcl' sonales anerkannt, hieran bezüglich der vom InM ministerinm gestellten Anforderungen auf eine höhell Entlohnung der Sträflinge jedoch die Bemerkung L' knüpft, die Entlohnung eines Sträflings mit 70 Kreuzt per Tag als Grenze zn ziehen, über welche hina^ nicht gegangen werden kann. (Der galizische Landesausschuss) be> schloss, dem Landtage eine Vorlage zn unterbreiten, b? treffend die Bildnng eines eigenen Fonds von einet Million Guldcu zur entsprecheuden Durchführung d^' Militär-Acquartienmgs Gesetzes. Nach dieser VorlE' sollen den galizischen Städten bedeutende unverzinslich' Darlehen für Kasernenbauten gewährt werden. (In Ungarn) nehmen hente die Reichstags wählen ihren Anfang. Weitere Wahltage sind del 18., 19., 20.. 21.. 22.. 23.. 24. und 2ti. Juni. V" Agitation ist allenthalben eine sehr lebhafte. Die A^ sichten der liberalen Partei werden in den meist^ Bezirken, für welche sie Candidaten aufgestellt hat, al§ günstig bezeichnet. (Suspendierung des Agram er Vil^ germeist ers.) Der Agramer Bürgermeister, Hoftal" ephemeren Nachtblumen gehören beispielsweise die Wunderblume, die Nachtkerze. Arten des Stechapfels nnd andere. Die Zahl der Pflanzen mit ephemeren Blüten ist relativ sehr gering im Vergleich mit jenen zahlreichen Arten, dereu Blütenhüllen sich tagelang in unveränderter Farbenfrische erhalten. Unter diesen gehört die Majorität solchen Pflanzen an, deren Blüten-hülleu während der mehrtägige»» Dauer der Anthefe nichts Auffallendes zeigen. Das Oeffueu eiuer geschlosseuen Blüte, oder poeti« scher gesprochen, das Erwachen einer schlafenden Blume erfolgt durch die Aeweguug der Blätter der Blüteu in centrifugaler, das Schließe» oder Einfchlafen geöffneter Blüten durch Beweguug in centripetaler Richtung. Der Grad des Schlafes kann hiebei ein verschiedener seiu. Die Zeit der Oeffnung und Schließung der Blüten findet bei deu Blüten der verschiedenen Pflanzen zn den verschiedensten Tagesstnnden statt. Manche begin« nen schon zn erwachen, kurz nachdem die goldene Sonnenscheibe sich über den Horizont erhoben hat; viele schlafen länger nnd öffnen sich erst dann, wenn der Thau verschwunden und die Luft wärmer geworden ist. Andere entfalten ihre Blüten erst gegen Mittag nnd scheinen sich in der heißen Glut der scheitelrechten Son< nenstrahlen am wohlsten zu fühlen. Und wenn alle diese Blüten nach der Tagesarbeit sich znm Schlafe vorbereiten, dann lösen sie gleichsam andere ab, welche sich des Abends öffnen und die erfrischende Wirkung einer kühlen, sterncnfnukelnden Nacht bei voller Expansion genießen. Die Zahl der Nachtblnmen ist indes verhältnismäßig klein im Vergleich zu jeuer der Tagblumen. Die meisten Blüten, bei denen überhaupt eiu periodisches Oessuen nnd Schließen stattfindet, trifft »nan a»» schönen Tagen der warmen Jahreszeit in den Vormittagsstnn-den ausgebreitet. Linne", welcher die ersten umfassenden Beobachtnngen über den Pflanzenschlaf fammelte, theilte die Blüten, welche sich periodisch öffnen nnd schließen, in drei Classen ein: 1.) Witterungsanzeiger, welche ihre Schlafstliliden nicht genau einhalten, sondern sich je nach der Insolation, dein Feuchtigkeitsgehalt und Tem-peratnrgrad der Luft früher oder fftäter öffnen mid schließen; 2.) Sonnenwendblüteu. welche die Zeit ihrer Apertur nach der Tageslänge iusoferne richten, als sie sich des Morgens nmso früher öffnen, je näher der Tag dem Solstitium liegt, und umso später, je weiter er von demselben entfernt ist; 3.) Nachtgleichblütcn, welche die Stunden des Erwachens und Einschlafens genan einhalten sollen. Die Pflanzen dieser letztere,» Kategorie stellte Linne' zn einer «botanischen Uhr» zusammen. Man weiß jedoch schon lange, dass die Linne'sche Blnmenuhr hänfig schlecht geht, da ihr Gang von der jeweiligen Witterung reguliert wird. Unter den meteorologischen Agentien hat die Luft-wärme vielleicht den bedentendstcn Einfluss. Es gibt Blüten, welche »nan jederzeit iin Lichte uud im Dunkeln, in trockener und feuchter Luft durch Temperatur-Erhöhung zum Oeffuen, durch Temperatur-Abfall zum Schließen bringen kann, z. B. die Gartentulpc uud den Safran. Tulpeublütcn beginnen schon bei einer Temperatur-Erhöhung von zwei Grad Celsius sich zu öffnen. Was den Einfluss des Lichtes betrifft, so scheint dieses Agens bei vielen Pflanzen für das Zustandekommen der Schlafbewegungen ihrer Blüten keine nothwendige Bedingung zu seiu. Beim Durchgänge des Lichtes durch die gefärbten Blutenhüllen wird ein Theil des selben absorbiert, und zwar sind es je nach dem Farbstoffe der Blüten bestimmte Strahlen des Lichtes, welche! absorbiert werden. Diese Absorption bedeutet eil^ Umsatz in Wärme, und die stattfindende Erwärmt der Gewebe beeinflusst die Schlafbewegungen. Man mufs sich nun fragen, welch,»» Nutzen, ode allgemeiner gesprochen, welche biologische BedeutlMg ^ dieser internationale Blnmenschlaf für die Wal^' Wie bekannt, muss zur Effectuierung der Befrucht^ der Pflanzen der Blutenstaub auf die Narbe gelang von wo dann der ans der Staubzclle sich entwicke^« sogenannte Pollenschlauch durch deu Griffelcanal ^ zur Samenknospe des Ovariums vordringt. N»iu ü! es viele Gewächse mit unvollkommenen, d. h. mit ^, geschlechtigen Blüten, die wohl Staubblätter, aber '^ Frnchtanlagen besitzen, oder umgekehrt. Bei diesl'U.^, wachsen mnss deichalb der Slanb aus einer mänüli"^ Blüte auf die Narbe eiuer weiblichen Blüte üluitr^ werden. Durch zahlreiche, besonders von Darw n " gestellte Versuche hat sich die interessante Thatsache e geben, dass in der Regel nur dann eine u^ ^ Frucht- nnd Scnnenbildung stattfind, t, wem» der, " einer Blüte auf die Narbe eiuer anderen Vlüte !>^ langt. Die natürliche Ueberlragnng des BliittiWl geschieht mit wenigen Ansncchmen entweder dmO Wind oder durch Insecten. Die «Insettenblütler' ^, zeugen Pollen, die für die Uebertragung durH ^ Wind nicht geeignet sind. Sie besitzen jedoch ^ '.^, lebhaft gefärbte, von den Laubblätteru schon ""s ""'^. Entfernnng sich abhebende Blutenhüllen, welcye^ Insecten von weitem anlocken. Sie verbreite»' ,^, häufig Geruch, und immer scheidet sich an irgeno ^ Stile des PeriaiNhiums .Nektar», das ist H""^,„. also wieder Einrichtungen, um Insecten "uz" ^, Durch eine» in Form besonders gefärbter !5 ^. ! Linien u. dergl. ausgedrückten Wegweiser weroe» 5'aibachcl Zeitung Nr. 135 1145 17. Juni 1887. ^dovinac, wurde vorgestern susspcndiert. Das bezüg° ''"X' Decret, welches dem Bürgermeister um 2 Uhr ''achmittags zugestellt wurde, lalltet: «Ich habe be-ll>»den, Sie you der Dienstleistung als Bürgermeister ^" Agram zu snspelidieren, niid beauftrage Sie, die "gondln sofort dem ältesten M.igislratsralhe Pluscec ^> übergeben. Der Banns: Kl) u eu - Hedervary.» ^verlautet. Vadovinac habe wfort telegraphisch eine ^'ichwerde an Allerhöchste Stelle gerichtet. Badouinac '^ Candidat des Centrums in Agram. . (Oesterreich-Ungarn und Rllinänicn.) "ach einer Vukarester Zuschrift der «Pol. Corr.» wurde Iwohl ^,on österreichisch'ungarischer als auch von ru-tüciilischer Seite vereinbart, inbetreff der Tarifproposi. !^>ei,, welche soeben von rumänischer Seite im schrift-^l)rn Wege nach Wien gericht t worden sind, strengste ^hmnhal'tllng zu beobachten, nm jede vorzeitige Kritik ^'d j^de Störung der Tarifberalhungen hintanzuhalten. ^>'' bekannten Tendenzen der rumänischen Tarifcom-^lssion gestatten allerdings keine Hoffuung auf eine 'uweräud'erte Annahme seitens Oesterreich - Ungarns; ^knso nichtig wäre es aber, ans den Verzögerungen 7" welche augenfälligerweise aus der Vorlage von Ab» "»derungsvorschlägen seitens Oesterreich - Ungarns h r-vorgrhen werden — anf ein Misslingeu der Tarif-^lhandlungcn schließen zu wollen. (Frankreich.) Ans Paris wird berichtet, dass Ul allen politischen Kreisen daselbst die Eventualität des ^iicttrittes des Herrn Gre'vy von der Präsidentschaft ber Republik immer mehr ins Auge gefasst wird, und War wegen Mifshclligkeiten in der Familie des Prä-udeuten, insbesondere infolge von Zerwürfnissen mit l^Mem Schwiegersohne Herrn Wilson. Infolge dessen ^de die Frage der eventuellen Nachfolgerschaft Gravy's !'rreits lebhaft disentiert, und werden hiebei fast ails-Wießlich die Herren Freyeinet nnd Jules Fer,y iu betracht gezogen. (Einberufung des Sobranje.) Trotz des ^n Riza Bey unternommenen Schrittes betreffs der Vertagung der Eiubenlfuug des Sobranje wird die ^»lgarische Regierung das Sobranje für deu bereits d'Meldeteu Tag einbernfen. Die Regierung drückte deu ^ertretern der Mächte gegenüber den Wunsch aus, ^selben in dem Sobranje in Tirnova anwesend zu iehen. Aisher ist uichts bekannt, ob sich die Vertreter dahin begeben werden. (Zur Lage iu Serbieu) Der offieiöse Vel-Nader «Odjek» erklärt, gute Beziehungen zu Oester-",ch se,e„ nothwendig. Die jeyige Regierung biete für olche elne bessere Garantie, als die fortschrittliche Re> I'emng. die Oesterreich im aanzen Lande verhasst gedacht habe. (NufKlan d.) Nach eiuer der «Pol. Corr.» ails Pttersburg zugehendcu Meldung verlantet in dortigen unterrichteten Kreisen, dass die kaiserliche Familie ihren ^sommerlichen Ausflug nach Finnland im Lause des "cichsten Monats unternehmen wird. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben dem unter ^M Protectorate Sr. k. uud k. Hoheit des dnrchlauch-lWen Kronprinzen Erzherzogs Rudolf stehenden Militär- Veteranenvereiue in Trient zur festlichen Begehung des zehnjährigen Bestandes dieses Vereines 200 fl. zn spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das nn-garische Amtsblatt meldet, für die freiwilligen Feuer-wehrvrreine zu Päszlö und Vereknye je 100 fl. zu fpeudeu geruht. — (Stapellauf.) Das Thurmschiff «Kronprinz Erzherzog Rudolf» mit 0870 Tonnen Deplacement uud 6500 Pferdctraft, welches über 7 Millionen Gulden ko« stete, wird demnächst vom Stapel laufen. In den ersten Tagen des nächsten Monates wird Se. Majestät der Kaiser nach Pola kommen, um den Schlufsmauöveru und gleichzeitig auch dem Stavellaufe dieses Thurmschiffcs beizuwohnen. Die Kaiferin hat die Pathenstelle dieses größten Schlachtschiffes der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine übernommen, wird jedoch zur Feierlichkeit nicht nach Pola kommen, sondern sich durch die Erzherzogin Maria Theresia vertreten lassen. — (Zur Geschichte eines Hauftttref-f c r s.) Die Budapester Bantfirma Adler und Comp. veröffentlicht in den Blättern eine Erklärung, in welcher nachgewiesen wird, dass der in den Büchern dieses Hauses eingetragene Ralcubrief des Victor Szücs das mildem Haupttreffer gezogene Los nicht enthalte. Die genannte Firma hat zn dein Behufe unter Assistenz eines Notars von den Dircctoreu dreier dortiger namhafter Banken ihre Bücher prüfen lassen. Der Advocaturs-Canoidat Sigmund Reiner, der in Wien den Treffer behob, hat dies im Anstrage des Johann Melsicky aus Trentschin gethan, welcher der eigentliche Gewinner ist. — (Französisches O ffieiersc orfts.) Nach dem französischen Arineeschematismus für das Jahr 1887 zählte die französifche Armee am 20. Jänner d. I,, mit welchen« Datum der Schematismus abgeschlossen wurde, 24 668 active Officicre oder im Ofsiciersrange Stehende. Davon gehörten an 11572 der Infanterie, 3166 der Artillerie, 2524 der Cavallerie, 963 dem Geniecorps, 350 dem Fnhrmescn, 324 der Intendantur, 1350 dem ärztlichen Officierscorps, 410 der tierärztlichen Branche und 1359 dem Verwaltungsdienste. — (Ein Teppich als Bittgesuch.) Als der Sultan in der vergangenen Woche nach Top-Capu fuhr, um dem dort zur Anbetung ausgestellten Mantel des Propheten seine Verehrung zu bezeigen, da warf ihm eine Türkin einen Teppich in den Wagen, in den sie ein förmliches Bittgesuch behufs Erlangung einer Unterstützung hiiieingewnkt hatte. Der Sultan ließ der Bittstellerin sogleich einen namhaften Geldbetrag verabfolgen. — (Ein Zebra-Gespann) soll in der nächsten Zeit schon die Straßen Wiens durchführen. Es ist bisher nicht gelungen, das Zebra zu zähmen, lind doch berühmt sich ein Wiener Thierhändler, in den Vesitz eines gezähmten Zebrapaarcs gelangt zu sein, das nun in Paris trainiert werde. Die schönen Thiere sollen für eine hohe Persönlichkeit bestimmt sein. — (Hnugcrtod.) Im Jahre 1886 sind in London, der größten und reichsten Stadt der Welt, 40 Personen Hungers gestorben. — (Triftiger Grund.) Präsident: Angeklagter, weshalb haben Sie falsches Geld fabriciert? — Angeklagter: Weil ich nicht genug echtes besaß. Wsecteu uach jener Stelle der Blüte geleitet, wo sie le süße Nahrung finden. Die Houigbehälter oder Nek- Lllrn haben eiue solche Lage, dass das Infect auf dem ^kge zu denselben Staubbeutel uud Narbe berührcu ^ss. Die klebrigen Staubmassen haften bei Berührung l>t dem haarigen Infectenkmper diefem leicht an und "clden an der Narbe einer andern Blüte abgestreift. . Es ist nuu für das Zustandekommen der Befruch- "'"g vou größter Wichtigkeit, dass der Blütcustaub die ,,^'rhalb der Blüte eingenommene Lage beibehalte. Md er durch starke Windstöße oder durch heftig an- ^uagendeu Rege» aus der Blüte entfernt, fo ist er in ^' Regel als verloren zu betrachteu; auch eiue läu- -'^' Befeuchtung durch Regeu, Thau und Schnee ,Met ihm und macht ihn befruchluugsunfähig. Es ^/ sumit für die Pflanzen mit solchem Staub eine ^dellöfrage. dass erstens derselbe dort haften bleibe, ^ kr durch das nektardnrstige Insect abgestreift wer« ^ kann, und dass es zweitens an jener Stelle gegen , ^ ^upraN des Windes sowie auch der Regentropfen pichst geschützt sei. Eines der natürlichen Schntz- "el a/'nM die erwähnten schädlichen Einflüsse besteht . den periodischen Bewegungen der Blätter des Pe- »üw ^ längerem Negenwetter. au stürmische», .^ >«lalteu Tageu. endlich vom Abend bis zum Morgen, „, ,^"ge starke Thaubildung vorhanden ist, sind die "Neu Blüten so gut geschlossen, dass die Tropfen r^,, Außenseite benetzen können, während der Innen- ""' trocken bleibt. ^lii'i Periodicität dcs Oeffnens nnd Schließens der ui, k" steht im Zufammenhang mit der Schwärmzeit >,,, Iusecten. An schönen, warmen Sommertagen, ^lli/ meisten ephemeren, periodischen und anderen "' geöffnet siud, da sliegeu und slattern auch die meisten Insecten. nnd nach süßem Nektar suchend, über-trageu uugezä'hlte Bienen, Hummelu. Schmetterlinge und Fliegen den Pollen von Blüte zn Blüte und veranlassen dadurch unbewusst eiue erfolgreiche Bestäubung der Narben. Nun gibt es aber Pflanzen, deren Blüten bei Tag geschloffen sind und erst des Abends sich öffnen, nnd bekanntlich anch Insecteu, welche während der Dunkelpcriode des astronomische»: Tages auf Nahruug ausgeheu, wie z. V. die Abeud- und Nachtfalter unter den Schmetterlingen. Um auch hier dieselbe Wechselbeziehung zn ermöglichen, welche zwischen den Tagblumcn uud deu Taginsecten besteht, sind die Nachtblumen den Nachtinsecten angepasst. Diese An-passuug besteht entweder in der Ausbildung großer, hellgefärbter uud dadurch uoch im Dämmerlicht oder im Moudeufcheiu sichtbarer Blüten oder in der Emission eines starten Geruches, welcher die Insecten anlockt. Die Schlaf- oder nyctitropischeu Veweguugen der BlütcU bilden eine Kategorie von Lebeuserscheinungm des Gewächsreiches, die geeignet sind, nicht nur die Aufmerksamkeit nnd das Studium des Fachmannes, sondern anch das Interesse des ^aien in Anspruch zu nehmen. Wir kennen gegenwärtig eine große Zahl höchst eigenthümlicher und wichtiger Thatsachen aus der Reihe der Vewegungs-Phänomrue pflanzlicher Orgaue, vou dereu Existeuz die Votauiker des vorigeu Iahrhuuderts keine Ahuuug hatte»; und manches von dem, was zur Zeit Linnens zwar bekannt war, aber nicht erklärt werden konnte uud deshalb vielleicht als eiu «Wunder der Natnr> angestaunt wurde, ist heute richtig erkannt, auf bestimmte mechanische Processe zurückgeführt uud dadurch iu eiuer der exacteu Nature forfchung entsprechenden Weife erklärt. Dr. A. V. Folgen dos Rauchens l»ei jungen Leuten. Allgemein wird über den Niedergang der körperlichen Tüchtigkeit unferer heutigen Generation geklagt. Nervosität, Kurzsichtigkeit, chronische Krankheiten des Herzens, der Athmungs- und Verdauungsorgane sind alltägliche Erscheinungen, die man fast als unvermeidliches Zugehör unserer hochentwickelten Civilisation anzusehen sich gewöhnt hat und über die man, da es nicht zu ändern ist, lieber nicht viel Worte mehr verlieren will. Allerdings wurzelt ein großer Theil der gesundheitswidrigen Einflüsse in unseren gesellschaftlichen Zuständen, namentlich in den durch die überfeinerten Genüsse des Stadtlebens einerseits und durch den anfrei-bendcu Kampf um das Dasein anderseits bedingten schädlichen Gewohnheiten, deren Beseitigung ohne grundsätzliche Umgestaltung des ganzen Gesellschaftsbaues nicht crniartet werden kaun. Aber gegen einige zutage liegende Missbräuche, welche nach dem übereinstimmenden Befunde wissenschaftlicher Autoritäten den Kein« weittragender, wenn auch langsam nachwirkender Zerstörung des menschlichen Ol'gainsmlls in sich tragen, ließe sich jetzt schon wirksamer ankämpfen, als es bisher zu geschehen pflegt. Zu diesen Auswüchsen der modernen Civilisation gehört ohne Zwciftl die Gewohnheit des Rauchens bei jungen Leuten. Täglich — oft ganz ungeschent auf offener Straße — wird uns das widerwärtige Schanspiel von Knaben und unreifen Jünglingen mit der Cigarre im Munde geboten. Anders wirkt dieses Schauspiel auf die Altersgenossen, die noch nicht von diesem lockenden Gifte genossen haben. Das Beispiel wirkt hier umso austecken-der, als das Ranchen vou der bethörten Jugend als das Attribut der Männlichkeit angesehen zu werden pflegt, dessen Aneignung nebst den dazu reizenden Spirituosen dcn Gegenstand lang genährter Sehnsucht bildet. Dieser Trieb, der häuslichen Zucht und der Schuldisciplin zu entwachsen, wäre, da er der menschlichen Natur entspricht, nicht zu tadeln uud an und für fich nicht gefährlich, wenn nur zu oft das frühzeitige Hinwegfetzen über die Schranken nicht gleichbedeutend mit beginnender Zucht-losigkeit, wüstem Treiben und Verachtung jeder Autorität wäre, wie das in manchen Erscheinungen zutage tritt, welche auf die Erziehung der heutigen Jugend einen tiefen Schatten werfen. Wenn von maßgebender Stelle jüngst die Klage ertönte: «Wir haben unterrichtete, aber keine erzogene Menschen», so ist damit nur ein Urtheil ausgesprochen, dessen unanfechtbare Begründung in den Vorgängen dcs täglichen Lebens liegt. Es würde zu weit führen, alle jene Momente zu erörtern, welche auf die bei unserer Schuljugend ein-genistete Unsitte des Rauchens fördernd wirken. Es mögen hier nur einige pathologische Thatsachen mitgetheilt werden, welche die schädlichen Folgen des Rauchens bei Knaben in besonders prägnanten Fällen darthnn und die Eltern veranlassen sollten, dem Unfuge gleich bei dem ersten Beginne mit aller Strenge zu wehren. Hermann Canitz, Arzt nnd Redacteur der «Zeitschrift für volksver-stänoliche Gesundheitspflege», äußert sich folgendermaßen: «Dass das Rauchen im allgemeinen nicht gesnnd sei, dass es aber bei halbwüchsigen Burschen und Knaben geradezu gesundheitvernichtend sein müsse, habe ich bei jeder Gelegenheit behauptet. Wenn nun anch als Gegenbeweis angeführt wird, dass es doch nicht fo groß mit der Gefahr fein müsse, da ja die meisten Aerzte selbst ihre Cigarre selten «ausgehen» lassen, so ist dieser Hinweis entfchieden nicht stichhaltig. Die Wirkung des Nicotins auf das Nerven- und Blntlcbcn kann jeder Anfänger im Rauchen als eine «acute Vergiftung» wahrnehmen. Wenn nun auch diese zuerst sich zeigenden Erscheinungen «ach und nach zurücktreten und je nach der Widerstandskraft des Alters und fonstiger Verhältnisse der Nachtheil nicht so offen zutage tritt, fo äußert doch das Ranchen in dein Alter, wo der Körper noch in der Entwicklung steht — im Knaben- und Jünglingsalter — seine schädlichen Folgen in augenfälligster Gestalt. Eine Veröffentlichung der an die 8ooi«t^ of 1'iidli« Hleclioins eingesandten Beobachtungen des Dr. Decaisne mögen die Gefahren des Rauchens in diesem Alter illustrieren : Seine Wahrnehmungen beziehen sich anf 38 Knaben im Alter von i) bis 14 Jahren, welche, sämmtlich mehr oder minder dem Rauchen ergeben, ihn» zur Behandlung anvertraut wurden. Bei 27 vou ihnen waren die Folgen sehr ernster Natur: Störung des Vlutumlaufs und der Verdauung, Herzklopfen, Abstumpfung dcs Geistes und bei den meisten ein starker Hang zu alkoholischen Getränken. Eine Untersuchung des Blutes zeigte in acht Fällen Verminderung der rothen Blutkörperchen, zwölf Knaben litten anhaltend an Nasenbluten, zehn klagten über gestörten Schlaf und Alpdrücken, vier bekamen entzündete Wunden und einer die Schwindsucht. Je jünger die Knaben, desto stärker offenbarten sich die nachtheiligen Folgen; die wohlgenährtesten litten am wenigsten unter denselben. Acht von den 36 Knaben waren unter zwölf Jahre alt, elf derselben hatten sechs Monate, acht eiu Jahr und sechzehn mehr als zwei Jahre lang geraucht. Eiue Behandlung mit Eisen uud Chinin ergab kein befriedigendes Resultat; alleiu die Knaben, welche das Rauchen ganz unterließen, wurden hergestellt, siebzehn nach 6 Monaten, die übrigen erst nach einem vollen Jahr.» Laibacher Zeitung 3tr. 185 1146 17. Juni 1887. Man könnte mm sagen, diese extremen Folgen treffen nur das Uebermaß im Genusse; bei Einhaltung der richtigen Grenze sei nichts dergleichen zu besorgen. Allein, wer bestimmt diese Grenze, über welche Hinalis das Maß zum Uebermaß wird? Bekanntlich ist die Empfänglichkeit des Organismus filr Gifte so unendlich verschieden, dass es Vermcssenheit ist, die absolute Unschädlichkeit derselben bei einer vorgeschriebenen Dosis zu behaupten. Wie verschieden wirkt das Gift des Kaffees, des Alkohols, des Tabaks, vieler Medicamente auf die verschiedenartigen Konstitutionen! Was an dem einen spurlos vorübergeht, steigert sich bei dem andern im Lanfc der Zeit zu einer verderblichen Desorganisation. Wie viele der schleichenden Uebel, welche keine bestimmte Diagnose znlasscn und allgemein als Schwächung bezeichnet werden konuen, haben in unserem nervösen Zeii^ alter ihre Qnelle in dem zur Gewohnheit gewordenen Gebrauche der filr harmlos erklärten, allgemein verbreiteten, dem menschlichen Organismus mehr oder weniger feindseligen Gifte, gegen deren zerstörende Wirkung oft zu fpät ein Heilmittel gesncht wird. A. L. Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Kronprinz Rudolf in Steiermark.) Wie nunmehr feststeht, trifft das durchlauchtigste Kron-prinzeupaar in der zweiten Hälfte des Oktober in Graz ein und hält sich dort drei Tage auf; dann wird dasselbe andere Städte Stciermarls besuchen. In Graz wird sich demnächst ein Comite zur Veranstaltung der aus diesem Anlasse projcctierten Festlichkeiten bilden. — (Lchrerconferenz in Laibach.) Gestern fand unter dem Vorsitze des t. k. Aezirks-Schuliuspectors Herrn Hrovath im Laibacher Rathhaussaale die Lehrer-coiiferenz des Stadtschulbezirkes Laibach statt. Zum Stellvertreter des Schulinspectors wurde Herr Prof. Vodeb bestimmt. Bei der Wahl der Schriftführer giengen die Herren Funtek nnd Krulec als gewählt hervor. Sodann brachte der Herr Stadt-Schulinspcctor die bei den Inspektionen gemachten Wahrnehmungen vor uud bezeichnete die Erfolge in den hiesigen Schulen als befriedigend, in einigen sehr befriedigend. Hiernach referierte Lehrer Furlan über die Frage: «Wie kann die Schule auf ein anständiges Benehmen der Schuljugend außer der Schule hinwirken?» An das Referat knüpften sich einige Anträge, betreffend 1.) die Beaufsichtigung und Bestrafung der tabakrauchenden und schuapstrinkenden Schuljugend durch die Polizei-Organe, 2.) Errichtung eines öffentlichen Spielplatzes und 3.) die rechtzeitige Fertigstellung der Schulmatrit. Sämmtliche Anträge wurdeu angenommen. Der Wahl der Lehrbücher für das Schuljahr 1887/88 folgte der Bericht des Obmannes der Vibliotheks-Com-mission, Herrn Kokalj. Diesem Berichte ist zu entnehmen, dass die Bibliothek 376 Werke, 617 Bände, 101 Heft, 1 Bilderwerk und 5 Atlasse besitzt. Der AnAntrag, Stritars Werke für die Lehrerbibliothek anzuschaffen, wurde angenommen. Bei den Wahlen in die Bibliothcks-Commisslon und in den ständigen Ansschnss der Conferenz wurdcu die bisherigen Mitglieder poi iweiamütioilLm wiedergewählt. Es wurden auch zwei selbständige Anträge eingebracht, und zwar der erste betreffend die Verlegung des Ferial-Faschiugsmoutags auf den Aschermittwoch, der zweite betreffend die Crcieruug einer Suppleutcnstelle für die städtischen Schulen. Beide Anträge wurden nach der Motivieruug durch den Antragsteller Herrn Humer angenommen. Nachdem der Vorsitzende dem Referenten für seine Mühe gedankt, schloss er mit einem dreifachen Hoch und Avio auf Se. Majestät den Kaiser die Versammlung. —o. — (Perfunalnachrich t.) Aus Ourkfeld berichtet man uns uuterm Gestrigen: Heute ist Se. Excellenz FZM. Baron Kühn in Gurkfeld angekommen, woselbst er den neuen Artillerieschießplatz in Zadovinet besichtigte. Nach entgegengenommener Aufwartung von Seite der Honoratioren der Stadt Gurtfeld, uud zwar des Herrn Bezirkshanptmanns, des Bürgermeisters, des Postmeisters und der Vertretung des priv. Bürgercorps, fetzte Seine Excellenz nach kurzem Aufenthalte die Reise nach Graz fort. — (An Landpostmeister und Expedi-toren.) Der Herr Handelsministcr hat Erhebungen in der Richtung angeordnet, dass bei allen nichtärarischen Postämtern der Umfang der jetzigen Gefchäfte genau festgestellt werde, damit auf Gruudlage der so gewonnenen Resultate die Gebüreu der Postmeister neu systemisiert werden können. Hiebci wird der Grundsatz eingehalten, dass jeder Postmeister genau uach der Leistung und nach den erhobeneu Arbcits-Einheiten entlohnt, respective hie-nach sein Jahres - Pauschale ueu geregelt werde. Was die Stellung der Postexpcditoren bei nicht ärarischen Landpostämtern anbelangt, so wurde denselben bekanntgegeben, dass das Handelsministerium ihnen den Uebertritt in den Staatsdienst als Postconducteure gestatte. — (Zum Attentat auf das Grün-Denk-mal.) Wie wir bereis gemeldet, wurden die Lehrlinge Rudolf Ceuc^ic und Ludwig Peterlin, welche bekanntlich die Besudelung des Grün-Denkmals in der Nacht vom l8. anf den 19. Mai d. I. ausgeführt, ob Uebertretung uach H ^>8 St, G., und zwar ersterer zu drei Wochen, der letztere zu vier Wochen Arrest verurtheilt. In Befolgung ihres Princips «^'alumnia,^ »uäactor. 80MP6!' ^iquiä llHarot.!» schloss die Cillier «Deutsche Wacht» ihre diesbezügliche Mittheiluug mit der Bemerkung: «Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.» Gegenüber dieser neuen Unverschämtheit des Cillier Blättchens sind wir in der Lage, nach Informationen aus zu< verläsfiger Quelle mitzutheilen, dafs die genannten Lehrlinge die That aus eigener Initiative begangen und die umfasseuden Nachforfchungen, ob die Thäter nicht etwa doch von irgend jemandem zur Verübung des Attentats veranlasst worden seien, zn keinen« Resultat geführt haben. Hoffentlich befriedigt diefe Aufklärung anch die Neugierde des «Laibacher Wochenblatt». — (Biererzeugung in Krain.) Im Monate März wurden in den im Reichsrathe vertretenen Ländern in geschlossenen Städten 108 130 und am offenen Lande 1102 853, daher zusammen 1210 963 Iil Bier erzeugt. Davon entfallen auf Krain 5 692 d!, uud zwar auf die geschlossene Stadt Laibach 994 und aus das offeue Laud 4 698 III. Die in Krain für den Monat März vorgeschriebene Viersteuer betrug 12 793 st., und da aus Kmiu im März über die österreichisch-ungarische Zollinie 770 1>! Bier ausgeführt wurden, so betrug die Steuerrückvergütung 1L72 st. — (Hcrpelje ' Bahn.) Vorgestern früh hat auf der Triest-Herpelje-Bahn der erste Probezug ver^ kehrt. Aus diesem Anlasse sind aus Wien und Pola die technischen Organe der Central-Inspection der Eisenbahnen und der Generaldirection der Staatsbahnen dort eingetroffen. Die Quaibahn, welche deu Bahnhof der Herpelje - Bahn mit dem Südbahichofe in Trieft verbindet, ist nahezu beendet, und find die Geleifc an der Riva so musterhaft gelegt worden, dass keinerlei Unfall zu besorgen ist. Die Herpelje-Bahn soll bekanntlich am 30. Juni im Beisein des Handelsministers Marquis Aacquehem eröffnet werden. In Trieft hätte man gern gesehen, dass die Vetriebsdirection der Staatsbahnen aus Pola nach Trieft, und zwar anlässlich der Eröffnung der Herpclje-Bahn, verlegt worden wäre, da man dem Verkehr dieser neuen Bahn große Ausdehnung prognosticiert. — (Todesfälle.) Am 14. d. M. ist iu Nassen-fuß der dortige Pfarrer Herr Anton Zorc im Alter von 53 Jahren gestorben. — In Zaplana starb gestern der dortige Administrator Herr Gabriel Weiß. — (Ausflug.) Der Lescvcrcin in Gurtfcld veranstaltet am 19. Juni in Gemeiufchaft mit dem dortigen Musikclub einen Ausflug nach St. Barthelmä, allwo um 4 Uhr nachmittags im Garten des Gasthofes Zagorc ein Concert stattfindet. Entree 30 kr. Im Falle ungünstiger Witterung wird der Ausflug auf den nächstlommenden Sonntag verschoben werden, — (Wallfahrt nach Trsat.) Der Separatzug für die Wallfahrer nach Trsat bei Fiume wird morgen 11 Uhr vormittags von Laibach abgehen. Fahrkarten um den Preis pr. 3 fl. 85 kr. tonr und retour können noch bis morgen 10 Uhr beim Buchbinder Dez man gelöst werden. — (Schrecklicher Tod.) Aus Cilli wird berichtet, dass in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni der 23jährige Kohlenbrenner Michael Bratec von Lahov-graben, Gemeinde Gairach, einen brennenden Kohlenhaufen besichtigte, auf denselben hinaufstieg, um dem Feuer Luft zu machen, dabei einbrach und den Tod durch Erstickung und Verbrennung fand. Aunst und Literatur. — («Illustrierter Führer durch dieAlpen >.) In Hartleb ens Verlag in Wien ist soeben ein illustrierter Führer durch die Alpen UMl Salzburg, Obcrüsterreich, Steier »icn'l, .Mrnten, Krain, Küstenland und Vcrchtcsgadner Land, «erfasst uon Inlins M eurer, Präsident des Oestcrrcichischcn AlpcnClubs, erschienen. Der in der Touristcnwelt hochgeschätzte Verfasser bietet iu dem vorliegenden Filhrer den dritten und lchten Theil seines, die a/sammten Hochalpen Oesterreichs behandelnden Werkes, das mmmehr in drei Vänden — West-Tirol, Ost-Tirol und dem vorliegenden — vollendet wurde. Dieselben Vorzüge, die Julius Menrers srilheren Werken so viele Freunde erworben haben, besitzt auch das vorliegende neue Buch, das den weitaus größten und schönsten Theil der österreichischen Alpen-welt behandelt. Von der Donau bis zur Adria, von den Taueru bis weit ins slovemsche Gebiet hinein fuhrt un^ in glücklich combinierten Routen der Verfasser über Verg und Thal, auf eisige Vergeshöhcn und liebliche Seen, überall in vollende! schöner, lnapftcr und zuverlässiger Weise. Es wird lanm ein Reisehandbuch geben, das, wie das vorliegende, dein Reisenden vor, während und nach seiner Tonr zu nützen imstande ist. Seine Übersichtlichkeit gestattet, an der Hand des Buches im vorans die schönsten Reisen zusammenzustellen, sich genan über alles zn informieren; während der Reise ist es als Führer und Nachschlageb.lch von anszcrordenllichem Werte, während es uach der Reise durch scine überaus reiche Ansst,:ttung mit 56 vorzüglichen Illustrationen, 4 Panoramen :c. ein überaus schöues Andenlen bietet. Der Preis von 3 si. ist bei dem reichen Inhalte des Vnches ein sehr mäßiger zn nennen. 1. Uerzsichnis der beim l. k. Lanbcöpräsidium für die Abbrändler von Godeschitz eingegangenen Spenden. sl. lr, Herr Dr. Franz PapeH, Aouocat in Laibach .... 5 — . A. N.................. 1 — Dnrch Herrn Vezirksvorsteher Oroslau Dolruec dic Herren: Gemg Am>r 10 sl,. Mathias Gerber 2 fl., Leopold Och>i» l sl,, 6, T. 5>0 lr., Joses Kusar 5) sl,, Dreo l sl., M Pliwcml l> sl,, sl, " Schiffer 1 fl., Michael Kastner 2 fl., P. Laßnik 2 st., A. C, Achtschin 1 si,, Horal k Geba 4 sl., Io 'ann Frisch 1 fl., Ivan Poeivalnil 2 fl., Josef BoöljlNlcie 1 sl., F. Supaneic l sl,, I. Geba 1 fl., I. Dentsch 1 st., Johann L, 2 fl., I. Knez 4 fl., A. Druskovic 1 fl., A. Ritter v. Gariboldi 1 sl., I. M. 5,0 lr., Ioh. Vaumg>irtner 5 fl., Gnesda 2 fl., Ehrfeld 2 st., M. S. 5N kr., Ernest Ieu< niler 1 fl., C. C. Holzer 2 fl, Johann Mathian 1 sl., Georg Mnsina 2 fl., Krain. Vangesellschast 5 fl., M. Krenncr 2 fl, Ioh Jar. 1 fl., L. Tau-ear 1 sl., C. A. P. 2 st., Spinnf'abril 2 fl., H. Korn 2 fl., Gasfabril 5 fl.. Cisnovar 1 fl.. Jos. T, 50 kr.. Moschek 5 fl.. Vellourh 5 fl., Ungenannter 40 kr., V. H. Rohrmann 2 fl,, V. Hansel 50 kr., Fran Th, Eger 1 sl.. M. Nanth 1 fl„ S. S. 1 fl., I. St. 1 fl., L. Tchnmi 1 fl., S, Pogacnik 10 fl., Adolf Eberl 1 sl., Fanni Ovjac 2 st,, Alois Panschin 1 sl., Restaurateur König 2 sl., Adalbert Walland in Gonobitz 3 fl., I^h. Zigoj 50 kr., Georg Kantz 1 fl,, August Tschinlels Söhne 1 fl., G. Tönnies 3 sl. Vilhar 2 fl., Anton Miknz 1 fl., A. Mühlcisen 2 fl., Lndwig Strizl 50 kr., Locomotivsnhrcr Sprint) 50 lr., Primus Hndoverniq 2 sl,, Anton Luck-mann 2 fl., H. Iadnilar 50 lr,, Leopold Tratnil 2 sl., Unbcnannt 3 fl., W. Mayr l fl,. R. K. 20 lr., Dr. Ioh. Tavear 3 sl., Frau Iosefine Schuini 2 fl., Altmann 1 fl., Firma Franz Xav. Souvan ü fl., Frau Anna Hofbaner t fl,, Dr. Supanz 2 fl.. A. Treo 1 st., Pros, Gnjezda 1 fl. ,. und Lnlas Robic 1 st. — zusammen.....157 ^ Fürtrag . . 163 l0 (Schluss folgt.) Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztß' Prag, 16. Juni. Anlässlich der heutigen Anl«^ der czechischen Turner aus Amerika publicieren sä>M liche czechischen Organe eine dringende Mahnung ^' die Bevölkerung, die strengste Ordnung aufrechtzuhalt^ da sonst für die Folge alle nationalen öffentlichen Fe!^ unmöglich wären. An den czechifchen Mittelschu^ wurde seitens der Professoren den Schülern schärfste" verboten, anf den öffentlichen Sammelplätzen der Sol^ Feste zu erscheinen. , Agram, 16. Juni. Nach den vorliegenden 3M taten der heutigen Landtagswahlcn wurden Sections chef Klein, Miskatovic und Mindszeuthy, sämmtlich de Nationalftartei augehörend, gewählt. Morgen finden ^ Wahlen in Agram statt, wo seitens der Opposite große Anstrengungen gemacht werden. Berlin, 16. Juni.' Der Kaiser speiste gestern aM halb des Bettes, arbeitete bis abends und schlief s."'.' der Schnupfen hat abgenommen. Prinz Wilhelm '' vormittags nach London, der Reichskanzler nachmittag nach einer Audienz brim Kaiser nach Friedrichsrllh abgereist. , Berlin, 16. Juni. Die Abreise des Kaisers "^ Ems wird kaum vor Ende Juni erfolgen. Leipzig, 16. Juni. Der Urlheilsspruch in, H"^ verrathsprocess wird am 18. Inni mittags ve,iM>''' licht werden. Belgrad, 16. Inni. Der Gesandte iu PeterslM Oberst Gruic, wurde zum Kriegsminister ernannt. Bukarest, 16. Iuui. Ein heftiger Brand zerstoß seit gestern einen Theil der Stadt Bottuschau. ^ officielleu Berichten zufolge wurden 800 Häuser e> Raub der Flammen, nnd sind sieben Menschenleben i beklagen. ^ Sofia, 16. Juni. Die Regierung wies iu «? antwortung des Verlangens NizaBeys'die NothweM keit der Einberufung des großen Sobrauje uach. ^ Neapel, 16. Iuui. Der hiesigen «Roma» '">' ans Barletta telegraphiert, dafs in dem nahen M. Corato die Cholera ausgebrochen fei. Von" fünf Erkrankten starb einer. Verstorbene. ^ Deu 16. Juni. Alosia Tancik, Gärtners TH 21 St., Alter Martt 19, Fraisen. — Maria Jabornil, S" arme, 66 I., Karlstädterstrahc 7, Darmlähmung. Im Spitale: „ Deu 14. Inni. Anton Hribar, Dienstmann, ^" Tnbercnlose. ^ ßl- Dcn 15>. I n n i. Francisca Louvsiu. Magd, 57 I" schc'psnng der Kräfte. ^,__^ Lottozichmlg vom 15. Inui. Brunn: 68 53 43 89 11^ ^ Mctcorolossijche Beobachtungen iu Lai^H^- « DR? Ä« ^es "" 7lf.Mg 7^2M1^V6^sM^MMI^Wer ^,l)l» 16. 2 » A. 7^l),02 ! 25,8 NO. schwach! heiter , ' ,» . Ab. ?:;st,W I 19.4 windstill j bewöllt ^ ^.^,, Tagsüber heuer; nach 7 Uhr fernes Oewüter in,^>'„.-i" zelne Regciltlopfen: nm l<> Uhr »och lebhafte V!'l.u' >>" ' gl"'' Donner. Das Tag<'s,nittel der Wärme 21,!i", "»' ^'' dm, Normale, Verautwortlicher Redacteur: I. Naglit. 1147 Course an der Wiener Börse vom 111. Juni 1887. ^« dem oMene« «oursbiatw Oelr Wal? Staats.Nnlehen. ^'enitntc . . . «''^ h' f« , >^Nr<> ' Papierreule b°/° .... »''»" ««'» ' senb.-AnI,,«osl.°.W,S. >52- .'« ",Ql'I.(U»8.Ofil,'llhn) '"l>0------- vom I. 187S . II« ?<">?- ,, ,P>lln,ic,!-jwl.5wil»- ^rnnbentl.. Obligationen (Mr ,oo fi E.°Vt.) l°/° böhmische....... ,0» - - - ?/« galizilch,-....... ,0«4!!i0.>>- '/- mährische....... 107 85.! - - "/° niüdctofteireichifch« . . . lOU-—lio — ° «. od«üst«ie!ch!>ch< , , . . !l«5 - — ^ °"ft«!rische....... l«ö^o,0Ll0 ° .<» lioalilche und slavonische . IU4 5010k - " ° Nebcnburgisch«..... 104'30iuü-I Veld Ware i°/„ ülcmeser Vanat . . . .>04-50 105'-i«, »Nssarische......10<,«0I0f.10 Nndere össentl. Nulehen. ikrnau «cg.'kose 5°/» 100 fl. . us^o ll? - dlo. «»leih« i«?8. fteuerftel . ion bo ln?'50 «ulchcn d, Stadtgemeinbe Wien 105 00 WL- Aulchen d, ktadlgemeinde Wien c».Nn>, d, Et>.dtgem, Wie« I2l,k01««-?5 Pfandbriefe (jllr 100 ft.) BrNücr, aNg, österr, 4 °/« Gold. 12« 50 !«? -^ blo, in 50 „ « 4>/, °/° 101- '«i«' dto. in 5^> „ « 4°/° - W«l» 97 80 dto. Prämien-Echulbv«lschr.3°/i, ic»i </,°/° l01^0!U2!>c, O>t>!.»u»g, Vlllil veil. 5°/„ . . — — ^--- dlo. > 4'/,°/° . 102 00103— dli>. « 4»/„ . . 88 ?L W25 >!»«, al>,i Bede„cl^dlt»llctienges. Prioritätö.Obligationen dü,u!,de-No,tbah» ,» ^,!bei l«0 s.U 100 ?b ßranz-Ioses-Vah».....^.--------,^ Galizisa,»! ^l^ll- Lubl'.i^'Vahn . S. 4'/,°/,, . 101-40 ic>i'!«0 Oefterr. Nordweslbahn . . .ic>U4.o i0«70 iSievtnbllrser.......—— — — Kelt /«are Vtantsbahn 1. «lmlsfion . .198 75—'— KÜdbahn » 3 °/o . . . . l48 7b l<9 2b , l^ 5°„.....,«7-5012»— Nng.»»>aIiz,Blihn , . . . »9 ku 99 55 Diverse Lose (per Stil«) Lredillost ion ft......l?«'50i77— <5>ard.Lo!c I4 — !15'— l'aidücher PrämienoiNüIeh, z!0fi. 20 ?<^ »i'2l> Oseii^r i!use 40 s!..... 48'— 49 — Palssy-Losc 40 N. . , . , 45 »" 4l! — vtothe» Hfieuz, ofi.Ges, V, ll's! 14 95 Is> Il< Nubrlf-^ose il» f!..... lu s>c> I» — Ealm«l!ose 4u sl...... b8 2l> 59 50 Et,«Genoil!»^ose 40 fl, . . 57 — 57 75, walbstc!N-i!osc l»0 fl. . . ."« «s> »? 25 Wii'dlfchgrätz Vose »u sl. . >»»> 5» - — Vanl.Nctieu (per Stils). N„ülo°Ocsterr, Ban» W0 fl. -100— >U5 2>> Bankverein, Wiener, 100 fl. - 94— ', 4 l.u Bd>lcr,-Älnft,,Ocft,z!(»,!«!pl<:°es..Niel>»!löst.ü0Ull,!e53'—!li5?'— Hypi'lhelenl,., ost.223l 50 Oesleir.-Ung. Bank . . . .885—>88U— llnionbanl li«u fl.....zn-50«i»— Aerlehisbanl. «Ua. 14» s!. . ib3'50 li>4-bl ^»rneh«nngen. (per Stils). Nlbrecht'Bahn »N0 fl. Silber , —'------------ Ulsölb-«ium,»Nllhn »o« fl. Kill», »817518» K0 «u!si^'T>,pI. Lise»l>, »«oslsVt---------------- Vöhm, litordbah» ,50 fl, . —'— ^'-^ . LUeflbahn »00 il, . , r.lU. Fr.'.liz'Ioscf'Oahn «0 fl, Silber---------------- M»flirchen.«arcserHisb,20ufl.S,-------—'— «nl,z,^arI.Lut,w!g.Ä,»uofl. LM, »07 40 llu? 8» «,a»'Kösl>,cher!i,«^,«»0fl.ö,W,---------------- .>l<:nl>cl!,.Eisenbahn 10» fl. .-------—— «.-.schau.Obcld.Liscud.üoo fl. s. —'--------— ^mbers'ellsch>>st ii,>u sl, ö, W. «21 75 22'. «/> ^'lo^b, öst,.ung,, Trieft 50U sl.»i!Ui 4W —4l»!i -Oeflerr. Uiorbweslv. 200 sl, Silb inl «>o i«2-. dtv. (Ill«) 20u ,l, Silbcr -iu^—i«»5u Prag-Dufer «tiscud, I5>o sl, Silv.! ^2 s,<; 23,5U Rudolf«<>>!,>>! zuu ft. Siloer ,lmi ?5 »87 25 Liebcnlülracl »ilsenb. i!U0 sl. ! ——. — — ötaalseilcüdab» ^ivo jl, ö. W, .!»»? <>a2z?-?b «elb lwol< Silbbahn »00 sl. Silber . , . 8? so 87 7o Süb.Norbd..Verb..«.2oc»sl.senbal>nw,«^eihg. I. 8u sl. 40"« 7»^ ,7 — „Ilbcmüyl", P»p>«f. u. O.»G, a^zz «5'75. iUtonlau'Gesellich., öfteri.»alpin< l« — is 50 Präger ^»seil'Ind.G^s, !«<»» fl, ^.5''1U« 5<> Salgv'Tnlj. Hisenraff. 100 sl , l/l — l?4 — Irisailer itohlenw »Ges. 70 ? — Pari» .........,<>(, 2!^ öS 3» Pelevsburg ........-. — - Valuten. Hucalen........ 5 3? 5 »s »0«Hrancs»Stii 2?»