RN3TNWNM3UA lnr Annst, Literatur, Theater «.geselliges Leben. Nedigirt von Leopold Kordesch. ^ OK. Freitag am JA . November bezahl!. Alle f. t. Poüäiuler nehmen Pr»,iu,»erai,o,! an. In 3l» Marie. 2!,»> Him»>cl zogen hin der Nebel Schleier, In i Osten glänz! durch's gold'ne Morgenlhor Des Tages König!» in> Strahlenfeuer, Ihr huldigend erblaß! der Sterne Chor. Die Blumen offne» sich dem Kuß der Strahlen, Noch zittert d'ra» des Morgens Perlenthau; Die kerchc steigt und läßt ihr Lied erschallen, Kaum sichtbar mehr im weiten, hellen Blau. Ei» Tag erblüht—noch weiß so schön ich keinen— Wie Harfcnlant die Morgenglocke tönt — D« seh' ich Menschen festlich sich vereinen Zu eine»! Zug', den Fröhlichkeit verschönt. — Was? seh' ich recht? kann ich den Auge» trauen? Du selbst, Marie , im Haar den Myrihenlranz, Bist in de,» Zuge, wie du lebst, zu schauen. Dein Auge strahlet des Entzückens Glanz. Was starr' ich noch?—Nicht lange durfl' ich sinnen. Es zieht der Hochzcitgäste traute Schar, Und du, Marie , die schöne Braut, mit ihnen Vom Naterhause fröhlich zum Altar. Und stärker pocht mein Herz, die Brust wird enge, Schon ist der Brautzug weit, an mir vorbei. Da drängt's mich fort und durch des Volkes Menge; Denn wissen mußt' ich doch, wer Nräut'gam sey. lind am Altar kniest du gesenkten Blickes Und dir zur Seite — wer, was glaubst du wohl? — Ich selbst bin es! — O Uebcrmaß des Glückes! Zu groß, als daß ich's dir beschreibe» soll! Doch sieh! es dunkelt — und die Gruppe sachte Wie Nebel sich verliert im hohe» Raum; Bald schwand sie ganz. Und ich? nun ich — erwachte. Und all' mein schönes Glück, es war nur—Trau,» ! — Ioh. Nep. Vipouz. Die Aussteuer. Erzählung frei „ach dem Französischen. Von E. Straube. (Beschluß.) I ln der That harrte bereits die Dame auf den Poe­ten und empfing nun seine hoflichen Begrüßungen mit weg­werfendem Hochmuthc. i!a,bac« piännmeriri man l>e,m Verleger a,» Raan, Nr. >>)U, ,», cülen Blocke. »Man hat sich," fing sie an, »man hat sich beikom­men lassen, ich weiß nicht mit welchem Rechte, meine Toch­ter bei sich aufzunehmen!" »„Mit dem Rechte, meine Gnädige, habe ich es ge­than, das Jeder hat, Gutes zu thun."" „Wenn nun aber das Gute, so man intentionirte, etwas Böses war? wie dann, Mosje?" „»Ich kenne das Menschenherz von Grund aus, Ma­dame, Ihre Tochter liebt; Liebe aber ist die edelste und beste Empfindung!"" „Man schweige mir davon, man nenne nicht Liebe, was ich Schande heiße." „„Noch ein Mal , Ihre Tochter liebt — was wird es Ihnen nützen, ein Glück zu zerstören, dessen Werth Sie gar nicht kennen?"" „Ich bin nicht gekommen, Mosje, um mir Phrasen vorsagen zu lassen; es handelt sich davon, zu entscheiden, ob eine Mutter das Befugnis; hat, ihre Tochter von einem Fremden zurückzufordern oder nicht?" „„Sie haben sie selbst aus Ihrem Hause gestossen, folglich auf Ihre mütterlichen Rechte verzichtet."" „Es ist mir aber nunmehr genehm, das Mädchen wieder bei mir aufzunehmen, und man wird die Gefällig, keit haben, sie mir auszuliefern." „„Ja wohl, ausliefern. — Wenn ich nun aber das Fräulein nicht aufgenommen hätte?"" „So würde es ein Anderer gethan haben und ich würde sie nun mit weniger Umständen zurückerhalten." „„Sie würden sie gar nicht wi.'der erhalten lind das soll auch meinerseits geschehen. —-Sie haben Ihre Toch­ter zuerst verläugnet, Ihre Tochter uerläugnet nun Sie: Sie haben Ihr Kind Angesichts Ihrer bordirten Schlin­gel aus dem Hause gewiesen, Ihr Kind will nun nicht mehr von Leuten bedient seyn, welche sie in Schmach und Erniedrigung sahen; Sie haben demjenigen geflucht, wel­chen sie liebte und sie liebt ihn noch immer, und trotz des Fluches, den Sie gegen alle Vernunft auf sein Haupt lu­den, wird sie ihn ewig lieben. Von den, Augenblicke an, 242 wo Sie den Stab über die Liebe der jungen Leute bra­chen, standen diese allein auf der Welt — die Verstössen« Tochter und der fiuchbclastete Krieger, und sie sahen nun ein, daß sie sich mit einander verbinden müßten, um mindestens gemeinsam zu dulden; da haben sie sich denn an Gotc gewendet und an seinen Priester,— Gott hat ih­nen Trost gewährt und—«" „Und der Priester?" schrie Frau von St . Val . — „„Der Priester wird sie auf ewig vereinigen."" „Ich verlange meine Tochter einen Augenblick zu sprechen, — sie ist verblendet, — sie wird und muß von dieser unwürdigen Heirath abstehen." „„Glauben Sie das ja nicht, meine Gnädige, Klotil­de würde nimmer wortbrüchig werden wollen, denn sie hat dem Himmel ihr Glück versprochen."" „Ich will sie sehen, sage ich!" „„Wahrscheinlich wird sie ihrerseits kein absonderli­ches Verlangen nach Ihrem Anblicke hegen."" „Sollte sie es wagen, mir nicht zu gehorchen, mir, ihrer Mutter?" „„Die ihr Kind im Angesichte der Menschen verlang­nete, ist im Angesichte des Himmels nicht mehr dessen Mutter."" „Einen Bettler zu ehligen — nimmermehr!" „„Aber er lieb t sie, Madame!"" „Einen Menschen, welcher ihr als Aussteuer einen Säbel, und zum Brautstaate eine Kette mitbringen wird, die sein Herr Papa eigenhändig für Geld schmiedete!« „„Die Ketten, welche des Majors braver Vater schmie­det, sind ehrliche, dauerhafte Arbeit, was man beileibe nicht jedem Werke von Menschenhand nachrühmen kann. Was aber die Aussteuer Ihrer Tochter betrifft, wenn diese auch vor der Hand nicht eben beträchtlich ist, so werden doch keine Thränen die Schrift, wie sie auf Ihren Bankbillets steht, auszulöschen brauchen. Die Aussteuer Ihrer Toch­ter, Madame, soll meine Sorge seyn."" „Ihre Sorge, Mosje? Hcchaha! — Uebrigens gibt es noch Gesetze, welche die Ansprüche einer Mutter schü­ tzen werden." „„Die Ihrigen nicht, meine Gnädige. Eduard's Ver­ mählung ist bereits genehmigt und derselbe überdies no­ biliurt."" „Um so besser. Da nun Mosje die Mitgift in Ord­ nung bringt, so ist Alles im schönsten Gleise; es fehlt nur noch an meiner Beisteier zu der Glorie, und diese gebe ich ihr mit meinem Fluche!" „„Eine freiwillige Gabe zuletzt, wie jede andere, man kann sie annehmen oder zurückweisen. Adieu, Frau von St. Val!"« „Adieu!" Hoffmann kehrte, ein wenig erhitzt, in seine Stu­ dierstube zurück, wo die Liebenden ihn mit bangem Zagen erwarteten. „Sprachen Sie meine Mutter? was sagte sie?" rief das Fräulein heftig. „„Können Sie nicht glücklich werden ohne sie?"" fragte der Schriftsteller. „Also will sie mich nicht wieder sehen, mir nicht ver­zeihen ?" „„An der Seite dieses Mannes will sie Sie nicht wieder sehen."" „So habe ich denn keine Mutter mehr und bin Ver­stössen, verwaist, enterbt. — Ach, Eduard ! ach mein Freund Hoffmann, es ist dennoch hart!" „„Enterbt wenigstens sollen Sie nicht völlig seyn! — Die hochmüthige Frau, liebe Klotilde, fragte mich hä­misch um die Mitgift, welche Sie dem Wajor zubringen würden, da konnte ich mich nicht enthalten, ihr zu versi­chern, daß eine dürftige Ausstattung, an welcher keine Thräne haftet, mehr Werth habe, als ganze Karren voll Flittertrödel, welcher mit Gram und Seufzern verbrämt ist.—-Verzeihen Sie mir, ich habe auch gesagt, daß Ihre Morgengabe meine Sorge seyn würde, und nun müssen Sie wohl erlauben, daß ich nicht zum Lügner werden mag. -— Nehmen Sie denn hier die kleine Aussteuer, an wcl­cher keine Thränen haften!"" Bei diesen Worten legte der Novellist bittenden Bli­ ckes sein fast unlesbares Manuscript mit der Geschichte des Katers Mur r in die Hände der jungen Dame. Erstaunt blickte Klotild e den wackeren Freund an, dessen Anerbiethen sie wohl für Scherz halten mochte; als sie indessen den Ernst seiner Mienen gewahrte, schob sie die ausgestreckte Hand mit feierlichem Ausdrucke zurück. Traurig blickte Ho ff mann auf sie; da ergriff der Major die Handschrift und sprach: „Ihre Mutter verweigert Ihnen eine Aussteuer, wel­ che Sie auch zum Glücke weder bedürfen noch verlangen; weisen Sie nicht jene zurück, die Ihnen ein Freund aus redlichem Herzen anbiethet. Die Ausstattung aus derH.ind einer Mutter ist etwas Alltägliches, das Niemanden zur besondern Ehre angerechnet werden kann; diese hier ehrt Beide, den Geber wie die Empfängerin!,, „„Es ist aber seine ganze Habe, Eduard, er selbst hat es gestanden!"" '„Sorgen Sie nicht" unterbrach Hoffmann munter, darum werde ich und meine Frau und mein treuer Kaier doch nicht hungern! — Thun Sie mir die Liebe an und verschmähen Sie meine arme Gabe nicht; sie wird Ihnen als ein ehrlicher Erwerb sicher Segen bringen!" „„Edler Freund,"" schluchzte Klotild e in tiefer Be­ wegung, „„so sey es denn; ich nehme Ihr Geschenk an!«" Und Hoffman n ergriff freudig die Hand des Fräu­ leins, umarmte sie mit Thränen in den Augen und der Major vollendete die Gruppe. Die Aussteuer brachte aber nachmals in der That je­ nen Segen, der einer guten That niemals ausbleibt. Nachklänge. Eine Symphome vo„ I . I . Hannusch. 1. Es war nun die Zeit, da die Rosen kommen. Die Nachtigall sang und der Abendwind wehte lieb­ SHI lich. Der Mond stand am Himmel und hier und da blink­ten Sterne. Zu solch' schöner Stunde ward Roberto geboren. 2. Und Roberto hatte ein süsies Mütterlein. Sie legte das Kind an ihre keusche Brust, und es trank vom reinen Quell des Lebens, den Gott eröffnet hat, die zarte, edle Pflanze zu tränken, damit sie wachse und gedeihe. Und das Auge der Mutter wachte über den Knaben, denn der Vater war bald darauf in das Schlachtfeld ge­zogen und hatte da sein Leben gelassen. 8. Roberto wuchs heran, und die Mutter lehrte ihn — bethen, und sagte ihm von Gott und der Natur, und wa­rum der Mensch lebe, so gut sie davon zu sprechen wußte. Es war um die Zeit, da die Rosen kommen. Die Nachtigall sang und der Abendwind wehte lieblich. Der Mond stand am Himmel und hier und da blinkten Sterne. Zu solch' schöner Stunde war es, daß Roberto erkann­te, daß ein Gort sey, und der Wille des Menschen — frei , und unsterblich seine Seele! 4. Und die Natu r sprach zu ihm; die Vogel — in den Zweigen und der Wasserfall, das Rauschen der Bäume, der still hinrieselnde Bach, die Blumenmatte, das Blau des ewigen Himmels und Alles, das da einhergeht und kreucht und fleugt. Und er war Eins mit der Natur. Er verlieh ihr Seele, weil er sie verstand, und sie erfüllte seinen Geist, weil sie ihm vollkommen genügte. 2. Da geschah es, daß an einem von Wolken getrübten Tage ein Mann im Trauerkleide das Schloß seiner Vä­ter betrat. Er kannte alle Formeln der Wissenschaft. Er führte ihn mit sich an dem frcudeleeren Tage, vom Schloß seiner Väter heraus und durch ein finsteres Thor und traurige, mcnschenvolle Strassen, in ein großes, einsames, dunkles Gebäude, und setzte sich zu Roberto in trüben Stunden und lehrte ihn verstehen — neue Worte , Worte der weisen Kunst. Und Roberto lernte — den Himmel und die Erde, und die Thiere und die Menschen, und ihre Geschichte — nach Feldern und Fächern und Zahlen berechnen. Aus dem Schönen — Lebendigen wurden Formeln und Schemen. Bald erinnerte er sich nur mehr dunkel an die holden Gespräche, die die Vogel mit ihm geführt hat­ten, und was der Wasserfall ihm entgegenschäumte. Die Blätter des Waldes rauschten nur, wie dumpfe Wellen­schläge an das Ohr des Versinkenden. Der Bach schwieg. Die Blumen — wuchsen und dufteten bloß, seitdem er sie classificirt hatte. Er blickte nicht mehr so oft in das Blau des ewigen Himmels, der durch tausend Linien und Cirkel in so viele Stücke zerschnitten war, und dessen Sternbilder zum Theil so darbarische Namen hatten. Ihm lag ja vor Allem ob, die unendliche Schöpfung zur Er­leichterung des Gedächtnisses, wie ein Naturalienkabinett, in feste Ordnungen einzuschachteln. Er hatte aufgehört, Eins zu seyn mit der Natur. Er untersuchte sie vhi. losophisch mit dem Seccirmesser, und ihre Schönheit welkce unter seiner Hand. Das todte Gesetz begann seinen Geist zu überwuchern, und er vergaß darüber jener holden Spra­che. Sein Herz verlernte es, wie sonst — der Stimme der Natur zu lauschen. 6. Das Alles machte Roberto zuweilen betrübt und niedergeschlagen. Es war gar Vieles nicht mehr, wie es einst gewesen. Er sehnte sich nach Ersatz. Es war etwas Unaussprechliches, nach dem er verlangte. Es drängte ihn, des Lebens —froh zu seyn! Da fanden sich Freunde, Gesellen, frohes Muthes, leichten Blutes, Viele—voll des Uebermuthes. Auch ih­nen war der Zwang verhaßt, den man ihren freigeborenen Geistern zumuthete. Sie entschädigren sich dafür durch Muthwillspossen, wenn die griesgrämigen Prediger nicht zugegen waren, in denen die Erinnerung froher Iu­gendtage kaum mehr aufzudämmern vermochte durch den Dunstkreis ihrer systematisch-uerknöcherten Gedächtnißorga­ne. Roberto gesiel das warme, lebendige, kecke, wüste Leben besser, denn der kalte, hochgewölbce, marmorne Hör­saal, das trockene Lehrbuch der entsetzlichen Formeln und die halberstickte Stimme des docirendcn Lehrers. Das Ora­kel in Roberto's Brust verstummte nach und nach; denn er hörte die süße Stimme seiner geliebcen Mutter nur von Zeit zu Zeit aus weiter Ferne, in manchem liebevollen Blatte von ihrer Hand; aber — lange, lange, nicht mehr von Mund zu Mund, von Aug' zu Auge — das holde Wort der Mutterliebe! ?. Roberto hörte es nimmer wieder! denn es kam die Siunde, daß sie hinunterstieg in das Grab. Und Roberto stand allein, sich selbst gegenüber. Er war Herr seiner Lust. Roberto verließ das finstere Haus, aber nicht—den Aufenthalt der Freude, da es ihm gesiel. Der Mund der Mutter war geschlossen. Die Stimme der Natur harte er zu verstehen verlernt. (Beschluß folgt.) Gutteuberg's Album. Das nächste Jahr bringt das vierhu n dertj ährige Jubelfest der Buchdruckerkunst. Schon werden von den Buchdruckern und Buchhändlern in Demschland die thätigsten Anstalten getroffen, dieses merkwürdige Fest auf eine entsprechende Weise zu begehen. Dem natürlichen Wunsche jener Männer, welche die Presse geistig in Thä. tigkeit setzen und durch die sie wieder in geistige Thätig­keit versetzt werden, scheint es daher Bedürfnis;, bei einer Feier, die sie nie wieder erleben, jenen Männern nicht nachzustehen. I n Berücksichtigung einer allgemein zu er. wartenden Bereitwilligkeit gedenkt daher ein um die alt­deutsche Literatur verdienter Mann, Dr. Carl Holtaus, Lehrer der Geschichte an der Thomasschule zu Leipzig, nach Art des „Schiller's Album« ein Guttenberg's Al­bum zu begründen, welches, auf das prachtvollste ausge. stattet und mir bezüglichen Kupfern, einer Einleitung und den xylographisch wiedergegebenen Namenszügen der Teil ­nehmer versehen, die bekanntesten literarischen Notabilita­ 344 ten der Jetztzeit, wie in einem Pantheon, vereinen, und des und Moriamnc« geliefert, und poetische Lpendc» finden sich d»> noch den späten Enkeln dadurch einen Gesammtüberblick rin von Nech stein, Carlopago, Ca stell!, Roswitha Kind der zur Zeit dieser Jubelfeier noch thätig gewesenen Ge­Lcvitschnigg, Schemnitz, Schumacher, Ioh. Gab. Scidl, Si- Icsius, VogI und Waldow. — lehrten und Künstler liefern soll. Die Idee ist gewiß gut und dürfte vielen Anklang finden; denn es ist eben das »Mario n Nenufleur « heißt die erste Novelle von Ludmill» R o se. Die Handlung ist mit vieler Gewandtheit und Kraft gehalten und Eigenthümliche, was Guttenberg's Erfindung vor jeder meisterlich durchgeführt, obschon mehrin W a Iter-S c o t t'schcr Manier, die andern voraus hat, daß sie mit jedem unfehlbaren Versu­ gegenwätig in Verfall zu gcrathcn anfangt. Wie aber den Frauen selten che, die geistigen Resultate des Iahrhunoertes zu verewi­ oder nie die wahre Charoktcrzeichnung des Mannes glücken tonn, und ei gen, gleichsam einen neuen Stein zu dem Tempel ihrer dabei gewöhnlich an Haltung und Festigkeit gebricht, so ist dieses auch i„ eigenen Unsterblichkeit fügt. vorliegender Novelle ersichtlich. I. P. Lyscrs Genrebild: »Vetter-Was jedes Geschlecht und jedes Jahrhundert Kirchhof« ist sehr drastisch und unterhaltend gezeichnet; A. Freiherr von Durchlebt, erstrebt, gcseh'n und bewundert, Fahncnberg's >,E p i so d e n k r n »z e aus dem Leben Don Iuo n'i Nicht bröckelndem Stein ohne Leben und Laut, Nichl rostendem Erze sey's anvertraut. vo n 2 cste r r eich« mache»sich durch leichte,fließende Sprache, wie alle sei„e Lebendig in sprechenden Zeichen und Worten Aufsätze, bemerkbar. !3ie Erzählung: »Haß und Liebe« von M. Ent, Ncwahrl es in allen Zeiten und Orten läßt ihre schöne, moralische Tendenz, wie die Tüchtigkeit des wackern Erzäh­ Durch seine Kunst in Ewigkeit jung, Auch seiner Kunst die Verewigung! lers nicht verkennen. »Fra Diavolo« von I, Han»u sch, eine sehr interessante, seltsam spannende Skizze, macht den Beschluß der Prosa, Un­ Und mit größerem Recht, als irgend einem anderen ter de» vielen Gedichten sind auch viele gut und trefflich. Ausgezeichnet ist Erfinder, kann man dem wackern Mainze r zurufen: Vechstcins Dithyrambe »Dionysos«; ergreifend schön »des Pflan­ „In«6 iKnnx mnrti« fnlüm, 'ilwm zers Grab» von W a l d ow;-I°h. Nep.Vo g I's Licderkrcmz, wovon das ^i'to tuk Lunernut, lllts tml «uiiern«!" achte Gedicht »Valcl« bereits früher in uuserer «Carxiolia« stand, Hot I. G. SeidI. durchaus eine liebliche Lyrik, llebrigcns nennen wir noch »die Ströme« von earlopoao, »Frühlingstod" von Le v it sch n ig g , „dc-r besiegte Lcu«vo„ Nevue des Mannigfaltigen. Schumacher, »Ritter Robert« von I . G. Beid l und »die Nilder« vo» Sile sius. — I n Cadir ist am 18. Oktober ein schauderhaftes Ver­brechen begangen worden. Zwei Frauen begegneten sich Druck, Papier und die Ausstattung sind dem Inhalte angemessen, auf dem Platze vor einer Kirche; die eine derselben nähr­und so gereicht dieses, wie das jüngst besprochene Taschenbuch, »Gedenke te gegen die andere einen unversöhnlichen Haß. Nach ei­Mein » der Firma »P fau l sch« unbestritten zur Ehre. nigem Wortwechsel zog sie einen langen Dolch aus ihrem Die hiesige Buchhandlung des Herrn Leopold Pate r »oll i besorgt Kleide hervor. Die andere entsteh bei diesem Anblicke in diese Almanache »eben den scho» vorräthigen Eremplaren in, ordinären Ein­bände auch in der Prachtausgabc beliebig von 5 bis 20 fi. C. M . die Kirche, und warf sich zu den Füssen des mesfclesenden Leop. Kor de sch. Priesters nieder. Allein die Wüthende verfolgte ihr Opfer bis an den Altar, und erdolchte es vor den Augen aller Literarische Neuigkeiten. Anwesenden. Man kann sich die allgemeine Bestürzung (Grotz.) Hier ist so eben erschienen für das Jahr l»4u, »Terpsi« über die gräßliche That denken, welche beweis't, wie weit chore«, neuer Ball- und Masken-Alma»ach für Freunderes geselligen die Rachsucht der Spanier zu führen vermag. Der Got­ Vergnügens und der hitcrn Co»versaiion , von Carl von^I r a nkcn stein. tesdienst wurde sogleich eingestellt, die Mörderin verhaf­ Der Almanoch enthält ? artistische Beilagen und Älpenguodrilleu nebst Mu­ tet, und die Kirche wird erst wieder geöffnet, wenn die sik, von Eduard Eichler, Lehrer der Tanzkunst. für ähnliche Fälle vorgeschriebenen Ceremonien der Sühne vollzogen sind. (Wien. ) Der bereits über 2z Jahre bestehende Ziegelhauser sche Al-Münach für die Leopoldstädter Nühne, redigirt von August Schmidt, er­ I n Wien hat kürzlich der bürgerliche Kaffehhaus-In­ scheint für das Jahr «40 unter de», Tiiel, »Thalia.« — haber A. Wolfenberger in seinem Kaffehhause am Graben Grillparzer' s »des Meeres und der Liebe Wcllen-wird in Kürze (Nro H22) ein Damen-Kaffehhaus-Lokale eröffnet, wel­ bei Wallish o usscr die Presse verlasse». ches elegant und geschmackvoll eingerichtet ist, und wo nicht Ta^ck geraucht wird. Die schnelle und artige Be­Bei Tendler erscheint »och vielleicht im Laufe dieses Monats ein Werk des ausgezeichneten Literaten I . G. Seid l unter de,» Titel, »Episo­ dienung, so wie die Auswahl und Güte des Gefrorenen den aus de», Romane meines Lebens«; auch hat derselbe Verfasser, wie be> und aller Getränke soll ausgezeichnet seyn. Nun hat al­ reits erwähnt wurde, ein Lokalstück in »icde,österreichischer Mundart in der so Paris in dieser Beziehung vor Wien nichts voraus. Arbeit. — I n England gibt es 20»» — in Irland 945 —und lPest.) Bei Hecken» st ist für das Jahr 184« der erste Iahrg»»!, in Schottland 24 2 conccssionirte Bräuereien. des Taschenbuches »Iris « mit sechs Stahlstichen und prachtvoller Ausstat­Almanach - Literatur. tung, redigier von Ur. Sigismund Saphir , Redakteur des »Pesthcr Tageblatts « erschienen. Dieser Almanoch, anfänglich zum Besten der II. »Ena neu.« durch die Ueberschwemmung Verunglückten bestimmt, enthält Beiträge von Wir kommen nun auf das zweite, erst seit zwei Jahren bestehende den ausgezeichnetsten deutschen Schriftsteller» und Schriftstellcrincn. und schon allgemein beliebte Taschenbuch, auf die lieblichen blauen »Cya­ nen«, ebenfalls mit ü Kupfer« und Stahlstichen und einer Titclvignettc. Die Nilder sind: t. »Hermine« zur Erzählung, „Haß und Liebe« von Bitte. M. Cnk; 2, »Blick der Unschuld«—Gedicht von V°gl;5. »Don-Um den, Wunsche mehrerer meiner Herren Mitarbeiter zu genü­no Magdalena und Don Juan« zur gl.ichnahmige» Erzählung von gen, bin ich genothigt, den Einladungsiermin für die Beiträge zun, «T e p-A, Freiherr,, von Fahnenberg; 4. »Dionysos« — Gedlcht von L. litze r Nadeolü , »nach« bis zu», 1. Jänner 1L43 auszudehnen. Alle Nech stein; 5. »Marie « - zum Genrebilde, »Vetter Kirchhof« von Herren Literaten des In - und Auslandes, welche zu diele», Unternehmen I. P. Lyscr, und endlich ü. »des Pflanzers Grab«— Gedicht von eingeladen wurden, oder die dasselbe durch geneigte Mitwirkung unterstützen Wald ° w. Unter allen Bildern haben uns der »Blick der Unschuld« wollten, werden crsuchr, ihre Beitrage bis z» jener Zeit, größere durch und »M arie« am meisten angesprochen , aber auch das Titelbild und die Vuchhändlergelegenheit, kleinere durch die Post unter meiner Adresse, »An wunderhübsche Vignette ssnd ausgezeichnet. C, W. Med« »'s Verlogserpediüon in Prag« einsenden zu wollen; zugleich Nun zum Inhalte, Den prosaischen Theil des Buches hoben M.Vn k, bitte ich die verehrte» Redaktionen, diese Zeilen i» ihre Blätter gefälligst I.Hannusch, Ludmilla Rose, I. P. Lyser und A. Freiherr von Fah­aufzunehmen. nenberg bedacht; Kuff „er hat ein treffliches «eines Drama, »H e ro- E. A. I ° nak. Laibach. Druck und Ver g von Joseph Vlasnik.