ümSn ii MiuiÄein Cilmis v l'BW -)e St. Jakob im Aosenthate im Kampfe um die sloveuische Volksschule, dargestellt nach den Eingaben des Ortsschulrathes und der Gemeindevorstehung und den betreffenden Erlässen der Schulbehörden. s- r— II. Sprachliche Bemerkungen zu Gart Preschern's Leparat-Äbdrücke aus der „Ludst. Post". Die Schulen vor dem I. 1848 waren ganz deutsch. Der Sprache des Volkes wurde den Intentionen des damaligen Regierungssystems kein Spielraum gelassen. Die deutsche Sprache war die alleinige Unterrichtssprache an allen Schulen Kärntens. Selbst der Religionsunterricht wurde mitHilfe eines zweisprachigenKatechismus ertheilt. Jnstinctiv fühlte das Volk Abneigung gegen eine Volksschule, deren Sprache mit der des Hauses nicht übereinstimmte. Und da der Schulbesuch facultativ war, so erklärt sich die große Zahl der Analphabeten, welche bis in die 60ger Jahre unseres Jahrhunderts an¬ zutreffen war. — Der Aölkerfrühling vom Jahre 1848 bereitete auch der vormärzlichen Schule, die in uichtdeutschen Gegenden ein reines Germanisirungs-Jnstitnt war, ein rasches Ende. Mit dem Ministerial-Erlasse vom 2. Sep¬ tember 1848, Z. 5692, in Kärnten mitgetheilt durch deu Erlaß der k. k. illyrischen Landes- Regierung vom 11. September 1848, Z. 21.158, wurde das einzig richtige, für immer giltige Princip ausgesprochen, daß in der Volksschule die Muttersprache als Unterrichssprache zu gelten habe. Alle folgenden Bestimmungen der absoluten Regierung hielten daran fest und 1* 4 hatten nur den Zweck, verschiedenen Wünschen der Bevölkerung nach Erlernung der deutschen Sprache, so weit es sich eben mit jenem Prin¬ cipe vereinigen läßt, Rechnung zu tragen?) Danach wurde mit unwesentlichen Aenderungen, wie sie die besonderen örtlichen Verhältnisse mit sich brachten, unterrichtet. Die Bevölkerung war vollkommen zufrieden. Die Besucher jener Schulen sind noch heutzutage voll des Lobes. Dieser Zustand dauerte bis zum Erscheinen des neuen Volksschulgesetzes am 14. Mai 1869. Nachdem auch der Kärntner Landtag das zum Reichsvolksschulgesetze erforderliche Landesgesetz fertiggestellt hatte, wurden die slovenischen Ge¬ meinden betreffs der Unterrichtssprache in einem Circular des Landesschulrathes 1869 und 1870 befragt, ob sie die Schule „ganz deutsch" oder „ganz slovenisch" oder „deutsch und slovenisch» haben wollten. Die meisten Gemeinden erklärten sich nun dahin, daß an den Schulen „slovenisch und deutsch" gelehrt werde; man war ncmlich der Meinung, es werde in solchen Schulen wie bislang der deutschen Sprache nur so viel Rech¬ nung getragen werden, als sich eben wirklich praktisches Bedürfniß herausstellt. Dieses prak¬ tische Bedürfniß besteht für den Slovencu ') Mari vergleiche beispielsweise den Ministerial- Erlaß vom 25. October 1851, Z. 5185/550, welcher be¬ ginnt mit den Worten : „Das Ministerium hat zu wieder¬ holten Malen erklärt, daß in den Volksschulen die Mutter¬ sprache als Unterrichtssprache zu gelten habe; es gibt jedoch in mehreren Kronländern viele Schulen, in welchen die Pflege zweier Landessprachen znm nothwendigen Bedürf¬ nisse wird, daher aus keine Weise umgangen werden kann. 5 Kärntens darin, daß er sich mündlich im täg¬ lichen Verkehr und Handel mit den deutschen Nachbarn zurecht findet. Ein Verstehen des deutschen Schriftthums ist für die Masse der Bevölkerung unnöthig und läßt sich auch nicht in dem Grade erreichen, daß die weitere Fort¬ bildung im Leben auf Grund der deutschen Sprache geschehen könnte. Der Landesschulrath theilte mit Beschluß vom 14. Juli 1872, Zahl 1842 die Schulen in den slovenischen Landes- theilen in drei Kategorien ein: 1. Schulen mit deutscher Unterrichtssprache. 2. Utraquistische Schulen, in denen der Anfangsunterricht in slovenischer Sprache ertheilt werden soll; doch muß vom zweiten Schuljahre an die deutsche Sprache als ausschließliche Unterrichtssprache angewendet werden. 3. Schulen mit slovenischer Unterrichtssprache und Deutsch als obligatem Gegenstände. — Schulen der 1. und 2. Ka¬ tegorie widerstreiten, wie dies schon wiederholt dargethan wurde, allen pädagogischen Prin- cipien, Widerstreiten dem Willen und den ge¬ setzlich gewährleisteten Grundrechten der Bevöl¬ kerung. Schulen der 3. Kategorie, welche we¬ nigstens theilweise den Anforderungen ent¬ sprechen würden, wurden gar nicht begründet?) Erst nach jahrelangem Kampse gelang es einer einzigen Gemeinde, eine solche Schule zn gewinnen. Mit Erlaß des Landesschulrathes vom 15. Oct. 1889, Z. 1775 wurde für die Schule in Seeland die ausschließliche Ein- siihrung der slovenischen Sprache als Unterrichtssprache und die Bestimmung der deutschen Sprache als obligaten Lehrgegenstandes vom 4. Schuljahre an bewilligt. 6 Es wurde nur für jene Schulen, für welche die Gemeinden die ausschließliche slo- veuische Unterrichtssprache verlangt hatten, neben dem Llovensko - nsmslri ^boesclnilr »och der Gebrauch eines Llovsusko-usmsko barilo be¬ willigt, welches letztere Buch aber in kurzer Zeit aus dcu Schulen wieder escamotirl wurvc. Im Normallehrplane für Volksschulen, welchen der Landesschulrath mit Erlaß vom 2. Aug. 1875, Z- 1249 herausgub, war au deu utra¬ quistischen Schulen Kärntens die slov. Sprache nicht einmal als Lehrgcgenstand erwähnt?) Im ersten Schuljahre wurde den Schülern das slovenische Alphabet gezeigt, dann aber bekamen sie keinen sloveuischcu Buchstaben mehr zu Gesichte. Es ist.begreiflich, daß dieselben nicht einmal slovenisch lesen konnten. Die Herren Katecheten halten harte Mühe mit der Er- theilung des Religionsunterrichtes; und erst auf wiederholte Beschwerden hin-? wurden vor etwa zwei Jahren au einigen Schulen die Lehrer verhalten, mit deu Schülern vor jeder Religionsstunde Leseübungeu im Katechismus vorzunehmen. Das Volk kann mit Schulen, für welche ') Erst mit Beschluß des k. k. Landesschulrathes vom 15. Februar 1891, Z. 1623 wurde die slovenische Sprache als nichtobligater Lehrgegenstand eingesirhrt. Diese neueste Crrungenschast der Kärntner Slovenen wurde in diesem Bialte eingehend besprochen. (Siehe „Siidst. Post" Nr. 30 1891). ? Schon am II. März 1878 wurde von 97 Ka¬ techeten eine diesbezügliche Eingabe an das f.-b. Ordinariat gemacht. 7 es große Opfer bringen muß, von denen aber die Kinder keinen Nutzen haben, nicht zu¬ frieden sein. Dieser Unzufriedenheit gab es Ausdruck in zahlreichen Protesten, Petitionen an den Landtag und Reichsrath, Beschwerden an den Landesschulrath u. s. w?) Alle Ein¬ gaben wurden abweislich beschicken, und es ist nicht zu wundern, daß die meisten Gemeinden im Kampfe um ihr Recht erlahmten, nament¬ lich wenn man bedenkt, welche Mittel gegen sie in Anwendung gebracht wurden. Zu den wenigen Gemeinden, welche standhaft geblieben sind in diesem Kampfe um die slovenische Volks¬ schule, gehört St. Jakob im Roseuthale. Es soll im Folgenden dieser Kampf nach den Ein¬ gaben des Ortsschulralhes und der Gemeinde¬ vertretung und nach den amtlichen Erlässen der Schulbehörden dargestellt werden. Aus der Darstellung dieses besonderer Falles werden sich die p. t. Leser einen Begriff von der all¬ gemeinen Lage der Kärntner Slovencu machen können. Mit Erlaß des Landesschulrathes vom 7. Februar 1872, Z. 2362 wurde für die Schule St. Jakob und für alle Schulen, wo gleiche Verhältnisse und Bedürfnisse vorhanden sind, die Anordnung getroffen, daß der Anfangs- ') Demnächst wird eine statistische Zusammenstellung aller dieser Beschwerden und Petitionen veröffentlicht werden; hier sei nur erwähnt, daß im Jahre 1886 an den Rsichsrath 104 Petitionen gerichtet wurden, unter¬ fertigt von N00 Besitzern ans 43 Psarren, 21 Gemeinde¬ vertretungen, 32 OrtsschuUäthen. 8 unterricht in der slovenischen Sprache zu er- theileu, mit der Erlernung der deutschen Sprache aber längstens im zweiten Schuljahre zu be¬ ginnen sei, und daß letztere als Unterrichts¬ sprache erst dann einzutreten habe, wenn das genügende Verständniß hierin vorausgesetzt werden kann?) Weiters wurde eröffnet, daß, wenn von der Schulgemeinde der Wunsch nach Bestimmung einer wöchentlichen Stundenzahl für den slovenischen Sprachunterricht aus¬ gesprochen werden tollte, hierüber der begrün¬ dete Antrag vorzulegen sei." In seinem Berichte vom 28. Juni 1878 verlangte der Ortsschulrath von St. Jakob die Einführung der slovenischen Unterrichts¬ sprache für alle Elasten; die deutsche Sprache soll nur als Lehrgegenstand in den obersten drei Jahresstufen betrieben werden. Dieses Ansuchen wurde abschlägig erledigt mit Erlaß des Bezirksschulrates vom 15. August 1878 Z. 827: „An der Volksschule zu St. Jakob ist der anfängliche Unterricht in der slovenischen Sprache zu ertheilen; mit der Erlernung ver¬ deutschen Sprache ist längstens im zweiten Jahre zu beginnen, darin eifrig fortzufahren, und es hat die deutsche Sprache als Unter¬ richtssprache einzutreten, wenn das genügende Verständniß hierin vorausgesetzt wird. Sollte von der dortigen Schulgemeinde der Wunsch ausgesprochen werden, daß dem slovenischen ') Es waren aber in der zweiten Classe nur deutsche Bücher eingesiihrt, und ertheitten den Unterricht meist nur Lehrer, die der slovenischen Sprache nicht mächtig waren. 9 Sprachunterrichte eine wöchentliche Stunden¬ zahl gewidmet werde, so ist hierüber der be¬ gründete Antrag vorzulegen/' Gegen diese Entscheidung des Bezirks- schulrathes schritt der Ortsschulrath am 26. Oct. 1881 beim Laudesschulrathe ein, welcher jedoch „nicht in der Lage war dem Einschreiten des¬ selben Folge zu geben." Mit Erlaß vom 13. Juni 1882, Z. 1100 (intim, durch Bezirks- schulraths-Erlaß vom 14. Juli 1882, Z. 803) verwies der Landesschulrath auf seine Be¬ stimmungen vom 7. Februar 1872, Z. 2362 und fügte hinzu: „Diese Bestimmungen über die sprachliche Einrichtung haben den Zweck, den Kindern die Erlernung beider Landes¬ sprachen zu ermöglichen und zu sichern. Diese Einrichtung bestehl nun schon seit 10 Jahren, hat sich bewährt und den Beifall des einsich¬ tigen Z Theiles der Bevölkerung erworben. Viele Kinder, die von dort nach Klagenfurt oder Villach iu höhere Schulen, in die Lehre oder in den Dienst gekommen sind, verdanken dieser Einrichtung bessere Ausbildung oder leichteres Fortkommen.^) Wenn diesen Tat¬ sachen gegenüber der Ortsschulrath behauptet, daß an der Volksschule zu St. Jakob der An- Soll wohl heißen „dentschthümelnden". 0 Schade, daß die Zahl dieser „vielen" Kinder nicht angeführt wird. Es ist mehr als unbillig, 95 Kinder aller Wohlthaten einer wahren Volksschule zu berauben, um vielleicht fünf Kindern durch halbe Erlernung der deutschen Sprache in der Volksschule den Eintritt in den Dienst oder in die Lehre zu erleichtern. 10 fangsmiterricht in der deutschen Sprache cr- theilt und daß es den Lehrern unmöglich wird, den Anforderungen der Schnle zu entsprechen, weil der Unterricht in einer den Schülern fremde n Sprache ertheilt wird, so müssen diese Behauptungen als der Wahrheil widersprechend bezeichnet werden.') Diese Behauptungen des Ortsschulrathes sind umso auffallender, als die jetzigen Mitglieder in der Erfüllung der ihnen durch den § 17 des Schulaufsichtsgesetzes vom 8. Februar 1869 (L.-G.-Bl. Nr. 10) vorgezeich- ueteu Pflicht sehr nachlässig sind, die Schule fast nie besuchen, dem Unterrichte nicht bei¬ wohnen, daher auch nicht in die Lage kommen konnten, die sprachliche Einrichtung ihrer eigenen ') Die Behauptungen des Ortsschulrathes entsprachen vollkommen der Wahrheit. Mit dem deutschen Sprach¬ unterrichte mußte längstens im zweiten Schuljahre be¬ gonnen werden. Die Lehrer aber b ganneu gewöhnlich schon im ersten Jahre mit demselben, um sich denn Jnspector ein Bildchen einzulegen und nicht fürchten zu müssen, das Quinquennium nicht zu erhalten oder wieder zu veilieren. Denn der La idcsschnlrath hat mit Erlaß vom II. April 1877, Z. 567 die Zuerkennung des Qniuquenniuuis ab¬ hängig gemacht von den Erfolgen, welche der betreffende Lehrer in der deutschen Sprache aufznweisen hatte. Der erwähnte Erlaß lautet: „Da die jlovenische Bevölkerung des Landes selbst dringend wünscht, daß ihre Kinder in der Schule die ihnen so uothwcudige deutsche Sprache sicher erlernen, und da der Grad der Erlernung dieser Sprache ohne Zweifel einen integrirenden Bcstandtheil der gefammten Unterrichlserfolge bildet, so wird der Bezirks¬ schulrath beauftragt, in Hinkunft bei Vorlagen von Ge¬ suchen um Verleihung von Qninqueuualzulageu der Lehr¬ kräfte au utraquistischen Schulen in dem gesetzlich erfor¬ derlichen Gutachten über die erzielten Unterrichtserfolge II Schule selbst keimen zu lernen. I 1. Würde durch die Beschränkung des Unlerrichres in der deutschen Sprache aus die obersten drei Jahres¬ stufen der schulbesnchenden Jugend in diesem Gegenstände zum offenbaren Schaden der Be¬ völkerung nichts erreicht werden können, da die Kinder der letzten zwei Jahresstufen vom Sommerschulbesuche befreit werden. 2. Müßte bei ausschließlicher Einführung der sloveuischen Unterrichtssprache nicht bloß der Lehrplan ge¬ ändert, sondern müßten alle bisher im Ge¬ brauche stehenden Lehr- und Lesebücher ver¬ worfen nnd neue angeschafft werben, was be¬ deutende Kosten verursachen würde. Weiters könnte bei vollständiger Durchführung des Wunsches des Ortsschnlrathes kein Kind mehr die deutsche Sprache erlernen, andere Volks¬ schulen des Landes nicht mehr besuchen, in eine höhere Lehranstalt aber gar nicht mehr ausgenommen werden?)" So der Erlaß. Man genau und speciell anzugeben, in welchem Grade der Gesuchsteller der diesbezügliche» hieriimtlicheu Berordming nachgekommeu ist, und welche Erfolge derselbe in dieser Richtung erzielt hat. Hievon wird der k. k. Bezirks¬ schulrath zur eigenen Wissenschaft und Daruachachtuug sowie zur Verständigung der k. k. Schuliuspectoreu in die Kenmniß gesetzt." Vergleiche auch unsere Anmerkung in der letzten Nummer. ') Es ist wohl leicht begreiflich, daß die Mitglieder des Ortsschnlrathes als Patrioten keine Freude haben können, eine Germanisirnngsanstalt zu besuchen. Thatsache ist, daß aus der jetzigen Schule ans den sloveuischen Landestheilen viel weniger Schüler in die Mittelschule eintreten, als dies vor den 7t)ger Jahren der 12 sieht, welche leeren Ausflüchte der Landes- schulrath machte, um die berechtigte» Wünsche des Ortsschulrathes und der Bevölkerung nicht erfüllen zu brauchen. Gegen diese Entscheidung machte derOrts- schulrath eine Eingabe au das hohe k. k. Ministerium am 30. Mai 1882. Diese Ein¬ gabe wurde jedoch vom Unterrichtsministerium mit Erlaß vom 19. Juni 1882, Z. 9686 dem Laudesschulrathe zur Erledigung übermittelt, welcher selbstverständlich die Bitte um Ein¬ führung der slovenischeu Unterrichtssprache mit Beziehung auf den Erlaß vom 13. Juni 1882, Z. 1100 abwies, aber dem Ortsschulrathe gegen diese Entscheidung den Recurs ans hohe k. k. Unterrichtsministerium offen ließ. (Landes- schulraths-Erlaß vom 11. Juli 1882, Z. 1311). Weil nun, wie zu erwarten war, der Orts¬ schulrath von dem ihm offengelasseneu Rechte Gebrauch machte und ans hohe k. k. Mini¬ sterium recurrirte, scheint der Landesschulrath eine günstige Erledigung von Seite des Mi¬ nisteriums befürchtet zu haben; denn noch vor Erledigung des Recurses durch das Hobe k. k. Ministerium suchte er mit Erlaß vom 7. Juni 1883, Z. 2879 den Sprachunterricht an der Volksschule in St. Jakob folgendermaßen zu regeln: „1. An der Volksschule zu St. Jakob im Roseuthale hat der Unterricht der vier ersten Fall gewesen ist. Beweis dessen, daß gegenwärtig an den Universitäten Graz nnd Wien kein einziger Kärntner Slo¬ venc inscribirt ist. 13 Jahresstufen in slovenischer Sprache zu er¬ folgen; letztere kann jedoch selbstverständlich auch in den oberen Jahresstufen zu Hilfe ge¬ nommen werden, wenn deren Gebrauch zum Verständnisse der behandelten Unterrichtsmate- ricn erforderlich ist. Die bisher in Uebung be¬ standenen Verfügungen bezüglich der Erlernung der deutschen Sprache bleiben auch fortan in Kraft. 2. Vom Beginne des nächsten Schul¬ jahres ab ist in der zweiten Classe der ge¬ nannten Volksschule statt des bisher eingeführten rein deutschen Lesebuches ein slovenisch-dcutsches einzuführen, worüber der k. k. Bezirksschulrath seinerzeit den erforderlichen Antrag anher zu stellen hat. 3. Ist dem Ortsschulrathe zu St. Jakob zu eröffnen, daß falls er den Wunsch aussprecheu sollte, es möge in den oberen Claffen und Abtheiluugcn dem slovcnischen Sprachunterrichte eine wöchentliche Stunden¬ zahl gewidmet werden, der Landesschulrath, wie er es früher zugesagt, auch jetzt nicht zö¬ gern werve, diesem Wunsche zu entsprechen. Ueber den Erfolg dieser Verfügung ist anher zu berichten." Der Bezirksschulrath theilte den Erlaß des Landesschulrathes dem Ortsschulrathe mit am 12. Juni 1883 (Z. 889). Der Ortsschul¬ rath bekam davon Kenntniß am 24. Juni 1883 und machte am 1. Juli desselben Jahres eine Eingabe an den Landesschulrath, in welcher er auf seiner ersten Forderung beharrte, es möge nemlich die slovenische Sprache als aus¬ schließliche Unterrichtssprache für alle Claffen 14 eingeführt, die deutsche Sprache aber nur als Lehrgegeustaud behandelt werden. Vor Erledigung dieser Eingabe wurde vom hohen k. k. Ministerium der oben er¬ wähnte Recurs in ganz unerwarteter Weise entschieden. Der diesbezügliche Erlaß des Be- zirksschulrathes vom 9. August 1883, Z. 1189 lautet: „Das hohe k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht fand laut Erlasses vom 21. Juli 1883, Z- 10938 den Necurs des Ortsschnl- rathes St. Jakob im Rosenthal gegen die Ent¬ scheidung des h. k. k. Landesschnirathes vom 13. Juni 1882, Z. 1100, betreffend die Unter¬ richtssprache an der Volksschule zu St. Jakob im Rosentbale znrückzuweisen, weil dem ge¬ nannten Ortsschnlrathe ein Recursrecht in dieser Angelegenheit nicht zusteht." Infolge dieser ganz unerwarteten Erle¬ digung von Seiten des h. k. k. Ministeriums wurde auch die Bitte des Ortsschulrathes vom 1. Juli 1883 vom Laudesschulrathe abgewieseu und mit der Eröffnung rückgestellt, daß der Landesschulrath keinen Anlaß finde, an den Bestimmungen seines Erlasses vom 7. Juni 1883, Z. 2879 eine Aenderung eintreten zu lassen. (Landesschulrath-Erlaß vom 22. Sept. 1883, Z. 1760). Der Ortsschulrath wandte sich am 8. Dec. 1883 abermals an den Bezirksschulrath mit der Bitte um Einführung der slovenischen Unterrichtssprache, wurde aber abgewiesen. (Be¬ zirksschulrath-Erlaß vom 6. Marz 1884, Z. 58). 15 Ob er sich dagegen beim Landesschulrathe be¬ schwerte, läßt sich aus den vorliegenden Acten nicht ersehen. Soviel aber steht fest, daß die Bestimmungen des Landcsschulralhcs vom 7. Juni 1883, Z. 2879 an der Volksschule zu St. Jakob gar nicht zur Geltung gekommen sind. Deshalb wandte sich der Ortsschulrath am 10. Jänner 1886 abermals an den Lan- desschulraih mit der Bitte, es möge an Stelle des ganz deutschen Lesebuches „I)ru»o borilo in «lovmo-i.« eingeführt werden. — Der Landes- schnlrath hat jedoch mit Erlaß vom 23. Ocr. 1886, Z. 2117 dem Einschreiten des Orts- schulrathes um Einführung des ganz slovenischen Lesebuches „DruAo borilo in slovnic-rr" keine Folge zu geben befunden aus nachstehenden Gründen: „Das vorliegende rein slooenische Lese- und Sprachbuch schließt sich an die slo- venische Fibel als zweites Lesebuch an und steht in solchen Schulen im Gebrauche, au welchen aus die Erlernung der deutschen Sprache lehrplanmäßig kein Gewicht gelegt wird. An der Volksschule zu St. Jakob soll jedoch mit dem fünften Schuljahre die deutsche Sprache als Unterrichtssprache eintrelen, was nur dann möglich ist, wenn selbe früher erlernt wird. Dies kann aber durch den Gebrauch rein slo- venischer Lesebücher nicht geschehen. Die Ein¬ führung dieses Buches als Hilfs- oder Neben - buches würde die Kosten des Volksschulunter- richtcs unnöthig verlheuern und wäre zum Anschluß an die slovenisch-deutsche Fibel von C. Prescheren, die an der dortigen Volksschule 16 eingeführt ist, ganz und gar nicht geeignet. Gehört aber das „vruZo borilo" nicht zu den unbedingt nothwendigen Lehrtexten, so ist das¬ selbe nach den Bestimmungen des h. k. k. Unter- richtsministcrial-Etlasses vom 16. Dec. 1885, Z. 23323 auch nicht anzuschaffen. Daß aber der Ortsschulrath die Einführung eines beson¬ deren slovenischen Sprachunterrichtes durch eine wöchentliche Stundenzahl für die oberen Classen, resp. Abteilungen in der Eigenschaft eines nicht obligaten Gegenstandes wünscht, hat er in seiner Eingabe vom 10. Jänner 1886 nicht zum Ausdrucke gebracht. (.Punkt 3 des Landesschulrath - Erlasses vom 7. Juni 1882, Z. 2879.)" Nachdem so der Ortsschulrath von St. Jakob durch 8 Jahre (1878—1886) vergeblich um die slovenische Volksschule gekämpft hatte, vereinigten sich die Ortsschulräthe in St. Jakob, Maria-Elend und Ledenitzen mit der Gemeinde¬ vertretung, um gemeinschaftlich vielleicht mit größerem Erfolge den Kampf fortzusetzen. Es wurde am 9. Juni 1887 eine dies¬ bezügliche Petition der erwähnten Körperschaften au deu Laudesschulrath gerichtet. Vergeblich wartete mau auf eine Erledigung. Als am 22. April 1888 dieselbe Petition wiederholt wurde, erwiderte der Landesschulrath mit Er¬ laß vom 14. Mai 1888, Z. 1000, es könne die Erledigung nicht erfolgen, weil Erhebungen nothwendig seien. Welcher Art waren nun diese Erhebungen? 17 Der Landesschulrath suchte durch seine Organe, die ihm ganz ergebenen Mitglieder des Bezirks- schulrathes und Lehrer, die vereinten Körper¬ schaften zu trennen. Und in der That gelang es, dnrch die verschiedensten Vorstellungen den Ortsschulrath von Ledeuizen, dessen Mitglieder größtentheils von den Rosegger - Herren ab¬ hängig waren, zu bestimmen, daß er von der erwähnten Petition zurücktrat, und daß sich vielleicht einige wenige, ebenfalls von den Rosegger-Herren abhängige Besitzer der Gemeinde St. Jakov gegen die slovenische Unterrichts¬ sprache äußerten. Nach diesen Erhebungen kam dann endlich nach 13 Monaten folgende Erledigung: „Der hohe k. k. Landesschulrath fand taut Erlasses vom 9. Juli 1888, Z. 613 der von der Ge¬ meindevertretung gemeinschaftlich mit den Orts- schulräthen in St. Jakob, Maria - Elend und Ledenitzen eingebrachten Petition vom 9. Juni 1887, Z. 912 um Verfügung, daß die slo¬ venische Unterrichtssprache in allen Jahrgängen und die deutsche Sprache uur als obligater Lehrgegenstand vom 4. Schuljahre angefangeu au den Volksschulen zu St. Jakob, Ledenitzen und Maria-Elend eingeführt werde, in Berück¬ sichtigung des Umstandes, daß eine Nothwen- digkeit nicht vorhanden ist, den genannten Volks¬ schulen eine von der sprachlichen Einrichtung der übrigen gemischtsprachigen Volksschulen des Landes so sehr abweichende Einrichtung zu geben, und weil nach den gepflogenen Er¬ hebungen die angestrebte Aenderung von der, 2 18 Mehrheit der Bevölkerung nicht gewünscht wird/) keine Folge zu geben und anzuordnen, wie folgt: 1. An der Volksschule zu Ledenitzen bleibt die bisherige sprachliche Einrichtung, weil der dortige Schulrath ausdrücklich um Belassung derselben gebeten hat. 2. An den Volksschulen zu St. Jakob und Maria - Elend ist in den ersten vier Jahresstufeu die Unterrichtssprache die sloveuische, in den oberen vier Jahresstufen die deutsche. Mit Erlernung der deutschen Sprache ist längstens im zweiten Schuljahre zu beginnen und selbe fleißig zu üben, so daß sie bereits im 5. Schuljahre als Unter¬ richtssprache in Anwendung kommen kann. Es ist selbstverständlich, daß die sloveuische Sprache auch in den oberen Jahresstufeu in allen Fällen zu Hilfe genommen werden kann und soll, in welchen der Gebrauch derselben zur Erzielung eines besseren Verständnisses der behandelten Unterrichts-Materien erforderlich ist??) 8. An den beiden bezeichneten Schulen ist als zweites Lesebuch anstatt des bisherigen deutschen ein slovenisch-deutsches die „llruAn osumil slov- uion" einzuführen. 4. Durch alle Elasten, resp. Abteilungen der zwei genannten Schulen sind vom 5. Schuljahre von den für den Sprach¬ unterricht im Normallehrplane festgesetzten Lehr- ') Daß dies der Wahrhkit nicht entspricht, beweist eine bald zur Sprache kommende Commission, bei der von 154 erschienenen Besitzern nur 19 fllr die deutsche Schule stimmte«. d) Wie soll aber dies in jenen Fällen geschehen, tvo die Lehrer nur der deutschen Spräche mächtig sind? 19 stunden wöchentlich zwei ausschließlich für den sloveuischen Sprachunterricht zu verwenden und dabei die „slovemsk» tavalo»- von Konönik zu gebrauchen. Die vorstehenden Anordnungen haben mit November 1888 in Kraft zu treten. Hievon wird die löbliche Gemeindevorstehung mit dem Beifügen in die Kenntniß gesetzt, daß gegen vorstehende Entscheidung der Recurs an das hohe k. k. Unterrichts-Ministerium offen steht." Der Recurs an das hohe k. k. Ministerium wurde eingebracht. Der Landesschulrath sann nun wieder auf Mittel und Wege, wie eine günstige Erledigung seitens des Ministeriums in dieser Angelegenheit vereitelt werden könnte. Da verfiel man auf bas probate Mittel, welches namentlich bei den Wahlen in jenen Gemeinden mit Erfolg angewendet wurde, in denen zuvor die Slovenen gesiegt haben. Dieses Mittel ist die Trennung der Gemeinden, welche zwar un¬ überwindliche Schwierigkeiten aufweist, wenn sie von Slovenen verlangt wird, aber mit der größten Leichtigkeit bewerkstelligt wird, sobald sie den Deutschen von Vortheil ist. Die Rosegger wurden aufgefordert, die Lostrennung von der Gemeinde St. Jakob zu verlangen. Dieselbe wird bewilligt und durchgeführt und dann erst der obenerwähnte Recurs mit einer diesbezüg¬ lichen Einbegleitung dem Ministerium über¬ mittelt, welches mit Erlaß vom 28. Dec. 1888, Z 23470 eröffnete, daß auf eine Entscheidung über diesen Recurs nicht eingegangen werden könne, weil durch die vollzogene Trennung der Gemeinde Rosegg in die zwei Gemeinden Rosegg 2* 20 und St. Jakob das recursberechtigte Subject entfallen sei. — Doch die wackere Gemeinde St. Jakob ließ sich dadurch nicht abschrecken. Zufolge Gemeinde-Beschlusses vom 23. April 1889 wurde am 30. Juni desselben Jabres abermals eine Petition an den Landesschul¬ rath geschickt um Einführung der slovenischen Unterrichtssprache und Bestimmung des deutschen Sprachunterrichtes als nichtobligaten Gegen¬ standes. Nun war der Landesschulrath wieder in Verlegenheit. Der damalige Bezirkshanptmann Praxmarer sollte jetzt seine bei verschiedenen Gelegenheiten erprobte Ueberredungskuust zeigen und auch die St. Jakober bekehren, welche an die Segnungen der Gernianisirnngsanstalten nicht glauben wollen. Es wird auf den 20. No¬ vember 1889 eine Commission in St. Jakob angesagt, zu welcher alle Besitzer und Besitze- rinen erscheinen sollen. Von 198 Besitzern er¬ schienen 154; 44 waren am Erscheinen ver¬ hindert. Herr Bezirkshauptmann Praxmarer kommt in Begleitung des Herrn Bezirksschul- Jnspectors Wisiak und des Herrn Zimek, Mit¬ gliedes des Bezirksschulrates und Paschas von Rosegg, hält vor der Versammlung eine lange Rede über die dringende Notwendigkeit der Kenntniß der deutschen Sprache und über die Nachtheile, welche erwachsen würden, wenn die Schule in St. Jakob nach dem Wunsche der Gemeindevertretung eingerichtet würde. Da er die Versammelten für seine Anschauungen ge¬ wonnen zu haben glaubte, schritt er zur Ab- 21 stiliimung. Um ja gewiß gleich anfangs eine günstige Antwort zu erhalten, fragte er zuerst ein Weib, was für eine Schule es wünsche, eine deutsche oder eine slovenische. Zu nicht geringem Aerger des Herrn Bezirkshauptmannes erklärte sich das Weib ganz entschieden für die slovenische Schule. Diesem Beispiele folgten 134 andere; nur 19 Besitzer, die aber fast alle unter dem Kommando des erwähnten Herrn Zimek standen, erklärten sich für die deutsche Schule. Da nun die Zahl 19 selbst dem Herrn Bezirks- Hauptmann zu gering däuchte, um daraus „eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung" zu machen, kam er auf den gewiß sonderbaren Einfall, die 44 Simmeu derjenigen, welche aus den verschiedensten Gründen nicht zur Com¬ mission gekommen waren, ohne sie zu befragen, für die deutsche Schule zu zählen. Nach diesem glänzenden Fiasko nahm der Landesschulrath seine Zuflucht zum Landes¬ ausschuß und erledigte nach säst 12 Monaten die Petition der Gemeindevertretung St. Jakob, wie folgt: „Der h. k. k. Landesschulrath fand laut Erlasses vom 25. Mai 1890, Z. 489 der Pe¬ tition der Gemeindevertretung St. Jakob im Rosenthal vom 30. Juni 1889, Nr. 458 des Inhalts: ,Der h. k. k. Landesschulrath wolle alle Erlässe aufheben, welche erflossen sind, zufolge welcher der Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt wird, und veranlassen, daß an der Volksschule in St. Jakob die slovenische Sprache 22 die ausschließliche Unterrichtssprache sein solle; die deutsche Sprache aber möge als unobligater Gegenstand jenen Kindern gelehrt werden, deren gesetzliche Vertreter cs wünschen, daß ihre Kinder deutsch lernen sollen, erst von der zweiten Classe angefangen in zwei Stunden, in der dritten Classe aber durch drei Ltuuden in der Woche, weiters wolle er verordnen, daß der neue Erlaß ungesäumt iu Kraft trete/ keine Folge zu geben aus nachfolgenden Gründen: Nach den Bestimmungen des Z 6 des Rcichsvolksschulgesctzes vom 14. Mai 1869 entscheidet über die Unterrichtssprache und über die Unterweisung der Kinder in einer zweiten Landessprache nach Anhörung derjenigen, welche die Schule erhallen, innerhalb der durch die Gesetze gezogenen Grenzen die Landesschulbehörde. Zu den die Schule erhaltenden Factoren gehören aber die Ortsgemeiudeu und das Land; erstere in Bezug auf die sachlichen Erfordernisse der Volksschulen, letzteres in Bezug auf die persönlichen Erfordernisse der Volksschulen und dann sämmtlichen Erfordernisse für die Bürgerschulen. Der h. k. k. Landcsschulraih hat sich daher gesetzlich verpflichtet erachtet, auch den zweiten Schule erhallenden Factor bezüglich seiner Zu¬ stimmung zur angestrebteu Aenderung der sprach¬ lichen Einrichtung der Volksschule zu Sl. Jakob im Rosenthal zu befragen, und der kärntnerische Landesausschuß hat als Exccutionsorgau der Landesvertretung mit Note vom 15. Februar 23 1890, Z. 460 Nachstehendes an den h. k. k. Landesschulrath mitgctheilt: Der Landcsausschnß muß vor allem fest¬ stellen, daß die Petition in der Richtung mit den thatsächlichen Verhältnissen in Widerspruch steht, daß in den vier unteren Classcn nicht wie behauptet wird, die deutsche, sondern die slovenische Sprache Unterrichtssprache ist. Nach¬ dem die heute bestehenden Einrichtungen seiner¬ zeit in Uebereinstimmnng der Bevölkerung fest¬ gestellt wurden (wodurch die Berufung auf Artikel 13 des Staatsgrundgesetzes ausgeschlossen erscheint^ und sich bisher vom Standpunkt der Ausbildung der Kinder bestens bewährt haben, so könnte einer Acnderung der Schuleinrich¬ tungen wohl nur dann beigcslimmt werden, wenn die Verhältnisse, unter denen dieselben ins Leben traten, eine vollständige Umwande¬ lung erfahren hätten, keinesfalls aber könnten für eine solche Aenderung die Wünsche einer alle drei Jahre wechselnden Gemeindevertretung oder künstlich erzeugte nationale Strömung als ma߬ gebend erkannt werden.') Eine solche und zwar locale Strömung?) liegt aber heute vor, was schon daraus ersichtlich ist, daß von zwei Schulen St. Jakob und Maria-Elend, die in derselben ') Nach dieser Logik könnten auch die Wünsche der alle sechs Jahre wechselnden Landtage sowie des Reichs- rathes nicht als maßgebend anerkannt werden. -) Daß dies keine locale Strömung, sondern der Wunsch aller wahren Kciriitner-Slovcneu ist, wird die Statistik der aus allen slovenischen Landestheilen ein- gereichten Petitionen um die slovenische Volksschule be¬ weisen. 24 Ortsgemeinde St. Jakob liegen, also ganz die¬ selben Bedürfnisse und Existenzbedingungen auf¬ weisen, in der einen — Maria-Elend, die bis¬ herige Einrichtung fortbesteheu soll, weil sie von der Bevölkerung noch heute als zweckmäßig anerkannt wird, während für die andere (St. Jakob) die bestehende Einrichtung als durch¬ aus unbrauchbar, unpädagogisch und nachtheilig hingestellt werden will. Der Landesausschuß ist daher nicht in der Lage, den angestrebten Aenderuugeu zuzustimmeu, derselbe muß viel¬ mehr nachdrücklich wünschen (und er darf für seinen Wunsch — nachdem das Land mit Aus¬ nahme der sachlichen Bedürfnisse alle Kosten der Volksschule bestreitet — wohl die ein¬ gehendste Würdigung in Anspruch nehmen), daß auch künftighin rücksichtlich der Schule in St. Jakob an den derzeit bestehenden Einrich¬ tungen festgehalten werde, dies um so gewisser, als der Lehrplan, nach welchem dort vorgegangeu wird, zufolge Z 4 des Reichsvolksschulgesetzes die Genehmigung des hohen Ministeriums be¬ sitzt — als sich die gegenwärtige Einrichtung dort ganz gleich, wie an der zweiten Schule der Ortsgemeinde St. Jakob, nemlich in Maria- Elend sehr gut bewährt hat — und als es ja doch nicht angeheu kann, für die Schulen einer und derselben gleichsprachigen Ortsgemeinde verschiedene Lehrpläne aufzustellen. Der h. k. k. Landesschulrath vermag diesen Aeußerungen des kärnlnerischen Landesaus¬ schusses nicht entgegenzutreten, er ist vielmehr der Ansicht, daß die derzeit an der Volksschule 25 St. Jakob in Geltung stehende Einrichtung, nach welcher in den 4 ersteren Jahrgängen die slovenische, in den oberen 4 Jahrgängen jedoch die deutsche Sprache die Unterrichtssprache ist, und außerdem in den 4 oberen Jahrgängen uoch 2 wöchentliche Unterrichtsstunden aus¬ schließlich dem slovenischen Sprachunterrichte gewidmet werden, durch welche Einrichtung die Erlernung beider Landessprachen verbürgt wird, den obwaltende» Verhältnissen und örtlichen Bedürfnissen vollkommen entspricht. Der Ge¬ meindevertretung St. Jakob steht gegen diese Entscheidung der hieramlseiiizubringende Necurs an das h. k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht binnen 14 Tagen offen." (K. k. Be- zirksschulrath-Erlaß vom 10. Juni 1890. Zahl 1091; der Gemeinde zugcstellt am 16. Juni 1890). Die Gemeindevertretung brachte nun am 27. Juni 1890 beim Bezirksschulrathe einen wohlbegründeten Recurs an's Ministerium ein. Wir entnehmen diesem Recurse nur folgende Stelle: „Die hohe Landesschulbehörde meint, daß auch das Land zu den die Schule erhal¬ tenden Factoren gehört, und trennt das Land von der Ortsgemeiude. Eine solche Trennung entspricht wohl nicht den Verhältnissen; denn das Land setzt sich ja aus den einzelnen Ge¬ meinden zusammen. Es mag richtig sein, daß der Landesausschuß auch befragt werden kann, jedenfalls unrichtig ist es aber, die Ansicht des Landesausschusses dem gesetzlichen Begehren der Gemeinde gegenüber zu stellen und zu behaupten, daß diesem Begehren nicht Folge gegeben wer- 26 den darf, weil sich der Landesausschuß da¬ gegen ausgesprochen hat. Bemerkt wird, daß Mei Vertreter des Landcsausschusses auch im Landcsschulrathe sitzen, und daß durch dieses Vorgehen der Landesausschuß in einiger Be¬ ziehung zum Richter in der eigenen Sache wird. Es ist klar, daß bei einer solchen Auf¬ fassung die Kärntner Slovencu für alle Zeiten auf die Gleichberechtigung in der Schule ver¬ zichten muffen, weil es ihnen niemals gelingen wird, im Kärntner Landtag die Majorität zu erlangen. Ja, cs wäre dann am besten den 819 des Staatsgrundgesetzes einfach für Kärnten und alle jene Länder zu streichen, in denen die Majorität einem anderen Volksstamme an¬ gehört". Der Bezirksschulrath retournirte diesen Recurs am 22. Jänner 1891, also nach einem halben Jahre, wie cs heißt, wegen eines Form¬ fehlers; als er am 4. Februar 1891 von der Gemeinde wieder eingeschickt wurde, retournirte ihn der Bezirksschulrats» zum zweiten Male am 15. Februar 1891 mit Berufung darauf, daß mittlerweile ein neuer Erlaß des Landes- schulrathes erflossen sei, durch welchen der slo- venische Sprachunterricht an den utraquistischen Schulen Kärntens geregelt werde. — Die Ge¬ meinde aber schickte den Recurs am 23. Februar 1891 abermals ein, und dürfte derselbe xasl tat ckinorimiim rtzrum doch endlich nach Wien gelangt sein. Eine Erledigung desselben aber ist bis heute noch nicht herabgelangt. Weil aber inzwischen der durch den Be-, 27 schluß des k. k. Landesschulrathes vom 26. September 1890, Zahl 1628 fesrgestellte und mit Erlaß des Landesschulrathes vom 2. Fe¬ bruar 1891, Zahl 1623 an die Ortsschulräthe übermittelte neue Lehrplan auch für die Schule in St. Jakob zur Geltung gekommen ist, so wird die Gemeinde St. Jakob ohne Zweifel zugleich mit anderen Gemeinden auch gegen diese Beschlüsse der Landesschulbehörde bittlich beim hohen Unterrichtsministerium um Abhilfe einschreiten. Der neue Lehrplan bedeutet nem- lich für die Schule in St. Jakob nicht nur keinen Fortschritt, sondern einen bedeutenden Rückschritt. Denn zu Folge des erwähnten Er¬ lasses des k. k. Landesschulrathes vom 9. Juli 1888, Zahl 613 war an der Schule in St. Jakob die slovenische Sprache die Unterrichts¬ sprache in den vier ersten Jahresstusen (freilich mehr am Papier als in Wirklichkeit), und wurde dieselbe vom fünften Schuljahre an in zwei wöchentlichen Stunden gelehrt, welche den durch den Normallehrplan für den Sprachnnter- richt festgesetzten Stunden entnommen wurden. Nach der neuen Verordnung aber ist die slo¬ venische Sprache nur in den zwei ersten Jahren als Unterrichtssprache zu verwenden und wird vom dritten Schuljahre an allerdings in drei wöchentlichen Stunden als nicht obligater Ge¬ genstand gelehrt, doch dürfen diese Stunden nicht den für den Sprachunterricht festgesetzten 12 Stunden entnommen werden, sondern sind stets nach Schluß des vormittägigen Unter¬ richtes als Ueberstunden zu geben. 28 Nach nahezu 12jährigem Kampfe ist cs also den St. Jakoben, noch nicht gelungen, zu ihrem Rechte zu gelangen und ihren Kindern trotz der großen Opfer, die sie für Schulzwecke bringen, eine Schule zu erwirken, von der die¬ selben einen Nutzen hätten. Aus der Darlegung dieses Kampfes ersieht man aber auch, mit welchen Mitteln in Kärnten die Slovenen bekämpft werden. Es ist traurig, wahrhaft traurig, daß Derartiges in einem constitutiouellen Staate möglich ist. Gleichwohl haben wir die Hoffnung noch nicht verloren und sind entschlossen, den Kampf um die na¬ tionale Schule fortzusetzen im Bewußtsein, daß unsere gerechte Sache siegen wird und siegen muß. Doch kann uns Niemand verargen, daß wir unter den geschilderten Verhältnissen von nun an unsere Wünsche unmittelbar dem hohen k. k. Ministerium unterbreiten werden, von dem wir eine objective und gesetzliche Berücksichtigung derselben erwarten. An die Herren Abgeord¬ neten aber richten wir die Bitte um kräftige Unterstützung unserer gerechten Sache. ? -- i i s l II. In den sogenannten utraquistischen, d. h. deutsch-slovenischen Volksschulen Kärntens ist seit dem Jahre 1884 der „81 o v o u 8 k c> - n sm- 8 bi ä. b o666 u i Ir ra obönö IsaäLlis öois, Slo- Venisch - deutsche Fibel für allgemeine Volks¬ schulen" von Karl Presch eru als Schulbuch eingeführt. Dieser ^b666u tkltz zg 4>a8Sta (k>a§. 88). — Statt des 3* 36 . Hom. plue. leamni, die Steine, wird in collec- tiver Bedeutung der 8inguiar kamen js ge¬ braucht; ebenso statt grmi, die Sträucher, das 8ub8tantiv grmovzs. Der deutsche Satz: „Die Steine sind schwer und hart", lautet daher slovenisch: Kamsnzs zs ts-,ko in trclo, nicht aber: kamni 8 0 tsrki in tilli, denn dies heißt: die einzelnen, die vor uns liegenden Sleine, nicht die Steine im allgemeinen. Statt Kamni ist die volle Form kamsni gebräuchlicher ^79). Ebenso ist pax. 95 falsch: Hssgovi Ü8ti 80 2mir») 2 6- Isni. seine Blätter sind immer grün, son¬ dern der Satz mnß lauten: Hz 6govoli8 ich s zs voäno /slono. — Nnrichtig sind die Nominativs plur. o s sti, g o 2 4 i, robi, p loti gebildet; richtig sind nur die Formen oöstzs, gv2clzs, 2ol>)s, plotchs oder plotovi. > Ebenso würde man der Form brsgi. vjx Ufer, brsgovi vorziehen (pag 80,81,82,83,84». Oag. 84. Statt poüuk dürfte man wohl endlich einmal anfangen, pouk zu schreiben. — Der dialectische Hom. piur. chuüi, die Leute, sowie golobi, die Tauben, 4 ui. die Tage, mnß strengstens gemieden werden (pag. 86, 87, 90); richtig ist nur die Form lzuclzs, golo 6) s, 4 ns vi. Den Hom. plue. llni hat zwar JaneLiö in seiner Grammatik 1864 pag. 44 im Paradigma angeführt, allein dies diufte nur ein Beisehen sein. Miklosich l. e. 142, 8uman und JaneLlä-Lket (8wv. 8lovnisa) haben diele F-0'M nicht, und uns ist sie auch aus der neueren ilovenischen Literatur nicht bekannt. 37 Herr Karl Prescher» schreckt sogar vor dem dialektischen Nom. siaZ. böora, die Tochter, nicht zurück, denn man liest z. B. 87: 8 o 8 t > ü s o llobra böora, statt des allein richtigen b öi. Statt des dialectischen: Llorso za AloboIroM in voesi lio sororo, schreibt man richtig: Rorso M Alobss in vscss NOAO sororo (90). — Un¬ richtig sind die slovenischeu Formen L-- srlcsas und L8avor; richtig ist U86I-Ü8 und L8a- vsri) (94). — paZ. 95. Nilip in 8ot!sa 8ta drst in 8S8tn lloLotso nsib bratranoo: richtig der Dual nsisu, weil cs sich auf zwei Per¬ sonen bezieht; außerdem ist hier das possessive Pronomen am Platze, und der Satz soll lauten: Vorst' sg nsun bratranoo. — Statt der couscqueut gebrauchten Form der 3. Person plur. §rsso, boso schreibt man richtiger Arollö, Kollo (105, 117, 108), und anstatt ri8s. mo. wir zeichnen, wäre besser: riZsmo. 7" In Sätzen wie „ima umiti roki" (106), ist der Plural „ima umittz rotes" richtig (siehe MM. Vergl. Gr. IV. 42). — Der Kamerad heißt nicht tovarö, 6on. tovaräa, wie der Verfasser schreibt, z. B. 106: s tovaräi, 139 tovg.r8u, sondern tovariZ, 6sn. tovariäa, daher richtig: 8 tovariLi, tovariLu. — Statt ona (lluLa) so novilllsiva sagt man besser: novillna, und statt telo so villlsivo, richtiger: tolo so villno (106, 107). — Die Schläfe oder die Schläfen heißt 8 6noi, 6en. ksvoov, im Loo. also 8SN60, nicht aonei, Wie es MA. 107 lautet: Na — sslavi imam — sonoi. — pa§, 108. Statt villiti: richtig 38 viükti. Statt: o lsubi Lo§! bub rslo 86M ti bvuloLoir! richtig: 0 lsubi LoZ, bubö rolo «sm ti brulsxsu! Statt moLi iu Louo so o ä- rusoui (!) iu moöui: richtig moLss in /suo so oärustli in moöui. Oäruäoui ist gar keiiwForm, denn ein Verbum oä rušiti kennen wir nicht. Wir sehen also, daß es mit der dialektischen Schreibung der Formen nicht geht. Oüiusoui steht natürlich für oclru 8 öoui; allein auch dies ist nicht zu gebrauchen, da wir ein Verbum oärustiti in dieser Bedeutung nicht besitzen, sondern es lautet ollr ustom, oä- rusti. Das burtieipium davon ist aber oü- rustol, nicht oürustoo, da es ein Verbum intruusitivum ist, daher nur richtig: o ä r us tl i moLso, die erwachsenen Männer. — In dem Satze: „1uL iir briet svu ein«. uusib sturisor, sostru so usill böoru. Ich und der Bruder sind Söhne unserer Eltern, die Schwester ist ihre Tochter", (109) sind drei grobe Form¬ fehler; der Satz lautet richtig: Our in brüt svu siuu uusillib sturisov, sostru so usi- bovu bei. — Statt des lustrumoutulsxlur. otroei schreibe die organische Form: otrobi (109). — 1?ri muli otroöioi, (109); drei Worte und zwei Formfehler; richtig; 'briss muli otroöiöi, wobei aber noch das Attribut muli überflüßig ist; denn man sagt nicht „Drei kleine Kindlein", sondern „drei Kind¬ lein" oder „drei kleine Kinder". Slovenisch also nur: Vriso otroöiöi. OuZ. 109. bmulo, richtig bmulu — ?u§. 110. dlus uuvuäuisi, und puZ. 121 uus uuvull- 39 uiSi und uajuavaäuisa. Die Partikel naj wird vom Oomparativ nicht getrennt geschrieben, und die Coinparativendung lautet — ojsi, also schreibe: uajuavaäusjsi, uajuavallusjSa. Ebenso richtiger srseusjsi statt m-seuisi pag. 132, denn wir lesen ja xaZ. 137 das richtige priä- u oj s a. Statt solata (110, 119) ist die Schreibung salata im Gebrauch. — Die Form jollo soll accentuirt werden: ja 66 (110). — Statt lrclo in dein Satze: L 116 und 117. Ismoo, r. tsmvoo. — ?a^. 1l6. V oorlrvi Ijucli molijo, r. Ijulljo. — ib. tabsiualisljnom, r. uall taboiMlcol^Om. wie au^olj, lustr. L au^oljom. — Oax. 117. 8 Lölbom, r. 8 lrsliboru. — ib. l^a ujib Kro- böb stojijo lrriLi iu sxomiuki. richtig: l>la vjibovill Zrobill stojijo lrri^i iu spoms- 40 uilci. — 118. 8o dalss proö so p-r KvTdi, r. ^OTdss. — ib. Imounsoso so Ir m o ti, i'. Icm6tss. — ib. siesto ss vslilco voöi, r. vsöss. 119. 8poluovieti, r. i L p ol u o v g,ti. — ib. 1'üm r»st6: soiMre, 8piuuc-8, Tolio, Icolorrebo. — Icumsro. Hier muß das Prädikat im Plural stehen; also: Ham rastö salata, — Kolorada (nicht der Plural) — Kumars. — ?ax. 120. ll'ursiea, richtig tursöiea. — ib. kos. r. takos. — ?aZ. 121. Roklsri x^OTdi, r. Zo/dso. — ?»ss. 122 und 128. ^Kuki, r. jLcrubi. — Ong;. 123. I)vii v doliuo, r. dol v doliuo. — OaK. 125. Vsaki dau, r. vsak dau. — ib. 8olu66 iTllasa, richtiger vTkasa, da mau auch v T Ir o d, nicht i T ll o d für Osten schreibt; daher nicht: ?rocl solarnim i/llodom, sondern — visbodom. — ?SA. 126. Vlrak spromoui 86 8 tsmoto. richtig: IVIrak 86 iTpromoui v t6mo. — ib. Vidiki, r. videti. — ib. Uoseov, I. mostzesv. — ?aZ. 128. Lmalo, r. kmalu. — OaK. 129. I)ui so rolo kratki, r. duovi so Tslö kratki. — bl. 2. ?a§. 130. l^emam, r. uimam. — ib. Dobro, da 8i po Isti Kodsl, M UL) po Timi ra) 8.8. Die Wunschform ist, wie bekannt, in der zweiten Person nicht ge¬ bräuchlich; dafür setzt mau den Imperativ; also: Dobro, da 8i po letu Zodsl, pn pIsLi po Timi. — Auf der Seite 130 wimmelt es von Fehlern, besonders in dem 11'/ü Zeilen umfassenden Lesestücke „Dvs ko?,!". Wir wollen dieselben alle zusammen anführen. Dvo Icori 8 r 6 6 ÄI 6 8t6 86. — 2 L v o If t6A8 8t6 86 tülco 41 umeril s, 8t6 sv L rozini — ralotolo. Richtig: Ovo kori 8ta 86 srooali. —Lavolso ttzbkt 8ta 86 tako usodili. lla 8ta 86 ralo- t6ii r roZovi. Ebenso ist stoti der Plural- formen: omaknile, proknonile, rosile, der Dual omaknili, proknoniii, roLili zu setzen. — klna so doti a (so dreimal), r. sollna sn kottzla. — dta uno stran, r. im 000 stran. — O or o o potok, richtiger: «torod potok. — lav. 86M kila »asp r ss us. M08tu, richtig: prva IM mostu. — kas ti p all 6 v ^lavo? — Was fällt dir ein (— in den Kopf)? Der Slovenc sagt: klas ti prill 6 na misol? lla/. (kora) som toliko starossi, kakor ti. in kiiinvla s o ti ogniti (— und sollte dirweiche n)? Richtig lautet der Satz: lla/. 86m toliko 8ta- ros 8 a, kakor ti, in bi 86 ti nas ognila? — ^saka s6 kotla nas pros na nno 8tran, richtig: Vsaka so koto la prva na ono 8tran. — Oo/. orko brv lloli v llorooi po¬ tok, richtig: 66r orko brv (denn in der zweiten Zeile desselben Lesestückes schreibt er öror) äol v lloroei potok. La". 1Z0. On so villol— in Za vpraša. In der Uebersetzung: Er sah — und fragte ihn; also richtig: On so villtzl — in Ka vpra¬ šal. — ka<;. 132. On (LoA) So eolo vo, Kar wiilliL, dagegen paA. 136: On (8o§) V6, käs Mislimo in /.olimo. Man setze auch im ersten Satze kas statt des relativen Pronomens Kar. Lag. 137 80 kotli, richtig — 80 ko toii. — ik>. kroll vratini, r. proll vrati. — ib. 8ta- risi ini llssö vsaki llaa, richtig: 8tarisi mi 42 äaäö vsak äan. — Oder steht ck aj 6 statt äajojo, wie man nach dein Accente schließen könnte? — ib. Viäila, richtig Vj 6 k> Ia. — 138. Cösnilc, richtig uoilölj. Warum ge¬ braucht der Verfasser in einem Lesestücke fünf¬ mal die Form uöouiü, während er sonst uöilslj schreibt, so z. B. 28, 32, 105, 137. Ooanilc wird heutzutage nur noch in Erbauungs- bücheru gebraucht zur Bezeichnung des Leh¬ rers Jesu Christi. — knZ. 139. ko pro 6, richtig po prof. — ib. 8 8imeuom, richtig s 8iuinom von 8iinsn, oder 8 8iwonom von 8iman. — ib. Oea Za vpraSajo; warum denn hier auf einmal oöa und sonst stets, ja sogar in demselben Lesestücke oöo, (Ion. oaota? — ka§. 141. Ljulrasira, r. v.julrai^n. — ib. ornunujo, r. oruan^ujo; Läibuso, r. VLäibujo (142). H. Der Gebrauch des slovenischeu Verbums. Zu den schwierigsten Partien der slove- nischen Sprache gehört wohl das slovenische Verbum. Die richtige Setzung der Vorba par- ko oliva und impsrk soliva macht öfters sogar den geborenen Slovencu große Schwie¬ rigkeiten; unüberwindlich sind sie dagegen für solche, welche mit dem slovenischeu Volke nicht verkehren, oder die sich mit der slovenischeu Lectüre wenig beschäftigen. Das angeborene Gefühl für den richtigen Gebranch des perfek¬ tiven und imperfcctiven Verbums geht auf diese Weise bald verloren, und dies müssen wir zum großen Theile auch von dem Ver- 43 fasser unseres ^boeolluik behaupten. Folgendes soll unser Urtheil erhärten. ?aA. 30. OiAa so prillna lloklioa. 0 pra- vom öasu prillo v solo; richtig das Vorbum imporkootivum : pri llasaf— pflegt zu kommen). — ib. Öres llitro rbori; richtig das Vorbum impoikoetum bori oder potoka. — ?aA. 32. DrSuia so tillo in parlsivo rallorra. Abgesehen davon, daß 86 rallorra ein grober Form¬ fehler ist, wie dies schon oben bemerkt wurde, ist rallrrati 86 ein Germanismus — sich Verhallen, und außerdem an der Stelle deshalb unrichtig, weil hier ein imperfektives Verbum stehen muß. Der Satz hat also zu lauten: DrSuiasovollo (auch 86 obnaša) tillo in pari) IVO, oder noch einfacher: v r- suia so tilla in parlsiva. — ?a§. 38. 8ova Ars po noöi na rop; richtig: 8ova llolli po noöi na rop. — ill. 8ol 8tori sollila okusna; richtig impork.: 8o! lloia sollila okusna. — ka§. 39. Drava prillo s lkiroisksAa in toeo na 8lasorsko; richtig impork.: Drava p rill as a (noch besser pritoka) 8 'liroiskoZa. — ?aA. 40. Dvossvss so soka in ra stsiso porabi; richtig impork. rabi oder uporab Isa. — ?aA. 82. 8rna isti in skaoo; richtig: 8rna toka in skaöo. — ib. Dor o krop da, der Regen erfrischt; richtig das Vorbum impork.: Dor kropea. — ib. „Was läuft, springt, kriecht?" ist falsch übersetzt: „Las I oti, skaoo, loro?- sondern die Uebersetzung muß lauten: „Las toka, skaös, iari?" — ?aA. 84. Das Erz wird geschmolzen: Lulla so rar toxi. 44 richtig iinpsrk. : Nnlla so topi. — ?aZ. 85; Riba ss vzaino, der Fisch wird gefangen; richtig das Verbum > uiportdolivum. Näheres darüber und über die Sätze pa^. 100 folgt später bei der Besprechung der Syntax. — ?a^. 88. Otroei Zrsz'o v Solo: wohl richtig: Otrooi bollijo v solo, weil der Satz an der Stelle soviel heißt, wie „die Kinder besuchen die Schule". — 0a§. 105. bb-boO' vpraša, otroei ollZovarfazo; richtig impsrb - stleitsls vpraZuje. — ?SK. 106. „Wir werden immer größer und stärker", heißt nicht: „Ni domo rmiraf voöi in inoLnsM", sondern : „ülli postajamo rmirom voeji in moönojsi". — ib. „Die Knaben werden einst Jünglinge", heißt nicht: „Osebi bojo snbrat mlallsnei", sondern: „Osebi postansjo snbrat mlalls- niei"; denn böllsm (bom) heißt: ich werde sein, und das erstemal ist das imperfek¬ tive, das zweitemal das perfective Ver¬ bum zu gebrauchen. — OaZ. I lO. llsll in pijaea obrani tslo; richtig das imperfectioe Verbum im Dual: llsll in pijaea branita oder ro¬ ll ita tolo. — ka§. 112. Oblslro mi llajo ljubi starisi; richtig impsrs. llajsjo. — ?aZ. 112. 8bori obna xrills svstloba v irbo; richtig impsrk.: 8kor obno pribaja svetloba v irbo. — kaA. 115. „V boroleu ss rito posnsi", heißt nicht: „In der Harfe wird das Getreide getrocknet", sondern: In der Harfe — wird das Getreide trocken (perfectiv); daher richtig das Vsrbum impsrk.: V borolou sssusirito, oder v boroleu suSirno Lito. 45 116. V eorkov 86 p I'j 6 6 skor V6- bka vrata; richtig importi : v osrkov 86 h 0 cl i (besser boctimo) skoi? volika vrata. Auch im Deutschen ist der Satz unrichtig: In die Kirche kommt man, sondern geht man durch das große Thor. — ?LA. 117. ksuäss stanusoso — rassi r äruximi lsuämi skupaj. Lato 80 8 6 7, iciais vasi in M68ta. „Darum sind Dörfer und Städte erbaut worden". Diese Ueber- setzung ist falsch; richtig lautet sie: „Darum sind Dörfer und Städte gebaut worden, oder — wurden gebaut. Der slovenische Satz soll lauten: Latorss 8 0 8i 8taviii vasi in mesta; denn man sagt nicht „vasi 2 i ä a ti", sondern „vasi staviti". — ?a^. 120. Vrt nam ää voliko äola; richtig imperl. «lass. — ib. V rahlo ösmIso soss (kmot) 86ms in povlaoi 7 brano; richtig das Verbum porlectivum 7 a- «6ss, weil das perfective povlaöi darauf folgt. — ?a§. 122. „Illstnato ärovso rxubi (richtig i^Aubi) v syssni svosö listso. — Hi iglo v sss6üi tuäi oäpaäaso? Fallen die Stadeln im Herbste auch ab?" Hier ist das Verbum psrkostivum am Platze: ,,^Ii issle v leseni tucli oäpaäaso" (oder noch besser: ^.li 86 ißl6 v ssssni tuäi osussso?) — OaZ. 123. Voäa prills Kot äsr in snsZ ir oblakov; richtig das iwpsrk. Verbum: Voäa prihasa (oder besser p all a). Ebenso unrichtig paZ. 125. Ir oblakov pri äs äsL, 8N6A in tooa; richtig Paäa. — OaZ. 123. Oä vssll strani p riä ss 0 rrolei; richtig iwpört". pritökaso. — ib. Velika roka N68 6 laäiss 60 siroksZa in Zio- 46 boksAs morja. — Hier wäre nur das Verbum uosiri am Platze, nie und nimmer nesti; jedoch der Slovene würde den Satz lieber so construiren: ko vsliki reki so vorijo Isäijs äo sirokssss in AloboksAs morja. — kaA. 125. 2jutraj psäs tuäi ross ns rsstlins; richtig impsrk. psäa. — ib. Ross ns priäs ir obis¬ kov; richtig impsrk. ns psäa. Zur Vermei¬ dung der beiden gleich lautenden Prädicate psäs könnte man den ersten Satz so umfor¬ men t Zjutraj j s tuäi ross ns rasttinalr. Rosa ns psäa ir obiskov. — ks^. 126. Rstorsr- äslimo v stiri Istns rass: richtig impsrk äslimo. — ka§. l28. Ruäonrjs öisri Lrsk in stori rminljo roäovitno; richtig impsrt'. — äsls /.smljo roäovitno. — ksA. t28. timst — ssjs novo ssms. äs nam — krulla ns insnjks; wohl richtiger psrk. — äs NSIN kruliš ns 7 manjka. — kaA. 129. Voäs 2MIV.NS, in Alsäsk lsä pokriva potoks. — 8nsK psäa, in ljubi Lo§ oArns rsmljo r bslo oäsjo. Hier sind die Vsrba impsrtsstiva nicht am Platze, und obrniti ist falsch ge¬ braucht. Diese Sätze sollen lauten: Voäs «mrv.ns, in Alsäsk lsä p o k ri j s potoks. — 8nsA p aäs. in ljubi RoA po Arns Lsmljo r bslo oäsjo. III. Verstöße gegen die slov. Syntax und den slov. Sprachgcist. Auf Grund des bisher Gesagten wird sich der Leser nicht wundern, wenn iu Karl Pre- schern's ^.bsosänik auch eine große Menge Verstöße gegen die slovenische Syntax und den 47 slovenischen Sprachgeist zu lesen sind. Der Ver¬ fasser kann nicht slovcnisch denken und hat auch kein Gefühl für den slovenischen Sprachgeist. Er construirt die Sätze größtentheils ganz me¬ chanisch nach dem Deutschen, und bietet so Satzwendungen, die dem Slovenen fremd sind. Mit Fug und Recht könnte man die slovenische Sprache in dem ^bassänilc als dentsch-slovenisch oder germanisirt bezeichnen. Sehen wir uns im Folgenden diese Mängel näher an. 9. On N6 V6 novieo; falsch ist der Accusatib in negativen Sätzen; daher: On ns vs novisv. — 19. ?omnoas n b o Z s m n: richtig uboren; oer Arme heißt uborne, sieow^lr, rsvsr, da das deutsche substan- tivirte Adjectiv im Slovenischen durch Sub¬ stantiver ausgedrückt wird. Nichtig wäre auch: ubogemu elovsku. — 38. V Lima zs sscksr pLpsrn; richtig — 86cksr P n p s r s v. — 39. ?roti fu^n oä Vsliteovsa- richtig: Ock Vsli Covere proti fuSu. — 45. Lrr in pssnie-r 8ts riti; richtig: kir in pssnierr 8ta rito. — l^K. 85. 36, 83. Der Verfasser liebt be¬ sonders die passiven, dem slovenischen Sprach¬ geiste widersprechenden Constructivnen; z. B. Ir volns 8 6 äs la sulrno; richtig: Ir volns äs Irrmo (oder ckslafo) subno. — dl-rs — 068kr 8 6 imsnufs bbane öo^sk, statt: dler- 86mu — e68arfu fs im 6 bbsne ckorsk. — üirslr 86 vfams, der Zeisig wird gefangen, ^namsnfs 86 nnrscki, das Zeichen wird gemacht. Solche Sätze gibt man activ, z. B. 48 OiLka lallko usamsmo, oder besser all¬ gemein: Oirko lovimo; raamsaso aa- rssamo L roko. Der Satz: „OiLok so asams", kann aber auch heißen: „Der Zei¬ sig verfängt sich (in's Netz, v mrolio) und ist also auch der Zweideutigkeit wegen zu mei¬ den. Das Passivum ist überhaupt im Slove- uischen selten; daher sagt man nicht eox so rabiss (83). sondern sop rabissmo (ein¬ malige Handlung), oder hier besser allgemein öopo rabisamo. — Ebenso ist unrichtig: Oosplsi (soll heißen sosplss) ss kallaso, v.omlsa 86 oblloluss. prillai ussaso 86 PO- llvali (dieses ist anch zweideutig), statt des richtigen: öosplso Kalla WO, Lsmlso ob- ll o I us o m o , prillaoxa uösasa b valimo. Von solchen passiven Sätzen wimmelt es im ganzen Buche; z. B. 84. Rulla S6 rartopi, pti<;6 86 vs a m sso, trava 86 kosi, rokav 8 6 siva; richtig slovenisch: Lullo topimo (nicht Pers.), ptiso lovimo (nicht Pers.), travo kosimo, rokav šivamo. — So pa§. 85. Riba s 6 vsa m 6, polso 86 orss, maso s s Kaira, — wird gefangen, — wird gepflügt, — wird ge¬ kocht; richtig: Ribo lovimo, polss orssmo, maso Kalla mo. — Ebenso falsch paA. 89. lllsoo-ovo maso 86 Kalla ia psss; richtig — kullamo in P6Č6M0. — ?aZ. 93. Ir moko 8 6 PS 66 Krull; richtig: Is! moko PS soso Krull. Der Slovene spricht zwar Sätze, wie M68O 86 Kalla, krall 86 P666 rc., jedoch diese haben eine andere Bedeutung. „Rrall ss xsöo", heißt „das Brod wird eben jetzt ge- 4S backen"; ms8o 86 lculla — das Fleisch wird gerade jetzt gekocht; gern fügt der Slovene zu solchen Sätzen L-ckvsrbm, wie llrull 86 Isxo p6ü6 zc. — Auf Seite 100 folgen nach¬ einander acht passive Sätze, die gegen den Geist der slovenischen Sprache verstoßen, als Li da, 85 v j a m 6, mi 2 a so llarscki, b a m 6 uj 6 86 lomi, P686ir 86 u L V 0 !L i, axno 86 v^a«i, biZÄ 86 ricka, jslli 8s lcullajo, ^lios in vilios 86 umijojo (dieser Satz ist besonders schön: Die Löffel und Gabeln waschen sich!); deutsch: — wird gefangen, — wird gemacht, — werden gebrochen, — wird angeführt, — wird gelöscht ec. Uebcrdies sind in fünf von den angeführten Sätzen statt der Vsrba psicksötiva die impsrksötivk zu setzen. Diese acht Sätze hätten zu lauten: Lids lovimo, m i s: s ir ar sj s. m o (ir is 8 a) lla- m 6 u j s lomimo, p68slc navajamo, vapuo AL8iwo, Wi86 -rickamo, jsckillu- llamo, -.lies in vili 66 öi-stimm — Wir verlangen etwa nicht, daß man diese Sätze neben die deutschen passiven hinstellt und sagt: „Der Kalk wird gelöscht" — Vkpuo Žalimo (statt des jetzigen, falschen: ^xuo ss oKL8i), sondern wir wollen nur klarlegen, daß man deutsche passiv con- struirte Sätze den slovenischen Kindern nicht zur Uebersetzung vorlegen darf. Man wird daher deutsche passive Sätze meiden und sie durch active ersetzen müssen. Statt des Pas- stvums: „die Löffel und Gabeln werden gewaschen", nach K. Preschern — Lliosiu 4 50 vilikö 86 umissso, werden wir eine active Construction wählen und sagen: — vskla 6 i 8 ti 21,66 IQ v j I j 6 6 — die Magd reinigt die Löffel und Gabeln. Eine solche oder ähn¬ liche Acnderung muß also bei allen passiven Sätzen vorgenommen werden. — Ebenso pa^. 110. Ns80 8 6 llulla ali P6v6. das Fleisch wird gekocht und gebraten; richtig: L'ls8o llullaso all (— oder, nicht undfpsesso. — 111. Oblnoils. 86 na i ssas 0 17. platna. 668a 8 6 äs la 8ullno? Richtig: Olllaöila na- rssaso 12 platua. I2 essa äslaso 8ullno? — 112. V psöi 86 tuäi Irrull psös; richtig: V psc-i psllü tuäi llrull. — Ebenso 115. In llatoro (llo/.s) 86 u-mso äsla: richtig: 12 lltsrs äslaso U8nss. — llaZ. 121. Las 86 llulla 12 sssmona; llas 8 6 ä 6 Ia 12 lanü; trava 8 6 8 lloso polroai. In diesen Sätzen wähle man die active Construction. ?aZ. 92. Das deutsche Sprichwort: „Heute roth, morgen todt", wird übersetzt: „Danos ruäse. sutri mrtsv". Ein solches Sprichwort kennen wir nicht; der Slovene sagt: Danos V68 6I, sutri mrtsv, und dies hätte der Ver¬ fasser im Wörterbuche von Wolf-Cigale selbst finden können. — Lag-. 93. Hoffe auf Gott, upas ua LvAa; richtig 2aupas v CoZa. — ?a§. 95. „Er kann es (das Alphabet) auch aus dem Kopfe — Ou so 211a tuäi i2 Zlavs"; dies ist eine mechanische Uebersetzung, denn der Slovene sagt: rnati na pawst, nicht i 7 Zlavs. — lla§. 100. Nati llulla. psrs ill Siva; für slovenische Kinder wohl nur: Nati Sl Kubas o, por os o in Zivas o; ebenso ist paZ. 80 richtig ves skrbiso, nicht vos skrbi. Uebrigens gebraucht der Verfasser an anderen Stellen den Plural, so pa§. 109 mati no smoso, 110 mali poöoso, und auck doni Lehrer: uc-onik praviso (138). — ?. 1O6.Urtvo truplo i m s u us s 8 6 mrliö: die gewöhnliche und richtige Wort¬ stellung ist: Urtvo truplo 8 o i m onus o mrliö. Auf eine falsche Wortstellung stoßen wir sehr häufig, z. B. auf pa§. 107, 108, 109 (Otro- oiöi soäoli so — in poZovarsali 86; richtig: Otroöioi so solloli in so po^ovarsali); ferner 114, 115, 120 rc., w-, so daß inan bald zur Ueberzeugung gelangt, daß der Verfasser keine rechte Ahnung von der richtigen slowenischen Wortstellung hat. — ?a§. 107. bla mosi Klavi imam laso; richtig reflexiv: bla 8 rosi 8'lavi; übrigens ist hier das possessive Pro¬ nomen gar nicht am Platze, denn der Satz soll heißen: bl a A l L v i imam ls-86. — kr>A. 107. 8t6Ano — in prsti so äsli no§6, besser — so äoli na noZi. Ebenso paZ. 108. Imonus Mi Oolo roko; richtig — äols na roki. — ksK. 108. 8 lopi no viäi, richtig: 816x66 No viäi. — ib. 8mo Zo mlaäi in slabi. 8mo otrooi. Die 6opula darf nicht im Anfänge des Satzes stehen; daher: UI a 6 i smo So in slabi. Otrooi smo; oder bei der Betonung des Subjectes: Ä1i smo so mlaäi in slabi. Ui smo otrooi. — ?a§. 109. Ui otrooi smo nsib vnuki; richtig — nsibovi vnuki. — ib. llako V686I 86M, kaäar 86M pri mosom oeotu in Mosi matori; richtig das Reflexivnm: — pri 4* 52 8 v oj 6 m oöstu in svoji matsri. — ib. ckar 8SM njib ljubi otrok; richtig — nji bo v ljubi otrok. — ka§. 110. krsZovor pravi: „kratka jsck, ckoIZo Livljsnjs". Das slowenische Kind dürfte nun (denn so müssen wir Lehrer in den utraquistischen Schulen Kärntens es thun!) verhalten werden, dieses Sprichwort zu übersetzen und wird sagen: „Kurze Speise, langes Leben!" Es heißt ja jsck Speise, nicht Mahlzeit, in welcher Bedeutung es hier falsch gebraucht wird. Das slovenische Sprichwort lautet jedoch nicht so, wie es der H. Karl Preschern anführt, sondern: kratka vsssrja, ckoIZo v.ivljsnjs; d. i. ein kurzes, mäßiges Abendessen verleiht eiu langes Leben. — kax. 112. Lato jo (oblsks) moram varovati; richtig: 2ato jo moram varovati. — ?a§. l14. Kl Lickanju s s p o trs b uj s kamsnjs, opska, apno, psssk in Is8 — Zum Bauen braucht man Steine rc. Richtig: 2 a rickanjs xotrsbujsmo kamsnja, opske, vapna, psska in Issa. Ebenso ist der folgende Satz schlecht: kcko Zs äsla pri rickanju biss? — Wer arbeitet nackt beim Baue des Hauses? Slovenisch wäre wohl richtig: käo ss po¬ mada 8 t a V i l. i b i 8 0 ? — Ebenso unslovenisch ist z. B. paZ. 118 der Satz: katsrib roko- ckslosv js trsba pri stavljsnju biZs? — sind nothwendig b e i m B a u e n d e s H a u s e s? — 119. kravi öas ra sskanjs ärsvss js po simi, — die rechte Zeit z u m Fäll e n d er Bäume. Der Slovene würde sagen: ko rimi js pravi oas (oder pripravno) sskati ckrsvjs. 53 knK. 114. 6 6 Ars 6 62 siisNSA, SSM v biÄ poä strsiro; hier wohl besser: Os äsLuss ali snsLi, tsäs.s «sm v tiisi poä strsbo. — ib. krss äs, §rsm spst; besser: ?rsäno xi-^m spat. — ib. Ganz deutsch klingt der Satz: Oblsbo äs vis sm virup ns, sn krss —die Kleidung lege ich zusammen auf einen Ort. — 115. ?rss äs, otrob na to misii; richtig: ?rsäno misii otroir na to. — 117. Win osrbvsnib stsnsb so strnnsbi oitsrsi — An den Kirchenwänden rc., richtig: Ob esi'irvsniir stsnnb. — ib. Lssr mrtvi poäi- vs,so — wo die Toden (richtig: Todten) ruhen; statt mrtvi schreibt man mrtvsei oder rns- niiri. — ksA. 118. Vss ss ns iw prsbivnlisos ; richtig: — nsiw o Vo prsbivswses. — 122. Lss rsstsso L s Ioäi in Lsmu so? Richtig wohl: wss rssts Lstoä, in osmu ss? Der Singular Lsioä wird auch collectiv gebraucht, während der Plural Lsloäi die einzelnen Eicheln be¬ deutet. — ks,K. 128. Voäs privrsss v bistrsm vrsieu ir rsmiss; richtiger: — irotbistsr vrsise. — ib. kotoir tsös v ä o t i n i; richtig — xo äoiini. V nssm ss vsssiiso ribios, in v s, nssAovib brsgiw rnstsso — ovsties; richtig — ob nssxoviw brsAib, oder einfach: o bnssw. — ksA. 124. Voäs nnm siuLi pri wuwi in prs-nsn; richtig: Voän nsm sluLi !ru- wnnss in prnnss. — ib. Läo oä vns — Wer von euch; richtig: Läo iLwsä vss. Oä iu partitiver Bedeutung ist im Slovenischen unbekannt; s. Miklosich Vergl. Gramm. IV. 528. — bnK. 126. IRäi po änsvu so ^vsräs 54 in V6Ä8I m 6866 NU nebu, sli m i jib 06 mo- 16M0 viäiti (richtig viäeti), b6r 80ln66 PI'6- 8r6tlo 8ij6. Statt des Pronomens j i ü ist das Substantiv rvorä zu setzen, da man ja den Mond bei Tage am Himmel sehen kann. Der zweite Theil des Satzes wird also lauten: — kli 2VSrä N6 IN0N6M0 viästi re., denn Nli ist hier nicht zu setzen, da kein Gegensatz vor¬ handen ist. — 126. vnavi toänii, 86 im6lluj6jo; richtig: vnovi V t6a§. 141. Uopa bo8cäa uajäo lopo we 8 t 0; dieser Ausspruch hat im slovenischen Volksmunde folgende Wort¬ stellung: Dopa b886cla lopo M88to najäe. — 142. V88, es ckorivis; richtig: die V68, al' äorivis, da dies ein Frage- und kein Bedingungssatz ist. IV. Lexikalisches. Bedeutungslehre. Sehr viele Mängel treten uns in der un¬ richtigen Anwendung der einzelnen Ausdrücke entgegen. Einerseits werden den Worten ost solche Bedeutungen unterschoben, die ihnen gar nicht zukommen, andererseits dialectische Aus¬ drücke gebraucht, denen in der Schriftsprache andere Bedeutungen beigelegt werden. Beim ersten Unterrichte ist es jedoch von der größten Wichtigkeit, daß den Schülern mit den Be¬ griffen und Gegenständen zugleich auch die Bezeichnungen derselben beigebracht werden; denn die Schule soll klärend, nicht verwirrend wirken. Wenn z. B. H. Karl Preschern die slovenischen Kinder lehrt, daß brin ovac den Wachholderstrauch, brinje dagegen die W a ch h o l d e r b e e r e n bedeutet, wie sollen sich da die Schüler aus dieser modernen Schule Mit den anderen Slovencu oder mit den Deut- 56 scheu, die slovenisch gelernt haben (jedoch nicht nach dem Lbsesllnile des H. K. Preschern), überhaupt verständigen, da diese bekanntlich mit brinovss den Wachholderbrannt- wein, mit b r i n s s dagegen den W a ch h ol¬ de r st r a n ch bezeichnen? Oder wenn der Ver¬ fasser unseres ^bsssänib im Satze: „V o I j s Ao- vsllina" (— „derOchs ist ein Rind") lehrt, daß ssovsäiiin „Rind" bezeichnet, der des Slove- nischen kundige Deutsche und der Slovene aber unter Aovsäina „Rindfleisch" verstehen, so wissen wir wirklich nicht, wie da eine Ver¬ ständigung erzielt werden sollte. Auf diesen Punkt müssen wir ein besonderes Augenmerk richten, und werden daher im Folgenden alle Mängel, die uns ausgefallen sind, der Reihe nach aufzählen. 18. Oolob Zoisi, richtig Zolob Zruli, wie es paZ. 100 steht. 61 o I öi in, Zol- sati (dialectisch Zusim, Zusati) heißt „reden". — OaZ. 21 und 111. Statt Livar setze man Icrojas, denn nur dies gibt genau das deutsche Substantiv „Schneider" wieder. — ?aZ. 27. ^amors — vermag; richtig: — mors tibo lioäiti. — ib. „bivali morsmo 7.a äslo in LivsL rabiti, nilear xa jib mueiti"; richtig: bivali s m g m o re., weil man im folgenden negativen Satze nicht „ns morsmo", sondern „ns smsmo" ergänzen kann. — kaZ. 30. 6a« bitro 7. bs-.i, richtig sas bitro mins, wenn man das Vsrbum psrksstivum gebrauchen muß, was jedoch an dieser Stelle unzulässig ist. LbsLnti heißt „sich flüchten", „die 57 Flucht ergreifen", und wird in der Be¬ deutung „vergehen, fliehen" (die Zeit vergeht schnell) nicht gebraucht. — 31. „6 Irena tsös mimo Oslovea". Elsaa ist das deutsche Glan mit slovenischer Endung; die Glan heißt im Slovenischen 6-1 ina. — kaZ. 37. Der Wörthersee bei Klagenfurt heißt wohl nicht „osiovsüo ss^sro". sondern „Vrbsko skrsro, nach Veda (Velden) benannt. — ÜriA. 39. „Uava so roka in tsos xo Ispi la- vaotiuski llolini". llava soll Wahrscheinlich den „Lavant"-fluß bedeuten. Der Namerava ist aus dem deutschen „Lavant" willkürlich gemacht. Im Slovenischen heißt der Lavant- fluß Uabocl (dialectisch Uabuä), und das Thal heißt daher richtig: Uabollska lloiina. — kaZ. 40. On (strast) nam llass Lslolls, richtig Lololl, weil der Singnral auch eine collective Bedeutung hat (— Eichelmast). — 44. LIsmsu. richtig Ulsmsut. — ?a°-. 46. 2vvn stuöi, richtig rvon lloni. — 47. Statt xismsus orks muß es heißen x i s u s örleo, da nur dies „Schriftbuchstaben" bedeutet; pismen heißt „schriftlich". — 75. „Der Onkel, strm, die Onkel, striom. Hier soll der im Slovenischen bestehende Unterschied vou s tri 6 und usso gemacht werden, und die Stelle soll lauten: „D e r O h e i m (des Vaters Bruder), strio; der Onkel (der Mutter Bruder), ns so. Man bezeichne also consequent mit s trio den Oheim, mit usso den Onkel; daher: strio ss clobsr — der Oheim ist gut (nicht der Onkel xax. 75). Darnach ist auch 58 die Stelle MZ. 109 zu berichtigen. — 75. Der Osten wird hier mit irlloä übersetzt; irboä bedeutet jedoch bei den Slovencu ge¬ wöhnlich den Ausgang, und dies liest man auch an den Bahnhöfen in Krain. „Osten" heißt virlioä" (— Aufgang) oder irton. — ib. „Das Auge, oko, die Augen oüosa". Statt des Plurals oöo8a ist das häufigere und ge¬ wöhnlichere „oöi" zu setzen; ooo8a kann in der Klammer beigefügl werden. — kaZ. 76 u. 82. H. Karl Preschern übersetzt die beiden deutschen Lubstantiva Rauch und Qualm mit äi m und macht zwischen ihnen keinen Unterschied, den wohl die Slovencu genau kennen, indem sie Rauch mit äiw, Qualm dagegen mit 5 lax bezeichnen. — 80. „Die Menschen ölovoki (ljuäjo)". Hier ist der äußerst selten gebrauchte Plural „elovoki" zu streichen und nur Ijucljo zu setzen. — 84 und 77. H. Karl Preschern macht keinen Unterschied zwischen Eule und Uhu, indem er beide mit «o VL übersetzt. Der Slovene nennt die Eule sova, den Uhu dagegen v j or (oder völilra übarioa), wie man dies aus Le- javoo Utioo ersehen kann. — kax. 84. „Der Ochs ist ein Rind" heißt nach Preschern's L.bo8 nn oprava" übersetzt Preschern fälschlich mit dem Plural „Z i m m e r g e r ä t h e". Richtig ist der Ausdruck „Zimmereinrichtung", slovenisch sobna oprava, da bisna oprava — „Hauseinrichtuug" bedeutet. — ?a^. 113. „V irbi — mora biti tuli rckrava sapa ali rraü ----- Im Zimmer — muß auch gesunde Luft sein". Hier ist saxa nicht am Platze, da sapa „die bewegte Luft, den Athem" be¬ zeichnet. Mau schreibe: rclrav vrckull all rraü. — ib. Lons isa --- Schaumlöffel; richtig psn- sonioa. — ib. Warum wird auf Seite 113 der Ausdruck „Speisekammer" einmal durch „sollilna sllrawba", einmal dagegen durch „sllrainba" allein wiedergegeben? Lbramba bedeutet das Behältniß, die Kammer, ohue Angabe, ob es für die Spei¬ sen oder für andere Dinge bestimmt ist. ?a§. 114. „V lllsvu stanusoso naZs äornaeo rivali --- Im Stalle wohnen unsere Hausthiere". Bei den Slovencu stan us oso (-- wohnen) nur die Menschen, nicht die Thiere, denn von diesen sagt der Slovenc, daß sie „v blovu bivaso oder pro bivaso". — — ka§. 114. Ra von svinsaüa, richtig rravon svinsalra. — I?aA. 115. „ILons in vol vloö sta vor in xluA ----- Das Pferd und der Ochs ziehen den Wagen und den Pflug". Hier hat H. Karl Preschern wiederum mecha¬ nisch aus dem Deutschen übersetzt, trotzdem der slovenische Satz vorangestellt ist. Der Sinn des Satzes ist im Slovenischen unrichtig ge- 65 geben, denn der obige deutsche Satz kann im Slovenischen nur heißen: „Louj iu vol vo/ita iu orjota", dagegen heißt: „llvuj iu vol v l s- öota vor iu pluß" soviel wie: Das Pferd und der Ochs ziehen jetzt den Wagen und den Pflug (z. B. vom Felde nach Hause), d. h. sie — sind eben mit dem Ziehen des Wagens und des Pfluges beschäftigt. — ?a§. 115. ?o 66 li biSi, richtig PO V8bj biKi. — ?»§. 116. divina v blovu jo tulila, besser rjula. denn volk tuli, živiua PK es ns 6. — ?a^. 117. „l>Ia ieoru raäouijo oißls iu xsvei /apojo" heißt nicht: -- und die Sänger singen, sondern „b e g i n n e n zu singen" oder „stim men ein Lied au". „Die Sänger singen" heißt nur „povei xojozo". — ?ag. 117. „kacl boäim v eöeleov le 8vsti masi iuäruAi službi ko/ji". Was soll der Zusatz heißen „iu äiuZi službi božji?" Jus Deutsche über¬ tragen: „Gern gehe ich in die Kirche zur hei¬ ligen Messe und zum zweiten (andern) Gottesdienste". Der Satz soll sloveuisch lauten: „liacl lloäim v eeekev k svoti masi iu Ir äru^im ko Lj im slu/bam" — ... und zu anderen gottesdienstlichen Handlungen, vder — iu sploll k službi božji — und überhaupt zum Gottesdienste. — Cax. 118. „V uslrtori vasi js tucli Zraä --- In man¬ chem Dorfe ist anch ein Schloß", richtig: V luaisiictsri vasi. — ib. „8lco/i vsaleo vas pöljö 668la ali xot --- Durch jedes Dorf führt auch eine Straße oder ein Weg". Im slove¬ nischen Satze fehlt die Partikel anch. — l^. 5 66 119. Voak 8tgL ima 8V0Z6 äobroto iv v 08 6 Is 3. Warum denn nicht „prisotnosti" statt des ungewöhnlichen Plurals vosolsa?" — ib. „Vrt so raräolssv v Arsäieo — Der Garten ist in Beete eingetheilt". Gleich darauf folgt der Satz: „Okoli Zroä 80 nasasovo zc. --- Um die Beete sind angepstanzt ^c." Statt ^> o- 6ioo im ersten Satze muß „Aroäo stellen; Weil Arsäioa, das Üomivutivum vongroäa Beet), das „Beetchen" bezeichnet. — ib. „?ri vrtvsiv plotu ivstoso tuäi vskatori ^rmi, ki nam äasosos o 6 Is l v s svZoäo. Im Garten- zauue wachsen auch einige Sträucher, welche uns eßbare Beeren geben." Richtig ist hier nur die Präposition ob, und statt soälsiv wäre u L it o v g e n ießbarzu setzen; also: Ob vitusm plotu längst des Garten¬ zaunes A. — 120. „Umot pravi, 6a 8 6- tsv äobro stosi", ist falsch übersetzt: „Der Landman» sagt, daß die Sache gut steht", richtig die Saat. ?aA. 122. Es lohnt sich der Mühe, den Leser besonders aufmerksam Zu machen, wie H. Karl Preschern folgenden deutschen Satz ins Slovenische übersetzt hat. „Der Haselstrauch trägt Haselnüsse, der Himbeerstrauch Himbeeren, der Brombeerstrauch Brombeeren und der Wach¬ holderstrauch Wachholderbeeren". Dieser Satz lautet in Prescherns Uebersetzung folgender¬ maßen: „Uöska QS86 losniko, mali vsak walivs, ostroLvik ostro Lvieo iv 8 m o- lovoo ali brivovoe brivso". Das Ver¬ bum V686M, V68ti ist in diesem Sinne ganz 67 unmöglich. Hätte der Verfasser nur das Wörter¬ buch von Jane-.iü eingcsehen, so hätte er ge¬ funden, daß tragen (Früchte tragen) ro- äiti, 8L6- eocknik neben den nach der deutschen Syntax construirten slovenischen Sätzen und Rede¬ wendungen auch deutsche Ausdrücke, sogenannte Germanismen, und slovenische Dialect- ausd rücke in großer Anzahl zu lesen sind. Es ist von selbst einleuchtend, daß dies in einem Schulbuchc nicht zulässig ist, wie wir schon oben bemerkt haben, und wir müssen ans pädagogischen Gründen darauf bestehen, daß Localismcn und Germanismen möglichst ge¬ mieden werden. Mau möchte kaum glauben, daß noch jetzt, wo sich die slovenische Schrift¬ sprache einer großen Correctheit und Reinheit im Ausdrucke erfreut, in einem für slovenische Kinder abgefaßteu Schulbuche sich Ausdrücke vorfinden, wie ckrat, Krikal, Klar, kalila, moralni, naKoijni, oblati R. Behufs größerer Uebersicht 73 wollen wir die Localismen und Germanismen im Folgenden zusammenstellen. ?aZ. 6 und 7. Nuuiei und muo sowie pLK. 8 und 9 m u e a sind zu streichen; in der Schrift ist nur maeka und maöiea zu ge¬ brauchen. — Vax. 34. Statt raftati, rechnen, ist i »Lu uiti im Gebrauch. Raftati, aus dem bairischen raiten entlehnt, ist in der Bedeu¬ tung „rechnen" auch deshalb zu meiden, weil es bei den Kärntner-Slovenen auch „glauben, denken" bedeutet; z. B. kaf raftaš --- Was meinst du? Wenn man für „Rechenbuch" den Ausdruck „raeuuiea" gebraucht, so muß man folgerichtig für „rechnen" das Verbum „raeuuiti" in Anwendung bringen. — 35. „Velikovec; leri v fuuski cloliui". Lsrati ist hier ein Germanismus -- liegen. Der Slo¬ venc sagt, wie dies die Volkslieder bestätigen, stofim, stati ---- stehen; daher Velikovec; stofi oder zs V äuuski äoblli. Ebenso paZ 39. Haberla vas stofi oder zs statt leti. — ?a^. 36. 2eta ist dialectisch statt äorska. — Rax. 37. „bla breZu o e l o v s k 6K» sereia so po¬ reče", richtig: „Ob Vrbskem fersru 80 ?o- reöe". — ib. dl» Listriei äslafo Lreblfe >2 6 rata, richtig ix Lies; «trat ist rein bäuerisch- slovenisch --- Draht. — ?a§. 38. korak ist die dialectische Aussprache, richtig korek. Wer korak schreibt, müßte auch .-astra statt sestra schreiben, was jedoch der Verfasser nicht thut. — RaZ. 39. Lira ist dialectisch statt klirabeta, wie es pa§. 31 und 44 steht. — La§. 39 und 124. Statt kamueuo 0Alfe 74 --- Steinkohlen schreibe „prsmoA". — ?sA. 41. Statt IsLiso ist richtig vssi sto- sjso. — ?SA 41. I)llsvitslllls---die Tage der Woche, richtig llnsvi v tsllnu. — ib. Imsnnsts össs llnsvs ----- die Zeiten des Tages, richtig llnsvns össs. — ?sA. 46. N jrarobls. Obisti ist das deutsche „hobeln"; die slovenische Bezeichunug lautet skodrati, daher: Ni^ar skoblss. —- ?sA. 74. „Visla, llilss" ist ein Germanismus; richtig llssks oder bl ans s. — ?SA. 76. Quirl, ro Alias, ist dialectisch; es so heißen motis vom Ver¬ bum inotsti sä, herumquirleii. — ib. 61s-, Als-, i ist ein grober Germanismus; kupiss genügt. — VsA. 77 und 121. Statt des dia- lectischeu olss schreibe ssläs, Erle. — VsA. 79, 80, 88, 103, 119. I^sAsis, nsASlsni für Nelke, Nelken ist ein grober Germanis¬ mus; man gebraucht allgemein klinaste, KI inski. — ?SA. 80. vrks ist neben Ista zu streichen, und xsA. 81 ist statt trkati das schriftgemäße letati zn setzen. — ?sA. 82. OllrsLtki rsstsso ----die Reiser wachsen, richtig: inlslliks rsstsso. Statt der Ueber- setzung: „Das Reis, ollrsstsk (mlslliks), die Reiser, ollrsstki" setze in Iall i ks, inls- lliks. — ?sA. Osäplsi, richtig ksm. s s ä- xlss: psA. 85 ssspsls, richtig esZpiss, wie es psA. 119 gebrancht wird. — ?sA. 87. Statt „I^isksr ss i^ ils; on ss ilovnat" ist wohl der Schriftsprache entsprechender! „von so ss in Alins; on ss Alins n": ilovnat heißt eigentlich „lehmig", z. B. 75 ta üömijg, jö üovuata. — ?8A. 90. Das Paar, par, richtig clrojiea (dvoss) — ib. „Imam dra para örsvijsv ---- Ich habe zwei Paar Schuhe." Richtig: Imam dvosö örsv- Issv, wie den Verfasser das Wörterbuch von Wolf-Cigale hätte belehren können. — 90. „Auch ich habe ein Beet -- 1'udi imam 6n o Arsdo"; richtig tucli M imam ^rsdo, weil „ein" nicht hervorgehoben wird. — 91 nnd 99. Statt tsvöb schreibe tau öl, da man ja auch nicht dsu, sondern dau schreibt. — ?aA. 92. Zucker, oulr 8 r, richtig 8 lad 1c o r. — I'aK-. 92. Ovsu ima ieri v 6 roAö; man sagt richtig: Oven ima revica ioZ6. daher auch das Adjectiv vitoro§. — 93. dla t-mioall ima (marka) s p i e a s to Icrswpljs, richtig o s trs krsmplso. —- ?riA. 93. Neben osni, osuti soll auch «tot, stoti stehen. — ?ag. 93. Cigarre, ei^ara («modka); hier genügt smod ha allein. — ?NA. 94. „Osut ima 8to Lilo -- Der Centner hat 100 Kilo"; richtig «to 1i! oder genau sto lilo^ramov. — kax. 94. „Der Arzt schrieb ein Recept ---- Zdravnik js pisal roospt". Hier sieht man die pädagogische Weisheit des Verfassers. Glaubt er denn, daß die slovenischeu Bauernkinder wissen, was ein Recept ist? Es kann natürlich eine deutsche Fibel ohne Fremdwörter nicht geschrieben werden, und da ist man der Mei¬ nung, mau müsse dies ebenfalls in einem slo- venisch-deulschen Lbsokduilc thun! Man sollte doch aufhören, solche Sätze auf eine so scla- vische Weise zu übersetzen und den slovenischen 76 Sprachgeist vollends aus der Schule zu bannen. Das Volk sagt: „Läiavuik ss ra pisal boluiku rckravilo", und wenn H. Karl Preschern im Deutschen geschrieben hätte: „Der Arzt verschrieb dem Kranken eine Arznei", so wäre er den Kindern verständlicher und hätte auch den Satz richtig ins Slovenische über¬ tragen können. — ib. „Der Bruder holte die Medicin" heißt nicht: „Lratss pi iuosol rckiavilo", sondern: »Llatsosol PO räiavilo". — 99. „Nor so sxieast iu ostoe"; statt des fremden Spielt würde sich empfehlen Itast oder silsat. — Auf paA. 105 ist I as- tamo zu streichen; es genügt das beigesetzte raouuimo. Ebenso ist es nicht nöthig zu schreiben: kaiuouüok all ssrifsl, sondern ka- mouöok allein, oder höchstens „kamen ösk ali pisalo". — ib. Statt ti u tu i k s ti u to dürfte man besser sagen: tiutuiksöiuilom. — ka^. 109. äeur i u i s IiK ita tuäi cloä o k iu babiea ----- Zur Familie gehören auch der Großvater und die Großmutter". In dieser Verbindung ist slišita ein grober Germanis¬ mus. Auch der Ausdruck cki urina ist, wie schon früher erwähnt, hier nicht richtig, da der Slovenc zur „ckiurina" auch die Knechte und Mägde, überhaupt das Gesinde rechnet. Ferner ist statt des Dcminutivum ckocksk das ge¬ wöhnliche ckock zu setzen. Der Satz soll lauten: „L rock bi ui piistovamo tuäi ckocka iu da bi 60 ---- Zur Familie zählen wir auch den Großvater und die Großmutter". — ib. „Ni¬ koli sich (stansov) uoaem rarraliti, cka boso 77 imeli v68«ljs naä monoj". Dieser Satz ist mechanisch dem Deutschen Hochgebildet ---- daß sie eine Freude über mich haben werden. Slovenisch richtig: rate da ms bodo vs8sli-. — ib. Statt „lspajan- kiea" soll man wohl den guten Ausdruck „lopo krilo«" gebrauchen; statt janka, j a n k j o aspricht man in vielen Gegenden krilo, krile«. — ib. Statt des 6sn. plur. LALN- kov schreibe LKanosv. — ?ag!. 111. „Obla- öila 8« nar«jajo w prta ali platna. Die Kleider werden gemacht aus Leinwand. I» 068«. «s dola prt? Woraus macht man die Lein¬ wan d? liatora oblaöila 80 narsjsna ir prta? Welche Kleidungsstücke sind aus Leinwand verfertigt?" — ?rt ist zwar in der Bedentung „Leinwand" in Kärnten gebräuchlich, bedeutet jedoch im Slovenischen allgemein nur „ein Stück Leinwand, das Tischtuch"; man setze daher statt prt an diesen Stellen und paZ. 121 das allgemein verständliche platno. — LaZ. 112. „Äa 80 pokrita L diljami — Der Fu߬ boden ist mit Brettern bedeckt", richtig r ä 68 Kami. — ib. „?so j« iri Stirivoßlatib kabsl 8«8>avljsna". Richtig — w ötirivoAlatib psonio, welcher Ausdruck ja doch allgemein bekannt ist. — ka§. 115. „?ri blsvu 8toji tudi Zupa. V Lupi imamo stsljo in voro". Statt Zupa, welches das deutsche Schoppen, Schuppen ist, schreibe kolnioa, das auch allgemein bekannt ist. — kaZ. 116. „Lvonik aii tu rsn". Der Ausdruck turon neben Zvonik ist unnöthig, und statt v rb turna schreibe vrli 78 Zvonila. — 1^9. Lorsoso (msrsliri): Möhren. Der Beisatz m 6 rslni ist überflüssig. — ib. „Lnöslnj^k jö poln s o ä o v ali panssv". Statt des Localismus sock setze man als; also: utsov all panj 6 V ^übrigens genügt ein Ans- druck allein. — LsZ. 124. ,409 QOLSM. — ?aZ. 8, 9 oai und Ulli nebeneinander, 119 QL unom, 121 unkraj; richtig ist oai, im oriom, 80 onlcia). — 15, 111, 128, 130, also vier¬ mal lesen wir po loti, dreimal dagegen po lotu (91, 102, 124). — Pass. 125, 126 po äuovu (dreimal), dagegen 112, 114, 136 und sonst po äuovi. — 19 keil»), pnA. 41, 125 Irän). - 21, 25, 26. 35 ras« (also viermaldagegen die Form mit 8t zwölfmal 08- 36, 46, 83, 90 bis 108, 119, 120, 121, 122 bis 134). — OuK. 21. Statt osO» er¬ warten wir e rocku, weil wir auch oroSn)» und örovol) lesen (45, 81). — 23 ist boA mit kleinem, ans pn§. 93 und 116 mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben. Es wird also paA. 23 boAL auszulassen sein, da die Schüler bis daher noch keine großen Anfangs¬ buchstaben gelernt haben. — 26. Statt tiö. tioi und 108 tioio ist ptio, ptiöi, xtiöio zu schreiben, da auf pu§. 101 ptio, 128 ptioo und 129 ptiozo geschrieben wird. — l>kss. 28 steht potvrLiß, puA. 119 dagegen xstoräil). — Auf ps.» 27, 74, 98 lesen wir nmMtzim, 45 m-i-Meuo, dagegen viermal ohne 6: muMnu (84, 87, 123, 139). - ?ux. 28 8powlaä, auf pu§. 41, 126, 127 pomluä. — 29 kviLlro 123 lcvislru, 134 lrvisbo. — 32, 113 bliro, 114 bliru. — ?LK. 30 moLlii, 111 moZlri. — 31, 88 sturöo, 77 stuiiäi (zweimal), 108 ot-uZsv neben sturisi, 137 oturäi neben oturisi, 109 sturitzor. — 35 poläuu, 41 pol 6 no in gleicher Bedeutung. — 38 8imou. 44 8imon, 140 8imou. — 41. Es werden die Formen butoriund Irtsri ganz vermischt nebeneinander gebraucht; 81 auf einer und derselben Seite liest man bald kateri, bald ktsri, z. B. 41, 122. Ebenso vsktsri neben irrt tari (118), dagegen N6- katsri neben ktsri (119), ebenso pag-. 113, 114. Es soll nur eine Form gebraucht werden, und zwar die kurze und einfache ktsri. — 41. Im Koo. sing. lsm. lesen wir v Katers), sonst wiederum j; po Ispi (paK. 39 und sonst). — ?a^. 45 und 127 ovstiioa, dagegen sechsmal svstisa (120, 132, 86, 90, 119, 120). — ?a§. 45 lesen wir p s k, dagegen 46, 93, 102 ps Kar. — ?aK. 45 — erL, dagegen xa§. 92 und 120 reL. — ?r>». 46. Das Verbum ubogati wird bald mit u (fünf¬ mal, pa^. 32, 106, 141, 88, 108) geschrieben, bald mit v (viermal pa§. 46, 109, 137 bis). — ?aK. 46 und 129 veter piss, dagegen paZ. 15 pikam; mau könnte überall pikam setzen, um so das Präsens von p i s s m (---- schrei¬ ben) zu unterscheiden. — OaZ. 83, 85 sssxisi, ssspsls, dagegen 119 e-ssplss, das erstemal männlich, dann weiblich. — ka§. 86 sksrsanso, 100 skorsanso, 127 Zkrganso. — ?a§. 87 suni, gnk, dagegen l26 suni), )uli). — ?aA. 87, 126 mesosv und mssea, dagegen pa§. 41 msseoev. — ?aK. 90 Qsnmtzrsos, 106 nenmrgoö. — ka§. 9l, 102 klaävo, 29 klaäivo. — kaK;. 93, o^ls. 98 oZIata, dagegen 19 und 18 vo^sl, 45 voZiato, 112 stirivoAlatik. — ka^. 100. Uati Kuka, psrs in sira, 110 mati ps- ssgo, 109 mati ns sm eso. — ?a§. 105 noi- tels vpraša, 138 nosnik v p ra Lago. — ?a§. 109 äeäsk, xa§. 17 äsä in gleicher 6 82 Bedeutung. — ?ag. 109, 120, 137 kaäar, dagegen 125 keäar (dreimal) und 128 Kellar. — ?ag. 110. Auf einer und derselben Seite lesen wir uaj uavalluisi nnd uajrllravejsa. — Oag. 116. Das Adjectiv ubog, ubogljiv wird wie ubogati bald mit n (pag. 19, 23, 134), bald mit v (116, 129, 132, 132) geschrieben. — ?ag. 116. 8kori liuo und gleich darauf skor vrata; 118 skori und 128 skor. — kag. 117. eerkov. sonst stets oorkov ohne Ac¬ cent. — ?ag. 123, 128, 130, 139 spot, 94 Lopot. — ?ag. 127 kukovoa, 19 kukovioa. — ?ag. 128 und 109 lesen wir kmalo, 138 und 139 kmali. dagegen 29 richtig kmalu. — kag. 122, 128 Lgubi, 138 rgubil, dagegen 141 j^gubljoua. — ?ag. 130 öro^ potok, und gleich darauf öov. brv. — ?ag. 136 ua «vit¬ lom, dagegen 108 svetlib, 126 prosvetlo. — kag. 136 pravijo oöo, und gleich darauf tako lopo He oös siua uöil. — ?ag. 137 mati joj roöojo, und weiter unten auf derselben Seite kaj so Hi llali; ebenso 139 6a Hi nikoli und kar «o HeH ukarali. — kag. 137 vsaki llau, 139 vsak llan. VII. Orthographie. Die slovenische Orthographie ist im ganzen sehr leicht, und trotzdem haben wir einige Ver¬ sehen und Mängel in Preschcrn's ^beoolluik gefunden, die wir richtig stellen wollen. kag. 9. Bei Qs-vo ist der Bindestrich falsch, weil diese zwei Worte nicht zusammengeschrieben werden. — kag. 29 gristi, richtig gristi; ib. gvHiti, 83 richtig Zaiti. — ?sZ. 30 moLko, richtig mosko. — ?sZ. 35, 36. -V ^uuski äoiiui ist groß zu schreiben: V öuuski lloliui, im Jaunthale; gewöhnlich sagt man ?oll sanska llolina, weil es die Gegend unter dem Jaunstein: koä Onno bedeutet. — OaZ. 37 kolak, richtig Loisak, ebenso paZ. 38. — ?aZ. 38, 40. Statt rožna llolins. schreibe kožna dolina. — ?aZ. 40. Statt Iramborski Zrad schreibe kuinbsrSki Zraä. — ?aZ. 41. Statt ssvsrsa ist richtig sovoru. — ?aZ. 45 6 rž, und 92, 120 rož ist falsch statt 1'2; ebenso 93 ir roži, richtig ir; rži. — k-i§. 46 diisi, richtig bliZöi. — ?aZ. 78, 98 sabia, richtig sablja. — kaZ. 79, 80, 101, 122 ZnHskdo, Kll^sr.äiti, richtig ohne.s: Zuor.äv, ZnorMiti. — 9aZ. 83, 85, 87. 100 VMno, richtig usams. — ?aZ. 84 Zlodavka, richtig Zloäalka; ebenso 85 rsdivon, richtig rsäilsn. — ?aZ. 87, 89, 122 lovos strola, richtig strsHa. — OaZ. 87 suni und sali, richtig sauis und sulis, da der Genitiv junija und julija lautet. — OaZ. 89, 108 voöi, jetzt allgemein vsöji, wie es auch xaZ. 116 und 119 steht. — ?aZ. 90 uoawtzrsoö, richtig nsumrjoö ; ebenso ist falsch PLZ. 32 ^aderŽL., 91 Zodsrnjati und 94 kerLSanski, da im Slovenischen das voca- lische r conseqnent ohne 6 geschrieben wird. — kaZ. 92. Statt ladja schreibe ladija. — ?»Z. 98. Statt oZolj (Kohle) ist oZsl zu schreiben. — 9aZ. 109. Die Partikel aas wird vom Comparativ nicht getrennt, daher falsch aas inlajLi, aas navadnisi (NO). — OaZ. 113 burklo, richtig burkljs. — 1'aA. 114 und 117. 6* 84 Statt psrutnina schreibe xorotnina, weil es von psiot abgeleitet wird; statt ornanassso ist rich¬ tiger ornanzusaso, und statt vaeillals muß vsesicksl geschrieben werden. — l2t. I^sxo rslono listss, richtig lopo, rolono listso — schönes, grünes Laub. Ebenso fehlt der Beistrich MA. 123 nach dem Satze „v potok tsesso potoki", und xajL. 188 nach „Lia 8om po poli" ; ferner auf xa§. 127. 129, 140. — lllrK. 125 Lslo, richtig rolö. — IchA. 126 ^bnckiso, 134 richtig vribuckiso, uZanka. VIII. Druckfehler. Zuletzt wollen wir noch die Druckfehler, deren es eine ganz stattliche Reihe in diesem Lboescknik gibt, richligstellen. Auf xn§. 22 steht rolsLo, richtig tolsto; 35 äuovni, r. ckusvni; 75 nach voso fehlt der Strichpunkt; ebenso nach mravlso. — 80. Lvolsa dürfte auch ein Druckfehler sein statt des richtigen Zivils 8, (wie 79). — llaA. 107 na glavni, richtig na Klavi. — 107. Statt den Rücken und den Bauch lies richtig der Rücken und der Bauch. — 107. Lako ss imenusoso oclprta roka? richtig: llako so iinonuss ockprta roka? — 108, Zeile 1 und 2. Statt der Fragezeichen ist in der ersten Zeile der Punkt, in der zweiten das Ausrufungs¬ zeichen zu setzen; — 111 potrsbusowo, richtig potrobusomo; — ib. toplsssi, r. toplchsi; — 8ukusa, richtig 8 ab na von sukno. — 112 V8ö to rsei 8ll, r. 80. — ib. Ich Zimmer, r. Im Zimmer. — 113. V Kullins ss oAnsiZöo, 85 richtig: V leubiusifs oxoMes. — 115 lerava in leo^a — die Kuh und die Ziegen, r. die Kuh und die Ziege. — ib. i^ kators 8U ususs äsla, richtig is katsro 8« usnso äöla. — ib. Zummo, richtig xumno. — 116 bso, r. lliZo. — ib. Liäana, r, riiäaria. — 117 die Toden, r. die Tobten. — ib. va8 mwo, r. va8 nimn..— 119 povsoä, morn; richtig xovsoä mora, ohne Beistrich; ebenso ist falsch pa§. 122 briaovso, driass. — ib. vszöi äsl, richtig voöfi äol. — 120 polivati, r. polivati. — alrov, r. aleo. — 122 A08dns, r. Av^äos. — 124 potrobna, r. potrebna. — 126 imonufsjo 80, r. irnsnussso 86. — 128 romlso rodovitno, r. romlso rodo¬ vitno. — 138 llalrse, r. «labsv. — 139 sollro 8pi86, r. sol8les 8p!8S. — 140 na vrtn, r. na vrtu; ib. nobdo mi ^o — poälrodoval, r. noledo mi ^6 poZbodoval — ib. rp07.nas, r. 8pornaf. — 142. Llati Oas, r. Aati öas. ——- Aus diesen Bemerkungen dürfte es zur Genüge herdorgehen, daß unser anfangs aus¬ gesprochenes Urtheil über den Lboeodnilr des H. Karl Prcschern begründet ist. Es hat sich herausgestellt, daß diese slovenisch-deutsche Fibel mit zu geringer Sprachkenutniß und zu wenig Sorgfalt abgefaßt wurde, und daß sie einer eingehenden Correctur bedarf. Das slovenische Sprichwort sagt: „Vso oöis voö vidi" (— mehr Augen sehen mehr), und dieser Meinung hul¬ digen auch wir. Ein Mann, der sich längere Zeit, als es uns gegönnt war, praktisch mit dem ^bsaslluik befaßt, dürfte gewiß noch manches, abgesehen von der methodischen Seite, darin finden, was einer Verbesserung nöthig wäre. Trotzdem glauben wir aber, daß, wenn der Verfasser nur die von uns anfgedcckten Mängel und Fehler im Buche beseitigt, wir schon dadurch der guten Sache genützt und so unseren Zweck erreicht haben. Bei der Heraus¬ gabe von Schulbüchern durch den k. k. Schul¬ bücherverlag ist es eine althergebrachte Sitte, daß die Manuscripte vor der Drucklegung von Fachmännern geprüft und begutachtet werden. Ob dieser slovenisch - deutsche Lbaeellaill des H. Karl Preschern einem Fachmanns und Kenner der slovenischen Sprache zur Begutachtung vor¬ gelegt wurde, wissen wir nicht. Soviel können wir jedoch behaupten, daß, wenn dies geschehen, derRecensent seine Pflicht nicht gethau hat oder nicht die Fähigkeit dazu besaß. Daher ersuchen wir die hohe Uuterrichlsbehörde, sie möge auch auf den vorliegenden slovenisch-deutschcn esäuile ihr Augenmerk richten und falls sie unseren Ausführungen nicht glauben schenken sollte, dieselben durch gewiegte Kenner der slo¬ venischen Sprache prüfen lassen. Zu dieser Bitte fühlen wir uns umsomehr gedrungen, weil der Lboeacluile vom k. k. Schulbücher¬ verlage verlegt wird und unsere armen Leute gezwungen sind, denselben für ihre Kinder zu kaufen.