7 Dr. Karl Hinterlechner. Ueber neue Einschliisse fremder Gesteine im Nephelin-Tephrite des Kunčtitzer Berges bei Pardubitz in Bohmen. Der Autor der vorliegenden Zeilen hatte hier, sowie auch an- deren Orts 1 ) bereits Gelegenheit, Einschliisse verschiedener fremder Gesteine aus dem Nephelin-Tephrite des im Titel angefiihrten Berges anzufiiliren, beziehungsweise zu beschreiben. Den alteren Arbeiten ist zu entnehmen 2 ), dass das Magma, aus dem unser Nephelin-Tephrit hervorgegangen ist, bei seinem Hervor- quellen aus der Tiefe Planerstiicke, Sandsteine, Kalkkugeln, Quarzit- stticke, ein Schiefergestein, eine Minette und eine Granitit-Probe in sich aufgenommen und wenigstens einige davon zum Theile ver- andert hat. In neuester Zeit wurden nun bei den Steinbruchsarbeiten dort- selbst wieder einige interessante Funde fremder Gesteine im Nephelin- Tephrite gemaeht 3 ), die die alteren Angaben theils bestatigen, theils aber auch vervollstandigen. Nachstehende Zeilen seien speciell den letzteren gewidmet. I. Feinkorniger rother Sandstein. Derselbe ist makroskopisch feinkornig. rotil gefarbt, deutlich ge- schichtet und aussen von einer Calcit-Schichte uberzogen. An einer Stelle wurden Natrolithnadelchen beobachtet, deren Formen bereits angegeben tvurden 4 ). Stellenweise haftet an dem knollenformigen Stilcke noch der Nephelin-Tephrit daran. Die paragenetische Reihe fur die secundaren Bildungen ist: Natrolith, Calcit. U. d. M. verrath ' sich das Gestein eigentlich als eine Mikrobreccie, die wesentlich aus Q u a r z kornern und \venigen thonigen und sehr fein vertheilten limo- nitischen Bildungen besteht. 2. Rothlich hellgraues, mittelgrobkorniges Grauwacken-Conglomerat (Breccie). Dieses Belegstiick unterscheidet sich vom voranstehend ange- fiihrten Handstiicke durch die grosseren Dimensionen der zumeist eckigen Quarzkorner, welche den grossten Antheil an der Zusammen- setzung des Gesteines nehmen, durch die hellgraue Farbe, die local ‘) a) „Vorlaufige Mittheilungen (iber die Basaltgesteine in Ostbohmen*. Verhandl. d. k. k. geol. R.-A. 1900, pag. 110—118. — b) „TJeber Basaltgesteine aus Ostl>8hmen“. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. 1900 , pag. 469—526 und Tafel XXI. — c) „Granitit als Einschluss im Nephelin-Tephrite des Kunštitzer Berges bei Pardubitz in Bohmen 11 . Verhandl. d- k. k. geol. R.-A. 1901, pag. 173—176. 2 ) a) pag. 114; b) pag. 495—497 und der Arbeit sub c). 3 ) Als Sammler derselben hat sich friiher, sowie auch in dem Falle der Lehrer von KunStitz, Herr Sluga, besonders verdient gemaeht; ihm sei deshalb an der Stelle dafur der beste Dank ausgesprocben. 4 ) cf. oben sub b, pag. 493. 188 Verhandlungen. [ 2 ] einer rothlichen bis fast braunen den Platz macht, ferner durch den absoluten Mangel einer Schichtung und endlich aueh durch das Auf- treten alterer G esteine als Bestandtheile des vorgelegenen Brockens. U. d. M. zeigt sich das Gestein im wesentlichen als aus eckigen und untergeordnet runden Quarzkornern und einzelnen Geroll- stiickchen eines Quarzites (oder Grauwacke) zusammengesetzt. Das Bindemittel ist M us c o vit und authigener Quarz. Wir durften wahrscheinlich nicht fehlgehen, wenn wir dieses Stiick als ein c am¬ il rise h es 1 ) Grauvvacken-Conglomerat oder als einen G r a u- wackensandstein auffassen. 3. Hellgrauer, feinkorniger Grauwacken-Sandstein (Breccie). Die Gestalt des vorgelegenen Stiickes ist gross knollenfdrmig, die Structur feinkornig, die Farbe hellgrau, bei der Behandlung mit kalter HCl verrath sicli ein deutlich erkennbarer Calcitgehalt, Quarz ist dagegen schon mit freiem Auge sehr leicht erkennbar; an einer Stelle war ein dunkelgraues Kom eines anderen Gesteines (ein Sandstein, eine dunkle altere Grauwacke oder Lydit ?) zu beobachten. U. d. M. erweist sich das Gestein als aus zumeist eckigen Quarz-Bruchstttcken, ebensolehen Calcitbrocken, sehr wenigem Muse ovit und einzelnen Gerollstucken eines sehr feinkornigen Sandsteines (Grauwackensandstein, Lydit ?) zusammengesetzt; als Bindemittel tritt entvveder Calcit auf oder es fehlt ganz. Sonst ware nur noch der thonigen und bituminosen unwesentlichen Beimengungen zu erwahnen. 4. Kaolinischer Sandstein. Das dicht bis feinkornig struirte Belegstiick ist hellgrau gefarbt, im Querbruche infolge einer parallelen Anordnung bituminoser Ele¬ mente (?) scheinbar schiefrig struirt, beim Anhauchen nimmt man einen intensiven Thongeruch wahr, bei der Behandlung mit verdunnter, kalter HCl erkennt man einen sehr grossen Kalkgehalt. U. d. M. erkennt man regellos gelagerte, unregelmassig be- grenzte Quarz- und Feldspathkorner neben secundiirem Calcit und Kaolin und bituminosen (?) Beimengungen als Elemente dieses Gesteines. Die letzteren erscheinen auch u. d. M. wie lagenweise dem Gesteine eingefugt, daher die schiefrige Structur. 5. Cordierit-Granit. An den vorgelegenen Stiicken haftet noch ganz allgemein der einschliessende Nephelin-Tephrit, wobei der Verlauf der Grenzlinie ein sehr scharf gezeichneter ist. Das eingeschlossene Gestein ist grobkornig struirt und scheint auf den ersten Blick nur aus Feld- ') Autor liat bei Gelegenheit der Ausarbeitung einer Publication, die dem- nachst in unserem Jahrbuche verijffentlicbt wird, Sandsteine und Grau\vackensand- steine aus dem westbohmischen Cambrium geseben, die unserer Probe sebr alm- licli sind. [3] Bericht vom 31. Mai. Dr. Karl Hinterlechner. 189 spathbildungen zu bestehen. Neben der grobkornigen ist auch eine gewisse zellige Structur zur Ausbildung gelangt. In den Hohlraumen derselben ist es nachtraglich zur Ausscheidung verschiedener secun- diirer Producte zeolithischer Natur in Gestalt feiner Aniuge und Ueberziige gekommen. U. d. M. ist, wie es s ekon makroskopisch zu erkennen getvesen war, die Grenze der beiden Gesteine eine sehr scharfe, ohne welche Uebergange. Die Augite des Nephelin-Tephrites sin d an den Ein- schluss so angeschossen, dass sie im Schliffe senkrecht oder nahezu senkrecht zur Oberflache des letzteren zu stehen kommen. Es ist deshalb ganz zweifellos, dass man es hier mit einem Einschlusse, nicht aber mit einer etwaigen Schlierenbildung zu thun hat. Dafiir spridit auch die Mineraleombination, die constatirt werden konnte, und vor allem das massenhafte Auftreten des Cordierites. Dieser herrscht im Einschlusse und erscheint, nur von ivenigen Ausnahmen abgeselien, unregelmassig begrenzt und farblos. Als Beweis fur dessen Auftreten konnen folgende Beobachtungen angefuhrt werden. a) Ein undeutlieh leistenformiger Querscbnitt loscht beztiglich einer sehr vollkommenen Spaltbarkeit, die (wie wir sehen werden) als || (100) angenommen werden muss, gerade aus, parallel zu dieser Spaltbarkeit liegt die Axenebene und die Axe der grosseren Elasticitat unseres Sehnittes, mithin a, senkrecht dazu b; der in Rede stehende Schnitt war mithin 1 c. Die beobaditete D i sp er si o n war disym- metrisch, und zwar u > p. b) Ein zweiter, ganz unregelmassig begrenzter Querschnitt wies zwei Spaltsysteme auf, die bezuglich ihrer Giite zumindest nicht sicher von einander zu unterscheiden waren, als sehr vollkommen zu bezeichnen sind und einander unt.er nchtem Wiukel trafen. Die Ausloschung war auch hier gerade, pavallel zu einer Spaltrichtung lag die Axenebene und c, parallel zur anderen b, und der Schnitt mithin 1 zu a. Mit Hilfe der Klein’schen Lupe mit Mikrometer wurde naeh der Methode Prof. Beeke’s ] ) der scheinbare Axenwinkel 2 E in diesem Schnitte mit 74° 4' bestimmt, vvahrend 2 E bei An- wendung der Sch warzmann’schen Axenwinkel-Scalen in demselben Schnitte einem Winkel von 70°—76° (bei mehreren Messungen) gleich- kam. Der optische Charakter ist negativ, der Brechungsquotient gleich jenem des Quarzes, von dem er ohne genaue Studien nicht zu unterscheiden ist. Pleochroitische Hofe oder Absorptionsunterschiede waren nicht zu beobachten, die Zersetzungsproducte oder Einschlusse (?), dunkle, staubartige Bildungen, konnten nicht gedeutet werden. Summiren wir alle Beobachtungen, die an den genannten zwei Durchschnitten gemacht vvurden, so sehen wir, mit Ausnahme einer, alle wesentlichen Eigenschaften des Cordierites hier vereinigt. Die beiden sehr vollkommenen Spaltbarkeiten, die doch mit Riicksicht auf die sonstigen Erscheinungen sicher zwei verschiedenen Systemen an- gehoren, konnen namlich nur als Spaltrisse nach (010) und (1001 auf- gefasst werden, obschon in den mir zur Verfiigung gestandenen Hand- *) „Klein’sche Lupe mit Mikrometer 41 , Tschermak’s Min. u. Petr. Mitth., 14. Bd., pag. 375—378. Verhandlungen. 190 14 ] biichern nirgends eine sehr vollkommene *) Spaltbarkeit nach (100) angegeben erscheint. Ausser Cordierit, der in grosster Menge unter allen Elementen auftritt, findet man haufig mikr o k linisch gestreiften Feldspath, einen Plagioklas, der auf Grund einer Schiefen-Messung auf M (010), die + 18° 45' betrug, fiir Albit gehalten werden diirfte, Zirkone (zwei Durchschnitte) und ein Erz (Magnetit). Einigemale wurde eine Art schriftgranitischer Verwachsung von einerseits Plagio¬ klas und andererseits Cordieritoder * 2 ) Quarz beobachtet. Q u a r z konnte als Gemengtheil selbst mit Hilfe der Flussaureatzung und Tinction mit Anilinblau nieht nachgewiesen werden. Der Feldspath ist deutlich zersetzt, und zwar in Museovit und Kaolin; sonstige secundare Bildungen sind noch Calcit (tvenig) und etwas Limo nit. 6. Biotitfiihrender Granodiorit. (Contactmetainorpher Granitit oder Biotit-Diorit.) Der Einschluss erreicht fast Faustgrosse, ist vom Hauptgesteine scharf begrenzt, d. h. man kanu tveder makroskopisch noch u. d. M. irgendtvelche Uebergange erkennen; die Farbe ist grau, Biotitan- haufungen fiirben das Gestein dunkel; ausser diesem Minerale ist mit freiem Auge nur noch der stark kaolinisirte Feldspath zu erkennen. U. d. M. erweist sich das Gestein als aus Or th o k las, M i k r o k 1 i n, B i o t i t, A u g i t, Magnetit, Cordierit, Z i r k o n und Glas zusammengesetzt; als secundare Bildungen treten C a 1 c i t, Kaolin und Glimmer auf. Die Formen der einzelnen Elemente sind stets ganz unregelmassig. Ein als Orthoklas gedeutet.er Durehschnitt loschte bezilglich einer sehr vollkommenen Spaltbarkeit (nach M [010]) gerade aus; die Axen-Ebene lag parallel zu den Spaltrissen derselben und halbirte den Winkel von 104° 10', den zwei andere als vollkommen zur Aus- bildung gelangte Spaltsysteme (|| [110]) einschlossen. In der Richtung der Lage der Axen-Ebene tvurde die Axe der grosseren Elasticitat des Schnittes, mithin a beobachtet, in der Richtung senkrecht dazu b. Der Schnitt war also 1 zu c getroffen und die Axen-Ebene liegt im Minerale demnach in der Symmetrie-Ebene 3 ). Orthoklas, sowie Mikr okli n, der nieht sehr haufig vorge- legen ist, erscheinen der Hauptmasse nach in K a o lin und G li m m er umgewandelt; ineinem unbestimmbarenFeldspathe wurde auch Calcit beobachtet. Der B i o t i t, ist nach dem Feldspathe im Gesteine in grosster Menge vorhanden. An ihm bemerkt man (besonders deutlich in jenen Partien, die an den Nephelin-Tephrit unmittelbar angrenzen) J ) In Hintze’s „Handbuch der Mineralogie", II. Bd. 1897, pag. 919 wird eine uuvollkommene Spaltbarkeit nach (100) angegeben; sonst wird aber eine solehe nieht einmal envahnt (cf. R o se n b us c h, Weinschenk). 2 ) Wegen der Kleinheit und Aehnlichkeit dieser Bildungen war die Natur dieses Minerals nieht bestimmbar. 3 ) cf. Rosenbusch, Physiog. Bd. I., pag. 634, Fig. 218. Bericht vom 31. Mai. Dr. Karl Eunterlechner. 191 M Corrosionserscheinungen, denn er uragibt sich dortselbst mit einem Mantel von griinem Augit und Magnetit. Der Augit ist nur im obgenannten „Mantel“ angetroffen worden; er tritt da in kurzleistenformigen, griinen, schwach pleochroitischen, aber stark doppelbrechenden und mit der krystallographischen c-Axe haufig parallel geordneten Durchschnitten auf. Der C or d i er it zeigt gleiche Eigenschaften, wie sie oben sub 5 angefuhrt erscheinen. Der Zirkon wurde nur zweimal in unregel- massigen Schnitten beobaehtet; der Magnetit ist wie gewohnlich ausgebildet. 7. Granodiorit. Makroskopisch ist der Einschluss weissgefarbt, kaolinartig zersetzt, farbt ab, ist vom Nephelin-Tephrite scharf geschieden, zeigt aber in den randlichen Partien eingedrungene Reste desselben, da das Magma alle Unebenheiten ausgefullt zu haben scheint. Von sauren Schlieren unterscheidet er sich besonders durch seine Farbe und durch den Umstand, dass man von ihm das einschliessende Gestein loslosen kann, wie eine Nusschale vom Kerne, wahrend dies bei jenen nicht der Fali ist. U. d. M. ist die Grenze zwischen dem Nephelin-Tephrite und dem Einsehlusse eine sehr scharfe. Wie immer in derartigen Fallen, so erkennen wir auch hier langs derselben eine Augitanreicherung im Vergleiche zu Partien des normalen Gesteines. Haufig ist in diesem speciellen Falle eine der Grenzlinie parallele Anordnung der Augit- leistchen erfolgt. — Der Mineralbefund ist folgender. Als wesentliche Gemengtheile wurden erkannt: Feldspath, und zvvar A Ib it sicher; sein optischer Charakter war positiv, die Ausloschungsschiefe auf M (010) betrug + 12° 30'; wahrscheinlich diirfte auch Orthoklas dabei sein und ferner Quarz. Durch die hohe Temperatur des Magmas wurde der Feldspath partiell umgeschmolzen und theihveise in ein farbloses Glas, theilweise aber in Cordierit umgewandelt. Die Structurausbildung ist allotriomorph. 8. Amphibol-Minette. Makroskopisch sind diese kaum nussgrossen Einsehlusse als sehr biotitreich und deshalb als dunkelgrau gefarbt zu bezeichnen. U. d. M. bemerkt man infolge magmatischer Corrosion zumeist stark angegriffene Biotit-Durchschnitte mit graugrunen Pyroxen-Manteln; un- regelmassige, local leistenformige A m p h i b o 1-Quersclmitte, Magnetit und zwischen ali’ diesen Mineralen als Kitt ein farbloses Glas. Bei Amvendung des Gyps-Blattchen Roth 1 verrath das Glas an einzelnen Stellen eine schwache'Doppelbrechung;_ zumeist ist es jedoch isotrop. Als secundare Bildung findet sich Calcit. Minette-Einschliisse wurden vom Autor bereits anderen Orts x ) erwahnt. *) cf. oben b pug. 497. 192 Verhandlungen. [ 6 ] In geolog.-palaeontolog. Riehtung ist schliesslich folgende brief- liche Mittheilung, die ich Herrn Prof. J. J. Jahn verclanke, niclit uninteressant. „In Sezemitz (Sezemice)“, ONO von Pardubitz, „hat man anlasslich einer Brunnengrabung in den Mergeln der Priesener S c hich ten ein schones Exemplar von dem Ammoniten Schlonbachia tricarinata d’Orb. gefunden. Derselbe Ammoiiit wurde aber auch im gefritteten Planer 1 ) ara siidl. Abhange des Kunetitzer Berges, unter dem Tburme, gefunden.“ Diese Thatsache verdient insoferne besondere Beachtung als zwischen den beiden Localitiiten ein betr&chtlicher Hbhenunterschied zu constatiren ist. Man vergleiche dies auch mit der Angabe, die der Autor (auf Seite 476) in seiner unten sub 1 citirten Arbeit anfiihrt. Von den ubrigen Funden kommt fur uns nur noch folgender besonders in Betracht. Der erste Lavafun d 2 ) findet nun durch einen neuen seine Bestatigung. Es liegt uns ein StUck vor, dass direct von der Oberflache des Ergusses herrtihren muss, denn man sieht daran noch ganz deutlich die Erstarrungskruste mit ali’ ihren Wulsten, un- regelmassigen Spriingen, Klilften, Hohlungen und Zacken. Eine hell rothbraune, schalig struirte und erdig brechende, sehr leichte und Wasser begierig aufnehmende Masse, die als Einschluss vorgelegen ist, gehort der Kaolin-Gruppe an und diirfte vielleiclit als Hypoxanthit anzusprechen sein. Vielleiclit ist dieser Einschluss auch nur eine secundare Hohlraumausfullungsmasse. Geologische Schlussbemerkungen. Betrachten wir nebenstehendes Profil, das der Arbeit J. J. J ahn’s entnommen 3 ) wurde. Wir sehen da den ganzen Schichtencomplex, aus dem der nordliche Abhang des Eisengebirges aufgebaut ist, von SW nach NO einfallen, und ivir konnten mit Rucksicht darauf mit Krejči vermuthen, „dass die altpalaeozoischen Schichten des Eisengebirges NW von Elbe-Teinitz, wo sie unter jungeren Bildungen der Kreidedecke des Elbthales verschwinden, auch vveiter nach NW in der Fortsetzung ihrer Streichungsrichtung im Eisengebirge unter jungeren (permischen und cretacischen) Bildungen vorkommen“, wie sich Jahn ausdriickt 4 ). Wenn wir \veiter auf Grund der alteren Arbeiten, wie der eben angegebenen des Herrn Prof. Jahn, bis jetzt fur ein z e ln e Sehichtglieder m it B e s ti m m tli e it annehmen konnten, dass sie unter dem Boden von Pardubitz vorkommen, so konnen wir von nun an mit Rucksicht auf unsere oben beschriebene Gesteinsreihe fast fur ali e Glieder des Profils zumindest glaubwiirdige Belegstucke aus der Gegend von Pardubitz anfuhren, die fiir obige Auftassung sprechen und die alle voin Magma, aus dem ’) cf. hier pag. 187, Fussnote 1 a), pag. 475—478. 2 ) cf. pag. 187, Fussnote 1 c), pag. 173. 3 ) J. J. Jahn, „Basalttuff-Breccie mit siluriscken Fossilien in Ostbohmen 11 . Verhandl. d. k. k. geolog. R.-A. 1896, pag. 454. 4 ) Ibidem wie Profil, pag. 458. [ 7 ] Bericht vom 31. Mai. Dr. Karl Binterlechner. 193 Fig. 1. Ideales Profil vom nordl. Abliange des Eisengebirges iiber die Kreideformation in der ostbdlmiiscUen Elbethalniederung sammt den Basalteruptionen und Brunnenbolirungeii. M "S Xi O S s s u rd o M J H CQ bDg 2 $5, S -a o M •d bD d d C V ^ 1. Thonschiefer mit Kieselschiefer (Lyditj nnd Quarzit. 2. Quarzconglomerat, quarzitiscker Sandstein. } Praecambrium (Etage B). Untercambrium (= Tfemošna - Con- glomerat., Etage C). 3. Blaulicher nnd grunlicker Thonscbiefer mit Gramvacken- Sandsteineinlagerungen. 4. Schwarzer Thonschiefer = (Rokycaner Schichten). 5. Grauer Quarzit mit Scolithusrbhrchen = (Drabover Schichten). 6. Sckwarzer Thonschiefer und grauer Grauwackenschiefer mit zahlreichen Fossilien = d z + 4 (Trubiner und Za- hofaner Schichten). 7. Grauer Quarzit = d t ? (Kosover Schichten). 8. Schwarzer Kalk mit Crinoidenresten und Orthoceren. 9. Weisser Kalk mit Crinoidenresten, Brachiopoden und Korallen. 10. Cenomane Stufe (Perutzer und Korycaner Schichten). 11. Weissenberger (und Malnitzer) Schichten. 12. Teplitzer Schichten. 13. Priesener Schichten. Mittelcambrium (= Skrejer und Jinecer Schiefer, Etage C). Untersilur (Etage V). Obersilur (Etage E). Hercyn (Etage F). Obere Kreide. K. k. geol. Reichsanstalt. 1902. Nr. 7. Verhandlungen. COBISS 194 Verbandlungen. Pl der Nephelin-Tephrit des Kunetitzer Berges hervorgegangen ist, zu Tage gefordert worden waren. Noch mehr, \vir sind berechtigt anzu- liehmen, dass auch die krystallinischen Glieder des Eisengebirges selbst unter den Einschliissen im 'Nephelin-Tephrite ihre Vertreter liaben. Fiir diese Annahme spricht sowohl der seinerzeit vom Autor be- schriebene Granitit und die Minette, als wie auch unsere obigen Proben: Cordieritgranit, biotitfuhrender Granodiorit, der Granodiorit sub 8 und die Amphibolminette, da schon Rosiwal 1 ) aus dem Eisengebirge Gesteine beschriebeu bat, von denen wir annehmen konnen, dass sie durch contactmetamorphe Einwirkung eines Magmas solche Mineral-Combinationen aufvveisen, also einer derartigen Um- wandlung fahig sein durften, wie sie an unseren Stttcken beobachtet werden konnen. — Vorstehende Angaben erscheinen auch in slove- nischer Sprache in den Publicationen der konigl. bohm. Gesellschaft der Wissenschaften in Prag. 1 i v Der Eibedurchbruch durcli das Nordwestende des Eisengebirges bei Elbeteinitz. w Verhandl. d. k. k. geol. H.-A. 1900, pag. 151 — 177. o NARODNA IN UNIVERZITETNA KNJIŽNICA 00000503127 Verlag d. k. k. geolog. Reichsanstalt, Wien, III., Rassumoffskygasse 23. Gesellschafts-Buchdruckerei Briider Hollinek Wien III., Erdbergstrasse 3. \