Geschichte d e r HtrzogthunrS Krain d er GebietheS von Triest «ud d r r Grafschaft G i r j. / - (!« A.' W°°W^ «.«. i. st.,.» (-2 L L W Wien, iw Verlage der k. k. Schulbücher-Verschleiß -Administra- tiou bep St. Anna in der Johannis-Gassr. i 8 r 5. H. Kram, Triest und Görz vor und unter der Römischen Oberherrschaft. Von den ältesten Zeiten bis zur Ansiedlung der Slawen, bis j. J- S5«. i) Die ältesten uns bekannten Bewohner des heu¬ tigen Kram, Triest und Görz waren die herein reichenden Karnier, Noriker, Japoden, Jstrier und Liburmer; ihre ältesten Städte Tergeste und Emona. heutige Herzoglhum Krain, das Gebieth von Triest und die Grafschaft Görz waren in den ältesten Zeilen keine für sich selbst bestehende geschlossene Lander oder Bezirke, son¬ dern sie waren von mehreren Völkern bewohnt, deren Wohn« sihe sich von den benachbarten Ländern tief herein erstreckten. Karnien, Istrien, Libur nie n, Pannonien und daö Noricum stießen mit ihren Granzen an das Land dec Japoden, welches daö Albische Gebirge (mons ^elbius, Schneeberg) umfaßte; und die verschiedenen Gegenden KrainS machten die Giänzbezirke dieser Provinzen. Von Westen her über den Fluß Sontiuö im heutigen Görz und Triest A 2 bis Strsbo lib. IV. et VII. lüvius Ab, XI.., Xl.1. et Xt.HI- Mlaius Ab. Hl. eu->. >8, L^. äe bell» illvrieo. Lutrovru« Ab, Itl, 4 bis in den westlichen Thcil des jetzigen Inner -Krajne' reich» ken die Karnier, von Nordwestcn bis in daS hohe und küh¬ le Alpengebirge Dber-KrainS die Noriker. Don Nord- vst dehnten sich Pannonischc Hirtenvölker in das Unter» Krainz von Südost die Japoden in die waldigen Alpen des Unter» und Inner» Krains um das ?«ll!)ische Gebirges und Liburner in das heutige Gebieth von Casiua aus. In Istrien wohnten die nlkcn Jstrier. Einige Völker« schäften nannte man auch nach den Flüssen, an welchen sie wohnten, als: Ambisontier, Savaccn, Kolapia- n er,-das ist, Anwohner des Son'iuS, der Save undKul» pe. Bon den Thaten und Schicksalen dieser Völker hat die Geschichte bloß dieses der Nachwelt überliefert, daß sie alle überhaupt kriegerisch, und die Japoden ins besondere chc» mahlS ein zahlreiches und blühendes Volk gewesen sind. Schon vor den Römern waren die Nahmen der Flüsse SontiuS, Timavus, Savuö und Kvlapis; auch der Städte T e r ge ste und Emona bekannt, so wie sie uns die Römischen Geographen überliefert haben. Tergeste war zuerst ein Kornisches Dorf, und spater ein JstrischeS festes Städtchen. Daß die Stadt b.ublana (Laibach) auf und ne¬ tzen den Trümmern des alten Emona empor stieg, beweisen dix daselbst zahlreich ausgegrabenen und mit den Itincrarien übereinstimmenden Denkmahle, Münzen und tzlbcrbleibscl der Römischen Baukunst; eben dahin deuten auch einige Stellen dcö Zosimuö und HerodianuS: daß aber Jason bcp- läussg um d. J. i32L vor Ehr. Geb. Emona zur Zeit sei¬ nes Aufenthaltes in dieser Gegend erbauet habe, ist eine Sa» iNtvIsinseus lit», II. e. klmius Nb. III. c. üZ. Lxpisnu» Ne be'Io ?cwexonius I/Iel» t. RercrätLirus tib. VlI. i» K»e, et lik. VIII. vlln. llb. lit. «. Gage, welche Plinius und andere der Aufzeichnung würdig befunden Haden. In diesen Landern standen die Städte der Japoden M e t u l l u m , M o n e t i u m und T c r p o; der Karnicr Gegeste und Okra; der Zstriec Ncsaktium, Pro¬ mo na und Pola. s. Zustand der Bildung der ältesten Bewohner vor der Oberherrschaft der Römer. Ehe die Römer diese Gegenden unterjochten, lebten da¬ selbst die oben genannten, und wie Plinius sagt, berühm¬ ten Völker, von der Viehzucht, Jagd und Fischerey, und waren an sparsame Kost gewöhnt. Sie trieben auch den Bergbau. Der Norische Stahl und das Eisen wa¬ ren in Italien, wohin man sie verhandelte, frühzeitig be¬ kannt. Sie vertauschten an das Ausland Holz und hölzer¬ ne Waaren gegen andere Bedürfnisse. Obschon sie nun von eigenem Erwerbe leben konnten, so machten jedoch die Bewoh¬ ner der Anhöhen in den rauhen Alpen, von dichten Wäldern beschuht, öfters räuberische Ausfälle in die nächst gelegenen Römischen Besitzungen; die Küstenbcwohner aber übten Ca- pereyen auf dem Meere aus. Die Liburnier hatten leichte und schncllscgelnde Schiffe, welche man auch später nach ihrem Nahmen die Lib u rn ischcn nannte. Die Japoden, welche von den Römern als ein sehr grausames und beynahe wildes Volk geschildert werden, tatouirtcn sich; wohnten zerstreut; hatten aber in der Stadt Metullum ihr Rathhaus und einen eigenen Senat, Sic führten Gallische Waffen. Die 8o?nmevns inst, ecclss. I, I. e. 6- ^ustinur bist. Nb.XXXll. klinias lib. Hl. o. 20. Strabo Nb. lV. et V. NNniu«: Nb. XVl. e. 10- Uppisnur se dello jll^r. Itutropiur Nb. HI INvius lib. X. e. i. et lib. XI.. Lpxiin. I. eit. Se belin iliyr. Strabo lib. VIII. 6' Die Pannom'er waren ein mächtiges Voll. Am Ti- wavuS verehrten die Veneter, ein in der Sprache von den Galliern verschiedenes Volk, den Divmedes in einem merk¬ würdigen Tempel. Der Ort hieß Timavum (Dnino), hatte einen Haven und einen prächtigen Hain ; nebst dem einen Hain der Argivischcn Juno, und einen der Ätolischen Diana. Dem Divmedes wurde ein weißes Pferd geopfert. Die Noriker betheten den Gott Belin (die Sonne, ihren Apollo) an, den sie auch nachher in Aquileia verehrten. Am Sontius und auf dem Karste (ltrös) betrieb man einst die Pferdezucht; sie lieferte Pferde von einem berühmten und gesuchten Schlage; sie ist aber zur Zeit des Strabo in Verfall gccaihen. Dec Weinbau war so wohl auf der Meeresküste, als auch in dem nachher zu Ober-Pannonien gerechneten Thcile dcS heutigen Unker-Krains bekannt. Z. Die Gegenden von Görz, Triest und Krain ka« men nach und nach unter die Bothmäßigkeit der Römer; Tergeste ward ihre Pflanzftadt., i/Z Nachdem die Gallier, das ist, dieKarnier, ein . Ede.G. Gallisches Volk, von den-Römischen Legionen unter dem Oberbefehle des Römischen Consul A. Man lins Dvlso durch den Feldherrn A p p iu s P ulcher am TimavuS ge¬ schlagen worden, nahm im folgenden Jahre Claudius" Pülcher nach der völligen Niederlage dcs.Jstrischen Kö¬ nigs Äpulo von allen umliegenden Völkern Geißel an. So wurde Istrien sammt dem zwischen demselben und dem Fl u sse S on t i us li eg ende n La nd e von den Römer» un- kolz-'Iustoe. c. 2,g. DoIvbius eäit. ktrnejt. 8tr»dc> ti>>. V. Hi-rosian, lib. VII. 'IcrtuIIian. I. II. aäversus xentes. Loaker. 8tr»bo lib. IV. 8trsbo lib. V. 6eoxr, lvliniu» lib. III. c. «8- Dio (lsrsius. lib, XI.IX, I^ivius M. Xl.1. klorus lib- II, x. 10. 7 unterjocht; welche schon sieben Jahre früher nach Aquileia eine Römische Solonie versetzt hatten, um den unbändigen Nachbarn vorwärts an den Gränzen ein Bollwerk entgegen zu scheu. Karnier, Jstricr und Japoden wurden von ihren >69 Siegern bedrängt, daher schickten sie Gesandte nach Rom, um sich über die Bedrückungen des C. Cassiuszu beschwe¬ ren. Die Abgeordneten und ihr Gefolge, das aus Frcyen und Knechten bestand, wurden vom Senate beschenkt, und bald folgten Römische Legaten nach, um dem Unwesen zu steuern. So wie die Römer früher i. I. 179 v. Chr. Geb. ^28 die Stadt Aquileia, eben so machten sie später Tergeste u Chr.G. zu ihrer Pflanzstadt, und dehnten die Gränzen Italiens über das Gebieth dieser Stadt bis zu dem Bache Formio aus. Sie drangen bald weiter gegen Nordvst vor, und brach« i>7 tcn Jaxodien und Karnicn, so weit diese auf der süd« »-Chr.G, lichen Seite der Alpen gegen Italien zu lagen, an sich ; weil deren Bewohner die Pflanzstadt Tergeste oft beunruhiget hatten. Der Consul C. S e m p r o n iuS focht zwar zuerst unglücklich wider sie, bald aber verbesserte er den Fcbler durch die Tapferkeit des D- Junius Brutus, welcher früher Lusieanicn unterjocht halte. C- J u l i u üCäfar bekam als Proconsul nebst dem 5? EiSalpinischcn Gallien auch diese Gegenden in seine Verwal« tung, die man damahlö zu Jllyricum zählte, und die er selbst besucht hat. E a« Livius Iil>. XXXIX. et XL. Livius lib. XLIH. 8lnbo lib. V. , Vl., VH. l?1inius lib. Hl. e. Z8' 8^'3bo lib. V., VI. , VII. vio 63881U8 lib. XI^IX. Hppisnu8 öe dello il^ l^r. llirtiu8 äereliet. äe bell. ^all. 1. VlII. I^iviu.8 me lib. I-IX, ^ul. ^DSiir äe dell. 8^. Hb. III. e. 7. 8 .32 CäsarOctaviuS setzte die Römischen Eroberungen >.bhe.G. ; er unterjochte die Japoden , welche über den Alpen wohnten; eroberte ihre Städte, und die Stadt Metuilum ging nach einem tapfern Widerstande, wobey DctaviuS verwundet wurde, in Flammen auf. So mußten sie sich nun das erste Mahl unter das Römische Joch beugen. Seit dem dauerten die Durchzüge der Römer wider die Völker an der Save, Drave und an der Donau fort. Endlich besiegte Claudius Dcusug auch die Be¬ wohner dec Eisberge, die Noriker, Ka rn ie r und die . Taurisker, welche oft Streifzüge nach Aquileia machten. Auf diese Art kamen die Ländereyen, deren Mittelpunct das jetzige Krain war, nach und nach unter die^RÜmische Both» Mäßigkeit. 4- Zustand dieser Länder unter den Römern bis zum Tode des Täsirr Augustus; Römische Ein- theilung und Verfassung derselben. Eine neue NeqierungSart, der Umgang mit neuen Einwohnern, eine neue Religion änderten die ursprünglichen Eigenchnmlichkeiien der Bewohner dieser Gegenden; ihr vo¬ riger Charakter verlor sich , und eine gänzliche Er sch l a f- su n g trat an die Stelle des kriegerischen Muthcs und dcii Gefühles der Selbstständigkeit. Die Besiegten wurden nicht vertilgt; Römische Legionen hielten sie im Zaume; Rö¬ mische Staatseinrichtung und Römischer Gottesdienst wurden eingeführt; Städte, Municivien, Colonieg angelegt; der Land - und Weinbau betrieben, viele Denk¬ mahle errichtet, und die Bewohner durch neue Gesetze ig Ordnung gebracht: jedoch wohnten noch einige unbesiegte Böl- ^xxissus dello M^r, Vic, Lsssius lid. HP. Morus Ill>. gV. x.Ser-Wo Ud. IV. Nö lk er in den Höhen der Alpen, die sich auf ihre Unzu- ganglichkeit verließen, und von jenen, die vorbey gingen, Aölle abforderken. Octaviuö ließ in Triest die Mauern undThürme, welche die Japvdcn nicdergerisicn hatten, wieder aufrichten; die Heerstraße über die J'nlischcn Alpen (km Inner -Krain) welche Julius Cäsar angelegt hatte, fühlte er vollkommen aus, und rückte die G r ü »z e I ta l irnö bis zum Bache Urfia jenseits dec Stadt Pola in Istrien vor. Nach der politischen Gintheilung deö Römischen Staates war das Land südwestwärts, von den Alpen an dem Triestischen Meer¬ busen hin, ein Theil des zehnten Bezirks von Italien, so daß der westliche Theil Inner «Krams stimmt Triest und dem heutigen Görz zu diesem Bezirke gehörte. Südlich war Istrien. Südöstlich machte Krain einen Theil Libur¬ niens und J a pi d ie n s ; nordöstlich des vbern Pan¬ noniens, und nordwestlich deö Noricum Msciiterrausum aus, so daß Emona zwischen Ober-Pannonien und dem Noricum lag. Der bisher nothdürftige Handel blühete nun auf. WaS man in Italien abschte, waren Leibeigene, Thiece und Thierbautc, Wolle, Tannen«und Larchenholz; dafür lösetc man Öhl, Wein und Seewaarcn ein. Die Wälder, welche nordöstlich von Aqui'leia standen, waren an Eicheln so er. giebig, daß die Schweine, welche dort ihre Mast fanden, bcynahe für ganz Rom zur Nahrung dienen konnten. Auch xine Art Wein erhielt das Ausland daher, nahmlich den P u c i n e r - W c i n , welchem J uli a A u g usta ihr hohes Älter von Zs Jahren verdankte, und dep sic allen andern vor« So bellc> Mvr. luserixtio l'crxesti «rata, e« com- mentario 8cbiiaii in Luetoniüin, UmsteloäLini 16A6. 8ex- tus Kusus Lpitorns 8> Itiner. Hierns. 8trsbo lik. VII., VIII. Plinius Zib. III, «. ?8- Vtolein. lib. II. c. aL. Ztnsimus tib. V. c. 29. 8trsbo tib. V. Vn1)'!nst, 0. 22. Vtinius lib. III. c. el tib. XIV, v, g et 6, ' i vsrzog, . Er war, wie Plinius sagt, der schwärzeste miter allen Weinen , wurde sehr gelobt, und von den Griechen Pyktanon aus dem Adria tisch en Meerbusen genannt. (Jetzt heißt er an Ort und Stelle Marsamin, auch sch w a r z- r P ro ß e k e r-oder C o n t a v e lle r-W ein. Er wird auf der Felsenküsts zwischen Triest und dem Li- mavus gebaut.) Vorzüglich war Aguileia der Stapp clplatz für alle Maaren, welche von da über den Berg Okra bis an das Municipiuw Na uportuS (Ober-Laibach, Vsobnika) aus der Achse, von NauportuS auf dem, Laibach-Flusse nach Emona, von da auf der Save in Schiffen und Flössen nach allen an der Save und Donau gelegenen Landern, oder auch in umgekehrter Richtung verführet wurden. So wurde auch die Kulpa, welche aus dem Berge AlbtuS ent» springt, und jetzt die Granze zwischen Kroatien und einem . Theile von Inner - und Unter-Krain macht, beschisset, und zur Fortschaffung der aus den zahlreichen Häven Li- hurnicns kommenden Maaren benutzt. 5. Krain, Triest und Görz unter den Nachfolgern des Lasar Augustus. Die Römischen Einrich¬ tungen und das Lhristenthum haben den wirk¬ samsten Einfluß in die Bildung und die Kennt¬ nisse der Völker. Römische Legionen im Lan¬ de. Krain wird größten Lheilö zu Italien gerechnet. S Pannonien und Noricum waren noch nicht ganz bc- u.Chr.G. siegt, als sich da« erstere Land und Dalmatien unter der Leitung eines B a t v und eines P i n e S wider die Römer em» Ktraby iib. IV. 8trsdo lib, VIl. et VIII, VeUei«, kiiterc. Nd. NI. Suetouiu, ir> 'vrberio. empörten. Ein Theil der Empörer jpg die Bewohner de« heutigen Kram an sich, drang über Nau hör tu S und Ter- g e stc nach Italien. Dadurch wurde selbst der unerschütter¬ te August in Furcht gesetzt, und Rom doch alle seine Kräfte gegen diese drohende Gefahr auf. Endlich schlug Tiberius die Feinde, Bato ergab sich aufTccue, und Pin es wurde gefangen. Das Unglück des Bato zog das Unglück von ganz Pannonien nach sich; Rom eroberte das Land an der Save und Drave, und dehnte bald seine Herrschaft bis an die Donau aus. Die kühnen Thalen des Bato und Pines, wenn sic auch Beweise der chcmahligen Tapferkeit dieser Völker sind, waren doch nur die letzten An¬ strengungen vor einer gänzlichen Erschlaffung. Nach dem Hinscheiden des Casar Augustus und bey dem Antritte des Tiberius lagen in Krain die Vlil- , IX. und XV. Legion unter dem Befehle des Junius B la¬ su s; sic standen im Sommerlager, und wurden aufrührisch; einige Rotten davon plünderten das Municipium Naupor- tus und dje benachbarten Örter; doch eine Mvndfinsterniß schreckte sie endlich wieder zur Muhe, Zur Zeit des Kaisers Hadrian findet man Ge- werbsleute , Künstler und Sch m t e de zu Tr i est, die eine Innung ausmachten, welche einer ähnlichen zu Rom untergeordnet war. Der Eisenbau in Krain wurde im¬ mer mehr betrieben; der Handel mit Eisen, No rischen Schwertern und andern Erzeugnissen stieg immer mehr empor, und nahm seinen Zug zugleich nach den übrigen See«- städten. Auch findet man, daß den Pannontern di- Rö¬ mische Sprache, Literatur und Kriegswissen¬ schaft wohl bekannt waren. Die Römer hauten dauerhaf¬ te Lextns Lutus Lpit. c. IO. vio Cassius lib. LV. ir-leitus -runa!» iib. I. Inscriptione» Labaci et in Carnioli« erutse. iinscrixt. in Muro Lcclesise catke-iralis iUerxesti. Strabo passim. Veileius katere. Kist. rrnn. lid. H. Itineraria. -s te Heerstraßen, deren Überbleibsel noch zu sehen sind ; sie leg¬ ten Man sion en und Mutationen an, errichteten die <7oIunmaÄ miUü>N38, und versahen ihre festen Plahe mit gesundem Wasser vermittelst vortrefflich erbauter Wasser, lejtungen, deren einige bis auf den heutigen Tag noch bestehen. Überbleibsel alter fester Orter findet man nicht nur zu Triest und Laibach, sondern auch zu Ca- stua, Duimo, im Schneeberger - Boden unweit Lsdno pohi?, im Gurkfelde in und außer dem Dorfe ?arnovc> am Rande des ehemahligen Rinnsales der Save gegen das DorsWichcr hin; ferner am T r oj a n a-Be r g e, und zwi. schen Sittich und St. Veit im Dorfe Wir, unter welchem in einer Quelle das nur von daher bekannte Wafferthier Kiren laLsrtins ( ^klovefbka ribixa) vorkomwt. Hier schließt eine verfallene und größten Theils Weggefährte Mauer 5Z2oc> Quadrat-Klafter Ackerland und Waldung sammt einigen Landgebauden -in. Römifchc Inschriften sand man übrigens vorzüglich im Lande von Gor; und Istrien, am K a r ste, zu H c i d e n sch a ft, W i p bach, Ober - Laibach, Laos,, J' g g , bey K r a i n b u r g , Radmann 6 dorf, Trefeg u. a. m. Aus der Menge der festen Plahe ersieht man, wie sorgfältig einst die Pässe zwischen Pannonien, Illyrien und Italien bewacht wurden. Drrley Einrichtungen und Werke der Römer, welche theils in das Zeitalter vor Augustus, theils in spätere Zeiten ge¬ hören, trugen Vieles zur Bildung dec hier wohnenden Völker bey. Den wirksamsten Einfluß aber in die Bildung und Kenntnisse der Einwohner hatte das Christenthum. Frühzeitig wurde das heutige Gebiets) von Triest, Görz und Krain mit demselben bekannt, und die christlichen Gemeinden standen unter mehreren Bischöfen , welche zu Aguileka, Tergeste, Emona, Cel eia, Pctovio und zu TiLurnum ihren Sih hatten. Wahrscheinlich haben die Bischöfe von A gnil eia das Christenthum über die Alpen und über die Save gebracht, wodurch der Grund -—- rz Grund zu Lem nachmahlö mächtig gewordenen Aquilcischen Patriarchate gelegt wurde. Die Zeit der Entstehung des nun cingegangencn Biöthumeö von Petina ist unbekannt, jedoch gehört es in das früheste Zeitalter. Im Anfänge deö II. Jahrhunderts zog TrajanuS wi- um d.' der den König der Dacier DecebaluS durch unsere Lander, und ließ die Straßen ausbcssern; Tergeste und Novi o- dunum (im Gurkserde bey Vernovo s) selten dem weisen Herrscher zu Ehren öffentliche Denkmahle; gleiche Ehre er¬ wies Nvviodunum seinen Nachfolgern, dem Hadrian, Antonin, Marcus Aurelius, u. m. a. Seit dem Hk. Jahrhunderte wurden die Gegenden Knlins bis zu dem Berge Tr o j a n a, welchen eine daselbst ausbewahrte Inschrift Mons Straus nennt, zu Italien ge¬ rechnet; und Manolo Arants war dirGränze von Italien und Noricum. Nachdem der Römische Senat den Kaiser Maximi« 2ZZ nus als Feind des Staates erkläret hatte, zog dieser aus Sirmium durch Emona nach Italien. T er- Luetvnius in "vrnjeno. Xixliilinus in Lxcerpr. Vivnxs. Ku- tropius lib, Vill. c. io- Io»erixüo»e,. ttiner-u-l Lller«,. ». S. xvrse. ns sVHO Ilk.... (i. ?. ?8LK 8R L'rX'L^OX58 L070R LX Vsl. V52 81'XIV ilX 6VIV! 8IÜX0 xx Vc>l5o ?o8VsN k. « . 8. 1 '. 0. Vieser Stein (Ssliniseder Kslksiein) siede! 8e)i Zt, 6otid»rt in> Dorfe Ilrestniclt Ltütre einer vrcsckienits. Lk. vott- kui.t jst Sie I'farre, nvter ^elejie Dorf Trenne xehör». T erge si e, N a u p v r t u S und E m o u a erhoben den Ruhm des Kaisers Constantin des Großen; jene hat¬ ten Inschriften mit seinem Nahmen errichtet, in Emona Z>4 aber wurden ihm Ehrensachen gesetzt, welche Ll'cin i u ö nachher zerstörte. 3'4 Unter der Regierung dieses Constantin begaben sich ZOO tausend Sarmaten in seinen Schuh. Er nahm sie auf, und vertheilte sie durch Thrakien, Makedonien, und indem östlichen Ober-Italien, welches letztere die Gegend vom SontiuS bis an den Berg Atrans aus¬ machte. Diese so genannten Larmatee l-imitzantss sind wahrscheinlich Slaven gewesen. Bon ihnen sagt Ammia- nus Marcellinus, daß sie einst mächtig und berühmt waren. ZbZ Maximus, der sich in Brillanten des Purpurs an¬ maßte, kam mit seinem Heere nach Italien, besetzte'Aqui« leia, belagerte Em ona, und drohte weiterö gegen den Orient vvrzudringen; daher zog Theodosius eilends aus dem Orient ihm entgegen, schlug den Aufrührer beySiscia (Sißek) folgte dem fliehenden Maximus, zog in Emona feyerlich ein, und wurde freudenvoll als Retter empfangen. Bald begab sich Theodos wieder nach dem Morgenlande, woher ihn ein neuer Empörer Eugenius zurück rief, welchen er am Flusse Frigidus in dem Thals des WipbachcS im heutigen Kreise von Gör; schlug. 6. HervSianus lib. VII. line et lib. Vlll. gut. (lapitvl. in Llrnii- »nino c. IN. Inncriptioncs erutse. Itxcei-pt» sg vit^ni Lonstan- tini »liorulnguel-npp. euÄore anon;-mo. KSit. goen. Linnevsti ksrisüs 1636 »6 Lmw, disreell. «SS. cum not. V->Iesii. ^mmisnus dlsrceU. lib. XVII. 2os!mus lib. IV. e. 42» 4Z, A4; et lib. V. e. n, kscstur I'anex^r. 1'kcnä. 80- romeou« lib. Vll. e. 22- Ruiroxiu, rsr. r»M. lib. Xlll, L'.uuSisnuz Se III. «on-ul»tu IIr.n»rii. rZ 6 Krain, Görz und Triest ein Paß für die durch¬ ziehenden Hunnen, Ost-Gothen und Lorrgobar- den. Schicksale des Lhristenthums. Ankunft der Lrlaven. Jeßt war nach einem Ausdrucke des gleichzeitigen Hie« ronymus das Land an den Julischen Alpen, welches zuvor Römisch war, nicht mehr Römisch; sondern -s diente den durchziehenden Völkern, welche das schöne Italien anlvckke. So zog A larich, König der West-Gothen 40a aus EpiruS durch die engen Püffe , welche den Weg aus Pannonien nach Venetien erschweren; schlug sein Lager bey der Stadt Emona, zwischen Ober-Pannonien und Noricum aus, und ging weiter nach der Südseite der Alpen gegen Aquilcia , um in das Innerste Italiens zu drin, gen. Dem Alarich folgte R a d a g a is, der Scythe, mit 40z einem Ungeheuern Heere; bald darauf zog Al auif mit sei, nen West-Gothen dem Alarich zu Hülfe. Beydc nahmen eben 408 diesen Weg, welchen Alarich genommen hatte. Nachher ging Attila mit seinen Hunnen ausdem Röck, 4^1 zuge nach Italien durch das jetzige Görz und Krain, auf welchem er Aguileia zerstörte. Später folgte diesem ocrguterst-gvlhischeKönigTheo, »m d 0 rich auf seinem Auge aus Illyrien nach Italien, während 49» dessen er unter andern auch am Eingänge Venetiens bey der Brücke amSontiuö sein Lager ausschlug. Er gab den Gesehen in unser« Gegenden wieder ihre Kraft, rief die Wissenschaften und Künste neuerdings herbcy, belebte den Fleiß, Z. Hieronymus ex. zä Oerunnsin, seu Hxeruebism, Xosimus üb. V. c. 29. goräsucs äs rebus zeticis c. 29- krvsxer Lijuitanus in Lbron. Iorösnes Se reb. gee. c. 42. Iornsn- Ues c. Lureüus LsssioSvrus üb. l. ex. II et 29, üb. VII. ex. 4 et 24, üb, IV. «x. 49. üb, I/I, «x. ez et zo. üb. V, ex. 14. Fleiß, Ackerbau und die Viehzucht; betrieb den Eisenbau Und das öffentliche Fuhrwesen, besonders im Lande an dem SontiuS, und stellte einen Präses in der Gegend an dec Save auf. Unter ihm findet man die Bewohner in Pro» »inc!al es und in Grundbesitzer eingetheilt; diese letzter» waren verbunden den JinS an die ProvincialeS zu entrichten. ZZZ Zur Zeit der Ost-Tothen, vor dem Kaiser Justinian, nannte man die Völker, welche die verschiedenen Theile des heutigen Krain, Triest und Görz bewohnten, noch so, wie sie vor und unter den Römern hießen; nur die Japoden und Pannonier verloren sich; anstatt der Japoden komm-n Li» burner und Suaden, anstatt der Pannonier aber Sua¬ den vor: Suaden, das ist, Suavcn, Savier, Anwoh¬ ner der Save; nicht Schwaben, welche unter dem Fränki¬ schen Reiche standen. Mitten unter andern Völkern erschienen bald darauf die Slawen In Krain und am Eingänge Italiens. Sie hatten ihre Sitze an der nieder« Donau im alten Dacicn, und wurden von den Bulgaren gegen das Jahr 487 ver¬ trieben. 568 Indessen nahm noch ein anderes Volk seinen Zug hier¬ durch nach Italien, nähmlich die LongobardeN, welche ihre Wohnsitze in Pannonien den A varen ihren Freunden überließen, und von einer Menge Bulgaren, Gepiden, Sarmaten, Völkern von der Save und aus Noricum begleie tcl wurden. Jetzt findet man zwischen den Longobacden In Frl- aül, den F r a n k e n im Noricum und den By z a n di n i- scheu Römern in den Seestädten des Adrialischen Meeres a n« krocoxius äe bell. xotb. lib. I. c. LH. I6ern, ibläein lib. Hk e. 40- kaulus virreonus 6e xe5tis l.on^ob. pLssirrr. k'reäe- xsru, c. 4^. in bibl. vet. I'omo IX. I/uxä. 1677/ x»e- 8«k. -7 angesicdclte Slawen qn der Drave, Save und Mur, welche sich von den Hunnen oder Avalen trennten, nach, dem sie unter diesen eine schmähliche Dienstbarkeit erduldet hatten. Diese Slawen, durch ihre .Lage genöthiget, schlo¬ ßen sich bald an dieses, Halb an jenes mächtigere Volk an, und wurden von jenen Völkern entweder bald in die Enge getrieben, oder sie lebten unter eigen en Wojwodcn mehr oder weniger unabhängig. Der Kirchen sprenget des Patriarchen von Aquileia erstreckte sich unter den Gothen über den S v ntiu 6, über Istrien und Krain bis tief in die Heu, tige Steyermark hinein. Das Ch ri ste ntbuw, wel¬ ches früher unter den Hunnen und andern heidnischen Völ¬ kern gelitten hatte, kam unter den Gothen und Longobardcn wieder in Aufnahme; so wie es einst unter dm Römischen Kaisern bald verfolget, bald wieder begünstiget wurde. 8. Kram, Triest und Görz. Nach der Ansiedelung der Slawen bis Kaiser Carl den Großen, v- 2. LZi — 799 --- 248 I. r. Die Slawen verfolgen dasDhriftenthum, be- siegen den Tassilo, Herzog von Tatern. Der .Lban der Avaren nimmt ihretwegen Rache am Gisulf von Friaul. Sie leden unter eigenen Wojwoden. DamahligeWindischeMark. Frie¬ de mit Pemmo von Friaul. Kaiser Larl ver¬ tilgt die Avaren, und herrscht über die Sla¬ wen im heutigen Kram, Trieft und Görz. Entstehung der Städte Ludlana und Goriza. Nach dem Jahre findet man bis in den folgenden Zeitraum keine Nachricht von den Bischöfen in diesen Lan- ksuius Disc, v-wlis locis. ^allstes ft-cler. , Gesch. Herzog. Rrain. B §95 598 6ro «m 524 r8 -— Landen; wahrscheinlich wurden ihre Stiftskirchen von Len Slawen zerstört. Gewiß ist es, daß Missionäre aus Italien und Salzburg viele Der folgu ngen leiden, ja sogar einig- Mahl- daS Land räumen mußten. Die Baiern versuchten unter ihrem Herzoge Tassilo ein Stück von Kärnten und Sleycrmack den Slawen zu ent¬ reißen; allein da diese von dem Avacischen Chane eine Ver¬ stärkung erhiclkeü, warfen sie nicht nur die Baiern zurück, sondern drangen so gar in die Baierischen Besitzungen ein, und nähmen ihren Feinden alles Land jenseits des Gail« Stromes, und den alten OrtAguntum (Innichcn, Inti- chen in Tirol). Die Slawen ruheten nicht lange, sondern unternah¬ men bald darauf gemeinschaftlich mit den Avaren einen Zug in dasGriechi sch e Istrien, und fingen an sich von da aus nach Italien zu verbreiten. Es entstanden aber bald Uneinigkeiten zwischen ihnen und dem Longobardischen Gränzherzvge Gl sulf von Friaul. Dieser unternahm Streifzüge in das G e b i e t h d e r S l a w e n; allein der Unarifche Chan rächt- die Slawen für diese Feindseligkeit, tödtete den Herzog, und eroberte sein Herzvgthum. Taso und Kako, zwey entflohene Sohne des Gisulf, eroberten es wieder, und machten sich die Slawen, welche das Gail« Th al (8iIi->) bewohnten, bis zur Zeil des Herzog« Ralchis i. I. 744 zinsbar. , Nicht nur in den Alpen, welche Friaul von der nörd¬ lichen Seite einschließen, sondern auch am südlichen Fuße der¬ selben, im alten Aarnien , in Friaul und am Bache Na« t i so wohnten schon Slawen. Sie alle gehörten zu dem Sla¬ wischen Staate des wider die Hunnen, Franken und Longo- bar» Lnrwtez eoctes. Lnon^mus äe converzione OLrentimorum. 8ixebertu, üemblscensis sä snnum kgulu« vi-cc. tib. IV. c. 26. 8. 6rexorius kaps tib. VUI. ep. gü. ksutus l)t->e. Ub. IV. e, kilutu« 0Äc. Ub. V. c. 2^. Karden einstimmig gewählten Wojwoden Samv, welcher ein Slawe von Geburt, und ein tapferer Krieger (ns§o- tlaus) war. Denn der Fränkische König Dagobert brauchte in dem Kriege mit dem Samo die Hülfe der Longo- barden und Allemannen, und da jene von Friaul aus, diese aber durch Baiern in Samos Staat einbrachen, so must derselbe wohl außer Böhmen auch Österreich unter der Ens, Steyermark, Kärnten und Kram sammt Görz enthalten ha- '' ben. Samv hatte seinen Sih in K a r a n t a n i e n, und re¬ gierte glücklich durch zZ Jahre. In diese Zeit seht der Ehronikschreiber Fred eg ar cine W i n d ische M a rk (marca Viui6orum), welche aber von ihm nicht genau bestimmt wird, und wahrscheinlich wei¬ ter gegen Westen lag , als späterhin, nachdem die Franken mehr gegen Osten vorgedrungen waren. 6go In diese Windische Mark oder Granze, welche die Winden, Wenden (Slawen, 8lovsn2i') bewohnten, rettete sich der Bulgare Attikevs mit jenen 700 Familien, welche dem Blutbade in Baiern entronnen waren. Denn neun tausend Familien der Bulgaren wurden von den Avaren aus Pannonien vertrieben, und Käthen um Wohnsitze im Lande der Franken. König Dagobert wies sie an die Baiern an, und befahl zugleich heimlich, sie in einer Nacht zu ermorden. Ein Rest von 7O0 entflohenen Männern rettete sich sammt Frauen und Kindern nach der Win di sch en Mark, wo Attikevs sammt den Seinigen viele Jahre mit Walduch dem Wojwoden der Winden lebte. B » Kon kreöexar. c. 48 et 6/ ln Kibt. vst. p?. ?omo 1677. Vita 8. VirFÜii, eäit. 8urii, 1". VI. aä äiem 2/. Novem- b/is. Lonvers. Loioaiior. et Larentanor. Zib. e. jbläsur, v^I ip. LLrijptis krelro i. 2Q Don diesem Wald uch an bis auf Bo r u k, den die Übermacht der Franken zuerst unter ihr Joch beugte, war ein Zeitraum Slawisch-Karantanischer Wo j, wodcn, welcbe mächtig genug waren, sich von ihren Nach, baru unabhängig zu erhalten. Außer einigen Fehden mit den Longvbardischcn Herzogen von Friaul, in welchen sie entweder unbesiegt blieben, oder auch Sieger waren, har die Geschichte von ihnen nichts ausgezeichnet. So fand es Pem» m o, Herzog von Friaul für gut, so gleich auf dem Schlacht, feldc Frieden mit den Slawen zu machen, als er nach einem beschwerlichen Siege, den er bey Lvura na in Jnncr-Krain am Flanatischen Meerbusen erfochten hatte, fürchtete, meh¬ rere seiner Leute auf das Spiel zu sehen; ja Pemmo war spater so gar im Begriffe in das Land der Slawen sei« ne Zuflucht zu nehmen, als er von seinem Könige des Her, zogthumS beraubt wurde. Au Ende des VIII. Jahrhunderts aber hakte auch die Unabhängigkeit der Slawen ein Ende. Denn nachdem Earl 788 der Große die Ansprüche der Griechischen Kaiser auf die von Menden bewohnten Länder nach einer gänzlichen Nie¬ derlage der Griechen auf immer entkräftet, und das heutige , Görz, Triest, Istrien und Krain unter seine Oberherrschaft gebracht hatte, gab er seinem Sohne Pipin den Auftrag, 796 die Avaren zu bekriegen. Dieser schickt« ein mächtiges Heer unter dem Herzoge Erich von Friaul, und einem Slawischen Heerführer, Mvjnimir mit Nahmen, durch unser Sla¬ wonien nach Pannonien. Pipin selbst folgte mit einem . zweyten Heere nach, besiegte die Avaren, und machte dem vor« Lonler. kaut. Disc. Ich. V. c. 22- Iscm xassim. Isem Ich. VI. c. 4L. Idem ch. c. ,gl. Hexino «g irnnum 79Ü er sicht. Lixeb. Keindlse. aä s. 792- üe cons. Loio-w. et llsrent. Hnnsles Nertiaiavi sä r>. 796.' Nxin- darZ in vita Laroti Iw. Hßdeltus i» montm. eectes. ltrjuilci. c. XXXIII. priA. ZZli. /Insr. Osnsulus Ich. VII. c, la. xart- 8. Ldron. kexinonis Itd. II, »iwum "788- vorhin mächtigen Avarischcn oder Hunnischen Reiche ein Ende; jedoch wurde der Avarische Nähme nicht gänzlich ver¬ tilgt, da Carl sie unter eigenen Chanen im heutigen Ungarn leben ließ, nachdem sie in die Enge getrieben worden waren. Die verheerten Gegenden wurden mit Baiern und Slawen bevölkert, und Carl herrschte ruhig über die Slawen vom Adriatischen Meer busen bis jenseits der Drave und Donau. In diesen Zeitraum gehört die Entstehung der Stadt Oorira (Görz), welcher Nähme Slawisch ist , und ei¬ nen Bühel, eine Anhöhe , bedeutet. Da außer diesem Slawischen Nahmen kein anderer älterer vorkommt, so kann die Erbauung von Görz nicht vor der Ankunft der Slawen gedacht, noch einem andern Volke zugeschricbcn werden; wenn ander« nicht, wie Einige glauben, die alten Karnier schon Slawen waren. So ist auch der auf und neben d?n Trümmern von Emona (OrZclisbs) c rb a ut e Ort den Slawen zuzuschreiben; da sein ursprünglicher Nähme Uub>- lanti Slawisch ist, und einen entweder am Moraste oder auf einem Sandlande erbauten L)rt bedeutet (die Stadt ste¬ het in der Nahe eines großen Morastes, und zum Theile auf einem von der Save angcschwcmmten Boden, Gradische aber ganz auf einer solchen Anschwemmung), woraus die Deut¬ schen Anlaß nahmen, ihm eine Deutsche Form zu geben, und ihn Laibach zu nennen; wie sie es mit mehreren Slawi¬ schen OrtSnahmen gethan haben. 2) k>LUl. virw. tocis eitt. tknon^mus, gui suxrs. Lzinbrirg in vita Ls roli IVl. Loronini Lomes 6e Lronberx in ksstir 60- ritiensibur. Viennes. g.to 1769. I-iein in wentsmine Lenes- lüxico Lomitum Loritiie esx. I. -tntonii Leiloni vitse triarek. ^quii. Lelirbucti -Icr Lurop. Ktratengescli. von 6em Oesterr. Lrkkaisertd. prx. 2g- Anmerkung. 22 L) Herkunft, Sitten und Verfassung der Slawen in Kram, Görz, im Triefter-Gediethe und in den umliegenden Gegenden- Die Slawen sind in der Geschichte ein neues Bolk. In der zweylcn Hälfte des Vl. Jahrhunderts tre¬ ten sie aufgeführt von Jornandes, Prokop und Mcnander, aus dem Scythischen und Sa r malischen Gemengftl hervor, und fangen an unter der Regierung d.s Kaiser Ju¬ si ini an über die Donau in das Reich der Römer einzu¬ brechen. Jetzt sind sie nach dem Raume, welchen sie bewoh¬ nen , das allerausgebrcitetsie Bolk auf der Erde. Über¬ haupt wohnten sie vorhin jenseits der Donau, unweit vom Ufer derselben, in unermeßlichen Räumen. Schon Er¬ man rik König der Ost-Gothen besiegte um d. I. Zit¬ rinen Theil der Slawen, unter welchen auch Wenden (Veneäi, Venasioe, Veneti) vorkommen. Ein Zweig von diesen Slaven, welche der Deutsche Wenden oder Winden nennt, nahm beständige Wohnsitze ander vbern Drave, Save, Kulpa, am Sontius, Timavus, und am Meerbusen von Triest. Der Abkömmling dieses Stammes nennt sich noch bis auf den heutigen Tag einen Slqwen (Movtkns?), Im engsten Sinne zwar werden nur die Steyerischen und Kärntnischen Slawen W i n d en (Slovenci) genannt; jedoch erkennt sich in der weiteren Bedeutung auch noch der Krainer an diesem Gcfammlnahmen, wenn di? Rede von seiner Herkunft und Sprache im Gegensätze des Deutschen ist; der Italer nennt ihn einen Slawen (Sclnavo) und in der übersetzten, im Jahre 1Z78 zu Laibach gedruck¬ ten Postille Spangenbergs, wie auch in andern später» Krai« Nischen Büchern wird die Krainische Mundart Slovenski Zcdlötrer im Nestor lvrnLN-Ies, vel Zoröznes mo-, nsclms vivens circs snnum ALL!, krocorüus et dtensmisr kere »gULies illorum temxoram. genannt. Alle Slo wen;en im heutigen Inner« -Österreich reden nur eine Slawische Mundart , Slo- wensko; nuv die Slawen in Istrien sind Cho r w aten. Noch bewahren beyde manche» Eigenchümliche ihrer alten Vorfahren. Liebe zum Ackerbaus, zum Hirtcnleben, zur Bienen, zücht und insgemein zu den Geschäften des friedlichen Lebens zeichnete den Slowenjischcn Stamm ins besondere und über« Haupt alle Slawen aus z daher ihr so ungeheurer und aus« gebreiteter Anwuchs. Einfach war ihre Kost, Kleidung und Lebensart. Sie wohnten in schlechten zerstreuten Hüt-- tcn familienweise. Ein jeder verfertigte sich selbst alles noth-- wendige Geräthez man findet wenige Handwerksieutc unter ihnen. X, Sie bekheten nur Einen Gott an, den Urheber des Donners und den Herrn des Himmels, x Von der ältesten Verfassung der Slawen ist uns wenig bekannt. Im Frieden wurde jede Gemeinde vom S u p a n e (ssioxan, dem Ältesten) nach einigen einstimmig angenom¬ menen Gesehen in Ordnung gehalten; im Kriege wählten sie einen W o j w o d a (Herzog) S t a r a sch i n e n (Feldhauptleu- te) und andere Kriegsvorstehcr unter verschiedenen Bcnen, nungcn, die sich in den Familicn-Nahmen noch erhalten ha- ben. Daher hatten sie keinen allgemeinen RcgierungSplan, keine zusammenhängende Streitkräfte, und im engeren Sinne genommen, gab es keinen Slawen-Staat. Einzelne in drin, geltden Gefahren zu Wvjwoden gewählte Männer erwarben sicheln bleibendes Vertrauen, und eine der königlichen ähnliche Macht (Kral. König). Seit den ältesten Zeiten bestimmte daS erworbene El, gcnthum und die damit verbundene Macht, welche vom An« sehen stets begleitet wird, die Eigenschaften des höheren und ——_ S-rZ In äer Laron Toisisclie» Zannnturix, -zu I.ri'drcä. 6onst»nt. ?orxt>^-rox. Se ssinin, irnx- e-.Z0- 24 edlern Theils der Einwohner diesen Erdstrichs. Unter dem vst-goihischen Könige Theodorich waren im Noricum und an der Save schon eingeborne Familien (P r o v i n c i a l e s) , die einen Mittelstand zwischen dem Landesherr» und dem Bolke ausmachten. Diese konnten stch unter den Slawen erhalten haben, weil wir ste unter Carl dem Großen wieder finden. An den bisher aufgestellten Zügen erkennt sich noch unser Slowencz, obwohl er im folgenden Zeiträume durch die Einwirkungen ocS Feudai'Systems und der christlichen Religion allmählich aufhörle, ganz das zu seyu, waü er einst war. Q Krain und Gör; unter der Fränkischen und Deutschen Monarchie, in Gaue und Marken v gtthcilt. 8?on Carl dem Grasen biä Albert Ilk. und Leopold HI. Her¬ zogen von Österreich und Krain, v. I. 79y — ZZ7g — 275 2- i) Larl führt die Fränkische Verfassung ein, Lheilt die Lande in Gaue, Gränzgrafschaften, Herr« schaftliche Besitzungen ein; belehnt damit seine Getreuen , Grafen, Prvvinciales und Mini« steriales; daraus bcstchen die Landstande. Die besiegten Slawen sind ihre Leibeigene. Triest ist unter dem Schutze von Venedig. DieFreyen sammeln und schützen sich in Städten und Märkten. Zustand' des Lhristenrhums. Kaiser Carl der Große theilte die Gegenden an der vbcrn Drave, Save, Kulpu, Sotscha (Svmius) und an der Aurelius ex/vsr. Ub. 7ll. ex. 20, tib. V- ex. IH. x^indsi-cl sä -INNUM828- Valvasor. I'orn. ris. tib.xr, xax. ^anuscrixta ?rovinelss LsrnioUs:. 25 der nördlichen Küste des Adriatischen Meeres in Gaue und Marken. Es entstand ein Gau Kraina (Oorejna, Loring, (lorausko?) Es entstanden die Marken Met, lik, Poik, Karst und Istrien (Metlika, kivka, Xr33, lstrig) , eine Win di sche Mark (Slovanska stran), welche dir noch übrigen von Slawen bewohnten öst¬ lichen Gränzen im heutigen Unter-Krain und Unter-Steyer sammt der Mark Metlik begriff. Daher behält der dort er, zeugte Wein noch immer seinen Nahmen M a r wein (March, wein , Mark,Wein) Görz hingegen war damahls ein Thcil des Herzogthums Friaul, und nachher der Mark Verona; Triest aber, welches eine den Italienischen Städten dieser Zeit ähnliche Verfassung hatte, stand in Verbindung mir Venedig. Die vorher genannten Gaue und Marken wurden der Hoheit verschiedener benachbarter Herzoge untergeordnet. Jeder Herzog war nach der Karolingischen Verfassung der Heer¬ führer einer besonders Völkerschaft, und da jede Völkerschaft ihre ursprüngliche Verfassung beybehielt, so mußte jedem Herzo¬ ge ein in den Landrechten erfahrner Oberrichter und ein Land¬ richter zugeordnet werden. Jener hieß Pfalzgraf, hielt sich in der Pfalz (l'-rlAtium), das ist, in dem Hauptorte oder in der Residenz des Herzogs auf; dieser hieß L a n d g r a f, und sprach bloß über die unter ihm stehenden königlichen Beamten das Recht. Die Wend ischen Herzoge, auch wenn sie aus Deutschem Geblüte stammten, mußten als Stellvertreter der Windischen Völkerschaft in Slawischer Sprache selbst vor HektisrSi Lescliictite siier IVsnäiseti-ZIsrvisctien Ltssten. 8. IV. xsx. iF, et siibi xsssiin. dosckickte 6es Krbksisertk. Oe- sterreiok. Loronini ärmstes 6orit. IHn, et lentsmen xe- itesioxieo 7 elironol. Ocdlisräi 6e§e!iicdte stier Wenäizcti- Lisvvisctten Ltssten L. IV. Leite >8- 6esck. Ser Lrbksis. Oesterr. Loronini ioo. cit. 6ei>!isräi 6eneaioxisciie 6esc!i, R. III. , Leite H.08 unä 6escli. siier IVens. LIsrv. Ltssten 8. IV. Leite IZ. Ilmrest. Ldron. Lsrrntd. in Us!m cotteÄsn. monumeqtor. 1. I, xqx. 48Z. 26 vor dem kaiserlichen Richterstuhle und in Deutschen Reichs« Versammlungen ihre Vorträge machen. In den obgenannten Gegenden behielt Carl sich selbst einige Lezirke bevor, wo er Meierhöfe, als zu Lak, Veldes, errichtete; andere Striche wies er seinen Ge¬ treuen, den Ministerialen, Heeresführern und den schon früher angesessenen Provincialen' als Lehen an. Die Slawen waren ihre Leibeigene (mgncipia) und sammt dem lunciuZ in.-rtructus ein Eigenthum der Herren. Die jährliche vom Grundherrn vorgenommene Ba ust ift (plg- citatio) bestimmte dem Grundholden die anzubauenden Gründe. Diese freye Stift überging mit der Zeit in eine Miethe, wobey dec Erbhold von dem Herrn entweder auf einen Leib, oder auf die ganze Nachkommenschaft, doch mit dem Vorbehalte des Obereigenthums und des Heimfal¬ lens , eine Hufe zur Nutznießung bekam; wofür er bestimmte Zinsen und Frohnen zu leisten, und auf der Hufe zu bleiben angelobte. Nachher vereinigten sich die Herren und Eigenthümer, Ministeriales und ProvincialeS nach Verschiedenheit der Gaue und Marken in eben so viele Körper, und ihr Einfluß in die öffentliche Verwaltung wurde unter den Nachfolgern Carls desto bedeutender, je mehr das Lehnsystem Wurzel faßte, und dadurch das Ansehen und die Macht der Geschlechter wuchs, worauf das große Gebäude dec Fränkischen Allein¬ herrschaft gegründet war. In dieser Verfassung hatten die Stände der alten Mark Kraina, der Windischen Mark, dec Herrschaften Metlik, Poik, Karst,«Istrien, und der nachmah» ligen Grafschaft Görz ihren Ursprung. Die Land es stän¬ de bestanden anfänglich ausGrafen, Herren, Rittern und Knechte n. Alles was sich in dem Ausdrucke Landes« Angelegenheit begreifen läßt, gehörte in den Kreis ihrer Wirk¬ sam, Danäsedatrt. Ntrain. M33, Lbronlea, ^nnates, et Oiotomst«, bl ^488. krov. Lari). 27 samkcit. Später wurden die landesfürstlichen S tä d te, und die ansehnlichsten Diener der Religion entweder aus Achtung gegen dieselben, oder weil sie angemessene Realitä¬ ten besaßen, in daN allgemeine Mitleiden der LandeSanlagcn gezogen, und mit dem Vorzüge eines LandmannS beehrt. Noch vor Rudolph I. vereinigten sich die gemeinen F rey e n in Städten und Märkten; zu diesen gesellten sich die freyaclasscnen Gasin den, welche als Gesinde im Gefol¬ ge ihrer Herren waren, und sich non ihren Eigenlhümern entweder vermittelst der Leibstcuer loftten , oder wegen treuer Dienste fteygegebcn wurden. Hier schuhten sie sich durch Mauern, und trieben Gewerbe und Handel. In geistlichen Dingen reichte die Diocese des Patri¬ archen von Aquileia bis an die Dravc, nachdem die Lehrer dieser Kirche die Slawen unserer Gegenden allmählich zum Christen! Hume bekehrt hatten. 2) Kram wird im IX. und X. Jahrhunderte theils von Slawischen, theils von Fränkischen und Deutschen Fürsten in Ordnung gehalten. Ky¬ rill befestiget das Lhristenthum in einem Ttzrr- le von dem heutigen Krain. Nachdem die Avaren i. I. 796 gedemüchiget waren, hielten sie sich zwischen Sabaria in Pannonien und dem Lan¬ de der Wenden ruhig. Allein nach einiger Zeit brach zwischen ihnen und den Wenden ein Krieg aus. Carl der zri Große endigte ihre Feindseligkeiten durch einen Heereszug, und der Avarische Chan Zaukus, der Slawische Fürst Tudun, und einige andere Slawische Großen mußten im folgenden Jahre zu Aachen..vor dem Richkerstuhle des Kai¬ sers H188. kro>". ^arn. Hansir Hermani» sacr.i. lorn. II. xzx, 120, krav ^nnAles veteres Nunnoruin, ^.vsrum et Hun- xaroruvi 289, un6 seine LexveissteNen. 23 serS erscheinen, wo sie von ihm die Bestimmung der Grän, zen ihrer Länder bekamen. Zu dieser Zeit kommen die Nahmen einiger Wendischer Fürsten, eines Wojnimir, Ratimir und Liudewit vor, welche damahls noch mächtige Slawen, aber doch schon Glieder in der Kette der Fränkisch, Deutschen Verbindung waren. 8gi Der Mährische Fürst Priwi n n a nahm nebst stinem Sohne H-zil seine Zuflucht zu dem obgenannten Wendischen Herzoge Ra tim ir, oder Rarimer, Ratimar, dessen Ge< biekh an der Drave lag; darauf flüchteten sie sich weiter über die Save zum Fränkisch-Deutschen Markgrafen Sala- cho, der wahrscheinlich in den Gegenden Krams, in der Windischen Mark seinen Sih hatte. P r i w i n n a, der sich schon früher zu Trasinaur an der Donau hakte kaufen lassen, wendete alle seine Aufmerksamkeit auf die Bekehrung seines Volkes, und erwarb sich die Gunst der Geistlichen, welche ihm vom Kaiser einen Thcil vop Pannonien an der Save verschafften. Er brachte sein Land in Ausnahme , machte Einöden urbar, und unterstützte die Künste. Oer König Ludwig schenkte ihm nun sein in Aufnahme gebrachtes Land; Priwinna besaß demnach ein beträchtliches Gebieth, zu wel, chem die Ungarischen Bcrastädte, etwas von Ungarn , ganz Slawonien, und Vieles von Steyermark und Krain, viel- leicht auch ganz Kärnten gehörte. Ihm folgte sein Sohn Hezil (Hczilo, Kozel, Kozil, Ehvzil). Dieser besaß die Feste M d se burg unweit Petau :n der Steyermark, welche sein Vater erbauet hatte, und welche nachher der vornehmste Sih der Karantanischen oder W i nd i sch en H erzog e war. Kozel war einer der drey Awnsles NertirÜLNi sä snn. tzly, §20. äe l7c>»vek- sions Osrentsnnr. s->uä äu Lkssne. w. II. xsx. 220. änn. 8ert. er änoN)-inus, qui suprs. krölioii 8v-cimcn Lrclionto- Ic»§iL Larinck. ?. I, xsx. 20. 29 drey Slawischen Kn e sen (Fürsten), welche durch eine seyer« liche Gesandtftbast inConstantinvpel den Zaren (Kaiser Mi« chael III.) bathen, daß er ihnen sprachkundige Leh, rer schicken möchte, um sie in dem Christeuihume gründlich zu unterrichten. Die Brüder Methodius und Con¬ stantin (nachher Kyril los) fanden sich auf die Äusser, derung des Kaisers willfährig dazu, und gingen in daSSla- L§Z wen land zu den Knesen Rost islaw, Swatvpluk und Kozel. Sie machten ein S la w i sch e S A l ph a b et, übcr- setzken die Bibel, lehrten und lasen die Messe in der Landes- spräche, und die Slawen hörten sie lieber an, als die Deut¬ schen und Italienischen Priester, welche nur durch Dolmet¬ scher mit ihnen sprechen konnten. Dem Hezil folgte B ra zlaw oder P r i z n o sl aw als 880 Herzog der Wenden an der Drave und Save in einem Thei- le von Krain und der Windischcn Mark, und also als Herr des Landes, welches Priwinna besessen halte. Der Kraingau, oder das jetzige Ober-Kram, wel¬ chem die Verfasser der Urkunden im X. Jahrhunderte den Nahmen Ca rn io la, Carniolia, geben, und ihn dadurch von dem nördlich an Friaul liegenden Carnien unterscheiden, gehörte vermuthlich im Umfange eben dieses X. Jahrhunderts zu dem Herzvgthume Körnten (Carantonia). Das heutige Untcr-und Jnner-Krain blieb bey Istrien, und sammt die¬ sem bcy Italien. 3) I^ra"-rcz> von Scblülrer beraurxexeben. Ml>. I. n^tcs pulöenses in preberi -crixii- rer. xerm. zg -in. 88g- Oonk. ib. Lg Lnn, 89'-!- k-ebbLi-öi xeneslox. Oeseb. L. III. Seile Z90, ZY2 Unä 426, -Lwint -einen Levvei-steUen. 3« --—- 3) Zu Ende des X., und imXi. Jfththuttderte wird der Kramgau von öesondcnr Deutschen Grafen regiert. Entstehung der Grafschaft Görz. - 97L Kaiser Otto I. schte einen gewissen Cunno als Markgrafen dem Gaue Kraina vor. Dieser schlug seinen Sih zu Görtschach auf, und führte den Titel eines Graf n von K r a i n burg. Nach ihm finden wir die Nahmen von einigen andern Markgrafen des Gaues Kraina in den Scheu, kungsurkunden der Herrschaften Lak und Beides. Nühm- 974 lich Kaiser Otto II. schenkte dem Bischöfe von F r ey si n a e n für seine Kirche -inen Theil des kaiserlichen Cigemhums L g, ka (Lounca, Lonca, Luk) welcher zwischen den Büchen Sora , Schabinj« , Kvtaula, der Alpe Pctschana und der Krainer-Straße im Gaue Kraina in der Mark und Grafschaft des Grafen Popo (Papv) lag. Ferner in der Schcn- lloo4 kungsurkunde der Herrschaft Beides (ölc-ä) ertheilte Kai, ser Heinrich H. dem Bischöfe von Geben, nachher von Brften seinen cigenthümlichen Meierhvf Veldes, welcher in der Grafschaft desW a til 0 im Gaue Kraina (in xa- Av LUrsins, Lkrains, Orsin») gelegen war. In einer Urkunde v. I. 101 l nennt Heinrich einen Ulrich als Gra¬ fen in der Mark Kraina, i. J. 1O42 den Grafen Eber, hart in eben dieser Mark, und i. I. 106z nennt Kaiser Heinrich III. Kraina eine Mark des Grasen Ulrich. Die ersten Grafen von Görz kommen erst im XI. Jahrhunderte vor; denn das Land Görz wurde zwar i. I. 1077 zum A.guileischcn Patriarchate gelegt, allein bald darauf einem Grafen zu Lehen gegeben, der sich darnach ei, nen Grafen von Görz nannte. Später kam Görz an die Grafen von Eppenstein, und wurde dann unter Ma in hart II. oder III. mit Tirol vereiniget l.J. rn^z. 4) ll'billbeex »a Kunc annurn. Loronini. Licruenxesclüclue. 4) Die Bestandtheile des heutigen Herzogtums Kram sind im X!., XII. und XIII. Jahrhun« derte, und zu Anfänge des XIV. unter ver¬ schiedene Herren verteilt.,, Nachher kommen sie allmählich an das Haus Österreich, nachdem Leopold vil. schon früher den Grund dazu ge¬ legt hatte. Görz, welches eine Zeit mit Tirol vereiniget war,, kommt wieder an seine Grafen; Triest aber zuerst und auf immer an Österreich. Sighart, Patriarch von Aquileia , erhielt die 1077 MarkgrafschaftKraina nebst den Grafschaften Ist- rien und Friaul , von welchem lehterri Görz einen be- trachtlichen Theil ausmachte , vom Kaiser zwey Mahl zum Geschenke für seine Kirche; allein Engelbert, Markgraf von Istrien hielt diese Gabe für eine Verletzung seiner Rech¬ te, erklärte sie für ungültig, und hielt den Patriarchen mit Waffen ab, sie in Lesih zu nehmen. So hatte nunJstrien seinen eigenen Markgrafen. Die übrigen Bcstandtheile der heutigen Landschaft Krain waren zwischen den Herzogest von Kärnten und Meran, dem Patriarchen von Aquileia und dessen Lehenmanne dem Grasen von G ö r z, dem Bischöfe von F rey si n g e n und dem H e r z v g e zu Ö st e r r eich vertheilt. Denn Peregrin, Patriarch von Aquileia , stiftete ein **4» Kloster zu Oberburg in der Steyermark an der Granze KrainS, und Heinrich, Markgraf von Istrien, schenkte eben diesem Stifte Oberburg einige Bauern zu Purebro im Lande Krain ; sie hatten also Besitzungen auch außer ihren Bezirken und Marken. Die Urkunde des Patriarchen ist merkwürdig, weil in derselben nebst dem Bischöfe Gcrvicus zu Concordia, die Bischöfe Dikmar zu Triest und Adam zu Emona als Zeugen unterschrieben sind, und darin das Land -1. Vrlvilssr I. "Nti. Leite Lloniment» oderburxensiL iriZZ. Land zwischen der Save und Drave mit dem schon früher und auch später üblichen Nahmen Saunia oder Saonia genannt wird. Um diese Zeit kommt auch ein Graf von Istrien Heinrich mit Nahmen vor, der von dem Stifte Freystngen die Güter und Schlosser , welche es in unscrw Lande durch Kauf an sich gebracht hatte, als Lehen erhielt. Ferner 12 iz wurde Otto, Herzog von Meran, vom Kaiser Fried« rich H. mit Krain als einem unmittelbaren Rcichslehen de« lehnet; aber von dem Patriarchen zu Aquileia gezwungen, i2Zk> dem Titel eines Markgrafen zu entsagen. Spater legte Leopold VII., der vierte Herzog von 1236 Österreich aus dem Babenbergischen Hause, den Grund zu den Österreichischen Besitzungen in Krain, indem er die an¬ sehnlichen Lehengüter deö SrifteS Freystngen in diesem Lan¬ de an sich kaufte. Sein Sohn und Nachfolger Friedrich II. vermehrte diese Besitzungen durch seine Heiralh mit Ag¬ nes, der Tochter des Herzogs von Meran, welcher gültige Ansprüche auf die Mark Kraina hatte; daher hieß auch Friedrich schon Herr von Krain , aber er bediente sich nicht ,2^ der vom Kaiser Friedrich II. erhaltenen Erlaubniß, Krain in ein Herzvgthum zu verwandeln. ,260 Nachher führte Ulrich III., letzter Herzog von Kärn¬ ten au« dem Hause Spanheim und Ortenburg, welchem be¬ reits das jetzige Ober-Krain ganz, und ein Stück von Un« ter-Kroin gehörte, den Titel eines Herrn von Krain, von der Mack Istrien, und auf dem Karste. Er harte sei« ,268 ncn Sitz auf dem B crgschlosse zu Lai bach. Sein Ge- bieth kam mit Kärnten an den König von Böhmen Otokar II.; denn dieser riß Krain stimmt Kärnten unter dem Vor¬ wan« Lescliickte Ses Lrbkais. Oestcrr. pax. iH. 6escd, 6es Lrbtrais. Oesterr. xux. 17. LeddarSI Lescti. stier ^VenS. 81. 8tsaten. L. IV. 8eile ly. z .iv!u>rts ti interlss seve 8cl> rist<:n^ 8gntin- xer 8ts»tsxescd. luner-veiterrejeds. xsx, 70, ckedlneräj ibj. üenr. VISZ- »lls. zz pande eines Vermächtnisses von Ulrich HI. seinem Vetter ,n sich, nachdem er e« durch Geschenke und Versprechungen -ahin gebracht hatte, daß Ulrich ihn zum Erben feines Her» jvglhumS einsehte. Nach dex Besiegung und dem Tode HlvkarS stellte Kaiser Rudolph I. Krain dem Reiche zu» 127z rück, in dessen Nahmen er eS auch einige Jahre theils selbst, thcils durch seinen ältesten Sohn Albrecht als Statthalter verwaltete; und belehnte seine Sohne Albrecht und Ru. 281 volph mit Einwilligung deS gesammten Reiches auf dem Reichstage zu Augsburg unter andern auch mit K r a in a. 1282 Das Land und die Herrschaft Istrien (Österreich) wie auch das Land und die Herrschaft W i n disch « M a rk sammt Me tl ik gehörten indessen den G r a se n zu G ö r z und Tirol; kamen aber nach Absterbcn des Albert, Gra¬ sen von Görz und zu Tirol, aus der altern gräflichen Linie, nach d. I. 1265, vermöge der gemachten Erbver¬ trage, an das Haus Österreich. Die jüngere Linie der Grasen von Görz behielt ihre Grafschaft sammt ihren ansehnlichen Gütern in Friaul, und sammt der wichtigen Schirmvogley über das mächtige Stift von Aquileia. Im Xl V. Jahrhunderte erlangte R udo lp h IV. Her» 1361 zog von Österreich vermög einer Erbverbcüderung die Win. dische Mark, und nannte sich einen Herzog oder Erzherzog von Krain. Endlich beriefen die gemeinschaftlich regierenden Herzu. 1374 ge zu Österreich und Brüder Albert III. und Leopold III., der Biedere, die Stände von Krain, von der Win¬ de-' Lrkksi-, Ve-teir. xrg. 1b. j>sx. 17. 1b. paß. rZ- t-E- sesdansvcst. Von Lraio. Widert Or. rn 6oe?. u. 1'irol. ß«. xcd- Heuinaekt in ser »m Leiedtex nsck 8t. 1363. Ibisem: senen ra Vsterreieli. tiek. kriäricken 144g.. 6ebln>räi Leseij. sller Wens. 81. 8txaxS L. IV. 8eite ly. Ili-Kunse Elverts , I.Lidacli 1,374- vrkanäe I.eoxoUs, l-aibdok Lin vitnrts- ricdskiiF 1374. Gesch. ^exz. Rrain. Z4 dr'schenMark, von Metlik, von der Polk, dem Karste eu^d von Istrien nach Laibach zusammen, uw von ihnen d!r>'<>v. Osrn. V, Itexert. lit. 2'riest. Lxisc. cdtvn, ikivi exiseoxillis l-sbae. . ---- ZZ O. Kram sammt den einverleibtcn Marken, Graf¬ schaften und Herrschaften, auch Triest, Fiume und nachher Görz ununterbrochen unter den Herzogen und Erzherzogen zu Oesterreich aus dem Erz- ' Hause Habsburg. Don Albert III. und Leopold III. bis Maria Theresia, v- I. iZ74 — 174« — Z66 I. 1) Diese Länder werden unter den Herzogen und Erzherzogen zu Österreich gegen die Türken und Venetianer gesichert, und überhaupt ihre Wohl¬ fahrt immer mehr befördert. Jdria wird ent¬ deckt, die ansehnlichen Besitzungen der Grafen von Lilej in der Windischen Mark, auch die Grafschaft Görz kommen an Österreich. Gott¬ schee wird mit Deutschen, die Krainisch-Kroa» tische Gränze mit Vskoken bevölkert; eine or¬ dentliche Kriegsmacht unterhalten; der Grund zu einem verhältnißmäßigen Steuerfuße gelegt, und Kratn zu einem für sich bestehenden Lan¬ de gemacht. Die Festung Larlstadt, das Ge¬ stüte ZU Lipiza werden angelegt. Durch die Verbesserung der Urbarien steuert Erzherzog Larl den Unruhen des Lankvolks. Die Lan¬ destruppen zeichnen sich öfters im Felde aus. Kram, „Görz und das Küstenland werden zu Inner-Österreich gerechnet, und die Grafschaft Gradiška errichtet. Seit der obgenalinlen Huldigung blieb Krain (Krama) sammt den einverleibten Ländern bis auf unsere Zeiten beh dem Erzhause Österreich, Bis in das XV1H. Jahrhundert C 2 pfleg- LestLaglz« Obs«rväa7. ur-ä öle ÄrbliLUaizungSLete. pfl-qke dasselbe nach dem Antritte einer jeden neuen Regte, runa die E r b h u l d i g u n g von den zu Laibach versammel¬ ten Standen aller Gaue huldreichst anzunchmen. Die Lar« desfürsten aus diesem Erzhaus- waren nun besorgt, nicht nur die äußere und innere Ruhe dieser Lander zu erhalten, svn, dern dieselben auch immer mehr in Aufnahme zu bringen, und ihre Wohlfahrt zu befördern. Es war zwar der Theil von Istrien an Venedig ge¬ kommen, welcher noch heut zu Tage dahin gehört; auch Hal, te der Herzog zu Österreich, nachher Kaiser Friedrich v. i4Z5 IV. (nach einigen Geschichtschreibern III.) eine langwierige b. 1442 Fchde mit Ulrich Grasen von Eilej, wahrend welcher die Städte Laibach, R u d o l p h « w e r t h, K r a i n burg, Laas u. a. viel litten. Auch Witowiz der Heerführer Ulrichs bedrängt-Krain, und eroberte viele Schlösser ; ec wurde aber dennoch endlich von dem Kaiser, welchem die Stände von Krain Hülfstruppcn zuschtckten , in der Feste Cilej bnwung-n. Friedrich bekam mit Ulrichs und Wito- wizens B-.stegung di- zahlreichen Herrschaften und Güler der Grasen von Sikcj in Krain und in der Windischcn Mark oder in Unter-Krain , und theilte sie der Landschaft Krain zu. Außer dem waren auch di- Länder wider die räuberi« v ,4Sy sthen und verwüstenden Ein fälle der Türken so gest- b' 1475 ch-rt , daß die wiederhvhlcen Feindseligkeiten derselben jed-r- wir mit-Krast und Nachdruck zurück gewiesen wurden. Die Bau-rngemcindcn fingen an zur Sicherheit die Kirchen zu befestigen, das ist die Tabor anzulegc«; und zu diesem Ende wurde später eine Art von Telegraphen, das ist, die Kräut feuer (germü6->) errichtet, um den feindlichen Ein¬ fall in wenigen Stunden im ganzen Lande bekannt zu machen, und Anstalten dagegen treffe" zu können. Die Türken wie« der- vcsokicdte von liarntcn. XVien l>e^ MkLttner Fvo. 178t- ?ax. 72. Valvasor m. IV. tik. XV. c. 9. Valvasor ud, XV. 27Z- ». et alibi passim, 37 derhohlten ihre Einfälle in den Jahren 14Y2, 1^27, iA2F und 1A84, wurden aber jedes Mahl glücklich zurück ge¬ schlagen. Ein reicher Ersaß für alle diese widrige Zufälle war um d. I. die Entdeckung des ergiebigenOuecksilberbergwerkeS Idria , 14S7 welches,i. I. 1527 wider feindliche Anfälle befestiget, und 1A78 vom Erzherzoge Carl zu Oesterreich den Gewer¬ ken abgckauft wurde. Es ist seit dem ein Eigenkhum der Hoskammer sammt der Bergstadt und Herrschaft gleiches Rahmens. Kaiser Maximilian I., Erzh. zu Österreich und Her« i-mo zog von Kcain, erhielt die Grafschaft Gvrz, nachdem die jüngere Linie der Grafen zu Gvrz, mit welcher Öster¬ reich schon seit dem XIV. Jahrhunderte in Erbverdrüderrnz stand, in der Person des Grafen Leon hart erloschen war. Zur Beförderung des Wohlstandes und der Negierungsein¬ heil dieser geerbten Grafschaft machte Maximilian gute Ein¬ richtungen in derselben; unter andern führte er die ständi¬ sche und städtische Verfassung so ein, wie sie in den übrigen Österreichischen Erblandern bestand. Als Triest von den Venetianern zu Master und!°zu iLvK Land belagert wurde, verwüsteten dies- das Land umher, und verursachten eine große Hungerönoth in der Stadt; wurden aber von den Truppen der'Österreichischen Lander, welche Maximilian zu Hülfe schickte, bald wieder verjagt. Eben dieser Kaiser übergab beyläustg im nähmlichcn Jahre dem Grasen Fridrich von Ortenburg zoo kriegs¬ gefangene Familien aus Franken und Thüringen, um ste in der Gegend Gottschee (No?ksvjs) anzusiedeln , und die dortigen Wälder urbar zu machen, Er Valvasor lib. HI. pzx. Zy6 et ssqg. lik. iV. paz. ,gt>A se-iq. Zornes dorvninl in lastis Oorit. in Fonealox. annalibus. I^konrrs Lkrön eIri§o- I^sbLe, in aänor. sci suurn rium. 38 -—-- izrZ Er schaffte auch die Juden gänzlich und für immep aus der Stadt L a i b gch ab. ' Krain (Kraina) aber, wel¬ ches vorhin nach einem landstandischcn Ausdrucke nur eine izi6 Herrschaft gewesen ist, hat er in Rücksicht der dem Hau¬ se Österreich jederzeit treu geleisteten Dienste zu einem Her- zvgthume erhoben. Um die S i ch e r h e i t d e r L a n d e rvor auswärtigen ' >I>8 Feinden auf eine feste Grundlage zu stützen, hielt Maxi, wilian nach einer mit Venedig gehabten Fehde zu JnnS, bruck eine Versammlung, wozu Abgeordnete seiner Staaten erschienen. Hier wurde darauf pngetragen, daß man eine prdentlickeKriegsmacht halten soll. Es wurde folg, lich untersucht, wie viel jedes Land jährlich dazu beytragen könne; und diese Untersuchung war der Grund von dem darauf festgesetzten ^Verhältnisse zwischen der Legül« t u n g und Abgqb e. ' Um die Verfassung der i. Z. 1Z74 vereinigten Stan, de und Lande dauerhaft zu machen, errichteten Kaiser Cars V. und der Erzherzog Ferdinand einen Erbvertrag, und 5"" vereinigten auf ewig die W i n d i sch eM ax k, die Grafschaft Metlik, diePvik, die Markgrafschaften und Herrschaf¬ ten Istrien und Karst mit dem Lande und Herzvgthume Krain. So ward Krain ein für sich selbst bestehende- g esch l o sse n c» L a n d im heutigen Sinne, und wurde seit dem obigen Vertrage bis zu Ende dieses Zeiträume» in fünf unter einem L a n d e S h a u pt m a n n e stehende Theile, das ist, in O b e r - U n t e r - M i k t el < J n n e r - K r a i n und Istrien getheiit. Eben so viele Hauptleute pflegte man nachher Key dem Aufgcbvthe über das aufgebothene Landvolk zu ernennen. Auch waren die Landesfürsten um die Pflege der Ge¬ rechtigkeit besorgt, und Ferdinand hob die sämmtlichen Su¬ pon, Hvkunäe «Ze 6ato sin neuen ^akrestsF. HsZ. I»rov. Oarn. Vrb-- verernjxunxsbrisF, Brüssel äen 16. Hlsrr. Zy p «n, G ericht«, die er gefährlich nennt, in Istrien auf; 1L2A damit, wie er sagt, in Rechten Jedermann gefördert wer, de; und wieg die Parkeyen an das S chran nengerichx zu Laibach an: so wie schon Maximilian I. die Supan, Gerichte in der Windischen Mark aufgehoben, und die 1494 Partcyen an die Landschaft in Krain angewiesen hakte. Später hak Ferdinand zwischen dem Lande Gör; und Krain entschieden , daß die Herrschaft Wipbach der Land, IZ27 schäft Krain einvei leibt werde. In diesem Zeitraum- waren Fiume und Triest den Krainischen Land.und Hofrechten untergeordnet; Fiu¬ me zahlte die Evntribukion zur Krainischen Landschaft und eine landcsfürftlichc Verordnung v. 26. Nvv. iHZY nimmt für bekannt an, daß Triest und Fiume im Lande Krain liegen, ' Einen Zuwachs an Bewohnern erhielt das Land durch nm dw Bskvken (Entsprungene, vslrvki), welche sich aus Ser, '5L3 h i e n vor den Türken flüchteten, und endlich Wohnsihe im Uat-r-KrainischenGränzgebirge gegen Crvalien und bey Mek« lik erhielten. Sie sind der Griechischen Kirche zugethan, und verrichten den Gottesdienst in der Slawischen Kirchensprache. Erzherzog Carl (aus der Stcyermärkischen Linic) ver, 1^71 beflerte die L a n d sch r a n n e n o r d n u n g, und ließ die v. 157^ Gränzfestung Earlstadr in Kroatien aus Kosten und zur *277 Sicherheit der Länder Krain und Kärnten anlcgcn. Eben dieser Erzherzog hak zur Veredlung des PserdegeschlechkS daS Gestüte zu Lip izu auf dem Karste angelegt, welches bis aus .ar-divum krov, Orn. keveketi krrti. P,!rctin-!n6l, xezsd. dieuLts>ae 14. gupü IA2Z. tprcliiv. krov. c-rn. Re^rlcil kd- I>laxiiN. bete, äie Lbstellunx äer 8ckübcommi5sion uaZ idlevv kre^Iisit. §ub an. 1494- Dntsdikö. 4- OLo'v. IA27 e kVlSS. krov, prediv, krov. e»rn. Vslv->;or k. Il) pzx. 1Y2- prediv, krov. 6»rn. 8iokiolber?s kinrzumunx gen Vskok-N öe snno IFZA. Oe ästo 6r»tr a. «z. d18S, krov. 6»rn. auf den heutigen Tag noch bestehet, und stimmt einer gleichen spätcrn Anstalt zu Prestranek seinem Zwecke ganz cnt- spricht. Noch mehr aber war er durch die Be rb esseru n g der Urbgrien um die Erhaltung der innern Ruhe be¬ sorgt, da stic d. I. unruhige Bauern sich mehrere Mahle mit bewaffneter Hand den weltlichen und geistlichen Obrigkeiten widersteht, und A ufr u hr (Uunr, Puntnuß) um wider sie erregt hatten. Seit dem Carl die Urbarsten »er« bessert hat, Hörle man weiter von keinen Klagen des Land» Volkes, Dle unter Maximilian I. vorhin cingesührte Kriegs- ordnung zeigte ihre wohlthatigen Folgen , als die Krainer unter ihrem Heerführer Andreas von A u e r S b e rg den Hassan Pascha von Bosnien dev Gißet auf das Haupt schlugen; ja sogar später, als das Erzhaus Österreich in v. 1612 eine Fehde mit Venedig verwickelt war, und das Küsten-und H. 1647 GrZuzland von Görz, Triest und Krain durch die Feinde viel Ungemach leiden mußte, vcrthcidiglen sich diese Länder mit ungemeiner Tapferkeit. Awev Mahl war Krain stammt Stchcrmark und Kärn¬ ten in diesem Zeiträume von Österreich abgerissen, und von einem besvndern Herzoge des Habsburg--Lstcrreichischen Hau¬ ses regiert, nähmiieb v. I. 1406 bis 1464, ugd v, 1^64 bis 2619. In diesem lehtern Zwischenräume bekamen die oben genannten Lander den gemeinschaftlichen Nahmen In, ner-Österreich, 1647 Kaiser Ferdinand II Ist sonderte von der Grafschaft Görz einen kleinen Theil jenseits des Flusses Svtscha (Son- tius, l'Jsvnzo, Jsnih) oh, und errichtete daraus für die Fürsten venEggenberg die GrafschaftGradiska. 2) Lrcbiv. krov. 6srn. Vrbaris. Vatv-sor x-rrim. Xrcbiv. krov. Z) Versammlungen der Landstände; diese errichten eine verordnete Stelle, haben bcy der Regie« rung einen Stellvertreter und einen Hvfrath. Z.ie Städte und der geistliche Stand werden zum Amte eines Verordneten zugelaffen. Eine neue Ordnung der Verteidigung des Landes wird eingeführt, und im Notfälle die Land« wehr angeordnet. Schon früher pflegten die Stände ihre Versammlungen öfters im Jahre zu halten; entweder einen Landtag, wv- Key sich alle versammelten ; oder einen offenen Aus¬ schuß, eine minder allgemeine Versammlung aller im Orte anwesenden Stände; oder einen engen Ausschuß einer gewissen Zahl der Mitglieder : allein da sich die Geschäfte immer mehr häuften , wählten die Stande im Anfänge de» XVI. Jahrhunderts zur Besorgung der ordentlichen und täg¬ lich verkommenden Geschäfte einen beständigen Ausschuß, des¬ sen Mitglieder nun Verordnete heißen , und die Ber, ordnete Stelle bilden. Auch erhielten die Stände vom rzio Hofe das Recht zu der erblandischen Regierung einen Stell¬ vertreter unter dem Nahmen Regent, und bald darauf zu der für die Erbländer errichteten Hvfstelle einen Hofrath iZiz aus ihrer Mitte vvrzuschlagen. Vermöge des Vorrechtes, welches den landcSfürstlichen 1Z7Z Städten justand, wurden auch Männer aus dem Bürg er¬ stände zu der Würde eines ständischen V ervrd nete n zu¬ gelaffen; und als die Reformirung der Religion eine der Michligsten Angelegenheiten der Stände war, wählten sie auf Be- pbservaar, I-anStaxsschIüsse rtrclilv s stzaSIseltes) anckere M88. Valvasor passim, et lik. IX. pax. KZ et 122- ^uxsburxer Libell Sie künk nieckerüsterr. I.anöe betret, v. 6. g. Ians- druger I-ideU v. g, lAItz. Lancktagssciiluls. v. Alarr IL75- 4- ihyS Befehl des Erzherzogs Carl einen Verordneten aus dem geistlichen Stande, woraus noch keiner bisher zu diesem Amte war gezogen worden. Kraft der Landesvertheidigungsordnung ruhte die ganze Last der Berthcidigung wider Venedig und wider die Pforte auf den Ständen und auf den Landeskraf-- ten gemeinschaftlich mit den Ständen von Aärnten; allein nachdem die übrigen Europäischen Staaten ihreKrjegseinrich, tung im XVI, Jahrhunderte geändert haben, wurden stakt deö AufgebothS stchendeKri'cgSheerc errichtet, und dis Stellung zu Kriegsdiensten tauglicher Leute eingeführt. Doch both man auch später das Landvolk Key dringender Fein« *735 desgefahr auf, und gab Befehle, militärische Offiziere zu er« nennen, welche das gemeine Volk auf dem Lande in Was« fen üben sollten ; auch machte man den Bürgern der Städ¬ te und Märkte diese Übung zur Pflicht. z) Der Handel und der Wohlstand werden beför« dert, Heerstraßen angelegt, und die Save schiffbar gemacht. Der Wohlstand hat Einfluß in die Veränderung der Sitten. Der Handel über Triest und die übrigen Seestädte nach dem Jn-und Auslande hat sich in diesem Zeiträume nicht nur behauptet, sondern auch immer mehr gehoben. Zum Behufs des Verkehrs dienten schon die alten La ndstra« sten, welche der LandeSsücst !. I. iZAft zu erweitern be« fahl, und die von dem Erzherzoge Carl (aus der zweyten oder Sleyermärkischcn Linie) auf eigene Kosten über den L o i» del (k^uhol) erbaute Straße; aber besonders trugen dazu bey die unter Kaiser Carl VI. angefangenen und regel« mäßig gebautenHeerstraßen nach allen Hauptrichtun« gen Innsbrucker I.ibelt sie vetensionsorsnunx betreff. SI88. krov, Larn, öe 6eto II. OÄob. 17ZL. prediv, krov. gen unserer Lander; dle Erhebung der beyden Seestädte 1717 Triest und Fiume zu F reyhä v en, und di- bald dar. auf unternommene Schiffbarmachung des bisher nur für klci- *73» ne Schiffe offenen Save. Stroms. Der Handel beförderte den Wohlstand des Lan. des, besonders der Städte Triest, Laibach und Fiume; der Wohlstand aber äußerte seinen Einfluß in die Sitten. Es blieben zwar die Sitten und das Eigenthümliche der Bewohner im Ganzen genommen der alten Einfachheit ge, treu; jedoch fing man an fr em de Bequemlichkeit en ken, neu zu lernen; Laibach verschönerte seit d. I. i6za seine Gebäude immer mehr; allmählich verließ man seit l66c) die alten Bergfchlöffer, und baute sich bequemere Land¬ häuser in der reihenden Ebene; D eutsche Schauspie¬ ler ließen sich zu gleicher Zeit zu Laibach sehen, und die Landschaft pflegte sie großmüthig zu unterstützen; man blick¬ te bald darauf über des Nachbars Feld weiter hinaus, und bestellte sich, wöchentlich gedruckte so genannte Ordinari- Zeitungen. Die Kleidertracht des Landvolkes änderte sich noch nicht, aber die alte Landestracht der Herren und der Städter fing an, der Fränkischen Tracht zu 167» weichen, und der Laune ihres ewigen Wechsels zu fröhnen. 4) Das Bisthum Laibach wird gestiftet. Schick¬ sale der endlich abgeschafften Lehre des Martin Luther. Kaiser Friedrich IV. stiftete das Biüthum zu 1460 Aaibach, dessen Bischof unter keinem andern Metropoliten stehet, sondern unmittelbar dem Papste zu Rom nntcrgeord- Eist. Die VUv.-or lid. XI. pgx. 70Z et lomo III. x»x. 4. lUizldci-e »ck »n. 1670, prediv. krov. >188. krov. »N „n. l66s, «t ss »n. 1674. N'bslberx »ä ki. -wnum. 44 Die Bischöfe von Laibach erhielte» später vom Kaiser Carl V. den Rang eines Fürsten des heiligen Römischen Reichs mit dem Titel S r. fürstlichen Gnaden. Während die Lehre des Martin Luther sich in Deutsch- land immer mehr und mehr ausbreitete, fing auch In Krain der Priester und Stiftsherr Trüber an diese Lehre zu pre¬ digen. Unter ihm und seinen G-Hülscn und Nachfolgern ist die Zahl der Anhänger dieser Lehre Key den Herren und Bürgern, ja sogar bey dem gemeinen Landvolke nicht unbe- »6Z0 trächtlich gewesen; bis endlich nach Verlauf eines Jahrhun¬ derts alkmählich alle Verbreiter derselben, welche verschiedene Schicksale erlitten hatten, aus dem Lande geschafft; die An¬ hänger aber entweder bekehrt, oder auch vertrieben wurden. Z) Wissenschaftliche Anstalten, Künste, eine Buch- , druckercy, die Akademie der Operosen und ei- r ne philharmonische Gesellschaft werben unter - den Erzherzogen zu Österreich und Herzogen von Krain eingeführt, und von den Landstan¬ den unterstützt. Unter den Landesfürsten aus dem Erzhause Habs¬ burg fingen die Wissenschaften und Künste an be¬ kannt zu werden, und wurden allmählich eingeführt. Zuerst erlaubte der Erzherzog Ernst dem Magistrate zu Laibach öffentliche Schulen für die Jugend an der Nikolai- Kirche zu errichten. Im XVI. Jahrhunderte errichteten die Landstände mit landesfürstlicher Genehmigung dieLatei Ni¬ schen Schulen zu Laibach, welche in der Folge zu einer Akademie erhoben wurden. Als nachher die protestan¬ tische Religion sich ziemlich stark verbreitete, und ein großer Theil des Adels sich zur AugSburgischen Confeffivn bekann¬ te, führten die Landstände, welche der prvtcstantischcn Lehre zu- Vslvasor, ot 5I8Z. pudNes. rbUberz rs d. annum. zugethan waren, eine Schulordnung nach protestanti¬ schen Grundfüßen ein ; stellten den Dockor Nikodemus IL84 Frisch! in als Rector an, besoldeten nebst ihm vier Leh. rer und einen Gehülftn, und ernannten Schulaufseher aus ihrem Mittel. Doch hatte diese Anstalt eine kurze Dauer; denn bald darauf führten die Römisch- katholischen Stände dieJ esu kten zu Laibach ein, welche die Lateinischen '596 Schulen übernahmen, und durch die Freygebigkeit der Land, stände im folgenden XVII.Jahrhunderte drey Philosoph!. sche Lehrkanzeln errichteten ; zu welchen kurz darauf noch 1704 ! einige theologische hinzu kamen. Schon in der Milte des XVI. Jahrhunderts wurde ta6r die erste Buchdrucker-» durch Trubers Bemühung zu Laibach angelegt. Johann ManliuS (Mandel) druckte auch Windi sche Bücher mit Lateinischen Schriften. Un¬ ter andern wurde ein Katechismus in der Deutschen und Windischen Sprache für die Schüler der Lateinischen Schulen, und ein kllsmentars I^sbaceuss lateinisch, deutsch und rvindisch heraus gegeben. ManliuS hatte keinen Nachfolger, bis endlich über ein Jahrhundert die Landstände dem Johann 1678 Bapt. Mayer eine B u ch d r u ck e r e y zu errichten und den Buchhandel zu befördern bewilliget, und ihn mit ei¬ nem jährlichen Beytrage unterstützt haben. Man findet keine Spuren, welche hinlänglich anzcig. ten , daß die Kyrtllische , oder die G l a g 0 lische Schrift je allgemein in diesen Landern gebraucht worden ,va- re; wvbl aber ist in Istrien und am Flanatifchen Meer¬ busen die Glagvlischc seit mehreren hundert Jahren bekannt und nur zu Tscherneml kn der Metlik wurde km XVI' Zahr- ' - LcdulorSnunx, 8- ^7, Saa Original ist in 6er I.7. cealbibliorkek ru I-aiback. Wrcd. krov. Valvasor 1>. ll. xax. 7>2 -eyq. >lS3. predivi l-rov. aS ö. ig. M. k. ». Scdreiden äe- «raten dl-c. kranzexani an äie ekrsanis l-allL- ackalt v. IL. dtov. d, ». 46 > Jahrhunderte die Kenntniß der Lateinischen, Kyrillischen uns Glagvlischen Schrift bry dem Schuldienste erfordert- Auch ist es nicht wahrscheinlich, daß die Windische Sprache vor Trüber je mit den Schriftzügen irgend einer Sprache wäre geschrieben worden, außer wenn man einzelne Wörter und Nahmen , oder kleine Bruchstücke etwa von übersetzten Bibelstcllen lateinisch geschrieben fände, und deß« wegen behaupten wollte, daß dieses eine Sprache schreiben heiße. Zur Zeit des Trüber also erschien die Windisch.Sli» um wische Mundart das erste Mahl öffentlich in Schriften ILZO und im Drucke, wie es Georg Dalmatin, noch bestimm¬ ter ober Trüber selbst gesagt hak. Zu Ende des XVII. Jahrhunderts wurde von den Landständen die Akademie der Oper osen zu Laibach r6§Z gegründet, welche in den ersten acht Jahren nur im Glitten wirkte, und sich Gesetze gab; nachher aber die Römischen Denkmahle aus dem alten Emona und aus andern Landes» gegenden aufzeichnete, und Laibach mit einigen Werken der neuern Baukunst und der bildenden Künste verschönerte. DaS meiste Vorzügliche, was Laibach an Werken der Kün, ste aufweiset, ist dem Geschmacke und Einstuffe dieser Aka¬ demie zuzuschreiben: die Dom-Ursulincr-und Peters-Kirche, Has Rath < und Priesterhaus u. a. d. -^70» Un diese Academie schloß sich eine philharmonische Gesellschaft an, und bildete mehrere geschickte Tonkünst- lec. Bende Gesellschaften starben mit dem Tode ihter erste» Mitglieder nach und nach ass, ungefähr bis j. J. 172A. 6) vslinrli»: Vorreäe lur übereetrtea Nlbel. I'ruder VorrsSs rar eruüaze reines üdersetrten 1'. lkübinzen 8v». I-indrrrs KacllLts. --4? 6) Gekehrte Männer: Herberstein, Bochorirsch, Hyppolirus, Trüber, Dalmatin , Irenes della Croce, beyde Söchnleben, Valvasor, Krall, Oglar, Zucchelli, de Fin, Banzer, Tbalnischer von Thalberg, Sigmund Graf v. Attems. Sigmund Frepherr von Herberstein, Krie¬ ger, Staatsmann und Gelehrter zugleich, gehört seiner politischen Wirksamkeit nach zwar der ganzen östreichischen Monarchie an, doch war er, wiewohl aus einem stcyer- märkischen Edelgeschlechte, von Geburt, und seiner Mut¬ tersprache nach, ein Krainer. Auf dem Schlosse Wip. bach, in dem glcichnahmigen Markte und Thale nächst dem Karste 1-86 d. 23. August geboren, schien er an¬ fangs seines schwächlichen Körpers wegen kein langes und thatenreiches Leben zu versprechen. Aber eine Wallfahrt nach Loretto, in Gesellschaft seines ältern Bruders stärkte die schlaffe Lebenskraft, und der Knabe konnte nun die Schule seines Geburtsortes besuchen. Im neunten Jahre kam er in die adelige Erziehungsanstalt des Propstes von Gurk, seines Anverwandten mütterlicher Seils, wo er den ersten Unterricht in der lateinischen Sprache erhielt. Zwep Jahre darauf wurde er nach Wien geschickt und be¬ suchte die Schule bep St. Stephan, eine der ältesten, wenn nicht die erste Stadtschule in ganz Deutschland. Viele ausgezeichnete Männer, darunter selbst der Cardinal Mat¬ thäus Lang, nahmen sich der unerfahrenen Jugend, des talentvollen Knaben an, und leiteten ihn auf seiner Bahn, wiewohl er ihnen weder anempfohlen noch anverwandt war. Im Jahre »4yy bezog er die dortige hohe Schule, und verlegte sich mit solchem Ernste aus die philosophischen Wissenschaften, daß er mit sechzehn Jahren nach rühmlich überstandener Prüfung zum Lacnaiaureus sssnlokopsschs et nrtium promovirt wurde. Seine adeligen Jugend- freunde neckten ihn deßhalb und nannten ihn spottweise Gesch. d. Lerz- Rrain. D Doc- -8 ---.- Doctor, Student, Schreiber; aber Herberstein ließ sich dadurch so wenig in seiner Liebe zu den Wissenschaften irre machen, daß er bey der bald darauf erfolgten Abreise von Wien seinem redlichen Leiter, Meister Georg Kaüenbcr» ger, die feyerliche Versicherung gab, er wolle sich nimmer» mehr von den Musen trennen, und wenigstens eine Stun¬ de im Tage der Lesung der Alten weihen. Er blieb seiner Zusage durch sein ganzes Leben getreu, denn noch in sei. ncm zwey und siebenzigsten Jahre, im Besitze der ersten Staatswürden, schrieb er: „Viele schämen sich dessen (deS Studierens), ich aber freue mich, und habe mich des La¬ teins und der Kunst nicht cntschlagen. L wie getreue Mei¬ ster und Lehrer ich da (zu Wien) gehabt! Gott gebe ihnen allen ewige Freude zum Lohne!" So dankbar erinnerte sich der edle Greis seiner Jugendlehrer. Im zwanzigsten Jahre nahm er Dienste in der kai- serlichen Armee, und machte den Krieg nut', welchen Kai¬ ser Maximilian I. eben damahls mit Venedig (>5o()) we¬ gen des verweigerten Zuges nach Rom, zu führen hatte. Der Lnccslgurorn>! Herberstein zeichnete sich gleich an- fangS so rühmlich aus, daß ihn Maximilian bcp einem Siegesfcste zu Innsbruck wegen seiner Tapferkeit sepcrlich zum Ritter schlug. Aber der scharfsichtige Kaiser entdeck» te in dem tapfcrn fungen Krieger gar bald den gewandten Diplomaten und einsichtsvollen Staatsmann, als welcher Herberstein in der Folge seinen Nahmen so berühmt ge¬ macht hat, und erachtete für zuträglicher, dessen Talente bey den eigentlichen Staatsgeschäften zu verwenden. Auch Maximilians Enkel, die Kaiser Karl V. und Ferdinand trugen ihm die schwierigsten Geschäfte an fremden Höfen auf und vertrauten seiner Leitung die wichtigsten inncrn Angelegenheiten. So ist es gekommen, daß Herberstein vom Jahre i5i(> — »556 fast ggnz Europa von Koppen» Hagen bis Neapel, von Barcellona bis Moskau mehrmals in diplomatischen Geschäften durchreiste, und mit den mci» Len Regenten seiner Zeit, mit dem Sultan Sulcpmann 11^ »i« -- wir mir den Bürgermeistern der frepen Reichsstädte per. sönnlich unterhandelte. Verewigt aber wurde sein Nähme vorzüglich durch zwep Sendungen an den russischen Zar, Waffilep Jvanovitsch, dazu Herberstein schon darum vor- züglich geeignet schien, weil er sich mittelst seiner Mutter, spräche den Russen nicht nur leicht verständlich machen, sondern auch die russischen Geschichtsquellen in der Ur¬ sprache studieren konnte. Rußland gehörte im Ansange des i6. Jahrhunderts zu den fast noch unbekannten Lair- dern Europa's. Als demnach Maximilian I. im Jahre Hcrbersteinen mit Aufträgen an den russischen Hof schickte, forderte ihn der berühmte Cardinal Matth. Lang, des Kaisers vornehmster Rath, auf, so viele Nachrichten über Rußland einzuziehen, als möglich wäre. Denselben Auftrag erhielt er auch von Ferdinand I. für seine zwepte Reise nach Rußland. Wie Herberstein dieser Aufforde¬ rung entsprochen, beurkundet sein Werk über Rußland: Alozcovfticarum Oommeaturii Viennuo i5y4, önmlo.ae i55l, dann Uoscovis Wien i55?, das er in lateinischer und deutscher Sprache herausgab, und dar- in er die Geschichte, Geographie, Statistik und Ver. sassung Rußlands, so wie die Religion, Gesetze und Sit- len seiner Einwohner meisterhaft schildert. Durch diese Werke ist Herberstein für Westeuropäer zweyter Entdecker Rußlands (wie ihn Schlözer nennt) und für die russische Geschichte fenes merkwürdigen Zeitraumes die Hauptquelle geworden. Adam Bochoritsch (Nnftnriz.ft) zuerst Schulmei. ster, hernach Nector zu Laibach, verfaßte die erste Windi- sche (Krainische) Grainmatik, welche unter dem Nahmen I!oru!i>6 eVrrticne zu Wittenberg gedruckt wurde. Ihn 1434 benutzte der Herausgeber der Orammatics-latino-^ei-- m»mac>-.I. 8., welche von den Geschichtschreibern Jnneröstreichs häufig angeführt wer¬ den. drn, Johann Gregor Thalnitscher von Thal» berg, geb. i655 zu Laibach, ein Neffe Schönlebens, war der Annalist seiner Vaterstadt, wie seine Lpitoiue cbrnnoio^icn continons res memorahilos urbis I^n- tiaeeusis (sssbuc-.i 1714) beweiset. Sigmund Graf von Attems, der (Kavaliere äi ^rancie in^euio, cloctrinsc et stetste iüuslris, war der Mittelpunct Görzerischer Geschichtsforschung. Er lieferte aus seinen reichen Samin- lungcn den Stoff zur Rudolph Coroninischen Chronik der Grafschaft Görz. F. Kram, Triest und Görz nach Abgang der männlich Habsburgischen Linie, und un¬ ter Erzherzogen aus dem Habsburgisch Lo¬ tharingischen Hause. Von Maria Theresia bis auf unsere Zeiten, v. I. 174a — 1809 ---- 69 I. ,) Maria Theresia sorgt unablässig für das Wohl unserer Länder, befördert den Handel zu Triest und im übrigen Küstenlande; ordnet den Steuepfuß, führt eine feste Landesver- waltung ein, vereinigt Gradiška wieder mit Görz. Ihre Nachfolger bauen auf der von ihr gelegten Grundlage fort. Görz wird mit Kram vereiniget und Fiume an Ungarn über¬ lassen. Schon in dem vorigen Zeiträume war die Wohlfahrt unserer Länder unter die Landesfürsten aus dem Habs» burgiüchen Erzhause immer mehr befördert worden; ver. gleicht man nun die neueste Geschichte dieser Lander mit der altern, so wird sich zeigen, daß Krain, Triest und Gvrz alle fene wohlthatrgev Anordnungen, welche ih« Der- Sr ———- Verfassung, di« Weg« der Gerechtigkeit, die Sicherheit , einen erhöheten Wohlstand, und die Veredlung des Gei. stes und HerzenS bezwecken, vorzüglich der weisen Gesetz¬ gebung der österreichischen Fürsten unserer neuesten Zeiten zu verdanken haben. Die ruhmvollen Thaten der Kaiserinn Königinn Ma- ria Theresia, womit diese zärtliche Mutter ihre Untcrtha- nen beglückte, werden in der Geschichte des Erbkaiser- Ihumes Österreich vorgetragen. Da sich ihre Herrscher¬ sorge über alle Crbländer gleich wohlthätig verbreitete, so genoß auch unser Land die beglückenden Wirkungen der- selben. Ins besondere aber beförderte die Monarchin» bald nach ihrem Regierungsantritte den Handel dieses südlichen Lheils von Inner. Österreich unter andern dadurch, daß t?4? stc daS Küstenland oder Litorale zu einem Commcrcial- Districte erklärte. Ferner suchte sie den Steuersuß ihrer Länder in Ordnung zu bringen. Das Rectifications - Werk dauerte 1?4y einige Jahre, und gleich darauf wurde die Contribution (novira) welche zur Unterhaltung der stehenden Kriegs« Heere gewidmet ward, nach dem neuen Steuerfuße einge« hoben. v. 174? Bep der im März 1747 ungeordneten Landesein. b- l?4y richtung ist die politische Regierung des Landes an die auf- gestellte Hof-Deputation (Repräsentation und Kammer) übertragen worden. Dieser wurden die neu errichteten Kreisämter unmittelbar zugeordnet. Aus dem Landes- hauptmännischen und dem Schrannengerichre wurde ein «750 neues Gericht, das landessürstliche Landrecht errichtet. Endlich wurde eine Landesregierung unter dem Nahmen i7bc> Landeshauprmannschast ausgestellt, welcher alle Zweige der öffentlichen Verwaltung untergeordnet waren. So wurde Einheit und genaue Ordnung in die Verwaltung der Länder gebracht. I7by Später ist gesetzlich eingcleitet worden, daß die mieri,. weile genvffencn Hufen kaufrechtlich gemacht werden sollen. In- Indessen ist auf eine allerhöchste Entschließung die ,7« Grafschaft Gradiška, welche seit 108 Jahren von Görz getrennt war, mit dieser Grafschaft wieder vereiniget; die Landeseinrichtung in Görz aber so, wie in Kram, einge. leitet, und in Ordnung gebracht worden. Vermittelst 1779 einer spätern Entschließung sind alle Lehen, mit Ausnahme der Mannslehen auf ewig zu Allodien umgeschaffen worden. Der unermudet thätige Kaiser Joseph 11., und der weise Leopold 11. bauten standhaft auf der von ihrer erha¬ benen Mutter gelegten Grundlage fort, wie es in der Ge¬ schichte von Österreich ausführlicher gezeigt wird. Die Landcshauptmannschasren von Krain und Garz wurden zwar später ausgelösct, und mit dem Inner- rrs; Österreichischen Gubernium zu Graß vereiniget; in den Landen blieben bloß ein ständischer Ausschuß und die Kreisämtcr: allein nach wenigen Jahren erhielten Krain und Görz wieder ihre eigene Landesstelle. Zu gleicher Zeit wurde die Grafschaft Gottschee, welche den Fürsten und Herzogen von Auersberg gehört, zu einem Herzog, thume erhoben; da dieser Titel vorher auf Frankenstein und Münsterberg in Schlesien hastete. Nachher wurde die Landeshauptmannschast von Görz t«or und Gradis a mit der von Krain vereiniget, Triest aber behielt immer ein eigenes Gubernium. Die Stadt Fiu¬ me ist zwar sammt ihrem Bezirke unter Kaiser Joseph an das Königreich Ungarn überlassen, jedoch nicht gänzlich einverlcibt worden; und das ganze Mauth - und Salzwesen blieb noch unter der Inner-Österreichischen Bancal-Ad. nunistralion. 54 -—- s) Die Zeit der französischen Invasionen, rmd Folgen der Friedensschlüsse von Campo - For- mio, Preßburg und Wien, fürKrain, Triest, Görz und Istrien. Die Schrecken des Krieges, welchen Kaiser Franz seit seiner Thronbesteigung wider das revolutionäre Frank« reich führen mußte, und welcher bisher nur die entfern» teren Provinzen der österreichischen Monarchie bedroht hatte, näherten sich im Jahre 1797 nach dem Falle des ausgehungerten Mantua endlich auch dem österreichischen Küstenlande und Krain. Zwar eilte Erzherzog Carl, Österreichs ruhmbekrönter Lberseldherr, vom Rheine nach Italien, um den Feind, und die mit ihm herannahenden Übel von dem thcuern Vaterlande abzutreiben; aber Ge. nie, Tapferkeit und Vaterlandsliebe mußten auf kurze Zeit der Übermacht und dem wilden Ungestüme der französi¬ schen Rcvolutions . Männer weichen. Die österreichischen Truppen zogen sich von der Piave und dem Tagliamento über den Jsonzo nach Görz, nach Kärnthen und Krain zurück, *) die französische Armee unter dem Oberbefehle Bonapartes folgte ihnen auf dem Fuße: Gradiška wurde eingenommen, Bernadotte rückte in Jdria, Dugna in Triest ein. Aus diesem Frcyhafen hatten sich viele Bewohner, unter andern auch die frommen Be» nedictiner-Nonnen, nach dem benachbarten venezianischen Istrien, als nach Muzgia, Capodistria, Jsola, Pirano, oder nach Fiume geflüchtet. Bald sahen die Lriestiner mit Abscheu und Angst die drepfarbige Fahne, dieses Zeichen des Königsmordes und der Gottlosigkeit, aus ihrem Ca- stel» Anwesenheit des durchlauchtigste» Erzherzogs Carl in Krainburg, Lebensgefahr dieses Prinzen, und Rettung durch den Oberstlieutenant Fedak von Erdödy Husaren. . - - Z5 stelle wehen, und die Erpressungen fingen an. Der Dür- gcr Hamelin forderte im Nahmen des französischen Dbcrgcnerals 3 Millionen Lire Contribution von der Stadt, eine Million im baaren Gelde, die zweyte in Tü¬ chern und Leinwand, die dritte in Fruchten, Eisen und Stahlwaaren zahlbar. Aber während der Feind immer tiefer in die innerösterreichen Thaler eindrang, erhvhlte man sich vom ersten Schrecken. Bonaparte, stand zwar schon in der oberstepcrischen Stadt Judenburg; aber die Franzosen wurden unterdessen durch den General Laudon und die braven Tyrolcr aus Süd-Tprol hinausgeworfen; und zu gleicher Zeit, als sich das venezianische Festland in Massa erheben wollte, eilten die tapscrn österreichischen Granzer, geführt von dem Husaren Rittmeister Jessich und dem Hauptmann des Geniewesens Bonomo zum Entsätze von Triest herbep. Mittlerweile war zwischen den Kriegführenden Mächten ein Waffenstillstand geschlossen trzM worden, auf welchen bald (d. 18. April) die FriedenS- Unterhandlungen zu Leoben folgten. Bonaparte kehrte hierauf über Laibach und Triest (d. 2g. April), wo er die Contribution auf 2,6«.>oooo Franks herabsetzte nach Ita¬ lien zurück. Die französische Armee räumte Inner. Hster. reich; die kaiserlichen Truppen nahmen wieder Besitz da- von, und wurden überall mit Jubel empfangen. In dem Fieden von Campo-Formio nächst Udine d. 17. Oetober erhielt sodann der Kaiser, gegen Verzicht- leistung aus Belgien und die Lombardep, den größten Theil der ehemahligen Republik Venedig, die Stadt nähmlich, die Lagunen, das Festland bis an den Garde- See, bis an die Etsch, und den Po, Dalmazien, die Mündungen des Catlaro , das venezianische Istrien *) sammt den Insel» des adriasischen Meeres. U11- Die Geschichte des Venezianischen Istrien steht in genauer Verbindung mir der Geschichte des Gotteshauses 56 Unter den Gesandten, welche diesen ehrenvollen Frie- den für den Kaiser unterzeichneten, glänzte der im Gör» zerischen und in Krain begüterte Ludwig Reichsgras von Cobenzl, Großbothschasler am kaiserlich. Russischen Hofe. Die alte Ordnung kehrte in Krain, Triest und Görzerischen schnell zuruck. Aber die Auflösung der vene¬ zianischen Republik veranlaßte in dem venezianischen Ist. rien bedenkliche Unruhen, welche den Einmarsch der Oster, reicher unter General Klenau schon im Junp des 1797 Jahres zur Folge hatten. Die Aguileja und der ehmaligen Nepuplik Venedig. Die by¬ zantinischen Kaiser behaupteten seit der Zerstörung des weströmischen Reiches eine Art Oberherrschaft, wie über die Dalmatinischen, so auch über die istrischen Seestädte, doch hatten sie nicht immer Macht genug, diese Kristen nachdrücklich zu beschützen; und ließen es zu, daß Ve¬ nedig mit seiner Flotte im Y. und 10. Jahrhunderte die istrischen, wie die dalmatinischen Seestädte gegen die räuberischen Einfälle der Slaven und Saracenen ver- theidigte. Die römischen Kaiser aus dem sächsischen Hau¬ se scheinen zwar ihre von den Karolingern überkommenen Rechte auf Istrien wieder geltend gemacht zu haben, aber nur zu Gunsten der Patriarchen von Agulleja. Also be¬ stätigte Kaiser Otto Ul. dem Patriarchen Noduald 977 n. Ehr. den Besitz von Jsola, Capodffrria und Ca- prä, welche dieser von den Venezianern gekauft harte, befreyte dieses Besitzthum von allen öffentlichen Lasten und verwilligte dem Patriarchen förmliche Hoheitsrechte dar¬ über Hundert Jahre später (1077 ) schenkte Kaffer Hein¬ rich IV. die Markgrafschaft Istrien dem Patriarchen Sighart gänzlich, und diese Schenkung, wiewohl die Patriarchen bis in das 13. Jahrhundert nie recht zum Besitze gelangen konnten, wurde >n den folgenden Zeiten mchrmahls wiederhohlt und bestättjget, als im Jahr« 1208 durch Kaiser Otto lV., im Jahre 1214 und 1230 ourch Kaiser Friedrich ll. , endlich nochmals 1354 durch Kaiser Carl Der Patriarch Volfger ließ sich eben darum schott 1210 n. Chrc i« Capodiftria hul« Die Gewaltschrilte, welche sich die französischen Re. publikaner in den folgenden Jahren gegen den h. Vater zu Rom, gegen Sardinien, Neapel und die Schwcitz er. saubren, die Gottlosigkeit und Frechheit, mit der sie alles Recht zu Boden traten und Europa umzukehren drohten, waren Ursache, daß Kaiser Franz mit Rußland und England im Bunde, neuerdings das Schwert ziehen mu߬ te. Doch kam zu Lüneville i8vt den y. Februar der tüvl Friede zu Stande, bevor noch das Kricgsseuer von Italien her dem österreichischen Knstcnlande und Kram hätte ver. derblich werden können. In diesen Jahren war Triest die Zufluchtsstätte für so manchen vornehmen Flüchtling. Al¬ so digen , und feste seinen Markgrafen und Podesta dahin. So thaien auch dessen Nachfolger besonders seit I2Z6 n. Chr. Aber den Patriarchen fehlte cs stets an der nothigen Land-und Seemacht, Istrien gegen feindliche Einfälle und gegen die Seeräuberey der Saracenen, zu beschüscn, und so ist es gekommen, daß sich die Küstenstädte dem Scliuse Venedigs ergaben und sogar einen Zins dafür zahlten. Von Capodistria gilt dieses schon seit YZ2 n. Chr. Die darüber entstandenen Handel mit der Aquilefi. scheu Kirche legte endlich der h. Vater zu Rom gegen das Ende "des IZ. Jahrhunderts (I2YI) dergestalt bey, daß die Venetianer die istrischen Orte, die sich ihnen selbst ergeben hatten, behielten, aber an dem Patriarchen von Aguileja dafür jährlich einen Zins von tysiZ (nach andern von IVOSsi) Dukaten und die sogenannte Oratiu vini 4 nahm unser Landessürst den Titel eines erblichen Kaisers von Oster- reich 5y ttich an, krv EreÄmß/ welches bald darauf auch in Krain und den Kcksten^ndern mit geziemender Festlichkeit bekannt gemacht und von den freudigen Unterthanen lobpreisend gefepcrt w--rde. Von dem an und durch eine spatere Haus, saßuno von 26. December 1806 sichren die Prinzen und P^.-nzessinnen des Kaisers und seiner Nachfolger, so wie die Lruder desselben den Titel kaiserl. königlicher, die übrigen Nahmensvettern aber den Titel königlicher Hoheiten. Mittlerweile hatte sich der neue Kaiser von Frankreich, 1605 Napoleon Bonaparte, Schritte erlaubt, welche den letzten Friedensschlüssen gerade zu entgegen waren, und die Ruhe, nicht nur des österreichischen Kaiserstaates, son¬ dern von ganz Europa gefährdeten. Der darüber ausge- b->chene Krieg von ibo5 -war eine neue Prüfung der ie und Anhänglichkeit dieser Provinzen an das öster- reict/che Kaiserhaus. Erzherzog Carl, von den Unfällen in D'ttschland benachrichtiget, sah sich nach dem glorrci- chcn ä>mpfe bep Cal di er 0 in die Nothwendigkeit ver¬ setzt, stn tapferes Heer über Adelsberg und Warasdin aus Italien «rückzusühren. Massena drang gegen das Kü- stenland Uch Krain vor. Am 1Y. November rückte der französische General Solignak , ein harter barscher Mann, in triest ein und legte der Stadt sogleich eine Conlribution vm sechs Million Franks aus; innerhalb 24 Stunden sollten diese herbep geschafft werden, auch wollte er alle Gewölbe r^d Magazine versiegeln lassen. Nebst, bep wurde den Tri-stjnern ausgebürdet, für das französi¬ sche Heer täglich 20voo Rationen Brod, Fleisch Wein, Reis und Brandtwein herbep zu schaffen. Diese über¬ spannten Forderungen zwangen die Stadt, noch in dersel- ben Nacht eine Deputatior nach Görz an Marschall Mas¬ sen« abzusenden, und uw Milderung zu bitten. Diese Deputation war auch wirklich so glücklich, einen Nachlaß von 3 Millionen zu erwirken. Aber unterdessen hatten die Franzosen in Triest alle öffentlichen Kassen geleert und der Magistrat mußt« zur Bestreitung der nöthigen Ausga¬ be« 60 den zu einem Zwangs - Darlehen seine Zuflucht nehmen. Aber die täglichen Rationen Lebensmittel, welche von den französischen Armee-Beamten mit Unverschäi-then «usge- preßt wurden, reqnirirte man Hand - und Lugpstrde, Wagen, ganze Stucke Luch und Leinwand, Schuhe und Stieseln. Marschall Masse na hatte unterdessen sein Haupt¬ quartier nach Laibach verlegt, wo ähnliche Forderungen gemacht wurden. Dorthin wurde auch der Vorstand der Stadt Triest beschicken um zu vernehmen, wie daß Kaiser Napoleon aus den 6 Millionen Contribution bestünde. Die Unmöglichkeit, diese Summen herbep zu schaffen, zog eine Menge Plakerepen, willkührliche Einquartierungen und Requisitionen nach sich, denen nicht einmahl der ar 26. Dezember zu Preßburg geschlossene Friede sogle§ ein Ziel setzen konnte. Vermög vierten Artikels des 0^ genannten Friedens hatte der Kaiser von Österreich a das Königreich Italien alle, durch die Friedensschluss von Campo-Formio und Lüneville erhaltenen, Vesitzu'sen der rhemahligen Republik Venedig abgetreten, die Franzosen eilten, diese neuen Erwerbungen in Besitz zu nehmen, und so erfreuten sich Krain und daS Kiistenla'b nach fast dritthalb monathlichen Leiden endlich wiede der rückkeh- renden alten Ordnung unter ihrem geliebte» Lande-fürsten» Aber auch dieser Friede, durch so große Opfer er» kaust, sollte nicht von langer Dauer kyn. Das Glück hatte die französischen Sieger übermühig und Habsichtig gemacht. Die Auflösung des alten deutschen Reiches durch die Errichtung des Rheinischen Bundes veranlaßte den Kaiser von Österreich, die deutsche Kaiserwürde (den 6. August l8c>6) nieder zu legen, welche seine Verfahren durch Jahrhunderte zum Heile -er europäischen Menschheit besessen hatten. Die Entschädigung für die österreichische Lertiogenitur, nahmlich für die herzoglich Modencsischen Länder, obgleich auf das feyerlichste zugesichert, unterblieb noch immer, was auch von Seiten Österreichs daran er« innert worden. Nicht zufrieden mir den gemachten Ero¬ berungen , forderte der französische Kaiser noch eine mili¬ tärische Verbindungsstraße durch das österreichische Küsten¬ land nach Dalmatien und das ganze rechte User des Jsonzo. Der friedfertige Kaiser Franz, der wenig Monathe vor- her (d. ist. Aprill 1807) seine zweyte Gemahlinn, die Kaiferinn Maria Theresia *) verloren batte, ließ sich, nm seine Staaten nicht neuerdings den Drangsalen des Krieges auszusetzcn, die Convention zu Fontainebleau gefallen, krast welcher er für das Gebieth von Montsalrona d. iv.Oct. 1807. alle am rechten Jsonzo User gelegenen Besitzungen an Frankreich abkrat, und die geforderte Militärstraße nach Dalmatien verwilligte. Aber durch diese und andere Vergrößerungen Frank, rcichs (Holland, Westphalen, Spanien, gehörten den Brüdern des Französischen Kaisers; aus Portugal war das Haus Braganza, aus Spanien, Neapel das Hauk- Bourbon vertrieben, das Dberhaupt der Kirche des Kir¬ chenstaates beraubt und nach Frankreich abgesührt worden) war nicht nur überhaupt das Gleichgewicht in Europa ge- waltig gestört, sondern Österreich noch insbesondere in eine solche Lage gekommen, daß es von Frankreich und dessen Verbündeten leicht angegriffen werden konnte und der herrschsüchtigen Willkühr des französischen Kaisers, wie z. B. durch den erzwungenen Veytrittjzu dem so genannten Continentalsysteme sich fügen mußte. Ein solcher Zustand der Dinge gefährte ebenso die äußere Ruhe, als er mit der *) Mutter Ihrer k. k- Hoheiten des Kronprinzen Ferdi« nand, der Erzherzog Joseph (ch 1807), FranzCarl, Johann Nepomuck (ff 18OY), dann die Erzherzogin» Maria Ludovika, Caroline Leopoldine (ff!7y7), Caroline Ludovica (ff i7yy) Leopoldine, Maria Clementine, Caroline, Maria Anna, und Amalia (b 1807 am dritten Tage nach der Geburt.) Gesch. d. Herz. Krain. E 6 2 - der Würde deS österreichischen Kaiserhauses unvereinbar war. Des Landcssürsten angelegenste Sorge mußte daher seyn', seine durch die bisherige Landerabtretungen vermin- derten Streitkräfte zu vermehren , und seine Staaten für die Zukunft durch alle zu Gebothe stehenden Mittel zu sichern. Dem zu folge erschienen am t2. Map und y. tLOS Juny 1808 die Patente zur Bildung der Reserven und der Landwehre. Die getreuen Unterlhanen des österreichischen Kaiserstaates beeiserten sich um so mehr dem allerhöchsten Willen Vater Franzens nachzukommen, als die Prinzen des Hauses selbst dabey mit dem schönsten Bepspiele vvran- gingen. Dem durchlauchtigsten Erzherzoge Johann wurde die Bildung der Landwcbre in Jnnerösterrcich anvertrani und ihm der für Österreichs Ruhm und Wohl unermüdete Graf Saurau an die Seite gegeben. Da zeigte sich auch in Krain und dem Küstenlande die Treue und Ergebenheit für Fürst und Vaterland. Zu Stadt und Land aus allen Ständen sah man die Vaterlandsvertheidigcr zu den Land. wehr-Bataillonen eilen, zu den Fahnen schwören und sich in den Waffen üben. Der Kaiser der Franzosen drohte, wenn Dstcrreich diese Rüstungen nicht einstelle, so sep der Krieg unvermeidlich. Aber Kaiser Franz, im Vertrauen auf sein mächtiges Heer, aus seine wohlgeübte Landwehr, aus den heldenmüthigcn Geist, der alle seine Völker durch¬ glühte, glaubte den ehrenvollen Krieg einem schmachvollen Frieden vorziehen zu müssen und eröffnete am ,2. Aprill 180Y 1809 nochmahls den großen Kampf für altes Recht, für die Ehre und Unabhängigkeit seines Thrones. Zucist stand Tyrol auf für den alten Herrn, und der Erzherzog Jv- Hann siegte nach mehreren glänzenden Gefechten über den Vicekönig von Italien, Eugen Beauharnois, bcy Sacile den 16. Aprill. Capodistria wurde eingenommen, die Kramer, Görzer, Triester Frepwilligen waren in Friaul cingerückt, die letzteren belagerten Palma. Aber die Er¬ eignisse in Bayern bep der österreichischen Hauptarmee brachten den Feind, ungeachtet des muthigsten Wider. stani standes schon am l3. May vor die Thore Wiens , und so mußte sich dann auch die italienische Armee nach Ungarn zurückziehen. Zwar wurde Napoleon Bonaparte in der Schlacht bey Aspern von dem österreichischen Generalissi« mus, dem durchlauchtigsten Erzherzoge Carl den 2l. Map tzänzlich geschlagen; aber unterdessen drangen die Franzo¬ sen unter Marmont aus Dalmatien und unrer Mac do- nald aus Friaul nach dem Küstenlande und Krain vor. General Schilt besetzte am t8. May Triest; am 20. wur- de das Fort von Prewald, einige Lage darauf Laibach durch Capitulation genommen. (Moitelle und Levesre—> Das ungarische und österreichische Küstenland, Krain und ein Theil von Kroatien waren zum drittenmahle von Fran, zosen überschwemmt. Der Vicekönig von Italien, nach« dem er die durch Hermann und Hensel heldenmüthig vertheidigten Blockhäuser von Prediel und Malborghetto hatte erstürmen lassen, drang in Kärnthen ein. Nun be< gann für diese Länder nicht nur eine Periode schwerer Lei¬ den, sondern der Kaiser von Österreich sah sich genöthigt, in dem Frieden zu Wien den 14. Dctober 1809 die Grafschaft Görz, des Gebieth von Montesalcone, das Gouvernement und die Stadt Triest, Krain mit seinen Enclaven an dem Meerbusen von Triest, den Villacher- Kreis in Kärnthen und alle auf dem rechten User der Save gelegenen Länder bis an die Gränze von Bosnien, nahm- lich, einen Theil des Provinzialgebiethes von Kroatien, sechs Militär-Districte, Fiume und das ungarische Lito¬ rale, österreichisch Istrien, oder den District von Castua sammt den dazu gehörigen Inseln an Frankreich abzutreten. Alle diese Abtretungen sammtDalmatien und dem ehmahls venetianischen Istrien vereinigte der französische Kaiser zu einem eigenen Staate unter dem Nahmen der J ll p ri s ch e n Provinzen (mittelst Decret aus Schönbrunn den 14. Lctober 1809) und übertrug die Hrganisirung derselben dem Staatsrarhe D auchy. Er D 6; --—- 3) Der Handel nimmt einen neuen ungemeinen Schwung, die Schifffahrt auf der Save kommt in den besten Zustand; die Thätigkeil wird belebt, und ein hoher Grad des Wohl¬ standes in unserem Lande bewirkt. Die seit Kaiser Carl VI. regelmäßig angelegten Heer» »kraßen sind in diesem Zeiträume verbessert, vermehrt, und vermittelst guter Seitenstraßen mit entferntem Ortschaften in Verbindung gesetzt worden, so daß unser Land mit an¬ dern Ländern jeden Vergleich aushalten kann, und der Verkehr nach allen Richtungen einen offenen Weg hat. Die Schifffahrt aus der Save ist durch neue Werke der Wasser» baukunst bereits so weit gediehen, daß nun Schiffe darauf fahren, welche wenigstens eine drcysache Ladung, im Ver¬ hältnisse gegen die im Anfänge dieses Zeitraumes übliche, nun sicher an Ort und Stelle bringen; und noch ist man bemüht, diese Schifffahrt aus einen höher» Grad der Si¬ cherheit und Aufnahme zu bringen. Triest wuchs indessen zu einer Höhe empor, daß man staunen muß, wenn man dessen jüngst verflossenen Zu¬ stand mit dem gegenwärtigen vergleicht, und findet, daß es in so kurzer Zeit in der Kette des Welthandels mit ein Glied geworden ist. Im Jahre 1802 den 17. May legte man daselbst den Grundstein zu der neuen Börse, welche dann, an der Vorderseite mit sechs kolossalischen Statuen geziert, 1807 den 8. September zum ersten Muhle eröffnet wurde. Mitt¬ lerweile hatte auch das Börse-Regolamento von 1776 und 1794 eine den Bedürfnissen der Zeit angemessene Er» Weiterung und Verbesserung erhalten; auch waren 1806 die Zahlungen in venetianischer Münze nach Ducati, Lire, Soldi eingestellt und statt derselben die österreichischen Gul¬ den und Kreuzer eingeführt worden. Der neue Strasco- dex von 3. September 1802, kraft dessen aus Raub-Meu¬ chel -——E—--- 65 chel - und bestellten Mord der Strang festgesetzt wurde, trug viel zur Sicherheit des inneres Verkehres bcp. Die Versendungsgeschäfte (8poclixion) verschaffenden Bewohnern des Landes und vorzüglich den Hauptstädten Laibach und Görz ungemeine Vortheile. Die Lhätigkeit wird immer mehr rege. Der lebhafte Görzer erzeugt Sei. de; in der Bergstadt Jdria werden Spitzen verfertiget, in Dber-Krain gemeine wollene Tücher, und in mehreren Drten wollene Strümpfe. Zu Gortschah an dem Bache Sora, zu Scisenberg in Unter-Krain und zu Heidenschaft im Görzischen sind Papiermühlen; am Karste dient ein Steinkohlenbau zur Verfeinerung des Zuckers in Fiume, bep Sagor an der Save ein unermeßliches Braunkohlen- flotz zur Beförderung der dort neu errichteten Glas-Fabrik, zu Laibach gibt es eine Steingut-Fabrik, zu Sava und Jauerburg Stahlberg und Hüttenwerke, und Eisenberg, und Hüttenwerke in der Wochein, zu Eisnern, Kropp, Steinbüchel, Katzenberg bcy der Stadt Stein, zu Seifen, berg und Paßiek. Triest aber ist ganz Leben für Handels¬ geschäfte. Durch zweckmäßige allerhöchste Anstalten veredelt sich im Lande auch die Pferdezucht. Das Eigenthum der kauf- rechtlich gemachten Miethhufen belebt den Erwerbsfleiß und das Gefühl der Selbstständigkeit bep dem Landmanne. Er fühlt, daß er ein Vaterland habe, und ist bereit, es zu vertheidigen. Die Landesmutter Maria Theresia verbesserte mit großen Kosten das Clima von Aquileja durch Austrock¬ nung der Sümpfe, sorgte für gutes Wasser und Gesund. Heils Polizep, ermunterte durch lockende Begünstigungen und liebevolle Anordnungen zum fleißiger» Anbau jener verlassenen Gegenden (1766). Auch der Morast und die häufigen Überschwemmungen bcp Laibach verminderten sich, seit dem durch den so genannten Gruberischen Canal dein Wasserüberfluß der Laibach ein Abzug eröffnet war (»780.) Der 66 ——— Der durch alle diese Mittel erhöhete Wohlstand äu¬ ßert sich in der Windischen Kleidertrachc des gemeinen Vol¬ kes. Schon seit d. I. 1780 wird sie immer reicher, und der wechselnden Mode, in welcher die zwep unmittelbar an die Hauptstadt Laibach stoßenden Dörfer den Ton angcbcn, nach und nach folgsamer. 4) Das Bislhrrm Laibach wird zum Erzbistbnme erhoben, welchen Vorzug es wieder verliert, doch seinen ausgedehnter« Kirebensprcngel be- chcilt. Das Bisthum Triest und Görz beste¬ hen ; jenes von Petina geht ein. irr« Das unter dem Papste Benedict XIV. aus dem öster¬ reichischen Antheile des Aquileischen Patriarchats errichtete Erzbisthum Görz ist spater nach Laibach übertragen wor. NZL den. Nun bekamen Görz, Gradiška, Aguilcia, der Karst und Wipbach sammt Flitsch und Tolmin einen Bi- schof zu Görz, die Gegenden an der Pinka, Bisiriza, zum Lheil am Karste, am Flanatischen Meerbusen, Istrien und die Triester - Küste wurden dem uralten Biskhume zu Triest zugctheilt. Die zwey Bischöfe von Triest und Görz wur. den dem Erzbisthume Laibach als Suffragane, und das ganze übrige Land Krain als Kirchensprengel untergeord- net. Nach dem Abgänge des ersten Erzbischoses zu Lai¬ bach fanden Se. Majestät der Erbkaiscr von Österreich für gut, diese Verfügung abzuändcrn, und gcrrcheten Laibach mit einem Bischöfe zu besehen, doch mit Bepbchaltung des erweiterten Sprengels. 5) Sprachen, welche in Krain, Triest und Görz als Muttersprache geredet werden, stud die Deutsche, Windische, Serbische und Ita¬ lienische. Da der Adel größten Theils, und mehrere Bürger in den Städten und Markten Deutschen Ursprungs sind, so re- den sie außer der Windischen vorzüglich die Deutsche Spra¬ che» che. Diese ist auch'die Geschästssprache., Die meisten Ge¬ meinden deS Herzogtums Gottschee, wie auch die auS Deutschland angesiedelten Gemeinden Zarz (86rirm) unter der Herrschaft Lak, Podbcrda und Dcutschgereut unter Tolmin sprechen ihre mitgcbrachte Deutsche Mundart; doch reden Zarz, Podberda und Deutschgereut zugleich Windisch. Bep der Stadt Lak verlor sich die Deutsche Sprache ganz aus dem Munde der dortigen Deutschen Ansiedler. Die übrigen Bewohner unseres Landes sind insgemein Wenden (Slowenzi). Weil doch der Wende in Inner- -Österreich mitten zwischen dem Italer und dem Deutschen gelegen ist, und unter deutscher Herrschaft stehet, so ver¬ mischt sich, besonders an den Grunzen seine Slawische Mundart mit den Sprachen seiner Nachbarn, so wie eS auch umgekehrt der Fall ist. Die Mischung mit dem Deut'chen finden wir in den Städten und an der nördlichen Gränze des Windischen in Kärnten und Stepermark; mit dem Italienischen aber in Triest, am Karste und im Gör- zischen, wo es zugleich Mehrere gibt, deren Muttersprache die Italienische und die Friaulische Mundart ist. In der Nähe von Croatien gehet die Windische in die ihr sehr ver- wandte Croatische über. Dic Vskokcn, Tschitschen, Jstriet und Castuaner re¬ den das Serbisch - Slavische. Die Krainischen Bergleute haben bep ihrem Bergbaue, ^ine eigene Slavische Bergsprache. 6) Gelehrte Männer, Carlund Siegmund Zois, Vega, Linhart, Vodnik, Barzellini, Gru- ber, Bosktz, Cappcllaris, Gnelmi, Loea- telli, Morelli, Musnig, Patuna, Scari, Strasoloo, Rudolph Carouini. Der Gras Coronini von Kronberg klärte die Ge- schichte vyn Gorz auf; seine kasii und O>ronie.c)n von Görz, und die Genealogie der Gvrzischen Grasen sind mit historischer Treue abgcfaßt. Johann Anton S c o p o l , der 63 der zwar zu Flensheim in Tirol geboren, aber nachher Arzt zu Jdria war, machte die I^ors Krains, der Welt bekannt. Der Nähme dieses scharfen Beobachters der Na¬ tur, der durch sich selbst ein großer Mann ward, ist im Reiche der Blumengöttinn unsterblich. Carl Zois Frey» Herr von Edelstein war ein gelehrter Botaniker. Durch seinen unermüdeten Fleiß sand er in der Nachlese nach Scopoli auf unsern kahlen, aber blumenreichen Alpen zwey neue Pflanzen ((^sm^snuls und Viola 2o,5Ü) , die seinen Nahmen verewigen. Georg Frepherr von Vega (Velis) zu Morautsche von gemeinen Ältern geboren, brachte eS durch, seine ausgezeichneten mathematischen Kenntnisse und Werke so weit, daß er aus seiner militärischen Laufbahn emporsticg , und in den Frepherrnstand erbvben wurde. Der zu frühe Tod des A n t o n Linhart machte es, daß wir den Versuch einer Geschichte von Krain, und der süd¬ lichen Slaven Österreichs, welche er bis Carl den Großen brachte, Unvollender besitzen. Johann Dismgs Flori- antschitsch von Grienseld hat sich mit seiner Karte von Krain aus zwölf Regal-Bogen ein bleibendes Denkmahl errichtet. Siegmund Zvis Freyherr von Edelstein, Leo. poldiordens. Ritter, geb. 1747 zu Triest, ein vielgerei¬ ster, geistreicher Cavalier von ausgcbrcitcter Gelehrsam» keit, war in seinen besseren Tagen nicht nur überhaupt ein Beförderer alles Guten, sondern bis an das Ende seines Lebens ein eifriger Slavist und der Mittelpunkt literarischer Bestrebungen in Krain. Vodnik, ein Geistlicher und Professor, nächst Laibach aus einem Dorfe gebürtig, sam¬ melte die alten römischen Inschriften und Materialien für ein krainisches Wörterbuch. Barzellini Joseph geb. »7^0 zu Cormons war ein Mathematiker und Astronom von erstaunlichem Fleiße und solchen Talenten, daß er zu Berlin, Bologna und Rom bey den großen Männern sei¬ nes Faches, als bey Schulze, 2snotti und ^oslcio in gro- —— —— 6 y großer Achtung stand; seine arkadische Ephemeriden 1780 — >7Y0 fanden zu Rom vielen Beyfall. Der Exjesuit P. Gruber war ein ausgezeichneter Mechaniker und Baumeister; der Gruberische Canal bey Laibach trägt von ihm den Nahmen. Joh. Jos. Bo sitz ein Geistlicher zu Görz übersetzte zuerst Virgils Aeneide in die sriaulische Mundart. Anton Cappellaris geb. 1727, von Maria Theresia 1768 zum k. k. Ingenieur der Grafschaften Görz und Gradiška ernannt, verewigte seinen Nahmen durch Landkarten - Zeichnung. Guelmi Hieronym. Professor der Philosophie zu Görz, schrieb eine Geschichte des altadeligen Hauses Attems. LocatelliHortensius, gegen das Ende des 17. Jahrhunderts zu Gradiška geb., war ein gelehr¬ ter Jurist und Kammerprocurator zu Görz. In seinem Werkel äirilti di ca5a Vustria nol patriarcsircki cli lejg e suo cu^ilulo beurkundete er eine vertraute Bekannt¬ schaft mit der Geschichte seines Vaterlandes. Morellr Carl von Schönfeld, Patricius von Görz, geb. 1780, schrieb daS schöne geschichtliche Werk: Del 8aM0 «lnnco clolla (8c>ntoa cki Oorizäa ckoU' suno l5c>0 aü'anno l ÜOO. Musnig Anton aus dem Tolmeinischen ,726 geb. war Protomedicus von Görz und führte daselbst die Pocken- Impfung ein. Pa tuna geb. 1788, ein edler Grieche, Protomedicus zu Gradiška und Normalschulaufsehcr war sehr geschätzt von dem berühmten Van 8vvieten. Skati Peter Franz, Professor der Chirurgie, schrieb über phy¬ sische Erziehung. Marcius Graf von S trasold 0 geb. 1786, k. k. Kammerhcrr und braver Lfficier, zog sich nach Görz zurück und schrieb allerhand scherzhafte Gedich¬ te im friaulischen Dialecte. 7) Die Wissenschaften und Künste steigen; die Ge¬ sellschaft des Ackerbaues und der nützlichen Künste entstehet; die Lateinischen Schulen werden zu Rudolphwerth, die Deutschen in 7 o ——— o.llen Ländern , zu Laibach ein Lycciim, die Bibliothek, eine Zeichenschule, uud eine mc- dicinisch - chirurgische Lehranstalt errichtet, und überall ein verbesserter Lehrplan bey allen Lehrzweigen eingeführt. Unter die vielfältig gen guten Folgen davon gehört auch die ver¬ besserte Bauart der Städte und Dörfer, und die Fortschritte der Bildung des Landvolkes. Die Wissenschaften und Künste blüheten unter M. Theresia auf, unter Joseph und Leopold wurden sie mächtig und weise unterstützt, und unter Seiner jetzt regierenden Majestät er- hielten die Schul - und Kunstanstalten ihrs gegenwärtige Vollkommenheit. Zur Grundlage wurden zuerst die Deutschen Muster- Hauptschulen in den Hauptstädten gelegt, und sodann an- dere Haupt-und Trivial-Schulen in den Städten, Mark- ten und Pfarren eingesührt, welche durch die neuesten Ge¬ setze in Anfänge dieses XlX, Jahrhunderts ihre volle Reife erreicht haben. Schon früher wurden sechs Lateinische Schulen zu Ncustädtel errichtet, und den Geistlichen des Franziskaner- Ordens übergeben; später wurde eine mechanische Lehrkan¬ zel zu Laibach errichtet, welche viele gute Kopse bildete. Sie wurde nach ihrer Aushebung durch die erweitcrterken 1774 Anstalten an der Deutschen Muster. Hauptschule wieder ersetzt. 1767 Hieraus bildete sich unter dem Schutze der Kaiserinn M. Theresia zu Laibach die Gesellschaft des Ackerbaues und der nützlichen Künste, welche unter andern den Anbau des allgemein so wohlthätigen Nahrungsgewächses der Erdäpfel tKomuum tuberosum) im Lande einsührtc. Diese Ge¬ sellschaft horte zwar i. I. 1787 aus, und ihre Einkünfte wurden den Deut'chen Schulen gewidmet; allein seine jetzt l-,o. regierende k. k. Majestät haben den Herren Ständen die Wiedererrichtung derselben bewilliget, und ihr Seine kai- ser- 1744 bis 1743 176y -— — 7 , frrliche Hoheit den Erzherzog Johann als rprokeckor ge¬ geben. Nicht minder thätig wirkte die am H. Juny 1768 zu Gör; errichtete Ackcrbaugesellschast, wie der erste Band der^omorie xer servira ul ^ro^resso äell' s^ricoiturn beweiset. Nach der Aufhebung der Jesuiten wurde eine Schu- 1775 lenvcrbesserung eingeführt, welche bis zum Jahre 1786 dauerte. Darauf folgte der Josephinische Studicnplan, welcher vom Kaiser Leopold H. erweitert, und von Sei- ner Majestät dem ersten Eibkaiser von Dsterrcich nun ausS hiS neue eingerichtet wurde. Krasr dessen sind die Lehrer an 1807 Gymnasien in Elasten, und Fächerlehrer; der Gymnasial. Curs zu Laibach in sechs, zu Triest, Gör; und Neustädte! gesetzlich in fünf Jahre ; die Zweige der philosophischen Wissenschaften unter sechs, und die Theologie unter vier, auch fünf Lehrer vertheilt worden. Zur Verbreitung nützlicher Kenntnisse befahl Kaiser Leopold H. bey dem Lyceum zu Laibach einen öffentlichen Büchcrsaal zu errichten, welcher aus verschiedenen im Lan¬ de früher angelegten Büchersammlungcn zusammen gesetzt wurde. Durch jährlichen Ankauf neuer Merke erhält er bedeutenden Zuwachs, und stehet jedem Lesesreunde täglich zu den gewöhnlichen Stunden offen. Auch die Stadt Triest besitzt eine öffentliche Bücher - und Kunstsammlung. Die mit der Musterschule verbundene Zeichenschule zu Laibach bilder mehrere Jünglinge zu bürgerlichen Kunst, ferligkeiten. Es war ferner die sehr heilsame allerhöchste Verord¬ nung i7y3 für Gor; erflossen, daß keine Franzosen und Französinnen zur Erziehung und Bildung der erbländischen Jugend genommen werden sollten. Noch wohlthäriger sind die medissnisch-chirurgischen, anatomischen und klinischen Lehranstalten für angehende Wundärzte und, Wehmütter, welche einen eigenen Lehr-- zweig zweig unter einer besondern Direction am Lpceo zu Lai¬ bach ausmachen. Mehrere Liebhaber der Musik erneuerten zu Laibach 1792 die schon vor hundert Jahren gegründete Gesellschaft der Philharmoniker und zu Triest blühete die stl'AÜ ^rcacii Iromnno 8onciaci, deren Mitglieder viel zur ästhetischen Cultur ihrer Landesleute beptrugen. Der öffentliche Brunnen am Plahe zu Laibach, von Marmor, ein Kunstwerk des BildhauerL Franz Robba vom Jahre r?53, ziert die Hauptstadt, welche sich durch Werke der Baukunst immer mehr und mehr verschönert. Weit über diese Stadt ragt Triest an Schönheit und Ord¬ nung der Wohngebäude hervor. Im Jahre 1801 den 21. April wurde zum ersten Mahle das nach dem Plane des Architekten 8 a l v a n eu erbau¬ te Theater geöffnet. Das niedliche Görz genießt den heitern, doch gemäßigten Himmel Italiens, und zeugt von der österreichischen Reinlichkeit. Fiume erweitert sich, und seine neuen schönen Gebäude gewinnen täglich mehr Raum dem Meere ab. Die übrigen Städte und das Land folgen den Hauptstädten in der Ferne nach. Seit der zweyten Hälfte des letzten Jahrhunderts ver¬ breitete sich unter dem Landvolke aus eigenem Triebe zur Belehrung die Kunde des Lesensund Schreibens in der Lan¬ dessprache. Diesem Triebe gaben die Deutschen Schulen einen neuen Schwung; nun ist das Lesen und Schreiben in der Windischen und sogar in der Deutschen Sprache, so rvie auch das Reden in zrveyen und mehreren Sprachen nicht mehr selten. Windische Bücher finden überhaupt, be- sonders aber Erbauungsbücher, und die von Japel Kumer- dep, und andern übersetzte Bibel eine gute Aufnahme. 7"! Fortsetzung. Kram, Triest und Görz auf kurze Zeit unter französischer Herrschaft, dann wieder erobert durch die österreichischen Waffen und zum Königreiche erhoben. Im Jahre 1809—1828—14 I. 1) Die Illynschen Provinzen durch Contribtttio. neu ausgesaugt, werden auf französische Art eingerichtet und durch Generalgouverneure verwaltet. Gleich beym Einruckcn des Generals S chi l t in Triest wurden dieser Stadt 5o Millionen Franks Contribution ausgelegt, und weil sie dieselbe nicht zahlen konnte, drey- Hig der vermöglichsten Kaufleute als Geißel nach Parma abgefuhrt, wo sie zweh Monathe lang in enger Hast ge- halten wurden. Nach der Schlacht bey Wagram foderte der sranz. Kaiser von dieser ohnehin schon sehr herabgekom« menen Stadt noch 2,440000, von Kärnthen 1821000, von Krain i5,2Ü0000, von Görz 910000 Franks Con- tribution. Zum Gencralgouverneur der neuen Illynschen Pro. vinzen wurde der Marschall Marmont, Herzog von Ra» gusa, ernannt. Dieser wählte seinen Ausenthalt zu Lai¬ bach, und ließ alsogleich im Monath November den seyerli- chen Act der Eidesleistung vornehmen. Der General - In¬ tendant Dauchy aber machte am 25. Novemb. 1809 bc- kannt, daß vom 1. Dczemb. in den öffentlichen Kaffen kei¬ ne Bankozettel mehr angenommen werden sollten. Den 8. März 1810 wurden sie ganz außer Curs gesetzt. Die nothweudige Folge von allem dieser war eine plötzliche Ver¬ armung der Illynschen Provinzen. Nur die Nachricht von der 74 ' > m i» der Vermahlung des franz. Kaisers mit Maria Louise, äl¬ testen Tochter des Kaisers von Österreich (den 11. Marz r8io zu Wien), gewährte die tröstliche Aussicht, daß die¬ se Pcinzessinn den ehmahls östreichischen, nun französischen Provinzen, ein sürsprechender Schutzengel seyn wurde. Hieraus ging im Verlause des Jahres 1810 die fran. zösische Drganisirung dieser Provinzen vor sich. Die alten Landesstände hörten auf, die Kreise erhielten Intendanten und zerfielen in Mairien (Bezirke). Der außerordentliche Commissär Coffinal kam aus Frankreich, um die Rechtsverwallung einzurichien. Statt der grundobrigkeit¬ lichen Gerichte wurden so genannte Friedensgerichte einge» führt und dem Appell-Hose untergeordnet. Nebst dem gab es noch Prävotal-Handlungs- und Wechsel-Gerichte. Mit Hinsicht aus die Steuereinhebung zerfiel das Land in Districte. Die Steuern waren directe und indirecte. Die direkten als die Grund-Häuser-undPersonal-Steuer wur¬ den jährlich aus die Gemeinden und Grundbesitzer repar- tirt. Die Patent-oder Gewerb - Steuer war eine Steuer des Ausfalles, und entweder eine fixe oder proportionelle; ihr unterlag ein jeder, der ein Gewerbe trieb. Für Ur» künden, als Kans-und andere Contracte mußte die Einre- gistrirungs-Gebühr gezahlt werden, wenn sie Gültigkeit haben sollten. Zur Sicherheit der Straße von Triest nach Fiume wurden die daran wohnenden Gemeinden sür jeden Stra- ßcnsrevel verantwortlich gemacht gemacht. Die Bürgergarden erhielten eine neue Einrichtung. Die Fleisch-und Salz¬ preise wurden festgesetzt. Mit dem i. Dctob. l8il trat der sranz. Stämpel -Tarif, mit dem i. Novemb. der franz. Strascodex in Ausübung. Die englischen Waaren, wur-' den, wo man sie sand, öffentlich verbrannt, die sequestrir- ten Colonial-Waaren aber von Triest nach Udine abge¬ führt und daselbst verkauft, dafür ein neuer Handelsweg für die Baumwolle aus der Türkey durch die Jllyrischcn Provinzen zu Lande über Costanizza eröffnet. Im Jah¬ re rc 1812 wurden die Stadtobrigkeiten oder Municipalitä- len provisorisch eingerichtet. Zu Laibach war schon 1810 eine Bücherschau oder Censur eingesührt und die Schutzpocken - Impfung auf das strengste anbesvhlen worden. Die Schulen erhielten eben» falls eine ganz französische Einrichtung. In den so genann¬ ten Primär-Schulen sollte die Jugend Französisch, Ita¬ lienisch und DÄtstfH lesen und schreiben, rechnen, zeich¬ nen, und den Katechismus lernen. In den Gymnasien waren französische, italienische und lateinische Grammatik, Arithmetik, Meßkunst, Mechanik, Geographie, Geschich¬ te und Religion, für die Lyccen nebst der Grammatik der genannten drey Sprachen noch Redekunst, Geschichte, Geographie, Mathematik, Logik, Moral und Physik vor¬ geschrieben. Auf den Gencralgouverneur Marmont folgten 1811 General Der trau d, auf diesen In not, Herzog von Abrantes, und 18 >3 Fouche, Herzog von Otranto. Mittlerweile hatte das Glück dem franz. Kaiser in Rußland den Rücken zugckehrt. Er flüchtete aus dem Er brennenden Moscaü > und seine große Armee fand auf Rußlands Eisfeldern ihr Grab. Preußen erhob sich, und der Kaiser von Österreich benützte den günstigen Augenblick, einen allgemeinen ehrenvollen Frieden zu vermitteln. Aber cs zeigte sich bald, daß es den Franzosen weniger um dell Frieden, als darum zu thun war, Zeit zu gewinnen. Det Prager. Kongreß ging fruchtlos auseinander, und der Kair ser von Österreich trat mit Rußland, Preußen, England und andern Mächten in ein Bündniß, um den allgemeinen Frieden zu erzwingen. s) Die Jllyrischcn Provinzen werden von den österreichischen Truppen wieder erobert. Go war denn die Zeit der Erlösung auch für die iSir Jllyrischcn Provinzen gekommen. Alle Gutgesinnten schu¬ len sich nach dem alten Herrn zurück. Darum empfing man die die österreichischen Truppen, welche sich unter dem Dber. befehle des Feldzeugmeistcrs Baron von Hiller in der Halste des Monaths August den Jllprischen Provinzen nä¬ herten, überall als Freunde und Besreper. Der Vicekönig von Jtnlien, Eugen, sollte diese Provinzen verteidigen; aber er suhlte gar bald das Mißliche seiner Lage. Von den kaiserlich österreichischen Truppen aus allen Seiten ange¬ griffen , wichen die Franzosen überall zuruck. General Frimont nahm Villach ein (d. 21. Aug.), Na divo- jev ich drang nach Carlstadt und Fiume vor; zu ihm ging ein ganzes sranz. Bataillon Croaten über, indem sie den österreichischen Gränzern in ihrer slavischen Mundart: Lruti! Lrnti! d. h. Bruder! zurusten (den 25. Aug.); General Fölseis trieb die Franzosen auf der Straße von Cilly nach Laibach zurück; General N u g e nt schlug (d. 7. Sept.) den von Adelsberg gegen ihn vorrückenden Feind in Lippa, nachdem wenige Tage vorher (d. 3. Sept.) Major La zor ich mit Hülse des istrianischcn Landvolkes, die aus Pola und Novigno herbey eilende französische Ver¬ stärkung gefangen genommen war. General N e br 0 vich ver¬ nichtete das Corps des italienischen Generals Lecchi in der Gegend von Weichselburg. Der Generalgouvcneur Fouchk hatte schon am 27. Aug. Laibach verlassen und sich in al¬ ler Stille nach Triest und von da zu Wasser nach Venedig begeben. Schon am 2y. Sept. , nachdem einige Tage vorher bcy St. Marein hitzig gefochten worden, rückten die Österreicher in Laibach ein. Am 4. Dctob., als an dem glorreichen Nahmcnsfeste des Kaisers von Österreich, wur¬ de schon in der Vorstadt-Kirche der barmherzigen Brüder das Io Doum gehalten und der alte Freudenruf: Hoch lebe Kaiser Franz, erscholl wieder nach einem mehr als vierjährigen Zwischenräume. Tags daraus capitulirte das Castell. Den 13. Dctob. rückten die Dsterreichcr unter Baron Aspern in Triest ein und bald daraus, als die Nachricht von dem großen bey Leipzig den 18. Hctob. er¬ fochtenen Siege über Napoleon anlangte, am Hi. Dctob.- capi- 75 rapitutkrtc auch das Triester Castell. General Naron Lat- terma nn übernahm als provisorischer Civil. und Militair- Gouverneur die Leitung der Geschäfte in den wiedererober- ten Jllyrischen Provinzen. Z) Jllnrien seit der Wiedereroberung bis auf das Jahr i8r3. Seit der Rückkehr unter das alte geliebte Herrscher¬ haus waren diese Jllyrischen Provinzen ein vorzüglicher Gegenstand landessürstlicher Sorgfalt und Huld. Schon im Jahre 1814 wurden sie in zwey Gubernien, das Lai» bacher und Triester abgeschieden, jenem die Kreise Laibach, Villach, Adelsberg und Neustädtl, diesem die Kreise Triest, Fiume, Carlstadt und Görz zugetheilt. Das Triester Gouvernements-Gebieth erlitt im Jahre 1822 durch die 1322 Rückgabe des Carlstädter und Fiumer Kreises an Ungarn noch eine bedeutende Veränderung; ihm blieben nur die drcy Kreise Triest, Görz und Mitterburg, welcher letztere nebst dem ehemahligen Histerreich noch die Guarnerischen Inseln *) in sich saßt. Den Kreisämtern wurden die Bo jir- Sie heißen V e g I i a, von Alters C ur i e a oder C u- ri c ta, und noch heut zu Tage von den Slaven K a r a k genannt, Arbe, slavilci) Rab, Cher so und Osero, sonst auch unter dem Nahmen der Ablyrtischen und Flanonischen Inseln bekannt. Ihre Bewohner ge¬ hörten mit zu dem alten Volke der seekundigen und see- räuberischen Liburnier, welche endlich der junge Octavian 25 Jahre v. CH. G. bändigte. Unter Herrschaft der Rö¬ mer gehörten diese Inseln zu West-Illyrien. Da der h. Paulus selbst in Illyrien gewesen, so möchte das Chri- stenthum schon frühzeitig daselbst Wurzel gefaßt haben. Zur Zeit der Völkerwanderung zogen sich viele vornehme Römer und fromme Christen hierher in die Einsamkeit zu¬ rück. Diese Liebe zum Einsiedler - und Mönchsleben wuchs noch mehr, seit dem der h. Kirchenlehrer, der Stridonit« Hierin /""AA„Oesch. d. Herz. Krain» K 78 -E-E- M»» . zirke mit Bezirkscommisiaren statt der französischen Maire un. lergestellt. Die Rechtsverwaltung sollte ihren Zug von den Stadt, Hieronymus, ein so erbauliches Beyspiel gegeben hatte. Aus einer SZO nach CH. G. zu Salona gehaltenen Synode erscheinet das erste Mahl ein Bischof von Arbe, zu dessen Sprengel Zapidien und die Inseln desO.uarner gehörten. Nach der Zerstörung des Ostgotischen Reiches Italien ka¬ men diese Inseln unter die Herrschaft der griechischen Kai¬ ser. Die Besitznahme Dalmatiens durch die Avaren (6lO .—620) hatte die Folge, daß sich die römischen Bewohner des nahen Festlandes auf die Inseln Arbe, Veglia und Oftro (Lacla ctt Os-sava Key Constant. Porph.) fluchte¬ ten. Aber nun rufte Kaiser Heraclius die Chrobaten her- bey, damit sie Dalmatien von den Avaren säuberten. Die¬ ses geschah zwischen den Jahren 620 und 650 n. CH. G. und seitdem wurden slavische Sprache, Sitten und Ein¬ richtungen auch auf den Inseln des Quarner einheimisch; die Oberherrschaft behaupteten aber noch immer die grie¬ chischen Kaiser, selbst nach der Zerstörung des Exarcharts, selbst während sich die Franken in Istrien und Dalmatien ausbreiceten. Aber im neunten Jahrhunderte , als die heidnischen Narentaner -- Slaven die dalmatinischen Ge¬ wässer beunruhigten und alles feindlich behandelten, waS mit Byzanz in Freundschafts-Verbündnissen stand, und als die Sarazenen auch im adriatischen Meere erschienen, da ka¬ men auch die Inseln deS Omarner „icht selten ins Gedrän¬ ge und wurden ausgeplündert. Wollten sich die Einwoh¬ ner in dieser Noch nach dem kroatischen Festlande flüchten, so wurden sie mir dem Bescheide zurück gewiesen, daß sie den Croaten keinen Zins bezahlten. Endlich schickte der Kaiser Basilius der Mazedonier 86? den Gesandten Caesar ianus sammt mehreren Priestern, welche die noch übrigen heidnischen Slaven tauften. Die See-und Inselstädte wurden zwar unter einen byzantinischen Prätor gestellt und sollten diesem ein Geringes als Anerkennung der griechischen Oberhoheit bezahlen, im übrigen aber den Zins an den kroatischen Groß - oder Erzzupan entrichten, von den drey Inseln Osero, Arba, Veglia jede 100 Gold¬ dukaten, etwas Wein und andere Naturalien. —Mit den griechischen Geistlichen kam der griechische Lehrbegriff, in der Stadl, und Landrechten zu Laibach , Triest, Görz, Fiume und Carlstadt, so wie von den Bezirksgerichten an die In- ncr. der Folge auch der slavische Ritus des KyrilluS aus diese Inseln. Dieses letztere möchte unter dem kroatischen Häupt¬ linge Branimir (um 87<)) n. CH. G.) geschehen seyn, als die kroatischen Slaven sich allgemein zum römisch - ka¬ tholischen Glauben bekannten. Als aber der BischofGre- gor von Nona Geistliche weihte, die gar kein Latein ver¬ stunden, beschwerten sich die alten römischen Ortschaften Key Papst Johannes 10., welcher sogleich (Y25) Abhül- ft -stete. ^)N der zweyten Hälfte des 10. Jahrhunderts vereinigte sich der König von Croatien, T e r p imir, mit den see- räuberischen Narenranern, und foderte von den veneziani¬ schen Kaufleuten nicht nur einen höhern Zoll, sondern so¬ gar eine Art Tribut. Jetzt begaben sich die sonst unter Byzanz gestandenen Inseln und Seestädte unter den Schutz Venedigs, und der Doge Urscolo 2., nachdem er sich deßhalb nut Byzanz in gutes Einvernehmen gesetzt, lies yy? mit einer Flotte auS , trieb die Croaten überall zurück und ließ sich auf der Insel O se r o zu Pfingsten, später in Zara auch pon den Bischöfen von Arbe undVe- glia huldigen. Von dem an bis 1797, also 1000 Jahre, waren tue Inseln des Quarner ein Zankapfel zwischen Ungarn und Venedig, und gehorchten gewöhnlich demjenigen Staate, der in Dalmatien die Übermacht behauptete. Im Jahre 1241 rettete sich der hungarische König Bela 4> nach der, von den Mongolen erlittenen, Niederlage auf die Insel Veglia, welche damahls der Familie Schinella gehör¬ te , wurde nicht nur sehr gastfreundlich ausgenommen, sondern von dem Hause Schinella Key der Wiederero¬ berung Dalmatiens noch überdies; mit Soldaten, Schiffen und Geld unterstützt. Dafür erhob der König Bela die Herren von Veglia zu hungarischen Reichsbarouen und schenkte ihnen das Gebieth von Zeng. Sie selbst nannten sich seit dem Frangepani, und hielten fest zu Ungarn, ja nachdem izgi im Turiner Frieden schon die Inseln des O.uarner der ungarischen Krone waren zugesprochen, von den Venezianern aber im Kriege mit K. Sigmund nieder erobert worden, vermachte Graf Martin Frange- F L pain 8o neröflerreichische»Appellation in Klagenfurt, von dort an die Justiz-Hosstelle in Wien nehmen. Diese politische Ein¬ richtung Illyriens wurde für das Laibacher Gubernium den 23. Junp »814, für das Triester den i3. Sept, dessel» ben Jahres bekannt gemacht, und der 4- Dctob. 1814 zur allgemeinen Huldigung in Laibach angesetzt, welche im Nahmen Sr. Majestät des Kaisers der k. k. bevollmächtigte Hvscommissär Franz Graf von Saurau, k. k. Kammer- Herr und Großkreuz des St. Stephans. Drdens, unter an¬ gemessenen Feyerlichkeiten zu Laibach einnahm, wo sich auch die Deputaten aus den übrigen Provinzen versam¬ melt hatten. iZitz Im May 1816 beglückte der Kaiser Franz selbst die wiedererlangten und mittlerweile eingerichteten Jllyri» schen Provinzen mit seiner allerhöchsten Gegenwart und wurde überall zu Görz, Triest, Laibach u. s. f. mit gro¬ ßem Jubel empfangen. Wenige Monathe daraus, den 3. August, gcruheten Se. Majestät diese Provinzen zu einem Königreiche zu erheben, welches in Zukunft Krain, den Villacher Kreis, Görz, das Litorale, den dazu gehörigen Theil von Croatien, die Distrikte von Cividale und Gra¬ diška , wie auch den Klagenfurter Kreis in sich begreifen soll- pani im 15. Jahrhunderte Veglia dem ungarischen Koni» ge. Allein dessen Bruder Johann Frangepani, der eine Morosini zur Ehe hatte, nahm diese Insel wieder in Be¬ sitz, schmeichelte bald Venedig, bald dem Könige von Un¬ garn Mathias Corvinus und spielte auf diese Art emige Zeit den unabhängigen Herrn, bis er von seinen eigenen Unterthanen und der Republik gedrängt, die Insel seinem Sohne Nicolaus überlassen mußte. Aber schon im Jahre 148O zog Venedig, nachdem die Signone dein Johann Franzepani eine jährliche Leibrente versichert hatte, die Insel Veglia an sich und blieb im ungestörten Besitze der¬ selben so wie der übrigen Inseln bis zum Jahre 17«)7, wo sie in Folge des Friedens von Campoformio an Österreich kamen. Der Preßburger Frieden gab sie an Frankreichs der Pariser 1S14 an Österreich zurück. sollte. Im folgenden Jahre 1817 wurde für die östcrrei- chischen und Jllprischen Provinzen eine eigene Hoskanzlep- Wurde creirt, und zu Anfang des Jahres ,8t8 erschien das allerhöchste Grundsteuer-Patent, in Folge dessen die Steuer nach dem reinen Ertrag des Bodens in Zukunft be- messen werden soll, zu welchem Zwecke denn auch eine all¬ gemeine Landesvermessung ungeordnet und mit diesem wich¬ tigen Geschäfte in Illyrien der Anfang gemacht wurde, Welche Stelle das neue Königreich Illyrien in dem öster¬ reichischen L.mderveine einnehmen solle, geruhcten Se. Ma¬ jestät der Kaiser in eben diesem Jabre bcy Gelegenheit, als die Jllyrischen Deputirren ihre Wünsche zur Vermählung Sr Majestät am Throne niederlegten, mit folgenden Wor- tcn auszusprechen: „Ich sehe die Küstenlande als einen der wichrigern Theile meines Reiches an, und werde denselben stets eine ganz eigene Aufmerksamkeit widmen. Sie sind berufen, durch ihre Lage und durch die Betriebsamkeit ih. rer Bewohner den ganzen Staat im offenen Verkehr mit der Welt zu erhalten, den inneren Wohlstand der Ge« sammtheit zu beleben und durch ihren eigenen jenen ihrer Mitbürger zu vermehren." Wirklich verbreitere sich ein neues frisches Leben seit¬ dem durch alle Zweige der Landes-Industrie; die Unter- thanen erholten sich, der Wohlstand wurde sichtbar und zeigte sich unter andern auch in bedeutenden Verschönerung gen der bepden Gouvernements-Städte Laibach und Triest. Davon aeruheten sich nicht nur Ihre Majestäten der Kai¬ ser und der Kaiserin« aus der Reise nach Dalmatien 1818, sondern auch t8iy Se. k. k. Hoheit der Kronprinz Fer- dinand, welcher zu Jdria, diesem berühmtesten Queck¬ silber-Bergwerke aus der Erde, den neuen Haupthvffnungs- Schlage, und zu Adelsberg einer neuentdeckten Grotten, Abtheilung, seinen Nahmen beylegte, dann 1820 Se. k. k. Hoheit der Erzherzog Franz Carl, zu überzeugen, In den Jahren 1818 und i8ly hatten die Verwaltungen der Zoll-Salz-und Mauth-Gefälle so wie der Staatsgut 8-r ter für ganz Jllprien zu Laibach ihre definitive Organist- rung erhalten; musterhafte Straf-und Correctivns - Hau¬ ser zu Gradiška und Laibach waren errichtet, die alten Krainischen Stände, bestehend aus dem Geistlichen-Herrn- Ritterstande und den landesfürstlichen Städten wieder her- gestellt worden und in Wirksamkeit getreten. Die Gefahr, welche der kaum hergestellten Ruhe und Ordnung Italiens, ja selbst des übrigen Europa, von der, Anfangs Hulp im Königreiche Neapel ausgebrochenen Re¬ volution (ein Werk abscheulicher Secten, wie der Carbo- nari, und pflichtvergessener Soldaten) drohre, hatte im Hepbste des Jahres 1820 die Hohen Alliirten Europas in Troppau versammelt, um gemeinschaftlich die zweckmäßig¬ sten Maßregeln zu berathen, durch welche den verderblichen Neuerungen der Neapolitanischen Revolutions-Männer be¬ gegnet werden sollte. Bald aber wurde für gut befunden, diese Lerathungen nach Laibach zu verlegen und den Kö¬ nig von Neapel dazu einzuladcn. So ist geschehen, daß sich mit Anfänge des Jahres 1821 die beyden Kaiser von Österreich und Rußland, der König von Neapel, der Her» zog von Modena mit ihren und den Ministern der übrigen verbündeten Mächte als des h. Vaters, Preußens, Eng¬ lands, Frankreichs u. a. m. nach Laibach zu dem berühm-, len Congresse begaben, dessen Beschlüsse für die ganze ge¬ sittete Welt , vorzüglich aber für die Königreiche beyder Sicilien und Sardiniens noch fortwährend von so gesegne- ten Folgen sich erweisen. Durch vier und einen halben Monath genossen die Jllprischen Völker damahls das Glück, den Landesvater Franz und die Landesmuttcr Caroline in ihrer Mitte zu besitzen, und ihre seltenen Tugenden zu bewundern. Nie wird das Andenken an jene Tage aus dem Gedächtnisse der treuen Jllprjer verschwinden. 4) 83 4) Kirchen-und Schulwesen, Wohlthciti'gkeits und andere nützliche Anstalten seit dem Jahre i8i3. Die Gewaltschritte, welche sich das revolutionäre und herrsch süchtige Frankreich gegen das Oberhaupt der christ¬ katholischen Kirche erlaubte, die verderblichen Lehren einer gottlosen Philosophie und die Drangsale langjähriger Krie¬ ge hatten auf die Religiosität und Sitten christlicher Volker höchst nachtheilig eingewirkt; darum gehörte es mit zu den angelegensten Sorgen unseres Landesfürsten, daß die erle¬ digten Bisthümer Illyriens mit würdigen Männern beseht, die öffentlichen Schulen verbessert und vermehrt, überall gesunde Lehre verbreitet, und gute Zucht gehandhabt wur¬ de. So erhielten Krain, Görz, Triest wieder Bischöfe, das Lyceum zu Laibach 4 neue Professoren, der Landwirth- schäft der Slawischen und Italienischen Sprache, und der Thierarztneykunde; Görz ein Alumnat für 100 Zöglinge mit theologischen und philosophischen Studien. In Istrien wurden große Summe von den Landessursten zur Errich¬ tung von Gymnasien und Normalschulcn verwendet. Die schon 1808 für Triest bewilligte Real-und nautische Schu¬ le wurde den 4. Nov. 1817 feyerlich eröffnet. Die beyden Ackerbaugesellschasten zu Laibach und Görz erwachten gleich¬ falls zu neuem Leben; das 1820 zu Triest entstandene La- binetto der Minerva und die Laibacher philharmonische Ge- sellschast blühten in frischen Thätigkeit. In Krain wird sogar zu einem Landesmusäum vorgekehrt. Das Hunger- jahr 1817 hatte in Illyrien einen allgemeinen Geist der Wohlthätigkcit aufgeregt, also daß die Armen nicht nur während der Dauer jener Zeit zu Triest und Laibach mit Rumforrer Suppe gespeist und an die von allem Lebensun¬ terhalte entblößten Landbewohner Lebensmittel und Geld versendet wurden, sondern aus diesen gelegentlich entstan¬ denen Armenversorgungs-Vereinen gingen für Laibach und Triest bleibende Wohlthätigkeits - Anstalten hervor. Zu Triest Triest wurde noch überdieß ein Armen-Arbeitshaus errich- tet. Wenn ferner die Regierung für das physische Wohl der Unterthancn durch Anstellung von Kreis - und Districls- Physikern sorgt und durch Errichtung von Skarliero - Spi. tälern der Verbreitung eckelyaster Krankheiten Einhalt thut, so belebt sie anderseits nicht weniger den Geist der Betrieb¬ samkeit und Sparsamkeit der Unterthanen. Durch Anstel¬ lung der Kreis-und Districtssörster ist für die, dem Kü- stenlande so ersprießliche Waldcultur gesorgt. Für die Schifffahrt wurde an der Punta cli 8nivnl6r6 in Istrien ein Leuchtthurm erbaut und das Dampsboot Caroline (Jh- rer Majestät der Kaiserinn zu Ehren also genannt) sorgt für schnelle und regelmäßige Überfuhr von Triest nach Ve¬ nedig. Zu Laibach wurde den 4. Nov. 1820 eine öffent¬ liche Sparkasse eröffnet, darin die minder bemittelten Leu- re , Handwerksgesellen, Dienstbothen ihre Spargroschen niederlegen und zu einem kleinen Capitale für künftige Zei¬ ten können erwachsen lassen. Ein ähnliches Institut wird auch schon in Triest vorbereitet. Dergestalt strebt das Kö¬ nigreich Illyrien unter dem rastlos an dem Glücke seiner Völker arbeitenden Landesvater Franz I. zu seinem erha¬ benen Ziele allseitiger Veredlung in Gehorsam und inniger Anhänglichkeit an das angestammte Herrscherhaus immer weiter vor. Gedruckt bty Georg Überreuter.