V»immer 22. pettau, den 30. Mal 1807. VIII. Jahrgang. PettauerZeitunA erscheint jeden Sonntag. Prei« für Pkltau mit Zustellung in« Hau«! vierteljährig sl. 1.L0, halbjährig fl. 2.40, ganzjährig fl. 4.80, mit Postversendung im Inland«! Vierteljährig (!. 1.40. halbjährig fl. 2.80, ganzjährig fl, 5.60. — itinzelne Nummern 10 fr. Schriftleiter: Joses gelSner, Allerheiligengasse 14. — Verwaltung und Verlag: W. Blanke, Buchhandlung, Hauptplatz Nr. G. Hondschristen werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten» bi« Freitag jeder Woche eingesandt werden. Sie kriegen Angst! — „Der Zustand des Deliriums, welchem Im« österreichische Abgeordnetehaus Dank dem ziel-bewußten Vorgehen der Minorität anheimgefallen ist. Ijat in der gestrigen Sitzung (vom 24. Mai) {einen Höhepunkt erreicht und angesichts des un-beimlicheu beklemmende» Anblickes, den diese Sitzung bot. war jeder Theilnehmer von der Über» zeugnng erfüllt, dass das VerfassungSleben Ö>ler-«ichs sich inmitten einer gefährlichen, fast könnte man sagen, einer lebensgefahrlichen Krise besin-bet." — So beginnt der Leitaufsatz der offiziösen Mcizer Morgenpvst" in der Nr. 120 vom 27. Mai 1897. Jnsvferne der OsfiziosuS damit die Situation im österreichischen Abgeordnetenhause, wie sie sich aus dem Kampfe der Vertreter de« deutschen Volkes in Cisleithanien gegen die demselben wider-fahrene Vergewaltigung herausbildete, zeichnen will, ist das Wort „Delirium" ziemlich »»glücklich gewählt, denn im Delirium weiss der Uranke nie-mal» was er thut, während die Männer der Ob-ftruction ganz genau wissen, was sie thun und — wie die während des Lärmes eingeschmuggelte Abänderung der Geschäftsordnung seitens des Präsidiums und der Majorität beweist, — wissen auch diese beiden Faktoren genau, was sie thun, um die kämpfeude Minorität zu vergewaltigen. Allein, so meint das RegierungSorgan daS Wort Delirium nicht! Es wendet diese« Wort in-bejug auf die Kampfart der deutsche» Volksvertreter an. die .durch daS Niederschreie» und Nieder-brüllen des Präsidiums, kurz durch Ceandal und Lxceß" das HauS lahmlegen. Ja. mit Verlaub zu fragen, wer hat denn diesen Kampf provoziert? Doch nicht die deutschen Volksvertreter, welche mit einem reichen Programme rein volkSwirthschaftlicher Fragen in dieses Par- Mag nicht! — „Ich mag nicht, und ich will nicht! daS genügt". — Sie gieng langsam den Kiesweg ent-lang, der bis an das Drahtnetz führte, welches die Anlagen von drei Seiten einfriedete. Er war eine Weile stehen geblieben und hatte den Kops gesenkt und über sein Gesicht zuckte es wie schmerzliche Enttäuschung Er wendete sich langsam um und gieng den Weg zurück, aber er that nur we->»ge Schritte, dann kehrte er um und eilte ihr nach; ans feinen ernsten Blicken leuchtete etwas wie Hoffnung. Sie hörte ihn natürlich über den Sie« daher schreiten und um ihre Mundwinkel juckle cs wie ein triumphierendes Lächeln, aber fr iah sich nicht um. Als er ihr auf zwei Schritte nalie gekommen war, sagte er halb bittend, halb mahnend: „aber Sie haben dock) vor acht Tagen ganz bestimmt zugesagt, dass Sie mitkommen und ich habeeSmeinen Eollegen und Colleginnen versprochen, das« Sie von der Partie sind. Wenn Sie nun wcht kommen, wird man mich sicher nach der Ur-achc fragen. Ich kann doch nicht sagen, dass es nie Laune von Ihnen ist nicht mitzuthun ? Welchen 0rnnd soll ich aber sonst angeben?" — — „Grund? Na hören Sie Herr Rohrbach, fehlte noch, dass ich stets die Gründe an- lament eintraten, die sie in redlicher zielbewußter Arbeit lösen helfen wollten, wenn Regierung und Regierungspartei den nationalen GotteSsrieden halten würden? — Und nachdem dieser Gottes-friede» nicht nur nicht gehalten worden ist. son-dern Graf Baden! dem deutschen Volke die Sprachen-verordnnngen ins Gesicht geschlendert hat, verlangt die Regier»ngspresse. dass die deutsche» Volksvertreter auch noch feingedrechselte Reden halte», mit welche» sie. wie das so früher geschah, den höhn-lachende» Gegnern im Flüstertöne ganz »nmaß> geblich zu bedenken gaben, dass die Deutschen in diesem Staat doch auch ein wenig das Recht hätten zu existieren? „Man vergesse aber auch nicht, dass Vor-gänge, wie die vom 24. Mai weit über daS politische Gebiet hinaus ihre traurige Wirkung aus-üben. Die Sitten und Manieren, die in den VertretunaSkörpern zuhaufe sind, entsenden viel-fach ihre Reflexe bis in die entferntesten Rela-tionen des täglichen gesellschaftlichen Leben» und wenn sich an der höchsten repräsentativen Central-stelle Formen einbürgern, wie wir sie am Mon-tag schaudernd miterlebt haben, dann kann es nicht fehle», dass sich allenthalben in weitesten BevölkerungSkreisen eine corumpierende Nachwirkung, eine Verrohung und Verödung deS ganzen geistigen Lebens einstellt. Und die Vertretung des deutschen BürgerthnmS sollte eS sein, die diese Verantwortung aus sich ladet?" heißt eS in diesem Artikel weiter und fürchtet sogar, dass die „konstitutionellen Einrichtungen" dadurch von „innen heraus untergraben werden?" Nun da-rüber mögen sich die Regierungsorgane trösten, die constitntionellen Einrichtnngen in EiSleithanien sind eine der Hanptbedingungen deS Dualismus und wenn eS versucht werden sollte, diese Ein-richluugeu zum Theile zu eSeamotieren, würde von jenseits der Leitha sicher ei» „Halt!" herüber führen müßte, ivenn ich elivaS nicht thun mag? Ich mag nicht und damit fertig." — Sie stand halb zu ihm gewendet und sah ihn herausfordernd an. Einen Augenblick schien eS, als ob er ohne ein Wort zu sage» zurückgehen wollte. Plötzlich überflog ei» leichtes Lächeln fein Gesicht und er faßte nach ihrer Hand: „Bitte kommen Sie doch mit Fräulein Dolly. es wird sehr lieb werden und zudeii» sind es ja doch auch zumeist Ihre Colleginnen, die —Sie entzog ihm hastig ihre Hand und that einen Schritt zurück. — „Meine Colleginnen Herr Rohrbach? Nun diese Kamerad, schast ist denn doch etwas weit hergeholt. Ich saß mit einige» der Fräuleins ein oder zwei Jahre zusammen aus der Schulbank, das ist alles! Ich kann wirklich nicht begreifen, dass Sie so er-picht darauf sind, heute mit mir Staat machen zn wollen? Ich habe wirklich keine Lust, als eigene Programmnninmer z» figurieren". — Der also Abgewiesene richtete sich hoch anf und sein schönes, ernstes Gesicht versinsttrte sich und zwischen den hochgeschwungeue« duiklen Augenbrancn legten sich zwei liefe ZorneSs»lteii. aber er entgegnete trotzdem ruhig: „Sie firb über die Ihnen znge-dachte Stellung bei dem heutigen Ausflüge der Lehrerinnen und Lehrer dtf hiesigen Zweigvereines vollständig im Unkloren, Fräulein von Eschenbach! donnern, welches kaum überhört werden würde Was endlich die durch die Lbstruttwn in die „entferuteste» Relationen hinausgetragene Verrohung und Verödung des ganzen geistigen Lebe»S" anlangt, für welche das deutsche Bürger-thnm verantwortlich gemacht werden soll, so ist daS ein Passus, schwer zu verstehen, wenn er nicht gar so durchscheinend wäre. Die „entferntesten Relationen" werden in-bezug auf daS geistige Leben weder veröden, noch verrohen, dafür ist die hochstehende Cultur der Deutschen das sicherste Vorbenguugsmittet; wenn sich aber diese entfernteste» Relationen an den scharfen stampfen der Teutsche» im Abgeordneten-Hause um da» Recht ihres Volkes ein wenig den Muth stälilen und in ihrem Auftreten jene Sicher-heit bekunden, welche fremde Frechheit gebührend zurückweist, dann ist das eher ein Gewinn und es wäre desto besser, je sicherer das Auftreten würde. Alles in allem, wenn die Regierungsorgane Zeter schreien wollen, dann sollten sie übn die Ursachen Zeter schreien, welch« den erbitterten Kampf der Deutsche» provozirte». Die Obstruktion ist bloS eine Wirkung dieser Ursachen. Gemeinderaths-Sitznng. Für die am 25. Mai stattgehabte Gemeinde-rathSsitznng war folgende Tagesordnung aus-gegeben: Verlesung des Protokolles der letzten Sitzung. a) Mittheilung der Abweisung des ^ranz Tschech mit seinem Verlangen aus Änderung seiner Verpflichtung. 1. Joses Karaschia, Techniker iu Graz, bittet um eine» Studicnbeitrag. 2. Joses nnd Theresia Toplak in Rabeldorf Die Damen freuten sich daraus, eine einstige Studiencollegi» zu begrüßen, die .Herren dagegen, eine Dame mehr in der (Gesellschaft zu haben; ich aber freute mich, ihnen eine Dame zuführe» zn können, die trotz ihrer bevorzugten Stellung nicht vergessen hat, das sie vor einem Dutzend Jahren sich ebenfalls Mühe geben mußte und wie ich gerne anerkenne, anch mit Erfolg Mühe gab, Lehrerin zu werden. Ich wußte kaum, ivaö mich bewege» sollte, mit der Tochter des Gnl«befitzers auf Escheiibach vor meinen College»! und Colle-giunen Parade zu machen? Selbst dass mich Frau-lein voit Eschenbach deS Vertrauens würdigt, mit ihr wöchentlich einige Stuiiden Musik zu machen, ist kein besonderer Grund dazu, ans ihrer An» Wesenheit eine eigene Programmiinmmer zn machen, bei unserem heutigen AuSfluge. Ich werde für meine Dienste von Herrn von Eschenbach, Ihrem Papa, gut bezahlt, kann daher vor meine» College» nicht einmal mit einer sogenannten „vor-nehmen Bekanntschaft" prahlen. Ich bitte blos um Entschuldigung, dass ich aus Ihr Mitkommen vielleicht etwas zuversichtlicher gerechnet habe, als sich für einen bezahlten Menschen schicke» will!" — Er hatte selbst die Schlußworte rnhig gesprochen, allein sein ganzes Aussehen sagte der jungen Dame mehr als genügend, dass er inner- um Maulhfreiheit für die WittschastSfuhren von ihrer Wieie im Stadtwalde. f?} 3. BlaS Kofel »in Genehmigung der Ver-pachMg stines GastgeiverbeS an Carl Wratschko, i ^ k Geudarmerie-AbtheilungS-Commando Nr M in Marbura um die Herstellung einer bessD^ Nnterkunft für den hiesigen Gendarmerie-V M ^5. Verein „Tranhort" um Herstellung einer Landungibrücke für ihre Vereinszwecke, G. Carl Ackermann, Uhrmacher, um Anbringung einer Sonnen schutzplache an seinem GeschästSlokale. 7. AbfindungSanbot des S. Huller bezüglich der Spiritus Umlage, 8. Allfällige», 9. Vertrauliches. Anwesend die Herren: Bürgermeister I, Ornig als Borsitzender und die Gemeinderäthe: W, Blanke, C. Filaferro. I. Fürst. F. Kaiser. I Kasimir, I. Kollenz, I, Wreßnig, M. Ott, I, Rvßmann, I. Ferk, A. Sellinschegg, I. Steudte, H. Stro-unujcr. Erledigung der Tagesordnung, Das Protoevll der letzten Sitzung wird ver-lesen und in seiner Fassung genehmigt, Mittheilungen, a) Die Abweisung eines Re-kurjes des Besitzers Hr. F. Tschech gegen die Stadtgenirinde pto. Eliminierung eines Punktes aus dem AortragepN'locolle voni 16 November 1882, wird zur ztenntüis genommen. h) Das Offert des BrunneiimeisterS A, Kor-man ans Übertragung der städt, Brnnnenarbeitcn gegen ein fixes Jahrespauschale wird dahin er-ledig«, dass der Gemeinderalt» nicht in der Lage sei, dieses Offert anzunehmen, sondern die Arbeiten jeweilig vergeben werde. 1. Die Frage wird in der vertraulichen Si» tzung erledigt werden, 2. Die (^s„(hsirller werden dahin verbeschie-den. dass ihrem Ansuche» um Manthfreiheit keine Folge gegeben »verden kann 8. Die Verpachtung wird genelimigt. 4 Betreffend der geplanten Adoptiernng, resp. Aufbau eines Stockwerkes auf das Strafgerichts-Gebäude, betreffend eine bessere Unterbri ngnng des hiesigen Gendarmerie-PostenS noch dem Ver-langen deS k. k. Gendm.-Abth.'Comdos. Nr. 5, wird der EectionS-Antrag dahingehend, die AnS-führnng des Baues im Prinzipe zu beschließen, vorher aber Erhebungen wegen der Durchführung derselben zu pflegen und wegen Fixierung der JahreSmiethe zu verhandeln, angenommen. 5. Dem Ruderclub ..Dranhort" wird die .Herstellung eines provisorischen Landungssteges nnd zweier Treppen in der Nähe der Eisenbahn- lich tief empört war. Mit einer höflichen Ver-beugung wandte er sich ab und gieng nun raschen Schrittes den Kiesweg wieder zurück, der etwa zweihundert Schritte weiter in eine mächtige Doppelaller von uralten Ulmen einbog, unter deren Schatten er bald verschwand. Die Zurückgebliebene stand eine Minute unbeweglich stille und ihr Gesicht drückte zorniges Erstaunen aus. Ihr Blick wurde schärfer, ihre glatte hohe Stirne zeigte eine Falte nnd ihr feiner Schuh grub ungeduldig in den Kiessand, mit dem der Weg bestreut war und immer ungeduldiger, je weiter sich der junge Mann ent-fernte. ohne sich auch nur einmal mehr umzusehen. Als er in der Ulmeiiallee verschwunden war, machte sie eine jähe Bewegung des Zornes und ihr Blick glühte, ihre Lippe» öffneten sich und zwischen den weißen, festgeschlossenen Zahnreihen durch zischte es wie hochgespannter Dampf, stoß-weise pfeifend. Eine Weile blieb Dolly von Eschenbach regungslos, dann wandte sie sich laiig' sam zum Geben und schritt den Weg n>t'Uer bis an das mannshobe Drahtnetz, welches den park-artig gehaltene,! große» Gurte» des SchlosieS Eielienbach gegen die angrenzenden we>tgedel)»ten Felder und >lleebreiten zn adfriedcte. Der W >' führte iy..!» einer kurzen Biegung — 2 — brücke bewilligt und demselben ein Beitrag von 10 si. votirt. 6. Den Inhabern von Kansgewölben im Theatergebäude wird in Erledigung ihrer Eingaben um die Errichtung von Sonnenschutzdächern über ihren Gewölbportalen bekannt gegeben, dass die Gemeinde bereit sei. die Eiseneonstruction in-clnsive BewegllNgSmcchaiiismliS dieser Sonnenzelte gegen dem herzustellen, dass die Kosten hiefür in zehn laufenden jährlichen AmortisationS-Raten zur Miethe geschlagen werde, dass die Geschäftsinhaber dagegen die Leimvandplachen und zwar in mög» liehst gleicher Farbe und Form selbst beizustellen, vorerst aber eine Planskizze und Kostenvoranschlag einzusenden hätten, nach deren Prüsnng durch die bezüglichen Sektionen die Arbeit ausgeführt werden würde. 7. Wird der vertraulichen Sitzung vor-behalten, Allfälliges. Gemeinderath Strohmayer beantragt die Verlegung der an verschiedenen Orten der Stadt dermale» aufgestellten VcrkausSständc während der Wochenmarktstage in der Herren-gasse. Bei Abstimmung bleibt der Antrag in der Minorität. Gemeinderath Olt urgirt eine bessere Beleuchtung des Stadtparkes. Die bezüglichen Auf-träge werde» erlasse» werden. Gemeinderath Roßnian»: Der VerschöiiernugS» Verein ersucht um dir Beleuchtung der»Brinrier-aller" zum VolkSgarten ivährend der Sommer-saijon. Angenommen. Sohin vertrauliche Sitzung. Pettaner Wochenbericht. (tviihlrrocrsalnmlnng.) Der Ausschuß des Pettauer Gewerbe-VereineS hat für morgen den SI. Mai d. I. um 8 Uhr Abends eine Wähler-Versammlung im Casinosaale anSgeschrleben, um zu deu znni Beginne des nächsten Monates vorzu-nehmenden GemeinderathS-Neuwahle» Stellung zu nehmen lind seine Candidaten zu nominieren. Auf der Tagesordnung stehen: l. Der Rechen-schastSbericht des dermaligen GemeinderatheS über die Thätigkeit während seiner FuuktionSperiode, 2. Noininiernng der neuen Candidaten, 3. Freie Anträge, Dass diese Wählerversammlung, welche speziell die Geberbetreibcnden und de» III Wahl-körper überhaupt zur Aufstellung ihrer Candidaten-liste zusammenbaust, sehr interessant werden dürfte, ist recht wahrscheinlich. (Concrrt im Schwchrrhans.) Bei halbwegs günstiger Witterung sand am 23. d, M. das erste Concert der MusikvereinScapelle unter der Leitung des Herr» Max Mehlhorn im Saale des SchweizerhanseS statt. Der Besuch war ersre>zlicher längs des Gitters hin, theilte sich bald und während der eine Zweig die Richtung längs der Drahteinsriedung weiter beibehielt, bog der andere Theil scharf nach links gegen ein BoSket zu, da» ans einer Gruppe hol)« Eichen bestand, um welche sich ein breiter Gürtel von allerlei Sträuchern zog, die zum größten Theile in voller Blüte standen und so dicht von Biene» um-schwärmt waren, dass man deren Summen schon von weitem vernahm, Dolly von Eschenbach hatte diesen Weg ge-nommen, war durch de» blühenden Gürtel von Büschen ins Innere de» BosketS gekommen nnd stand nun niiter den hohen Eschen, deren Kronen Lücken genug auswiesen, dass d>e Strahlen des hochstehenden TageSgestirneS sie dnrchdringen konnte» uud, gerade, glänzeudhelle Linien bildend, am Boden kreisrunde, kaum haudgrvße Lichlflecke zeichneten, nach welche» alle möglichen Insekten strebten, vo» der metallisch glänzende» stahlgrüne» Fliege bis z»m behenden iianfkäfer, der mit feinen riesigen Fühlhörnern und seinem massige» Leibe sich in dieser winzigen Welt artSnahm. wie ein gräuliches Ungethüm, dcs über alle anderen rücksichtslos hiinvegtranipelte An einen der warzige» Stamme der hohe» Eschen gelehnt, stand Dvllf stille und betrachtete j Weise ein sehr guter »nd daS Publikum mit dem Beifalle nicht sparsam. Die Musik that auch daS Möglichste, zumal zu berücksichtigen ist. dass i„. folge einzelner Personaländerungen da» Zusammen» spiel, welche» dermalen hie und da etwa» schwankte, durch fleißiges Proben ein vollkommen gerundete», einheitliche» wird, wozu der eifrige Musikmeister Herr Mehlhorn uns volle Gewähr bietet. Da» reichhaltige Programm, welches vor-herrschend au» volkSthümlichen Weisen bestand, verfehlte feine Wirkung nicht. Die Onvertnre „Dichter und Bauer". ..Die Post im Walde", daS Clarinetten-Solo ti. s. w. wurden durch reich, lichen Beifall ausgezeichnet. Zum Schlüsse ge-langte MehlhornS Marsch „Die deutsche Flotte" zum Vortrage, lvelcher eine sehr beifällige Aus-nähme fand und wiederholt werden mußte. Concerte dieser Art finden den Sommer hindurch monatlich zweimal statt und steht eS z» erwarten, das» der Besuch stetö ein solcher sein wird, das» die veranstaltenden Vereine, der Musikverein und der Verschönern»gSverein. ihr Auslauge» finden. ittechcnschaftsbrricht des Geinrinderathrs.) Der heutigen Nummer liegt der RechenschaftSberickjt des dermaligen GemeinderatheS, dessen FuuktionS-dauer nunmehr abläuft, bei und ist für Nichtabo»-»eilten in der Buchhaltung W. Blanke, Haupt-platz Nr. 6 oder am Sladtanite unentgeltlich zu haben. Jedenfalls werde» sich die Wähler au» den, Berichte über manches informieren können, ehe die nächster! Wählerversammlungen beginnen, in denen natürlich jeder vo» seine»! Parteistandpunkte sprechen wird. (®in deutsches Fest im großen Ätqlk) wird der am 8, August d. I. in Pettau abgehaltene steirische Ganturntag werden, der, mit einem Volks-feste verbunden, die Vertreter der ganzen flei-rischen Turnerschaft nach Petta» bringt. DaS Fest wird im Stadlparke und den Anlagen an der Drau abgehalten und ist bereit» ein reiche» Programm entworfen, zu dessen Ausführung in de» nächsten Tagen die Comites gewählt werden. Wir berichten über die Beschlüsse derselben in der nächsten Nummer. (Fkiirrdtreitschafi der freiwilligen Feuerwehr.) Für die laufende Woche hält der l, Zug und die l. Rotte Feuerbereitschast. Zugssuhrer Laurenlschitsch, R"ttführer Maizen u. 8 Mann. Feuermeldun^en sind aus der Eeutralstation in der Sicherheitswachstube im RathhanS zu machen. schöne Zuchtresnllale.) Ein hiesiger Züchter '»erkansle im Lause oer Woche zwei Stierlälber, tvovon daS eine 163, das andere 128 Kilogramm wog. Die beiden erst abgesäugte» Kälber wurden einem ländlichen Besitzer um den Kaufpreis von 9V fl 60 kr überlassen. (Gräßlicher Selbstmord.) Am Dienstag den gedankenvoll den Kamps dieser winzigen Geschöpfe, die sich gerade um einen Platz aus dem Hand-großen hellen Flecke stritte», de» der feine Sonnen-strahl hier auf den reinlich gehaltene» Boden zeichnete. Große, dickköpfige Ameisen, die sich jeden Augenblick kampfbereit auf die Hinterbeine stellten und die scharfen Freßzaugeu drohend geöffnet einer Spannraupe entgegen hielten, die ihnen den Weg verlegte, fesselten Dolly'» Ansmerkiamkeit. Es waren zwei der großen schwarze» Gattung mit glänzende» Leiber», die irgend einen Halmsplitter zum Baue trugen, denen die Geometra in die Quere gekominc» war uud die sich diese Störung nicht gefalle» lassen wollten. Die Eine hielt den Halmsplittcr sest, die Andere trommelte zornig mit den Fühlern in der Lust herum, Plötzlich stürzte sie sich auf die Raupe und biß so tüchtig zu. dass sich der Wurm vor Schmerz aufbäumte und krümmte. Im nächsten Augenblicke stampfte Dollys Füßchtii aus die >iänipfk»den. zermalmte die weiche Raupe, während die härtere Ameise heil blieb, ihrer Kameradin zueilte, diese mit den Fühlern betastete und plötzlich wieder in jiampftvstcllnug übergieiig. Dolly lachte hell auf. schrack aber jäh ;» säumten, den» ihr Lachen hatte ein s»ltjmm>: E>«io erweckt. 25. Mai um 4 Uhr morgens erstattete die Frau deS BahnwächterS bei der Eisenbahiiübersetzung auf der Sicherheitswachstnbe die Anzeige, dass auf der Strecke zwischen der Übersetzung der Fiiedauer Ztraße in der Kanischavorstadt und der Mseubahu» drücke ein Soldat offenbar infolge Überfahren» durch den Zug getödtet worden sei und dort liege. Die sofort abgesandte Sicherheitswachc fand etwa 120 Schritte von der Aah»iibersev»»g gegen die Brücke hin de» in Stücke zerrissene» Leichnam cincS Dragoners, der Mantel. Rock. ttappe und Säbel abgelegt und einen Stiefel ausgezogen hatte. Die einzelnen Theile der gräßlich verstümmelte» Leiche lagen zerstreut herum, ein Arm mehrere Schritte weit, einige Finger wurden erst lange nachher gesunde». Die fofort zusammenberufene Militär-Commission veranlaßte die Überführung der Leichentheile i» die Todte»kammer des städtischen FriedhoM II» dein Verunglückten würd« der Dra> goner Johann Pcfferl deS 5. Dragoner-Regimentes agnoSzirt und liegt offenbar ei» Selbstntord vor. Wann dieser gräßliche Entschluß zur Aussührnug kam, werde» wohl erst die Erhebungen feststellen, so viel aber scheint bereits sicher, dass sich der Selbstmörder unter eine von Petto» in der Richtung gegen die Bahnbrücke verkehrende Maschine geworfen hat, da die Spuren daraus hinweife», dass die verstümmelte Leiche oder Ttieile derselben von dem Orte wo der Selbstmörder sich entkleidete, weit gegen die Brücke hin geschleift wurde». Da-bei kommt in erster Linie der »»> 2 Uhr Nachts Pettau-Pragerhof verkehrende Schnellzug in Be-tracht, dann die in der Zeit bis zum Auffinden der gräßlich verstümmelten Leiche das ist um 4 Uhr Morgens in Dienst gestandene Aerschiebmaschine. In beiden Fällen ist eS übrigens sonderbar, dass der Selbstmörder weder beim A»»kleide», noch später als verstümmelte Leiche von irgend Jemand vom Personale bemerkt morden ist. oa die Strecke eben und schnurgerade gegen die Brücke sortläust und 120 Schritte eine Lutfernung sind, die man auch mit freiem Auge überblicken kann. Vermischte Nachrichten. (Ein österreichisches tvörishofcn) scheint in Feistritz bei Lembach an der Kärntnerbahn zu entstehen, wo Bater Simoui, der bekannte Verfasser deS Buches: „So werdet Ihr alt!" »nent-zeitliche Rathschläge ertheilt. Während Wörishofeu von der Natur nnr stiefmütterlich niit landschaftlichen Reizen bedacht ist. ist Fcistritz>Lembach ein mit Nadelwäldern und Bergen geschmücktes Idyll, bei dessen Anblick man zur Überzeugung gelangt: «Hier muß man gesund uud alt werden I" (kadivettfahrkn in Kadrin ) Am Psingstnion-tage (7. Juni) findet anlässlich des 50 jährigen Jubelfestes deS RadkerSburger Gesang- uud Musik« Vereines auf der Rennbahn in Radei» ein von dem RennauSschusse deS Radeiner Radsahrerve» eines und de« Radkersburger Radfahrerclubs ver-anstalteteS Radwettfahre» statt. Auf der vielfach verbesserten und nunmehr tadellosen Rennbahn, bei der auch eine gedeckte Zuschauertribüne und eine für die Wettfahrer bestimmte Hütte errichtet wurde, werden am genannten Tage bei jeder Witterung 8 Wettfahren um Ehrenpreise abgehalten werden, Professionals find unbedingt ausgeschlossen, Neu» nungen sind bis 1. Juni an Herrn Dr, I, Höh» in Bad Radein zu richten. Nach dem Wettsahren wird ein Feuerwerk abgebrannt, für dessen Durchführung der bekannte Kunstfeuerwerker Bernreiter in Marburg gewonnen wurde. Zur Bequemlich-keit der von RadkerSburg angekommenen Gäste verkehrt abends '/, 10 Uhr ein Soudcrzng in der Richtung vou Radein nach RadkerSonrg, (Österreichischer Sund drr Vogelfrruilde.j Die große Bewegung, die vcn Graz auS unter dem Schlagworte „Österreichischer Bund der Bogelsreunde" ins Werk gesetzt und von allem Ansänge an mit ungewöhnlicher Thatkraft und in zielbewußter Weise begonnen worden ist. nimmt immer größeren Umfang an. In den zehn Monaten feines Bestandes hat der Bund weit über 25.000 Mitglieder gewonnen und es kann keinem Zweifel unterliege», dass diese Zahl bis zum Jahresschlüsse ans »O.UOO steigen wird. Der Bund arbeitet aber auch »iit große» Ziffer»; so hat er bisher über eine lmlbe Million Druck-schristeu verbreitet und zwar nicht nnr in deutscher, auch in italienischer und slovenischer Sprache; Übersetzungen ,»» Tschechische, Rumänische nnd Polnische find i» Vorbereitung. Die Einrichtung des Bundes ist vortrefflich. Jeder sich a» ihn Wendende kann zum Oberbuiidesivarte stir seine» Ort ernannt werde» und wenn er hundert Mitglieder geworben hat, die Halste der Beiträge für deu Vogelschutz im eigenen Orte sür Rist-kästchen, Fniterplätze n. s. w. verwende». Da der Jahresbeitrag nur zwanzig Kreuzer beträgt, sällt daS Anwerben vo» Mitglieder den Sammelnde» leicht. Solche, die gewillt find, de» Vogelschutz zn unterstützen, wollen an die jtanzlei des öfter» reichischei! Aundes der Bogelsreunde, (Gra;, >!ürb!crgafse Nr. 40) schreiben, von wo sie sofort Nachricht empfangen. (Züchtet Lienr».) (Mittheilung der Obftver-wertuttgsstelle.) Eine sranzöfische landwirtschaftliche Zcitschriit bringt nachstehende, sür die Obstzüchter höchst schätzenswerte Mittheilung, Die Biene, ein Feind deS Apfelblütenstechers Bekanntlich fügt dies garstige Jnfect den Blüten der Apfelbänme einen ganz bedeutenden Schaflei, z». D:r aufmerksame Beobachter — so theilt daS Blatt mit — sieht bald, nachdem das Weibchen deS Apfelblüten-fteä)erS feine Eier in die Blntenknospe abgellgt, kleine brauue Halbkugel», fast den Köpfe» der Gewürznelken ähnlich, DaS find die von dem Iilseet zusammengezogenen Blüteiiblättcheu, in welchen die Made nun ungestört ihr Wesen treibt. Die Erkläriiiig deS Schutzes durch die Biene liegt NUN nahe: Die Nektarien. d. h. die Honig ab' scheidende» Organe der Apselbüte. liegen im Grnnde der letztere», nnd der Nektar lockt die Bienen au. Dadurch wird die Blüte besruchet. Sobald aber die Befruchtung eingetreten, hört die Bildung neuen Nektars auf, den» die Blüten verwenden vo» diese», Augenblicke an alle vorhandenen Säfte zur Ernährung der Frncht. Dann aber fallen auch sofort die schön gefärbten Blütenblätter ab. können also nicht mehr von dem Jnieet zusammen-gezogen werden; die Nektareu vertrocknen, dem Ei und der Made des Schädlings fehlt also die Nahrung nnd seine Entwicklung wird uu-möglich. Übrigens bringt das Journal bei dieser Gelegenheit eine erneuerte Bestätigung des Nutzens der Bienen für die Befruchtung der Obstban»!-blüten. Die ältesten Bienenzüchter erkläre», jeder Niedergang der Bienenzucht habe Missernteu an de» Obftbänmen zur Folge, während das Gegen-theil eintritt, wenn sich die wunderthätigen Bienen vermehre». Diese Beobachtung wurde auch durch-aus vo» dem Obstgärtner des Botanischen Gartens zu Dijon bestätigt, der anßerden erzählt: ..I» seiner Gemeinde haben 20 Jahre lang 80 Obst-bäume trotz aller erdenklichen Sorgfalt des Be-siyerS keine Frucht gltragen. Mau fetzte einige Bienenkörbe in ihre Nähe, und >vie durch Zauberei war die Unsruchtbarkeit der Bäume beseitigt." Bereinsnachrichten. (Haiiplorrsammlitiig des Deutschen Schul-vereiirs.s Die für den !!> Mai d. I. einberufene Hauptversammlung der Ortsgruppe Pettan des Deutschen SchulvereiueS wird wegen der gleich-zeitig einberufenen Wähler-Bersammlnug aus un» bestimmte Zeit, sicher aber bis nach Beendigung der Getieinderaths Wahlen vertagt nnd werden die p. t. Mitglied« seinerzeit besonders wieder cinge-laden werden. (^»ssiitg.) Der Erzherzog Albrecht Militär» Beteranen'Verein in Petta» unternimmt am 30. Mai 1897 nachmittags 2 Uhr bei günstiger Witterung einen Ausflug »ach St. Veit, wozu die Ehren- und unterstützenden Mitglieder, sowie Freunde d« Vereines höflichst eingeladen werden. Bei ungünstiger Witterung findet der AuSflug am Sonntag den 13. Juni statt. (pettaurr Geselligkritsverrin.) Dieser Verein hat mit feinem Donnerstag im Saale unseres schön gelegenen SchweizerhaiiseS veranstalteten „Frühliiigsträiizcheu" die erfreuliche Überzeugung gewinnen können, dass er die Wünsche aller seiner tanzlustigen Mitglieder zur allseitige» Zu-friedeuhrit zur Ausführung gebracht hat. Der GeselligkeitSabeiid war fast vo» sämmtlichen Mit-gliedern besucht, lachend und scherzend bewegte sich eine fröhlich gestimmte Jugend im lustigen Saal. Selbstverständlich wurden auch Terpsichoren mit größter Ausdauer bis um Mitternacht Opfer gebracht. Schristthnm. („Unsere Monarchie ) betitelt sich ein von Julius Dauri'iiiii1 herausgegebenes und im Belage der f. f. Uni-versitatS-Bnchhr Szelineki in Wien I.. Siefausplay t!, in drr Buchhandlung W Blaute, Haupipla^, aufliegende» Welk, welches aus Aulasi deS Regierungc Zubiläuins unseres ttaiser» erscheint und vou den« bereits da» t, Heft vorliegt, ffli'iviji wird die Herausgabe verschiedener anderer Werte au» dem gleichen Anlaste bi» zum nächsten Jahre eine Zahl erreichen, welche kaum immer dem In>x>l«e entsprechen dürste und wobei neben der Loiialiti't das Geschäft eine Hauptr»lle spielen dürste. Da» vorliegende Hest de» Seilst „Unsere Monarchie" vo» Laurcneiii läßt aber bereits den Schilift zu, dass dieses Wert eines der besten und zugleich interessantesten und brauchbarsten werden dürste. In vorzüglichen Bildern, deren jedem eine kurze Beschreibung in den -t vornehmsten Landeesprachen der Monarchie bei-gegeben ist, bringt das t, Heft die Ansichten des „Reuen Burgthores" in Wien, da»» die Toialansichten der Landes« t»auplstadtc: Graz, Linz. Salzburg. Innsbruck, ltlagensurt, Trieft, Laibach, Prag, Briinn, Leiuberg und Tzernowch, Der Preis eines Hestes, l tlrone, ist bei dem reichen In-halte sehr mäßig. MarkklöSchen ZuPpe (5 bis ti Personenj. Man wässert •/« Psund Rindermart ungefähr eine Stunde vor dem Gebrauche, damit eS schön weih »»erde Dann wird es sein gehackt, in einem kleinen Emailgeftge geschmolzen und durch ein Siebchen in eine Schüssel gegossen. Etwas abge-kühlt, rührt man es schaumig, schlägt nacheinander 4 ganze Eier daran, rührt etwa 200 Gramm geriebenes Brod da-rüber, nebst dem nöthigen Salz, einer Messerspibe weißem Pfeffer und «was feingewiegter Zwiebel und frischer Petersilie, Davon form! man KlöScheu (im Durchmesser :>—4 cm), legt dieselben in wallende, leichte Fleischbrühe ein, kocht sie darin eine Äiertelstnnde und richtet sie dann mit der noch mit „Maggi" gekiäftigten Bouillon au 31. B Hat man keine Fleischbrühe, so siedet man die tklöSchen in leicht gesalzenem Wasser und verwendet pro Portion Suppe 1 Theelöffel „Maggi". In der vom Prosenor Dr, med. Carl Reelam begrün» deten Zeilschrist siir öffentliche und private H>)giene „Ge-sundheit" wird Folgendes berichiei: ^ol>a»n Hoff'S Malz-Präporare zeichnen sich durch grob« Nahrhaftigkeit. leichie Berdaulichkeil und Haltbarkeit aus, so dass dieselben alS Nähr- und Aenußniittel ersten Ranges gelten können. Die Borzüge dieser Fabrikate bei Schwache der Verdauung, ebenso allgemeiner tkörperschiväche und Bleichsucht, ferner bei Husten. Heiserkeit, katarrhalischen Affectione» der Luftröhre fiud zu bekannt, als dass sie einer Erörterung bedürslen, Ein weiterer nicht zu unterschayender Borzug deS Malz-Aesundheits-Gelrauk vom k u. k Hoflieferant,» I Hoff. Wie», I. Graben, Brüunerftrave besteht darin, dass ti sich, wie dieses durch mehrfache vou bedeutenden Chemikern vorgenommene Analysen festgestellt, durch völlige Keim-freiheit auszeichnet, also auch dem schwächsten ttrankeu »er-abreicht iverden kann. p p. T. & Gebe hiermit bekannt, (lass die a neuesten Muster von Seidenstoffen yi für ■ Herren- Anzüge ■ in grosser Auswahl, sowio auch I geschmackvol len Dessi ns, eingelangt Isind. Bitte um recht zahlreiche I Auftrüge. V Hochachtend | Leonhard Welzmüller ([ Schneider. — 4 — aus Raten. 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Juni um 8 Uhr abends im Casinosaale beginnenden letzten diesjährigen AW- Tauz-Curse -HW zu machen, mit der Mittheilung, dass im nächsten Herbste seinerseits wegen Engagements anderer-orts kein Tanzunterricht ertheilt werden kann. Das Honorar für diesen Curs betrügt 8 fl. per Person. Ausser diesem gesagten Curse beginnt ein Special-Curs für Vorgeschrittene, in welchem die neuen sensationellen Tänze the Scason, the Boston, the Dancing in the Baru, Varsovienne u. 8. w. zum Vortrag kommen. Das Honorar hiefür beträgt 3 fl. pro Person. Unterschriften bittet man bis I. Juni in der Buchhandlung W. Blanke hinterlegen zu wollen. Hochachtungsvoll AI Ions Cilenti, aead. Lehrer der Tanzkunst. Steiermärkische Landes-Curanstalt Rohitsch-Sauerbrunn Südbahnstation Pöltschach. Saison I. Mal bis I. October. Trink-, Bade-, Molken- u. elektrische Curen. ProBpocto durch die DlrecUon. 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Kundmachung. öiemäjj § 17 der Gemeindewahlordniinq für Pettau tuirb hiemit tundqemacht, dass die Wahl der Mitglieder deS GemeinderalheS auf den 8.. 9. und 10. Juni 1897 anberaumt ist undimNathhauofaale vorgenommen werden wird. Jeder der drei Wahlkörper hat 6 Gemeinde» rathe und 3 Ersatzmänner zu wülilen. vie Wahlberechtigten des dritten Wahl-Körpers wähle» am «. Juni 1097 von » bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. vir Wahlberechtigten drs zweiten Wahl-Körpers ivühllN am S. 3nni 1897 von 9 bis 1? Uhr vormittags. Dir Wahlberechtigten des ersten WahlKörpers wählen am 10. Znni 1897 von 9 bis 12 Uhr vormittags Sämmtliche Wahlberechtigten werden ein-geladen, sich am Wahlakte zu betheilige». Die Wählerlisten liegen stets zit Zedermanns Einsicht in der StadtomlSkanzlei auf. Sladlamt pettan, am 20. April 1897. Ter Bürgermeister: 3osrf Grnig. Plütz-Staufer-Kitt, Öa# Beste zum Kitten zerbrochener Gegeiistände. ä 20 u. 30 kr. empfiehlt: Ios. Kasimir. 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I, das wäre nicht Übel, hier zu Lande!- lachte Edgar hell aus. .Papa, Irene, wir alle erwartete» längst Ihren Be-such, wir haben schon Frühstück, Bad. Kahnfahrt hinter unS, es geht ja bereits aus neun Uhr.-Äellheim schloß sich sofort elastischen Schrittes dem jungen Manne an, in einer Viertelstunde hatte» sie das gegenüberliegende Ufer erreicht. Ein allerliebste« Haus mit Weinreben umsponnen, grüßte au» kleinem Blumengarten, buntfarbige Georginen stiegen hinter dem grünen Staketenz^un am Eingange empor, vor der vauethüre saß aus langer Gartenbank Irene, in dem schlichte» »attiinkleidchen, das sie am Wendelstein trug, ein großer Wald-ftratiB stand in frischem Wasserglas vor ihr auf dem Tisch. Eifrig machte sie sich mit einem über die zarten Arme gelegten Garn zu schaffen, welches sie abzuwickeln Nichte, eiu fatales Knotengewirre erforderte soeben ihre volle Geduld und Aufmerksanikeit. Rosige Älut überzog des Mädchen» Wangen, als Wellheim mit ehrerbietigem Gruße in den Garten trat. Sie reichte ihm die freie Hand, wahrend Ehgar sich entfernte, um den Justizrat in Kenntnis des Besuche« zu setzen. „seien Sie herzlich willkommen in unserem Idyll!' rief sie mit heller Stimme, ihm freundlich Platz anbietend, .und zürnen Sie nicht, wenn ich mein mühseliges Geschäft fortsetze!' Mit peinlicher Sorgsalt widmete sie sich wieder der Undank-baren Arbeit, die Knoten schienen sich immer fester zusammen-»»ziehen. .Bewunderungswürdig an Geduld sind die Frauen!" sagte Well-heim lächelnd, .glauben Sie, gnädige« Fräulein, ich brächte es ftrtig, ein so böswillig verstricktes Gani zu lösen? Ein Griff nach dem Messer nnd entzwei mit dem Ding!' .Ei. wie ungestüm!- entgegnete Irene mit angenommener stra-mider Miene, .man mache die Arbeit zu einer lieben Ausgabe, und sie wird leicht.- .Sie nennen das eine liebe Aufgabe, mein Fräulein, wenn Augen und Finger sich eine Stunde abquälen, während ein Mo-mcnt, ein Schnitt, die kostbare Zeit ersparen kann und dadurch kein großer Verlust entsteht!- .Das verstehen Sie nicht,- lächelte sie geheimnisvoll, .man muß auch Proben an seine Geduld stellen nnd um diese im voraus zu lohnen, wünscht man sich noch etwas Begehrenswertes in dem hüb-icheii Aberglauben, daß wenn der Knoten gelöst, sich dieser Wunsch vielleicht erfülle.- .Ein reizender Gedanke! Doch haben Sie, verehrtes Fräulein, Wünsche? Ich dächte, Sie haben alles, wa» Ihr junges Herz be< «» will ich rasch vorausgehen, um Papa anzumelden, daß Dn u»l verrn Wellheim nachfolgen wirst.' Mit leichtem Grnß. ohne eine Antwort abzuwarten, ging Edgar bem Walde zu. „ .Ist^e« möglich,- scherzte Wellheim, .daß Ihr Bruder mir souttt, Sie zum Walde zu geleiten? Ich darf dies wohl als eine ^uu't betrachten?' Irene nickte lächelnd, sie selbst staunte über Edgars Bereitwillig-keit, seine Eifersucht aus alles, was sie betraf, war fo groß, daß Wellheim sein besonderes Vertrauen zu besitzen schien. Rasch nah», sie den Hut vom Tische und forderte nun durch freundliches Lä-cheln Wellheim zum Gehen auf. Lockend grüßte der dunkle Wald, feine» würzige» Atem entgegenhauchend , doch beider Schritte zögerte», als ob i» gegen -fettigem Einverständnis jedes den Weg möglichst dehnen wolle, du* glückliche Alleinsein auszukosten. In fröhlichem Geplander unter hielt sich Irene mit ihren, Begleiter, bis der Waldbogen sich über beide wölbte und der schmale Pfad sie zwang, nahe aneinander zu gehen. .Sehen Sie, hier ist mein LieblingSplatz!- deutele sie auf eine dicht mit Buchen umgebene Waldwiese, wo zwischen zwei mäch-tigen Stämmen eine Hängematte ausgemacht war. .Ein Plätzchen zum Träumen!- sagte Wellheim. .Nicht wahr ?- rief Irene freudig, .aber denken Sie sich, hier bin ich vorgestern in der Hängematte so fest eingeschlafen, daß meine beiden großen Brüder mich in das Netz eingewickelt haben und ob wohl ich dann aufwachte, mich unter Lachen uud Jubeln »ach Haufe trugen.- .Siehst Du, Papa,- rief Bruno, .da haben wir endlich einen großen Fisch gefangen, weil Du so gering von unserer Angelkunst denkst. Mein anderer Bruder setzte höchst respektvoll hinzu: .einen richtigen Backfisch!- 0, Sie glauben nicht, Herr Wellheim, was man unter Brüdern zu leiden hat- Jrene sagte das mit reizend schmollendem Müiidchen. Wellheim lachte hell auf über diese kindliche Erzählung. .WaS köuueu Sie mehr wünschen, gnädiges Fräulein, als auf Händen getragen zu werden?- entgegnete er scherzend. .Ja, das werde ich wirklich!- rief sie zustimmend, .meine Brüder ersetzen mir all die Liebe, die ich mit dem Tode meiner Mutter verlor!- Bei den letzten Worten sank die Stimme, ein wehmütiger Zug glitt schattengleich über das jugendliche Antlitz. .Sie haben noch Ihren Bater, mein Fräulein, ich habe nie-manden auf der Welt, auch nicht Bruder und Schwester, selbst keinen Freund mehr!" Irene sah rasch empor, diese Worte waren so tiestranrig gesprochen, daß sie ihr ins Herz schnitten. .Selbst keinen Freund? Das ist nicht möglich,- sagte sie leise, .einen Freund hat doch jeder, der ihn sucht?* .Das dacht' ich auch, doch e« ist vorbei damit, verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, daß ich von mir sprach, was Ihnen gleich-gültig sein muß, die Erinnerung an das Schmerzliche überwältigte mich.' »Gleichgültig?- entwischte es ihren Lippen, dann erschrak sie und bot rasch Wellheim die Hand, indem sie mit süßem Ausdruck sagte: .Ich will Ihnen gerne eine anfrichtige Freundin sein." Wellheim hatte alle Mühe, sich zu beherrschen, da«, was sein Herz erschütterte, zurückzudrängen, das Bild Klaren» tauchte recht zeitig vor ihm auf. Freundschaft, ja deshalb, diese durste sie »och vergebe». „Ich werde mit iiinigem Dank a» diese» Augenblick zurück denke», wen» ich wieder i» weiter Ferne bin!' sagte er bewegte» Tone« und drückte wann die dargebotene Hand. .Sie wollen uns wohl bald verlassen?' Eigentümlich und bange zögernd klang die Frage. .Heute abend schon,' entgegnete rasch Wellheim, indem er träumend in den Wald sah. .ich sehne mich nach etivas, was ich zurückgelassen, ein bittendes Auge verlangt meine Wiederkehr." Irene ahnte nicht, daß es ihr Bild war, was so zaubrrmächlig vor des junge» Mannes Seele auftauchte, jenes Bild, das er liebe» durfte, das fei« eigen war. Ein jäher Schmerz »«achte ihr Herz erzittern — er liebte! „Warum nennen Sie sich verlassen/ begann sie schlichter», .nachdem ein liebend Wesen Ihre Wiederkehr ersehnt!" ,.L wäre es dieses!" drängte es sich über seine Lippen, da»» erschrak er »nd beugte sich »ach einer Ephenranke am Boden. Irene konnte sich diese» Ausruf nicht erklären, forschend sah sie in WellheinlS Gesicht, dieser aber wich ihre» Auge» ans und »ahm des jungen Mädchens Hut vo» dessen Arm, um die Ranke darnm zu legen. Schweigend lief, sie es geschehen. In diesem Augenblick hörten sie des Iustizrates Stimme »nd bald darauf bog dieser in Begleitung vou Edgar uud Herr» vo» »lareu au» dem Seitenwege. Wellheim fühlte heftiges Pochen des Herzeus, als letzterer mit tiefer Verbeugung zu Irene trat. .Herzlich willkommen!" rief der Instizrat mit seiner wohl klingende» Stimme, Wellheim beide Hände entgegenhaltend. Klare» hielt sich an Irenens Seite, welche mit etwas verlegenem Gruft? den j»»ge» Mann empfing. paarweise ging die kleine Gesellschaft weiter, Edgar voraus. Wellheim unterhielt sich mit Norden angelegentlich über das gestrige Theater und vertiefte sich so in das Gespräch, das; er nicht gewahrte, in welch große» Zwischenräiinieu Irene nnd klaren nachfolgte». Letzterer benützte jede unauf« fällige Gelegenheit, das jnnge Mädchen znrückzn-halten. „Meine Abreise steht sehr nahe, Irene," begann er nach längerem Schweigen, „bevor ich scheide, geben Sie mir ein Wort der Hoff-»ung mit ani den Weg. was Sie gestern ans dem Heim-wege abends stumm anhörte», sage» Sie mir jetzt Antwort darauf, gebe» Sie mir Seligkeit oder Wehe, es liegt in Ihrer Hand." Irenens Wangen erblaß-ten sichtlich, doch sie hatte trotz aller Kindlichkeit in ihrem ganzen Wesen etwas Entschiedenes, Reifes. Mit Warmer Herzlichkeit nahn, sie»larens Hand und sprach in sauste»» Tone: »So muß ich Ihnen letzteres geben, Herr von Klaren, ich kann es Ihnen nicht ersparen, mein Herz ist nicht mehr frei, doch teile» wir glei-cheS Geschick, auch meine Liebe ist hoffnungslos." Klaren» Kops sank tief auf die Brust, ein schmerzlicher Zug bewegte die Lippen, doch er vermochte nur stumm des Mädchen» Hand zu drücken. „Nun werden Sie es doch nicht als Unglück betrachten, mich kleines, »»»iitzes Geschöpf entbehren zu müssen?" bemühte sie sich, heiter zn sagen und mit liebe» Auge» Klaren zum Aufschauen zwingend, dabei »och seine Hand fest haltend. In diesem Moment sah Wellheini »ach den Zttrückbleibende». Der Instizrat erhielt a»s seine letzte Frage keine Autwort, sein Begleiter fuhr erregt über die Stirne »nd ging da»» auffallend rasch vorwärts. „Eine Gnade erbitte ich mir, Irene," sprach jetzt Klare» z» dem jnnge» Mädchen, „gestatten Sie mir, da» ich schon jetzt ans Ihrem Kreise scheide, ich fühle nicht Kraft geling, den heutigen Tag noch in Ihrer Nähe zuzubringen. Verständnisvoll gab sie ihm wieder die Hand, die er soeben ans der seinen gleiten ließ, mit etwas rascheren Schritten, aber schweigend, setzte» sie de» Weg fort, bis sie die auderu erreicht hatten. Der Instizrat änderte lebhaftes Bedauern, als von Klare». Unwohlsein vorschützend, sich verabschiedete, er ahnte nicht, was vorgefallen. l'*| tin da iw am .ic, (tu Wellheim sah überrascht und forschend in Irenens Auge», wehmütiger Anödrnck schien von tiefem Abschiedsschmerz zu ip> was er selbst fühlte, war dem ähnlich, er wußte, daß ourt eine Trennung bevorstand, eine Trennung vou ihrem Herze sie für ihn verloren war. Nach einigen Stunden, die er uo trauten Familienkreise zubrachte, schied er aus dem Häusche See, das fein Glück und Wehe barg. Zwei Dinge beschäftigten Wellheim auf dem ganzen Heim die sein ^Inneres merkwürdig erregten uud die er doch für l tnugslos ansehett mußte, wenn er an Klaren dachte. Ueber dem Bilde von Irenens Mutter, das sie auf ii ,n Schreibtische stehen hatte, hing ein Büschelcheu wilder getrvck t« Vergißmeinnicht, welche er sofort als die beim Bergabstieg »m sie gepflückten erkannte, nnd als Irene ihre Hand zum I, reu Gruße i» die seine legte, sah er deutlich eine Thräne unter Jm Wimpern schimmern. Seine Hoffnung klammerte sich immei ich an etwa», die Liebe.betrügt sich selbst nnd schließt gewaltsam die Augen vor der Gefahr des Verlustes, fo lange als möglich i».iran zweifelnd Und doch sah er »icht mehr zurück auf daS Hä» im, sein Fuß stürmte durci vn irtu hrn DM ite Iohanntö Ütrabmo f. (Mit Xfit.) um dort erst ai ntheu. Er gewahrte Irenen» blaffeS Gesich hinter dem Vorhänge oberen Fensters, wii ihm schwere» Herzeiis »ach sah, als sei ihr Glück mit ihm dahingezogen. Unter der Thüre des .im. merS aber stand Sdgai mit zusamnikngepreßten Luven uud sah aus die am ,ien ster lehnende Schwefln, n kämpfte tapfer das Weh hin-unter, nicht mehr der rit in ihrem Herzen zu snn * * Die Sonne war tiei &»• sunke», roter Hauch lo* über den Bergen, die WnUi kiippel der Birkenstem« Kapelle glühte nochmal» auf im scheideiideu Strahlt, als Wellheim oie Hort,. >e» zn seiner Wohnnun im Bauernhöfe «mp°nrt>ritt. Weit öffnete er die »t schloffeneu Fenster, um dir balsamische Abendlusi ein strömen zu lasse», da«» schritt er zur verhüllte« Staffelei, all seine 3 liu sucht galt dem teure» Und doch hob er zö,i ras die leichte Decke, als fii.lm er den Blick der lieb! !>n> Kiiiderauge», denen « eben entflöhe». „Ein schmerzerkm Ntt Gut allein ist unser ü ;« tum," sagte der alte M ttit „Ja, ich will schaffen, ringen, dieses Bild soll mein tiefstes Ich wi vr spiegeln, was verschlösse» und nnansgeivroche» in meinem H ;rii ruhe» muß, in diesem Bilde darf es auflebe», letzter, süßer Tt i'r • + AlS ob »ur im tiefen, lauschigen Walde sei» Traumbild i 's* gewinnen könne, war Wellheim andern Morgen» und jede» ~ci im dunkle» Hai», das Rausche» der Bäume kühlte sein We> tiefste» Gedattke» erster, reiner Liebe verklärten sei» Sch Irenens Bildnis war von unnennbarem Zauber »mstosie» «ur seelisches, heiliges Erfaffen wiedergeben konnte. Ein Sonnenstrahl stahl sich durch» Gezweige und leuchtete de» Heckenroseiizweig. drr de» Mädche»s lichtbrauue ib 87 icvslOB, da» sie die Braut eines andern, all' sein zurück-„ itt* Sehne», alle schmerzlich bekämpfte Liebe brach aus im ^»fc. ob die Welt ringsum versunken, starrte das Mädchen auf ihr stehende Gemälde, heftiges Zittern durchlief den zarten I dann verhüllte sie die Augen, Thräne um Thräne perlte >ie Finger. ilieini war fasiungSloS, er kämpfte mit der Sehnsucht, das Mädchen zu umschlieften, während dieses einen Sturm von •er sich ergehen lieft, dem verlorenen Geliebten plfl&Uch nahe II rrm Bilde, während er ei» anderes im Herzen trug. — t innerer Kraft raffte sie sich jetzt auf und verbarg das ,1 »feuchte Gesicht, indem sie sich zum Gehe» wendete. mitten Sie mir verzeihe», Irene, daft ich mein Herz mit Di i Bilde beruhigte?' flüsterte Wellheim, ihre Haud erfaffeud um Intwort aus ihre» Blicke» flehend. fl ein lichter Stern vom Himmel, seine Goldspure» durch Ort schmerzlich-süßer Erinnerung mit ihr aufzusuchen, sie wollte wissen, wo Wellheini gewohnt, eine Art Pilgerfahrt zu dieser Stätte machen. Der Iustizrat ging ebenfalls gerne wieder in das trau-liche Dörfchen und so waren sie alle morgen» hierhergekommen. Irene, um ihren Gedanken nachhänge» z» können, suchte den Wald ans, während die übrige» versprachen, bald nachzukommen. So geschah die Begegnung mit denijruigen, den sie schon in weiter Ferne glanbte. Am wenigsten überrascht von Irenen» An-gehörigen war Edgar, als jetzt diese die Arnie um de» Vater« Hals schlang und ihm ihr sähe» Geheimnis ins Ohr flüsterte. Wellheim mnftte des Instizrat» volles Vertrauen und Svm pathie gewonnen haben, daft dieser ohne Bedenken dies Geständnis vernahm und von der so unenvarteten Situation nicht unangenehm berührt wurde. Während dieser Wiedersehensscene stand vor dem verlaffene» Bilde ein alter Man», der mit wachsende»» Staunen und Ent-zücken das engelhafte Antlitz betrachtete. ES war der Schriftsteller. Grein an »er D»nau. Räch «wer phvtogravhische» Aufnahme, («fit Im ) iti herz ziehend? Also jäh war der siifte Schreck, der ihre Glieder chrieselte, — Doch nein, o thörichte Hoffnung, diese Worte sagten u > nicht genug. „Darf ich »icht bildlich das besitze», lva» der glücklich andere l> 'iib sein eigen nennt?" Nun »var e» gesagt! — Die Bäuine hatten es gehört, aber sie li tn» das süße Geheimnis, sie sahe» »»d hörten »och »«ehr. ver-ü ldert flogen die Waldvögel »m da« einsam stehende Bild, drüben in dichtesten Walde unter der groften Buche saft der j»»ngc Maler «; hielt ein Mädchenköpfchen ans Herz gepreßt, genau so schön »! > lieblich wie das auf der Staffele!. »ur fehlten die wilden '■ e», statt diesen schlang er soeben eine Epheuranke spielend durch in lichtbraunen Haarwellen. Stille war's ringsum, was sollten '>> »ich jetzt »wch sprechen die seligen zwei, der erste Kuh hatte ß thörichten, bangen Zweifel stumm gemacht. Me sie hierher kain, welche Hand Irene ihrem Geschick zu-> rte? Ahnungslos, daß Wellhehn noch i» Birkenstein weile, ti1 ite fie Edgar, dem sie ihre Liebe vertraute, zu gewinnen, den welcher den Künstler in feinem He in» aussuchn» wollte nnd durch desien Hansfran hierher gewiesen wurde. „Er hat erreicht, »oas ich ihm zntrante!* mnrmelte er gerührt vor sich hin, »nun ist mir nicht bange mehr, schade. da« es, wie so oft, ein mit Herzblut bezahltes Gut ist.* Einige Minuten später sagten ihm vier glückSstrahleude Auge», wie all' dies Weh' gelohnt wurde, niemals wohl hat ein so herz-licher Händedruck edelster Frenndichaft Wellheim gesagt, wie sehr ihm fein Glück gegönnt war. MS Bfli'OKiA. BiahmS f. Ansang» April b. I starb In Wie» Jotinnne» 'ttratims, sin« der grbßtcn Musiker drr Aegcnwlirt. >!r ist gebore» am 7. Mai I in;»3 zu Hamburg al» Tohi» eine» dortige» Olcheslermitglied», erhielt durch 88 (Ibuatb UViirifcu 1» VI Ilona feine '.'liubilbaiifl im SZ(at>ierfvirl uiib iii bvt ttuiu Mittu». vir uiitciiiabm im )ahr lhü3 >>l« Klavierbegleiter eine« u»gdriich«H Violinspieler« eine Reis«, bet welcher Gelegenheit Joachim aus ihn aufmerksam würbe. Mit bessen Empfehlung versehen, kam Brahm« in demselben Jahr nach Tüffelburf zu R Schumann unb erregte durch ben Purtrag seiner Kompositionen tZunaten für Klavier» bi« höchste Bewunderung de« Meister», welcher derselben in einem begeisterten Artikel in der »Reuen Zeitschrist ffir Musik" (2M. Oft. IH53) ttuibrucf gab. Nachb«m er sich bann kurze Zeit bei Lilzt in Weimar »ufgehailen. übernalnn er die Stelle eine» Ehorbirixenten und Musiklehrer« beim Fürsten von Lippe zu Detmolb, in welcher er mehrere Jahr« verblieb. In der Folg« lebte er ansang« in seiner Vaterstadt, bau» seit 1H62 in Wien, wo er 1863 Ehorineister der Singakademie wurde. Im Jahre 1864 legte er auch diese Stellung nieder und lebte dann ein» Reihe von Jahre» abwechselnd an verschietxnen Orten (meist in Hamburg, in drr SchweU und in Bad«n Badens in eifriger produktiver Thätigkeit, zugleich auch al» Pianist öffentlich anstr« lenb, bi« er 186U seinen Aufenthalt dauernd in Wien nahm, wo er 1872 bi« 187b Dirigent der Konzerte ber Musikfreunde daselbst war; im Juni 1874 würbe er zu« Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin ernannt. Brahm« Imt al« Komponist ans allen Gebieten der Musik, mit Aulnah»« de» dramati-Ich«n, Aulgezcichnete« geleistet. Brahm» ragt an «rast, Eigentümlichkeit nnd Vielseitigkeit b«l Talent» unter seine» Zeitgenossen hervor: er Hut die künstleri. Ichen Bilbuug«eltnic»t», welche di« Gegenwart teil« dem Wirken der klassischen Meister, teil» dem Einfluß der romantilchen Schule verdankt, in sich vtreinigt, verarb«itet und in einer aulgeprägten Jnbidibualität zum An,druck gebracht. Di» ansang» noch ungezügelte, fessello« sich «rg«h«nd«Phantast« hat er in der Folge durch »rnst« Sluditn und strenge Selbstkritik geläutert und gekräftigt und durch dies» bewußte Einschränkung be« jugendlichen Dränge« seine künstlerisch« Natur glänzend bewährt, wenn auch infolge davon zeitweise die Naivität seine« Schaffen» durch Reflexion beeinträchtigt wird. Die Kompositionen dieser Ueber-gangizelt zeigen meist eine große Einfachheit, die früh«» Leidenschaft ist einer anmutigen, ruhigen Heiterkeit gewichen, so besonder« in den beiden Orchester-serenaben. Brahm« Melodik ist von ungewähnlicksee Mannigfaltigktit, oft schlicht und einfach, dem volk«rnäßigen vrrwandt obochiung drr Gesetze der musikalischen Logik erkennen lassen und im kleinen wie im großen den Stempel formeller Vollendung trage». Grein an der Donau, vierhundert Jahre sind e», seit «aiser Friedrich lll. den ehemaligen privilegierten Markt Grein zur Stadt erhob. Am Greiner Schwall wirb der mächtige Donaustrum aus ein Drittel seiner Breite gesammelt und gegen Ost«n geworfen. Die Seenerie ist großartig. Da ist der Donaustrudel mit seine» rninengeschmückten Ufer». Der Rabenstein mit der J»sel Wirt wird im kurze», aber scharfen Bogen umsahren. Die gefährlichsten F«l«kolossr sind gesprengt. Strudel und Wirbel haben bei hohem Wasserstande die Gefahr ver-lor«n, doch sind brid« bei niedrigem Wasserstande Hindernisse sür die Schiff-sahrt. Im Jahr« 1892 wurde» die Wildrißfelsen gesprengt »nd dadurch die Fahrbahn «r««ltert und d«rtl«ft. Ti« St«ll«, wo einst d« brrüchtigte Wirbel freiste, wird nur durch eine am User stehend» Votiv-Tasel und Kapelle b«-zeichnet. E» lohnt sich, b«i »in»r Wasserfahrt in Grein Rast zu halte». Di« Stadt Grein mit ihr«» I«« Häusern und 1400 Einwohnern li«gt 218 Meter hoch über dem M«»r» in »in»m Dhalkessel mit mildem Klima. Die Berge steigen staff«lw«isk aufwärt« und ^tragen auf ihr«n Spitzen Banerngehöfte Tie Hähen bieten «in« R«»bscha«. wi« si« seit«» zu find«» ist, Am 484 M«t«r hoh«n Gob«l si«ht man di« Alpenkrtte vom Schneeberg bi« zum Iraunstein nnd da« Mühlviertler Hüg«l- und Bergland Diese» steigt mit dem Wetzel». stein 639, mit d«m Blasenft«In (St. Thoma») 722 und mit d«m Kranzb«rg (St. Georgen» 86« Meter hoch auf. Grein an der Mündung eine« waiser. reichen Bache», in einem fruchtbaren Thal« liegtnd, würd» dah»r schon in frühester Zeit von Ansiedlern b»fetzt. Au« der prähistorischen Zeit «»gen Funde vor, die am Strudel nnb Wirbel, »ine halbe Stund« von Grein «ntfernt, ge> macht wurden. AI« sich di» kriegerischen G»rman»n am linktn Donauusrr f»st-setzten, ging von Grein au» di« Gr«nze zwischen den Markomannen und Ouade». Zur Zeit der Völkerwanderung litßen sich hier slavische Völker nieder, so baß Urkunden Karl« de« Großen diese« Land da« Land der Slaven nannte». Sorgte Karl drr Große für Einwanderungen au« Sachsen, so siedelten sich n»l»r d»n Babenbergern besonder« Franken und Bayern an. Schon 1147 ward die Psarr-kirche zu Grein d«m heiligen Eghdiu« geweiht und die Pfarre der Probslei Tädnich verliehe». E« ist die« die erst« urkiindliche Nachricht über Grein Schon 1206 kaust» Herzog Leopold III. d»r Glorrrich» au« dem .Haus» der Babenberger Grein an. und wir find»» urkundlich b»stätigt. daß «r sich am 22. Oktober daselbst aufhielt. Ueber Grein erhebt sich dir stattliche Greinbnrg Da« Schloß ist ein mit dr«i Meter dicken Mau«rn versehen««, archlt«ktonisch schöne« G«bäude. In der Arkadengalerie sind Reihen prachtvoller Geweihe vo» Hirschen. Aus drei Seiten de« Schlosse« sind to«kantsche Säulen, auf der vierten aber barocke Pfeiler. Da, khemaOge Theater ist im Mekchmacke «» rocaill« mit Tonaukieseln au«geleg>, mit Wappen, Sternen u»b Rosette» in v«rschiebenen Farben. D«r kleine unb große Rittersaal haben schöne Stukkatur-arbeit. In der Schloßkapelle ist die .Schwarz« Multrr Gatte«" Altarblat«. Dir Grrinburg würd« I4S3 von den Gebrüdern Heinrich und Siegmund Prü-schenk, den nachmaligen Grasen von Hardegg, erbaut. Jetzt ragt die B»r-> in frischem Kleid au» dunklem «rün empor, neue« Leben ist eingekehrt in den sonst stillen Räumen der Greinbnrg. Seit dem Jahre 1823 Ist die Greinbnrg mit umliegenden Gütern im Besitze ber Herzoge von Sachsen-KoburgGotha. Sowohl Hrrzog Ernst I. al« auch ber regierenbe Herzog Ernst II. beehrten di« «reinburg »nb bie Stadt Grein mit ihren Besuchen. Die Bürger «rein« treiben Industrie und insbesondere Holzhandel. Die schöne Umgebung, da« gesunde »liina sind di« Ursache, daß zahlreiche Sommeigüste hier Aube und Erholung suchen. Der «cischö»eruug«verein, dir Sektion d»« .erst»» österreichisch. j. , rislenklud»- wetteifern mit der rührige» Gemeindevertretung, angenehm, Plätze, Anlagen und Wege zu schaffen. Loh»»»d» Au«siüge i» bie Uinfldj« mit ben schönen Anlagen in der Stadt zieh»» jährlich biete Somme: tin btr. Seltene Raturschönh»i»«n bieten die durch Granitseis»» brechenden Gießenbach, Dimbach, Sarmingbach, Kreunerbach und Klammbach. «in untrüglicher vewei«. Herr (zum Wirt, b»I d»m »in» Fft fapcUc konzertiert): .Sind da« auch wirklich Zigeuner?" — Wirt: .11 9 nt Der Zigeunerprima« ist schon zwölsmal wegen Diebstahl bestraft!" verschiedene MahIzeitSslnnde«. Die Stunde der «Iitag«zeit ist 1» v„ schiedenen Zeiten sehr verschieden gewesen. Im 14. Jahrhundert aßen die von Frankreich um 8 Uhr Morgen« zu Mittag. Unter Ludwig XIV. aß 111 u-11 Uhr zu lisch, unter Lubwig XV. um 2 Uhr. Seit der «itt» dieses hundert« diniert man I» Frankreich um 6, di« Slunb« be« Diner« «i>» ak, immer mehr hi»au«geschob«n, so baß di» Franzosen wahrscheinlich damit en>i»rt werde», erst am folgenden Tage zu Mittag zu essen. — In England frül iinitii man unter Heinrich VIU. morgen« 7 Uhr und aß um 10 Uhr zu Mittag > Zelt der Königin Elisabeth dinierte man um II Uhr und aß gegen 6 Uut' u Abenb, «in« Zeit, zu welcher man jetzt in England kaum datDiner beginn! !>< Engländer in Ostindien essen erst eine halbe Stunde vor Son»«n»»terg>iNj, « Mittag. In Deutschland aß man bi, zur Zeit der Revolution fast aUgemei, erst um 12 Uhr. eine Stunde, welche für Süd- und Mitteldeutschland noch je* di« eigentliche Mittag»zeit ist, währ«»d man im Rordkn teil« um 12, teil« um 3 in B«rlin aber häufig «rft in drr Zeit von 3 di» 6 Uhr zn Mittag iß« * «ei* Vergnügen. Kommt»: .Herr Prinzipal, ich komme mit meiie» Gehalt nicht mehr 0«».- — Prinzipal: .So. nnd wie viel geben Si« fit vergnüge» au«?" — Komm!,: .Richt,. garnicht«." — Prinzipal chen Sie mir doch nicht, weiß, Sie haben ja gestern abend noch Skai spielt." — Kommi«: .Ja, nennen Sie da« «in v«rgnüg«n, «enn man t* ständig verliert?" Zutreffen». Kunde: „Wal ist denn da« für ei» dicke« Buch-«einhändler: .Darin mach« Ich f«rtla»f«»de Einträge über Bestand nnd t< schaffenheit meiner Weine!" — kund«: .Als« gewissermaßrn ein Taufregist.. - emeinnüyjyes »eac9 Mittel, den fürchterlichen Husten »ei« „verfchlncken" fihlitl zu »efeitigen. Bisher habe ich e« immer gesehen, daß man dem Betreffe»»,, welcher sich verschluckt hatte, heftig ans den Rücken klopfte, wa« allerbing,» irnlii piel half Run aber soll e« viel bequemer sein, wenn der Hustende ei»s«t beide Arme nach oben kräftig streckt, viele meiner vekanulen haben tt ir laichen Fällen so gemacht »nd sagen, e« sei sehr gut. SchSdlichteit »e» Rasen» unter den Obftbiinme». Rasen »nter c»-bäumen ist den letztere» insofern« schädlich, al« di« Gra»pNa»,«n dem sowohl di« Feuchtigkeit, wie di« znm ««deihen der Obstbäum» erforderli»« Nährstoffe entziehen. Der beraste Boden verbunstet weit mehr «asser, all jener ohne Rasendecke und die Odstbänme verdorren um so leichter, je gerinp« die wasserhaltende Kraft de» Boden» ist und je wentger tief die Wurzeln ta Obstbänme in ben Boden eingedrungen sind, «nf Sandboben und unter junat« Obstbänme» ist daher dir «edecknng de, Boden» mit Rasen besonder» gefähil>it man halte de«halb den von der Krone d«, Baume« überragt»» Teil de» *<• ben« stet« von Rasen frei. Znckernaffer gegen die itzende Wirt«»« »»> «alt i« menschlichen A««e. Jeder, der mit Bauen zuthun hat. weiß, wie gefährlich der «alt ist. w<»>> e, durch Zufall oder Unvorsichtigkeit In» Auge gelangt. Die Anwendung von falten Zuckerwasser neutralisiert die ätzende Wirkung de, »alke« in der Art, daß t«, Kolk mit dem Zucker ein» Verbindung eingeht, welche da« Auge nicht angr-iit (krganznngS Aufgabe I R I ; T | K [ I. s| |l| I |M N S| I li | | |L K BI 1 ' I M |N| | |K A A| I 1*1 K "I |c| |o| F TI» teeren gelber In »edenftehend«? ; jit Unb mit nachftehenden Buchstaben so au»< w>. len, daß I» den waaerechte» Reih»» fei,: «euichnunaen entstehe»! I) Eine Cia' > «ilrltemderg. »> Ein berühmter «nltii- d« vsmanen. 3i Ein den iwlieni icher Krieg«das« «j »in deutscher Tichter. « ' «> «in ttaU,7 ■i-t » niu|z«uu|«H. •; «in nuiiii !*l elaattjnan». «) Eint wanische »rodln< 7> K. WOrtt. Elsenbadn >»» Sine Slalion der ,1re>id«n»ndt.Eu«in,k». Sind die Wörter richitg gefunden. > zeichnen die deiden lenkecht», «Nttel, von ode» nach unten gelesen, zwei »>«■ in Hvürtlemderg. — Tle zu »erwendtnden ' stoben ftnd: ! A. IB.IC, ID.U 1 I, I l, I N, IO, I R, I S. I T, I U, »au. Alt Auflösung folgt in nächster üliummer. «nflisnnge» anS voriger Nummer: de« Homonym«: Em«! t>e« Logogryph«: Anch»«. «lchl«. •— *U« «echte »«rdetznlten. ?erkag von W Blan?« >n Petta» «rrantworlliche »rdatlliin von Er»sl Pselffer, gevrulti «u» tiirouioivK.-b^i vo» «reiner % Pfeiffer in «luiigurt.