.M »«^ »839 Donnerstag dcn 2H. April. Der »9. April. Zur Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand. ««^enn Tage Perlen sind und glänzend schmücken Des Jahres Nacken mit verklärter Pracht: So strahlt vor Allen herrlich unsern Vlickei», Der Morgen, so den Vater unS gebracht: Und seines hehren LebenS erste Stunde, Sie ist die unbezahlbarste im Vunde, Ein Gut, deß hVerth zu nennen nicht im Vilde, Im Worte l'icht — es ist dieHerrsche r mild e. Der Glanz der Perlen, die Erinn'rung deuten, Wie seltsam ist er, und wie mahnt er oft An Vlut und Graus und düster Siegesläuten, An Raubgier ss die Welt zu zwingen hofft, An Haß und Eigennutz mit Ticgcrkcallcn, An Leid und Schmerzen, die zum Himmcl schallen! Wie rührend schön ist „icht der Perle Strahlen Worin des Volkes Dank und Lieb' sich malen! Es schmiegt ein Genius sich sanft zur Seite DeS Iahreö hin — die Perle lösend mild, In Himmelsflurcn pflanzt er die geweihte Daß sie dort strahle ein erhabnes Vild, — Die Pracht der Sterne, die da ewig kreisen, Durch endlos Wandeln Schöpfers Allmacht preisen, Weit übertrifft sie nun der Perle Leuchten — Der Krone Glanz die Sterne nie erreichten! Wie Mailust regt sich's lispelnd in den Zweigen, Der Sonne Schimmer küßt die Erde wach — Die Vlumen, Wipfel ihre Häupter neigen, In ihrem Vuche blättert Clio nach, Welch seltne Feier wohl das Land bewege, Warum so freudvoll jedes Herz sich rege — Da sprengt die Vcust der hellen Sonneublülhe, Drin fiammt Sein Vild, das Bild der Vatergüte. I. Tuvora. Vaterländisches. Gesammelt und mitgetheilt von L. XVI. Eigmund Anton Graf von Hohcmvart. S'gmund Anton Graf von Hohenwart, Fürst« Erzbischof zu Wien, Ordens-Prälat und Gcoßkreuz des kaiserl. Leopold'Ordens, Magnat in Ungarn, war am 2- Mai 1730 zu Gerlachsicin in Krain geboren, Und stammt nus eincr alladcligen Familie, die schon im 16. Jahrhundert in Deutschland in weit ausge' breiteten Zweigen blühte. Einige Glieder dieser berühmten Familie bekleideten die ersten Aemter im deutschen Reiche; so war 1560 ein Gcorg Hohenwart Bischof zu Basel, und wohnte der Kirchenversamm-lung von Trient bei. Um dieselbe Zeit machte sich ein Zweig der Hohenwarte im Hcrzogthume Krain ansässig, brachte durch Kauf das Guc Gcrlachstein an sich, und erlangte später die Erb. Truchseßwürde im Herzoglhume. — Vis zum 16. Jahre seines Alters lebte Hohcnwart im väterlichen Hause, und genoß daselbst wissenschaftliche Bildung. Zum geistlichen Stande, durch eigene Wahl bestimmt, trat «r zu Laibach in den Orden der Jesuiten, und wurde von da l?l,6 in das Noviziat dieses Ordens nach Wien geschickt. H. machte daselbst Bekanntschaft mit Dcnis, der ebenfalls sein Noviziat zu bestehen halle. Beide fanden gegenseitig so viel Anziehendes, daß sie in kurzer Zeit das innigste Band der vertrautesten Freundschaft umschlang, eine Freundschaft, die nur mit Deni's Tod endete. — 1799 kam H. in das Ordens-haus nachZGräh, woselbst er die philosophischen Slu-dien bis 1751 betrieb. — 1752 bis 1755 lehrte «r in den Grammalicalclassen zu Tricst, und I75Y zu Laibach in dcn Humanilätsclassen Poesie und Beredsamkeit. Von 1755 bis 1758 studierte er mit ausgezeichnetem Eifolge die Theologie im Ordenlhalise zu Grätz. 1759 erhielt er die Priesterweihe. — t760 war er als Seelsorger in eincr der gebirgigsten Gegenden von Sleyermark verwendet. Sein einziges Streben und sein vorzüglichster Wunsch war, alS Missionär nach Indien zu reisen, welches ihm ater 70 seine Vorgesetzten nicht bewilligten, und es für besser hielten, daß er sich ganz den Wissenschaften widme. H. wählte Botanik zu seinem Lieblingsstudium, verlegte sich aber nebstbei auf^Geschichle und Altertumskunde. 1761 ward er als Präfect in der k. k. Theresianischen Akademie angestellt, wo er im freund-schaftlich vertrauten Umgänge mit Liesganig, Hell, Eckhel und Neumann für die Geschichte und Aller-thumskunde eine besondere Vorliebe gewann , und sich in diesem gelehrten Zirkel eine vielseitige wissenschaftliche Bildung erwarb. Bald darauf erhielt er, nachdem er das vierte Ordensgelübde abgelegt hatte, die Lehrkanzel der Universalgeschichte in eben derselben Akademie. — Noch vor der Auflösung des Jesuitenordens wurde er zum Regens des nordischen Stiftes zu Linz ernannt. — Zu eben dieser Zeit ernannte ihn auch Maria Theresia zum Lehrer der Religion und Geschichte der vier ältesten Prinzen des damaligen Großherzogs Lcopold von Toscana. H. begab sich daher 1778 nach Florenz, um sein ehrenvolles Amt anzutreten, welches er zur größten Zufriedenheit seiner Monarchinn verwaltete. Eden so wohlthätig war H.'s Aufenthalt zu Florenz für deutsche Gelehrte und Künstler. Von hier eröffnete und unterhielt, er einen lebhaften Briefwechsel mit den größten Gelehrten deutscher Muse, mit Herder, Becker, S>sch,er, Hirzel, Schäfer u. s. w. Zu Florenz schloß H. mii den Gelehrten Fontana, Fabroni, Lanzi und Zucchini Freundschaft. — Als der Eroßherzog Leopold sich als Kaiser nach Wien begab, folgte H. ebenfalls dahin nach. Hier, wo ihm die Quellen des geheimen Hof - und Hausarchives offen standen, war er bemüht, die Geschichte des Hauses Lothringen weiter zu fördern. Di^ Stunden der Muße und Erholung brachte er in Gesellschaft seiner gelehrten Freunde, Vorn, D»nis, IacquiO und Schmidt, Geschichtschreibers der Deutschen, zu. 1792 ward er Bischof zu Trieft, 1795 zum Bischof in St. Polten, und 180Y zum Erzbischof in Wien ernannt. 1806 ertheilte ihm Kaiser Franz den Vorsitz bei der k. k. Hofcommission in deutschen Schulsachen, und 1803 ward er zum Ordenspra'.aten und Großkreuz des kais. Leopold.'Ordens ernannt. — H,, wiewohl er erst im 70. Jahre seines Gebens das Erzbisthum erlangte, verwaltete selbcs dennoch durch beinahe vol!? siebzehn Jahre, während welcher Zeit er mehrere hohe kirchliche Functionen verrichtete. Er segnete die Eden des Kaisers Franz mit der Kaiserinn Caroline Auguste, der Erzherzoginnen Marie Louise, Lcovoldin? und Marie Clementine ein, laufte mehrere Erzherzoge und Erzherzoginnen, und hatte zuletzt die Freude, dem Erzherzoge Nudolpl) die Priesterweihe, so wie die Wcihe zum Bischof zu ertheilen, und demselben das erzbischöfliche Pallium zu überreichen. — H. richtete als Erzbischos sein erstes Augenmerk auf das erzdi» schöfliche Alumnat, die Pflanzschule künftiger Seel« forger und Volkslehrer, und traf zum Gedeihen dieses wohlthätigen Institutes viele treffliche Anstalten und Umänderungen der früher bestandenen Einrichtungen. Durch zehn Jahre bereisete er jeden Sommer seine ausgedehnte Diöcese» um sich überall selbst von der Amtsvcrrichlung seiner Untergebenen zu überzeugen, und die zum Gedeihen des Bessern nöthigen Vorkehrungen ;l» treffen. Ueberall hielt er an die Versammlung frommer Zuhörer Predigten, und hielt selbst die Christenlehre. Bei seinen Visitationen ging er in die ärmsten Hütten der Landbewohner, und überall machte sein heiliger Eifer für die gute Sache großen Eindruck Sein Eifer in der Verrichtung seiner Amts' pflichten war bewunderungswürdig. Alle G.scha'fce, selbst die kleinsten, leitete er selbst mit rastloser Thä« iigkeit. Als Erzbischof von Wien hat er l»80 Priestern die Weihe und mehreren Bischöfen die Consecration ertheilt. — Er starb am 2U. Juni 1820 im 9l. Jahre ftineS Alters. Sein Leichnam wurde m der Metro-volitan-Kirche neben den Bischöfen und Erzbischöfen feierlich beigesetzt. XVII. Laurentius Sengsenschmied. Derselbe wurde zu Laibach geboren, war ein sehr fähiger Kopf, und ein seiner Zeit besonders ausgezeichneter Redner. Er widmete sich nach vollendeten Studien dem geistlichen Stande, und trat, wie die meisten damaliger Zeit, welche sich ausschließlich den Studien und Wissenschaften widmen wollten, in den Orden der Societät Jesu. Er bekleidete später die Stelle eines Professors der Poesie, Rhetorik und Philosophie, und docirte endlich Anfangs zu Grätz, und dann zu Wien die Theologie. Die letzten Jahre seines Lebens jedoch brachte er wieder in seinem Geburlsorte, nämlich in Laibach zu, allwo er auch im Jahre 16^6 allgemein geachtet verschied. Seine ausgezeichnete Beredsamkeit leuchtet besonders aus zweien seiner, in lateinischer Sprache verfaßten und in Druck erschienenen Reden hervor, als: 1) Aus der Rede. welche er bei Gelegenheil de5 Leichenbegängnisses IVIolckioris Ii,l,!ll5etii, Cardinals und Bischofs zu Wien, gehalten, und 2) Aus jener zu Grätz gehaltenen, über den Nüsttag. Diese letzlere R«de wurde wegen ihrer Vortreff-, lichkeit dem Verfasser von mehreren seiner Freunde heimlich genommen und zum Druck befördert. Alter Sinnspruch. (Aus dem Eorrcspondcincn von und für Deutschland.) Du sprichst bei Allen schlecht voll mir, Und ich bei Allen gut von dir. Die Welt glaubt wedcr dir noch mir. 71 Der Tyrolerschütz. (Beschluß.) »Das hängt nicht von mir ab, sondern von meinem Andreas da draußen, den fragt, ob er Euch für aufrichtig und verschwiegen hält." Der hat mich eben hereingcfchickt, bemerkte ich ihr. »O, so schlaft nur ruhig und bleibet hier, wenn Euch der hereingeschickt hat. Der kennt die Leute schon gleich von Weitem; den kann Keiner so leicht detriegen. Schon an der Stirne sieht er dem Menschen an, wie sein Herz ist," erwiederte sie und wies mir theilnehmend ein Plätzchen an, wo ich mich ausruhete. Doch konnte ich nicht schlafen. Die ganze Nacht über war eia Tumult von Tyro-lern, welche aus- und eingingen. Gegen Morgen kam ein Tyroler in die Hütte und meldete, daß so eben wenigstens sechs -- bis siebenhundert Mann Franzosen über das Gebirge daher-gezogen kämen. «Wir wollen ihnen entgegen, und unser Leben theuer genug daran setzen; sie sollen nicht ohne Kugel: sl'ppe einen Schritt näher rücken. Ich will alle Leute hier herum versammeln; würdig sollen sie empfangen werden, diese Henker!" rief einer aus der Mitte, der ein Anführer zu seyn schien, dem Berichterstatter eifrig zu, und eilte fort. „Nein, laßt sie nur, Straubing, laßt sie; wir wollen diese Hunde holt nicht noch zu größeren Bosheiten verleiten und anreizen, es ist des Vlulver.-gleßens gcnug ,« erwiederte Andreas (so will ich den Schützen nennen) ruhig und gefaßt, hielt den Kampflustigen zurück, und wies die in der Hütte versammelten Tyroler an, sich in Sichech.eit zu bringen. Doch Diese versicherten ihn, daß sie ohne Ver» theidigung nicht von der Stelle weichen würden und lieber mit ihm untergehen wollten. Viele Tyroler zogen sich nach und nach bei der Hütte zusammen, und noch keine halbe Stunde dauerte es, so sah man auch das französische Corps anrücken. Andreas bat seine Landsleute, welche dem ihnen an Zahl mehr als doppelt überlegenen Feinde mit dem Gewehrkolben entgegen^ gehen wollten, nochmals dringend, sich zu zerstreuen, um die Aufmerksamkeit des Feindes von der Hütte abzulenken. Die Tyroler folgten nun der Anweisung des Mannes, verließen die Hülle und versteckten sich hinter dem Gebüsche. Demungeachtet rückten die Franzosen der Hütte immer naher. Einer derselben, in Civilkleidung, ging dem Trupp voran und wieg denselben allenthalben zurecht. Er schien der Gegend kundig zu seyn. »Hier bei dieser Hütte herum soll er sich aufhab len," sagt, er, in der Nähe derselben angekommen, zum Commandeur, und sah sich nach allen Seilen scheu um, als wolle er etwas erspähen. In diesem Augenblicke aber wurden sie von beiden Seilen von den verborgenen Tyrolern mit einem solchen herzhaften Feuer in die Mitte genommen, daß sie beinahe flüchtig zurückwichen. Doch faßte sich der Commandant schnell wieder, commandirte mit erzwungener Herzhafligkeit „vorwärts* — indem er den Soldaten verwies, vor einem Feind, den sie noch gar nicht sähen, zu fliehen; — und mit gefälltem Bajonett ging es — unter einem gewalligen Kugelregen der Tyroler, der mehr als fünfzig in Zeit mehrerer Minuten zu Boden streckte — auf die Hülte los. Andreas, der allein in der Hütte zurückgeblieben war, kam jetzt heraus, seine Büchse, wie gewöhnlich, über die Achsel, ging den vielen auf ihn gesenkten Bajonetten furchtlos entgegen und fragte den Commandeur, was er denn hier Hlche? «Ihr seyd unser Gefangener," antwortete ihm derselbe in barschem Tone, „doch sollt Ihr frei seyn, und noch eine namhafte Summe dabei bekommen, wenn Ihr unS Euren Hauptmann, den Hofer, ausliefert, oder zu dessen Habhaflwerdung aushelft. Hier soll er bestimmt sich aufhalten." Andreas sah ihn finster verächtlich an. „Glaubt Ihr denn." sagte er, „daß ich so schlecht handeln, und einen meiner Landsleute ver.-rathen, verkaufen werde? bloß um mich aus Euren Mörderhänden zu reißen, oder um eines Stücks Geldes willen. — Dazu sind nur Knechte, Sclaven, wie Ihr alle seyd, fähig. Doch damit Ihr sehet, daß sich Hofer vor Euren Tausenden nicht fürchtet, Andreas Hofer, den Ihr mit einer so großen Anzahl zusammen suchet, er steht vor Euch!" Der Commandeur wich unwillkürlich zurück, und die Soldaten nahmen Gewehr in Arm. — Ich staunte. Der Mann also, vor dem sich das ganze französische Heer gefürchtet, der Tausende und abermal Tausende ihrer großen Heere vernichtet, er stand jetzt da, furchtlos in seiner einfachen Größe vor ihnen. Er, der allein es gewagt, den Millionen des Dictators sich entgegen zu stellen, da stand er in seiner Freiheit! — DaS war also Hofer, der gewaltige Schützt. Der Commandeur schaute ihn eine Weile an, und wagte nicht, ihn gefangen zu nehmen. Eine sonderbare Fuccht vor dem einzelnen Helden sah man deutlich auf den Gesichtern der ihn umringenden Menge. »Ich bin des Jammers,« sagte Hofer, „den Ihr über mein Volk gebracht und stündlich erneuert, nun recht herzlich müde, und ich liefere mich Euch 72 hiermit gutwillig aus, um Euern Gräueln endlich ein Ende zu machen, und auch darum, damit Ihr Euch nicht rühmen möget, Ihr hättet mich gefangen. Wahrhaftig, das versichere ich Euch alle, wie Ihr hier siehet, so ganz wohlfeilen Kauf's hättet Ihr mich nicht bekommen." «Kann Euch mein Tod versöhnen und dem Morden ein Ende machen, wohlan, so greift und bindet mich; doch laßt mein Vaterland, mein theu» res Volk in Frieden; auch verschont meine Frau und Kinder; denn diese sind nicht verantwortlich für meine Handlungen — wenn Ihr Christen seyn wollt; wahrhaftig, Gräuelthaten, an Wehrlosen verübt, zeigen nur den Feigling an und schänden den Tapfern." »Übrigens weiß ich, daß man eine große Summe auf meine Habhaftwerdung gesetzt hat: geht nun hin und sagt, Ihr hättet mich gefangen; so bin ich doch auch dabei noch einem armen Schelm unter Euch nützlich. Ich will Euch nicht widersprechen. Laßt Euch das Fanggeld auszahlen, Ihr, die Ihr doch Alles um des Geldes Willen thut." ^ ! Hofer ließ sich nun ohne Gegenwehr binden. Doch bat er sich aus, vorher noch seine Frau und Kinder sprechen zu dürfen. Er nahm herzlichen Abschied von seiner untröstlichen Frau, beruhigte sie, als sie ihn im höchsten Jammer festhielt und mit ihm gehen wollte, um sein Schicksal mit ihm zu theilen. „Wir sehen uns doch wieder," sagle er gelassen, nahm seinen kleinen Sohn auf den Arm und küßte ihn herzlich. „Bleibe frei, mein Sohn,« sprach er, „auch in den Sclavenkelten, und vergiß Deines Va» ters nicht." ,Aber, wo willst Du denn hin, Vater,« ent-gegnele der Knabe weinerlich auf des Vaters Nede, und hielt sich fest um seinen Hals, als Hofer ihn der Mutter zurückgeben wollte. «Weit fort, mein lieber kleiner Vartholomäus, ich weiß nicht, wo sie mich hinführen." «Du kommst doch wieder zu uns in unsere Hütte zur Mutter." Hofer schüttelte wehmüthig den Kopf. »O so gib mir Deine Flinte da, daß ich sie all« todt schieße, diese Männer, wenn sie Dich nicht wieder loslassen wollen.« Dem furchtlosen, herzhaften Mann traten die Thränen in die Augen bei des Kindes kindlichem Eifer. Er nahm die Büchse von seiner Schulter, reichte sie dem Knaben, der ss« k«um in seinen Armen halten konnte, und riß sich dann mit Gewalt aus den Armen seiner Familie. Die Franzosen nahmen ihn ,'n ihre Mitte und zogen hinweg. Ein abermaliges Krachen aus den Büchsen der verborgenen Tyroler begleitete ihren Nachzug und streckte viele zu Boden, ehe sie mit Hofer die Landstraße erreichten. Hofer wurde nach der Feste Mantua geführt. Als Rebell angeklagt, war sein Urtheil bald gefällt; mit Pulver und Blei sollte er bestraft werden, weil er sich unterstanden — seine Freiheil zu vertheidigen. Eine große Anzahl Volk halte sich an dem Hinrichtungstage, entweder auS Neugierde, oder Theilnahme an dem Schicksale des Valerlandsvertheidi-gers, vor den Mauern Mantua's versammelt. Endlich erschien auch der Delinquent in Begleitung eines Geistlichen auf dem Platze. Das Urtheil ward ihm nochmals laut und deut-lich vorgelesen. Hofer schwieg. Nachdem er ein herzliches Gebet mit dem Geistlichen verrichtet hatte, stellte er sich auf den ihm angewiesenen Nichlplatz. — «Wenn der Löwe in Ketten liegt, mag in holt leicht ein kleines Kind mißhandeln,« sagte er verächtlich zum Hauplmann, der mit der Ereculion beauftragt war. Die Soldaten hatten sich ungefähr zwanzig Schritte vor ihm aufgestellt. Ruhig und furchtlos sah Hofer ihnen entgegen. Der Hauptmann wollte ihm die Augen verbinden lassen. Er verbat sich dieß ernstlich und sagte: »Ich habe gar oft lausenden von Euren Gewehren in den Lauf gesehen, warum sollte ich nun vor zwanzig mich fürchten,' und com-mandirle: »Feuer!" Die Soldaten zögerten. Auf das wiederholte Commandowort des Haupt-manns sausten zwanzig Kugeln zugleich nach ihm, und er sank zu Boden. Doch schnell richtete sich Hoser, schlecht getroffen, wieder auf. ^Sclaven, schießt besser." rief er zornig aus. Der Hauptmann schäumte vor Wuth. Eine zweite Salve wurde nach dem Freiheits' erkämpfer abgefeuert, und der Held stürzte, auch im Tode frei. Ein lautes Gemurmel unter der Menge zeigte deutlich den Unwillen des Volkes über den Heldenmord an. Die Franzosen ließen das Gewehr im Arme sinken und sahen bestürzt zur Erde, wie ein Kind, wenn es bei einer bösen That ertappt wird. Der Hauptmann sah die Bewegung des Volks und ließ die Trommeln ertönen. Das Volk zerstreute sich schnell, aber aus mehr als einem Munde hörte man den Ausruf: Vivat Hoser! — Nicht Politik und Geld Trieb ihn zu Heldenthaten! Nein, wahre, reine Lieb' Zu seinem Vaterland. A. Schäfer. Sylbenräthsel. (Dreisyll'ig.) Die Erste ist gewiß nicht schwer, Vist du die lichten nur im Rathen; Doch sind das Ganze dei»e Thaten, D^iin traut dir kcmc Seele mehr. Verleger: Agnaz Aio^s Evler v. Alrinmaur.