HH a ' ; ^WWrAI:« 5 I1; y M 11 ; WKN^KWN «MW PISS! Katholische Mifsionezeitschrift Ser Missionäre Söhm ;£&■••••••, Stern Ses bist. Herzene Jest Nummer 11 - März 1942 44. Jahrgang derTkgti Spedizione in abbonamente postal Zum Titelbild: Löwin mit Beut«. Die Löwin hat soeben eine Gazelle erjagt. Die mächtige Räuberin keucht noch von der Verfolgung des flinken Tieres, das in den nächsten Stunden vollständig von der Bildflüche verschwinden wird. Zum Glück ist für alle Löwen des Krllgerpnrkes wegen des Wildreichtums der Tisch jederzeit reichlich gedeckt. Zuhalt: Lieber Stcrnleser, S. 137. — Zum frommen Gedenken, S. 137. — Gebetsmeinung» 6. 137. — Nazareth, 6. 138. — Zur Zeitlagc. (An unsere Soldaten über unsere Soldaten), 6. 139. — Sitten und Gebräuche bei den Bcrpedi, 6. 141. — Missionäre im Dienste der Wissenschaft, S. 142. — Chinesische Dankbarkeit Missionären gegenüber, 6. 143. — Kleinigkeiten aus einer Tibetmission, S. 143. — Der Mutter zulicb. — A b-bilbungen: Schwimmende Schule, S. 138. — Der Trommler im afrikanischen Busch, 6. 141. — Der Gründer des Priestermissionsbundes, S. 144. Preis: ganzjährig Italien 8 Lire, Ungarn 2.50 Pengö, Schweiz 2.50 Franken. Versand durch Missionshaus Millan b. Brcssanone, Italia. Gebets-Erhörungen und -Empfehlungen. Bitte, im Gebete für einen bei der Wehrmacht befindlichen Soldaten nicht nachzulassen, aufdaß er s. z. wieder heil und gesund in die Arme seiner besorgten Eltern zurückkehren möge. Gott hat ihn bis jetzt augenfällig beschützt, bitte weiterbeten. Arme Seele Brunst». Ums Gebet zur Gottesmutter, zu St. Josef, zu den hl. Antonius, Judas Thaddäus^ Theresia vom Kinde Jesu und zu Br. Meinrad bittet 9t. 9t., S. Giovanni i. B. A. Wir bitten um das Gebet für die in den letzten Monaten verstorbenem Abon,- nenten, unter ihnen Anton Plattncr, Reneio-Bolzano: Maria Ranter, Iosesa Siller und Barbara Pfattner, Lazfons: Christian Schmid, Igels, Schweiz. Witwe Ida vchalbcter, Agarn, Schweiz Euphro-sina Blättler, Agarn, Schweiz: Andr. Kleber, 9Jimiren, Lichtenstein. Buchbesprechung. Gott und wir. — Wahrheiten unseres hl. Glaubens als Grundlage der christlichen Frömmigkeit. Dargestell! von P. B. M. Weger, Franziskaner. Wer auch nur über die Hauptwahrheiten unserer Religion im Klaren ist, wird Gott dem Herrn in Freude bienen und aus den Quellen des Heiles täglich neue Begeisterung schöpfen. Diese Grundgedanken eines gottverbundenen Lebens dem Verstände und dem Herzen der Gläubigen näher zu bringen, ist die heilige Priesterarbeit, bic der Verfasser im vorliegenden Buche leistet. 2n allgemeinverständlicher Sprache ist da eine Einführung in die Kernpunkte der Glaubenslehre gegeben, die kürzer kaum gefaßt werden kann und die namentlich Laien willkommen sein dürfte. Möge das Buch viele Leser finden! AIs kleine und doch vielleicht nicht überflüssige Erweiterung würde ich ein Kapitel über den hl. Schutzengel vorschlagen, den besonderen Gesandten des himmlischen Hofes ans einzelne Gotteskind. Befremdend wirkt vielleicht auf manchen Leser, baß in dem Buch vom Schlachtenlärm des Geisterkampfes unserer Tage so wenig zu spüren ist. Der Grund? Die unbeirrbare Ueberzeugung vom Siege unserer Sache. Das — muß ansteckend wirken. Eines nur ist den Aufgeregten hier gesagt: „Sich den Magen nicht verderben! Die Hausmannskost, die die Kirche bietet, ist bas Brot des Lebens von feinstem Wohlgeschmack und gibt übermenschliche, göttliche Kraft." — Ich wünsche dem Buche viel , Glück auf den Weg. P. H. I., F. S. C. Stern »er Neger Katholische Missions-Zeitschrift herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Söhne des heiligsten Kerzens Jesu Nummer 11 März 1942 44. Jahrgang Plohov fätovnloiov I Jnfol9e dner Zweiten behördlichen Einschränkung des Pllpierverbrnuches kann der „Stern der Neger" nur mehr in 8-seitigen kiesten erscheinen, wir vertrauen auf die Treue unserer -freunde in dieser Kriegszeit, die ja doch - so hoffen wir - bald mit dem Liege unserer guten Sache enden wird. Die Schriftleitung Zum frommen Gedenken an unsern lieben Mitbruder Fr. Ott® SsSSrsseLsV F. S. C-, Scholastiker (Bamberg), der am 30. Dezember 1941 bei treuer Erfüllung seiner Soldatenpflicht in Rußland den Heldentod fand. 3;n seinem letzten Briefe schrieb er aus Orel über die Weihnachtstage 1941: „_______und was die Hauptsache ist, ich hatte Gelegenheit, zweimal einer heiligen Messe beizuwohnen. Hier im Kino war der Gottesdienst." Möge Gott sein Heldenopfer, das auch Verzicht aufs Priestertum bedeutet, mit ewiger Krone belohnen! R. I. P. Gebetsmeinung. Der einheimische Klerus in Indien, Birma und Ceylon. Bor Jahrhunderten schon hat die Kirche das heilige Kreuz, das Banner Christi des Königs, in diese Länder getragen und von Anfang an wurde das Augenmerk auch darauf gerichtet, einen einheimischen Klerus heranzubilden. So gab es dort schon in der Zeit der alten portugiesischen Mission, in den Tagen eines hl. Franz Xaver, eingeborne Priester. Heute zählen wir in der katholischen Kirche Britisch-Jndiens (wozu ja Birma und Ceylon auch gehören) über 2000 eingeborne Priester und die Statistik für 1938—39 erwähnt 42 kleine Seminarien mit 852 Zöglingen und 15 Priesterseminarien mit 841 Studenten. 1 Das Senfkörnlein hat also gute Wurzeln und ein gesunder Trieb, eine kleine Pflanze ist bereits sichtbar. Aber — vergessen mir nicht, das; unter den 351 Millionen Bevölkerung Britisch-Jndieus die Katholiken erst ein Prozent .darstellen und daß in vielen vielen Orten dem einzelnen Katholiken Tausende von Ungläubigen gegenüberstehen. So wollen wir denn recht inständig zum Herrn.der Ernte flehen, daß die Seminarien Indiens gedeihen und sich mehren, daß die wackeren jungen Leute, die sich dort aufs Prie- 137 11 ftertum vorbereiten, treu bleiben, an Zahl und an heiliger Begeisterung wachsen und das, unter den vierthalb Millionen Katholiken recht viele Berufe aufsprossen. Wir bitten dich, o Herr, erhöre uns! P. H. 3., F. S'. C. Schwimmende Schule. Die 6t. Franziskus-Missionsbrüder von Mount Poinsur in Indien brauchen für ihre Evangelisationsarbeit in den verschiedensten indischen Diözesen (ungefähr 12) sehr häufig auch das Boot. Ueberschwemmte Gebiete, Kanäle und Flußläuse, vor allem Küstengegenden zwingen zu einer Art venetianischem Gondelverkehr. Unser Bild zeigt eine Schulkinderschar, die auf einem solchen Boot Platz genommen hat, um die Ueberfahrt anzutreten. (Fides Foto.) Nazareth. Nazareth! Suchend kehrt der Sonne Blick, Strahlend stets zu dir prM; Traut wie dich fand keinen andern Ort sie je auf ihrem Wandern. Heil'ger Grund! Drauf die Himmelsleiter steht, Wo die Engel lichtumweht Lächelnd auf- und nieder steigert; „Ave", „Fiat" fingt ihr Reigen. Heil'ger Quell! Deinem klaren kühlen Trank Jauchzt der Erdenoilger Dank; Frucht und Schatten deiner Bäume Sind Erfüllung seiner Träume. Heil'ges Heim! Der die Welten schuf, ihn find' Hier ich — oh! — ein spielend Kind! — Sehe Josef und Marien Fhm befehlen, ihn — erziehen! Heil'ger Herd! Himmelsfunke, treu bewacht, Den uns Gottes Sohn gebracht; Dreier Herzen Liebesflammen Flicht der eine Herd zusammen! Heil'ger Schrein! Manna, das der Himmel gab, Höchsten Szepters Blütenstab Und das Grundgesetz der Gnade Birgt die neue Bundeslade! Heil'ger Tisch! Den die Jungfrau sorglich deckt Und für den Sankt Josef regt Treu die Hand; es segnet leise Jesus auch für uns die Speise. Heil'ger Ring! Der die heil'gen drei umschlingt, Den der Gottheit Glanz durchdringt, Ring, im Namen des Dreieinen Menschenherzen zu vereinen! Heil'ger Bund! Den mein Nazareth umschließt, Deines Friedens Palme spriest, Deine Rose, deine Lilie Jeder heiligen Familie! Nazareth! Suchend kehrt der Sonne Blick, Strahlend stets zu dir zurück; Traut wie dich fand keinen andern Ort sie je auf ihrem Wandern. n Zur Zeitlage. An unsere Soldaten über unsere Soldaten. (Brief aus Bamberg.) (Schluß.) Unser San.-Soldat Angst hatte am 17. Nov. ein Erlebnis, das er und seine Kameraden nicht so bald vergessen werden: „An jenem Abend hatten wir wieder Fliegerbesuch. Die Bomben krachten aber diesmal derart rings um uns, daß' ich mir zum erstenmal der Gefahr so recht bewußt wurde, in der wir alle schweben. Ich empfahl deshalb das ganze Lazarett dem Schutze der Gottesmutter. Da, ein Krach, ein Splittern von Balken — wir im Wachlokal zogen unwillkürlich den Kopf ein — ein Volltreffer hatte in unsere Sammelstelle eingeschlagen. Das war gut gezielt! Die Bombe schlug mitten durch den oberen Mann-schaftsraum hindurch und blieb int unteren stecken — doch ohne zu explodieren. Unverkennbarer Schutz Gottes unit seiner Mutter! Die Mannschaft war in beiden Sälen vollzählig versammelt. Ihr könnt Erich den Schrecken vorstellen, der alle ergriffen hatte. Erging aber bald in Dankesgesinnung über. Die Bombe hatte keinem ein Haar gekrümmt, sie hatte sich oben und unten einen Platz herausgesucht, wo gerade niemand stand. Wäre sie gar krepiert, so wäre wohl der halbe Bau in die Luft geflogen mit Mannschaft und Kranken und Verwundeten. Das nennt man Glück im Unglück. Und Zhr könnt daraus ersehen, daß Eure Gebete für uns Soldaten doch nicht umsonst sind." Ja, die Gottesmutter ruft man nie umsonst an. Darum ist auch der Rosenl-kranz für unsere Feldgrauen kein müßiger Ausrüstungsgegenstand. „Soeben," schreibt einer, „habe ich zum zweitenmale diese herrliche, lebensnahe Erwä- gitrtg über den Rosenkranz des Feldgrauen durchbetrachtet. Der Hochwürdigste H. Weihbischof hätte uns die Geheimnisse des Rosenkranzes gar nicht schöner und tiefer vor Augen führen können, als er das in dieser Knappen, aber klar um-rissenen Form getan hat. Für mich persönlich war es obendrein eine Mahnung, da ich abends immer mit Karten spielte, sodass für den Rosenkranz keine gitifr stige Zeit mehr blieb. Nun aber lasse ich einen anderen Kameraden an meine Stelle und so kann ich ungestört beten, während di,e übrigen Zeltgenossen mit Begeisterung schafkopfen. So eine halbe Stunde der Betrachtung und Selbstbesinnung tut einem not. Sie verschafft einem wieder neue Einblicke und ist ein wirksamer Anstoß zu weiterem Vorwärts- und Aufwärtsstreben. Wenn nämlich gar keine religiöse Anregung mehr erfolgt, so lebt man allzuleicht nur so in den Tag hinein." Gsr. Alfons Wechsler (Nr. 13801) ist nun auch an der Front vor Petersburg. Bon seinen Ldsch. Kameraden sind schon 8 verwundet. Der Euch wohlbekannte Bruder von Fr. Engelhardt,' Eugen, Kriegsfreiwilliger wurde auch verwundet und starb nach Empfang der hl. Sakramente am 1. November. Gleich nach Erhalt der Nachricht haben wir das hl. Opfer für ihn dargebracht. R. I. P. Br. Späth ist nun wieder in Salzwedes. Br. Stieber wohnt in Alt-Moabit, 4—10 Nachr. Komp., Berlin N. W. 40. Vom verwundeten Br. Absenger fehlt leider jede weitere Nachricht. Unser Gsr. Mettmann ist, wie er berichtet, fast von der Außenwelt abgeschnitten. „Der Winter und die grundlosen Wege machen den Nachschub sehr schwierig. So müssen wir uns Tag für Tag Nahrung und Unterkunft fast buchstäblich erobern. Bei Tag patschen wir durch Sumpf, Dreck und Schnee in ungeheuren Wäldern, bei Nacht plagen uns Läufe, Flöhe und Wanzen. Aber trotz all dieser Schwierigkeiten geht der Vormarsch gut vom Fleck. Wir lassen uns nicht unterkriegen und Moskau rückt immer näher. Wenn aber das Vaterland uns nicht mehr benötigt, dann muß St. Heinrich wieder das große Tor öffnen." Ja, lieber Mitbruder, das werden mir. Und im Hinblick auf diesen schönen Tag grüßt Euch alle von Herzen Euer P. Ettl. Lieber Mitbruder! Nur ganz wenige von unseren Soldaten werden heuer die Möglichkeit haben, mit 4ms im Ordenshause das schönste und lieblichste Fest des Jahres zu feiern, und der Waffenlärm, der Sie umgibt, läßt nur schwer eine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Deshalb find unsere Gedanken in diesen Tagen mehr als sonst bei unseren Brüdern im Felde und ich sende im Namen aller zmn kommenden Feste herzliche Brudergrüße. Fm Gruß des Christen rührt ja nicht nur Geist an Geist, sondern Gnade an Gnade und vor Gott wird dieser Gruß zum Gebete, das trotz aller äußeren Entfernung wie ein heiliges Band uns fest mit einander verbindet. Den Advent können wir heuer nicht durch stimmungsvolle liturgische Feiern begehen. Organisten und Sänger und organisatorische Talente müssen ja jetzt andere Arbeit tun. Aber trotzdem tun wir in dieser Hinsicht, was uns möglich ist. Am Fest der Immaculata ist a b e n d s um 19 U h r in allen Pfarrkirchen Bambergs Hochamt und, da der Dom sich nicht verdunkeln läßt, 'in St. Jakob Pontifikalamt. So kommt das schönste Fest der Gottesmutter doch noch zu seinem Recht, obwohl in der Frühe nur mehr Werktagsgottesdienst sein darf. St. Nikolaus 'hat uns auch diesmal nicht vergessen, obwohl er wieder verhindert war, persönlich zu erscheinen. Offenbar kann der gute alte Herr das Kriegfühven nicht leiden. Auf das hl. Weihnachtsfest bereiten wir uns durch Exerzitien vor, die am 14. Dez. beginnen und vom P. Provinzial der Karmeliten geleitet werden. Diese Tage hl. Stille wären auch für Euch eine Wohltat. Mit nochmaligem herzlicher Wunsche für die Festtage und zum Jahreswechsel grüßt Br. Reichert Ottmar. Sitten und Gebräuche bei den Vapedi. (P. M. R. F. S. C.) III. Kindererziehung. 2. Stammesschule. b) Bogoera (Schluß.) Man könnte die Bogoera in ihrem Verhältnis zur Bodikane mit einer Missionserneuerung vergleichen. Es wiederholen sich derselbe Unterricht und dieselben Uebungen: deswegen können wir ruhig darüber hinweggehen. Die Be-schneidunZszeremonie jättt natürlich weg. Ebenso unterbleibt die rituelle, dreimalige. feierliche, wohlgesalzene Berprügelung der Burschen: denn diese sind nun Iungmänner. die den Sitz der Auffassungskraft nicht mehr auf der Schattenseite. sondern im obern Stockwerke liegen haben. Was für einen lefhuburu — einen Lausbuben, eine heilsame Medizin war. ist für einen lehaola — einen Iungmann — eine Schmach und Schande. Immerhin bleiben der harten Knochen noch genug zu beißen übrig, zumal sie schon vor Sonnenaufgang mit leerem Magen das Dorf verlassen müssen und erst beim Zunachten wieder zu ihren Schupfen heimkehren und das karge Mahl einnehmen dürfen, das ihnen vom Weibervolk aus der Verwandtschaft dorthin gebracht wird. Die Schlußzeremonie gleicht ebenfalls der der Bodikane: nur ist sie nicht so feierlich: Die Bierkrüge sind lange nicht so zahlreich und die Fleischbrocken bedeutend kleiner. Deswegen sieht man am Ende im tzäuptlingskraal keine schwerfälligen Bären und großen Affen herumliegen: nur drollige Spitze und kurzi-roeilige' Aeffchen treiben in manchen Köpfen ihr munteres Spiel. Nun ist der lehaola ein vollwärtiger Bapedi — ein „ntmma" ein Mann^der Der Trommler im afrikanischen Busch. Die Riesentrommel, aus einem ausgehöhlten Baumstumpf bestehend, dient den Negern — so auch den unjrigen aus dem Apost. Vikariat Benin-Küste (Nigeria) — zur Verständigung auf sehr weite Strecken hin. Jeder Schlag, jeder Wirbel, jeder Ton hat seine Bedeutung. (Fides Foto.) wie sie sich selbst mit Stolz oft nennen: ein mosuto, b. h. ein Mitglied des großen Stammes der Basuto, wovon die Bapedi ein Nebenzweig sind. c) Die Mädchenschule. Gehört diese Schule auch zu den wesentlichen Einrichtungen des Volksstammes und werden auch alle diesbezüglichen Anordnungen vom Sjöuptlfeig und seinem engern Rat, den Ministern, getroffen, so steht ihr doch dte Männerwelt vollständig interessenlos gegenüber und nimmt unter keinen Umständen irgend einen Anteil daran, ja nicht einmal Notiz davon. So verlangt es die männliche Würde. Die Bapedi, die doch sonst für jede bockdürre Kuh und jeden alten Ochsen eine sinnreiche Bezeichnung auf Lager haben, finden es nicht einmal der Mühe wert, der Mädchenschule einen eigenen Namen zu geben: wohl das Höchstmaß von Geringschätzung. Sie sprechen infolgedessen auch nicht über diese Angessegenheit: der Häuptling und seine Minister sind überdies durch amtliche Verschwiegenheit gebunden. Anderseits verbietet der Anstand und die Würde dem Missionär beim zarten Geschlecht über diesen Gegenstand sich Erkundigungen einzuziehen. So ist es ungemein schwer, über den Verlauf und die Einzelheiten dieser Schule sichern Ausschluß zu erhalten. Vieles, was darüber in Wort und Schrift verbreitet wird, ist unbedingt ins Gebiet einer lüsternen Phantasie und unbegründeter Müü-maßungen zu verweisen, wie bei der Bodikane. Hier soll nur das Wenige erwähnt werden, was mit Sicherheit feststeht. In Vorbereitung auf die Schule obliegt den Ministern die Aufgabe, eine mächtige Trommel herzustellen, ein Unding von zirka 4 Fuß Höhe und 10 Fuß im Umfang. So was besitzen nicht einmal die böhmischen Musikanten! Sie trägt den schönen Namen „mashupjoane" und soll dem Blicke aller Männer außer dem der Fabrikanten entrückt bleiben. Der dumpfe und doch weithinschallende Trommelschlag ist das Zeichen des Schulbeginnes und zugleich eine Warnung für die Männer, sich dem Platze zu nähern, auf dem die Schülerinnen sich einfinden müssen. Und einfinden müssen sich alle, die das Reifealter erreicht und die Schule noch nicht besucht haben. 'Für eine tüchtige Lehrerin, deren Obhut und Unterricht die Mägdlein — sie lind nicht klein — unterstellt werden, hat der Häuptling schon gesorgt: Eine würdige Matrone nicht gerade aus dem ältesten Testament, kein Drache, aber doch wieder ernst und erfahren im weiblichen Fache und in den Gebräuchen der schwarzen Damenwelt. (Forts, folgt.) Missionäre im Dienste der Wissenschaft. Gelehrter Missionär und sestre Studien über Guineagräser. — Rom. P. Moritz Le Goe O. M. I., Rektor des St. Fosephskollegs in Colombo-Ceq?-lon, hat mit seinen ausgedehnten theoretischen und praktischen Studien über die Guineagräser überraschende'Erfolge erzielt. Das Guineagras (Panicnm maximum var. B.) gedeiht bekanntlich in den meisten tropischen Gegenden und bevorzugt dort wiederum sandigen Boden. Die statistische Abteilung des Landwirtschaftsministeriums ans Ceylon hat den Ertrag von 600 Doppelzentnern dieses Grases auf den Hektar festgestellt. P. Le Goc hat durch seine Versuche beii Betrag auf 3000 Doppelzentner pro Hektar gehoben, wie jetzt amtlich konstatiert wurde. Das Gras erreicht eine Höhe von 180 cm und wird durch Setzlings angepflanzt. Bei nötiger Sorgfalt kann es auch gesät werden. Als Düngemittel dient Stalljauche. In Colombo unterhält eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt 15 Milchkühe mit dem Erträgnis eines halben Hektars dieser Futterpflanze P. Le Goc hat in Cambridge studiert, wo er 1912 den Botanik-Preis erhielt, von 1917—1924 war er Professor am staatlichen Universitätskolleg Colombo. (Fides.) Die Katholische Chmesische Enzyklopädie. — Peking. — tz. H. P. Joseph Goertz 6. V. D., der bisherige Dekan der Psychologischen Abteilung an der Fu Jen-Universität, wurde nach Europa' berufen, um dort in Verein mit den Herausgebern der Chinesischen Katholischen Enzyklopädie vom Verlagshaus Herder-Freiburg das Werk zu beschleunigen. (Fides.) Neuerscheinung an der Kathol. Universität Peking. — Peking. Dr. Liu Ching-sang, Professor für Mathematik an der Kathol. Universität Peking, hat ein Textbuch der Analytischen Geometrie in Chinesischer Sprache auf 316 Seiten mit englischem und chinesischem Index herausgegeben. Das Vorwort schrieb P. Augustin Iaensch S. B. D. (Fides.) Chinesische Dankbarkeit Missionären gegenüber. Shanghai. — Der große Flecken Szelring, etwa 30 km von Shanghai entfernt, bekam die Schrecken des Krieges infolge seiner Lage besonders zu verspüren. P. Tsu, der Pfarrer des Städtchens, und P. Escanciano, Professor in Zi Ka Wei, nahmen die geistigen und materiellen Belange der Einwohnerschaft in ihre Hände... Es gelang ihnen, das religiöse Leben auf der Höhe zuhalten^ neue Schulen und Armenapotheken zu gründen. Sie spielten mit Erfolg die Vermittler den Besatzungsbehörden gegenüber in den gefahrvollsten Augenblicken. Jetzt haben die heidnischen Stadtältesten von Szeking zum Zeichen ihrer Dankbarkeit P. Escanciano und dem mittlerweile verstorbenen P. Tsu eine Ehrentafel mit folgender Inschrist überreicht: „Den Schützern des Volkes". „Während der Jahre 27 und 28 der Chinesischen Republik hatte unsere Stadt Unsägliches auszustehen. Den Patres Escanciano und Tsu, die sich inmitten der größten Gefahren zu Mittlern hergaben, ist es zu danken, weinln-Menschenleben in großer Zahl gerettet und Eigentum erhalten blieb. Dazu haben die genannten noch eine Schule zur Erziehung unserer K rüder eröffnet, Arzneien verteilt, eine Großzahl von Kranken geheilt. Das Volk von Szeking widmet ihnen zur Erinnerung an diese großen Guttaten diese Inschrift, um das Andenken daran wachzuhalten." (Fides, Juni 1941.) Kleinigkeiten aus einer Tibetmisston. Tatsienlu. — (Sikang, China). — Die Mitbrüder, die in den Bergen ausgeplündert wurden, haben sich sicherlich wieder von ihrer Aufregung erholt. Jetzt haben wir auch einige Einzelheiten aus diesem jüngsten Abenteuer — eines unter vielen! — mitzuteilen: .... P. Leroux hatte feinen jungen Diener, der von der Bergkrankheit befallen war, im Schlepptau. Er kam zuerst auf der Höhe an. Offenbar waren die Räuber von seiner Hilfsbereitschaft und Menschenliebe so gerührt, daß sie ihm ohne weitere Untersuchung bedeuteten, den andern Hang hinabzusteigen. Der Missionär hatte die Geistesgegenwart, dem Befehl sofort nachzukommen, und das war das beste auch für die Börse die er zu tragen hatjte!,... Dann kam P. Pezous oben an. Er war sehr erstaunt, als er drei Revolver auf sein Gesicht gerichtet sah. Ein vierter Brigant durchsuchte seine Taschen, erleichterte ihn um seine Uhr, schließlich befreite er ihn auch von sieinem Mantel, U3 fernem Rock und andern Kleidungsstücken. Zn einer Anwandlung von Mitleid ließ er ihm Hemd und Hofen. Die Tragkörbe wurden so gründlich geteert, daß in der ,,t' ai—tdchan", der Unterkunftshütte, ein Pfund Reis für zwölf Per-fonen reichen mußte. Dann ging es am folgenden Tag 25 km weiter, .immer in nüchternem Zustand. Erst in K'ui—yong konnte die Karawane von einem guten alten Tibetaner etwas Tee mit Butter und ein paar Erdäpfel bekommen." Der Lokalpresse entnehmen wir noch folgende Tagesnachrichten: „©. Majestät der Regent Raji von Lhassa fährt fort, zur Buße und zur sittlichen Lebensführung zu mahnen. Zn diesen alles erfassenden Kriegszeiten ist die Lage der Tibetaner wirklich beneidenswert. Sie können der Natur und ihren Beschützern, den Lamas, Dank sagen. Eine „freiwillige Besteuerung" wird zur Verbesserung der Kultgegenstände in den Lamasiedlungen eingeführt; das geschieht zur Rettung Tibets und feiner-Hauptstadt. Die Armee beläuft sich auf 36 Rei-gimenter Kavallerie mit 8600 Mann, deren Sold und Ausstattung natürlich von den Steuerpflichtigen getragen wird. Im übrigen bleibt man neutral und die Probleme Europas, die Sorgen der neutralen Länder find hier unbekannt. Jedem Bezirksvorstand steht es frei, noch weitere zusätzliche Frömmigkeitsübungen und Bußmethoden auszugraben, die dem Altertum entlehnt find. So haben die Moffa (ein Stamm) eine Gebetsmühle im Bau, Die Lama haben nun die Gegend nach dem früheren Vorbild der Vereinigten Staaten „trocken gelegt". Die Lama von Kiangka verbieten das Tragen von Hofen, andere den Tabakgenuß, die Jagd, den Bau von neuen Häusern <..........(Fides.) Der Gründer des Prlestcrmissionsbundes. P. Paolo Manna aus der Gesellschaft der Auswärtigen Missionen von Mailand ist mit Ucbcrschreitung seines 70. Lebensjahres von seinem Amt als Vorstand des Internationalen Sekretariates des P. M. B., das die Propagandakongregntion mit Dekret vom 14. April 1937 geschaffen hat, zurückgetreten. Wenn über die Originalität der Gründung des P. M. B. noch Zweifel bestehen sollten, an den großen Verdiensten P. Mannas um das Zustandekommen und die Entwicklung des Werkes wird niemand zweifeln. Tausende von Priestern der ganzen Welt werden cs ihm danken, daß er ihnen die Wege gewiesen, an dem großen Werk der Glaubensvcrbreitung nach ihren Kräften auf die beste Weise mitzuarbeiten. (Fides' Foto, Nov. 1941.) Der Mutter zulieb. Gertrud Frei. (Schluß.) Als sie am Morgen erwachte, stand aber die Frage wieder vor ihr und wollte nicht verstummen lind begehrte Antwort. Den ganzen Tag über, so oft sie die Mutter sah. trat ihr diese Frage auf die Lippen, sank aber jedesmal wieder unausgesprochen zurück. Erst am Abend, als die Mutter an ihrer Häkelarbeit fast, die zu Weihnachten für den Elisabethverein fertig werden mußte, setzte sich Marta zu ihr und begann ganz unvermittelt: „Mama, ich muß dich etwas fragen." Und dann kmn’s ohne weiteres: „Warum hast du denn eigentlich den Papa geheiratet?" Ganz kindlich klang das, einfältig fast. Schweigend schaute die Mutter der Tochter in die Augen. War das nicht die Marta, wie sie immer gemessn war, das liebe, liebliche, herzige Geschöpf? Frau Ender ließ ihre Handarbeit auf die Knie gleiten, faßte den hiibschen Mädchenkopf mit beiden Händen und drückte einen Kuß auf die schöne, klare Stint. „Weil ich deine Mutter werden wollte", beantwortete sie Martas Frage. Da warf sich Marta iveineitd an ihren Hals. „Verzeih, verzeih, Mama,. ich hab dir Verdruß gemacht. Aber jetzt bleib ich hier...d i r zulieb!" * * * In Frau (Bribers Wohnzimmer flackerte der Christbaum. Ein Liliput-bäumchen und darunter ein winziges Kripplein. Man hatte etwas Weilf-nachtsgebäck gemacht und sich kleine Geschenke gegeben, einfache, praktische Sächlein, um die jedoch die Christbaunilichter ihren Zauber woben. Eine Kusine war mit ihrer Tochter zur kleinen Feier erschiHen; man plauderte, man trank Tee und fand es gemütlich. An der Wohnungstür klingelte es. Maria lief hinaus. Der Postbote war's, er hatte einige Weihnachtskarten gebracht. Drinnen im Hellen Zimmer sah Marta die Karten durch. 'Eine derselben zeigte die Arena von Verona und Ellis Schrift. „Schade, schade, daß du nicht bei uns bist, Marta! Es ist herrlich! Wir sprechen viel von dir. Du sollst bald wieder von mir hören. In einer halben Stunde geht es weiter." Darunter in moderner Steilschrift: „Herzliche Grüße, auch von mir! Eleonore Gräfin Seinsdorf." Schweigend reicht Marta das Kärtchen der Mutter. Die schaut es einen Augenblick an, daun ruht ihr Auge auf dem Mädchen. In Martas Gesicht zuckt cs; es ist ihr schwer runs Herz. Sie sorgt sich ordentlich auf die Kartech die nun folgen werden. „Du sollst bald wieder von mir hören", hat Elli geschrieben. Doch Tag um Tag verging und von Elli kam kein Lebenszeichen mehr. Und dann erschien bei Enders Ellis Vater mit sorgenvoller Miene und fragte, ob nicht Marta vielleicht etwas von seiner Tochter wisse. Ihm sei etn_ Kartengruß aus Verona zugekommen und dann nichts mehr und darüber seien nun fast zwei Wochen vergangen. Endlich mußte sich die Polizei der Sache annehmen, aber umsonst! In München war eine Gräfin Seinsdorf unbekannt und in Neapel war keine Dame solchen Namens gesehen worden. Der unglückliche Vater setzte seine Nachforschungen fort, aber ohne den geringsten Erfolg. 3w zwei Karten aus Verona waren Ellis letzte Grüße gewesen. „Arme, arme Elli! was meinst du wohl, daß mit ihr geschehen ist?" Angstvoll blickten Martas Augen der Mutter ins Gesicht. „Ich mag es nicht ausdrücken", sagte Frau Ender mit unterdrückter Stimme. Da schlang Martha die Arme um sie und rief: „O Gott sei Dank, Mama, daß ich bei dir geblieben bin!" Bruder Meinrad hilft. Mit Ber gleichen Hilfsbereitschaft wie einst auf Erden scheint Br. Meinrad in der Seligkeit weiter wirken zu wollen. Zahlreiche auffallende Gebetserhörungen und Heilungen, betten hier nur menschliche Glaubwürdigkeit beigemessen wird, bestätigen dies. Bon den vielen feien nur einige erwähnt: 1. Eine Frau erkrankt an Vergiftung. Ein Spezialist konstatiert Gallen- und Leberleiden. Alle Kuren sind erfolglos. Da erklärt der Arzt eine Operation für unbedingt notwendig. Die Frau betet zu Bruder Meinrad. Sie verspricht eine Wallfahrt nach Einsiedeln und eine hl. Messe für feine Verherrlichung. Bruder Meinrad hilft sichtlich, denn rasch stellt sich vollständige Heilung ein ohne die .doch für unvermeidlich erklärte Operation. 2. Ein Knabe hat Mittelohrentzündung mit Eiter und hohem Fieber. Eines Abends um 11 Uhr erklärt der Arzt, er komme tun nächsten Morgen zur Operation. Bekümmert nimmt man Zuflucht zu Bruder Meinrad. Am Morgen kommen.die Aerzte, finden aber den Knaben vollständig geheilt. 3. Infolge Scharlach bekommt ein Knabe stark geschwollene Drüseneiterung. Der Arzt verordnet für acht Tage Bestrahlungen und dann operativen Eingriff. Die Mutter verspricht eine »euntägige Andacht und zwei hl. Messen für die Verherrlichung von Bruder Meinrad'. Sie schreibt selber: Plötzlich verschwand die Drüseneiterung. Der Arzt war selber ganz erstaunt über die rasche Heilung ohne Bestrahlung und ohne Operation. 4. Ein Knabe hat Gelenk- und Nierenentzündung. Er ist bewegungslos und zeitweilig auch bewußtlos vor Schmerz und Fieber. Eines Abends beten die Eltern zur Mutter Gottes und Bruder Meinrad und versprechen zwei hl. Messen. Gegen den folgenden Morgen ruft der Knabe auf einmal: Mutter, jetzt kann ich Arme und Beine strecken, und Schmerzen habe ich auch keine mehr. Er ist von der Gelenkentzündung plötzlich vollständig geheilt. Vom gleichen Augenblicke an bessert sich auch die Nierenentzündung rasch, und der Knabe kann bald wieder in die Schule gehen. Herausgeber: Kongreg. d. Missionäre Söhne d. hlgst. Herzens Jesu, Millan-Bressanone. .Schriftieitung: Dr. theol. et phil. P. M. Raffeiner F. S. L., Millan-Bressanone. Druck: A. Weger's Buchdruckerei, Bresfanone. Nulla osta. — R. Prefettura, Bolzano — Gab. No. 5087, 28 dicembre 1939—XVIII. Missions-Haus Millan-Bressanone, Italia.