. OSVOBODILNA FRONTA ZA SLOVENSKO KOROŠKO - POKRAJINSKI ODBOR BEFREIUNGSFRONT FCJR SLOVENISCH KARNTEN - LANDESAUSSCHUSS Klagenfurt, SalmstraBe 6 PRESSEDIENST VERMTOJSHBMLIGER _PA RTISANEN .SLOVENISCH _KAEKTEN3 PORDE^T^FR^IUSSUNG^KARL^PEIIŠNIKS;, CELOVm-ifLAGDNFURI, 11.6.1948. Gestern iiberreichte eine Delegati- on -des Verbandes ehemeliger Partisanen Slovenisch Karntens im Sekreta¬ riat des brit ischen Ho.chkommissars fitr Osterreicb in Wien eine en Gene¬ ral Galloway gericbtete schriftlich? Eingabe um Freilessung Karl Prusniks, den im November 1947 e in britisebes Militargericht wegen einer ^ede, in der er den Merschall-Plsn kritisiert hatte, zu emem Jabr GefDngnis verurteilt het. Karl Prusnik war bekanntlich der Or- ganisator des bewaffneten Volksbefreiungskampfes der Karntner Slove- nen, den er als Pertisaee seit 1942 bis zun Sieg Liber den Nhzifaschis- mus gefiihrt hatte, und ist Vorsitzender des v erbandes ehem.^Pertisanen Slovenisch'Karntens und Sekretar des landesausschuss.es der Befreiungs- frorit flir Slovenisch Karaten. In der Eingebe beisst es, dass das slovenische ^olkj in Karnten die Verurteilung als ungerecht ampfindet, zumal der Prozes von einem Richter gefiihrt wurde, der sich durch die _ede Prušniks selbst betref- fen fuhlte. Ferner wird derauf verwiesen, dass sowohl die britische Zivilvervvaltung in Klagenfurt als auch das britische Militargericht■ elle Porderungen der Bevdlkerung nach Preilassung Prušniks unbeant- wortet liessu Die Freilessung Prusniks sei notvvendig, da -^rušnik in der Strafanstalt Karlau erkrankt und Der "arzUicben" Betreuung des ehemaligen SS-Obersturmbannfuhrers Dr. R-msauer ausgeliefert sei, den ein britisch-franzosisches Militargericht zu lebensl&neglichem Gefang- nis verurteilt hatte, weil er In der Nezizeit zahlreichi alliierte Steatsbiirger im KZ-Loiblpass zu Pode kuriert hatte. Der Delegat ion wurde vom Sekretariat die sofortig~ ’Weiterleitung der Bingabe an die ^echtsabteilung und eheste Erledigung zuresagt. KARNTNER^SLOKENEN INPORMIERTEN _13IE O PF ENTLICHKEIT tjBER JDIE_1AGE _IN .SLOVENISCH .KONTEN Me Xi edaktion *der Zeitung far Slovenisch Karnten "Slovenski vestnik" veranstaltete am 10.d.M. in Wien eine Pressekonferenz, um die demokrat ische Off entlichke it Liber die polit išehe, kulturelle und vvirtschaftliche Loge der Karntner Slovenen zu informieren. Vor zahlreioh erschienen in- und ^uelandischen Kozrespcndente n, die reges Interesse ~n den log legten, fiihre ^r. Mirt Z^itter u.a. folgerdes aus. ^IMESlillsche n^Lage _der Jlarnt ner_Slov sne n,. Der Osterreichische Aussenministsr Dr. ^ruber h^t unlangst bei den Stantsvertragsverhandlungen in London die Loge der KA-rntner. Slove~ nen in^einer Art geschildert, die geeignet w°r, die Weltdffentlichkeit liber die tatsachlichen Verhaltnisse in Slovenisch Karnten zu tauschen. Die Karntner .Slovenen hatten keine Mogli.ebke it , dieser Verfal- schung der 7/ehrheit personlich entgegen zu kommen, da das Ansucben ihrer Delegaticn um Zusicherung und Ausstsllung eines R^is^visums fiir London vom britischen Gener^lkonsulat in ¥ien wohl entgegengenommen, jedoch niemals, selbst bis heute nicht erledigt wurde, Der sloveniseben IIIl/JIZi Ji "PRESSFDIEFST OF" Seite F. Bevolkerung verblieb nur die Moglichkeit , durcb Telegramme und Protest- resolutionen die stellvertretenden Aussecminister u informieren und auf die Dringlichkeit ihrer Forderung nacb Vereinigung Slovenisch KM.rn~ tens mit dem Mutterlande hinzuvveisen. Noch vor Abbruch der Verhandlungen sber haben zwei Mitgli:3er der osterreicbischen De legat ion, Wedenig und Dr. Kariscb, den Wert der A us- flibrungen Dr. Grubers ins recbte iicht geriickt. Wedenig hat offiziell sls Landeshauptmann ven K&rcten am 5.5.1943 in seiner Rede in Klagenfurt, die auch liber das Radio verbreitet vvurde , in nicht za uberbietender Weise gegen die Earntner Slovenen gehetzt und mit Gewaltanwe.ndung gedroht, die einer Kriegserklarung den Earntner Slovenen gieicbkommt. In der sicb dann aussohliessenden 'Felie ven of~ fentlichen Verssmmlungen in zahlreicben Zentren Slovenisch Karntens haben sicb Wederigund Dr. Earisch in Aufputschung und Verhetzung na-, z istisch-chauvinistischer Elemente sowie in Beschimpfung und Diskrimia nierung der Earntner Slovenen gegenseitig uberboten und damit die Aus- fiihrungen Dr. Beblers bestat igt, dass die gegenvmrt igen ost erre iebi- schen Beborden den Slovenen gegeniiber noch feindseliger eingestellt sind als in der Voranschlusszeit und dsss mit nocb argeren Verfolgun- gen gerechnet werden mlisse. Das Resultat dieser antisloveniseben Hetze sind in letzter Zeit sicb vvieder mehrende tjbe.rfallenazistischer Wurfkommandos auf sloveni- sche ^eranstaltungen, hauslicbe. Unterhaltungen, vereinsamte slovenische Gebofte und Kraftfahrzeuge sloveniscber Organisationen. Dabei ist zu betonen, dass solebe Uberfalle straflos gescheben, vielfach aber sogar die tiberfallenen als Unrubestifter vor Gericbt zitiert und verurteilt werden. In London wurde behauptet, die Earntner Slovenen waren an der Flihlungnahme mit Jugoslavien keinesvvegs behindert . Tatsachlich aber vvurden den sichtbarsten Vertretern der Earntner Slovenen in allerleta- ter Zeit A us- und Wiedereinreise viša fur Jugoslavien mit absurden Be- griindungen seit^-ns der osterreicbischen Sicherbeitobebdrden in Earnten vervveigert und bereits erteilte Passe zwangeweise vvieder abgenommen, wobei vielfach nicht einmal Einsprucbsmpglichkeit gevvabrt vird. Gleieb- zeitig als hunderten Ost erre ichern der Br uucb der Žagreber Hesse von Amtsvvegen erleichtert wurde, vmrde einer Delegat ion des Bauernnund 's ftir Slovenisch Earnten die Teilnahme durch V n rwe igerung b e z i e b ung s v e' i s •? Abnahme der Passe unmdglich gemacht. Den Hobepunkt der Schikar.en die¬ ser A rt stellt wohl die Tetsacbe dar, dass einželnen invaliden Part Lsa- nen durch Hichterteilung der Passe die Mdglihbkeit eines kostenlosen Euraufenthaltes an der Adria genommen wurde. Dabei ist hervorzubeben, dass ehemalige slovenische Partis.anen obendrein vergeblich um Inveli- denunterstutzung kampfen, uabrend kriegsversehrte SS -A ngehbrige langst in deren Genuss stehen. Dem ehemaligen Pertisonen und jetzigen Sekre¬ tar der slovenischen Sektion des KZ~Verbandes vvurde unlangst sogar das Permit fur die Grenzsperrzone abgenommen. Trot z geget eiligen Beteuerungen ^r. Grubers bekunden die osterrei- chischen Beborden und neulich sogar kirchliche Instanzen itntner grdssere Fe ind lichke it ehemalige n slovenischen Part isanen gegeniiber. Anfang Mai hat das fb. Gurker Ordinariat unter Zuhilfenahme osterreichischer Gen- darmerieorgane den slovenischen Geistlicben die Beteiligung und Ver- richtung religioser Zeramonien bei DenkmalenthUllungen fur gefallene Partisanen verboten. Das Ordinariat in Elagenfurt hat bei der Bezirks- hauptmannscbaft Volkermarkt sogar die Forderung nach Entfernung des Partisanendenkmals vom Friedbof in St. Rupredht bei Volkermarkt bezw. Abander ung der Innschrift erhoben, weil der Text. "Den Gefallenen fur III^Nr. _2_^PRESSEPIEFST _0E 'J___Seite J? Preihe it im Kempf gegen den Paschismus" als "unmoglich abzulehnen ist". Pie Redefreiheit wird den Karntner Slovenen vorenthalten. ^ c gen ai~ le gesetzlichen Bestimmungen forderte die Bezirkshaaptmannsohaft Vol- kermarkt dieser Tage die vorherige Beka not ga be der Redner and des In- haltes der Reden als Bedingang far die Bewilligung einer o‘ffentlichen Versammlang der OP. Zar Rechtferdjfeung dieser schiksnosen Massnahme be- rief sich die Bezirkshnuptmannschaft aaf sngebliche Vorschriften der Besatzungsmacht, obwohl die zustandige britiscbe Stelle nacb Riickfrage ausdrucklich erklarte, dass solche Vorschriften nicht bestehen. Slovenische antifaschistiscbe Organiaationen, die bereits zar Zeit des bewaffneten Volksbeire iungska-mpf es gegen den Razifaschismus ent- standen waren, werden von osterreichischen Behorden nach wie vor nicht anerkannt. Erst am 23.5»1 948 hat die. BH Vblkermarkt die .Abhaltung der Jahresvollverssmmlung der Bezirksorganipat ion des Jugendverbandes fiir Slovenisch Karnten in Schilterndorf bei Bleibarg verboten. Die Lage der Karntner Slovenen beleachtet aach die srn 29.5.1 948 erfolgte Verarteilang von vier slovenischen A ntifaschisten za hohen Geld- bezw. Preiheitsstrafen, weil sie vvabrend der .Auffubrung eines Buhnenst iickes, dat. den Part isanenkampf zum Inhalt bat, zwei slovenische Wimpeln verwendet haben. Bezeiohnender Vfcise hat sich das britische Militargericht in der A nklageerhebang and in der Urt e ilsbegrlindung auf die Zensur berafen, die vorn. Kulturami der Rarntner Landesregierang in gesetz- and verfassungswidriger Weise ausgeubt wird. Wahrend Br. Gruber in London von unbehinderter Tatigkeit der OP sprach and sich zar dre is v er. Luge ver.s+, dass OP Vertreter bobe Stellungen im offentlichen Leben inne bat ten, schmaohtet der sekretar des Dandesausschus.ses der OP and Orga niša tor des bewaffneten Widerstan- des der Karntner Slovenen gegen den'Paschismus Karel Prusnik noch im- mer in der Strafanstalt Karlau, wc er krank za harter krbeit komman- diert wird, vwg.bre.nd gleichzeitig dem zum lebenslM.nglicbem Ke.rker ver- urteilte Kriegsverbrecher Maier Kaibitsoh daselbst die Wobltat des ICra n - kenzimmers and der damit verbundene LiMtkost geniesst and der im. Loibl- prozess gleicbfalls za lebenslanglichem Kerker vermrteilte Kriegsver¬ brecher Lr. Rsmsauer die eingekerkerten Art ifaschisten arzRich betreu-t. Das slovenische Volk in Karnten lasstsich jedocb durc.h keinerle-i Einschiicht erangsmetp.de n von seinem gerechten Kampf f "r fre ihe it and Gleichberecht ingang abbringcn and hat am vergangenen Sonntag.^in zwei macbtvollen Kundgebungen im Rosental and Jauental vor aller Offentlich- ke it gegen die Unterdriickarig protestiert and seine Porderang nach Ve-r- einigung mit Jugoslavien kundgetan. Die Kultur- and 3ch0ilverba.lt nisse in Slovenisch Karnte n , Ost erre ichischerseits wird imrner vvieder die volle kultarelle Prei- heit als Bevveis fiir die angebliche Gl e ichberecht igung der Karntner Slo¬ venen hingestellt. Wie es mit dlesen Preiheiten tatsachlich ist, zeigt am besten das Vorgehen der Sicherheitsdirektion fiir das Bundesland Karn¬ ten anlasslicb der letzten Generalversammlang des Slovenischen Kultur- verbandes. Wider jedes Gesetz mischte sich die Sicherheitsdirekt ion in die irv- neren Vereinsangelegenheit e n des Verbandes ein and wollte den statuten- mMssig von allen Mitgliedern eins 4- ' mmig gev/ahlten Verbands vorstand nicht anerkennen. A\xf provokatorisphe A rt gab sie za diesem Zweck.e aber das Radio and die Presse eine Ver la utbarung n. n. die Geschlossenhe it der sle- venischen Kult ar vere ine za sprengen and. 'ea neacn, ihr nicht r 'Vi-c Verbandsvorstand za diskriminieren, Aaf energisebe Proteste aile-- "PRESSEDIEFS1 OE" Se ite 4. schlossenen Vereine musste die Sicherheitsdirektion die Gesetz- und Statutenvvidrigkeit ihrer Einmischung zugeben and den Vereinsvorstand snerkennen, sle hat jedrch trotz mehrmaliger Aufforderang ihre provo- katorische and diskriminierende Veriautbarung nicht widerrufen. _ Dieselbe Sicherheitsdirekticn bat auch auf "kaltem Wege'_' ein.e Zen~ sar aller slovenischen Biihne nstiicke eingefiihrt. Qbwrhl si^die Cesetz- widrigkeit dieser Zensur dem Vertreter des Slovenischen ^ulturverbandes selbst zageben masste, hat sie diese bis heate noch.nicht obgeechafft. Zweck dieser Zensar ist die Unterbindang einer etwaigen "pplitischen lendenz" im slovenischen Kulturleben. Bezeichnenderweiee dient diese Zensar gleichezitig den britiscben Militargerichten zar Begrundung ven Verurteilungen der Mitglieder der Slovenischen Kulturvereine. In ellerletzter Zeit versucht man den slovenischen Kulturvereinen fur Diletantenveranstsltungen obendrein autoritdre "vertrauens^urdige" le it er, deren "Bestellang- der behordlichen Genehmigung ant erliegt" , aafzuzwingen, Aach diese Zamutang entbebrt jeder gesetzlichen Grandlage and erinnert sn die Zeit der nazistiseben Stillhaltekommisaare. Die vielgepriesene kaltarelle Ereiheit der Karntner.Slovenen sieht praktisch so aas, dass bei kaltarellen Verenstalt-unge n die ffeie Mei- nungsaasserang verboten wird. Immer dzieser miissen sich die Bedner bei kaltarellen Veranstsltungen nachher einem Verhor iiber den Inhalt der Rede anterzieben and sich verantworten. Da alle diese Massnahmen scheinbar nicht ausreichen, um die slove- nische kultarelle Betatigang zu vernichte n,_werden "Warfkommandos" auf sloveniscbe Veranstaltangen gebetzt. Diese tiberfalle erfolgen oft sogar. unter den Augen der Sicherheitsorgane, ohne dass diese dageg^n einschrei« ten. Die Anzeigen dagegen verlaufen meist im Sande, vielfach aber vverden sogar die .Angegriffenen verurteilt, Waren ieren ubergriffe bisher offen, so haufen sich infolge der slovenischen Gegenwehr in letzter Zeit solehe aas dem Hinterhalt, wobei der nachtliche Uberfall mit schweren Steinen auf das ^vto, in dem der Sekretar des Slovenischen Kulturverbandes ven einer Probe in Globasnitz fahr, besonders za e.rwahnen ware. Zar Schulfrage ware lediglich zu bemerken, das ■ sich nichts za Gunsten der Karnther Slovenen geandert hat. Nach wie vor vrird die Ecr- čSerung des.Slov enischen^Kulturverbandes nach Errichtuhg eines sloveni- sdhen Gymnasiums and einer slovenischen lehrerbildangsanstalt in KI a - genfurt, sswie die Eorderung des Slovenischen Beuernbundes nad einer slovenischen landwirtschaftlichen S oh ul nicht bsruckE a n n t icbtigt. I lic.h hat das Unterrichtsministerium die Eorderung des Slovenischen Kul- tarverbandes mit der Unnotwendigkeit einer slovenischen Mittclschul^ auf ^rand einer "Befraeung" der fast hundertprozentig deutschen Eltern- schaft abgelehnt. Der Šlovonisobe Kultarverband erhielt aaf Befregen gleich in der ersten Woche mehr Nennungeh von Interessente n f 'r die slovenische Mittelschule als die durchsichtige Masse des Karntner Lan> dessahulrat es. Wie sehr die slovenische Lebrersohaft ; "protegiert" apel wie "gross" _ihre Zahi ist, besagt am besten die Personalvertreterwahl im Bezirk Volkermarkt, wo der einzige slovenische Kandidat.glottwegS abgelehnt warde mit der Begrandang, -dass es keine slovenische. Lehrer gibt. 'Die Frage der Wied^rherstellang der slovenischen Gen©ssenschsften in Karaten. Bere it s fe ntlichkeit ost errichischen in mehreren Pressekonf erenze n vvurde die demokrat ische Qf> von_den Karnt ner Slovenen dariiber informiert, dass die .. ^iederherstcllung.der von den Be hord e n bis heate die "p-RESSEDIEHST 0P» S p it e 5 • Ill t /Wr 1 _2___ Neži vernicht^ten slovenischen b enossenschaftsorganisation and die Ttticfcgerbe ■ thr« s Veiemo^eeps mit allen Mitteln zu hintertre iben versuchen. In of ferrkuttdigem Zusammenspiel zv/isohen d p r Karntner Landesregie¬ rung, den zustaodigen Gerichten in Karete n and G ra z sowie dem. d^ntschen Karntner Genossenschsfts ve rbend v»urde bisher sowohl die Ancrkenriav d c s Š-echtsbestandes der sloveniscben G en0 sse nschaf te n ala aucb die los ang der Vermogeneruckstellung immer wieder vereitelt. Kachdem sicb die Karntner Landesregierung nach dreij&hriger Verscbloppungstaktik .nitteIs Anwendung ungeaetzlicher Massnahmen letzten Endes iiberhaupt ala unzu- standig erklarte, haben nanmehr di* als zustandig erklarten Mnsterien in Wien die gleiche Vorgangsvveise eriigeschiagen. Seit der am 6.2. d.J. st.atgefundenen Besprechung im > Bundesmini- sterlum far Vermogenssicherung, bei der Vertreter von sieben Min is t e- rien mit der Delegat ion des slaveniscben u eno.ssenschaftsverbandes in Karnten Massnahmen zar ehesten Losang in der -brege der sloveniscben Gencssenscheften pllseitig erorterten, vvurden noch keinerlei Portschrit- te in der Losang' der Prage erzielt, Im ^egenteil erfolgte mit Sprach des Oberlandesgerichtes Graz vom 4.4. d,J., der vor vvenigen Tegen den slovensiohen Genossenscheften zuging, der iaftrag zur Loschung von 16 slovenischen Genossenscheft e n im J - L egister des Handeslgericbteš Klagen- furt. lasserdetn warden samtliche Massnahmen der Kabntner landesregierung im selben Entscheid liber die Berufung des deutschen Genossenschaftsver- bandes fur gesetzwidrig erklart und somit die sloveniscben Genossen- schaften bežiiglich ihres il ecbtsbestandes in Prage gestellt. In gleicher Weise wurde die vom Bundesminidterium fur v ermbgenssi~ cberung selbst vorgeschlagene Bestellung von offentlicben Verwaltern zur Sicherstellang der- -Genossenschaftsvermogenseheften bisher nicht durchgefiihrt and bei einer neuerlichen Vorspreche von Vertretern des sloveniscben Ge nos -.enscheftsverbandes am 3. d. M. vom Ministerium tiber- baupt in Prage gestellt. Aucb diese Msssnahme scheitert angeblich an der Ablehnung darch die Karntner Landesregierung. Landeshauptmannstell- vertreter der Karntner Landesregierung ^ans {Jerke erklarte dazu Vertre¬ tern des slovenischen Genossenschaftsverbandes am 26.5* d.J. im ubrige n ganz »ffen, iass eine Bestellung der ven den slovenischen Genosaenscbaf- ten (als ^eschadigte$0 vorgescblagenen dffentlichen Vervvalter nicht in Prage komme*. Am unzvve ideut igsten aber kennzeichnet .sin Fernsch-re ibejn d er Torni - ner Landesregierung an das Bundesministerium fur Inneres vom ", č.T. die Prage der Beseitigung und Gutmachung der Naziverbrecben an T~n Karnt¬ ner Slovenen. In_diesem wird die Trase der Wiede.rherstellung der slove- n iSl^- n -5-2- s ni”3eur*ife ilung”^er"auššengollf lšcnen"£fifuat ion Šlslf I?r £ I^ilŠ^šlIIsE .. Lomit liegt vor aller Offentliebkeit das politische Spiel der dster- reichiscben Behbrden mit den ^echten und dem Volksveraibgen der Karntner . Slovenen offen auf. Es ist das gleiche politisebe Manover, das die oster- reichisc-he Regierung bereits anlasslibh aller Konferenzen iiber den oster- reichischen Staatsvertrag: als Tauschung iiber die vvabre Lage der Karntner Slovenen beniitzte. Wahrend sie durch den Aussenminister ven der "gross- ziigigen Wiederherst ellung: von Einrichtungen der Karntner Slovenen und von beispielgebender Wiedergut machung" fur.''die Karntner Slovenen berich- tete, wurden in Wirklicbkeit alle nur moglichen Massnahmen zur Verevvi- gung der durch den Naziterror geseffiaffenen Rechtlosigkeit der Karntner Slovenen betroffen. Vorallem in letzter eit erfolgten Gewerbeverwei- gerungen und wirtscbaftshindernde Massnahmen gegen die Karntner Slovenen in stets noch zunehmendrci Ausmass. "PRESSEDIEEST OP" S e it e 6. Angesichts dfeser Tatsachen wird die demokratische Offentlich- keit in Zukunft za beurteilen wissen, was sie von Erklarangen des osterreichischen Aassenministers iiber die "volle Gleichberecht digung" der Karntner Slovenen and iiber die "grossziigige Wiedergatmachang" der von Osterreichern begangenen Vprbrechen'an den Karntner Slove¬ nen za halten hat.