^MMM DMA " ^ c^UiMl;. Freytag den 13. May I79I.<^ ^ Inländische Nachrichten. Tvien öen 7. Ma^. Die jüngsthin Vorlaufig ertheilten Nachrichten von den neuen Eroberungen des Nußischen Heeres in der Gegend von Brailow, sind vollkommen und umständlich durch nachstehendes Schreiben bestattiget worden, welches der General Fürsi v. Nepnin, an den hiesigen k. k. Bothschafter, Fürst v. Ga-lizin, aus Iajsy, unter dem 20. April erlassen hat: — " Ich habe die Ehre gehabt, Ihnen, mein Fürst, zu melden, daß der Generalllieutenant Fürst v. Ga-litzin, am 12. d. M. die Stadt Matschin eingenommen hat , und ich habe nun die Ehre hin u lttüqen , daßev/ nachdem er die Festungswerke, und alle Kriegsvorräthe, die sich dort vorfanden, zerstöret hatte, den Marsch durch die Halbinsel Kunyefana genommen habe, wodurch Staader ist vor einigen Tagen das Dekret als Inspektor des löbl. Ercherzog Karl Toskanische» Infanterie Regiments zugesendet worden.-" Se. Maj. der Kaiser haben bey dem Hof-knegsrath dem Hr. Hofrath v. Ursini, dann dem eine jährliche Zulage von ic>OO st. verliehen. — Der Hr. Feldkriegtzkommisiar Vanroy, welcher in den Niederlanden durch den gemachten Sturz cms dem Wagen sein rechtes Aug verkohlen hat, ist Mit seinem ganzen Gehalt ju-biliret , und statt d?sselb?n der Hr. Kom-nussariats Offizicr Gerhaufcr zum Kricgs-kommisjär ernannt worden. — Se. Maj. haben die Bitle des ehehin bey dem Ka-binete des verstorbenen Höchsisccl. Kaisers gedienten Hr. Oberst v. Vurgnignon, welcher gegenwärtig als 2ter Oberster bey Vender Infanterie gedienet, in seinen vorigen Peliswns Genuß zurück tretten zu können, gnadigst gewähret. — Ihre K. Hoheit die Erzherzogin Maria Christina haben vor ihrer Abreise die Hofküche und Keller Partheyen mit 200 Dukaten beschenket. — Da Se. Maj. der Kaiser die weitere Reise nach Parma und Mayland fortsetzen, so werden Höchstdieselben um Viel spater als man glaubrc allhier zurück treffen. — Dem berühmten Botaniker Van-derlitte, einem gebohrnen Dänen, der bey der Kammeralgüteradministrazion angestellt war , ist die Aufsicht über alle kaiserl. Garten gegeben worden. — Vermöge Hofverordnung vom is. d. M. ist für nöthig befunden worden , daß dle Ausfuhr der Unschiittkerzen noch ferner , velkothen'bleibe; zugleich ist die nur bis Ende Apnl d. I. bewilligte Zoll freye Einsuhr des Unschlitts noch ferner , bls auf weitere Anordnung, gestattet worden. Wien den 16. April 1791. Nach einem dem Vorgeben nach heute aus Paris hier angelangten Kurrier sollen dort erschreckliche Auftritte erfolgt, der Dauphin in eine Militärakademie gegeben, la Fayette in die Flucht getrieben, hohe Personen mishandelt, viele hundert Men- schen getödtet, und kie ganze NazionakH Versammlung zerstreuet worden teyn. —« Nach Briefen aus dem rußischen Lager« haben die Russen seit den leztgemeldtcn« Vortheilen wieder eine türkische Schanze« bw Brailow nebst 20 Kanonen erobert,« Viele Schiffe zugnnld gerichtet, und viele « Türken, lns Wasser gesprengt, gefangen« und niedergemacht. —^ Beym Kongresse M« G istow haben die Utiterhandlungen we-« gen Abtrcttung eines Theiles von türkisch« Kroazien an Oesterreich bereits ihren An-» « fang genommen. Auch soll die kleine Was« « lachey bls zu dem Fluß Aluta zu Ungarn« gestossen werden. « Graz den 8. Apris. Ein Schreibe«« aus Paris vom 24. April das wlr so« eben erhalten, scheint in der That der« Vorbote solcher Auftritte zu seyn , wie« selbe im obigen Wiener Brief beschrieben » Worden. Es heißt dari»-. „Es herrschet« in diesem Augenblik zu Paris eine stumme« Gährung, die in jedem Augenblik den« schrecklichsten Schlag droht: unsre Situa-« zion ist ;u viol^nt, als daß sie länger« ohnt Allsbruch dauern sollte. La Fayctte « weis n^cht mehr, welche Parthey er er- « grciftn soll; er wird das erste Opfer der « Volkswuth seyn u. s. w. « ?örä»,n den 4. May. Mit einem« Schreiben aus Szißtow vom 4. AprilH vernehmen wir Folgendes : " Da der « Punkt wegen des Hanoels , und zwar« unter der Bedingung : wie vor dem Krie- « ge, berichtiget ist, so hat der k. k. Be- « vollmächllgte, Freyherr v. Herbert, seit«» dem auf die Abtremmg des Stücks vomD türktschen Kroazien bis an die Unna, an-« getragen, worüber auch schon die Unter«« Handlungen ihren Anfang genommen ha«« ben. — Es ist bekannt , daß in dem « Traktate von Kainardgy, und nachher bey « der Besttznchmung der Krimm durch die Rußen, die Pforte dem Hause Oesterreich seuerlich eine neue Grän'berichtigung versprach. Dieser znsolge sollte nicht nur -die kleine Wallachey bis an den F'uß Aluta, sondern auch das türkische Kroa-zien bis an den Fluß Unna, an Ungarn abgetretten werden. Diese Berichtigung ist nur aus dem Grunde nicht zu Stande gekommen,, weil die Zweifesfrage entstand, ob auch die Festung" Wichacz, auf einer Insel des letztern Flusses gelegen, an Oesterreich fallen, oder der Pforte verbleiben sollte. Nachdem also diese Gran.be-nchtigung schon vor dem Kriege bewilliget 'lvar, so sollte sie mit in die Bedingung: Vl)ie vor dem Rriege, eingeschloffen werden. Diese Forderung wurde von dem Herrn Grafen Franz Esterhazy mit Leb-Hafti^keit unterstützt, so daß weder die ^ ^türkischen Depurirten, noch die Bevoll-^ 'Machtigten der vermittelnden Mächte wuß« -ten, was sie diesem Ansinnen mit Grund entgegen setzen könnten ; bis endlich auch DRMiese Sache ein Gegrnstand der Untcrhand-wurde. Dieß letztere muß man we-aus dem obigen Berichte schließen. Troppau den Z. Ma?. Nach einem eingegangenen Schreiben aus Krakau ^Wom 26. April, ist die Her ogin von bereits vor einiger Zeit in War-eingetroffen , woselbst "sie dem Ver-nach, den gan;en Sommer hin-verweilen wird. Der König giebt Bedienung , Wohnung, und eine Eb-Wie man versichert, soll die der Frau Herzogin angekommene Tochter an den Fürsten Io- nigs Von Pohlen , vermähler werden; und man glaubt, daß der Hoffnung dieses Fürsten, endlich dennoch auf den Poh-Üschen Thron ;u gelangen, der Reichthum des Herzogs von Kurland einiges Gewicht geben dürfte. Hingegen wollen andere wissen , daß vielme'r dieser H'r og selbst um die Pohlische Krone durch ftine Frau Gemahlin werben lasse. Wieder andere erklären beydes für ein bloßes Gerücht; aber sie setzen doch beu, daß es nur einer kur;en Zeit bedürfe, um alles dieses entwickelt zu sehen. Endlich heißt es in dem Schreiben, daß die Prinzeßin bey zwey Millionen 500,022 Gulden Rhli« nisch theils in baarem Gelde / theils in Wechseln mitgebracht habe. Lemberg den 2z. April. Ill der Sitzung vom 14. dieses haben die Stände in Warschau ein Werk ausgeführt, welches vielleicht allen ihren Arbeiten seit 1788. wenigstens nvch der Meynung des Bürgers, gleich zu achten ist / oder sie noch übertrüfft: sie haben verordnet, döß dem Bürgerstande künftig erlaubt seyn soll, zwar nicht Landbothen, aber doch Bevollmächtigte auf den Reichstag zu senden, und jedem Bürger steht es frey, Landgüter anzukaufen, und ein adeliches Diplom darüber m erheben, ohne die Tare von 520 Dukaten zu entrichten. Hierdurch erhält der Adelstand eine Ver« stärkung , und mehr Vertheidiger des Vaterlandes, und der ganze Staat wird dabey gewinnen. alle Dienst -und Freytaae nachmittags um 4. Uhr auf dem Platze !^o. ,83. in dcr von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.