Zeitschrift für Stadt mtd Land, m und slavisch« Erscheint jeden Dinstag und Freitag AbendS sentung l fl. Z0 > Vei-A»tvvorll. koclaeliuu: Vincenz Gl eickberecbtlgu nq. 2lu§crfcalb t.r Ennchcidungcn der monarchischen Eongreffe gibt eö cinc andere Auiorität, welcher allein d>c Lösung tcr schwebenden Fragen aufbewahrt ist, es ist die Autorität tcr Völker. Vor tbr verschwinden alle Anmaßungen, ob sie nun von Königen als Dogmen aufgestellt oder ob sie von einzelnen Usurpatoren die unter dem Sdilte tcr Freiheit ihre eigene Zügel» loügkci« und tie Knechtung Antcrcr zu bemänteln glauben, als tie Essenz tcr Freiheit aufgetischt werten. Gegen ten Drang ter Völker nach einrin bcsscrn Los, gegen tas Zersrrcngciiwollcn tcr allen Form, in tcr sie keinen Naum mcbr sintcn, sind alle J?rä»"ic ter Ti-rannei unwirksam. Dieser Drang ter Völkcr nach Freiheit und Sclbststäntigkcit, tcr Trang zum Fort--schr»», bat taS Gebäude teS Absolutismus zcrtrüm-mert; er hat aber auch die Suprcmatie tcr Nationen in jeter Hinsicht unmöglich gemacht, wenn sie am an-terer Basis als den der Humanität und Civilisation sich breit machen will. — Derjenige Zustand ist ter Bestimmung der Menschheit am angemessen-' sten, in welcher die große Summe der menschlichen Kräfte ,n regsamer Uebung erhalten wird, wo alle An« lagen auf das Vielseitigste angeregt werden, wo tie Kräfte teS Geistes und die Tugenden des Herzens in den mannigfaltigsten Bestrebungen nach allen Seiten hin vielfach sich regen, ausbreiten und entfalten; nur ein solcher Zustand verspricht Dauer, weil er normal ist; jeder antere trägt den Keim des Verfalles in sich. Tie Nationen sind nur in nationaler Selbständigkeit kräftig und unüberwindlich; nur so werden sie ehern Säulen eines StaatSgebäudeS. Ein Staat, welcher Völkcr verschlingen will, gräbt sich fein eigenes Grab, weil er niederreißt, was ihm Stützt sein sollte, weil er den-Nationen die Basis nimmt, auf der sie sicher und fest stehen können. Was ist ein Niese gegen Hun-dme ,»n Menschen, wäre auch die Masse von diesen besonderer Mckilcht auf deutsche Interessen. — Preii vierteljährig 1 fl. 15 kr.; mit Postver-r. Eonv. Münze. P rasch, k. k. Professor. Frei rag am 1. Tee. 184S. Hunderten an jenen einzigen Körper verschwendet? Leitet alle Bäche und Flüsse, die setzt vertheilt, vielen Landschaften Leben und Fruchtbarkeit bringen, in ein einzige» Niesenbett zusammen, so werdet ihr zwar einen stolzen und gewaltig daherranschcnten Strom haben, tcr ta, wo er tie weiten Ufer bespült, daS Land ür^ pig beftuchten und die zu ihm sich hindrängenden An-wohner durch Handel und Industrie lebhaft bewegen wird; hingegen werden alle übrigen Provinzen weit und breit veröden, weil ihnen der erfrischende Dach seblt. ihre Bewobner werden verschmachten, in Unthä-tigkcit und Bcttelarmutb vcrsinkcn, blühende Länder zu unbewobnbarcn Stcvpcn vcrdorrcn. Tritt endlich tie-scr Strom, turch tie Bändigung in ein Bett, nur um so rcißcnder und gefährlicher über seine User, so wird seine:'. Verwüstungen kein Tamm gesetzt werden können und er wird zu Gründe richten und zerstören auch taS, was er bisher befruchtete. Die Geschichte liefert unS hierzu tie Belege, nur ist zu bedauern, daß Oester-reich trotz allen Lehren der Geschichte gerade immer daS Gegentheil that. Seit Jahrhunderten befindet sich sich dieser Staat auf Irrwegen. Statt Oesterreich im wahren Sinne zu werden, nämlich da 6 Reich nach Osten, strebte es nach der Herrschaft über den Westen. Der Verfolgung dieses Hirngespinstes opferte eö das Geld und das Blut seiner Völker. Statt sich um den L'stcn zu kümmern und dort Wurzel zu fassen, sagte es thörichten Träumen im Westen nach, die früher oter später in Nichts sich auflösen mußten. Doch dieß war eine Thorheit, aber keine Ungerechtigkeit. Eine Folge dieser Thorheit aber war, daß sich Oesterreich immer für etwas anderes hielt, als eS wirklich war, für eine ausschließend deutsche Macht, und daß eS sich dadurch zu einer Ungerechtigkeit, zum Entnationalisiren, hinreißen ließ, welche die Monarchie mehr als einmal dem Zertrümmern nahe brachte. Statt sich die Liebe aller seiner Völkcr im gleichen Grade zu sichern, ließ Oesterreich die Nationen sich gegenseitig im Schach - 254 - halten: eS gestaltete den Deutschen eine Art Suprematie, um alles Uebrige besser niederzuhalten; dadurch legte es den Grund zum Haß, zur Verachtung gegen die Deutschen, die doch im Ganzen schuldlos und viel« leicht in anderer Beziehung nicht besser daran waren als jene. Oesterreich sah nicht ein, waö Allen ein-leuchtete, daß eo nur fortleben kann unter der Bedingung, nicht nur sich umzuformen, sondern auch seine Stellung zu verändern, daß eo sich zu Opfern entschließen muß, um sich freimüthig an die Völker wenden zu können, die eS unter seinem Zepier vereinigt. Statt aber die Hand leichter auszulegen auf die Millionen Slaven, die seine Grundlagen bilde», drückte eS mit unbarmherziger Harte dieselben nieder. DaS Gesp enst deS PanslaviSmuS schreckte Oesterreich und eS ergriff gerade die schlechtesten Mittel, um ibm entgegenzuarbeiten. Wäre Oesterreich den Slaven gegenüber gerechter ge-wesen, stände eS setzt auf einem festem Boden. Nuß. land ist nicht zu fürchten, wenn die Slaven Oesterreichs eine unabhängige Stellung erhalten und ihrer Natur gemäß l.ben. Die lebenskräftigsten Nationalitäten werden sich um sein Banner schaaren; Volk»« stamme in voller Iugendkraft werden ihm entgegeneilen und eS wird dieselben leicht beigesellen können, weil sie homogen sind. Oesterreich muß die Ideen der ewigen Gerechtigkeit in Leben verkehren, eS muß die Gleichheit der Nationen festhalten, damit alle desselben Schnees, derselben Freiheit theilhaftig werden; eS muß sich auf die Slaven verlassen, wenn eS stark werden, wenn eS leben will, ohne deßhalb ins andere Ernem verfallen zu dürfen, ohne deßhalb die übrigen Natio-nen zu benachtbeiligni. Von der nationalen Emaneipa-tion aller seiner Völker, von ibrer freien Eonfödera-tion, der natürlichsten StaatSform, hängt der Fortbestand und die Kraft deö österreichischen Kaiserstaateö ab. Dieser Weg stand schon Metternich offen, allein dazu gehörte ein eminenter politscher Charakter, Ueberzeugung und Begeisterung für daS vorgesteckte Ziel. Talleyrano bat in einem ausführlichen Memoire dem österreichischen Staatökanzler diese Idee mitgetheilt, wo-nach er ein neues Oesterreich bilden sollte, Ungarn zur BasiS ncbmend, und, indem er die Donaumündungen, die Moldau und das bulgarische Tiefland bis zu dein HämuS zu erobern und dem neuen Oesterreich zu in-eorporiren suchte. Dem Durchführen standen allerdings große Hindernisse entgegen — ein Krieg mit Rußland. Allein Metternich dürfte sich auf starke Nationalitäten stützen, eö kam nur darauf an, ihnen Leben, Ausdruck und Richtung zu verleihen. Für einen patriotischen Minister wäre die Aufgabe, ein kräftiges, starkes Österreich zu bilden, nicht schwer gewesen, besonders, wenn er so frei handeln durfte, wie Metternich. Allein dieser Mann fühlte für Oesterreich kcinen warmen Herzschlag in sich, statt Oesterreich zu kräftigen, entschied er sich für eine trügerische, ehr- und hilflose Allianz Oester-reichS mit Frankreich. Diese Politik empfahl sich ihm schon dadurch, weil sie wenig staatsmännische Geistes-große und keinen Heldenmvth erforderte, dagegen dein kleinlichen diplomatischen Trugspiele den größten Raum gewährte. So hezeichnete schon das erste Auftreten dieses Mannes seine Unredlichkeit und seine Unfähig-keit. WaS im Jahre 1309 durch Verhältnisse viel-leicht einigermaßen zu entschuldigen war, wird aber in der spätern Zeit zum Verbrechen. Was hätte Oester-reich während 33 FriedenSjahren werden können und waS ist eS geworden? Statt ans tiefer Ohnmacht zu einer nenaufblübenden Macht zu erstehen, ist eS ein morscher Staat geworden, der am Vorabend seines Unterganges steht. Noch ist Oesterreich fedoch Herr seines Schicksals — eS muß die Bah» betreten, die sich ihm öffnet, eS muß sich freimüthig an die Völker wenden, dic eS heute noch annehmen, morgen aber vielleicht schon nicht mehr. Es muß fahre» lassen seine heillose Politik, die eS inS Verderben stürzt. Nicht dic Herrschaft der Herren, nicht dic Herrschast deS SäbelS und der Bajonette werden Oesterreich halten, sondern die Liebe seiner Völker, die eS aber verdienen muß, nicht durch Koketterie, nicht durch Schmeichelei und werthlose Geschenke dem Namen nach, denn die Völker sind keine Buhldirnen; sondern es muß diese Liebe erringen durch ein ehrliches, wannet Herz, ohne Falsch und Trug, oöne Hintergedanken. lA. Z.) V u k o v a r 18. Nov. Um den Transport von 0000 Metz.'» Frucht, dic in Talja lagerte, nach Kar-lsvic sicherer bewerkstelligen zu können, besetzen unsere Pctenvadeiner Grenzer und 100 Serbianer den von Deutschen bewohnten Ort Sarvai. Vermuthlich unterrichtete man davon Batthpäny in Essek. Er ließ etwa 1000 Mann mit 5 Kanonen am 15. Nov. Früh gegen Sarva-« aus der Festung vorrücken, und griff unsere Truppen, die Theils vor Sarva4, theils in Bcloberdo lagerten, und etwa über 400 Mann zählte, an. Unsere Truppe hatte nur eine 1 pfunder Kanone; , noch ein 3 - Pfänder kam von Beloberdo später an; darum besetzten die Unsrigen allsogleich ein Wäldchen links und dic Gärten rechts, während dic Serbianer mit der einen Kanone wacker feuerten, und dic Magyaren zum Weichcn brachten. Glcich im Anfange dcr I Schlacht siel ein bärtiger, auf einem Schimmel reitender Anführer der Magyaren, aber bald wurde auch das Rad am Wagen unserer Kanone gebrochen, und so wie man unsere Kanone schweigen sah, schössen sie auS 5 Kanonen gegen daS Wäldchen, woraus Unsere tapfer feuerten und zu retinren anfingen, waS ihnen auch vollkommen gelang, denn sie kamen gegen Abend hier wohlbehalten an. ES fiel ein Grenzer, ein Ser-bianer, deren Tberkommandant, Luka Stekanovic, am Fuße verwundet wurde. Vinkovee 20. Nov. Der Kamvf bei Sarva» reducirt sich auf ein Scharmützel, welches, da »ie Kräüe zu unverbaltnißmäßig waren, mit dem Rückzüge der Unsrigcn cndigtc. Die Magyyarcn kamen mit 1GOO Mann und 5 Kanonen, während die Unsrigen kaum 200 Mann zählten. Der Führer der Serben wurde am Fuße verwandet; 0 blieben theils todt, theils vcr-»rundet. Sie batten in ihrer Stellung im Walde mehr von den Baumzwcigen, welche der ttngar. Kano- | ncndonncr herabgeschmettert batte, als von dem Feinde ^ zu leiden. — Batthyüiw (ist) sich zwar bei uns bereits ansagen, allein troy der ihm günstigen Stimmung eines \ großen Tl'ciles der Brooder Grenzer, dürfte es ihm l tbeuer zu stehen kommen, wenn General TreberSburg Macht genug bat, um ihm in den Rücken zu fallen.— Bukovar wimmelt von Truppen und Sensenmännern, und ist an der Effckcr Seite so verschanzt, daß die Donau mit der Vuka verbunden werden kann. DaS Gerücht, als sei C'cviit in ungarischen Händen, ist falsch. Atomovii- hatte zwar mit 150 Magyaren versucht, seine Besitzung von den Slaven zu säubern, aber seine Schaar wurde, ohne einen Schuß zu wagen, auscinandcrgcstäubt und unsere Truppen regressirten sich mehr als hinlänglich, indem sie eine bedeutende Beute machten. O l l m ü tz. AuS guter Quelle kann ich mit-theilen, daß die österreichische Regierung auS Anlaß der gegen daS f. k. Generaleonsulat in Leipzig am 13. Nov. verübten Ercessc, welche alö dic schwersten Verletzungen deS Völkerrechts erkannt worden sind, in 1 den Handelsbeziehungen mit Leipzig eine feindselige Stellung einzunehmen beschlossen, den Gcneralkonsul für das Königreich Sachsen abberufen und die Archive dieser österreichischen Behörde an daS englische Generalkonsulat zu Leipzig zu übergeben verordnet habe. Prag. Nach Jungbunzlau und Rcichenberg ging heute Nacht eine Abtheilung Artillcrie und Ge-schütz ab, wahrscheinlich um die Aushebung der Rekruten, dic man hier verweigert, zu bewerkstelligen. AuS Ungarn trifft die Nachricht ein, daß Moga, der Anführer jenes hei Schwechat geschlagenen Armee, von den Insurgenten, angcblich wcgen Verratheö, er-mordet worden sei. Die Ausfuhr von Waffen und MonturSstückcn nach dicsem Königreiche ist bis zur Pa-cmkation verboten. K. K r e m si e r. Sitzung deS Reichstages am J 27. Nov. Unter den Abgeordneten, welche ihr Man-dat zurücklegten, befindet sich auch Pilleredorf. Die Debatte über die Annahme der Protokolle vom 23. big 31. Oktober wird von Höllriegl eröffnet, wel-cher dic Verwerfung beantragt. Dic Vcrtagung sci damals schon ausgesprochen gewesen, somit die Ver-bandlungen ungesetzlich. ES handle sich darum, ob bei der Terrorisirung deS Reichstages in Wien (Heftiger Lärm, links Zischen, rechts Beifall) daS Recht zustand und er glaube, sie sci zur Verlegung sogar verpflichtet gewesen. Rieger erhielt daS Wort. Sein Wunsch sei eö gewesen, derlei stürmische Debatten zu vermeiden, nun muffe er das Wort ergreifen und zwar für die Verwerfung der Protokolle, da sie nicht in voller, freier Berathung abgefaßt waren. Ich selbst, fährt der Redner fort, war nicht zugegen, weil ich nicht konnte (Ruf: Und die Polen?) weil meine Person gefährdet war, oder wäre mir vielleicht eben so wenig geschehe» als Latour? Ich bin gewählt worden, nicht mit dem Schwerte, sondern mit Worten die Rechte meines Vaterlandes zu wahren. Hätte ich eS vielleicht damals wagen dürfen, den ritterlichen Hclocn Ielaciö zu ver-tbeidigen? (Große Bewegung. Links: wir hrauchen kein Tagebuch. Rechts: Keine Unterbrechung, hier ist kein Wien.) Der Redner ergeht sich nun sehr weitläufig, und wird vom Präsidenten zur Sache gerufen. Ein-zelne, fährt er fort, mögen allerdings in Wien ihre Meinung frei ausgesprochen haben, aber ein großer Theil der Vertreter, fast von ganz Tirol, (Widersrrnch) und von and cm Landern fehlte. Zwar habe bloß dic Minorität gefehlt, aber hinter dieser stand dic Majorität deS Volkes und dic Zurückgebliebenen haben uic 3lc-volution entzündet. Windischgray hat Messenhauser, den Leiter deS Ausstände», erschieße» lassen. (Ruf: Messen-Häuser ist todt!) Und doch handelte er im Auftrage deS Reichstage». Wenn also Windtschgratz ein gemei-ner Mörder, warum dringt man nicht auf seine Be-strafung? (Gelächter.) Oder sollte man den Gefallenen ein Monument errichten? Ich und meine Freunde wir sind nicht Schuld, daß man die Freiheitsbegeisterte Jugend mißbraucht hat; ich mag nicht sitzen auf der Ar-mensündcrbank. (Stürmischer Beifall.) Schusclka haltet eS unter seiner Würde auf die Anklagen dc» vorigen Redners zu antworten, nimmt aber seinen Anstand, nöthigenfalls auf der Armensünder-bank zu sitzen. (Lebhafter Beifall). Allerdings wurde der Reichstag am 22. October prorogirt, allein nur mit den Worten, daß die Sitzungen alsbald auszusetzen scicn. Somit konnte der Präsident denselben nach ei-flrticn Ermessen und Beendigung der laufenden Geschäfte vortragen. Auch hat Se. Majestät noch am 26. Oktober eine bei beschlußfähiger Anzahl angenommene Ad reffe durch eine D.'putationdeS Reichstages empfangen, welcher nie von seinem gesetzlichen Beden gewichen ist. Brauer spricht dafür, daß die Krone das Recht und die Pflicht zur Verlegung des Reichstages hatte; in Zukunft werden obuehin für einen ähnlichen Fall die Normen bestimmt. Die gcgcn Wicn eingcleitctcn Maßregeln habcn die Möglichkeit einer freien Berathung vcrschofft. Werden die Protokolle anerkannt, so heißt dieS auch eine Revolution anerkennen, schändlich in ihren Be.vcggründen und wahnsinnig in ihren Zwecken. Noch svrachen mehrere Redner; aus KanSki'S Antrag j wird mit Namensaufruf abgestimmt und nachdem dic i Ncbcrsctzung dcS Höllrigl'schen Antrags in dic -1 srcm — 256 - den Sprachen bewilligt werten, wurde derselbe mit 143 gegen 124 Stimmen angenommen, 10 Abgeoit-ncte enthielten sich te» Stimmen?. Rachtcm indksscn tie neu ernannten Minister er-schienen waren verliest ter Präsident tas Handbillet Er. Majestät vom 19. Oelrder, welches ten Fürsten Echwarzenberg mit ter Bildung tcs Ministeriums beauftragte. Dieser besteigt nun tie Rednerbühne und entwickelte taö mit ar.hallentcm Beifalle aufgenom-mene Programm der neuen Minister. Diese werden jeden Eingriff in d«e Erekutive zurückweisen, wellen dic constitutienelle Monarchie, mit Gleichberechtigung allcc Ralionalitälen, Gleichheit aller Staatsbürger vor tem Gesetze, Oessentlichkeit >n allen Zweigen deS Staat»-lrbenö, freie Gcmeindeortnung, freie Gestaltung der einzelnen Länder in ihrem Innern umschlungen vom Bante einer Ccmralgcwalt. Da» Ministerium werde die nöthigen Verordnungen einstweilen treffen, bi» die Gesetze gegeben seien, e» werde ein zweifach Ziel unausgesetzt befolgen, nämlich ungeschmälerte Erkaltung der Freiheit der VölkerLesterrcichs und dcr Lcdingungcn, unter wclchcn tiefe Freiheit bestehen könne. Er werde nicht hinter den Bewegungen der Zeit zurückbleiben, sondern sich an deren Spitze stellen. Da» Volk harre der Lösung der Snt-schädigungoftage. Eine freie Gemeinteordnung werte eine Vereinfachung dcr Staatsverwaltung und eine Re-gelung dcr Behörde hervorbringen. Trennung ter po-Iltischen Verwaltung von der Justiz und AnHaltung dc» Mißbrauch» dcr Prcssc, dcs Assoziationsrechte» und cin Ratienalgardegefey werten Vorlagen tcr Regierung bilden. Beklagenewerthe Ereignisse haben es nöthig gemach», mit ten Waffen gegen eine Faetion aufzuire-ten, welche die Residenz zu Grunde richtete. Eo soll dafür gesorgt werden, den AuSnahmSzustand daselbst sobald als möglich aufzuheben. Da» Herr stehe gerü-stet, um die Integrität Oesterreich» zu wahren. Da» lombardisch venetianische Königreich werte in einer or-ganischen Verbindung mit Oesterreich für seine Rationalität Gewähr finden. Verletzung dieses ersten Rechte» entzüntete den Bürgerkrieg in Ungarn. Der Krieg daselbst sci nicht gegen tie Frcihcit, sondern gcgcn diejenigen gerichtet, tie Andere ter Frei-heit berauben wollten. Da alle friedlichcn Versuche scheitcrtcn, müsse die Ordnung mit Waffengewalt her-gcstcllt werten. Ein Band müsse alle Völker Oester-reich» umschlingen; Oesterreich» Kräftigung sei eine Lebensbedingung für Deutschland. Wenn die Gestal-tung beider vollendet worden, dann könne ihr Verhältniß gcgcn einander bestimmt werden. Bis dahin werde die Regierung ihre Bun-de»pflicht nicht vernachlässigen, fest stehen gegen Außen, keinen fremden Einfluß aber im Innern dultcn. Im Verlaufe ter Sitzung inierrellinc Schuselka wegen ?luf. Hebung dcr Militärdietatur, te# Gerichte» auf Jet «ne Leben zu Wien und te» Tote» B l u in s. Die Ant-wert wurtc „ach einer Berathung tc^ Ministerratbeö versprochen. G r a tz. Gras Wickenburg, der bisherige San-de»gouvrrne»r ist zwar bereit» vom Heflager zurück-gekehrt, allein leiser unter ungünstigen Auspieicn für unscrc Provinz, welckc ihm so Viele» seil einer Reihe von Jahren zu danken hat. Derselbe wird sich einige Zeit auf Reisen begeben und dann die Leitung der Provinz in andere Hände übergeben. Leinberg. Erzberzog Albrecht soll zum Vice, könig von Galizien ernannt und diese Provinz in 2 Regierungsbezirken geibeilt werten, in tcn rulbenischen mit der Hauptstatt Lemberg und in ten massovischen mit der Haupist^tt Krakau. Wien. Folgende» Hantbillet dürfte für Ihre Leser von Interesse sein. Lieber Freiberr Jelacic! Die Monarchie erblicket von jeder in tein ravfern Grenzvolke einen treuen Hort gegen jeden Feind, von welcher Seite er sie bedrohen mag, und Ich sehe mit Beruhigung, »aß dasselbe unter Zbrer Führung diesen wobl vertienten Ruf stet» zu behaupten wissen wird. Al» Ich Ihnen tie Würde des BanuS von 6ro» atien verlieh, erwartete Ich mit Zuversicht, daß Sie das von Mir in Sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen werten. Sie haben temselben turch Ihre unerschül-terliche Treue, Entschlosscnlici» und Hingebung ruhm-voll entsprochen, namentlich turch tie kräftige Wahrung der Interessen der Monarchie während der letzten Er-eignisse so, daß Ich Mich bewogen suhle, Ihnen als Zeichen Meiner dankbaren Anerkennung das Groß-kreutz Meine» Leopold Ordens zu verhihen. Ollmüy am 24. November 1348. Ferdinand. Wien. Se. Durchlaucht der Fürst Windifch-gratz und Se. Ereellenz der Ban»» Jela^ii.- werten sich am 2. Deeember zur ungarischen Operaiionsarmee begcbcn. Sc. Majcftät habcn mchrcrcn Stabs- und Oberoffizieren ter italienischen Armee ten Maria The-resien Lrten zu ertheilen geruh». F. M. L. Baron Welten erhielt das Eommandcurkreutz tieseS Orten» und Major Fürst von KinSky Infanterie das Rilicr-kreutz de» österreichischen Lcopoldortcn». Bc r l in. Am 27. wurde dic Nationalversamm-lung zu Brandenburg eröffnet. Eö waren nur 155, Deputirte zugegen wovon 30 zum Proteste gencigt schienen. Beim Abgänge der Post erhielt man jedoch Nachlicht von einer bevorstchcndcn Auoglc.chung. Schncllprcssentruck und Verlag von I. B. Jcrciin. Itttelliqenzblatt zur Citlier Zeitung. Anzeigen ictcr Art werden g>>,c» Entrichtung dcr JiisertionSgebübr für dic gespaltene Eicerozeile mil 3 fr. für rmmaligr, 4 fr. für zweimalige und 5 kr. für dreimalige Einschaltung im diesigen Verlags ZeiiungS Comptoir dcS I. B. Je retin angenommen. ü'ro. 41. Freitag den 1. December 1848. J. Anknndignng. . Erlasskarlcii vom Glück ltüiihclirii % u in -> ' Hieaie» Jaiaro a 20 kr. C. M. sind annachsteh-enden Orten zu haben: In der Stabtpfarrkaplanev, u „ Stadt Apotheke, „ „ Bnchbandluug des Herrn I. B. Iereritt, und iui Kaffebanse^des Herr» Gilli. Die Nahme« der l'. T. Abnehmer werden in der Beilage znr Cillier Zeituua gedruckt erfcheiueu und der Erlös für die Nenjal'rS Billeten wird am s. Jänner k. I. unter die Armen vertheilt. Armen Unterstützungs Verein Cilli am l. December.1848. Bei J. 12. Jcretiii, Buch- Kunst und Mu^ sikalicnbändlcr in Lilli ist zn haben: Die Slawen im Kaiserthume Oesterreich. Von Albrecht Tebeloi. Preis 30 fr. E. M. Sieden Weissagungen dcr Ludmila <5hi»el, Nonne im Kloster zu St. FranciSei zu Prag, über die für Böhmen und das übrige Deutschland wichtigern, bis zum Abschlüsse dieses Jahrtausends sich ereignenden Weltbegeben- heilen; worunter der jüngsterfolgte, durch Mißdeutung des Orakels verunglückte Czechenanfstand. Preis 24 fr. E. M. Prinz Johann. Lied von August Äcbukniacber. Preis 3 fr. Q. M. Sendschreib en an seine alten und jungen Brüder über dcn Begriff der wahren Frei-heit und eines gesunden StaatSorganiSmus • für das deutsche Vaterland. Von Dr. Z. Ennemoser. PreiS l l) kr. C. M. Tirol und dic Tiroler, wie sie waren und wie sie sind. An ihre Freunde und Feinde. Preis l0 fr. S. M. Die jetzigen Bauernunruhen und die Stimme Luthers in den Wirren unserer Zeit. Preis !2 fr. S. M. Wnnberbare und merkwürdige P r o p h e; e i h u n g e n der Somnambüle Maria Stiefel s aus Cbcrnberg, über die Zukunft der Jabr« I8Ä8 bis ' IS'i«. Zweite Auflage Preis 3 kr. CM. Geheimnisse und Winke für Biaumeister und Brauhcrrn, so wie auch für Gastgeber und Schaukwirtbe, zur gewinnreichen Betreibung ibrcS Geschäftes. Von Heinrich von Gerstenberg. Preis 15 kr. 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M. Die Griechen und Römer geboren mit ihrer Bildung nur noch der Geschichte an. Ein zeitgemäßes Wort ;nr Förderung des vaterländischen Wissens uu. Könnens. Herausgegeben von IVr Z......N. Preis 13 kr. S. M. Vater Ferdinand, oder an Her; und an Sin» Sceue tu der österreichische«» Volks muiidart, verbunden mit einem großen Tableau. Verfaßt von Klesbeim, Musik von G. HellmeS berger. ja«. Preis 12 kr. L. M. D i c Menfchenrechte. Herausgegeben von Ernst Lionell. Preis 3 .kr. C. M. Verstorbene in dcr Stadt Cllli. Dcn 9. Nov. Michael Johann Martinez, Spedi^ tcurS Sohn in der Graycr Vorstadt, Hauo Nro. 1., 3 Wochen alt, an Gedärmfraisen. Ten II.'Nov. Vinzcnz Muschaviz, Schncidcrgc-scllc, gestorben im Civilspnal Nro. 153, 54 Jahre alt, am Wcchsclficbcr. Am I I. Nov. Joses Ärcincr Epitalpfrüudncr im Civilspitalc, alt 7 t Jahre an Lungcnschwindsucht. 19. Nov. Herr Simon Lcvitschnik, Schuhmacher-meist« am Rann Nro. 12., alt 37 Iahte, an Marasmus scnilis. Am 22. Nvv. ThereS Gruber, Cisenbabnarbeite-rinn, 37 Jahre alt, gest. im Civilspitalc an Wassersucht. Am 2G. Nov. Anion Wrenk, HanSbesiSer Was. servorstadt Haus Nro. 4, alt 79 Jahre am Schlagfluß. 2cfiucltur »ficutriicf Verlaq vr» 7«- Irrctiu.