Laibach er Donnerstag den 14. May. Inlandische NachrchttN. IVicn, icn 6. Ma^. Des Kaisers Mai. haben am verwichcnen Sonntage dem Gottesdienste in der Hofkirche bevgewoh« «et, und sich einige Tage her bey dieser schönen Witterung nnt II. KK. HH. in dem Hofgarten an der Bllrgbastey unterhalten. — An eben dem Tage hatte der am hiesigen Hofe beglaubigte Schwedische Gesandte, Hr. v. Celsing, welcher in Familienangelegenheiten mit Urlaub von hür abgehet, die Ehre bey Sr. Maj. "ud II. KK. HH. Abschied zu neh« wen. Den 27. vorigen Monats ist Hr. von Lenoble, f. k. Kammcrfourier, und Mo-bilieninspektor nach Larenburg abgegangen, Uni allda zum Empfang des Monarchen die Zubereitungen zu machen: wohin Se. ^Naj. nächster Tagen abzugehen beschlossen haben. Kaum erfuhren Se. Maj. daß das PuWum jchnlichst wünsche, sich gleich« falls ter Mn nothwendigen Gebrauch des Höfts um verfertigte Brücke am Burg« thor bedienen zu dürfen , so ließen sie auch schon dm freoen Gebrauch derselben vom 3. Mai) angerechnet, bestimmen. Wie mm allgemein sagt, so haben Se. Maj. der Kaiser den bendcn kommandiren-Hrn. Feldmarschallen Haddik, und Lou« don den ü)er;eugendsten Beweis Ihres Zutrauens gegeben; indem sie solchen die Generalvollmacht ertheilet haben sollen, die Operazioren dieses Feldmgs ganz nach ihrer Willkühr zu leiten, ohne ersi weitere Verhaltungsbefehle einzuholen, und abzuwarten, wc>wrch zum öftern der Augenblick der Ausführung eines Planes ver-lohren gehen würde. — Die Starke der Oesterreichifchen Heeresmacht gegeu die Türken wird auf 260000 Mann angegeben; denn die Hauptarmeen in Syrmien, und Kwazien, dit Korps im Bannat, Sie» bellburgen und der Myldqu bfstehe» «us 5.59 Bat3Mn^nMttrt3^w^O^? Visionen Kavallerie. — Man will auch wissen, daß der F. M. Haddik, sobald er bey dcr Armee anlanget, zwischen Fut-Nk, an seinen eigenen Herrschqftcn, und Opowa ein Lager beziehm werde. Diese Stellung der Hauptarmee, und der er-gangene Befehl Kommunik^ionsbMckcn bey Gchabatz, V^itrowjtz, und auch'Neschania zu schlaaen , scheinen eine nahe Belagerung von Belgrad vorzudeuken, m welcher Fe-jkung man eine Garnison vom is^oo Mann vermuthet Vor einigen Tagen kam' hier ein Offizier- von, der. Prinz.. Koburg'sch^n Armee, der von RoMan^am i. April abgingen war / als Expresser an. Man weip. von ihm, daß zwar noch nichts von Belang,in dortigen Gegenden vorgefallen ist, daß abec die Türken in so großer M?Ml,'gegen die Wallachey ziehen >, daß wrklich eckige Adänd erung itt Mi v'örgeeytrü Qpera,üousplam fü^ dorti'Zc Gigl»?!d'zwkh-wendlg ist, welches wohl der eigentliche Gegenstand dieser Abstndung gewesen styn dürfte. Es war übriqeus bcy d^ssm Ab'' reife das Werlsr Mßcrst schkch', imd-die Wege noch ganvunwandelbar; . Türken beym Bos' seyn, und durch die geschickle^Rettradeuu-serer- Vorposten angereizt,-'MschkN, dr«)-Fmer gebrachd worden seyn, wo fit2DOO. M.aus dm:WahlplaH^V?rsork^ toben. Dic? fts- Gerücht, bmucht llöch ein? AMtti.pm^ —< Schon^VM' 5. Tagen verbreitoete sich hicr das G^rüchs: Grncral'Spsemj siH mik 12. Hnffcren,, welch« ihn aufRckognoszirung dezltHtclt.'-^ GrwU? Umstände lassen uns *-vc<'N«ttheN^- daß nicht' mit 'der Bslagerung^ von Gchacs , solldtm mit^emr' vou C ^ etw allgefauczcn w,cr.dcn dürfte, .denn fürs erst?' wttdcn dte Sandsäcki ln grosser Mcnge^ nach Szlum geführt, und'fürs Meile muß" s« Strasse uach Czetin eiffertsg hergeste^ sohill dcr dazwischen liegende Wald durchgebrochen werden. Die Eroberung dieses Plazes dürfte nun einer glöpern Schwie-ngkeit lmterliegen, nachdem nämlich die Gurken die Anhöhe von welcher die Pasia-gedahin gfftcrrt werden kann, besetzt,und sich da mit 4. Kanoilen stattlich verschanz haben. Zu Durchbrechung des Waldes sind dle Sichclburger, welche das Gränzgebür. ge zwischen Kram, und Kroaten bewohn neu, bestimmt worden. Dicse Leute hatten neulich das Ungiück von einer streifenden Anahl Tülken angegriffen m werden, Wobey sie sich aber tapfer wehrten., und dle Feinde zurückschlugen. ^ Pctnnia, dcn 2^. April. Vor einigen Tagen kam ein Haufe Türken bey dem O-msie Gluin,a, Kcrsztina gegenüber, in ^ und ocr sie bemerkten , das Landvolk bey Kersl-M'a sey mit Ackern beschäftiget, so nah- d n ^nn. " ^"F!" ganges Messer) in ^ ^ Ä' ^ 3lmte, und Pistole in tlne Hand, schwamm durch den Fluß, llüd überfielen die Ackersleme mit qrosser ^7^V- D«fe, steten sich zwar glücklich durch dle Flucht, ltessen aber ihr Vich zurück. Dle Felndc wollten sich nun dch mben bemächtigen, es wurde ihnen aber dts auf wenige Stücke von den Serassa< Nttn dcs ersten Banalregimentts wieder ab-Wagt. — Auch am 6. April haben ^o. fM^" aus der Festung Czcttin einen Aus-s«u gegm- S'luin, in eine waldige, und ^v rglge Gegend gemacht, wo eine Kom-t.^m von 150 Szluinerll stand. Es «m bey dml Verhaue zum Gefechte, und d^ ^^kmu^iren dauerte ungefehr 2 Stun-llift' -^ ^'""^ Elchen endlich mit Vcr-^.'t zurück; aber anch'vön'dcn Unstriaen '"l> 4. todt gebl-ebm. Ausländische Nachrichteu. Italien. Venedig, 5sn 28. April. Nach Briefen aus d?r Lcvaute soll vor einigen Wo-^chen der tillische Kaiser Mdnl Hamid gäh an einem Schlagfiusse verstorben seyn: er war anbohren dcn 20. März 1725 , wurde nach seines Bruders Mustapha IU. Absterben ^ajscr den 2i.Iäner 1774. Schott soll sein Neffe Selim, der kaum das 28« Jahr erreichet hat, zum Großherrn ausgerufen worden seyn. . Florenz , den 26. April. Unser fö«. Hof, welcher sich von Pisa nach Livor-no begeben hatte, erhielt daselbst am,21^ April des Abends einen Kurrier aus Wien, mit der Nachricht, von des Kaisers Ue-belbefmdkn. Am 22. und 25. verliessen II. KK. HH, Livorno , und begaben sich hieher, wo am 24. April dcs Morgens ein zweyter Kurner ausTHie« nm der Nachricht eintraf. daZj Sr.'V Gesundheit sich wieder bessere. Dänemark. Noppcnhagen, den 3. AprN. Wit man vernimmt, solt der König den Gra-» ftn Friedrich von Sthllberg zum Gesang tcu am Hofe zu Berlin, und dcn ehemaligen Gesandten im Haag Ritter von St. Saphorm zmu Gesandten am k. k. Hofe, an die Stelle des verstorbenen Barons vo» Güldenkrone ernannt haben.-— Der Eng» l sche Gesandte Hr. Ein'ot ist nach' Kop-pmhagen aln 4. d. M'sickgekon.mcn, und soll ume BMllhungcn anwenden dcn'Ftie-dm im Norden zu vermitteln. — ^n wischen wird an Ausrüstung der dänifcktn Krleg^fictle Mlt allem Eif^'geMcft?t^ und soll dieselbe siärk>r als im vorigen Iah-' re bemannt werden. — Das Verttr der mit den Flottenbrandkomplott verwikcltcn Personen wlrh täglichforkqeM/Mb!oss nach desselben Endigung in Druck gegeben werden. — Das Mcmoire, welches der Schwedische Botschafter B. v. Sprenkbor-ttn unserm Höft übergeben hat, be og sich Nicht auf die BenzenstiernischeAngelegenheit; Schweden hat auch hierüber keine Erklärung gegeben ; sondern es enthielt nur die Frage: Welche Maßregeln unser Hofin Ansehung des zwischen S hwl'den, und Rußland bestehendenKri^es nehmen wolle.—Der ehe^ lnalige schwedische Minister andam'Ai?nHofe Baron v. Abed/s, welcher glejch nach der Gefangennehmung des Benzensti?rna ohne Abschied zu nehmen, Koppenhagen verlassen, und sich nach Schonen begeben hatte, ist am l6. v. des Abends ganz un. vermuthet wieder mit dem Schwedischen LegazionsratheHr. v. Scharff, der ehemals «m Petersburger Hofe stand, und nun statt des Barons Abedyls zu Koppenhagen verbleibensoll, eingetroffen. Sobald man des letzteren Ankunft erfuhr, sandten ihm einige fremden Minister schriftlich eine gemeinschaftlich unterzeichnete Warnung zu, sogleich wieder zu entfernen, indem das Völkerrecht ihn nicht schützen könne, nachdem Ben;enstierna am Ende des Verhörs ausgesagt Habs, der Varon hätte ihn zu dem Anschlage, die Flotten zu verbrennen , beredet , uud gewonnen. Derselbe be-llützte den Wink, und reißte eilends wieder' ab. — Au die Stelle des Russischen Admirals Desin, hat die Kaiserin den Admiral Koslaitwf ;um Oberbefehlshaber der ruff. Flotte in Dänemark ernannt. Rußland. Petersburg, den is. April. Da «nsere Monarchjnn Ihres Dieustes zu seyn erachtet Ihre Beyben gegell die Türken bestimmten Heere unter einem Anführer zu verbinden, so haben Jh. Maj. den Fürsten v. Pottmkin zum Generalissimus beider Heere ernannt, und den Grafen Roman'ow, als älterem Feldmarschall, auf die gnädigste, und schmeichelhafteste Art die Erlaubniß ertheilet, sich in Ruhe .u begeben, — Der gefangene Pascha von Ok^akow, mit den übrigen türkisch»'« Offizieren, die sein Loos theilen, ist hi'r einge-troseN/ und am 22. v M. ben H^fe der Kaiserinn vorgestellt worden, Hö hstwelche denselben sehr gnadig, und leutselig ,ilif-nahm. — Das durch den Tod des Admirals Grei.ch erledigte Kommando drr in der Ostsee befindlichen Hlotte ha^cn Jh. Maj. an den Admiralen Tschitlchigofüber-tragen. — Nach Privatnachrichtm aus der Ukraine vom 23. März soll die Festung Ven-der eine Unterstützung von 3000 Ianit-scharen aus Silistria, und Akiermann eine Verstärkung von 500 Mann erhalten haben. Dagegen sind aus beyden Festungen wohl gegen iQOO Mann entwichen. Ben-der, heißt es weiter, erhielt bisher noch immer aus Pohlen auf dem Duiester Zufuhren, mm ak?'' hal General Kamenskoy AnstaltiU getroffen, um die engere Ein-schliessung bis den io. April zu bewirken. Viele Juden vn-liessm dik Stadt, und wurden vou dellRussen angehalten. 3hre Aussage gicug dahin : die Besatzung bestehe aus iQQOO Mann , und gegen 9020. waffenfähigen Einwohnern; ihre Lebensmitteln reichen auf Jahr, und Tag; Minen zwar gebe es keine, doch sey der'Wa'^l mit i l). Kanonen besetzt, und die Besamung entschlossen , sich auf das äußerste zu wehren. Wich alle Donnerstag aufdem Platze ^c>. 133. in der von Kleinmayersthe« Buchhandlung ausgegeben.