SIEBENTER JAHRESBERICHT DES REALGYMNASIUMS PETTAU. VERÖFFENTLICHT AM SCHLÜSSE DES SCHULJAHRES 187«. INIIA Tj T : 1. DER ERSTE AUUBIADES. VON F. TIUBAI).. 2. SOII ULNA CH RI GUTEN. VOM DIUECTOR. 1876. IM SELB8TVE R h A Q E. LEYKAM-JOSCFB'l ILA1-, OKAZ. Der erste Alkihiades. Ein Versuch in der platonischen Frage. Der erste Alkibiades, welcher sich unter den platonischen Dialogen findet, hat ein ganz merkwürdiges Schicksal. Jamblichos, Proklos, Damaskios, Olympiodoros und andere Platoniker schöpften die platonische Lehre aus ihm als der reinsten Quelle; in neuerer Zeit fanden sich aber Männer, deren Stimme in Gelehrtenkreisen den besten Klang hat, und erschütterten den Glauben an die Echtheit des Gespräches derart, dass er trotz aller Versuche, ihn wieder herzustellen, nicht feste Wurzel fassen kann. Der Erste, welcher dem Dialoge die Echtheit absprach, der Erste zugleich, welcher der Forschung über platonische Philosophie Bahn brach, war F. Schleiermacher. Seine Uebersetzung der platonischen Gespräche ist für das Studium der griechischen Philosophie epochemachend geworden; machte ihn ja vor allen seine tiefe philosophische Bildung berufen, den Schüler des Sokrates zu verstehen, ihn aufzufassen und zu erklären Dieselbe Bahn gingen nach ihm Männer, wie Ast, Schaarschmidt, Kvicala, Cobet u. a. Nicht minder berühmte Gelehrte unternahmen die Verteidigung des Gespräches. Zuerst trat K. F. Hermann gegen Schleiermachers Ansichten auf, an ihn schlossen sich Stallbauin, Socher, Munk, Steinhart u. a. Da die Frage der Echtheit dieses Dialoges jedoch noch keineswegs klar ist, dürfte sich der Versuch lohnen, die beiderseitigen Argumente einer Würdigung zu unterziehen, um in diese Frage, deren Lösung für das Studium Platon’s zwar nicht von entscheidender Wichtigkeit ist, jedoch geeignet scheint, gerade über seine ersten Producte, für welche, als für Jugend- Schriften, von vielen Seiten' so gerne die grösste Nachsicht beansprucht wird, Licht und Klarheit zu bringen. Ehe wir jedoch auf die Würdigung der Gründe, welche für und wider die Echtheit vorgebracht werden, eingehen, scheint es nothwendig, in Kürze wenigstens die Principien, welche in der Kritik platonischer Schriften angewendet worden sind, darzulegen, um dann die Meinungen der Alten über unsern Dialog näher zu betrachten und im dritten Teile die Ansichten der Neueren zu würdigen. Die Principien der Kritik platonischer Schriften. Der beste Beweis für die Echtheit einer Schrift Platons ist jedenfalls das Zeugnis seines Schülers Aristoteles, dessen Glaubwürdigkeit über jeden Zweifel erhaben ist, der zwar später seine eigenen Wege einschlug, seinem Meister aber bis an sein Ende seine Hochachtung und Verehrung bewahrte. Alle die Erzählungen späterer Schriftsteller, welche es liebten, hohe Geister als Antagonisten, ja als Feinde darzustellen, sind ja erwiesenermassen Erfindungen. Die Nachrichten über Platon’s Schriften in Aristoteles’ unzweifelhaft echten Werken nehmen daher für die Untersuchung der Dialoge den ersten Rang ein. Aristoteles erwähnt manchmal die Titel der Dialoge seines Meisters, nennt ausdrücklich Platon als Verfasser, citirt aber auch Titel, ohne den Namen des Autors ausdrücklich zu nennen, weist aber dabei deutlich auf Platon hin, nennt häufig den Autor des Citates gar nicht, ja es finden sich Stellen, an welchen es zweifelhaft bleibt, ob wir ein Citat vor uns haben oder nicht. In den beiden ersten Fällen ist die Entscheidung leicht, in den zwei letzteren aber ist es Sache der Kritik, das Wahre oder wenigstens das Wahrscheinliche zu finden und zu begründen. Wir besitzen eine Sammlung von Kritiken aristotelischer Stellen über Platon von Trendelenburg'), Zeller7), Suckow3), Ueberweg1) und Schaarschmidt)5. Eine grosse Schwierigkeit in der Wertschätzung solcher namenlosen Gitate bildet aber die Möglichkeit, dass die Fälscher auch aristotelische Stellen in ihre Producte aufnehmen konnten, um dadurch den Schein zu ■kj; ') Platonis de ideis et numeris doctrina ex Aristotele illustrata. Lipsiaj 182«, pag. 13. sqq. 2) Platonische Studien, Tübingen, 1839, pag. 201. sqq. 3) Die wissenschaftliche und künstlerische Form der platonischen Schriften in ihrer bisher verborgenen Eigenthümlichkeit dargestellt. Berlin, 1856, p. 49, sqq. J) Untersuchungen über die Echtheit und Zeitfolge platonischer Schriften. Wien 1801, p. 131. sqq. l) Die Sammlung der platonischen Schriften zur Scheidung der echten von den unechten untersucht. Bonn, bei Adolph Marcus, 18ü0. gewinnen, die Schriften seien auch von Aristoteles citirt. Dass Fälschungen der hervorragendsten Schriftsteller wirklich vorkamen, ist bekannt genug; die Erklärung dafür gibt Galenus1), welcher erzählt, durch die Sucht der Attaliden und Ptolemaier, sich gegenseitig in ihren Bibliotheken zu tlber-bieten, seien viele angeleitet worden, falsche Werke unter dem Namen alter Schriftsteller zu verfassen, um sie für schweres Geld zu verkaufen. Dieses Treiben erwähnt auch Diogenes von Laiirte (II. G4), welcher sagt, unter allen sokratischen Gesprächen seien nach Panaitios nur die des Platon, Xenophon, Antisthenes und Aischines echt, alle anderen seien unecht. Die Bibliothekare der damaligen Zeit waren solchen Schwindeleien gegenüber, wenn sie nur mit einigem Geschicke ausgeführt wurden, wehrlos, da die Kritik noch in ihren Windeln lag. Der Grammatiker Aristophanes, welcher kaum hundert Jahre nach Platon’s Tod lebte sammelte die platonischen Dialoge und brachte sic in fünf Trilogien, liess aber die übrigen Gespräche xa&' ev xcci. «tomtw;, wie Diogenes (III. (>1—02) meldet, wagte also schon nicht, sie zu einem geordneten Ganzen zu vereinen und Echtes und Falsches zu scheiden. War die Kritik schon in dieser Zeit so schwierig, so können wir leicht beurteilen, wie es damit in der Folgezeit bestellt war, als einerseits sich das wissenschaftliche Streben in lauter Formelkram und mythologische Gelehrsamkeit verflachte, als mit dem sinkenden Altertume andererseits auch der Sinn für geistiges Schaffen und das Verständnis für das Geschaffene ganz verloren gieng. So verflachte sich auch die Forschung auf dem Gebiete platonischer Philosophie; an eine eingehende Kritik wagte sich niemand. Diogenes von Laerte (111. 5<>) erzählt, dass Thrasyllos2), wahrscheinlich der Polyhistor und griechische Astrolog in Rom und Lehrer des Kaisers Tiberius, die platonischen Dialoge in neun Tetralogien teilte. Bedenken wir aber die späte Lebenszeit dieses Gewährsmannes und den Umstand, dass Diogenes selbst am allerwenigsten ein strenger Kritiker genannt werden kann, so dürfen wir ihm nicht allzusehr vertrauen, selbst wenn er sich nach Suckow (op. c. p. 175) und Ueberweg (op. c. p. 195) an das Verzeichnis der alexandrinischen Bibliothek gehalten haben sollte; denn schon C. F. Hermann1) hat an dem Minos, welchen Aristophanes von Byzanz unbedenklich in eine seiner Tefefa- 1) In Hippokr. de humor. § 1 und do nat. hom. I. 42; cf. Meiner’s Gosch, der Wissenschaften 1. p. 578; Klippel, das Alexandrinisclie Museum, p. 09; cf. Relidantz, Anhang zu Schäfer’s Demosthenes u. s. Zeit, III. p. 310. Göltet. Mnemosyne, nova series, vol. II. pars. IV. p. 373. 2) K. Schol. Juvenal. VI. 670: Thrasyllus multarum artium scientiam professus postremo se dedit Platonicfo sectai et dei'nde mathesi, qua; prcecipue viguit apud Tiberium; cf, Tac. Ann. VI. 20. 3) Geschichte und System der platon. Philosophio. Heidelberg, C. F. Winter 1838. logien aufnahm, bewiesen, dass schon zu dieser Zeit unechte Dialoge Platon’s existirten. Tlirasyllos’ Gründlichkeit in seinen historisch-kritischen Forschungen erscheint übrigens in ganz eigenthümlichem Lichte, da er Dialoge in seine Tetralogien aufnahm, die jetzt allgemein als unecht erwiesen sind, und auch in der Zahl der Dialoge ein heiliges Mysterium findet, wozu ihn wol seine Beschäftigung mit der Astrologie geführt haben mag. Die späteren Zeugnisse stützen sich alle auf Tlirasyllos, ihr Wert ist also leicht zu definiren. Es bleibt somit für die Frage der Echtheit nur das Zeugnis des Aristoteles, wobei man jedoch nie ausser Acht lassen darf, ob die Beweisstellen aus unzweifelhaft echten oder verdächtigen Werken der Stageiriten stammen. Freilich scheint der Masstab ein sehr strenger, ja zu strenger zu sein, denn nur die Hauptwerke finden sich durch Aristoteles bezeugt und selbst von diesen nicht alle ausdrücklich. Wir erhalten nach diesem Masse einen der Zahl nach zwar kleinen, dem Umfange und dem Werte nach aber hervorragenden Kanon, nach welchem wir dann die übrigen Schriften, welche unter Platon’s Namen überliefert sind, beurtheilen können. Gesteht ja doch K. F. Hermann (op. c. p. 388), dass kein Werk, welches aus Platon’s Geiste entsprungen ist, den Künstler wird verleugnen dürfen, trotzdem er kurz vorher die Ansicht ausgesprochen, wir seien durch nichts berechtigt, Platon’s ersten Schritten auf der schriftstellerischen Bahn einen höheren Zweck als die Nachbildung der sokratischen Methode unterzulegen. Es wird deshalb dem Entschuldigungsgrunde der Jugendlichkeit, mit welcher man viele weniger bezeugte, ja verdächtige Werke retten will, weniger Gewicht beigelegt werden dürfen, als es bisher geschehen ist, da ja auch die Nachricht von Platon’s poetischen Studien, besonders in der Tragödie, mit grösser Uebereinstimmung und Wahrscheinlichkeit auf uns gekommen ist, wir also mit vollem Rechte annehmen dürfen, dass Platon schon damals, als er zuerst zu Sokrates kam, stilistische und logische Studien gemacht habe. Dazu weist ja auch Platon s Jugend sehr vollendete Werke auf1). Der erste von den neueren Forschern, der über die Echtheit platonischer Schriften geschrieben, ist W. G. Tennemann. In seinem Werke „System der platonischen Philosophie“ (Leipzig 1792- 1795) hat er viel schätzbares Material gesammelt, vertraute jedoch so sehr auf die Tradition, dass er alle von Tlirasyllos genannten Dialoge mit Ausnahme des Enthyphron, Kleitophon und Minos für echt hielt. ‘) Cf. II. Ronitz, zur Erklärung dos platonischen Phaidros, Festschrift zu der dritten • Säcularfeier des Berlinischen Gymnasiums zum grauen Kloster, Berlin, Weidmann, 3 874, S. 19, wo er zugibt, dass schon Schleiermacher im Einzelnen des Dialoges mit sicherem Urtheile die Zeichen der Jugendlichkeit des Werkes angedeutet habe. K. F. Schleiermacher brach die Bahn für platonische Studien mit seiner Uebersetzung der platonischen Werke1). Er suchte den Organismus der platonischen Werke herzustellen und die einzelnen Glieder nicht anatomisch zerlegt, sondern an ihrem natürlichen Platze in dem Ganzen und in ihrer wesentlichen Verbindung unter einander aufzuzeigen. Er behauptete zuerst, der wahre Philosoph fange nicht mit etwas Einzelnem an, sondern mit einer Ahnung wenigstens des Ganzen (Bd. I. p. 75). Er geht von den wichtigsten, durch Aristoteles genügend bezeugten Dialogen aus und gewinnt so den sichersten Kanon zur Beurteilung der übrigen. Diese bilden den Stamm, von welchem alle übrigen nur Schösslinge zu sein scheinen, so dass die Verwandtschaft mit jenen das beste Merkmal gibt, um über ihren Ursprung zu entscheiden (I. p. 35). Die Verwandtschaft müsse sich in Sprache, Inhalt und Composition bekunden, von denen die letztere das sicherste Kriterium sei. Neben diesen Hauptwerken seien Nebenwerke, welche teilweise auch durch Aristoteles verbürgt sind, „bei denen platonischer Inhalt mit platonischer Form in dem rechten Verhältnis vereinigt und beide deutlich genug sind“ (I. p. 42). Die dritte Classe bestehe aus Gelegenheitsschriften, die nicht in den Zusammenhang der methodischen Reihe gehören. Die Entwicklung der platonischen Gedanken ist nach Schleiermacher eine methodische, eine stufenweise anerkennt er nur insoferne, als Modi-ficationen oder auch Berichtigungen von Ansichten zugestanden werden. Gerade dies aber wurde ihm häufig zum Vorwurf gemacht und er als ein Mann hingestellt, der behauptet habe, Platon habe schon im Anfänge seiner schriftstellerischen Tätigkeit das ganze System fertig gehabt, die vorhandenen Dialoge seien bei allen ihren Verschiedenheiten nur deshalb so geschrieben, um dadurch die Menschen auf die kommende Ideenlehre vorzubereiten. Dabei finden aber doch seine Gegner gerade in den Werken, die sie durch die Jugendlichkeit des Verfassers entschuldigen wollen, „Ahnungen hoher Wahrheiten“. Friedrich Asta) dagegen behauptet, jedes der grösseren Gespräche sei ein so in sich selbst geschlossenes, organisch gebildetes Ganze, dass es nur, wenn es in seinem eigentümlichen Leben aufgefasst wird, begriffen und richtig beurteilt werden könne (op. c. p. 38); die Einheit, welche silmmt-liche Schriften verbinde, sei nur durch den Geist der platonischen Weltanschauung bedingt. Die Tendenz des Philosophen ist nach ihm die „allseitig gebildete, vollendete Menschheit darzustellen“ (op. c. p. 37). Deshalb können nur die vollendetsten Dialoge für echt gelten. •) Platons Werke, Berlin 1804—1809. II. Aufl. 1817—1827. Ueber ihn s. Munk: „Die natürliche Ordnung (1er platonischen Schritten“, S. 8—13, Uebenveg op. o. p. 12 — 81 56—89, Schaarsclnnidt: „Die Sammlung der platonischen Schriften“, p. IG—22. 2) Platon’s Leben und Schriften, Leipzig 1810. Joseph Soclier1) misst die Echtheit der Dialoge an sieben Normalwerken, denen der Stempel eines eigentümlichen Geistes in grösseren, unbe-zweifelten Zügen eingeprägt ist (op. c. p. 24). Platon’s literarische Tätigkeit habe bei Sokrates Lebzeiten mit unbedeutenden, unvollkommenen Schriften, zu welchen auch Alkibiades I. gerechnet wird, begonnen. Die philosophische Entwicklung Platon’s sei dabei immer fortgeschritten und so habe sich auch seine literarische Tätigkeit stufenweise entwickelt, welcher Umstand auch bei Beurteilung der Echtheit der einzelnen Gespräche berücksichtigt wird. G. Stallbaum7) sucht ähnlich wie Socher aus den Lebensnachrichten über den Schriftsteller und anderen mehr äusseren Momenten die Entwicklung des platonischen Genius, welche er nach Zeitepochen in dem Leben des Autors einteilt, zu bestimmen. Dabei sucht er Platon soviel als möglich zu retten. H. ltitter3) schliesst sich an Schleiermacher. Karl Friedrich Hermann4) sucht die Abfassungszeit der Dialoge auf Grund biographischer Momente zu bestimmen und den philosophischen Entwicklungsgang darzulegen. Die überlieferten Nachrichten über Platon’s Leben bilden ihm die „urkundlichen“ Quellen für den Nachweis, dass der Philosoph manche Zwischenstufe habe durchlaufen müssen, wofür aus dessen Schriften selbst Belege beigebracht werden. Die Einheit der echten Werke findet er in dem individuellen Geistesleben des gemeinschaftlichen Urhebers, aus dessen Reichhaltigkeit und Bewegtheit er die Mannigfaltigkeit seiner Erscheinungen erklärt (op. c. p. 307). Sein System habe Platon vor seinem vierzigsten Jahre nicht abgeschlossen, bis er von seiner grossen Reise zurückkehrte. Demnach sind ihm alle Gespräche, welche vor diese Zeit fallen, Zeugen der Entwicklungsgeschichte (op. c. p. 371). Er unterscheidet demnach drei schriftstellerische Perioden. Die erste umfasst die Zeit des Umganges mit Sokrates bis zur Uebersiedlung nach Megara; die zweite erstreckt sich bis zur Rückkehr von den grossen Reisen; die dritte dauert von Platon’s vierzigstem Lebensjahre bis zu seinem Tode. Die erste nennt er die sokratisdie oder elementarische; die Schriften derselben zeigen reinen eigentümlichen Charakter der Jugendlichkeit, weshalb alle Gedanken gleichsam noch im ersten Glanze und der ersten Unbeholfenheit der Jugend erscheinen“ (op. c. p. 38(>)- Doch trete schon in dieser der erste Anklang alles dessen, was allem Folgenden zu Grunde liege, hervor, das Herrschende sei die Entwicklung der dialektischen Methode. Der plato- ') Ueber Platon’s Schriften, Münchcn 1820. 2) Platoni qua? sujiersimt opera recog. s. 0. Stallbaum, Lipsi®, Weigel 1821 —1826, IV. Aufl. in der bibliotheca grseca von Fr. Jacobs und Y. Chr. Fr. Rost, Teubner, Leipnig 1868. s) Gesch. d. Philosophie, Hamburg, Fr. Perthes, 1830. ■•) Geschichte und System der platonischen Philosophie, Heidelberg, 183ü. nise.he Sokrates dieser Periode zeige keine andere wissenschaftliche Auffassung als wir sie für den geschichtlichen aus Xenophon und anderen Zeugen kennen lernen. In einem Vortrage1) sucht er darzuthun, dass der Kern der platonischen Lehre den mündlichen Vorträgen Vorbehalten gewesen sei, sei also in den Schriften nicht zu finden, daraus erkläre sich auch der propädeutische Charakter seiner Schriftstellerei. Der Hermann’schen Ansicht trat Chr. A. Bran dis2) entgegen, bewies deren Unrichtigkeit und näherte sich wieder Schleiermacher, indem er sagte, wenn Platon nicht schon von vornherein ein fertiges System zur Schriftstellerei mitgebracht habe, so seien doch die Grundlinien desselben schon damals klar und deutlich gewesen. Aelmlich äusserte sich auch E Zeller3), welcher einerseits die allzugrosse Künstlichkeit der Schleiermacher’schen methodischen Verknüpfung, andererseits aber die Ansicht Hermann’s, der den einzelnen Classen ganz verschiedene Formen und Entwicklungsstufen der platonischen Philosophie zuweist, bekämpft. Doch vei ficht er auch den Gedanken, dass schon im Anfänge der schriftstellerischen Tätigkeit Platon sein System in den wesentlichen Zügen entwickelt gehabt, dasselbe aber nach und nach zu immer grösserer Iteile und Klarheit gebracht habe. Er zweifelt auch daran, dass Platon schon bei Sokrates Lebzeiten Gespräche verfasst habe. An Hermann schloss sich Deuschle in seinen kleineren Arbeiten; Schwegler1) glaubt, dass die platonischen Schriften nicht ein fertiges System darstellen und nicht nur einen methodischen, sondern auch einen Fortschritt des Philosophen selbst darstellen. Glänzend verteidigte K. Steinhart die Hermann’scheii Principien in seinen Einleitungen zu der deutschen Uebersetzung Hieronymus Müller's und suchte wieder die kleineren Dialoge Platons zu retten. Fr. Susemihl5) sucht zu vermitteln und glaubt, Platon’s System sei im Anfänge der literarischen Tätigkeit keineswegs vollendet gewesen, habe sich vielmehr aus geringen Anfängen entwickelt Von den übrigen Systemen unbefriedigt, habe sich der Philosoph dem reinen, ethischen Sokratismus hingegeben. ') Ueber I’laton’s schriftstellerische Motive. In den gesammten Abhandlungen, Güttingen, 1840, p. 281. (F. 2) Handbuch der Geschichte der griechich-römischen Philosophie, Berlin, G. Reimer. 1844, I. Tlil. Abt. II, p. IGOff. 3) Platonische Studien, 1839; Philosophie der Griechen, Stuttgart, F. Kues 1846, Bd. II, p. 134 fg. Pauly’s Eealencykl. Art. Platon. ■>) Geschichte d. gr. Philos., hermisgeg. v. Dr. K. Köstlin, 2. Aufl. Tübingen 1870 p. 148. 5) Die genetische Entwicklung der platonischen Philos., einleitend dargestellt. Leipzig, P. G. Teubner, 1855. G. F. Suckow1) findet die Lösung der platonischen Frage nur dann möglich, wenn die Frage der Echtheit gelöst sei und gezeigt werde, ob Platon nicht esoterische, in den Werken nicht niedergelegte Lehren gehabt, ob er ein eigentliches System besessen und ob er in diesem Falle die Gespräche in einer demselben entsprechenden Reihenfolge umgearbeitethabe (op.c. p. VI—VII) Er untersucht deshalb zuerst eingehend die äusseren, besonders die aristotelischen Zeugnisse der Echtheit und bestimmt dadurch einen echten Stamm und einen echten Nebenstamm, dessen Glieder aber doch auch angezweifelt werden können. Die Verzeichnisse des Thrasyllos und des Phävorinus sollen noch lehren, welche Werke ausserdem möglicher Weise echt sein könnten. Er gelangt auf diesem Wege zu einem untrüglichen Zeichen der Echtheit, welches er aus dem Phaidros ableitet; jedes Werk sei dreiteilig, habe Kopf, Rumpf und Füsse, jeder Hauptteil sei aber wieder zweiteilig. Er nähert sich aber Schleiermacher, dem er volle Gerechtigkeit gewährt, indem er auch meint, dass sich die Gespräche zu einem grossen dichterischen Ganzen vereinigen lassen. E. Munk2) sucht die natürliche Ordnung aus den Schriften selbst zu finden, übergeht aber die Echtheitsfrage und lässt nur solche Werke für platonisch gelten, „über deren Echtheit die meisten Kritiker übereinstimmen“; dabei hält er aber doch manche Dialoge für echt, die von vielen Seiten angegriffen worden sind. Die Einheit der Schriften bestehe aber darin, dass Platon den wahren Lebensgang des wahren Philosophen Sokrates in allen seinen Stadien darstellen wolle. Ponitz:|) fordert vor Allem ein gründliches Verständnis des Gedankenganges der platonischen Schriften, um sich ein gesichertes Wissen über das System des Philosophen bilden zu können. Deshalb analysirte er höchst eingehend den Gorgias, Theaitetos, Euthydemos und Sophista, ohne jedoch die Echtheitsfrage zu berühren. Fr. Überweg4) bewies überzeugend, dass die Ansicht Hermann’s von dem Entwicklungsfortschritte der platonischen Philosophie in den Werken vollkommen berechtigt sei, dass aber die Durchführung dieses Principes auf gewichtige Bedenken stosse. Das Schlciermacher’sche Princip der Wesentlichkeit der methodischen Form in Platon’s Schriften sei aber auch historisch wol begründet, nur sei die Durchführung desselben und der geringe Einfluss, welcher der Selbstentwicklung des Philosophen eingeräumt wird, nicht berechtigt (op. c. p. 110). Er glaubt, beide Principien, richtig gefasst, würden einander ') Die wissenschaftliche und künstlerische Form der platonischen Schriften in ihrer bisher verborgenen Eigentümlichkeit dargestellt. Berlin, F. Dümmler, 1865. 2) Die natürliche Ordnung der plat. Schriften, Berlin, F. Dümmler, 1857. 3) Platonische Studien, Wien ]8f>8. 4) Untersuchungen über die Echtheit und Zeitfolge platonischer Schriften und über die llauptmomente aus Platon’s Leben. Wien, (J. Gerold’s Sohn 1861. beschränken und ergänzen. Durch gründliche Beurteilung der alten Nachrichten über Platon’s Leben, welche er für wertlos erklärt, und durch kritische Würdigung der aristotelischen Zeugnisse hat er ziemliche Klarheit in die Frage gebracht. H. v. Stein1) will die Echtheitsfrage erst im noch nicht erschienenen siebenten Buche behandeln, erklärt aber auch den grösstenTeil der Traditionen über Platons Leben für Fabeln. Auffallend ist aber, dass er (op. c. I. p. 291) behauptet, ,. Platon konnte auch Werke von untergeordnetem Werte, von zurücktretender sachlicher Bedeutung verfassen und herausgeben“, während er (I. p. 04) die platonischen Werke als ein wahres Ideal von Lectüre bezeichnet, welches auf ein Ideal von Leser berechnet sei. C. Schaarschmidt'2) untersucht vor allem die aristotelischen Zeugnisse über Platon, lässt aber nur jene gelten, in denen unzweifelhaft auf Platon hingewiesen wird und welche in unbezweifelten Schriften des Aristoteles sich finden. Er verwirft auch alle biographischen Notizen über den Philosophen, welche schon Zeller3) in vielen Teilen unsicher gefunden. Dabei findet es Schaarschmidt wahrscheinlich, dass Platon’s literarische Tätigkeit erst nach dem Tode seines Lehrers begann, um den wesentlichen Inhalt der Lehren desselben nachzubilden. Da II. F. Karsten1) die Unechtheit der platonischen Briefe bewiesen und L. SpengeP), gestützt auf die Arbeiten BakeV) und Sauppe’s7), die frühe Entstehungszeit des Phaidros ausser Zweifel gesetzt hat, so ist es undenkbar, dass der Philosoph von seiner genialen Höhe gestiegen sei und so seichte Arbeiten verfasst habe, als es die Gruppe der „sokratischen“ Dialoge ist, welche man so gerne mit der Jugend des Autors entschuldigen will. Den Kanon platonischer Werke bilden die von Aristoteles ausdrücklich bezeugten; daraus gewinnen wir den Masstab für die Beurtheilung der übrigen. Ein Dialog, dessen philosophischer Lehrgehalt unplatonisch ist, muss unecht sein. Der Stil gibt ein ebenso gutes Kriterium, da Nachahmer gewöhnlich in den Fehler verfallen, dass sie entweder zu viel oder zu wenig bieten. ') Sieben Büchtr zur Geschichte des Platonismus. Göttingen, Bd. I, 1862. Bd. II, 1804. 4) Die Sammlung der platonischen Schriften zur Scheidung der echten von den unechten untersucht. Bonn, 18 61>. •*) Thilos, d. Griechen. ‘2. Auflage. T. II. Abt. I. p. '286. •*) Commentatio critica de Platonis quse feruntur epistolis, prsecipue tertia, septima et octava, Ultrajecti ad Rh. 1864. 8) Isokratcs und Platon. In den Abhandlungen d. 1t. bay. Ak. d. W. Bd. VII, Abt. 3. 1855. fi) De ortu dialogi Socratici oiusque imitatione. In dessen Scliolica liypomnemata. Vol. II. Lugd. Batav. 1839, p. 1—88. 7) Epistola critica ad G. Hermannum, Lipsipe 1841. Vgl. auch II. Bonitz, zur Erklärung des platonischen Phaidros p. 19. I)io Grenze des platonischen und unplatonischen Stiles lässt sich freilich nicht ganz genau ziehen, deshalb empfiehlt sich aber gerade die Strenge, denn dadurch erzielen wir eben sichere Resultate, wobei das Studium Platon’s nur gewinnen kann. Schaarschmidt (op. c. p. 119) stellt daher den Grundsatz auf, dass „ durch Erwägung des allgemeinen schriftstellerischen Zweckes, der Coinpositions-form, des Lehrgehaltes und des Stiles auf eine genügende Sicherheit des kritischen Verfahrens, welches das Unechte des Corpus auszuscheiden unternimmt, gerechnet werden dürfe“. Platon strebte darnach, die Philosophie populär aber doch wissenschaftlich zu begründen; deshalb entwickelt er seine Sätze mit aller Sorgfalt, beleuchtet die Fragen nach allen Seiten. Sokrates ist der Tlauptunterredner, dem wirklichen nachgebildet und idealisirt; er ist zum Träger der Ideen des Schriftstellers geworden. Nachahmer konnten solche Figuren auch zeichnen, konnten platonischen Inhalt in ihre Machwerke legen, aber den poetischen Reichtum des Vorbildes, das massvolle Gleichgewicht, welches bei jenem herrscht, konnten sie nicht erreichen. Deshalb sind Nachahmungen, deren Compilatoren in Platon nicht tiefer eingedrungen waren, leicht zu erkennen, aber selbst die Schriften solcher, welche Platon besser kannten, und solcher gab es wol sehr wenige, werden sich erkennen lassen, wenn wir bedenken, dass wir durch nichts berechtigt sind zu glauben, Platon habe seine ersten Versuche, wenn wir so sagen dürfen, mit weniger Fleiss und Liebe ausgearbeitet als die späteren Werke, denn es ist unmöglich, dass er von seinem erhabenen Lehrer so wenig gelernt haben sollte, dass er nicht schon in seinen ersten Werken, sollten wir ihnen auch mit Hermann (op. c. p. 388) keinen höheren Zweck als die Nachbildung der sokratischen Methode unterlegen, eben so genau und strenge in der Methode und in der Ausführung war wie in den späteren. Das Bild des Sokrates und der übrigen Personen muss also gerade, wenn wir seine ersten Werke für Nachbildungen der sokratischen Methode halten, der Wirklichkeit am nächsten gewesen sein; dadurch erscheint das Bild des historischen Sokrates und der Mitunterredner als Kriterium für die sogenannten Jugendschriften. Den Unterschied zwischen echtcn und unechten Werken Platon’s schildert Schaarsclnnidt treffend (op. c. p. 154): „Einer gerechten Würdigung wird die Kluft nicht verborgen bleiben, welche die echten und die unechten Bestandtheile der platonischen Sammlung trennt, wie in jenen alles originel und aus einem Stücke geschaffen, wie Alles in ihnen von sittlicher Wärme belebt ist, alles Gewicht auf das Ideale im Denken und Leben gelegt wird, so zeigen die unechten Dialoge Jedem, welcher mit eingehender Analyse sie prüfen will, die Spuren einer mehr handwerksmässigen und nachahmenden Arbeit. Es fehlt darin der Zauber der platonischen Dramatik und Mimik, cs fehlt die Kraft und Klarheit der dialektischen Entwicklung, es fehlt die Fülle und Sicherheit der glanzvollen Diction, vor allen Dingen fehlt der hohe, kleineren Geistern eben unerreichbare Idealismus der ästhetisch-sittlichen Weltanschauung Platon’s und die poetische Einheit. Dagegen Hilden wir häufig die Manier, aus den echten Schriften Platon’s, aber selbst auch aus Aristoteles, Themata zu entlehnen, welche in einseitiger Weise, halb oder beinahe ganz unplatonisch abgehandelt werden. Die Figuren dieser unechten Dialoge sind teils aus Platon selbst, teils aus Xenophon und selbst aus Aristoteles Notizen zusammengesucht, jedoch durchweg mit schlechter Mimik ausgestattet; und was den Lehrinhalt betrifft, so ist derselbe gleichfalls aus Platons Schriften in bunter, häufig misverständlicher Weise entlehnt und hie und da mit Spuren späterer Philosopheme, besonders Aristotelismen, versetzt Dem entsprechend entfernt sich dann auch Stil und Sprache dieser Dialoge mehr oder weniger von der platonischen: an die Stelle der platonischen Fülle tritt Gedunsenheit der Phrasen, an die Stelle der platonischen Concision des frisch geschaffenen Ausdruckes die klappernde Schulformel, und wie uns bei Platon die dem tiefsten Ernste dienende heiterste Schalkheit und Grazie fesselt, so treten uns hier Plumpheiten, Widersprüche, Abgeschmacktheiten, Unverständiges und Unverständliches genug entgegen.“ Bei Beurteilung der Echtheit muss man also von den anerkannt echten, von Aristoteles in seinen anerkannt echten Werken bezeugten Schriften ausgehen, dabei den Stil derselben, die Diction, die Form, den philosophischen Gedankeninhalt fortwährend vor Augen haben. Dadurch erhält man einen Masstab, welcher sicher leitet. In den kleineren Dialogen müssen dann die auftretenden Personen mit, ihren aus unverdächtigen Quellen bekannten Bildern übereinstimmen. Betreffs des Gedankeninhaltes wird man bei den kleineren Dialogen, da in ihnen Platon auch sein ernstes wissenschaftliches Streben bekundet, wol auch darauf Rücksicht nehmen müssen, dass in denselben selbst die kleineren Züge fein ausgearbeitet sein müssen, da Platon unmöglich schon damals die Ausführung irgend eines Gedankens der Selbsttätigkeit des Lesers überlassen durfte. Die alten Gewährsmänner für die Echtheit des ersten Alkibiades. Aristoteles erwähnt diesen Dialog nirgends, obwol es nahe gelegen wäre, wenn er nach den späteren l’latonikern eine Einleitung in die platonische Philosophie sein sollte. Aristophanes der Grammatiker, welcher nach Diogenes von Laerte (III. Gl.) die platonischen Schriften in Trilogien einteilte, hat ihn in seine Classen nicht aufgenommen, deshalb wissen wir nicht einmal, ob ihn derselbe kannte oder nicht; darum scheint die Behauptung Schaarschmidt’s (op. c. p. 88), Aristophanes habe es nicht gewagt, dessen Echtheit zu behaupten, ungerechtfertigt. Aber selbst die Erwähnung durch Aristophanes würde nicht jeden Verdacht beseitigen, da wir in der dritten Trilogie auch den Minos und die Epicromis als echt angeführt finden, deren Unechtheit von allen Gelehrten übereinstimmend gelehrt wird. Allerdings erzählt Diogenes (III. 62), dass einige Philosophen den Unterricht in der platonischen Philosophie mit dem ersten Alkibiades beginnen'), erwähnt aber zugleich, dass andere mit anderen Gesprächen beginnen, woraus man sehen kann, wie schwer schon in der damaligen Zeit ein richtiges Urteil über Platons Schriften war. Was übrigens von diesen Nachrichten zu halten sei, hat Hermann (op. c. p. 425) gezeigt, welcher den Kleitophon, mit welchem einige auch anfangen wollten, verwirft. Die späte Lebenszeit des Diogenes von Laerte, seine geringe Zuverlässlichkeit und Genauigkeit mindern aber das Gewicht seiner Nachricht so bedeutend, dass sie nur sichert, dass zu seiner Zeit dieses Gespräch für echt gehalten wurde, was den Gedanken noch nicht ausschliesst, dass er auf unrechtmässige Weise unter Platon’s Schriften gekommen sein kann. Jamblichos2), den Proklos den „göttlichen“ nennt, stellte den ersten Alkibiades an die Spitze der platonischen Schriften, weil in demselben, wie in einem Keime, die ganze Philosophie Platon’s enthalten sei. Jamblichos war ein Neuplatoniker aus Clialkis in Koilesyrien und lebte zur Zeit Kon-stantinos des Grossen. Er schrieb Commentare zu Platon, Aristoteles und chaldaischen Philosophen, welche alle verloren sind. Das erhaltene fünfte Buch seines Werkes rapl I I>j3ayo'pou w.peasio; zeigt aber, dass er kein Kritiker war, was mit Rücksicht auf seine späte Lebenszeit sein Zeugnis wertlos macht. Die Neuplatoniker schätzten diesen Dialog überhaupt sehr hoch. In solchem Sinne sprechen sich daher auch Proklos (geb. um 412 in Konstantinopel) und Olympiodoros (in Alexandria unter Justinian), welche beide Commentare zum ersten Alkibiades geschrieben haben, aus. Diese hielten das Gespräch für eine Einleitung in die platonische Philosophie, auf glaubwürdige Zeugnisse hat aber keiner hingewiesen, dazu ist es wol fraglich, ob sie beim damaligen Stande der Kritik Echtes und Unechtes zu scheiden vermochten oder es überhaupt versuchten. Das Zeugnis des Thrasyllos wurde schon erwähnt, hinzuzufügen bleibt nur, dass unser Dialog in der vierten Tetralogie mit dem Ilipparchos und den Anterasten, welche beide übereinstimmend verworfen worden sind, vor- ') Vgl. ’AXßlvou eiaaytuyr) eč; tous II/.cItiovg; oiaXdyou; in Platonis dialogi, cx recogn. C. F. Hermanni vol. VI. appendix Flatonica. Bibliotlieca seriptorum griec. et rom. Teubneriana. J) Vgl. Olympiodori in Alcil). I. comm. ed. Frid. Grenzer, Francof. 1821, p. JJ. und Procli comm. in Aleib. I. kommt. Wenn Hermann meint (op. c. p. 421) den Anterasten habe Thrasyl-los nur deshalb einen Platz in seinen Tetralogien gegeben, weil er sie in der überlieferten Sammlung vorfand, so könnte dasselbe auch vom ersten Alki-biades gelten. Aristides1), welcher diesen Dialog für echt hält, tadelt es doch, dass Sokrates hier den Verwandten und Vormund seines Mitunterredner’s Alki-biades niederzieht, und lobt den Aiscliines, welcher in seinem Dialoge den Sokrates auch Alkibiades Uebermut und Selbstvertrauen tadeln lässt und diesen zur Selbsterkenntnis führt, ohne dessen Vormund zu tadeln oder zu behaupten, dass alle Staatsmänner nichts wüssten. Die Zeugnisse der Alten über diesen Dialog sind also derart, dass sie keine Sicherheit für die Echtheit des Gespräches bieten, es bleibt also zu untersuchen, ob der Dialog selbst genügende Anhaltspunkte bietet, um ihn Platon zu retten. Die neueren Erklärer Platon’s über den ersten Alkibiades. Tennemann (op. c. p. 115—125) hält an der Echtheit dieses Dialoges, welche bishin überhaupt noch nicht angezweifelt worden war, fest. Er glaubt derselbe sei geschrieben in den acht Jaren, während welcher Platon Sokrates Schüler war, doch gehöre er mindestens zu den spätesten Werken dieser Reihe, wegen der in ihm auftauclienden Idee einer reinen Sittenlehre. Schleiermacher bewies zuerst in seiner Einleitung zur Uebersetzung des Gespräches und den Anmerkungen dazu mit schlagenden Gründen die Unechtheit. Er ist der Ansicht, diese Schrift könne höchstens eine von irgend einem Platoniker geschriebene Einleitung in die platonische Philosophie sein, denn es sei leichter eine Einleitung in die Weisheit anderer zu schreiben, als selbst etwas zu produciren. Johann von Müller dagegen sagt in einem Briefe an lionstcttcn (200 p. 245): Rien de plus charmant que le premier dialogue d’Alcibiade; je l’appellerais presque le plus beau morceau de la langue; il a de plus une subtilite d’esprit, une finesse, qui exige la plus grande attention. Hermann (op. c. p. 439) sieht aber darin eine versuchsweise Entfaltung des platonischen Geistes, und will auch in diesen ersten, scheinbar zwecklosen Pinselstrichen seiner Hand die Grundlage dessen späteren Gesammt-bildes wieder erkennen. Die Mängel der äusseren Ausstattung, welche anderswo für die UnVollkommenheitcn der ersten Zeichnung entschädige, wiege Alkibiades charakteristische Erscheinung hier wie in der wirklichen Geschichte Dutzende ') uiržp t C. und Alkibiades II. 14 J A. Vertretern der Sophistik gegenüber, hier würde es nach dieser Erklärung ganz so aussehen, als wolle der liebenswürdige Lehrer, als welchen wir Sokrates überall finden, einen Jüngling, den er für die Albernheiten seiner Lehrer gewiss nicht verantwortlich machen kann und will, hänseln. Wir haben somit auch hier die sokratische Ironie nicht zu suchen. P. IOC C., wo es heisst, Alkibiades werde doch nur über Fragen lnitraten wollen, welche er besser als andere versteht, gleicht ganz der Stelle Alkib. II. p. 144 E. In der Folge (p. 107 D. E.) wird, wie schon Susemihl richtig hervorgehoben hat, die doppelte Art, zum Wissen zu gelangen, durch eigenes Nachdenken nämlich und durch Lernen, mit solcher Leichtigkeit hingestellt, als wäre dies auch für den Mann, aus welchem Sokrates mit seiner Maieutik erst die Wahrheit entwickeln will, selbstverständlich. Freilich, der historische Alkibiades würde das gewiss gleich eingesehen haben, weniger wahrscheinlich ist es aber von dem in diesem Dialog geschilderten. Dazu hat auch diese Stelle grosse Aelmlichkeit mit Alkib. II. p. 145 B. P. 107 A. hat Schleiermacher an oiSe /ji/jv ou&i nepi TMiMiajmim *. t. a. Anstoss genommen und mit liecht hervorgehoben, dass hier eine grosse Unregelmässigkeit herrsche. Stallbaum hat hervorgehoben, dass oi'M öfters „auch nicht“ bedeute, welches Schleiermacher mit „ebenso wenig“ übersetzt. Aber Schleiermacher hat sich nicht an dem Worte, sondern an der Verbindung der Beispiele gestossen; dies geht deutlich daraus hervor, dass er sagt, die Unregelmässigkeit lasse sich leicht heben, ohne die Beispiele zu ändern. Alkibiades hat nämlich Sokrates Frage, ob er etwa bei Beratungen über die Buchstaben oder über das Leierspiel seine Meinung abgeben wollte, verneint; da fährt Sokrates fort: Auch beraten sie nicht über das Fechten. Dies ist die getadelte Unregelmässigkeit. An t'.V/ Tpokov (p. 107 D.) hat Schleiermacher getadelt, dass es unrichtig-gesetzt sei, weil Platon den Unterschied zwischen dem Staatsmanne und Feldherrn hätte ziehen müssen; doch wol mit Unrecht, da man von beiden fragen kann, v.m -zpoxm man Krieg führen und Frieden schliessen müsse. Gleich darauf (p. 107 E.) ist das Wort <üxpo)(ap£ea3ac vom Ringkampfe gebraucht, welches bei Platon nicht vorkommt, da es späteren Ursprunges ist. Da es aber nicht erwiesen ist, dass es damals nicht vielleicht schon auf den Uebungsplätzen gebraucht wurde, und nur in Schriften noch nicht angewendet winde, so kann man ihm keine grosse Wichtigkeit zuschreiben. Eine Stelle aber, welche auf den Charakter des Alkibiades, wie er in diesem Dialoge geschildert wird, ein so schiefes Licht wirft, dass sie mit den historischen Angaben über diesen Mann gar nicht in Einklang zu bringen ist, weshalb sie Schleiermacher allein schon für genügend erklärt, um dieses Gespräch zu verdammen, findet sich p. 108 B. Der Jüngling, auf dessen Erziehung so viel Mühe verwendet worden, findet nicht den Namen der Kunst des xiSap^av, weshalb ihn sein Meister nach einer langen Erörterung erst fragen muss, welches denn die Göttinnen dieser Kunst seien, um ihn auf den Namen der Musik zu führen. Auch Kvicala .(op. c. p. 5) und mit ihm alle Gegner dieser Schrift finden es unbegreiflich, dass Alkibiades', dessen Scharfsinn von allen bewundert wurde, hier gar so tölpelhaft dargestellt wird. Stallbaum fühlt das Unwürdige dieser Stelle, sucht sie aber als eine „irrisio quaodam Alcibiadis, qui, etsi sectatus sophistas erat iamque ad rempublicam aspirabat, tarnen disserendi subtilitate carere videbatur“ zu entschuldigen. Dies ist aber kein Mangel an Dialektik, sondern Beschränktheit, die wol bei keinem fast zwanzigjährigen Athener gefunden werden konnte. Wie sollen wir aber, selbst wenn diese geschraubte Erklärung richtig sein sollte, diese „irrisio“ mit den Schönheiten vereinen, welche Sokrates im Anfänge dem Jünglinge gesagt. Dazu hat sich bisher Alkibiades doch nicht als ein Mensch bewiesen, welcher eine solche „irrisio“ verdiente, da er nur als ein unwissender, nicht aber als ein stolzer Mensch geschildert wird (vgl. Kvicala op. c. p. 2). Stallbaum gesteht denn auch selbst, diese Interpretation könne die Wucht des Schleiermacher’schen Einwurfes nur mässigen und gibt zu, die Stelle sei weniger fleissig ausgearbeitet, denn den Namen der Musik müsse selbst ein Kind wissen. Eine Ironie kann sie also nicht enthalten, ist demnach gar nicht haltbar, da sie auch kein Hieb auf die Sophisten sein kann. Die Hinweisung auf p. 129 C. gibt aber auch, wie schon Kvicala bemerkt, keinen Entschuldigungsgrund. P. 108 E. wird der Jüngling gefragt, was das Bessere beim Kriegführen und Friedenhalten sei. Die natürliche Antwort, welche Alkibiades wieder nicht linden kann, wäre tö 7coXiT!x(«)T£poy; der Meister aber führt ihn auf das Suaic-repov; dann waren aber alle Beispiele ohne Zweck, denn Stallbaums Erklärung, Sokrates habe das ^ixatd-repov, nicht das 7coXmxwTSpov im Sinne, ist gar zu gezwungen, da man diese beiden Begriffe nicht gleichstellen kann. Höchst auffallend ist es, dass der Jüngling, welcher eben den Namen der Musik nicht finden konnte, p. 109 B. auf eine ganz dunkle Frage die richtige Antwort findet, es sei das Gerechte die Ursache, weshalb man Krieg führe. Stallbaum meint, Alkibiades, der Schüler der Sophisten, antworte so unentschieden, weil seine Lehrer Recht und Unrecht zu verdrehen pflegten, doch kann diese Bemerkung den Einwand Schleiermacher’s: „Alkibiades wird klug, man weiss nicht woher, so oft dieser Sokrates seine Dummheit nicht zu behandeln wissen würde, und dumm, wenn dies dem Sokrates zu einer schlechten philosophischen Diatribe Veranlassung gibt“, nicht entkräften, da die Beantwortung dieser Fragen nur gesunden Menschenverstand erfordert. P. 110 A. iva [xli imr^v oi &aXoioi yiyvcovTa'. verbessert Cobet (Mnemo-syne, p. 377) richtig o[ Xo'yo!, da nur das ganze Gespräch ÄiäXoyos, die Heden zwischen Sokrates und seinem Mitunterredner aber nur Xöyot heissen können. Alkibiades behauptet, er habe Recht und Unrecht vom Volke gelernt, Sokrates aber hält dasselbe für einen schlechten Lehrer, da es nicht einmal lehren könne, ob etwas nach den Regeln des Brettspieles sei oder nicht (p. 110. E.), was jedenfalls geringer sei als die Unterscheidung des Rechtes vom Unrecht. Es hat also ganz den Anschein, als wollte dieser Sokrates behaupten, wer etwas Wichtiges verstehen will, muss auch Geringfügiges verstehen. Der echte Sokrates im platonischen Gewände müsste wohl anders reden, und würde ihn Platon so reden lassen, was würde ihm Alkibiades, der mit seiner Dialektik selbst dem Perikies zu schaffen machte, antworten ? Ein solcher Meister hätte doch unmöglich auf den begabten Jüngling eine solche Anziehungskraft ausüben können, wie sie letzterer im Symposion selbst schildert. Doch findet Stallbaum auch diese Stelle fein und dem Jünglinge ganz angemessen. Gleich darauf aber (p. 111 A.) macht Alkibiades eine Bemerkung, die ganz boshaft klingen würde, wenn er nicht früher eine so erbärmliche Rolle gespielt hätte; er fragt nämlich, ob denn nicht das Volk doch ein. guter Lehrer der Muttersprache, welche wol wichtiger sei als das Brettspiel, genannt werden müsse. Der Meister gerät in Verlegenheit, er muss ihm zugeben, dass darin die Menge ein guter Lehrer sei, und fügt deshalb ein verlegenes äXV w vevvate hinzu, um seine Verwirrung zu bemänteln. Der Verfasser hat jedenfalls vom platonischen Sokrates keine rechte Kenntnis gehabt, denn die Behauptung, der Dialog sei eristisch, Sokrates gebe sich absichtlich Blössen, kann solche Abgeschmacktheiten nicht entkräften. Es ist undenkbar, dass Platon auf solche Weise habe den Ueber-gang finden wollen, um die Eigenschaften zu entwickeln, welche ein guter Lehrer haben muss. P. 111. D. gebraucht der Verfasser das homerische xp^yuoi für äya3o?, welchen Ausdruck nur Homer gebraucht, später taucht es noch in pseudopythagoreischen Schriften auf. (Vgl. Cobet, Mnemosyne, p. 371.) Ende p. 111 und anfangs p. 112 bemüht sich Sokrates, dem Jüngling zu beweisen, dass die Wissenden einig sind und dass auch die Umkehrung des Satzes richtig sei. Die lange Disputation p. 112 E.—113 G. dreht sich um eine ganz unwürdige Frage. Es handelt sich darum, wer eigentlich seine Meinung geäussert habe, der Fragende oder der Antwortende. Mit vollem Rechte bemerkt Kvičala (op. c. p. .10), der Verfasser sei geradezu erpicht, irgend eine scharfsinnig sein sollende, wenn auch unnütze Erörterung bei den Haaren herbeizuziehen. Schleiermacher findet die Stelle Platon’s ganz unwürdig, während Stallbaum Witz und Anmut darin zu finden sucht und hervorhebt, mit welcher selbstbewussten Ueberlegenheit Sokrates dem Alkibiades mit dem opä? m entgegentritt, ohne zu bedenken, dass der platonische Sokrates, der liebenswürdige Lehrer, einem Jüngling, den er auf den rechten Weg führen will, niemals so entgegen treten könnte. Wenn Stallbaum dabei auf Symp. p. 202 1). und Gorg. p. 475 E. hinweist, wo dieser Ausdruck immer eine Ueberlegenheit ausdrückt, so ist dagegen nichts einzuwenden ; zu bemerken ist nur, dass das Hervorheben der Ueberlegenheit hier gar nicht am Platze ist. So eristisch tritt ja Sokrates nicht einmal Sophisten gegenüber auf, am allerwenigsten in der Zeit, welcher Stallbaum diesen Dialog zuschreibt. Dazu ist das Ergebnis der langen, unerquicklichen Untersuchung ganz nichtig, denn die neue Antwort, welche Alkibiades herausgepresst wird, ist von der ursprünglichen wenig verschieden; er sagt, p. 113 B Stallbaum will dies so erklären, dass Alkibiades deshalb keinen Schaden zu erleiden hoffe, weil ihm der Meister versprochen, ihm bei der Ausführung seiner hochftiegenden Pläne behilflich zu sein, worauf ihm denn der Lehrer witzig und fein antworte, um anzuzeigen, dass er durch Eingebung das Richtige getrotfen habe. Es folgt hierauf (p. 115 A.—116 D.) der Beweis, dass das Nützliche zugleich gerecht sei und daran reiht sich eine Erörterung, welche sich auf die Zweideutigkeit des Ausdruckes £>j 7rparr£'.v, welches sowol recht tun als auch glücklich sein bedeuten kann, stützt. Aehnliche Schlüsse linden sich zwar auch in Charm. p. 172 A., Gorg. p. 507 C., Euthyd. p. 280 B., doch reichen sie nicht aus, um die Stelle genügend zu entschuldigen, weshalb Schleiermacher liecht, hat, da er die Stelle für den Zweck ganz milssig findet und sie nur ein unnützes Kreuz für den Uebersetzer nennt. Die ganze Erörterung über das en 7rpaTT£iv könnte ausfallen, denn auf die Frage p. 116 A.: ouSe’v apa tmv xa/.wv, xa3’ oaov xaXov, xaxcv, oijSstwv aioypcov, xa3’ oaov aiaypov, äyaSov die Bemerkung p. 116 C. folgen: v. <)i; ia äya3a au/x>7tpo '£ toD , 03 Physik, Chemie 42 es * 42 Kalligraphie Summe I. Classe 2 3 8 3 3 3 3 _ 4 1 30 II. „ 2 3 8 3 4 3 3 — 4 1 31 III. „ 2 3 6 4 2 4 3 3 — 3 4 [1] 31 IV. * 2 3 C 4 2 4 4 3 3 3 30 Anmerkung. 1. (iriecliischo und französische Sprache facultativ. — 2. Im II. Semester der 4. Classe Chemie. VIL Unterstützung^ ver ein für arme Studierende. i. Der in der Jahresversammlung am 2. Juli erstattete Rechenschaftsbericht lieferte ein sehr erfreuliches Bild der woltätigen Wirksamkeit des Vereines. 21 Schüler genossen Freitische (5600 Mittagsmahle); 62 Schüler benützten 532 Lehrbücher des Vereines und wurden ausserdem mit Zeichenrequisiten reichlich beteilt. Dankend gedenken wir auch der Liberalität der hiesigen Aerzte in Behandlung kranker armer Schüler. Der Verein zält gegenwärtig 21 Gründer und 120 jährlich beitragende Mitglieder. Herzlichen Dank allen Woltätern der Jugend! Der Vereinsleitung, deren Neuwahl im December d. J. vor sich gehen wird, gehören derzeit folgende Mitglieder an: Director F i c h n a als Obmann, Dr. Fr. Krause als Obmannstellvertreter, Prof. Jos. Žitek als Schriftführer, Prof. ßud. Gaupmann als Cassier, Buchhändler W. Blanke, Fabriksbesitzer Wilh. Pisk und k. k. Bezirkshauptmann Carl Trautvetter als Votanten. II. Rechnungsausweis über das sechste Vereinsjahr. Einnahmen. Cassarest vom Vorjahre.......................................fl. 618.54 Eingelöste Coupons...........................................„ 8.40 Jahresbeiträge der Mitglieder...............•.....................„164.— Durch eine Sammlung in der II. Classe 2.80 Interessen des Vermächtnisses des Herrn Fürst Ernst sen. . . n 43.20 Interessen von der Sparcasse bis Ende December 1875 . . . 18.96 Summe 855.90 Ausgaben: Für Bücher und Zeichenrequisiten Für 3 Stück Unterbeinkleider 2.49 Für Aenderung und Ausbesserung mehrerer von Woltätern für einige Schüler geschenkter Kleidungsstücke 7) 3.80 Für Medicamente r> 5.35 Für einen Schüler Quartiergeld n 5 — Dem Schuldiener als Vereinsdiener » 5,— Summe fl. 301.64 Es bleibt somit ein Cassarest von 554.26 und besteht dieser; In 2 Stück Obligationen ä 100 fl 200.- „ 1 Sparcassabüchel mit 7) 310.80 „ Baarem 43.46 Summa fl. 554.26 III. Verzeichnis der Gründer und Mitglieder. A. Gründer: Die P. T. Herren: Baumeister, Apotheker; Fürst Ernst sen., Realitätenbesitzer; F ti r s t Konrad, Realitätenbesitzer; Excell. Graf G 1 e i s p a eh; Dr. Geršak Joh., k. k. Notar in Frieda» ; Brüder Kofi er, Weingrosshändler; Dr. Caj. Krisch an, Advokat; L erch Johann, Realitätenbesitzer ;Leskoschegg Ignaz, Realitätenbesitzer; P. T. Minoritenconvent; Pascotini, k. k. Major i. P.; Dr. Petovar Joh., Advokat in Friedau; E. R e i t h a m m e r, Apotheker; Schwab Franz, Kaufmann; Sellinschegg Vitus, Kaufmann ; Dr. Strafella Franz, Advokat und Bürgermeister; Excell. Dr. Stremayr Carl, Unterrichtsminister; Weinliardt J., Realitätenbesitzer; Wibmer Franz, Realitätenbesitzer, Dr. Woschnak, Propst; Zemljič Mathias, Kaufmann in Luttenberg. B. Jährlich beitragende Mitglieder: 3?. T. IST a, m. e n Freitische in der Woche Ge bei i Ja fl. ld- trag in ire kr. Bauer, Hutmacher 1 1 Blanke W., Buchhändler 1 2 — Bezjak Franz, Pfarrer in St. Marx bei Pettau — 5 — Blaschitz, Realitätenbesitzer 1 — Blauensteiner, Bäckermeister 1 — 50 Brat8chko, Realitätenbesitzer 1 2 — Bratanich, Realitätenbesitzer — 3 1 — — Dr. Bresnig, Advocat 1 5 — Burcar Božidar, Pfarrer in Ober-St.-Kuniguml — 1 — Cajnkar Jakob, Kaplan in St. Marx bei Pettau — 2 — Čurin Georg, Kaplan zu heil. Kreuz bei Luttenberg — 1 — Dr. Guček, Advokat 3 — — Drevenšek Lorenz, Pfarrer in St. Peter bei Ottersbach .... — 2 — Eisenbach August, k. k. Steuereinnehmer in Friedau 3 1 — Eckl, Kaufmann — 1 — Frln. Ferner, Private — 1 Forsch, Kaufmann 1 2 — Ferk, Oberlehrer 2 — — Fichna, Gymnasial-Director • — 2 — 2 2 — 9 2 — 1 2 — 1 — — — 1 — Girod, Apotheker — 1 — Graf, Schuhmachermeister • 2 l Grünn, Buchhändler • — 2 — 2 — IF*. T. IST a, m e n. Freitische in der Geld- beitrag im Jahre Woche fl. kr. Heller August, Realitätenbesitzer 1 Hirti Franz, Stadtpfarr-Kaplan in Marburg — 5 — Hlubek, Schlossermeister • . . . . 1 — — Höchsmann, k. k. Beamter — 1 — Janda, Eisenhändler • 1 1 — Janeschitz, Lederermeister 1 — — .Turza, Kaufmann .... • . 2 — — Kaiser, Realitätenbesitzer • 3 2 — Kaspar, Kaufmann — 1 — Kotier, k. k. Weingrosshändler . 10 5 — Kraeber, Maler und Anstreicher • 1 1 — Kraner, Vicar ; — 2 — Dr. Krause, praktischer Arzt 1 1 — Frau Krischan, Private — 2 ■- Kolenko Martin, Kaplan zu Maria-Schnee . . . — 3 50 Kornfeld Edmund, Kaplan zu h. Dreifaltigkeit i. d. Kolos . . . ■— I — Kocuvan Ant., Kaplan zu St. Georgen a. d. Stainz ...... — 1 — Kukuvec Josef, Roalitätenbesitzer in Luttenberg Kreuzberger, Gastwirtli 1 ___ Lapitsch, Kaufmann 1 — — Lercli Jolu, Realitätenbesitzer 1 — — Lendovšek, Kaplan — 2 - Lovrenčič Franz, Pfarrer in Kleinsonntag — 2 — Leskoschegg, Realitätenbesitzer 1 — — Locker, Tischlermeister — 1 — Luschar, Bäckermeister 2 1 — Lopič J., Kaplan zu Mureck — 1 — Maier, Hutmachermeister 1 1 — Marckhl, Ingenieur — 2 — Mazun, Holzhändler 2 — - Maister, Hafnermeister . . — 1 - Dr. Michelitsch,. Advokat — 3 — Minoritenconvent 9 10 — Meško Jakob, Pfarrer in St. Lorenzen, W.-B — 3 — 1 1 — Ornik, Bäckermeister 1 — — Osterborger, Cafetier 2 — — — 2 — Pavalec Juri, Kaplan in Mureck — 2 — Paulich, k. k. Beamter 1 — — 1 — — Pesserl, Fleischhauormeister 2 — - • Pichler, prakt. Arzt 1 1 - Pisk, Fabriksbesitzer — 5 — Planischegg, Realitätenbesitzer — 1 — IE?. T. IbT a, m e n. Freitische hi der Woche Geld- beitrag im Jahre fl. | kr. Dr. Ploi, Advokat • 1 1 Poskoschill, Realitätenbesitzer — 1 — Reitter, Färbermeister . . • . 1 1 Remic, Seifensiedermeister 2 2 — Rodoschegg, k. k. Notar — 2 — Rottmann, 1c. k. Beamter 1 — — Sadnik, Kaufmann • . . — 1 — Sambson, k. k. H.-Steueramts-Controlor in P — 3 — Schak, Kaufmann — 1 Schildenfeld, Ritter v., k. k. Ratli — 2 Schlaffer, Uhrmacher • 2 2 Schröfl, Tischlermeister • ...... 1 — Schwab, Kaufmann — 5 Schweigel, Lehrer 3 — — Sellinschegg, Kaufmann 4 1 Sima, Realitätenbesitzer 1 Dr. Skrabar, Bezirksarzt 1 Spritzey Ignaz, Kaufmann 1 1 Spritzey Jos., Kaufmann 2 Sporn Siegfried, Pfarrer in Friedau — 5 Frau Stary, Bäckermeisterin 1 . Stöger, Realitätenbesitzer 2 _ Dr. Strafella, Advokat und Bürgermeister 7 2 Strohmayer, Seilermeister 1 i Stross, Färbermeister 2 Svoboda, Realitätenbesitzer 2 _ Terstenjak, Beneficiat ... — i Trautvetter, k. k. Bezirkshauptmann — 5 1 ___ Tschreschnowetz, Fleischhauermeister ... • — 1 Tschech, Realitätenbesitzer 1 _ Tobias, Sollicitator 1 _ Vuščič, k. k. Beamter 1 __ Vouk, Haupt-Steueramts-Inspektor — 1 _ Wegschaider Johann, Kaufmann . . . ■ 1 2 _ Weiss, Gastwirth 3 1 _ Weinhardt, Realitätenbesitzer 2 _ Frau Weiscli, Gastwirtliin 4 _ Weixler, Organist und Lehrer 1 Wibmer, Realitätenbesitzer 3 2 Woisk, Realitätenbesitzer 2 Dr. Wosclinak, infulirter Propst 4 5 Zistler, k. k. Postmeister 1 1 Žitek, Professor 2 2 — VIII. Statistische Notizen. / * 3 1a, s s e S s I. II. III. IV. 0 CO 1. Zahl der Schüler. Oeffentl. Schüler am Beginne des Schuljahres . 50 28 31 19 128 Davon Repetenten 13 — — — 13 Während des Schuljahres ausgetreten 6 2 — 1 9 Im. 11. Semester eingetreten 1 3 1 — 5 Privatisten im I. Semester — 1 1 — 2 >i )> ** d — — — — — Am Schlüsse des Schuljahres 45 29 32 18 124 2. Vaterland. Aus Steiermark 41 22 30 17 110 Davon aus Pettau 8 C 6 6 26 Aus Kärnten 1 — — 1 „ Niederösterreich 1 — 1 — 2 „ Böhmen — 1 — — 1 „ Istrien — 1 1 1 3 „ Ungarn 1 1 — — 2 „ Siebenbürgen 1 — — — 1 „ Militärgrenze . . . — 2 — — 2 „ Italien 1 1 — — 2 3. Religionsbekenntniss. Katholiken 44 29 32 18 123 Protestanten 1 — — — 1 4. Muttersprache. 21 15 10 13 59 23 13 22 5 G3 1 1 — — 2 5. Alter. 2 — — — 2 11 ,, „ 3 2 — — 5 12 „ „ 11 4 — — 15 13 14 8 7 1 30 14 „ „ 9 9 5 4 27 1 r. 10 » » 5 5 8 G 24 i° „ n — 1 7 2 10 17 „ „ 1 — 3 4 8 18 >i i> 2 1 3 3 1a, s s e V a s 6. Allgemeine Zeugnissclasse. 1. 11. III. IV. d t» Im I. Semester: Erste Classe mit Vorzug 5 3 7 3 18 Erste Classe 27 15 22 7 71 Zweite Classe 5 7 2 6 20 Dritte Classe 9 3 — 2 14 Ungeprüft — — — — — Ausgetreten 4 — — 1 5 l’rivatiaten: Erste Classe — 1 — — 1 Zweite Classe — 1 — 1 Im II. Semester: Erste Classe mit Vorzug 7 5 9 5 26 Erste Classe ’ 26 20 23 13 82 Zweite Classe 2 1 — — 3 Dritte Classe 4 — — — 4 Ungeprüft 1 — — — 1 Ausgetreten 2 2 — — 4 Wiederholungsprüfung 5 3 — — 8 Privatisten — — — — — Im Vorjahre zur Wiederholungsprüfung zugelassen 5 I 3 — 9 Diese Prüfung bestanden 1 — 3 — 4 „ ,, nicht • 3 — — — 3 Zur Prüfung erschienen nicht 1 1 — — 2 7. Vom Schulgelde befreit. Im I. Semester — 19 22 8 49 »II- „ 20 14 22 7 63 Der Schulgeldertrag belief sich im I. Semester auf 437 fl. 7G kr. » n » » n H- n n '^^4 „ 08 „ Zusammen auf 771 fl. 84 kr. Die Aufnahmstaxen betrugen im I. Semester . . 72 fl. — kr. n n » » II" » ... 10 „ „ Zusammen 82 fl. — kr. Die Zahl der öffentlichen Stipendisten betrug 3. — Der Gesammtbetrag dieser Stipendien bezifferte sich auf 240 fl. 86 *'a kr. — Ein Militärstipendist bezog 170 fl. ö. W. — Ein Privatstipendium betrug 140 fl. — Für Lehrmittel wurde mit Erlass des hohen steiermärkischen Landesausschusses vom 18. December 1875, Z. 14378, pro 187C die Summe von 447 fl. 60 kr.bewilligt. IX. Verzeichnis der bis zum Schlüsse des Schuljahres verbliebenen Schüler. 1. Die Namen der Vorzugsschüler sinil durch gesperrten Druck ersichtlich gemacht. 2. Wo das Vaterland nicht beigesetzt erscheint, ist als solches Steierfnark zu ver- stehen. I. Classö. Iiabošek Franz aus Karčovina. Bernhardt Eduard aus Pettau. Copak Johann aus Heil. Dreifaltigkeit. Dreflak Johann aus Oberpulsgau. Eisenbach Albert aus Schönstein. Eisenbach August aus Schönstein. Feguš Blasius aus Neudorf. Gollob Ludwig aus Graz. II e r i c Martin aus Luttenberg. Janežič Karl aus Pettau. Jurančič Johann aus St. Andrä in W.-B. Kapfer Konrad aus Pettau. K o n r a d t Ed. a. Klosterneuburg, N.-Oe. Kotzmuth Karl aus Maria i. d. Wüste. Kotzmuth Vincenz aus Maria a. d. Wüste. Kozel Andreas in St. Andrä b. Leskovez. Kozel Georg aus Leskovez. Kräber Friedrich aus Pettau. Krenčič August aus W.-Feistritz. K r i s c h a n Guido aus Pettau. Link Gustav aus Mürzzuschlag. Metzinger Franz aus Pettau. Murko Johann aus Triesteidorf. Murkovič Martin aus Bolatineo in Ungarn. O s s o i n i g Josef aus Radkersburg. Pflanzl Franz aus Deva in Siebenbürgen. Ploj Franz aus Luttenberg. Potrz Rudolf aus Reichenburg. Požegar August aus Weitschach. Rajh Peter aus Grosssonntag. Riedl Koloman aus Sacile in Italien. Rogozi nsky Ludwig aus Pettau. Rues Thomas aus St. Anton in W.-B. Rupnik Joh. a. St. Peter bei Königsberg. Schalter Alfred aus Graz. Schröfl Cajetan aus Pettau. ~ Simonič Franz aus Juwanzen Sitter Gottfried aus Zirkowitz. Tikvič Johann aus Zaltuše Toblak Martin aus Podvinzen. Vidovič Jakob aus St. Barbara. Vojsk Alois aus Vučkovci. Wauda Vincenz aus Krottendorf. Weinhardt Gustav aus Pernegg. Weixler Anton aus Windischgraz. Zusammen 45. II. Classe. Arnuš Anton aus Platzern. Cesnik Martin aus Oberpristava. Fras Franz aus Wisch. Gallubich Emericli aus Iharos-Bereny in Ungarn. Grabner Victor a. Klagenfurt in Kärnten. Grubbauer Franz aus Graz. Hauptmann Johann aus Wurmberg. Horvat Michael aus Platzern. Jurca Adolf aus Pettau. Keček Andreas aus Paulofzen. Klemenčič Jakob aus Polsterau. Križ Anton aus Rann bei Pettau. Lerch Ferdinand aus Pettau. Metzinger Josef aus Pettau. Mihalkoviö Josef aus Frankofzen. Perger Rudolf aus Gonobitz. Raisp Egon aus Dolo in Italien. Šalamun Martin aus Neudorf. Seidl Johann aus Pettau. Straczowsky Jaroslaw aus Franz. Streicher Emanuel aus Besca nuova in Istrien. Strohmayer Johann aus Pettau. Toplak Jakob aus Wisch. Trautvetter Gustav aus Pettau. Werner Johann aus Teplitz in Böhmen. Werner Karl aus Ogulin in der Militärgrenze. WesiagFriedrich ausKanischa bei Pettau. Wesiag Josef aus. Weitschach. Z i t e k Vladimir aus Karlovitz in der Militärgrenze. Zusammen 29. III. Classe. Baumgartner Karl aus Pettau. Brunader Karl aus Pettau. Brunner Heinrich aus Pettau. Geh Simon aus Podvinzen. Gajšek Andreas aus Schiltern. Goričar Rudolf aus Prassberg. Horvat Franz aus Moschganzen. Hvalec Matthäus aus St. Barbara. Janžekovič Vitus aus St. Margarethen. Kolarič Johann aus St. Marxen. Korošec Franz aus St. Marxen. Lešnik Martin aus St. Urban. Mahorič Simon aus St. Urban. Matlians Oscar aus Pettau Merc Jakob aus St. Barbara. Munda Franz aus St. Wolfgang. Nedelko Franz aus St. Thomas. Petek Anton aus St. Lorenz. Raisp Erwin aus Döbling in K.-Oe. Razlag Franz aus Kleinsonntag. Remele Alois aus Pettau. Šegula Franz aus Moschganzen. Schmidinger Josef aus Grosssonntag. Šuta Franz aus St. Wolfgang. Smreker Ernst aus Judenburg. Stermschegg Johann aus Pettau. Streicher Heinrich aus Besca nuova in Istrien. Toplak Anton aus Kerčovina. Toplak Franz aus St. Lorenz. Toplak Johann aus St. Urban. Vezjak Johann aus Heil. Dreifaltigkeit. Vošnjak Michael aus Sallegg. Zusammen 32. IY. Classe. Blanke Wilhelm aus Pettau. Greistorfer Karl aus W.-Feistritz, llickl Alexander aus Pettau. Iirenčič Johann aus Cilli. Lastavec Franz aus Jergofzen. Locker Roman aus Pettau. Murlto Mathias aus St. Urban. P 1 o j Friedrich aus Pettau. Ploj Otto aus Marburg. Pržibil Max aus Lovrana in Istrien. Rakuša Gottfried a. St. Lorenzen in W. B. Štampar Johann aus St. Nicolaus. Straczowsky Emil aus Franz. Straczowsky Victor aus Franz. Vnšcič Arthur aus Pettau. Weinliandl Ferdinand aus Pettau. Wurja Johann aus Rohitsch. Žurman Vincenz aus 111. Kreuz b. Sauerbrunn. Zusammen 18. X. Kundmachung für das Schuljahr 1876/77. Das nächste Schuljahr beginnt am 16. September. Die Aufnahme in das Realgymnasium findet am 14. September von 8—12 Uhr Vormittags in der Directionskanzlei statt. Die Prüfung der für die I. Classe sich meldenden Schüler wird am 15. September abgehalten. Bei derselben werden nach der Verordnung des h. k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 14. März 1870, Z. 2370, folgende Anforderungen gestellt: „Jenes Mass von Wissen in der Religion, welches in den vier Jahrescursen der Volksschule erworben werden kann, Fertigkeit im Lesen und Schreiben der Unterrichtssprache und der lateinischen Schrift, Kenntnis der Elemente aus der Formenlehre der Unterrichtssprache, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter Sätze, Bekanntschaft mit den Regeln der Orthographie und Interpunktion und richtige Anwendung derselben beim Dictandoschreiben, Uebung in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen.“ Die Wiederholungsprüfungen finden gleichfalls am 15. September statt. Bezüglich derjenigen Schüler, welche in die III. Classe eintreten, haben sich deren Eltern ausdrücklich zu erklären, ob sie ihre Söhne an dem griechischen oder französischen Sprachunterrichte teilnehmen lassen wollen. Jeder Schüler, welcher in die Anstalt aufgenommen werden will, hat sich in Begleitung seines Vaters oder dessen Stellvertreters einzufinden; neu Eintretende haben den Geburtsschein als Beleg für das vollendete neunte Lebensjahr vorzuweisen. Bei der Aufnahme ist von jedem neu eintretenden Schüler eine Taxe von 2 fl. zu entrichten. Das Schulgeld, von welchem im I. Sem. der ersten Classe eine Befreiung nicht stattfindet, beträgt für das Semester 6 fl. Oeffentliche Schüler können bei nachgewiesener Armut, lobenswerten Sitten und befriedigendem Fleisse von der Entrichtung des Schulgeldes befreit werden. Zum Schlüsse spricht der Berichterstatter allen Wol-ttttern der Anstalt den verbindlichsten Dank aus. Ant. Fichna, Director. \ v' •** ' -. i ffrh;!0:'T ,■> $0T ii11- upi i • ,j ■ nii')rr m hü 9nr,i.i'.' jrsli».'/ ■ Joif .Uiv/ IRKI* :'jfl • > If ■ l ■; ' ' "» .mftoY/£(vr Boi.1*’” 1 J' . 1 '■ •' *11X117r.* ' ftflij» J - ’ '■ ) , ' ' H : : i'.: • ■ ■ “ V i .■■■(( .--.I, ■ 'r :!'■ ' ■ i;!'.; '•>'■-) r.VyUi't '■".'■•{IV)'. ' !!■ )V ili 'bi,, . ' - 'V!.r' '.,,4 . r, 1 :!'■ r?': f ■■ ■ Mf. 'V/. ’ /)fU ■ir rpi i; m<( fin. i „■v\mV.v7*V «s ^ tfl if A