>»■■» 28._pcttau, de» 15. I«li 1900.___XI. Iahrqanq. PettauerZeitüng. Erscheint jeden Sonntag. Prei« fir Pettau m,t Zustellung in« Hau«: «onailich SV k. vierteljährig K 2.40, halbjährig K 4.80, ganzjährig K 9.—, mit Popversendung im Inland,: Monatlich SS h, vierteljährig K 2.60, halbjährig K 5.—, ganzjährig K « SO. — Einzelne Rummern 20 h. Handschriften werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechnet. — Beitrüge sind erwünscht und wollen längsten» bi» Freitag jeder Woche eingesandt werde». Endlich! In seiner Dienstagnummer veröffentlicht da« „Grazer Tagblatt" endlich da« statistisch« Material über die Einnahmen und Ausgaben des Lande». fondS im Unterland«. Räch amtlicher Zusammen st el-l u n g (sieh« Landtag»beilage Nr. 48 vom Jahre 1899/1900) wurden im Jahre 1898 in ganz Gteiermark — nach Ausscheidung der neuen Per-sonaleinkommen- und der Besoldungssteuer, sowie ohne Ideal-Gebäudesteuer — 6,702.488 Hulden Staats steuern gezahlt. Davon enHAen auf Oberste« ennart 873.000 fl. auf Mitttlfteiermark 3,647.789 fl. und auf Unterste termark 1,181.509 fl. N»«erßeitt»«rK leistete also nur 20.7 Pr-cent zu der Gesammt. IahreSsteuersumme Gteiermark». Diesen geringen Proceulsatz der Steuerleistung werden wir nun im Auge behalt«,, während wir die Untersteier-mark gewidmete« LaudeSauSgabe» einer näheren Betrachtung unterziehen. Wir folgen dabei genau den im Besitze deS La»deSau«schufseS befindlichen amtlichen Aufstellungen. 1. An» dem .FondSzurFärderung des Weinbaues" wurden i« Jahre 1898 85« fl. 54 fr. filr Staat», un» Lametvauanlagen, Subventione» an Weinbau-vereine, Sehalte und Reljekosten der Weinbaube-amte» K. verwendet; die Beamtengehalte im B<-trage vo» 8676 fl. 64 kr. kamen sowohl Unter-als Mittelsteiermark zugute, die Summe von 80.181 fl. 82 kr. vertheilte sich aber derart, dass Mittelsteiermark 16.468 fl. 99 kr.. Unter-st eiermark dagegen 43.712 fl. 23 kr. — Vom Spießrutenlaufen. Das war vor Jahr und Tag. Im WirtShause „Zur Traube" saßen junge Recruten und waren lustig. .Bursche!" rief ei» altes Bartgesicht aus einem Winkel hervor. .Bursche, ihr habt leicht lustig sein. O mir auch, dazumal, w«nn wir von heim fortgetrieben worden sind auf vierzehn oder zwanzig Jahre, oder auf Nimmerkehr, wir find auch toll lustig geworden von außen. — inwendig Hat'S anders ausgeschaut, du saggraholzapsel-uwstl — Hüls sich aber einer gemuckst, oder wär' etliche Schritt' beiseite gesprungen in den Wald hinein — 'S hat'S oft ein Unbesinnter gethan —, so ist er erst inS dreidoppelt« Elend gefahren. Geschlagen sind sie worden, dazumal, die Valcrlaiidsvertheidiger, geprügelt wie ein Hund. Kinder, ihr habt doch vom Spießruthen-laufen was gehört? „Eine TeufelSschinderei muß da» gewesen sein!" schrie einer d«r Bursche», der Gemeinde-vorsteher«sohn — der heutzutage keine Ausnahme mehr macht, wollt' sein Herr Bater die Thaler auch schäffelweis« inS Amt tragen. Da trat der alte WirtSknecht, der im Bor-hause eben beim Besenbinden beschäftigt war. mit einem kecken Ruthenzweige in die Stube und ver-setzte damit dem Gemeindevorsteherischen, der in Hemdärmeln da saß, mit aller Wucht einen Hieb über die Achseln. also Mittelsteiermark 27 4 v. H>, U n t e r st e i« r-mark 72 6 v. H. erhielt. — Und der Steuerantheil UntersteiermarkS beträgt 20 7 v. H. 1 2. Im gleichen Jahre wurden aus schließ-lich au un terst eiris'He Weinbauer al« Vorschüsse zum Zwecke der Bekämpfung der R e b-l a u S 104.600 fl. gegeben; diefen Posten be-hauptet Untersteiermark mit 100 Percent! 3. In den drei Jahreis 1897 bis 1899 wurden an Bezirke, Gemeinden und landwirt-schaftliche Filialen 1,361.700Kilogr. Kupfer-vitriolmengen abgegeben, davon an Unter-steiermark868.850Kilogramm, also63 8vH.! 4. Im Jahre 1899 bezog Unterstes?r-mark 40.000 Kilogramm Schwefel, Mittelsteiermark 30.000 Kilogramm. — Untersteiermark also 57 2 v. H.! 5. Die Pulvermengen, die in den Jahren 18"J8 und 1899 zu» Zwecke d«S Wetter-schießenS im GcsammtgeMchte' von 68.369 Kilogramm an die einzelaen Landestheile abgegeben wurden, vertheilen sich wie folgt: Ober-steiermark 699 Kgr , Mttcksttzermarl 28 827 Kgr. und Unter st eiermnrk 38.843 Kgr.. — also abermals 56 8 v — und all' da« b«i einer Steuerleistung y^n «07 Percenl! 6. Bei der Summt,. di« »ach Um gegenwärtige» Staude für die LaadeSthier-ä r z t e verwendet wird. — fie beträgt 24.600 fl. — entfallen 7800 fl. auf U n t e r st e i e r m a r k, somit 31 7 v. H. und um 11 v H mehr, als der Höhe der Steuerleistung entspricht. 7. Der Auswand deS LandeSschulfondS für die Volksschulen stellt sich in den sechs Jahre» 1893 bis 1898 so dar, dass bei einer Die Kameraden sprangen auf. .Da gibt'S jetzt einen durchzuwalaen. Ist er verrückt, der alte Martin? He. bist auch so einer von den alten kaiserkönigliche» Fleischhauer»! WaS hast Du uri« zu schlagen?" .WaS habt ihr denn?" rief der Gemeinde-vorsteherSsohn. „wen hat er geschlagen?" .Ja, Han», wenn Du'« selber nicht weißt", lachten sie, .wir wisien'S auch nicht." Der Geschlagene verwundert« sich. Er hatte den mächtigen Streich niedersausen gesehen und gehört auf seinem Rücken, aber er hatte dabei nicht viel Unangenehmes empfunden. .Das glaub' ich wohl!" rief d«r alte Martin. .wenn'S unsereiner, der siebenmal dabei war beim Spießruthenschwingen, nicht gelernt hätt', wie man zuschlägt, damit e» dem arme» Kameraden nicht weh' thut!" Jetzt rückten sie ihm alle Krüge und Gläser entgegen, jetzt zogen die Recruten den alten Sol-baten nieder an den Tisch und mit dem Besen-binden war'S vorbei. .Wie lang ist'S denn her." fragte einer, „seitdem bei Haus öfterreich die Schlägerei abgekommen ist?" „DaS muß im Jahr vierundfünfzig gewesen sein," sagte der Martin, „dazumal, wie Seine Majestät die Frau Kaiserin genommen hat. Und der gnädige» Kaiserin haben wir'S zu danken, dass e« aus ist mit der Martern. Wißt ihr die Geschichte?" Gesammtsumme von 9.431.176 fl. 21 kr. — für Untersteier »iark 2,768.462 fl. 56 kr. — d.i. 2933 v. H. und um 8.83 v. H. m e h r a lS der Steu erleist ung entspricht— verausgabt wurden. Gegenwärtig stehe» an Lehr-belügen fslr rein slovenische Schulen 560 383 fl. in Borschreibung, gewiß ein sehr hoher Betrag. 8. Für die L a n d e S s i e ch e n a n st a l t e n wurden in sechs Jahren (1893 bis 1898) im nen 384.707 fl. 14 kr. verwendet, davon u auf U n t e r st e i e r m a r k 128.894 fl. 65 kr. — also 33 4 v. H. im Gegensatze zu den 20*7 v. H. seines Steuerbeitrage«! 9. Die Waisenpfründen-Verthei» l u n g ist eiuer der wenige» Titel, wo sich der Ausw^std.sür Untersteiermark einigermaßen in'« techt^'-Äi^ältni» zur un«erstemscheu Steuer-leiftunaseHt Das erklärt sich, weil da eine sehr große Theilsumme auf Graz entfällt. Immerhin erhielt Unter st eiermark in den Jahren 1896 bi« 1898 von den 75.400 fl. für sein Gebiet 17.568 fl.. d. t. 23 3 v. H. (während e« nur 20-7 v. H. zur Steuer beiträgt). 10. Die Jnipfkosten betrugen für ganz Steiermark in den Jahren 1893 biS 1898 109J98 fl. 9 kr., davon entfielen 352 v H., nämlich 98.479 fl. 72 fr. auf Untersteiermark. 11. Noch größer ist die Bevorzugung Unter-steiermark« bei der Verleihung der La» deS-Subventionen an die Sauitäts-d i st r i c t e. Bon 29.899 fl. erhielt der südlich« Land«Stheil nicht weniger als- 11.385 fl., also 38 v. H. Mittelsteiermark, das um 12 SanitätS- Er musste erzählen. .Ja, liebe Leut', sagte der alte Martin, .da geht etliche Tage nach der Hochzeit der junge Kaiser mit der jungen Kaiserin» spazieren. Sie kommen an einer Kaserne vorbei u»d da hören sie auS dem Hofe ein Jammergeschrei und Trommeln dazu. — Die Kaiserin bleibt stehen und fragt: Wa« ist denn da«, mein Gemahl? — Komm' sagt Seine Majestät, da« ist nicht» für Dich, mein Schatz. — Aber ich will'» wissen, wa» da drin vorgeht, sagt die Kaiserin. — Nun, lächelt er, sagen kann ich Dir'» schon: Gassen-lausen wird einer. — Gassenlaufen. waS ist das? fragt die hohe Frau. — DaS ist, antwortet der Kaiser, wenn ein Soldat, der sich eines Flucht. Versuches. Wachvergehen«, Trunkenheit. Spiel und so weiter zuschulden kommen hat lassen, gestraft wird. Der Sträfling lauft, bi« auf den Gürtel entkleidet, durch eine Gasse von mehreren hundert Mann, in welcher er von einem Corpora!, der vorangeht, sech«- bi« zwölsmal aus- und abge-führt wird. Je der Mann versetzt ihm. sobald er vorbeikommt, mit einer Ruthe einen Hieb auf b«n Rücken. Der Commandant überwacht die Ballführung der Strafe, die Tambour« über-trommeln das Wehegeschrei de« Sträfling». — Jesu». Maria und Josef I schreit die Kaiserin aus. da kriegt der Arme ja viele tausend« Streiche, da wird er zum Krüppel geschlagen, da geht er ja d'rauf! — Seine Majestät zuckt die Achseln. Dana gehen sie weiter und den Jammer und disiricte mehr zählt al» Untersteier. erhielt nur 10.060 fl. 12. Die Bilanz, die zwischen dem Procent-satz der Landesausgaben für Untersteierniark und seiner Steu»rleistung am ehesten das Gleichge-wicht herstellt, betrifft die Natural - Ber-p f l e g « st a t i o n t n. Für diesen Zweck ent-fielen in den Jahren 1893 bis 1898 von der Gtjainmtsumme im Betrage von 638.199 fl. 90 kr. auf Unter st eiermark 185.435 fl. 57 kr., d. i. 217 v. H. — noch immer um ein P r o c e n t mehr, al« Untersteiermark zur «teuersumme deS Landes beiträgt. Mit Au?» nähme der deutschen Städte »nd Märkte wird Untersteiermark von HandwerkSburschen wenig durchzogen. 13. Bon der Unterstützung der Feuer-wehre» (1893 bis 1897: 25.579 fl. im baren und 23.300 fl. für Anschaffungen) kamen auf Untersteiermark 6560 fl. 50 kr. (256 v. H) der Barleistungen und 3834 fl. 50 kr. (22 6 v. H.) für Anschaffungen. 14. Die Zusammenstellung der Ausgabe» für die L a n d e s c u l t u r endlich weist in der fünfjährigen Zeit von 1895 bis 1899 aus, dass Untersteiermark an der Gesammtsumme von 1,012.459 fl. mit 278 343 fl., d. i. mit 27.5 v. H. participiert — demnach abermals um fast 7 Procent mehr Nutzen vom Lande zieht, als «S zur gesammten Steuerleistung beiträgt. Insbesondere falle» da die Wasserbauten ins Gewicht, für die Sannregulierung wurden 15.642 fl.. für die Trauregulierung 85.000 fl. ausgegeben. Aus diesen Daten ergibt sich, dass Unter-steiermark im Verhältnisse zu seiner Steuerleistung vom Lande keineswegs vernachläßigt wird, s o n-dern im Gegentheile vom Lande viel mehr erhält, als eS an den LandeSfond zahlt. Unsere Herren Hetzer, der große R o b i ö voran, würden also dem Landmanne neue schwere Lasten auferlegen müssen, wen» es ihnen gelänge, Untersteiermark admini-strativ vom Oberlaude zu trennen. E» handelt sich also bei dieser Hetz« den Herren R o b i 6 & Comp. keineswegs um das Wohl de« Bauern-stände», sondern einzig darum, einigen ihrer Freunde auf Kosten deS vielgeplagten Bauern fette Stellen zu verschaffen. Die Fremden sind da? Übel. Am letzten Sonntage leistete sich die „Süd-statische" einen Artikel, in welchem unsere Au«- da» Trommeln hören sie noch lange. Sie kommen d'raus an allerhand Volksbelustigungen vorbei und mit Iubelschall werden sie begrüßt. Aber die junge hohe Frau ist gor ernsthaft und thut den Schleier zweifach über das Gesicht. — Wie hernach da» Paar zurückkommt in den Palast, nimmt die Kaiserin ihn bei der Hand und sagt: Mein edier Gemahl, gelt, Du machst mir ein schönes Brautgeschenk? — Der Kaiser schweigt ein wenig, da»» sagt er: Mein gutes Herz, bedenke, ich hab' Dir ja ohnehin schon allerhand gegeben. — Hat mich vielmals gefreut, mein lieber Mann, sagt darauf sie, aber ein» wollt' ich mir doch noch gerne erbitten: Franz Josef, mein Freund und kaiserlicher Herr, lass' mir zulieb' in Deinem Land die Leut' nicht mehr schlage». — Seine Majestät hat auf diese» Wort nichts geantwortet; am Tag darauf aber ist in Österreich das Spieß, uthenlaufen abgeschafft ge-Wesen." So erzählt'S da» Volk und so hat'» auch der alte Martin den jungen Recruten erzählt. Der Gemeindevorsteher weiß jedesmal, wa» sich schickt, er stand auf. erhob sein Gla« und rief: „Unsere Kaiserin Elisabeth soll leben!" Mit Hellem Jauchzen stimmten sie ein. Dann zogen die junge» Männer unter lustigen Gesängen fürbaß der Hauptstadt zu. Der alte Martin aber gieng wieder an'S Besenbinden und murmelte: ist eine andere Zeit. Ich wollt', ich wär wieder jv;«g." <„h«imgarten,") — 2 — führnngen Über einen slovenischen Katholikentag in Untersteiermark kritisiert und dabei der Nach-wei» versucht wurde, das» die „Fremden" die religiöse und nationale Hetz« in Untersteiermark verschulden. Selbstverständlich ist dieser Vorwurf auf den Herausgeber der „Pettauer Zeitung" gemünzt nnd Verselbe fühlt sich daher auch verpflichtet, de» Marburger Heiligen Rede und Antwort zu steh«». Bor allem constatieren wir lvahrheitSgemäß, dass wir die Nachricht vom untersteirischen Katholikentage der Reichswehr entnommen haben, einem Blatte, welches mit der slovenischclericalen Partei Verbindungen unterhält. Wenn sich die Herren aber die Sache doch überlebt haben und ihren Katholikentag lieber in Laibach als in Marburg abhalten, so ist die» zwar erfreulich, aber die „Pettauer Zeitung" kaiin deshalb nicht der Lüge geziehen werden, eben so wenig wie die „fromme", „patriotische" „Reichswehr." Wohl aber lügt die „Südsteirische", wenn sie behauptet, dass wir die katholische Kirche und ihre Institutionen bekämpfen. Wir leben in Pettau im tiefsten Frieden mit unserer Psarrgeistlichkeit. Unsere Bevölkerung erfüllt ihre religiösen Pflichten, bei den großen Kirchenfesten bringt sie bedeutende Opfer, um dieselben glänzend zu gestalten und trotzdem muß sie sich in den sogenannt kathv-lischeu Blättern UnterstciermarkS aus das Ge« meinst« beschimpfen und verleumden laffen und unter dem ausgesprochenen Haße eines Theile» txr Psarrgeistlichkeit der UmgebungSgemeinden allerlei Schädigungsversuche erleben. Da» gebrannte Kind fürchtet da» Feuer! Jede Unternehninng. welche von slovenisch-klerikaler Seite au»geht. scheint un» schon verdächtig und mit Recht, denn die Herren thun nicht» ad niajorern dei gloriarn, sondern alle» nur, um ihre politischen und nationalen Gegner zu be-kämpfen. Wir sind e» endlich satt, uns von Advokaten-schreiben! über unsere religiösen Pflichten belehren zu lasse», inde» die Herren Pfarrer den Krämer» in« Handwerk pfuschen. Bleibe jeder Schuster bei seinem Leisten und mische sich nicht in fremde Angelegenheiten, dann kann viel überflüssiger Streit vermieden werden, oder beffer gesagt, solch' eklige Zustände hätten nie einreißen können, wenn nicht viele slovenische Priester ihr heilige« Amt al« einen nationalen Kampsposten auffassen würden. Localnachrichten. (Eraennouges.) Der steierm. LandeS-AnS-schuft hat in seiner letzte» Sitzung die Herren Dr. tans P i r ch e g g e r, Dr. Josef Zack und Dr. arl Ozwald zu Lehrern am Kaiser Franz Joses-Gymnasium in Pettan ernannt. (Zllspiritruyg.) Der Gendarmerie-Jnspector Excellenz F.-M.-L. E. v. Horrak bereist vom 3. d. M. bis 9. August die Gendarmerieposten in Untersteiermark und hielt sich am 12. und 13. d. M in Pettau zu diesem Zwecke aus. (JtafUotrria.) Mit Schluß de« Schuljahre» wurden an der Musikschnle die vffentl. Prüfungen am 4.. 5., 6. und 7. d. M. im Elavier- und Biolinspiel. der Musiktheorie, dem Ehorgesange. der Musikgeschichte und der deutschen Literatur-geschichte abgehalten, deren Resultat ein sehr befriedigende« zu nennen ist. Die beiden Prüfung»-aufführuiigeii zeigte» anerkenennSwerte Fortschritte sowohl im Klavier- al» im Biolinspiel. Die Zeugnis-vertheilung fand im Beisein de» Herrn Bürger-meister« statt, wobei der BereinS-Borstand die Fortschritte in diesem Schuljahre besprach, den Fleißigen Lob spendete, dagegen jenen, welche ihre Verpflichtungen nicht erfüllten, gerechten Tadel ertheilte. w«l«ng irs Mufikvrreinrs.) Am 9. Juli fand die Hauptversammlung de» hiesigen Musikvereines statt. Au» de» Mitthei-lungen de» Vorsitzenden, Herrn Director Victor Schulfink. sei folgendes hervorgehoben: Mit dem Schuljahre 1899/1900 hat die behördlich concessionierte Musikschule zu Nettau da« XXll. Schuljahr zurückgelegt. Namhafte Spenden flössen zu: Vom hohen k. k. Ministerium für Eultu« und Unterricht, vom hohen steiermärkifchen Land-tage, von der wohllöblichen Stadtgemeinde Pettau. von der wohllöblichen Sparcaffe. dem deutschen Schulvereine. den, Vereine Südmark, dem wohl-löblichen Borschußvereine in Pettau. Allen diesen Behörden und Vereinen wird der geziemende Dank zutheil. Eine wesentliche Förderung erhielt die Anstalt dadurch, das» Herr Dr. Aeg. R a i z, Professor am Kaiser Franz Josef-Gymnasium in Pettau, durch das ganze Schuljahr Vortrüge über deutsche Literaturgeschichte hielt. Dem ge-nannte» Herrn wird der wärmste Dank au«ge-sprachen. Die erzielten Erfolge im Unterrichte waren durchaus günstige zu nennen. Der Verein zählt jetzt 76 Mitglieder. Laut Caffabericht ver-bleiben K 1206 06. Der Herr Jnstrumenten-Jn-spector Karl Kratzer theilt mit, dass die Eapelle im abgelaufenen Jahre 46 mal in Ver-Wendung kam und au» der VereinScaffe K 678 30 in Anspruch nahm. Al« Rechnungsprüfer werden Herr Gemeinderath Josef Kasimir und Herr Buchhalter Johann Kasper gewählt. In die Direktion wurden einhellig gewählt die Herren: Victor S ch u l f i n k. Dr. Anton T o r g a l e r. Karl Kratzer, Franz Kaiser, Wilh. Pi « k. Johann Kasper und Anton S t e r i n a. (Neu sind Herr Franz Kaiser und Herr Johann Kasper.) Da sich die Nothwendigkeit der An-schaffung eine» neuen Elaviere« herausstellt, wird der Direktion zum bestehenden Elavierfonde ein Höchstbetrag von 500 K au« VereinSmitteln bewilligt. Herr I. Kasper wünscht di« Aule-gung eine« Inventar« de« Berein«besitz<« mit entsprechenden Bewertungen. (Angenommen.) Herr Director Schulfiuk dankt nun Herrn Director K. H ä n « g e n, sowie Herrn Ludiv. S ch a ch e n-hofer für ihre Mühewaltung. Herr Gemeinde-rath Wilhelm Blanke dankt der Directiou und dem Ausschüsse für ihr ersprießliche« Wirken. Hierauf erfolgt der Schluß der Versammlung. 8t. (Lö jähriges «rüoiungsfeK de« stiidt. Linder-garten«.) Der städt. Kindergarten feiert Heuer, mit dem üblichen Schlußfeste vereint, fein 25-jäh-rigeS Bestehen. Zu dieser Feier, welche Montag den 16. Juli 1900 um 9 Uhr vormittag» im Easinosaale stattfindet, werden alle P. T. Freunde und Gönner der Anstalt hiermit eingeladen. (Der Änrbnrger Scuinnderall»» hat in seiner letzten Sitzung dem „Stiere" «ine Subvention von 100 K bewilligt. Für diesen nach-ahmenSwerten Beschluß gebürt der Stadtver-tretung der herzlichste Dank aller Gutgesinnten. (31ns nach Frieda«!) Heute verkehrt ein Sonderzug nach striedau, welcher den Pettauer Männergesangverein. die Stadtkapelle und eine bedeutende Zahl Pettauer Sange»freunde der Schwesterstadt zuführt, wo sie am Bahnhöfe vom Friedauer und Luttenberger Gesangverein erwartet werden. Hieraus Einzug in die Stadt uud um 5 Uhr Eoncert aller 3 Vereine zu Gunsten de» Pettauer Deutschen Studentenheim». Abfahrt von Pettau y,3 Uhr nachmittag», alle deutschen Pettauer und deren Familien sind zur Theilnahme eingeladen, keiner bleibe zurück! Anmeldungen zum Sonderzuge bei Herrn S l a w i t s ch. (Durchmarsch.) Am 20. d. M. treffen 2 Batterien de« 3. Corp«-Artillerie-RegimenteS mit circa 11 Offizieren und 133 Mann auf dem Marsche zu den Schießübungen in Gurkfeld in unserer Stadt ein. (ver An»ßi»g nach Schleinih) de« hiesigen Zweigvereine« alpenl. Handel»angestelller findet heute auch bei zweifelhaster Witterung statt und werden die Teilnehmer ersucht, sich längste»« um 7,2 0m Bahnhofe einzufinden. Bei ausgesprochenen: Regenwetter findet der Au»flug nächsten Sonntag statt. (Ei« Abbrändler.) Ludwig B r a c e k au« Wurmberg wurde am 10. d. M. wegen Boll-trunkeuheit im Stadtparke arretiert, wobei sich herausstellte, das» der geehrte Schnap»bruder mit eine,» Manne identisch sei, welcher seit einiger Zeit in Pettau und Umgebung al« Abbrändler brrumgelxttelt hatte. Bracek ist seine« Zeichen« Schustergehilfe und Landstreicher, durchgebrannt ist er schon öfter«, aber abgebrannt noch nie. (fctiferri.) Jakob Tech au« Pichldors mißhandelte am 11. d. M. abend« in der Bahn-Hosgasse einen Arbeiter derart, das« er im Gesichte Verletzungen erlitt. Der beschädigte Anton Sprach au« Dolrna will sonderbarer Weist nicht« von der Angelegenheit wissen, obwohl der Thatbestand durch mehrere Zeugen festgestellt ist. (Die Eemriniewahlrn in LevKowetz) finden heute statt. Nur durch Zufall haben die Le«ko-wetzer von der bevorstehenden Wahl erfahren. Die Herren vom Gemeinderathe in Le»kowetz sind nämlich besonder« schlau vorgegangen. Vorschrift«-mäßig wnrde die Wahlausschreibung am Hause de« Herrn Bürgermeister» angeschlagen, aber sonst da« strengste Stillschweigen über Die Angelegenheiten gewa'"t. so, das« man erst vor we-nigen Tage, r bevorstehenden Wahl er- fuhr. (Der Herr Pfarrer von LesKowetz als poftcontrollor.) Der Hcrr Pfarrer wurde vor einigen Tagen atrapiert, wie er im LeSkoivetzer Postamt« in Gegenwart der Frau Postmeisterin die ei »langenden Briefsenduugen revidierte. Wir sind neugierig ob diese flagrante Verletzung de« Briefgeheimnisse« eine Sühne finden wird. (Vie .Lßdßeirisch»") vom letzten Donner«-tage sucht sich wegen ihrer brutalen Beschimpfung der Pettauer Saufleute vom 4. d. M. reinzu-waschen. Sie behauptet, den Inserenten de« „Stajerc" lediglich Theilnahme an bauernseind-lichtn Vereinen nachgesagt zu haben. Run. der Herr .Redacteur" scheint wieder einmal sein eigene« Blatt nicht gelesen zu haben, desto neu-gieriger sind wir. den Verfasser diese« bodenlo« brutalen Artikel« kennen zu lernen. Ob da nicht wieder ein alter Bekannter zum Vorschein kommen wird?! Auswärtige Neuigkeiten. (Menker erkämpfe im englische» Milizheere.) Von einem Augenzeugen werden der .Deutschen Tageszeitung" folgende Einzelheiten berichtet: Gleich zu Beginn der diesjährigen Übung zeigte sich die alte Verstimmung zwischen den englischen und irischen Truppen-theilen in einer solchen Autdehnuug, das« der Lagercommandant sofort gewiss« Maßregeln traf, um wenigsten« den immer wiedertehreuden Schlä-gereien vorzubeugen, die aber trotzdem bi« jetzt wie früher regelmäßig an der Tagesordnung waren. Die irischen Milizsoldaten befanden sich fortwährend im SriegSzustande mit ihren englischen Sameraden vom Gloucester-Reaimente und neckten dies, mit Vorliebe mit der Gefangen-»ahme ihre« 2. Bataillon« durch die Buren bei Richolfon«nek, während die Gloucester'schen ihre Sameraden von der Grünen Insel in ähnlicher «eise foppten. Am Montag nachmittag« traten eine größere Anzahl Soldaten der verschiedene» Nassen in dem nahegelegenen Dorfe Durrington zusammen und hier kamen die Zwistigkeiten in einer regulären Schlägerei zum AuSbruche. Es mußten Patrouillen unter Führung von Officieren vom Lager hinauSgesandt werden, um die Sämpfendeu zu trennen und die Rädelsführer abzuholen. Um 7 Uhr abend« setzte dann der Lagerkommandant für die verschiedenen Abthei-lungen RegimenUapell an. um den Leuten in'« Gewissen zu reden und Versöhnung zu stiften. Bei dieser Gelegenheit ereignele sich dann da« Unglaubliche, das« die ganze, über 600 Mann zählende, irischeAbtheilung in hellen Aufruhr au«brach, ohne von den anwesenden höheren Officieren die geringste Notiz zu nehmen; die heißblütigen Jrländer stießen wüthende Drohungen gegen die aus der anderen Seite de« Exercierplatzes ausmarschierten englischen Truppen aus, zogen sogar ihre Seiten-gewehre und boten überhaupt da» Bild einer — S — regulären Rebellentruppe, die jeden Augenblick bereit schien, sich aus ihre verhaßten Waffengenossen zu stürzen. Natürlich fienge» die Engländer ebenfalls an. unruhig zu werden nnd trotz der Beschwichtigungsversuche der Officiere flogen die Schimpfiedcn und Drohungen hinüber und herüber. Die Lage nahm einen so bedroh-lichen Eharakter an. das« der älteste Osficier ein welsche« Füsilier-Bataillon mit aufgepflanzten Seitengewehren zwischen die feindlichen Abthei-lungen aufmarschieren und unter Trommelschlag verkünden ließ, das« er, fall« Ruhe und Ordnung nicht sofort wieder hergestellt würden, die rebellischen Soldaten mit Waffengewalt in die Baracken treiben lassen werde. Vorher waren be-reit« alle nur greifbaren Gegenstände al« Wurf-geschosse auf beiden Seiten benützt worden, und selbst während der Ansprache de« Obersten reg-nete e« fortwährend Steine, Bier-flaschen, Schemelbeine u. s. w. Schließ-lich gelang e«. die streitenden Parteien nach ver-schiedenen Seite» au«einander zu bringen und die Ruhe anscheinend wieder herzustellen. Der «.uftuhr war aber noch lange nicht zu Ende. Nachdnn um S Uhr die Eantinen geschlossen worden waren, sollten die Mannschaften sich sofort aus ihre Stuben zurückziehen nno zu Bett gehen. Die Offiziere brachten e« aber nicht fertig, diesen Befehl durch-zusetzen und waren außer Stande, den weiteren Gang der Ereignisse zu verhindern. Die irischen Milizleute waren gänzlich außer Rand und Band, nachdem ihnen törichterweise der Besuch der Santinen überhaupt noch gestattet worden war. Mit dem Gebrüll: .Für Irland. Same-raden, für IrlandI' stürmte ein ganze« Regiment in geschlossenen Haufen mit allen möglichen Waffen durch die breiten Lagerstraße» gegen die Zelte der englischen Bataillone und in einem Augenblick waren ganze Reihen der Leinwand hütten über den Ha u fen gworfen und in Fetzen gcrissen, während im übrigen sich kin reguläre» Gefecht zwischen .England und Irland" entwickelte und einen mehr al« bedrohlichen Um-sang annahm. Da« Einschreiten der Offiziere blieb zunächt wieder gänzlich erfolglos, bi» e« einem besonder« beliebten Major deSGloucester-Regiment» gelang, den größeren Theil seine» Bataillon» zu sammeln und auf den nahe gelegenen Alarm» platz zu führe». Inzwischen ließen'die Jrländer ihre Wuth an den Zelten, den AuSriistungSge-genständen. Waffen und dem Privateigenthum ihrer Gegner au» und zerschmetterten und ruinirten, wa» ihnen nur in den Weg kam. Während der ganzen Zeit baten und flehten ihre eigenen Offiziere um Gehör und suchten, nachdem sie längst eingesehen hatten, das» mit Befehlen und Drohungen nicht» auszurichten war, selbst mit allerhaud Versprechungen ihre un-bändigen Untergebenen zu beruhigen und zur Ver-nunft zu bringen. Aus der oberen Seite fiengen auch die Gloucesterschen wieder an. ihrem Kom-mandeur auS der Hand zu gerathen, da sie natürlich ,S nicht ruhig mit ansehen wollten, wie ihr Eigenthum ,c. von den Iren vernichtet wurde. In diesem Augenblicke der höchsten Noth erschienen wieder die w e l s ch e n Füsiliere mit aufgepflanzten Seitengewehren und scharfen Patronen als retttnde Engel und trieben, zunächst langsam avancirrnd, die irische Miliz aus dem Lager de« Gloucester-Regiment«. Nach einer letzten Salve von allen möglichen Wurfgeschossen, Flinten, Seiten-gewehren, Helmen, Stiefeln und sogar Trommeln fanden sich die heißblütigen Jrländer bemüssigt. den Rückzug in ihr eigene« Lager anzutreten, worauf die Ruhe nicht weiter gestört wurde. (Ärrendierung.) Am 23. Juli d. I. findet beim Marburger MilitärverpflegSmagazine eine öffentliche Verhandlung behuf« Sicherstellung der arendierung«weisen Abgabe von Hafer. Heu, Streu- und Bettenstroh, Brcimholz und Steinkohlen für die Stionen Marburg, Pettau. Eilli, Windisch-Feistritz und Straß statt. Die bezügliche Sundmachung der k. und k. Intendanz de« 3. Corp« vom 16. Juni d. I. Rr. 4287 sowie die näheren Bedingnisse können bei jedtm Militär-VerpflegS-Mogazine, dann bei den politischen B«-zirksbehörden und landwirtschaftlichen Lande«. Bereinen während der AmtSstunden eingesehen und über Verlangen gegen Bezahlung von 8 Heller per Druckbogen von jedem MilitSr-VerpflegS-Magazine bezogen werden. (Dir Passionsspiele in Eberammergau.) Da« Auge der ganzen Welt ist zur Zeit nach einem stillen, oberbairischeii GebirgSdörfchen gerichtet, nach Oberammerqau. weicht» in den letzten Dece-nie» durch seine Passionsspiele eine fast unerreichte Berühmtheit erlangt hat. Stehen doch diese Fest-spiele einzig da in ihrer Originalität und in der wahrhast künstlerischen Aufführung von feiten ' »er schlichten Alpenbewohner. Bekanntlich entstamme» diese Spiele einem Gelöbnis, da» die Ammergauer 1634 au» Anlas» einer pestartigen Seuche machten, welche rasch 86 Perionen dahingerafft hatte. Sie «lobten' alle zeh» Jahre die Leidensgeschichte de» Herrn auszuführen. Von diesem Zeitpunkte an war da» Dorf vor jeder weiteren Pestgesa hr verschont geblieben. Nachdem die Spiele durch zwei Jahrhun-derte hindurch ganz localen Eharacter getragen hatten, wurde» sie in den Vierzigerjahren durch die Schriften Devrient» und de» Professor Sapp weit und breit bekannt, und schon im Jahre 1850 machte sich ein großer Znzug bemerkbar, welcher im Lause der Jahre bedeutende Dimensionen ange-nommen hat. Natürlich trachteten die Ammergauer. den gesteigerten Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht zu werden und nicht zuletzt in Bezug auf da» Spiel; die heutige musterhafte Darstellung verdanken sie nur einem äußerst rührigen, streb-samen Üben, da« die ganze Zwischenzeit eine» Jahrzente» ausfüllt. Jedes Jahr werden sowohl von der Gemeinde, als auch von Vereinen meh-rere Theaterstücke aufgeführt, damit die Berührung mit der Bühne nie erlischt und insbesondere die jungen Kräfte herangebildet werden. Die Besucher der heurigen Passionsspiele genießen zum ersten-male die Annehmlichkeit, vor jeder Ungunst der Witterung geschützt zu fein, da eine vollkommen gedeckte Zuschauerhalle erbaut wurde,,wiche 2200 Quadratmeter groß ist und 4500 Personen fasst. Die Sosten dieses Baues beliefen sich auf rund 220.000 M!.; dennoch wurde von einer allgemei-»e» Erhöhung derEintrittSpreiseAbstandgenommen und nur die Forderung für den vierte» und fünften Platz um je eine Mark erhöht. Handel, Gewerbe u. Landwirt-schast. Allgemeiner österr. Ächlossertag. Am 3. und 4. Juni d. I. fand in der VolkSholle des neuen Wiener Rathhause» der IV. allg. österr. Schlossert.,., statt, der glänzend be-sucht war und einen sehr würdigen Verlauf nahm. Auf demselben wurden mehrere Resolutionen ge-faßt, welche sich vollinhaltlich mit den auf den Gewerbttagen beantragten decken. Speciell für da» Schlosser gewerbe wurden folgende Resolutionen gefaßt: „Anschlagen der Thüren und fettster tc. Der IV. allgem. österr. Schlossertag fordert die Regierung auf, im Gesetzwege zu bestimmen, das» auf Grund der Entscheidung de» Vermal-tungS-GerichtShoseS vom 16. October 1895. Z. 4600, nur die Schlosser allein berechtigt sind, da« Anschlagen von Thüre». Fenstern, Portalen ic. zu besorgen." „Schlüsselfrage. Die heute versammelten Schlossermeister der ganzen österreichische» Monarchie fordern alle be-rechtigten und maßgebend«» Faktoren aus, im Verordnung«- oder Äesetzwege zu bestimmen, das» da» Recht der^ Herstellung, beziehungsweise Vol-lendung deS Schlüssels, das Einpassen desselben in die Schlösser und der Weiterverkauf der ser-tigen Schlüssel im Interesse der Sicherheit de» heitSgemäß, das« dort entweder zu viel Kellnerinnen oder zu wenig Bierglaser vorrSthia sind, da die geehrten Bicrjungfraiten nie zwei Krügel auf ein» mal daher bringen. Sine dieser besagten Jung-srauen hatte jüngst ein seltsame« Abenteuer. E,n fremder Herr schickte sie auf die Post um un> garische Marke», etwa so, wie man jemanden am i. April um 1 Deka OchSdrahdium in die Apotheke schickt. Der Herr war ein Postcom-missär. welcher aus diese Art die hiesigen Be. amten controllierte. Die Idee ist ausgezeichnet, nur hat der Herr vergessen, besagter Jungftau ein Trinkgeld zu geben, woran zu erinner» wir un« hiermit ergebenst gestatten. Kleine Vergeh-lichkeiten sind eben nicht zu vermeiden So be-gegnete mir nach dem akademischen Frühschoppen beim Krankenhause ein flotter Studio, welcher seinen Hut im BvlkSgarten vergessen hatte und absolut nicht dahin zurückfinden konnte. Alle meine versuche, den Herrn auf dem rechte» Wege zu bringen, waren vergeben«; ich hötte ihn rein .Buckelkraxen" in den Bolk«garten zurücktragen müssen. Eigenthum« und im Hinblicke auf 8 469 de« St.-Ä.-B. nur den» sein bewerbe ausübenden Schlosser zusteht, ferner das« EisenhSudler und Kaufleute wohl berechtigt sind, Schlüssel an Schlosiermelster zu verkaufen, nicht aber an Pri« vate und ebenso nicht berechtigt sind, die An-fertigung von Schlüsseln zu übernehmen." Bon den übrige» Resolutionen erwähnen wir folgende: .Zur Erneuerung der Zoll- und Handel«. Verträge". „Stellungnahme gegen die Eartelle", ,Borzug«psandrecht der Bauhandwerker-. „<*• iwrblichrt Ereditwescn", «Alter«- und Pension«-Versorgung für Handwerksmeister", „Stellung-nähme gegen die Arbkiter-Unsallversicherung", „Regelung de« Lehrling«wesen«", .Genosse»scha>lS-Vertrauensmänner" und einen Antrag, betreffend di« Werkstätteiinoth i» Wien mit einer Petition an den Ärmeinderath. Sämmtliche ResolutionS-Anträge wurden ein-stimmig angenommen und am ersten Tage da» Musterlager d«r Wiener Schlossergenoffenschast besichtigt, wa« die Besucher lebhast interessierte. Vie Tariferhöhungen auf den Ztaatsbahnen. Seit d«r Rede de«Eisenbahnministers W i t t e k im Eisenbahnrathe. welche überall als Ankündi-gung von Tariferhöhung aufgefaßt wurde, sind nur private Mittheilungen über eine Tarifer-höhung auf den Staatsbahnen in die Oeffentlich-keit gelangt. Derartige Gerüchte und Privatmit-theiln» gen erfreuen sich in Oesterreich nur einer kurzen Dauer und man kommt den glücklichen Steuerzahlern in solchen Dingen dadurch sehr schnell entgegen, dass man den Privatgerüchten eine Darstellung aus RegierungSkreisen folgen läßt, wodurch jeder Zweifel und jedeS Kopfzer-brechen fein Ende hat. Die amtliche „Wiener Abendpost" publicierte dieser Tage eine ausführlich« Mittheilung über die Motive und die Tragweite der Tariferhöhung auf den StaatSbahnen. In derselben wird begründet, dass die wesent-liche Erhöhung verschiedener AuSgabcnposten der StaatSeisenbahnverwaltung gebieterisch die Pflicht auserlegt habe. Maßregeln in Erwägung zu ziehen, welche ohne die mindeste Schädigung der Volk»-wirtschaftlichen Interessen aus eine Verbesserung der für den gesammten Staatshaushalt äußerst wichtigen finanziellen Ergebnisse des StaatSeisen-bahiibetriebe« abzielen. In diese Darstellung, deren Hauptzweck eine Beschwichtigung der durch di« Erhöhung der Tarise Betroffenen sein soll, wird ausgeführt, dass nur zwei Artikel und zwar Zucker und Kohl« von d«r Erhöhung berührt werden und zwar deshalb, weil einerseits sowohl bei raffi-liiertem, als bei Rohzucker auch nach dem IS. August, wo die Erhöhung eintreten wird, noch immer „wesentliche" Frachten nachlässt zu verzeichnen sind, andererseits durch Erhöhung deS Tarifes für Kohle, welche nur für den Export-Verkehr eine Erhöhung erfahren soll, dieser Artikel durch Erschwerung deS Exportes der inländischen Industrie erhallen bleibt. Die „Abendpost" kommt zu dem Schlüsse, dass die Tarise nicht fiskalischen, sondern volkswirtschaftlichen Erwä» gungen entsprungen seien. Die Behauptung ist nichts weniger al» stich-hältig und selbst Herr v. Mittel würde ver-aebeii» suchen, in dieser Maßregel eine Volkswirt» schastliche Erwägung zu finden. Unleugbar jedoch ist, dass der Nutzen einzig und allein der Staats-eisenbahnverwaltuiig zukommt. Herr v. W i t t e k hat den i» ihn gesetzten Erwartungen durch die Tariferhöhung nicht ent» sprachen und die Kaufmannschaft, welche die Erhöhung deS ZuckertranSporteS allein zu tragen hat, da sie doch nicht den Verkaufspreis de» ohnehin den armen Leuten schon zum Theile entzogenen Zucker» weiter erhöhen kann, wird in Herrn v. W > t t e k keine» talentvollen Eisenbahn-minister erblicken. Wenn nun ein Sturm gerechtfertigter Entrüstung durch die Kreise unserer Industriellen und HandelStreibenden geht und die ganze Be-völkerung von derselben ersaßt wird, darf e» dem Herrn Eisenbahnminister nicht wundernehmen, denn die Völker Oesterreichs sehen nicht ein, für die Sünden ver früheren StaatSbahnverwaltung auszukommen. Das Lebensmittelgesetz. Heute müssen wir unS energisch gegen einen Bestandtheil dieses Gesetze», und zwar gegen die UnIersuchungS-Station wenden. Die für eine Untersuchung zu zahlende Ge» büren sind entschieden viel zu hoch bemeffen, so das» e« manchem beim besten Willen nicht möglich ist, seine Ware untersuche» zu lasse», denn die Gebüren übersteige» sehr oft den Wert der Ware. Der Kaufmann wird dadurch geradezu gezwungen, Ware zu verkaufen, ohne selbst Überzeugt zu sein, ob dieselbe echt oder verfälscht ist. Nehmen wir z. B. an, ein kleiner Kaufmann bezieht ei» Postcolli Paprika mit 5 Kilogramm, angeblich echt und von feinster Qualität, welcher ungefähr einen Wert von 8 X hat. Nun möchte er sich die Überzeugung verschaffen, das« der Paprika auch thatsächlich rein und echt ist. Er gibt also eine kleine Probe zur Untersuchung«-Station und mus» hiefür den Betrag von 6 bi« 8 X bezahlen, wai die Ware um nahezu 100*/, vertheuert. Der Kaufmann ist daher gezwungen, diese Sendung unbedingt mit Verlust zu ver-kaufen. Ein andere« Beispiel. Ein Grazer Kaufmann übergab vor einigen Wochen der Untersuchung«-Station eine Probe von französischem Oel und erhielt einige Tage darauf den Bescheid über den Befund de» Oeles Mittel« eine« recommandierten Briefe« durch die Post mit einer Nachnahme von 10 K 54 h. Nicht grnug. das« die Unter-suchung mehr al» kostspielig ist, mus« der Kauf-mann »och da« Postporto und die Nachnahme» gebühr bezahlen. Derlei Spesen gehen unbedinat nur auf Kosten de« Kaufmannes, weil derselbe sein Oel nicht um einen Heller theurer verkaufen kann. E« geht nach unsrer Anschauung durchau« nicht an, den Kaufleuten alxrmals eine so be-deutend« Belastung aufzubürden. Der Staat, der zu Wahrung aller Gesetze so kolossale Ap-parate unterhält und ganz enorme Summen hiesür ausgibt, wird wohl auch die Mittel dazu haben, zum Schutze des Publikums Untersuchung«-Stationen erhalten zu könne», oder aber im Wege der öffentlichen Eoncurrenz bedeutende Ermäßigungen platzgreisen zu lassen. Soll viel-leicht am Ende hier auf Gewinn abgezielt werden? Wir fordern in dieser Angelegenheit die Handelskammern. Gremien und Genossenschaften auf, mit allen Mitteln diese ungerechte Belastung der Kaufleute zu bekämpfen und baldigst au» der Welt zu schaffe». Humoristische Wochenschau. In Graz tobte die ganze Woche ei» heftiger Kamps für und gegen die Militärkapellen, der mit einem Siege der Militärgegner endete. Da wir leider keine Militärkapelle Haben, können wir un» einen solchen LuxuS nicht erlauben. Wir mußten uns also mit einem Kampfe um die Stadtcapelle begnügen, welcher Sonntag abends zwischen 8 und 9 Uhr im Volksgarten auSge» fochten wurde. Da ich nun schon von einer Schlacht rede, so fällt mir die gestrige Aufnahm»» Prüfung in die erste Gymnasialclasst ein. Dort muß e» fürchterlich zugegangen sein. Die Jungen« scheinen mindesten« eine» Hektoliter Tinte consu-miert zu haben, wobei sie die Hälfte auStranken und die Halbscheit auf ihre Kleider goffe». Al« die Prüfuna zu Ende war. sahen sie alle au« wie Rauchsangkehrer. Wenn ich auch so viel Tinte verbrauchen würde, müßte ich mir für eine Nummer der „Pettauer Zeitung" den Volk«-gartenteich anfüllen lassen. Da ich schon beim VolkSgarten angelangt bin, so konstatiere ich wahr- äftttitag de» 89. 3ili d. I. kommt der Werkstättenchef von Marburg, Ferdinand KalluS mit den Beamten und 2600 Ar-beitern in 2 Sonderzügen nach Pettau, un» hier in unserer freundlichen Stadt einen Tag der Ruhe und Aufheiterung zu genießen. ES ist jedenfalls Wert darauf zu legen, dass gerade Pettau seitens dieser großen Zahl von Besuchern auSersehen worden ist und die P. T. Hausbesitzer und Bewohner unserer Stadt werden höflichst eingeladen, an diesem Tage für festliche Beflagguug Sorge zu tragen. Der Ausflug findet am 29. Juli d. I. bei jeder Witterung statt. I. Vrnig m. p. Bürgermeister. Hr Lehrjunge mit gme> 5ch«l»e«g»itte» wird sogleich in der Mä>»facnirW«se»-Ij«>al»s des A. F. tzi ckrl, pettsu. aufgenommen. Du taste und billigste AnstrichÖl und Holsoonserrlerangsmitttl tot und bleibt da* seit mehr als 20 Jahren erprobte Caafboliza.o"ci3^L Patent Avenarius. Ver Nachahmungen wird gewarnt I „Carbolineum"-Fabrik R. Avenarius Am« tot ton Nlodordstorreleh. Bureau: Wien, M/I, Hauptstrasse 84. 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Tas Backfischchen erzählte glühend vor Eifer von den Borzügen des netten Sansgenoffen. .Aber denkt euch nur," schloß sie be-kümmert, .er ist —" .Was?" .Sin Weiberfeind.* Sin vierstimmiges Lachen war die Antwort, während Toni davonschoß, »m schnell »och niehr Material zur Charakteristik deS schönen BetterS z» sammeln. .Ich kondoliere Dir, Edith," «eckte Helene HeinziuS, die hübsche Hghnerftttterin von vorhin, sich an ei» klng aussehendes, lustiges Persönchen mit lebhasten, aber nicht hübschen Zügen wendend. .daS ist ein harter Schlag für Dich! Was fiir eine Umwälznng der hiesigen jämmerlichen, gesellschaftliche» Verhältnisse hast D» Dir vo» dem A»kömn>ling versprochen! Arnie Edith!" Edith Wellner nahm die Beileidsbezengimg lachend auf, aber sie ärgerte sich doch. Ihr schwarzer Kranskvps steckte stets voller Schnurre», und sie hatte viel Vergnüge» von den» Gast erhofft. Rosa von Pranken saß. die üppige Gestalt nachlässig an den Holzscheinel gelehnt, vor dem rohen Küchentische und schabte Mohr-rüben. Das regelmäßige zarte Gesicht war von einer Fülle rot-goldenen Haares umwogt. Sie war wirklich kchön. aber man merkte ihrer Haltung au, daß sie es wußte und daß sie sich eigent-lich für diese Art vo» Arbeit zu schade dünkte. Es ging die Sage, daß Rom hierhergekommen sei, um eine unglückliche Liebe zu über-winden: von verschiedenen Seiten wnrde freilich behanvtet. die schöne Rosa wäre kokett und das einsame Ramelinge» hätte a»S anderen Gründen die gesündeste Lnst sür sie. Die vierte der jungen Dame», Lieschen Becker, eine hübsche, zierliche Figur, mit freundlichem St»mps»äSche». hellen Farben nnd klare», blaae» Augen, machte sich eifrig mit Kelle nnd Schanm-löffel zu schaffen. .Aber Kinder!" rief sie, und ein verwunderter Blick traf Rosa, die niürrisch dreinschaute, .ich glaube gar, die Souderbarkeiteu des neuen Hausgenossen gehen ench zu Herzen. Im Grunde kann e» »»S gleichgültig sein, ob der kuriose Herr vo» Helm die Dame» ger» hat." .Er ist ein verrücktes Huhu!" erklärte Edith bestimmt, .und damit basta! UebrigenS hast Du gut rede«. Liesel, Du bist verlobt, wen» auch heimlich, so doch entschiede» verlobt, für Dich habe» die Herren der Schöpf»»» »atürlich a» Reiz verlöre«, aber wir —" „Ho, lio!" unterbrach Helene lachend die Eifrige, .Du svrichst wohl in« Majestätsplural, ich we»igste»s verwahre mich auSdrilck-lich gegen die Absicht, als interessierte ich niich besonders für den junge» Herr«." .Ich glaub's Dir schon, ehr- nnd tugeudsame Jungfrau,' spot-tete Edith gutmütig, .D» nnd Lieschen, ihr seid ja als »»heilbar solide berüchtigt. Und doch wär's vielleicht ganz gut, wenn wir ihn ein wenig unter die Finger bekämen." Sie hob plötzlich den dunklen Kopf. .Kinder, ich hab's! Sine Idee, eine göttliche Idee! Sie ent-springt nur den humansten Grundsätzen." Würdevoll schwang sie den Kochlöffel. .Geehrte A»wese»de! Hiermit stelle ich feierlich de» Antrag: Wir vereinigen uns zn einem Bunde, der die gänzliche Umwand-luug des armen, bedauernswerten ma,oulinum bezweckt. Der Be-klagenswerte! Wie wird einmal sei» Los sei», wen» er sich nicht ändert? Verlacht, vermiede», ja verachtet wird er werde» vv» den Dame», also der a»crka»ttt bessere» Hälfte des Me»sche»-geschlecht». Dürfe» wir das zugeben? Es gilt die moralische Rett»ng «ines jungen Menschenlebens. Wer ein Herz im Busen trägt, der stimme mir bei." Das Lache», da« ihr als Antwort ans ihre bewegliche Bitte ward, mußte Edith wohl als Bejahuttg a»sfaffe», denn sie fuhr triumphierend fort: .Ich seh's, ihr fühlt ei» menschliches Rühren. Und so wolle» wir vier n»s verpflichten, alle nnr dettkbarc», er-lanbten Mittel a»znwe»de», »in den armen Verblendete» zn bekehren. Er muß i» der Zeit seines Aufenthalte» bei »ins ein anderer werden — er muß!" .Du übermütiges Geschöpf wärst wirklich im stände, den Hern» in die angegebene Knr zn nehmen!" rief Helene. .Aber warnin denn nicht?" fragte Edith verwundert, und die kleinen schwarzen Augen blitzten vor Vergnügen. .Denkt ench doch »»»«r, wieaninsant daS lväre, iveini er sich in eine von n»s verliebte." .Mit der Liebe experimentiert man nicht," erividerte Helene ernst. Edith lachte, erklärte ihre Absicht für eine» frommen Zweck und schalt Helene philiströs. .Ihr drei müßt mir beistehen," bestiminte sie, .Toni ist noch zu jung für dies eriistc Komplott." .Rein, ich bin nicht zu jung dazu." rief es da plötzlich, und Toui, die ein glückliches Talent besaß, nie da zu sein, wem» man »ach ihr verlangte und immer zn erscheinen, wenn ihre Gegen-wart nicht erwttiischt war. sprang in die Küche. .Ich habe alles gehört, ich »vill auch dabei sein, nnd wenn ihr'» mir verbietet, sage ich alle» Mama." DaS lag mm gerade nicht in Ediths Absicht, nnd so gestattete sie den» gönnerhaft Toni den Eintritt in de» nene» Bund. Hiermit war allerdings die Zahl der Mitglieder erschöpft. Aber Edith erklärte sich doch fiir den Anfang befriedigt, nnr hätte sie sich zuletzt fast alle» Ernstes mit Rosa gezankt. Das schöne Mädchen,.daS keine» Sinn fiir Humor n»d speciell keine» für Ediths Nebermnt besaß, hatte die scherzhafte Zumutung, firfi um die Guust Herr» vo» Helms zu bemühe», als Beleidigung anfgesaßt. Und während dessen saß der, um de» dieser Uampf entbrannte, in selbstgewählter Einsamkeit, ahnungslos, >vas für einen nachhaltige» Eindrnck feine Worte hervorgerufen hatte» nnd — lang-weilte sich. Nun befand sich Lskar schon mehrere Tage In Ranielingen und spielte den^ damenfcheiien Sonderling mit Eifer und Geschick — »nitVergnüge» konnte ma» »vrniger behaupten. Seine Uhr ward noch nie so oft zn Rate gezogen wie hier, und jedesmal bei solch einer Konsultation »ounderte er sich von neuem, daß die Zeit so unerhört laugsam verstrich. Er las viel, zeichnete hin nud »vieder eine hübsche Bannigrnppe, ging ein wenig an» die Jagd, musizierte dazwischen, erholte sich zusehends nnd gähnte ge-waltig viel. Anfang» »var er nianchnial mit Herrn Hvllmann ans die Felder gegangen, >vas er jedoch bald aufgab, da es auf ihn »vie Opini» wirkte. Bei Tische hatte er seine» Platz zwischen Herr» und »fran Host« iiiaii». Die gute Dame bestrebte sich gewissenhaft, ih»> alle» litt- -+ !!') 4- niigeitcljnie »nd so mich dir iitiifleii Mädchen fernzuhalten, ein Be mitheu, das bei ihm etwas geteilte Einpfindnitgen hervorrief. Ihm gegenitbet saß die schöne Rosa. Immer, weu» er seine« Blick erhob, begegnete er ihrem. Es umreit herrliche, etwas schwimmende Auge», die ihu mit io eigenem Ausdruck ansahen. Hub wenn er, um diese« zu ergründen, da« schöne, zarte Gesicht ein-gehender musterte, so kam nnd ging eine leichte Röte darüber. ?as war anziehend zn beobachten, schade, daß er . .Gesegnete Mahlzeit!" .Mahlzeit!" Stühlerücken. Händedrnck rechts nnd links. Verbeugung ring» im Kreise. Sv. nun war das regelmäßige Eßgefchäft 'mal wieder be-endet und er konnte auf «ein Zimmer gehen, um da seine Gefangenr»-la»sbal»> weiter fort-znschen. .Hol' der Kuckuck die ganze Komödie," rief er wütend, .Kummer inag angreifen, aber Langeweile entschieden »och mehr," nnd er überlegte sich alle« Ern-steS, ob er nicht ans Gesnndheitsriiekiichteu einen andere» Ansen-thaltsort wähle» solle. Po» außen drangen helle Stimmen an sei» Chr. Das wäre» die junge» Damen im Gar-ten. Die konnten wolil lachen! Na, sie thaten« auch griindlich, während er keine interessantere Beschäftigung wusste, als vielleicht die h»u-berttauseud Fliege» zu iniige», gegen die Iran Hollmann stets ebenso eikrig wie erfolglos zu Felde zog. Er rift das Neuster auf. Am liebste» hätte er über die höhnisch grinsende» Totenköpse aus dem anmutig das Fensterbrett zierenden Fliegenpapier hinweg einen kräftige» Fluch hinausgewettert. Da traf ihn ei» Blick ani-den schwarzen Schel-mc»a»ge» Ediths. .Herr vo» Helm/ rief sie, ..verzeihe» sie, bitte, ■Sie sind wohl sehr be-schästigt?" War daS Bosheit? .Es geht," antwortete er nnd schlug lei-denschastlich nach einer Fliege, .wünschen Sie etwas von mir?" .Tenke» 3ie doch, Herr von Helm," er zählte Edith, .es soll sich ein toller Hnnd hier herumtreiben," — natürlich trieb er sich nur !» dein übermütige» Köpfchen herum — „im Lokalblättchen standen die furchtbarste» Thige. Wir wollte» Heute Pilze sammeln." Hier entstand eine verhängnisvolle Pause. .Würden Sie uns vielleicht begleiten?" .Eiu toller Hund!" rief Rosa, die selbst die sanftmütigsten Hunde nicht leide» konnte, „da gehe ich nicht mit." .Auch nicht unter männlichen» Schuhe?" fragte Edith spöttisch. .Doch Sie habe» wohl andere Sache» vor. Herr vo» Helm. Lasse» Sie stch ja davon nicht abhalten. -• Ei» Biß von einem tollen Hnnd ist immer tödlich, »icht wahr. Helene? Adieu, Herr von Helm, welche Pilze essen Sie de»» am liebsten?" .Aber, gnädiges Fräulein!" rief Lskar begeistert. .ich bitte Zie, »üler diese» Umstä»deu dürfe» Sie alle!» gar nicht gelte». Na un lich werde ich Sie begleiten, mit der Flinte, selbstverständlich." Edith versicherte eifrig, das, das wohl am ratsamsten wäre und sie sich, wenn es kühler geworden sei, umer seiner Lbhnt auf de» Weg begebe» wolle. Lachend eilte sie davon Wunderbar, was ein toller Hund alles anrichten kann, — selbst ein solcher, der gar nicht 'mal existiert. Ans Oskars Stimmung wirkte es ausnehmend günstig. Er wurde immer vergnügter, während er auf den gemeinsamen Spazier-gattg wartete. Inzwischen holte er sich einen Briefbogen hervor, um endlich dem Freitude de« versprochenen Bericht zu senden. Er schrieb sehr eingehend über alle» Mögliche, nur da« Interessanteste, die jungen Damen, hatte er sich noch ausgespart. Es hieß unter anderem: ii -i Alpenbliimc. Ncich d (U«mA(bc boii st. Wr»b. (Wit ein Aufenthalt gefällt mir außerordentlich" — (aber erst seit zehn Minuten hätte er hinzufügen können), .erlaube, daß ich Dir in Gedanken die HauSgeuossen vorstelle." .Da ist zuerst Onkel Hollmann, von behäbigem Aenßeren und — na, sagenwirvon wenig aus-geprägtem Geiste. Er ist in ersterLiniederMan» feiner Fran, und zwar mit Leib und Seele, der Biedere bekleidet die« schwere Amt mit Würde und Geschick. Er hat viel Geld besessen, durch da« er stch die Liebe der vermögenslose» Gattin erworbe» hat, und das, er sich beides, die Liebe und das Geld bewahrt hat, ist ein schöner Zug von ihm. Um sich gut mit ihm unterhalten zu könne», dazu gehört ein gewisses Studium. Es giebt nämlich »nr ein Thema für ih»: die Landwirtschaft. Rühmt man deren Vorzüge, so wird er unangenehm: Die Städter bildeten sich stets ein, so ei» Agra-rier wäre aus Rosen ge« bettet, indessen —(Fort-setzung in jedem land-wirtschaftlichen Blatte zu lesen ) Schimpft ntn» indessen höslicherweise über die Notlage der Grnndbesiver, wird er noch unangenehmer. Und so verplaudern wir manches halbe Stündchen in nettester Weise. Nnr eins betrübt mich: er steht sich schlecht mit der guten, deutsche» Sprache und hegt in sei-»ein sonst so brave» Mä»»erb»se» eine »tt-Uebrigeus ist er auf alle erlaubte Neigung zum vierten Fall. Fälle ein Ehrenmann. .Und nun Tante Hollmann! Ueber ihr verwandtschaftliches Verhältnis zn mir, das den Geueologen unserer Familie schon manche schwere Stunde bereitet hat, sind wir immer noch nicht einig — es ist so eine'Spielart der weitverzweigten Tantengat ttntg. Die ante Dame ist sehr lebhaft: sie spricht für zwei, lacht siir zwei, kaun aber auch fiir zwei arbeiten. Ueberhanpt ist alles an »nd in ihr in schier doppelter Fülle vorhanden, eine schöne Sitte, die ihre» vollkommenste» Ausdruck in dem stattliche» Doppel-kitttt findet. Es ist eitie vorzügliche HauSsrau und vortreffliche Mutter, ihr einziges Töchterchen, die kleine Toni, ist wirklich ein sehr wohlerzogenes Kind." Nebenbei bemerkt, war die „kleine Toni" die größte der Fa-milie und Wttrdr in richtiger Würdigung dieser Leistung vom Vater •♦ + 111 ++ nie ander* nlv .kleenes Maminntb" flmuiiut, eine Thatsache, über .Vielleicht hast Tu durch Trinen libcrmiiligen Vorschlag Rosa dir Lskar ,»ii gewohnter Elastiriliil ljtHiuctiülitr. zu», kokettieren angeregt," sagte sie. ..Auch die anderen Hansgeiwssen interessiere» mich,' hie» es Edith lachte. .O Tu Unschuld! Rosa Ist in der Beziehung weiter. ,es sind lauter Lriginale. Ta ist.zui» Beispiel das Zak> | sehr selbständig, Aber sage, wie gefällt Dir Herr vo» .Holm?" rr-., .»nur---- „ , . Tie klaren, graue» Augen blickten nachdenklich. „Er besitzt ein sympathisches Wesen und ein hübsches , ,, Aeußere. Hub doch gefällt er mir nicht. Ich reipek tiere jedermanns Ansicht. Er hat Frau Holliuauu von vornherein gesagt, bnft er nicht gern in Tamengesellschaft ist. Gut! Aber wie ränmt sich dies mit seinem heutigen Benehmen? Er scheint nicht wisse». was er will, in meine» Augen das Schlimmste, was ma» einem Manne nachsagen kann." »Ich habe de» erste» Steinpilz!" schrie Toni, aus die ttniee stürzend »»d gewaltsam ans der Erde herum riltschend. und »hier" nnd .da" und „dort auch!" und .da", erscholl es von allen Seiten. Tie kleine Gesell-frfioft war bald ganz zerstreut. Nur Lskar und Rosa bliebe» zusammen. Es wurde ihm fast peinlich, der stete Begleiter dieses schöne» Mäd-chens zu feilt, doch wenn er sich einer andere» junge» Dame zuwenden wollte, so kam Rosa jedesmal mit einem kleinen Anliegen dazwischen. -o wäre» die beiden von den anderen getrennt und Rvia, die ihre» Beutel in edler Uuvartcilichkeit mit eßbaren nnd gistigen Pilze» gefüllt hatte, schlug vor, zu rasten. Lskar sah ein wenig betreten ans. Tie ichöne Rosa plauderte und lachte und blickte ihn dabei so merkwürdig an. so — ihm wurde etwas schwill zu Mute. Wo mir die anderen blieben. Ta drang plötzlich lantcü Bellen an ihr Lhr Mit einem Ruck war da» Mädchen emporgeschnellt. ,.Ter Hund!" rief sie. „um Gottes wisse», der tolle Hund!" Lskar suchte sie zu beruhigen. .Er kommt näher.' schrie Rosa »ud klammerte sich — ob in gemachter oder wirklich empfundener Angst, wagte der junge Mann nicht zn entscheiden - an seinen Arm. Lskar tröstete, versicherte, daß sei» Gewehr, schußbereit sei — es hals alles »ichts. »Ta ist er!" kreischte sie, auf das Gebiisch deutend, wo sich Krähe» »ud Belle» vernehme» ließ, „der tolle Hnnd. o!" Und sie wars sich, i» liebenswürdiger Kopflosigkeit vollständig die Bedenke» außer acht lassend, daß es entschieden der Situation DaS WcttkeschleKen in Zte!tli»«rk: »riz»ntaIsilüts»n. lMit Tut) totnni Wenzel, der nach seiner eigenen Aussage alles kaun, — allerdings stet» daS ausgeiwmmen, was gerade vo» ihm verlangt wird — von niierschüttcrlicher Vergeßlichkeit nnd von Höflichkeit ftruöenb. Aus eilt .Gute» Tag, Alterchen', wird einem stets .Bitte, keine ttriach. Euer Hochwohlgeboreu'als Autwort, deren tiefe» Sin» ich noch immer nicht ergründen kau». .Tann ist da der ttiihfütterer Friye, ei» Wunderdoktor, der alles heilt. Tiere, Mauze», Uhren, am liebsten Mensche». Auch meine» Arni hat er ans sein leidenschaftliches Tränge» hin .besprochen', so kuriert er «ämlich. Leider passierte ihm dabei ei» kleiner Irrtum, ans den ich jedoch den große» Man» nicht auf-merksam z» mache» wagte: er verwechselte rechts »ud links nnd »ahm den gesunden Arm vor. den er höchst andächtig inid mit dem vielversprechendsten Gesichterschueideu iu geheimnisvollster > angemessener gewesen wäre, den Unhold iu anderer Weise gerüstet Weise bepnstete, während er allerlei >»N-stische Erverimente dabei »rächte. Er war iiberselig, daß ich ihm später aus die Frage »ach .seinem Arm' natürlich gnle Auskunft geben konnte und staunt sich seit der Zeit »m ei» beträchtliches mehr an. .Tann wimmelt hier eine Familie Hermann herum, die ein Töchterche» vo» ganz normaler Tnnimheit und Einsachheil besitzen." .Was die übrigen Hausgenossen anbe-langt — * Hier hielt Lskar iune »ud blickte tief-sinnig ans die letzte» Zeilen. Sollte er? Sollte er nicht? -- »Herr vo» Helm!' erklang es da. TaS war ausschlaggebend. Mit einer nichtigen Erklärung brach Lskar schleimigst ab und verfügte sich zn den Tanien. Für einen Verächter des weiblichen Ge-schlechts war sein Wesen merkwürdig be-herrscht. Es war staunenswert, wie geschickt er seine Abneigung z» verbergeil wußte. Am besten gelang ihm die» bei Rosa. Und das schöne Mädchen zeigte ihre Aner-tknnnng in einer Weise, die — nun die je-denfalls sehr deutlich war. Er ging zulevt nur uvil» an ihrer Seite. „Zehi mir doch de« Schwerenöter an!" spottete Edith, di-' sich an Helenens Arm gehängt liatte. „Ter Fraueuhasser macht sich ja ganz niedlich. Und Rosa! Ganz Jungfrau von Orleans! Mein ist der Helm nnd mir gebort er zu! Papa Pranken wird wohl gewußt habcn, warum er sie hierher geschickt hat" Helene warf eine» flüchtige» Vlies auf das ganz iu sich ver suukene Paar. D«s WetterschieKe» in Slei»roi>,rk: Seriitnlschieße«. «Mi« Tut) in einmaligen, mit einen, graziösen Schwung in Lstars Arme. „Rette mich!" hauchte sie — in Lebensgefahren passieren ja oft uoch größere Verwechslungen, als es jetzt mit der Anrede gefcha!« — >i»d sie schieß die Annen, während das flold'.U-'.de Haupt im 112 + - nnb fester aus Oskars Schulter sauk. bereit, mit allen dazu ge-hörigen llhitanen in Ohnmacht M salleu. Ta kam etwas äuge« trabt. Es war Toui, deren Erscheinen einen wunderbar beleben-de» Eiuflu» auf Rvsas erschöpfte Nerven ausübte. <>1°'». FÜRS Bezug zu t'str Tchlummerrolle. Sctit Vorteilhaft ist e», wenn man dir Schlummerrolle» mit ein«« «aschbaren Bezug verlieht, wie er mit dieser Abbildung gezeigt wirb, (fr ist au» feinem weihen, Leinen hergestellt und an de» abgerundete», al» Volant au»-fallenden Adschlußendc» mit einem weißen, gestickte» a»gekrausten Batliststreisrn 9rj»g |n einer Schlummerrolle. besetzt. Ei» unlergesteppter Saum nimmt ein Zugband auf, so daß «an den Bezug zum Wasche» leicht von der Schlummerrolle abstreife» tan». Zum Zter-rat wird der Mittelteil mit einem leichten Bium«nzw«ige und mit Ltreumustern versehe», die man nach Beliebe» mit Waschseide oder Garn au«führt In der Grüße richtet sich der Bezug »ach der Schlummerrolle, für die er bestimmt ist: »»lere Vorlage ist 70 Eentimeter lang und 42 Zentimeter weit und kostet :i Matk 75 Pf. Modell von St. 8). « oß. Berlin W, Knrftirstenstraßi 114. osuäa Bj!L©ga Alpeublume. Die Krc»ze»z von der Rahnalp«, welche al» Magd bei dem Großberghoser Bauer in Dienst«» steht, ist «in echte» Alpenkind. Gewachsen wie eine Tanne, blicken un» au« dem blonde» Lockenkovfe zwei prÄchlige, blaue Äugen entgegen, die c» gar manchem Burschen schon angethan haben. Silber-hell klingt ihre Stimme und ihr Jodler ist lm ganzen Thal bekannt. Am liebsten ist sie droben aus der Alm. und a« vergnügteste», wen» sie bei den Alpenblume», bei de» Alpenrosen. Enzian und Edelweiß weilen kann. Sie »e»»t oll diese vlnmen ihre Schwestern und wahrlich, sie hat viel Aehnlich-feit mit ihnen. Sie ist eine Waise und hat niemanden aus der Weit, der für sie sorgt, und doch blüht und gedeiht sie, wie jene herrlichen Kinder de» Frühling» und de» Sommer», die der liebe Sott betleidet und an die er denkt. Sie ist WildhSueri», und wenn sie am gefährlichen Abhang da» Alpengra» für ihre Ziegen mäht, schont sie mit ihrer Sichel die Blume», damit sie weiter-leben und die Menschen durch ihre Pracht und ihren Duft erfreuen sollen. Sie weiß, wo da» prächtigste Edelweiß zu finden ist, doch hiile» sl» da» PlStz-chen vor dem Besuche Unberufener, damit ihre Schwestern nicht von roher Hand gepflückt werden. So lebt sie al» Blume unter ihren Schwester». St. Ta» Wetterschießen in Tteiermark. Da« Wetterschießen. da» heißt der Versuch, durch Böllerschüsse drohende Hagelwetter zu zerstreue», ist in Steiermark eine alte, tles eingewurzelte Sitte, Trotz mannigfacher dagegen, sowohl unter der »aiserin Mario Theresia wie auch iu neuerer Zeit, selbst nach im Jahre 1876, ergangener Verbote hat man namentlich in Untersteier, mark von dein alten Herkommen nicht lassen wollen. Seit den versuche», die Bürgermeister Stiger von Windisch.Feistritz vom Jahre 1896 an mit neuen, von ihm erfundenen Schießapparaten vorgenommen, hat man In den weiteste» Kreisen dem Wetterschießen seine Aufmerksamkeit zugewandt, und e« hat sogar da» dfterr»ichifch« Neich»kiieg»miiiiste,ium vor einiger Zeit eine eigene Kom-Mission entsandt, um an Crt und Stelle den eigenartigen Bei suchen beizn-wohnen. Der Apparat, dessen man sich jetzt bedient, besteht im wesentlichen au» einem 2 Meter hohen, an» 2 Millimeter starkem Eifenbl«ch angefertigten, an der obere» Leffnnng 70, an der unteren 20 llentimeter weiten Trichter, der auf »inen an» starkem Eichenholz angefertigten Klotz ausgeschraubt ist. Ta» Innere de« Klotze« ist au«gehöhit. so daß i» dasselbe aus Schienen ei» Mörser eingeführt werden kann. Die Wirkung der au« diesem Apparat ab> gegebenen Zchiiiie besteht in der Erzeugung von Lnstwlrbetn. die vertikal auf steigend sich bi« zu betrSchtlicher Höhe verbreiten E« unterliegt keinem Zweifel, daß die Wetterwolken vo» diesen Vuftwirbeln stark beeinflußt werden. Thatsächlich ist in den Gegend»», wo da» Wetteeschieße» wieder aufgenommen tiub konsequent durchgeführt worden ist, bi» heule kein Hagelschlag mehr vor-s.ekoiniiien. Tie stauiicuewrrle Energie der durch die Stiger'ichen Wetter« kanonen erzeugten Lustwirbel zeigte sich namentlich bei Schüsse», die versuch«, weise mit horizontal gerichtetem Geschütz abgegeben wurden. S« war eine Weihe eigenartiger Scheiben in 40, 00, 80 und 100 Meter Entfernung aufgestellt worden. Wo die ringelnden Wirbel diele Scheiben trafen, warfen sie die ausgestellten Stangen mit den sie beschwerende» Leinwandlappen henb, zerrissen die aus dicken, P.ipier (mit einem Zerreißung«w>dersta»de von zwölf Kilogramm) gefertigten Scheiden, rissen angenagelt» Leisten lo». ja brachen 3 Qeiitlmeter bieite und l.ii Meter hohe Leiste» entzwei und schleuderte» die Biuchstiicke weit auseinander, einmal 1« Meter weit. I» dieser mechanische» firnft de» Luftwiibel» ist jedensall» ein« Energie gefunden, welche die M»g- lichkeit darbietet, «i»e Ursache für die Beeinflufsung de» Hagelbildung»pr»»esse« abzugeben. Leider kennen wir de» Hag«Ibild»»g«prozeß »och zu wenig, um »n« di» Wirku»g«weife dieser Luftwirbel, die sicher über I500 bi» 20in> Meiee hoch hinauf noch eine erhebliche Energie bewahre», genügend zu erklären. Erschütterungen können sie in den Wolken jedensall« hervorbringen, nnd e« ist wohl denkbar, daß derartige Erfchütternugen Wirkungen aulüben, die den Hagelbildungivorgang stören oder ganz aufhebe». ^Resigniert. .Nein, mein Lieber, nicht der Doktor, ein Höherer hat Si» von Ihrer Krankheit kuriert." — Patient: „Da« glaub' Ich schon, aber der Doktor schickt die Rechnung dafür." A«S HildedrandtS Atelier, von dem am 25. Oktober 1868 i» Berlin gestorbenen Landscha!t»inaitr Eduard Hildebrandt wird »rzühlt, daß er ein» ganze Garderobe von rote», gelben, blauen Arb»it«jacken befaß, indem er den recht»» Arm auf »ah» Distanz an da« Bild führt«, al» Gradmesser für die Farbe. Roch ein« andere Anekdote finde hier Platz, die charakteristisch für seine Stellung z» der Formenwelt sei» dürste. Einer seiner Freunde, aufgefordert, zu urteilen, bezeichnete di» Bein» einer grasenden Kuh al« zu dick gerate». Hildebrandt trat drei Schritt« zurück und sagt» bann: .Ja. Si» hab«n recht; aber wisi«n Si«. di« Kuhb«in« in der Natur sind eigentlich zu dünn." St. Umschreibung. Herr: »Warum find Sie au» Ihrer l«tzte« Stellung entlassen worden?' — Diener: .0, ich bin nnr 'mal be» Cigarren mein,« Herrn mit ei»«« Streichholz zu nahe gekommen." Schonung unserer nützlichen Waldvögel! Diese lindern jetzt nnd im folgenden Monat nicht leicht ihre» AufenthalUort, da si« teil» mit dem ersten oder zweiten BrutgefchÜft, teil» mit d«r Aufzucht der Jungen zu thun haben. Die Junge» der schon früher brütenden Vögel au» erster Hecke sind a»»ge-flogen. streifen aber in der Röhe de» Restorte» noch umher. Um Mitte Juli ziehe» sich viele Familien nach beendigtem Bruigeschiift a» Orte hi», wo sie reichlich« Nahrung finde». Darum soll der Jüger an der Hand eigener Beob« achtung nicht nur dem vierbeinig«» und gefiederten Raubzeug, sondern auch de» zweibeinigen Papugeno» scharf Abbruch thun. Geschwüre an den Pfiie« »er Hunde heilt man durch folgende», zwei-«al täglich zu gebrauchende» Mittel. Man nehme zu gleichen Teilen zusammen-ziehende Tinktur und zusammengesetzte Mqrrhenlinktnr und mische «» zusammen. Znhlenritsei. >»»»>» I » » i t i $ 1 4 R 7 « R 7 D 1 ( I III ] I l 1 19 a in .1 1 l 3 7 II 1.1 IU tl U I« 3 17 t X 10 111 V 2 4 4 14 (V 0 18 V 10 i 14 I« »üllll IN « li ii « lo a i, 7 tl it io 1» 10 17 « 10 ta 13 10 U li « > 14 0 1 3 11 » S 13 13 II 10 i I It Kette« Tilden« Rätsel. >U» nachsteht»-den »7 Silbe»! ». ». »n. »», l>el, bei. ber, bru co, » S telle der Zahle» 1» »ors»eh«»der ssiaur find Buchstaben In »er Welse tu seien, daß (it- »ende IBeitrnnuitqen entstehen: I) «in Rot-Iimslnl. ) (Une lapaneflsche Äupsemlliwe. J) Sin verdienter deutscher iBerlogiliuiHMnbler. 4) ainc Stadt In England. M ?ln sranzdl. Sarblnat und Slaot»mnnn. 4> Eine «ladt in >>rankrel rlcht»ar,t. 10) El» Boael. II) Ei» nomhotier «enrenialer der «eaenwart. I») «tadi in land- 13) (tl»e blblilche Vetion 3i Sine türkische Statt. 4> Sine Person au» dem allen lesta-rnente. ») «ine geometrische ,>igur. «) Slnen In ttsrlfa. 7) Utne Peodl», rSinllche» Weltreiche» «) Sin Idol In der Schwel;. D) Sine Stobt in Indien. 10) l Sinen iUu6 in Afrika. 7) Sine Prooi»! de» der Schwel;, o) Sine Stobt in Indien. 10) Sin Metall I I) Sine» im «itlelmeee dtxsig vorkommenden klilch I») Sin «audiier. 131 Sine Nlnninnfinlllnüe I4i Einen fatrlarchen. 15) Sine Stadt Im buten Storben. I«) Sine «liikefrende. 17) Sl» HttnigKlch 18) Sine Zierpflanze, l») Sine italienische Druoin;. Anlldfung folgt tn »Schster Nummer. ©eint. Bogt. Atiflöjnngeii au» voriger Nummer: Tee llliarade! Srddeere». — Te» Palindrom»! Abd«. — Te» Homonym»! -chuster. — Te» «krostlcho»»i Murillo üiosjinl. •tn« tinbif «oiimaitiii. »«ranliooriliche Redaktion von Srnsl v«ttl«r. gebrmri nnb »erauagegelxn von iiieiner * 'BI tller in Stuttgart,