LaAcher W^W Zettmg. Dienstag den 22. Winterm. 1791. InUndifthe Nachrichten. Z^aibach ben i6. Winterm. Es hatte bic Auqsb'.lrger Masch^nbaucrische Zeitung Scite ic>6s. Nro. 26s. Dienstag dcll 8. Winterm. »791. unter dem Artilel Wml dett 2. Wintcrm. eindrucken lassen : " Kürzlich sandte ein gewisser Kavalier, der sich lange hier auhehalten hatte, verschiedene Gattungen Von Waaren nach Laibach, die von dort in sein Hauptma-gcnin gebracht werden sollten. Um die Stadtmauch zu tauschen, schrieb sein Sekretär auf die Küsten : Geistlicht Schriften , und Bücher. Aber diese Aufschrift täuschte den Qbereumehmer zu Laibach nicht, er ließ die Verschlage aufmachen und fand statt der geistlichen Bücher 320 paar Frauenschuhe, Toileten, Spielwerke u w inoäe, und andere Galanteriewaaren. " Gleichwie aber diese ganze Geschichte grundfalsch ist, so erachtet sich der Qber-nnnchmtt in Laibach, der die Ehre und Gnade hat in allen schon 42 , und durch z6 Iahl» als Qberbeamter ;u di.nen, bky Pflichtet, verbunden, dics? lügenhaft und verlaumderische A^poiaunung fn/null und nichtig zu erklären. Thad. v. Eiersperg m^?. Obereinnehnler. N)lk« den 16. LVmterm. Sonntaas d" .'?- d. haben Se. kaiserl. königl. Majestät dem Hrn. Joseph v. B«rvldin-gen, Domherrn der Hochsiifter Speyer und Hildeeheim, wie auch des unmittelbaren adelichm Reichsstifts Qdenheim Propste» und Reichsprälaten, als bevollmächtigten Lebensgesandten des hochwürdigsten' Reichsfürsten und Bischofs zu Hildeskeim und Paderborn von dem kais. Throne' die Belehnling über die Regalien und Welt-llchkeiten der beyden fürstl. Hochstifter, und zwar nach einem gedoppelm, Aufzuge für Hlldeshe'm vor, und für Paderborn nach dem gewöhnlichen Hof-Gottesdienste aller- gnädigst zu ertheilen geruhet, wobey der Herr Gesandt? die gewöhnlichen Anreden und Danksagungen hielt, überhaupt aber )iese feyerliche Handlungen mit einer Würde seines hohen Prinzipals und dem Ansehen der beyden fürstlicken Hochsiifter entspre« chender Pracht vollzogen hat. — Gestern am Namensfeste Sr. Maj. des Kaisers, wurde in dem Nazionalhoflhcattr ein neues llgends für diesen feyerlichen Tag , von dem Hofschauspieler Hrn. Ziegler, verfaßtes Schauspiel : Fürsiengröße genannt, nnt Pracht und Kunst, in allen Theilen, vorgestellt. Ihre k. k. Majestäten, und alle hohen Herrschaften, verherrlichten es mit ihrer Gegenwart. Ein ansehnliches Publikum in dcr größten Menge versammelt , bewillkommten Se. k. k. Maj. mit frohlockendem Zujauchzen , und alle Stellen des Stückes, welche anwendbar find, wurden mit außerordentlichem Beyfall« aufgenommen. Zum Beschluß ward ein neues Ballet, betittelt: Rook unter den Gthahiten , aufgeführt. Da die Ent-bindnng der durchlauchtigsten Erzherzogin Maria Theresia , Gemahlin Sr. K. H. des Ercher.ogs Franz, herannahet, so ist um von Gott einen glücklichen Erfolg zu erbitten, die gewöhnliche Kollekte in allen Klrchen vorgeschrieben worden. — Man versichert, di? barbarisch? Volksbelustigung der Heze lv^rde in dcn österreichischen Staaten, und vielleicht nachher in allen übrigen gesitteten Staaten, ganz aufgehoben werden. — Der Herr Vi-e - Präsident Baron von Margelik ist aus Prag allhicr angelangt. — Der Kammervirtuos Hcrr Greibich wird auf allerhöchsten Befeh! die Musik del) den künft Mtigeu Opern Serien und Ballett« dlrig--Mren. — Se. Maj. der Kaiser haben von Karl Toskana dem Hauptmann Tsccclas in den Ruhestand gesetzt, und selbem den Titl als Major verliehen. — Der Herr Staatsoffizial v. Giuliani ist statt des verstorbenen Baron v. Sperges zum Höft räch beym italiänischen Departemenc ernant worden. — Den 14. d. sind Se. Ex ?ll. der Herr Obrist - Iustizstelle -Peasident, Graf Leopold v. Klary bey erjagter Hof-stclle durch den Hrn. Obersthofmeister Fürsien v. Stahremberg in Gegenwart des gesammten Raths und übrigen Kanzley Personals, wie auch in Bensein sämmtlicher Gerichtsstellen , dann Hofagenten öffent« lich installiret worden. — Se. Maj. der Kaiser sollen neuerdings ein höchstes Hand« billet über die Ersetzung deren vakant werdenden Stellen wegen den anzustellenden Beamten, besonders bey der Iustitz, und den politischen Stellen haben herabgelan-gen lassen. Diesem höchsten Befehl zu Folge solle über die Ersetzung bis einschließlich der Raitoffiziere und Konzipistell Stellen mittelst eines nach Hof zu erstattenden Vortrags die Bewilligung Sr. Maj. eingeholet werden. Die Ersetzung dcr minderen Chargen hingegen durch die Mehrheit dcr Stimmen der Herrn Rathe für sich gehen, und von der geschehenen Ersetzung alsdann die Anzeige nach Hof ge-. machet werden, weil der Monarch überzeugt seyn will, daß die dem Staat so lästigen Qlchszcnten eingebracht weiden. Prcßblirg ücn 12. N)interm. Nach Berichten aus Raab kommen die zwey Ffldbataillcns von Anton Esterhaczy dahin in Garnison zu liegen ; die zwei? Feldbataillons von Karoly sind aber nach Sze-gedin und jene von Devins nach Großwa:-dem beordert. — In Briefen aus d r Moldau wird gemeldet, daß die Armenier ans den türkischen Festungen Bender, Kilia, Aliermann und Ismael in rußi- schen Schutz genommen worden seyen, und nach Dombazar jenseits des Niesiers im neu eroberten Antheil, wo eine Han-delsiadl angelegt werden wird, gebracht werden sollen. — Se. k. k. apost. Maj. haben den Raitoffizier der königl. ungarischen Hofbuchhalterey zu Wien Herrn Wenzel edlen v. Rclunacher, wegen seinen und seines verstorbenen Vaters besondern Verdiensten mit Nachsicht aller Taxen, dann den königl. ungarischen Drevsiger zu Pruck Anton von Kleiner wegen seinen vieljahrigen treu geleisteten Diensten mit Nachsicht der halben Taxe in den ungarischen Adelstand allergnadigst zu erheben geruhet. Ofen den 12. VVmterm. Den Zten dieses ist das in Pest in Garnison gele, gene deutsche Infanterie Regiment von Stain nach seinen Kantons Stazionen in Oesterreich abmarschirt. Dagegen ist das ungarische Infanterie Regiment Alwiuzy den 4. d. cllldort eingeriickt. Semlin den 12. N>intlvm. Es ist nun aus beyden Seiten von dem k. k. und dkm türfischen Befehlshaber die Anstalt getroffen , daß kein Türk herüber darf, ohne einen Paß von seiner Obrigkeit vorzuzeigen. Auch die Gegend ist bestimmt, wo unsere Nachbarn an das Uftr kommen, und wo sie in unser Gebiet nntretten dürfen. Wenn ?mcr von ihnen ohne Paß erscheint, oder in einer Gegend, die ihnen nicht angewiesen ist, so hat die Wache Befehl, ihn gesanglich aufhalten. Die Unsrigen, welche nach Belgrad wollen, muff n sich ebenfalls mit Paffen verschen. Ordnung unter den Menschen ist eine heilsame Sache; durch Ordnung wird bey solchcn Gelegenheiten Ruhe und gute Nachbarschaft erhalten. Man muß übrigens bekennen / daß der- malen jedermann, der nach Belgrad komM, in aller Sicherheit wandelt. Chozim den zi. VVeinm. JerHr. Internunzius, Baron v. Herbert', sobald von dem Reis Effendi die Minsstsrialaa« zeige gemacht worden war, daß von Seite der Pforte Ebubek Katib Effendi, Muh«-sebitschi oder Generalkontrolleur, als Gesandter an das k. k. Hofiager bestimmt seu, um nach den Frieden die gewöhnlichen Komplimente zu ersiatttn, ist von Szißtow aufgebrochen, um seinen vorigen Gesandtschattsposten wieder anzmretten« Zu Schiumla wurde er von dem Groß-vezier mit ausgezeichneten Ehren empfangen. Man wies ihm gleich das Haus des Aynam (Vorstehers) von Schumla zur Wohnung an, und er wurde von dem Großveziere auf das kostbarste bewirthet. Am 29. Herbstmonats des Morgens erfolgte die feoerliche Audienz bey demstl-ben. Der Großvezier sagte b?y di ser Gelegenheit den» k. k. Internulizilts sehr viel Verbindliches über die Herstellung des Friedens und die Erneuerung der vorigen freundschaftlichen Verhalmisse beider Höfe. Der Hr. Internunzius ward mit einem prächtigen Zobelpelze, und all? Gesandt-schaftspcrsonen wurden verhalttußmäßig bekleidet, und bey dcm Fortgehen fand der Hr. Intcrnunzius ein schönes kostbar ge-ziertts Pferd, das der Großvezicr dem Hrn. Ilmrtiunzius verehret halte. — Am Tag? nach dieser Audienz setzte dtr Herr Internunzius seine Reise fort. Am la. Weinmonats befand er sich w Burgas, und dachte den «7. in Konl'antinopel einzutreften, und den 25. W''ilimonats den gewöhnlichen Posil'urs zu eröffnen. Trieft den 1. tVinterm. Der Nlßisch-kaiserliche M^or von Heß ist zur See dastlbsi angckommen, nachdem er 6 Wy- chen vorher sich auf einem besonderen Fahrzeuge eingeschifft hatte, um den, die kais. FlotiH im Mittellandischen Meere kom-mandirenden Generalmajor Tomara aufzusuchen , und ihm die Nachricht von dem zwischen Rußland und den Türken geschlossenen Präliminarfrieden zu überbringen. Der Major hat die Flotille in dem Ha-ben der Insel Calamo angetroffen , in. dem Augenblicke, da sie auf weitere Unternehmungen ausgehen wollte. Viele Schiffe waren schon zum Kreuzeu ausgelaufen, welche gleich zurückberufen wurden. Man sagt, daß die Flotille in den Hauen von Syrakus und Messina überwintern wird. Der Herr Major hält jetzt die gewöhnliche Quarantaine. Lemberg ben 2. Minterm. Ein gemeiner Soldat vonDevms hat sich, wnl er 25 Prügel eines Vergehens wegen erhalten folltt, vor acht Tagen auf seinem Zimmer bcym Wirth, wo er in der Vor» stadt einquartirt lag, erschossen. — Diese Woche haben sich drey Frauen ansehnlicher Beamten von ihren Männern selbst geschieden. Diese Mode wird leider in Lem-berg herrschend. Immer sind die Manner an den Ausschweifungen der Weiber Schuld/ denn entweder ist der Mann selten an der Gattin Seite, oder er erlaubt ihr zu viel aus Herzenscinfalt. Troppau den 10. winterm. Zu Grüniz in preußisch Schlesien ist aus einem einzig?« Hanskorn ein fünf Ellen langer Stengel gewachsen, der sich in 57 Aeste vertheilt, und 17580 vollkommene zur künftigen Aussaat taugliche , und 1972 geringere , überhaupt also 13ssO Hanfkörner getragen hal. Ausländische Nachrichten. Frankreich. Paris den 4. "wmterm. In der Gi.Mq der Na;io"alversalimilm!) am lez-ten Weinm. legte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten folgenden Bericht über das Benehmen der auswärtigen Höfe ab. Der Kaiser hat über die durch den König angenomene Koustituziou noch nicht geantwortet. Der König von Spanien verharrt darauf, zu glauben, daß der König nicht frey sey. England und Holland wünschen Frankreich alles Wohlergehen. Der König von Schweden will die französische Konstituzion schlechterdings nicht erkennen. Er hat seinem hier re-sidirenden Minister Befehl gegeben Paris ohne Abschied zu nehmen, zu verlassen. Der König von Sardinien hat auf eine sehr unbestimmte Weise geantwortet. Die rußische Kaiserin , der König von Preußen, und der König von Dänemark haben noch gar nicht geantwortet. Diese ministerielle Anzeige machte der Nazional-versammlung kein Vergnügen. ^Wird alle Dienst - und Freytage nachmittags um 4. Uhr auf dem Platze Nro. U l8z. in ocr von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.