Nro. 57. Leopold Egerische LllAcherM Zeitung. Kreytag den 17. July, 1321. 3 a i b a ch. "^/eute erwarten wir <3e. Königl. Hoheit den Erzherzog Joseph, Pala-tinus von Hungarn, der hierdurch nach Idria, und von dort aus weiter nach Italien seine Reise machen soll. Nach Berichten aus Brüssel läßt der Erzherzog Karl durch seinen VevyUmöchtigien diejenigen Güter Verkaufen, dle ihm ln Volgien zug. hören, »md über die er nach dem Luncviller Frieden dlsponiren kann. Unttr diesen Gütern befindet sich das prächtige Sck>loß Lacken, welches die Erzl^Hogin Christme vor 20 Jahren ecbamn ließ. Padua, den 22. Iuny. Eine Verordnung deS HoffriegS-raths zu Folge, wird die Toskanj-sche Infanterie, welche zu Mestre lag, so wie die Kavallerie von derselben Nation, welche in unsrer Stadt lag, aufgelöset und entlasten. Wer unter der K. K. Fahne dienen will, erhält Sold und Rang, wie unter Toskana. Die übrigen dürfen nach Hause gehen, ,»ud erhalten die erforderlichen Passe. Tyryl, den 29. Iuny. ^ Endlich haben wir die sichre Hoffnung, Ihre könig!. Hoheit, ««fere vcrchrtcsic Erzherzogin Maria Elisabtth bald wieder in unserer Mitle zu sehen, nachdem Hr. Gast-gcber und Schissmcister Gamper Hochstd.ro Bagage auf 4 Wägen sckon lange aus Vrünn nach Ins-bruck abgeführt hat, wo sie auch am 3. d. M. bereits angelangt ist. Aus diesem Lande, wo die 3iebe 5md Ehrfurcht gegen den Erzherzog Karl König!. Hoheit eben so allgemein und unbegranzt ist/ als die Treue gegen Se. Maj. den Kaiser, > ist uns nachstehende Inschrift eingesendet worden, welche, wenn sie auch nickt von der Art ist, daß sie an das Sr. Königl. Hoheit zu errichtenden Monument wirklich geseyt zu werden würdig wäre; dennoch die Stimmung edler Herzen verräth, ! und wegen ihrer Präcision und deutschen Biedersinns bekanntzuwerden perdienet; sie lautec, wie folgt! Regio Heroi Carolo Ludovico Archiduci Austriae, Caesaris Fratri, Supremo Campi Mareschallo - Victor* ¦¦¦'.',-«allorüm ad Ostrach, et Stockach &è, : Germamae Liberatori, Fads Restauratori, Rcrum c |.: In summo Periculo Positarum Statori, ac conservator! Vrgente Sueoorum Rege Imperium Liv or no, den 29. Iuny. Nach den am 22. Iuny aus 3i-vorno eingelangten Iiachrlchtcn hat sich Porto Serraio noch nickt an die Franzosen ergeben. Die Vcsayung soll 2 0QQ Mann bctt-agcn. Man bemerkte, daß General M'irat zu einer förmlichen Belagerung die Anstalten treffen lasse, nachdem zwey Angriffsversuche fchlZcschlageli haben. ! In Rom ist gegen die Diebe, Räuber, Banditen , Unrubstiftcr und bösgesimltc Menschen ei l Edikt ! unterm iz. dieses erschiene:, wodurch man den beständigen Missethaten derselben Emhalt zu thun hofft. Da sich der Pabst wegen der Beschaffenheit seiner Finanz ausser Stand sieht, die Nittergardä wieder herzustellen, so habcn sich die Römischen Edelleute crobotcn, auf ihre Kosten ein Korps zu errichten, und dieses anerbieten wurde mit Dank angenommen. Das Staacs-sekretariat hat die Offiziere er-wählt,' und die Herzoge Mattet und Braschi zu» Kommandanten dieser Garde ernannt. Mehrere angekommene Seeuach-richten geben die Versicherung, daß d?r sranzösis. Admiral Ganibeaums die Truppen, welche er am Vord hatte, zu Derna, einer Seestadt von Afrika im Königreiche Varca 3 Tagreise von Alexandria entfernet, und wovon ein Theil W',stc ist, ans Land seyen konnte. Auf diese Art wird bemeldeter Admiral, wen« es ihm jedoch gelingen sollte, dem General Menou in Aegypten einen starken und schnellen Sukknrs leisten. Bereits weiß man, daß dicftr Admiral das Geschwader des Sir Warren sorgfältig vermied, und sich immer nördlich an dcr Insel Caydien hielt; daher sckeint ybige Nachrichr einiges Gewicht von Wahrscheinlichkeit zu gewinnen. A ' Bologna, den zv. Iuny. e^n vcrwicbenen Tagm gieng der «3>^ und segelte, sogleich nach Trieft ab, Rom, den 28. Iuny. Durch eine Stassete erfahren wir hon Monssg. Galeppi aus Florenz, daß ihm von dem General en Chef, Mürat, die angenehme Nachricht mitgetheilt worden sey, daß der Kriegsminister an dem General De-belle den Auftrag zur Räumung des Forts St. Leo, und der Pr»vinz Feltrcn erlassen habe, welche dem päbstlicheu Stuhle zurückgegeben werden. General Watein ist nach einer bey dem heil. Vater gehabten Audienz/am 21. nach Florenz abgereiset S l c i l l e n. N e^.p H l 5°-klb'^ Iuny. Man spricht bon einer See-scblacht, welche zwischen den Engländern und Franzosen in den Gewässern vvn Varletta und Vrm0lsi vorgefallen seyn soll. Sichere Briefs enthaften di? Nachrickt von her nahen Ankunft des Admirals Nelson mit einer Eskadre in den Meeren vott1>cl)den Sizilien. Geit 2 Tagen haben wir We grosse Flotte in Augenschein , man kann nicht cr-kenncn, von welcher Nation sie sey. - z Der Admiral Vacht berichtet dem Admiral Keith unterm i6. May, daß die Englische Flotille im Nile auf die Französische Flottille gestos-scn sey, welche obschon sie von den Landbatterien beschüyet wurde, doch vollkommen geschlagen worden sty: daß die Franzosen bey 8o an Todten und I20O Mann an Gefangenen mir einem Theile ihrer 17 Schaluppen verloren haben, auf denen sick eine 32 pfundige Kanone befand , und daß hierauf die Engli> sche Flottille ihren Weg gegen Kairo fortgesetzt habe. Deutschland. Maynz/ den 27. Iuny. Die hiesige Stadt ist, so wie alle französis. Granzstädte am Rhein, mit Fremden angefüllt, die ihre nach Paris geschickten Pässe mit der Erlaubniß zurück erwarten, nach Frankreich reisen zu dürfen. Dänemark. Kopenhagen den 2z.Iuny. In der Vucht von Tversted an der Iütländischcn Küste hat man neulich ein Gefecht zwischen 2 Kriegsschiffen von ungleicher Große sehen können, von denen das größte ein Engländisches Kriegsschiff und das kleinere wahrscheinlich ein französi- scher Kaper war. Den Ausgang des Treffens hat man nicht erfahren. Krieg mit Portugal!. Pariser Blätter gcbcn folgende offizielle Nachrichten aus dcr Madrider Zeitung von 5. Iuny. Die zweyte Division des Spanischen Vortrabbs besetzte am istcn Iuny Azumara , Älcgretto nebst dcm Schloße dieses Orts, und Porto Alegro. Die Portugiesen hatten sich eilig über den Tago zurückgezogen, und ;u Abrantes vereinigt. Die Spanier fanden viele Lcdcnsmittel und Gewehre, 2 eiserne Kanonen und 4 Mllnitionswägcn. Die neue Stellung der Armee sicherte die Kommunikation mit Spanien. Der Friedensfürst gedacht? dieselbe zu behalten, bis die Ankunft dcc nothwendigen Vorräthe mid Effekten die Armee in den Stand seyen wür«? de, ihren Eifer an den Tag zn legen. Der Friedensfürst an den König. Vom 6. Iuny. ,/Sir! Es ist halb 9 Uhr Abends. Ich schließe vollends den Vergleich der Uebergabe von Campomajor. Morgen werde ich diesen großen Play in Besitz nehmen; die Armee Ihrer Majestät und ich werden a,'f den krummern speisen. Anguelia, ein Dorf und Schloß, das i« Albuquerque gehört, «tid den Truppe«, welche dort vorbeizogen, vielen Abbruch that, hat sich ergeben lc. Vom 7. Iuny. ,, Es ist 6 Uhr Mol-gens, ,n,d ick erhalte Nachricht von dcm g'ltcn Erfolge der Expedition dos General der ersten Divi-Hon, Don Diego Godoy. Er mar-fchirt auf Evora. Ich habe zur Belohnung des Muths der überwundenen Truppen den lcyttn Art. der Kapitulazion von Kampomajor bewnligt; es wäre der Spanier nicht würdig gewesen,
v?r. und d?r Mangel a« Uebung den gnten' Willen der Offi-z,ers und der Matrosen einlgermasse« sahmte, war es viell?ickt hinreichend, daß sie ihre Pflicht erfulltttt. Icyt abev daf grössere Hülfsmittel zusam? ! meng^brackt ssnd , und da alle Sorg-^ salt der Regierung dahiu geht, sie ' noch zu verstärken, würde sie in ihrer Erwart»)ng getauscht werdelf,wenn sie l nicht aufandereResultal?rechnenfoll-te. DieOssizier undMateosen del Flo-tillen müssen sich nicht mehr auf blosss Vertheidigung einschränken, sondern ihrett Much dnrck die kühnsten Un-terttesMUtlgvn auszeichnender Feind, dessen Angrisse sie bisher blos zurückgetrieben haben, muß jetzt genöGgf wecken, sich selbst zu vertheidigen; ., alle Gelegnchetttn, die feindlichen ^ Fregatten zum Kampf zu bringen, , mufftn begierig ergriffen werden, ^ un> me must ein Gefecht vorfallen, ' wodl^ch "ickt dem Feinde ein be-trachtjickcr Schade verursacht worden, ^ch würde glauben, die Marine-Offiziers nnd Matrosen zu beleidigen, wenn ich dcnfen wollte, das Englische Schaluppen noch ungehindert in die Seine segeln könnten, so wie sie es bisher gethan habe». Nie müssen unsere Seelente einen andern Erfolg, als in einem ganzlichen Siege sehen. Giebt es Leute, die an diesen Gefahren- nicht Theil nehmen wollen, so lasse man sie nicht auf den Schiffen der Flotille zu; mögen sie ihr unrühmliches Lebens anderwo hin-Hrillgen," S ch w e i tz. Vern, den i.Iuny. Aus Mayland wird gemeldet, daß die fränkische Regierung die Cisalpinische eingeladen babe, folgende fränkische Truppcnkorps in ihren Sold zu nehmen: 22 Halbbrigaden Infanterie, '2 Regimen- i ter Kavallerie, 2 Regimenter Artillerie, i Korps Pionniers; mit der Aufforderung, 2 Regimenter Ka< MeM'nnd 3 HalbbrigadenInfante-rie Cisälpinis. Truppen aufs schleunigste zu errichten. Dagegen soll die Eisalpinische Regierung eine eigene Gesandtschaft mit den nachdnickliH-stcn Protestationen nach Paris gesandt haben. Eins beträchtliche Anzahl sran-zösis. geistlicher Emigranten und Koudeer kommen seit kurzem in die Schwciy zurück, wo sie theils verwegen auf eine günstige Gelegenheit lauern, um nach Frankreich zurückzukehren , theils öffentlich und L,n-gescheuet erscheinen, aber auch nicht selten erwischt und eingesteckt werden. Vor einigen Tagen ward eine ganze Chaise voll auf der Landstrasse ausgehobeu / und hier gebracht. Die Unzufriedenheit, welche sich in mehrern Schweizerischen Kantonen über die dermahlige Ordnung der Dinge zeigt, laßt sich ausfolgenden Schreiben der Gcuieindekammer in Vern abnehmen, welcks unterm 20. Iuny an den geseygcbenden Rath, und von diesem dem Vollziehungsrath zur gesetzlichen Verfügung eingesandt wurde: „Wir haben die Ehre, Bürger, GeseygebungSräthc! Ihnen hier bei-! gehende Protestation gegen die Vers ' theilung des Kantons Bern einzugeben. So lange die ganze Schweiz durck einander geworfen, und als ein erobertcsLand behandelt wurde, mußte sich alles nach dcnUmständeu fügen. Daß aber jetzt, da sie unabhängig erklärt worden, unddieKantous-Ein-tkeilungen größtenteils wieder Play finden sollen, ganze Landschaften von der StadtVcrn abgerissen werden, die ' nur durch sie zur Schweiz gekommen M ld, und dazu g^rcn; die Iahrsiun-Merte den Schu^und die Wohlthaten Wnofsen, die ihre weise Regirruna übrr W^as ganzeLand ausbreitete, und der sie Allein den Wohlstand zu verdanken Waben, zu dem sie sich emporgeschwungen; daß kann kein ächter schweizer, und das kann wenigstens kcin rechtschaffener Verner freywillig zugeben, ohne seine Pfiicht auf eine offenbare Weife hindannzuseyen. (3o wie diese Protestation ganz ohne Leidenschaft, ohne Auftritte, und mit ruhiger kalter Uiberlegung ist abgefaßt worden, so hoffen wir auch, Vr.GeseyKebungsrä-l^es daß Sie dieselbe, als eine pfticht-mäßigeHandlung ansehen werden, die n>ir unserer Stellung schuldig sind. Gruß und Hochachtung l Der Präsident Herrmann." Protestation. Durch den unterm 29. März durch den Druck bekannt gemachten Konstituzions - Entwurf wird zwar die ehemahlige Kantons -Regierung in der Schweiz zum Theil wieder hergestellt f dabey aber der eigentliche Kanton Vern, unser wahres Vaterland, das unsere Vorältern der Stadt Vern erworben, und durck feyerliche Traktaten zugesichert haben, bedrohet, auf ein definitive Weise s »ertheilt, undgrößentheils von dersel- ^ > ben abgerissen zn werden Von dem ! Gcsül)l unserer Pfilcht durchdrungen, und von dcn uchmlickien Grundsätzen geleitet, die uns bewogcn haben, uns seiner Zeit den Verkauf der zu der Stadt Vern gehörenden Güter und VcsilMlgen möglichst zu wiedersehen, protestiren wie im Nahmen der ge-sammten Bürgerschaft von Bern,, welche wir dermahl vorzustellen idie Ehre haben, vor Gott und der ehrbaren Welt, gegen die LoSreiffung des Gebiets, der Rechte und der Besitzungen , welche der Stadt Vern auf eine rechtmäßige Weise zugehören, und die sie als ihres von ihren eid-genoßischen Mitständen, und von allen Europäischen Mächten anerkanntes Territorium seit Jahrhunderten ruhig und ungestört klefcssen hat, Gott und der Zeit anheimstellend , ihr das gebührende Recht zn verschaffen; in der Uiberzeugung, daß die Französische Nazion selbst mit der Zeit, das Unrecht erkennen wird, daß die ganze Schweiz, und der Kanton Vern insbesondere, von ch-ren dermahligen, seither, gestürzten Regenten, erlitten hat. , Gegeben iu Vern, den 15. Iuny »8ol. Die Unterzeichneten le. Hlcse Zeitung wird wöchentlich zweymahl ausgegeben, das ist DiensiftpL «yK Freytags. Sie kostet für hiesige Abnehmer halbjährig , fi, 15 tr. Au? »