wciö icl) s. Festgedicht zur Franz Schubert-Feier am 3^. Jänner ^8<-7 der Kammermusik-Vereinigung der jAsicharmonischen Gesellschaft in kaibach gewidmet von Höivard Aamhasier. Nun weiß ich's. Das Lied, das echte deutsche Lied, Lagt an, wer hat's gesungen? Nun weiß ich, was der Brunnen rauscht Und für heimliche Worte die Linde tauscht: In ihm hat es geklungen! Das Lied, das echte deutsche Lied, Sagt an, wer hat's gesungen? Nun weiß ich, was die Lerche singt Und wie die Forelle im Wasser springt: In ihm hat es geklungen! Das Lied, das echte deutsche Lied, Sagt an, wer hat's gesungen? Nun weiß ich, wie braust das Mühlenrad Und was der Wanderbursch' fühlt auf dein staubigen j)fad: In ihm hat es geklungen! Das Lied, das echte deutsche Lied, Sagt an, wer hat's gesungen? Nun weiß ich, was der Herbstwind spricht Und die weide flüstert bei Mondenlicht: In ihm hat es geklungen! In ihm, dem Länger am Donaustrand — O Österreich, du glücklich Land! — In ihm hat es geklungen! Das Lied, das echte deutsche Lied, Des Zauber schlummert im Gemüth, Schubert hat es gesungen! Auf, auf, ihr Fiedler und Bläser, beginnt! Der Todte steigt aus dem Grabe, Und bläst und fiedelt und fiedelt und bläst: «Ich bin nicht,» ruft er, «ich bin nicht verwest!» Schubert, das echte Wienerkind, Lr lebt, euch allen zur Labe! Wollt' greifen einst zum Wanderstab Und nach Laibach ziehen bergauf, bergab — Li, ei, das war vermessen! Lin Rieglein sie schoben vor das Thor Und zogen mir einen andern vor, Doch hab' ich's längst vergessen. Und blase und fiedle im Geist nun hier mit, Denn wer, wie Ihr, so furchtbar litt, Des Herz braucht eine Weide; Auf, auf, ihr Bläser und Fiedler, beginnt! Schubert, das echte Wienerkind, Lr bringt euch Lust nach Leide. kkleinmayr L Bamberg, Laibach 363