Narodna In unhmzltatna knjtžnica v LJubllanl 119655 Narodna in univerzUetnn knjiinica v LJubljani 1.19655 //#■/> J^ d. ROmUMV/ßÖMERBM) WACHST TUTFEŠ. Das Römer-Bad Töplit? näclilt Tüffer .mit seinen Ilm^ebungsen. Dargestellt von Gr. Uulpl's Guslav Muss. Verlag des Hot. Franz Aailer in Gratz, //ftJJ- J19655 F*i€ 4t- ,y«£ «c^n,ll! b,i »<» «. «ly^n>'sch«n «lie«. Gruß an die Thermen zn Töplitz. Seid mir gegrüßt, ihr Quellen, Von keinem Aug' belauscht, Wenn mit den Silbcrwellen HygeyaS Segen rauscht. Laß mich in deinen Armen, Najade, heiß und licht. Zur Lebenslust erwarmen/ Nie sie dein Hauch verspricht. Seid mir gegrüßt, ihr Matten, Wo Flora's Tochter glich'n. Nehmt mich in eu'ren Schatten, Ihr Wälder, frisch und grün. Labt mich auf eu'ren Hohen, Ihr Verge, himmelnah, Die schirmend rings umstehen Dieß Philadclhpia. Ihr labt' den siegesmüden. Den stolzen Römer schon/ Euch pilgert zu vom Süden Froh der Cäsaren Sohn. Und Mancher nun gibt Kunde, Wie dankbar er gedacht. Daß Herz und Kraft gesunde Durch eu're Zaubermacht. 1« Vom Süden brachte wieder Euch neuen Ruhm u„d Glanz Ein Edler, kräftig, bieder. Als jungen Sicgcskranz. So sprudelt ohne Ende, Verherrlicht euch und ihn, Und bringt die Himmelsspendc Noch ferner Zukunft hin. Im Lebensstaub begraben, Macht euch von Schlacken los, Soll die Natur euch laben. Die ewig gut und groß. Vorwort. Eine gedrängte Uebersicht zu geben über die Bade- und Curbrunnen-Anstalteu der Steicrmark, und dabei im Anschlüsse an die schon erschienenen Hefte über Gleichenberg und Rohitsch nun mit Tüffer neu zu beginnen, ist der vom Verleger vorgeschriebene Zweck dieser Bogen — ein Zweck, der den Verfasser trösten und entschuldigeu soll, daß er bei so manchem gar freundlichen Stoffe, den Lage und Umgebung der steierischen Badeorte bieten, bescheiden die Feder bei Seite legen, und auf die Mittheilung besserer Ginzelu-Schilderungcn Verzicht leisten muß, die er sich als literarisch geschätztes Eigenthum übrigens ein für alle Male vorbehält. Zur leichteren Verständigung des Ganzen schicke ich hier eine Einleitung voraus, die geeignet sein dürfte, durch einige Paralellen zu zeigen, ob und wie die steierischen Bäder im letzten Jahr-zehende einen bedeutenden Aufschwung gewannen, nnd bei den vervielfältigten und beschleunigten - 6 - Verbindungsmittcln des Landes einer Zukunft entgegensehen, die ihrer Heilkräfte würdig wäre. Da gerade Letzteres der Fall ist, so setze ich in die Einleitung als ähnliche Bilder jene jüngeren deutschen Bäder, deren Aufwachen und Aufblühen zugleich so zu sagen unseren Jahren angehört. Mögen die veredelten Hilfsmittel zur Förderung des Curlebens, möge die schnell wachsende Zahl der Gäste, das Verschönen und Nähcrrücken der reizenden Natur, mögen diese gesteigerten Potenzen für das sichtbare Gedeihen unserer heimischen Thermen sprechen. Die Balneologie, so innig verwandt mit der Geognosic und Chemie, wurde bisher in Oesterreich ziemlich stiefmütterlich behandelt, und es kann uns in Steiermark zum Troste gereichen, daß in der Zeit, in welcher die österreichischen Bäder im Allgemeinen durch balneologische Werke etwas mehr an's Licht traten, auch die von Steiermark, — wir verweisen nur auf die Abhandlungen, die über Glei-chenberg, Tüffer :c. erschienen sind, — ihre würdigen Vertreter fanden. In der That, sind nicht dem Manne der Wissenschaft die Gesundbrunnen der wichtigste Fin« — 7 — gerzeig in die geheimen Werkstätten der Natur? weisen ihn nicht die Salzquellen auf Salzlager, die eisenhaltigen auf Eisen, die alcalischen auf Soda :e. hin? Gin freies schönes Feld bieten die Curorte dem Künstler vom Architecten bis zum Ziergärtner, vom Maler bis zum Hydrotechniken Welcher Verschönerung solche Orte durch die Kunst fähig sind, welche Aufgaben sie dem Künstler selbst zu lösen gcbcn; das haben, wie uns Wasserleitungen und Mosaikbödcn, Gemächercintheilunq und Hausschmuck zur Genüge beweisen, die Nömer fast zweitausend Jahre vor nns in ihren Bädern, selbst auf nnsercm Boden, was Glcichcnberg und Tüffer, Ginöd in der Nähe des alten Noreja bei Neumarkt und Ncuhaus bei (Mi durch Denkmäler darthun, weit besser eingesehen und in's Werk gesetzt, als wir und unsere Vorfahren es noch vor wenig Iahrzcheuden zu verstehen und zu würdigen fähig erschienen. Um über die drei steierischen Bader ersten Ranges: Glcichenberg, Rohitsch und .Tüffer, ein richtiges Urtheil zu fällen, wollen wir uns ein wenig umsehen, insbesondere im steigenden Aufblühen solcher deutscher Bäder ersten Ranges, deren Gedeihen der jüngsten Zeit angehört. - 9 - Iu' 43 Ländern kennt man gegenwärtig 7330 Mineralquellen und Bäder, von denen auf Europa allein 6tz27, und darunter 1400, also am meisten, auf Oesterreich, auf Stciermark mehr als 50 kommen, von denen noch in der zweiten Hälfte des vorigen Iahrhundcrtes der verdienstvolle Doctor Kranz nur den fünften Theil kannte. Kindcrmann und Sartori beschränken sich noch auf die trockene Aufzählung, erst Gründel, Süeß, v. Vest, Riedl, Schallgrnber, Mislcy, Lessing, Werle, Macher, Echrötter, Hcnn, Praäil, Langer, Hruschaucr erwarben sich bleibende Verdienste um die heimische Balneologie durch die wissenschaftliche Prüfung unserer Heilquellen ^ durch die Wege, welche sie selben in die weite Welt zum Frommen der Menschheit bahnten. Unter den Bädern Deutschlands, die erst in jüngster Zeit zur schnellen Blüthe gelangten, unter den Bädern, die wir hier mit unserm steierischen in ähnliche Linie setzen wollen, nennen wir Ischl, Kissingen und Franzensbad, die beiden ersten Bäder der Majestäten und höchsten Persönlichkeiten, das letzte der höheren Beamtenwelt, Ischl die östreichisch-ungarische, Kissingen die englisch-russische, Franzcnsbad die sächsischpreußische Nationalität, repräscntirend, oder wenn - 9 — wir die Färbmig des geselligen Tones in Betracht ziehen — Ischl den elegant-heiteren, Kifsingen den frostigsteifen, Franzensbad den harmlos leichten Ton zur Schan tragend. In Betreff des Besuches stellten sich im Jahre 5846 heraus für Ischl 640 Vade-parteien oder 5878 Personen, die wenigstens 6 Tage verweilten; für Kifsingen eine ahnliche Anzahl, für Franzensbad, das in 50 Jahren über 60000 Gäste zählte, 1320 Parteien oder 2141 Personen. Vergleichen wir damit Gl eichender g, R'ohitsch und Tnffer, die Wien-Gratzer, ungarisch-deutsche und dcutsch-TriestincrBcsuchswelt, den gemüthlich-feinen, lebhaft-geselligen und harmlos-heiteren Ton repräscntirend, so stellt sich für 1846 für Gleichenberg eine Anzahl von 600 Cur-gästen, für Saucrbrmm Rohitsch von 1278, und für Tüffer von 310, in jedem dieser Bäder im Vergleiche mit dem Besuche vor 5 Jahren eine fast um das Doppelte gestiegene Anzahl, die zu dem Besuche der böhmischen Curorte Carlsbad mit 3438, Töplitz 3100 und Marimbad 2016 Parteien, in eben dem Verhältnisse steht, in welchem Steiermark zu Böhmen, das jugendliche Entwickeln unserer Curorte zu dem alten Ruhme der dortigen, sich findet. — Einen Punkt ausgenommen, daß - 10 — hier in letzter Zeit nach Masmabmk unserer Kräfte für Bcuitcn, Verschönerung und Bequemlichkeit weit mehr als dort geleistet wurde, ein Fortschritt, der im schönen Sinne der Protectorcn: S. Vrc. Graf Wickenburg an der Spitze des Gleichenberger Aeticn-vcreines; S. Vrc. Graf Ignaz Attems als Präses der hohcn Stände, und Großhändler Uhlich als Inhaber des Röme'rbades Tüffer, seine Erklärung findet. Wir wenden nns nun zu Tö plitz (Warmbad), Tüffer, das den Inhalt dieser Blätter bildet, und theilen die Uebersicht in den Curort und seine nähere Umgebung, die Geschichte des Bades, die fernere Umgebung und die dahin führenden Weg' Partien. Marburg, im März 1847. Der Verfasser. — 41 — I Das Römerbad Töplitz bei Differ. Von der Kreisstadt Cilli, dem alten römischen Colleja, kaum 2^ Meile, auf der Südbahn in einer starten halben Stunde erreichbar, schimmern auf der sanften Höhe einer Thalbucht am Fusie deS dunkel belaubten Scno.^ek die blanken Mauern des freundlichen Curortes, so ziemlich im Mittelpunkte jener scharf geschnittenen, von schmalen Thälern durchzogenen, von der hellgrünen Sann durchrauschten Bergwelt, die aus Juraformation und Alpenlalk besteht, die gegen Nordosten und Eüdwesten bei Rolobje und Tnfail an die Grauwacke, gegen Norden bei Tüchern an die Gosau- oder Karpathen-Sandstein-, gegen Südosten bei Fichtenwald an die tertiäre Formation, gegen Norden von Cilli bis Sachsenfeld an das Alluvium der Sann stößt» Das Römerbad bildet die Hauptstufenreihe eines beschränkten Amphitheaters, als dessen Rundung der grüne — 12 - Kranz der Berge, dessen Decke der südblaue Himmel, dessen Wächter vor den Propyläen des Lais und Dost, Vipota und Pecunigberges an der Einengung des Sann« thales unter Cilli, der Nicolai- und Schlosiberg, als dessen Vestibül die Vorarme des Koritnik- und Shin-Gebirges zu betrachten sind. Das nach allen <2eie funkelnden Fenster von Toplitz, um welches niedliche Gloriette die vorragendsten Punkte der nächsten Umgebung schmücken. Sehr günstig gestaltet sich zuerst der Anbllck des 1846 an der Stelle des alten Fürstenstöckels Nach Laitmaier's Plänen erbaute neue kleinere Fünf grosie ovale Fenster, davon drei an der Facade gegen d,e Bahn, zieren den schönen Kuppelbau. Stattlich ragt darüber die in 8 Fenstern sichtbare Stirnseite des 3 Stock hohen Hauptgebäudes mil einer llhr im Giebclfelde. Luftige Gänge, mit duftenden Blumen geschmückt, verbinden die drei Haupttheile: Salon, Bad und Wohnhaus, um einen reinlichen .Hof gruppirt. Die Ultramarin-Dccke des zwei Stock hohen Speisesaales taugt trefflich zu den 10 vom Hrn. Frisch gemalten Landschaften, die an das kerngesunde Volksleben des Südens erinnern. Drel Bronzeluster, elegante Draperien, geschmackvolle Möbeln machen den beweglichen Schmuck dieser stattlichen, dem heitersten Stelldlchcin der Gaste und Fremden gewidmeten Halle, in die man durch - 16 - das Conversations-, aus der man in das Billard« Zimmer gelangt. Im Letzteren ist eine kleine Sammlung von Anlikalien, auf dem Boden von Töplltz gefunden, vom Hrn. Laitmaier aufgestellt. Wir sehen darunter eine viereckige Bronzeglocke, Oelkrüglein, Thränenstaschen, Münzen, Reste des stemfesten,. aus gestoßenen Ziegeln und feinem Mörtel marmorartigen Cementes, mit welchem die Römer ihre Bäder auslegten , ein bizantinisches Kreuz u. s. w. Das Fremdenbuch zeigt bereits recht interessante Namen und anziehende Aeußerungen. Der Saalbau selbst steht auf einem abgegrabenen Hügel, dessen Erbe zur Anlage der großen Tcrralle benützt wurde. Von ihr aus sehen sich die Neubauten in der größten Lange in einer Stirnseite von 15 Fenstern am stattlichsten an. Unter ihnen rauscht in einem Canale lustig der Wildbach zur Sann hinab. Nächst der Terrasse erhebt sich die geschmackvolle Kapelle, von 2 ovalen Fenstern an der Seite, von einem halbrunden ober dem Portale beleuchtet. Auf ihrem Hochaltare ist ein schönes Schnitzwerk des Bildhauers Probst, der Heiland todt auf dem Schooße der Mutter, eine meisterhafte Gruppe von 7 Figuren, 1817 vom Cardinale Fürst Salm hierher geschenkt. Den Plan des kunstsinnigen Beförderers der An< — 17 — dacht und Schönheit: in Töplitz eine neue Kirche zu bauen, vereitelte leider sein Tod. Die einst als frommes Weihgeschenk an alle Wände befestigten Krücken, Stöcke«, wurden als gar zu trostlose Erinnerungen an die menschliche Hinfälligkeit längst weggenommen. In die Wohngebäude sind alle Möbel in edlem Geschmacke von einem ausgezeichneten Landtischlcr zu Pack nächst Praßberg gc-liefert worden. Wir stclgcn nun die stattliche Treppe vom Saasgebäude hinab in den Hofraum, um uns zu den Bädern selbst zu wenden. Das alte Grafenltöclüi der einzige Nest aus der früheren Zeit, steht am Schlüsse der eleganten Neubauten. Außen an der Mauer fallen uns vier Rö'mersteine mit ihren Inschriften als unverwüstete älteste Urkunden für das fast zweitausendjährige Alter dieser Thermen auf. Der erste lautet: NYMPHIS AVG ERVCTVS Q. SABIM VKRANI C. P. P. VILLIC P0SV1T. Den heiligen Quellen setzte dieses Denkmal Eructus, der Wirthschafts-Verwalter des Qumtus Sabinus Veranus 2 — 18 — (Clarissimi Praesidis Provinciac, obcr: Conductoris Portorii Paiinoniao), Der zweite: NYMPHIS AVG MATJVS FINITVS V. S. L. M. (Vatum solvit lubens mcrito.) Den heiligen Quellen Matius Finitus sein Gelübde lösend (der Name Fniitus erscheint auch auf römischen Denkmälern zu Cilli und Hartberg). Der dritte, erst 1841 gefunden: NYÄ1PHIS AVG SACR. CA1VS VEPOMVS. PHOEBVS ET FELIX. EIVS V. S. L. M. ein gleiches Denkmal von Veponius :c., aus demselben Grunde aufgestellt. Auf dem 4. Steine liest man nur mehr deutlich den Namen ValetuS. Töplitz hat seit dem Schlüsse des Jahres 1846 mcr tiadllmllins, das jüngste und zierlichste im ehemaligen Fürstenstöckl ist auf 6l) bis 80 Personen, ganz mit Porzellanerde über- — !9 - zogen, mit eleganten Auskleidezimmern für Herren und Damen, in einem Eettengemache nut zwcl besonderen Wannen aus grauem Marmor vom Karstgebirge. Die drei Nuellen des Nö'merbades, welche eine Temperatur von 29,5" und 29,8° R haben, entspringen am Fuße des hohen Senoäek, 12l> über dem Spiegel der Sann, mit einer Mächtigkeit von 1000 Cubik-Fusi Wasser in einer Stunde, und gelangen sogleich in die Bassins, von denen das große und sehr elegante l(M) Cubik-Fuß Wasser faßt, und gewöhnlich in H Stunden bis zu einer Höhe von ^4" angelassen wird. Sitze an den Wänden ringsum, schwimmende Stützen für die Herumwandelnden, und zwei sehr zweckmäßige Aus-kleldestubcn, mit der nöthigen Dienerschaft und den Vorrichtungen zum Wärmen der Wäsche versehen, erhöhen die Bequemlichkeit der Badenden, nette Gallerlen ziehen sich für dle Zuschauer herum. Das zweite oder mittlere kleinere BaMn ist für Solche, die mit Wunden behaftet sind, das dritte endlich für die Armen. Das Wasser spielt in den Bassins in das Blä'u-lichgrüne, ,m Glase aber ist es krystaUhell; das aus der mittleren Quelle wirft bei Witterungsveränderungen große 2* — 20 - Blasen auf. Es ist von angenehmem pikanten Geschmacke, und ganz geruchlos, nur beim Schütteln entwickelt sich etwas Hydrothiongeruch. Es fühlt sich weich und seifenartig an, macht edle Metalle glänzend, Perlen aber etwas gelbllch. Sein specifisches Gewicht «st bei 12° N. im Ver-hä'ltmsse von 1,0012 zu 1,0U0N. Chemische Analysen nahmen vor: Kranz 1773, Schallgruber 1813, Macher 1826, und Vaumbach, der m 80 Cud. Zoll Wasser 15 C. Z. freies kohlensaures Gas vorfand. Die fi.ren Bestandtheile sind in folgendem Verhältnisse: In tw«m 3n lOON N,,!', ?!, ,nn Gl,,, !»l. Ps, Ech,, Mclch' m si,s VlstHnd« zi,f!itßtn. Kohlensaurer Kalk und Talg . i,45 10,53 72,50 Kieselerde ....... 0,20 0>72 5, Glaubersalz mit etwas Vittcr-salz und kohlensaurem Natron 0,70 2/,4 i?,50 Ko!)!cnsaurcl1, nnt einer Spur von salzsaurcm EisenOxydul 0,20 0,72 5,— Summe: j! 2,55 > 14,51 j 100 Die Wirkungen dieses Bades ergeben sich aus der tellurischen Wärme des Wassers, dem freien kohlensauren Gase, dem auflösenden Salze, kohlensauren Eisenoxydul und kohlensauren Erden sowohl mnerlich für das Verdauungssystem und die Lunge, als äusserlich auf die Hautorgane, und dauern oft noch wochenlang nach, doch scheint der Bade-AusscylaZ zur eigentlichen Heilung gar nicht beizutragen. Sehr viele Analogie durch Temperatur und Kohlensäure^Gehalt hat dieses Wasser mit den Thermen von Gastem, da es auflösend, besänftigend und gelmd-stärkend wirkt. Special wirkt eS günstig bei Gicht, Lungenknoten, Stockungen tm Lymph- und Drüsensystem, fehlerhafter Bildung des Blutes, Haut- und Scropyel-krankheiten, chronischen Uebeln der Verdauungsorgane, allgemeiner und örtlicher Schwäche, langsamer Reconoa-lescenz Nervenleiden, Hysterie, Hypochondrie, Flechten, Rheumatismen, Rhachitis und Hämorrhoidalbeschwerdcn. Schädlich »väre der Gebrauch bei apoplectischem Habitus, bel Oeneigthelt zu Kopfschmerzen, zweckwidrig bei Auszehrungen, Wassersuchten und Auflosung drohenden Kache' rien. Dle günstigste Badezeit !528, vom Prior Bartholomäus an den Pächter dleser Bäder, Kunz Pün-der, ausgestellt, verlangt unter Anderem, das; er züchtiges Gesinde und ehrbare Welbsleute halte. Fast zu selber Zeit wird der landesfürsilichen Blciwerke in Lahovc erwähnt. Der Badeort scheint nicht unbedeutend gewesen zu sein, als ihn !529 die Türken plünderten und verbrannten. Ein Graf Wildenstein, als Besitzer der Herrschaft Tüffer, hat das Verdienst, die meisten Gebäude, darunter das alte Badhaus, das Grafmsto'ckl !c., errichtet zu haben. Cajetan Graf von Wilden stein verkaufte den Curort an den Clllier Postmeister Gurnigg, diescr an Hrn. Worlttscbegg, von welchem ihn Herr Großhändler Uhlich, Inhaber der von ihm errichteten Pragwalder Baumwollcn-Gespinnst-Fabrik, käuflich an sich brachte und nun einer schöneren Aera des glücklichsten Gedeihens entgegenführt. Aus Hrn. Leitmaier's Mittheilungen erwähnen wir hier die Resultate, welche die Buuumstattungcn der Neuzei, zu Gunsten der frühesten Vergangenheit dieftr Thermen zu Tage förderten. Es wurde das alte Traiteurgebäude theilweise demolirt, bedeutend vergrößert und um ein Stockwerk erhöht. Bei Untersu- - 27 - chung der Fundamente ergab es sich, baß diese durch Plamrungen, welche im Jahre 18äl vorgenommen wur« den, fast über das Niveau des Hofraumes zu stehen kamen und für die Last eines neuen Stockwerkes ungenügende Haltbarkeit wiesen. Der Baumeister beschloß, eine Untermauerung vorzunehmen, die er auch glücklich, ohne daß das Mauerwerk im Geringsten lltt, ausführte. Um auf festem Grunde neue Fundamente zu legen, wurde die vordere Fronte des Gebäudes in der Tiefe von einer Klafter gänzlich untergraben, bei welcher Arbeit man auf ein Gewölbe stiesi. Dieses liesi man vorsichtig offnen, und wurde eines schönen Canals ansichtig, aus dem sich warmer Dampf entwickelte. — Angeregt von der Sonderbarkeit dieser Entdeckung, stiegen der Controlor Leitman'r und der Badearzt Henn, nut Llcht, Feuerzeug, Thermometer und Zollstab versehen, in die gemachte veffnung, wurden aber bald gewahr, daß sie bei wetterem Vordringen ver« sinken müßten, wenn sie den Füsien nicht eine Bretter-unterläge geben würden. Turch eine solche gesichert, traten sie die unterirdische Wanderung an, und überzeugten sich, daß sie in einem jener Canäle sich befanden, deren Bauart und Materials als Werk römischen Kunststeißes sich darstellt, Zwei Klafter weit drangen sie in gekrümmter Stellung, fast auf dem Bauche kriechend, vor, bis der Canal unter einem stumpfen Winkel von der geraden Linie ab- — 28 — weicht und sich in einer Tlefe von beiläufig zwei Klaftern unter dem ZimMerniveau des Erdgeschosses in der Richtung gegen die Gustavshöhe hinzieht, von hier krochen sie noch .'j Klafter vorwärts und kamen endlich zu einem Einstürze, der ein weheres Vordringen unsicher machte. Eich zurückwendend, begannen sie nun den Canal näher zu untersuchen, D«eser ist von einer Stein gattung (k,«;«-oion) erbaut, die hier in der Umgebung nirgends gefunden wird, schön gemauert und mit Platten massiv gewölbt, mißt in der Breite drei Schuh und hatte ursprünglich eine Klafter Tiefe — die nun über die Hälfte mit emem mineralischen, sehr feinen Schlamme unter einer j Zoll dicken, harten Kruste anfangs ron rö'chlicher (wahrscheinlich eisenocherhältigen), dann lichter und dunkelgrauer Färbung von 15-16° K. Wärme (nach Dr. Hruschauers's Analyse) gefüllt ist. Der Canal mündet unter dem Badhausportale, wo abermals em Einsturz die weitere Verfolgung einstweilen unmöglich macht. Die Seitenwände und das Gewölbe sind theilweise mit einer Tropfsteinbildung krystallenarrig überzogen. Das große Badebassin, dessen äußere Wände man bei den Umstaltungen der außerordentlichen Festigkeit wegen im ursvrüngllchen Zustande belassen mußte, ist mit gleicher Steingattung und hydraulischem Cements eingefaßt, was zur Vermuthung führt, daß dieser Canal sich dahin mündete. Die Quelle, die -. 29 — ohne Zweifel aus den Tiefen des Oustavshügels hervorquoll und in den Canal geleitct war, mag durch eine gc-waltlge Erderschütterung oder durch Bergeinsturz gegen das Grafenstöckl hin verdrängt,, spater durch andere Canäle aufgefangen und in das Bassm geführt worden sein. Es lst wahrscheinlich, dos, die drei Quellen, die dermalen aus drei verschiedenen kleineren Canälen in das Bassm fließen, ehemals sämmtlich durch den aufgefundenen uralten Canal fiosien, und nachher erst, als dieser verschüttet war, in der Richtung des Grafenstöckls hin, je nachdem jede hervorquoll, einzeln in kleinere Canäle geleitet wurden. Da die Temperatur der drei Quellen nicht wesentlich verschieden ist, so unterliegt es keinem Zweifel, daß sie ein gemeinsames unterirdisches Becken haben, und somit auch ehemals vereint dem Boden entsprudelten. Dasi hier eine Erdrevo-lutlon stattgefunden haben mag, ^ehen wir aus den Ueberresten eines uralten Gebäudes, die bel Planirung des Hofraumes erschienen. Es war einst von beträchtllcher Größe, nahm den jetzigen Hofraum e«n, und erstreckte sich noch 'zwei Klafter in die Gustavshöhe hinein, wo über die alten Mauerwerke sich bereits eine Slemformation (I^apor) gebildet hat. Zu unterst eines Ecksteines fand man eine Kupfermünze, deren Gepräge vom Zahne der Zeit wenig gelitten. Die Schauseite trägt ein sehr erhabenes Brust-b»ld mit der Umschrift: II (doriu») Ollwäiu« ^»08 (kl) — 30 — p Otektalo) p (alcr) z, (glriao). Die Kehrseite weist einen Geharnischten, in dcr Lmken eine Armbrust und in der emporgehobenen Rechten einen Pfeil haltend, mit den Buchstaben: 8. O. (8onaws consult,,). Unter einem zweiten Ecksteme lag wieber eine Kupfermünze, deren Gepräge jedoch bis auf das sehr erhabene Vrustblld gänzlich oxydirt lst. Einige Schuhe über diesem Ecksteine stand der wcifie Marmor Cippus Nr. 4, nun rechts am Gebäude eingemauert. Die Grundmauern bilden ein längliches Viereck, das durch zwei Mtttelmauern getheilt war. In der einen dieser Abtheilungen fand man im Schütte Thierknochen, und tief unter denselben eine Vcrbrcnnungsstätte, wie man sie zu Maria-Rast, Gleinstätten und Sr. Andrä in Sausal trifft, mit einer schuhtiefen, fast gänzlich verwitterten Holzkohlenschicht.'. Im zweiten Naume lagen Trum, mer von sehr mafslven Fensterscheiben, Glasfiäschchen mit noch kenntlicher alter Malerei, zerbrochene Kruge und Po-cale aus Stemgut, mit auffallend lebhafter Glasur, azurblau und gelb. Unter vermodertem Holze lag nahe an der Wand cm Pferdetopf, Z Pfund wiegend, aus Bronze, dessen Bestimmung wohl die Zierde eines Sattelknopfes gewesen sein mag. Unfern von diesem fand man ein Bronzemetallstuck, den gekreuzigten Erlöser darstellend, statt des Dornengewmdes e»ne Krone auf dem Haupte, ganz in - 31 - byzantinischer Form, Alle diese Antiquitäten beweisen das graue Alterthum des Gebäudes, das wohl seiner Zeit einer jener Wohnsitze gewesen ist, welche unter römischer Herr. schaft mPannonien von den Oberherren: (üolnml, t>',m-lloium «ou lon'^6 P0«8o««<)i'l;5, t'lltroni) dem Aufseher (Meier, ^oncluclolt?«, I'rnculaturl.'« <:l ^l!<<»i-«,^ l'ml^n-rum, ^o,vi villi^i :c.) eingeräumt wurden. Die im Jahre 4842 auf jenem Hügel, an dem die neue Kapelle erbaut wurde, vorgefundenen weitläufigen kolossalen Mauerüberreste lassen vermuthen, daß daselbst ein Edelsitz gestanden habe, der, so wie die übrigen Wohnstätten, bei späteren Einfällen der Türken durch Feuer zerstört sein dürfte. An all' diesen Etellen finden slch in emiger Tiefe wctthin gän;l»ch verwitterte Kohlenschichten. Die Bauten im Jahre 1846 förderten wieder interessante Antlkalien ;u Tage. Bei der Anlage des Weges zum Sannstcqe und Stationsgebäude wuiden erdenc Rohren einer Wasserleitung , verschiedene Utensilien, Oelkrüge, Maße, Fibeln, vor Allem aber die früher erwähnte viereckige Glocke von trefflichem Erze gefunden, am Fuße des Parkes aber, bort, wo das 'Neue untere Vadehaus projectirt wurde, traf man auf ein völlig erhaltenes römisches Bassin aus Terazza, von solcher Festigkeit, daß man nur durch Sprengung ihm den benö-thigten Naum abgewinnen konnte. Seit Herr von Uhllch Besitzer dieser Thermen ist, hat sich die Zahl der Gäste - 32 — mehr als verdoppelt, und wie die böhmischen Bäder ersten Ranges immer ihre Nachcurorte haben, so wurde auch Tüffcr, insbesondere jetzt, durch die Verbindung mittels der Eisenbahn, bereits für Viele das Zwlllingsgestlrn von Sauerbrunn Rohitsch. Geselliger Austausch, wechselseitiger Besuch wirkt feundlich auf das heitere Leben beider Anstalten, und mithm wieder zurück auf die angenehmen socialen Verhältnisse des steierischen Unterlandes. Die Stellung des Herrn Inhabers zur hochgebildeten Mndels-welt in Triest, die bald zu erwartende gerade Postperbindung von Cllli und Agram über Llchtenwald, längs dem Laufe der Save, deren Partien am steierischen, wie am krainerischen Ufer den schönsten Donaulandschaften würdig zur Seite stehen, die nahe Verbindung von Lalbach mittels der Eisenbahn über Sagor und Stcmbruck und die projectirte Tclcgraphenlinie der Eüdbahn sichern Töplitz unter den übrigen, durch die Eisenbahn an die große Herzpulsader von Europa gerückten Bädern des Landes eine glänzende Zukunft, um so mehr, als hier Humanität und Kunst zugleich der übcrgütigen Natur so thätig zur Seite stehen. Es dürfte nicht unwichtig sein, hier einige der bedeutenden Persönlichkeiten anzuführen, welche unter den 310 Curgästen, worunter die Hälfte Frauen, also bereits der Zahl nach einem Drittel der Gäste Gräfenbcrgs gleich, im Jahre 1846 sich einfanden. Mr finden Se. Exc. Hof- ^, IH ^. kammerpräsidenten Baron von Kübeck, Se. Exc. Gouverneur Graf von Wickenburg, die Hofräthe Francesconi, Baron von Hügel und Zöllner, Stabsarzt k. Rath Dr. Haidler, die Doctoren Huber, Sterz, Bayer, Döbler, Dellavilla, Haydegg, Gorischegg, Wagner, Köpen, Schmidt, Brenner Ritter von Felsach, Badedirector von Ischl, Dr. VancaS aus ?lgram, Dr. Rumpf aus Klagenfurt, Dr. Josef Calasanz Lckawetz, Bibliothekar zu Laibach, der Senior unter den hiesigen Curgästen, der im Lande Inner-vsterreich in tausend Herzen heimische einstige Professor der Gratzer Hochschule, unvergeßlich Jedem, der unter seiner Leitung sich der philosophischen Bildung erfreute. Während in Sauerbrunn zur Zeit der Saison die Zahl der männlichen, in Neuhaus der weiblichen Gäste vorherrschend ist, hält das Römerbad die freundliche Mitte zwischen beiden, waS in der That die Geselligkeit nur erhohen kann. Ueberhaupt ist der heitere ungezwungene Ton, der im Römcrbade herrscht, kein kleines Hilfsmittel, die geeignete Stimmung zu befördern, welche erfordert wird, wenn die Cur von gedeihlicher Wirkung sein soll. Ganz kleine Ausflüge, wie jener zum Hubgrunde des Hrn. Inhabers an der Silbcrschmelze, Wanderungen auf den Seno^ek, mSbesondere in Gesellschaft der Inhabung oder ihrer beiden Repräsentanten unternommen, dürften wohl allen 3 - 34 - * Theilnehmern unvergeßlich sein. Der Tourist, dem es nur um einen flüchtigen Besuch dieser Thermen zu thun ist, und essen erstes Bedürfniß nach frischer Wanderung Erquickung durch Speise und Trank ist, findet beider umsichtigen Leitung von Küche und Keller seine kühnsten Erwartungen übertroffen, und läsit sich vom Herzen gerne durch den herzlichen Anklang der Gesellschaft auf langer fesseln, als es eigentlich in seinem Plane lag, wozu insbesondere die weiteren Ausflüge am wesentlichsten beitragen. «»«. Weitere Ausflüge. Den Gram lass' eincm Andern Mit aller Müh' und Last, Ergreif' den Stali zum Wandern, So lang du Kräfte hast. Wenn die weiteren Ausflüge nicht in förmliche Reisen übergehen sollen, müssen sie sich in der Regel auf den Raum einiger Meilen beschränken. Wir wollen hlcr nur einstweilen vier nach den Hauptrichtungen der Umgebung näher berühren, von denen die beiden ersten nach Cilli und nach Steindruck schon den Reisezügen der Ankommenden ^. 3s - angehören, der dritte nach Gairach, Montpreis, Soetina und auf den Dost sich vorzugsweise für rüstige Touristen eignet, der kleinste und nächste nach Maria Scheuern und zur Save mit den übrigen das gemein hat, daß er m wemg gekannte wunderliebliche Partien führt. Erfrischungen, überhaupt etwas kalte Küche, mitzunehmen, möchten wir dem Wanderer eben so sehr empfehlen, als die Kenntnis; der wmdischen Sprache, wenn er anders nicht blos; Berg und Thal, sondern auch lebendige SttMge zu semen Wanderbildern will. Das Volk der Umssebung ist durchaus sanft und gutmüthig, ein schöner, schlanker, genügsamer, artiger Menschenstamm, die Mädchen im Gebirge von fast griechischem Profile, auffallend durch den schönen Schmtt ihrer grosien dunklen Augen, auffallend durch die nette Tracht, bei welcher die schnee-weisie Pei-a (die Hader oder das schleicrartige Kopftuch), das l»chre, gelbe oder rothe Busentuch, der blanke Gürtel von Stahl eme Hauptrolle splelen. Da d,e von Wien und Triest kommenden Reisenden auf der Etrasie, wie auf der Eisenbahn, gegenwärtig — bis zur Vollendung der Trace nach Laibach — noch durchaus über Cllll kommen, so ist der Ausflug nach Cilli in umgekehrter Rlchtung, das heißt, von Cllli hierher, angegeben. Die Schilderung der Wanderungen in die weitere Umgebung von Toplih mag am besten beweisen, wie sehr 3« - 36 — diese Thermen durch den Reichthum ihrer antiken Monu-mcnrc den Namen Römerbad verdienen, w»e lieb und werth den Wellbezwingern von der Tiber diese milden und doch so erhabenen Gaue unserer Heimat geworden seien. Wir unterlassen nicht, dle Freunde des classischen Alterthumes in dieser Skizze auf alle jene antiken Neste am Wege oder nahe demselben aufmerksam zu machen, d,e noch aus der ersten großen Vergangenheit dieser Marken vorhanden sind. Die aus der zweiten, aus der kriegerischen Epoche, der Größe der gefürsteten Grafen von HMi, fallen in eine zu rauh bewegte Zelt, alS das; sie andeN, denn in Trümmern und Sagen vorhanden sein könnten. I. Von Eilli nach Töplitz-Tüffer. Ueber die Eannbrücke treten wir diese Wanderung an, die zum Fahren bis an Croatiens Grenze einen, für den Fußgänger, mit Besichtigung alles Merkwürdigen und den nothwendigen Ausflügen nach Gairach oder auch nach Ratschach, Echa'rfenberg lc. , zwei und mehr Tage mindestens beträgt. Am Fuße des Nicolaibergcs vorüber sagen wir den malerischen Trümmern von Obercilli unser Lebewohl, grüßen noch denVtpoia, den rechts bleibenden, 2634 Fuß hohen Dost und Pecunik, und begmnen die — 37 — Wanderung mit dem H Stunden betragenden Wege zum Markte Tüffern. Sehr herrlich ist der Anblick der hinter dem Schloßberge um ein Bächlein grupp,rte Hügel Mit den darauf stehenden idyllischen Hauschen. Der Vipota birgt eine Höhle, barg auch vor Jahren noch Mehrere Rome» steine, von denen einer einen Uolicw« lnZolmux Duumvir von Celleja nennt. I. O. M. P. 0. C BEMjICIVS ItfGEJWVS II. VIR. GLA CBL. AVRELLIA. CONVX. PRO. SALVTK. SVA. SVORVMQVE 03IMVM. Velicius, der auch zu Waldstein vorkommt, scheint ;u dcn einheimischen Namen zu gehören. Gegen die breite Gremada hin grupp«ren sich der Vautsch und Srebodnig Mit den S tei n kohlen gru ben im Teufclsgraben. Die Lager im Kail und Chauze sind bereits seit 1791 entdeckt, Und theilweise seit 1804 benutzt. Seit 1816 betrieb Johann v. Gadolla lebhafter den Bau. Wir kommen durch die zerstreute Gemeinde Palloude. Leise flüstert die vorübercilende Sann im flachen schattigen Bette, auf dessen Grunde jeder Kiesel sichtbar ist. Eine Vriicke über den Kaschnitzbach, der hier seiner Mündung aus einer finsteren Schlucht entgegeneilt, trennt die Bezirke CiUi und Tüffer. Hier bezeichnet eine Sage den-emporragenden Fels mit dem Namen Jungfrauen- - 38 - sprung, und erzahlt eine ähnliche Begebenheit, wie wir sie von Gosting und Pettau ,n Sceiermark und von oster, witz in Kärnten kennen. Nun sind wir im Dorfe Tremersfeld (T'rome^e). ElN Viertelhundert Häuschen, durch hübsche Felder geschieden, um die nette Kapelle in reizenden Gruppen gelagert, bildet dies; Dörfchen von 100 Einwohnern, dessen Reben den berühmten Wem liefern, der nach einem alten steierischen Trinkliede noch in der Carolina zu den verschärften Todesstrafen gehörte. Eegen St, Agnes und Llboje hin ist im Gebirge Slom gelegen. Aus der pittoresken Schlucht von Ekaloje braust auf derselben Seite ein klemes tosendes Bächlein hervor. Im Gebirge gegenüber ist die zerstreute Gemeinde Rifnigost mit einem Römersteine, der uns einen H'mllu» Hl«ximi Mm« nennt. Zur Rechten steigt die gewaltige Hlalie dnda empor. Von ihrem Gipfel schaut weithin in die schönen Gauen der Wenden das Kirchlein St. Hermagor (8veti Hlalmr), die Merslica, der GoSnik, die Kojnöinca gewähren von hler aus einen ernsten'Anblick. Von Pisarje an erhebt sich die Strafte wieder ein wenig, UNd man kommt zum Rezhizhbache, der zwischen Slinno und St. Michael von der Kojn>lnca herunn der Nähe, treffliches Quellwasscr, reine Luft, die kaum elne Stunde entfernte Kreisstadt, der muntere Bach, die Triester Hauptstraße und die Eisenbahn, kaum 1 und die Sann kaum H Stunde entfernt, machen diesen Punkt äußerst gedeihlich und angenehm. Hier bestand vor 1793 — 1807 eine Alaunfabrik, welche d»e Besitzer Tr. Andree und Hefele m eine Glasfabrik mit Sleinkohlenfeuerung umstalteten. Das Steinkohlenwerk besteht in 6 Grubenlehen und 4 Muthungen. Nur oaS nächste und fernste Berglehen werden einstweilen in verzweigten, die übrigen nur in einem Schachte betrieben. Zu allen führen gute Fahrstraßen. Man gewinnt indessen nur den jährlichen Fabriksbedarf von 9000 Cent- - 41 — nern, könnte aber leicht das Dreifache erzielen. Die Kohle ist fast durchaus Glanzkohle. Ter Bau wird durch 'einen Huthmann und 30 Bergleute, darunter beim St. Danielstollen 2 Grubenzimmerer, 6 Förderer, 2 Haspler, 2 Hauer, 3 Pumper, betrieben. Nehmen wir die jährliche Etein-kohlengewinnung in Steiermark auf 700000 Ctn. an, worunter Lankowih undVoitsberg mit 150000 Cm. Braunkohle, Leoben 100000 Ctn, Glanzkohle, das k. k. Bergwerk zu Fohnsdorf und Diedersdorf mit 100000 Ctn. schwarzer Eintcrkohlc, Eibiswald und Umgebung 300000 Ctn., und die übrigen zusammen 150000 Ctn. geben, so sehen wir daß das Kohlenwerk zu Liboje erst seiner Zukunft entgegengeht. Uebrigens ist die hiesige Glasfabrik mit 2 Oefen, jeder mit 8 Werkstätten, 2 Kühl- und 2 Tamperöfcn, emer kleinen Kapelle, Magazinen u. s. w. versehen. Zahllose Quellen und Bächlein eilen einerseits durch kühle Engthäler von Baba Malic und Kojnäinca der Sann, g. O. andere, wie der Potokibah und Gosnig Gerca, der Sann g N. zu. Von Liboje lommt man auf gleichfalls, guter Etrasie über Greisi und St. Paul nach Pragwald in 2 Stunden. Der Pfarrer Josef Saffran zu St. Pan« craz in Greift erhielt 1845 von der Hofstelle die Erlaubniß, die Epilepsie zu heilen. Wir wandern nach diesem kleinen Ausfluge nun über die Brücke in den Markt Tu ff er. RechtS in langer - 42 - Fronte dehnt sich das stattliche Graf Vetter'sche Echlofi, unter welchem die Bahn vom rechten wieder an das linke Eannufer übersetzt, lmks das neue Brauhaus des Hvrrn Uhlich in Trieft, dessen Porter bereits in tausend und tausend aus der Friednch'schen Glasfabrik Liboje bezogenen Flaschen über Triest, selbst nach Aegypten und Ostm-dien, geht. Tüsser (Tyver, wlndisch La^lko, Lateinerort) hat 1l^ Häuser mit einer Bevölkerung von M> Seelen. Sein Wappen bildet ein goldener Schild mit 3 Lilien an den Ecken. Die Herrschaft hat ein Landgericht und einen Bezirk von AIM6 Joch mit <^50Ceelcn in einem Markte und Hl Gemeinden, Zum Decanate Tüffer gehören 1^109 Seelen in 10 Pfarren, Localien und 1 Beneficium, 110 öffentliche, 59 Wicderholungs-- und 382 Eonntagsschü-ler; zur Hauptpfarre gehören AlM) Eeelcn, W>r wollen uns, nachdem wir entweder im Gafthofe zum Etcrn, dem schonen, mit Gas beleuchteten Kassehhause des Kaufmannes Tiber gegenüber, oder in der'Gastfreundschaft des biedern .Dechantes, deS Herrn Pachters :c. unsere Unterkunft ge« funden, nun im freundlichen Orte ein wenig umsehen. Der Markt mit dem neuen Schlosse an der Brücke hat eine überaus freundliche Lage, Der Wanderer, wel» cher die sparsamen Trümmer der alten Veste be? sucht, wird sich eben nicht sonderlich belohnt finden; die Aussicht ist beschränkt, und außer der Jahreszahl 1532 im - 43 - runden Westthurme ist eben nicht viel Merkwürdiges, aber nichts Einsameres, Stilleres, als die Wiese, welche den inneren Schloßraum einnimmt, G> N. waren nicht unbedeutende Gräben und Außenwalle. Alles Mauerwerk ist von Kalkstein, dle Fensterstöcke aber dunkler Sandstein. Der Nundthurm ist mit Schußscharten versehen, der zwei Stock hohe viereckige Thurm von gewaltiger Festigkeit. (5r schaut trotzig über den mittleren Hauptbau auf den Marti hinab; dieselbe zertrümmerte Gestalt hatte die Veste schon vor 200 Jahren, Desto stattlicher nimmr sich das Neue Schloß mit der wirklich großartigen Fronte von ^5 Fenstern, 2 Stock hoch, gegen die Eann, dem kleinen, aber geschmackvollen Garten, dem gewaltigen Keller und einer Reihe recht niedlicher Gemächer aus. Sein Vau stammt aus. dem Jahre 1675, es ist ein Eigenthum der Grafen Vetter van der Lilien, deren Wappen auch über dem Thore prangt, die Lilien lm Hcrzschllde, Thurm und Löwe, wie bei Castillien und Leon. Lange hatte das Schloß der verdienstvolle. Uhl in Pachtung; der gegenwärtige Herr Pächter Iandl hat es eben so elegant als bequem eingerichtet. Das zwei Stock hohe Gebäude zeigt ober dem Portale die Jahreszahl 1676, am Thurme im Hofe 2678, an, Gange ,m ersten Stocke ein großes Hirschgeweihe mit der Unterschrift: „das erste Wild, was ich vor allen stracks erwählet, das werden soll im neu erkauften — 44 - Forst gefället :c.«. Johann Math. GrafWildenstein 17,W." Gleich neben dem Schlosse ist das erwähnte Gasthaus „zum Stern." Nach dem grosien Brande 1675 wurden 7 Häuser zusammengekauft und an ihrer Stelle daS jetzige Schlosi hergestellt, nur das Sternwirthshaus war seinem damaligen watschen Eigenthümer um kemen Preis fell. Das jetzige neue und alte Schlosi stehen auf magistratli-chem Grunde.' Die älteste Veste Tüffer scheint be», dem Hause deS Herrn Valentintschitsch gewesen zu sein, wo man noch auf weitläufige Grundmauern und Gewölbe stosit. Em anderes Bollwerk stand bei der Dechantei oder mitten im Markte, es heisit in den ältesten Stockurbarien der Thurm, in welchen dle Bürger bei Feindesgefahr mit ihren Habseligkeiten flüchteten. Neben dem Sternwirthe sind die Reste des sogenannten Hausspitales der Herrschaft, welches Christine Gräfin Wildenstem, Gattin des Grafen Vetter, mit dem der Wildensteiner^Erbvertrag geschlossen wurde, stiftete. Gegenüber war einst die Spitalkirche, die erst 18AA ganz verschwand. Schcnswerth war das alte von Johann B. Freiherr« von Valvasor gestiftete Spital auf 2l) Personen, nun Bräuere». An der ehemaligen Kirche befand sich der Grabstein dieses erlauchten Helden, dessen Jeder gedenkt, der den unsterblichen Verfasser der Ehre — 45 — des Herzogthumes Kram s4 Foliobände) kennt. Noch vor Kur-zem lehnte ein verstümmelter Lome, mit einem Hasen-und Wldderkopfe in den Tatzen, an einer Ecke dcr abgebrochenen Kirche, er prangt nun am Fuße des Bades Töftlltz. Das schone Bräuhaus des Hrn. v. Uhlich bil' det eine Fronte von 7 Fenstern gegen die Sann. Pfanne, Malzdörren, die Kellergewölbe von 8 Fus; Dicke, auf 40W Eimer, meist mtt Fässern zu 57 Eimern, sind sehenswerth. Der Kirche nahe soll sich das untere alte Schloß befunden haben, das obere, behauptet man, sei bereits im 15. Jahrhunderte dachlos gewesen. Dle Spitalskirche, nun in letzter Spur sammt ihrem kleinen, viereckigen Thurme verschwunden, enthielt eine Gruft der Freiherren von Moskon, in welcher man den 90 Pfd. jchweren Sarg eines Moskon antraf, und ihn zum Guß der neuen Glocke Mltverwendete. Zwei merkwürdige goldene Ringe aus dieser Gruft kamen in den Besitz des Erminortten-Paters Anselm und der Apothekersfrau. Baumbach m Cilli. Auf dem Wege zum oberen Markte sehen wir am Hause des Kaufmannes Oroüen einen ausgezeichnet schonen romischen Bacchuskopf, 2^ hoch, 15" breit. Am uralten, recht stattlich hergerichteten Pfarrhofc gewahrt man noch eine Thurmrondelle und einige niedere, gothisch zugespitzte, nun vermauerte Thüren. Man will behaupten, daß früher ein enges gewölbtes Gemach der Capitelsaal der Tempelherren — 46 — gewesen sei. Säulengänge umschließen den Hof, an dem Hinterchore ist die Erneuerungszahl 162l. Auch an der Kirche zum heil. Martin nennt die Sage den Kopf nnt der herabhängenden Zunge und dem Ein« schnitte über die Stirne mit dem Sterne im Wappen ober dem Weihbrunnkeffel ein Denkmal der Templer. Ein steinerner Lowe /iegt der einstigen Todtenkapelle gegenüber in einer Nische, ausien in derNavenkapelle, er hält eine Kugel mit einem Kreuze m den Pranken mit der eingemeißelten Schnft: Mo vulce vXOV 60. Im Pfarrhofe trifft der Blumenfreund einen rechen Kranz von Floras Kindern, eben so an der zierlichen Behausung des Hrn. Karnitschnegg. Die Pfarrkirche zu Tüffer hat einen starken Thurm mit trefflichem, 18^2 aus dcm geschmolzenen alten Glockenerze und milden Beiträgen hergestellten Geläute, dessen Aufzugs-Gerüste der geschickte Zimmermeister Stepinsckegg von Cilll verfertigte. Die. Kirche ist ein stattlicher alterthümlicher Bau, dcr m der jetzigen Form dcm l5. Jahrhunderte angehören dürfte, wenn nicht die rein gothischen Bogen eine noch frühere Erbauung beurkunden. Sie ist reich an versch»edenen Grabsteinen, aus welchen wir bemerken: n) von Tauscher, Erzpnester, 5 1625; k) Polidor de Montagnana, Erzpriester, 5 1600; c) hinter dem Seitenaltare zur Linken einen Romerstein. _ 47 — ATVRIO D. CASTRIO AM MSKll ET VKTVMjK CONIVGI AXLX Hinter dem Hochaltäre ist das Denkmal eines Priesters von 1554 mit einem Drudenfuße. Er war der Erbauer von Et. Michael. Der Kirche gegenüber ist nun der Grabstein des edlen Valva so r eingemauert, der früher in der Spttaltirche war. Er bildet ein schönes, ^ hohes, 4/ breites Monument, dessen oberes Basrelief, die Auferstehung vorstellend, ,n seinen 8 Figuren einen trefflichen Meißel beurkundet. Valvasor crschemt im gestickten ritterlichen Mantel, seine Hausfrau nach dem Geschmacke jener Zeit vermummt. Ecin Wappen weiset eine Schlange und 3 Kugeln; dle Inschrift besagt, daß Herr Johann B. Valoasor zu Thurn am Hardt, Pfandinhaber der Herrschaft Tüsser, am 2. November 1581 verstorben sei, seine Gemahlin aber, Emerenzia, geb. Frciin v. Kiss, 5 am 9.'Jänner 1572; die wörtllche Inschrift lautet: Canlillil« , l.'Ao vici minulum. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an nuch glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und der da lebt und glaubt an imch, der wird nimmer sterben. Hier liegt begraben der Edl und Ehrenveste Herr Johann B. Valoasor zum Thurm am - 48 - Hardt und Pfand inhaber dcr Herrschaft Tüsser, der gestorben ist am 2. Tag November des 1581 Jahr und seine Frau am 19 Tag Ianuarii des 70ten; der soll Gott ge-ncdig und barmherzig sein Wille. Amen. Gleich neben sehen wlr ein herrliches, römisches Basrelief, einen Mann neben einem Baume, ein Schwein haltend. Die Kirche bildet I Staoaten, und hat 9 recht gute Altäre, viereckige Fenster beleuchten den innern Raum. Noch viele Tage nach dem verhängnißoollen Brande wies der Zeiger auf halb 9 Uhr, die unselige Stunde, in welcher der Markt in der Nacht vom 28. zum 29. April 18^0 ein Raub dcr Flammen wurde. Außen an der Kirche sind die Grabsteine des Mathias Schuh, ^ 1578, und der Margaretha Stabler, geb. von Llchtenheimb, 5 1645. Am Platze neben der Kirche ist eine Marienstatue von 1735. Wir übergehen die weitläufigen Inschriften an den größeren Grabsteinen dcr Kirche, und bemerken nur noch folgende: In der vom Hochaltare nördlich gelegenen sogenannten Kreuzkapelle liest man folgendes Chronogram: I»ta Waller nobl« Doz'InXlt t^rV«o«loHlV5! Vl,"I^. In der ihr gegenüber liegenden Xaverikapelle, der erst genannten sowohl an Gros'e, Bauart und Malerei ganz ähnlich, ist zu lesen: I«ta ati-I« lVI^IVa poi- Vn^en« vXz>r««6lt OiilVljoswHlVs VoZI^i ein Beweis, daß — 49 — beide Kapellen vom nämlichen Meister gemalt sind. An der Epistelseite des den heil. Franz Xav. darstellenden Altares befindet sich welter folgendes Chronogramm : VVol8«I Hll^liaol^ noValc et zinxg^ImlK »I^tar« »ti-VXerant. Ostlich vam Hochaltare liegt der der Mutter Gottes ge-wldmete Attar, der folgende Inschrift zeigt: Tu nos juvandos respicc Pestem faraemquem submose Horaque mortis suscipe. Der jetzt genannten Marienkapelle gegenüber ist die Antonikapelle mit dem den heillgen Anton, den Einsiedler, darstellenden Altare. Die mclsten Römerdenkmäler, an denen einst Tüffer verhä'ltnlsimäßig nicht minder reich war, als Cilll, sind verschwunden; no'ch in neuerer Zeit fanden sich hier: , a) ein Kopf, auf dessen Obercheile Schwäne schnäbeln; d) ein Denkmal mit der Inschrift: SATOTO GFOJV. ET. BVSSVLjE SAG0N1S F. CON. H. F. (Conjugi haeredes feccrunt.) Ein verschwundenes Denkmal nnttelalterlicher Baukunst, wenn nicht römischer, war der 1840 am alten Friedhofe neben der Kirche demolirte Karner, d,e Todtcn-°der Iohanneskapelle von' solcher Festigkeit, daß ihre 4 - 50 - Mauern gesprengt werden mußten. Vei dieser Gelegenheit fand man mitten im Steine eine lebende, schön schwarz und grün gestreifte Kröte. Stücke geschmolzenen Glockenerzes kommen seit dem großen Brande häufig in der Umgebung der Pfarrkirche im lockeren Boden zum Vorscheine. Deutlich zeigen sich die Grundfesten der Nmginaucr, welche einst Gotteshaus und Pfarrhof als festen Tabor auch g.'gen die Markisette umgürtete, so wie weit gegen das alte Schloß hinan, wo man fast überall Spuren früherer Ansiedlungen trifft. Geschichte alter Tage, Und That der Cisenfaust, , , Sie werdcn, ach, zur Sage, Die nur in Liedern haust. Tüsser, so reich an römischen Erinnerungen, ist nun durchaus slavische Ortschaft, natürlich mit dcr durckaus vorherrschenden deutschen Sprache und Sitte m den höheren Ständen. Nur die Festtage und das Volksleben zeigen, daß man sich im Herzen des steierischen Slovenen-Landes befinde. Nichts herrlicher als eine Pfingstnacht in Tüsser, wenn Schuß an Schuß von allen Bergen donnert, alle Glocken der nachbarlichen Klrchen zur seltsamen Harmonie triancen (Zusammenklang von drei Glocken, mit dem Ham- - 51 — mer angeschlagen, eine echt notionelle Production), wenn der Frühgesang der Mädchen aus allen Thälern wleder-hallt; dle Elemente und der Menschen wechselndes Schaffen und Zerstören haben so arg aufgeräumt, daß eine historische Skizze von Tüffer sich nur auf einzelne Thatsachen und Farniltenbeziehungen beschränken kann. Zu den hlstonschen Fabeln gehört, daß Tüsscr seinen Namen vom Kaiser Tiberius habe, der- hier in Verbannung gelebt, und diese Thatsache durch einen Denkstein verewigt haben sollte, dem man die Inschrift: Ili« tristi» I'iborii situ» unterschob. Der slavische Namen Lahüko, einen Lateiner bedeutend, die vielen ähnlichen Namen in der Nähe Lahombel, Lahka :c.', sprechen mehr als alles Andere für die uralte römische Niederlassung, welche die eingewandcrten Slaven hier vorfanden. Erst Carl II. erhob den Ort zum Markte; Ferdinand II., nachdem 1590 der Jahrmarkt bestätigt wurde, verlieh ihm 1595. Privilegien und Wappen, unter der Bedingung, daß dle Bürger einen Katholiken zum Marktrichter wählen. Doch treffen wir Bürger von Tüsscr gleichzeitig, wie m Sachsenfeld, »279. Em Edelgeschlecht von Tüffer kommt schon im Anfange des 13. Jahrhunderts vor. — Pechelm von Tüver war Zeuge bei der Gründung der Karthause Gai- 8* - 52 - räch durch Leopold den Glorreichen, ,4227. Mörth ver, machte 1388 seine Güter seiner Schwester, einer verehe-ltchten Kapfensteincrin. Im Jahre 1271 eroberte Konig Ottokar Tüffer. Im Jahre 1278 erschcmt eS als Eigenthum der unruhigen Grafen von Heimburg. 1336 war Friedrich von Sannegg, Hauptmann in Krain, Pfandinhaber. 4341 wurden m Tüffer auf Befehl Friedrichs des Schonen mehrere flüchtige'Knechte des Klosters Gairach hingerichtet. Vls 1456 war es Eigenthum der Grafen von Cilll.. Als spätere Pfandinhaber finden wir Wilhelm Dollacher 1482, die Gebrüder von Lamberg 1496, Paul Buechold 1501, Nach Friedrich dem IV, kam es an den alten Valvasor. Herrn zu Thurn am Hart, und seine Gattin Emerentiana, eine geborne Khislin. Durch mehr als lOU Jahre waren d»e Grafen von Wildenstein Eigenthümer von Tüffer, hierauf die Grafen Vetter van der Lilie. Letztere besasien in Steler-mark auch tue Burg Feistritz, Thurmsch, Häuser in Pet-tau und in Gratz :c. um das Jahr 1529. Grafen wurden sie 1653. Hanns von Vetter starb 1594 als i ö. Hof-kammerpräsident in Gratz. Friedrlch war Obrist.Proviant-meister der wmdischen Grenzen. Hanns Weikard, Landes-obnst und i. o. Kriegspräsidcnt. Die Wittwe des Grafen Michael', Juliana Freun o. Zollner, brachte die Besitzungen dieser Familie an ihren - 53 — zweiten Gatten, Josef Grafen v. Wilbenstein. 1682 brannte der Markt gänzlich ab. Die Reihe der bekannten Hauptpfarrer in Tuff er ist folgende.: 1461 Friedrich Aprecher, 1550 Gregor Dressald, 1608 Balthasar Tautscher, 1627 Chri-stof Pankel, 1'628 Michael Wallisch, 1652 Johann clß l'ol Mnnw, 1656 Johann Andracha, 1659 Johann Fern, 1664 Johann Winkler, 1683 Paul Katschitsch, 1685 Andreas Eisenhuth, 1698 Johann Sternschegg, 1699 Josef v. Calm, 1722 Johann Ra,ncr, 1734 Adam Marnez, 1764 Josef v. Führeberg, 1796 Simon Fürpasi. Bis 1842 Herr Ballon, einer der edelsten und.würbigsten Männer, der in den schweren Tagen des Kummers, in der Noth mit Rath und That sich als treuer Hirt bewies. Auf ihn folgten Sigmund Iuvantschitsch und Georg Alllsch, endllch 1847 Herr Anton Schuscha., In Tuffer find geboren die-Schriftsteller: Johann Lenz, 1750 Professor der Theologie in Gratz, f 1802 als Pfarrer zu Maria-Hilf. Michael Lubi, Dr. der Rechte und'lyrischer Dichter, 1804 in Gratz. Tüffer liegt im Mittelpunkte sehr lohnender Aus-5ugs partien, von denen wir hier einstweilen Maria-Gratz, St. Michael und Christof anführen. Wahrend ew freundlicher naher Spaziergang von Tüffer zum hei- - 54 - ligen Vrünnlein, einer trefflichen Quelle am Fusie des Homberges, führt, leitet ein zweiter m einer Viertelstunde nach Marla-Gratz. Diese pittoreske Kirche sieht der Wanderer nach den Thermen von Töplih am lmken Sannufer, nahe der Mündung des munteren Lahomseg oder Lahonibel.Baches in die sann, auf einem Felsenhügel erhöht, zu dem gemauerte Stationen emporführen. Die starke Rmgmauer und der feste achteckige Thurm mochten ihr m früherer Zeit wohl mit Recht den Namen Graoec (Schlosi) erwerben haben. Die Kirche ohne Säulen, mit geripptem Gewölbe, von 3 viereckigen Fenstern erleuchtet, hat am Hochaltar von 1659 nn Marienbild und das Chronograficon: lwloi» et Alma pai^n» opori no« vo8t« «aluti^. Am Seitenaltare links die mittelmäßige Statue: Christus im' Gefängnisse, rechts Johannes tauft Christum, und das Chronograficon: Vi^cito «neoula «oxw mpkc»«. Originell ist ein Beichtbild mit vielen Engeln und Teufeln. Der Thurm zeigt gleiche Bauart mit dem in Maria^Svetina. Die Gült Graherberg ist, so wie jen« von Scheuern, Eigenthum des Herrn Karnitschnigg in Tüffer. Im Hintergründe ist am Wege nach St. Leonhard und Galrach eine große malerisch gelegene Mühle. Tüssern gerade gegenüber liegen zwei lohnende Punkte. St. Chri-stof und St. Michael, Kirchen, auf weit schauenden — 55 - Bergen, wie sie der Wende liebt, jede ungefähr in einer Viertelstunde von Ti'lffer aus zu erreichen. Der Weg führt uns über die Brücke und nächst dem viel besuchten Wirthshause "zum Bäcker« über die Bahn, in mäandrische Fußpfade endend, nach St. Christ of. Durch ein kleines Geholze, dann über den saftig grauen Bergrücken steigen wir empor. Das Kirchlein, von 4 viereckigen Fenstern er-hellr, mit seinem kleinen Thurme und Chore, hat außen ober dem Emgange das Chronograficon: Uxnur^on« «g„c>. w« Oln-i^upkoru» üHilvlllilt mo^w«. Der freie Hochaltar steht gerade unter dem Thurme. Die Aussicht ist insbesondere gegen St. Michael sehr freundlich, nicht minder gegen die Sann und die Eisenbahn, die sich um den ganzen Kirchenhügel herumwinden, eben so überrascht der Anblick des fernen Pachers, wo matt die Glasfabrik von Rakovic erblickt. Der Weg von da zur Steinbrücke erscheint hier, so wie er ist, ziemlich schmal, hüglig, holperig und, in Folge der Eisenbahn, schlecht zu befahlen. Dle frühere Straße zog sich gar den St. Christof-Verg hinan, so wie die Strafte von Tüffer nach Cilli .emst am linken Sannufer ging, woran noch der sogenannte Poststall im Markte erinnert. Das Gegenüber zu St. Chri-stof ist der grosie Stembruch, ebenfalls am rechten Sannufer. - 56 - Hier haben wir auf scharfer Anhöhe die stattliche Kirche Et. Michael, eine Filiale von Tüsser. Die Kirche, dem Erzengel geweiht, ist groß und licht. Der Altar frei und elegant. Dieser berühmte Wallfahrtsort steht zwischen zwei stattllchen viereckigen Thürmen, ist ganz von'Stein erbaut, der Boden mit Ziegeln gepflastert, der innere Raum lm Schiffe von 4 langen schmalen Fenstern erleuchtet. Außen ist im Fronrespitze eine Uhr. Im Innern sagt links eine lange Stemschrfft, dasi 1637 von Georg Iarch mit seinem Bruder Jakob und t»em Michael Peintsch diese Kirche vom Grunde aus gebaut, und die Reliquien der Märtirer Lucian, Mansuetus und Mutian beigesetzt wurden, diesen Stein aber ließ Johann Cobelli 1648 setzen. Außer dem Michaels,Hochaltäre sind noch vier Seitenaltäre, Maria, Georg, Rochus, Franz Xaver. Zwei, lange schmale Fenster, b'eleuchrcn das Presby-termm. Der Chor auf zwei Säulen zeigt eme steinerne Gallerte. Außen sehen wir zwei Sonnenuhren von 1637 und 184l. Eine kleine Eteinbastei umfriedet den freien Vorplatz, Die Aussicht' umfaßt ein ganzes Heer spitziger bewaldeter Berge, einen großen Thei'l des untern Sann' thales, St. Katharina ;c. Sehr malerisch ist ein kleines dunkles Häuschen nahe der Kirche, nut einer Gallerle, ganz von Reben umflochten. Die Stufen vor der Thüre sind römische Fragmente. - 57 - Sehr nett sind die am Wege herauf befindlichen gemauerten Stationskapcllen. Auf einer Felsenspitze des Steinbruches hebt sich auf rundem Fusigestelle eine alterthümliche Eteinsäule. Der Kirche gegenüber ist eine kleine Kapelle, deren Glocke, einem alten Gebrauche gemäß, Jeder rühren muß, der das erste Mal diesen Wallfahrtsort besucht. Ziemlich einsam, aber nicht unfreundlich, ist der fernere Weg vo^ Tuffer nach Toplitz in 1 bis 1.^ Stunde zurückzulegen. Marmortafeln an der Straße künden die Namen jener Gemeinden an, welche zur Re-gulirung der Sann thätig waren. Auf dem ganzen Wege ist die Straße immer so gezogen, daß man 2 bls 4 Kirchen als freundliche Gesichtspunkte hat. Wir lassen am linken Ufer die Gemeinde Radoble, und machen am rechten emen Ausflug in das einsame und hoch gelegene St. Gertraud (8v«la I,u), zählt mit Sadres, Gouze Dorn und Souze bei 60 Häuser mit 200 Einwohnern; die Pfarre hat 1111 Seelen und 35 Sonntagsschüler. In der Pfarrkirche sind 4 Altäre, der heil. Gertraud, heil. Barbara, dem heil, Antonius von Padua geweiht, alle drei aus Holz, nur der 4., die Kreuzabnahme Christ», und etwas darunter dessen Grablegung vorstellend, ist ganz aus Stein, scheint alt und ist gut gearbettel. In der Filiale St. Magdalena in Gouze stehen 3 hölzerne Altäre, der Büßerin St. Maria Magbalena, dem heil. Johann — 58 - Evangelist und heil. Urban geweiht. Kirche und Altäre sind unbedeutend. Bei Verttve wendet sich in einer scharfen Ecke die Eann, und wirft ihre Wellen wieder mit dem ungestümen Charakter eines Alpenflusses an die Dämme und Wehren bei Strensko. Noch eme Wendung und man hat das Römerbad Töpllh nächst Tüffer vor sich. G II. Von Töplitz zur Steinbrücke. Der Fluß rauscht laut und munter, Dic Vahn fliegt lustig hin. Was grömst du dich hinunter, Eh' Lust und Leben flieh'n? Die Partie vcn T'öplitz zur steinernen Brücke (H Et.) ist sehr freundlich; die Sann rauscht im tiefen klippenoollen Bette. Grotteske Felscnpartien umgürten das Ufer des ungestümen Flusses, dessen grüne Wellen in ein leichtes Braun übergehen. An der Steindrucke finden wir ein Paar nette Häuser, das einst hier bestandene gute Gasthaus hat aufgehört; unmittelbar hinter demselben ver^ binden sich die Sann und Save, Die Gebäude des Wirthshauses sind an derselben Stelle, auf welcher dle alte, von den Templern gebaute St. Aegydi-Kirche war. llm linken Ufer heißt sehr bezeichnend die Gegend Blasavje »zu den Crdfällen.< . _ 59 - Kahle des Erdreiches, entblößte Stellen bilden sich fast nach jedem Regengusse. Man hat den hohen Felsberg Kosje mit seinem Hocker, wie man ihn von Cilli sieht, vor sich. Am linken Ufer tobt der Graschnizbach von Gail räch in die Sann heraus, vermuthlich der künftige Begleiter einer zu bauenden neuen Strasie, welche durch seine Schluchten hineinführen soll nach Gairach und von unberechenbarem Nutzen für die Verbindung der dortigen Glasfabrik :c. wäre. Die verödeten Bleischmelz-Gebaude, neben Hrn. v. Uhlichs Ziegelei, erinnern an die Tage, wo des Bergbaues Segen dieses Thal beglückte. Die Strasie führt am rechten Ufer über eine 135 Klafter lange, in den Fel« sen gesprengte Strecke. Die Inschrift auf der nahen schwarzen Marmorplatte lautet: „Diese Strasie wurde unter des glorreichen Regierung Sr. Majestät Franz des I,,'der Landesverwalmiig Sr. Ercellenz Christian Grafen vott Aichholt, unter dem KreiSverweser k. k. Kämmerer Josef von und zu Me,erhofer, durch Mitwirkung der stelermär-kischen Herren Stände, gebaut von den Bezirken Cilli, Tüffer, Galrach, Laak, Oberlichtenwald und Reichenburg HllX^^XVI. In 116 Arbeitstagen wurde die Strecke von Töplih b,s zur Steinbrücke im Kostenaufwand« von 32821 fi, W. W. hergestellt. Und nun Einiges über die Steinbrücke, die schönste in chrer Art in Steiermark, bis sie von ihrer nächsten - 60 - Nachbarin, der Eisenbahnbrücke, Übertrossen wurde. Die Brücke über die Save, von Leopold dem Glorreichen 1224 angelegt, welche dlc Gewalt des zürnenden Elementes öder wahrscheinlicher Kaiser Friedrich der IV. zerstörte, um die Grafen oon Cilli von ihren Besitzungen in Kram zu trennen, gab dem kleinen Orte den Namen. Gegenüber erblickt man,in Krain den Thurm von Et. Katharma, in der Save selbst noch die Grundfesten der alten Etein-joche. Einen großartigen Anblick gewährten an diesem Punkte in den letzten beiden Jahren viele Hunderte watsche Arbeiter, bei den Spreng- und Mauerleistungen beschäftigt, die wie bunte Ameisenhaufen diese einsame Bergecke durchwühlten. Die Umgebung der Mündung der lustigen, von kleinen Bretterfiosien belebten Sann in die tiefgrüne Save, auf welcher die langen krainerischen Schisse, meist nnt Wem und Getreide beladen, bald unter ungeheuerem Lärmc, bald unter monotonem Gesänge der- Tch.iffer, stromaufwärts gehen, hat einen eigenthümlichen Charakter von Wildheit im Walde. Thurmhoch steigt an der Save die mehrere Klafter dlcke Grundmauer empor, bestimmt, den Schienenweg über Sagor nach Laibach zu tragen An dem im Sommer 1846 vom Feuer verehrten Wirthshaus? lieSt man einige Klafter hoch über dem Spiegel der Save folgende Inschrift: - 61 - »Da man gezahlet siebenzehnhundert Jahr, Und den 19. October bei der Nacht war, Kommt die' Sau so hoch geruhncn, Bei- der Thür ein, beim Fenster aus Das End genohmen,« 1700, i-onov. 1818. Die herrliche Brücke über die Sann ruht auf 4 Joch und 5 Bogen, jeder von einer Hohe von 5-Klaftern und 4 Schuh, wurde 1828 vollendet, und ist 214 Fusi lang. DaS Monument am rechten Ufer ist ein einfacher Tempel mit 4 Säulen, einer Kuppel und emer gußeisernen Büste Er. k. k. H. des Erzherzogs Johann. Die Inschrift lautet: ^«anin »so!i>l1»il-l ^.U8tria« UoneNeo »alvaloli I*0nll8 Viaoqu«. Nnvao auetoi-i, provilli^imo; in««Ia« ^ssrl ^oilojon^» ^,-all »nimi oiga Po«. MVOO(ÜXVI. Die Inschrift unter der Statue des heiligen Johann von Nepomuck am jenseltigcn Ufer lautet: ^nni« HIV(^^XXV ot H1V<^<^<^XXVI. l'rancisco I., ^««triao ^mporawr« lölloi» I^oKu. Ineola« a^rorum doll^on^i», Ziborien«!«, Oroutillm »uwr (^arnlolium, ^tlriamquo facilior torro8tr»8 e88. quem bis in den Markt'Tüffer fahren und von dort über Maria-Gratz und St. Leonhard die Wanderung antreten, allenfalls auch von St. Leonhard hinabsteigen in die Schlucht, in welcher die einstige Karthause, nun Staats. Herrschaft Gairach, liegt, und von dort über Kattenfeld und die Pfarre Et. Rupert nach Ewetina, oder noch besser, von St. Leonhard über die Filiale St. Peter eben dahin gelangen. Jeder dieser etwas beschwerlichen' Wege lohnt durch die reizendsten Partien und Fcrnsichten. Zur Localie St. NicolauS steigt man ziemlich gemächlich in H Stunden empor. Die freundliche Kirche wurde 1737 an der Stelle eines viel älteren verwüsteten Gotteshauses erbaut, von welchem noch der 1684 erneuerte Thurm steht. Sie ist 36 Schritte lang und 12 Schritte breit, von sehr freundlicher Bauart. Der Hochaltar enthält das gute Bild St. N'colaus, 1696 von Sebastian Menhard gemalt. Eingepfarrt sind bei 700 Seelen. Entzückend ist von hler die Aassicht nach den 6 Bergkirchcn: Dreifaltigkeit, Coloman, Leonhard, Chnstof,. Sebastian und Hermagor. — 65 - Zwischen Plasovic und Losah kommt man über den 1782 Fusi hohen Thin (Schienberg), und endlich zur Gairacher Sirasie, die man auch von Maria-Gratz aus längs dem Lahombelbache anfangs durch ein liebliches Thal, dann über 2 hohe Berge emporsteigend erreicht. Noch ziemlich hoch über der Straße am Rande des Gebirges liegen Pfarrhof unb Klrche St. Leonhard. Letztere war anfänglich eine Filialkapelle von Tüffer, zur Pestzeit e«n berühmter Wallfahrtsort, wurde Nl9 verlängert, 1788 zur Pfarre erhoben. Sie hat drei Altäre, dem heil. Leonhard, Franz Vaver und der Mutter Gottes geweiht. Die Altäre und das Presbyterium wurden unier dem gegenwärtigen Pfarrer Herrn Sabukosek neu hergestellt. Eingepfarrt sind über 12M Seelen, bei 70 Kinder besuchen die Sonntagsschule. Im Pfarrbezirkc liegen die Staatsherrschaft und einstige Karthause Gairach (2/, St. von Tüffer), neben dabei dle schenswerthe Glasfabrik, dem Hrn. Franz Grohmann (einst Hrn. Hauptmann Carl Ritter von Azulai gehörig. Feuersbrünste. Uederschwemmungen und ein Wolkenbruch 1835 machten viel Schaden m dle-ser Gegend. Von beiden Punkten Emiges am Schlüsse dieses Ausfluges. Südöstlich in schauriger Höhe auf steilen Felsen liegen die Trümmer von Rabenstein (Vranska Pec), 5 — 66 — die letzten Neste eines tief in der Wildnis; versteckten Jagdschlosses der Clllier Grafen, Hoch darüber, wie em versöhnender Schutzgeist, schimmert die einsame Bergkirche Dreifaltigkeit. Wollen wir. nicht der guten Strasie m die Tiefe nach Gairach folgen, so gelangen wir durch malerische Walo-schluchten, über steile Vorberge durch emsame Thaler nur vom Rauschen der Bäche belebt, in 2 starken Stunden zur Filiale St. Peter, nahe der Vereinigung des Loka- und Svetinabaches, lints Podvin, rechts Dobie lassend, Wald auf 2 Seiten, Weingärten und Bergwiesen bllden den Rahmen dieser Kirche, die ihren Namen Naverhi verdient, da sie auf einer der höchsten Stellen des Velki Verh (Hochgipfels) gelegen ist. Gegen Westen bleiben die reichen Steinkohlen-Lager zwischen Tansto und Sokia. In dem 1727 aus den Trum. mern emer älteren Kirche erbauten GotteShause schmückt die schön geschnitzte Statue des heil. Peter den Hochaltar. Diy.Umwohner, vorzüglich in Mala Bresa (Kleinbirkcn, nahe der Ruine Birkenstein), sind in Tracht und Sttte muntere, schlichte Söhne des Gebirges. Eben durch diese Gemeinde kommen wir in einer kleinen Stunde zur Ruinc Birkenstem und nach St. Ruprecht, zu welcher Kirche gegen 1900 Seelen, darunter bei 40 Sonntagsschüler gehören. Das Schloßgebäude von — 67 - Virkenstein ist 2 Stock hoch, hat eine Fronte von 5, eine Tlefe von 2 Fenstern, ist aber bls auf die Haupt-Mauern und die Bedachung ganz verfallen. Der Sage nach gehörte es in frühester Zeit einer gleichnamigen Fa< nulle, von der es an die Karthäuser in Gairach kam, dle es als Mnerhof uno Ausflugsort benutzten. Dann hatten es nut allen dazu gehörigen Lehen dic Jesuiten m Gratz. Der Bauer, der es bewohnt, heißt noch der Meier, und gehört nut l anderen Bauern in der Nähe nach Gairach, während rmgsherum das Donumum von Tüffern ist. In St. Ruprecht ist blosi der Pfarrhof und die K,rche. Letztere, nut Schiefer gedeckt, mit emem schmalen oberlandischen Thurme, der nächstens erhöht werden soll, hat der Luge nach eine große Aehnlichkeit mit St. Urbani bei Marburg, eben so steil die Weingarten, eben so zahlreich dic kleineren niedlichen Wemgä'rtenhä'us-chen. Hinter dem Pfarrhause zieht sich ein stattliches Weingebirge, auffallend durch den kohlenfarbigen Humus, dahin. Ausgezeichnet ist der Weizen aus dieser Gegend, Pfarrhof und Pfarre sind von 1?55i, die Aussicht umfaßt Kalobje und 12 andere Kirchen. Die Kirche wird im Sänffe von 4, im Prcsby^erio von 2 rechteckigen Fenstern erleuchtet; ste zeigt am Hochaltare die Himmelfahrt des heil Ruper-tus, am Eeitenaltare rechts die unbefleckte Empfängnis, vom Kramer Maler Alois Götzl, von dem auch die beiden 5« — 68 — Engel am Friedhofthore, wie von feinen Brüdern die netten Hochaltarstatuen, sind. Am Seltenaltare links ist die eine Etatue Et Isidor und ein kleines, sehr niedliches Bild, die heil. Nothburga. Ober dem Bogen des Presbyteriums liest man das Chro-nograficon: HlnAno voo «uork lillo« 8»Xll oxornlU» «unt pin l722. Zwei Säulen tragen den klemen Chor. Am Friedhofe ist ein schönes Kreuz aus weißem Marmor, von den Finanzwächtern ihrem 1643 von den Schwärzern erschossenen Cameraden gesetzt. Einsame Kreuze hier und da zeigen die Stellen, wo Wanderer durch Schneewehen verunglückten. In der Nahe sind drei nett eröffnete Steinkohlengruben mit schwachen Adern von sehr guten Kohlen. Der lohnendste Weg von l,^ Stunde ist jener von Rupert durch das Lichtenthal nach Svetina. Man erreicht nach einer halben Stunde eine pittoreske, in der Tiefe von einem Wlldbache durchrauschte Fc-lsen par tie nächst dem grosicn Walde des Tüfferer Pächters Iandel. Links auf grünem Bühel öffnen sich die Stollen des S teinmauer'schen Eisenbergwerkes, mit 2 Knappen belegt, von geringem, aber trefflichen Erzertrage. Bald sind wir unten im blü'thcnduftcndcn, obstreichen, kleinen Llch tenth ale, in welchem vor 40 Jahren — 69 — eine Glasfabrik bestand. Noch hausen hier zwei deutsch-böhmische Familien 3eidl, Nachkommen jener Glasmacher. In der äußersten Ecke des Thales zur Rechten ist das kieme Kirchlein Ct. Florian (so wie Evelina und Et. Peter, Filiale von Rupert). Zwetschkenbäume umgeben diesi Gotteshaus, den Hintergrund bildet ein mit Fichten bewachsener Verg, die besie Erwerbsquelle der Gemeinde Svctina, welche ihre Weingartenstöcke weit in bie Umgebung verkauft, St. Florian ähnelt der Eternsteiner Kapelle, hat ein kleines Thürmchen, außen das hölzerne Wappen der Grafen Galsruck und einen großen weißen Marmor, dessen prunkende, hart leserliche, lateinische Inschrift erzählt, daß Anton Graf Gaisruck, Herr auf Ncukirchen (im Stem-feldc), Thurnisch und Cilli, diese Kapelle in 6 Monaten im Jahre 1753 erbaut habe. Den Plafond zieren in trefflichen Fresken Scenen aus dem Leben des heiligen Florian, so wie der Hochaltar (heil. Florian) Fresco, ein Werk — der Sage nach eincS kleinen, betrunkenen, alten, wällischen Malers ist. Links ist das Wappen der Gaisruck, rechts jenes des Görzer Bischofes Graf Attems. Nun geht es steil hinan zu einer Höhe, welche 6 Häuser und die Svetina-K irche krönen. Hler war unter Josef II. einige Zeit hindurch eine Curatie. Am St. Oswaldtage aber ist großer Concurs. Die von den — 70 — Grafen von Cilli erbaute, 1^89 vollkommen hergestellte Kirche ist 44 Schritte lang und 13 Schritte brelt, von schöner gothischer Form, mit einem hohen Thurme. Sie hat eine uralte Mutter-Gottes-Statue aus Stein. Nahe dabei, aber ohne Thurm, lst die heil. Kreuz-Kapelle, ebenfalls alt und geräumig. Zwei Häuser dienen zur Unterkunft der Geistlichen und Fremden än dem sehr stark besuchten Wallfahrtsorte, der sein Entstehen der frommen Buße Friedrichs von Cilli verdankt. D»e Kirche von Sretina zeigt ausien 10 gewaltige Strebepfeiler, die, so wie der ganze Bau, aus Tufquadern sind. Der Thurm bildet ein Quadrat von 8 Klaftern, auf jeder Seite weiter, oben in ein Achteck übergehend. Unter ihm war ursprünglich dle ebenfalls gegen 8 Klafter hohe, nun viel verkleinerte Hauptpforte. DaS Innere ohne Säulen zeigt durch den Chor und dle drei moderneren langen Fenster spätere Veränderung. Der eine Eeitenaltar mit vielen Figuren hat e,n gutes Bild, die sterbende Anna vorstellend, der andere ein Crucifix. Das Presbyterium ,st mit kleinen, roth, blau und welsi glasirten Ziegeln gepflastert. Als Antipenbium laßt sich über die Statue deS Hochaltares ein großes Marienbild aufziehen. Die 182A erneuerte Kirche zeigt drei verschiedene Abtheilungen. Ober der Thurmuhr «st die Jahreszahl 1723. . — 71 — Ausicn sind 3 uralte Linden. Die heil, Kreutz-Klrche ist mit Schiefer gedeckt, ohne Säulen, düster und feucht, von 4 kleinen viereckigen Fenstern erleuchtet. Der Plafond ist gedielt. Die Wände enthalten in 9 größeren und 4 kleineren Tableaux Fresken aus der Leidensgeschlchte, ein erhängter Judas ist groresk darunter. Am Hochaltare des von 2 viereckigen Fenstern erhellten Presbyteriums ist ein Crucifix. Wer in Evetina lst, verwende ein kleines Stündchen zur Besteigung des 2li^ hohen, durch seine wunderbare Rundschau unvergleichlichen Berges Dost. Auf dem Wege hinauf hat man zur Linken den grü-Nen Waldberg Posensc. Ueber dieKamehlhöcker d?s Laaker Gebirges schimmert die Laaker Filiale St. Lorenzen, noch ferner St. Agnes am Hum, näher St. Jakob in Dol, Et Etefan in Turje und St. Georg; durch einen Buch. wald auf kiesreichem Boden, mir dem Ausblicke auf Et. ?ec>nhard über Tüffer, das hohe Dreifaltigkeit bei Gairach lc. Ueber eine Wiese kommen wlr auf die schmale, oberste Kante des Dost. Mit freiem Auge umfaßt man über 150 Kirchen und Schlösser. W«r begmnen im Südost mit den vorzüglichsten Punkten: Dreifaltigkeit, Et. Leonhard und Et, Nicolai, St. Michael, Katharina, Gertraud und St. Stefan bei Tüffer, darüber hinaus das Uskokenge-birge, g. W. die Sulzbacher Alpen und der Ursulaberg, zu Füsien das ganze Sannthal, g. N. Cilli, Hohenegg, - 72 — Neuklrchen, Sternstein, Lindeck und die gan;e Länge des Pachcrs, g. N. O. Tüffern, St. Anna, Reifenstein mit seinen Teichen, Georgen, Värenthal, Kistabor, St. Ursula, Kirchstätten, die Gonobitzer Pollana, g, O. N. Et. Ursula, Rosalie, St. Primus, die grosie Kirche von Poniggl, St. Rupert, Svetina, endlich das Laaker Gebirge. Auf dem steilen, aber anmuthigen Wege nach Cilli hinab sehen wir lange St, Rosalie, El. Georgen, die Kirche von Potricen, gleich darüber Echlosi und Kirche von Poniggl. In einer halben Stunde sind wir von hier bergab in der Nähe des alten Schlosses Cilli, an der Eisenbahn und an der Sann. Sehr gemüthlich ist die Sage von Svetina, daß die Kirchenmauern nie einen Verputz oder eine weifte Tünche litten, sondern immer dunkel blieben, um von den Türken nicht gesehen zu werden. Derselbe Baumeister, welchem Maria-Svetina sein Bestehen dankt, hat auch auf den Wunsch deS Busie und Sunde paarenden Grafen Friedrich Dreikonig und St. Heinrich am Pachern, wahrscheinlicher aber Lubeöna nächst Plankenstein erbaut, da die Gründung von St. Heinrich dem Kaiser Heinrich IV. bei seiner unglücklichen Pilgerfahrt zur Buße nach Canossa zugeschrieben wird. - 73 — IV. Ausstng von Tüffer nach Gairach. Kilemonta morl klaget Einst dcr Kalthäuser Spruch, »lemonta vilae saget Der Neuzeit Lebcnsbuch. Als ein eigener Ausflug von Tüffer nach Gairach, lst derselbe, 2^ Stunde sich erstreckend, sehr lohnend, Welchen man allenfalls noch um iz Stunde verlängern und bis Burg Mantpreis fortsetzen kann. Man Nimmt den Weg zuerst nach St. Leonhard, von wo er s'ch ziemlich rasch in die Tiefe stnlt. Nach einer Stunde über ein waldiges Gebirge kommt man über den Gra«nic-bach 'zu Grohmann's Glasfabrik, eine Viertelstunde später Nach Gairach, hier Suet Juri Kloshter genannt. Gairach ist so abgelegen, daß man von allen Seiten im Winter Nur mit großer Schwierigkeit hinkommt. Von Gairach nach Fichtenwald hat man 4 Stunden, nach Ruth über den hohen Leisberg 3 Stunden. Die Glasfabrik in Gairach gründete Herr Carl Ritter von Azula um das Jahr 1790. Er war bis gegen 1800 Pächter der Herrschaft Unrerlichtenwald, zu welcher Herrschaft auch die Glasfabrik am Liesberg gehorte, und vom Hrn. Ritter v. Azula betrieben wurde, bis m dem Jahre 1600 das Holz dort zu Ende ging. Nachdem sich aber in — 74 — der benachbarten Staatsherrschaft Gairach, 1 Stunde vom Leisbcrg entfernt, eine grosie Menge Buchenwaldungen, welche die Staatsherrschaft Gairach und deren Unterthanen wegen zu großer Ausbringungskosten nicht verwenden und benutzen konnten, vorfand, so wurde unterm 1ö. November 1891 zwischen der Staatsgüter-Administration und Hrn. Ritter v. Azula ein Abstockungs-Contractfür drei Waldabtheilungen geschlossen, durch welchen noch gegenwärtig die Glasfabrik ihren Holzbedarf bezieht. Für die Herrschaft-lichen Beamten und die Unterthanen sind noch besonders drei Waldabthcilungen vorbehalten worden, mit hinlängll-chem Vrcnnholze versehen. Bei dieser Glasfabrik befindet sich nur cm Glasofen mit 8 Arbeitern, ihren Gehilfen und Emtrag-Buben; es werden in einer Hitze, welche ge, wohnlich 40 bis -N Wochen dauert, je nachdem der Ofen und die Echmelztöpfe (Tiegel) aushalten, beiläufig im Durchschnitte 9000 Schock Kreidenglas, 3500 Schock Fenstertafeln und 2000 Schock Grünglas, schwarte Champagner- und andere Ausbruch-Flaschen erzeugt, seit 8 Jahren besteht eine kleine Schleifmühle, wo geschliffene und bril' lantirte Gläser, wie auch geschnittene mit Figuren, Landschaften und Namen erzeugt werden; auch beginnt man die Verfertigung färbiger Gläser. Der Glasabsatz ist meh^ renthells nach Italien (nach Bassano, Verona, Padua und Trieft, Fiume :c,, das Kreidenglas und die Fenster- - 75 - Tafeln aber auch nach Laibach, Neustabtl, Agram, Carl-stabr. Die Ausfuhr ist nach allen Seiten sehr beschwer'ich und mit grosien Unkosten verbunden, die Fabrikstransporte "fordern immer 12 bis 14 Pferde. Herr Carl Ritter von Azula starb am 16. September 1818, 56 Jahre alt! nach 'hm hat die Fabrik Herr Franz Grohmann, der jetzige Inhaber, übernommen. Sie bildet eme liebliche Colonic in dieser großartigen Einöde. Hübsche Wohnhäuser, nette Törtchen umkränzen den ungestümen Wildbach. Von der Glasfabrik aus sind 3 Bezirksstrasien, eine über den Leis-berg nach Lichlenwald und Laak, eine nach Montpreis, St. Georgen und Sauerbrunn; die 3. über Tüffer nach dcr Kreisstadt Cilli. Wo gegenwärtig der Holzschlag von heil. Dreifaltigkeit ist, von dem durch eine Riese jährlich 60W Klafter Scheiterholz vom Gebirge bis zum Grätsch-lutzbache herabkommen, befindet sich oberhalb der Etein-felsen das alte Rabenstein (Vranska Pec). Von der Glashütte in emer Viertelstunde erreicht man das in dcr äußersten Schlucht gelegene ehemalige Kloster, die nunmehrige Staatsherrschaft Gairach. Hier sehen wir die gothische Inschrift: ^mw 12N8 a I^ipokia cluco ^Vu^rio ßti-lly^u« sunc^awm l?8t 1,00 Hlniln^toimm in konoiom ««t. ^llluillil «ociorumquo o^us »ud roßuw «acri o,llini,^ ^»l-n -^ Bäbius Acceptus und seine Gattin Quarta, die Tochter des Damio < errichteten diesen Stem ihrem Meier AäbiuS. Ein Bäbius Eructus kommt m Toplitz, eine ^abia an der Manmillanskirche ln Cilli, ein Acceptus zu Hariberg vor. Von hier über den KoritNlg auf sehr beschwerlichem Wege kommen wir in zwei Stunden nach St. Jakob, genannt in Doll (im Thale). Dte Kirche lst alt und unbedeutend; zur Pfarre gehören 1496 Seelen. Von hier hat man nur N Stunde nach Trifail, nur eine kleine Stunde zur Filiale St. Leonhard, welche 'N der glelchnamigen, vom Babno- und Klonske-Bache bewässerten Gemeinde liegt, und in zwanzig und einigen Häusern bei anderthalb hundert Bewohner enthält. Von hier kann man über Iavor und Et. Georgen den Weg nach Maria-Scheucrn nehmen, welchen wir aber gleich von Töplitz aus bezeichnen wollen. Maria-Scheuern auf der Verwundcrungs-Alpe von dem dortigen Herrn Pfarrer genannt, ist eine Localie von 62A Seelen mit cmer Schule von 17 Sonntclgsschülern. Die Pfarr-Station Maria-Scheuern llegt im Gebirge, man geht von der Etcinbrücke aufwärts auf einem öfters beschwerlichen Trep-pelwegc, ungefähr eine kleine halbe Stunde von der Etein-brücke, wo jeder Besuchende das erste Mal überrascht wlrb, weil man sich eben bei diesem engen Gebirgswege reine Flache verspricht; allein wenn man bei der angelt — ?4 — pflanzten Fichtensternen-Allee des Gutes Scheuern, welches Herrn Johann Karnirschnigg, k. k. Hauptpfarrer, Vogtei-Verwalter und Realirätenbcsiher in Tüffer, gehört, ankommt, so eröffnet sich eine schöne Fläche, theils Wiesen des Gutes Scheuern, theils Ackerparzellen der Pfarrm' sassen des Dorfes Scheuern. Man kann zu diesem Ausflüge auch den alten oder neuen Weg von Töplitz zur steinernen Brücke nehmen; ersteren empfehlen wir den Fuß-rcisenden, letzteren den Fahrenden. Wenn man von der Stembrücke aus im Sommer oder Herbste eine Excursion nach Maria-Scheuern unternimmt, so kann man sich im Gasthause der Maria von Höffern Edlen zu Saalfeld vorhinein restauriren. Dje Pfarrkirche Maria-Scheuern hat ^ Altäre. Der Haupt-Gnadenaltar ist mit dem Aufziehbilde der unbefleckten Empfängniß Maria versehen. Der Gna-demhron des Hauptaltares stellt die Geburt Jesu Christi vor, zu Seiten Mar»a kniend und der heilige Josef stehend. Der Hauptaltar hat die Aufschrift: Hot? ulttli-u ol-o IVllo. vrn. t?roKoiili t»l-ols^n-l'^ll^i-, Vmarl« et l^^ntUoi» Hlutliiu Hlul.^lnk «t PI,iljjiz>o Wa«ll2 in nllno vno. tl!82 mon«« ^illio. Der zweite Altar zur Seite ist zu Ehren der heiligen Anna, zu beiden Seiten die Statuen ihrer Aeltern. Zum Gnadenbilde der heiligen Anna verloben sich sehr häusig die Wöchnerinen, — 85 — Oberhalb beim zweiten Altare ist der heilige Florian. Der britte ?lllar ist zu Ehren des heiligen Laurenzms, Leviten und Martirers ; zu beiden Selten sind die Heiligen Rochus Und Sebastianus, zu welchen bei gefährlichen Viehseuchen Und besonderen Krankheiten die Pfarrinsassen vielseitig ihre Zuflucht nehmen. Oberhalb ist Maria vom guten Rathe. Gleich in der Nähe ist daS Gut Scheuern, mit dem Welchselberger-Hofe »vereint. Ein gleichnamiges Geschlecht kommt schcm sehr frühzeitig vor. Sie besaßen auch Eckenstein, Eallach und Einöd. Iorgu und Caspar von Scheuern waren bcim großen Aufgebote. Jörg ll lebte 1573. Seine Nachkommen, ausgezeichnete Kämpfer 'n den Türlenkrlegen, finden wir noch 1694. Später besaßen das Gut 17W Antoma Robidin, 1750 Michael von Renzenberg, 1786 Josef Smolle, 1786 Leopold von Stem-berg, 1799 Mathias Pöhm und 1802 Franz Rath. Von hier hat man längs der Save aufwärts eine Stunde zur F.liale St. Georgen nächst Schaunasec. von dort z Stunden nach St. Leonhard an der Grenze und eme Stunde weiter zur Kirche von Dobcrna. gegenüber von St. Ulnch. , - 55 — Die Eisenbahn von Cilli nach Steinbrück. Dampfkraft, stolze Oöttcrspcnde, Dankend sei an dich gedacht. Daß dcr Nord dem Süd' dic Hanke Rcjcke, hast nur du vollbracht. Zu den mühsamsten und großartigsten deutschen Schienenwegen gehört unstreitig die jüngste Südbahnstrecke von Cilli über Tüffer zur Steinbrücke, durchaus beinahe den Felsengcbirgen und dem Flußbette dcr Sann abgetrotzt, selbst an jenen Stellen, wo der Unterbau dle schmale Thalsohle, benutzen konnte, auf Dämmen und Brücken geführt, ein kühnes Wert des verdienstvollen Baumeisters Picco, unter dcr Oberleitung der k. k. Staats-elsenbahn-Ingemeure im Frühlinge 1845 begonnen und durch tausend und tausend rüstige Arbeiter aus Italien, Istrien und Croatien lm Simmer 184? vollendet.. Von den auf 1,451,919 fl. projectirten Kosten des Unterbaues tommen über Dreiviertheile auf die Fclscnsprengung, ?luft Mauerung und Brückenbau. Die sehenswerthesten Objecte sind die 5 großen Brücken über die Sann, jene über den reisienden Rezhizhbach, dlc über den Lahombelbach, unter dem Markte Tüffer, jene von drei gewaltigen Bogen über — 87 — die Graönica nächst der Uhlich'schen Ziegelei an der alien Tilberschmelze, alle drei Brücken unmittelbar vor der Mündung dieser Bäche in die Sann; ferner die ungeheueren Felsensprengungen bei Ekaloje, die riesigen Stützmauern und Talous eben daselbst, zu Maria-Gratz und unter Grasi-">ca. Von den rein aus Quadern , aufgeführten Mauern ist die bei Maria Gratz 300" lang, 9^ hoch; die unter der Silberschmelze über 400 lang. Nette Werke sind die Etationshöfe, der im Markte Tüffer um 35388 fl. 55 kr. CM., der nächst dem Römerbade um 17135 fi. EM. veranschlagt, l8N erbaut; eines der großartigsten Gebäude aber wird der Bahuhof zu Steinbrück, dessen Bedachung allein auf eine Fläche von einem Joche berechnet ist. Von Cilll bis Steinbrück sind 12 dopvelte, 8 ebenerdige emfache Wachthäuser und eines mit einem Eouter-rain, also zusammen 21 im Kostenanschlage von 46060 fi. hergestellt. Tie Stellung der Brücken über die Sann, von denen zwet unmittelbar bei Cilli, die eine dicht am dortigen Bahnhofe, die andere am Fusie des Echlosi, und Nicolaiberges hinter der Vorstadt Rann, lst meist in schiefer Richtung, die prächtigen Quaderpfeiler sind von elyp-ttscher Form; die am Schlüsse derStrecke nächst der Save, so wie jene bei Tremersfeld, von ausgezeichneter Scho'n-be»t. Sehenswerth sind die zahllosen Durchlässe, das Nähern und Durchkreuzen der Bahn und der Strcche, die — 88 — w«e zwei endlose schlangen sich zu necken und zu spulen scheinen. Den Brcnnbedarf sichern wohl auf ewige Zeiten die nahen unermeßlichen Steinkohlenlager, jener kostbar« Schah, der im Schoosie der Berge an beiden Sannufern liegt, zum Frommen der fernen Zukunft. Wenn dem Ethno« grasen die Bahnarbeiten auch im rauhen Winter 1847 eine bunte Musterkarte verschiedener Stämme, ihrer Trachten und Sitten boten, so forderte der Unterbau selbst manche Gegenstände zu Tage, die dem Freunde der Alterthumskunde und Geografie nicht unwichtig sind. So fanden sich in der Vorstadt Nann nächst Cilli bei den Abgrabungen hinter dem Hause des Wirthes Gos-podarm römische Münzen aus der Imperatoren Zeit, Töpfe, Urnen, Hausgeräthe, große breite Ziegel, Grablampen in Menge/ vor Allcm aber das Fußgestell eines ausgezeichnet schonen Candelabers. So wie auch ven den Arbeitern verschleppt wurde, kam doch Manches in günstige >>Mnde und gelangte in die zweckmäßigen Privatsammlungen der Her-ren Gurnigg in Cilli und Picco in Tüffer. Sehenswerth für den Geognosten sind die Formationen im Steinbruche zu Skaloje nicht minder, als diekünst-lichen Sporen, welche die Bahn gegen das Nachrutschen des Berges sichern. Hier fand man tief unler anderen Schichten eine mehrere Klafter lange marmorartige Platte, schon polirt auf der einen, rauh auf der andern Seite, ... 69 — Mitten zwischen den Felsgesteinen. Dem Markte Tüffer gegenüber nächst dem Ulich'schen Braukeller am rechten Sannufer wurde am Michaelsberge einer der größten Etem-brüche eröffnet, der die meisten und schönsten Quaderstücke für diese Trace lieferte, und schon vor Jahrhunderten schlechtweg der Steinbruch hieß. Bei ' seiner Wiederbe-nützung stiesi man auf vollkommen ausgearbeitete steinerne Thürstocke, Keule, Lanzenspchen und menschliche Knochen, ^o sehr sich de.r Reisende im Anfange und am Schlüsse dieser Strecke zwischen den nahcgerückten. Bergen eingeengt fühlt, so fteundllch überraschen ihn die Aussichtspunkte, beren er sich bei Tüsser und To'plitz erfreut. Die Burgruine von Tüffer, der nette Markt mit dem Templerbaue der De-chantei, dem schönen Herrschaftsschlosse, der alterthümlichen Kirche Maria-Gratz, dem doppelt gethürmten Gotteshause Et Michael auf schroffer Bergspitze, dem pittoresken St. Christof auf grünem Rücken, schwindelnd hoch, Tt. Ste. fan in Turje, idtllisch Margarethen und das Römerbad, üppig grün die Wälder der Germada, der Curatie 3 t. Nlcolai und ihrem baumbeschatteten Hügel Konec gegenüber, St. Gertraud, Dreifaltigkeit, Obcr-Gcurach und zuletzt Et. Katharina in Kram sind die Ansichtspunkte, welche dem Retsenden im Bahnfluge, wie kaleldoscopische wilder, von Cilli bis Steinbrückc vorübcrschwcben. — R» — VII Vom Römerbade nach den Thermen von Nenhaus. Als letzten und lohnendsten Ausflug setzen wir noch den vom Römerbade nach den Thermen von Neu haus btzi. W»r nehmen vorerst unsern Weg nach Cilli, von wo uns zwei Etraßcn m kleinen 2 Stunden nach Neuhaus befördern; die eine über den Bahnhof, über Maierberg und das malerische Kirchdorf Et. Martin im Rosenthale, von wo wir emen Abstecher in die nahe Pfarre Galizien machen können, empfehlen wir besonders den Fusireisenden, die zweite, anfangs Poststraße, von Cilli bls zu dem mit seinen 3 Kirchen weithinschauenden Markte Hohenegg den Fahrenden. Am Schlüsse des H Meilen von Cilli entfernten, mit dem guten Gasthofe »zum Rö'ßl« versehenen Marktes Hohenegg theilt sich von der Hauptstraße lints der Weg nach Neuklrchen, Lemberg und Neuhaus, unmittelbar an dem alterthümllchen, vom sinnigen Besitzer Ritter von Resingen im besten Geschmacke re-staurirten, von herrlichen Anlagen umgebenen Schlosse der Bezirksherrschaft Weixelstätten. Noch eine Viertelstunde, und wir sind in Neukirchen. Wann und von wem die Pfarre Neukirchen ernchtt't worden, darüber sind keine — Nl - Urkunden vorfindig, Dasi sie aber schon im 13. Jahrhunderte bestand, ersieht man aus: ^ulii Oaosar!« onnonlci ^^ulal-i» Voiavk-n«^. Annalen IV. 13, Fol. 737, »ä Ut»num 1241 ,vo es heißt: Hleclmtor ini^u« t«>ii ___ Testamente ausgemalt, und zwar im Jahre 1795 vom CiUier Maler Johann Zimbol. Die Aufsicht des bei der Kirche liegenden Römersteines ist kaum mehr leserlich. Er wurde schon als zertrümmerter Stein beim Pfarrhofe auf einem Acker gefunden: NJS. XXXII. AVRELJVS, VALENTIN VS. V. V. MARTIVS. VJVVS. POS. An beiden Seiten sieht man die untere Hälfte zweier Manner in Togen. Es ist dieß d^'r Rest eines Sarges. Auch nächst Neuhaus bei Lcmberg beim Schlosse wurde ein antiker Steinlöwe mit einem Widderlopfe unter einer Pfote zu Rabenberg gefunden. Die Kirche hat außen die Jahreszahlen 17^0, 1781 und 1839; der Pfarrhof wurde 1764 vom Pfarrer Josef von Iakomini zu bauen begonnen, der vom 10. bis 14. Juli 1787 die Filialen Sr. Katharina, Johann und Thomas execriren, und später demoliren liesi, nur von Er. Nl. clas bei Doberna verweigerte der Pfarrer die Auslieferung der Schlüssel, diese steht auch noch. Zu Neukirchcn 5 am 11. December 1789, alt 81 Jahre, der Schneidermclster Lorenz Schuster, Vater des berühmten Wiener^Konnkers Ignaz Schuster. Nachdem Conrad Gallenberger, Pfarrer von Neukirchcn, 1460 mir Tod abgegangen war, wurde diese Pfarre mit allcn Rcchccn und Einkünften mit Ein. — ^; — "uUigung des Papstes PiuS ll. und Paul II. dem Capi-lel Etrasiburg in Kärnten einverleibt am 11, Juli 1468; damals hiesi die dasige Pfarre Et. ^conhard in der Emo'o. ^>on diescr Zeit an wurde Neukirchen vom Capitel Strasi-gang auS mit Priestern versehen, die den Titel Vicare luhren, 1658 war Simon von Kumberg Vica-r zu Neu-^lrchen und strzpriester in Cilll - - gleichzeitig auch Propst zu Neustadtl. In diesen Gegenden ist wieder die Region bes Alpenkalkes. Auf der Stenica und Pollana finden nur schon viele ungarische und illirische Pflanzen, welche weiter nördlich in Steiermark mcht vorkommen. Da treffen ^lr schon: Hl^!ix>l^ ^,-a,ull iwia, Iliorncium lanlllum, ^tnrlü« olili^u», '»,«!, ^nckvlli^ mnittana ^raliu.^ ttll'l^l!-l>,, Ilolll;!,c»u.^ l'ul'liiNl.''' und u<> cisnnpnlon«. Auf halbem Wege von Neuhaus nach Neukirchcn, cine halbe Stunde vom Bade entfernt, liegt auf einem hohen felsigen Berge halb versteckt das Schloß Lembcrg, der S»tz der Bezirksherrschaft und eines kleinen Landgerichtes. Das Schlosi ist sehr alt, ein Theil desselben stand bereits im 12. Jahrhunderte. Es war ehedem nur von einer Seite zugänglich, dort, wo die Zugbrücke stand. Der Sage nach, soll es lange von den Grafen von Cilli ver< gcblich belagert worden sein, ,worauf man den am Fusie des Berges befindlichen Ort, der ehemals das Marktrecht hatte, in Asche legte. Aus welchem Grunde, erzählt di? — 94 — Sage nicht. Jetzt ist Lemberg nur mehr ein kleines Dorf von ungefähr 12 Häusern. Zur Verschönerung des Ortes wurde nun daselbst eine Fillalkirche zur heil. Katharina erbaut. Das Schlosi Lemberg nimmt sich von jeder Seite sehr pittoresk aus. Oegcn Osten schaut trotzig der große Rundthurm, von friedlichen Anlagen umgeben, in das schmale, aber liebliche Thal, gegen Westen ein ahnlicher alterthümlicher Wächter. Ueppiger Epheu rankt an den Felsen empor, welche die Veste tragen. Ein ziemlich steiniger Weg am Saume eines kleinen Bächleins führt gegen die wohlerhaltenen Wlrthschaftsgebäude empor. Von dieser Seite erinnert das von zwe, großen Thürmen ffankirte Hauptgebäude ummllkührlich an Plankenwarth. Ein nied. lichcs Oärtchcn ober dem mit Ephcu bewachsenen Felsen deutet die Stelle, an welcher sich ursprünglich die Burg befand. Ein alterthiimliches Psirtchen zwischen vermauerten Fenstern, den Resten der alten Veste, führt m diese niedllche Anlage; ober ihm befindet sich die Inschrift: Herr Victor Welzer von Eberstem zu Hnllegg und Lemberg, Erzherzogs Carl zu Oesterreich Rath, und Frau Elsbeth Welzerm, eine gcborne Khevenhüller, erbauten diesen Stock 158-4.« Auf demselben Gange, welche die alteZimmerwand und 20 Säulen von grauem Sandsteine bilden, befinde»: sich die Bildnlsse und Wappen dieses Welzer'schen Ehe-paares. Ueber eine Treppe von l2 Stufen gelangt man in den massiven ostttchen Nundthurm, dessen Mauern mitunter mehr als eine Klafter dick sind, 3l) Stufen führen in seine erste Etage, in der sich ehemals die Kapelle befand. Die zweite Etage enthält die Schlosiuhr, die dritte eine wohltönende, der Sage nach siebenhundert Jahre alte Glocke. Als frühere Besitzer der Herrschaft Lemberg kommen vor: die Grafen Gaiiruck, vor diesen Elsbeth Wel-zerin. Um's Jahr 1790 Carl Graf von Gocsi, nach dessen Tode sie der Freiherr von Reinisch erbte. Dieser verkaufte sie an Vincen; Langer, dessen Wittwe, Frau von Kosscl, sie noch jetzt besitzt, und ihren zweiten Gatten, Gregor Kossel, in Mitbesitz nahm. Der Bezirk beträgt 9412 Joch mit 3543 Seelen in 6 Gemeinden. Bei Bischer schon prangen der grosie Hauptthurm und 3 Rundthürme an dieser Veste. Auch diese Burg war ein Lehen von Gurk, das 1387 die Grafen von Cilli erhielten. Hier fand ein Bauer einen Topf mit antiken Gold- und Silbermünzen. Lemberg hatten die Grafen von Heimberg als Aqmlejer Lehen, nebst Frasilau, Neukirchcn, Prasiberg ic., Güter, die in der Folge an die Grafen von Cilli kamen. Ulrich von Helmberg, in Verbindung mit Wilhelm von Schärfen-berg, den Welsieneckern und Conrad von Salzburg befehdete die Herzoge Heinrich und Ludwig von Kärnten, eroberte Rabenstein, Sllbcrberg :c., und stand erst, als der Echär-fenberger fiel, vom langen Kampfe ab. Sie waren Schutz- — 96 — Herren von Oberburg, Lehensherren der Gutensteiner, Wartenhclmer und Laubegger. Wolfger und Friedrich halfen König Stefan von Ungarn die Bulgaren besiegen, deren Heerfürsten Wolfgcr erlegte. Graf Wilhelm harte Agnes, Tochter Heinrichs II. von Oesterreich, Wittwe Ulnchs von Kärnten, zur Gattin; er focht die berühmte Fehde mit Hermann Grafen ron Ortenburg 1239.. Graf Ulrich bekämpfte den Herzog Albrecht von Oesterreich, lebte dann mit einem Iahrgehalte zu Neustadt, laufte aber spater Siebeneck m Krain, Eckenstein lc. in Steiermark. Graf Fricdnch besasi Offenburg, Gräsin Agnes von He,mberg, Wittwe des, Wilhelm v. Schärfenberg, starb 1343, Lem-bcrg besaßen auch die von Hohenwart, nebst Rabensberg, Gutenbühel, Lindeck, Burgsthal :c., 1489. Erhard war 1459 Pfleger in der Burg zu Cilll, und liegt dort bei den Minoriten begraben. Andreas war 149l) Schloßhauptmann zu Rann. Seine Erben erhielten Reifnitz als Pfand. Seine Gattin war Susanna von Burgsthas. Erasmus 5 1517 als der letzte des Stammes. Vor Stefan und An. dreas von Hohenwart hatten Ulrich und Albrecht von Schaumberg 14l>8 die Herrschaften Lemberg und Nabens-berg. Von Hohenwart war kaiserlicher Nach und 5 1572 zu Obermarburg. Dir Herrschaft Lemberg besaßen die aus Piemont eingewanderten Grafen Goesi, von denen 1754 Carl und Ludwiq k. k. Feldmarschall'Lieuienante waren. Am Fuße des Schloßberges von Lemberg steht die neue, 1842 vollendete St. Katharina-Kirche. Das geschmackvolle Bild der gleichnamigen Helligcn ziert den Hochaltar. Bald schimmert unS daS freunollche SchloßNeuhaus von saftlg-grünen Hügeln entgegen, an welchem vorüber wir uns zum Bade wenden. Eine kleine halbe Stunde von Lemberg , liegt das Bad Neuhaus, die friedlichste unter den steierischen Badeanstalten, so ganz geeignet, dcm durch die Stürme eines viel bewegten Lebens zerrütteten Gemüthe an der Brust der Mutter Narur Labung und Heilung zu ver. schassen. Das Mineralbad von Neuhaus hat seinen Namen von der gleichnamigen Herrschaft erhalten und kommt in älteren Urkunden unter der Benennung: Töplitz bei Neuhaus vor. Es liegt 2 Stunden von Cilli, 1.^ Stunde von Weitenstein, fast eben so weit vom Markte Wöllann, 1 Stunde von Hohenegg im Bezirke Lemberg. Die Heil^ quelle entspringt in einem engen, zunächst von Hügeln gebildeten Kesselthale, welches die Töpliha durchschlängelt, die sich in geringer Entfernung bei dem Dorfe Doberna mit einem etwas größeren Gebirgswasser, der Doberschiha, vercmlgt. Der Hauptstock des Gebirges ist Uebergangs-Flötzkalk. In den Thälern und auf niederen Hügeln ist ein mergeliger, mit vielem Glimmer vermengter Thonschie-fer vorherrschend, auch zeigen sich viele einzelne Massen ^- ^ — lilies grauen Kalkes (sogenannten Alpenkalkstelnes), besonders in der Nähe des Ursprunges des Mineralwassers, welcher Kalkstein dadurch sehr merkwürdig ist, das; er theilwcise ganz mit organischen Nesten erfüllt erscheint und zahllose Petrefacten von Muschelthieren enthält, die ganze Bänke bilden. Die das Töplitzer Thal bi'denden Hügel sind grösitentheils mit fruchtbaren Feldern, Wiesen und Rebenpftanzungen bedeckt, theilweise aber mit Nadelholz bewachsen. Das Klima von Neuhaus ist trotz der gebirgigen Beschaffenheit der Umgegend dennoch sehr mild, da die nahen Berge, besonders der Kosiak und der Reber, den rauhen Nord? und Nordostwinden den Zugang versperren. Der rasche Fall der kleinen Gebirgsbäche begünstigt über< diesi den Wechsel der Lust. Die älteste Urkunde über Neuhaus ist ein Revers von der st. st. Verordneten-Stelle vom Jahre 1518. Damals war im Antrags zunächst der Heil-quelle ein Haus zu erbauen, »damit adeligen Gästen em besseres Unterkommen verschasst würde." Die Landschaft sollte dazu das Geld hergeben, und laut des Reverses das Haus wieder abtragen müssen, wenn der jeweilige Besitzer des Bades durch selbes in Aufführung eines Gebäudes an der Quelle gehindert wäre. Doch scheint dieser Vorschlag nicht zur Ausführung gekommen zu sein, da sich nirgends Spuren clnes solchen Gebäudes, das die Stände errichtet hätten, vorfinden, Die zweite Nachricht vom Bade gibt ___ l,)<1 ___ das Epitasium Nr. .'j in der Kirche zu Doberna von 15i94. ferner findet sich im Badhause zu Neuhaus ein Stein mir folgender Inschrift: Dieses Padt Jst Dem Lant Zu Ehrn Kr Pavl Dem Edlen Herrn Der Mit Namen Jst Unterschriben Sonst Ms Noch Lenker Vor WLst Blihen Als Man Zelt 1624 Jahr Da Er Poscssor Zu Nev Haus War Mathias (frier fangen&urg$ Sßappcn) Gaitschnigg. Mit der Erbauung des älteren Theiles des Vadhau^ ses durch Mathias Galtschmgg scheint dicsi Bad immer zahlreicher besucht worden zu sein, da gleich neben dem alten Badhaust ein zweites Gebäude besteht, welches offenbar später zum ersteren angebaut wurde, aber nicht viel jünger als jenes sein möchte. So geschah durch zeltivcisen Zubau die Vergrößerung des Badhauses, bis der letzte Besitzer, Haver Baron von Dienersberg, dio gänzliche Um-staltung des alten baufälligen und unzweckmäßigen Gebäudes unternahm. Auch verdankt die nächste Umgebung des Bades dem dcrmaligen Besitzer desselben manche neue Anlage und Verschönerung. Die O.uellen dieses Bades entspringen ungefähr 1200 Fuß über derMeereöfläche. Cud. lich trennt diesen lieblichen Boden eine mäsiige Hügelrcihc, 7« — 100 — vom Sannthale nordlich umschließt es em hoher Gebirge kränz. Rasche Bäche durchschneiden das Thal, dessen mittlere Temperatur 8" beträgt. Am südlichen Eingänge des kleinen Thales, welches die Thermen birgt, lst das Dörfchen Doberna. Das Hauptgebäude sammt dem separaten Gasthause des Hrn. Novak enthält über- 40 Fremdenzimmer, eine Kapelle im vorderen Flügel, elegante Wohnungen im hinteren. Das seit 183? trefflich hergerichtete Gehbad besteht m einem gedeckten, am Plafonde mit gehörigen Dampfabzägen versehenen Bassin von 420 lH Fusi, ist gewöhnlich 4', Fusi hoch gefüllt, und fasit 1800 Cubik^ Fusi Wasser. Es wird täglich zweimal geleert und mit, Bürsten gesäubert. Eine Gallerie und zwei bequeme Ankleidezimmer umgeben diesen für 50 Personen geeigneten Badesaal, dessen 3 Quellen in einer Etunbe 2000 Cub'ik-Fusi Wasser liefern. Die stärkste hat eine Temperatur von 28^8' R., die 2. 28', die dritte 2?'5° Wärme. Die Wärme im zweiten Bassin, dem sogenannten Armenbade, beträgt 27° R. Vor starken Gewittern wird das Wasser milchfarbig, sonst ist es krystalhell, klar, ohne Geruch, von weichem Geschmacke. Nach Kranz ist es fast von gleicher Natur mit dem Tüfferer Bade. E challgruber analisirte 10Pfd. dieses Wassers, welches 20 Gran Rückstand gab, und zwar schwefelsaures Natron >4 Gran, Eisenoxyd ^ Gran, Kieselerde ^ Gran und das llebrige kohlensauren Kalk und — 101 ^- «Hyps. Eine vom früheren Badeärzte Herrn Carl Hcnn vorgenommene Untersuchung zeigte: salzsaures Natron .... 0,0156 schwefelsaures Natron . . . 0,2317 schwefelsaure Btttererde . . 0,0211 kohlensaures Eisenoxydul , . 0,0l02 kohlensauren Kalk . . . 1,4212 ' kohlensaure Magnesia . . . 0,4801 Kieselerde.......0,1594 nebst Spuren von Chlor- und harzigem Extractivstoffe. Diesem gemäß ist Neuhaus analog mit Gastein. Dle wohlthätigen Wirkungen des Neuhau-ser Bades erstrecken sich vorzüglich auf das Nerven- und Drüsensystem, auf Schwächenheilung, dle aus nervösen Krankhelten entsteht; überhaupt lst Neuhaus vorzugsweise ein Frauenbad. Aeußerst heilsam ist es in chonischen Glcht-krankheiten, Verdauung und Hämorrhridalbeschwclden Fruchtlos aber würde nach Dr. Onderkas Untersuchungen dao Neuhaustr Bad für Jene sein, die mit sthcnschen Krank-hcitsformen behaftet sind. Icde Badetour ist aus 21 Tage bestlmmt, somit sind vom 1. Mai bis 23. September (> Badetouren. Ter Wohnzlns für ein Zimmer im Hauptgebäude ist pr. Tour nach Auswahl von 9 fl, 3l) kr. bis 32 fl.; im Neugebäude von 14 fl. bis 24 fl. DaS Bad für die ganze Tour kostet!) fl.; das Bett 2 fl. 30 kr Ander — lO? — 1. Tafel von 7 Speisen zahlt man täglich 40 kr., an der 2. W kr., an der 3. 20 kr. CM. Im Badegebäudc sind 54 Zimmer und Cabinete. Abends wird nach der Karte gespeist. Bestellungen für Zimmer lc. sind portofrei an d,e Badedirection zu Neuhaus nächst Cilli zu richten. Besuchende können Vor- und Nachmittags im Fremdenbade (Bassin im Neugebäude) baden. Zur größeren Bequemlichkeit geht täglich Früh 8 Uhr ein achtsitziger Omnibus Don hier nach Cilli und Nachmittags um 3 Uhr zurück, mit welchem auch Briefe und Felleisen unter 50 Pfd. im Gewichte befördert werden. Für die Hin- und Rückfahrt bezahlt man nur 30 kr. CM. Die unermüdete Sorgfalt der humanen Inhaber: Freiherren von Dienersberg und nun Graf von Hoyos, die ausgezeichnete Thätigkett der Badeärzte, früher Herr Henn, nun Herr Sluga, machen jedem Curgaste den Auf-enchalt freundlich und hellsam zugleich, wozu mcht minder die in neuester Zeit mit Geschmack und Bequemlichkeit hergestellten Wohnungen, die erhöhten Zimmer, vergrößerten Fenster :c. in dem früher etwas düsteren und klösterlichen Gebäude wesentlich beitragen. Ueber die Thermen von Neuhalls schrieben Kranz, Henn, Onderka :c. Eine umfassende Monografie erwarten wir von der Umsicht und Thätigkeit des Herrn Sluga. Geschah doch in jüngster Zeit so Vieles für die Balneo- logic unserer heimischen 'Bäder, was der Ze«t nach im Vergleiche zu ihren Heilkräften freilich noch »mmer etwas spät und unvollständig begonnen wurde, wenn wir lesen dasi Über die einander wichtigen Heilquellen Mährens schon 1580 Thomas Jordan von Klausenburg in bohmi' scher, und 158^ und 1585 in lateinischer Sprache ziemlich erschöpfend geschrieben hat. Für die Heilkräfte dieser Thermen spricht am deutlichsten die steigende Zahl der Curgäste, von denen auf das Jahr 18^6 nicht weniger als 314 kommen. Darunter finden wir S. D. den Fürsten von Ahrenberg sammt Familie, die Prinzessin von Auersbcrg; aus Oedenburg Hcrrn Grafen von Gourcy, Herrn k, k. Rath und Stabsfeldarzt Professor von Wagner, Freim von Rothberg, Frau von Porkcnstein lc. Dle meisten Badegäste waren aus Wien, Gratz, Klagenfurt, Laibach:c. Wir wollen nun die nächsten Umgebungen von Neu haus durchwandern, und wenden uns gegen das neue Schloß Neu haus. Es liegt nur einige Büchsenschuß vom Bade sudlich, hat einen schönen Garten und »st in neuerem (italienischen) Style erbaut. Obgleich die Herrschaft und das alte Schloß Schlangenburg letzteren Namen ziemlich lange führten, so zog der Erbauer des neuen Schlosses, der Vater des letzten Besitzers, Franz Augustin Freiherr von Dienersberg, doch vor, das neue jetzt stehende Schlosi, welches llm»o 1774 erbaut wurde, — Ilu — mit dem ehemaligen Namen Neuhaus zu belegen, indessen man nur mehr die Ruine des alten Schlosses die Schlan« genburg nennt. Wenn Schmutz unter den ehemaligen Besitzern von Neuhaus die Grafen von Cllll und die Niederthore nennt, so scheint diesi auf einem Irrthume zu beruhen, wohl aber scheint eine alte Urkunde darauf hinzudeuten, dasi ein Saurau einst Besitzer dieser Herrschaft war. Gewiß aber waren Anfangs des 1ä. Jahrhunderts die Herren von Neuhaus Eigenthümer derselben. Em Wilhelm von Neuhaus starb als bußfertiger Mönch im Mmoriren Klo, ster zu Cilli, wie seine Abtretungsurkunden und seine Grabschrift beweisen. Nach den Herren von Neuhaus kamen d,e Gaitschnigg, dle sich später Schlangenburg nannten, in den Besitz der Herrschaft Schlangenburg, unter denen 1689 ein Eusebius Carl, 1699 em Georg Mathias Freiherr von Schlangenburg erscheinen, bis Maximilian Schlangenburg, der seine Güter, da er keinen eigenen Erben hatte, an den Gatten seiner Schwester Theresia, Namens Franz Tigmund von Brandenau, ab-trat. AuS dem Verlasse des SohneS des Letzteren (Namens Johann Caspar von Brandenau) kaufte dlese Herrschaft Franz August Baron von Dienersberg, von dem sie der gegenwärtige Besitzer erbte. — 105 — Von hier wandern wir nach Doberna, einer Pfarre mit 1468 Seelen und 73 Sonntagsschülern. Das Dorf von etwa 12 Häusern liegt im Thale gleichen Namens, gerade an der Stelle, wo sich das Doberner mit dem Tö'plitzer Thale durch einen schmalen Eingang ver< elnigt. Die Pfarrkirche Maria-Doberna steht auf einem Hügel, der die Aussicht auf beide Thaler darbietet. Doberna ist nur 600 Schritte vom Bade Neuhaus. Das Presby-terium stand vielleicht schon tausend Jahre, wurde durch Feuer zerstört und erstand lm 12. Jahrhunderte wieder, im 15. Jahrhunderte durch das Schiff, UM durch den Chor verlängert. Der Pfarrer Gregor Millaufin, nun Domherr, begann am 1. Mai 184^l den neuen Bau, der schon am 12. December vom Dechante Krischcy benedicirt wurde. Die Jünglinge kauften das Tabernakel, die Mädchen den Luster, die Hausmütter das Marienbild, von Wonsidler's Meisterhand. Am 30. August 15U6 wurde die Kirche eingeweiht vom Bischöfe Slomschek. Die Sage behauptet, daß dieser ganze Boden noch vor 900 Jahren ein See war, wofür ausier d>>m slovenischen Liede und der Benennung Maria am See, so wle den Schotter- und Muschellagern, wohl vor Allem der Umstand spricht, das, die Römer, denen Tüffer so wohl bekannt war, vom nahen Celeja aus gar nichts vom hiesigen Bade erwähnen, und kcm Stein, kein Erinnerungszeichen an ihre Anwesenheit — W6 — im Neuhauser und Doberner Boden mahnc. Der See M erst nach den Zeiten Carls des Grosien gegen Lemberg hm abgeflossen sein. Seit 1844 wurde durch den Pfarrer Gregor Miklaid-sin die Kirche in Doberna, wie gesagt, ganz neu überbaut, er schaffte ein elegantes Tabernakel um 4M ss., einen schonen Luster unl 200 fl. an, cr bestellte um 150 fl. das schöne Altarblatt Maria-Himmelfahrt von Wonsiedlers Meisterhand. Es enthält 17 Figuren, Kopfe und Gruppi-rungen der Apostel, Beleuchtung und Colorit sind so trefflich, daß man nur bedauert, ein so liebliches Gemälde als Antipendium vor der alten unansehnlichen Frauenstatue aufziehen zu sehen. Und so scheiden wir denn als dankbare Pilger von Neuhaus bei seinem mit Recht gefeierten Gotteshause mit den Strofen des heimischen windischen Lledes, das der Fremde in sanften Molltönen hier so häufig hört: ,,V tleshcli Vogcrlki Sino tudi roinali, K' Marije Dobcrlki Bamo raj romali. Marija she s1 hrihza, Glcda na romarja Ko sc po jcscri Pelajo proke nji, - 107 — Gnade per pnivle njlrn Dobrote tale vsem, K' dor se tani nji sro/,lii Nebese sadobi." So scheiden wir, all' die (5dlen den Herzen einprägend, denen in jüngster Zeit diese Thermen einen so hohen Grad des'Fortschrittes verdanken. I n l) n l t. Vorwort. An die Thermen zn Toplitz. I. Das Nömerbad Toplitz bei Tiiffer. St. Margarethen. Curort. Vadehaus. Hauptgebäude. Salon. Bad lind Wohnhaus. Speisesaal. Conversalions-und Villart-Zimmer. Sammlling von ?lntikalien. Terrasse. Grafenstöckl. Römersteinc. Die vier Vadcbassins. Die drei Quellen. Das Wasser. Die Wir5ungen dieses Vades. Die Vadetouren. Weine. Zimmcrpreise. Tafel?c. II. Die nähere Nmgebung. Anlagen. Terrasscnhügcl. Maull'eerbanmpssanzung.'Kegelbahn. Große Linde. Strohdach. Tisch im Walde. Lusthaus. Siedelei. Amalienhügel. Gustavshöhc. ki>chc. Pfarrl'of. Pfarrkirche ",» Tlisscr. Gradsceilt des Palvasor. Nbmiscln'Z Vasrelief. Der Karner. Historische Skizze von Tüffer. Edcl(icschlccht von Tnffcr. Die Grafen Vclter van rcr Lilic. Die f/teihc der bekannten Hanptps^rrcr. A,!i>fluq^-partien. Ium heÜlqcn Vrünnlcin. Maria-Gratz. Gü!t Gratzelbcrg. St. Christof. St. Michael. Der fernere Weg von Tüffer nach Töplitz. St. Gertraud. St. Magdalcna. I». Von Töplitz zur Steinbrncke. Dic Vriickc. Inschriften und Denkmäler. »»». 3tach Svetina und auf den Dost» vocalic St. ?«icolal>6. St. Lconhard. Die Trümmer von Mal'cnstcin. Verqkirche. Dreifaltigkeit. Filiale St. Petcr. Muine Bitkcnstein. St. Rllprccht. Stcinmaucr'schcs Eisen-bcr^wcrk. i!ichtcn!hal. Kirchlcin St. Florian, Soctina, die heil. Krcnz°Kirche. Vcrq Dost. IV. Ausflug von Tüffer nach Gairach. Die Glasfabrik in Gairach. Die Karlhansc, ihre Prioren und Geschichte. H. Nach Tcheuern. St. Stefan. St. Jakob in Dot. Et. Lconhard. Maria-Scheuern. Gut Scheuern, gleichnamiges Geschlecht?c. Hl. Die Eisenbahn von (?illi nach Vteinbrück. ^ Rl. Vom Nömcrbade nach den Thermen von Nenhaus f!ol)cln-c,(,. Wcirclst^ttcu. Nelikirchcu. Schloß Weinberg. Bad Ncuhaus. Hauptgebäude. Gehbad. Die wohlthätigen WiMmgen res Ncuhauser BadeS. Dic »ächstcn Um^ ^cdungcu von )l'cul)aus. Doberna. 1," '5