Rummer 30. petta». den 29. Juli 1900. XI. Aahryang. PettauerZeitung. Erscheint jeden F»onnrag. Prei« für Pettau mit Zustellung in« Hau»: Monatlich 80 k. vierteljährig X 2.40, halbjährig K 480, ganzjährig K S.—. mit Postversendnng im Inland«: Monatlich 86 h, vierteljährig K 2.50, halbjährig K 5.—, ganzjährig K 9.60. — Einzelne Kummer« 20 h. Handschrifte» werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge find erwünscht und wollen längsten« bi« Freitag jeder Woche eingesandt werden. Grüß Gott! Über 2000 Angehörige brt Arbeiterstand,». Angestellte der Marburger Südbahnwerkstätte, weilen heute in unserer Stadt. Sie sind nach Pettau gekommen, sich von den Mühe» und Plagen ihre» anstrengenden Berufe» zu erholen und in der lieblichen Umgebung unserer Stadt die heimischen Sorgen aus einen Tag zu ver» gessen. Wenn die lieben Marburger Gäste bei un» auch wenige Angehörige ihre» Stande« finden werden, welche sie al» College» begrüßen, so mögen sie doch überragt sein, das» sie hier aus da» Herzlichste empfangen werden und das» ihr Besuch von Jedermann al» eine besondere Ehrung der Stadt Pettau auf da» Freudigste begrüßt wird. Auch der Pettaner Bürgerstand kämpft schwer um seine Existenz, seine Rechte werden von gewisser hetzerlicher Seite ebenso wenig ge-achtet, wie die berechtigten Forderungen de» Ar-beiierstande» und so sieht er in dem intelligenten und aufgeklärten Arbeiterstande seinen natür-liehen Bundesgenossen. Möge der heutige Tag unseren lieben Bästen recht angenehme Stunden bieten, ein Erholung», tag i« wahren Sinne de» Worte» »erden und eine angenehme und erfreuliche Erinnerung bleiben l DaK Colporragegesey. Da der junge „st^jerc" ►'« beste Entwicklung zeigt, täglich an Abnehmern gewinnt und €in Reiseabenteuer. (Mtift.) „Na, ich bin doch noch hereingekommen!" sagte er uud al» er bemerkte, das» die schöne Dame an meiner Seite saß. lächelte er schlau. Hiebes zeigte er ein echte» Spigbubengesicht. Meine Relsegesellschafterin rückte immer näher zu mir und flüsterte endlich: .Wir sind verloren! Er blickt Sie unaufhörlich an." „Wer? Ach so. der Andere, den hatte ich ganz vergessen!" Thatsächlich wendete er kein Auge von mir oder vielmehr von meiner Weste. Diese» Klei-dungsstäck schien ihn lebhast zu interessieren. Meine Schöne fuhr leise, vorsichtig fort: „Ihre Uhr... ich biu überzeugt davon, das» er sie haben will." .Meine Uhr?" antwortete ich, diese unwill-türlich hervorziehend. Bei diesem Anblicke war unser Reisegefährte wie neu belebt. Ich zog mich in den Hintergrund zurück, denn ich glaubte, er würde sich auf mich stürzen; statt dessen sagte er nur: »Wie schön! Darf ich sie näher betrachten?" Ich zögerte, denn seine Bitte klang wie ein Befehl, aber meine Schöne stieß mich sanft an und flüsterte: „Bitte, gebe« Sie ihm. Oder wollen Sie vielleicht, das» er nn» umbringt?" Ohne weitere» Besinnen warf ich meine Uhr sammt der Kette dem Banditen hin. der ste von allen Seiten betrachtete und in der Hand wog. Ich wandte mich zu meiner Schönen, die mir im Jnseratentheile bereit» sämmtliche anderen nntersteirischen Blätter überflügelt hnt, haben die slovenisch-clericalen Blätter ihre Taktik ge» ändert. Die EinschüchterangSversuche sind in Stadt und Land mißlungen, vielleicht hilft da» Denuncieren! In seiner vorletzte» Nummer er-mahnt der „Gospodar" seine Gesinnungsgenossen, bei alle» Kaufleuten herumzuspionieren und sür jeden Vertheil«? de» „Stiere" zwei Zeugen bei-zubringen, damit gegen denselben die Anzeige wegen unbefugter Eolportage erstattet werden darf. Die „Anzeige" wird die löbliche Schrift-leitung de» „Gospodar" selbst besorgen. Durch diese feine Art de» Co»currenzkampfe« unserer schwarzen Marburger Collegen waren wir gezwungen, sofort für sämmtliche Abonnenten, welche 10 und mehr ..Ktftjorc" beziehen, bei der Statthalterei um eine Berschleißlicenz anzusuchen. Wir ersuchen aber nun auch folgende Herr-schaften Berschleißlicenzen zu lösen: I. Der Herr HandelSminister Baron T a l l. K.k.Handelsministerium. Wien,am lO.Juni 1900 An den geehrten..... In der Anlage beehre ich mich dem geehrten greine da» I. und II. Heft der Zeitschrift „Die Pariser WettcmSstellung in Wort und Bild", welch? unter Mitwirkung hervorragender Fach-schriftsteller in einer Auflage von mehr al« 75.000 Exemplaren herausgegeben wird und i» allen Eulturländern eine wette Verbreitung ge-nießt, mit dem Beifügn, zu übersenden, dass ich einen thränenfeuchten DankeSb'ick zuwarf. Wieder hält der Zug und wir sind abermals allein. „Er hat Ihre Uhr mitgenommen." „Ja. aber da» macht nicht»." „DaS macht sehr viel", antwortete sie. stellte sich zur Thüre hin und rief: „Wachmann. Wach-mann!" „WaS gibt e»?" frug der Wachmann, zu un» tretend. „Richt«, nur das» Derjenige, den Sie suchen, mit un» im selben EoupS juhr und mit der Uhr diese» Herrn durchgegangen ist." „Seieu Sie ruhig, ineine Dame, er kaun nicht entkommen, alle Au»gänge sind versperrt." „Jetzt steige ich aber au»", sagte die junge Frau und sprang rasch aus den Perron, wo die Menge sie meinen Blicken entzog. Wu Sie sich leicht denken können, raffte ich schleunig meine Siebensachen zusammen und stürzte ihr nach, konnle ste jedoch nicht gleich finden. Ich durchraste die Wartesäle. dann hin-an« auf den Gang — und da stand meine Schöne mit mehreren Herren und dem Wach-manne. „Er war ?»", sagte sie, mich erblickend. „Haben ste ihn?" „Ja. Sie fanden ihn unter unseren Sitzen; al» wir fort waren, ahnte er wahrscheinlich, das» er verfolgt werde und versteckte sich de»halb dort." Diese Erklärung überraschte mich zwar, konnte aber trotzdem richtig sein. „Aber Ihre Uhr war nicht mehr bei ihm", fuhr der Wachmann fort. „Wahrscheinlich hat er sie weggeworfen. Bei der Untersuchung wird e» sich schon herausstellen." auch die weitere» Hefte dieser Zeitschrift dem ge-ehrten Bereine in einem Exemplar übersende» werde. Ich wäre jedoch infolge eine» mit dem Herausgeber getroffenen Übereinkommens, zu welchem mich die Gediegenheit dieser Zeitschrift und da» Versprechen des Herausgebers, die her-vorragendsten Objecte der österreichischen Abthei-lnng daselbst eingehend behandeln zu wollen, be-stimmt hat. in der Lage, eine größere Zahl Exemplare dieser Zeitschrist, welche auch für die Industriellen ein hervorragende» Interesse bieten dürste, innerhalb ver durch dieses Übereinkommen gezogenen Grenze anstatt des Laden-Preises (!) von 10 Mark um den ermäßigten Preis von 5 Mark per Exemplar (2b Hefte) zur Verfügung zu stellen und lade demgemäß den geehrten Verein ein. die Anzahl von Exemplaren dieses Werkes, welche von dortiger Seite zu dem erwähnten ermäßigten Preise gewünscht wird, mir ehethunlichst bekanntzugeben. Der k. l. HandelSminister Eall. „An die Pariser Weltausstellung in Wort uud Bild, Kirchhofs & Co., Berlin, N. W. 23." Über Ihr Offert bestellt da« k> k. Handelsministerium hiermit eintausendfünfhundertExemplare Ihres Werke». 15t) E x emp l a r« hier-von sind für dieBert heiluugdurch „So brauchen Sie sich nicht mehr zu fürchten, meine Gnädige," sagte ich, ihr meinen Arm reichend. „Wir können wieder einsteigen." „Ich danke mein Herr, ich bin am Ziele meiner Reise. Da« ist mein Mann, mein Schwager, mein Onkel, mein Reffe, die mich hier erwartet haben." Nach diesen Worten ergriff ste den Arm ihre» Manne« und entfernte sich nach höflichem Gruße mit ihrem ganze» Gefolge. Ich war recht übler Laune, al» ich wieder in mein frühere» Eoup6 trat. Wer aber saß da aus dem verlassenen Platze meiner Schönen? Wer anderer al» unser Bandit, der lächelnd sagte: „Endlich einmal bin ich "-och 'U7»cht ge-kommen, dank dem Vagabundo. desse.' Inhaftierung eine geraunte Zeit in Anspruch nahm. Stellen Sie sich vor. er war hier unter diesem Sitz und wir haben die ganze Reise in seiner Gesellschaft gemacht." Ich war natürlich außer mir vor Staunen. E» ist daher begreiflich, das» ich eine ungeheuer dumme Frage stellte: „Sie sind also nicht arretiert?" „Ich? Warum sollte ich arretiert sein? Richtig. Ihre Uhr habe ich noch bei mir. ich habe sie gerichtet, sie blieb zurück, jetzt geht sie so pünktlich wie die Eisenbahnuhr. Bitte, da haben Sie sie." „Aber wer sind sie denn?" „Ich bin Uhrmacher, bei der Eisenbahn an» gestellt. Ich mach« jede Woch« einmal diese Tour." „Uud steigen Si« bei jeder Station au»?" „Ja, um die Uhren zu regulierrn." ff. M. bat Unterrichtsministerium bestimmt. Handeltminister Baron E a l l. II. Sämmtliche Herren Pfarrer und Kapläne in Unter st eiermarl, welche Gelder für die .Mohora" in Klagenfurt sammeln und alljährlich die Bücher dieser Unter-nehmung vertheilen, denn auch für diese Herr-schalten gilt da« Colporta^gnktz III. Speciell Dreiviertel unserer untersteirischen Priester, nxlche die Schriften de« Eyrill- und Methudvereine« ver-theilen. IV. 43Pfarrer undKapläneund 24 Lehrer in Untersteiermark, welche Abonnement« für den „Sloveraki Gospodar" sammeln und die abonnierten Blätter an die Bauern vertheile». .Gleiche« Recht für Alle' schreibt der „Gospodar" gelegentlich seiner schmutzigen De-nunciation, gut, euer Recht soll euch werden. In 8 Tagen, hoffen wir. werden die Kaufleute bereit« im Besitze ihrer Licenzen sein, dann werden wir die Staatsanwaltschaft aus die anderen unbefugte» Colporteure in Untersteiermark aus-merksani mache». .Gleiche« Recht für Alle!" Loealnachrichten. (Schluss- un) Zibtlänmsfrier in ßädt. Sindergartrus.) Am 16. Juli fand im Saale de« Deutschen Heim, der mit der reich geschmückten Kaiserbüste geziert war. die Schlussfeier de« stöbt. Kindergarten« statt, die heuer gan» besonder« festlich veranstaltet wurde, indem dessen 25-jäh-rige« Jubelfest zu feiern war. Die herzigen «leinen, für die diesmal fast teiu BemegungSraum vorhanden war. indem der groß« Saal von Zuschauern überfüllt war, hatten folgende Tagesordnung vorzuführen: 1. Morgenlied. 2. Begrüßung der Gäste. 3 Da« Wandern ist de« Müller« Lust. (Marschieripiel.) 4. Festgedicht. 5. Die Schwalben kommen. (Kreisspiel.) 6.' Wir gehen und singen. (Marschierspiel.) 7. Kinderreigen. Sämmtliche Nummern zeigten von der großen Geschicklichkeit. der Liebe und Geduld, mit der Fräulein I. H ö b e r die jungen Knospen unserer Stadt zn erziehen, zu unterhalten, zu bilden, bestrebt ist. Au« der Ansprach« de« Frl. I. Höber seien €fn Ausflug ins Togarthal. Borigen Sonntag unternahmen fünf Herren au« Pettau einen Ausflug in« Logarthal, von dessen Schönheiten eine Gesellschaft, die im Borjahre dort war, oft erzählte und dadurch zu diesem AuSfluge 5Vrd>,lassung gab. Am Abend war nach einer Fahrt durch die gesegnete» G«. filde d«S Sannthale« der Gebirg«ort Laufe» er-reicht, wo bei Herrn P e t e k ein« treffliche Her-berge, in der für Küche. Keller und Unterkunft gut gesorgt ist. übernachtet wurde. Morgen» um 5 Uhr begann dann die Fußpartie. Begünstigt durch trüben Himmel war e« möglich, schon um 11 Uhr in Sulzbach zu sein, wo man wieder in terrn Sturm« Gasthof einen guten Pettauer ropfen fand, der zum allgemeinen Staunen um 12 kr. per »/« Liter geschänkt wurde. Die trei-benden Elemente der Gesellschaft aber gestatteten nur eine einstündige Rast, dann gieng« wieder weiter. Beim Logarbauern angekommen, sahen wir da« schöne, eigenartige Logarthal, welche« sackartig zwischen hohen, schroffen, wild zerrissenen Kalkwänden der Ojstrica. Baba. Brana, Rinka und anderen Gebirgtfpitzen liegt. Der Schnee reichte, ähnlich den endlosen Schutthalden. bi« zum Thal-boden herab. Der Anblick ist aber nicht nur groß-artig, sondern auch ungemei» freundlich; den» da« Thal ist voll herrlicher Almwiesen und Hafer-selber, zwischen denen die reinen, kalten, sorellen-reichen Wellen der Sann dahingleiten. Sehr in-teressierten un« die Sannquellen. Ein freundlicher Lagerplatz, am Fuße eine« mächtigen Berge«; au« dem Boden quellen gurgelnd reine Wasser» — 2 — wegen Raummangel« nur folgende Hauptpunkte herau«gehoben: Frl. G a s s n e r, Inhaberin einer Privatmädchenschule. gründete im Jahre 1875 diesen Kindergarten. 1880 übernahm die Stadt Pettau in Würdigung und Erkenntni« der Wichtig-kett der Jugenderziehung die Erhaltung de«selbe». Infolge dessen erklärte der hohe steier«. Lande«-schulrath mittelst Erlaffe« vom 12. August de«-selb» Jahre« den städt. Kindergarten al« einen öffentlichen und stellte ihn unter Leitung der städt. Mädchenschulleilung. Nachdem Frl. G a s s n e r am IS. Nov. 1888 starb, wurde Fräulein Josefine Höber al« Kindergärtnerin bestellt und am 12. August 18S7 auch mit der Leitung desselben bettaut. Im Jahre 1894 bekam die erste Tante im Frl. M ü l l e n d e r die zweite Tante, da der Besuch ein immer zahlreicherer wurde. In dieser langen Zeit war der Kindergarten nur zweimal wegen einer Masernepidemie geschlossen, ein Beweis, wie sorgsam die löbl. Stadtgemeinde für die Unterbringung und Gesundheitspflege der Kinder war. Die Zahl der Kinder beträgt heuer bereit» 96. Nun dankte Frl. H ö b e r den jeweiligen Gemeinde - und Stadtschulräthen mit ihren Herren Bürgermeistern, den Herren Inspektoren, dem ersten Leiter. Herrn Oberlehrer Franz Löschnigg und Frl. M ü 1 l e n d e r. allen Gönnern. Freunden und den anwesenden Fest. ften. Zu Punkt 4 sei besonders erwähnt, das« Mädchen dem Herrn Bürgermeister, al« dem Haupte aller Gönner und Kinderfreunde. einen großen Strauß mit einer Schleife in den Lande«-färben überreichten, auf welcher die in Silber gestickten Jahre«zahlen 1876—1900 prangten. Auf die Rede de« Fräulein« H ö b e r folgten die Dankesworte de« Herrn Bürgermeister«; er feierte da« Frl. Höber al« Großtante und deren Gehilfin al« kleine Tante und gedachte de« Kaiser«, auf den ein dreifache« Hoch ausgebracht wurde, wonach die Kleine» da« Kaiserlied sangen. Zum Gedächtniffe an diese schöne Feier über-reichte Herr Bürgermeister dem Frl. I. H ö b e r ein prachtvolle« Armband und dem Frl. M ü l-l e n d e r ein in Gold ausgeführte« Kaiserbild. Anerkennung verdient Herr Skubitz. welcher den Saal mit Reisig und Fahnen sehr schön ge-schmückt hat. Die im ersten Stocke ausgestellten Arbeiten der Kleinen zeigte» staunen«wette Leistun-gen und stellten den beiden Fräulein« ein glänzende« Zeugnis au«. Um 4 Uhr nachmittag« wurden die Kinder im AnswlUgarteu bewirtet. Zur ädern auf, unter Felsen entquellen, auS verschiedenen großen Höhlungen kommend, klare Waffer. da-rüber ein herrlich blauer Himmel, im warmen Sonnenschein kühlende Luft, von den großen Schaeeselder» kommend, gutes Trinkwaffer. lustige Gesellschaft, kurz, ei» Augenblick ungetrübten Glücke«. Run sah man einen Sturzbach, der von den Wänden der Ostrica herabstürzt und neben da« reizende Alpenhau« de« deutsch-österreichischen Alpenvereint«. Reine, nette Stuben, ein lieber alter Kärntner. Herr P l e s ch n i g, al« Her-bergSvater. erfreuten sosort unser Herz und be» rechtigten zu frohen Erwartungen. Nach eingenommener Stärkung, darunter eine Almbutter feinsten Geschmacke«, gieng e« noch zum Rinka-fall, der im äußersten Hintergründe gesunden wurde. Die Schönheit de«felben kann uur jener erfassen, der ihn gesehen hat; hier herrscht eine sehr gefährliche Kühle, da da« Waffer von einer bedeutenden Höhe, 120 Meter, nur zerstäubt herabgelangt und unten noch mächtige Schnee-maffe» liege». Endlich war um 7 Uhr da« Schutz-hau« wieder erreicht nnd e« begann wieder ge-müthlich zu werden. Scherz folgte aus Scherz, man kannte keinem an, das« er heute über elf Stunden marschiert ist. Küche und Keller boten vorzügliche« zu sehr mäßigen Preisen. Ein Biertel sehr quten Weine« wurde mit 15 kr. berechnet. Nachdem die lustigen jungen Herren endlich ant Ruhe gekommen waren, hörte man da« Plätschern deö Wasserfalle« u»d die Geräusche einer mächtigen Säge, die im Logarthale nur nacht« in Thätigkeit ist. Morgen« war die Tem- Erinnerung ließen sich Tante und Kinder in den Festkleidern abbilden. Wir wünschen nun auch dieser Anstalt Glück und Gedicht», möge dieselbe noch einmal 28 Jahr« in so bewährten Händen stehen «ud möge die Bewohnerschaft von Pettau da« hohe Jniereffe. da« dieser Anstalt entgegen-gebracht wird, immer i» gleicher Wärme behalten ! 8t. (Dir tv»tzl an IUii.) Montag den 23 d. M fanden in Rann bei Pettau die Gemeinde-AuSschußwahlen statt. Die vom Wahlausschüsse aufgestellten Candidaten drangen mit großer Stim-menmehrheit in allen Wahlkörpern durch. Im III. Wahlkörper erschienen von 345 Wählern 91 und erhielt Herr M. M u s s e g 91 Stimmen, Herr A. S t a n i tz 74 Stimmen, Herr Max S t r a-schill 73 Stimmen, H«rr Franz März 72 Stimmen. Herr Joh. S t r u z 1 87 Stimmen und Jakob Polnischer 72 Stimmen. Herr M u s s e g und Herr E t r u z 1 wurde» auch von der Gegenpartei de» Wahlaulschusse« aufgestellt. Die übrigen Kandidaten dieser Partei unterlagen im III. Wahlkörper wie folgt: Herr Michael Brunüiö mit 17 Stimmen. Herr Josef P o-g a t s ch n i g mit 19 Stimmen, Herr Franz S o r k o (welcher mit den Wahlausschuß wählte und nicht kandidieren wollte) mit 21 Stimmen und Herr Bla» Crepinko mit 18 Stimmen. Im II. Wahlkörper erschienen von 46 Wähler 30 und erhielten Herr Florian Riegelbauer 26 Stimmen, Herr Joh. W r e ß n i g 27 Stimmen. Herr Georg Rulz 26 Stimmen, Herr Martin Jurgetz 24 Stimmen, Herr Franz Tscha-taritsch 27 Stimme» und Herr Anton K o ß 26 Stimmen. In Minderheit blieben: Herr Josef Pogatfchnig mit 4 Stimmen, Herr Michael BrunöiL mit 3 Stimmen und Herr Johann Jugg mit 4 Stimmen (kandidierte nicht.) Im I. Wahlkörper mit 18 Wählern find 11 Wähler erschienen. Gewählt wurden: Herr Earl Sima mit 9 Stimmen. Herr Andrea« W i n d i s ch mit 9 St., Herr Johann Straf chill mit 9 St.. Her Joses G r i l z mit 10 St., Herr P i r i ch mit 9 St. und Herr Ant. K u k o v e tz mit 10 St. In Minderheit blieben: Herr Joses P o g a t s ch» » i g mit 2 St., Herr Michael B r u » ü i L mit 2 St., Herr Dr. S. R. v. F i ch t« n a u mit 1 St., Herr Wilhelm Schwab mit 1 St.. Herr Georg S o v i ö mit 1 St. und Herr Auto» Broden-j a k mit 1 Stimme. — v« ist somit da« Wahl-ergebn,« da« schönste Vertrauensvotum der peratur auf 6« R. gesunken. U« 4 Uhr stand man auf, nahm den duftenden Kaffee ein und verabschiedete sich von den wirtlich anheimelnden Wirt«leuten. Run gieng« in die romantische Robanschlucht. immer höher auf d«n Paslirkasattel (1425 m.) hinauf. Herrlich war der Blick auf die Zinken der Sulzbacher, auf die Spitzen de« Triglav, auf die grünen Thäler, aber beschwerlich der immer „stückler" (steiler) werdende Berg. Hier sei noch erwähnt, dass ein Herr der Gesellschaft ein Echo entdeckte. daS nach 30—40 Secunden erst ant-»ortete. Bon Berg zu Berg tönt der Ruf, bis er endlich laut und deutlich von den weit ent-feinten Felswänden de« Grintouz zurückgegeben wird. Endlich war die Höhe erreicht, nun gieng« auf ziemlich schlechtem Pfade abwärt« gegen Eifenkappel in« gemüthliche Kärntnerland. Die biederen Kärntner, welche wir beim Abstiege trafen, Holzer, Wurzelgräber. Bauern redeten in der besannt,» Singweise da« leilei und nur deusch. Die Wohlthat dieser deutschen Bolk«-klänge empfindet «an umsomehr, wenn man lange Zeit nur slavisch« Laute g«hört hat. Bo» Eis«nkapp«l. dessen Aastho? .Nieder-dorser' sehr zu empfehlen ist, fuhren wir ab-wärt« nach KünSdors. wo der Kärntnerzug um 2 Uhr anlangt, mit dem wir in fröhlicher Stimmung nach Marburg gelangten und von hier au« wieder in unser« Weingelände kamen, auf die wir nun umso stolzer sind, da überall, wo wir gute Weine fanden, gesagt wurde: .Da« ist Pettauer!" St. Wählerschaft. .Die abtretende und wiedergewählte Gtliicinderepr^sriilaiiz in Rann kann mit Stolz auf da« Ergeb»!« blicken. (3n 3ir*ottO wurde jüngst ein slovenischer Leseverein gegründet, bei welcher Gelegenheit Herr Dr. Brumen au« Pettau und der Obermüller einer hiesigen Mühle, Herr Habianiö. Brand-reden hielten. E« ist sehr erfreulich, wenn die Landleute Lesevereine gründen, aber Leute ä La Brumen und Habianiü sollten sie sich vom Halse halten. (fturic »itjunehmeo) ist in der Badeanstalt verbot«». Zuwiderhandelnd«, welche absolut nicht ohne „Hund" baden wollen, werden künftig 2 K Strasgebühr bezahlen müssen. (Ächtung deutsche fanstatt!) Gewisse slo-venische Eommi« benützen ihre Stellung, um gegen die deutsche Kaufmannschaft bei den Bauern zu Hetzen, wobei sie ihre Ehefs fälschlich al« Slovenen hinstellen. Solch« Infamien sollten von deutschen Kaufleuten nicht geduldet werden. (Dir Lahnenbanten) der Erfinder Herren Ingenieure ff. Krischan und Zwanziger, welche am Draufluße feit zwei Jahren l» An« Wendung sind und deren weitere Anwendung von Seite de« Landtage« unter Jngerenznahme der Erfinder beschlossen ist, wurden gestern durch den technischen Rath und Wasserbau-Jnspector iin köuigl. ung. Ackerbauministcrium, Herrn Rudolf von S ch ö n h v l z. besichtigt. Sicherem Ber-nehmen nach beabsichtigt die ungarische Regierung die Erwerbung de« Patente« für die Länder der ungarischen Krone. (Ungtticksfall.) Freitag Vormittag ertrank in der Grube der ehemalige» Schlachtbrücke de« Herr» Pesserl in der Kanifchavorstadt der 7-jährige, schwachsinnige Wäscherinnensohn Aloi« M a i z e n. Die Grube, in welcher sich 7b E«n-timeter ties Regenwafser befand, war weder zu-gedeckt, noch mit einer anderen Schutzvorrichtung versehen. Gegen die Schuldtragenden wurde die behördliche Anzeige erstattet. (Ertrunken.) Donnerstag nachmittag« er-trank in der Drau der 17-jährige Bäckerlehrling Aiiton Tropp beim Baden. Er ritt mit dem Pferde de« Herrn W r e ß n i g in die Drau und wnrde hiebei von der Strömung mitgerissen. Dem ?ferde gelang e« noch, da« Ufer zu erreichen, ropp wurde in Ankenstein an« Land ge-schwemmt und in St. Barbara i. d. Kolo« beerdigt. („Ver Mlkikaner") wurde Freitag Bor-mittag per Schubkarren zu Amte gestellt. Die große Hitze und sein betaunter Durst hatten zu-sammengewirkt. so das« er eine ga»z unzählbare Anzahl von Stamperln zu sich nahm und total bewußtlos in der Farbergasfe liegen blieb. (Mit de« Mtffti.) Freitag ungefähr %10 Uhr Bormittag wurde der 14»jährige Sohn eine« Pionnier-Feldwebel« im Stadiparke ohne jede Veranlassung von einer Schaar Schüler der „Narodna Äola" überfallen und mit sogenannten „Taschenseiteln" mißhandelt. Er erhielt 2 Messerstiche am Kopfe, 3 am Oberleib« und wurde ziemlich schwer verletzt in die Wohnung seiner Eltern gebracht. Diese jugendlichen Messerhelden sind sämmtlich Schüler der fünften Elafse der Umgeb>!ngssch»le. U»e wundern derartige fcan-dalöfe Borgänge gar nicht. Von einer Schulleitung, welche die besudelten Bilder am Schulgebäude nur darum nicht entfernen läßt, um quasi An-schauungiunterricht im Hetzen ertheilen zu können, sind keine anderen UntenichtSersolge zu erwarten. Auswärtige Neuigkeiten. (Entführung von Mutter uud Tochter.) Au« Innsbruck berichtet man: Da» hiesige Lande«gericht verfolgt steckbrieflich den fünfzig-jährigen angeblich«« BerficherungSinjpector Tram« p u s. Er ist verdächtig, einem hiesigen Herrn dessen 34-jährige Gattin und 8-jährige Tochter entführt zu haben. (ErodlnoNglttck.) Aus M ä h r i s ch>Ost rau wird berichtet: Am 24. d. M. 6 Uhr Früh sind bei der Einfahrt im Salmschacht VII in Polnisch-Ostrau neun Bergleute durch schnelle« Heruntersahren und Aufschlage» der Förderschale verunglückt. Die Meisten erlitten Bein» und Rippenbrüche. Ei» Häuer ist lebentgeiährlich ver-letzt, drei Anderen müssen die Füße amputirt werden. (Am Schmer, über im Soft ta Gatten.) In Budapest hat am 24. d M. wie von dort gemeldet wird, die Witive de« Honved« Hauptmanne« Michael E«tergayi sich selbst den Tod gegeben. Die unglücklich« Frau, die sich mittelst eine« Revolverschufse« entleibte, hat die That au« Schmerz darüber begangen, das« ihr Man», den sie erst vor einem Monat geheiratet hatte, dieser Tage gestorben ist. (Erm»rdnng ein» Professor».) Au« Agram wird gemeldet: Der pensivnirte Professor der landwirtschaftlichen Lehranstalt Prugovecki wurde am 25 d. M. vormittag« durch seine Haushälterin, die FiakerSgatti» Pauliue H e u> b e r g e r. in entsetzlicher Weise mittelst einiger Hackenschläge ermordet. Prugovecki war vollständig erblindet und tastete sich nur mühsam durch die Straßen. So war er eine der bekanntesten Straßenfiguren. Er besitzt Frau und Kinder, die sich in Amerika befind«». Prugovecki war auch schriftstellerisch thätig, insbesondere auf d«m Ge» biete de« Spiriti«mu«. Die Motive der That sind unbekannt. Die verhaftete Hau«hälteriu hat bereit« ein Geständnis abgelegt. (Unfall bei einer militärischen llebong.) AuS W ie n e r-N e u st a bt wird berichtet: Am 22. d. M. ereignete sich auf der Strecke zwischen Ebenfurth und Wiener-Neustadt gelegentlich einer militärischen Übung ein bedauerlicher Unfall, bei dem mehrere Soldaten Verletzungen verschiedener Grade erlitten. Al« eine unter der Deckung einer Jäger-Patrouille befindliche Trainabtheilung die «ahnüberfetzung bei Ebenfurth passiren wollte, wurden sie von ihren Verfolgern — Uhlanen und Dragonern — angegriffen und e« entwickelte sich ein heftige« Scheingefecht. Knapp vor dem offenen Bahnschranken stürue da» Pferd eine« Kavalleristen, der sich, um seinen Sturz zu ver-hindern, an den Bahnschranken anklammerte. Der Bahnschranken hielt aber die Schwere de« Manne« nicht aus, sauste nieder nnd die nachstürmenden Reiter kamen in Folge dessen zum Sturze. Es wurden mehrere Soldaten theils schwerer, theil« leichter verletzt, doch ist eine genaue Liste der Verwundeten nicht bekannt geworden. (Kannibalismo».) Au» Odessa wird ge-meldet: Vo» der Insel Sachalin wird ge-meldet, das« der Zwang«sträfling Borowenko mit einem anderen Sträfling Petschrow »ki, au« dem Gefängnis ausgebrochen. seinen Kameraden unterweg« erschlagen und aufgefressen habe. Bei der Festnahme des Borov«nko'S fand man in d«ss«n Ranzen noch einige Stücke Menschenfleisch. (Großer Brand in Prag.) Man meldet aus Prag: Im Hostracte de« D o tz a n e r'schen Ha u) e« in der Hybernergasfe brach am 26. d. M. vormittags, wahrscheinlich durch unvorsichtige« Hantieren mit Streichhölzern, ein großer Brand au«, welcher da« zweistöckige MagazinShau«, in welchem die Firmen S l ka n F i s ch l & öomp., Juliu« Kuffv uud TempSky^Frehtag ihre Comptoir« und Magazine hatten, vollständig einäfchert«. Die Firma Kussy hatte große Vor-räth« an brennbaren und explodirbaren Stoffen angehäuft. Da« Feuer entstand im Kellergewölbe. Als die daselbst aufgestappelten Benzinsässer ex-plodirten und das Gewölbe in Folge dessen zertrümmert wurde, theilte sich das Feuer auch den übrigen Lokalitäten mit. ES verbrannten große Massen von Farbwaren. Droguen, Fett-waren, ferner Kaffee und Zucker, sowie eine große Menge Druckbogen der Firma Tempsky. Die Höhe de» Schadens ist noch nicht sichergestellt, doch dürfte ermehrerehunderttausend Kronen betrogen. Da» Feuer wurde auf du« MagazinShauS localisirt; da» angrenzende Gebäude der Hypothekenbank war arg gefährdet. (Entfithrnng einer Etifteftwkranken.) Au« Bern wird gemeldet: Fräulein Emmy L. au« Baden-Baden, eine reiche aber geistig etwa« be-schränkte Dame, hatte sich mit d«m Kürschner W«r«,r von Baden-Baden »ach der Schiveiz ge-flüchtet. Ein in Darmstadt wohnhafter Schwager de«Fräulein« unternahm Schritte beiden Schweizer Behörden und Werner wurde thatsächlich wegen Entführung einer Geisteskranke» versolgt. Da« Bundesgericht aber hat die Auslieferung de« Werner einstimmig verwtigen. (Eine orientalische Eperrtten Sesrllschast.) Man berichtet aus Berlin: Im Thalia-Theater gastiert feit einigen Tagen die Orientalische Operelieu-Gessellschaft. Die orientalische Gegend, au« welcher diese Truppe stammt, ist Lemberg, und die orientalische Sprache, welche sie spricht, ist der Jüdisch-Deutsche Dialect Galizien«. Aufge-führt wird „Die Tochter Jerusalem«" — eine Operette, die .während de« Salomonischen Tempel«" spielt. .Während de« Temp«lö" jagt der Theaterzettel, nicht .im Tempel." Der Tempel ist hier Zeitbestimmung. Der Text der Gesänge und des Dialog« ist in der kaum verständlichen Sprache de« GhethoS geschrieben. Die vornehmen Personen ab«r reden hochdeutsch. .Er wird «ine Krone nehmen nnd sie auf deinem Haupte setzen," sagt Azrikom. der königliche Schatzmeister von Heru-falem. zu Tirza, seiner Tochter. Uud Namon, der Liebhaber, betheuert in höchster Gluth: .Wenn mein Name ein Gegenstand mecht' sein, vor deinen Augen mecht' ich ihm zerbrechen." Namon trägt übrigen« wallende blonde Locken — ganz wie Siegfried; nur spricht er ander«. Die Kostüme sind hübsch uud reich. Die Männer tragen lange bunte Gewänder und Säbel, natürlich krumme. Die Frauen find in farbige orientalische Tracht gekleidet. Tirza allein trägt Weiß und hat da» Kleid der schönen Helena angenommen mit dem bekannten Schlitz an der Seite. ES muss recht amüsant gewesen sein i» Jerusalem „während de« Salomonischen Tempel«." Das Drama aber ist folgende«: Ramon, ein Samaritaner Hirt, liebt Tirza. die Tochter de« königlichen Schatzmeister«, und Tirza liebt den Namon. Leider ist die Ber-bindung der Beide» unmöglich. Ueber den Stan-deSunterschied würde man sich hinwegsetzen. Aber Namon betet zu andern Göttern; und da er sich in Jerusalem zu erkennen gibt, umringt ihn all-sogleich ein Ehor. der ihm „HinauS!"in die Ohren singt. Namon, statt auS Jerusalem hinaus zu gehen, begibt sich vor TirzaS HauS. Tirza erscheint auf dem Balcon. Er steht unten, sie steht oben, und beide lieben sich derartig, daß ein alter Priester. Jehojuda, sich bereit findet, sie heimlich zu trauen. Am nächsten Morgen erklärt Tirza'« Vater feiner Tochter, daß er sich entschlossen habe, sie mit dem Pcinzem von Jerusalem zu ver-heiraten, und zwar gleich. Tirza bietet vergeben« um Ausfchnb. In der Noth hilft wieder der alte Priester. „Ich habe einen Saft erfunden, welcher, wenn man ch» auStrinkt. so verfällt man in eine» sechSunddreißigstündigen Schlaf." Tirza trinkt den Saft, schläft ein und wird für todt gehalten. Hier erinnert man sich, daß ma» diese Operette schon einmal anderSwo gesehen hat. Sie spielte damals in Verona, und der Verfasser hieß Shakespeare, während er im vorlieaenden Falle I. Anerbach heißt. Allerdings zeigt sich bald ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Romeo Sha-keSpeare'« und dem de« Herrn I. Auerbach. Der italienische Romeo findet Julie leblo«, gibt sofort Alle« verloren und vergiftet sich. Der galizische Romeo ist vorsichtiger. Tod ist todt; aber e« hat jedenfall« schon Todte gegeben, die nicht ganz todt waren. Man kann nicht wissen. Vielleicht läßt sich von dem Tod etwa« abhandeln. Wenn nicht, so hat man dann immer noch Zeit sich zu vergiften. Und richtig. Julia ist nicht gestörte», sondern nur eingeschlafen, Romeo nimmt kein Gift. Julia er. dolcht sich nicht, und beide werden ein glückliche« Paar. So ist der AuSgang bei Herrn I. Auer-bach. Das ist Alle« so einfach. Ja, wenn Shakespe-are auS Lemberg geivesen wäre, statt aus Strat-ford! Und der Prinz vo» Jerusalem? Er ver- zichtet edelmüthig auf seine Ansprüche: .Ich will nischt zwei Herzer trennen! Löbt zulrüden!' Die dramatischen Borgänge werden durch Rüpelscenen unterbrochen, in denen Couplet« gesungen und rohe Späfse verübt werden. Handel, Gewerbe u. Landwirt-schast. ^ltersrentenversicherung für den Hand-«erkerstaud Der Cillier Deutsche Gewerbebund hielt Montag den IS. d M. abend« im Gasthouse zur Traube in Cilli eine bedeutungsvolle Ber» sammlung ab. in welcher der Obmann der AlterSreiitencassa de« Handwerkerverein?« der Deutschen Volkspartei in Graz, Herr Schneider» meister und Handelskammerrath Leopold Prinz einen sehr lehrreiche» und beifällig aufgenommenen Bortrag über die erwähnte AlterSrenlencasse und deren Bedeutung für den deutschen Gewerbestand hielt. Bevor Herr Prinz da« Wort ergriff, führte der Obmann de« Gewcrbebunde« Herr Carl Mörtl au«, das« er sich über die Angelegenheit genau informiert habe und dieselbe dem lebhaften Interesse der deutschen Gewerbetreibenden bestens empfehlen könne. Unter den heutigen Ber» hältniffen habe der Gewerbestand vo» der Re» gierung nicht« zu erwarten. Da habe die deutsche BolkSpartei eine Institution — die Altersrenten» raffe — geschaffen, welche dem Gewerbetreibende» für seine alten Tage Schutz gewähre und durch die günstigen Zahlung«bedingnisse jedem Gewerbe» treibenden zugänglich sei. Herr Prinz dankte vor allem für die freund» liche Einladung Er sei mit Freuden nach Cilli gekommen, weil er wiffe, das» die Cillier im engsten Gesinnungsbunde mit den Grazer» stehen. Jnfolgedeffen könne e« nicht schwer sein, sich auch über den heutigen Gegenstand erfolgreich auSein-anderzusetzen und für die Frage der AlterSver-sorgung hier daS richtige Verständnis wachzu» rufen. Die« werde umso leichter der Fall sem, al« ja der Cillier Gewerbebund schon längst beim LandcSauSschusse in einer Eingabe die Regelung der gewerblichen Altersversorgung angeregt habe. Der Cillier Gewerbebund habe schon vor Jahren den LandeSauSschuß ersucht, für den Zweck der gewerblicheg Altersversorgung einen Betrag von 500.000 ff. auszusetzen. Somit sei der Cillier Gewerbebund schon damals aus dem Standpunkte gestanden, den der Handwerkerverein der deutschen BolkSpartei heule in die That umgesetzt habe. Die Deutsche BolkSpartei trete mit ihrem nächsten Verbündete», der radicalen Schönerer» gruppe, am besten und zielbewußt für die In» terefsen des deutschen Gewerbestände« ein. Au« diesem Grunde stehe der Handwerkerverein mit dem radicalen Flügel der Deutschen BolkSpartei in engster Beziehung; in dieser Richtung deckt er sich vollkommen mit den gewerbepolitischeu Be» strebungen der Schönerergruppe. Der Handiverkerverein der Deutschen BolkS» Partei habe sich in Graz au» einem Chaos ver» schiedener gewerblicher Richtungen, die von cleri» calen, christlich-socialen und freiheitlichen Poli-tikern geleitet wurden, herauskristallisiert. Er steht auf dem nationalen Standpunkte nud hat sich der Deutschen BolkSpartei angeschlossen — der Ausdruck ..BolkSpartei" rechtfertige eS schon an und sür sich, das« jeder nationalbewußte deutsche Mann ihr Anhänger sei. Der Handwerkerverein habe selbstverständlich ein wirtschaftliche« Programm Eine politische Partei könne ohne wirtschaftlichen Hintergrunv nicht existieren. So hab« sich mit der Gründung de« Handwerkervereiue« der Deutschen BolkSpartei auch die Gründung der AlterSrentencaffe «nt» wickelt. Das« eine solche Altersversorgung noth» wendig sei. müffe jeder einsehen. Denn e« gebe sehr wenige Handwerker, die so viel erwerben, um im Alter sorglo« leben zu können. Und wie mancher wird durch UnglückSfälle von sicherer Höhe hinabqeschleudert. DaS ?llter raubt die Widerstandskraft zum erbitterten Concurrenz-kämpfe: DaS Elend hält seinen Einzug in da« im de« Handwrrker«. Wie schrecklich ist da« fühl, im Alter fremden Leuten zur Last fallen zu müssen oder um Almosen zu bitten. Diese traurigen Übelstände sollen durch die AlterS-Renten-Cassa abgewendet werden. Auch unser« Gegner sind von der Nothwendigkeit solcher Institute überzeugt; wir unterscheiden un» aber von ihnen darin, das» die Casse auf nationaler Grundlage errichtet ist. Die Caffe soll auch für Deutsche erhalten bleiben und dafür sorgt die Bkstimmung. das» nur Mitglieder de» Hand» werkervereine« Mitglieder der Caffe sein können. In den unteren Schichten sei da« Bersiche» rungSwesen noch sehr wenig «»«gebreitet. Gerade dem deutsche» Gewerbestande thue e« noth, sich zu versichern, damit er nicht uutergehe und eine Schutzmauer habe gegen die drohende Slavi» sieruna. Die Rente, welche die Alter«caffe dem Ge» werbetreibenden gewährt, sei kein Almosen; er beziehe dieselbe bei erreichtem Alter, auch wen» er nicht in Noth gerathen ist. Die Alter»casf« erstreckt sich auf da» Land Steiermark und nimmt nur Mitglieder auf. ivelch« da» 60. L«b«»Sjahr noch nicht überschritten haben. Die höchste BersicherungSrente beträgt jährlich 1476 Kronen. Nebe» dem eigent» liche» Mitgliederfonde besteht noch ein allgemeiner Fond, der aus den Beiträgen der unterstützenden Mitglieder, au« Speiide» und Erträgnissen von Feste» gebildet wird. Dikser allgemeine Fond wird dazu verwendet, um die Prämieneinzahlungen zu vermindern; er kann aber auch zur Erhöhung der Rentenbezüge herangezogen werden, wenn bei einzelnen Mitglied«?» besonder« rücksicht«würdige Umstände dasür spr«ch«n. Wenn jemand vor Erlangung d«« BersicherunySalter« (55. 60. 65 od«r 70 Jahre) invalid wird und nicht wkiter zahlen kann, so verliert er seinen Antheil nicht, wie dies bei Versicherungsgesellschaften der Fall »st. sondern er erhält im BersicherungSalter eine Rente im Berhältniffe zur Zeit, während welcher er eingezahlt hat. Wenn jemand sreiwillig au«» tritt, so erhält er die Hälfte seiner Einzahlung zurück. In den eigentlichen Mitglikderfond fließen nur die Mitgliederbeiträge und deren Zinsen; daraus w«rd«n nur Renten gedkckt und sonst ferne Auslagen beftritten. In den erwähnten „allgemeinen Fond" fließen die Sinschreibgebüren. die Beiträge der unterstützenden Mitglieder. Spenden, Ber» mächtniffe. Erträgnisse von Festlichkeiten und 8insen. Au« diesem Fonde werden die gesammten erwaltnngSkosten beftritten, fowie Zuschüffe sür die Mitglk'dcr-Einzahlunge» und Renten-Au«» zahluuge» geleistet. He«te sind diese Zuschüsse so groß, das« die Mitglieder nur die Hälfte der Prämien einzuzahlen brauchen. Für die Über» wachung der Casse ist entsprechend vorgesehen. SS ist nämlich hiefür ein Überwachung«au»schuf« zu bestellen. Derselbe besteht jetzt au« den H«rren Dr. v. D c r s ch a t t a. Bürgermeister Dr. G r a f, tandelSkammerpräsident Schreiner. Kaufmann h ö n y und Goldschmied E i n s p i u n e r. Außerdem unterliegt die Caffe der Etaatiaufsicht, ebenso iit der Grazer Gemeindevertretung eine Oberaufsicht über die Verwaltung und Caffege» bahrung eingeräumt. DaS Vermögen der Caffe ist in der Grazer Gemeindesparcaffe fruchtbringend angelegt und auf die Namen der Herren Dr. v. Derschatta, Dr. v. Fleischhacker, Samenhändler Cuno und Tischlermeister Streßler viuculiert. E» ist also jeder Unfug vollkomme» au«geschloffen. In fünf Jahren wird da« ganze Unternehmen versichernngStechnisch überprüft werden, um fest» zustellen, ob die Renten nicht mehr ausmachen, als sie ursprünglich angesetzt waren. E» ist al« sicher anzunehmen, das« jemand, der sich auf 100 Kronen versichert hat. in 10 oder 15 Jahren auf da« Doppelte oder Dreifache versichert sein wird. Den ersten« beträgt da« DurchichnittSalter nicht, wie bei der Rentenberechnung angenommen wurde^-65^Jahre. sondern weniger und ferner ist die Sache auf einem 3'/, V,'y«n Zinsener» trägniffe aufgebaut, während sich diese« heute auf 4*/, stellt. Alle diese Überschüsse fallen dem AlterSrentensonde zu. E« ist auch sür Capital«» anlage auf eine sofortige LebenSrente vorgesorgt. Im Falle der Auflösung. welche nur au« triftige» Gründen und unter Bestätigung der Behörde erfolgen kann, wird da« Berein«vermögen unter den Mitgliedern ausgetheilt. ES besteht noch ein dritter Fond, der RiickvcrgülungSfond. welcher e« der Casse ermöglichen soll, die eingezahlten Prämien in dem Falle, als ein Versicherter vor dem Anfalle der Rente sterben sollte, unverkürzt der Familie zurückzustellen. Weiter« plant man die Errichtung einer WirtschaftSabtheiluug, welche so wie in dem LehrerhauSvereine, den Mit» ?gliedern bei Kaufleuten Nachlässe erwirkt und ür die Kundenvermittlung von den Verkäufern Antheile einhebt. DaS Gesammtvermögen beträgt bisher schon 15.000 Kronen. ES ist ersreulich im Wachsen begriffe» und wird schon in wenigen Kzhren 30.000 Kronen betragen. Die Stadt-gemeinde Graz allein hat der Casse 4130 Kronen, der steirische Landtag 1000 Krone» zugewendet. Schließlich forderte Herr Prinz die Anwesenden zu lebhafter Theilnahme auf mit den Worten: Fördern Sie daS schöne Werk, e« ist ein deutsche« Werk, eiu Werk der deutschen Handwerker! (Leb» haste Heilrufe.) Über Wunsch erläuterte Herr Prinz den Betrieb der Casse durch ein Beispiel. Ein 30-jäh» riger Mann will vom 55. Lebensjahr an eine Iahre«rente von 100 Kronen beziehe». Die Prämienzahlung kann einmalig, jährlich oder monatlich erfolgen. Nach dem Tarife beträgt die Prämie für die Zahlung auf einmal 388 K. jährlich 25 17 K, monatlich 2 15 K. Bei dem gegenwärtigen vermögenSstande ist jedoch nur die Hälfte der Prämie zu bezahlen. Sollte die Auszahlung der Prämie erst mit dem 60. LebeuSjahre erfolgen, so vermindern sich diese Beiträge auf 249, bezw. 14 82 und 1 27 K, beim 65. Lebentjahre auf 148, bezw. 8 2V und 071 K. beim 70. Lebensjahre auf 79. bezw. 4 24 und 0 86 K. Sofort wurden Beitrittserklärungen abge» geben und e« ist m.t Sicherheit anzunehmen.idas« Cilli ein namhafte« Conti,,gent zur Caffe stellen wird. Elnueutarschäde» uud Grundsteuerad-schreituug. (Den Landwirten zur Beachtung und Aufbewahrung an-empfohlen.) (Mix!*,) Bei wiederholten Schäden in einem und demselben Wirtschaftsjahre darf die Grundsteuer» abschreibung nicht höher sein, al« die Grund-steuer selbst. Die Höhe der Steuerabschreibung erfolgt und zwar mit '/«. wenn »/, bi« */i de« Natoral» ertrage« vernichtet ist. mit >/,. w«»n >/, bi« »/« und mit •/* und */*. wenn »/« oder */♦ vernichtet sind. 7i und */• Abschreibungen gibt eS nach dem Gcjetze nicht. In der Ermittlung der Schaden«ziffer findet der Landwirt, ob eine vchadenanzeige nothwendig, d. i. von Erfolg sein wird oder nicht. Und wie er dabei vorgehe» soll, soll nun gezeigt werden. Einziger Anbau. Wird dieser zu '/«. >/„ •/« oder */• zerstört, so erfolgt dementsprechend auch die Grundsteuerabschreibung. bei */« Schaden jedoch nur dann mit */«» wenn ein zweiter An-bau nicht erfolgt. Erfolgt aber ein solcher, so gilt der ursprüngliche einzige Anbau nur al« erster und es können da nur '/, von */« genommen werden. •/, von «/* = •/»«» daher rund nur l/i, weil erst »/u — '/» sind. Erster Anbau: Wird dieser zu l/4 oder */« zerstört, so erfolgt keine Abichreibung, weil »/, oder */» von */• genommen weniger sind al« '/»; respective e« sind ('/,). beziehungsweise •/» (weniger al« '/• "* '/«) beschädigt. Erst wenn der erste Anbau zu l/i beschädigt ist, kann l/* abgeschrieben werden und bei '/»> *U nur >/,. Vtnscet" ist «in« bei allen Hau»frauen beliebte Essig^ssnu, bi« durch einfache« verdünnen mit Basier einen vor»aglichen Speise- und Einmach-Essig ergibt. Fertiger Essig ist ent-weder schon beim Einfous minderwertig oder wird durch Lagerung in der Sache schlecht. Solcher Essig ist aber ge-sundhciltschädlich und außerdem wertlos zum lonservieren der Speisen. Man mache seinen Essig selbst und verwende dazu die Essig-Essen, .Vinacet". man wird dann immer besten Essig im Hause haben und viel Seid sparen. — Voi-rSthig in allen Delicatessen-, Droguen- und Eolonial-Warenhandlungen »um Preise von 1 X für »/« Liter» Flasche und H K für 1 Liter-glasche. Der au» ^Binacet" bereitete Essig stellt sich per Liter aus 10 bi» tö Heller — je nach der gewünschten Stärke. Verkauftstellen in Pettau: Josef Kaftmir, Victor Schulfink. Zweiter Anbau: Bei diesem müssen mindeste« zerstört seut, um '/« Abschreibung zu erhalten; denn. •/« von »/, -- »/« rund. Obstgärten mit Gra« (oder Wiesen mit neu angepflanzten Obstbäumen) sind, wie er» wähnt, gennschlc Kulturen. Die Schadenberech-nung erfolgt für die Hauptfrucht mit wie beim ersten Anbau gezeigt wurde und sür die Rebenfrucht wie beim zweiten Anbaue mit Zum allgemeinen Verständnisse de« Bor« stehenden seien nun einige wesentliche Beispiele hier vollständig angeführt. A. Schadenberechnung nach § 2, Absatz 1, de« G e s c y«« und zwar: 1. Parzelle mit «i»zig/♦ durch Hagel zerstört ---- 10 Kronen, die Grundsteuer mit 22 7 Proeent ab 2 Kronen 27 Heller. Rachlaß von diesen (btispielSweise 1898) 10 Pro» cent = 28 Hkller, verbleibeu netto 2 Kronen 4 Heller. Hiezu all« Umlagen von 2 Kronen 27Heller (beispielsweise 100 Prozent) =» 2 Kronen 27 Heller, daher Äisammlabschreibung 4 Kronen ZI Heller. 2. Parzelle mit erster Fracht (erstem Anbau). Reinertrag 40 Kronen: a) »/* durch Hagel zerstört, »/, von 40 --23 Kronen 66 Heller, von diesen »/4 --- 6 Kronen 66 Heller ist w«niger al« '/» von 40, daher keine Abschreibung; d) gleiche Parzelle zu >/» zerstört, »/, von 40 — 26 Kronen 66 Heller, davon '/, = 8 Kronen 88 Heller, ist ebenfall« weniger al« »/« von 40, keine Abschreibung; v) gleich« Parzelle zu */« zerstört, % von 40 = 26 Kronen 66 H«ller. davon »/, =» 13 Kronen 33 Heller; 13 Kronen 33 Heller ist mehr al« */♦ vo» 40, aber weniger al« daher nur '/. Abschreibung wie bei 1 — 4 Kronen 31 Heller; d) dieselbe zu •/• zerstört — 17 Kronen 77 Heller, daher ebenfalls unter somit nur »/« Abschreibung wie Beispiel 1; e) biefelbe, »weiter Anbau mit ■/« zerstört, *U von 40 = 80, davon »/, ----- 10 Kronen, Abschreibung wie 1. ö. Schadenberechnung nach § 2, Absatz 2. d e« G e s e tze « und zwar: 1. Wein-garten mit 40 Kronen Reinertrag und zugleich Gesammtreiuerttag, weil nur diese« Grundstück in der Gemeinde vom Befitz«r bebaut und durch Oidium (Peronospora. Frost) zu >/. zerstört. ./« von 40 — 10 lkronen, daher keine Abschreibung, weil nicht mehr al« •/« zerstört. Ist einzige Frucht ! 2. Gleiche Parzelle zu >/. zerstört. >/. von 40 ---13 Kronen 33.4 Heller, daher mehr al« >/« vom Gesammtreinertrag. Abschreibung demnach wie A 1 mit 4 Kronen 31 Heller, weil mehr al« •/« zerstört. 3. Weingarten-Nachbar: gleiche Parzelle ebenfalls zu >/, zerstört ----- 13 Kronen 33.4 Heller von 40 Kronen Reinertrag dieser Parzelle. Da aber dieser Besitzer noch andere Grundstücke be» baut in dieser Gemeinde hat mit einem G«sammt» reinertrag von 80 Kronen (oder auch nur von 54 Kronen), so erfolgt keine Abschreibung, weil «/« von 80 ----- 20 und '/« von 54 -- 13 Kronen 60 Heller, somit hoher ist. al« der Schaden von 13 Kronen 33 Heller. Nach diesem Verhältnisse lau» der durch Oidium,c. h«rbeigeführte Schaden auch mehrere hundert Gulden betragen, ohne das« auch nur ein Heller von der Grundsteuer abgeschrieben werden kann. Welche Bortheile die rechtzeitige und ener-gische Bekämpfung der R«b«n. (und Obst») Krank-heiten im Gefolge hat. ist au« dem letzteren Beispiele ebenso ersichlich, wie die Nachtheile der Unterlassung. C. Gemischte Kulturen. Haupt-frucht %, Nebenfrucht >/, W«rt. Obstgarten. Einzige Frucht (Gra« desselben Nebenfrucht): 1. Parzelle mit 40 Kronen Reinertrag: V, vernichtet. «/, von 40 --- 20. davon »/, — 13 Kronen 32 H«ll«r, daher •/« von 40 ----10 Kronen. Abschreibung 4 Kronen 31 Heller wie bei A 1. (>/, Beschädigung ist weniger al« 10 Kronen.) 2. Obst Nebenfrucht. Gra« Hauptfrucht. Obst zu »/4 beschädigt. >/, von 40 --- 30; davon — 10 Krone». Abschreibuiig 4 Kronen 31 Heller. Obst zu «/, beschädigt. «/, von 40 ---- 26 Kronen 67 Heller, davon «/, ««= 8 Kronen 66 Heller, somit weniger als «/« von 40. Abschreibung 0. 3 Ist GraS die Haupt- und Obst die Nebeufrucht. so wird der Schade» an der GraS» fechsung, wie vorstehend für Obstschäden geschehen, berechnet. Humoristische Wochenschau. Unwillkürlich erinnert man sich an den Kampf, welcher vor einigen Monaten in Pettau von den Herren Professoren F«rk und Gurlitt gesührt wurde, wenn man die neuesten Berichte auS Serbien liest. Dort kämpfen gar zwei Könige um ein .Alterthum", aber c« ist kein alter Römerstein, sondern eine alte „Maschin". Ich empfehle, um den Frieden in Serbien her» zustellen, besagte ..Maschin" dem Pettauer Museum S überlasse». Der Geschmack ist überhaupt ver» ieden. Manche Herren in Pettau machen bei der größten Hitze weite Landpartien, was ich gar nicht begreifen kann. Ich gierige heute nicht »ach Wurmberg, wen» ich 100 Gulden und noch einige „Birn" zur Erfrischung bekäme. Da ich schon von Erfrischung rede, fällt mir unsere Badeanstalt ein. E« wirst ein eigenthümliche« Licht auf einige unserer Mitbürger, das« ste unsere famose Bade-anstatt auch im Hochsommer nicht besuchen. Wer bei 30» nicht badet, wäscht sich erwiesener Maßen '/« de« Jahre« überhaupt nicht. Da ich schon von ungewaschene» .Persönlichkeiten" spreche, fällt mir unwillkürlich mein alter Freund Dr. B r u m e n ei«. Derselbe ist bekanntlich ein famoser Schwimmer und gab sonst immer da« MittagSzeichen für Pettau. da er täglich Schlag 12 Uhr die Drau herabschwamm. Nun sitzt der arme Man» bei der Hitze »im Trockenen." Auch der Herr Psarrer vo» Le«kowetz befindet sich in derselben unangenehmen Lage, seit er seinen Brunnen mit einem Borhängeschlos« abgesperrt Hut. Gelt. Herr Pfarrer, der .Pettauer Zeitung" hätten Sie dai Borhängeschloss noch lieber angehängt, als lxm armen Brunnen. Da ich schon vom Herrn Pfarrer in Le«ko-wetz rede, muß ich auch de« Herrn Oberlehrer« gedenken. Der Herr hat an die „Oowvvina" einen Bericht über die GemeinderathSwahl eilige-sendet, welcher «ine weitere Verbreitung verdient. Er schreibt: „Oh ihr thörichten Le»kowetzer, wäh» rend die Ehinesen alle Fremden umbringen und vertreiben, ruft ihr solche Leute bei der Wahl zu Hilfe!' Der Herr will offenbar in LeSkowetz einen „Boxerclub" gründen! Ich empfehle ihm den Herrn Kaplan und einen gewissen Herrn Finanzer als Mitglieder. Beide Herren haben sich in diesem Fache bereit» ausgezeichnet. Zum Schlüsse begrüße ich unsere lieben Marburger Gäste auch hier auf das Herzlichste. Die Herrschaften werden sich überzeugen, das« Pettau ein ganz liebe« Stadtel ist, in welchem sich samo« leben läßt. Sie mögen un» aber verzeihen wenn nicht alle» am Schnürchen geht! 2600 Gaste bedeuten für un» so viel wie für Marburg 10000, oder für Graz 50000. Ii Itlarkeldorf bei Zurovel» auf der N* Ruäiöka'schen Säge -WM ist stets zu den billigsten Preisen zum Verkaufe vorräthig: Bx@3TL33Jn.olz; Sägespäne und Rinde ftr OtluartealMipott. Da» Brennholz wird auf Wunach zerkleinert. Rattentod (/rlir Ammisch, velitzsch) ist da« beste Mittel, um Ratten und Mäuse schnell und sicher zu vertilgen. Unschädlich für Menschen und HauSthiere. Zu habe» in Packeten ä 30 und 60 kr. bei Apotheker Hau» Molitor. Das Styria-Rad! Bon alle» Rädern, die ich kenne. Gefällt mir nur ein Rad allkin; Und wenn ich seinen Namen nenne. Stimmt wohl jedweder Mann mit ein: Das beste Radel in der That, Da« ist und bleibt da» Styria-Rad! Wenn Sie sich mir den Bau besehen. So zierlich, elegant und fein. Da muß jedweder Mann gestehen, Die« scheint ein Wunderwerk zu sein. Da» beste Radel in der That, Da» ist und bleibt da« Styria-Rad? Und kräftig ist e« ohne Maßen, An leichtem Lauf kommt kein'« ihm gleich; Beim Weltkampf, auf der Bahn, auf Äraßen, War siegreich e« in jedem Reich. Da« beste Radel in der That. Da« ist und bleibt da« Styria-Rad! Uud fragen Sie dann nach dem Preis« Ob e« nicht gar zu theuer wär'. Dann tönt e« ringsherum im Kreise: So billig war'« noch nie aus Ehr', Da« beste Radel in der That, Da« ist und bleibt da« Styria-Rad! Niederlage: Brüder SlfltPitSCfc, Pest««. 00000000 Wochenmartt-Preise Bat»,«, Silo ins Weizen . . . . Rom..... Gerste . . . . äfft . . . . urutz . . . Hirse..... iden . . . . däpfel . . . olen . . . . insen . . . . Erbsen . . . Hirsebrei . . . Weizen griet . . «ei«..... Zucker .... Aoetschktn . . . wiebet .... Kümmel . . . Wachholderbeeren Krenn .... Suppengrilne» . Mundmchl . . Semmelmehl . Polenlamehl. . R-ndslchmalz . Schweinschmalz Speck, frisch. . Speck, gerSuchert Schmeer . . . Salz..... Butter, frisch . Käse, fieirisch . Eier..... Rindfleisch Schweinefleisch juni Tafelöl .... Rilbttl .... Kerzen, Blat. . Seife ord. . . . Brantwein . . Bier..... Weinessig t\M > . . Milch, frische . abgerahmte Holz hart Meter lang weich „ Holzkohlen, hart . weich Steinkohlen . . . Heu...... Stroh. Lager . . , Streu . . Maß und Sewicht 100 ftilogr. Kilogramm 45 Stück Kilogramm Liter Meter Hektoliter 100 »logr. Mittelburch« schnitiepreis in S. «. Kilogramm Liter Silogramm 1b 14 14 1» 18 18 17 4 18—16 40 66 66 84 89 66 96 66 16 40 66 30 20 80 26 18 80 40 8 80 4 24 80 12 20 20 40 10 88 64 76 40 32 14 12 60 80 60 80 40 46 W. BLANKE in PETTAU empfiehlt Cigaretteit'fiiilsen in grösster Auswahl, zu billigsten Preisen. Neue, beliebte Sorte: „mtc ItftKdstflck ait Kortiterei«. Plüß-Staufer-Kitt, das Feste zum Kitten zerbrochener Gegenstände, ä SO und 60 Pfg., emfiehlt: Abalf Aellinfchegg, pettau. 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Angriffe, die ich zu bestehen hatte, bei welchen ich jedoch mmer als Sieger hervorgieng, habe ich mir nunmehr eine Vertrauensstellung errungen; frei von Ärger und entfernt von allem Ge-däffe, hoffe ich nun ein ruhiges zufriedenes Leben fuhren zu können. Alle meine Freunde und Feinde bitte ich aber, mich in meiner Abgeschiedenheit nicht besuchen zu wollen, da ich in Anbetracht meiner Stellung und der damit verbundenen Obliegenheiten ausser Stande bin, zu empfangen. Mungo. ni XI/i Tsboretrssse Nr. 71. mit Ober 400 goldenen, fiilbrrnen und bronzenen 3se K. k. P pnv. Fabrik, gegründet 1832 in Wien. Fabriks-Niederlage: WIEN, I., Schulerstrasse Nr. 21. Wegen der vielen wertlosen Nachahmungen achte man genau auf meinen Namen St. Fernolendt. Ciavier - Niederlage Leihanstalt von 9 Specerei-, Wein-, Delicatessen- und Südfrüchten-Handlung, PETTAU, empfiehlt frische Fallung von IMatfalVifltr und zwar: Gieeehübler, Preblauer, Haller-Jod, Oleichenberger-Emma- u. 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Meine Weisheit wird leider oft nicht recht aner-konnt. Und nun sollten Sie plötzlich Goldköruer in dem. IvaS andere — traurig aber wahr! — häufig als Blech bezeichnen, gefunden haben? Ist da» nicht eine Anficht, die Sie, nach unserer eben erörterten Theorie, morgen verwerfen werden?' Sie sah ihn neckisch an. .Run zweifeln Sie wieder an mir/ rief Oskar gekränkt, .aber Fräulein Edith, liebe Edith, teuerste Edith, glauben Sie mir doch, „________ daß ich Sie außerordent-lich verehre und hoch-schätze, daß ich mich un-sagbar glück-lich fühle, wenn ich ein wenig Ihr Interesse er» warben habe Und daß mir Ihr Urteil von unbe-schreiblichem Werte ist. Und wenn ich . Sie frage— • Er hielt plötzlich inne. Es ging ihm, wie einen, edlen Ren-ner. Wen» et einmal im Zuge war. ^ A. ü t>« •aldtttirm«. •tafrriit. Urltr Ft« «»» «t«. mit r«rt.) Wnt tulnotmir von JHaub TV Bnnbt dann ging es gleich ein bischen weiter, als er beabfichtigte. Dieser »«motivierte, vo» der nntergehende» Sonne. Blumenduft und Bogelgezwitscher stimmungsvoll ergänzte Herzenserguß — Ediths Hand hatte er zum Ueberstuß anch noch gefaßt und geküßt — sah einer Liebeserklärung auf» Haar ähnlich. Das war heute also Numero drei! O Eva, Eva! Er ließ die Hand fahren, die er eben so leidenschaftlich ergriffen hatte und schwieg. Und Edith schwieg ebenfalls, ethas betroffen über das sonderbare Benehme» ihres Gefährten, und er mnßte eS sich gefallen lassen, daß sie sich im stillen überlegte, ob er heute nachmittag vielleicht ein bischen — ein bischen — aber im Kruge von Ramelingen gab es ja keinen Wein. • • Im Hochsommer, wenn die Rosen blühten und der JaSmin be-rauschende Düfte entsendete, war Hollmanns Wiegenfest. Der in einer so augenscheinlich poetischen Jahreszeit in die Welt Beförderte wurde an diesem Tage stets gewaltig gefeiert. Sehr zu seinem Mißvergnügen. Herr Hollmann war kein geeignetes Objekt für Hnldigungen; er fühlte sich immer entsetzlich bedrückt, wem» er großartig beglückwünscht wurde, und feierliche «„sprachen gar kamen ihm einem gediegenen Hagelschaden gleich. Nichtsdestoweniger wurde alljährlich an dem bewußten Tage von der liebenden Gattin eine Festlichkeit in Scene gesetzt, im vorigen Jahre sogar ein Damenkaffee, dem aber das gefeierte Opfer-lamm mit stillem Ingrimm gänzlich fernblieb. Diesmal wünschte Frau Hollmann jedoch. Jdaß beide Geschlechter den Geburtstag verherrlichen sollten nnd Frauenwille — na. Herr Hollmann wußte das ja. .Denkst Du auch daran, Karlchen, daß wir seit dem vorigen Jahre keinen Menschen bei und gesehen haben?' begann die reso-lute Dame ihren Plan einzuleiten. .Du mußt schon die Verwandten anffordern, herzukommen.' Der alte Herr starrte geknickt vor sich hin. vielleicht argwöhnte er eine Verwechslung der Fürwörter. .Ich?' fragte er zaghaft. .Ja, Du,' erwiderte energisch seine Frau. .Die Verwandten und dann der Einfachheit wegen natürlich die anderen Bekannten auch.' Herr Hollmann stöhnte nnd lieb das rotbraun gebrannte Antlih wie eine von Tau beschwerte Blume sinken. Verdrießlich nnterzvg er mit den dicken Fingen, sein schon sehr in die Saat geschossene» Hanpthaa» einer .intensiven Bewirtschaftung' und brummte. .Hol der Deibel meinen janzen Geburtstag! Und dazn die Ernte!' Jedoch grau Hollmann ließ sich nicht verblüffen, sondern wußte ihrem braven Agrarier eine Unzahl von Gründe» für ihr löbliches Vorhabe» vorzubringen, daß dieser schließlich ganz betäubt nachgab. .Na. wenn'S denn sein muß! Aber nm JotteS willen keinen Damenkaffee!' So war denn die freudige Einwilligung gegeben und Fra» Hollmann triumphierte. Der arme Herr Hollmann! Er war durchaus kein Damen-freund, nnd daß er überhaupt eine grau genommen hatte, rechnete er sici, in stillen Stunden als Heldenthat an. Aber die Gattin ge-iliigte ihm so vollständig, daß er gern auf weiteren weiblichen Ber» kehr verzichtet hätte. Und doch waren es Frauen und immer wieder Frauen, mit denen ihn das Schicksal zusammenführte. Wenn er auch nicht gerade so sprechen konnte wie jener Landpastor, dessen ^.Gattin einer Dameiipension vorstand: .ich nnd der Hahn, wir sind hier die einzige» Männer', so war es doch nicht z» leugnen, daß er selten mit Geschlechtsgenossen zusammenkam und die Weiblich-keit stets Trumps behielt. ÖOn 06 'n Miller Ergebung alles Weiter« über sich ergehen, ein Zustand, für den Frau Hollmann frohgemut die Auslegung fand: .Kinder, er freut sich schon riesig darauf.' 11« Da e» sich herausgestellt hatte, daß unter de» Geladene» verschiedene junge Herr«» wäre», so veranlaßte die» To«i, mit Feuer-eiser für de» Bedanke» eine» Tänzchen« einzutreten, ein Plan, dem der mürbe gewordene Bater uud Seid ohne weitere» mit den Aorten: .Kinder, ihr seid wohl verrückt, bei die Hitze!" seine Zn-stimmung erteilte. 0o war alle» in schönster Harmonie und die Vorbereitungen begänne» Die junge» Damen beteiligten sich alle eifrig daran, am meisten jedoch Helene. Sie war wie immer die Thätigste. Vielleicht lag eS hieran, daß Oskar sie fast nur noch bei de» Mahl-weiten sah. Oder giug sie ihn« au» dem Wege? War»m, warum? Oskar bekam riiirii heißen Kops, wen» er darüber nachdachte. Pah, sie war einfach »nansstehlich. Er stampfte wütend mit dem Fuße auf, uud dann ging er in de» Garte» nnd ui.terhielr sich mit Lieschen, die eben mit de» Mägde» Wäsche anshing. Eigentlich war Lieschen die netteste von ihre» Gefährtinnen. Die war nicht iibertriebe» znvvrkoiuuieud, noch abstoßend, sondern gerade so maßvoll liebenswürdig, wie es sich für ein junge» Mädchen schickte. Uebrigens war sie Helenes Spezial-srenndi». das auspruchslose Ding hatte also anch an ihr «icht» aus-zusetzen. Er warf siel, behaglich in» Gra» zu ihre» Füße», neckte sich mit ihr li»d sagte ihr Schmeicheleien. die sie trotz des Kichern» der Mägde sehr freundlich aufnahm. .Darf ich de» Dame» zu dem bevorstehenden Festtage Blumen anbieten?" fragte er. LieSchenS Auge» strahlten. Sie erwiderte herzlich, daß ihr dirs sehr große» Vergnügen bereite» wiirde, und er, wie i,inner glückselig, wenn er jemand eine Freude mache» konnte, sprach diese in warmen Worten aus. .Wa» für Blume» möchten Sie tragen?" fragte er zuvorkommend. Lieschen bestellte sich rosa Nel-kr»; Edith, die ebeu mit Toni er-schien, wünschte Oleander und Toni MooSrosen zu trage». Rosa, die anch gefragt w»rde, flötete etwa» U»-dentliches von .Theerose»! Ent-zückend! BesoudererWert! Geber!" woraus sich jeder »ach Belieben et-was zurechldeukeu konnte. .Und Sie, gnädige» Fräulein?" fragte OSkar, nicht ganz so keck, wie es seine Art war, dir eben hinzu-tretende Helene. Diese sah aus, al» wollte sie leb-hast protestieren. Als sie aber die gespannt auf sie gerichteten Blicke bemerkte, er-klärte sie envaS unartig, daß sie eine besondere Borliebe siir Lrchi-der» habe. Sie wußte, daß die Gärtner der Umgegend diese seltenen Blumen nicht kultivierte», daß e» aber bei der Kürze der Zeit für ritte brief-liche Bestellung in der Großstadt zu spät sei. Gleichmütig griff sie nach de» Wäschestücke» »»d sah bei ihrer Arbeit «icht, daß sich flam-mende Röte über Lskarö Stirn ergoß, oder — wollte eS »icht sehe». Nnn war der Vorabend zu dem Geburtstage gekommen. Die jungen Mädchen saßen sämtlich im Wohnzimmer, ans dem der Hansherr mit de» Doniierworte»: .Vorbereitungen. Geburtstag!" selbstverständlich zur Erhöhung seiner Vorfreude vertriebe» worden war. Oskar mitten darunter. „Er half!" wie es zu allgenieitter Er» klärnng dieser für eine« Weiberfei»d etwas erklärungSbediirftige» Thatsache hieß Er sta»d auf einer Leiter nnd schlug einige Nägel an die Thür, die zum Aushänge» der Guirlande» dienen sollten. llute« stand Toni mit der Mie»e eine» Feldherrn und machte vo» hier aus ihre Angaben „So!" meinte Oskar, befriedigt das Werk seiner Hände mu-ttrrnd, .der sitzt fest und unerschütterlich! N»u kann ich da» Ge-winde wohl gleich anfhängen?" Neii:, das ging noch nirlit, Helene flocht »och an dem letzten Ende. Maud W»»dt im Bergsteizerk,ft>m mi» ihre« Führer. .Wie geschickt D» Dich dabei attgestellt hast," lobte To»i de» Vetter, nnd er lächelte erfreut und fragte daraus zögernd Helene, ob er ihr auch beim Zureiche» der Blumen behilflich sein dürse. Sie gewährte ihm mit leichtem Kopfnicken, nnd er setzte sich zn ihr. während sich die anderen entfernten. , Wie die hübsche», schlanken Finger die Blumen geschmackvoll zusammeubaude». Sie sah ernst an» und hielt die Auge» fort-während auf die Arbeit gerichtet. Warum sah sie ihn nicht einmal an? .Sie sind so fleißig!" sagte er bewundernd, .eigentlich haben Sie alles allein gemacht, die Hilfe der anderen war im Verhältnis zu Ihrer Mühe gering." Jetzt hob Helene die Angen. aber der Blick, der ihn traf, war unzufrieden. .Jetzt machen Sie wieder Komplimente, die ich doch gar nicht leiden mag. Weshalb können Sie nicht» anderes sage» al» Schmeicheleien?" I „Llann ich das nicht?" fragte er, heftig werdend. .Ich werde Ihnen gleich das Gegenteil beweisen. Ich möchte Ihnen sagen, daß Sie mich ganz abscheulich behandeln. Warum? Was habe ich Ihnen zu-leide gethan? Ta» ist »icht liebe»»-würdig!" Helene blieb ruhig. .Da» ist nun 'mal meine Art," eutgegnete sie achselzuckend. .Nein, da» ist nicht Ihre Art." widersprach er noch heftiger. .Für alle HauSgenosien finden Sie gute Worte — sür mich nicht. Sagen Sie mir, ich flehe Sie an, wodurch habe ich Ihren Zorn erregt?" Sie sah ihn kühl an. .Ich zürne Ihnen? Daß ich nicht wüßte." Der Blick kränkte ihn noch mehr al» die Worte. .Natürlich! Zorn und Haß setzten wenigsten» Interesse voran» und da» darf ich bei Ihnen nicht beanspruche»." Er hoffte, fie würde widerspreche», aber sie that e» »icht, sondern erwiderte mir. und ein wenig spät-tisch klang'»: .Andere tragen e» Ihnen ja in desto größerem Maße entgegen. Genügt Ihnen das nicht?" Ingrimmig ballte er die Blumen, die er ergriffe» hatte, mit der Faust zusammen und warf fie zu Boden. .Sie wollen mir keine vernünftige Antwort geben, Sie wollen mir nicht sagen, warum ich Ihnen zuwider bin," rief er zornig. .Gut, ich werde Ihnen nicht mehr mit Fragen lästig fallen." Er stürmte au» dem Zimmer. In seinem ganzen Lebe» war er noch nicht so wütend gewesen, und warum? Weil e» in Ramelingen ei» Mädchen gab, da» ersten» langweilig war, zweiten» unliebeuSwllrdig, drit-ten» nicht 'mal hübsch, vierten» arm, fiinften» — ach, er hätte noch tausend Gründe anführen köuiieu, die alle doch nur da» eine bestätig-teu, daß er dieie» Mädchen »icht leide» konnte. Ach, nnd dieser Gedanke machte ih» unsagbar traurig. ♦ ♦ In Glanz und Pracht ivar der GeburtStagSmorgen herauf, gekommen. DaS erste, was der Held des Tage» that, al» ihm feine heutige Würde zum Bewnßtsein kam, war. daß er seufzte. Tief bekümmert konstatierte er darauf, daß da» nichtsnutzige Barometer einen gewaltigen Drang nach oben zeigte nnd fich durch kein Klopfen davon abbringe» ließ. Die letzte Hoffnung auf eiu Unwetter, das die Gäste verscheuche» sollte, war geschwunden. Nnn, Schicksal, nimm deine» Lanf! Gefaßter, al» zn erwarten war. ließ jedoch da» gequälte Ge-burtstagokind die Glückwünsche über sich ergehen, ja. eS zwang sich sogar zu einer gewisse» Freudigkeit, al» eS au den festlich her-gerichteten Geburtstagstisch geschleppt wurde, wo ihm außer den Gaben der liebenswürdigen Gatti» fünf mehr oder weniger un-nütze Handarbeite» bevorstanden. Der gute Herr Hollmann be-wunderte k>a»tt'shaft alles, Geschenke, Guirlanden, Blumen — so- -M- 1 ; i \» !». M«u» fBnnkt beim «bftieq vom Stnbeloliirm. gar die alten, die feit Monaten dir Feusterbietter zierten — nnd »icht zum wenigste» den Glanz der vielen Lichter, die sein Alter versinnbildlichen sollten, mit dem Lebenslicht in der Mitte. Es waren allerdings ein Dutzend zn wenig, denn der Wachsstock hatte nicht ausgereicht, aber daS schadete nicht, sie machten sich auch so sehr effektvoll. Nach erfolgter ilebergabe der Geschenke verzog sich jelwch Herr Hollmann schleimigst, um erst so gründlich wie selten die Felder abzuklappern nnd dann in seinem Zimmer geheimnis-voll zn verschwinden, an» dem er sich fürs erste weder durch QUIite noch durch Gewalt entfernen ließ. Inzwischen kam der Postbote. Er brachte eine Kiste nnd eine Menge Brieie, ans welche die von diesent braven Manne gestellte Diagnose.Geburtslag" insofern nicht recht passte, als nichts da-von an das Geburtstagskind gerichtet war. EnvartnngSvoll öffnete Ära» Hollmann die an ste adressierten Schreibe», Antworten ans ihre Einladungen. Ein „ach je!" »ach dem Lese» des erste» lies, schon nichts Gutes ahne», als aber der zweite, dritte uud die übrigen gelesen waren, gab es ordentliche Iraner. »Kinder, ist daS ein Pech! Alle Damen haben »»gesagt, aber nicht eiii einziger der jungen Herren." Ja, die vier einzige» »»verheirateten jungen Männer des Nach-barstädtchenS waren sämtlich am Erscheinen verhindert. O, der arme Herr Hollmann, dem durch daS Tanze» unzweifelhaft eine »»geheure Freude geworden wäre, schien wirklich nnter einem UnglückSstcri, geboren. Doch halt! Nicht den Tag vor dem Abend schlecht macheu. Der letzte Ariei brachte noch eine srohe Aussicht. Eine Familie ivenlgsteüS stellte auch ein männliches Mitglied: einen alten Vater, einen sechzehnjährigen «ohn nnd einen Reffen, einen veri-tal'.'e» j». ge» Herr», „ein netter, a»sehnlicher Mann, der eine 19 i— Frau sucht, eine gute Partie", so hatte die Schreiben,,, Frau Rat Erner, verrate». „Sie erlauben wohl, liebe Freundin, daß er un° eingeladen mit zu Ihnen kommt." Nun, Frau Hollmann war kein Unmensch, und wenn der ver-heißniigSvolle junge Mann jedenfalls anch „icht die Gabe beiaf;, Stadeler kletternd am Zlateleetnem. sich zu vervielfältige», so war doch zu hoffe», das; etwas .mit ihm attzusange»" sei. „Vielleicht wird'S doch »och ga»z lustig." sagte sie: ihr frolies Temverameut kam wieder znr Geltung. .Recht so, Lieschen, immer vergnügt!" <.>«( > -+ 120 4- «jgfer BDH-MÄ «leb! Einbrecher! «« Ist er? •r- Nebe» Fei» und (sie. .tluf Ihr«« Turin müssen wir aber heule auch tiinouf, Stab«l«r, er steht gar zu verlockend au»." — ,Jo, jo, mit Ahnen ging I schon gern/ erwiderl» der Ttioler, indem er mit Stolz an dem Feltkolost« hiaaufblickte, der seine» Name« trug. Erst aber galt e« die eigentliche Tages, tout «»»zuführe«. welche wir un» vorgenommen hatte«, nnd der Rosengarten-spitze eine« Besuch abzustatten. Al» wie aber von dort «och einer lchvnen, mit herrlicher Aussicht verbun-denen Kletterei zu«iLa»r>n»passe zurückgekehrt wa> Wl, da mußt» Stabeler sein wort halten, lis giebt kanm »Inen interessautereu Anblick al» de» der vajolettürme von diesem Paste au«. Wie drei zu Stein gewor-deue Riese» er-hebe» sich die-selben in steilen Wanden in die Lüfte, al» hielte« fie Wache an dem «omantischen, sa» gen«mwobe«en »Ros«ngartl".S» stnd echte und rechte Dolomite, wie man ste sich charakteristischer und stolzer kaum denken kann, und man wundert sich nicht, wenn ma» hbrt, daß ste erst vor verhältulimäßig kurzer Zeit zum ersten Male bezwungen w-rden: der WinNer-T»rm zur Rechten im Jahre >««7, der Delago.Zurm link» 1895. Den mittleren Hauptturm aber hotte mein Führer Stabeler im Jahre 1892 zum ersten Male mit Dr. Helverfen an» Wien erklommen und ihm seinen Namen gegeben. Sine günstigere «elegenheit, denselben zu ersteigen, konnte ich also nicht haben. Ist doch der Stabiler auch einer der berühmtesten Führer der Neuzeit. Obwohl in Tirol zu Hause, wirb er vo» seinen .Herr»«" i« alle Teile der Alpen mitgenommen, so daß ihm auch in der Schweiz keiner der bedeutenden Berge fremd Ist. Sin Blick auf sein Bild mit de» klugen, gut« mütige« Augen spricht außerdem dafür, daß der Mensch nicht hinter dem Führer zurücksteht: Stabeler. dessen eigentlicher Name übrigen» Johann Niederwieser ist, ist eine Seele von einem biederen, zuverlässig»» Menschen, der um seine Touristen «och mehr besorgt ist wie um stch selbst. Di» Route, welche wir einzuschlagen hatte«, ist auf dem Bilde nur zum Teil sichtbar. Sie führt z». nächst zu dem Einschnitt zwischen dem Stabeler» und dem Wi»kl«e>I»rm. Tan« geht e» aus der dem Winkler-Inrm zugewendeten Seite bi» etwa z« dem recht» herantragenden Vorsprung i« die HShe. Hier wird die un» zugewen« dete Waud betreten und bi» zum Gipsel erklettert. — Doch nnn zu der Besteigung ! Fröhlich nahmen wir Abschied von u»seren bisherige» Begleiter», welche c» sich im übrigen nicht nehmen ließen, nn» von »nten her mit Feld-siechern nnd photagraphischen Apparaten zu beobachten. An dem Einschnitt zwischen dem Stabeler- und Winkler-Turme angelangt, entledigten wir un» unserer Rucksäcke und Si»beil«, da» Seil wurde angelegt und die schwere» ge> nagelten Bergstiefel mit den Sletterichuhen vertauscht. Welche Lust! Die leicht geflochtenen Bastsohle« schienen ganz von selbst an den F«ls»«'zu haften und ei« Aulgleit»« zur Unmöglichkeit zu machen. Mit einem fröhlichen Juchzer begann Stabiler die Kletterei. Ta die Spalte zwischen den Bergen hier s»hr ichmal ist, so handelte e» stch zunächst um «in Emporstemmen an beiden Seiten. Dann aber erweitert ste stch mehr und mehr, und die Wege auf di« beiden Gipfel teilen sich. Hier hatte ich Halt zu machen, und Stabeler stieg allein in die Höhe. $» war wunderbar, welche weschicklichkeit e« dabei entwickelte, um so wunderbarer, al» ihm der Daumen der rechten Hand fehlt. „Den hob' i hakt amol wegg'schossen," erzählte er. Al» dann endlich sein Rus herab-tönte, er habe feste« Fuß gefaßt, kam die Reih« an mich. CE» war eine immerhin recht aufregende Thätigkeit, da ich mich fest «»«schlösse» hatte, da» Seil nur all einen moralische» Halt zu benutze». Schließlich langte ich s» wieder bei dem Führer an. welcher fest an die Wand gepreßt aus einem schmalen Vor-sprnng Stand gefaßt und da» Seil so gut wie möglich verankert hatte. Diese» Verfahren wiederholte stch mehrere Maie, und oft hatte ich in einer keine»weg> bequemen Stellung zu warten, di» der Ruf. zu folge», vo» oben ertünt«. Aber Hallo, wo war der Man» hingekommen? tkr war nirgend« zu erblicken, nnd in die Betrachtung de» gegenüberliegenden Winkler-Turme» versunken, hatt« ich versäumt, mir di« Griffe nnd Tritte zu merken, an welchen er emporgekletteit war. — .Ja. wo stnd Sie denn hinausgeflogen?' — .kommen Sie nur/ tönte e» von oben herunter. Also vorwärt»! Krampfhaft zog ich mich in die Hdhe, mit Handen und Füßen an den kleinste« vorsprüngen und Rissen de» ««steine» Halt suchend, während von unten ei« laute» Hallo und Jubelrusen der Freund« heraustdnt«. Roch mehr aber verstiirkie sich dieser Jubel und fand «och lauter«« Wiederhall vor un», al» wir nach «lwa einstündiger Kletterei de» g>ipf«l erreichten. S» war ein stolze« «»fühl de« Siege«. Di« Aulstcht erhalt vor alle« bnrch di« beiden benachbart«« Türm«, dene« sich aul ber Nord-leite noch dr«I weitere zugesellen. «in ganz eigenartige« Gepräge. S« ist, al» sei man von riesenhafte« Schildwachen umgeben. Im übrigen schweift der Blick hi»r über die weiten Schuttkare und Trümmerfelder der Rosengart«»- Gruppe mit ihren phantastische» Felken, dort über die grüne Bozener ilben» mit Ihre» Wäldern uud Weinberge» hinweg nach de» schneebedeckte» Crtlei» und tetzthaler Alpe» am Horizont, Der Abstieg verlief ohne Zwischensall. Sr war immerbin noch aufregender al» der Anstieg, da e« jetzt meine Sache war, den Weg im einzelne« zu siyden. vielleicht interessiert e« nun noch meine Lesee. zum Schluß einige» über die Bekleidung bei solchen Touren zu erfahre». Tieselbe besteht am besten au» wollener Männ»rkl»id»»g mit «nickerbockei». Noriolk Jacket und Flanellhemd. Sin Rock au» demstlbe» Stoff wi« der Anzng vervollständigt da» liostüm für da» Thal, sür die Nacht ta den Hütten kann dieser auch ai» Schlasdeck» benützt werden. Sin dicker Gazeschleier und der reichliche Gebrauch von Lanolin dienen am wirksamste« zum Schutze de» «e-sich!« gegen Sonnenbrand. Sehr wichtig ist endlich da» Tragen eine« breite» Ledergürtels, um da» Sinschneide« de« Seile» zu verhüten. 9t. «Bunt>t. L Andentuug. 8r: .Mein Fränlei«. ich hab» SI« schon oft g»s«h««." — Sie: »Wo d»«n?" — Sr: ,Zn i»«I»«n Träumen.• — Sie: .Na, bann haben Zi« jed»»fall» anch Mama g«f«he», denn ich gehe ni« ohne st« au».* Xit Zierde des Zalous. Dame: .Ich möcht» m«in Heim schmücken, Herr Leutnant, welches Genre rate» Sie mir?' — Leutnant: .Werde Ihue» morgen mein Bild schicken, Gnädigst«!' Bescheidenheit. Der Adb« Barthelemy, versasser ber .Reisen b«» junge» «nacharsi«.' konnte nie dahin gebracht werden, sich ei«»« U^geu« zu b»d!«n«n, obgleich seine Sinkünste e« ihm gestatte! Hütten. Seine Bescheidenheit hielt ihn jedoch davon ab. .Ich würde einen Wage» kaufe«," sagte er, .wenn ich nicht sürchtete. ««lehrten z» Fuß zu begegnen, bi» mehr verdtenst« haben al» ich" Lbstba«. verpflanzte Bäume find bei trockener Witterung zu begießen. Besondere» Augenmerk muß jetzt auf die Vertilgung der Raupen und sonstigen Insekten gerichtet werden. Unter Veredlung»stellen hervorsprossende Triebe stnd zu entfernen. Da» veredeln ist fortzusetzen. Frisch aufgegangene Aepfel-und Birnbäume werde» »erstugert. Ameisen ans Spalierbittmr«, selbst we»» ste sich In Masse» anstedel», schade» dem Wachttum jener ebensowenig wi» b«n Blüt»» nnd Früchten. Die Ameise« folg»« nur b«« Blattläusen, di» al» Sztratt »in» klebrig« Substanz absondern, welche unter dem Name» .Honigtau" bekannt ist und an den Blättern hastet, bi» st» »bitrock»»t oder durch Rege« abgewasche» wird. Pro-festor M. Bü»g»n hat endgültig nachgewiesen, daß der Houigta», wie früher a»genommen wurde, nicht vegetabilischen Ursprünge» Ist, sonder» durch Blatt» läule erzeugt wird. Der Honigtau bringt de» Pflanzen »icht den geringsten Schaden, im Gegenteil noch Nutzen tnsofern, al« er bi» Ameisen anlockt, bi» mit mächtigen Beißkiefern aulgerüstet, die Ansiedelung anderer, den Blüten schädlicher Insekten verhindern, »m die L»cker«i ungeteilt für sich In Anspruch zu nehme«. Die Blattlan» gilt al» Milchkuh der Ameis». Röff»lspr«»g. ber >« ttt' len men kann ge. lt» t« «le- N»tz wei- zwei bi« unb bie blu» ««• richt dch. R n«. »• HSN Bit» weit» de« bie tz» »eh- ben wer Ich» blu- lotit» niing nicht Zwei ent» an- sch««- wi« S«» der e» «lau- ba» helf» de- wer bif für me«- Welt men ter »t» nicht de- kann wie »«ich- blll- blu- ste Ist gla«» schwes- tzen brach he» ser bi« w wer men hei- »« den re Arithmogriph. « t t t. Sin« »iittin. J 4 i c. ifl» Schmucksteln-2 u ii 7 j. Rurott in Sübleantrelch. 7 3 4«. «in Mich. «»«?». Bleibt in der Schweiz. )»»))(, Württemberg. »eibeort » 3 4 7. Sin !8n«m. 9 1x292. ItorBameitr. Staat. » 7 5 7 ». Vera der ferner Kl