1.01 Izvirni znanstveni članek UDK 82-992(497.4)"1630/1631" Prejeto: 10. 8. 2009 Eine winterliche Reise von Innsbruck über Kärnten nach Triest und Wien (1630/31) -Die Beschreibung des Brautzugs der Prinzessin Maria Anna von Spanien durch Jakob Hannibal II. von Hohenems MANFRED TSCHAIKNER Vorarlberger Landesarchiv, Kirchstraße 28, A-6900 Bregenz e-pošta: manfred. tschaikner@vorarlberg. at izvleček ZIMSKO POTOVANJE IZ INNSBRUCKA V TRST IN NA DUNAJ PREKO KOROŠKE (1630/31) -OPIS POROČNEGA SPREVODA PRINCESE MARIJE ANE ŠPANSKE NA PODLAGI ZAPISA JAKOBA HANIBALA II PL. HOHENEMS A Kulturnozgodovinsko zanimiv potopis vorarlberškega plemiča v spremstvu tirolskega deželnega kneza nadvojvode vo \> J J o J J o \> o \> J Leopolda V. obravnava tudi prečkanje današnjega slovenskega teritorija. Temu poglavju avtor posveča se posebej veliko J J J J O O J J O J J J J pozornosti. Opisuje probleme j poplavo v Planini, svečan sprejem kranjskih stanov na Vrhniki, zabavno vožnjo j čolnom na Ljubljanici, bivanje v Ljubljani in nevarno vožnjo Čez zasneženi Ljubelj. Kf j J h-j BLStlDtl : poročilo, plemstvo, potovanje, poročni sprevod, Koroška, Trst, Innsbruck, Dunaj abstract A WINTRYJOURNEYFROM INNSBRUCK VIA CA'RINTHIA TO TRIESTE AND 'VIENNA (1630/31)- THE DESCRIPTION OF THE BRIDAL TRIP OF THE PRINCESS MARIA ANNA OF SPAIN BY JAKOB HANNIBAL II. OF HOHENEMS Culturally and historically interesting travel report written by the Vorarlbergian aristocrat in the entourage of the -v7 -v7 O J -v7 O O J Tyro lian ruler archduke Leopold V deals also with the crossing of the today's Slovenian territory. The author places spe dal emphasis on this segment of the report He describes problems with flood water in Planina, the solemn reception of the Carniolan estates in Vrhnika, an amusing boat trip on the Ljubljanica river, the residence in Ljubljana and the dangerous o J J J J J o crossing of the snow-co vered Ljubelj. KEY IVORDS: reports, travels, weddingprocessions, Carinthia, Trieste, Innsbruck, Vienna Ehler der ausführlichsten frühneuzeitlichen Reiseberichte, über die das Vorarlberger Landesarchiv verfügt, stammt aus der Feder des Grafen Jakob Hannibal II. von Holienems. Er beschreibt darin eine Reise, die ihn von Anfang Dezember 1630 bis Ende Februar 1631 im Gefolge Erzherzog Leopolds V. von Innsbruck über Kärnten nach Triest und von dort nach Wien geführt hat.1 Der Tiroler Landesfürst hätte ursprünglich die Aufgabe übernehmen sollen, die spanische Prinzessin Maria Anna, die im April 1629 in Form eines »Desponsoriums« mit dem Kaisersolin Ferdinand III. verheiratet worden war und deshalb im Bericht stets als »Königin von Ungarn« bezeichnet wurde, von Trient nach Wien zu geleiten. Die damals iti Norditahen grassierenden Seuchen führten aber dazu, dass der Brautzug unter dem Herzog von Alba einen Umweg über Neapel nahm, so dass Leopold V. die Prinzessin in Triest in Empfang nehmen und von dort an den liabsburgischen I lof bringen musste.2 Uber diese Ereignisse veröffentlichten Anton Gindely 1884 und Josef Hirn 1903 Berichte, die sich auf die »Annales Ferdinandei« von Franz Christoph von Klievenliüller, der seit Anfang 1631 Obersthofmeister Maria Annas war, und auf Unterlagen im Osterreichischen Staatsarchiv stützten.3 Im Jahr 1963 wurde der Reisebericht Jakob Hannibals II. von Holienems iti der Biogralie seines Vaters, Graf Kaspars von Holienems, erstmals pubhziert. Deren Autor, Ludwig Welti, para-phrasierte den Originaltext weitgehend, zitierte einige Passagen daraus wörthcli und ergänzte ihn durch Angaben aus den »Annales Ferdinandei« sowie aus der regionalhistorischen Literatur.4 Im Folgenden werden die Darlegungen Jakob Hannibals als wertvolle kulturgescliiclithche Quelle vollinhaltlich und, so weit dies möglich ist, buchstabengetreu wiedergegeben. Der besseren Lesbarkeit halber sind dabei spätere Ergänzungen und Korrekturen nur dort gekennzeichnet, wo sie inhaltlich relevant erschienen. Die Anmerkungen Yorarlberger Landesarchiv, Reichsgrafschaft llohenems 36,23. Widorn: Die spanischen Gemahlinnen, S. 63-81; Mecenseffy: Habsburger im 17. Jahrhundert. Die Besieh/Ingen der Höfe von Wien und Madrid während des Dreißigjährigen Krieges, S. 38—44; Weiss: Der Innsbrucker Hof unter Leopold V. und Claudia de' Medici (1619-1632), S. 326-338. I lim: Wiener Zeitung v. 8. 3. 1903, S. 3-6, u. 15. 3. 1903, S. 3-6. Welti: Graf Kaspar von Hohenems 1573-1640, S. 297-307. lACOIWS H ANN 1 KAL COM KS INACIA EMI». CAUuAR A, ET VaWZ , A wis smia ti annoić!7- f CTÄfe ' • ifef »hh&'W-. ' .P .t - -2 i.'Ž k k Wildnis Greif Jakob I lannibals II. von I Johenems ans dem Jahr 1617 (l'orarlber«er Landesarchiv, '2/13) Lolosammlung führen die heutigen Namens formen der erwähnten Orthclikeiten an und erklären ungebräuchliche Be griffe sowie Abkürzungen. Auch eine regionale Gliederung des Textes durch entsprechende Überschriften wurde vorgenommen. Die Reise führte vom 4. bis 12. Dezember durch Tirol, bis 7. Januar durch Kärnten und bis 23. Januar durch Friaul. Bis zum 2. Februar hielt man sich iti der Stadt Triest auf, wo das Geleit der spanischen Prinzessin übernommen wurde. Vom 2. bis 11. Februar durchquerte der Brautzug heute slowenisches Gebiet. Die Strecke vom Loiblpass bis Wien wurde schließlich bis zum 26. Februar zurückgelegt. Die beigefügte Grafik veranschaulicht, wie lange sich die Reisegesellschaft iti den verschiedenen Regionen aufhielt. 30 25 ■ 20 15 . 10 5 0 Anzahl der Tage in den einzelnen Regionen ~26~ 16 10 Trol Kamlen ] Prtaul Triesl Tresl-Ldbl LofotWen In Jakob Hannibals Bericht werden folgende Örthclikeiten angeführt: — Tirol: Brixen, Bruneck, Innichen, Innsbruck, Li-enz, Mühlbach, Rodenegg, Silhan, Steinach, Sterzing, — Ilohenburg, Klagenfurt, Landskron, Millstatt, Ossiacli, St. Veit an der Glan, Spital, Velden, Villach, Wernberg, Tands, — Loibl/Ljubelj, Neumarkd/Tržič, Oberlaibacli/ Vrhnika, Planina, — Kindberg, Knittelfeld, Leoben, Mürzzusclilag, Neumarkt, Unzmarkt, — Schottwien, Traiskirchen, Wien, Wiener Neustadt, — Gorica, Gradišča, Kanalburg/Kanal, Karfreit/ Kobarid, Lipizza/Lipica, Sežana, Tolmein/Tol-min, Triest/Trieste, — nezia. Ober die Angaben zu den einzelnen Stationen der Reise hinaus enthält der Bericht folgende thematische Schwerpunkte: — re und weitere Umgebung, — Umgebung, — — nina, — Bootsfahrt von Oberlaibacli nach Laibach und Aufenthalt dort,5 — Braut in Mürzzusclilag.6 Im Reisebericht wurden also nicht alle Regionen inhaltlich gleich ausführlich bedacht. Im Gegensatz zu den acht Tagen in Tirol fand der 26-tägige Aufenthalt Erzherzog Leopolds und seiner Begleitmannschaft in Kärnten, dessen Länge durch 5 Die von Welti als »bombastisch« bezeichnete Begrüßungsrede des städtischen Magistrats (ebenda, S. 304, Anm. 3) ist im vierten Band von Johann Weichard Yalvasors »lihre des 1 Iertzogthums Grain«, erschienen in i.aibach 1689, auf S. 592 abgedruckt. Valvasor verzeichnete die Durchreise der Königin als 1 Iauptereignis des Jahres 1631: ebenda, S. 591-593. 6 Bei Widom (wie Anm. 2), S. 78, und Welti (wie Anm. 4), S. 305, wird dieses 1 Ereignis auf den Semmering lokalisert; Hirn, 15. 3. 1903, S. 6, berichtet, dass es in Schottwien stattgefunden habe, lir erwähnt auch, dass die Braut den Bräutigam nach einem Bild erkannt habe. Die Freude der Braut soll zu einem guten Teil dadurch bedingt gewesen sein, dass ihr davor zugetragen worden war, ihr Bräutigam sei »häßlich und nicht normal veranlagt«: Widom (wie Anm. 2), S. 77-78. U ft i. ] f su 3» Jene Seite des Reiseberichts, auf welcher der t empfang durch die krainischen Stände samt Bootsfahrt von Oberlaibach nach Laibach und- Aufenthalt dort dargelegt wird (T orarlbetger Leindesarchiv, Reichsgrafschaft I Johenems 36,23) Verzögerungen bei der Anreise der spanischen Prinzessin bedingt war, einen leicht überdurchschnittlichen Niederschlag. Dessen Beschreibung umfasst etwa ein Drittel des Textes. Jeweils ungefähr ein Fünftel der Aufzeichnungen entfällt auf die Reise von Kärnten nach Ttiest einschließlich der dort erfolgten Übernahme der Braut, auf die Durchquerung der Krain und auf den Rest der Strecke vom Loiblpass bis Wien. Während vor allem die Ausfuhrungen über Friaul, aber auch jene über Triest im Vergleich zur Aufenthaltsdauer knapp ausfielen, widmete der Autor der Krain relativ am meisten Aufmerksamkeit. Weitaus geringer — und vor allem in Anbetracht der größeren Distanz viel oberflächlicher — fiel die Berichterstattung über die Reise vom Loiblpass nach Wien aus. Den Abstecher nach Maria Saal7 zum Beispiel erwähnt Jakob Hannibal nicht. Bezüglich der I loclizeitsfeierhchkeiten in Wien verweist er auf einen geplanten Bericht in Druckform aus anderer Feder, der in der Osterreichischen Nationalbibliothek vorhegt.8 7 1 Iirn (wie Anm. 3), 15. 3. 1903, S. 6. 8 Weiss (wie Anm. 2), S. 334, Anm. 501: Signatur 726.371-B. Jakob Hannibal II. von Hohenems wurde am 20. März 1595 als ältester Sohn Graf Kaspars (1573—1640) geboren. Unter diesem erlebte das reichsgräfliche Haus, das neben der Grafschaft Hohenems und dem Reichshof Lustenau auch über die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg — also über das Gebiet des heutigen Liechtenstein — sowie ein Territorium in Norditahen verfügte, seinen Höhepunkt. Zum Zeitpunkt der Abfassung des Reiseberichts war Jakob Hannibal Vogt der habsburgischen Herrschaft Feldkirch, erzfürsthcher Geheimer Rat, Obriststallmeister und Kämmerer.9 Für Ludwig Weld bildete die Teilnahme am Brautzug die »denkbar schlechteste Schule, Jakob Hannibal seine Verschwendungssucht abzugewöhnen«.1" Aufgrund der hohen Verschuldung setzte denn auch, nachdem er 1640 seinen Vater beerbt hatte, ein rapider Niedergang des Hauses Hohenems ein.11 Jakob Hannibal II. verstarb nach etwas mehr als fünf Jahren Alleinregierung am 10. April 1646 unter Zurücklassung zweier noch unmündiger Söhne.12 Der Autor erwähnt sich selbst im Reisebericht selten. Auch steht er nur einmal einen Bezug zu seiner Heimat, dem Vorarlberger Rheintal, her, indem er festhält, dass der Weg von Görz nach Duino noch viel schlimmer als jener »bei uns« durch die »Klause« sei. Damit war zweifellos jene bei St. Arbogast gemeint. Diese wurde gerade damals durch eine neu errichtete so genannte »Soldaten-« oder »Kriegsstraße« im Talboden umgangen beziehungsweise umfahren.13 Laut Welti berichtete Jakob Hannibal »seinem Vater laufend über die Erlebnisse und Beobachtungen während dieser merkwürdigen Reise«.14 Tatsächlich schrieb der Sohn am 20. Dezember aus Villach, am 12. Januar aus Görz und am 7. Februar aus Laibach. Aus dem ersten Antwortbrief des Vaters erfährt man nur, dass Jakob Hannibal seit langem unter einem Katarr htt. Von den anderen Umständen der Reise ist nicht die Rede. Den Brief aus Görz beantwortete Kaspar mit der Feststellung, er habe darauß sehr gern vernohmmen, wie es 9 Vorarlberger I .andesarchiv, Reichsgrafschaft Hohenems 36,21+22. 10 Welti (wie Anm. 4), S. 307. 11 Welti: Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau, S. 117-118 u. Stammtafel; detailliertere Angaben zu Jakob llannibals Biografie finden sich in Welti (wie Anm. 4), passim; Burmeister: Die Grafen von Hohenems, S. 68-71. 12 Welti (wie Anm. 11), S. 118. 13 Tschaikner: Die Vorarlberger Verkehrswege, S. 294. 14 Welti (wie Anm. 4), S. 298. mit der miß unnd andern bißhero ergangen. Der allmechtige J J o o o gebe mad, daß alles zum besten abgehe, unnd höre gern, daß o O J \> O O J ihr alda %ue Gör\ so guet friielingwelter angetroffen, wie dann, da ihrgehn Tries t khommen werden, ihr den sommer gar gemessen werden. Der Brief aus Laibach kam am 21. Februar in Hohenems an. In der Antwort Kaspars heißt es, dass er besonders gern dein gesundtheit wie auch, wie es mit der königl, raiß von Tries t biß dahin abgangen, vernohmmen, welhes mir dan ein sondere ervözlichkeit gewesst.15 o \> o Nach Abschluss des Unternehmens verfasste Jakob Hannibal einen Gesamtbericht darüber, der in Form eines vielfach überarbeiteten Manuskripts vorhegt, das zwanzig Foho-Seiten (21 x 33 Zentimeter) auf sechs Bögen umfasst. Der Großteil des Textes entstand wohl schon 1631, denn in einem Nachtrag am Rand ist chronologisch zutreffend festgehalten, dass der Krieg um Gradiška »vor 14 Jahren« stattfand. Der Bericht wurde allerdings noch 1639 insofern ergänzt, als eine Randnotiz den Tod des Grafen Georg von Salamanca-Ortenburg »vor vier Wochen« vermerkte. Zu welchem bestimmten Zweck die Reisebeschreibung angefertigt und später aktualisiert wurde, ist unbekannt. Erzherzogische raiß von Innsprugg in Friaul und von dannen mit der Königin in Ungarn biß nach Wien. [In Tirol] Den 4 decembris ao 1630 seindt ir fr. dht.16 von Insprugg sambt thails dero hofstatt umb 12 uhr mittags verraist und selbigen abent zu Stainach angelangt, so 3 meil wegs. Andern tags den 5ten dito auf den abend [...] zu Störzingen17 ahnkhummen. Den 6ten zu Mülbach gleich underm schloss Rodnegg.18 Den 7. zu Brauneggen,19 also ir dht. von ihr fr. gd.2" von Brixen empfangen und ganz costfrey gehalten worden. Sontags, den 8ten dito seindt sy zu Innichen ubernacht gelegen. Montags, den 9ten zu Sillian das mittagmahl eingenommen und zu nachts zu Lienz ankhom- 15 Vorarlberger J .andesarchiv, I lohenemser Archiv 37,6. 16 fürstliche Durchlaucht 17 Sterzing 18 Rodenegg 19 Bruneck 2" fürstliche Gnaden men, alda sy 2 tag still ligen pliben. Bis hiehero von Insprugg aus seindt 22 meil. Aldorten haben sy ain stundt wegs von Lienz, hoch in ainem berg, am mitwoch hernach ain gambsjagen gehallten, in welchem 7 gambs be-khommen worden, ir dht. haben selbsten 3 davon geschossen. [Erster Aufenthalt in Kärnten] Den 12ten seindt ir dht. von dannen wider-umben verraist und auf Greiffenburg zogen, dorten ubernacht gebhben. Ist ain schloss und zimmlicher markht flekhen. Hat noch vor wenig jähren den herren graffen von Ottenburg zuegehört. Sy habens aber schulden halber ainem andern, so sich Brem nennt, einantworten miessen. Ist ain feine herrschafft darzue gehörig und stathche schnabelwaidt aldorten, wie dann ain khlainer s aal vor ir dht. zimmer voller hasel-, schnee- und stainhüener, auch haasen ain grosse anzahl, aldorten gehangen, so von dem kay. comissario erkhaufft und alles nacher Villach versandt worden. Den 13ten seindt ir dht. auff Spital auf die nacht geraist, ain wohnung und residenz herrn graffen Jerg von Ottenburg. Seindt iren vor disem gar vil brüeder gewest, aber alle biß ahn ine nach und nach [Nachtrag am Rand: wie dann der letster erst vor 4 wochen] gestorben. Hat auch khaine kinder, ist schon ethch jähr verheuratet, hat ain zimmhch wol erbawten palast, wirdt aber sehr ubel gehalten und conserviert, in dem übrigen auch schlechthch in ainem und andern mobiliert und zuegerichtet. Dorten haben ir dht. s ovil nachticht empfangen, das es mit eylung dero rais hinein nit nötig und die kinigin von Neapoli noch nit aufgebrochen. Dero-wegen sy sich entschlossen, dero obr.21 silber cammrern, Jacob Kurzen von Turn, zu iro kay. may.22 ab zu fertigen, umb ordinanz zu erholen, ob sy stantibus rebus weiter hinein sollen oder wessen sy sich zuverhalten. [Nachtrag am Rand: Und weilen der graff Kevenhiller, so kay. ambassador bey der kinigin, iro may. so wol auch irer dht. proponiert, dass weilen der Duca d'Alba, so gar khainen lust, die kinigin über mehr herüber in den venedigischen galleren zufüren, so werde kain ander oder besser mid sein, als dass ir dht. gar auf Ancona zue-kommen und sy dorten empfangen und herüber füern sollen, so ir dht. aber aus vilen bewegglichen Ursachen und bedenkhen nach darüber gehaltnen 21 obrist 22 kaiserliche Majestät rath ime herrn Kevenhillern rundt abgeschlagen. Desswegen ime auch ain aignen curier von dorten aus zuegeschikht. Auch iro mt.23 durch bemelten Kurzen biten lassen, solches iro nit zuezemueten. Haben iro auch die Ursachen und bilhche bedenkhen weitleuffig zuerkhenen geben.] Haben deroselben auch geschtiben, das sy sich bis auf ferneren dero bevelch zu Villach tratenierenf!] und aufhalten wollten. Dero hoffstat haben sy dero-wegen auf bemeltes Villach sambstag den 14ten abents hin geschikht. Iro dht. aber sein mit etlichen wenigen cavalheri zu den herrn pp.24 Jesuwitten nacher Mils tat, eben selbigen nach mittags veraist, so ain meil wegs von Spital und auch umb sovil abwegs. Dises ist ain khlainer markhtflekhen, negst ainem zimmhch grossen fischreichen see gelegen, und gehört ain grosse herrschafft und jurisdiction darzue. Dises alles haben die iezt regierende kay. m., als sy gleich regierender erzherzog diser landen worden, vor 30 jähren bemelten patribus societatis einantwurten und ubergeben lassen. Dises ort hat vor ethch 100 jähren ainem orden, so sich St. Jergen orden genennt, zuegehört. Hat seinen sondern hochmaistern gehabt, so fr.25 dti und nammen gefuert. Hernacher ist solches zu ainer abbtey und minchen closter gemacht worden, bis letsthchen sy durch ihr ubel hausen und unverantwortliches leben darumben khummen und disen patribus eingeben worden, denen es gar wol bekhumbt, dan sy gewiß in die 35.000 fl. davon einkhummen haben. Ist ain grosse und weite, aber zimmhch rauche und gebürgige herrschafft, miessen gleichwol 3 andere collegia auß disem einkhommen erhalten und alimentiert werden, alß des zu Grez 26 Ciagenfurth und Judenburg. Aldorten zu Mils tat haben sy nuhr 4 patres und 2 brüeder, alle guete haushalter und die das gelt gar wol khennen. Amm sontag seindt ir dht. dorten still gelegen. Montags [Nachtrag am Rand: den 16.] aber auf den abent auf Villach verraist, aldorthen sy von dem magistrat und der burgerschafft in der wöhr 27 auch mit schiessen und anderem gebürlichem empfangen worden. Dise stat mit etwas umbligenden territorio gehört hern bischoff von Bamberg zue, so noch ain andere herrschafft, ethch meil von hier gelegen, aldorten er ainen aignen regierenden viztumb hat. 23 Majestät 24 patres 25 fürstliche 26 Graz 27 bewaffnet Ihr dht. haben die allhier verbhbne tag mit zimm-licher langweil zuegebracht, indeme diß ain sehr melancolische und unlustige statt, in ainem zimm-hch weiten thai gelegen. Den 18. dito seindt ir dht. spazieren außgeritten, aber gar baldt wider umbgekhert, dan es sehr khalt wahre. Volgenden donnerstag, den 19. haben ir dht. ain haasen jagen gehalten, dabey sy 8 hasen gefangen, ain halbe stundt von der statt. Freitag hernach gegen abent hat es ahnfangen allgemach zuschneyben und folgenden sambstag bis in die nacht continuiert, also das ain knie deff schnee geworffen worden. Amm montag den 23ten seindt ihr dht. zu Schlitten (da es sehr guete baan gehabt) auf das negst gelegne schloss Landtscron gefahren, herrn Hans Kevenhillern zuegehörig. Ist ain schönes wohl erbawtes berghaus, zimmlich gros, hat ainen sehr bequemben fahrweeg darzue, ob es wol zimmlich hoch und auf einem harten felsen ligt. Dahero ain schönes aussehen und sonderhchen gegen der statt herein, von welcher es ain guete stundt ligt. Dises schloss sambt darzue gehöriger herrschafft ist fail und zuverkhauffen, dan sich besagter herr Hans Kevenhiller wegen der religion ins reich retiriert.28 Er und andere von seinem geschlecht haben schon ahnsehenliche gelegenhaiten und herrschafften in Kärndten und Steir der religion halben verkhauffen und wekhgeben miessen, weilen sy sich nit zu unserm glauben bekhennen wollen. Derowegen sy für iro persohnen ganz äussern landt wekh gezogen. Von herrn Paul Kevenhillern hat herr Kinigl, freyherr zu Ernburg etc., ain feine nuzhche herrschafft umb 145.000 fl. erkhaufft. Hat ain schloss oder wohnung dabey, aber nit von grosser im-portanz. Ahn dem h. weyhnechttag hat der prelat von Arlsperg,29 so Benedictiner ordens und 2 meil von Villach wohnt, das ambt in pondficah wie auch den abent zuvohr die vesper gesungen. [Nachtrag am Rand: Disen tag ist irer dht. obr. silber cammrer von ir kay. may. widerumben zu rukh gelangt, welche dan begert, dass ihr dht. ain als den andern weeg fort nacher Görz ziehen sohe, aber mit Versicherung, dass iro dht. niemals von demselben zuegemuetet werde, daß sy über mehr ziehen sollen, wie sy dan solches auch durch aignen curier naher Napoli accisiert.] Ahn st. steffanstag hernacher seindt ir dht. mit thails cavalheri und weniger hoffstat nach mittag auf zuvohr beschehne einladung deß herrn prelaten nacher Ossiach gefahren, so auch Benedictiner ordens und ain zimmlich reiches kloster. Der hat ihr dht. und menigkhhchen sehr wohl tractiert und gehallten. Ligt auch 2 meil wegs von Villach ahn ainem sehr lustigen und fischreichen see. Diser prelat ist auß Schwaben gebürtig, ain wakherer herr, so zu Salzburg bey den Benedictiner aldorten gestudiert. Andern tags nach mittag seindt ir dht. widerumben auf Villach zuegezogen. Amm sambstag hernach seindt sy nachmittags auf ain schloß hinauß gefahrn, so Wernberg haist und anderhalb stundt von Villach ligt. Gehört iezt dem graffen von Wagenburg zue, so director deß gehaimben raths zue Grez ist. Vor disem aber hat es auch dem herrn Kevenhillern zuegehört. Hat ain besondere herrschafft und jurisdiction darzue. Ist ain fein wol erbawtes schloß und hat zimmlich schöne lust- und vil baumgärten und ethch klaine teich oder weyer dabey. Dises schloß und herrschafft sambt aller zuegehör wirdt vom bemelten graffen ainem von adel, so darauf wohnt, umb ain jerhchen bstandt, als 6.000 fl. verlassen. Diser bstandtmann oder von adel hat ir dht. ain vischenz gehallten gleich underm schloß ain klaine 4d stundt davon in dem wasser, die Trah3,J genandt. Die visch, so lauter nasen und ethch wenig eschen gewesen, seindt underm eiß mit ainem garn gefangen worden. Montags, den 30. xbris seindt ir fr. dht. mit all bey sich habenden cavalheri [Nachtrag am Rand: alle zu Schlitten] nacher Klagenfurt geraist, so auf 8 stundt wegs von Villach ligt. Undterwegs haben ir dht. das mittagmahl zu Velden eingenommen, so ain schönes zimmlich wol erbawtes hauß, auch herrn Hansen Kevenhillern zuegehörig, so eben-messig zuverkhauffen. Ligt anfangs und hart amm Clagenfurter see, so biß auf ain vird stundt zu der statt sich hinzue erstreckht, übersieht solchen schier ganz, mueß somerzeit ain sehr lustig ort sein. Ist mit gärten und feinen brunnwerkh wohl versehen, wie es dann under anderen ainen brunnen, so 18 starkhe rohr treibt. Zu disem schloss hat es auch sein sonderbare herschafft und zuegehorige jurisdiction. Von ende dißes sees hat es ain virtlstundt biß in die stat hinein, ainen weiten canal, dardurch man mit klainen und großen geladnen schiffen (ausser winterlicher zeit, dan er alßdan zuegefrüert) fahren kann, also das man von obbemeltem schloß durch den see und disen canal biß in die statt zu schiff 28 zurückgezogen 29 irrtümlich statt: Amoldstein 30 Drau/Drava khummen kann. Ain halbe stundt vor diser statt Ciagenfurt hat ain ehrsambe landtschafft iro dht. mit ohngevahr 25 schütten und ainer compagnia gültpferdt31 mit trummeten32 und hörpaukhen33 empfangen und hat der burggraff, so ain herr von Schretenbach, die red gethan. Alß man nahendt zur statt gelangt, ist die burgerschafft mit gueter Ordnung in der wehr gestanden und die stukh auf den wählen34 loss geschossen worden, wie dan, so baldt ir dht. imm zimmer gewest, reiter und fueßvolkh ebenmesslig, jede partey absonderlichen, 3 mahl auffm plaz salve35 geschossen. Dise statt gehört der landtschafft oder landtstenden in Kärnten aigenthumblichen zue, wie sy dan ir dht., weilen sy dorten gewest, kostfrey und in allem uberauß statlich gehallten. Hat in diser stat schöne heuser, ist auch zimmlich wol fortificiert,36 mit stukhen37 wol versehen, darinen ain ahnsehenliches wol erbawtes Jesuwitter collegium, welches vor jähren die lutri-schen für ir seminarium und schulen mit irem grossen Unkosten aufferbawt, in welchen auch ire predicanten mit iren weibern und kindern gewohnt. Taugt iezt gar wohl für die herrn patres. Es ist auch noch nit vil jähr, das in diser stat die catolischen ganz khain exercitium religionis gehabt. Jezt aber, godob, totum contrarium, bey bemelten patribus societatis haben ir dht. amm newen jahrstag das mittagmal eingenommen, zu welchem sy die für-nembste cavalheri deß landts auch einladen lassen. Den andern januarii früe seindt ir dht. von dannen aufs mittagmahl wider nach Velden und auf den abent nacher Villach verraist, biß zum mittagmahl haben die maiste cavalheri deß landt iro dht. underthenigist das gelaidt geben. Dieweilen nuhn ir dht. gewisse avisi38 be-khommen, daß die kinigin entlichen zu Neapoliß aufgebrochen seye, alß haben sy sich zur raiß nacher Görz gnedigist entschlossen und zu dem ende sambstag, den 4. j an. dero und der herrn pagagi39 und leibtrabanten vorahn geschikht. Sy aber seindt mit der halben hoffstat montags ahn der h. 3 kinig tag nach eingenommner mittag malzeit von Villach verraist und auf die nacht zu Terviß4" anglangt. Die 31 Landesaufgebot zu Roß auf Grund des geschätzten Gülterträgnisses 32 Trompeten 1 leerpauken 34 Wällen 35 Begrüßung 36 befestigt 37 Kanonen 38 Nachrichten 39 Gepäck 4" Tarvis/Trbiž übrige halbe hoffstat ist den tag hernach gevolgt, dan dise abthailung wegen enge der quartiern und wenigen underkhommens beschehen miessen. Ist 4 meil von Villach. In disem Terviß fangt man ahn mehrer thails italienisch zu reden. Ist auch solcher flekhen in dem letst gewesten friaulischen krieg durch die Venediger (so biß dahin ainen straiff fürgenommen) schier gar abgebrent worden. Ligt in ainem rauhen wilden thai. Hat aber guete heiser [Nachtrag am Rand: und zimmlich reiche leut]. [In Friaul] Andern und volgenden tags, den 7. j an. seindt iro dht. auf den abent zu Fhtsch ahnkhommen. Ehe man dahin khombt, mueß man über ain hochen und gar rauchen berg raisen, so aber diser zeit wegen vile deß schnees und beschehner außschauflung nit sonders bös gewest. Gleich ain halbe stundt, ehe man in dises dorff Fhtsch khumbt, ligt fast zu endt deß angedeuten bergs auf der höche ain feste und starkhe Clausen mit ainem zimmlich, aber doch alt erbawten hauß, daraussen diser pass [Nachtrag am Rand: mit wenigem volk] gar wol und leichthchen zu defendieren. Den 8ten sein iro dht. mittags auf Charfreit41 so ain verwüest und verbrendt dorff, und zu nachts auf Tolmino42 gezogen, welches ainem freyherrn von Tornberg zuegehörig. Hat negst darbey auf ainem berg ain fein schloss, daraussen man wakher feyr geben. Von dannen ist man volgenden tags zu nachts auf Canal43 geraist und den lOten hernach auf den abent zu Görz ankhommen. Ain stundt wegs von solchem Görz seindt ir fr. dht. die cavalheri und von adel diser graffschafft sammentlich entgegen khommen und solche ohngevahr mit 80 pferdt [Nachtrag am Rand: und ainem fahnen zu fueß] empfangen. Amm einziehen zu Görz hat man ab dem schloß mit stukhen starkh geschossen. Amm sontag hernach sein iro dht. auf das schloß spazieren geritten, wahre ain sehr schöner warmer tag. Dises schloß ligt zimmlich hoch gleich ob der statt. Ist mit großen und khlainen stukhen, auch feinen, aber allten wählen der genüege nach versehen. Hat ain treffenlich sehr schönes aussehen, dan vornen hero dem mehr zue auf 5 und 6 meil weegs ain lautere schöne ebne neben etlich khlainen büheln oder Colinen [Nachtrag am Rand: welche doch sovil verhindern, das man das mehr nit sehen khann]. 41 Karfreit/Kobarid 42 Tolmein/Tolmin 43 Kanalburg/Kanal Folgenden erehtag44 sein iro dht. auf den abent nacher Gradišća geraist, so 2 stundt von Görz, und aldorten über nacht gebliben. Andern morgens vor mittag haben selbige die vestung und alles, was in gewesten friauhschen krieg aldorten mit be-schiessung ainen und andern fürüber gangen, besichtigt. Hernacher auf die nacht widerumben auf Görz gezogen. Dises Gradišća hat ainen sehr lustigen und vesten situm 45 so wol der müehe wert, das mans noch besser befestigen sollte, doch ist solche also beschaffen, das die Venediger [Nachtrag am Rand: vor 14 jähren] mit fast ganzer irer macht vil wochen darvor gelegen und über die 12.000 schuss mit grossen stukhen [Nachtrag am Rand: aus 3 batterien] hinein gethan und es doch nit ein-nemmen kinden. Ist hierumben so wol zu Görz als Gradišča ain sehr schöne von wein und traidt fruchtpare landtsart. Weilen ir dht. [Nachtrag am Rand: in be-meltem Görz] still gelegen und sich aufgehalten, sein sy fast teghchen ins feldt geritten und gehezt, dan es sehr guete und schöne gelegenhait dazue, wie es auch so schön und warm wetter gewest, alß wie bey unß imm april oder anfangs deß may sein khann. Ahn disen beden orten wohnt ahn jedem absonderlichen ain haubtman, welcher ain cavalhero vom landt und in ihr kay. m. nammen das gubernament über schloß, statt und dazue gehörig landt hat. Es wohnt auch zu Görz ain starkher adel, wie auch vil auf absonderhchen schlossern und orten negst dabey herumben. Ist auch ain zimmhche statt, mit gueten heusern erbawt, hat aber khaine ringgmauren, sonder lauter Weinreben darumben. Ain bixenschuss von diser statt laufft ain zimmhch grosses wasser, der Lisonzo46 genannt, fürüber. Ist ain schön, dar und fischreiches wasser. Mitwochs, den 22. januari sein iro dht. von Görz verraist und selbigen abent zu Duin47 angelangt, so ain fein erbawtes schloß sambt ainem markht flekhen. Ligt auf ainem harten felsen zimlich hoch amm gestad deß mehrs, gehört herrn graff Philips von Turn. Zwischen disem Duin und Görz hat es ain sehr stainigen und schlimmen weeg, so gewiß ohne alle gleichnuß vil erger und böser als der weeg bey uns durch die Claus48 ist. Continuiert also 4 stundt ahn ain ander. Hat hierumben nit hoche, aber sehr rauche und stainige berg. 44 Dienstag « Lage 46 Isonzo/Soča 47 Duino 48 wohl Klause bei Götzis in Vorarlberg [In Triest] Andern morgens, den 23. zwischen 8 und 9 uhr ist der haubtman oder gubernator zu Triest mit 14 gedekhten und andern schiffen in bemeltem Duin mit gueter Ordnung eingefahren. Auf welche ir dht. sambt dero bei sich habender hoffstatt nachmittags sich imbarchiert49 und nacher Triest gefahren und aldorten ohngevahr umb 4 uhr glikhlichen angelangt. [Nachtrag am Rand: Die pferdt und übrige diener sein zu landt fort geschikht worden.] Iro dht. sein von der vöstung, auch der statt mit schiessung aus grossen stukhen gar herrlich und stathchen empfangen worden. Imm absteigen seindt außm schiff sein[!] irer dht. durch den gubernator die schhssel der statt präsentiert und ubergeben worden. Hernach von dem magistrat, so in grosser ahnzahl auf ainer darzue gemachten und mit roten tuech überzognen bruggen durch ain oratorium5" empfangen worden. 4 stundt haben wir zufahren gehabt. Das mehr ist sehr still, auch gar guet wetter gewest. Dise statt Triest ligt ahn dem meer und ahn ainem berg, also das solche ganz uneben und bergig. Hat auch gar khlaine und enge gesslin. Zu obrist der stat ligt das schloß, so zimmhch [durchgestrichen: wol] erbawt und befestigt. Ist auch mit stukhen der genüege nach versehen. Wirdt durch den haubtman oder gubernatoren, so in ir, der kay. may., nammen aldorten bewohnt. Auch mit ainer stetigen guar-nison besezt. Montags, den 27 j an. seindt ir may. die kinigin auß Ungern imm porto51 alda zu Triest umb 5 uhren zu abent glükhlichen und wohl mit 21 [Nachtrag am Rand: wol gebuzten und außgestaffierten] venedischen gallern52 angelangt. Ehender die kinigin gar ahn das gestad khummen, hat mann vom schloß und der statt allerorten wakher feür geben. So baldt iro may. ahngefahren, seindt iro dht. zu dero in die gaheren hinein gangen und selbige aldorten empfangen. Alß die kinigin von der gallern abgestanden, ist solche durch den magistrat der stat empfangen und under ainem new gemachten balda-chino in die kirchen beglaitet und das Te Deum laudamus gesungen worden. [Nachtrag am Rand: In solchem absteigen haben die gaheren alle ire stukh loss gebrent, deren jede 6 stukh ob auf gehabt. Ist ain sehr schöne salva gewest.] Die kinigin hat man in ainem sessel getragen. Ir dht. und der herzog von Alba sein gleich vor iro geritten, die cavalheri aber 49 eingeschifft 5'-' wohl Oration: Rede 51 Hafen 52 Galehren sammentlich sein zu fueß gangen. So bald man ins losament53 und zimmer khommen, [Nachtrag am Rand: so ins bischofs hof gewest,] hat der Duca d'Alba die kinigin [Nachtrag im Text nach acht Seiten: irer dht. ubergeben und intreguiert54 vermög kay. und spanischen bevelchs, wie er herzog dan sich hernach umb irer may. Sachen nichts weiters angenommen oder underfangen. Folgenden tags hat man mit disbarchierung55 der kön.56 güeter und pagagien57 gnuegsamb zu thun gehabt. Am freitag sein der kinigin ire übrige güeter, senfften, maulesel und pferdt in 3 grossen vasellen58 angelangt. Ist auch selbigen tags der general über die galleren mit den übrigen wekh gezogen. Hat aber für den herzog von Alba und den königlichen spannischen hoffstat 6 hinderlassen. Diser general hat den tag zuvohr iro dht. in dero losament mit allen haubdeuten und officieren visitiert und bey selbiger audienz gehabt, welche alle gar stathch und wol aufgebuzt gewest. Die galleren nachern auch alle und sonderhche die jenige, darauf die kinigin gefahren, aufs stathchist außgerüst und mit rot und weissen fahnen bestekht. Auch die schiavi59 und ruederer mit gleichmessiger livrea6" bekhlaidet, die zimmer, darinnen ir may. gewest, mit geldt stukh gehenkht [Nachtrag am Rand: und hierinnen von der herschafft Venedig gewiß ainicher61 costen gespart worden], Ir kay. may. haben jeder galleren 1.000 fl., auch jedem capitan absonderhch ain guldin kettin verehren lassen.] [Von Triest zum Loibl-Pass] Auf den h. liechtmess tag, den 2. febr. ist der königl. und erzherzogische auffbruch von Triest be-stimbt worden und auch würkhhchen ervolgt. Dan iro may. und fr. dht. umb i uhr ohngevahr nach-mitag aldorten verraist und die nacht spat mit windthechtern zu Scheneseß62 angelangt, ain markhtflekhen, herrn graffen von Portia zue-gehörig. Alßbald die kinigin verraist gewest, ist der herzog von Alva mit den jenigen cavalheri, edl-khnaben und übriger hoffstat, so der könig in Spania irer may. zum aufwarten und beglaiten biß 53 Unterkunft 54 Ränke geschmiedet 55 Ausschiffung 56 königlichen 57 Gepäcke 58 Vaselle: Schiffart 59 Sklaven 6'J Dienstkleidung 61 im Sinn von: kein f'2 Sežana zur uberantwurtung mit geschikht, in denen zu disem ende vorangedeuten galleren aufgesessen und seinen weeg fortgefahren. Zwischen Triest und Scheneseß hat es ain lauter rauches, stainiges, aber nit hoches gebürg, so aufm Carsch63 genennt wirdt, auf welchem iro kay. m. fast ir bestes pferdt gstüet64 haben. Ir dht. haben iro solches amm fürüber reiten fürtreiben lassen, so auf die 120 stukh lauter stueten, darunder ethch schön. Die andere kinden under den mitlmessigen gezelt werden. Es gibt aldorten und in derselben gegne herumben (dan auch andere privat cavalheri ahn-sehenhche gestüet haben) lauter guete khürnigef'5 und hartpaisse66 pferdt ab. Sy haben aber alda auch alß wie anderstwo allerorten ain zeit hero sehr abgenommen. Den 3. ist man durch abermahligen bösen und sehr stainigen weeg auf Planina zu nachts zue-khummen, so ain schlechtes dorff und lauter gemaine bauren heuser darinnen, dem fürsten von Eggenberg gehörig. Bey disem dorff hat es ainen nit grossen bach, dardurch man zu andern Zeiten alzeit reiten khann. Oberhalb dises wassers hat es ain zimmhch wol erbawtes schloß, darinnen ihr may. und fr. dht. losieren67 haben sollen. Allweilen aber gemelter bach wegen vorher gewester continu-ierenden regen tag und bösen wetters dergestalt angeloffen, das niemandt alß in khlainen schiffen uberkhommen kinden, dan das ganze thai voller wasser wahre — zu deme ist die nacht auch eingefallen —, also das iro dht. die kinigin noch auch sich selbsten bey sollcher nechtlicher weyl in khain gefahr sezen wollen, haben sich derhalben entschlossen, in disem obigen schlechten dorff ubernacht zuverbleiben, wie dan ir dht. alsbaldt selbsten das furier ambt verrichtet und in etlichen bauren heuser herumben geloffen und das beste (so doch gar schlecht wahr) für die kinigin außgesuecht, welche dann, bis solches fürüber und die zimmer mit den mit gefüerten tapezereyen68 umbhenkht, derweilen in dero senfften verbhben. Ir may. haben gleichwol ir bet gehabt, das uberige frawenzimmer aber haben maist tails in stuben und scheyren69 aufm fürgestreiten Strohe verheb [!] nemmen mies sen. 63 Karst/Kras 64 Lipizza/Lipica 65 kömige 66 widerstandsfähige 67 wohnen Teppiche besonders als Wandumhänge Scheunen Volgenden 4 febr. hat man vor tags anfangen, die güeter, wägen und officieren, auch mit khommne khlaine gütschlin7" und senfften nach ainander ubers wasser zu füeren, darbey gar grosse müehe und arbait gewest, dan jeder mit dem seinigen der erste sein wollen, so aber nit gestattet, sondern das jenige waß auf die nacht amm notturfftigisten gewest, zuvohr befördert worden. Die Spanier haben sich aldorten dermassen so unnüz und importun71 gemacht, in deme sy alzeit vor andren notturfftigen Sachen hinüber begert und mit gewalt in die schiff tringen wollen, das etliche darüber wol und rain geschmirt72 worden. Ich bin vor tags bey diser uberfart gewest und auch dabey gebhben, bis ich nachmitag umb i uhr mit ir may. und der fr. dht. sambt dem adenlichen frawen-zimmer (dan dass übrige schon zuvohr hinüber wahr) ubergefahren. Selbigen abent sein wir auf Oberlabach,73 gleichwol schon nachts, angelangt. Gehört ebenfals dem försten von Eggenberg zue. Ist ain feiner wol erbawter markht flekhen, ligt ahn ainem schiffreichen wasser, die Labach74 genant, auf welches ir may. und dht. den 5. hernach mittags umb 12 uhren in ain mit fleiß darzue gerichts schönes schiff aufgesessen und selbigen abent bis nacher Labach75 ahn die statt gefahren [Nachtrag am Rand: und allda zwischen 5 und 6 uhren abents angelangt]. Ehe man aber zu Oberlabach abgefahren, haben die stendt des herzogtumbs Crain durch ainen ahnsehenlichen ausschuss (so gleich zuvohr mit 5 gedekhten schiffen, trummetern und hörbbauken aufm wasser herauf khommen) iro may. auf dero schiff empfangen. Auf disem wasser ist es sehr lustig und ohne alle gefahr hinunder zu fahren, dan es sehr still rinnen und laufen thuet, weil alles eben und schön landt hinunder. Als man nahendt zue Labach khommen, hat man vom schloss (so aufm berg ligt) und auß der stat starkh geschossen, vor welcher man abgestigen, iro may. zu senfften, iro dht. und cavalheri aber zu pferdt gesessen. Aldorten haben 3 wol gebuzte76 compagnien crainische pferdt gehalten und hernach vor hero hinein geritten. Amm thor hat der magistrat der statt iro may. durch ain oration emp- 7" Kutschen 71 ungelegen 72 geschlagen 73 Oberlaibach/Vrhnika 74 1 .aibach/I .j ublj anica 75 1 .aibach/Lj ublj ana 76 gut ausgestattete fangen, selbige auch under ainem himmel77 hinein beglaitet. Dises ist ain schöne, lustige, wol erbawte statt, so schöne, zierliche gassen und zimmlich groß. In diser nacht hat es angefangen zu schneiben und volgenden ganzen tag und nacht continuiert, also das es aines knie tieffen schnee geworffen, da doch zuvohr ganz khainer gewest. Derhalben wir äussern sommer widerumben in ainen ganz khalten winter khommen, so die Spanische eben selzamb empfanden, dan sy ahn stat irer taffeten78 rökhen und suptilen79 mäntlin heber guete bolz8" gehabt heten, so doch ausser öthch wenigen nit zu be-khommen gewest. Den 6. febr. haben die landstendt alle mit raisende cavalleri auf irem landthaus zu mittag zu gast gehabt. Darbey dan stathch ahnsehenlich und zum thail firsthch tractiert worden. Die herrn Jesuviter haben in diser stat ain zimmlich wol erbawtes collegium und dabey ain sehr schöne kirchen. Amm freitag, den 7. haben sy irer may. und fr. dht. ain comedi gehallten. Sontags, den 9ten ist man widerumben sam-menthchen nach gehörtem gotsdienst und einge-nommner mittag malzeit von Labach verraist und auf die nacht gehn Krainburg81 ankhommen, so ain feines sauberes stetlin [Nachtrag am Rand: der kay. may. gehörig]. Folgenden tags ist man nachmittag oder aufn abent gehn Neumärkhtl82 gezogen. Darbey ain schlössl, darinnen die kinigin losiert gehabt, ainem herrn Paradeiser zuegehörig. Den Ilten ist man in aller früe von dorten aufgebrochen und ain halb stundt von disem ort den hochen und sehr kalten berg, den Luibl83 genant, in nammen gotes ahngetretten. Diser berg ist sehr weit bekhannt und sonderlichen darumben, weilen er der lävinen oder löwinen halber sehr gefarhch. Und weilen es kurz zuvohr so starkh geschneibt und derowegen vil schnee darauf gelegen und ohne gefahr mit sovilem volkh und getöß nit wol darüber zukhommen gewest wehre, hat man die 2 vorgehende tag etliche meerser84 hinauf geföert und solche zu underschidhchen malen los gebrennt, welche durch ir getöß verursacht, daß die lövinen alßbald abgangen. Die weg mit ethch 100 mann strakhs widerumben außgeschauflet und dermassen 77 Baldachin 78 seidenähnlich 79 feinen 8" Pelze 81 Kranj 82 Neumarktl/Tržič 83 Loibl/Ljubelj 84 Mörser guet gemacht worden, das got lob alles glükhlichen und wol darüber khommen. [Vom Loibl-Pass nach Wien] Gleich underm berg dissseitsß], beym Hammer genant, alda etlich wenigs heuser, hat man zu mitag gessen und volgents auf die nacht auf ain schloss gezogen, so Holenburg haist, ainem herrn von Dietrichstain zuegehörig, so der religion halber auch aussm landt verraist. Ist ain schön, wol erbawtes hauß. Nachgehenden 12. febr. nach eingenommner malzeit seindt die fr. dht. erzherzogin Claudia etc., mein gdigste85 fraw, von Klagenfurth herauß, so nuhr 2 stundt davon, auf dises schloss [Nachtrag am Rand: mit dero bei sich habenden frawen zimmer und cavalheri] angelangt und die kinigin alda empfangen. Iro dht. mein gdigster herr sein dero auf ain guete halbe stundt nuhr mit 3 renn- und schellen schliten entgegen gefahren und sy auß irer dht. senfften herauß und zu sich in dero schütten genommen und biß auf das schloss gefüert. Hernach nach volenten ceremonien und khurzen discursen ist man samentlichen ab disem schloss veraist und zu Klagenfurt umb 4 uhr angelangt. Alda ihro may. durch ain schöne salva von groben stukhen [Nachtrag am Rand: auch von 3 compagnien gültpfert und der burgerschaft in der wöhr] stathch empfangen worden. Die landtstendt haben die kostfreyhaltung, weilen wir aldorten gewest, ganz über sich genommen, wie sy dan in allem ahnn-sehenlich tractiert haben. Den 14. nachmittags ist man von Klagenfurt verraist und abents zu St. Veit angelangt, ain feines, zimmlich wol erbawtes stetlin, alda die kay. may. ihr kärnerisch münz Weesen haben. Volgenden tags abents sein wir auf Friesach verraist, ain markhtflekhen, herrn erzbischoffen von Salzburg zuegehörig. Den 16. ist man auf die nacht gehn Neumarkht khummen, ain khlaines stetlin, iro may. gehörig. Nachgehenden tags sein wir aufn mittag gehn Hundtsmarkht86 und zu nachts auf Judenburg gezogen, ain fein erbawte statt, alda iro dht. erzherzog Leopold sambt dero herrn br.,87 herrn Maximilian Ernesto [Nachtrag am Rand: selligstes gedechtniß], ins fünfte jähr vor disem den studiis abgewartet. Iro may. haben in diser stat ain grosse weite bürg, darinnen die kinigin und ir dht. sambt allen frawen- 85 gnädigste 86 Unzmarkt 87 Bruder zimmer [Nachtrag am Rand: auch etlichen cavalheri] losiert gewest. Es hat umb dise stat feine, lustige jagen von roten wildtprät. Es laufft auch hart dabey hin das wasser, die Muehr88 genant, so hernach auf Luiben89 und Brugg laufft. Den 18. ist man auf die nacht gehn Knitelfeldt geraist, ain klaines stetlin. Den 19. auf Luiben, ain zimmlich feine stat. Den 20. hernach auf Brugg. Alda fangt die Muehr ahn schiffreich zu werden. Dise letstere vorgehende 3 tag und nacht ist ain solche grimmige keltin gewest, als disen ganzen winter niemals empfunden worden. In disem Brugg aber hat solche anfangen nachzulassen, wie dan hernach stundthchen der weeg ie lenger ie mer aufgebrochen und auß guetem böser weeg worden. Es haben sich aldorten auch die landtstendt des herzogtumbs Steyr in gueter anzahl sehen lassen und iro may. gebürlichen empfangen. Haben auch baide malzeiten, als man dorten verhüben, die cavalheri alle in ainem sonderbaren hierzue erkhisten haus, dan sy ir landthauß zu Grez haben, zu gast gehabt und in allem ansehenlichen und herrhchen tractiert. Freitags nach mittag ist man widerumben von dannen verraist und abents zu Kinberg9" an-khommen. Sambstags abents auf Merzueschlag,91 volgenden sontag, den 23., umb 10 uhr [Nachtrag am Rand: mittags] seindt ir may. der kinig in Ungern mit 27 fürnemben cavalheri gleichsamb alß auf der post alda angelangt, und dises hat sollen zum tail unbekhanter sein, dan man der kinigin nit gesagt, daß der kinig khumme, sonder allain dessen obr. hofmaister, herr graff von Tunn[!], der khumme in nammen seines herren iro may. zu besuechen und zu begriessen. Als nuhn der obr. hofmaister mit vorernenten herrn gleich in der kinigin hauß abgestanden und zu Castellen hinauf gangen und in beywesen irer dht. erzherzogs und der erzherzogin sein oration und begriessung verricht, hat er volgents begert, daß die mit ime angelangte cavalheri irer may. möchten den rokh khüssen. Auf dessen bewilligung dann ainer nach dem andern hin zue gangen und solches mit gebür und reverenz verrichtet. Ist gar under den letsten der kinig auch hin zue tretten und solches ohne underschaid als wie die andere verrichtet. Als er aber gethan, als wan er widerumben wekh gehn wolte, ist er gebliben und fernere ceremonien anfangen zu machen und sich zu erkhennen geben. Alß dan ist ain gemaines ge- 88 Mur/Mura 89 1 .eoben 9,) Kindberg 91 Mürzzuschlag lechter und freud under frawen zimmer und menikhlichen entstanden. Edich haben observiert, daß amm hinzue gehen deß kinigs die kinigin sich etwaß entsezt und rot worden [Nachtrag am Rand: gleichsamb, alß wan das geblüet iro anmanung gebe]. Nach diesem hat der kinig seinen h 92 bruedern, erzherzog Leopoldt Wilhelmben, bischofen zu Strassburg und Passau, so auch mit khommen, der kinigin bekhant gemacht und sy griessen haissen. Auf welches sy ain guete virtel stundt mitnander geredt, ir may. wekh gangen und mit fr. dht. mein gdigsten herrn und frawen in irem losament zu mittag gessen. Nach welchem man widerumben zu der kinigin gefahren, und nach aufhaltung ainer gueten vird stundt hat der kinig sein abschid genommen und widerumben [Nachtrag am Rand: wol contente93] fort geritten. Auf welches wir auch alßbaldt verraist und auf den abent zu Schotwien angelangt. Ehe man aber auf dises Schotwien khumbt, mueß man über ainen berg, so gleich wol nit sehr hoch, aber diser zeit gar bös zu raisen gewest, dan das wetter gebrochen und eid schnee und wasser darauf wahre. Den 24. sein wir abendts zu Newstat94 angelangt. Ain stundt darnach sein ir may. die kaiserin mit 20 gutschen auch aldorthin khommen, welcher die kinigin bis zur gutschen hinunder entgegen gangen, und haben ain ander ganz freundthchen ge-griest, mitnander so wol baide dht. dht.95 zue nachts gessen. Zu morgens gar frü ist die kaiserin widerumben verraist und wir ain par stund hernach auch. Haben zu Tereskirchen96 zu mittag gessen, auf den abent aber zu Ebersdorfß7 angelangt. Fast auch ain stund nach solchem sein ir may. der kaiser mit über die 60 gutschen aldahin khommen, die kinigin empfangen und gegriest, ain guete halbe stundt mitnander geredt und noch eid nachts widerumben nacher Wien gefahren. Dises Ebersdorff ist ain fein erbawtes hauß, irer may. gehörig, aldahin selbige fast jerhchen umb die hirschbrunfft zeit auf etlihe wochen khommen und sich selbiger zu hebend aufhallten, dan es in derselbigen gegent sehr vil rotwildtprät hat. Aldahin auch die hirschen gar auß Ungern herauf zu brunfftzeiten iren zuelauf haben. Ligt nur 2 khlaine meil von Wien. Den 26ten hernach ist die Ordnung geben worden, das man mittags umb 12 uhr gewiß aldorten zu 92 1lerrn 93 zufrieden 94 Wiener Neustadt 95 Mehrzahl von »Durchlaucht« % Traiskirchen 97 Kaiserebersdorf Ebersdorff wekh ziehen sohe, damit der einritt desto früer und mit bester Ordnung angestelt werden möge. Weilen aber dass spanische frawen-zimmer niemals zu rechter zeit auf der ganzen rais aussm bett hat gebracht werden mögen, wie dan solches offt vilmals verursacht, das wir 2 und auch 3 stundt in die nacht hinein haben raisen miessen, alß hat man auch dissmals erst nach 2 uhren zu Ebersdorff auf sein kinden. Und ist die kinigin so wol auch ir dht. und all dero cavallieri zu gutschen dorten wekh auf St. Marx gefahren. Dorten die kinigin von may. dem kinig empfangen und in ain schön darzue aufgerichten zelten eingefüert worden. Aldorten hat man gewartet und zuegesehen, wie so wol die ungerische alß all andere compagnien fürüber marschiert. Hernach ist die kinigin in irem schönen, mit goldt durch und durch gestikhten breitwagen98 sambt der erzherzogin, meiner gdigsten frawen, gesessen und also hinein in Wien gefahren. Vor der gutschen hero ist der kinig und vor dene baide erzherzog Leopoldt geritten. [Hochzeitsfeierlichkeiten und Abschied von Wien] Wie und waß gestallt nuhn diser kinighche [Nachtrag am Rand: einritt sambt nachvolgenden ahnsehenlichen herrhchen festiven und schönen ritterspilen] in ainem und anderen abgangen, auch waß sich ferner dabey verloffen, will ich meines thails mich nit understehen, dergleichen zu beschreiben oder hier vil davon zumeiden, sondern will solches alles den jenigen, die es mit grossem fleiß in trukh werden geben haben, uberlassen. Aus welchem man den ganzen vollkhomnen verlauff weideuffig wirdt alberait vernemmen oder noch zu vernemmen haben. Ihro fr. dht. mein gdigster herr sein den 3ten tag nach dero ankhunfft auf Wien ahn ainem starkhen, verstökhten und sehr bösen cattarr dergestallt erkhrankht, das sy vil tag nit auß dero zimmer khommen. Sambstags, den 6. märzen haben ir dht. thails Cammerherrn, truchsässen alle sambt dero musica und ethch anderer burschen vorahn nacher Inns-prugg den negsten auf Salzburg zue geschikht, über die 200 persohnen, welche dan in 11 tagen allhero gelangt. Nach deme sich nuhn hochbesagte fr. dht. widerumben irer krankheit halber etwaß erholt gehabt, haben sy von der kay. may. iren gehorsamisten abschied genommen und darauf mittwochs, den 26. 98 Brautwagen obvermelten monats vormittag umb 7 uhr sambt dero erzfr. fraw gemahlin und dero voriger hofstatt in nammen gotes von Wien verraist, baide kay. wie auch beede kön. may.ten may.ten sambt den zwooho erzherzogin haben irer dht.en dht.en das gelaidt herab in den hoff bis zur senfften gegeben. Der kaiser und kinig aber sein mit ir dht. fast ain stundt weegs hinauß geritten, hernach in ainem weiten feldt abgestanden und von ain ander iren sammentlichen abschid genommen. Yiri Vorarlberger Landesarchiv, Reichsgrafschaft Hohenems 36,21—23; 37, 6. 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Opisuje probleme s poplavo v Planini, svečan sprejem kranjskih stanov na Vrhniki, zabavno vožnjo s čolnom na Ljubljanici, bivanje v Ljubljani in nevarno vožnjo čez zasneženi Ljubelj. Jakob Hannibal opiše okohco Beljaka ter postanek v Gorici in okoliških krajih, nato pa poda podrobnejši opis sprejema španske neveste v Trstu. Glavni dogodek na poti na poročno slovesnost, ki naj bi se odvijala na Dunaju, je bilo skrivno srečanje cesarjevega sina Ferdinanda in njegove bodoče neveste na Štajerskem. Še vedno pa ni jasno, s kakšnim namenom je bilo poročilo napisano.