Nummer 21. Pettau, den 23. Mai 1897. VIII. Jahrgang. MtaucrZcituii" gehal't habe erscheint jeden Sonntag. chäft Heute auf haben, insetzten, dass i sollen. Es Prei» für Pettau mir Zustellung ins Hau«! «ierleljährig fl. t.A>, halbjährig fl. 2.40, ganzjährig fl. 4.W), mit Postsendung im Inland-: «ierteljährig fl. 1.4o'"e" ki» West 2.80, ganzjährig fl. 5.60. — Sinzelne «ummern 10 h. neu Zweifel, Schriftleiter: J»sef AelSner, «Serheili,en,asse 14. — Verwaltung und «erlag: W. Alante, Buchhandlung, Hau»tplatz »ir. V. Haiidschrisle» werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längstens bis Freitag jeder Woche eingesandt werden. Taktik. Wien, am 16. Mai. Es gibt keinen halb» wcgS deutschgesinnte» Mann in Österreich, der bereit gewesen wäre, sich gegenüber die Badenischen Sprachenvcrordniingen mit einem Proteste zu be> gnügen und sich dann schließlich in dieselben zu sitzen. Die Sprachenverordnungen müssen weg. das stand fest; aber nicht so fest stand von allem Anfange die Art des Vorgehens gegen dieselben. Man konnte die Abschaffung derselbe» verlangen und für deu Fall der Aufrechterhaltung mit den äußersten Mitteln drohen oder man konnte den casus belli schon als gegeben erachten und diese äußersten Mittel sofort anwenden. Das Volk hat mit nicht hoch genug anzuschlagender Opferwillig-kcit und überraschender, kaum erwarteter Einmüthig-feit für die sofortige Eröffnung d«S Kampfes ent-schieden und die deutlichste Äußerung diefer Stimmung war die Minister-Anklage. Das Volk wußte die Ablehnung der Minister-Anklage im voraus, aber eS begrüßte dieselbe als die thatsächliche Er-öffnung des KriegSzustaudeS, als einen Schritt, nach dem es ein Zurückweichen nicht mehr geben kaun. Die Minifter-Anklage hatte allerdings den Übelstand, in manchen Kreisen übertriebene Er-Wartungen und Enttäuschungen hervorzurufen. Ma» erivartete vielfach eine momentane Wirkung, muss sich jetzt aber darauf gefaßt machen, zu warten. Das liegt jedoch im Wesen der eilige-schlageneu Obstructions-Taktik, denn zu ihr gehört Zeit. Das Liebestrankl. Als der Herr Zwickelbacher unlängst seine gewöhnliche Rundreise vom „blechernen Mond-schein" bis zur „goldenen Scholtergrube" und retour beendet hatte, zeigic seine Taschenuhr ein Viertel über Neun. Herr Zwickelbacher blieb bei dieser Entdeckung ganz erstaunt stehen und brummte betroffen: .TöS iS merkwürdig. So was is mir no nit passirt, seitdem ich verheirat und ein urdnungS-liebender Mensch word'n bin. Entweder hab ich zwei Viertel z' wenig trunk'ii, oder der Brater geht nix nutz. Denn ich hab mir dö Streck'» mit dö verschiedenen Aufenthalter genau aus-gerechnet und erprobt und allerweil hat S g'stimmt, warum sollt'S denn g'rad hennt nit stimmen? Karl, Karl, döS hat a Bedeutung. Hamgehn thu' ich nit, dös >S sicher. Denn wann ich vor der Zeit hamkumm. so glaubt mein' Alte sicher, es iS mir was passirt und redt' ma so lang zu, bis ich ein halbn Liter Hollcrthec im Mag» hab und ei» PrieSnitzumschlag am Kopf, denit erstens behaupt's allerweil, ich war viel zu vollblüatig und zweitens doktertS gern und da bin ich aller» mal dös VersuchSkarniN! Entweder an Hafen voll Hollerthee oder zwei Brausepulver, dös iS die gewöhnliche Dosis. Ra, na, Alle, heunt is nix mit Deiner Kur» pfuschnei! Dö Uhr geht richtig, seit ichs hab, ölso wirds wohl hent a richtig gehn. Bleibt nur der Fall, das« ich im Gedanken zwei Viertl i' wenig trunk'n hab und döS muß also nach- Die Obstruktion besteht darin, alle Mittel, namentlich die der Geschäftsordnung anzuwenden, um dir Regierung, auch wenn sie im Besitze der parlamentarischen Mehrheit sich befindet, so auf-zuhalten, dass sie gezwungen ist, nachzugeben. Die Arbeit des Parlamentes wird zum Stillstaude ge-bracht und da die Regierung aus selbe angewiesen ist, entsteht ein für den Staat unerträglicher Zu-stand. Solches Vorgehen ist gewiß nicht unbedenklich, wie es ja auch das Zustandekommen solcher Re-formen hindert, die gar nicht im Interesse der Regierung sondern ausschließlich im Interesse des Volkes gelegen sind. Aber im Kriegszustaude geht es nun einmal ohne Opfer nicht ab und lvenn man dieselbe» hätte vermeid«» wollen, so hätte man überhaupt mit dem Ktiegführen nicht an-sangen dürsen. — Da* muß also feststehen. Für große volkswirthschastliche Arbeiten ist während der Obstructior.Szcit kein Raum. Damit aber mög» lichst bald für dieselben Raum geschaffen ioerde. muß die Obstruktion eine folche seln, dass sie rasch zum Ziele führe. In umfangreichere Arbeiten, auch wenn sie noch so dringend wtren, darf man sich während der ObstructionSzeit gar nicht einlassen. Unpraktisch und ohne rechten Sinn aber wäre es. sich bei Nebensachen aus purer Prinzi-pienreiterei auf eine Obstruktion einzulassen, wenn sie nur der Bevölkerung und nicht zugleich der Regierung schadet. Es ist z. B. eine Nothstands-Vorlage zu erledige». Wird gegen dieselbe Obstruc-tion getrieben, so geschieht nnr dem Finanzminister ein Gefallen, den von Elementarereignissen Be. g'holt werd'n. Alsdann, 's erste Viertl beim Brenöiö und S' zweite beim Natzl. Nachher geht d' Uhr wieder recht!" Und da Herr Hwicklbacher ein Mann von rascher Überlegung ist, so war das noch fehlende erste Viertel bald getr»»ke» und er machte sich auf den Weg nach dem letzte» Viertel. Derweil würde cS zehn Uhr sei» und bis zehn Uhr hatte er permanente Erlaubnis. Den» das über die Zeit ausbleiben, hatte ihm feine Frau im Laufe der Jahre auf die zärtlichste Art von der Welt abgewöhnt. So oft ihr Eheherr spät »ach Hause kam. entdeckte sie am nächsten Tage eine Menge innerlicher Krankheiten an ihn, die sie mit probate» Hausmitteln kurierte. Sie war niemals um eine Diagnose verlegen, denn sie besaß ein altes Mediziubuch aus dem Jahre 172k, welches zwar kein Titelblatt, aber einen voll-ständigen Index oller der im Buche verzeichneten Krankheiten und der gegen dieselben anzuwendenden Heilmittel hatte. Als in Pettau ein Museum gegründet wurde, gab sich Herr Zwickelbacher viele Mühe, den LocalpatriotiSmuS seiner Frau auf die richtige Höhe zu schrauben und stellte ihr vor. wie schön eS eigentlich wäre, wenn sie ihr alteS Medizinbuch auf den Altar des Vaterlandes opfern und ihm einen Ehrenplatz im Museum anweisen würde. Da war aber aller Liebe Müh' umsonst und sie wußte wohl warum. — Herr Zwickelbacher wandelte au jenem Abende sachte gegen die Bahnhosgasse, um da« vergessene letzte Viertel vor Thorschluß noch »ach-zutragen, als plötzlich ein unvorhergesehenes troffenen aber ein einst zu rechtfertigender Schade». Wahrscheinlich wird die Regierung auch anläßlich des ungeheuren Schadens, deun das Unwetter dieser Tage über die österreichische Landwirthschaft gebracht hat, eine neue Nothstandsvorlage ein-bringen. Wenn in solchen AuSuahmSsälleu gleich» falls Obstruktion geübt werden würde, so wäre daS der Anfang vom Ende dcr ObstrnctionStaktik. Solche Vorlagen sind vielmehr mit thunlichster Be-schleunigung erledige», damit man umso rascher zu Gelegenheiten kommt, wo die Obstruktion der Regierung unangenehm wird. — Abg. Schönerer hat neulich eine» Antrag eingebracht, durch welchen die Regierung aufgefordert wird, den Landwirthen bis zu einer gewissen Anzahl von Wohnräumen die Befreiung von der HauSclafseustcuer zu ge-währe». Nehmen wir nun den allerdings unwahr-scheinlichen Fall, die Regierung brächte eine solche Vorlage ei», so können doch die Antragsteller nicht ihre eigene Forderung durch Obstruktion ver-eiteln Und solcher Fälle gibt es eine Reihe. Wenig geeignet zur Obstruktion sind auch erste Lesungen, da keine Abänderungsanträge gestellt werden können uud durch die Mittel der Geschäfts« ordnung höchstens einige Stunden Aufschub zu ge-winnen sind. Dadurch jedoch, dass man die Obstruktion dort nicht anwendet, «o man sie gar nicht an-wenden kann, wird sie durchaus nicht zu einer „bedingten- oder „fallweisen" und wie diese un-passende» Bezeichnungen alle heißen. Gerade da-durch, dass man sie nur dort anwendet, wo man sie mit Erfolg anwenden kann, zeigt sie sich als Hindernis eintrat, auf welches er nicht gefaßt war und an welches feine guten Vorsätze elendiglich Schiffbruch litte». Dieses Hindernis war. — Herr sühre u«S nicht in Versuchung, — eine Köchin auS seiner Nachbarschaft, die Herr Zwickelbacher trotz seiner soliden Grundsätze stets sehr, wirklich sehr appetit-(ich fand und auch niemals ein Hehl daraus machte. Frau Zwickelbacher war eine kluge Dame, die da genau wußte, dass man Kindern und Ehe-männern nie etwas direkte verbieten soll, auS dem einiachen Grunde, weil sie eS dann erst recht thu». Daher gab sie stets gerne zu. dass die Kathi wirklich ein sehr nelteS Frauenzimmer sei, be» dauerte aber stets zugleich, dass die Kathi ihr Herz bereits an einen jungen Mann verloren hätte, der vielleicht die redlichsten Absichten aber keine Aussicht zum Heiraten habe und unterließ eS nie. die Bemerkung einzuflechten, dass sie die Kathi schon lange in den Dienst genommen hätte, wenn sie dieses Verhältnis nicht hätte. Derlei sei immer recht bedenklich, denn am Ende ist kein Weib gegen Liebenswürdigkeiten unempfindlich, aber eS fei schon vorgekommen, dass ein liebcnS-würdiger Dienstherr Ipäter die Kosten nicht nnr für seine eigenen, sondern auch für fremde Liebenswürdigkeiten zu tragen hatte. Herr Zwickelbacher leckte sich dann zwar stets die Lippen, gab aber seufzend zu, dass seine Frau recht habe. Gewiß, Frau Zwickelbacher war eine kluge, sehr kluge Frau. Jetzt aber war sie leider nicht in der Nähe eine unbedingte, grundsätzliche, ernste, wilkungS-volle. Tiefe« Ernst in der Anwendung des äußersten parlamentarische« Mittels hat man vielfach der deutschen Volkspartei zu». Vorwürfe gemacht. Nicht nur in den geg»erijd>en. auch in den eige-neu Parteiblättern hat man der Partei deSlialb u «»gerechtfertigte Vorwürfe gemacht »nd fast ->S ob das Mißtranen, das die alte ei redlich verdient hat. auch dort eS vollkommen grundlos ist. DaS schon oft genug getäuscht worden .'ber selbst ein, um sich eine neue zu ersparen. Wir sind jedoch über-fchon die nächsten Tage geniigen zu zeigen, dass die deutsche Volk«-pekrtei nicht durch Erklärungen, die mißver« standen werden können, sondern durch die Thaten eine solche Politik des WiederstandeS bis zum Äußersten treibt, die verstanden werden muß, weil sie den Erfolg für sich haben wird. Wir haben dem nur wenige Worte hinzuzu-fügen. Als das deutsche Volk seinen Abgeordneten in der unzweideutigsten Weise nahelegte, die Spradzen-Verordnungen mit den schärfsten parlamentarischen Mitteln zu bekämpfen, da hat es feinen Abgeord-iieten eben eine Art Generalvollmacht ertheilt, weil es eben nicht Sache deS Volkes fein kann, feinen Käinpfern einen bis ins klcinste Detail ausgearbeiteten FeldzngSplan nach den berühmten Mustern des seligen Wiener HofkriegSrathes, mit auf die Reise zu geben. Dem Volke genügte eS zu jagen: «Kämpft bis aufs Messer! Wir tragen die Kosten und auch die Folgen deS Krieges! Basta!" — Die KampfeSaN jeweilig festzustellen, vb Angriffs- oder Vertheidignngstaktik zu üben sei, das in und kaiin niemals Sache des Volkes fein, weil es weder in der Lage ist, das täglich wechselnde Kainpffcld von der Ferne zn überblicke» und die Positionen des Gegners, so wie feine Bewegungen zu übersehen. Die Kanipfweise, die Feststellung der Taktik muß den einzelnen Verbände» der deutschen Ab-geordneten überlaste» bleiben, insoweit sie eben einzelne Heerhaufen derjenigen dentschen Parteien bilden, die zum Kampfe sich entschlossen haben. Die Einheit der Bewegungen, die Art des Kampfes. die gemeinsamen Angriffsobjeete festzustellen, ist Sache der Leitungen der zu gemeinsamem Kampfe entfchlofsenen Parteien. Wenn nun während des Kampfes allerlei und Herr Zwickelbacher hatte ihre früheren Be-rncrkiinge» wirklich total vergessen und Kathi lachte ihm einen fo freundlichen „Guten Abend gnä Herr!" zu, dass er es nicht überS Herz bracht?, nicht stehen zu bleiben und freundlich zu danken. „Schon z'HauS Katherl?" frug er launig, „das wird aber den Scharmanten kränken." — „Wem, Herr Zwickelbacher?" frug die saubere Köchin verwundert. „Meinen Schalmanten? Na, den möcht ich auch kennen, der mich möcht! Nit anfchau'n thut mich einer!" — Herrn Zwickelbacher wurde warm. „Nur nit aufjchneid'u Kathi I Was ich weiß, das weiß ich! Wer wär denn nachher der fesche Franz von dort vrunt?" er deutete bezeichnend gegen dieGrajena hinüber. Kathi that, als fähe sie die Bewegung nicht und entgegnete schnippisch: „Fesche Franzl'n gibt« überhaupt nicht und wenn auch, ich kann den Namen Franzl nit aussteht,! Ein Kar! oder ein Fritzl, wann sich so einer anfragen thät, wer weiß, ob ich „nein" sagen könnt!" Die hübsche Schlange sah genau, dass Herr Zwickelbacher bei dem Namen Karl sehr selbstgefällig lächelte. „Hm", meinte er langsam zurückgehend, »van« Ihnen ein Karl fo gut g'falln thut, nach-her brauchen'« nit lang zu suchen. Ich heiß ja auch Karl!" .So?" machte die hübsche Köchin ganz ver-wundert. „Sie heißen Karl, Herr Zwickelbacher? Natürlich, ich hätt' mir's ja denken können! Alle feschen Männer heißen Karl. Aber was nützt's mir denn, wann Sie eh fchon versorgt sind!" Anträge eingebracht werden, (siehe den oben citir-ten Antrag Schönerer,) welche den Kampf lahm-legen, oh>,e irgend einen anderen Erfolg mit solchen Anträgen zu erzielen, als dass der Kampf eben ruht. — wenn, wie der obige Artikel selbst sagt, der ganz unwahrscheinliche Fall eintrete, dass die Regierung dem Antrage Folge gibt »nd eine diesem Antrage entsprechende Vorlage einbrächte. — dann könnte diese eigene Forderung doch nicht durch Obstruktion bekämpft werden? — Gewiß nicht! Und deshalb eben sollen jetzt solche Anträge nicht eingebracht werden! AuS dem sehr einfachen Grunde nicht, weil es eben im Belieben der Regierung läge, durch die Einbringung einer bezüglichen Gesetzvorlage die Obstruktion jedesmal mundtodt zu machen, ohne irgend welchen Nutzen für da« Volk. Denn es liegt noch immer im Be-lieben der Regierung, derlei Vorlagen von der ihr gefügige« Majorität ablehnen, oder sie irgend einer Commission zur „eingehenden Prüfung" zu-weifen zu lassen. Dass solche Commissionen dann mit der Prüfung niemal« fertig werden, liegt im Belieben der RegierniigSiiiajorität. Wozu also derlei Anträge jetzt und gerade jetzt eingebracht werden, das ist's, was das Volk nicht begreifen mag und nicht begreifen will, weil solche Anträge bloS zn Spiegelfechtereien Anlaß geben, die gänzlich wertlos sind. Denn wenn die Regierung den Anträgen der sie bekämpfenden Parteien Fl'lge gibt und ent-sprechende GesetzeSvorlagen einbringt, die sie dann von der ihr ergebene» Majorität ad absurdum führen läßt, hat sie dann nicht das Recht zu sagen: „Die Regierung ist ja ohnehin bereit zu thun, was die Deutschen nur wünschen! Wenn diese Wünsche nicht realifirt werden, ist es nicht ihre Schuld, sondern die deS Hause«." Und da-mit hat sie den moralischen Erfolg für sich. Und solche Erfolge förmlich zu provoziere», ist eine Unkluqheit. ist ein taktischer Fehler. Das« Nothstandsvorlage» mit thunlichster Be-fchleunignng erledigt werden sollen, ist ja selbst-verständlich: diese haben aber mit dem Kampfe gegen die Sprachenverordnung gar nichts gemein und dabei ist es wahrscheinlich der Regierung ganz gleichgiltig ob sie rascher oder langsamer er» ledigt werden. Am liebsten sehr langsam, denn der Finanzminister behält niittlerweile fein Geld in der Tasche. Aber eS gibt neben solchen auch noch an-dere wirthschaftliche Vorlagen, deren rasche Er- Herr Zwickelbacher machte eine abwehrende Handbewkgiing, al« ob er sagen wollte „Schwamm drüber!" und gieng langsam gegen die Grajena zurück, gegen die OSwaldikirche hinaus und bog in die dunkle Bahnhofallee ein und Kathi fchien ganz einverstanden damit, denn sie gieng plaudernd neben ihn her. — „'s thut ein' wirklich wohl, wenn man ein bisl in« Freie kommt", meinte sie und duldete es stillschweigend, das« Herr Zwickel-bacher feinen Arm unter den ihren schob. — „Meine Herrenleut sein heut in der Kollos und da bin ich halt Freifrau. Aber, wann un« wer sieht und die gnä Frau erfahrt'«!" frug sie plötz-lich erschreckt und machte sich lo«. „Aber Tfchaperl! Wer sollt unS denn da sehn bei derer Finsternis? Nur keine Ängsten Kathi!".. „Ängsten?" lachte sie wegwerfend, „vor wem denn? Ich hab nit Angst um mich, sondern um Sie! Mich, wann mich eine a»gehen that, mit der würd' ich bald fertig!" meinte sie schneidig. „Aber Sie Herr Zwickelbacher. wann Sie nicht um zehn Uhr daheim sind, kriegen'« Jhnern Thee!" „Den krieg ich so anch!" sagte er mit dem Lachen de« Galgenhumors. „Ich wett, das« ich wieder ein Häferl voll Hollerthee trinken muß. »wegen einer möglichen Verkühlung Gar fo viel besorgt i«' mein' Alte um mein' Glund." „Na so häuge» Sie sich halt ein, Herr Zwickelbacher! Ich hab Gott sei Dank Hitz für zwei und gehn wir halt ein bisl schneller. Herrn Zwickelbacher war's zu Muthe, als ledigung die Regierung nicht nur wünscht, son-der» aus viele» Gründe» geradezu nothwendig braucht. Gegen derlei Vorlagen den Kampf einstellen, blos weil sie neben ihrer politischeu Bedeutung anch eine wirtschaftliche habe«, dagegen richten sich die Proteste d»r deutschen Wählerschaften, die klug genug sind, »in zu begreifen, dass die Regier» ,g eS vermeiden wird, fo lange eS geht, solche Vor-lagen einzubringen «nd solche Fragen auszuwerfen, bei welche» sie im voraus überzeugt ist, dass sie die Obstruktion heranSforden. Noch einmal, das deutsche Volk hat seinen Ver» treter» die Generalvollmacht ertheilt, den Kampf gegen die Sprachenverordnuiig mit allen parla-mcntarischen Mitteln uud de» schärfsten Waffe» zu führen; eS hat in der allerunzweideutigsten Weise erklärt, dass eS auch die Kriegskosten zu ieagen bereit sei. ES ist daher auch berechtigt zu fordern, das« gegen feinen ausdrücklichen Willen keine faule» Waffenstillstände geschlossen werden, weil von faulen Waffenstillständen zu faulem Frieden nur ein kleiner Schritt ist. Es kämpft um seine Existenz in Österreich und wird nie» mals Frieden machen, solange ihm diese nicht voll und ganz gesichert ist. Die Renovierung unserer Stadtpfarrkirche. Der leider zu früh verstorbene Propst von Pettau, Josef Heriiö, der neben vielen anderen guten Eigenschaften auch einen feine» Kunstsinn besaß, halte sich die Ausgabe gestellt, unsere alt-ehrwürdige Stadtpsarr- und Propstcikirche, eine der ältesten im Lande, denn sie dürfte Ende des 12. Jahrhunderts in ihrer jetzigen Gestalt erbaut worden sei» und zwar an Stelle der im Jahre 846 vom Salzburger Erzbifchof Luitpram geweihten, endlich würdig zu verschönern. So sehr hat dieser Wunsch den erst kürzlich Verstorbenen erfüllt, dass er alle seine Energie daran setzte, denselben zn verwirklichen und in kurzer Zeit so naml)aste Beiträge sammelte, daf« er an die Ausführung schreiten konnte. Sein feiner Kunstsinn drängte ihn dazu, die hohen Fei,steru des prächtigen gothijchen Baues im Presbylerium wieder in ihrer ursprünglichen Form herzustellen und zwar in Glasmalerei, die nicht blos der Würde des alten Gotteshauses besser entspricht, sondern auch die Entfernung der im Jahre 1816 ausgeführten Malerei zur Folge wenn er anstatt zwei Viertel zu wenig, drei zu viel getrunken hätte und er machte gar kein Hehl daraus. „So a Weiberl, wie Sö Fräul'n Kathi, dös wär fo mein Fall!" meinte er, ihren Arm pressend, der ihm ungemein mollig und warm vorkam. „Schad, dass dö bürgerlichen G'fetzer so dumm g'macht sein uud ka Rücksicht auf'« Herz nehmen. WaS? Hab ich nit Recht?" „Ich versteh von G'fetz nix!" lachte der Un-hold, „aber wannS ein« giebt, was etwa» d' Lieb verbiet'» thut, dbS wird eiusach übertret'»! Auf dö Art dürft ja gar keiner verliebt fein, der gstudirt hat! Und grad dö fein« am meisten! Und dö Herr» von, G'richt sein dö erste» dabei! Wie soll denn nachher unsereins so ein G'fetz einhaltn? DöS gibt's einfach nit!" „Ist auch ganz vernünftig," pflichtete Herr Zwickelbacher be, und da sie gerade bei«, Bah»-durchlaß waren, versuchte er ein wenig das Gesetz zu übertreten und meinte: „Ein Trinkgeld hätt' ich doch verdient für die Begleitung." Kathi lachte und begann in der Rocktasche zu suchen, die bei den modernen Damenröcken gewöhnlich in einer sehr entlegenen Gegend angebracht ist, so dass das Sud)eu gerade so lange dauerte, dais er ihr ganz bequem einen Kuß gebe» konnte, aber ans Vorsicht sofort ein paar Schritte seitwärts trat, worüber Kathi noch mehr lachte. „So war's »it g'ineint! Aber herauSgeb'n thu ich auch nichts! Jetzt aber muß ich z'HauS, gute Nacht." Sie wollte rasch davon, aber er bat noch um „ein Paar Wort" und diese sagte er sehr leise. „Bestimmt kann ich's „it sagen, aber wann haben mußte, die mitte» in die schönen reinsten Formen de»tscher Gothik römische Säulen» architektur hineingeklext hatte, störend für den Laien, augenbeleidigend für den Kenner. Wenn das Andenke» an den verstorbenen Propst nicht tiefer in de» Herzen seiner Pfarrkinder säße, als das an manchen seiner Vorgänger, da« Werk, welches er mit frischem Muthe begonnen »nd durch seine Energie gefördert hat, würde ihm dieses An-denken sichern, denn räch der Vollendung wird unser ehrwürdiges Gotteshaus nicht blos eines der älteste», so.idern auch eineS der schönsten sein. Dir einzelnen Theile der fünf Kirchenfenster, herrliche Glasmalerei auS dem bekannten Atelier der Firma Neuhauser. D.-. Iele & ?nip. sind bereits eingelangt und die mitgekommenen Mon-teure arbeiten bereits an der mosaikartigen Zu« sammensetzung der einzelnen Theile, von welchen bereits mehrere fertig sind, unter ander» daS Bild deS hl. Victorin. Bischofs von Pettau. Schon diese Theile gebe» einen Begriff von der präch« tigon Wirkung, welche daS Ganze auf de» Be. schauer übe» wird und von der Größe der Fenster, von welcher das in Lebensgröße gehaltene Bild des hl. Victorin nur eine» kleinen Theil einnimmt. Die Arbeit der Monteure ist hochinteressant. Das PreSbyterinm ist bereits gegen das Mittelschiff der Mirthe zu abgeschlossen und da oie Außen-gerüste bereits seit längerer Zeit fertig stehen, dürste daS A»Abrechen der Fenster, die blos durch eine einfache Ziegelmauer verschlossen sind, bald erfolgen »nd kann dann die nothwendige Reinigung der gothischen Stemmetzarbeit beginnen. Gleichzeitig werden die den hohe» Bau deS Achtecke« so sehr entstellenden Zubauten zwischen den äußeren Strebepfeilern entfernt und auch die nöthigen Besserungen der Pfeiler vorgenommen werden. Höchst wünschenswert wäre auch die Ent» fernnng der beiden im italienischen Banstyle deS 18. Jahrhundert gehaltenen Seitenkapellen, damit der alte gothische Ban in seiner schönen, strengen Einfachheit völlig von allen fremden Zuthaten befreit wäre. Allein daran ist schwerlich zu denke» und eS wäre mindestens um das schöne «I fresco gemalte Bild der hl. Magdalena in der DiSma»« copelle schade. Man muß sich mit dem Möglichen begnügen. Indes wird dieses Mögliche, wenn. die Wäscherin morgen nit selber nachfragt, so muß ich zu ihr hinaus nach Rabeldorf. denn übermorgen muß sie bügeln kommen. Gute Nacht!" „Bei der OSwaldikirch'n hinaus?" .Ja grad fort! Gute Nacht, spät ist'S." Am Etadtthurm schlug» Eils. Herr Zwickel-bacher richtete sich stramm in die Höhe, strich sehr unternehmend seinen Echnurrbart. leckte sich die Lippe», wie ei» Ka'er, der über den Milchtopf gerathen ist und knurrte sehr dezidirt: „Schon a damisch schneidigS Weiberl dö Kathi! Schad, dal« ich meiner Alt'n nit sag'n darf, dass eigentlich gar kein Hindernis wär, dass dö Katherl zu uns käm! Na so geht d' Uhr a recht! Alsdann. Karl, morgen nach Rabeldorf, anstatt zum „Tref." Aber döS heutige Viertl muß jetzt nachg'holt werdn »nd zwei für morgen, denn da hinaus gibt'S keine Stationen!" Und entschlossen steuerte Her.' Zwickelbacher gegen die Allerheiligengasse hinüber. Wann und wie Herr Zwickelbacher an jenem Abende i» s?,ne eheliche Kemnate einrückte, davon hatte er am nächst"» Tage nicht die leiseste Ahnung. Nur die gesteigerte Besorgnis, welche die kluge Fran Zwickelbacher für seine Gesundheit an den Tag legte, belehrte ihn, dass er in einem besorgniserregenden Zustand heimgekommen sein vi'ißte. Darüber belehrte ihn auch sein leibliches Wohlbefinden, welches Alles zu wünschen übrig ließ. Er war sehr gerührt, als ihm die theure Gattin ein appetitliches Katerfrühstück vorsetzte und empfand sogar einige Gewissensbisse wegen heute Abend, die er aber später in zwei Viertel Geritzten wieder ertränkte. Als er sich dann gegen Sieben wie gewöhn- worauf von maßgebender Seite entschieden ge-drungen werden muß. daS schöne und mit styl-gerechtgemalten Fenstern geschmückte PreSbyterium, >n welchem die auS dem Jahre 1446 stammenden meisterhaft ausgeführten Chorstühle mit dem prächtigen gothische» Schnitzwerke förmlich darnach verlangen, auch mit stilgerechter polychromer Malerei geziert wird, eine» wundervolle» Ein-druck machen und die uralte Kirche wird dann eine neue nnd seltene Zierde der Stadt sein. Indessen war es dem verstorbenen Propste nicht mehr gegönnt, die ganze Su.nme aufzu-bringen, um das Werk zu vollenden, an dem sein edles Herz bis in seine letzten Lebensstunden ge-hangen und die Sorge, dass die Ausführung ver« zögert wurde, nagte an ihn während seines langen schweren Siechthums. Im Geiste deS Verewigten richtet daher die Kirchenvorstehung folgende Bitte an Alle: Danksagung und Bitte. Die unterzeichnete Kirchenvorstehung sieht sich verpflichtet, allen jenen P. T. Spendern, welche sich theils durch Widmungen, theils durch sonstige Beiträge für die Restaurierung unserer altehrwürdigen Propstei-, Haupt- und Stadtpsarr-kirche beteiligten, de» tiefstgesühlten Dank hier-mit geziemend zum Ausdrucke zu bringe». Gleichzeitig bittet sie alle P. T. Bewohner PettauS, durch gütige Zuwendung weiterer Unter-stützuiigeu das schöne Werk vollenden zu helfen, welches gewiß eine Zierde uusereS Gotteshauses, zur Freude aller Andächtige» uud zur Berherr-lichung Gottes werden wird. Gütige Spenden, selbst die kleinste Gabe, nimmt die Kirchenvorstehung dankendst entgegen. Auch wird in der Kirche für diesen Zioeck ein bestimmter Opferstock ausgestellt sein und werden die Gaben seinerzeit dankend quittirt. Die Kirchenvorstehung. Wir unterstütze» diese Bitte auf das wärniste, denn eS gilt ei» Werk zu fördern, zur Zierde und Ehre unseres liebe» Pettau. Jetzt wissen wir, warum wir Steuern zahlen. Es ist noch nicht so lange her, dass der „kranke" Lloyd aus dem Schmeiße der steuerbe« drückten Bürger eine beträchtliche Subvention er- lich zum Spazierengehen rüstete, sagte Frau Zwickelbacher schmeichelnd: „Du Alter, ich hab ja nie nix dagegen, dass D' ausgehst, denn ein Mann, der mir sott auf der Kittelfalten sitzt, der wär mir z'wider. Und dass D' ein paar Vierteln trinkst, das ist ja ganz recht, wir Habens ja Gott sei Dank. Aber '» Mag'» sollst schonen! Der is der heiklichste Theil im Menschen." „IS eh so Le»i! Ich schon' was möglich is, aber manchmal iS der Wein halt »icht grad an, besten", knurrte Herr Zwickelbacher ei» wenig gerührt. „Wohl Karl, ich glaub eS thät Dir gar nit schlecht, wannst jetzt a Schallerl Thee nehmen thätst. weißt ich hab einen g'snude», der gegen die Säure wirkt. Magst Alter?" Herr Zwickel« oacher nickte in seinen« Schuldbewußtsein blos ja und trank das Echalerl voll Thee in einem Zuge aus, welches ihm seine liebende Fran credenzte. Die Brühe schmeckte wie „Wienertrankl" und war fadsüß. aber unten war sie und er g'eng. Zuerst zum „blechernen Mondschein", dort mischte er das erste Viertel mit Gießhübler. aber er spürte bald, dass es ihm „nicht gut that" und nahm Sodawasser. Hals ober auch nicht viel, denn das „Rumpeln im Magen" wurde lauter und so gieng er in die frische Luft. In Rabeldorf meinte er. dürfte sie frisch genug sei», da e« aber noch zu Früh war. gieng er ode» herum. Ob Kathi auch daS Bedürfnis fühlte, etwas früher ..inS Freie z>> gehen", als gestern, ist nicht festgestellt worden, ader Herr Zwickelbacher sah sie bereits hinter den ersten Häusern herauf ihn, ent« gegenkommen. Er beeilte seine Schritte, als ihm plötzlich sehr übel wurde und er mit ein paar Sätzen gegen die nächste Keusche zu flüchtete. hielt. Damit die SubventionSbedürstigkeit recht anschaulich dargethan werde, hat man damals in Trieft Champagner fließen lassen. DaS ist ein Beispiel, so recht der liberalen SubventionSwirt« schaft auf den Leib geschnitten. Heute zahlt der Lloyd 10 fl. Dividende. Doch ganz besonders interessiert uns die „arme" Donaudampfschiffahrtsgesellschaft. Welche Kampfe und Redewettstreite hat diese Actieugesellschäst skiuerzeit im Parlamente nicht verursacht? Heute ist der Tag. wo unseren Gegnern schwarz auf weiß nachgewiesen ist. dass jene recht gehabt haben, welche sich mit aller Kraft dafür einsetzten, dass diese Millionengeschenke unterbleiben sollen. ES ivurde geleugnet, dass diese Subventionen ein Geschenk seien Heilte gibt'S aber gar keine» Zweifel, dass sie auch ei» höchst unmoralisches Geschenk sind, weil anS diesen dem Volke durch die Steuern abgenommenen Millionen zum größten Theile die saftigen Dividende» der Actiouäre bezahlt ,»erden. Bekanntlich hat im Jahre 1892 die österreich. Regierung mit der DonandampsschifsahrtSgesell-schaft einen bis 1900 giltigen Vertrag abgeschlossen, demzufolge der Staat verpflichtet ist. alljährlich dieser Actieugesellschäst während der Bertrag5da»er 250.000 fl. zu schenke»; es ist das thatsächlich eine Schenkung, weil diese jährliche» 250.000 fl. unverzinslich und »icht rückzahlbar der Gesellschaft zugesprochen wurden. Außerdem erhält die tÄesell-schast eine weitere Viertelmillio», unverzinslich, rückzahlbar in langer Frist. Das sind jährlich eine halbe Million Gulden aus dem Steueriäckel! Abgesehen davon, dass die Gesellschaft soviel wie gar kein Dankbarkeitsgefühl gegenüber dem noblen Staat an den Tag gelegt hat — es hätte so uiaiicheS hinsichtlich Verfrachtung »nd Ent« gegenkommen gegen das reisende Publicuin ge-schehen können — die Geschichte kommt noch besser: „Diese „nothige" Actiengesellschaft zahlt Heuer 21 fl. Dividende (vorigesJahr zahlte sie 12 fl.)!!" Die Bilanz zeigt ei» Neinerträgnis von 1,680.1)00fl. u. für Dividenden »verdeu 1.008.000 fl. verwendet! Zu diesem Reine,trägniS tragen die gut« müthige» Steuerzahler die Bagatelle von 500 000 fl. bei! Wenn das nicht Misswirtschast, schändliche Mißwirtschaft ist mit dem blutigen Steuerkreuzer, dann ist der Panamascandal die reinste Ehren-sache. DaS hat die Welt »och nicht gesehen! Activ-näre, die Millionäre sind, erhalten aus den Als er später Umschau hielt, sah er Kathi'S licht.« Blouse oben am Rande des Hohlweges lenchte» und erklomm dieBöschuug mit einiger Mühe. „Warum si»d Sie den» davongrennt, Herr Zwickelbacher? Glaubens etwan, ich hätt Sie blamirt?" schmollte Kathi. „Aber Katherl. ich hab nur a Bestellung g'macht dort drunt'n in der Keusch'n und" — weiter kam er nicht, sondern begann in großen Sätzen die Flucht wieder gegen die Keusche zu, Kathi kurzweg stehen lassend. Diese drehte sich ent-rüstet nach rechts und gieng gegen den Friedhof zu davon. Herr Zwickelbacher fluchte wie ein Heide, denn das „Rumpeln" in feinem Inneren ließ nicht nach und die gute Keuschlcri» frug schon besorgt, ob der Herr etwa,, gar 'S Bauchzwicken lM?' Herr Zwickelbacher gieng heim, er brauchte ziemlich lange, denn der Thee that seine Wirknng prompt. Daheim legte er sich sofort zu Bett »nd verlangte de» Arzt. Frau Zwickelbacher meinte dagegen, eS sei blos eine momentane Verkühlung und dagegen habe sie ein unfehlbares Mittel. DaS aber brachte Herr» Zwickelbacher in eine fürchter-liche Wuth. „Du varrukte Wabu!" schrie er erbost. — „Hast u,ich g'wiß vergist'n woll'n mit Dein' Thee! DöS Büchl trag ich zu der Polizei und zeig Dich an wegen Kurpfuscherei! Vorstehst! Aber Frau Zwickelbacher lächelte sanft« müthig: „Was Dir »it einfallt, Karl! Ich hab Dir bloS a LiebStrankl geb'» für die Kathi." — „Ja für die Kathi! Aber für was für eine!" knurrte Herr Zwickelbacher uuter der Decke, denn ihm war jetzt ein Licht aufgegangen. P. Steuern des darunter seufzenden Volke» durch die homlte Vermittlung des Taaffte'schen CabiueleS und der liberalen »nd clericalen Partei — dagegen waren nur die Deutfchnationalen, Antise-milen n»d Iungtschechen — „vertragsmäßig" Spenden, damit ihre Dividenden größer werden. Der Michel, da: sich das gefallen lässt, der hat nicht nur eine „angewachsene" Schlafmütze am Kopf, sondern anch, um deutlich zn sprechen, die Augen ordentlich verpuppt. DaS Volk ist doch nicht dazn da, «in zu Gunsten Millionen besitzender Aktionäre anSgt-beutet zu werden I DaS ist jetzt die Lehre für jene, die seinerzeit den Mund so voll genommen haben, als die dentschnationalen Abgeordneten — die Bewillignng dieser Millionengeschenke zn ver-hindern versuchten. Wochenschau. von öcr vcutschrn volkgpartei. Der Verband der d.utsche» VolkSpartei im Abgeorduetenhause hat mit Rücksicht aus die in letzterer Zeit ent-standene und durch die Presse genährte Mißstim-mnng in einem Theile der Wählerschaften ein-gehende Berathungen abgehalten, bei welcher erfreu» lichmveise die vollständige Einmütigkeit aller Mit-glieder festgestellt werden konnte und der entschie-deue Wille derselbe» zum Ausdrucke kam, gerade in einer so schwierigen Lage wie derzeit sich we« der dnich die Angriffe der jüdischliberalen noch der übelberichteten nationalen Presse beirren zu lassen. Gemäß ihrem früheren Beschlnffe hat die Partei in der DonnerStagsitzung die Obstruktion fortgesetzt, und zwar zur sichtlichen Bestürzung der Mehrheitsparteien und der Regierung, welche an den Ernst dieser Obstruktion endlich lverdeu glauben müssen. Die dentsche Volkspartei darf aber auch vollauf beansprucht», dass diese Taktik, über welche in den Wählerschaften völlige Unklar-heit herrscht, die sich aber gewiß in Bälde al» die richtige erweisen wird, von außenher nicht vor» eilig gestört werde. Behufs Klärung der Lage nnd Beseitigung der Mißverständnisse werden die Ab-geordneten in den nächsten Tagen mit ihren Wah-lern persönlich in Fühlnng treten. Der Abge-ordnete von Salzburg, Dr. Juli»« Sylvester, Über dessen strengnationale Gesinnung wohl nie ein Zweifel bestanden hat, ist deni Verband der Deutschen Volkspartei gestern al» Gast beigetreten. In der Sitzung des Verbandes wurde folgende Erklärung des Abg. Dr. Mayreder zur Kenntnis genomnien: „Unter Himveis auf die Berichte der verschiedensten Blätter über meine am 14. dS. im „Deutsche» Verein" zn Wien vorgebrachten Äußerungen über die Journalistik stehe ich nicht an zu erklären, dass die Auffassung, als hätten sich meine Worte gegen den gesammten Jonrna-listenstand gerichtet, eine irrige und auch aus dem Wortlaute meiner Anspracht nicht zu entnthmen ist. Jede Verallgemeinerung im Sinne einer Krän» tiing des ganzes Standes lag mir vollkommen ferne." — Hieranf berichteten die meisten Mit-glirder über die Wahrnehmungen, welche sie wäh» rend der letzten Tage in ihren Wahlkreisen ge« macht haben, worauf die ObstructionS-Taktik für die nächste Zeit berathen wurde. Dem Verband? sind weilerS VerwahrungSknndgebungen gegen die Sprachenverordnungen zugekommen aus Hüttenberg. Ebermiei». Feldkirchen. Glößnitz, Weitenseld, Gurk und Straßburg. Pettauer Wochenbericht. (Zispeclionsreist.) Am 19. Mai, um 3 Uhr nachmittags, traf hier Se. Excellenz der Herr Corpstonimandierende, Feldniarschall-Lieuteuaiit Eduard Siikkovaty, in Begleitung de» Herrn Obersten von Pfiffer und eines Generalstabs-Haupt» Mannes ein, um hier daS 4. Pivnnier-Bataillon zu inspiriere». Ans dem Bahnhöfe wurdt Se. Ex-kellenz von dem Herrn f. k. BezirtShanptinann Dr. Alfons Ritter von Scherer und von dem Herrn Bürgermeister Josef Ornig begrüßt, wo-rauf derselbe den Wagen bestieg und sich auf den Exercierplatz begab, woselbst daS ganze Bataillon ausgerückt war. (Con)ert im Schlvliicrhausr.) Heute Abends fiudet ein Conznt deS „Pettauer-Musik-VereineS" im Saale der Restanration .Schweizerhaus" deS Verschöneruugs-Vercines im VolkSgarten unter der persönlichen Leitung deS Herrn Kapellmeister« M. Melilhorn statt. Beginn um 5 Uhr Nach-mittag. Eintrittsgeld 20 kr. Das Programm ent-hält lauter vortrefflich gewählte Nummern, so dass ein zahlreicher Besuch sicher zu erwarten steht. (^ulichlsbilder von pettau.) In der Buch» Handlung W. Blanke am Hauptplatze sind seit einige Tagen photographische AnsichtSbilder der hiesigen Firma Winkler ausgestellt, welche in äu-ßerst gelungener Wiedergabe Ansichten au« dem Innern der Stadt in sehr hübscher Ausführung darsttllen. Insbesondere daS Theater, der Stadtthurm und ein paar andere Veduten sind mit einer Naturtrene aufgenommen, welche bis in die kleinste» Details geht. Die Bilder in Cabinet-form ä 40 kr. sind prciswürdig und finden viele Abnehmer. (3nm Weinbautagk in Marburgs Am 27., 28. und 29. Juni d. I. findet ein von dem Executiv ComitS der österreichischen Weinbautage in Wie» angeregter Weinbautag in Marburg statt, an welchem außer den maßgebenden Kreisen der weinbautreibenden Steiermark auch eine voran»-sichtlich sehr bedeutende Anzahl Interessenten auS Niederösterreich sich betheiligen wird. Mit diesem Weinbautagt wird auch eine Kost typischer steirischer Weine verbunden sein. ES ist begreiflich, dass dieser Weinbantag mit Freude» begrüßt werden muß. ES gilt zu zeigen, dass wir »icht zurückgeblieben sind in dem Streben, unseren Weinbau einer glücklichen Zukunft zuzuführen, dass trotz mißlicher Verhältnisse bei Arb?itSlust und Ausdauer auch bei uns Bedeutendes geschaffen wurde. Durch abzuhaltende Vorträge, durch fruchtbringenden Ideenaustausch wird Gelegenheit geboten, sich mit den neuesten Er-fahrungen, mit den Fortschritten deS Weinbaues vertraut zu mache». Bei der so eminenten Wich-tigkeit de» gedachten Vorhaben» wäre eS geboten, wenn sich auch die Weinbautreibenden unsere» Bezirke» recht zahlreich an dem Weiubautage in Marburg, an de» in Aussicht genommenen Exkursionen in die wichtigsten Weinbaugrbiete Steiermark» und an die Übersendung von Kost-proben, von jeder Sorte fünf Flaschen mit genauer Bezeichnung von Sorte, Jahrgang und UrfprnngSort, betheiligen würden. Der landw. Verein in Pettan nimmt Anmeldungen über die Bethtiligung der Weinbautreibenden unsere» Be-zirke« an den Weinbautag entgegen mit der Bitte, diese Anmeldung bi» Ende Mai zu vollziehen. Vereinsnachrichten. (Alisftllg.) Der Erzherzog Albrecht Militär» Veteranen-Verein in Pettau unternimmt am 30. Mai 1897 nachmittag» 2 Uhr bei günstiger Witterung einen Ausflug nach St. Veit, wozu die Ehren- und unterstützenden Mitglieder, sowie Freunde de» Vereine» höflichst eingeladen werden. Bei ungünstiger Witterung findet der Ausflug am nächstfolgenden Sonntag statt. Vermischte Nachrichten. ipok nach Kreta.) Da die Britfpostsendungen für da« ans Kreta befindliche zweite Bataillon deS 87. Jnfanterie-Rkgimente» nicht mehr im Wege de» k. und k. EScadre-Commando». sondern durch da« k. k. österreichische Postamt in Eanca ver-mittelt werden, hat der den Adressen derselben bi»-her beigegebene Vermerk: „Im Wege des k. u. k. EScadre-Commando« ans Sr. Majestät Schiff „Kaiserin und Königin Maria Theresia", nunmehr zu entfallen. (Wetterprognose für Mai.) Für die ein» zelnen Tage sagt Falb voraus: 1. bis 7. Mai ziemlich ausgebreiteter Regen, namentlich um deu 3. und 6. Dieser geht in Mitteleuropa theilwcise in Schneefälle über. Dadurch sinkt die ansang» schon niedrige Temperatur um de« 6. »och tiefer unter daS Mittel. Der 1. Mai war ei» kritischer Tag dritter Ordnung, 8. bis 15. Mai regelmäßige Temperatur. Trockcucs Wetter. Um den 13 Ge-witterneigung. 16. bis 24. warme« Wetter. Ans-gebreitete recht ergiebige Regen. Der 16. ist ein kritischer Tag erster Ordnung. 25. bis 31.: E« wird wieder ziemlich trocken in ganz Mitteleuropa bi» in die letzten Tage. Der 31. ist ein kritischer Tag dritter Ordnung und dürfte zahlreiche Ge-witter im Gefolge haben. Die anfangs regel-mäßige Temperatur sinkt in den letzten Tagen ziemlich fta.k unter das Mittel. (Der Verein der Deutschen Steirer in Wien) hat die Absicht, seinen lO-jährigen Bestand durch einen Ausflug in die Heimat zu feiern und zwar hat er als Ausflugsziel wieder Mürzzuschlag gewählt. wo ihm vor 9 Jahren gelegentlich der Weihe seines Banner« eine so überaus gastliche Aufnahme bereitet worden ist. Der Ausflug soll am 20. Juui stattfinden. Die Betheiligung an dem-selben dürste eine sehr rege sein, da wahrscheinlich wieder die Bewohner der LindtShauptstadt und die Bevölkerung Obcrstcicrs regen Antheil nehmen wird und wieder viele Mitglieder befreundeter Wiener Landsmannschaften die Wiener Steirer be-gleiten werden. Man hat dem Vereine bereits die herzlichste Aufnahme in Mürzzuschlag zugesichert und ein große« Comite trifft dort schon jetzt die Vorbereitungen für den Empfang der Gästt. An dem genannten Tage soll in Mürzzuschlag ein VolkSsest in der An zugunsten deS Deutschen StuudentenheimS in Cilli stattfinde». Selbstver-stündlich wird für gesangliche und musikalische Pro-ductionen aller Art Fürsorge getroffen und außerdem kann auS dem noch nicht endgiltig feststehenden Programme schon jetzt mitgetheilt werden, das» Morre» für'« „Buckelkraxentrag'»", das gelegentlich der Christbaumseier de« Steirervereine« einen so großen Erfolg erzielte, zur Darstellung gelangen wird. (vas Rennen Gberdraubnrg-llnterdrauburg) findet Heuer — zum 3. Male — am 4. Juli und zwar zum 1. Male als Herrenfahrer-Meister» schaftS-Fahren der österr. Alpenländer, veranstaltet vom „Cartell", statt. DaS Rennen ist offen für alle im Meisterschaftsgebiet ansässigen Herrenfahrer (nach den „Cartell".Bestimmungen) uud wird nach deffen Wettfahrbestimmungen gefahren. Der Sieger erhält den Titel: „Herrenineisterfahrer der österr. Alpenländer für da« Jahr 1897/8" — ein goldtne«, mit Brillanten besetztes Edelweis» und eine Ehrenurkunde. — Der zweite uud dritte je ein silberne» Edelweiß und Ehrenurkunde. — Alle unter zehn Stundcn Ankommenden erhalten Eichenkränze mit schwarz-roth-goldener Schleife und Widmung. Alle Arten Einsitzer»Fahrräder sind zugelaffeu. — Maschinenwechsel ist nur wenn durch Radbeschädigung bedingt, gestattet. Schritt» macher sind anSnahmloS verboten. — Alle auf daS Rennen bezughabenden Auskünfte ertheilen der Vorsitzende des Cartell-SportS-AuSschusseS Herr Franz Pichler in Graz und die Vorstände der Cartell- Verbände in Wien, Graz, JnnSbrnck und Klagenfurt. — Bei rauh» JahreSzeit, sowie bei Umschlag I*r W.t-terung holen sich die meiste» Menschen eine.« Satarrh, dessen Folgen zuweilen rechl schwer sein können, die aber durch Anwendung kleiner Hilfsmittel leicht zu vermeiden sind. Allgemein bekannt ist, dass wirklich gute und echie Malz-Bonbon« bei Husten und Heiserkeit, sowie überhaupt bei Erkrankung der Athmungiorgane schleimlösend und wohl-thuend wirken. E« ist daher zu empfehlen, solche bei Ein-treten der Erkältung sofort anzuwenden, jedoch achie man daraus, das» man die seit 60 Jahren vortrefflich bewähr'en Malz-Ikxtract.Brust-Bonbon» au» der Fabrik deS k. u k. Hoflieferanten I. Hoff. Wien, 1. Graben, Bräunerstrabe 8, erhält. Gedenket bei Wetten, Spielen n. Testamenten des Berschö-nerungs- und Fremdenverkehrs-Bereines. — b — Sommer- der k. k. priv. Fahrordnung Südbahn-Gesellschaft vom 1. Mai 1897 an. Miltcteuiop&ische Zeit. Die Nachtzeit von 6 Uhr abends bi» 5 Uhr 69 Min. Früh. ab von Friedau : ab von Pettau: a) Schnellzug b.l Perbuiiüiizug c) Schnellzug d) Personenzug t" Mittag 4" Nachmittag 1" Nachts 6" Frilh 1" Mittag 6« Nachmittag 2M Nachts 7" Früh an in Pragerhos: 2" Nachmittag 6" abends 2« nachts 7» Früh Pragerhof-Pettau-Friedau. A) Schnellzug Hl Personenzug C) Schnellzug D) Personenzug ab von Pragerhos: 3» Nachts 9« Vormittag 2)4 Nachmittag 8« abends an in Pettau: 3» Früh 9- Vormittag 8" Nachmittag 8" abends an in Friedau: 4" Früh 10" Vormittag 3«« Nachmittag 9" abends. Pragerhof-Marburg-Graz. a) Schnellzug b) Postzug Postzug c) Schnellzug d) Personenzug ab Pragerhos 2" Nachmittag 6M abends 4« Früh 2" nachts 8« Früh an Marburg 2" Nachmittag 7" abends 6" Früh 3«» nachts 9" Früh Braz-Marburg-Pragerhof. an Graz 4'» Nachmittag 9" abends 7" Früh 4" Früh ll*1 Vormittag Graz ab: lw nachts 5" Früh 12" Nachmittag 6» Nachmittag 9M abends 10" Vormittag Pragerhof-Cllll. A) Schnellzug B) Postzug Ci Schnellzug D) Personenzug Postzug Gem. Zug Marburg an Pragerhos an: 3'* nachts 8" Früh 2M Nachmittag 7«' abends 12" nachts 3" Nachmittag Cilll-Pragerhof. 2" nachts 7" Früh 2" Nachmittag 7" abends 11" nachts 1" Nachmittag Pragerhos ab Cilli an a) Gem. Zug 8» Nachm. 6«« abends a) Schnellzug 2" Nachm. 3«> Nachm. Personenzug 7" abends 9- abends Postzug 12" nachts 1" nachts Schnellzug 8* Früh 4" Früh Postzug 8" Früh 10" Vorm. Perconenzug Schnellzug Postzug Postzug Schnellzug Gem. Zug. Cilli ah 7- Früh 1" Nachm. 5" abends 8>« Nachts 1" nachts 9«' Vorm. Pragerhos an 8" Früh 2" Nachm. 6" abends 4- Früh 2» nachts 11" Vorm. Die mit kleinen Buchstaben bezeichneten Züge haben in der Richtung Pettau— Graz. die mit grossen Buchstaben bezeichneten Züge haben in der Richtung Graz—Pettau Anschluss. jbrucksorten für Randes und Qewerbe! fäisßge $rei: eise/ TleUe Ausführung l Rasche jCieferungl Rechnungen und Facturen Memorandums und Visitkarten, Briefpapiere und Couverts mit Finnendruck . . . liefert bestens in die Annoncen Mr alle In- und ausländischen Journale, Fachzeitschriften, Kalender etc. besorgt am besten und billigsten das im besten Rufe seit 38 Jahren bestehende erste österr. Annonoen-Bureau von A. Oppelik's Nachfolger Anton Oppelik, WIEN, I, Grünangergasse 12. 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I 85 90 Kilo I 40 '/.Kilo 36 -. 40 - Liter 18 20 24 4* 10| 12 28 70 Fiir Geflügel-Händler!_ Mehrere Hühner-Steigen sammt dazu gehörigen Geräthschaften werden billigst verkauft. — Anzufragen am Maierhof des Herrn Ornlg. Ein gut erhaltener 0$ Landauer, 4-sitaig, frisch lackirt, ist zu verkaufen. Näheres bei Michael LOrger, Bäckermeister in Pettao, Allerheiligengasse Nr. 12. Stefan Stanic Witwe Tapezierer- und Decorationsgeschäft Bahnhofgasse 6 Pettau, Bahnhofgasse 6 empfiehlt sich zur Anfertigung aller in dieses Fach einschlagenden Arbeiten in und ausser dem Hause. Garnituren und Polstermöbeln in allen Stylarten, Decorations-und Scblafdivaus, Ottomane, Ruhebetten, Betteinsätze, Matratzen zu den billigsten Preisen in feinster und solidester Ausführung. Ueberbrauchte Möbel, ßetteinsiitze und Matratzen werden schnellstens und solid umgearbeitet. Uebernahme von Spalierarbeiten. Ausserdem erlaube ich mir, die P. T. 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Juni >897 von 9 bis 12 Uhr oormillone und von 3 bis 5 Uhr nach-mittöne. 5if wahlberechtigten des MritkN Wahl-Körpers wählen am 9. Juni 1897 von 9 bis 12 Uhr vormittags. Sie Wahlberechtigten des ersten WahlKörprrs wWrn am I«. Juni 1897 von 9 bis 18 Uhr vormittags. Sämmtliche Wahlberechtigten werden ein-geladen, sich am Wahlakte zu betheiligen. Die Wählerliste» liegen stets zu Jedermanns Einsicht >n der StadtamtSkanzlei auf. Aladlaml pettau, am 20. April 1897. Der Bürgermeister: Josef Vrnig. ••••••• nncl Reiohenberger Tuch- An zugstoffe! Directer Verkauf an die PrivatkundschaltT Man verlange Muster unserer reizenden Neuheiten. Hochelegante Frtihjahrsanzügo, — ganzer Anzug fl. 6.70, fl. 8.—, fl. 10.— etc. FRANZ REH WALD SÖHNE Tuchfabrikslager REICHENBERG I. B. Sicheren und ehrlichen Verdienst ohne Capital und Risico bieten wir Personen jeden Standes in allen Orten durch Verkauf gesetzlich erlaubter Staatspapiere und Lose. 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Trotz der Dunkelheit deS Iinienraume» gewahrte er eine schlanke Gestalt dort lehnend; an der seinen Form de« Kopfe» erkannte er da» reizende Mädchen, welches einsam wachend noch in die Sterne träumte. EhrsnrchtS-volle Scheu lieb ihn den Blick wenden, er wollte die liebliche Ge« stall nicht verscheuchen; doch den Träumen konnte er nicht wehren, die ihn später besuchten, pl» er die müden Glieder auf dem Lager ruhen ließ. Er sah eine blumige Bergwiese, leichten Schrittes Ichwebte eine Mädchengestalt in lichtweißem Gewände darüber hin, das offene Haar war mit Heckenrosen durchflochten, in den zarten öänden hielt fie einen Bergstrauß, aus welchen die Augen lächelnd lierniederblickten. Immer näher kamen die kleinen Füße, schon iiihlte er da» Wehen ihres Kleides, da» wallende Saar streifte fein Gesicht — da. vorbei da» holde Traumgeficht — da« Alarmglöck-lein läutete durch den dämmernden Morgen, die Schläfer zum Sonnenaufgang holend. Wie sauste der Bergwind um die halb noch schlafgefangenen Augen, als bald daraus der Aufstieg znm Kreuze erfolgte, er bog daS ÄraS tief zur Erde und drohte Hüte und Kleider der am Drahtseil Hinanfkletteniden fortzuwehen. Wie er mutwillig das lockige Mädchenhaar zerzauste, das Wellheim» Finger nicht einmal im Traume berühren durften. Die Bergdohlen fuhren kreischend °»S dem Latfchengestrüppe. welches die FelSkoloffe überwucherte, dervo:, a>» bangten fie für ihre dort versteckten Nester und kreisten immer wilder um das Gestein. Schweigend, voll Erwartung stiegen die vielen Touristen uud Touristinnen de» seifigen Kamin hinauf, gerade oben anlangend, als der rote Glutball der Sonne aus grauem Wolkenmeere emporstieg, allmählich goldene Strahlen versendend. Die Nebelschleier rissen, stolze unzählige Berggipfel entschleierten ihre Kronen, entzückte AnSrufe wurden laut, die Mehrzahl der Beschauer aber sah stumm und andächtig auf die« herrliche Ratnr« bild des erwachende» Morgens. Darunter gehörte da» junge Mäd-chen. Sie lehnte, den Kopf vom Hute befreit, an da« goldene »reuz und sah mit ftommen Blicken, als sei fie in einer Kirche, auf das erhabene Bild vor ihr. Wellheim prägte sich den Aus« dmck tief in die Seele, er war gewiß. dies Augeficht sofort auf die Leinwand fefleln zu können, ein GlückSgefiihl, begeisterte Freude be-lebte fein ganzes Wesen. Abwechselnd wurden in dem kleinen ^ipfelhauS u. .Irene Norden' stand in klare», bestimmten Zügen aus dem blatte. Er wollte soeben seinen Namen darunter sehe», da wurde ihm rasch die Adder entwunden. .Verzeihen Sie," rief eine jngend-frische Stimme, »ich muß direkt unter meinem Schwesterchen stehen, wir find unzertrennlich!" »nd mit rascher Schrift flog der Name ^dgar Norden Über» Papier, mit lächelnd«« Augen überreichte dann der hübsche Mnrillo dem Künstler die Feder. Irene sah ver-legen zu Boden, flüchtiges Rot deckte die Wangen, als der Maler sich verbeugend lächelnd sagte: .Verzeihen Sie meine ahnungslose Grausamkeit!" Damit war der Anfang zur Unterhaltung gegeben, die andere» Brüder, sowie der Bater Irenens traten herbei und scherzten über Edgars Dreistigkeit. Wellheim hatte die ungehoffke Freude, den Abstieg in Gesellschaft der ihm so sympathischen Fa-milie machen zu dürfen, denn als dieselben die Absicht äußerten, noch vor TageShide in» Thal zu gehen und ihn nach seinem Ent-schlösse fragten, war dieser sofort gefaßt. Ehe alle den Gipfel ver« ließen, wurde dir Weihe des Morgens noch erhöht durch prächtigen Gesang der die Wendelsteinkapelle umstehenden Liedertafel, welche einen frommen llhor .Die Ehre GotteS" anstimmte. Wie aus der Felswand gewachsen grüßte daS vom ersten Sonnenstrahl beleurii-tete Kirchlein herauf zu den andächtig Lauschenden, eS waren erhabene Augenblicke in BergeSeinsamkeit. Nach kurzem Frühstück nahm Wellheim Abschied von seinem alten Gönner, ihn um Wieder-sehen bittend und nun mit seiner Gesellschaft den Abstieg antretend. Das liebenswürdige Haupt der Familie stellte sich als Justizrat Norden vor, Wellheim in lebhafteste Unterhaltung ziehend. Diese verhinderte nicht, daß der Künstler dem jungen Mädchen verschie-dene Aufmerksamkeiten erwies, entweder reichte er ihr beim Bor-überkommen an Bergquellen da» Trinkglas, oder pflückte wilde Vergißmeinnicht, die ihr Entzücken erregten. Mit kindlicher Freude wurden diese Galanterien entgegengenommen. So verging die Zeit pfeilschnell, ehe sie daran dachten, hatten die ftöhlichen Wanderer Birkenstein erreicht. Hier hatte Wellheim sein Quartier aufgeschlagen, hier wollte er in Ruhe und Stille einige Wochen zubringen, bei Thätigkeit und Naturgenuß seinen Schmerz vergessen. Wie rasch doch hatte dieser sanfteren Regungen Platz gemacht, er hatte den ganzen Morgen noch nicht an das Bergangene gedacht, fühlte dagegen leise» Weh, al» sich seine Gefährten von ihm trennten, um nach Schliersee zurückzufahren. .Vielleicht sehen wir un» im Bauerntheater wieder?" forderte der Justizrat ihn beim Scheiden freundlich auf, ,eS sammelt so manche Zerstreute!" .Ich werde nicht ermangeln, Sie dort aufzusuchen!" entgeg-nete Wellheim sich ties verbeugend, ein fteundlicher Gruß Irenens, Hutschwenke» der drei Jünglinge und dahin rollte der Wagen auf sonniger Landstraße. Ein neuer Morgen erwachte, die Wiesen lagen noch taugebadet, als Wellheim mit Feldstaffelei und Malkasten dem hinter dem Bauernhöfe liegenden Walde zuschritt. Seine Augen leuchteten merkwürdig frisch, Elastizität hob sein ganzes Wesen, er schien um-gewandelt. Unter einer dichten Buche auf kleiner Waldwiese stellte er seineu Malapparat zurecht, das Jauchzen der Vögel und Rauschen de» nahen Wildbache» umgab sein einsames Plätzchen. Stillver-gnügt ließ er sich auf dem Feldstuhl nieder, nahm die Palette zur Hand, träumte aber noch eine Weile in die Ferne. Dann aber wie von plötzlicher Eingebung erfüllt, zeichnete er in flüchtige» Umrissen eine zarte Gestalt auf die aufgespannte Lein-wand. Nicht wie sonst, probierend und wieder vernichtend, nein, mit sicheren Strichen war das liebreizende Köpfchen hingezaubert, schon »ach flüchtiger Zeich»n»g war Irenens Antlitz zu erkenne», die klare» großen Kinderaugen, der lieblich«, halb geöffnete Mund. Auf schlankem Halse wiegte sich der anmutige Kvpf, leicht vor»-über ge»eigt. schon flog der Stift über die welligen gelösten Haare und schmückte diese mit Heckenrosengezweige, das Traumbild ge wann Lebe». Neugierig stieg am User de» WildbacheS eine Bach-stelze a»f und ab. Wellheims leiser Sang lockte sogar ei» Rot-schichtn heran, das mit verwundert großen Augen den frühe» Ga>> beschaut? So träumte Wellheim in idealem Schasse» glückliche Stunden dahin, bis die Mittagssonne durch» Blättergehege schim-inerte. Er vergaß Zeit und Ort, Farbentöne belebten bereits daS liebreizende Gesicht, Irenens Auge» sahe» ihm lächelnd nnd sinnig eiitgegen mit dem kindlichen Ausdruck, der ihn vom ersten Augen« blick au entzückte. Während der glückliche Künstler das süße Mädchenaiitlitz für immer als Bild gefesselt hielt, schaukelte Irene auf den lichtgrüne» Wellen des Schliersee; aus ihrem Schoße lagen Seerosen, deren lange, weiche Stiele sie sich gürtelsörmig um die schlanke Taille geschlungen hatte, sie sah in dem lichtweißen Kleide mit den weit offenen Aermeln so entzückend ans, daß Wellheim wohl fragend gezaudert hätte, welche Auffassung seiner Poesie die schönere gewesen. • * • Der Sonntag kam Hera», min durft« er hoffe», sein Idealbild lebend vor stch zu sehe». Er zog es vor, den Weg von Birkenste!» nach Schliersee zu Kuß zu mache», leichter Regen hatte nachmit-tags den Staub der Landstraße gelöscht, köstliche Lust strömte vom Walde herüber, als er beflügelten Schrittes in froher Erwartung seineni Ziele zueilte. Ehe er daS Seehofwirtshaus betrat, wollte er noch einen Blick über den von der Abendsonne durchleuchtete» See genießen, weshalb er dem schmale» Weg hinter dem Gast-Hause folgte, um zum Weinberge zn gelange». Bor der prächtige» Lind«, welche die oben stehende alte Kapelle beschattet, traf er zn seiner Freude seinen alten Gönner, den Schriftsteller. Herzlichste Begrüßung erfolgte. „ES ist eine reizende Umschau hier oben!" sagte dieser und beide sahen bewundernd hinab aus de» von rosigem Hauch gedeckten Wasserspiegel, viele Kähne glitte» darüber hin. die Dorfkirche stand wie hineingedant, so nahe schien sie dem Se«. .Werden Sie ins Theater kommen?" frug Wellheim. nun Abschied nehmend. .Gewiß!" entgegnete der andere, .ich huldige zwar im allge-meinen der Idee der Banerntheater nicht, doch lasse ich mich gerne ein Stündchen unterhalte»." .Ich glaube nicht," entgegnete Wellheim, »daß ei den gesunden Sinn des Landvolkes verdirbt: diese Leute sind außerhalb solcher Sphäre eben doch wieder an ihrem Platze und behalten ihre Ut« wiichsigkcit." .Hoffen wir das," rief ihm der Schriftsteller nach. Ans den Gartenbänken der Seehofwirtschaft vor dem Theater war regeS Leben; viele Städter waren zugegen, darunter auch der Gründer des Theaters, der Liebling des Münchener lachlustigen Publikums, welcher mit seiner Familie in heiteren, Gespräche uuter den schattigen Bäume» saß. Der kleine Stammhalter, das Eben» bild des Baters, waxderte von Schoß zu Schoß, man.bezeigte ihm durch Konfekt und Zärtlichkeiten die Sympathie, welche sein Bater sich stet» erwarb. Der frenndliche Gastwirt und Mitbesitzer be» Theater», Terofal, ging von Tisch zu Tisch, fehle Hauptaufgabe war es, zufriedene Gesichter zu sehen und wurde er gerade, als Well-Heim eintrat, von verschiedenen Städtern bestürmt, noch mehrere Billete für die Borstellung zu ermögliche», obwohl er längst er-klärt, das Theater sei ausverkauft; doch durch Zurückgabe eiiliger vorausbestellter Plätze von plötzlich abreisenden Sommerfrischlern konnten diese Wünsche erfüllt werden, auf diese Art rettete auch Wellheim stch noch einen Stuhl im Parterrerauni. Forschend blickte er jetzt im Garten umher, bis er an einem kleine», runden Tisch die sehnlich Gesnchten entdeckte. Zur Linke» des Justizrates saß Irene in zartrosigem Gewände, duftiges Spitzen« gewebe verhüllte den leichte» Ausschnitt, ans den lichten Haaren saß ein großer-Strohhut mit rosigem Gazeschleier, welcher von einigen Knospen znsammengehalteu war. Mit reizendem Lächeln sah sie zu ihrem Nachbarn links, einem schöne» jungen Manne von hohem, elegantem Wuchs, dessen lenchtende Augen unverwandt anf das schöne Mädchen gerichtet waren, indem er sich lebhaft mit ihr unterhielt. Warum zuckte es Wellheim »ach dem Herzen? Was ließ dessen Schlag momentan anssetzen, daß er nicht einmal ge« wahrte, wie eine Hand sich ans seine Schulter legte." .Zn spät!" sagte eine leise Stimme; erschrocken den Kopf wen-dend, sah er in des Alten treue, teilnehmende Augcu. .Was meinen Sir damit?"-fragte er verlege», indem er sich hastig durch» Haar strich. .Sprechen wir jetzt »icht darüber, junger Freund!" lautete die Antwort, er fühlte dabei seine Hand mit herzlich warmem Druck umschlossen. .Auf Wiedersehen im Theater!" rief der Schriftsteller weitergehend, und Wellheim stand wieder allein. Unterdessen wnrde er von Edgar entdeckt nnd sofort an de» Tisch des Jnstizrate» gezogen. Sein Erscheinen wurde allseitig freudigst begrüßt. Der Unbekannte wnrde al« Herr vm Klaren vorgtstrllt, kein« Miene verriet, in welcher Beziehung er zu Nordens stand. $>, reichte dem Kunstler in kindlicher Natürlichkeit freundlich die Jörn, sie sah dabei so glücklich aus. ihre Auge» strahlte» eine innci Sonne zurück, das, Wellheim leises Weh überschlich. Der Begi>-, des Theaters rückte heran, er verabschiedete sich vom Tische, t Nordens Altailplätze hatten. Eine große Menschenmenge süllte schon den Raum des Theater .-, als er eintrat, Parterre und Altane waren dicht besetzt, ei» geui ales Gemisch von Zuschauern, Künstlern, Schriftstellern, nisten, wie die Sommerfrische sie einander nahe bringt, dazwischen der hübsche Damenflor in lichten Gewändern nnd die in schmucke Volkstracht erscheinenden MieSbacher, Schlierseeer nnd sonstig, Landvolk an» der Umgebung. Der höchst originelle Theater-Bor hang, welcher eine hunioristisch gezeich»ete Bergbesteigung, mit den Gestalten der Familie Nndelmeier zeigte, hob sich ans das Zeichn einer Almglocke nach kurzem musikalischem Vorspiel. Bei aller liebster Scenerie wnrde der erste Akt des Protzenbauer, ein be liebtes, von Fran Hartl-Mitins verfaßtes Bolksstiick, begonnen. Die Mitspielenden zeigten große Gewandtheit und dabei nnvn fälschte Natürlichkeit hl Geste und Sprache. Der Souffleur, welch, > originellenveise hinter einem ausgespannten Riesen-Dachauer Par,. pliti saß, hatte wenig auszuhelsen. Die Darstellnng des Protze» banerS, sowie die des Qninn ^letztere von Wirt Terofal gegeben, war hervorragend gut, das Publikum zeigte großes Interesse uitf animiertcste Stinimnng für das Gebotene. Wellheim sah dazwischen in die Höhe, wo Irenen» Gestalt sirf' leicht über die Altane neigte, aufmerksam, mit sichtlicher Freud, verfolgte sie deu Vorgang auf der Bühne. Er begegnete einige male ihre» Angen, welche ih» hentc nicht mehr so ruhig und lang» ansahen wie an jenem Abend aus Bergeshöhe, er bemel?te ein rasches Ausweiche», und wie ihre Hand scheinbar verlege» übn die Wange» strich, als wolle sie das flüchtige Rot derselbe» ver berge«. Ei» eigentümlichem Gefühl wurde in ihm wach, Glück, Angst, Zweifel, wie sollte er's nennen? Herr von Klaren hatte kaum ein Auge für die Vorstellung, mit jedem Atemzuge schien er Irenens Nähe auszukosten, er ahule nicht, daß Wellheim dies gewahrte. Welch merkwürdige Wandlung war mit letzterem vorgegangen, vor wenigen Tagen noch war sein Herz zerrissen von tödlichem Weh. dnrch Verrat gekränkt uud zertrete», nun waren all diese Empfindungen vermischt, ja sast vergessen Die Vorstellung war auf interessante Höhe vorgeschritten. Well heims Hauptinteresse war auf die Figur des MatHie», des Protzen bauers Knecht, gerichtet. Nicht allein änßerlich war derselbe fü> deS Künstlers Ange ein bedeutsames Bild, sondern auch dessen Eharakterdarstelluiig schien ihm eine über das gewöhnliche Mni gute. .Michael Deugg aus Schliers«", las er auf dem Zettel, er macht« sich eine Notiz dorthin, indem er dessen Gestalt, so wie er heute i» dem abgeschabten blauen Kittel, der moosbraunen Hos, dem schlampigen Hemdkragen und eingedrückten Hut erschien, siri1 für die Hauptfigur eines Bildes auserlesen hatte. Wie ergreifend wußte MatHie» jene Scene zn geben, da er bet Tochter des ProtzenbanerS die Ursache seines Habgefühls für jenei. beichtet, welches ihn so weit trieb, dessen Hau« anzuzünden. E> der von der sterbenden Mutter zum Schutze drr Schwester ans gestellt, diese nicht schütze» konnte vor der ihr angethanen Schmach ging als zweites Gewissen in des ProtzenbanerS Haus ninher, bu> endlich das zertretene Herz nach Rache schrie. Leider konnte durch teilweises Unverständnis und falsche Ans fassuug deS gemischte» Publikums «icht vermieden bleibt'», da> diese dramatische See«« humoristisch betrachtet wurde, das gauzt Stück war von so heiterem Charakter, dab dieser plötzliche Am schwuug verschiedene Stimmung Hervorrufe» mußte. Die Pe> ständigeren »»ter dem Bauern Publikum machten ihrem Aerge, über die unpassende Heiterkeit durch zurechtweisende Ausruft, wir „Dalket'S G'lachter!" oder .seid'S do nit so dumm!" Luft. Am Schlüsse, welchem, dem lachlustige» Publikum zuliebe, wol, noch einige Schnackse» angehängt wurden, war die Lustigkeit ei» so grobe, wozu auch das reichlich genossene Bier beitrug, dab uac! stürmischem Applaus der Vorhang unaufhörlich in die Höhe gehe> mußte. Dann aber drängte alles ins Freie. Eine kühle Sterne» nacht breitete sich über Berg nnd Thal, einige Höhenfener et glühten auf Brecherspitze uud Roter Wand, nnd dunkel zog dt See dahin, als Wellheim niit seinem alte» Freunde, dem Schrisi steiler, dem fernen Gasthanse zuschritt, wo er iibernachteu wollt» Seine Gedanken weilten »och beim Abschied von Irene, welche ih» so seelenvoll ins Ange iah. als er ihr gute Nacht sagte. „B> suchen Sie nn» morgen in nnserem Häuschen am See," fordert ihn der Jnstizrat frenndlichst anf nnd seine Tochter unterstützt diese Aufforderung durch einen sonnigen Blick. Lächelnd bemerkte ihm jetzt drr Schriftsteller, daß er schon zwr mal eine Frag« gestellt, dir er überhört habe, dann fühlte er still Der >ezih«te Serbär. von H vourc«. Photogravhischr «rsrHschaft I» Brrli» (Sit Irrt) 84 Borne für den iuiiflcti Man», dir sich vielleicht in ei» Glück hinein» träumte, das nicht sei» eigen iverde» konnte. „Ich weis», was Sie bewegt, lieber Freund, lassen Sie diesen Sturm über sich ergehen und suchen Sie Rettung in unermiid-lichem Schasse», dann kommen Sie an das Gebiet, wo Ruhm und Zufriedenheit winkt, nur ei» schmerzerkaustes Gut ist unser Eigen-tu»,!" Mit kräftigem Häudedriick sagte er dem in tiefe» Grübeln Versunkene» gute Rächt. Lange stand Wellheim »och am vsse»e» Fenster seines Gemachs »vd lieft den fühlen Rachthauch um die Stirne wehe»; leuchtende Wriifie fiele» ans dem weiten Himmel herab und zogen goldene Streifen gegen den nahen Wald, wo am duukle» Fenster ei» Mäd-cheiikvps lehnte »»d mit sehnsüchtigen Augen Herzenssragen an die geheimnisvollen Voten der Nacht richtete. Der nächste Morgen ertvachte in rosigem Licht. Wellheim so« schon eine volle Slmide am Ufer des liebliche» Sees und zeich-uete in flüchtigen Skizze» die Fischerboote , welche mit auSgewor-fenen Netzen auf den im Morgen-dufte schwimmende» Welle» r»he»d hielte» Seine Ungeduld zog ihn wohl längst hinüber z» dem über de»t See liegenden niedlichen Hau»; dort wohnte die kleine Fee, die all sei» Denke» und Thu» beherrschte, vom ersten Augenblick des Sehens au »»sichtbare Zauberbaiide um sein Herz geschlungen, doch es war noch zu frühe, die Kircheiiglocke» versammelte» soeben die Dorfbe-wohner zur ersten Messe. Aber die-seS stille Warten und Hoffen war so schön, jede Minute so reich an glücklichen Gedanken, er hatte ei» neues Lebe» in sich ausgenommen, eS schien ihm, als sei er bisher nur traumwandeliid durch die Welt gegangen, eine fremde Welt ohne Ruheort, oh»e Heimat. Seit der Erkenntnis seiner Liebe z» Irene wukte er, wo seine Heimat sei, alle» schien ihm verklärt, jede» kleine Wiukelcheu traut und fesselnd. Eine helle Stimme weckte ihn au» tiefen Gedanken, frischer Morgengruß drang an fein Ohr. „Wo bleiben Sie so lange. Herr Wellheim?" rief Edgar, feine groben Augen verwundert auf diesen richtend. Rasch erhob sich jener und schüttelte dem Jüngling die Hand. „Darf ich denn so in aller Frühe kommen?" frug er lächelnd. l-chiu» I• ia«•> sich alle Mühe gibt, zu witiulc», &nfj »ich« buich sei»« 2r!]»lb da» Olmn Wirrwarr gieb, .JStg. Dir .blüht" auch der Pantoff«!,' flttftert Ulla dir di» zu, die ebenso leise erwidert: .Alle« kommt aus die 4 mdchte etwa» Sauere» zum Beate»" -Der Herr Oberkellner: .Piccolo, dem Herrn die Weinkarte!" Mißverstände«. .Soeben butte ; einen köstlichen ODenufj; Ich war tut in, rein Komponisten, er hat wohl übn «« Stund« (n einem fort phantasier, — Dom«. .Wein Gottl Heule t'oimi. tag war «t ja noch ganz verniin'tig" W, «st »« a*i«r? Frühting. j enz ist da: au» grünen Blättern ^Frisch und würzig haucht die Lust; i Raset schwirren, Lerche» schmettern Süß berauscht von Slanz und Dust. Wonneglühend, freudetrunken Lacht die blühend« Natur, In viel tausend hellen Funken Glänzt die Luft in Wald und Flur. Und ich selber, zwar gefangen Halb noch von de» Winter» Bann, Süßem Bangen und verlangen Doch mich nicht entziehen kann. Holder L«nz. Raturverjünger «It dem allgewaU'gen Hauch, Nahst «In li«bllch«r Bezwinger Meinem starren Herzen auch? Heinrich Sladelinann. ftmelntiflfrtge» + Mittel gegen k»rz«n At«m. »11 nehme Liter frische Wachholderd«!»! grüne, halbreife und reif«, wie die», 11-Stock kommen, zerstoße dieselbe» u.irv 1 Liter Frnchlbrannlwein baran. 1^ «» an der Sonn« einige Zeit stebe» uil nehme morgen», mittag« und uünt< >ede«mal einen Eßldffel voll davon | Pft«t« b«in« Ziihn«. DI«se» (am ■an den Bindern und Erwachsene» miti oft genug zurufen Denn geragt Vernachlässigung der Zöhn« ist die II: fach«. baß sie krank (hohl unb schwarz! werden und dann da» fchmr,;l>* Zahnwrh »«riirsachen Kranke und d«s«kt« Zähn« vermögen auch nicht >» Speisen z» verkleinern! dadurch wird die Verdauung beelntrichlifli u»d >ei »drper mangelhaft ernährt. Datum pfl«ge deine Zähne. Indem du sie I lich wenigsten» «Inmal mit lauem Wasser nnd Zahnbürste reinigest. >« schn«llen Wechsel wischen kalten und warmen Speisen vermeidest, ' fm< harten »«g«nstlnbe wie Nüfsr, Zucker k. zerbeißest, well dadurch der :t»' schmelz abspringt, 4) nicht mit ber Nadel «nd de« weifet daran stochrri, »I 6) keine Zwirn- nnd Sarnsiiden abbeißest. vei den S»««errrltigen b«glnnt di« Saat im April nnd kauet, tu« lim Rai, wodurch man b«n ganz«n Sommrt übet gut» nnd zattkl«ischig^Netti»c bi, Dle Sommetretttge baut man am HSnstgften al» Zwischenfrucht oder zn gesiiten können im JnnI, Juli und August geetntet werden. Der gezähmte 3t«bät. D«r Jörg war j«tzt dr«I Jahr« zur Se« g«. w«s«n und di« Mädel» Im Dorf« behaupten, au» Ihm sei ein recht«« Seebär geworden. Besonder» de» Fischer» Petersen Hilde, dir seine Jugendgespielin war, kann feine eckigen Matrosenmanieren nicht gut vertragen. .Der Jörg muß erst wi«d«t gezähmt werden," bedeutet ste ihrer Freundin Ulla, die e» längs, weiß, mit welch' bangem Herzklopfen die flachsblond« Frle»llinderin Ihten ungeschlachten Seebär etwaritt«. Und in der That, schon in be» nächsten Tagen begannen die Zähmungsversuche. Ansang« zeigte er stch wohl «t-wo« stuvig und ungeschickt, doch «in paat freundliche Blicke seiner Hilde mach, ien Ihn willig und gefügig. Wa» doch die Liebe alle« vermag. e» l>at. Ulla ist heute Zeugin von der vollendeten Zilh> m»»g, und die beiden Madchen lache» sich ve»stä»d»i»voll zu, während Jörg Homonym. Such mich an eine» gluste« Strand In unsetm deutschen flatetland. >,» giüßchen auch kannst du mich schauen Ich ströme selbst durch deutsch« Gauen. Jnlin» g-lk. L»,»,rtph. Mit » man meist Im Gchlase liegt! Mit t fatal, icenn man e» stirer ». Blndee-Toikelee. Ausldsung solgt In nächster Nummer: Problem Nr. »40. >on v. Echinkmann. Schwarz. au« Ansltsnug de» Vildtttätsel» »riß« R»mm«t: «iele Menschen aelangen d«»halb nie zur Hailptsach«, nxil ihn«n ihre Zwilchen-und Nebenhandlungen zu Mcl Mrlt kosten. Schachlösungen: Nr. I««. Nr. 145. L g » k 7. 8 € 4—0 I F » k « f 8 d 4—t * U 5-kI t T i 1-t 1 -K il 4—c 1 ! «tc. K e fr-il S L » 4—« I 1 2 tf C D E F weiß. Hatt In t «Säen. Wie Rechte »»tdebilten. Verlag von W Blank« ln Pikta». Srramivortllche Redaktion don «tnst Pieiss««. «edtuckt UN» hera>.«,l>>: von «reiner * 'Üfeiffet In eluttgatt