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O.Kernstock. Ein trüber Novembertag. Der Wind fährt durch die gelben und roten Blätter, die kreiselnd zur Erde fallen — ein Sinnbild der Vergänglichkeit. In ernstes Sinnen versunken stehen wir am Gedächtnistage der Toten auf dem Friedhofe zwischen den Gräbern. Die stillen Toten, die da unter dem Rasen ruhen, sie reden Heute eine recht vernehmliche Sprache: Gedenket, ihr Menschen, die ihr noch Erdenpilger seid, daß ihr Staub seid und wiederum zu Staub werden werdet! Wir waren einst, was ihr seid, und bald werdet auch ihr sein, was wir sind. — Was ist unser Leben aus Erden? „Ein Rauch, der sich eine Zeitlang hinzieht und dann verschwindet" sagt die Offenbarung. „Ob groß, ob klein, was wir getan, Wenn wir beschlossen uns're Erdenbahn, Wie schnell ist ausgefüllt die leere Stelle! Wie viel macht's Unterschied im Ozean! Ein Tropfen wen'ger oder eine Welle.“ Keine geringere als die verewigte Kaiserin Elisabeth war es, die diese Verse Albert Roderichs eigenhändig niederschrieb und in ihrem Schlafgemache zu Corfu aufhängte. Ja wahrlich, der Tod lehrt auch die Großen der Erde Bescheidenheit und Demut. — „Der Gedanke an den Tod", sagte einst Kaiserin Elisabeth zu ihrem griechischen Vorleser, „reinigt wie ein Gärtner, der das Unkraut ausrodet, wenn er in seinem Garten ist". — Sterben! Wie bitteres Weh bereitet nicht der Tod der Familie, bei der er einkehrt, um eines der Lieben, der Teuren mit sich zu nehmen! Und uns allen ist das nämliche Los beschieden; auch uns wird man zu den Toten legen, früher oder später. Der Dichter Lenau schreibt die vielsagenden Worte: „Die Natur ist furchtbar. Was Abgründe, was Meerestoben! Das ist nichts; aber Todbetten Heißgeliebter, die sind etwas, sind das furchtbarste. Ich träumte sehr oft vom Todesbette meiner Mutter. Diese Erinnerung ist am tiefsten in mein Herz geschrieben. Als ich das Lager mit der Leiche verlassen hatte, mußte ich mühsam die Trümmer meiner Religion zusammenraffen." Ja gewiß, jedes Sterben bildet für uns eine ernste, eindringliche Mahnung und angesichts des herannahenden Eudes vollzieht sich in so mancher Menschenseele, sozusagen in letzter Stunde noch, eine „Umwertung der Werte".. Was dem Menschen früher wichtig, groß und begehrenswert erschien, das wird ihm da unbedeutend, klein und nichtig; die früher einmal angebeteten Götzen hingegen, sie sinken in den Staub. Und gerade das, wovon mancher sich im Leben Jahrzehnte und Jahrzehnte lange geflissentlich abgekehrt, nämlich das eine Wichtige und Notwendige, erscheint ihm jetzt erst in seiner wahren Größe und Bedeutung. Nur zu viele, die früher müßig da standen in der wichtigsten Arbeit, im Wirken für ihr ewiges Glück, nur zu viele, die andere sogar verlachten und ver-- Tantur, den 20. September 1905. Geehrter Herr Redakteur! Bor einigen Wochen verließ Jerusalem die mährisch-deutsche Pilgerkarawane, bestehend aus 529 Männern und Frauen. Ich benütze dieses, um Ihnen einige Zeilen für den „Gottscheer Boten" zukommen zu lassen, um meine Landsleute einigermaßen über Zweck, Art und Weise der Pilgerzüge aufzuklären und auch, um vielleicht einen oder den anderen meiner Landsleute — behüte Gott alle — zu einer Pilgerung ins heilige Land aufzumuntern. Ich finde Namen von Pilgern aus aller Herren Länder, ja aus allen Bezirken Österreichs verzeichnet, nur aus dem engeren Bezirke Gottschee konnte ich bis jetzt keinen finden. Gewiß werden sich die meisten noch an die Jugendzeit erinnern können, in welcher eine liebe Mutter das Kind auf dem Schöße hielt, ihm die Hände faltete und zu erzählen anfing, wie der liebe Heiland auf die Erde herabstieg, als Kindlein im Stalle zu Bethlehem geboren, wie er das schwere Kreuz tragen mußte, wie er am Kreuze gestorben, begraben und glorreich von den Toten auferstanden und aufgefahren ist in den Himmel. An diesen Orten, die ja wirklich vorhanden und nicht wie vielleicht einzelne glauben, nur in der Einbildung existieren, die von taufenden jährlich besucht werden, ja an diesen Orten zu beten, das müßte so recht zu Herzen gehen, werden sich sicherlich auch einige meiner Landsleute schon gedacht haben. Und das haben sich auch tausende andere gedacht und haben es auch ausgeführt. Zeugnis davon geben die in den letzten Jahren ausgeführten großen Pilgerfahrten der Tiroler, Bayern, Oberösterreicher usw. abgesehen von denen aus Italien, Spanien, Frankreich. Und was diese vielen Tausende, meist arme Leute, konnten, warum nicht auch einer oder der andere meiner Landsleute. Ich kenne viele Pilger, die das zweite-, ja dritte- und viertemal hier waren und stets beteuerten, wenn mich der liebe Gott am Leben läßt und ich das nötige Geld dazu erarbeitet, komme ich wieder. Viele werden sich denken, ja mein Gott, warum so weit gehen, warum so viel Geld opfern, wallfahrten können wir ja auch hier, wo wir es näher, wo wir es billiger haben und keinen Gefahren ausgesetzt sind ; aber diese sollen wissen, daß Jerusalem mit seinem Gethsemani, Golgatha, heiligem Grabe und Bethlehem, der Geburtsstätte des Heilandes, unsere größten Gnadenstätten sind. Und wer einmal an diesen uns hochheiligen Stätten weilt, der vergißt wohl alles, Entfernung von. der Heimat, die vielen Geldopfer und denkt nur an sein Seelenheil, um sich Gnaden zu erbitten für sich und alle seine Lieben in der Heimat. — Besonders hier spotteten, welche sie kein bloßes Diesseitsleben führen sahen, werden in der elften, in der letzten Stunde von der Gnade noch berufen und folgen diesem Rufe. Schon so manchen haben erst die letzten Lebenslage aus einem Saulus zu einem Paulus gemacht. Aber wissen wir denn, ob uns die Gnade der elften Stunde zu teil wird? Ist es nicht vernünftiger und klüger, so zu leben, daß wir stets sozusagen reisefertig sind? „Seid bereitI" das ist die wichtigste Mahnung aus dem Munde des Heilands. Nun gibt's freilich Tausende und Tausende, die sich solche ernste Gedanken einfach aus dem Kopfe schlagen und sprechen: „Lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!" Solche Leute, die von einer höheren Zielbestimmung des Menschen, die von einem Jenseits nicht wissen wolle», zitieren wohl gerne das höhnische Wort Heines: „Ich glaub' nicht an den Himmel, von dem das Pfäfflein spricht"; denn „Kein Jenseits gibt's, kein Wiedersehn, Drum macht euch dieses Leben schön!" Allein wenn's wirklich Ernst wird mit dem Sterben, wenn sich die Schatten des Todes niedersenken, dann verstummt Hohn und Spott, dann wird das früher unbeachtete oder gar mißachtete Kreuz selbst dem Gleichgültigen und dem Spötter Trost und Zuversicht. Man höre nur die und lasse die erzählen, welche solche Fälle in ihrem Berufe oft und oft schon erlebt haben. Man pflegt derlei Erlebnisse nicht auszuposaunen und an die große Glocke zu hängen; aber sie kommen tausend- und tausendfach vor. Gegenüber den oben angeführten Heineschen Spottversen wollen wir übrigens Goethe ins Treffen führen, dessen Autorität auch bei jenen zu gelten pflegt, die von Christentum und Kirchentum nichts wissen wollen: „Wenn einer 75 Jahre alt ist, kann es nicht fehlen, daß er mitunter au den Tod denke. Mich läßt dieser Gedanke in völliger Ruhe; denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur; es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ist der Sonne ähnlich, die bloß unfern irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich leuchtet" (Gespräche mit Eckermann I, 154). Ein Denker des Mittelalters sagt: „Ich lebe, ich weiß nicht, wie lang; ich sterbe, ich weiß nicht, wann; ich gehe, ich weiß nicht, wohin; wie ist es möglich, daß ich noch so fröhlich bin!" — Jenseitsstimmung und echte Herzensfröhlichkeit schließen sich nicht gewesenen Priestern geht ein ganz anderes Verständnis des Evangeliums auf und können sie ihren Pfarrkindern nach der Pilgerfahrt vieles erzählen und in ihre Predigten manch Neues zu Nutz und Frommen der Zuhörer einflechten. Auch die letzten Pilger hatten viele Bedenken, aber fragen wir sie heute, wie sie darüber denken. Ich sah sie in drei Eisenbahnzügen von Jaffa ankommen. Trotz Hunger, Durst, Hitze und Müdigkeit sah ich sie weinen beim Anblick der heiligen Stadt, dastehend, tiefernst, in sich gekehrt, den Rosenkranz betend, sich gruppenweise ordnend, um den Einzug nach Jerusalem prozessionsmäßig zu halten. Voran trugen vier stämmige Bauernburschen die mitgebrachte Marienstatue, welche viele weißgekleidete Jungfrauen begleiteten. Vor dem heiligen Grabe wurden sie von den Obern der PP. Franziskaner begrüßt und in die Grabeskirche geführt, wo sie kurz dem lieben Heiland dankten für die glücklich überstandene Reise. In die Hospize geführt, gelabt mit Speise und Trank, überließen sich wohl fast alle einem erquickenden Schlafe, um am Tage darauf zeitlich wieder in die Grabeskirche geführt zu werden. Hier zelebrierte der hochwürdigste Weihbischof von Olmütz ein feierliches Amt für Se. Majestät den Kaiser Franz Josef. Noch nie hat es Jerusalem erlebt, daß ein österreichischer Bischof an der Spitze von 529 Pilgern in Gegenwart des österreichischen Konsuls, aller hier weilenden Österreicher am 18. August das Dank- und Bittopfer für Se. Majestät darbringen konnte. A. H. aus, vertragen sich vielmehr sogar sehr gut miteinander. Wer sein Tun und Lassen nach den Vorschriften des Christentums entrichtet, dem braucht der Gedanke an den Tod die Freude am Leben, die Lust am nützlichen und ersprießlichen Wirken und Schaffen nicht zu vergällen. „Ich wandte fröhlich", sagt der Psalmist (CXIX), „denn ich suche deine Befehle". Wem der Befehl, der Wille des Höchsten stete Richtschnur ist im Leben und im Sterben, für den ist der Tod nichts Entsetzliches, nichts Schreckliches, er ist ja die Pforte zu einem höheren, glücklicheren Dasein, die Pforte zum ewigen Leben. Entsetzenerregend ist nur der Gedanke an ein ewiges Unglück. — Ewiges Leben! Wie wird es beschaffen sein? „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört und in keines Menschenherz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben" (Kor. I 2, 9). Damit wollen wir uns beruhigen und jedes weitere Grübeln unterlassen. Wie ein Kind sich keinen richtigen Begriff machen kann von dem Ideen- und Jnteresfenkreis eines Erwachsenen, meint Kneib, so können wir uns keine ausreichende und erschöpfende Vorstellung bilden vom Leben, wie es der Geist im Jenseits führt. Im Genüsse der Sinneslust gibt es ein „Ausleben". Da mag, wie Schell bemerkt, eine Zeit kommen, wo nichts mehr reizt, nichts mehr erquickt. Anders ist es im geistigen Leben des Erkennens und Wollens. „Mit jeder Erkenntnis und Tugendübung verbindet sich die Sehnsucht nach Neuem, bleibt die Lust am Alten und wächst die Fähigkeit zum Verständnis und zum Vollzug des Zukünftigen. Ausleben kann sich hierin niemand. Der Fülle des unendlichen Wesens und Lebens ist nur eine unendliche Denk- und Willenskraft gewachsen. Der geschaffene Geist wird selbst in Ewigkeit nie damit fertig werden. Wenn Gott reich genug ist, um sich in unaufhörlichem Interesse mit sich selbst zu beschäftigen, so hat wohl auch die Menschenseele in Ewigkeit genug an ihm zu betrachten und zu bewundern, keine starre Ruhe, keine langweilige Einerleiheit, sondern nie verblühende Jugend, stets sich erneuernde Geburt des Lichtes und des Lebens." Zur Geschichte der Gottscheer Landschulen. Ate Schute itt Wöset. Wie fast in allen Pfarren des Gottscheer Ländchens, so waren auch in Mösel Priester diejenigen, welche den Grund zur Schulbildung im Volke legten, indem sie die Kinder nicht nur in den Religionswahrheiten, sondern auch in anderen Gegenständen unterrichteten. Solche Jugendbildner waren in der Pfarre Mösel die Kapläne Andreas Luscher, Georg Petsche und Franz Grum, deren Andenken heute noch im Volke fortlebt. Von Luscher heißt es in einem amtlichen Berichte vom 14. März 1815, daß er „feit vier Jahren immer einige Kinder im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet". Sein Nachfolger Georg Petsche, der zuerst als Kaplan und dann als Pfarrprovisor bis Ende 1819 in Mösel wirkte, hat nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Schulmeister sich ein dankbares Andenken im Volke gesichert. In einer alten Schulchronik wird er unter denjenigen Geistlichen und Privatlehrern genannt, welche „in den früheren Zeiten die Schule zu Mösel versahen und deren hier die Leute oft erwähnen und ihnen den Dank aussprechen". Franz Grum war Kaplan in Mösel vom September 1831 bis Oktober 1833; er unterrichtete ebenfalls in den praktischen Lehr-gegenständen, und zwar nicht bloß Knaben, sondern auch Mädchen, bei denen sich zum Lerneifer dann ein solcher Lehreifer gesellte, daß sie, wie erzählt wird, wieder anderen ihres Geschlechtes Unterricht erteilten. So wurde die Schulbildung allmählich in das Volk getragen und unter demselben erhalten und gefördert. Neben diesen geistlichen Herren wirkten in Mösel als Privatlehrer auch weltliche. Nach Angabe älterer Personen soll nämlich in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts außer der Geistlichkeit ein deutscher Soldat aus Ungarn Privatunterricht in Mösel erteilt haben. Es dürfte dies Johann Püfel (Piefel) gewesen sein, der laut eines Berichtes des Schuldistriktsaufsehers vom 23. August 1819 ein Ausländer war, eine Zeitlang beim Militär als Fourier (Quartiermacher) gedient hatte, dann aber sich in Rieg niederließ und dort als Notlehrer (ohne beigebrachte pädagogische Zeugnisse) in einem Privathause Unterricht erteilte. Als bald nach 1820 die Pfarre Rieg ein neues Schulhaus bekam, war Püfel nicht mehr dort, denn die Rieg er beklagten sich in einer Eingabe an die Schulbehörde, daß sie zwar ein Schulhaus, aber keinen Lehrer hätten. Der Genannte scheint also inzwischen Rieg verlassen zu haben und einer Einladung nach Mosel gefolgt zu sein, wie er denn auch tatsächlich unter den ältesten Schulbildneru der MöslerJugend genannt wird. Schreibhefte mit deutscher und lateinischer Schrift eines seiner Schüler wurden noch in späteren Zeiten gezeigt und es heißt, daß die Schrift „ziemlich leserlich" war. Einen besonderen Eifer im Unterricht und in der Erziehung legte ein gewisser Michael Putre an den Tag. Einer einfachen Bauernfamilie in Reintal Nr. 9, vulgo Palschhanscheisch, im Jahre 1808 entsprossen, zeigte er schon frühzeitig eine auffallende Vorliebe für das Lehrfach. Was ihm an Gelegenheit und Mitteln zur eigenen Ausbildung gebrach, ersetzte er durch Privatfleiß. Bald hatte er es durch Strebsamkeit und Ausdauer so weit gebracht, daß er in seinem Geburtsorte Reintal eine Art Notschule errichtete, indem er die wißbegierigen Kinder um sich versammelte und ihnen Unterricht erteilte. Er machte später den Präparandenkurs in Laibach und legte die vorgeschriebene Konsistorialprüfung mit so glänzendem Erfolge ab, daß er bald darauf, ungefähr um das Jahr 1830, an die Werksvolksschule zu Jdria berufen wurde. Fürstbischof Anton Alois pflegte nämlich die Schule seiner Vaterstadt Jdria, an der er selbst den ersten Unterricht genossen hatte, mit den besten Lehrkräften zu besetzen. Das bewies er auch bei einer anderen Gelegenheit. Als er nämlich zu Anfang der fünfziger Jahre auf einer Firmungsreise die Schule von Mitterborf besuchte, war er von den Leistungen der Schüler und der Tüchtigkeit des Lehrers Josef Erker derart befriedigt, daß er seiner Begleitung gegenüber den Wunsch nach Versetzung des Mitterdorfer Lehrers an die Jdrianer Schule unverhohlen zum Ausdruck brachte. Hätte Erker über genügende slovenische Sprach-kenntnis verfügt, wäre der Wunsch des Kirchenfürsten wahrscheinlich zur Tat gediehen. Zu Putres Zeiten mögen die Verhältnisse in Jdria anders gewesen sein, so daß er ohne Beherrschung der slo-venischen Sprache seinen Pflichten Nachkommen konnte. Übrigens hat er sich in seiner neuen Stellung das Slovenische bald angeeignet und sich dadurch den Grund zu einer neuen Beförderung gelegt. Er kam nämlich nach mehrjährigerWirksamkeit inJdria an die k. k. Normalhauptschule in Laibach, wo er bis zu seiner Versetzung in den wohlverdienten Ruhestand segensreich wirkte. (Fortsetzung folgt.) Aus Stabt urtb Cartb. Hottschee. (Erhebung in den Adelsstand.) Wie wir bereits mitgeteilt, hat. der Kaiser mit Allerhöchstem Diplome vom 7. August 1905 dem Herrn k. u. k. Major Josef Rom in Wien, geboren in der Stadt Gottschee 1831 im Hause Nr. 31, sowie seinen ehelichen Nachkommen infolge seiner 38 Jahre langen, ununterbrochenen, stets tadellosen Dienstzeit sowie seiner vor dem Feinde erprobten Tapferkeit den Adelsstand mit dem Ehrenworte „Edler von" Zu verleihen geruht. — (Supplierung.) Der Lehramtskandidat Josef Erker, Sohn des Oberlehrers von Mitterdorf, der in Bozen den vierten Jahrgang der k. k. Lehrerbildungsanstalt besucht, suppliert gegenwärtig an der k. k. Übungsschule zu Bozen teilweise den jüngst verstorbenen dortigen k. k. Übungsschullehrer I. Ursch. Wir gratulieren! — (Todesfall.) Vor einigen Wochen starb zu St. Andrä in Kärnten der bekannte Jesuitenpater Doljak, der in vielen Gottscheer Pfarren Missionen abgehalten hat und wegen seiner feurigen Predigten hierzulande in bestem Andenken steht. R. I. P. — (Gemeindeausschußsitzung.) Am 18. Oktober l. I. fand unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Alois Loy eine Gemeindeausschußsitzung statt. Der Vorsitzende teilte zunächst mit, daß namens der Gemeinde anläßlich des 75jährigen Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers eine Loyalitätskundgebung dargebracht wurde und verlas das herabgelangte Allerhöchste Dankschreiben vom 8. September l. I. Ferner brachte der Vorsitzende das namens der Gemeindevertretung an Seine Exzellenz k. k. Sektionschef Baron Hein abgegangene Glückwunschschreiben anläßlich der ihm zuteil gewordenen Allerhöchsten Auszeichnung, die an den Genannten und an Herrn k. k. Statthalterei- Vizepräsidenten Graf Schaffgotsch namens der Gemeindevertretung erstatteten Dankesschreiben anläßlich ihres Scheidens aus Krain und die von den genannten Herren eingegangenen Antwortschreiben zur Kenntnis. Weiters verlas der Vorsitzende die namens der Gemeinde an das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht eingebrachte neuerliche Petition wegen der Ausgestaltung des hiesigen k. k. Üntergymnasiums zu einem Obergymnasium. — Der Antrag des Obmannes der Bausektion, Herrn Forstmeisters Rudolf Schadinger, es sei ein Latrinenreinigungs-Apparat „Patentsauger, System Wagner" bei der Firma R. Czermack in Töplitz in Böhmen mit einem Faßinhalte von 800 Liter nebst notwendiger Saugleitung anzuschaffen, wurde einstimmig angenommen und die bereits erfolgte Bestellung dieses Apparates nachträglich genehmigt. Ebenso wurde der Antrag betreffs Herstellung eines Kanales in der „Breitengasfe" zum Zwecke der Abfuhr der Abfallswässer aus den daselbst befindlichen Wohngebäuden stimmeneinhellig angenommen. — Die Stierwärterstelle wurde bis Ende 1905 provisorisch besetzt. — Nachdem mehrere Unterstützungsgesuche erledigt und beantragt worden war, daß beide Zuchtstiere wegen ihrer Zuchtunfähigkeit verkauft werden sollen und diesbezüglich seitens des Vorsitzenden Abhilfe in Aussicht gestellt worden war, wurde die Sitzung geschlossen. — (Die Frauen- und Mädchenorts gruppe der „Süd-mark") hielt am 27. Oktober l. I. im Hotel „Post" ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Obmannstellvertreterin, Frau Paula Hauff, eröffnete die Versammlung und begrüßte herzlichst die Erschienenen. Hierauf erstattete die Schriftführerin, Fräulein Mizzi Obergföll, den Jahresbericht. Nach demselben ist die Zahl der Mitglieder der Ortsgruppe ungefähr die nämliche geblieben wie im Vorjahre, indem der Austritt einiger weniger Mitglieder durch den Eintritt neuer Mitglieder wettgemacht wurde. Die Ortsgruppe beteiligte sich entsprechend bei zwei Veranstaltungen, und zwar beim Heringsschmausfeste, bei welchem 140 Kronen für das Deutsche Studentenheim in Gottschee als reine Einnahme verblieben, sowie auch an der Feier des 20jährigen Bestandes des hiesigen deutschen Turnvereines. Insbesondere ist der schöne Verlauf des damals veranstalteten Frühschoppens nicht in letzter Linie den Bemühungen des Ausschusses zuzuschreiben. Die laufenden Geschäfte der Ortsgruppe wurden in zehn Ausschußsitzungen erledigt. Nach dem von der Zahlmeisterin, Fräulein Pepi Widerwohl, vor-getragenen Kassaberichte wurden 135 Kronen an die Hauptleitung des Vereines abgeführt. Zu Rechnungsprüferinnen wurden die Frauen P. Fritsch und Maria Satter gewählt. In den Vereinsausschuß wurden gewählt, bezw. wiedergewählt die Frauen, beziehentlich Fräulein: Reite Schreyer, Obmännin; Paula Hauff, Obmannstellvertreterin; Mizzi Obergföll, Schriftführerin; Gertrud WolSegger, Schriftführerstellvertreterin; Pepi Widerwohl, Zahlmeisterin; Marie Starke!, Zahlmeisterstellvertreterin. — (Dilettantentheater.) Die Sonntag den 22. Oktober im Hotel „Post" veranstaltete Theatervorstellung hatte folgende Vortragsordnung: 1. Die Schwäbin. Lustspiel in einem Aufzuge von Castelli. 2. Vorlesung in obersteirischer Mundart; Herr Doktor Karl Prodinger. 8. Schneider Fips. Lustspiel in einem Akte von Kotzebue. — Die Vorstellung war sehr gut besucht und die trefflichen, ja teilweise ganz ausgezeichneten Darbietungen ernteten wohlverdienten reichen Beifall. Das namhafte Reinerträgnis fällt zur Hälfte dem Deutschen Studentenheim, zur anderen Hälfte dem deutschen Turnvereine zu. ■— (Vom gewerblichen Unterrichtswesen.) Im Staats-Voranschläge für das Solarjahr 1906 ist für die Fachschule für Holzbearbeitung in Gottschee der Betrag von 27.427 Kronen, darunter 24.357 Kronen für Gehalte und Remunerationen, eingestellt. — (Freikurse behufs theoretischer und praktischer Unterweisung im Abteilungsunterrichte.) Der Leiter des Ministeriums für Kultus und Unterricht hat zu genehmigen gefunden, daß vom Schuljahre 1905/1906 angefangen an der Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt in Laibach im vierten Jahrgange von den für die Schulpraxis bestimmten Unterrichtsstunden im zweiten Semester jedes Schuljahres im ganzen acht Stunden für die theoretische Unterweisung im Abteilungsunterrichte gewidmet und daß mit diesem Unterrichte der Professor au der Lehrerbildungsanstalt in Laibach Herr Rudolf Peerz betraut werde. —, (Der k. k. Landesschulrat) hat in feiner Sitzung am 24. Oktober die Errichtung einer einklasstgen Volksschule in Reichenau genehmigt. — (Vom Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die bisherige Supplentin an der Volksschule in Unterloitsch Fräulein Maria Režek zur Aushilfslehrerin an der interimistisch in Tschöplach nntergebra chten Parallelabteilung der Volksschule in Unterdeutschau bestellt; ferner die Supplentin und geprüfte Lehramtskandidatin an der Volksschule in Altlag Fräulein Rosa Ermacora an Stelle des als Lehrer an der Volksschule in Pöllau (Steiermark) ernannten provisorischen Lehrers Herrn Hans Eppich zur provisorischen Lehrerin an der erstgenannten Schule ernannt. — (Ein Postkondukteur verunglückt.) Als am 26. Oktober der Postkondukteur 8ega der hiesigen Postanstalt mit dem Postwagen von Gottschee zum Bahnhofe fuhr, fiel er vom Kutschbocke und erlitt am Unterleib so schwere Verletzungen, daß er mit der Bahn nach Laibach und von der Südbahnstation mit dem Rettungswagen ins Landesspital überführt werden mußte. — (Abreise.) Herr Matthias Weber, Chef der Firma Brüder Weber in Wien, der jüngst seiner engeren Heimat einen Besuch abstattete und einige Wochen in unserer Stadt als willkommener Gast weilte, ist wieder nach Wien abgereist. Auf baldiges Wiedersehen! — (Landtag.) Der krainische Landtag wurde am 25. Oktober eröffnet. Der Herr Landeshauptmann v. Detela stellte den neuen Herrn Landespräsidenten vor und brachte ein begeistert aufgenommenes „Slava" und „Hoch" auf Seine Majestät den Kaiser aus. Der Herr Landespräsident Schwarz dankte für die freundlichen Begrüßungsworte, betonte, daß das Land unter den gegenwärtigen Verhältnissen leide und äußerte den lebhaften Wunsch, es möge bald ein glücklicher Ausweg aus dieser Situation gefunden werden. Daö Land werde, einmal von diesem Alp befreit, anf-atmen und einer schönen und glücklichen Zukunft entgeoengehen. Die Rede des Herrn Landespräsidenten wurde sehr beifällig ausgenommen. Den verstorbenen Landtagsabgeordneten Ritter von Langer, Dr. Schaffer und Baron von Apfaltern widmete der Herr Landeshauptmann einen warmen Nachruf. Für die vorliegenden und zu gewärtigenden Wahlreformanträge wurde ein zwölfgliedriger Verfaffnngsausfchuß gewählt. Am Schluffe der ersten Sitzung demonstrierte die Galerie für das allgemeine und gleiche Wahlrecht, indem eine Anzahl Zettel mit der (flovenischen) Aufschrift: „Heraus mit dem allgemeinen Wahlrecht!" in den Saal geworfen wurde. — (Sparkasse der Stadt Gottschee.) Ausweis für den Monat Oktober 1905. Einlagen: Einqelegt wurden im Monate Oktober 1905 166.830 K 46 h und 'behoben 87.656 K 93 h, wonach sich der Einlagenstand um 79.163 K 53 h erhöhte. Der Einlagenstand beträgt somit mit Ende Oktober 1905 5,079.116 K 31 h. Hypothekardarlehen: Im Monate Oktober 1905 wurden verausgabt 83.900 K, rückgezahlt hingegen 6403 K 84 h, somit ein Zuwachs von 77.396 K 16 h. Der Hypothekenstand beträgt somit mit Ende Oktober 1905 4,063.930 K 53 h. — (Todesfall.) Am 28. Oktober starb in Reifnitz der Senior der krainifchen Landtagsabgeordneten, Herr Primus Pakiž, Besitzer in Zamostec bei Soderschitz, im 77. Lebensjahre. Herr Pakiž, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, war seit dem Jahre 1873 im Landtage Abgeordneter des Landgemeinden-Wahlbezirkes Gottschee- fehl Reifnitz - Großlaschitsch und gehörte der katholisch-nationalen Partei gm an. Durch eine Reihe von Jahren war er auch Mitglied des aus k. k. Bezirksschulrates in Gottschee. Der Verblichene war seines lau ehrenhaften, biederen Charakters wegen allgemein geachtet und bei zun allen Parteien des Landtages beliebt. Das Leichenbegängnis fand am zU 30. Oktober nachmittags in Soderschitz statt. An demselben be- unk teiligte sich auch Herr Landesregierungsrat Dr. Michael Gstettenhoser. ^ „A — (Besitzwechsel.) Das Haus des Josef Kren in Gottschee ! folc Nr. 177 ist durch Kauf um den Preis von 1921 Kronen in den Besitz des Herrn Johann Jaklitsch übergegangen. Am — (Katholikentag und Abfallsbewegung.) Wie wir und vernehmen, wird während des allgemeinen Katholikentages in Wien Mt auch eine Festversammlung des Bouisatius - Vereines am 19. No- krai vember um 7 Uhr abends in der gewaltigen Volkshalle des neuen ; am Rathauses stattfinden. Der hochverdiente Gemeinderat Herr Leopold Knnschak (Wien) wird das Thema „Arbeiterschaft und Abfalls- der bewegung" besprechen und Herr Nikolaus Racke aus Mainz, einer ^ sei! der besten Redner des katholischen Deutschland, wird die Ver- : fche werslichkeit der „Los von Rom"-Bewegnng darlegen. Eintritts- ! Bai karten sind unentgeltlich zu haben beim katholischen Aktionskomitee wec in Wien, I. Bäckerstraße 14. Die Teilnehmerkarte des Katholiken- ftra tages berechtigt zum Besuch auch dieser Versammlung. Also noch- | gcm mals: Auf zum Katholikentage nach Wien! . (Ol — (Der frühe Winter) hat so manchen Landwirt recht { ist unangenehm überrascht. Abgesehen von dem großen Schaden, den beff die schwere Schneelast an den Bäumen angerichtet hat, harren auf j mat den Feldern auch noch vielfach die Rüben, das Kraut rc. ihrer eud- | nän liehen Heimbringung. Desgleichen heißt es häufig noch, die Streu ! per und das Holz für den Winter nach Hanse zu schaffen. Und nun Tei liegt alles tief unter der Schneedecke! Dürfen wir vielleicht doch des noch auf einen schönen, wärmeren Spätherbst hoffen? Die Sonne We, allein wird der großen Schneeinaffen wohl schwer Herr werden, wenn j halt ihr nicht der Südwind zu Hilfe kommt. Mittlerweile hat der dies Schirokko mit dem Schnee schon stark aufgeräumt, so daß Hoffnung für vorhanden ist, daß es noch aper werden wird. We: — (Hoher Schnee.) So schön im heurigen Jahre der Bai Sommer war, so unfreundlich gestaltete sich der Herbst. Seit der vorl ziveiten Hälfte des September herrschte fast ausnahmslos regne- Wa risches oder trübes Wetter und dabei eine empfindlich kühle Tempe- Str ratnr. Nach dem wochenlangen ungesunden Allerseelenwetter — Regen, teilweise gemischt mit Schnee — und nachdem die Höhen- eine kämme bereits mehrmals eine weiße Decke getragen hatten, begann kam es am 24. Oktober abends auch im Tale stark zu schneie», so daß Bai über Nacht die Gegend in eine Winterlandschaft umgewandelt und wurde. Am 25. Oktober war der Schnee bereits 30 Zentimeter Hel hoch und tagsdaranf erreichte er eine Höhe von mehr als ein Meter, Ehr in höheren Berglagen selbst zwei Meter und darüber. Die sehr wok unerfreulichen Folgen blieben denn auch nicht aus. An den Obft-^ läch kulturen und den noch belaubten Bäumen überhaupt richtete der Schnee einen ganz enormen Schaden an. Tausende und Tausende von von Ästen brachen unter der schweren Last ab, viele Bäume ver-! lieh] loreu ihre Krone, manche wurden mitten entzweigespalten. Dazu hör> dann noch die großen Verkehrshindernisse! In der Stadt mußte For der mit acht Pferden bespannte Schneepflug die Straße fahrbar machen. Manches abgelegene Dörfchen war ein paar Tage von gefci jedem Verkehre abgesperrt. Selbst die Bezirksstraßen waren kurze Hai Zeit unfahrbar. Nur mit größter Mühe gelang es den im Berg- nun walde beschäftigten Holzarbeitern, sich durch die gewaltigen Schnee- wüs massen hindurchzuarbeiten und ins Tal zu gelangen. Die Eisenbahn- mas züge kamen am 25. und 26. Oktober mit zwei- und dreistündiger anck Verspätung au. Am 25. Oktober abends entgleisten überdies in der hiesigen Station mehrere Waggons. Am 27. Oktober heiterte sich Gec der Himmel endlich aus uud tagsdaranf hatten wir in der Frühe Besi eine Kälte von — 10° R. Die von manchen Wetterpropheten mit- tätit geteilte Ansicht, daß wir noch einen schönen, warmen Spätherbst („Altweibersommer") bekommen sollten, ist also bisher ■— wir «me schreiben diese Zeilen am 28. Oktober — nicht in Erfüllung gegangen. Ein allerdings schlechter Trost mag es für uns sein, daß aus allen Weltgegenden Meldungen über starke Schneefälle ein-laufen. Eine Unmasse von Zugvögeln dürfte dem frühen Winter zum Opfer gefallen sein; auch der Wildstand wird manchen Schaden zu beklagen haben. Es heißt, daß es seit 1775 keinen so kalten und schneereichen Oktober mehr gegeben hat wie im heurigen Jahre. „Auf reichlichen Regen im Oktober pflegt ein fruchtbares Jahr zu folgen" sagt ein altes Loswort. Wenns nur auch wirklich zuträfe! — (Märkte in Krain vom 5. bis 20. November.) Am 6. November in St. Bartelmä, Kropp, Mannsburg, Oberlaibach, und Großlaschitz; am 11. in St. Gotthard, Bucka, Fara, Jgg, Moräutsch, Präwald, Krainburg; am 13. in Laibach, Feistritz (Inner-krain), St. Martin bei Littai und Ratschach; am 14. in Möttling; am 15. in Grachowo; am 16. in Jdria. Witterdorf. (Nochmals „Gott sei Dank".) Durch die in der letzten Nummer des „Gottscheer Boten" enthaltene Notiz „Gott sei-Dank", in welcher zwar niemand persönlich angegriffen wurde, scheint sich doch ein gewisser P. beleidigt zu fühlen, der sich im Bauernbündler unter anderem darüber äußert: „Der Verbindungsweg von Mitterdorf zur Bahnstation in die vorbeiführende Landstraße ist nicht, wie der Botenschreiber sagt, unpassierbar, sondern ganz gut passierbar, ja noch besser als die vvrbeiführende Landstraße. (Oho!) Ein Promeuadeweg ist er freilich nicht." Dieses letztere ist bestimmt wahr, denn so sehen die Promenadewege nicht aus, besser sind ja oft Feldwege. Wer’s nicht glaubt und nicht weiß, mag sich überzeugen. Was aber elfteres anbelangt, der Weg sei nämlich ganz gut passierbar, ist nur wahr, wenn P. diesen Weg per Wagen passiert, denn, daß der Weg für Fußgänger den größten Teil des Jahres unpassierbar ist, beweist ja zur genüge der längst des Weges liegende Acker, welcher ungefähr anderthalb Meter vom Wege ab ganz betreten ist. Freilich weiß der in Amerika sich aufhaltende Besitzer dieses Ackers nicht, welch großer Schaden ihm durch diesen Weg zugefügt wird. Warum hat, man schon im Frühjahre für diesen Weg Schotter geklopft, wenn er im guten Zustande war? Wer lügt also? Sagen Sie uns das PI — Weiters zitiert P. im Bauernbündler auch die Bezirksstraße von Mitterdorf bei der Post vorbei nach Geschwend, „die oft bei starken Regengüssen unter Wasser stehe und trotzdem passierbar sei". Passierbar muß diese Straße sein, weil man ihr nicht rechts und links ausweichen kann, da sich auf einer Seite ein Gartenzaun und auf der anderen Seite eine Häuserreihe befindet, welch beides man doch nicht überschreiten kann. — Es muß also gesagt werden, daß P. alles, was er im Bauernbündler schreibt, selbst nicht glauben kann. Was das Leisten und Zahlen bei Wegreparaturen anbelangt, zahlt P. dazu nicht einen Heller mehr als der Botenschreiber. Wenn dem P. solche Wege Ehre machen, so sei ihm eine solche wohl vergönnt. — Also früher wohl bedenken, was man zusammenschreibt, damit man sich nicht lächerlich macht. — (Kollaudierung.) Am 26. Oktober l. I. wurden die vom Gemeindevorsteher Herrn M. Siegmund neu erbauten Räumlichkeiten (Eiskeller, Schlachtbrücke, Fleischverkaufsgewölbe) der behördlichen Besichtigung unterzogen und hiebei alles den gesetzlichen Forderungen entsprechend befunden. ■— (Des Guten zuviel.) Ein wenig Schnee hätte uns nicht geschreckt, daß uns aber davon gleich ein 80 Zentimeter hoher Haufen beschert wird, ist des Guten doch zu viel und dazu kommen nun noch die durch den Schneefall verursachten argen Baumverwüstungen. Es sähe in der Tat schlimm aus, wenn diese Schneemasse liegen bliebe, weil vielerorts Kraut, Rüben, Möhren und auch die Streu noch nicht eingebracht ist. — (Besuch.) Der aus Neuloschin gebürtige Kaufmann Herr Georg Schleimer aus Selztal war letzhin einige Tage hier auf Besuch seiner Verwandten. Herr Schleimer ist durch seine Wohltätigkeit, die er oft schon bekundete, in seiner Heimat bestbekannt. — (Sterbefall.) Herr Peter Hudolin, der samt Frau seit einem Jahre hier wohnte, ist am 28. Oktober dem Lungenleiden, das er in christlicher Ergebenheit trug, erlegen. Aus Morobitz war er gebürtig und brachte es durch rastlose Tätigkeit so weit, daß er vor einigen Jahren in Wien einen eigenen. Kaufladen eröffnen konnte. Er ruhe in Frieden! — (Unglücklicher Schuß.) Am Vormittag des Allerheiligenfestes zog es den Besitzer Johann Kraker aus Obrem Nr. 6 auf die Hutweide hinaus, um dort sein neu gekauftes Gewehr zu erproben. Wie so es kam, ist noch nicht recht klar, aber Tatsache ist es, daß sich das Gewehr entlud und der Schuß dem Manne durch den Magen und Gedärme drang. Leute, welche von der Messe kamen, fanden den Angeschossenen auf der nach Malgern abzwei-gendeu Straße liegen und trugen ihn heim. Priester und Arzt waren sogleich da; letzterer verordnete die Überführung des Verunglückten ins Landesspital nach Laibach. Über den Erfolg der vorzunehmenden Operation berichten wir in nächster Nummer. HM'andt. (Kollaudierungsverhandlung und anderes.) Am 26. Oktober wurde die Kollaudierungverhandlung, betreffend die Herstellungen an der Pfarrkirche, dem Pfarrhofe und den pfarr-pfründlichen Wirtschaftsgebäuden in Pöllandl durch die Herren Dr. Matthias, k. k. Bezirkskommissär und Bautechniker Bloudek aus Rudolfswert vorgenommen. Unternehmer der durchgeführten Arbeiten war Herr Franz Fink aus Pöllandl. Die Kollaudierungskommission sprach sich lobend über die solid durchgeführten Arbeiten aus. Der Kostenbetrag für die Herstellungen belief sich auf rund 1870 Kronen. Es ist zwar vieles an der Pfarrkirche, dem Pfarrhofe und den Wirtschaftsgebäuden neugemacht, umgestaltet und ausgebesfertworden, doch sind hiemit bei weitem noch nicht alle Mängel und Gebrechen an genannten Gebäuden behoben. — (Frühzeitiger Winter.) Es wird zwar niemanden befremden, wenn der „Bote" auch aus unserem Tale die Nachricht von ungewöhnlichem, frühzeitigem und hohem Schneefalle hinausträgt in die Welt, auch geschieht die Erwähnung des frühzeitigen Winters deshalb, weil die meisten hiesigen Besitzer das Schweine-futter und die Streu noch nicht eingebracht und sich mit dem nötigen Brennholz für den Winter noch nicht versehen haben. Hoffentlich wird Frau Sonne dem gestrengen „Herrn Winter" die Regierungszügel bald auf längere Zeit noch aus den Händen entwinden, damit der Landmann ungestört seiner Arbeit nachgehen kann. — (Die Konkurrenzverhandlung), betreffend die Behebung der Baugebrechen bei der Filial- und Wallfahrtskirche in Büchl wurde ebenfalls auf den 26. Oktober anberaumt, konnte jedoch wegen zu hohen Schneefalles nicht vorgenommen werden. — (Schule.) Infolge Erkrankung und Beurlaubung des Herrn Schulleiters Matthias Petschauer wurde der Unterricht an der hiesigen Volksschule auf einige Zeit eingestellt. Da der Herr Schulleiter seinem Berufe noch immer nicht Nachkommen kann, wurde Herr Johann Stalzer, Aushilfslehrer in Unterdeutschau, mit dem Ünterrichte betraut; er trat seinen Dienst am 25. Oktober an. Grodizberg. (Doppeltrauung.) Am 23. Oktober fand eine zweifache Kopulation auf dem Grodizberge statt. Zwei wackere und brave Mädchen, Maria Hin8 und Margareta Nick, beide aus Schäflein, traten in den Ehestand. Elftere verehelichte sich mit Johann Match in aus Ribnjk in der Pfarre Tschermoschnitz, letztere mit Matthias Deutfchmann aus Meierte. Aesseltak. (Der Schnee) ist über ein Meter hoch. Wir sind ganz eingeschneit. Der Verkehr stockt. Sogar die Post konnte ein paarmal nicht passieren, da in Neufriesach starke Verwehungen sind. — Im Kugelhaus sind auch die armen Kohlenbrenner ganz verschneit. Kaum konnte ihnen der rührige Geschäftsmann Josef Lackner einigen Proviant hinauf bringen, sonst hätten sie oben im Walde fast verhungern müssen. Der Winter scheint heuer recht früh und mit drakonischer Härte seinen Einzug halten zu wollen. Die Streu haben viele noch draußen, auch Schweinefutter ist noch nicht eingeheimst. Seit dem Jahre 1867 ist so was, wie die Leute erzählen, noch nicht vorgekommen. Höermöset. (Der Schneefall) am 25. und 26. Oktober von Meterhöhe hat die ganze Bevölkerung unangenehm überrascht. Die Feldfrüchte sind noch nicht alle heimgebracht; Streu haben viele noch nicht bereitet; für das Winterholz ist noch nicht gesorgt. Dazu kommt der ungeheure Schaden in Gärten und Wäldern an den Bäumen, welche, da noch belaubt, durch die schwere Schneelast leicht gebrochen wurden. Man erinnert sich hier nicht eines so starken Schneefalles zu so früher Zeit. Dieser verursachte auch eine Störung des Postverkehres. Bis 80. Oktober konnte die Tschernembler Post nur zwischen Gottschee nnd Unterdeutschau mit schwerer Mühe und großer Verspätung verkehren. Auch der Bau der Wasserleitung erfährt durch den Schneefall eine lange Verzögerung. — (Eine Versammlung) des Gottscheer Deutschen Handwerkervereines wurde am Sonntage den 22. Oktober im Gasthause des Herrn Haus Jouke abgehalten. Langmton. (Gemeindevorstandswahl.) Am 31. v. M. ist der allgemein geachtete Realitätenbesitzer Johann Gliebe aus Langenton Nr. 18 zum Gemeindevorsteher gewählt worden; als Gemeinderäte stehen ihm die Herren: Franz Morscher, Andreas Fink ans Langenton und Johann Kraker ans Komuzen Nr. 17 zur Seite. Stockendorf. (Unglücksfall.) Johann® indisch mann wurde am 18. September in einer Kohlengrube in Joliet in Amerika durch herabstürzendes Gestein zu Tode getroffen. Wie viel Unglück bringt Amerika! Am 7. Oktober sind aus unserer Pfarre, die kaum 500 Seelen zählt, wieder nenn Personen ins Dollarland ausgewandert. Die b e st e A r b e i t s k r a f t w a n d e r t a u s. Jetzt sind sch on üb er 200 Mensch en aus unserer Gemeinde über dem Wasser. — Daß so zu Hause viele Häuser zugrunde gehen, wer wird sich da noch wundern. Göttenil;. (Nachstellung.) Die heuer von Amerika zurück-gekehrten stellungsflüchtigen Jünglinge Adolf Poje aus Göttenitz und I. Kren aus Masern mußten sich der militärischen Nachstellung unterziehen; erster er wird drei, letzterer wird vier Jahre nachdienen müssen. — (Wasserleitungsbau.) Herr Ingenieur Lachnik in Laibach hat ein Projekt für die hier auszuführende Wasserleitung ausgearbeitet. Die Kosten deS Baues sind auf 22.000 Kronen veranschlagt. Statt der bisherigen halbverfallenen Holzrohre kommt eine moderne Gußrohrleitung zur Ausführung. Die Quellen sollen in Beton gefaßt und ein Betonreservoir mit 50 Kubikmeter Inhalt hergestellt werden. — (Zur Beherzigung für die Gemeinden.) Wie wir von verläßlicher Seite erfahren gedenkt das Land Krain unter gewissen Voraussetzungen den Betrag von mehreren Millionen Kronen für Meliorierungszwecke aufzunehmen. Auch aus dem staatlichen^Melio-rationssonde werden für die gleichen Zwecke bedeutende Summen bewilligt werden. Zunächst sollen hiedurch die Anlagen von Wasserleitungen, Zisternen, Viehtränken und ähnliches ausgiebig gefördert werden. Ans dem Gottscheer Gebiete sind diesbezügliche Gesuche bisher erst nur von Mosel, Reintal und Verdreng eingelangt. Hoffentlich werden alle jene Gemeinden, welche Wasserleitungen, Anlagen von öffentlichen Zisternen nötig haben, die jetzige günstige Gelegenheit nicht versäumen und ihre Gesuche ehestens überreichen. Sollten die Kostenvoranschläge noch nicht ausgearbeitet sein, so könnte dies eventuell später nachgetragen werden. Die auf die Gemeinden entfallende Tangente ist, wie wir hören, eine sehr mäßige. Mchermoschnih. (Richtigstellung.) Es sind uns vom Gemeindeamte Tschermoschnitz sowie vom dortigen Schulbauausschusse und vom Vorstande der Raiseisenkasse Berichtigungen der in Nr. 19 unseres Blattes vom 4. Oktober l. I. ab gedruckten Korrespondenz (Tfcher-mofchnitz „Verschiedenes") zUgesandt worden. Da die Berichtigungen zusammen mehr als sieben Bogenseiten lang sind, so sind wir schon mit Rücksicht auf den verfügbaren Raum außerstande, dieselben ihrem vollen Wortlaute nach bringen zu können. Wir müssen uns ans das Wesentliche und rein Sachliche beschränken. Das Gemeindeamt Tschermoschnitz, bezw. auch der dortige Schulbauausschuß berichtigen die Notiz, betreffend den Schulbau, dahin, daß der Bauunternehmer den ihm vom k. k. Bezirksschulräte in Rudolfswert wegenVerwendung von schlechten Baumaterialien erteiltenWeisnngen, sowie auch den bezüglichen Weisungen des Bau ausschusses seinerzeit keine Folge geleistet habe und die Gemeindevorstehung sich deshalb genötigt gesehen habe, auf den bezüglichen Bericht des ischnlban-ansschusses hin eine Sitzung der Gemeindevertretung einzuberufen,, in welcher einstimmig der Beschluß gefaßt worden fei, dem Bauunternehmer den Bau zu nehmen und auf seine Kosten in eigener Regie weiterzuführen. Dein Bauunternehmer fei der Bau von der k. k. Bezirkshaupt,naunschaft wiederholt eingestellt worden, zum letztenmale mit dem Erlasse vom 21. September, Z. 2167, und zwar insolauge, bis die Mauern ausgekratzt, verfugt und mit Zement ansgegoffen wären. Der Vorstand der Raiseisenkasse in Tschermoschnitz berichtigt, es fei unwahr, daß sich die Raifeifenfaffe nicht an die Statuten halte und das jede Generalversammlung statutenmäßig im „Gottscheer Boten" angekündet werden müsst; es-fet dies vielmehr dem Ermessen des Vorstandes auheimgestellt. — Unser Herr Berichterstatter stellt dem gegenüber fest, daß die amtliche Kommission am 20. Oktober l. I. den Schulbau als gut befunden habe. Die Bestimmung, betreffend die Veröffentlichung von Ankündigungen der Raifeifenfaffe im „Gottscheer Boten", sei ursprünglich tatsächlich vorhanden gewesen und erst später abgeändert worden, wovon der Berichterstatter erst nachträglich Kenntnis erhalten habe. Auch der Aufsichtsrat der Raiseisenkasse sei erst nach der vorgenommenen Revision gewählt worden. Nachträglich erhalten wir noch von der Molkereigenossenschaft und von dem Straßenvermeffungsansschuß in Tschermoschnitz mehrere Bogen lange Richtigstellungen, von denen eine übrigens in slowenischer Sprache abgefaßt ist. Die Molkereigenossenschaft (Herr Obmann Klemen) betont, das sich das junge Unternehmen obzwar langsam, doch stetig entwickle; die Molkerei habe mit 30 Liter Milch pro Tag begonnen und habe sich nach und nach auf 150 Liter gehoben; die k. k. Laudwirtschastsgesellschast habe seinerzeit in der Person des Herrn Landeskäsers, des Schweizers Sieber, einen der tüchtigsten Leiter gesandt. Auch der iteite Molkereileiter Herr Gerželj weise nach seinen Zeugnissen eine tadellose praktische Verwendung auf. Kür den Landstrich von Tschermoschnitz, wo die Viehzucht darniederliege, sei es auch von Nutzen, daß durch die Molkerei der Bauer von der Aufzucht der Ochsen aus die Zucht von Kühen hinüber-geleitet werde und daß der Grund zur Veredlung der Rinderrasse,, zur Aufzucht von Kal binnen gelegt und der Übergang zum Futter-bau vorbereitet werde. — Der Straßenvermessungsausschuß (Obmann Herr Klemen) teilt mit, daß die Aufteilung der Erhaltung der Gemeindestraße Oberwildbach-Tappelwerch-Ressen und Tscher-moschnitz-Tappelwerch unter die beteiligten Besitzer nach Maßgabe der direkten Steuerleistung vom Landesausfchufse angeordnet worden fei. Es fei dabei in vollem Einvernehmen vorgegangen worden, nur die Bewohner von Tappelwerch hätten sich der Auspslockuug entgegengestellt und die gemeinsame Aufteilung auf die ganze Gemeinde verlangt. Dem Herrn Pfarrer sei keine Strecke von der Straße nach Ressen zugewiesen worden, wohl aber fei ihm für öett iu Mafchel liegenden Besitz fowie für ein Waldanteil (in der „Like") im Sinne des diesfälligen Erlasses des Landesausschuffes ein Stück der Straße gleich hinter dem Pfarrhofftalle zur Erhaltung zugeteilt worden, und zwar in unmittelbarer Nähe der eigenen Bequemlichkeit, halber. — Aus den Zuschriften ersieht man, daß die Ausführungen, unseres Berichterstatters mit denen der Berichtigenden im Wesen eigentlich nur wenig divergieren. Obwohl nach dem Inhalte der Richtigstellungen wohl kaum ein gesetzlich zwingender Grund vorlag,. die Berichtigungen aufzunehmen, haben wir dies in loyaler und entgegenkommender Weife dennoch getan, damit allen Richtungen. Gelegenheit gegeben werden konnte, sich Öffentlich auszusprechen. Für den „Gottscheer Boten" ist diese Angelegenheit hiemit geschloffen. Wien. (Das Programm des Katholikentages) mit den. betreffenden Referaten ist, wie folgt. Am 18. November um 5 Uhr abends (im Kursal der Stadt Wien, 1. Bezirk, Stadtpark) r Gründende Versammlung, Ansprache des Kardinal-Fürsterzhifchofes-von Wien und Verkündigung eines Handschreibens Seiner Heiligkeit des Papstes, Begrüßung durch den Landmarschall Prälaten Schmolk und Bürgermeister Dr. Lueger, Festrede. Am 19. November (im katholischen Gesellenhaus, 6. Bezirk, Gumpendorferstraße 39) um 11 Uhr vormittags: „Die soziale Ausgabe des Lehrstandes"; um 2 Uhr nachmittags: „Alters-, Unfalls-, Jnvaliditäts-, Witwen- und Waisenversorgung". Am 20. November (im Sophiensaale, 3. Bez., Marxerftraße 13) um 10 Uhr vormittags: „Die Presse"; um 2 Uhr nachmittags: „Gewerbe", „kaufmännische Organisation" und „Kolportage". Am 21. November (im Sophiensaal) um 9 Uhr vormittags: „Agrarfrage", „Prieftermangel", Rafaelverein, Mäßigkeitsbewegung, Unsittlichkeit"; um 2 Uhr nachmittags (ebendort): „Die Abfallsbewegung", „Missionen, Jugendfürsorge usw."; um halb 8 Uhr abends (feierliche Volksversammlung ebendort): „Die Einigung der Katholiken Österreichs zur Verteidigung ihrer höchsten Güter" und „Die Hauptaufgaben der katholischen Aktion in der Gegenwart"; Erteilung des päpstlichen Segens, Schlußwort des Präsidenten. Für die Festrede find die gefeiertsten Redner geistlichen und weltlichen Standes gewonnen. Die Beteiligung wird eine großartige werden. Aus verschiedenen Gegenden sind schon Separatzüge angesagt, so aus Kärnten, Steiermark, Niederösterreich. Der Bezirk Tulln allein schickt 400 Teilnehmer. Hoffentlich werden auch die deutschen Katholiken Krams vertreten sein. — (Sterbefall.) Am 31. Oktober 1905 um 9 Uhr abends starb nach langem, schwerem Leiden und nach Empfang der heil. "Sterbesakramente im 67. Lebensjahre Herr Johann Zekoll. Der Verblichene war ein edler Gönner des Vereines der Deutschen aus Gottschee, weshalb dieser Verein einen prachtvollen Kranz an der Bahre niederlegte. Alle in Wien wohnenden Mitglieder des Vereines gaben dem Verstorbenen das letzte Ehrengeleite. R. I. P. Wndokfsivert. (Kellerwirtschaftskurse.) Bekanntlich ist die krainische Kellerwirtschaft im Vergleiche mit jener anderer weinbautreibender Länder noch auf einer sehr niederen Stufe und es ist unumgänglich notwendig, daß sich unsere Weinbauern auch in dieser Richtung die nötigen Kenntnisse aneignen, um mit ihrem rationell bereiteten Weine mit den Produkten anderer, fortschrittlicher Länder konkurrieren zu können. Was nützen dem Weinbauer die schönsten Trauben aus dem besten Weingarten, wenn er es nicht versteht, aus ihnen einen reintönigen, edlen und haltbaren Tropfen ,zn bereiten? Desgleichen ist die Kenntnis der rationellen Keller-wirtschaft für Wirte und Weinhändler wichtig, welche den Verkauf des Weines zwischen dem Produzenten und dem Konsumenten vermitteln und die, falls sie der Sache unkundig sind, durch unrichtige Behandlung aus dem besten den schlechtesten Wein machen können. Am es den Interessenten zu ermöglichen, sich in der rationellen Kellerwirtschaft theoretisch und praktisch ausbilden zu können, veranstaltet der k. k. Weinbauinspektor B. Skalicky im Laufe der bevorstehenden Wintermonate bei der staatlichen Musterkellerei in Rudolfswert einen, eventuell auch mehrere dreitägige Kellerwirtschaftskurse mit deutscher Unterrichtssprache. Diesbezügliche Anmeldungen sind spätestens bis 25. November l. I. an das k. k. Weinbauinspek-torat in Rudolfswert zu richten. Da die Zahl der Teilnehmer an jedem Kurse eine beschränkte ist, wolle man sich mit der Anmeldung beeilen. Spätestens eine Woche zuvor werden die Teilnehmer von dem Tage des Kursanfanges durch Einladungen verständigt. Allerlei. Der Einküß der Mutter. Aus die Erziehung der Kinder übt die Mutter den größten Einfluß ans, das beweise» zahlreiche Beispiele aus der Geschichte. Ein Mann der Wissenschaft, Herr Raudolph, pflegte zu sagen: „Ich wäre ein Gottesleugner geworden, wenn ich mich nicht immer wieder an meine Mutter hätte erinnern müssen, wie sie meine kleinen Hände in die ihrigen schloß, während sie mit mir niederkniete und mich lehrte, den herrlichen Namen Jesu auszurufen." — Zu Adams, dem großen Präsidenten von Amerika, sagte einst ein Herr: „Nun weiß ich, wie Sie der Mann geworden, der Sie sind." „Wieso?" fragte Adams. „Ich habe die Briefe gelesen, die Ihre Mutter an den Sohn geschrieben hat", erwiderte jener. — Die Mutter eines ändern nordamerikanischen llnionspräsiventen, Washingtons, erzog ihren Sohn zur Aufrichtigkeit und Frömmigkeit. Als man ihr in den alten Tagen die Nachricht überbrachte, ihr Georg sei an die höchste Stelle der nordamerikanischen Republik erhoben, welche das Land geben könne, sagte die würdige Frau ruhig: „Nun, mein Georg ist immer ein guter Sohn gewesen." — Eines Abends saß eine Mutter unter der Haustür. Sie sprach mit ihrem Sohne von dem Erlöser, während ihre Tränen auf den Kops des Kindes perlten. Als dieser Knabe später im kräftigsten Maunesalter stand, erzählte er diesen Vorfall in einer Predigt und setzte hinzu: „Diese Tränen waren es, die mich zu einem Missionär gemacht haben." — Bekannt ist, daß eines Tages jemand den Kaiser Napoleon I. fragte: „Was fehlt der französischen Nation hauptsächlich?" „Brave Mütter!" lautete des Kaisers kurze, vielsagende Antwort. A-riMasten der Schriftkeitmrg. An Herrn Georg Mayerle in San Franziska: Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß wir kein Geld für den „Boten" von Ihnen bekommen haben. Das Geld wäre an der Aufgabsstelle zu reklamieren. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Aleindruckzeile oder deren Raum s5 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung \2 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. 4— Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Herein der Deutschen a. ßottschee in Wen. Sitz: X Schödls Restauration VII., WariaMerstraste 56. Insaminenkunft: Jeden ersten Donnerstag im Monate. Lehrjunge wird für eine Bäckerei in Gottschee gesucht. — Artzufragen bei Herrn Adolf Hönigmann, Bäckermeister in Gottschee. Peter Hrixb’ feil» J! ,gurrt Stern/ Laibach, Kaiser Zosefplah 7(24_19) vorzügliche Mnterkrainer, sehr alte Steirer und Wcderösterrcicher Weine. 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