Lalbacher SW Zeitung. Freytag den 2. Herbstm. Inländische Nachrichten. N5ien den 27. August. Diesen Morgen sind Ihre Maj. die Kaiserin , mit dem Erzherzoge Joseph, und den Erzherzoginnen Maria Anna, M. Clementina, Und M. Amalia, KK. HH. nach Prag zur böhmischen Krönung abgereiset. — Seine Majestät haben zu Folge Hofdekrets vom 29. Heum. M verordnen geruhet, daß die Grundbesitzer, welche vom Hause aus zu Bearbeitung ihrer Gründe mit dem dazu gehörigen Gerathe einen oder mehrere L^'nd-schrankcn befahren müssen, von aller Weg odcr Gchrankenmaut eben so fren zu lassen seyn, wie alle Dungfuhren, die aus Städten odcr Markten auf das Land gehen. Wien den 12. August 1791. — Ge. Maj. haben vermöge Hofdekrets vom '2. Auqust d. I. zu beschliessen geruhet, daß in Zukunft ein für allemal , der Gra-dus, den die Studenten auf der Universität zu Pavia nehmen, selbigen alle Rechte und Privilegien geben soll, die anderen Studenten zukommen, welche sich auf den Universitäten in Höchstdero Erblanden gra-dlüren lassen. Wien den 2). August 5791« — Nachdem der vorlaufige Bericht angegangen ist, daß die Siebenbürgischen Stande , vor Endigung des am 9. d. 3)?. geschlossenen Landtages, bey der Kandidazion zur aus billigem Vertrauen auf die gründlichen Einsichten, die vollkommene Landeskennt-niß , und das kluge und rechtschaffene Benehmen dcs inzwischen von Sr. Maj. dazu bestellten Grafen v. Teleki, diesen bey weiten die meisten Stimmen , zugewandt haben, so geruheten Se. Maj. denselben durch ein Kabinetsschreiben vom 20. d. M- in den gnädigsten Ausdrücken, zum wirklichen Siebenbürgischen Hofkanzler so« gleich zu ernknnen. — Se. k. k. Majestät haben dem, nach Allerhöchstdero eige- mm Ausdrucke, wohlverdienten Hofrache dcr Hofrechenkammer und Direktor der Hofkriegsbuchhalrerey? Herrn Ludwig von Schotten ^ zu seinem Gehalte jährlich looo Gulden allergnäoigst zuzulegen geruhet. — Die bey den Erzherzogen kynigl« Hoheiten angestellte Majors Spano?y und Waras-thal sind zu Qbristsientenants beförderet worden, letzterer wird Se. königl. Hoheit D den Erzherzog Karl auf der Reise nach ^ Brüssel begleiten. — Man sagt: daß unser Hof mit dem König von Preussen in ein engeres Freundschaftsbündmß tretten, » und einen besonderen Vertrag über gewisse «beyden Höfen zum Vortheil und Nutzen M gereichende Gegenstände zu Scande brin-» gen würde. — Bey der Zusammenkunft « zu Pilnitz in Sachsen sollen von unserer M Seite, Se. Maj» der Kaiser, Se. königl. W Hoheit der Ercher;og Franz , dann der M Feldmarschall Lascy , und der zeheime M Gtaatsreferendar Baron von Sp,elmann » sich einfinden. Von Seiten des preußi-» scheu Hofes aber, der König von Preüs-I sen, der Kronprinz von Preussen, der U Herzog von Braunschweig, dann der Kur-U fürst von Sachsen, und der Herzog von W ^weybrücken allda erwartet werden. — M Der königl. preußische Qbrist v. Bischofs-» lverder hat von Sr. Maj. dem Kaiser eine » mit Höchsiihrer Majcstät Portrat sehr > reich mit Brillanten besetzte goldene Dose » zum Präsent erhalte. — D,l? sammtli-W chen k. k. Sttllen ist der höchste Befthl I zugekommen, künftighin keinen Beamten, » welcher notorisch leichtsinnige Schulden ge-M macht hat, zu einer weiteren Beförderung vorzuschlagen, wozu verschiedene bey Sr. M Maj. eingelaufene Klagen den Anlaß qe-M geben haben sollen. — Schal'min Küraßier wird anstatt ssinsky anher )lur Aufwartung kommen, und letzteres nach Mahren in seinen Regiments Numer berlegt werde». — Das Kavanak'sche Küraßier Regiment kömmt nach Böhmen zu siehm, dagegen sind die beyden Karabinier Regimenter nach Ungarn, und das Hohenzolleiische Küraßier Regiment nach den Niederlanden bestimmet. — Noch ein Zeug der Zusammenkunft zu Pilnitz wird der Herr Graf v. Fersen, ein Schwed in französischen Diensien , seyn, den man in den öffentlichen Blattern genannt hat, als habe er m den Vorbereitungen zur Flucht des Königs und der Königin am 21. Brachm. vieles beygetragen. Der König von Schweden ist es, welcher, da er nach öffentlichen Blattern eifrigst an einer Gegenrevoluzion in Frankreich mitwirke, dem Grafen v. Fersen verschiedene Negozia:ionen aufgegeben haben soll. Dieser Fürst wollte ein Korps von wenigstens 20,200 Mann an den Rhein schicken; er verlangt aber, daß die Reichsfürsten den Unterhalt derselben auf sich nehmen sollten. Der Ruhn, Gustavs Adolphs reizet Gustav Itl. und Ruhm und gute Beute seine Armee, ohne in Anschlag zu bringen, daß, wenn die Expedition gelingt, eine Erneuerung des alten Subsidienlraktats zwischen Frankreich und Schweden zum Glanz des schwedischen Hofes viel bentraqeu würde. — Man giebt hier vor, zuverlässige Nachrichten zu haben , daß selbst die Na ionalverlammlung den Eintritt cmer fremden Armee in Frankreich wünschet, um, unter dem Vorwan-de dazu gezwungen zu werden, viele Artikel der neuen Konstitution abändern zll könntn, von welchen sie selbst überzeugt ist, daß sie m weit gegangen sey, UM nun ein zügelloses Volk zu bekämpfen. -^ Außer den für die Minister der vermittelnden Machte bestimmten prachtigen Ringen, werden noch andere Geschenke zurecht gemacht^ die in Uhren, Dosen , und